Stammdaten

Register
Amtsgericht Chemnitz HRB 30817
Vorher
Ahlstrom Holding GmbHAhlstrom Germany GmbHAhlstrom-Munksjö Germany GmbH
Eingetragen
14.6.2006
Branche
Herstellung von Vliesstoff und nicht-konfektionierten Erzeugnissen darausHerstellung von Haushalts-, Hygiene- und Toilettenartikeln aus Zellstoff, Papier und PappeHerstellung von Maschinen für die Papiererzeugung und -verarbeitung
Gegenstand
Errichtung, Produktion und Vertrieb von technischem Filterpapier, Laborpapier, Mikrofaserprodukten und Quarzfaserprodukten für analytische und diagnostische Zwecke sowie entsprechende Dienst- und sonstigen industriellen Leistungen und Vertrieb von Mikro- und Ultrafilterproduktion

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Geschäftsführer
Hartmut Ott
seit 18.9.2017
Prokura
Bärbel Stengl
seit 25.1.2017
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Ahlstrom OyjFIN
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Ahlstrom Oyj
Finland
2.600.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Ahlstrom Germany GmbH (vormals: Ahlstrom-Munksjö Germany GmbH)

Bärenstein

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Ahlstrom Germany GmbH (bis 20. März 2023: Ahlstrom-Munksjö Germany GmbH), mit Sitz in Bärenstein ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Ahlstrom Oyj Helsinki/Finnland (bis 16. Januar 2023: Ahlstrom-Munksjö Oyi). Die Gesellschaft produziert und vertreibt technisches Filterpapier, Laborpapier, Mikroquarzfaserprodukte und Quarzfaserprodukte für analytische und diagnostische Zwecke. Der Produktionsstandort der Gesellschaft befindet sich in Bärenstein.

2. Steuerungssysteme

Als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren werden im Unternehmen die operativen Umsatzerlöse im Bereich Filterpapiere sowie das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) betrachtet.

3. Forschung und Entwicklung

Im Fokus der Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung lag im Jahr 2022 erneut die Neu- und Weiterentwicklung der Produkte sowie die Erschließung neuer Märkte und eine intensivierte Verbesserung der Produktionseffizienz.

Die primäre Zielsetzung des Ahlstrom-Konzerns gilt ebenfalls für das Geschäftsjahr 2022, wie auch schon in den Jahren davor. Ziel ist es, das Geschäftsfeld durch Produktinnovationen sowie durch organisches Wachstum zu erweitern.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Jahresgutachten 2022/23, veröffentlicht im Dezember 2022, vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung steht in diesem Jahr unter dem Titel "Energiekrise solidarisch bewältigen, neue Realität gestalten". Es wird berichtet, dass der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine im Frühjahr 2022 und dessen Auswirkungen Europa und im besonderen Maße Deutschland, vor große wirtschaftliche Herausforderungen stellt. Vor allem die Energiekrise und die Inflation belasten die Haushalte und Wirtschaft massiv und trübt den konjunkturellen Ausblick deutlich ein.

Laut Aussage des vorgenannten Jahresgutachtens hat sich im Sommer 2022 die Energiekrise verschärft, auf Grund von deutlichen Einschränkungen bei den russischen Energielieferungen, und die bereits im Januar 2021 erhöhte Inflation weiter angeheizt. Um die Energiekrise zu bewältigen, sind umfangreiche Maßnahmen gegen die Energieknappheit und zielgenaue Entlastungen notwendig. Durch die veränderte geopolitische Situation sind Deutschland und Europa mit einer neuen Realität konfrontiert, welche es aktiv und in enger Kooperation mit den EU-Mitgliedsstaaten zu gestalten gilt.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat im 3. Quartal 2022 knapp das Niveau aus dem 4. Quartal 2019 - vor der Corona-Krise - überschritten. Allerdings bleibt die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, durch die Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, stark beeinträchtigt. Die massiv gestiegenen Energiepreise führen zu erheblichen Kaufkraftverlusten und belasten gleichzeitig die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen. Es werden kaum Wachstumsimpulse erwartet. Ursache hierfür sieht man in der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit und einem schwachen außenwirtschaftlichen Umfeld. Allerdings erwartet man ebenfalls einen sukzessiven Rückgang in den Lieferkettenstörungen, wodurch der hohe Auftragsbestand in der Industrie abgearbeitet werden kann. Der Sachverständigenrat erwartet für Deutschland ein BIP-Wachstum von 1,7 % im Jahr 2022, dabei resultiert das Wachstum im Jahr 2022 aus dem statistischen Überhang aus dem vergangenen Jahr und dem noch aufwärtsgerichteten 1. Halbjahr 2022. Allerdings rechnet man im Jahr 2023 mit überwiegenden Abwärtskräften und einem Rückgang des BIP um 0,2 %.

Der Sachverständigenrat teilt mit, dass im Oktober 2022 eine Verbraucherinflationsrate von 10,4 % im Vorjahresvergleich den höchsten Stand seit Anfang der 1950er-Jahre erreicht hat. Für das Jahr 2023 prognostiziert der Sachverständigenrat eine Inflationsrate 7,4 %.

