Losberger Modular Systems GmbH

Ruhrorter Straße 2, 68219 Mannheim, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 741134
Vorher
VISION 402. Vermögensverwaltungsgesellschaft mbHGraeff Container GmbH
Eingetragen
10.2.2012
Branche
Montage, Installation und Aufbau von Ständen auf Märkten, Ausstellungen und MessenHerstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Prüfmaschinen
Gegenstand
die Herstellung, der An- und Verkauf, der Auf- und Abbau und die Vermietung von Containern, Pavillons und Hallen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Antonio Manuel Vieira
seit 27.1.2025
Prokura
Daniel Bauer
seit 9.2.2022
Prokura
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (3)

NameAnteil
Losberger Investments Holding
89.90%
10.10%
S.à r.l.LUX
0.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Losberger GmbH
Germany
32.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Losberger De Boer Holding GmbH

Bad Rappenau

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021

I. Grundlagen des Konzerns

Die Losberger De Boer Group (im Folgenden auch "LDB Group") umfasst zahlreiche in- und ausländische Gesellschaften und hat schwerpunktmäßig unter Führung der Losberger De Boer Holding GmbH mit Sitz in Bad Rappenau die Entwicklung, die Produktion, den Verkauf und die Vermietung temporärer Bauten, insbesondere von Zelten, Zelthallen und Leichtbauhallen sowie Containern und Raummodulen in unterschiedlichen Größen als auch Design- und Ausstattungsvarianten für jegliche Art von zeitlich begrenztem Raumbedarf zum Gegenstand ihrer geschäftlichen Aktivitäten gemacht. Der Einsatz der Produkte und Dienstleistungen erfolgt im Wesentlichen bei Messen und Ausstellungen, bei Großveranstaltungen (Hospitality), Firmen-Events, in der Industrie und im Handel (Produktion, Montage, Lagerhaltung), in der Gastronomie, als kommunale Gebäude und Freizeiteinrichtungen sowie im Bereich Militär und Katastrophenschutz (RDS). Das bezieht größere Projekte wie komplette Camp- und Feldlagerstrukturen, "Domes", Wohnanlagen, Flughafenterminals und andere mehr, die die Losberger De Boer Gruppe als Generalunternehmer abwickelt, mit ein. Die bedeutenden Absatzmärkte liegen unverändert in Europa, hauptsächlich Deutschland, Benelux und Frankreich, in Amerika mit dem Schwerpunkt USA, im Mittleren Osten sowie in Asien mit dem Fokus auf China und Japan.

Die Losberger De Boer Holding GmbH wurde am 18. März 2016 gegründet und hält seit dem 1. Oktober 2016 als Konzernmuttergesellschaft die Anteile an der Losberger GmbH, Bad Rappenau, die selbst über eigene in- und ausländische Tochtergesellschaften verfügt.

Ende Juni 2017 hat die Losberger De Boer Holding GmbH mit der De Boer Group aus Alkmaar/Niederlande einen langjährigen Kunden und Wettbewerber übernommen. Die De Boer Group bietet seit 1924 erfolgreich voll ausgestattete Raumlösungen für Großveranstaltungen und temporäre Büroräume an. Sie unterhält diverse Tochtergesellschaften in Europa und im Nahen Osten und verfügt international über einen hohen Bekanntheitsgrad und eine gute Reputation. Die Losberger De Boer Group hat sich durch diesen Zusammenschluss zu einem der weltweit führenden Anbieter von temporären Raumlösungen entwickelt. Die De Boer Group ist seit dem zweiten Halbjahr 2017 fester Bestandteil des Konzernjahresabschlusses.

Das Organigramm, respektive die Konzernstruktur der Losberger De Boer Group, stellt sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 wie folgt dar:

Die in 2020 neu gegründete Gesellschaft Losberger De Boer Saudi for Contracting LLC/ Saudi Arabia hat in 2021 ebenso wie die neu gegründete Losberger De Boer International Interface Works LLC in Dubai ihren aktiven Geschäftsbetrieb aufgenommen.

Nachdem im Geschäftsjahr 2021 mit der Verschmelzung der inaktiven Nachbarschulte Hallenvermietung GmbH auf die Losberger GmbH sowie der Renz Handels- und Logistik GmbH auf die Losberger Modular Systems GmbH weitere gesellschaftsrechtliche Schritte zur Vereinfachung der Firmenstruktur vorgenommen wurden, sind auch für das Geschäftsjahr 2022 seitens der Geschäftsführung der LDB Group weitere gesellschaftsrechtliche Anpassungen geplant. Die Firmenstruktur soll schrittweise vereinfacht, die Legal-Struktur der kommerziellen Struktur angepasst, die Transparenz weiter erhöht sowie Kosten und Anzahl der Konzerngesellschaften fortlaufend reduziert werden. Nicht operativ tätige und geschäftspolitisch nicht mehr benötigte Gesellschaften stehen dabei im Vordergrund.

II. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Jahr 2021 war für die deutsche Wirtschaft erneut ein turbulentes Jahr. Bis ins Frühjahr hinein war die wirtschaftliche Entwicklung vor allem durch die Pandemie und entsprechende Eindämmungsmaßnahmen gekennzeichnet. Die von der Bundesregierung initiierte Impfkampagne ermöglichte zum Sommer hin eine Erholung nahezu aller Wirtschaftsbereiche. Lieferengpässe und Materialknappheiten, die insbesondere die Industriekonjunktur belasteten, spielten im Jahresverlauf allerdings eine zunehmende Rolle. Im Herbst 2021 kam es dann abermals zu einer deutlichen Zunahme der Infektionszahlen, in deren Folge die wirtschaftliche Erholung im Schlussquartal einen spürbaren Dämpfer hinnehmen musste. Im Ergebnis stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 mit einer Rate von 2,7%.

Insgesamt konnte sich damit die Wirtschaftsleistung trotz Pandemie und Lieferengpässen in fast allen Bereichen erholen. Dies betrifft insbesondere die Bruttoanlageinvestitionen sowie Exporte und Importe. Die privaten Konsumausgaben stabilisierten sich auf dem niedrigen Niveau von 2020.

Der Kampf gegen die Corona-Pandemie hat erneut zu einem hohen Finanzierungsdefizit des Staates geführt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, haben im Jahr 2021 die Ausgaben von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung die Einnahmen um 153,9 Milliarden Euro überstiegen. Das ist noch etwas mehr als im Jahr 2020 mit 145,2 Milliarden Euro und das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung gewesen. Das Defizit 2021 entspricht 4,3% des Bruttoinlandsproduktes.

Die Weltwirtschaft hat sich 2021 von der Corona-Krise erholt, ihre Auswirkungen prägen jedoch weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften hat der private Konsum im Zuge sinkender Neuinfektionen und rascher Impffortschritte ab dem Frühjahr 2021 deutlich angezogen. Allerdings führten seit Beginn 2021 zunehmende Liefer- und Kapazitätsengpässe zu Störungen in den globalen Wertschöpfungsketten und bremsten in vielen Ländern die Industrieproduktion. Aufgrund des Anstiegs der weltweiten Nachfrage und der angebotsseitigen Lieferengpässe sind die Erzeuger- und Verbraucherpreise stark angestiegen.

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) legte das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahr um 5,9% zu, laut dem Kiel Institut für Weltwirtschaft stieg das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ebenfalls um 5,9%. Allerdings hat sich die Erholung der Weltwirtschaft seit Mitte 2021 dem IfW zufolge verlangsamt. Grund hierfür seien erneut zunehmende Corona-Infektionen, Lieferengpässe sowie Wachstumsprobleme in China. Die Auswirkungen der neuen Omikron-Variante auf die Konjunktur seien ebenfalls groß.

In den USA betrug das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2021 rund 5,7% gegenüber dem Vorjahr und erreichte damit bereits im zweiten Quartal 2021 das Niveau vor Ausbruch der Corona-Krise. In China hat das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in 2021 rund 8,1% gegenüber dem Vorjahr betragen. Die weltweite Staatsverschuldung stieg 2021 um 7,8% auf 65,4 Billionen US-Dollar.

Nachdem in 2020 internationale Großereignisse, an denen oftmals auch die Losberger De Boer Group partizipierte, wie z.B. die Olympischen Spiele in Tokio und die Fußball-Europameisterschaft auf das Jahr 2021 verschoben worden waren, wurden im Jahr 2021 erstmals wieder Veranstaltungen mit Zuschauerbeteiligung und klassische Sponsoringveranstaltungen ausgetragen.

Für den globalen Event- und Messemarkt sind insbesondere die USA, China und Mitteleuropa (z.B. Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien) von Bedeutung. Der wachsende B2B-Messemarkt (Konsumgüter, Technologieprodukte, Mode etc.) unterliegt seit Jahren dem Trend, dass Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen in einer globaler werdenden Event- und Messeindustrie bewerben. Im Jahr 2019 betrug die Größe des globalen Event- und Messemarktes 43 Mrd. USD. Erwartungen bis 2025 beliefen sich zwischenzeitlich auf einen Wert von ca. 53 Mrd. USD. Die COVID-19-Pandemie hat zu einem Einbruch der Nachfrage nach Ausstellungen und Messen geführt, wodurch der Markt allein im Jahr 2020 auf ca. 37 Mrd. USD gesunken ist. Im Berichtsjahr hat sich der Markt teilweise erholt, ist jedoch noch nicht auf dem Vor-COVID-19-Niveau angelangt.

Auch der Markt für modulare Bauweise wurde von der COVID-19-Pandemie betroffen, da Bauaktivitäten eingestellt wurden, Arbeitskräfte fehlten und Regierungen Verbote oder massive Beschränkungen ausgesprochen haben. Im Jahr 2020 betrug die Größe dieses globalen Marktes ca. 82 Mrd. USD, dessen Haupttreiber normalerweise Trends zur Sicherheit am Arbeitsplatz, geringere Umweltbelastungen als auch Regierungsinitiativen sind. Der Markt umfasst permanente und wiederverwendbare Lösungen und Module für verschiedene Anwendungsbereiche (z. B. Wohnbereich, Büro, Bildung, Gesundheitswesen usw.), wobei das Segment Gesundheitswesen (Auftragnehmer und Einrichtungen des Gesundheitswesens) voraussichtlich der am schnellsten wachsende Endanwendungssektor des Marktes sein wird. Insgesamt war dieser Markt aufgrund von längeren Planungsphasen weniger stark von der COVID-19-Pandemie betroffen, sodass auch die Erholung im Berichtsjahr weniger stark ausgefallen ist.

Ebenfalls stark betroffen von der Pandemie war im Berichtsjahr der Markt für temporäre Raumlösungen, der in erster Linie Lagergebäude, Einzelhandels- und Ausstellungsgebäude, Räume für Bildungsaktivitäten, Infrastruktur des öffentlichen Sektors und Notfallräume umfasst. Letztere werden bei Unterbrechungen der Lieferketten, der Stilllegung von Produktionsanlagen und anderen Verboten bzw. Einschränkungen des Geschäftsverkehrs benötigt. Der Markt für (temporäre) Lagerräume sieht sich nach wie vor einer grundsätzlich steigenden Nachfrage nach Gebrauchs- und Verbrauchsgütern gegenüber, für die verstärkt effiziente und kostengünstige Raumlösungen gesucht werden.

Die COVID-19-Krise beeinflusst die Welt und damit auch Europa sowie die Bundesrepublik Deutschland weiterhin, wenn auch in abnehmenden Maßen als im Jahr 2020. Viele Geschäfts- und Lebensbereiche waren in der Zwischenzeit zur Vermeidung oder zumindest zur Eindämmung massiver Auswirkungen auf Gesundheitssysteme und Menschenleben stark eingeschränkt. Das betraf auch die Mitarbeiter der Losberger De Boer Group. Wo es möglich war, ist die Arbeit ins Home-Office verlegt worden, um die Ansteckungsgefahr deutlich zu reduzieren und die zu starke Beeinträchtigung wichtiger Funktionen im Unternehmen zu vermeiden. In der zweiten Hälfte des Jahres 2021 wurden die Mitarbeiter, soweit es möglich und nötig war, wieder aus dem Home-Office in die Landesgesellschaften der Losberger De Boer Gruppe zurückgeholt.

Geschäftsverlauf und Lage des Konzerns

Auch im Betrachtungsjahr 2021 sind Maßnahmen aus dem IDW S6-Gutachten erfolgreich umgesetzt oder zumindest weiter vorangebracht worden. Hierzu zählen vor allem die Fortschritte bei der Implementierung von SAP S4/HANA, die abschließende Zentralisierung der Logistik am Standort der De Boer Gruppe in Belgien sowie die Reorganisation der Geschäftsbereiche Vermietung und Verkauf durch deren klare Zuordnung zur De Boer Gruppe auf der einen und zur Losberger Gruppe auf der anderen Seite.

Durch die COVID-19-Pandemie sind zudem neue Initiativen ins Leben gerufen worden, um Erlöse so weit wie möglich zu stabilisieren, Kosten zu reduzieren und Liquidität, auch über das Jahresende 2021 hinaus, zu sichern. Das Maßnah men paket betrifft insbesondere die signifikante Verschlankung der Organisation, u.a. durch Zusammenlegung von Geschäftsführungen verschiedener Losberger De Boer Gesellschaften, die Optimierung der Produktions- und Logistikprozesse der Losberger GmbH in Fürfeld sowie von Tochtergesellschaften der LDB Group in Frankreich als auch in Ungarn, die kontinuierliche Verbesserung der konzernweiten Supply- Chain und die konzerneinheitliche Integration des Rechnungswesens durch die Einführung von SAP S4/HANA ab der zweiten Jahreshälfte 2022. Themen wie Digitalisierung, Transparenz, Effizienz und Produktivität der internen als auch der nach Kunden und Lieferanten ausgerichteten Geschäftsprozesse werden auch im Jahr 2022 im Fokus stehen.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Als finanzielle Leistungsindikatoren zieht die Losberger De Boer Gruppe für ihre interne Unternehmenssteuerung die Kennzahlen Umsatzerlöse und Operating EBITDA heran. In den folgenden Abschnitten werden die wichtigsten finanziellen Kennzahlen des Konzerns erläutert.

Ertragslage

Ertragslage Losberger De Boer Holding GmbH Konzern IFRS

in T€ 2021 2020 Veränderung
Netto Umsatz 195.832 97,8% 211.650 99,0% -15.818 -7,5%
Bestandsveränderung von fertigen/unfertigen Erzeugnissen -355 -0.2% -849 -0,4% 494 -58,2%
Aktivierte Eigenleistungen 4.771 2,4% 3.056 1,4% 1.715 56,1%
Betriebsleistung 200.248 100,0% 213.857 100,0% -13.609 -6,4%
Direkte Kosten 117.406 58,6% 130.229 60,9% 12.823 9,8%
Rohertrag 82.842 41.4% 83.628 39,1% -786 -0,9%
Personalaufwand 48.133 24,0% 45.356 21,2% -2.777 -6,1%
Sonstige operative Kosten 15.338 7,7% 14.854 6,9% -484 -3,3%
Sonstige Erträge, Aufwendungen 2.078 1,0% 2.495 1,2% -417 -16,7%
Operating EBITDA 21.449 10,7% 25.913 12,1% -4.464 -17,2%
Normalisierungen vor EBITDA -2.463 -1,2% -7.247 -3,4% 4.784 -66,0%
Reported EBITDA 18.986 9,5% 18.666 8,7% 320 -1,7%
Operative Abschreibungen 19.404 9,7% 17.327 8,1% -2.077 12,0%
Reported EBITA -418 -0,2% 1.339 0,6% -1.757 131,2%
PPA-bedingte Abschreibungen 5.668 2,8% 7.367 3,4% 1.699 23,1%
Impairment Abwertungen 0 0,0% 1.197 0,6% 1.197 -
Reported EBIT -6.086 -3,0% -7.225 -3,4% 1.139 15,8%
Übriges Finanzergebnis -3.362 -1,7% -3.255 -1,5% -107
Reported EBT -9.448 -4,7% -10.480 -4,9% 1.032
Ertragsteuern -37 0,0% -1.226 -0-69% 1.189
Reported EAT -9.411 -4,7% -9.254 -4,3% -157

Bei der Ertragslage handelt es sich um eine normierte betriebswirtschaftliche Betrachtungs- und Darstellungsweise, an die Teile des internen Berichtswesens der Gesellschaft angelehnt sind. Die Ertragslage trennt im Gegensatz zur Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns grundsätzlich in operative und non-operative Effekte sowie in Sondereffekte, die im Zusammenhang mit der Restrukturierung der Unternehmensgruppe stehen. Diese werden in der Zeile "Normalisierungen vor EBITDA" zusammengefasst. Das Abschwächen der COVID-19-Pandemie in 2021 hat dazu geführt, dass sowohl die Anzahl als auch die Kosten der COVID-19 bedingten Schutz- und Abwehrmaßnahmen in 2021 im Vergleich zum Vorjahr weniger hoch ausgefallen sind. Die Ertragslage soll grundsätzlich ein wirtschaftlich aussagefähiges, den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Operating EBITDA ausweisen. Ihr Sonderausweis lässt die einzelnen Posten der Ertragslage daher stellenweise von der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung abweichen.

Der Gesamtumsatz des Konzerns betrug im Geschäftsjahr 2021 € 195,8 Mio. nach € 211,7 Mio. im Vorjahr (ursprüngliches Budget, so auch im Vorjahreskonzernlagebericht 2020 prognostiziert 2021: € 221,0 Mio.) und ist damit um rd. 7% gesunken. Der Umsatzrückgang hat hauptsächlich mit der Bewältigung der internationalen COVID-19-Krise zu tun, die seit März 2020 entweder zum Verbot oder zur Verschiebung von vielen nationalen und internationalen Aufträgen für Events, Ausstellungen und Messen geführt hat. Stornierungen und Änderungen von bereits unterzeichneten oder absehbaren Verkaufs- und Vermietungsaufträgen waren die Folge. Der weitere Rückgang des Eventgeschäftes in 2021 konnte durch ein teilweises Wiederaufleben des Industriegeschäftes im Vermietbereich kompensiert werden. Die COVID-19 relevanten Zusatzaufträge, insbesondere im Zusammenhang mit Impf- und Testzentren, haben den Umsatzrückgang leider nicht in voller Höhe ausgleichen können.

