Behla Spedition GmbH
Heinrich-Otto-Straße 66, 73262 Reichenbach an der Fils, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Marco Sven Mahn seit 2.1.2023 | Prokura |
Olaf Meerkötter seit 16.1.2019 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Nagel-Group SE & Co. KGVersmoldKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20221. Grundlagen des Konzerns a) Geschäftsmodell b) Personal und Umwelt c) Forschung und Entwicklung 2. Wirtschaftsbericht 2.1. Interne Leistungsindikatoren 2.2. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen a) Entwicklung der Gesamtwirtschaft b) Entwicklung der Branche 2.3. Geschäftsverlauf a) Ertrags- und Finanzlage b) Vermögenslage c) Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 3. Chancen- und Risikenbericht a) Gesamtwirtschaftliche und Branchenrisiken b) Betriebsrisiken c) Personalrisiken d) Finanzwirtschaftliche Risiken e) IT-Risiken f) Regulatorische Risiken g) Sonstige Risiken h) Gesamtaussage zur Risikosituation der Nagel-Group i) Chancen 4. Prognosebericht 1. Grundlagen des Konzernsa) Geschäftsmodell Die in Versmold beheimatete Nagel-Group ist ein europaweit agierendes Familienunternehmen, das trotz seiner Größe nah an den regionalen Lebensmittelmärkten agiert. An der Spitze der Nagel-Group steht seit Anfang 2018 nach einer Umfirmierung die Nagel-Group SE & Co. KG. Als Konzernmutter konzentriert sie sich sowohl auf die organisatorische Führung der rechtlich eigenständigen Konzern-Gesellschaften als auch auf strategische und andere klassische Entscheidungs- und Regelungsbereiche eines Corporate Headquarters (z.B. Strategie, Finanzierung, Beschaffung, Compliance usw.). Die Gruppe erreicht mit ihrem Netzwerk aus über 130 Standorten 30 europäische Länder. Die umsatzstärkste operative Einheit innerhalb der Gruppe ist die Nagel-Group Logistics SE mit Ihren zugeordneten Gesellschaften, die das Geschäft der temperaturgeführten Lebensmittellogistik in Deutschland verantwortet. Damit sieht sich die Nagel-Group in der Lage, die relevanten Kernmärkte Europas mit einer gesamteuropäischen Lösung in den Geschäftsfeldern Spedition und Kontraktlogistik einschließlich diverser Zusatzdienstleistungen (Value Added Services) über alle Temperaturzonen der Lebensmittelwirtschaft hinweg zu bedienen.
Durch individuelle Logistikkonzepte für Industrie und Handel sowie ein feinmaschiges Netzwerk an Niederlassungen, bietet die Nagel-Group eine hohe Bandbreite an kundenorientierten Lösungen an. Sie unterscheidet ihre Aktivitäten in die Geschäftsbereiche LTL-Network, FTL-Power und Kontraktlogistik. Die Leistungen werden in fünf, für die Lebensmittelindustrie anforderungsspezifischen, Temperaturbereichen erbracht. Neben den klassischen Zielmärkten wie Industrie und Handel hat die Nagel-Group auch zukunftsrelevante Märkte im Blick. Dazu gehören der Onlinehandel von Lebensmitteln (e-Food), Bio-, vegetarische und vegane "Free From"-Produkte sowie Global Foods, also Lebensmittel die nach/von Europa im- oder exportiert werden. Das LTL-Network (Stückgut und Teilladungen) steht für einen wirtschaftlichen und schnellen Lieferweg - unabhängig davon, ob die Sendungen aus einem einzelnen Karton oder mehreren Paletten bestehen. Die Unternehmensgruppe bringt Ware grundsätzlich unabhängig von saisonalen Schwankungen mit Hilfe von modernen Doppel-Stock- und Mehrkammer-Fahrzeugen an das gewünschte Ziel. Im Segment FTL (Komplettladungen) sorgt die Nagel-Group für Zuverlässigkeit und Stabilität in der Durchführung ihrer Transporte. Gute Markt- und Produktkenntnisse, Flexibilität durch große Transportkapazitäten sowie eine transparente und gut funktionierende Vernetzung der Kompetenzzentren garantieren eine europaweit gleichbleibend hohe Servicequalität. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Roh-, Flüssig- oder Fertigware von Vor- oder Endprodukten handelt. Der Bereich Kontraktlogistik (Warehousing und Value Added Services) umfasst sämtliche, auf Lebensmittel und auf Prozesse von Produzenten, Handel und Gastronomie abgestimmte Lagerlogistikkonzepte. Hier bietet die Nagel-Group von der Kommissionierung über die Konfektionierung, das Verwiegen, Etikettieren, den Displaybau bis hin zum Schockfrosten eine Reihe von Lösungen entlang der Wertschöpfungskette ihrer Kunden an. Fachkundiges Personal und eine zunehmende Automatisierung sorgen für die geforderte Leistungs- und Prozessqualität. Informationstechnologien sowie weitere Konzerndienstleistungen ergänzen die Logistikangebote der Nagel-Group und ermöglichen so eine effiziente Steuerung von Warenflüssen, eine geordnete Transportplanung sowie eine Echtzeit-Verfolgung der Trailer samt geladener Ware mittels moderner Track- and Trace-Instrumente. Neben der Abwicklung des operativen Tagesgeschäfts, ist die mittel- und langfristige Unternehmensentwicklung für die Nagel-Group ein zentraler Eckpfeiler des täglichen Handelns. Dabei ist Strategiearbeit für die Nagel-Group nichts Neues, sondern vielmehr ein ständiger Begleiter seit der Unternehmensgründung im Jahr 1935. Sie wird innerhalb der Nagel-Group als klare Wegbeschreibung verstanden, die helfen soll, auch zukünftig - in einer sich laufend verändernden Umwelt - erfolgreich zu handeln. Die Strategie 2025 besteht aus einem Zusammenspiel von klar formulierten quantitativen und qualitativen Zielbeschreibungen. Die Konzernstrategie bildet hierbei das Dach der Strategiearbeit, formuliert das Gesamtzielbild und bildet die Grundlage für umsetzungsfähige / praxisrelevante Konkretisierungen. Das Zielbild sieht vor, dass die Nagel-Group als innovativer Lebensmittellogistik-Experte agiert, der dauerhaft mittels Automatisierung, Digitalisierung und Industrialisierung in puncto Qualität und Kundenservice Branchenmaßstäbe setzt. Unter Berücksichtigung der übergeordneten Konzernstrategie werden bedarfsorientiert unterstützende Funktionalstrategien sowohl für Länder als auch für zentrale Kernfunktionen wie IT, Sales oder Human Resources entwickelt und kontinuierlich angepasst. Diese dienen zum einen der Konkretisierung des gruppenweiten Zielbildes und zum anderen der klaren inhaltlichen Ausrichtung für die kommenden Jahre. Dieses Zusammenspiel aus übergeordneter Gruppen- und konkretisierender Funktionalstrategie bringt die Nagel-Group ihrem Zielbild jeden Tag ein Stück näher. Um sicherzugehen, dass die strategischen Ziele die sich ändernden Umfeldbedingungen zeitnah berücksichtigen, werden diese im jährlichen Planungsprozess (Budget und Mittelfristplanung) berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund wird die Umfeldbeobachtung eng mit dem Nagel-eigenen Innovationsmanagement verknüpft. Das Vorgehen soll gewährleisten, dass neue, geschäftsrelevante Informationen zum Markt der Lebensmittelwirtschaft und der Logistik sowie zu technologischen Entwicklungen rechtzeitig bekannt und angemessen verarbeitet werden. b) Personal und Umwelt Die Entwicklungen des vergangenen Jahres waren dominiert durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und deren Folgen und Einflüsse auf Geschäft, Mitarbeitenden und Umfeld. Die Zusammenarbeit im Unternehmen hat sich weiterentwickelt und die meisten Arbeitsweisen wie das mobile Arbeiten / Home Office im kaufmännischen Bereich sind nun ein fester Bestandteil. Allerdings zeigte diese Arbeitsweise auch Grenzen auf, so dass neben den weiterhin digitalen Informationsprozessen auch Modernisierungen vor Ort für die Mitarbeitenden angedacht sind, deren Umsetzung in die Wege geleitet wurde. In vielen Bereichen wird nun ein guter Ausgleich zwischen Präsenzarbeit und virtueller Kommunikation angestrebt. Zusätzlich wird die Vereinfachung der virtuellen Kommunikation in weiteren Bereichen und Niederlassungen durch Umstrukturierungen und Kauf von modernen digitalen Endgeräten evaluiert, um die Work-Life-Balance und die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeitenden weiter zu verbessern. Die immer engere Verbindung der verschiedenen Ebenen und Organisationen der Nagel-Group wird auch durch die Arbeit der HR Business Partner in den Regionen und Ländern unterstützt. Diese stellen zugleich eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern sicher. HR in der Nagel-Group hat es sich zur Aufgabe gemacht, die beschriebenen Veränderungen im Sinne des "EMPOWER"-Leitbilds zu begleiten. Das Nachwuchsentwicklungsprogramm GROW, welches junge Talente mit Rollen im Management verbindet, hat im Berichtsjahr erste Talente aus dem Entwicklungskreis auf ihrem neuen Karriereweg begleitet. Das erfolgreiche Abschließen der ersten Talente zeigte uns den Erfolg dieses Programms, so dass es im Berichtsjahr weiter ausgebaut wurde. Zugleich sind neue High Potentials nachgerückt. Im Kontext von Kompetenzentwicklung stehen auch die Development Center, die den zahlreichen Teilnehmern im gehobenen Management zur Standortbestimmung und als Basis für die persönliche und fachliche Entwicklung dienen. Diese werden weiter ausgebaut und für weitere Führungsebenen durchgeführt. Im Berichtsjahr konnte zudem das digitale Learning-Management-System (LMS) in Deutschland ausgerollt werden. Sowohl kaufmännische als auch gewerbliche Mitarbeitende haben damit Zugriff auf über einhundert digital aufbereitete Lerninhalte. Nun werden digitale Lernräume in den Niederlassungen eingerichtet um eine gute Lernatmosphäre zu schaffen. Fachschulungen, aber auch Möglichkeiten zum Ausbau persönlicher Kompetenzen oder von Führungskompetenzen stehen so den interessierten Mitarbeitenden jederzeit zur Verfügung. Zudem können