Der Arbeitsmarkt erholt sich seit Anfang des Jahres 2022 weiter von der Corona-Krise, so stieg die Erwerbstätigkeit innerhalb der ersten 7 Monate des Jahres um 0,5 % und hat somit das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Der Beschäftigungszuwachs ist insbesondere auf die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen zurückzuführen.

Die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie hat im Jahr 2022 in einem äußerst schwierigen Umfeld relative Stärke bewiesen. Diesen Schluss zieht der Branchenverband DIE PAPIERINDUSTRIE.

In seiner Jahresbilanz teilte der Verband DIE PAPIERINDUSTRIE (VDP) mit, dass die Produktion von Papier, Karton und Pappe 2022 über alle Sorten um 6,5 % von 23,1 auf 21,6 Mio. Tonnen sank. Die gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe wurden aber auf die Produktpreise umgeschlagen, dies spiegelt sich beim Branchenumsatz wider, hier gab es einen Zuwachs von 36,3 % und wird mit 21,2 Mrd. Euro gegenüber 15,5 Mrd. Euro im Jahr 2021 ausgewiesen. Außerdem wird betont, dass die Papierindustrie mit ihrer Altpapiereinsatzquote von 79 % ein wichtiges Element der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft darstellt.

Die Zahl der Beschäftigten in der Zellstoff- und Papierindustrie konnte stabil gehalten werden.

2. Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2022 war für die Ahlstrom Germany GmbH geprägt sowohl durch einen intensiven Wettbewerb als auch durch die Herausforderungen der Energiepreisentwicklung und die Preisentwicklungen auf den Rohstoffmärkten. Das Geschäftsmodell, Mitarbeiter im Homeoffice zu beschäftigen, fand auch im Jahr 2022 weiter Anwendung. Ein reibungsloser Geschäftsbetrieb wurde zu jeder Zeit gewährleistet. Wie auch die Entwicklung in der deutschen Papierindustrie im Allgemeinen, ist bei uns ebenfalls ein positiver Trend im Bereich Filterpapiere im Vergleich zum Vorjahr zu erkennen. Insgesamt verzeichneten wir einen Umsatzzuwachs von ca. 10,6 %. Der Zuwachs bei den Umsatzerlösen im Filterpapierbereich liegt bei ca. 11,7 % gegenüber dem Jahr 2021.

In den Umsätzen ist ein Betrag in Höhe von 1.471 TEUR als sonstige Umsätze enthalten. Hiervon entfallen 1.204 TEUR auf den Service- und Dienstleistungssektor. Dieser Umsatz wird im Wesentlichen durch die Weiterbelastung der Personalkosten der Mitarbeiter des Sales Office München sowie der Mitarbeiter des Büros in Osnabrück an den Konzern erzielt.

Betrachtet man die um die sonstigen Umsätze bereinigten Umsatzerlöse, welche mit den Filterpapieren erzielt wurden, zeigt sich ein durchschnittlicher Zuwachs der Umsätze im Jahr 2022 um ca. 11,7 % (12.428 TEUR) gegenüber dem Jahr 2021 (11.124 TEUR). Eine überdurchschnittliche Umsatzsteigerung verzeichneten wir hierbei innerhalb der Region Amerikas, diese lag bei 46,2 % gegenüber dem Vorjahr. Allerdings fällt der Marktanteil am Gesamtumsatz mit lediglich 7,0 % sehr gering aus. Auf den Märkten innerhalb der Europäischen Union (ohne Deutschland) erzielten wir einen Umsatzzuwachs von ca. 10,3 %, nach Umgliederung der im Jahr 2021 ausgewiesenen Umsätze, welche in Großbritannien erzielt wurden, da nach dem EU-Austritt Großbritanniens diese im Jahr 2022 getätigten Umsätze unter der Region "Sonstige Nicht-EU-Länder" zugeordnet sind. Im Inland konnten wir mit einem Plus von ca. 1,7 % ein leicht positives Ergebnis gegenüber dem Vorjahr erreichen. Auch innerhalb der sonstigen Nicht-EU-Länder gab es einen Zuwachs in Höhe von 7,0 %, dabei betrug der Anteil am Gesamtumsatz im Filterpapierbereich lediglich 9,1 %. Die Märkte in Afrika und dem Mittleren Osten sind mit einem Anteil von ca. 7,0 % am Gesamtumsatz beteiligt, auch hier gelang es uns eine Umsatzsteigerung von durchschnittlich 5,9 % zu realisieren. In der Region Asien/Pazifik sind die Umsätze um ca. 10,2 % höher ausgefallen als im Vorjahr.

Im Jahr 2022 lagen die sonstigen Erträge für den Service- und Dienstleistungsbereich ca. 1,7 % über denen des Vorjahres. Dies steht in engem Zusammenhang zu den leicht gestiegenen Personalkosten der Mitarbeiter und somit einer entsprechenden Anpassung der Weiterberechnung der angefallenen Kosten an die Gruppe.

Im Geschäftsjahr 2022 waren durchschnittlich 60 (Vorjahr 57) Personen beschäftigt.