Im Losberger Teilkonzern haben sich die Umsätze von € 110,1 Mio. auf € 130,6 erhöht. Dies entspricht einer Steigerung von € 20,5 Mio. bzw. 18,6%. Die zum Teil erheblichen Umsatzsteigerungen der Losberger US (+66,8%), der Losberger GmbH (+19,0%) und der Losberger Gruppe in Frankreich (+16,7%) wurden durch Umsatzrückgänge bei der in 2021 auf die Losberger Modular Systems GmbH verschmolzenen Renz Handels- und Logistik GmbH, die nunmehr unter ersterem Namen firmiert, teilkompensiert (./. 4,7%). Dieser Rückgang der Umsatzerlöse erfolgte vor allem aufgrund der Konzentration auf margenstärkeres Geschäft im Bereich Modular Systems. Auch in China war das Jahr 2021 wieder positiv und es konnten gegenüber dem Vorjahr (+ 147,9%) starke Umsatzzuwächse realisiert werden, wenngleich die Vergleichsbasis, das Jahr 2020, in China durch die Covid-Krise und den damit verbundenen längerfristigen Lockdowns beeinflusst war.

Im De Boer Teilkonzern haben sich die Umsätze von € 111,8 Mio. auf € 74,1 verringert. Dies entspricht einem Rückgang von € 37,7 Mio. bzw. 33,7%. Der Umsatzrückgang resultiert im Wesentlichen daraus, dass das Vorjahr bei der De Boer Middle East Group durch einen Einzelauftrag in zweistelliger Millionenhöhe geprägt war. Den positiven Umsatzentwicklungen in Mitteleuropa (+ 48,8%) standen insbesondere Umsatzrückgänge bei De Boer Spanien (./.76,9%) sowie der Tochtergesellschaft in Großbritannien (./. 25,5%) gegenüber. Diese Entwicklungen beruhen vor allem auf dem Coronakrisenbedingten Rückgang im Vermietgeschäft aufgrund des Ausfalls diverser Groß- und Messeveranstaltungen.

Die Verkaufsumsätze der Losberger GmbH haben im Berichtsjahr wieder angezogen, da mit einem absehbaren Ende der COVID-19-Krise viele Kunden (u.a. Vermieter) konjunktur-/geschäftsbedingt wieder Ersatzbeschaffungen vorgenommen haben. Der US-Gesellschaft ist es im Jahr 2021 trotz der COVID-19-Krise nochmals gelungen, das gute Umsatzniveau des Vorjahres weiter zu erhöhen und dadurch zum wiederholten Male das beste Jahr ihrer Unternehmensgeschichte zu erzielen.

In Frankreich werden Umsatzerlöse nahezu ausschließlich im klassischen Verkaufsgeschäft erzielt. Dabei überstieg der Anstieg des RDS-Geschäfts mit + 26,4% insbesondere durch die Abwicklung eines ursprünglich für 2020 terminierten Großprojektes den Rückgang des klassischen Verkaufsgeschäftes der Losberger SAS (./. 20,0 %).

Insgesamt haben die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Verkauf damit im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 20,53% (€ 17,4 Mio.) zu verzeichnen.

Die Umsatzerlöse im Geschäftsfeld Vermietung, das im Konzern vornehmlich durch die De Boer Gruppe vertreten wird, sind im Geschäftsjahr 2021 auf € 94,0 Mio. um 26,2% (€ 33,3 Mio.) gesunken. In Summe hat die De Boer Gruppe im Jahr 2021 dabei einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr von 33,8% zu verzeichnen, da das Vorjahr insbesondere durch ein großes Projekt im Mittleren Osten einmalig beeinflusst war. Die Vermietungserlöse des Geschäftsbereiches Modular Systems (Losberger Modular Systems GmbH inklusive der verschmolzenen Renz Handels- und Logistik GmbH) entwickelten sich trotz des sehr niedrigen Zinsniveaus am Geld- & Kapitalmarkt, bei dem die Kunden eher zum Kauf als zur Anmietung neigen, positiv (+5,9%).

Der Anteil des Vermietungsgeschäfts am Netto-Gesamtumsatz der LDB Group belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf 48,0%, was einem Rückgang von 12,2%-Punkten gegenüber 2020 entspricht.

In der geographischen Verteilung der konzernweiten Bruttoumsatzerlöse entfielen im Geschäftsjahr 2021 auf Deutschland 26,6% (2020: 18,7%), auf Frankreich 11,3% (2020: 11,1%), auf das übrige Europa 32,0% (2020:26,8%), auf Asien, Australien und Ozeanien in Summe 5,9% (2020: 3,8%), auf Amerika 14,8% (2020: 12,4%) und auf Afrika / Mittlerer Osten insgesamt 9,5% (2020: 27,1%).

Die Betriebsleistung der Gruppe, die neben den Umsatzerlösen auch Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen einbezieht, fällt 2021 im Vergleich zum Vorjahr um € 13,6 Mio. bzw. 6,4% niedriger aus. Die aktivierten Eigenleistungen betreffen in erster Linie Investitionen in den Vermietungsbestand der Gruppe und die Aktivierung von Eigenleistungen im Zusammenhang mit der Einführung von SAP S4/HANA als neuem ERP-System der Losberger Gruppe. Die Investitionen in den Vermietungsbestand entfallen zu rd. 56% auf den Bereich Modular Systems sowie mit rd. 45% auf das Zeltvermietvermögen und zeigen sich gegenüber 2020 trotz der höheren Eigenleistungen weiter verringert, was trotz verringertem Vermietumsatz auf einen effektiven Einsatz des Vermietungsmaterials schließen lässt. Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen in der Gruppe ist ebenfalls zurückgegangen.

Der Rohertrag der LDB Group ist im Betrachtungsjahr in absoluten Zahlen um € 0,8 Mio. bzw. 0,9% gesunken, allerdings hat sich die Rohertragsmarge aufgrund der insgesamt gesunkenen Betriebsleistung gleichzeitig um 2,3%-Punkte von 39,1% auf 41,4% erhöht. Während sich die Rohertragsmarge im De Boer Teilkonzern um etwa 6,4%-Punkte verbessert hat, hat der Losberger Teilkonzern vor allem bedingt durch Deutschland und Frankreich einen Rückgang seiner Rohertragsmarge zu verzeichnen. Die Entwicklung im Konzern kann als heterogen bezeichnet werden.

Da sich im Geschäftsjahr 2021 der Umsatzmix in Frankreich hin zum margenschwächeren RDS- Geschäft verändert hat, führte dies zu einem Rückgang der Rohertragsmarge. Nachdem die Losberger GmbH bereits Anfang 2020 bis auf ihr langfristiges Vermietungsgeschäft diesen Bereich zum Zwecke der Bereinigung der Geschäftsbereiche an die deutsche De Boer Schwestergesellschaft abgegeben hatte, ist bei gleichzeitigem Anstieg des Verkaufsgeschäfts der Anteil des margenstärkeren Vermietgeschäfts bei der Losberger GmbH im Jahr 2021 weiter zurück gegangen. Der Rohertrag im Vermietungsbereich der Gruppe hat sich in 2021 im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich verbessert. Insgesamt fällt die gesamte Rohertragsmarge des Konzerns in 2021 zufriedenstellend aus. Die Geschäftsleitung der LDB Group rechnet mit einem Anstieg der Rohertragsmarge nach vollständiger Beendigung der Pandemie.

Die direkten Kosten konnten im Vergleich zum Vorjahr mit ./. 9,8% überproportional im Vergleich zum Umsatzrückgang (./. 7,5%) reduziert werden.

Die um einmalige Sondereffekte bereinigten Personalkosten sind im Berichtsjahr um € 2,8 Mio. auf € 48,1 Mio. gestiegen. Bei gleichzeitigem Rückgang der Betriebsleistung hat sich die Personalaufwandsquote von 21,2% auf 24,0% erhöht. Der Anstieg der Personalkosten bei der Losberger GmbH, der Losberger Shanghai und bei den Europäischen De Boer Tochtergesellschaften war dabei insbesondere bedingt durch Steigerungen der jeweiligen Betriebsleistung und dem damit verbundenen zusätzlichen Personalbedarf insbesondere zur Abdeckung so genannter Umsatzspitzen.

Die sonstigen operativen Kosten wie Vertrieb, Marketing, Verwaltung, Versicherungen/ Gebühren, Mieten/(Personal)Leasing und andere haben sich aufgrund stringenter Kostenanalysen auch nach Abschwächen der Pandemie lediglich um € 0,5 Mio. bzw. 3,3% erhöht. Ihr Anteil an der in 2021 geringeren Betriebsleistung betrug damit am Jahresende 2021 7,7% nach 6,9% im vorangegangenen Geschäftsjahr 2020.

Die sonstigen Erträge und Aufwendungen beinhalten vor allem Forderungsverluste, Zuführungen zu Wertberichtigungen, Schadensersatz und Währungskursverluste bzw. -gewinne sowie Erträge aus Corona-Überbrückungshilfen in Deutschland. Der im Vergleich zum Vorjahr verringerte Ertragssaldo resultiert vor allem aus einem Anstieg der Wertberichtigungen auf ein Großprojekt am Horn von Afrika bei der französischen RDS-Tochtergesellschaft.

Die erhöhten Personal- und Sachkosten als auch die Verringerung der sonstigen Netto-Erträge haben trotz verbesserter Rohertragsmarge insgesamt einen Rückgang des operativen Konzern-EBITDA um rd. € 4,4 Mio. auf € 21,5 Mio. (Vj.€ 25,9 Mio.) bewirkt. Damit hat die LDB Group den angepassten Planwert aus der Vorjahresprognose eines Operating EBITDA von € 21,4 Mio. eingehalten. Bereinigt um die IFRS 16-Effekte auf Abschreibungen und Miet-/Leasingaufwendungen beläuft sich das Operative Konzern-EBITDA in 2021 auf € 16,6 Mio.

Die Losberger Gruppe weist im Geschäftsjahr 2021 ein positives Operating EBITDA von € 12,4 Mio. nach € 7,8 Mio. im Vorjahr aus. Hauptursache ist das überaus positive USA-Geschäft in 2021 gewesen. Hier war der Anstieg der Betriebsleistung in der Losberger Gruppe deutlich höher als der Anstieg der Personal- und Sachaufwendungen.

Der fehlende bzw. rückläufige Absatz der Losberger SAS hat aus Sicht der Geschäftsleitung der Losberger De Boer Group weder mit der Leistungsfähigkeit, den Produkten, noch der Servicequalität zu tun, sondern ist fast ausnahmslos den Geschäftsverboten der Kunden geschuldet. Nach vollständiger Beendigung der Pandemie rechnen die Verantwortlichen der betreffenden Gesellschaft mit einer deutlichen Erholung der Betriebsleistung, der Erträge und der Gewinne.

Die De Boer Gruppe als zweiter Teilkonzern erzielte in 2021 ein Operating EBITDA von € 10,0 Mio. (Vj. €20,8 Mio.), wobei das Vorjahr durch Großprojekte im Mittleren Osten außerordentlich geprägt war. Der niederländische Teilkonzern zeigt sich unverändert seit seiner Übernahme im Jahr 2017 als stabiler Ergebnisgarant.

Das außerordentliche/neutrale Ergebnis, in der Darstellung der Ertragslage als Normalisierung bezeichnet, hat nicht direkt etwas mit der betrieblichen Leistungserbringung zu tun. Im Geschäftsjahr 2021 umfasst diese Position hauptsächlich außerordentlichen Personal- und Beratungsaufwand, der in engem Zusammenhang mit der Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen steht und im Rahmen des verpflichtenden IDW S6-Gutachtens zu einer positiven Fortführungsprognose (Going Concern) beiträgt. Die Normalisierungen in Höhe von € 2,5 Mio. resultieren im Geschäftsjahr 2021 im Wesentlichen aus Aufwendungen für externe Berater, die sowohl aus der Nachverfolgung der Restrukturierungmaßnahmen als auch aus der Einführung von SAP S4/HANA resultieren, sowie in weit geringerem Maße aus Abfindungen und der Aufhebungen von Arbeitsverträgen.

Die operativen Abschreibungen der LDB Group lagen im Geschäftsjahr 2021 mit € 19,4 Mio. um € 2,1 Mio. über Vorjahr. Dieser Effekt resultiert insbesondere aus Abschreibungen auf das Mietmaterial im De Boer Bereich (€ 2,1 Mio.). Hierdurch verringerte sich das EBITA im Vergleich zum Vorjahr um ./. € 1,8 Mio. auf ./. € 0,4 Mio. Aufgrund des Auslaufens größerer PPA-Abschreibungen (im Wesentlichen Mietgeschäft) aus der Erstkonsolidierung der De Boer Gruppe in 2017 verringerten sich die PPA-bedingten Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahr um € 1,7 Mio. Das Reported EBIT beläuft sich damit im Berichtsjahr auf ./. € 6,1 Mio. und zeigt sich damit gegenüber dem Vorjahr um € 1,1 Mio. verringert.

Das Finanzergebnis zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

Die latenten Steuererträge zeigen sich in 2021 insgesamt auf Vorjahresniveau, wohin gegen bei einzelnen Auslandstochtergesellschaften, insbesondere in den USA, ergebnisbedingt Steueraufwand entstanden ist. Dadurch hat sich im Steuerergebnis 2021 ein um € 1,2 Mio. niedrigerer Ertrag im Vergleich zum Vorjahr ergeben.

Das Konzernergebnis nach Steuern (Reported EAT) beläuft sich im Kalenderjahr 2021 auf rund ./. € 9,41 Mio. und liegt damit im zweiten Jahr der Coronakrise nahezu auf Vorjahresniveau.

Finanz- und Vermögenslage

Vermögensstruktur
in T€ 31.12.2021 31.12.2020 Differenz
Langfristig gebundenes Vermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 42.640 19,0% 39.865 19,1% 2.775 7,0%
Sachanlagen
Grundstücke und Gebäude 23.038 10,3% 21.779 10,4% 1.259 5,8%
Vermietvermögen 48.453 21,5% 56.768 27,2% -8.315 -14,6%
Sonstige Sachanlagen 6.960 3,1% 8.177 3,9% -1.217 -14,9%
Summe 78.451 35,0% 86.724 41,6% -8.273 -9,5%
Sonstige langfristige Vermögenswerte 8.569 3,8% 8.739 4,2% -170 -1,9%
129.660 57,8% 135.328 64,9% -5.668 -4,2%
Kurzfristig gebundenes Vermögen
Vorräte 29.391 13,1% 20.572 9,9% 8.819 42,9%
Forderungen und sonstige Aktiva 47.084 21,0% 31.953 15,3% 15.131 47,4%
Liquide Mittel 18.171 8,1% 20.748 9,9% -2.511 -12,4%
94.646 42,2% 73.273 35,1% 21.373 29,2%
Gesamtaktiva 224.306 100,0% 208.601 100,0% 15.705 7,5%

Die Bilanzsumme des Konzerns beträgt zum Bilanzstichtag € 224,3 Mio. und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 7,5% erhöht. Der Anstieg der Bilanzsumme um € 15,7 Mio. resultiert insbesondere aus dem Anstieg des kurzfristig gebundenen Vermögens. Bedingt durch steigende Einkaufspreise auf der Beschaffungsseite und teilweise schwierigem Bezug der für die Produktion notwendigen Materialien auf dem Weltmarkt ist dabei das Vorratsvermögen um € 8,8 Mio. im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Aufgrund der im Vergleich zum entsprechenden letzten Vorjahresquartal deutlich gestiegenen Umsatzerlöse hat sich der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ebenfalls um € 7,0 Mio. im Vergleich zum Vorjahresstichtag erhöht.

Beim Anlagevermögen und den liquiden Mittel gehen alle Einzelposten mit Ausnahme der immateriellen Vermögensgegenstände - hier führt insbesondere die Einführung von SAP S4/HANA im Konzern zu einem Anstieg - im Vergleich zum Vorjahr zurück. Dazu haben zum einen laufende Abschreibungen und weniger Anschaffungen und zum anderen das pandemiebedingt rückläufige Geschäftsvolumen beigetragen. Im Zuge von gezielten Gegenmaßnahmen erfolgte auch eine weitere Verringerung des konzernweiten Vermietvermögensbestandes, um so möglichst wichtige Finanzkennzahlen trotz der Corona-Krise und die Zahlungsfähigkeit/Liquidität der Gruppe in Anbetracht der vielen Verbote von Events, Ausstellungen, Messen und anderen Veranstaltungen unter Kontrolle zu halten. Trotz aller Steuerungsmaßnahmen hat sich der Bestand des Vorratsvermögens sowohl wertmäßig aufgrund von Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite als auch mengenmäßig, wegen der teilweisen Unterbrechung der Lieferketten auf der Lieferantenseite und um hier die Lieferfähigkeit der Losberger De Boer Gruppe bei wieder ansteigenden Umsatzerlösen nach der Coronakrise zu gewährleisten, erhöht.

Die Anteile des langfristig und kurzfristig gebundenen Vermögens an den Gesamtaktiva haben sich mit 57,8% (Vj.: 64,9%) bzw. 42,2% (Vj.: 35,1%) leicht in Richtung des kurzfristig ausgerichteten Vermögens verschoben.