definierte Zielgruppen schnell und nachvollziehbar mit neuen Inhalten und Themen vertraut gemacht werden. Im Bereich Recruiting sind die augenfälligsten medialen Entwicklungen zu erkennen. Interessenten können sich mit Hilfe von QR-Codes und einfachen Zugängen über eine Vielzahl von Kommunikationswegen und weit verbreiteten Kommunikations-Apps in Sekunden informieren und bewerben. Die gebotene Einfachheit und Geschwindigkeit in Kommunikation und Entscheidung sind ein wichtiger Wettbewerbsvorteil; sie helfen dem Unternehmen, aber auch den Bewerbern. Des Weiteren kommen vermehrt Assessment-Center vor allem bei Führungskräften als personaldiagnostisches Tool zum Einsatz, um dort die Führungsqualität schon bereits bei der Personalauswahl gewährleisten zu können und zusätzlich auch bei den Kandidaten die Arbeitszufriedenheit in der jeweiligen Stelle zu gewährleisten. Zusätzlich wird zukünftig durch die Verbesserung unserer Gesprächsleitfäden und die Einführung eines klar definierten Anforderungsprofils eine Kompetenzbeurteilung der einzelnen Bewerbenden durchgeführt. All diese positiven Entwicklungen geschehen auf Basis einer weiter vorangetriebenen Verbesserung der HR-Daten-Infrastruktur unter Berücksichtigung aller datenschutzrechtlichen Belange. Die dynamische Entwicklung der IT-Landschaft im Unternehmen findet auch im HR-Bereich statt und entlastet so Führungskräfte und Mitarbeitende, indem wesentliche Informationen schnell und klar zur Verfügung gestellt werden. Es wurde ein Organisationsmanagement-System aufgebaut, in dem Organigramme auf einfache Weise aufgerufen und aktualisiert werden können um die Mitarbeitenden untereinander einfacher zu vernetzten. Zusätzlich wurden erste Wege der Arbeitserleichterung der administrativen Tätigkeiten von Mitarbeitenden im HR Bereich angegangen. Hierdurch wird die Qualität hochgehalten und die Mitarbeitenden können sich wertschöpfenderen Themen widmen. Für das Handeln und den Erfolg eines Unternehmens ist nachhaltiges Wirtschaften im Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie wichtig. Das Zentrum für nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) hat den Standard "Nachhaltiger Wirtschaften" entwickelt, der Unternehmen dabei unterstützt, die verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit zu ordnen und die anfallenden Themen zu bündeln, sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene. Der ZNU-Standard "Nachhaltiger Wirtschaften" ist ein Managementsystem, das eine Klammer um die Nachhaltigkeitsaktivitäten der Nagel-Group bildet, die Maßnahmen den drei Säulen Soziales, Wirtschaft und Umwelt einer klaren Struktur zuordnet und sie nach innen wie nach außen veranschaulicht. Die Nagel-Group ist seit dem Jahr 2017 nach dem ZNU-Standard "Nachhaltiger Wirtschafen" zertifiziert, aktuell an insgesamt sieben Standorten. Die Nagel-Group unterstreicht damit abermals ihr langjähriges Engagement bei den Themen "Umwelt und CSR (Corporate Social Responsibility)". Der Fokus des ZNU-Standards liegt auf den folgenden Themenfeldern:
Es erfolgt eine jährliche Prüfung, welche Standorte in die ZNU-Zertifizierung neu miteinbezogen werden. Aktuell befinden sich die Standorte Achim-Uphusen, Reichenbach und Schweitenkirchen in Vorbereitung der Einführung des ZNU-Standards und werden voraussichtlich im I. Quartal 2023 das Zertifizierungsaudit durchlaufen. Die Nagel-Group ist seit mehreren Jahren im Partnernetzwerk des ZNU engagiert und arbeitet aktiv an der Weiterentwicklung und Internationalisierung des mittlerweile branchenübergreifend anwendbaren Nachhaltigkeitsstandards mit. Die stetig wachsenden Kundenanforderungen verlangen eine kritische, frühzeitige und proaktive Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex "Nachhaltigkeit". Dies bestätigt sich durch die stetig wachsende Anzahl von Kundennachfragen im Kontext. Zur Bündelung von Anfragen zur Nachhaltigkeit lässt die Nagel-Group ein CSR Rating über EcoVadis erstellen. In 2022 lag die Bewertung in allen vier Bewertungssegmenten (Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung) jeweils über dem Branchendurchschnitt. Die langfristige Zielsetzung ist die weitere Verbesserung des Ratings. Durch die Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie der Nagel-Group und die Entwicklung eines eigenen strategischen Zielkreises auf Basis der für die Nagel-Group sechs relevanten Sustainable Development Goals (SDG's), erfolgt ein weiterer bedeutender Schritt zum Allgemeinverständnis von Nachhaltigkeit als täglich gelebte Praxis und Selbstverständlichkeit. Nachhaltigkeit verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Nur wenn Wechselbeziehungen und Wechselwirkungen aller drei Nachhaltigkeitsdimensionen umfassend ermittelt, dargestellt und beachtet werden, lassen sich langfristig tragfähige Lösungen für bestehende Probleme und Zielkonflikte finden. Nachhaltigkeit ist somit immer auch eine unternehmerische Querschnittsaufgabe, weil sie alle Bereiche und Abteilungen betrifft und miteinander in Beziehung setzen muss. Daher wurde das interdisziplinäre Nachhaltigkeitskomitee durch das Board of Directors eingesetzt, denn Nachhaltigkeit ist als gemeinsame Verantwortung aller Führungskräfte und Mitarbeitenden zu verstehen. Führungskräfte sind Vorbild für die Mitarbeitenden und müssen Nachhaltigkeit aktiv einfordern. Die Besetzung des Nachhaltigkeitskomitees spiegelt genau dies wieder. Die Mitglieder setzen die strategische Ausrichtung in Sachen Nachhaltigkeit um und stellen durch die Umsetzung der Nachhaltigkeitsaktivitäten sowie deren Kontrolle die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in den eigenen Bereichen sicher. Die Nagel-Group ist mit der euroShell Deutschland GmbH & Co. KG eine Dekarbonisierungspartnerschaft eingegangen mit der Zielsetzung, die Dekarbonisierung der LKW-Straßentransporte voranzutreiben. Die Partner analysieren hierzu den Logistikbetrieb der Nagel-Group hinsichtlich möglicher Dekarbonisierungsszenarien - z.B. Einsatz alternativer Antriebstechnologien, um daraus eine detaillierte spezifische Dekarbonisierungs-Roadmap zu entwickeln. Von der bevorstehenden Ausweitung der europäischen Nachhaltigkeitsregulierung - Corporate Sustainability Reporting Directive - wird auch die Nagel-Group ab dem Jahr 2025 unmittelbar betroffen sein. In Vorbereitung hierauf wurden bereits erste Schritte in Hinblick auf die Erhebung und Verfügbarkeit der zukünftig voraussichtlich benötigten ESG-Daten (Umwelt-, Sozial- und Governance-Informationen) eingeleitet. Basis bildete hierfür der international anerkannte GRI-Standard. Die im Jahr 2022 nahezu vollständig abgeschlossene Implementierung eines IT-Tools zur Berechnung der transportbedingten CO 2-Emissionen wird hier einen wertvollen Beitrag leisten. Die Nagel-Group beteiligt sich am Fachaustausch des Projekts "Pathways to Paris", um damit zu einer Konkretisierung der Umsetzung der Transformation im Sektor Straßengüterverkehr (Logistik) hin zu einer treibhausgasemissionsarmen Wirtschaft beizutragen. Kernziel des Projekts ist es, das gemeinsame Verständnis einer Transformation in Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens zwischen Real- und Finanzwirtschaft zu stärken. Das Projekt "Pathways to Paris" wird durchgeführt von WWF Deutschland und der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Das Projekt "Pathways to Paris" ist bis Ende 2022 angelegt. Darüber hinaus wurden im Rahmen von sogenannten Sofortmaßnahmen in diesem Jahr folgende Projekte initiiert:
c) Forschung und Entwicklung Die Nagel-Group entwickelt Software für kundenspezifische Warehouseprojekte und zur Optimierung der eigenen Logistikprozesse. Weitere Ausführungen zu den im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 aktivierten, im Kundenauftrag oder auch für Eigenzwecke selbst entwickelten Softwarelösungen können, wie auch in den Vorjahren, dem Konzernanhang entnommen werden. 2. Wirtschaftsbericht2.1. Interne Leistungsindikatoren Die relevanten Kennzahlen, die zur Unternehmenssteuerung herangezogen werden, sind die Umsatzerlöse, der Rohertrag (Bruttowertschöpfung) sowie das EBITDA (Earnings before interest, taxes, depreciation and amortization). Umsatzerlöse In den Umsatzerlösen sind sämtliche operativen Erlöse der Gesellschaft enthalten. Wesentlicher Bestandteil der Umsatzerlöse sind die Fracht- und Lagererlöse. Diese Steuerungsgröße reflektiert das bewältigte und abgerechnete Geschäftsvolumen. Rohertrag Der Rohertrag ist die Differenz zwischen den oben definierten Umsatzerlösen und den Materialaufwendungen. Letzterer beinhaltet Aufwendungen für Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe, für bezogene Waren und für bezogene Leistungen (z.B. Transportleistungen). Der Rohertrag lässt zum einen Rückschlüsse auf die Profitabilität der operativen Tätigkeit des Unternehmens zu und begrenzt zum anderen die Höhe der Betriebskosten, der Ausgaben sowie der Investitionen, um Verluste zu vermeiden. EBITDA Das EBITDA bezeichnet das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Ertragsteuern. Rechnerisch ergibt sich diese Kennzahl als Summe aus dem Konzernjahresüberschuss, den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, den Zinsaufwendungen und den Abschreibungen auf immaterielle und materielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens abzüglich Zinserträge und zinsähnlicher Erträge. Das EBITDA ist eine Messgröße für den operativen Erfolg, der nicht durch Steuern, das Finanzergebnis und durch Abschreibungen verzerrt wird. 2.2. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen a) Entwicklung der Gesamtwirtschaft Das Wirtschaftsjahr 2022 war - insbesondere in Europa - geprägt durch erhebliche Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. Internationale Handelskonflikte und umweltpolitische Themen wurden zunächst in den Hintergrund gerückt. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Rückgang der Wirtschaftsleistung: Die Weltproduktion ist im Jahr 2022 lediglich um 3,2 % (Vorjahr: 5,7%), das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der EU um 3,5 % (Vorjahr: 5,2 %) und in Deutschland um 1,8 % (Vorjahr: 2,6 %) gestiegen. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) prognostiziert für das Jahr 2023 einen Anstieg der Weltproduktion um 2,5 %, einen Anstieg des BIP in der EU um 1,1 % und in Deutschland um 0,5 % (jeweils preisbereinigt). Durch die schwer zu prognostizierende weitere Entwicklung des Ukraine-Krieges sind Prognosen allerdings weiterhin sehr unterschiedlich und volatil. Die Arbeitslosenquote lag in Deutschland im Jahr 2022 bei 5,3 %, die Zahl der Erwerbstätigen bei 45,6 Mio. Personen. Für die Jahre 2023 und 2024 wird weiter von einer relativ konstanten Arbeitslosenquote im Vergleich zu 2022 ausgegangen: 5,4 % in 2023 und 5,2 % in 2024. Die Festsetzung des Mindestlohnes auf 12 Euro in 2022, die anhaltende Inflation sowie der Fachkräftemangel in nahezu allen Branchen werden voraussichtlich zu einem weiteren Anstieg des Lohnniveaus führen. Im Jahr 2022 stieg die Inflationsrate in Deutschland auf 6,9 %, im Euroraum auf 8,3 % und weltweit auf 9,4 %. Die prognostizierte Inflationsrate gemessen an den Verbraucherpreisen veranschlagt das IfW für das Jahr 2023 in Deutschland mit 5,4 %, für den Euroraum mit 5,5 % und weltweit mit 7,6 %. Der BRENT-Rohölpreis notiert bei rund 73 US$ (Stand 03.05.2023) für ein Barrel und ist damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken (99 US$ am 16.03.2022). Die Strompreise haben sich im vergangenen Jahr stetig erhöht. Die Prognosen für das Jahr 2023 sehen die Energiepreise weiterhin auf einem hohen Niveau - insbesondere vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine. b) Entwicklung der Branche Die Lebensmittelindustrie beschäftigt in Deutschland 577.000 Menschen und zählt mit ca. 5.580 Unternehmen zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen Deutschlands. Insgesamt werden Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren im Gegenwert von rund Mrd. € 186 (Stand 2021) hergestellt. Der Exportanteil der Waren lag 2021 bei 25 %. Umgekehrt stellt Deutschland aber auch den größten Absatzmarkt in Europa dar. Charakteristisch für den Markt ist ein hoher Anteil kleiner und mittelständischer Hersteller. Die Nagel-Group bewegt sich als nahezu reiner Lebensmittellogistiker in dem Subsegment temperaturgeführter Lebensmittel als Teilsegment der Konsumgüterdistribution und -kontraktlogistik und deckt alle Temperaturzonen in der Lebensmittelwirtschaft ab (Komplettanbieter). Der "Gipfel der Logistikweisen" vom 23.09.2022 prognostiziert für 2022 ein Wachstum der Logistikleistungen in Deutschland von real 0,6 % bei einem nominalen Wachstum von 8,5 %. Der kurze Prognosehorizont ist der aktuell volatilen Situation der Wirtschaft geschuldet (vor allem generelle Kostensteigerungen und Krieg in der Ukraine). Im kommenden Frühjahr wird eine Prognose für 2023 erwartet. Die Experten sehen vor allem den erwarteten Nachfragerückgang bei Industrie und Handel, den Fachkräftemangel sowie die Kostensteigerungen als größte Herausforderungen der Unternehmen in der näheren Zukunft an. Als Handlungsempfehlungen und Gegenmaßnahmen werden den Unternehmen u.a. eine stärkere Kundenbindung, eine beschäftigtenorientierte Personalstrategie sowie produktivitätssteigernde Investitionen mit auf den Weg gegeben. Den politischen Entscheidungsträgern wird empfohlen, Entscheidungen und Maßnahmen schneller, nachvollziehbarer und logistikorientiert zu treffen. Beispielhaft zu nennen sind die Beschleunigung von Infrastrukturprojekten, die Rückverlagerung der Entscheidungen von Genehmigungen von Gerichten auf Parlamente, die Gewährleistung der Energiesicherheit in der Logistik (insb. durch Förderungen von KMU) sowie die Stärkung der Logistik-Kompetenz im Wirtschaftsministerium. Die innerstädtischen Wirtschaftsverkehre sowie die Sensibilität in Umweltfragen nehmen weiterhin kontinuierlich zu. Städte und Kommunen arbeiten an neuen Lösungen für die urbanen Wirtschaftsverkehre, bei denen alle Wirtschaftsbeteiligte einzubeziehen sind. Ziel ist neben der Vermeidung von Verkehren, die notwendigen Verkehre auf weniger Fläche mit emissionsarmen Antrieben umweltverträglicher abzuwickeln. Auch bei der Entwicklung nachhaltiger Logistikkonzepte ist daher eine gemeinsame Strategie von Politik und Wirtschaft unverzichtbar. 2.3. Geschäftsverlauf a) Ertrags- und Finanzlage
Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2022 konnten im Vergleich zum Vorjahr um 9,0 % auf 2.198,4 Mio. € gesteigert werden, während sich der Materialaufwand - u.a. bedingt durch stark ansteigende Energie- und Rohstoffpreise - um 13,3 % erhöhte. Einerseits steigt der absolute Rohertrag dadurch im Vergleich zu 2021 um 3,9 %, der überproportionale Anstieg der Kosten reduziert allerdings die Rohertragsmarge um 2,2% - Punkte. Die Reduzierung des Konzernergebnisses um 80,9 Mio. € auf 54,0 Mio. € begründet sich durch die Sondereffekte in 2021, insb. die Erträge aus der Veräußerung von Auslandsgesellschaften. Das EBITDA (gem. GuV) liegt mit 124,7 Mio. € damit ebenfalls unter dem Vorjahrniveau (192,6 Mio. €). Die Umsatzerlöse der Nagel-Group verteilen sich mit 79,4 % auf das Inland und mit 20,6 % auf das europäische Ausland. Um dem Mangel an gewerblichen und kaufmännischen Arbeitskräften in der Zukunft effektiv entgegenzuwirken, wird die eigene Ausbildung von Fachkräften weiter forciert. Die durchschnittliche Ausbildungsquote der Nagel-Group belief sich in 2022 auf rd. 4,3 %. Die Abschreibungen verzeichnen einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu 2021 (10,8 %). Durch die Erstkonsolidierungen diverser Gesellschaften zum 31.12.2021 sind die Abschreibungen auf das neu hinzugewonnene Anlagevermögen erst in der GuV des Jahres 2022 berücksichtigt worden. Hinzuzufügen ist die zusätzliche Abschreibung des Geschäfts- und Firmenwerts der B+S Gesellschaften (Akquisition Ende 2021). Das neutrale Ergebnis - im Vorjahr geprägt durch die Mehrerlöse aus dem Verkauf der Auslandsgesellschaften in Großbritannien und Frankreich - sinkt deutlich auf 5,4 Mio. € (Vorjahr 69,0 Mio. €). Das Konzernergebnis 2022 zeigt sich trotz des stark gestiegenen Materialaufwands (inkl. volatiler Energiepreise) sehr robust. Im Konzernlagebericht 2021 wurde für das Geschäftsjahr 2022 ein leichter Anstieg der Umsatzerlöse, eine stabilen Rohertragsmarge sowie ein voraussichtliches EBITDA von mind. 122,7 Mio. € prognostiziert. Diese Ziele wurden für die Umsatzerlöse und das EBITDA erreicht, der reduzierten Rohertragsmarge geht u.a. ein starker Anstieg der Energiepreise voraus. Die relevanten Ergebniskennzahlen stellen sich wie folgt dar:
Das Eigenkapital im Verhältnis zum EBT verzinste sich im Geschäftsjahr 2022 mit 20,3 % (Vorjahr: 42,3 %). Die Finanz- und Liquiditätslage wird anhand der folgenden verkürzten Kapitalflussrechnung dargestellt:
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt 44,1 Mio. €. Insbesondere das geringere Jahresergebnis im Vergleich zu 2021 (-80,9 Mio. €) u.a. auch bedingt durch höhere laufende Steuerzahlungen, resultierend aus der Umstellung auf die Kapitalgesellschaftsstruktur, sowie die im Vergleich zum Vorjahr stichtagsbedingte Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Passiva (-68,8 Mio. €) mindern den Cashflow im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt reduziert sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Vergleich zu 2021 um 30,0 Mio. €. Wesentlicher Bestandteil des Cashflows aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 98,7 Mio. € sind vor allem die Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen i.H.v. 81,1 Mio. €, die diverse Bauprojekte der Nagel-Group sowie Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung betreffen. In Summe sinkt der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 115,5 Mio. €, im Wesentlichen begründet durch die hohen Sondereffekte im Vorjahr aus dem Verkauf der Auslandsgesellschaften und die gestiegene Investitionstätigkeit. Der negative Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 52,2 Mio. € ergibt sich überwiegend aus Tilgungen von Finanzkrediten (54,2 Mio. €; darunter auch eine Teilrückzahlung des Schuldscheindarlehens in Höhe von 45 Mio. €), Entnahmen der Gesellschafter (15,9 Mio. €) sowie aus der Zahlung von Zinsen (5,4 Mio. €). Dagegen stehen Mittelzuflüsse in Höhe von 21,8 Mio. € aus der Aufnahme von Finanzkrediten, die hauptsächlich für die Immobilienfinanzierung eingesetzt werden. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit steigt im Vorjahresvergleich um 91,0 Mio. €. Im Ergebnis reduziert sich der Finanzmittelfond zum Bilanzstichtag 2022 auf 7,6 Mio. € und liegt damit um 107,1 Mio. € unter dem Vorjahr. Die verfügbare Liquidität des Konzerns inkl. freier Kreditlinien liegt per 31.12.2022 bei 201,5 Mio. €, hinzu kommen freie ABS-Fazilitäten i.H.v. 45,7 Mio. €. b) Vermögenslage Zum besseren Einblick in die Vermögenslage ist die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten aufbereitet worden.