Mit Wirkung ab April 2016 gilt der Lohn- und Gehaltsgruppenkatalog für die Arbeitnehmer in der ostdeutschen Papierindustrie. Im Haustarifvertrag vom 28. November 2016 wurde festgelegt, die bisherigen individuellen Arbeitsentgelte bis zum 1. Januar 2021, beginnend mit dem 1. Januar 2017 auf 100,0 % des zu diesem Zeitpunkt bestehenden tariflichen Monatsentgeltes des Flächentarifes, entsprechend der Eingruppierung, anzupassen. Nachdem wir im Jahr 2021 die letzte Stufe der Anpassung an den Flächentarifvertrag der ostdeutschen Papierindustrie erreichten, wird seitdem der im jeweiligen Kalenderjahr gültige Tarif zu 100 % angewendet, und die tariflichen Mitarbeiter erhalten entsprechend dem Tarifvertrag die gültigen tariflichen Monatsentgelte. Mit Wirkung zum 1. März 2022 wurde eine weitere Tariferhöhung von 1 % für alle tariflichen Mitarbeiter im Unternehmen umgesetzt.

Auch die außertariflich beschäftigten Mitarbeiter erhielten mit Wirkung zum 1. April 2022 eine Erhöhung ihrer Löhne und Gehälter.

3. Lage

a. Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2022 hatten wir Umsätze in Höhe von 13.899 TEUR, diese übersteigen mit ca. 10,6 % den Vorjahresumsatz. Das gesetzte Umsatzziel im Bereich Filterpapier mit einem Planwert in Höhe von 13.042 TEUR haben wir nicht erreicht, es liegt mit 12.428 TEUR etwa 4,7 % hinter unseren Erwartungen.

Die während der COVID-19 Pandemie hinzugewonnenen Umsätze im Jahr 2020 konnten leider auch im Jahr 2022 nicht wieder zurückgewonnen werden. Allerdings ist es uns gelungen, diese Lücke mit anderen Umsatzzuwächsen im Filterpapierbereich weitestgehend zu kompensieren. Dies geschah unter anderem durch die Entwicklung neuer Produkte, welche zum Beispiel für Anwendungen im Bio Prozess Bereich entwickelt wurden.

Auf allen Märkten weltweit gelang es uns im Jahr 2022 Umsatzzuwächse zu erzielen, im Durchschnitt sprechen wir hier von einem Plus von 11,7 % im Filterpapierbereich.

Gegenüber dem Vorjahr (Vorjahresvergleichswert ohne sonstige Umsätze) wird eine Umsatzsteigerung in Höhe von 1.304 TEUR ausgewiesen. Die Erträge im Service- und Dienstleistungssektor fallen mit 1.471 TEUR um 24 TEUR höher aus als im Vorjahr.

Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand zu Umsatzerlösen Filterpapiere/

Bestandsveränderung) fällt im Jahr 2022 mit 28,5 % niedriger aus als im Vorjahr (32,2 %).

Die Darstellung der Materialaufwandsquote betrifft lediglich den operativen Bereich, die sonstigen Umsätze werden hier nicht berücksichtigt. Die Materialaufwandsquote liegt unter dem Niveau des Vorjahres. Auf Grund des Wegfalls der Dienstleistungen im Bereich der Verarbeitung, wodurch hauptsächlich der Aufwand für bezogene Leistungen geringer wurde, hat sich die Materialaufwandsquote verringert. Andererseits fielen die Rohmaterialkosten etwas höher aus als im Vergleich zum Vorjahr. Die Produktion an eigengefertigten Filterpapieren lag im Jahr 2022 in etwa auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2021. Zusätzlich zu den eigengefertigten Papieren wurden Filterpapiere zur Weiterverarbeitung zugekauft. Im Jahr 2022 gab es eine Steigerung bei den Kosten der eingesetzten Rohmaterialen von ca. 690 EUR pro Tonne gefertigtem Papier. Als ursächlich für diese Entwicklung sind hierbei besonders die Steigerungen der Einkaufspreise der Faserstoffe zu sehen. Der Einsatz von Altpapier in der Papierherstellung wurde, wie bereits in den Jahren davor, fortgeführt und soweit möglich ausgebaut. Durch die Zentralisierung des Rohstoffeinkaufs innerhalb des Ahlstrom-Konzerns konnten einige Steigerungen auf dem Rohstoffmarkt abfangen werden.

Der Personalaufwand liegt mit 4.463 TEUR um ca. 4,8 % höher als im Vorjahr (4.259 TEUR). Im Jahr 2022 gab es einen Personalaufbau von durchschnittlich 4 Stellen im operativen und einen Abbau von durchschnittlich 1 Stelle im Verwaltungsbereich, so dass die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten im Jahr 2022 bei 60 (Vorjahr 57) lag. Die ergebnisabhängige Bonuszahlung für die außertariflichen Mitarbeiter fiel im Jahr 2022 prozentual höher aus als im Vorjahr. Nachdem im Jahr 2021 die vereinbarte Anpassung an den Flächentarifvertrag der Ostdeutschen Papierfabriken laut Haustarifvertrag erreicht war, gab es im Jahr 2022 eine allgemeine Lohnerhöhung laut Flächentarifvertrag um 1,0 % für alle tariflichen Mitarbeiter.

Das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) fällt im Jahr 2022 mit 2,9 Mio. EUR um 1,2 Mio. EUR höher aus als das des Vorjahres (1,7 Mio. EUR). Vor allem die um ca. 1,3 Mio. EUR höheren Umsätze sind ursächlich für die Entwicklung des Betriebsergebnisses in 2022. Gleichzeitig konnte die Materialaufwandsquote aufgrund einer erhöhten Effektivität in der Produktion, trotz deutlich gestiegener Rohstoffpreise, verbessert werden.