Kapitalstruktur
in T€ 31.12.2021 31.12.2020 Differenz
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 27 0,0% 27 0,0% 0 0,0%
Kapitalrücklage 198.095 88,3% 198.095 95,0% 0 0,0%
Bilanzverlust / sonstiges Eigenkapital -160.641 -71,6% -151.576 -72,7% -9.065 6,0%
Bilanzielles Eigenkapital 37.481 16,7% 46.546 22,3% -9.065 -19,5%
Gesellschafterdarlehen 566 0,3% 1.043 0,5% -477 -45,7%
Wirtschaftliches Eigenkapital 38.047 17,0% 47.589 22,8% -9.542 -20,1%
Langfristiges Fremdkapital
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 101.439 45,1% 92.240 44,2% 9.199 10,0%
Latente Steuerverbindlichkeiten 4.371 1,9% 6.648 3,2% -2.277 -34,3 %
Pensionsverpflichtungen 606 0,3% 509 0,2% 97 19,1%
106.416 47,3% 99.397 47,6% 7.019 7,1%
Kurzfristiges Fremdkapital
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 7.574 3,4% 10.396 5,0% -2.822 -27,1%
Lieferantenverbindlichkeiten 22.959 10,2% 17.640 8,5% 5.319 30,2%
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 49.310 22,0% 33.579 16,1% 15.731 46,8%
79.843 35,6% 61.615 29,6% 18.228 29,6%
Gesamtpassiva 224.306 99,9% 208.601 100,0% 15.705 7,5%

Bedingt durch das negative Nachsteuerergebnis und Währungseffekte sowie die Rückführung (./. € 0,5 Mio.) des Gesellschafterdarlehens verringerte sich das bilanzielle und wirtschaftliche Eigenkapital des Konzerns unter Berücksichtigung des Währungsausgleichspostens im Vergleich zum Vorjahresbilanzstichtag. Die Eigenkapitalquote verringert sich im Konzern damit von 22,8% auf 17,0%. Wie bereits im Rahmen der Refinanzierung und der Restrukturierungsvorbereitungen in den Jahren 2018/19 prognostiziert, wird die Losberger De Boer Gruppe zwei bis drei Jahre brauchen, um neben dem bereinigten operativen Betriebsergebnis auch wieder ein positives Nachsteuerergebnis zu erzielen.

Die Corona-Krise hat zur Folge, dass die zunächst für das Geschäftsjahr 2022 vorgesehenen mittelfristigen Finanz- und Ergebnisziele voraussichtlich und gemäß den im Vergleich zum Restrukturierungsplan angepassten Planungsrechnungen im Jahr 2023 erreicht werden.

Vergleichbar zur Entwicklung der Vermögenslage erhöht sich der Anteil des als kurzfristig eingestuften Fremdkapitals von 29,6% auf 35,6%, wohingegen sich das langfristige Fremdkapital mit 47,3% (Vorjahr 47,6%) trotz zusätzlicher Inanspruchnahme einer Revolving Credit Facility nahezu unverändert zeigt.

Der Anstieg der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten in 2021 geht insbesondere auf einen einkaufsseitig bedingten Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (€ 5,3 Mio.), der sonstigen Rückstellungen (€ 2,7 Mio.), hier insbesondere solche aus ausstehenden Eingangsrechnungen, und den erhaltenen Anzahlungen auf Vorräte (€ 7,5 Mio.) zurück.

Bedingt durch den wert- und mengenmäßigen Anstieg des Vorratsbestandes im Vergleich zum Vorjahresstichtag (+42,9%) ist stichtagsbedingt auch ein zumindest nur unterproportionaler Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr um +30,2% einher gegangen.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten haben sich im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres um € 9,2 Mio. erhöht. Dieser Anstieg resultiert vor allem aus dem Anstieg der IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten (+ € 4,8 Mio.) im Zusammenhang mit umzugsbedingten Abschlüssen von neuen Mietverträgen bzw. Verlängerungen von bestehenden Mietverträgen für Betriebsimmobilien in Belgien, den Niederlanden und Ungarn sowie aus dem Anstieg der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus dem Abruf einer neuen Revolving Credit Facility (RCF) der finanzierenden Banken in Höhe von € 5,0 Mio.

Die Ausgaben für Investitionen (CAPEX) als Maßnahme zur Kontrolle der Auswirkungen von COVID-19 sind von € 13,6 Mio. in 2020 auf ca. € 6,9 Mio. in 2021 reduziert und auf essentielle Reinvestitionen beschränkt. Der LDB Group ist es in 2021 gelungen, Zahlungsengpässe zu vermeiden. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die durch den Kreditvertrag in 2019 gewährten Kreditlinien derzeit nicht voll ausgelastet sind.

Im Geschäftsjahr 2021 hat sich im Konzern ein operativer Mittelzufluss in Höhe von rd. € 14 Mio. ergeben. Der Zufluss aus dem Operating EBITDA wurde dabei durch die Verringerung des Working Capitals um € 1,7 Mio. teilkompensiert. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie des Vorratsvermögens zum Bilanzstichtag ist dabei nur zum Teil durch den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen kompensiert worden. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit in Höhe von € 18,0 Mio. wurde vor allem durch geschäftsnotwendige Investitionen in das Vermietungsvermögen sowie in Produktionsgebäude und -maschinen verursacht. Durch die Aufnahme zusätzlicher RCF-Mittel in Höhe von € 5,0 Mio. zeigt sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit mit € 1,6 Mio. positiv. Insgesamt war der Nettocashflow mit € 2,9 Mio. negativ, so dass sich der Finanzmittelbestand von € 20,7 Mio. am Vorjahresstichtag auf € 18,2 Mio. zum 31. Dezember 2021 verringert hat.

Die Finanzverbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus dem neuen Facility Agreement (SFA, Laufzeit derzeit bis zum 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2024, zzgl. einer 12-monatigen Verlängerungsoption bis 31. Dezember 2023 bzw. 31. Dezember 2024) sowie langfristigen Verbindlichkeiten aus IFRS 16.

Der Geschäftsverlauf war aus Sicht der Geschäftsführung zufriedenstellend.

Die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns ist geordnet. Die Geschäftsführung ist mit der Entwicklung der Ertragslage auch im Vergleich zum Budget trotz Corona-Krise zufrieden.

III. Prognosebericht

Die COVID-19-Krise hält die Welt und damit auch Europa sowie die Bundesrepublik Deutschland, wenn auch in geringerem Ausmaß als 2020 und 2021, in Atem. Viele Geschäfts- und Lebensbereiche waren in der Zwischenzeit zur Vermeidung oder zumindest zur Eindämmung massiver Auswirkungen auf Gesundheitssysteme und Menschenleben stark eingeschränkt. Das betraf auch die Mitarbeiter der Losberger De Boer Group. Wo es möglich war, wurde die Arbeit ins Home-Office verlegt, um die Ansteckungsgefahr deutlich zu reduzieren und die zu starke Beeinträchtigung wichtiger Funktionen im Unternehmen zu vermeiden.

Das Management hält an seinem Plan fest, die Gesundheit der Mitarbeiter gegen COVID-19 weiterhin bestens zu schützen, um Einschnitten in der Produktion, im Vertrieb und in der Logistik mit Blick auf die Sicherung von Umsatz, Ergebnis, Rendite und Liquidität so gut es geht vorzubeugen. Personal- und Sachkosten stehen auch im Jahr 2022 unter strenger Beobachtung.

Mit dem annahmegemäßen Abebben der Infektionszahlen und der allmählichen Auflösung der Knappheiten auf der Beschaffungsseite im Jahresverlauf 2022 dürfte die Weltkonjunktur wieder anziehen. Für das weltweite BIP rechnet die Bundesregierung im laufenden Jahr mit einem Wachstum von 4,5% nach einer Steigerung um schätzungsweise 3,1% im vergangenen Jahr. Vom weltwirtschaftlichen Umfeld wird auch der deutsche Außenhandel profitieren. So dürften sich die Exporte in diesem Jahr um 2,8% erhöhen, nachdem sie im Jahr 2021 um 9,4% kräftig zugelegt haben. Für die Importe ist auch mit einer Steigerung um rund 4,0% zu rechnen (2021: +8,6%).

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geht in seiner Prognose für das Jahr 2022 für das BIP in Deutschland von einem Wachstum von 1,8% (kalenderbereinigt 1,9%) aus. Im Jahr 2023 dürfte die Wirtschaftsleistung dann um 3,6% (kalenderbereinigt 3,8%) zulegen. Die Verbraucherpreise dürften aufgrund der weiterhin sehr hohen Spotpreise für Energie und der verstärkten Überwälzung von Kostensteigerungen auf die Endkundinnen und -kunden in diesem und im nächsten Jahr um 6,1% beziehungsweise 3,4% zulegen. Diese Punktprognosen gehen aber mit einer sehr großen Unsicherheit einher. So sind aktuell die Auswirkungen des russischen Krieges gegen die Ukraine nur schwer abschätzbar.

Für 2022 wird mit einer deutlichen (Wieder-) Belebung des Geschäftes gerechnet. Darauf weist die Entwicklung bei den Vertragsabschlüssen, den Auftragsbüchern und der Sales-Pipelines der Gruppe bereits hin. Dem entgegen stehen seit Jahresbeginn insbesondere auch durch die Ukraine-Krise weiter steigende Rohstoff- und Materialpreise, sich verlängernde Lieferzeiten sowie knapper werdende Transportkapazitäten, die das Risiko von Verzögerungen bei An- und Auslieferungen als auch von Auftrags Verlusten erhöhen. Dadurch liegt das Augenmerk der Geschäftsleitung der LDB Group noch mehr auf der Harmonisierung der zum Teil gegenläufigen kommerziellen und finanziellen Geschäftsinteressen.

Wie schon in 2021 zeigt sich das Geschäft mit Containern und Leichtbauhallen auch im Jahr 2022 stabil und im Rahmen der Erwartungen, obwohl die Konkurrenz spürbar zugenommen hat. Einbrüche in nahen Marktsegmenten veranlassen baunahe Dienstleister, sich zunehmend um Aufträge bei Kommunen, Städten und Landkreisen zu bewerben. Die Geschäftsleitung der lokalen Gesellschaften (LMS/Renz) geht jedoch davon aus, dass sich diese Entwicklung mit der Normalisierung des Wirtschaftslebens wieder umkehren wird.

Die noch offenen IDW S6-Maßnahmen und Neu-Initiativen wie z.B. Projekte zur Verbesserung von Abläufen in der Logistik, in der Produktion sowie in den Bereichen Beschaffung, Materialverfügbarkeit, Belieferungen, Insourcing und Supply Chain werden planmäßig fortgesetzt. Ziel ist und bleibt es, die um ein Jahr bis 2023 verlängerte IDW S6-Mittelfristplanung nicht unnötig zu gefährden. Optimierungsüberlegungen zielen auch darauf ab, einzelne Produktionsschritte an andere Produktionsstätten innerhalb oder auch außerhalb der eigenen Unternehmensgruppe zu verlagern bzw. umgekehrt betriebswirtschaftlich sinnvolles Insourcing zu betreiben.

Darüber hinaus beschäftigt sich das Management mit Fragen nach der Integration des Vertriebs und Anpassungen am Produktportfolio unter Profitabilitäts-, Risiko- und Renditegesichtspunkten. Der Plan bezieht sich jedoch nicht nur auf umsatz- und ergebnisorientierte, sondern auch auf liquiditätssichernde Maßnahmen. Investitionen werden grundsätzlich in enger Abstimmung mit der Produktion, dem Vertrieb, der Logistik und der aktuellen Geschäftslage entschieden/vorgenommen (CAPEX).

Von der allgemeinen Ausgabenbeschränkung nicht betroffen ist weiterhin das in 2019 begonnene SAP-Projekt. Das Projekt liegt nicht mehr im ursprünglichen Zeitplan, da sich die Realize-Phase (Programmierung des Blueprint) der Themen und Komplexität wegen in die Länge zieht.

Resultierend aus der anstehenden Verlängerung der Kreditfazilität ist die Geschäftsführung davon überzeugt, dass die Gesellschaft auch die nächsten Monate mit den vorhandenen Bankguthaben, Garantien und Kreditlinien bewältigen kann und nicht darauf angewiesen sein wird, weitere Gelder aus einem staatlichen Rettungsfonds und/oder aus einer zusätzlichen Bankenfinanzierung in Anspruch zu nehmen.

Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2022 ist weiterhin von Ungewissheit geprägt, da niemand sagen kann, wie lange die geschäftlichen Aktivitäten noch beschränkt bleiben, und wie sich die Wirtschaftsentwicklung im Anschluss an die Covid 19-Krise und Ukraine-Krise darstellen wird. Auf Basis der aktuellen Einschätzungen und Erkenntnisse hält die Geschäftsleitung der LDB Group dennoch an der Überzeugung fest, das Geschäftsjahr 2022 mit einem geplanten Umsatz von € 227 Mio. und einem Operating EBITDA exklusive/inkl. IFRS 16 Effekte von € 14,9 Mio./€20,0 Mio. abzuschließen. Geschäftsmodell und Produktportfolio der Losberger De Boer Group sollten der Krise nach Ansicht der Geschäftsleitung weiterhin standhalten können.

IV. Risiko- und Chancenbericht

Generell hat sich die Steuerung der Unternehmensgruppe im Vergleich zum Vorjahr weder auf Holding- noch auf Ebene der einzelnen Konzerngesellschaften bzw. der verschiedenen Geschäftsbereiche ("Perimeter") geändert. Alle für die kommerzielle, technische und finanzielle Unternehmensentwicklung als wesentlich eingestuften Handlungen werden systematisch erfasst, mit Terminvorgaben und Zuständigkeiten versehen und stringent nachverfolgt. Neben regelmäßigen Management-Sitzungen und sogenannten "Management Business Review Gesprächen" tauscht sich die Konzernleitung auch laufend mit dem Beirat und den Kernbanken aus, um das Unternehmen zu jeder Zeit zielorientiert, transparent und erfolgreich zu führen.

Die angesprochene Transparenz übt die Geschäftsleitung der Gruppe auch nach innen aus. Geschäftsführer und andere Verantwortliche im Unternehmen werden in vergleichsweise kurzen Abständen über relevante Daten, Ideen und Vorgänge in der Gruppe informiert. Darunter fallen selbstverständlich auch Übersichten zur Liquidität und zur Ergebnissituation. Alle bilanz- , ergebnis- und liquiditätsseitigen Vorausberechnungen der Gruppe für das Geschäftsjahr 2021 zeigen, dass bei einem normalen, den Planungsprämissen entsprechenden Geschäftsverlauf keine ernsthaften Zahlungsengpässe zu erwarten sind. Dazu trägt neben einem aktiven Debitorenmanagement die Sicherung der Kundenforderungen mittels Anzahlungen, Akkreditivgestellungen, Kreditversicherungen und Sicherungsvorbehalten bei. Ziel ist es, einzahlungswirksame Bonitätsrisiken zu begrenzen bzw. zu minimieren.

Darstellung der wesentlichen Risiken

Das Geschäft bzw. die Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung der Losberger De Boer Group und all ihrer Tochtergesellschaften unterliegt grundsätzlich dem Risiko, dass sich die Konjunktur abkühlt, private respektive geschäftliche Investitionen eingeschränkt werden, sich die öffentlichen Haushaltsmittel verknappen und die Verschuldung der öffentlichen Hand zunimmt. Dieses Basisrisiko besteht unabhängig von der Tatsache, dass der Bedarf an temporären Raumlösungen weiterhin zunimmt, und sich die Wettbewerbssituation am Markt nicht wahrnehmbar zum Nachteil des Unternehmens verändert hat.

Selbstverständlich ergeben sich Risiken auch aus der Charakteristik unserer Aufträge, weil wir über alle Kontinente hinweg komplexe Projekte wie beispielsweise die Errichtung von Camp- und Feldlagerstrukturen, Wohnanlagen und Flughafenterminals durchführen. Gleiches gilt auch für die Rolle des Generalunternehmers im RDS-Geschäft in Frankreich. Sie betreffen konkret den Ausfall von Hauptlieferanten, Schwierigkeiten in der Logistik, die vorübergehende oder sogar dauerhafte Zahlungsunfähigkeit bis hin zur endgültigen Insolvenz von Kunden, Streitigkeiten über die Qualität der Leistungserbringung und anderweitig begründete Verschiebungen, die zu unerwartetem Umsatzausfall führen und auf die auftrags- und geschäftsbedingt nur verzögert oder nur eingeschränkt reagiert werden kann, während die operativen Projektkosten weiterlaufen.

Die Anzahl an Aufträgen, deren Umsatzgröße deutlich über dem Durchschnitt der letzten Jahre liegt, nimmt erkennbar zu. Das gilt auch für die Komplexität der beauftragten Projekte. Daher hat die Geschäftsleitung das Risiko-Management mit der Einführung einer verpflichtenden "Risk Heat Map" verstärkt in den Fokus der Verantwortlichen und der regelmäßigen Management-Sitzungen mit den Geschäftsbereichen ("Perimeter") gerückt. Die Vor-, laufenden und Nachkalkulationen von Aufträgen/Projekten nehmen ebenfalls an Bedeutung zu. Vorkalkulationen, die eine bestimmte Größenordnung überschreiten, müssen vor Abgabe von Kundenangeboten autorisiert werden. Abweichungen zu Folgekalkulationen sind zu berichten und zu erläutern. Das Vier-Augenprinzip gilt auch für den Vertragsabschluss. Verträge werden in Abhängigkeit von ihrer Größe vom Controlling und der Geschäftsleitung der LDB Group geprüft und freigegeben. Last but not least wurde das Projektmanagement gezielt verstärkt, um größere Projekte besser begleiten und dokumentieren zu können.

Neu hinzugekommen ist die Beeinträchtigung des Geschäftsmodells durch das Auftreten einer weltweiten und zudem länger anhaltenden Pandemie, die das wirtschaftliche Leben teilweise stark eingeschränkt oder in Teilen sogar vollständig zum Erliegen gebracht hat. Die LDB Group hat in dieser Krisenzeit relativ gesehen von der Breite, der Güte und der Internationalität ihres Produkt- und Serviceportfolios profitiert. Verluste in dem einen Geschäftsfeld konnten durch Zusatzgeschäfte in einem anderen Geschäftsbereich zumindest teilweise kompensiert werden.