Die Bilanzsumme beträgt am Stichtag 957,0 Mio. € (Vorjahr: 940,9 Mio. €). Sie setzt sich zusammen aus Anlagevermögen in Höhe von 531,2 Mio. € und Umlaufvermögen inklusive Rechnungsabgrenzungsposten von 425,8 Mio. €. Der Buchwert der immateriellen Vermögensgegenstände sinkt im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021, vor allem durch planmäßige lineare Abschreibungen auf die Geschäfts- oder Firmenwerte. Der Bestand an Sachanlagen liegt vor allem aufgrund laufender Bauprojekte über dem Wert des Vorjahres, die Anlagen im Bau steigen von 1,2 Mio. € auf 38,5 Mio. €. Ein gegenläufiger Effekt ergibt sich aus planmäßigen linearen Abschreibungen. Insgesamt ergibt sich ein Anstieg des Sachanlagevermögens von 338,1 Mio. € auf 380,3 Mio. €. Das kurzfristig gebundene Vermögen hat sich im Geschäftsjahr 2022 um 26,3 Mio. € reduziert. Während sich einerseits die Liquidität, bedingt durch Investitionen in 2022, im Vergleich zum Vorjahr um 59,6 Mio. € verringert, steigen andererseits die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund der gestiegenen Geschäftstätigkeit um 17,6 Mio. € sowie die sonstigen Forderungen um 25,7 Mio. €. Das Konzerneigenkapital hat sich von 351,1 Mio. € auf 388,5 Mio. € erhöht. Das positive Konzernergebnis erhöht die Rücklagen um 54,4 Mio. €. Die Privatkonten der Kommanditisten verringern sich, unter anderem durch Entnahmen, um 14,7 Mio. €, die Fremdwährungsentwicklungen haben einen negativen Einfluss auf den Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung i.H.v. 0,7 Mio. €. Die nicht beherrschenden Anteile verringern sich durch die Jahresfehlbeträge der entsprechenden Gesellschaften um 1,6 Mio. €. Die bilanzielle Eigenkapitalquote steigt infolgedessen von 37,3 % auf nunmehr 40,6 %. Die unter dem Eigenkapital ausgewiesenen Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung haben sich in 2022 von 15,9 Mio. € auf 14,9 Mio. € verringert. Die Unterschiedsbeträge, denen stille Reserven des Anlagevermögens zugrunde liegen, werden linear über deren voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die lang- und mittelfristigen Verbindlichkeiten sind im Geschäftsjahr 2022 leicht um 8,0 Mio. € gestiegen. Hier wirken im Wesentlichen zwei gegensätzliche Effekte: Bedingt durch die planmäßige Auflösung passiver latenter Steuern bei gleichzeitiger Erhöhung von aktiven latenten Steuern verringern sich saldiert die passiven latenten Steuern um 8,2 Mio. €. Gegenläufig erhöhen sich die mittel- und langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch die Neuaufnahme von Darlehen (13,5 Mio. €). Das kurzfristige Fremdkapital reduziert sich im Vergleich zum Vorjahr um 29,3 Mio. €, hauptsächlich bedingt durch einen leichten Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (9,4 Mio. €) und der sonstigen Rückstellungen (8,2 Mio. €). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringern sich lediglich um 3,2 Mio. €, da der Teilrückzahlung des Schuldscheindarlehens i.H.v. 45 Mio. € die Nutzung der Kreditlinien bei einigen Gesellschaften gegenübersteht. Die Betriebsmittelfinanzierung der Nagel-Group umfasst in 2022 neben dem verbleibenden Schuldscheindarlehen und dem Konsortialkredit auch den Einsatz von Finanzierungsinstrumenten im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ABS). Darüber hinaus existieren außerbilanzielle Leasingverhältnisse, die mittlerweile nicht mehr allein nur der Finanzierung diverser Logistik-Immobilien dienen, sondern auch verstärkt im Bereich von Mobilien und Maschinen eingesetzt werden. Dies betrifft z.B. den Fuhrpark und andere Vermögensgegenstände der gewöhnlichen Betriebs- und Geschäftsausstattung. Der Gesamtwert der Leasingverpflichtungen erhöht sich zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr (72,8 Mio. €) um 33,7 Mio. € auf 106,5 Mio. €. Zu weiteren Ausführungen hinsichtlich der Leasingverhältnisse wird auf die Angaben im Anhang verwiesen. Der Nettoverschuldungsgrad beträgt (gemäß der EBITDA-Definition im Konsortialkreditvertrag) 1,1 und liegt damit über dem Vorjahreswert von 0,6. Ursächlich hier ist die Reduzierung der Liquidität von 118,6 Mio. € auf 59,0 Mio. €. Das Verhältnis der Nettofinanzverschuldung zum Gesamtkapital erhöht sich aus demselben Grund auf 15,3 % (Vorjahr: 8,0 %). Die Nagel-Group verfügt trotz dieser (eingeplanten) Steigerungen aufgrund der Refinanzierung 2021 weiterhin über eine hohe finanzielle Stabilität und ausreichend Handlungsspielraum. c) Gesamtaussage zur Vermögens -, Finanz- und Ertragslage Die Nagel-Group steht zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichtes 2022 als erfolgreiches und solide finanziertes Familienunternehmen da. Die Ergebnisentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr bestätigt den positiven Trend aus den Vorjahren und führt ihn weiter fort, insbesondere das operative Ergebnis im Kernland Deutschland betreffend. Der eingeschlagene Weg hin zu einer nachhaltig verbesserten Rendite bzw. der bereits in den letzten Jahren eingeschlagene Transformationsprozess wird daher konsequent fortgesetzt. 3. Chancen- und RisikenberichtDie Nagel-Group nutzt im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit sich bietende Chancen, hat aber auch Risiken unterschiedlicher Art zu tragen. Das Management von Chancen und Risiken ist eine zentrale Aufgabe der Geschäftsleitung mit dem Ziel, Risiken frühzeitig zu erkennen, sie aktiv zu steuern und ein ausgewogenes Chancen- / Risikoprofil zu erreichen. In jährlichen Planungsrunden werden alle Geschäftsbereiche vor dem Hintergrund der strategischen Ausrichtung des Gesamtunternehmens hinsichtlich ihrer Chancen und Risiken analysiert und bewertet. Soweit es wirtschaftlich sinnvoll ist, werden Geschäftsrisiken angemessen versichert. Nachfolgend sind die relevanten Risiken nach ihrer Bedeutung absteigend aufgeführt. a) Gesamtwirtschaftliche und Branchenrisiken Die Nagel-Group ist ausschließlich im europäischen Raum aktiv. Daher hat die wirtschaftliche Entwicklung der Europäischen Union für die Unternehmensgruppe besondere Bedeutung. Konkret beschäftigt die Geschäftsleitung die weiterhin wachsenden Staatsverschuldungen, die politischen Unwägbarkeiten im EU-Verbund sowie die zunehmende Konzentration der Mitgliedsländer auf nationale Interessen. Risiken resultieren grundsätzlich auch aus der Volatilität der Finanzmärkte, der angespannten Situation auf den (internationalen) Arbeitsmärkten, einem Anstieg der geschäftsrelevanten Energie- und Rohstoffpreise als auch aus einer mittelfristig wiedereinsetzenden Verknappung von Laderaumkapazitäten. Darüber hinaus gilt es politische Tendenzen und Entwicklungen aufmerksam zu beobachten. Die Belastungen, z.B. in den Innenstädten, durch den wachsenden Wirtschaftsverkehr geraten in der politischen Diskussion zunehmend in die Kritik. In der Gesellschaft werden Umweltfragen zunehmend sensibler betrachtet. Auf diese Fragen gilt es passende Antworten zu finden, die auch auf logistische Abläufe Einfluss nehmen werden. Risiken ergeben sich auch aus Veränderungen im Einkaufs- und Konsumverhalten der Verbraucher, die sich wiederum auf die Verhaltensweisen von Produzenten und Händlern auswirken werden. Generell lässt sich ein Trend weg vom Fernverkehr hin zum Nahverkehr erkennen. Die Wertschöpfungsketten in der Lebensmittelwirtschaft, Produktion, Handel und Logistik betreffend, werden aus heutiger Sicht in den nächsten Jahren eher wieder regionale Züge annehmen als sich international auszudehnen. Es kann nicht verlässlich prognostiziert werden, in welcher Form sich die gesamtwirtschaftlichen Faktoren auf die Nachfrage nach Investitions- und Konsumgütern und somit letztlich auf die Logistikbranche auswirken werden. Umsatzrückgang, ein erschwerter Zugang zum Finanz- und Kapitalmarkt, Engpässe in der Rekrutierung von Mitarbeitenden für bestimmte Arbeitsbereiche in der Logistik, signifikante Tarifsteigerungen, die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und zahlreiche andere Faktoren können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Nagel-Group generell beeinträchtigen. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die damit verbundene Binnennachfrage nach Verbrauchsgütern in den europäischen Ländern sind für die Entwicklung des Konzerns von unmittelbarer Bedeutung. Die Verteuerung von Speditionsleistungen durch steigende Mautgebühren, eine erhöhte Steuerbelastung und mittelfristig wieder steigende Subunternehmerkosten, können sich nachteilig auf die Nachfrage nach Logistikdienstleistungen auswirken. Mehrkosten wie auch zusätzlicher, ergebnisbelastender Investitionsbedarf können aber auch durch restriktive arbeitszeitrechtliche Regelungen, erhöhte Umweltauflagen und sich weiter verschärfende internationale Sicherheitsvorschriften verursacht werden. b) Betriebsrisiken Das internationale Netzwerk der Nagel-Group setzt eine intelligente Steuerung sowie ausreichende und zudem strukturell passende Mengen voraus. Dabei spielen mögliche Konzentrationstendenzen auf der Produzenten- und Handelsseite genauso eine Rolle wie die Veränderungen in der Nutzung / Auslastung von Produktionsstätten, die sich direkt oder mittelbar auf Güterströme, Netzwerk und Transportweisen auswirken. Die Nagel-Group, insbesondere im Heimatmarkt Deutschland, verfügt in der temperaturgeführten Lebensmittellogistik unverändert über eine starke Marktposition bis hin zur Marktführerschaft. Die unterjährige Entwicklung der Gesellschaften inner- und außerhalb des Konsolidierungskreises der Nagel-Group werden im Rahmen monatlicher Ergebnisbesprechungen unter Einbeziehung der Gesellschafter, des Verwaltungsrats, der Geschäftsleitung und anderer verantwortlicher Führungskräfte laufend überwacht. Die regelmäßige Analyse von Plan- / Ist-Abweichungen ermöglicht die zeitnahe Entwicklung und ggf. Einleitung notwendiger Gegenmaßnahmen. Unternehmerische Risiken werden kontrolliert eingegangen. So unterliegen Investitionsentscheidungen ab einer bestimmten Größenordnung bewusst einem mehrstufigen, strukturierten Überprüfungs- und Entscheidungsprozess. Sonstige Risiken aus den Bereichen Fuhrpark, Lagerwirtschaft, Haftpflicht und mehr werden durch eine eigene Versicherungsabteilung identifiziert, bewertet und dann mit ausreichend Versicherungsschutz unterlegt. c) Personalrisiken Zu den mit dem Personalbereich verbundenen Risiken verweisen wir auf unsere Ausführungen im Abschnitt 1b) dieses Konzernlageberichtes. d) Finanzwirtschaftliche Risiken Das Kreditvolumen der Nagel-Group beinhaltet nahezu vollständig fest verzinste Darlehen, die damit keinem Zinsänderungsrisiko unterliegen. Neben den festverzinslichen Darlehen besteht die wesentliche Konzernfinanzierung aus einem 200 Mio. € RCF-Konsortialkredit sowie einem ABS Programm, welche grundsätzlich einem Zinsänderungsrisiko unterliegen. Eine mögliche Erhöhung des Konsortialkreditvertrags um bis zu 50 Mio. € ist vertraglich bereits angelegt. Das einem Zinsänderungsrisiko unterliegende ABS-Programm ist in Höhe eines bestimmten, fest definierten Mindestvolumens mit Hilfe derivativer Finanzinstrumente abgesichert. Daneben bestehen Risiken auch darin, dass während der Kreditvertragslaufzeit (RCF) gegen Vertragsinhalte wie z.B. "Financial Covenants" verstoßen werden könnte, die nachteilige Konsequenzen für die Kreditnehmer zur Folge haben können. Um diese Folgen zu vermeiden, wird die Einhaltung der relevanten Finanzkennzahlen konsequent und laufend überwacht. Wir gehen davon aus, dass wir diese Kriterien im Geschäftsjahr 2023 vertragskonform erfüllen werden. Die bestehende Kreditlinie wurde teilweise für Kontokorrentinanspruchnahmen genutzt. Sonstige Ausnutzungen finden im Rahmen klassischer Bankavale statt. Für die Anmietung diverser Standorte der Nagel-Group werden als Mietsicherheiten zumeist klassische Bankbürgschaften verwendet. Es besteht die feste Absicht, die Nettofinanzverschuldung der Nagel-Group weiterhin auf Investment-Grade-Niveau zu halten. Die bilanzielle Verschuldung liegt bereits seit mehreren Jahren auf historisch niedrigem Niveau. Im Rahmen der freigegebenen Investitionsbudgets der nächsten Jahre, insbesondere für Großprojekte im Immobilienbereich, erwarten wir auch wieder einen Anstieg der bilanziellen Verschuldung innerhalb des Investment-Grade-Bereichs. Dies lässt sich bereits im Geschäftsjahr 2022 erkennen. Andere Verbesserungen im finanzwirtschaftlichen Umfeld haben in der Vergangenheit ebenfalls dazu beigetragen, dass die Nagel-Group die von der Deutschen Bundesbank zugesprochene Notenbankfähigkeit weiterhin innehat. Das fest verzinsliche Schuldscheindarlehen weist Einzeltranchen mit Restlaufzeiten von zwei bis fünf Jahren auf. Im Jahr 2022 kam es im Rahmen von Immobilienprojekten zum Abschluss von langfristigen Investitionsdarlehen mit einem Volumen von etwa 47 Mio. €. Mit Fertigstellung der Projekte in 2022 sowie 2023 wird voraussichtlich eine Vollausnutzung gegeben sein. Damit ist die Finanzierung der Nagel-Group kurz- bis mittelfristig gesichert. Insbesondere ist die Finanzierung auf die zukünftige Unternehmensstrategie ausgerichtet. Gründe für eine vorzeitige Kündigung der Verträge durch die finanzierenden Banken bestehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht und werden aller Voraussicht nach auch nicht eintreten. Im Rahmen einer stringenten Überwachung werden auslaufende Kreditlinien bereits frühzeitig prolongiert. Im Mittelpunkt der finanzwirtschaftlichen Steuerung der Nagel-Group steht das Liquiditätsmanagement. Neben dem nationalen und internationalen Cash Pooling und einem kurz- bis mittelfristigen Liquiditätsmanagement trägt ein funktionierendes, mit klaren Regeln versehenes Forderungsmanagement dazu bei, jederzeit über ausreichend Liquidität verfügen zu können. Ausfallrisiken im Forderungsbereich mindern sich zum einen durch eine stringente interne Bonitätsprüfung der Geschäftspartner, die regelmäßige, bilanz- und risikoentlastende Veräußerung der Forderungen im Rahmen von ABS-Transaktionen und zum anderen durch den Abschluss von Warenkreditversicherungen. Zudem werden Neugeschäfte sowie Prolongationen bereits in der Anbahnung einem dezidierten Prüfmechanismus im Rahmen des Risikomanagements unterzogen. Hinzu kommt das interne Bankenlimitsystem in der Nagel-Group. Dieses legt im Rahmen des internen Kontrollsystems ein enges Regelwerk fest, nach welchem Liquidität bei den Hausbanken disponiert werden darf, um dem Ausfallrisiko der jeweiligen Bank Rechnung zu tragen. Das Limitsystem basiert auf täglichen Markteinschätzungen und löst bei entsprechender Entwicklung sofortige, fest definierte Maßnahmen aus. e) IT-Risiken Alle wesentlichen Prozesse der Wertschöpfungskette der Nagel-Group werden maßgeblich durch Informationstechnologie unterstützt oder ermöglicht. Die Aufrechterhaltung der Verfügbarkeit der informationstechnischen Prozesse ist unabdingbar. Beeinträchtigungen könnten die Leistungsfähigkeit der Nagel-Group mindern und im Extremfall deren Geschäftsprozesse zum Erliegen bringen. Dabei wirken verschiedene Bedrohungen auf die benötigten Systeme und Prozesse. Hardwareausfälle und Umwelteinflüsse stellen nur einige der Gefahren dar. Insbesondere durch finanziell motivierte Cyber-Angriffe befindet sich die allgemeine Bedrohungslage auf einem anhaltend hohen Niveau. Die Logistikbranche zählt dabei zu den beliebtesten Zielen für Cyber-Angriffe. Aufgrund ihrer großen Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung ist die Nagel-Group als Betreiber Kritischer Infrastrukturen gemäß §2 Abs. 10 BSIG i.V. mit der BSI-Kritisverordnung beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik registriert und unterliegt dabei hohen Umsetzungsanforderungen hinsichtlich der Informationssicherheit. Die Nagel-Group nimmt die genannten Bedrohungen sehr ernst und adressiert diese angemessen. Durch die Erfüllung der zusätzlichen regulatorischen Anforderungen wird sie Ihrer Verantwortung gegenüber ihren Stakeholdern gerecht. Zur Umsetzung und Steuerung dieser Anforderungen wird ein Information Security Management System (ISMS) nach dem internationalen Standard ISO/IEC 27001 betrieben. Zum Nachweis unserer Maßnahmen wurde das ISMS zertifiziert und wird auch weiterhin regelmäßig durch externe Audits eines unabhängigen Dritten überwacht. Im Rahmen des ISMS und dessen Prüfung werden regelmäßig:
Weiterhin werden die Aspekte der Informationssicherheit im IT-Demand-Prozess verankert. So wird sichergestellt, dass bei Projekten und Beschaffungen Informationssicherheit von Beginn an berücksichtigt wird. Durch Prüfprozesse wie dem Project Security Check und dem Software Security Check, werden dabei mögliche Risiken hinsichtlich Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit geprüft. Zusätzlich werden, um mögliche IT-Risiken zu identifizieren, sowohl interne als auch externe Audits, in Form von technischen Penetrationstests durchgeführt. Weitere Anwendungen und Prozesse, wie bspw. ein Data Breach Monitor stellen sicher, dass ein versuchter Datendiebstahl oder -missbrauch erkannt wird. Sollte ein IT-Sicherheitsvorfall eintreten, wird dieser mithilfe von standardisierten Prozessen anhand der IT-Richtlinie für Information Security Incidents, bewertet, angemessen reagiert und dokumentiert. Die Nagel-Group verfügt über ein Team von internen Cyber-Sicherheitsexperten, welche im Notfall durch einen externen Incident-Response-Service unterstützt werden. Außerdem verfügt die Nagel-Group über eine Cyber-Versicherung. Zur weiteren Identifikation von IT-Risiken wurde ein IT-Risikomanagement etabliert. Mithilfe des zentralen IT-Risk Management Boards hat die Nagel-Group stets einen Überblick über die IT-Risiken, bewertet und behandelt diese mit den jeweiligen Fachbereichen angemessen über den dokumentierten Risikomanagement-Prozess. Die identifizierten IT-Risiken werden quartalsweise über den IT-Risk Report an das Top Management berichtet. Mithilfe des Cyber Security Maturity Radar, hat die Nagel-Group stets einen Überblick über die technischen und organisatorischen Entwicklungen im Bereich Cyber Security. Auf dieser Basis wurden die Information Security Projekte für das nächste Jahr bestimmt und priorisiert. Anhand dieser Kombination von organisatorischen und technischen Maßnahmen, in Verbindung mit der ständigen, proaktiven Überwachung durch unsere IT begegnen wir angemessen den auf uns einwirkenden Bedrohungen. Vorhandene Risiken behandeln wir so, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Beeinträchtigung unserer informationstechnischen Prozesse als gering eingestuft werden kann. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keine schwerwiegenden Beeinträchtigungen aufgetreten. f) Regulatorische Risiken In Bezug auf die Lebensmittelsicherheit können nur die strikte Einhaltung und Kontrolle der geschlossenen Kühlkette, gekoppelt mit höchster Hygiene und unterstützt durch modernstes Equipment in allen Bereichen unser Leistungsversprechen garantieren. Die Dienstleistungen im TK-Netzwerk der Nagel-Group sind im Vergleich zu anderen Temperaturzonen mit noch höheren Anforderungen an die Dokumentation der Transport- und Lagertemperaturen sowie HACCP-basierten Eigenkontrollen (= Hazard Analysis and Critical Control Points) verbunden. Das strikte Einhalten gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften in allen Funktionsbereichen wird im Rahmen eines konsequenten Qualitätsmanagement- und Auditierungssystems permanent hinterfragt und sichergestellt. Des Weiteren wird die Umsetzung der Anforderungen an die Legalität und die Lebensmittelsicherheit durch externe Audits im Rahmen der DIN EN ISO 9001:2015 und durch GFSI Lebensmittelsicherheitsstandards (IFS Logistik, BRC Storage & Distribution, HACCP) überprüft. Rechtlich erforderliche Registrierungen bzw. Zulassungen (z.B. EG-Kühlhauszulassung) werden abhängig von den Tätigkeiten und Produkten, die an den Nagel-Group-Standorten "behandelt" werden, beantragt bzw. aufrechterhalten. Risiken können für die Nagel-Group auch aus länderspezifischen Regelungen entstehen, deren Beachtung eventuell hohe und unerwartete Kosten nach sich ziehen kann. Klima- bzw. umweltpolitische Regularien gewinnen zunehmend an Bedeutung. Für die Nagel-Group ergeben sich sowohl aus der jüngst angepassten deutschen Klimagesetzgebung und dem nationalen Brennstoffemissionshandelsgesetz neu zu bewertende Anforderungen. Gleiches gilt für den auf europäischer Ebene beschlossenen "Green Deal", also dem transformativen Wandel der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Industrie. Die damit verbundene zweistufige Zielsetzung beinhaltet eine Reduktion der Emissionen bis 2030 um mindestens 55% gegenüber 1990 und bis 2050 soll Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent werden. g) Sonstige Risiken Erwarteten Veränderungen in den Lebens-, Einkaufs- und Konsumgewohnheiten der Verbraucher als auch Veränderungen auf Produzenten- und Handelsseite mit ihren jeweiligen Auswirkungen auf Logistiklösungen soll frühzeitig begegnet werden. Dazu tragen sowohl die Umsetzung der Unternehmensstrategie 2025 als auch das im Geschäftsjahr 2019 gestartete und strukturierte Innovationsmanagement bei. Die Extremwetterereignisse in Deutschland aus dem Sommer 2021 zeigen sehr deutlich, dass der Klimawandel negativen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Infrastruktur besitzt und somit auch auf die Beständigkeit von Lieferketten. Derartige Ereignisse gefährden sowohl die öffentlichen Verkehrswege als auch die Logistikimmobilien durch ihre Folgen in Form von Überflutung, Beschädigung bis hin zum Verlust der ursprünglichen Verwendung. Auch die mit dem Klimawandel in Verbindung gebrachten Hitze- und Trockenperioden der Jahre 2018 bis 2020 stellen für die Nagel-Group als Anbieter temperatursensibler Logistikdienstleistungen eine besondere Herausforderung dar, da die Aufrechterhaltung der Kühlkette bei steigenden Außentemperaturen zunehmend erschwert wird und höhere Kosten für die erforderlichen Kühlprozesse entstehen können. h) Gesamtaussage zur Risikosituation der Nagel-Group Im abgelaufenen Geschäftsjahr und auch mit Blick in die absehbare Zukunft waren und sind keine Risiken erkennbar, die einzeln oder kumuliert einen wesentlichen Einfluss auf den Fortbestand der Nagel-Group hatten oder haben könnten. i) Chancen Die Nagel-Group setzt auf die weitere Professionalisierung ihres logistischen Netzwerkes und ihre innovativen Dienstleistungen in der gesamten Logistikkette. Stetige Verbesserungen in der Produktionsform, eine intelligente Steuerung der Güterverkehre, die Fortsetzung der internen Industrialisierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen / operativen Abläufen sowie kostensenkende Maßnahmen im Energiebereich werden einhergehend mit Anpassungen im Vertriebsmodell (hin zum Supply-Chain-Lösungsanbieter) dazu beitragen, die Unternehmensgruppe in Zukunft profitabel wirtschaften und wachsen zu lassen. Dazu beitragen soll auch eine veränderte Vertriebsstrategie, die das verursachungsgerechte "Pricing" stärker betont, ohne die Bestandskunden- und Neukundenentwicklung zu vernachlässigen. Qualifiziertes Wachstum heißt die Devise, von der Strategie des eher mengenorientierten Wachstums hat sich die Nagel-Group verabschiedet. Die Nagel-Group achtet sehr darauf, dass erfahrene und leistungsfähige Mitarbeiter gehalten und neue qualifizierte Mitarbeiter gewonnen werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben, die Rendite zu erhöhen, und um sich gezielt auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Die Liquiditätssituation, erst recht nach Verkauf eines Immobilienportfolios, bestehend aus deutschen und dänischen Standorten, die über unterschiedlich lange Laufzeiten zurückgemietet werden, versetzt die Nagel-Group in die Lage, gezielte, Effizienz und Produktivität steigernde Investitionen vorzunehmen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Verbesserung und Optimierung von Geschäftsabläufen im gewerblichen und kaufmännischen Bereich sowie der im Einsatz befindlichen Systeme. Ergebnispotential sieht die Unternehmensgruppe auch in der Fortsetzung des gesellschaftsrechtlichen und administrativen Komplexitätsabbaus, der hilft, nachhaltig Kosten einzusparen. Die Europäisierung des Lebensmittel(-logistik-)marktes und andere Trends, wie z.B. bei den Konsum- und Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher, steigern den Bedarf nach hochprofessionellen Logistiknetzwerken. Die Nagel-Group wird die sich daraus ergebenden Chancen insbesondere aufgrund ihres flächendeckenden europäischen Netzwerkes nutzen können. 4. PrognoseberichtDie Geschäftsführung sieht die Nagel-Group unter Berücksichtigung der zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernlageberichtes vorliegenden Erkenntnisse gut gerüstet für das Jahr 2023, trotz der Unsicherheiten an den Energiemärkten und der von den IfW-Experten erwarteten schwierigen wirtschaftlichen Lage in Deutschland mit einem nur minimal steigenden Bruttoinlandsprodukt von ca. 0,5 % und hohen Inflationsraten von bis zu 5,4 % auf das Gesamtjahr bezogen. Die Nagel-Group unterstellt einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse, hauptsächlich getragen durch Preiserhöhungen >5 %, um der Kostenentwicklung entgegenzusteuern. Durch weitere Digitalisierungsprojekte wird eine leicht verbesserte Rohertragsmarge unterstellt sowie ein geplantes EBITDA von mindestens 127,9 Mio. €. Für das folgende Jahr ist eine weitere Bereinigung der Konzernstrukturen durch Verschmelzungen geplant. Darüber hinaus sind weder weitere Exit-Szenarien noch mögliche Akquisitionen berücksichtigt. Vorrangiges Ziel in 2023 ist es, die Ertragssituation auf dem in 2022 erreichten Niveau zu halten und die Basis für eine weiterhin positive Ergebnisentwicklung zu legen. Der Schwerpunkt der vertrieblichen Aktivitäten liegt auf Preiserhöhungen, um Energiekostenanstieg, inflationsgetriebene Fixkostenanstiege und den Mindestlohn zu kompensieren sowie Bestandskunden zu sichern. Die weitere Optimierung von Geschäftsprozessen, hier vor allem Produktivitätsgewinne durch IT gestützte Prozessoptimierungen im Bereich Transport und Umschlag sowie Projekte im Bereich Energiekostenreduzierung stehen im nächsten Jahr an. Durch Auslastungserhöhung, Bereinigung des Kundenportfolios und Prozessoptimierungen sollen auch die Standortergebnisse im Bereich Logistik entsprechend verbessert werden. Auch im nächsten Jahr werden erhebliche Mittel in die Modernisierung der Standorte fließen sowie in den Ausbau zusätzlicher Warehousekapazitäten. Die Erweiterungsprojekte in München, Hamburg und Nürnberg werden fortgesetzt und zum Teil im nächsten Jahr finalisiert. Darüber hinaus wurden in den ausländischen Gesellschaften weitere Immobilienprojekte gestartet, wie z.B. in Österreich (Radfeld) und in Dänemark (Vejle, Ringsted). Im Fokus für 2023 stehen weitere Projekte zur Optimierung und Digitalisierung von administrativen Prozessen an. Das Budget 2023 der Nagel-Group richtet sich an der Mittelfristplanung 2022-2025 aus, liegt aufgrund der volatilen Entwicklungen leicht unter den Erwartungen aus dem letzten Jahr. Das Budget unterstellt ein organisches Wachstum und die Fortführung des derzeitigen Setups ohne Berücksichtigung von weiteren Exits, Akquisitionen oder Veränderungen aus gesellschaftsrechtlichen Verschmelzungen. Die planerisch unterstellte Kostenentwicklung orientiert sich an der unterstellten Inflation sowie intern und extern prognostizierten Kostenentwicklungen auf dem Transportunternehmer- und Arbeitsmarkt. Für 2023 sind Investitionsausgaben in Höhe von 130,4 Mio. € vorgesehen. Im Vergleich zu den Vorjahren wird ein höheres Investitionsbudget angesetzt, da ein erhöhter Investitionsbedarf im Bereich Immobilien besteht in Bezug auf Neubauprojekte sowie in Bezug auf die Modernisierung der Kälteanlagen und die Umsetzung von Photovoltaik. Diese und die bereits in den Vorjahren begonnenen Schritte werden die kurz- und mittelfristige Wettbewerbsfähigkeit der Nagel-Group sichern und in den nächsten Jahren zur Verbesserung der Ertragslage samt Rendite beitragen.