Die Zinsaufwendungen im Geschäftsjahr lagen bei 37 TEUR gegenüber 34 TEUR im Vorjahr.

Im Jahr 2022 weisen wir einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.640 TEUR nach Zinsen und Steuern aus (Vorjahr: Jahresüberschuss 2.485 TEUR).

b. Finanzlage

Die Entwicklung der Kapitalflussrechnung stellt sich im Geschäftsjahr wie folgt dar:

TEUR
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 2.643
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -332
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -9
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 2.302
Finanzmittelbestand am Anfang des Jahres 4.226
Finanzmittelbestand am Ende des Jahres 6.528
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds: 31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Liquide Mittel 43 16
Guthaben auf Cashpool-Konten 6.485 4.210
6.528 4.226

Die Ahlstrom Germany GmbH profitiert aufgrund der Einbindung in die international agierende Ahlstrom-Gruppe von einer soliden Finanzsituation. Insofern kann auch die Finanzierung der Ahlstrom Germany GmbH als gesichert betrachtet werden, da die Ahlstrom Germany GmbH auch über Cashpooling, finanziert wird.

Zum 31. Dezember 2022 verfügte die Ahlstrom Germany GmbH über keine Kredite.

Der Finanzmittelbestand hat sich um 2.302 TEUR gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Die Fortführung des Unternehmens kann aufgrund der positiven Liquiditätssituation der Ahlstrom Germany GmbH und der Einbindung innerhalb des Ahlstrom-Konzerns als gesichert betrachtet werden.

c. Vermögenslage

Im Geschäftsjahr 2022 konzentrierte sich die Investitionstätigkeit, wie bereits in den Jahren davor, auf den Bereich der Ersatzinvestitionen zur Stabilisierung und sukzessiven Erhöhung der Produktionseffektivität. Investitionen in Höhe von 339 TEUR wurden hauptsächlich in die Erneuerung der IT-Infrastruktur, in Produktionseinrichtungen der Papiererzeugung und -verarbeitung als auch in Betriebs- und Geschäftsausstattung getätigt.

Das Umlaufvermögen erhöhte sich im Jahr 2022 um 3.098 TEUR auf 10.194 TEUR. Hierbei gab es eine stichtagsbedingte Erhöhung bei den Vorräten in Höhe von 597 TEUR. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen gab es eine Erhöhung um 2.475 TEUR - im Wesentlichen bedingt durch die Erhöhung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen, insbesondere Erhöhung des Cashpool-Guthabens. Beim Finanzmittelbestand weisen wir ebenfalls eine Erhöhung um 27 TEUR, auf 43 TEUR, aus. Der in der Kapitalflussrechnung dargestellte Finanzmittelfonds beinhaltet dabei auch das Guthaben auf dem Cashpool-Konto.

Die Bilanzsumme der Ahlstrom Germany GmbH erhöhte sich im Jahr 2022 um 3.328 TEUR auf 11.309 TEUR, gegenüber 7.981 TEUR im Jahr 2021. Der Anteil des Anlagevermögens (1.115 TEUR) liegt mit 9,9 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Die Ahlstrom Germany GmbH weist zum 31. Dezember 2022 ein positives Eigenkapital in Höhe von 7.033 TEUR (4.393 TEUR im Vorjahr) aus. Durch das Jahresergebnis 2022 in Höhe von 2.640 TEUR konnte eine weiter Erhöhung des Eigenkapitals erreicht werden und die Eigenkapitalquote auf 62,2 % gesteigert werden. Auf Beschluss der Gesellschafterin wurde die Kapitalrücklage des Vorjahres von 59.976 mit dem Verlustvortrag von 60.668 TEUR und dem Jahresüberschuss von 2.485 TEUR verrechnet. Damit wurde der Verlustvortrag beseitigt und die Kapitalrücklage auf 1.793 TEUR reduziert.

Die Pensionsverpflichtungen werden mit 1.767 TEUR um 265 TEUR höher als im Vorjahr (1.502 TEUR) ausgewiesen.

Die bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind ausschließlich auf Lieferungen und Leistungen zurückzuführen.

d. Gesamtaussage

Im Geschäftsjahr 2022 fielen die Umsatzerlöse mit 13,9 Mio. EUR um 1,3 Mio. EUR höher aus als im Vorjahr (12,6 Mio. EUR). Im Hinblick auf den Umsatzzuwachs im Filterpapierbereich, verglichen mit dem Planwert bzw. der im Vorjahresabschluss abgegebenen Prognose, wurden unsere Erwartungen nicht erfüllt.

Das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) in Höhe von 2,9 Mio. EUR im Jahr 2022 liegt über dem Ergebnis des Vorjahres (1,7 Mio. EUR) und liegt somit über dem Rahmen der Prognose, welche im Lagebericht des Vorjahres dargestellt wurde.

Da im Jahr 2022 keine Kredite vorhanden waren, lagen die Zinsbelastungen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres und resultieren hauptsächlich aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Im Jahr 2022 erzielten wir einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.640 TEUR.