Geholfen hat auch die Tatsache, dass die Unternehmensgruppe gezielt mit ausgewählten und größeren, wirtschaftlich gesehen weniger risikobehafteten Kunden zusammenarbeitet, zu denen unverändert die öffentliche Hand, supra-nationale Organisationen, das Militär, verschiedene Bereiche der Industrie sowie das internationale Event-, Messe- und Dienstleistungsgewerbe zählen.

Ansonsten, wie auch bereits in Vorjahren, ist Losberger De Boer jederzeit bestrebt, den kommerziellen, technischen und finanziellen Herausforderungen insbesondere durch eine professionelle Projektorganisation, eine gezielte Personalauswahl, ein stringentes Debitoren- und Lieferantenmanagement, durch ein operatives Controlling, durch notwendige Vertragsregelungen und mittels passender Versicherungslösungen zu begegnen.

Die in 2021 aufgrund der COVID-19-Krise eingetretene und jetzt nochmals durch die Ukraine-Krise verstärkte Lieferkettenproblematik hat die Unternehmensgruppe durchaus vor einige Herausforderungen gestellt, um stets die eigene Produktions- und Lieferfähigkeit für ihre Produkte sicher zu stellen. Dies gilt auch für Aluminium, welches noch immer den wichtigsten Rohstoff der Unternehmensgruppe darstellt. Nachdem der Aluminiumpreis per Ende Februar 2022 einen Peak erreicht hatte, ist der Preis seitdem wieder gesunken. Aluminium wird in Fremdwährung gehandelt, folglich unterliegt das Unternehmen nicht nur allgemeinen Preisschwankungen, sondern auch Währungsrisiken. Nicht auszuschließen ist auch, dass die Nachfrage das Angebot zeitweise übersteigt, und es deswegen zu Engpässen und verlängerten Beschaffungs- und Lieferzeiten kommt, die in einem oftmals unflexiblen, da termingebundenen Geschäftsumfeld Schwierigkeiten hervorrufen können. Die vertragliche Zusage von Bezugspreisen und Abnahmekontingenten über Terminkontrakte sowie der systematische Aufbau und die geregelte Zusammenarbeit mit alternativen Lieferanten stellen konkrete Maßnahmen dar, die auftragstypischen, aus dem operativen Geschäft kommenden Basisrisiken aktiv zu steuern. Die Geschäftsleitung der Losberger De Boer Group arbeitet laufend an der Verbesserung eines zielführenden Risikomanagements.

Ernsthafte Liquiditätsengpässe sind bei der Losberger De Boer Group auch im Geschäftsjahr 2021 nicht aufgetreten und gemäß Budgetplanung (inkl. integrierte Konzern-Kapitalflussrechnung) auch für das Jahr 2022 nicht zu erwarten. Die Zahlungsmittelsteuerung erfolgt unverändert engmaschig, die standardmäßige, wöchentlich durchzuführende Liquiditätsvorschau erfolgt auf 17 Wochen im Voraus. Zu Beginn und während des "harten Lockdown" sind laufend ergebnis- und liquiditätsorientierte Szenario-Rechnungen durchgeführt worden, um daraus frühzeitig notwendige Maßnahmen ableiten und umsetzen zu können.

Die COVID-19-bedingte Überarbeitung des ursprünglichen IDW S6-Plans für die Geschäftsjahre 2021-2023 in den Monaten Mai bis Juli 2020 hatte mit Ausnahme der Umwandlung einer Cash-Linie von € 5 Mio. in eine Garantie-Linie noch nicht zu einer Anpassung der Finanzierungs- und Restrukturierungsverträge geführt. Die Geschäftsleitung der Losberger De Boer Group berichtet regelmäßig im Rahmen ihrer standardmäßigen Quartals-Finanzberichterstattung über die Umsetzung ausgewählter Initiativen zur Umsatz-, Ergebnis- und Liquiditätssicherung. Es ist absehbar, dass die Finanzierungszusage der Banken nach erfolgreichem Durchlaufen eines Restrukturierungskonzeptes durch PwC Frankfurt im zweiten Halbjahr bis zum 31. Dezember 2024 verlängert wird.

Umweltrisiken werden durch eine gezielte Auswahl an Materialien, insbesondere des langlebigen, umweltfreundlichen und recyclingfähigen Aluminiums eingeschränkt. Um unseren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, werden Mitarbeiter regelmäßig geschult, regionale Lieferanten, wenn möglich bevorzugt, und Ressourcen sparsam und effizient eingesetzt. Die Mülltrennung erfolgt zum größten Teil sortenrein, Materialien wie Stahl, Aluminium, Papier werden durch Recycling dem Produktkreislauf zurückgeführt. Um Umweltrisiken zu vermeiden ist eine regelmäßige Bewertung der Umweltaspekte für uns selbstverständlich. Die Losberger GmbH hat die Rezertifizierung ihres Umweltmanagements nach DIN EN ISO 9001:2015 und 14001:2009 im Jahr 2021 erfolgreich durchgeführt. Die Losberger De Boer Group verfolgt auch weiterhin das Ziel, nachhaltig und ressourcenschonend zu wirtschaften.

Es sind aus heutiger Sicht keine den Fortbestand der Unternehmensgruppe gefährdenden Entwicklungen und bestandsgefährdenden Risiken bekannt. Das praktizierte Risikomanagement der Losberger De Boer Gruppe ermöglicht es dabei, Risiken zeitnah zu erfassen, um adäquate Maßnahmen einzuleiten.

Darstellung der wesentlichen Chancen

Die zuletzt abebbende Pandemie nimmt sicherlich weiterhin noch Einfluss auf operative, kurzfristig orientierte Maßnahmen, gleichzeitig führt der Ukraine-Konflikt zu einem weiteren Anstieg der Beschaffungskosten, wenngleich dieser absatzmäßig für die Unternehmensgruppe eher Chance als Risiko aufgrund des hieraus resultierenden zusätzlichen Bedarfs an Flüchtlingsunterkünften auch in Deutschland darstellt. Grundsätzlich schätzt die Geschäftsleitung die weitere Entwicklung der Losberger De Boer Group aber als positiv ein, denn die Nachfrage nach flexiblen, effizienten, kurzfristig realisierbaren und hinsichtlich ihrer Nutzung variablen Raumlösungen mit ganz unterschiedlichen Auftraggebern wie z.B. der Industrie, der öffentlichen Hand oder auch supra-nationaler Organisationen hat sich gegenüber dem Vorjahr 2021 keineswegs verschlechtert. Die Geschäftsentwicklung der nunmehr seit dem 1. Januar 2021 verschmolzenen Losberger Modular Systems GmbH und Renz Handels- und Logistik GmbH (Container, Leichtbauhallen) hat sich bereits in 2021 relativ unbeeindruckt von der COVID-19 Krise gezeigt, gleiches deutet sich auch für die ersten Monate des Geschäftsjahres 2022 unter Berücksichtigung der Ukraine-Krise an.

Der relevante Markt der Losberger De Boer Group mit ihren Geschäftsbereichen wächst stetig. Auf dieser Basis ist es dem Konzern in den letzten Jahren gelungen, die Geschäftstätigkeit trotz der Widrigkeiten der COVID-19-Krise und den damit verbundenen monatelangen Verboten von Veranstaltungen mit größerem Publikumsverkehr insbesondere durch kompensierende Umsätze mit mobilen Impfzentren oder Hospitälern weiterzuentwickeln, wenngleich auch die Belastungen der Corona-Krise im Geschäftsjahr 2021 zu einem Rückgang des Gruppenumsatzes geführt haben. Die Geschäftsleitung ist weiterhin davon überzeugt, dass das Geschäftsmodell der Losberger De Boer Group im Ganzen belastbar ist und nachhaltig profitabel sein kann. Neben dem Verkauf und der Vermietung von Standardprodukten nimmt das Geschäft mit kundenindividuellen, komplexen, kapitalintensiven und der Internationalität wegen stark koordinationsbedürftigen Gesamtlösungen wie z.B. beim Aufbau und dem Betrieb kompletter Camp-Anlagen und der Errichtung des "Jeddah-Dome" an Bedeutung zu.

Lösungen dieser Art bieten den Kunden qualitativen Mehrwert und stellen daher auch für die Zukunft gute und renditeseitig interessante Wachstumsmöglichkeiten dar, zumal sich nicht feststellen lässt, dass am Markt neue, womöglich über Preisdumping eindringende Wettbewerber hinzugekommen sind bzw. hinzukommen werden.

 

Bad Rappenau-Fürfeld, den 31. Mai 2022

Losberger De Boer Holding GmbH

Die Geschäftsführung

Arnout Theodorus de Hair

Didier Simons

Alexander Stamm

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

AKTIVA

In tausend Euro Anhang 31.12.2021 31.12.2020
Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation D.1. 12.472 14.123
Geschäfts- oder Firmenwerte D.1. 19.922 19.922
Lizenzen, Software und übrige immaterielle Vermögenswerte D.1. 10.246 5.820
Sachanlagen D.2. 78.451 86.724
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien D.3. 2.290 2.374
Aktive latente Steuern C.8. 703 553
Sonstige langfristige Vermögenswerte D.6. 5.576 5.812
Summe langfristige Vermögenswerte 129.660 135.328
Vorräte D.4. 29.391 20.572
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen D.5. 31.499 24.532
Ertragsteuerforderungen 631 1.168
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte D.6. 13.770 6.253
Vertragsvermögenswerte D.7. 1.184 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente D.8. 18.171 20.748
Summe kurzfristige Vermögenswerte 94.646 73.273
Summe AKTIVA 224.306 208.601

PASSIVA

In tausend Euro Anhang 31.12.2021 31.12.2020
Gezeichnetes Kapital 27 27
Kapitalrücklage 198.095 198.095
Bilanzverlust -159.508 -150.097
Währungsausgleichsposten/Cashflow-Hedge-Rücklage -1.133 -1.478
Summe Eigenkapital D.9. 37.481 46.547
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern F.1, D.12. 0 0
Andere langfristige Finanzverbindlichkeiten D.12. 101.439 92.240
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen D.10. 606 509
Passive latente Steuern C.8. 4.371 6.648
Summe langfristiges Fremdkapital 106.416 99.397
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern F.1., D.12. 566 1.043
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten D.12. 7.574 10.395
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen D.13. 22.959 17.640
Vertragsverbindlichkeiten D.7. 9.233 7.880
Ertragsteuerverbindlichkeiten 1.957 627
Sonstige Rückstellungen D.11. 1.791 2.222
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten D.13. 36.329 22.850
Summe kurzfristiges Fremdkapital 80.409 62.657
Summe Fremdkapital 186.825 162.054
Summe PASSIVA 224.306 208.601

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG Gj. 2021 Gj. 2020
In tausend Euro Anhang
Umsatzerlöse C.1. 195.832 211.650
Bestandsveränderung -355 -849
Aktivierte Eigenleistungen C.2. 4.771 3.056
Sonstige betriebliche Erträge C.3. 7.214 6.814
Materialaufwand -107.622 -123.542
Personalaufwand C.4. -46.867 -48.062
Sonstige betriebliche Aufwendungen C.5. -31.246 -29.071
Wertminderung finanzielle Vermögenswerte C.5. -2.741 -1.330
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 18.986 18.666
Betriebliche Abschreibungen C.6. -19.404 -17.327
Betriebsergebnis vor Abschreibungen aus PPA (EBITA) -418 1.339
Planmäßige Abschreibungen aus Kaufpreisallokation C.6. -5.668 -7.367
Außerplanmäßige Abscnreibungen auf Goodwill und immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation C.6. 0 -1.197
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) -6.086 -7.225
Zinserträge 47 112
Zinsaufwendungen -3.065 -3.075
Sonstige Finanzerträge/-aufwendungen -344 -292
Finanzergebnis C.7. -3.362 -3.255
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) -9.448 -10.480
Ertragsteuern C.8. 37 1.226
Ergebnis nach Ertragsteuern -9.411 -9.254
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis 0 0
Konzernergebnis -9.411 -9.254

Konzerngesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

In tausend Euro Anhang 2021 2020
Ergebnis nach Steuern -9.411 -9.254
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung D.9 345 -1.393
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 345 -1.393
Gesamtergebnis der Periode -9.066 -10.647
Davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend 0 0
Davon auf das Mutterunternehmen entfallend -9.066 -10.647

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

A. ALLGEMEINE ANGABEN

A.1. Unternehmensdaten

Die Losberger De Boer Holding GmbH mit dem Sitz Gottlieb-Daimler-Ring 14, D-74906 Bad Rappenau-Fürfeld, ist eine im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter HRB 758708 eingetragene GmbH deutschen Rechts.

Mehrheitsgesellschafterin der Losberger De Boer Holding GmbH ist die LDB Investment SARL mit Sitz in Luxemburg.

Die Losberger De Boer Holding GmbH wurde am 18. März 2016 gegründet. Seit dem Erwerb der Losberger GmbH, Bad Rappenau, zum 1. Oktober 2016 bildet sie als Mutterunternehmen gemeinsam mit ihren direkten sowie indirekten Tochtergesellschaften die Losberger De Boer Gruppe.

Die Losberger De Boer Gruppe ist eine der weltweit führenden Unternehmensgruppen für die Entwicklung, den Verkauf und die Vermietung temporärer Bauten, insbesondere von Zelten, Zelthallen und Leichtbauhallen in unterschiedlichen Größen sowie Design- und Ausstattungsvarianten für jegliche Art von zeitlich begrenztem Raumbedarf. Der Einsatz der Produkte erfolgt im Wesentlichen in den Bereichen Ausstellungen sowie Messe- und Großveranstaltungen (Hospitality), Firmen-Events, Industrie und Handel (Produktion, Montage, Lagerhaltung), Gastronomie und Freizeiteinrichtungen sowie im Bereich Militär und Katastrophenschutz.

A.2. Grundlagen der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss der Losberger De Boer Holding GmbH als Mutterunternehmen wurde gemäß § 315e HGB in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der EU anzuwenden sind.

Alle zum 31. Dezember 2021 verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie deren Interpretationen, wurden berücksichtigt.

Die Geschäftsjahre der Muttergesellschaft sowie der direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen entsprechen dem Kalenderjahr.

Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (T€) angegeben.

Der Konzernabschluss wurde nach dem Prinzip der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten, ergänzt um die Bewertung von bestimmten Finanzinstrumenten zum Zeitwert, erstellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Der Konzernabschluss wurde am 31. Mai 2022 von der Geschäftsführung verabschiedet.

A.3. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden der Jahresabschluss der Muttergesellschaft und der von ihr oder anderen Konzerngesellschaften beherrschten Unternehmen (ihrer Tochterunternehmen) für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 einbezogen. Eine zur Einbeziehung in den Konzernabschluss führende Beherrschung über ein Unternehmen liegt vor, wenn eine Konzerngesellschaft variablen Rückflüssen aus dem Engagement mit diesem Unternehmen ausgesetzt ist oder Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Rückflüsse mittels ihrer Entscheidungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Losberger De Boer Holding GmbH besitzt Entscheidungsgewalt über ein Unternehmen, wenn sie über substanzielle Rechte verfügt, die ihr direkt oder über Dritte die gegenwärtige Möglichkeit zur Steuerung der relevanten Aktivitäten des Unternehmens verleihen. Diese Voraussetzung ist im Regelfall gegeben, wenn die Losberger De Boer Holding GmbH unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschaft verfügt oder ähnliche Rechte besitzt. Bei den relevanten Aktivitäten handelt es sich um diejenigen, welche je nach Art und Zweck des Unternehmens dessen Rückflüsse wesentlich beeinflussen.

Die Abschlüsse der Tochtergesellschaften werden vom Tag der Erlangung der Beherrschung bis zur Beendigung der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen.

Anzahl der vollkonsolidierten Tochtergesellschaften 31.12.2021 31.12.2020
Inland 4 6
Ausland 20 18
Gesamt 24 24

Der Losberger De Boer Konzern umfasste zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 24 vollkonsolidierte Tochterunternehmen. Bei den vollkonsolidierten Unternehmen steht der Losberger De Boer Holding GmbH unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zu.

Die Tochtergesellschaft Renz Handels- und Logistik GmbH, Althengstett, wurde zum 1. Januar 2021 auf die Losberger Modular Systems GmbH, Mannheim, verschmolzen.

Die für den Konzernabschluss nicht wesentliche und inaktive Tochtergesellschaft Nachbarschulte Hallenvermietungs GmbH, Bad Rappenau, wurde zum 1. Januar 2021 auf die Losberger GmbH, Bad Rappenau, verschmolzen.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden die neu gegründeten Gesellschaften Losberger De Boer International Interface Works LLC, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate sowie Losberger De Boer Saudi for Contracting LLC, Saudi-Arabien, erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen.

Die Vergleichbarkeit der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzernbilanz mit dem Vorjahr ist durch die erfolgten Erst- und Endkonsolidierungen des Berichtsjahres nicht wesentlich eingeschränkt.

Eine Gesamtübersicht der konsolidierten Tochtergesellschaften ist in Abschnitt F.1. des Konzernanhangs dargestellt.

A.4. Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt für alle Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 "Business Combinations". Dabei werden die Beteiligungsbuchwerte bei der Muttergesellschaft mit dem Konzernanteil am vollständig neu bewerteten Eigenkapital der Tochtergesellschaft verrechnet. Im Rahmen der Neubewertung werden sämtliche erworbenen Vermögenswerte, Schulden und zusätzlich zu aktivierende identifizierbare immaterielle Vermögenswerte mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Ein sich nach der Kaufpreisallokation ergebender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert.

IFRS 3 "Business Combinations" sowie IAS 36 "Impairment of Assets" sehen vor, Geschäfts- oder Firmenwerte nicht planmäßig, sondern nur noch dann abzuschreiben, wenn ein Wertminderungsbedarf festgestellt wird. Die aus Unternehmenszusammenschlüssen entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht über den Zeitraum der voraussichtlichen Nutzung abgeschrieben, sondern jährlich auf Wertminderung überprüft und bei angezeigter Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben.

Wechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert und latente Steuerbe- und -entlastungen berücksichtigt. Konzerninterne Umsatzerlöse sind ebenso wie alle konzerninternen Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen ohne Erfolgsauswirkung verrechnet.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, die sämtlich auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt sind, werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Hierzu werden die nach landesspezifischen Vorschriften erstellten Abschlüsse an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der Losberger De Boer Holding GmbH angepasst, soweit sie nicht den IFRS entsprechen und die Bewertungsabweichungen wesentlich sind.

B.1. Anwendung neuer Rechnungslegungsstandards

Die folgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen, die im Geschäftsjahr 2021 erstmals verpflichtend anzuwenden waren, hatten keine Auswirkungen auf die Bilanzierung im Konzernabschluss der Gesellschaft:

Standard (IFRS) bzw. Interpretation (IFRIC) In der EU verpflichtend anzuwenden
Änderungen von Standards
Änderungen IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 (Phase 2) Interest Rate Benchmark Reform 01.01.2021
IAS 4 Versicherungsverträge - Verschiebung von IFRS 9 01.01.2021
IFRS 16 COVID-19 bezogene Mietzugeständnisse 01.04.2021

Noch nicht angewendete neue oder geänderte Standards und Interpretationen

Die folgenden Standards, Interpretationen und Änderungen, die am 31. Dezember 2021 noch nicht verpflichtend anzuwenden bzw. noch nicht von der EU verabschiedet waren, fanden keine Anwendung. Der Konzern wird die neuen und geänderten Standards erst ab dem Zeitpunkt ihrer verpflichtenden Anwendung und der erfolgten Anerkennung durch die EU anwenden.

Standard (IFRS) bzw. Interpretation (IFRIC) Anwendungspflicht Übernahme durch EU erfolgt
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2023 nein
Änderungen von Standards
IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept 01.01.2022 nein
IFRS 16 Erlöse vor der beabsichtigten Nutzung einer Sachanlage 01.01.2022 nein
IAS 37 Belastende Verträge 01.01.2022 nein
Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS (Zyklus 2018-2020) 01.01.2022 nein
IAS 1 Darstellung des Abschlusses: Klassifizierung von Verbindlichkeiten als lang- oder kurzfristig 01.01.2023 nein

Der Konzern geht derzeit davon aus, dass die Anwendung dieser neuen Standards keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung sowie auf die Darstellung des Konzernabschlusses haben wird.

B.2. Bedeutende bilanzielle Ermessensspielräume und Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten

Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken.

Die für den Losberger De Boer-Konzernabschluss wesentlichen Annahmen und Schätzungen betreffen vor allem die Kaufpreisallokation und die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte und der anderen aktivierten immateriellen Vermögenswerte aus Unternehmenserwerben, da die Vermögenslage durch die bilanziellen Konsequenzen des Erwerbs der Losberger GmbH-Gruppe zum 1. Oktober 2016 und der De Boer-Gruppe zum 1. Juli 2017 geprägt wurde.

Kaufpreisallokation und Werthaltigkeitstest für immaterielle Vermögenswerte

Für die Kaufpreisallokation im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen sind bedeutende Annahmen hinsichtlich Ansatz und Bewertung der durch den Erwerb zugehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu treffen. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Erwerbs sowie der Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen ist mit Annahmen verbunden. Die Bewertung immaterieller Vermögenswerte basiert in hohem Maße auf prognostizierten Cashflows und Diskontierungsraten. Die tatsächlichen Cashflows können von den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zugrunde gelegten Cashflows signifikant abweichen, was zu anderen Werten und Wertminderungen führen kann.

Die jährlich erforderliche Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten und die anlassbezogen erforderliche Wertminderungsprüfung von immateriellen Vermögenswerten aus der Kaufpreisallokation beruht auf der mittelfristigen Unternehmensplanung für die Tochtergesellschaften, denen die Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet wurden, und unterliegt damit den vielfältigen Annahmen und Schätzungen, die in die Unternehmensplanung eingehen. Bei einer wesentlichen negativen Änderung der Planannahmen können sich erhebliche Auswirkungen auf die Werthaltigkeit der betroffenen Geschäfts- oder Firmenwerte und immateriellen Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation ergeben.

Weitere für den Konzernabschluss wesentliche Ermessensspielräume und Schätzungen

Die Festlegung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer von langfristigen Vermögenswerten, die Schätzung der Nettoveräußerungswerte von Vorräten, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen sowie die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen stellen weitere für den Losberger De Boer Konzern bedeutende Ermessensspielräume und Schätzungen dar. Die der jeweiligen Schätzung zugrundeliegenden Annahmen sind bei den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz erläutert. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen von Schätzungen werden nach IAS 8 "Accounting Policies, Changes in Accounting Estimates and Errors" zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt.

B.3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Anwendung spezieller IFRS ist den Erläuterungen zu den einzelnen Abschlussposten zu entnehmen. Grundsätzlich kommen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zur Anwendung:

B.3.1. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Wirtschaftliche Nutzungsdauer des Anlagevermögens

Software und sonstige immaterielle Vermögenswerte 1 bis 10 Jahre
Entwicklungskosten 3 bis 5 Jahre
Geschäfts- und Fabrikgebäude 10 bis 50 Jahre
Vermietvermögen 1 bis 20 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 2 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 bis 25 Jahre

Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 "Intangible Assets" aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können. Sie werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend ihrer Nutzungsdauer.

Aus der eigenen Entwicklung entstandene immaterielle Vermögenswerte für neue Hallen- und Zeltprojekte werden zu Herstellungskosten aktiviert, soweit die von IAS 38 "Intangible Assets" geforderte eindeutige Aufwandszurechnung möglich ist, die technische Realisierbarkeit und Vermarktung sichergestellt und die voraussichtliche Erzielung künftigen wirtschaftlichen Nutzens nachgewiesen ist. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt und indirekt dem Entwicklungsprozess zurechenbaren Kosten sowie notwendige Teile der entwicklungsbezogenen Gemeinkosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden ab dem Produktionsstart planmäßig nach der linearen Methode über den erwarteten Produktlebenszyklus abgeschrieben. Forschungskosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

Im Rahmen der Kaufpreisallokation für die in 2017 erworbene De Boer Gruppe und die in 2016 übernommene Losberger GmbH-Gruppe wurden die Kundenstämme und der Auftragsbestand als gesondert ansatzpflichtige immaterielle Vermögenswerte identifiziert und mit dem geschätzten beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bilanziert. Die Ermittlung der Zeitwerte erfolgte mittels Discounted-Cashflow-Modellen.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 "Business Combinations" nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf eine Wertminderung überprüft. Sofern ein Wertberichtigungsbedarf festgestellt wird, erfolgt eine Abschreibung.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen werden entsprechend dem Nutzungsverlauf in der Regel nach der linearen Methode vorgenommen. Geringwertige Anlagegüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Eine Neubewertung des Sachanlagevermögens nach IAS 16 "Property, Plant and Equipment" erfolgt nicht. Im Rahmen der Kaufpreisallokation für die in 2017 erworbene De Boer Gruppe und für die in 2016 übernommene Losberger GmbH-Gruppe wurde das erworbene Vermietvermögen jeweils zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, der auf Basis der langjährigen Erfahrungen über die bei den regelmäßig stattfindenden Verkäufen des Vermietvermögens realisierten Kaufpreise ermittelt wurde.

Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie notwendige Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu zählen die fertigungsbedingten Abschreibungen, anteilige Verwaltungskosten sowie die anteiligen Kosten des sozialen Bereiches.

Fremdkapitalkosten werden nur dann als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert, wenn sie einem qualifizierten Vermögenswert direkt zugerechnet werden können. Reparaturkosten werden sofort als Aufwand erfasst.

Impairment

Die immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Losberger De Boer-Konzerns werden gemäß IAS 36 "Impairment of Assets" zu jedem Bilanzstichtag darauf hin überprüft, ob Anzeichen für eine Wertminderung ("Impairment") vorliegen. Wenn solche Indikatoren vorliegen, wird der beizulegende Wert der Vermögenswerte geschätzt und gegebenenfalls eine Abwertung erfolgswirksam vorgenommen. Ein Impairment-Test für einzelne Vermögenswerte ist lediglich dann möglich, wenn dem einzelnen Vermögenswert erzielbare Beträge zugeordnet werden können. Ist dies nicht möglich, ist der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ("ZGE") zu bestimmen, zu der der Vermögenswert gehört.

Geschäfts- oder Firmenwerte sind gemäß IAS 36"lmpairmentof Assets" mindestens einmal jährlich auf ihre Wertminderung zu überprüfen. Ist der erzielbare Betrag einer ZGE geringer als sein Buchwert, wird in Höhe des Unterschiedsbetrages zunächst eine Wertminderung auf den ihr zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwert vorgenommen.

Ein Impairment-Test für die erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung des Losberger GmbH Teilkonzerns wurde im Geschäftsjahr 2021 auf den Zeitpunkt 31. Dezember 2021 für diejenigen Geschäfts- oder Firmenwerte durchgeführt, die nicht bereits vollständig abgeschrieben worden sind. Die Einzelheiten des Impairment-Tests im Berichtsjahr sind in Abschnitt D.1. des Konzernanhangs dargestellt.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als solche bezeichnet man Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Diese werden bei Zugang mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, einschließlich Transaktionskosten, angesetzt. Die als Finanzinvestition gehaltene Immobilie des Losberger De Boer-Konzerns wird in der Folgebewertung in Ausübung des Wahlrechts des IAS 40 nach dem Anschaffungskostenmodell gemäß IAS 16 bewertet. Im Rahmen der Kaufpreisallokation zum 30. September 2016 ergab sich keine wesentliche Abweichung des beizulegenden Zeitwerts der von der Losberger GmbH gehaltenen Immobilie von den vorherigen fortgeführten Anschaffungskosten.

Anteile an assoziierten Unternehmen

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, auf das der Konzern maßgeblichen Einfluss hat und das weder ein Tochterunternehmen noch eine Beteiligung an einem Joint Venture ist. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Unternehmens, an dem die Beteiligung gehalten wird, mitzuwirken. Dabei liegt weder Beherrschung noch gemeinschaftliche Beherrschung der Finanz- und Geschäftspolitik vor.

Die Anteile an assoziierten Unternehmen wurden in den Vorjahren aufgrund deren untergeordneter Bedeutung zu Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen. Im Geschäftsjahr 2020 wurden die restlichen Anteile an dem zuvor assoziierten Unternehmen erworben und dieses wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2020 auf ein vollkonsolidiertes Konzerntochterunternehmen verschmolzen.

B.3.2. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert. Bestandteile der Herstellungskosten sind gemäß IAS 2 neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten. Aufwendungen der Verwaltung und des sozialen Bereiches werden berücksichtigt, soweit sie der Produktion zuzurechnen sind.

Finanzierungskosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, werden bei der Ermittlung des Nettoveräußerungswertes durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. Wenn die Gründe, die zu einer Abwertung geführt haben, nicht länger bestehen, wird eine Wertaufholung vorgenommen.

Niedrigere Werte am Abschlussstichtag aufgrund gesunkener Preise am Absatzmarkt werden berücksichtigt. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren werden im Wesentlichen nach der Durchschnittsmethode bewertet.

Gemäß IFRS 15 weist das Unternehmen Contract Assets als Vermögenswert aus, bei denen jeweils die Leistungen erbracht worden ist, aber noch keinen Vergütungsanspruch entstanden ist.

B.3.3. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen/Sonstige Forderungen und kurzfristige Vermögenswerte

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen Forderungen handelt es sich um Finanzinstrumente, die mit dem Ziel der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden. Die Vertragsbedingungen dieser Instrumente führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bilanziert. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit Laufzeiten über einem Jahr werden abgezinst. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird in Übereinstimmung mit IFRS 9 grundsätzlich der über die Laufzeit erwartete Verlust als Wertberichtigung gebildet (vereinfachtes Wertminderungsmodell). Der erwartete Verlust für eine Forderung ergibt sich entweder im Rahmen einer individuellen Beurteilung bei entsprechenden Hinweisen (z.B. Insolvenzverfahren, finanzielle Schwierigkeiten des Kunden) oder auf Basis von Erfahrungswerten über Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten, die gegebenenfalls um zukunftsorientierte Informationen adjustiert wurden. Grundsätzlich wird der Ausfall einer Forderung bei einer Überfälligkeit von 90 Tagen unterstellt, wobei nachträgliche Zahlungseingänge bei der Werthaltigkeitsbeurteilung berücksichtigt werden. Die Forderungen, für die Wertberichtigungen auf Basis individueller Beurteilungen gebildet werden, werden der Stufe 3 des Wertminderungsmodells zugeordnet. Forderungen, für die Wertberichtigungen auf Basis von Erfahrungswerten über Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten gebildet werden, werden der Stufe 2 des Wertminderungsmodells zugeordnet. Für sonstige Forderungen wird grundsätzlich das dreistufige Wertberichtigungsmodell angewendet (allgemeines Wertminderungsmodell). In Stufe 1 sind grundsätzlich alle Instrumente bei Zugang einzuordnen. Die erwarteten Zahlungsausfälle, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag resultieren, werden aufwandswirksam erfasst (erwarteter 12-Monats-Kreditverlust). Auf einen Transfer in Stufe 2 wird verzichtet, solange das absolute Kreditrisiko als gering eingestuft wird.

B.3.4. Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Als flüssige Mittel werden Kassenbestände, Schecks und sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten erfasst. Für die Guthaben bei Kreditinstituten wird in Übereinstimmung mit dem IFRS 9 grundsätzlich der über die Laufzeit erwartete Verlust als Wertberichtigung gebildet. Dabei wird grundsätzlich auf das dreistufige Wertberichtigungsmodell abgestellt (allgemeines Wertminderungsmodell).

Solange das absolute Kreditrisiko als gering eingestuft wird, wird lediglich der erwartete 12-Monats-Kreditverlust erfasst und es erfolgt kein Transfer in die zweite Stufe.

B.3.5. Latente Steuern

Der Ansatz der latenten Steuern erfolgt nach IAS 12 "Income Taxes" gemäß dem Konzept der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode ("Liability Method"). Demnach wurden aktive und passive Steuerabgrenzungsposten grundsätzlich für sämtliche Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen den zeitlich abweichenden Wertansätzen in der Bilanz nach IFRS für Konzernzwecke und den steuerlichen Wertansätzen (temporäre Differenzen) sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge gebildet. Außerdem werden aktive latente Steuern für künftige Steuerminderungsansprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen bilanziert. Aktive latente Steuern für alle abzugsfähigen temporären Differenzen sowie für steuerliche Verlustvorträge werden jedoch nur in dem Umfang berücksichtigt, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftiges zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen bzw. noch nicht genutzten steuerlichen Verluste verrechnet werden können. Die latenten Steuern werden auf Basis der Ertragssteuersätze ermittelt, die gemäß IAS 12 "Income Taxes" in den einzelnen Ländern zum Bewertungsstichtag nach der derzeitigen Rechtslage gelten bzw. schon beschlossen wurden. Eine Saldierung aktiver und passiver latenter Steuern wird nur vorgenommen, soweit eine gesetzliche Aufrechnung möglich ist. Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend den Regelungen des IAS 12 "Income Taxes" nicht abgezinst.

B.3.6. Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden dann als Aufwand erfasst, wenn die Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbracht haben, die sie zu den Beiträgen berechtigt.

Die Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen umfassen die Versorgungsverpflichtungen des Konzerns aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Die Ermittlung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") gemäß IAS 19 "Employee Benefits". Hierzu werden jährlich versicherungsmathematische Gutachten eingeholt. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern unter Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berücksichtigt.

Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Bestandsveränderungen und Abweichungen zwischen den getroffenen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung sind gemäß IAS 19.93R vollständig in der Bilanz zu erfassen und erfolgsneutral im Eigenkapital zu verrechnen. Der Aufwand aus den beitrags- und den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird im Personalaufwand ausgewiesen.

B.3.7. Rückstellungen

Gemäß IAS 37 "Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets" werden Rückstellungen gebildet, wenn eine gegenwärtige Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, deren Inanspruchnahme wahrscheinlich und die voraussichtliche Höhe des notwendigen Rückstellungsbetrages zuverlässig schätzbar ist. Die Eintrittswahrscheinlichkeit muss in diesem Fall über 50 % liegen. Es wird jeweils der wahrscheinlichste Erfüllungsbetrag eingestellt. Die Bewertung erfolgt zu produktionsbezogenen Vollkosten unter Berücksichtigung möglicher Kostensteigerungen.

Die Bewertung erfolgt mit dem Betrag, der am Bilanzstichtag nach bestmöglicher Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlich ist. Rückstellungen, deren Restlaufzeit länger als ein Jahr ist, werden zu marktüblichen Konditionen abgezinst.

B.3.8. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten und Darlehen werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der mit der Kreditaufnahme direkt verbundenen Transaktionskosten bewertet. Nach der erstmaligen Erfassung werden Verbindlichkeiten und Darlehen gemäß IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, die im Wesentlichen den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

Von Kunden erhaltene Anzahlungen für Projekte werden als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Von Kunden erhaltene Anzahlungen für Vorräte werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten bilanziert.

B.3.9. Konzern emittierte Eigen- und Fremdkapitalinstrumente

Klassifizierung als Fremd- oder Eigenkapital

Fremd- und Eigenkapitalinstrumente werden entsprechend dem wirtschaftlichen Gehalt der Vertragsvereinbarung als finanzielle Verbindlichkeiten oder Eigenkapital klassifiziert.

Ein Eigenkapitalinstrument ist ein Vertrag, der einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründet. Eigenkapitalinstrumente werden zum erhaltenen Ausgabeerlös abzüglich direkter Ausgabekosten erfasst.

B.3.10. Leasing

Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern als Leasingnehmer auftritt (siehe D.12.)