Versmold, den 23. Mai 2023 Nagel-Group
SE & Co. KG
Tobias Nagel Carsten Taucke Dr. Holger Werthschulte Michael Lütjann Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 20221. Allgemeine Angaben zum KonzernabschlussDie Nagel-Group SE & Co. KG, Versmold, ist beim Registergericht Gütersloh unter der Handelsregisternummer HRA 6002 registriert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde gemäß § 298 i.V.m. § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. 2. Angaben zum Konsolidierungskreis und KonzernstichtagDer Konsolidierungskreis besteht aus den folgenden Unternehmen, an denen die Nagel-Group SE & Co. KG direkt beteiligt ist. Diese Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund der Mehrheit der Stimmrechte in den Konzernabschluss einbezogen:
Bei den folgenden Unternehmen steht der Nagel-Group SE & Co. KG mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zu:
Die Nagel Logistik + Beteiligungs AG, Versmold, wurde am 27.4.2022 in die Rechtsform einer Societas Europaea (Europäische Aktiengesellschaft - SE) umgewandelt und in diesem Zuge in Nagel-Group Logistics SE umbenannt. Die Komplementär-Gesellschaft der Kraftverkehr Nagel SE & Co. KG, Versmold - die Nagel Deutschland Verwaltungs-SE, Versmold - wurde rückwirkend auf den 01.01.2022 auf die Nagel-Group Logistics SE, Versmold, verschmolzen. Infolgedessen ist die Kraftverkehr Nagel SE & Co. KG, Versmold, zum 28.10.2022 auf die Nagel-Group Logistics SE, Versmold, angewachsen. Die Nagel-Group Invest SE, Versmold wurde am 09.08.2022 erstkonsolidiert. Am 23.11. hat die Nagel-Group SE & Co. KG, Versmold, ihre Anteile an der Nagel-Group Logistics SE, Versmold, in die Nagel-Group Invest SE - unter Durchführung einer Kapitalerhöhung - eingebracht. Die FERUS Beteiligungs GmbH wurde am 30.06.2022 erworben und die Firma der Gesellschaft in Fünfte Nagel Real Estate Verwaltungs GmbH geändert. Die Erstkonsolidierung der Gesellschaft erfolgte zum 05.07.2022. Die Anteile an der S&G Gefrier- und Lagerhausgesellschaft mbH Rostock, Rostock wurden im Geschäftsjahr 2022 verkauft und mit einem Gesamtergebniseffekt i.H.v. T€ 1.187 zum 31.12.2022 entkonsolidiert. Die oben aufgeführten Gesellschaften werden mit Ausnahme der nachfolgend genannten Gesellschaften mittels Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Für die Perishable-Center Frankfurt GbR, Frankfurt am Main, ist das Wahlrecht zur Nichteinbeziehung in den Konzernabschluss im Rahmen der Vollkonsolidierung gem. § 296 Abs. 2 HGB in Anspruch genommen worden, da diese Gesellschaft für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist. Für die Perishable-Center Frankfurt GbR wird die At-Equity-Methode angewendet. Folgende assoziierte Unternehmen werden gem. § 312 HGB berücksichtigt:
Die von den assoziierten Unternehmen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Mutterunternehmens. Sämtliche nach diesen Kriterien in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen haben ihre Jahresabschlüsse einheitlich auf den 31. Dezember 2022 aufgestellt. 3. Angaben zu den KonsolidierungsmethodenDie mittels Vollkonsolidierung einbezogenen Unternehmen werden nach der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 HGB) durch Verrechnung ihres neubewerteten Eigenkapitals mit den Beteiligungsbuchwerten der Anteile konsolidiert. Die Verrechnung wird auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung der Anteile mit der Nagel-Group SE & Co. KG durchgeführt. Die aus der erstmaligen Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2006 resultierenden aktivischen Unterschiedsbeträge von T€ 13.286 sind als Geschäfts- oder Firmenwert erfasst worden und werden über eine Laufzeit von bis zu 20 Jahren abgeschrieben. Bei den hieraus resultierenden passivischen Unterschiedsbeträgen in Höhe von insgesamt T€ 58.116 handelt es sich um Gewinne und Verluste der Vergangenheit, die durch die Gesellschaften der Nagel-Group bis zur Implementierung der Nagel-Group SE & Co. KG, Versmold zum 31. Dezember 2006 (Erstkonsolidierungszeitpunkt) als neue Muttergesellschaft angesammelt wurden. Der passivische Unterschiedsbetrag hat demnach Eigenkapitalcharakter und wurde in die Rücklagen eingestellt. Aus der erstmaligen Einbeziehung der Gesellschaften der Transthermos-Gruppe zum 31. Dezember 2017 resultiert ein Unterschiedsbetrag von T€ 68.076. Dieser wurde in voller Höhe als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und wird über eine Laufzeit von 15 Jahren abgeschrieben. Im Rahmen der Erstkonsolidierung der B+S Logistik und Dienstleistungen GmbH, Borgholzhausen, zum 31. Dezember 2021 ist nach der Aufdeckung stiller Reserven bei Grundstücken und Gebäuden in Höhe von T€ 64 ein Unterschiedsbetrag von T€ 65.461 entstanden. Dieser wird über 15 Jahre abgeschrieben. Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 Abs. 1 HGB durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Gemäß § 305 Abs. 1 HGB sind Innenumsatzerlöse und andere Erträge mit den auf sie entfallenden Aufwendungen der empfangenen Konzernunternehmen verrechnet worden (Aufwands- und Ertragskonsolidierung). Zwischengewinne im Anlagevermögen aus Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen den Konzerngesellschaften wurden gem. § 304 Abs. 1 HGB eliminiert. Die assoziierten Unternehmen sind in der Konzernbilanz mit dem Buchwert (§ 312 Abs. 1 Satz 1 HGB) auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung des assoziierten Unternehmens in den Konzernabschluss angesetzt worden. Die auf Fremdgesellschafter entfallenden Eigenkapitalanteile von einbezogenen Tochterunternehmen (einschließlich Kapital- und Gewinnrücklagen) sowie der auf diese Fremdgesellschafter entfallende Anteil am Jahresergebnis der jeweiligen Tochterunternehmen werden innerhalb des Eigenkapitals unter dem Posten "Nicht beherrschende Anteile" ausgewiesen. Auf die ergebniswirksamen Konsolidierungsmaßnahmen werden Steuerabgrenzungen nach § 306 HGB vorgenommen, soweit sich der abweichende Steueraufwand in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich ausgleicht. Die Berechnung der Steuerabgrenzung erfolgt mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen der einzubeziehenden Gesellschaften. Aktive latente Steuern werden in Ausübung des Wahlrechts gem. § 274 Abs. 1 HGB mit passiven latenten Steuern verrechnet. 4. WährungsumrechnungIm Konzernabschluss werden die Bilanzposten der einbezogenen Unternehmen mit Ausnahme des Eigenkapitals zum Stichtagskurs umgerechnet. Das Eigenkapital wird mit dem historischen Kurs umgerechnet. Alle Aufwendungen und Erträge des Berichtsjahres wurden entsprechend dem Charakter der Erfolgsrechnung als Zeitraumbetrachtung mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Für die Umrechnung der Währungen der Länder, die nicht der europäischen Währungsunion angehören, werden folgende Wechselkurse der Europäischen Zentralbank angewendet:
5. Angaben zu den Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Jahresabschlüsse der einbezogenen deutschen Unternehmen werden entsprechend den gesetzlichen Vorschriften einheitlich aufgestellt. In den Jahresabschlüssen der mittels Vollkonsolidierung einbezogenen ausländischen Gesellschaften wurden Anpassungen vorgenommen, um eine einheitliche Bilanzierung und Bewertung im Konzernabschluss sicherzustellen. Aufgrund der Inanspruchnahme des Wahlrechts gem. § 248 Abs. 2 HGB werden selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um selbst programmierte Software und kundenspezifische Warehouseprojekte, die über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren linear abgeschrieben werden. Der Ansatz erfolgt zu Herstellungskosten, wobei die entsprechenden Entwicklungskosten vollumfänglich in die Herstellungskosten einbezogen werden. Im Geschäftsjahr 2022 sind Entwicklungskosten in Höhe von T€ 8.054 angefallen, die vollständig aktiviert wurden. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen, bilanziert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, solche mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Soweit der Wert für das einzelne Anlagegut € 250,00 nicht übersteigt, wird dieses in voller Höhe sofort als Aufwand verrechnet. Geringwertige Anlagegüter, die € 250,00, aber nicht € 1.000,00 übersteigen, werden im Jahr des Zugangs in einen Sammelposten eingestellt und im Jahr der Bildung und den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst. Die Abschreibungen auf Zugänge des Anlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Im Konzernanlagevermögen werden der Ladehilfsmittelbestand bzw. die Ladehilfsmittelrückstellungen der einzelnen Gesellschaften zum jeweiligen Bilanzstichtag ausgewiesen. Die Finanzanlagen werden zu den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die im Bereich der Finanzanlagen gegliederten assoziierten Unternehmen werden nach der At-Equity-Methode angesetzt. Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Für Vorräte, die regelmäßig ersetzt werden und nur von nachrangiger Bedeutung sind, wurde ein Festwert gebildet. Forderungen sind zum Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt sowie 0,5 % Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen ohne Einzelrisiken gebildet. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen, Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen und die sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag bewertet. Flüssige Mittel werden mit den Nominalwerten bilanziert. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Den Pensionsverpflichtungen liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde. Die darin nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Barwerte gemäß der PUC-Methode, unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck, berücksichtigen einen Zinssatz von 1,79 % sowie (soweit relevant) einen Rententrend von 2,0 %. Die Abzinsung erfolgt pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). In der Alternativberechnung nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt der Zinssatz 1,45 % für den durchschnittlichen Marktzins der letzten sieben Jahre. Der Unterschiedsbetrag beträgt T€ 252. Die sonstigen Rückstellungen und die Steuerrückstellungen werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle zum Bilanzstichtag drohenden Verluste und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken. Sofern erforderlich, erfolgte die Abzinsung gem. § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre. Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Umrechnung von Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr erfolgt zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag. Als passiver Rechnungsabgrenzungsposten sind Einnahmen erfasst, die innerhalb einer gewissen Zeit nach dem Abschlussstichtag zum Ertrag führen. Latente Steuern werden gem. § 297 i. V. m. § 274 Abs. 1 HGB und § 306 HGB in Höhe der voraussichtlichen Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Auf- und Abbaus der Differenzen bewertet. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. 6. Erläuterungen zur KonzernbilanzDie Aufgliederung und Entwicklung der in der Konzernbilanz erfassten Anlagegegenstände im Geschäftsjahr 2022 ist in der Anlage zum Anhang dargestellt. Die ausgewiesenen selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen Programmierungen für kundenspezifische Warehouse-Projekte, Programmierungen für die neue eigene Speditionssoftware CALsuite sowie Eigenleistungen. Unter dem Posten Geschäfts- oder Firmenwerte werden Geschäfts- oder Firmenwerte aus den Einzelabschlüssen der einbezogenen Tochtergesellschaften und aktivische Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung der Teilkonzerne sowie des Konzernabschlusses ausgewiesen. Die Restbuchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte teilen sich wie folgt auf:
Die Abschreibungen der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung der Gesellschaften der Transthermos-Gruppe sowie der B+S-Gruppe erfolgen linear über die Nutzungsdauer von 15 Jahren. Die übrigen Geschäfts- oder Firmenwerte werden linear über die Nutzungsdauer von 5 bis 20 Jahren abgeschrieben. Diese begründen sich vor allem aus branchenspezifischen Gegebenheiten, wonach überwiegend langfristige und stetige Kundenbeziehungen existieren. Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit werden die Angaben im Zusammenhang mit den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen in einem Forderungsspiegel zusammengefasst dargestellt:
Die liquiden Mittel beinhalten überwiegend täglich fällige Guthaben bei Kreditinstituten. Als Kapitalanteile werden die Kommanditeinlagen aus dem Einzelabschluss der Nagel-Group SE & Co. KG, Versmold, ausgewiesen. Komplementärin ohne Kapitaleinlage zum Stichtag ist die Nagel-Group Verwaltungs-SE, Versmold. Die passivischen Unterschiedsbeträge aus Vorjahren werden linear aufgelöst. Die ergebniswirksame Auflösung i.H.v. T€ 1.050 erfolgte über die sonstigen betrieblichen Erträge. Neben den aus Konsolidierungsmaßnahmen resultierenden Steuerabgrenzungen werden latente Steuern aus den Einzelabschlüssen auf Verlustvorträge und Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Der Berechnung von latenten Steuern werden unternehmensindividuelle Steuersätze mit einer Bandbreite von 14 % (inländische Personenhandelsgesellschaften) bis 34 % zugrunde gelegt. Die Veränderung der latenten Steuern im Geschäftsjahr 2022 stellen sich wie folgt dar (saldierte Darstellung):
Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit werden die Angaben zu den Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten in einem Verbindlichkeitenspiegel zusammengefasst dargestellt:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T€ 95.252 und forfaitierte Leasingforderungen in Höhe von T€ 3.692 sind durch Grundschulden besichert. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in Einzelfällen durch Eigentumsvorbehalte besichert. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Leasing-, Miet-, Wartungs- und sonstigen Verträgen sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Der Konzern verkauft Forderungen im Rahmen von revolvierenden ABS-Transaktionen. Mit diesen Programmen werden die Liquidität und der Finanzmittelfonds gestärkt, Finanzierungskosten reduziert und die latenten Ausfallrisiken im Forderungsbestand an den Erwerber übertragen. Zum Bilanzstichtag sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 27.644 (Vorjahr T€ 27.469) veräußert. Weiterhin resultierten aus Zahlungseingängen auf verkaufte Forderungen vor dem Bilanzstichtag, die noch nicht weitergeleitet wurden, Mittelzuflüsse in Höhe von T€ 6.642 (Vorjahr T€ 6.817). Nach Abzug der Guthaben auf den Reservekonten in Höhe von T€ 4.286 (Vorjahr T€ 4.286) sind hieraus Finanzmittel in Höhe von T€ 30.000 (Vorjahr T€ 30.000) zugeflossen. 7. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungDie Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:
Die geographische Verteilung stellt sich wie folgt dar:
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von T€ 2.714 (Vorjahr T€ 2.740). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von T€ 2.734 (Vorjahr T€ 2.944) enthalten. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Beträge aus der Entkonsolidierung in Höhe von T€ 1.187 (Vorjahr T€ 70.341) enthalten. In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Erträge aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern in Höhe von T€ 7.746 (Vorjahr Aufwand T€ 1.650) enthalten. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von T€ 181 (Vorjahr T€ 325). Der Anteil anderer Gesellschafter am Konzernergebnis setzt sich aus Gewinnanteilen von T€ 320 (Vorjahr T€ 703) und aus Verlustanteilen in Höhe von T€ 1.926 (Vorjahr T€ 313) zusammen. 8. Sonstige Angabena) Geschäftsführung Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte die Geschäftsführung der Gesellschaft durch die alleinvertretungsberechtigte persönlich haftende Gesellschafterin, die Nagel-Group Verwaltungs-SE, Versmold, vertreten durch die geschäftsführenden Direktoren
b) Gesamtbezüge der Geschäftsführung Die Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung betrugen im Geschäftsjahr 2022 insgesamt T€ 8.452. Die Mitglieder des Verwaltungsrates erhielten im Geschäftsjahr 2022 insgesamt T€ 1.950. c) Mitarbeiter Die Anzahl der 2022 im Konzern beschäftigten Mitarbeiter betrug durchschnittlich:
d) Einsatz derivativer Finanzinstrumente Zur Absicherung von Zinsrisiken aus kurzfristigen Finanzierungen (u.a. ABS) im Nominalvolumen von T€ 27.644 (Vorjahr Zinsrisiken aus langfristigen, variablen Darlehen im Nominalvolumen T€ 3.000) werden im Konzern derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Am Bilanzstichtag bestehen Zins-Caps mit einem Nominalvolumen von T€ 30.000 (Vorjahr Zinsswaps T€ 80.000). Die Zins-Caps haben einen positiven Marktwert i.H.v. T€ 319. e) Abschlussprüferhonorar Das Honorar des Abschlussprüfers betrug für Abschlussprüfungsleistungen T€ 331, für andere Bestätigungsleistungen T€ 3 und für Steuerberatungsleistungen T€ 1.706. 9. Inanspruchnahme von BefreiungsvorschriftenFolgende einbezogene Gesellschaften nehmen die Befreiungsvorschriften gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. nach § 264b HGB in Anspruch: Gesellschaft, Sitz Behla Spedition GmbH, Versmold CAL Consult GmbH, Versmold Delata Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. KG, Mainz Devotar Versmold Grundstückverwaltung GmbH & Co. Objekt Versmold KG, Mainz Devotar Grundstücksverwaltung GmbH & Co. Objekt Ziegeleistraße KG, Mainz Dritte Nagel Real Estate GmbH & Co. KG, Versmold Dritte Nagel Real Estate Verwaltungsgesellschaft mbH, Versmold Erste Nagel Real Estate GmbH & Co. KG, Versmold Erste Nagel Real Estate Verwaltungsgesellschaft mbH, Versmold Fünfte Nagel Real Estate GmbH & Co. KG (vormals FERUS GmbH & Co. KG, Pullach) Fünfte Nagel Real Estate Verwaltungs GmbH, Versmold (vormals FERUS Beteiligungs GmbH, Pullach) Lakoto GmbH & Co. KG, Pullach Maxima Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. Vermietungs-KG, Pullach Nagel Logistics Solutions GmbH, Frankfurt am Main Nagel Albatros Speditions GmbH, Kehl-Auenheim Nagel Emballage Services GmbH, Versmold Nagel Inhouse Logistics Services GmbH, Versmold Nagel LK Logistik GmbH, Versmold Nagel Logistics Services GmbH & Co. KG, Versmold Nagel Logistics Services Verwaltungs GmbH, Versmold Nagel Logistik-Holding Geschäftsführung GmbH, Versmold Nagel-Group Invest SE, Versmold (vormals Youco B22-M263 Vorrats-SE, Berlin) Nagel-Group Logistics SE, Versmold (vormals Nagel Logistik + Beteiligungs AG, Versmold) Nagel Protection Services GmbH, Versmold Nagel Technical Services GmbH, Versmold Nagel TK Beteiligung GmbH, Versmold (vormals Nagel TK Beteiligung GmbH, München) Nagel Trailer Services GmbH, Versmold Nagel Transporte GmbH, Versmold Nagel Transport & Warehouse GmbH, Versmold (vormals Nagel Transport & Warehouse GmbH, Wilnsdorf-Rudersdorf) Nagel Transthermos GmbH & Co. KG, Versmold (vormals Nagel Transthermos GmbH & Co. KG, München) Nagel-Group SE & Co. KG, Versmold NAROGA GmbH & Co. KG, Pullach Phormium Grundstücksverwaltungsges. mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz Schulze Liquid Food Services GmbH, Versmold Schulze Logistik Berlin GmbH, Wustermark TCG Glesien GmbH, Schkeuditz Tiefkühllogistik-Center Wustermark GmbH, Wustermark Translog GmbH, Versmold (vormals Translog GmbH, Flensburg) Transthermos Beteiligungs GmbH, Versmold (vormals Transthermos Beteiligungs GmbH, München) Transthermos Holding GmbH, Versmold (vormals Transthermos Holding GmbH, München) Vierte Nagel Real Estate GmbH & Co. KG, Versmold Vierte Nagel Real Estate Verwaltungsgesellschaft mbH, Versmold Zweite Nagel Real Estate GmbH & Co. KG, Versmold Zweite Nagel Real Estate Verwaltungsgesellschaft mbH, Versmold 10. NachtragsberichtVorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag, die einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns darstellen, haben sich nicht ergeben.
Versmold, den 23. Mai 2023 Nagel-Group
SE & Co. KG
Tobias Nagel Carsten Taucke Michael Lütjann Dr. Holger Werthschulte Konzernanlagenspiegel
Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022
Eigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Nagel-Group SE & Co. KG, Versmold Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Nagel-Group SE & Co. KG, Versmold, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Nagel-Group SE & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Osnabrück, den 23. Mai 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Prof. Dr. Gregor Solfrian, Wirtschaftsprüfer ppa. David Benjamin Lecomte, Wirtschaftsprüfer Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 wurde am 25.05.2023 gebilligt. |
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