Das Bilanzbild des Unternehmens hat sich im Jahr 2022 erneut verbessert. Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 ein positives Eigenkapital in Höhe von 7.033 TEUR aus.

Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens wird durch die Geschäftsleitung für das Geschäftsjahr als zufriedenstellend beurteilt.

III. Chancen- und Risikobericht

Durch die Einbindung in das Risikomanagement des Ahlstrom-Konzerns ist eine Vielzahl von Kontrollmechanismen in den Tochtergesellschaften etabliert. Dies umfasst die Erfassung, Überwachung und Steuerung der internen Prozesse und Geschäftsrisiken, verschiedene Management- und Kontrollsysteme sowie einen konzernweit harmonisierten Planungsprozess.

An unserem Standort in Bärenstein fanden im Jahr 2022 die alljährlichen Wiederholungsaudits der DIN EN ISO 9001, DIN EN ISO 14001 sowie DIN EN ISO 13485 für Medizintechnische Produkte statt, welche mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen wurden. Diese Zertifikate beziehen sich auf das Qualitäts- und Umweltschutzmanagementsystem sowie das im Jahr 2021 implementierte Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 5001.

Eine unverändert hohe Bedeutung für die Ertragslage kommt nach wie vor dem Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten sowie der weiteren Entwicklung der Produktionseffizienz und damit der spezifischen variablen Produktionskosten zu. Dafür wird kontinuierlich an den Verbesserungen und der Umsetzung, z. B. der Verringerung von Umrüstzeiten an Maschinen durch weniger Sortenwechsel, Verminderung von Stillstandzeiten aufgrund erforderlicher Wartungsarbeiten oder auch die Optimierung anderer interner Planungsprozesse, gearbeitet.

Wesentliche Risiken auf der Beschaffungsseite stellen hauptsächlich die Lage auf den Energiemärkten und die damit verbundenen Preissteigerungen für den Bezug von Elektroenergie und Erdgas dar. Leider können diese Auswirkungen nicht komplett durch die staatlichen Fördermaßnahmen, wie die Einführung des Entlastungsbetrages für Strom und Erdgas, abgedeckt werden. Nach wie vor sind ebenfalls die Preisentwicklung des Hauptrohmaterials Faserstoff, die Preisentwicklung der Füllstoffe und Chemikalien von wesentlicher Bedeutung. Nicht abschätzbar sind weiterhin die Auswirkungen und Folgen aufgrund des anhaltenden Ukraine-Krieges in Bezug auf Energiepreise und damit verbundene Preissteigerungen auf der Lieferantenseite oder auch auftretende Lieferengpässe bei Rohstoffen. Seitens der Ahlstrom Germany GmbH wird versucht, durch intensive Einbindung in die Einkaufsorganisation des Ahlstrom-Konzerns allen bestehenden Risiken zu begegnen und soweit möglich einzugrenzen.

Für eine weitere positive Entwicklung der Ahlstrom Germany GmbH ist der Bereich Forschung und Entwicklung von wesentlicher Bedeutung, da die Produkte aufgrund sich verändernder Kundenanforderungen einer stetigen Weiterentwicklung unterliegen. An einer fortlaufenden und effizienten Umsetzung der technischen Verarbeitungsprozesse wird stetig gearbeitet.

Dem Team bietet sich die Möglichkeit, sein Know-How gezielt in Neuentwicklungen einzubringen und dementsprechend umzusetzen. Ebenso profitieren wir von der Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Entwicklung, insbesondere bei der Entwicklung neuer Produkte, innerhalb des Ahlstrom-Konzerns.

Zusammenfassend sehen wir unsere Zukunft optimistisch, da wir auch im Jahr 2023 positive Effekte erwarten. Weiterhin wird kontinuierlich an der Optimierung der Papierherstellung innerhalb des Konzerns gearbeitet. Dadurch bietet sich für unseren Standort die Möglichkeit, auf Grund freier Kapazitäten an der Papiermaschine eine Erweiterung und Erhöhung der eigenen produzierten Papiermengen und somit eine bessere Auslastung der Papiermaschine zu forcieren. Im Jahr 2023 liegt unser Fokus ebenso auf der Erneuerung und Automatisierung einiger Maschinen innerhalb der Papierverarbeitung, hier insbesondere im Stanz- und Verpackungsprozess, wodurch eine höhere Produktivität in diesen Bereichen zu erwarten ist. Wir können positiv in die Zukunft blicken, da der Geschäftsbereich der Filterproduktion profitabel arbeitet und keine Belastung für unsere Ertrags- und Finanzlage darstellt. Unser ganzes Augenmerk liegt auf dem Geschäftsbereich der Filterproduktion mit all seinen Chancen und Möglichkeiten.

Die Entwicklung neuer Produkte, der weitere Ausbau bereits vorhandener Kundenstrukturen und die Erweiterung des Kundenpotentials, vor allem in den Exportmärkten, ist auch im Jahr 2023 ein wichtiger Indikator unserer Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig zielt man darauf ab, die Kunden optimal zu versorgen, optimierte Lieferwege und kurze Lieferzeiten liegen dabei ebenso im Fokus wie auch die Anforderungen der Kunden an unsere Produkte.