Gemäß IFRS 16 liegt ein Leasingverhältnis vor, wenn dem Leasingnehmer vom Leasinggeber vertraglich das Recht zur Beherrschung eines identifizierten Vermögenswertes für einen festgelegten Zeitraum eingeräumt wird und der Leasinggeber im Gegenzug eine Gegenleistung vom Leasingnehmer erhält. Der Leasingnehmer hat dabei grundsätzlich bei jedem Leasingverhältnis ein Nutzungsrecht an dem Leasinggegenstand zu aktivieren und die aus dem Leasingvertrag resultierende Zahlungsverpflichtung zu passivieren. Die Leasingverbindlichkeit wird in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen über die hinreichend sichere Nutzungsperiode erfasst.

Leasingkomponenten sind alle fixen und quasifixen Zahlungen, reduziert um künftige Anreizzahlungen des Leasinggebers. Darüber hinaus werden variable Zahlungen, die an eine Rate oder einen Index gekoppelt sind, erwartete Zahlungen aus Restwertgarantien sowie Zahlungen für die Ausübung von hinreichend sicheren Kauf- und Kündigungsoptionen angesetzt. Die Zahlungsreihe wird mit dem impliziten Zins des Leasingverhältnisses oder, sofern dieser nicht bekannt ist, dem adäquaten Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingverhältnisses abgezinst. Alle übrigen variablen Zahlungen werden als Aufwand erfasst. Die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode bewertet und fortgeschrieben.

Die Anschaffungskosten des Nutzungsrechts bestimmen sich grundsätzlich aus der Höhe der Leasingverbindlichkeit im Zugangszeitpunkt. Diese sind zusätzlich um Zahlungen zu erhöhen, die initial für den Abschluss des Leasingvertrages angefallen sind, die für die Installation des geleasten Vermögenswerts aufgewendet wurden und die gegebenenfalls für einen künftigen Rückbau anfallen. Anreizzahlungen des Leasinggebers, die bereits zugeflossen sind, verringern die Anschaffungskosten. Im Rahmen der Folgebewertung wird das Nutzungsrecht über die Laufzeit des Leasingverhältnisses planmäßig linear abgeschrieben und gegebenenfalls um außerplanmäßige Wertminderungen angepasst. Geht der angemietete Vermögenswert am Ende des Leasingverhältnisses in das Eigentum des Leasingnehmers über oder ist eine Kaufoption beziehungsweise ein Andienungsrecht hinreichend sicher, dann wird das Nutzungsrecht über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswerts abgeschrieben.

Die Laufzeit des Leasingverhältnisses ist der hinreichend sichere Zeitraum, über den ein Vermögenswert angemietet wird. Neben der nichtkündbaren Grundmietzeit werden Verlängerungszeiträume einbezogen, sofern ihre Inanspruchnahme mit Nutzungsbeginn hinreichend sicher ist und Kündigungszeiträume, sofern ihre Ausübung nicht hinreichend sicher ist. Diese Einschätzung wird überprüft, wenn entweder nicht in der Kontrolle des Leasingnehmers liegende Ereignisse oder wesentliche Änderungen der Umstände eintreten, welche eine Änderung der Laufzeit notwendig machen. Die Laufzeit des Leasingverhältnisses wird angepasst, wenn eine Verlängerungsoption ausgeübt wird, beziehungsweise eine Kündigungsoption nicht ausgeübt wird und diese in der ursprünglichen Einschätzung nicht berücksichtigt waren. Die Anpassung der Leasinglaufzeit führt zu einer geänderten künftigen Zahlungsreihe und somit zu einer Neubewertung der Leasingverbindlichkeit unter Verwendung des aktuellen Zinssatzes. Der entstandene Differenzbetrag wird erfolgsneutral im Nutzungsrecht erfasst. Ausbuchungsbeträge, die den Buchwert des Nutzungsrechts übersteigen, werden erfolgswirksam als Aufwand erfasst.

Wesentliche Wahrechte und Erleichterungsmöglichkeiten werden wie folgt ausgeübt:

Die Leasingverbindlichkeiten werden unter den Finanzverbindlichkeiten bilanziert.

Kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monaten (und ohne Kaufoption) sowie Leasingverhältnisse, bei denen der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Neuwert unter USD 5.000,00 ("Small Ticket Leases") ist, werden entsprechend dem Wahlrecht nach IFRS 16.5 nicht bilanziert.

In Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird eine Trennung vorgenommen. Jede Leasingkomponente wird gesondert von den dazugehörigen übrigen Leistungskomponenten abgebildet.

IFRS 16 wird nicht auf immaterielle Vermögenswerte angewendet.

Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern als Leasinggeber auftritt

Beim Leasinggeber sind Leasingverträge entweder als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse zu klassifizieren. Die für die Vermietung von Hallen, Zelten und Containern durch den Losberger De Boer Holding-Konzern geschlossenen Mietverträge sind als Operating-Leasingverhältnisse zu klassifizieren, da die wesentlichen Chancen und Risiken für das Vermietvermögen bei dem Konzern verbleiben. Das Vermietvermögen wird daher unter den Sachanlagen zu fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten bilanziert, soweit nicht im Rahmen der Kaufpreisallokation bei Unternehmenserwerben eine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgt ist. Die Erträge aus dem Operating-Leasingverhältnissen sind in den Umsatzerlösen aus Vermietung enthalten.

B.3.11 Derivative Finanzinstrumente

Zur Absicherung von Risikopositionen aus Zinsschwankungen werden selektiv derivative Finanzinstrumente wie Zinsswaps eingesetzt.

Die Sicherungsgeschäfte decken Finanzrisiken aus gebuchten Grundgeschäften.

Alle derivativen Finanzinstrumente werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Zeitwerte sind auch für die Folgebewertungen relevant. Der beizulegende Zeitwert gehandelter derivativer Finanzinstrumente entspricht dem Marktwert. Dieser Wert kann positiv oder negativ sein. Liegen keine Marktwerte vor, müssen die Zeitwerte mittels anerkannter finanzmathematischer Modelle berechnet werden. Wenn die Voraussetzungen für die Designierung als Sicherungsinstrument im Rahmen des Hedge Accounting nicht erfüllt sind, werden die derivativen Finanzinstrumente des Losberger De Boer Holding-Konzerns in die Kategorie "financial assets at fair value through profit or loss" eingestuft, so dass Wertänderungen der derivativen Finanzinstrumente unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.

B.3.12 Umsatzrealisierung

Umsatzerlöse aus Verkäufen von Gütern werden entsprechend den Kriterien des IFRS15 "Revenue from Contracts with Customers" erfasst, wenn die Lieferung von Gütern erfolgt ist bzw. die Dienstleistung erbracht wurde (Übergang der Verfügungsgewalt). Umsätze aus dem Verkauf werden zeitpunktbezogen erfasst, wohingegen die Umsatzerlöse aus der Vermietung bei Erbringung der Leistung bzw. Nutzungsüberlassung der vermieteten Vermögenswerte zeitraumbezogen bilanziert werden.

In den Umsatzerlösen werden die den Kunden berechneten Entgelte für Lieferungen und Leistungen - vermindert um Erlösschmälerungen und Skonti - ausgewiesen.

B.3.13 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die von der Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmer im Losberger De Boer Konzern haben bei Vorliegen der Voraussetzungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld gegenüber der Bundesagentur für Arbeit (BA) oder einer ähnlichen Behörde im Ausland einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, welches von der jeweiligen Tochtergesellschaft als Zahlstelle ausgezahlt wird. Monatlich errechnet Losberger De Boer das Kurzarbeitergeld und zahlt es an die Arbeitnehmer aus. Daneben hat Losberger De Boer einen eigenen Anspruch gegen die BA oder eine ähnliche Behörde auf Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen für Arbeitsausfälle. Es werden die von Losberger De Boer während des Bezugs von Kurzarbeitergeld allein zu tragenden Beiträge zur Sozialversicherung, das heißt soweit sich diese auf die "Ausfallstunden" beziehen, auf Antrag von der BA oder einer ähnlichen Behörde in pauschalierter Form erstattet.

Da der Anspruch auf das Kurzarbeitergeld dem Arbeitnehmer zusteht, stellt die Weiterleitung des Kurzarbeitergelds an die Arbeitnehmer aus Sicht des Losberger De Boer Konzerns lediglich einen durchlaufenden Posten dar, sodass weder ein Aufwand noch ein Ertrag auszuweisen ist. Folglich bleibt die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung insgesamt unberührt.

Etwas anderes gilt für die Erstattungen der von Losberger De Boer zu tragenden Aufwendungen zur Sozialversicherung (soweit auf die "Ausfallstunden" bezogen) durch die BA oder einer ähnlichen Behörde. Während die von Losberger De Boer getragenen Sozialversicherungsbeiträge als Personalaufwand zu erfassen sind, fallen die Erstattungen der BA oder einer ähnlichen Behörde als erfolgsbezogene Zuwendungen unter die Regelungen des IAS 20. In der Gewinn- und Verlustrechnung des Losberger De Boer Konzerns werden diese Erträge als Minderung des Personalaufwands dargestellt.

Der Anspruch auf Erstattung des Kurzarbeitergelds und der Erstattungsanspruch für Sozialversicherungsbeiträge werden als sonstige Vermögenswerte aktiviert.

In den Fällen, in denen die Zuwendungen von dritter Seite direkt an die Arbeitnehmer der Gesellschaften des Losberger De Boer Konzerns gezahlt werden, unterbleibt eine Erfassung der öffentlichen Beihilfen.

Bei den niederländischen Gesellschaften des Losberger De Boer Konzerns sind Lohnkostenzuschüsse bei einer staatlichen Stelle beantragt. Der Zuschuss ist eine Aufwandsentschädigung für Lohnkosten, der an den prozentualen Umsatzrückgang für diesen Zeitraum gekoppelt ist. Bei den französischen Gesellschaften wurde eine zum Kurzarbeitergeld vergleichbare Förderung in Anspruch genommen. Bei der chinesischen Tochtergesellschaft wurden Sozialversicherungsbeiträge reduziert. Diese Zuschüsse werden ebenfalls als Minderung des Personalaufwands dargestellt.

Die Losberger De Boer Holding GmbH hat für alle operativen deutschen Gesellschaften einen Antrag auf Corona Überbrückungshilfe III des Bundes für den Zeitraum November 2020 bis Juni 2021 beantragt. Die Auszahlung der Überbrückungshilfe III erfolgte im Januar 2022.

B.3.14 Währungsumrechnung

Die Umrechnung aller in fremder Währung erstellten Jahresabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften erfolgte nach dem Konzept der funktionalen Währung des IAS 21. Da alle Tochtergesellschaften ihr Geschäft finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch selbstständig betreiben, ist dies die jeweilige Landeswährung. Die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Tochterunternehmen werden zum Mittelkurs am Bilanzstichtag sowie die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs in Euro umgerechnet.

Die Umrechnungsdifferenzen, die aus diesen abweichenden Umrechnungskursen in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung resultieren, werden erfolgsneutral behandelt.

Die Kursdifferenzen aus der Umrechnung des Eigenkapitals zu verschiedenen Stichtagskursen werden ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital des Konzerns erfasst.

In den Einzelabschlüssen werden monetäre Positionen (Flüssige Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten) in Fremdwährung mit dem Kurs am Stichtag bewertet. Nicht monetäre Positionen in fremder Währung sind mit den historischen Werten angesetzt worden. Die Differenzen aus der Umrechnung monetärer Positionen werden erfolgswirksam verrechnet, soweit keine Nettoposition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb vorliegt. Eine Forderung oder Verbindlichkeit wird als Teil einer Nettoposition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb klassifiziert, wenn deren Abwicklung auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist. Umrechnungsdifferenzen aus einer Nettoposition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb werden zunächst erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und erst bei einer Veräußerung der Nettoposition in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

Die Wechselkurse der für den Losberger De Boer Holding-Konzern wesentlichen Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

Stichtagskurs = 1 € Durchschnittswert = 1 €
Währungen Iso-Code 31.12.2021 31. 12. 2020 1.1.- 31.12.2021 1.1.- 31.12.2020
Britisches Pfund GBP 0,84028 0,8990 0,8488 0,9062
US-Dollar USD 1,1326 1,2271 1,1304 1,2170
Chinesische Renminbi CNY 7,195 8,0225 7,1993 7,9602
VAE-Dirham AED 4,1615 4,5093 4,3402 4,2117
Katar Riyal QAR 4,12450 4,4691 4,3150 4,1767

C. ERLÄUTERUNGEN ZU EINZELNEN POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

C.1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse verteilen sich geographisch wie folgt:

2021 2020
T€ T€
Deutschland 52.011 39.747
Frankreich 22.032 23.571
Sonstige Europäische Union 42.440 32.148
Sonstiges Europa 20.090 24.462
Amerika 29.041 26.239
Afrika/Mittlerer Osten 18.509 57.394
Asien 11.223 8.078
Australien/Ozeanien 486 11
Umsatzerlöse 195.832 211.650

Innerhalb der sonstigen Europäischen Union sind die Niederlande und Spanien die geographisch bedeutsamsten Regionen. Die Umsätze im sonstigen Europa betreffen vor allem Großbritannien.

Die Umsatzerlöse verteilen sich nach dem Realisierungszeitpunkt wie folgt:

2021 2020
T€ T€
Vermietung - zeitraumbezogen 92.156 125.876
Verkauf - zeitpunktbezogen 103.676 85.774
Umsatzerlöse 195.832 211.650

C.2. Aktivierte Eigenleistungen

Die aktivierten Eigenleistungen in Höhe von T€ 4.771 (Vj.: T€ 3.056) ergeben sich aus der eigenen Herstellung von Hallen, Zelten und Containern zum Zwecke der Vermietung. Im Berichtsjahr sind keine Aktivierungen von Entwicklungskosten für Produktneuentwicklungen nach IAS 38 "Intangible Assets" erfolgt.

C.3. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich in folgende wesentliche Posten auf:

2021 2020
T€ T€
Erträge aus staatlichen Coronahilfsprogrammen 2.571 0
Erträge aus der Auflösung sonstiger Rückstellungen und abgegrenzter Schulden 1.340 796
Buchgewinne aus Anlagenabgängen 822 415
Kursgewinne 784 2.322
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 640 433
Mieterträge 274 192
Ertrag aus der Endkonsolidierung der Walter Piscine SASU 0 1.774
Sonstige 783 882
7.214 6.814

C.4. Personalaufwand

Die Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer stellen sich wie folgt dar:

2021 2020
T€ T€
Löhne und Gehälter 37.513 34.128
Soziale Abgaben 8.780 8.486
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 573 5.446
Aufwand aus leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen 1 2
46.867 48.062

Der Pensionsaufwand enthält die Leistungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen sowie für beitragsorientierte Pensionspläne. Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung sind in Höhe von T€ 2.149 (Vj.: T€ 2.312) in den sozialen Abgaben enthalten.

Der Personalbestand stellt sich wie folgt dar:

Durchschnittlicher Bestand Stand am
1.1. -31.12. 2021 1.1. -31.12. 2020 31.12.2021 31.12.2020
Lohnempfänger 339 367 340 323
Gehaltsempfänger 405 456 406 406
744 823 746 729

Die im Personalaufwand des Geschäftsjahres 2021 enthaltenen einmaligen Personalaufwendungen betragen T€ 573 (Vj.: T€ 5.467) und betreffen Abfindungen vor allem im Zusammenhang mit durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen.

Öffentliche Zuwendungen

Wenn Tochtergesellschaften des Losberger de Boer Konzerns einen eigenen Anspruch gegen die Bundesagentur für Arbeit (BA) oder eine ähnliche Behörde im Ausland auf Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen oder Löhnen und Gehältern haben, mindern diese Erstattungen den Personalaufwand. Bei dem Bezug von Kurzarbeitergeld durch Arbeitnehmer handelt es sich dagegen um einen durchlaufenden Posten für die Konzerngesellschaften ohne Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Für Mitarbeiter von Konzerngesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2021 insgesamt staatliche Unterstützungsleistungen in Form von Kurzarbeitergeld oder Lohnkosten- bzw. Sozialversicherungserstattungen von T€ 1.632 (Vj.: T€ 5.675) in Anspruch genommen, von denen T€ 719 (Vj.: T€ 2.830) auf die Niederlande, T€ 524 (Vj.: T€ 1.822) auf Deutschland, T€ 270 (Vj.: T€ 319) auf Großbritannien, T€ 119 (Vj.:T€ 0) auf Belgien, T€ 0 (Vj.: T€467) auf Frankreich und T€ 0 (Vj.: T€ 238) auf China entfallen. In den USA wurde zur finanziellen Unterstützung ein prinzipiell rückzahlbares Darlehen in Höhe von T€ 242 (Vj.: T€ 243) gewährt.

C.5. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich in folgende wesentliche Posten auf:

2021 2020
T€ T€
Versand-/Verpackungsaufwendungen 9.669 6.214
Verwaltungsaufwendungen 7.686 7.201
Sonstige Vertriebsaufwendungen (Werbung, Reisekosten, Verkaufsprovisionen, übrige Vertriebskosten) 3.696 3.810
Kosten für die Beratung im Rahmen der Refinanzierung und Restrukturierung 2.255 3.423
Mieten, Leasing, Raumkosten 2.056 1.508
Personalnebenkosten 1.884 1.120
Instandhaltungen 1.373 1.436
Kursverluste 809 1.375
Kfz-Kosten 504 432
Gewinnunabhängige Steuern 308 586
Schadensaufwendungen 70 427
Verluste aus Anlagenabgängen 12 288
Sonstige 924 1.251
Sonstige betriebliche Aufwendungen ohne Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte 31.246 29.071

Die Zuführungen zu Wertberichtigungen auf Forderungen und Forderungsverluste werden entsprechend der Anforderungen des IFRS 9 gesondert in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen.

Die nach der Anwendung von IFRS 16 ausgewiesenen Miet- und Leasingaufwendungen für 2021 von T€ 2.056 (Vj.: T€ 1.508) gliedern sich in kurzfristige Leasingverhältnisse (T€ 1.634, Vj.: T€ 1.093), Dienst- und Serviceleistungen (T€ 269, Vj.: T€ 258) und geringwertige Leasinggüter (T€153, Vj.: T€ 156).

C.6. Abschreibungen

Die Aufteilung der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ist dem Anlagenspiegel in den Abschnitten D.1. und D.2. zu entnehmen.

Die Abschreibungen für immaterielle Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2021 umfassen wie im Vorjahr ausschließlich planmäßige Abschreibungen. Die Abschreibungen auf Sachanlagen beinhalten außergewöhnliche Abschreibungen in Höhe von T€ 2.209 (Vj.: T€ 0) auf Vermietvermögen bei einer Tochtergesellschaft des De Boer Teilkonzerns.

Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen planmäßigen Abschreibungen aus Kaufpreisallokation von T€ 5.668 betrafen mit T€ 4.189 den Losberger GmbH-Teilkonzern und mit T€ 1.478 die De Boer-Gruppe. Die erworbenen Kundenstämme werden im Losberger GmbH-Teilkonzern über eine Nutzungsdauer von 6 bis 10 Jahren und im De Boer-Teilkonzern über 20 Jahre abgeschrieben. Das erworbene Vermietvermögen wird über 5 Jahre im Losberger GmbH-Teilkonzern und über 14,5 Jahre im De Boer-Teilkonzern planmäßig abgeschrieben.

Im Vorjahr wurden aufgrund reduzierter Planerwartungen außerplanmäßige Abschreibungen von T€ 1.197 auf immaterielle Vermögenswerte vorgenommen, die den Geschäfts- oder Firmenwert einer Tochtergesellschaft des Losberger GmbH-Teilkonzerns betreffen.

C.7. Finanzergebnis

2021 2020
T€ T€
Zinserträge
aus sonstigen Krediten und Forderungen 27 82
aus Verzugszinsen Kunden 20 30
Summe Zinserträge 47 112
Zinsaufwendungen
aus Bankverbindlichkeiten -2.300 -2.366
aus Finanzierungsleasing -336 -344
aus Operating Leasing (IFRS 16) -301 -237
an verbundene Unternehmen und Gesellschafter 0 -5
Übrige -128 -123
Summe Zinsaufwendungen -3.065 -3.075
Zinsergebnis -3.018 -2.963
Sonstige finanzielle Erträge/Aufwendungen -344 -292
Sonstiges Finanzergebnis -344 -292
Finanzergebnis -3.362 -3.255

C.8. Ertragsteuern

In dieser Position werden laufende und latente Steueraufwendungen und -erträge ausgewiesen, die sich wie folgt zusammensetzen:

2021 2020
T€ T€
Laufende Steueraufwendungen 2.390 1.095
Latente Steuererträge -2.427 -2.321
In der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung erfasste Ertragsteuern -37 -1.226

Unter den laufenden Steuern werden bei den Inlandsgesellschaften Körperschaft- und Gewerbesteuer und bei den Auslandsgesellschaften vergleichbare ertragsabhängige Steuern ausgewiesen. Die Ermittlung erfolgte nach den für die einzelnen Gesellschaften maßgeblichen Steuervorschriften. Ein Steueraufwand von T€ 0 (Vj.: T€ 68) resultierte aus periodenfremden Posten.

Die latenten Steuern werden aufgrund der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Bewertungsstichtag gelten bzw. erwartet werden. Unter Berücksichtigung der Gewerbesteuer, der Körperschaftsteuer sowie des Solidaritätszuschlages ermittelt sich für inländische Unternehmen ein Steuersatz zur Bewertung latenter Steuern von 28 % (Vj.: 28 %). Die Steuersätze im Ausland liegen zwischen 20 % und 40 %. Die passiven latenten Steuern auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation der erworbenen De Boer Gruppe zum 30. Juni 2017 aufgedeckten stillen Reserven wurden mit einem Ertrags Steuersatz von 25 % berechnet. Die passiven latenten Steuern auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation des erworbenen Losberger GmbH-Konzerns zum 30. September 2016 aufgedeckten stillen Reserven wurden vereinfachend mit einem Ertragssteuersatz von 30 % berechnet.

Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und temporäre Differenzen werden bilanziert, sofern deren Realisierung in der näheren Zukunft hinreichend gesichert erscheint.

Auf die Verlustvorträge der Tochtergesellschaft in China wurden T€ 291 aktive latente Steuern gebildet, wohingegen auf die übrigen Verlustvorträge von ausländischen Tochtergesellschaften in China, Frankreich und den Niederlanden keine latenten Steuern erfasst wurden.

Die aktiven latenten Steueransprüche und die passiven latenten Steuerschulden ergeben sich aus den temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen wie folgt:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
T€ T€ T€ T€
Zuordnung der latenten Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 668 677 938 314
Sachanlagen 1.221 936 7.221 9.836
Vorräte 449 448 40 3
Sonstige Rückstellungen 253 32 0 0
Leasingverbindlichkeiten 2.862 2.613 1.169 827
Finanzverbindlichkeiten 425 267 259 420
Verlustvorträge 365 334 0 0
Sonstige Bilanzposten 275 34 559 36
Summe 6.518 5.341 10.186 11.436
Saldierungen -5.815 -4.788 -5.815 -4.788
Bilanzposten latente Steuern 703 553 4.371 6.648

Der theoretische Steuerertrag/Steueraufwand unter Anwendung des Steuersatzes der Losberger De Boer Holding GmbH auf das Periodenergebnis vor Steuern kann wie folgt auf den in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Steuerertrag/Steueraufwand übergeleitet werden:

2021 2020
T€ T€
Ergebnis vor Ertragsteuern -9.447 -10.480
Ertragsteuersatz der Losberger De Boer Holding GmbH in
Prozent 28,0% 28,0%
Theoretische Höhe der Ertragsteuern -2.645 -2.934
Steuerliche Auswirkungen folgender Effekte
Abweichende ausländische Steuersätze 169 -3.994
Nichtaktivierung latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge 1.763 5.526
Nutzung nicht aktivierter steuerlicher Verlustvorträge -115 -476
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen 528 814
Andere steuerfreie Erträge 0 -497
Steuererträge bzw. -aufwendungen für Vorjahre 63 68
Sonstige 208 270
Ausgewiesene Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -37 -1.226

D. ERLÄUTERUNGEN ZU DEN EINZELNEN POSTEN DER BILANZ

D.1. Immaterielle Vermögenswerte

Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2021:

Immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation Geschäfts- oder Firmen-Werte Entwicklungskosten Lizenzen, Software und übrige immaterielle Vermögenswerte Summe
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten T€ T€ T€ T€ T€
Stand am 1. Januar 2021 60.458 112.656 1.821 31.904 206.839
Zugänge 0 0 513 4.099 4.612
Abgänge 0 0 0 10 10
Umgliederung 0 0 9 -9 0
Währungsanpassung 0 0 0 13 13
Stand am 31. Dezember 2021 60.458 112.656 2.343 35.997 211.454
Kumulierte Abschreibungen T€ T€ T€ T€ T€
Stand am 1. Januar 2021 46.335 92.734 1.800 26.105 166.974
Zugänge planmäßig 1.651 0 10 177 1.838
Zugänge außerplanmäßig 0 0 0 0 0
Abgänge 0 0 0 10 10
Währungsanpassung 0 0 0 12 12
Stand am 31. Dezember 2021 47.986 92.734 1.810 26.284 168.814
Buchwert 31. Dezember 2021 12.472 19.922 533 9.713 42.640

Geschäfts- oder Firmenwerte und Werthaltigkeitstest

Die allgemeine Vorgehensweise des Konzerns in Bezug auf die Bewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts ist in Abschnitt B. unter "Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen" sowie "Impairment" dargestellt.

Geschäfts- oder Firmenwerte im Losberger GmbH Teilkonzern

Die aus der Erstkonsolidierung des Losberger GmbH Teilkonzerns zum 30. September 2016 stammenden Geschäfts- oder Firmenwerte von € 108,9 Mio. wurden im Geschäftsjahr 2018 aufgrund der erheblich reduzierten Planerwartungen mit € 92,0 Mio. weitgehend außerplanmäßig abgeschrieben.

Die verbliebenen Geschäfts- oder Firmenwerte des Losberger GmbH Teilkonzerns werden jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Dabei wird der Buchwert der Zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("ZGE") mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag der ZGE ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag wird im Losberger De Boer Holding Konzern als Nutzungswert ("Value in Use") ermittelt und aus dem Barwert zukünftiger Cashflows abgeleitet. Die zukünftigen Cashflows werden aus der zum Bewertungszeitpunkt aktuellen Planung des Konzerns entnommen. Die Berechnung des Barwertes der geschätzten zukünftigen Cashflows beruht damit auf wesentlichen Annahmen, vor allem über künftige Absatzpreise bzw. -mengen und Kosten.

Die Buchwerte der im Losberger GmbH-Teilkonzern allokierten Geschäfts- oder Firmenwerte haben sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt entwickelt:

31.12. 2021 Impairment 2021 31.12. 2020
T€ T€ T€
Ehemalige Renz Handels- und Logistik GmbH, Deutschland, jetzt Losberger Modular Systems GmbH, Deutschland 8.100 0 8.100
Losberger US LLC, USA 4.355 0 4.355
Losberger Architecture Technology Co. Ltd, China 3.425 0 3.425
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 15.880 0 15.880

Der Berechnung des Nutzungswertes im Rahmen des Werthaltigkeitstests zum 31. Dezember 2021 lag die zum Bewertungszeitpunkt aktuelle Mittelfristplanung für den drei Geschäftsjahre umfassenden Planungszeitraum 2022 bis 2024 zugrunde. Für die Bestimmung des Nutzungswertes wurde ein Nachsteuerzinssatz (Weighted Average Cost of Capital = WACC) von 8,8 % für die zahlungsmittelgenerierende Einheit in Deutschland (Vj.: 8,8 %), 8,2 % in China (Vj.: 8,2 %) und 9,1 % in den USA (Vj.: 9,1 %) verwendet. Die kalkulierten Vorsteuerzinssätze betragen für Deutschland 13,2% (Vj.: 13,2%), für China 1,2% (Vj.: 1,2%) und für die USA 13,6% (Vj.: 13,6 %). Für alle ZGE wurde für die ewige Rente nach dem Detailplanungszeitraum unverändert zum Vorjahr eine Wachstumsrate von 1,0 % angesetzt.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf die verbliebenen Geschäfts- oder Firmenwerte des Losberger GmbH-Teilkonzerns waren auf Basis der getroffenen Annahmen zum 31. Dezember 2021 nicht erforderlich.

Geschäfts- oder Firmenwerte im De Boer-Teilkonzern

Nach gesonderter Aktivierung der immateriellen Vermögenswerte und stillen Reserven im Vermietvermögen im Rahmen der Kaufpreisallokation für den Erwerb des De Boer-Teilkonzerns ergab sich aus der Erstkonsolidierung der De Boer Gruppe zum 30. Juni 2017 ein Geschäfts-oder Firmenwert von T€ 4.042, der den erworbenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten aufgrund seiner vergleichsweise geringen Höhe nicht zugeordnet wurde.

Ein überschlägiger Werthaltigkeitstest zum 31. Dezember 2021 ergab unter Berücksichtigung der über dem Plan liegenden EBITDA-Ergebnisse der De Boer-Gruppe im Zeitraum Januar - April 2022 sowie einer daraus resultierenden angepassten Planung keine Anzeichen für einen Wertminderungsbedarf.

Immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation

De Boer-Gruppe

Im Rahmen der Kaufpreisallokation für den Erwerb der De Boer Gruppe zum 30. Juni 2017 wurden die Kundenstämme und der Auftragsbestand als gesondert ansatzpflichtige immaterielle Vermögenswerte identifiziert und mit dem geschätzten beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bilanziert. Die Ermittlung der Zeitwerte erfolgte mittels Discounted-Cashflow-Modellen. Für die Kundenstämme und Rahmenverträge aus dem Vermietungsbereich wurde zum Erstkonsolidierungszeitpunkt ein beizulegender Zeitwert von T€ 11.581 angesetzt. Die zum Erwerbszeitpunkt bestehenden Auftragsbestände wurden mit T€ 2.332 bewertet.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden planmäßige Abschreibungen von T€ 649 (Vj.: T€ 649) auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation der De Boer-Gruppe bilanzierten immateriellen Vermögenswerte erfasst. Für die Kundenstämme wird eine geschätzte Nutzungsdauer von siebeneinhalb bis zwanzig Jahren zu Grunde gelegt.

Losberger GmbH-Teilkonzern

Im Rahmen der Kaufpreisallokation für den Erwerb des Losberger GmbH-Konzerns zum 30. September 2016 wurden die Kundenstämme und der Auftragsbestand als gesondert ansatzpflichtige immaterielle Vermögenswerte identifiziert und mit dem geschätzten beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bilanziert. Die Ermittlung der Zeitwerte erfolgte mittels Discounted-Cashflow-Modellen. Für die Kundenstämme aus den Bereichen Verkauf und Vermietung wurde zum Erstkonsolidierungszeitpunkt ein beizulegender Zeitwert von T€ 40.517 angesetzt. Die zum Erwerbszeitpunkt bestehenden Auftragsbestände wurden mit T€ 6.128 bewertet.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden planmäßige Abschreibungen von T€ 1.002 (Vj.: T€ 1.002) auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation für den Erwerb des Losberger GmbH-Konzerns bilanzierten immateriellen Vermögenswerte erfasst. Diese Abschreibungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in dem Posten planmäßige Abschreibungen aus Kaufpreisallokation ausgewiesen. Für die Kundenstämme wird eine geschätzte Nutzungsdauer von sechs bis zehn Jahren zu Grunde gelegt.

Vorjahresdarstellung

Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2020:

Immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation Geschäfts- oder Firmen-Werte Entwicklungskosten Lizenzen, Software und übrige immaterielle Vermögenswerte Summe
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten T€ T€ T€ T€ T€
Stand am 1. Januar 2020 60.458 114.834 1.845 28.821 205.958
Zugänge 0 0 0 3.863 3.863
Abgänge 0 0 24 168 190
Abgänge durch Endkonsolidierung 0 2.178 0 32 2.212
Währungsanpassung 0 0 0 -580 -580
Stand am 31. Dezember 2020 60.458 112.656 1.821 31.904 206.839
Kumulierte Abschreibungen T€ T€ T€ T€ T€
Stand am 1. Januar 2020 44.684 92.031 1.821 26.610 165.146
Zugänge planmäßig 1.651 0 3 242 1.896
Zugänge außerplanmäßig 0 1.197 0 0 1.197
Abgänge 0 0 24 168 192
Abgänge durch Endkonsolidierung 0 494 0 0 494
Währungsanpassung 0 0 0 -579 -579
Stand am 31. Dezember 2020 46.335 92.734 1.800 26.105 166.974
Buchwert 31. Dezember 2020 14.123 19.922 21 5.799 39.865

D.2. Sachanlagen

Entwicklung der Sachanlagen im Geschäftsjahr 2021:

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Vermietvermögen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen, Anlagen im Bau Summe
T€ T€ T€ T€ T€ T€
Stand am 1. Januar 2021 42.420 8.299 231.997 24.533 1.587 308.836
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Zugänge 112 106 8.328 1.008 581 10.135
Zugänge IFRS 16 6.463 6 0 714 0 7.183
Abgänge 142 216 6.470 144 661 7.633
Abgänge IFRS 16 2.502 62 0 1.038 0 3.602
Umbuchungen 32 801 -21 601 -1.405 8
Währungsanpassung 344 57 673 132 6 1.212
Stand am 31. Dezember 2021 46.727 8.991 234.507 25.806 108 316.139

Kumulierte Abschreibungen

T€ T€ T€ T€ T€ T€
Stand am 1. Januar 2021 20.642 7.099 175.228 19.107 36 222.112
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Zugänge 731 508 15.918 1.314 11 18.482
Zugänge IFRS 16 3.539 23 0 1.106 0 4.668
Abgänge 33 208 5.587 163 49 6.040
Abgänge IFRS 16 1.333 62 0 918 0 2.313
Umbuchungen -20 0 21 -1 0 0
Währungsanpassung 163 30 474 110 2 779
Stand am 31. Dezember 2021 23.689 7.390 186.054 20.555 0 237.688
Buchwert 31. Dezember 2021 23.038 1.601 48.453 5.251 108 78.451
Davon IFRS 16 10.629 81 0 1.532 0 12.242

Die Abschreibungen des Geschäftsjahres 2021 betreffen ausschließlich planmäßige Abschreibungen.

Im Rahmender Kaufpreisallokation für den Erwerb des De Boer-Teilkonzerns zum 30. Juni 2017 wurde das erworbene Vermietvermögen zum beizulegenden Zeitwert bewertet und dabei stille Reserven in Höhe von T€ 11.993 identifiziert und angesetzt. Im Rahmen der Kaufpreisallokation für den Erwerb des Losberger GmbH-Teilkonzerns zum 30. September 2016 wurde das Vermietvermögen zum beizulegenden Zeitwert bewertet und dabei stille Reserven in Höhe von T€ 25.000 identifiziert und angesetzt. Der beizulegende Zeitwert des Vermietvermögens wurde auf Basis der langjährigen Erfahrungen, über die bei den regelmäßig stattfindenden Verkäufen von Vermietvermögen realisierten Kaufpreise ermittelt. Das Vermietvermögen inklusive der erfassten stillen Reserven wird über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben und bei Abgängen zum fortgeführten Zeitwert inklusive der stillen Reserven ausgebucht. Im Geschäftsjahr 2021 wurden Abschreibungen auf die aktivierten stillen Reserven von T€ 3.188 im Losberger GmbH-Teilkonzern und von T€829 im De Boer-Teilkonzern erfasst, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in dem Posten "Planmäßige Abschreibungen aus Kaufpreisallokation" erfasst werden.