Die Entwicklung der Hauptabsatzmärkte ist von ausschlaggebender Bedeutung, wie auch die weitere Entwicklung auf den Rohstoff- und Energiemärkten. Hohes Augenmerk liegt zudem auf der Auslastung der Produktionskapazitäten. Die weitere Planung beinhaltet ein Umsatzwachstum, das über den Ausbau der Weltmärkte realisiert werden soll. Wie bereits in Jahren 2021 und 2022 stellt auch das Jahr 2023 die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Die nach wie vor nicht abzusehenden Auswirkungen des Ukraine-Krieges erschweren künftige Prognosen.

Sorgenvoll betrachten wir aktuell weiterhin die Entwicklung des Energiemarktes und die damit verbundenen eventuellen Folgen für unsere Papierproduktion. Wir schätzen ein, dass mit weiteren immensen Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten zu rechnen ist, auch wenn sich der Markt momentan etwas beruhigt hat, sind deren Folgen noch nicht abzuschätzen.

IV. Prognosebericht

Der bisherige Verlauf des Geschäftsjahres 2023 ist durchaus positiv einzuschätzen, unsere Erwartungen wurden mit der letzten Prognose für das Jahr entsprechend angepasst.

Die voraussichtliche zukünftige Entwicklung der bedeutsamsten Leistungsindikatoren für das folgende Geschäftsjahr ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.

2023
Umsatzerlöse [Mio. EUR] 16,5 - 17,1
Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) [Mio. EUR] 3,5 - 4,6

Der Standort Bärenstein trägt einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung im Jahr 2023 mit seinem Geschäftsbereich der Filterproduktion bei.

Im Jahr 2023 planen wir Investitionen in Höhe von 557 TEUR, dabei wird das im Jahr 2022 begonnene Projekt zum Ausbau bzw. der Verbesserung der IT-Infrastruktur weitergeführt. Hierfür stehen ca. 100 TEUR in 2023 zur Verfügung. Gleichzeitig liegt unser Augenmerk erneut bei der Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen, speziell für den Bereich der Stanz- bzw. Verpackungsautomatisierung wurden hierfür 400 TEUR für das Jahr 2023 eingeplant. Kleinere Investitionen im Bereich der Arbeitssicherheit werden ebenfalls getätigt.

Für das Jahr 2023 wurden unsere bisherigen Umsatzerwartungen im Filterpapierbereich bereits übertroffen. Die Planzahlen in Höhe von 12,6 Mio. EUR sehen für das gesamte Jahr 2023 eine moderate Umsatzsteigerung von ca. 1,3 % vor, verglichen mit den erzielten Umsätzen in 2022. Nach den ersten Monaten schätzen wir ein, dass dieses Umsatzziel im Jahr 2023 höher ausfallen wird. Die Prognosen für das Jahr 2023 wurden angepasst, so dass wir zum Jahresende einen Umsatz zwischen 13,3 Mio. EUR und 13,7 Mio. EUR erwarten. Allerdings kommt hierbei der weiteren Entwicklung auf den Energie- und Rohstoffmärkten eine entscheidende Rolle zu; eventuelle Auswirkungen sind noch nicht abzuschätzen.

Das Betriebsergebnis für den produzierenden Bereich in Bärenstein soll verglichen zum Vorjahr gesteigert werden. Dies steht in engem Zusammenhang mit den erwarteten Umsatzzuwächsen. Die Herausforderung, Projekte zu Kostensenkungen zu implementieren, besteht weiterhin, jedoch lässt sich der Trend des Rohstoff- und Energiemarktes nur sehr schwer einschätzen. Der Einsatz von Altpapier anstatt Faserstoffen soll auch im Jahr 2023 zur Kostensenkung beitragen.

Für die Ahlstrom Germany GmbH rechnen wir im Jahr 2023 mit einem Jahresüberschuss zwischen 2,8 Mio. EUR und 3,4 Mio. EUR.

 

Bärenstein, den 11. September 2023

Ahlstrom Germany GmbH

Laia Guarro Bartroli

Bilanz

Aktiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Anlagevermögen 1.114.993,45 885.301,17
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 20.253,00 23.225,00
II. Sachanlagen 1.093.693,74 861.062,26
III. Finanzanlagen 1.046,71 1.013,91
B. Umlaufvermögen 10.194.474,91 7.095.730,45
I. Vorräte 2.999.656,38 2.402.795,49
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 7.151.910,13 4.677.185,29
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 42.908,40 15.749,67
Bilanzsumme, Summe Aktiva 11.309.468,36 7.981.031,62

Passiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Eigenkapital 7.033.229,37 4.393.086,96
I. gezeichnetes Kapital 2.600.000,00 2.600.000,00
II. Kapitalrücklage 1.793.086,96 59.975.891,01
III. Verlustvortrag 0,00 -60.667.582,24
IV. Jahresüberschuss 2.640.142,41 2.484.778,19
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen 5.864,00 6.660,00
C. Rückstellungen 3.117.558,17 2.784.868,11
D. Verbindlichkeiten 1.152.816,82 796.416,55
Bilanzsumme, Summe Passiva 11.309.468,36 7.981.031,62

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1. Rohergebnis 10.424.085,63 8.952.303,59
2. Personalaufwand 4.462.594,89 4.259.108,22
a) Löhne und Gehälter 3.657.261,85 3.530.962,52
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 805.333,04 728.145,70
davon für Altersversorgung 278.625,38 210.512,00
3. Abschreibungen 109.314,30 110.043,72
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 109.314,30 110.043,72
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 2.916.998,19 2.878.187,39
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 48.657,36 7.514,15
5. Erträge aus Beteiligungen 7.117,72 0,00
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 155,00 5.482,00
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 36.753,89 33.592,80
davon aus Abzinsung 28.088,00 28.538,00
8. Steuern vom Einkommen und Ertrag 247.763,34 -821.099,96
9. Ergebnis nach Steuern 2.657.933,74 2.497.953,42
10. sonstige Steuern 17.791,33 13.175,23
Jahresüberschuss 2.640.142,41 2.484.778,19

Anhang

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Ahlstrom Germany GmbH (bis 20. März 2023: Ahlstrom-Munksjö Germany GmbH) hat ihren Sitz in Bärenstein und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Chemnitz unter der Nummer HRB 30817.

Der Jahresabschluss der Ahlstrom Germany GmbH wird gemäß § 264 Abs. 1 i. V. m. § 267 Abs. 2 HGB nach den Vorschriften des HGB für mittelgroße Kapitalgesellschaften und den weiteren rechtsformspezifischen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Größenabhängige Erleichterungen des § 288 HGB werden teilweise in Anspruch genommen.

Die Bilanz entspricht grundsätzlich den Gliederungsvorschriften des § 266 HGB. In Erweiterung des gesetzlichen Gliederungsschemas wurde auf der Passivseite der Bilanz die Position "Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen" hinzugefügt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Die Ausübung von Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweiswahlrechten erfolgte grundsätzlich unverändert zum Vorjahresabschluss. Dem Prinzip der Bewertungsstetigkeit wurde Rechnung getragen.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Die Nutzungsdauer beträgt zwischen 3 und 15 Jahren.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Die Abschreibungen erfolgen linear entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer, bei Zugang während des Geschäftsjahres zeitanteilig. Die Nutzungsdauer beträgt zwischen 5 und 20 Jahren.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden zur Berücksichtigung voraussichtlich dauernder Wertminderungen vorgenommen. Geringwertige Anlagegüter mit Einzelanschaffungskosten zwischen 250,00 EUR bis 800,00 EUR werden in Anwendung des Wahlrechts gemäß § 6 Abs. 2 EStG sofort abgeschrieben.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. bei dauerhafter Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h., soweit die voraussichtlichen Verkaufspreise abzüglich der bis zum Verkauf anfallenden Kosten zu einem niedrigeren beizulegenden Wert führen, wurden entsprechende Abwertungen vorgenommen.

Die Ermittlung der Anschaffungskosten bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren erfolgt anhand des Durchschnittswertverfahrens. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB.

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert oder zu ihrem niedrigeren beizulegenden Wert (Einzelwertberichtigungen) bewertet. Zum Ausgleich des allgemeinen Ausfallrisikos werden Forderungen nach dem Verhältnis der tatsächlichen Ausfälle der Vergangenheit zum Forderungsbestand am Stichtag pauschal wertberichtigt.

Der Kassenbestand sowie die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert angesetzt.

Das gezeichnetes Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen wird entsprechend der Buchwertentwicklung der betreffenden Anlagegüter aufgelöst.

Die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck (Köln 2018) nach der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung künftiger Entwicklungen sowie der Anwendung des pauschalen durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Jahre der Deutschen Bundesbank für Restlaufzeiten von 15 Jahren (Vereinfachungsregel) bewertet. Die Berechnung erfolgte auf Basis eines Zinsfußes von 1,78 % (Vorjahr 1,87 %) sowie zukünftig erwarteter Rentensteigerungen von bis zu 2,20 % (Vorjahr 2,00 %), einer erwarteten Fluktuationsrate von bis zu 2,50 % (Vorjahr 2,50 %) und eines Gehaltstrends von bis zu 2,50 % (Vorjahr 2,50 %). Für die Ermittlung des Unterschiedsbetrags zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Jahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Jahren wurde die Verpflichtungshöhe zusätzlich mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz im 7-Jahresdurchschnitt von 1,44 % (Vorjahr 1,35 %) berechnet. Der Unterschiedsbetrag hieraus beträgt 107.775,00 EUR (Vorjahr 142.931,00 EUR). Der Unterschiedsbetrag ist nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrt.

Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen und wurden mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Verbindlichkeiten sind gemäß § 253 HGB mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, Bankguthaben und -verbindlichkeiten mit Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr sowie Kassenbestände in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassakurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Latente Steuern werden nach dem "Temporary-Konzept" als Differenz zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen für alle Bilanzposten separat berechnet. Es werden nur diejenigen Differenzen berücksichtigt, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder abbauen. Von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde kein Gebrauch gemacht.

III. Erläuterungen der Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt.

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2022
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 53.055,03 0,00 0,00 53.055,03
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 53.055,03 0,00 0,00 53.055,03
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.125.347,75 4.121,20 0,00 2.129.468,95
Technische Anlagen und Maschinen 2.477.948,19 7.585,84 10.345,00 2.495.879,03
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 612.325,24 4.865,98 0,00 617.191,22
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 10.345,00 322.400,76 -10.345,00 322.400,76
Summe Sachanlagen 5.225.966,18 338.973,78 0,00 5.564.939,96
Finanzanlagen
Wertpapiere des Anlagevermögens 1.013,91 32,80 0,00 1.046,71
Summe Finanzanlagen 1.013,91 32,80 0,00 1.046,71
Summe Anlagevermögen 5.280.035,12 339.006,58 0,00 5.619.041,70
kumulierte Abschreibungen 01.01.2022
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr
EUR
kumulierte Abschreibungen 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 29.830,03 2.972,00 32.802,03
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 29.830,03 2.972,00 32.802,03
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.644.915,49 37.091,38 1.682.006,87
Technische Anlagen und Maschinen 2.243.401,19 37.959,94 2.281.361,13
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 476.587,24 31.290,98 507.878,22
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 4.364.903,92 106.342,30 4.471.246,22
Finanzanlagen
Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 4.394.733,95 109.314,30 4.504.048,25
Buchwert 31.12.2022
EUR
Buchwert 31.12.2021
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 20.253,00 23.225,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 20.253,00 23.225,00
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 447.462,08 480.432,26
Technische Anlagen und Maschinen 214.517,90 234.547,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 109.313,00 135.738,00
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 322.400,76 10.345,00
Summe Sachanlagen 1.093.693,74 861.062,26
Finanzanlagen
Wertpapiere des Anlagevermögens 1.046,71 1.013,91
Summe Finanzanlagen 1.046,71 1.013,91
Summe Anlagevermögen 1.114.993,45 885.301,17

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen nicht.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt 6.516 TEUR (Vorjahr: 4.317 TEUR) stellen in Höhe von 31 TEUR (Vorjahr: 107 TEUR) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen dar. Bei den restlichen Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich in Höhe von 6.485 TEUR (Vorjahr: 4.210 TEUR) um Forderungen aus der Cashpool-Tätigkeit mit dem Gesellschafter. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem Gesellschafter bestehen in Höhe von 2 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr sämtlich eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von insgesamt 272 TEUR (Vorjahr: 227 TEUR) betreffen Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten, davon 0 TEUR (Vorjahr: 157 TEUR) gegenüber der Gesellschafterin. Für die Verbindlichkeiten bestehen im üblichen Umfang branchenübliche bzw. kraft Gesetzes entstehende Sicherheiten.

IV. Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von 1 TEUR (Vorjahr: periodenfremde Steuererträge in Höhe von 921 TEUR).

V. Sonstige Angaben

a) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 bestehen, neben einem Bestellobligo in Höhe von 1.248 TEUR (Vorjahr: 968 TEUR), diverse Leasingverhältnisse in den Bereichen Fuhrpark und Betriebs- und Geschäftsausstattung. Daraus ergeben sich am Bilanzstichtag folgende Verpflichtungen:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Miet- und Leasingsverpflichtungen
Fälligkeit < 1 Jahr 174 103
Fälligkeit > 1 Jahr 344 99
Gesamtbetrag 518 202
Art der Geschäfte: Operate Leasing
Zweck: Befristete Nutzung von Vermögensgegenständen, die nicht im Eigentum der Gesellschaft stehen.
Risiken: Gewöhnliche Geschäftsrisiken
Vorteile: Verbesserung der betrieblichen Liquidität und Vermeidung eines Investitionsrisikos

b) Angabe der beschäftigten Arbeitnehmer

Im Jahresdurchschnitt waren 60 (Vorjahr 57) Mitarbeiter beschäftigt, die sich wie folgt aufteilen:

2022 2021
Lohnempfänger 40 36
Gehaltsempfänger 20 21
60 57

c) Konzernzugehörigkeit

Die Ahlstrom Germany GmbH wird in den Konzernabschluss der Ahlstrom Oyj, Helsinki/Finnland, (bis 16. Januar 2023: Ahlstrom-Munksjö Oyi) einbezogen, die als Mutterunternehmen den Konzernabschluss sowohl für den größten als auch für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss ist auf der Website des obersten Mutterunternehmens veröffentlicht.

d) Geschäftsführung

Laia Guarro Bartroli, Chemikerin, Vice President Advanced Liquid Technology, Torino/Italien

Die Schutzklausel gem. § 286 Abs. 4 HGB bezüglich der Geschäftsführervergütung wurde in Anspruch genommen.

 

Bärenstein, den 11. September 2023

Ahlstrom Germany GmbH

Laia Guarro Bartroli

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung und Ergebnisverwendung:

Die Gesellschafterversammlung vom 13.12.2023 hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 festgestellt und beschlossen, den Jahresüberschuss 2022 in Höhe von 2.640.142,41 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Der vorstehende zur Offenlegung bestimmte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde in Anwendung des § 327 HGB verkürzt. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht hat die KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, den folgenden Bestätigunsgvermerk erteilt:

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Ahlstrom Germany GmbH (bis 20. März 2023: Ahlstrom-Munksjö Germany GmbH), Bärenstein

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Ahlstrom Germany GmbH (bis 20. März 2023: Ahlstrom-Munksjö Germany GmbH''), Bärenstein, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Ahlstrom Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 12. Dezember 2023

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Göttgens, Wirtschaftsprüfer

Moritz, Wirtschaftsprüfer

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