Vorjahresdarstellung

Entwicklung der Sachanlagen im Geschäftsjahr 2020:

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Vermietvermögen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen, Anlagen im Bau Summe
T€ T€ T€ T€ T€ T€
Stand am 1. Januar 2020 43.214 9.366 232.089 25.298 283 310.250
Veränderung Konsolidierungskreis -832 -669 0 -217 0 -1.718
Zugänge 484 253 9.621 1.172 1.211 12.741
Zugänge IFRS 16 4.967 0 0 915 0 5.882
Abgänge 1.171 573 9.885 1.740 68 13.437
Abgänge IFRS 16 3.736 49 0 495 0 4.280
Umbuchungen -194 0 322 -298 170 0
Währungsanpassung -312 -29 -150 -102 -9 -602
Stand am 31. Dezember 2020 42.420 8.299 231.997 24.533 1.587 308.836
Kumulierte Abschreibungen
T€ T€ T€ T€ T€ T€
Stand am 1. Januar 2020 18.629 7.942 167.998 19.121 0 213.690
Veränderung Konsolidierungs- kreis -132 -620 0 -118 0 -870
Zugänge 649 354 15.567 1.054 37 17.661
Zugänge IFRS 16 3.790 51 0 1.212 0 5.053
Abgänge 472 564 8.557 1.442 0 11.035
Abgänge IFRS 16 1.610 49 0 448 0 2.107
Umbuchungen -114 0 320 -206 0 0
Währungsanpassung -98 -15 -100 -66 -1 -280
Stand am 31. Dezember 2020 20.642 7.099 175.228 19.107 36 222.112
Buchwert 31. Dezember 2020 21.778 1.200 56.769 5.426 1.551 86.724
Davon IFRS 16 8.752 93 0 2.021 0 10.866

Sachanlagen aus Finanzierungsleasing

In den Sachanlagen sind geleaste Vermögenswerte in Höhe von T€ 4.958 (Vj.: T€ 5.395) enthalten, die wegen der Gestaltung der zugrundeliegenden Leasingverträge der jeweiligen Konzerngesellschaft als wirtschaftliche Eigentümerin (Finanzierungsleasing) zuzurechnen sind.

Die Buchwerte der aufgrund der Klassifizierung als Finanzierungsleasing aktivierten Leasinggegenstände des Sachanlagevermögens gliedern sich wie folgt auf:

31.12.2021 31.12.2020
T€ T€
Grundstücke und Bauten 4.724 4.898
Vermietvermögen 0 97
Technische Anlagen und Maschinen, Fahrzeuge 234 400
4.958 5.395

D.3. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Losberger GmbH vermietet langfristig ein in Bobzin, Mecklenburg-Vorpommern, gelegenes bebautes Betriebsgrundstück, das daher als Renditeimmobilie gemäß IAS 40 zu bilanzieren ist. Im Geschäftsjahr 2007 wurde das Betriebsgrundstück nebst Gebäuden im Rahmen einer Sale-and-lease-back-Transaktion an eine Leasingobjektgesellschaft veräußert und langfristig zurückgemietet. Da die Kriterien des IAS 17 für eine Klassifikation als Finanzierungsleasing erfüllt waren, wurde die Renditeimmobilie weiter bei der Losberger GmbH bilanziert. Diese Bilanzierung wurde auch nach IFRS 16 fortgeführt. Aufgrund des Finanzierungsleasings ist während der Laufzeit des Leasingvertrags von 18 Jahren keine Veräußerung der Renditeimmobilie möglich.

Eine unabhängige Bewertung der Renditeimmobilie wurde von einem Sachverständigen zum 31. August 2006 durchgeführt, um den beizulegenden Zeitwert des Grundstücks und Gebäudes in zeitlicher Nähe zum Erwerbszeitpunkt zu ermitteln. Die gemäß dem Ertragswertverfahren vorgenommene Bewertung war mit einem Diskontierungszinssatz von 7,75 % erfolgt. Im August 2007 wurde das bebaute Grundstück im Rahmen der o.g. Sale-and-lease-back-Transaktion für einen Verkaufspreis von insgesamt T€ 3.500 an eine Leasingobjektgesellschaft veräußert.

Zum 31. Dezember 2021 wurde kein neuer beizulegender Zeitwert gutachterlich ermittelt, da auf Basis von vorliegenden Marktinformationen und der Vermietungssituation davon ausgegangen wird, dass der beizulegende Zeitwert weitgehend den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht.

Die Renditeimmobilie wird in Ausübung des Wahlrechts des IAS 40 zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt entwickelt haben:

2021 2020
T€ T€
Buchwert zu Beginn des Geschäftsjahres 2.374 2.458
Planmäßige Abschreibungen -84 -84
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 2.290 2.374

Mit der Renditeimmobilie wurden im Geschäftsjahr 2021 Mieterträge von T€ 253 (Vj.: T€ 173) erzielt, denen direkte Betriebsaufwendungen von T€ 98 (Vj.: T€ 53) gegenüberstanden. Die Mieterträge werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Die Renditeimmobilie wird über eine Nutzungsdauer von 40 Jahren planmäßig linear abgeschrieben.

D.4. Vorräte

Die Vorräte setzen sich im Detail wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
T€ T€
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 12.164 7.354
Unfertige Erzeugnisse 1.052 873
Unfertige Leistungen 1.262 816
Fertige Erzeugnisse und Waren 14.913 11.529
Bilanzausweis Vorräte 29.391 20.572

Vorräte wurden in Höhe von T€ 38.812 (Vj.: T€ 46.440) aufwandswirksam erfasst. Auf die bilanzierten Vorräte wurden Abwertungen auf den Nettoveräußerungswert in Höhe von T€ 2.214 (Vj.: T€ 3.233) vorgenommen. Im Berichtsjahr wurden Wertaufholungen (Vj.: Wertminderungen) auf Vorräte in Höhe von T€ 241 (Vj.: T€ 741) erfasst.

D.5. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

31.12.2021 31.12.2020
T€ T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 38.601 29.682
Wertberichtigungen -7.102 -5.150
Bilanzausweis Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.499 24.532

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben, mit Ausnahme von T€ 66 (Vj.: T€ 66) bei einer Restlaufzeit zwischen 1 und 5 Jahren, keine Forderungen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 2.741 (Vj.: T€ 1.326) aufwandswirksam erfasst. Diese Wertberichtigungen wurden aufgrund von Vergangenheitserfahrungen und Prognosen der Zahlungsausfälle und der Altersstruktur des Forderungsbestands berechnet. Zusätzlich wurden Forderungsverluste auf zuvor nicht wertberichtigte Forderungen in Höhe von T€ 0 (Vj.: T€ 4) im Aufwand berücksichtigt.

Die nicht wertgeminderten Forderungen setzen sich nach Zeitbändern wie folgt zusammen:

Altersanalyse der überfälligen, aber nicht wertgeminderten Forderungen 31.12.2021 31.12.2020
T€ T€
Weder überfällige noch einzelwertberichtigte Forderungen 20.851 11.836
Überfällige, aber nicht einzelwertberichtigte Forderungen
weniger als 30 Tage 3.140 2.813
zwischen 31 und 60 Tagen 907 1.061
zwischen 61 und 90 Tagen 762 2.603
mehr als 90 Tage überfällig 5.839 6.219
Summe 31.499 24.532
Restbuchwert einzelwertberichtigte Forderungen 0 0
Bilanzausweis Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.499 24.532

Die Wertberichtigungen für Ausfallrisiken aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

Wertberichtigungen auf Forderungen

2021 2020
T€ T€
Stand zu Beginn des Geschäftsjahres 5.150 5.243
Wertberichtigungen des Geschäftsjahres
- Zuführungen 2.741 1.326
- Verbrauch -768 -986
- Auflösungen -21 -433
Stand am 31. Dezember 7.102 5.150

D.6. Sonstige kurzfristige und langfristige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte betreffen folgende wesentliche Posten:

31.12.2021 31.12.2020
T€ T€
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 5.439 1.091
Umsatzsteuer 3.610 3.073
Forderungen aus Corona Überbrückungshilfe III 2.371 0
Debitorische Kreditoren 1.188 498
Rechnungsabgrenzungsposten 186 349
Übrige 976 1.242
Bilanzausweis sonstige kurzfristige Vermögenswerte 13.770 6.253

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte in Höhe von T€ 5.576 (Vj.: T€ 5.812) enthalten im Wesentlichen Projektforderungen von T€ 4.585 (Vj.: T€ 4.820), die im Zusammenhang mit einem mehrjährigen Großprojekt am Horn von Afrika stehen, für das eine langfristige Ratenzahlungsvereinbarung getroffen wurde. Des Weiteren betrifft der Posten vor allem sonstige Ausleihungen an Dritte bei der Losberger Modular Systems GmbH mit T€ 600 (Vj.: T€ 600) und im De Boer-Teilkonzern mit T€ 382 (Vj.: T€ 382).

Auf die sonstigen kurzfristigen und langfristigen Vermögenwerte wurden wie im Vorjahr keine Wertberichtigungen erfasst.

D.7. Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Entsprechend der Anforderungen des IFRS 15 sind Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten auszuweisen. Die Bilanzierung der Vertragsvermögenswerte und -schulden wird auf Vertragsebene beurteilt.

Vertragsvermögenswerte werden ausgewiesen, wenn bei zeitraumbezogenen Projektleistungen für die Erfüllung der vertraglichen Leistungsverpflichtungen durch eine Gesellschaft der Losberger De Boer Gruppe ein bedingter Anspruch auf eine Gegenleistung besteht. Die Losberger De Boer Gruppe erhält bei solchen Projektleistungen Zahlungen von Kunden auf der Grundlage von Abrechnungsplänen (feste Zeiträume oder bei Erreichen bestimmter Milestones), die Bestandteil der Verträge sind. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 weisen wir Vertragsvermögenswerte in Höhe von T€ 1.184 (Vj.: T€ 0) aus.

Wenn die Zahlungen von Kunden vorzeitig, also vor Erfüllung der vertraglichen Leistungen, erhalten wurden oder fällig geworden sind, insbesondere bei erhaltenen Anzahlungen von Kunden für Projektleistungen, wird eine Vertragsverbindlichkeit erfasst. Die Vertragsverbindlichkeiten werden als Umsatzerlöse realisiert, sobald die vertragliche Leistung erbracht wird. Vertragsverbindlichkeiten werden zum 31. Dezember 2021 in Höhe von T€ 9.233 (Vj.:T€ 7.880) ausgewiesen und betreffen überwiegend Tochtergesellschaften der De Boer-Gruppe. Die Vertragsverbindlichkeiten enthalten mit T€ 476 (Vj.: T€ 2.000) Gewährleistungsverpflichtungen für ein Großprojekt. Die zur Vorperiode erfassten Vertragsverbindlichkeiten sind im Wesentlichen in den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres 2021 enthalten. Auch für die Vertragsverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2021 wird angenommen, dass diese überwiegend im Folgejahr realisiert bzw. fällig werden.

D.8. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Bei den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um Kassenbestände und Guthaben bei verschiedenen Banken in unterschiedlicher Währung (liquide Mittel).

Zum Bilanzstichtag bestanden liquide Mittel in Höhe von T€ 18.171 (Vj.:T€ 20.748). Die Entwicklung der liquiden Mittel, die den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 "Cash-Flow Statements" bilden, ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt.

Es wurden keine Wertberichtigungen auf flüssige Mittel gebildet, da sämtliche Banken, bei denen wesentliche Guthaben bestehen, ein "Investment Grade" aufweisen.

D.9. Eigenkapital

Die Entwicklung der einzelnen Komponenten des Konzerneigenkapitals für die Geschäftsjahre 2021 und 2020 ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

a) Gezeichnetes Kapital

Das Stammkapital der Losberger De Boer Holding GmbH beträgt € 27.000,00.

b) Kapitalrücklage

Die zum 31. Dezember 2021 ausgewiesene Kapitalrücklage der Losberger De Boer Holding GmbH in Höhe von T€ 198.095 enthält den Eigenkapitalbeitrag der damaligen Gesellschafterin zur Finanzierung der Erwerbe des De Boer Structures Holding B.V.-Konzerns und des Losberger GmbH-Konzerns in Höhe von T€ 107.684, die Einlagen von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von T€ 90.191 durch die Gläubiger im Rahmen eines Debt-equity-Swaps abzüglich zurechenbarer Transaktionskosten sowie T€ 220 infolge des Down-Stream-Mergers der vorherigen Alleingesellschafterin LoGi Holding GmbH auf die Losberger De Boer Holding GmbH.

c) Währungsausgleichsposten

Die sich aus Währungskursänderungen seit dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung des Losberger GmbH-Konzerns am 1. Oktober 2016 ergebenden Differenzen in den Eigenkapitalwerten der ausländischen Tochtergesellschaften werden in einem Währungsausgleichsposten im Konzerneigenkapital ausgewiesen.

D.10. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für die betriebliche Altersversorgung wird grundsätzlich zwischen beitrags- und leistungsorientierten Versorgungssystemen unterschieden. Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen ("Defined Contribution Plans") geht das jeweilige Unternehmen über die Entrichtung von Beitragszahlungen an zweckgebundene Fonds keine weiteren Verpflichtungen ein. Die Aufwendungen dafür betrugen im Geschäftsjahr 2021 T€ 2.149 (Vj.: T€2.312) und entfielen vollständig auf Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, die zugesagten Leistungen an aktive und frühere Mitarbeiter zu erfüllen ("Defined Benefit Plans"). Bei der Losberger GmbH sowie den französischen Tochtergesellschaften des Losberger De Boer-Konzerns bestehen leistungsorientierte Verpflichtungen für die Altersversorgung von Mitarbeitern. Für diese Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter sowie deren Hinterbliebene werden Pensionsrückstellungen gebildet. Je nach rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes bestehen unterschiedliche Formen der Alterssicherung, die in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Höhe des Entgeltes der Mitarbeiter basieren. Von den Pensionsrückstellungen entfallen T€ 449 (Vj.:T€ 357) auf die französischen Konzerngesellschaften, T€ 149 (Vj.:T€ 143) auf die De Boer Gesellschaften in Deutschland und den Niederlanden sowie T€ 8 (Vj.:T€ 9) auf die Losberger GmbH.

Im Losberger De Boer-Konzern bestehen keine fondsfinanzierten Versorgungszusagen. Die Höhe der Pensionsverpflichtungen (Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen bzw. "Defined Benefit Obligation") wurde nach versicherungsmathematischen Methoden unter Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berechnet. Auf weitere Angaben wird aufgrund der Unwesentlichkeit der Pensionsverpflichtungen verzichtet.

D.11. Sonstige Rückstellungen

Die Entwicklung der Sonstigen Rückstellungen ist dem folgenden Rückstellungsspiegel zu entnehmen:

Garantien/ Gewährleistungen Prozesskosten/ -risiken Sonstige Steuern Handelsvertreter Sonstige Summe
T€ T€ T€ T€ T€ T€
Stand 1. Januar 2020 215 277 102 48 466 1.108
Abgang aus Entkonsolidierung 0 70 0 0 0 70
Inanspruchnahme 149 113 90 0 456 808
Auflösung 0 0 0 2 3 5
Zuführung 663 921 60 28 325 1.997
Stand 31. Dezember 2020 729 1.015 72 74 332 2.222
Inanspruchnahme 208 145 13 0 149 515
Auflösung 281 369 0 16 124 790
Zuführung 121 485 0 15 245 822
Währungsumrechnung 0 0 0 0 8 8
Stand 31. Dezember 2021 361 986 59 73 312 1.791

Die Garantierückstellungen wurden auf Basis des garantiebehafteten Umsatzes aufgrund von den Erfahrungswerten der Vergangenheit unter Berücksichtigung der Verhältnisse am Bilanzstichtag bewertet und zusätzlich für einzelne Projektrisiken gebildet. Bezüglich der Fälligkeit der Abflüsse für die gebildeten Rückstellungen bestehen Unsicherheiten, so dass diese bis auf langfristige Abfindungsverpflichtungen an Handelsvertreter in Höhe von T€ 73 (Vj.: T€ 74) jeweils als kurzfristig angesehen werden.

Abgegrenzte Schulden ("Accruals"), bei denen die Höhe und/oder Fälligkeit der Verpflichtung relativ genau zu schätzen sind, werden nicht unter den Rückstellungen, sondern als sonstige Verbindlichkeiten (Abschnitt D.13.) ausgewiesen.

D.12. Finanzverbindlichkeiten

Die Details der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

31.12.2021 31.12.2020
davon Restlaufzeit davon Restlaufzeit
Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr über 5 Jahre Gesamt Bis 1 Jahr über 1 Jahr über 5 Jahre
T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€
Gesellschafterdarlehen 566 566 0 0 1.043 1.043 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 94.334 7.181 87.153 0 89.135 6.638 82.497 0
Leasingverbindlichkeiten 14.679 388 14.291 0 13.500 3.757 9.743 0
Summe 109.579 8.135 101.444 0 103.678 11.438 92.240 0

Gesellschafterverbindlichkeiten

Die Mehrheitsgesellschafterin LDB Investment SARL hat im Mai 2019 Darlehensforderungen in Höhe von T€ 2.000 gegen die Losberger De Boer Holding GmbH von den Gläubigern übernommen. Auf diese Darlehensforderungen sind in 2021 Tilgungszahlungen von T€ 477 (Vj.: T€ 391) geleistet worden. Das Darlehen mit einem Restbetrag von T€ 566 zum 31. Dezember 2021 ist jederzeit fällig und damit als kurzfristig auszuweisen.

Für die Bankverbindlichkeiten in Höhe von T€ 92.117 (Vj.: T€ 86.892) sind Grundschulden an Grundstücken der Losberger GmbH als Sicherheit bestellt sowie das bewegliche Anlagevermögen, gewerbliche Schutzrechte und das gesamte Umlaufvermögen der wesentlichen Tochtergesellschaften des Losberger GmbH-Teilkonzerns als Sicherheiten verpfändet. Zusätzlich sind die Bankguthaben dieser Tochtergesellschaften als Sicherheit verpfändet und deren Forderungen global abgetreten.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Im Rahmen des Debt-Equity-Swaps haben die Geschäftsbanken Finanzverbindlichkeiten von T€ 125.153 abzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten von T€ 2.460 in das Eigenkapital der Losberger De Boer-Gruppe eingelegt.

Im Rahmen der Refinanzierung im Mai 2019 wurden außerdem neue Darlehen und Kontokorrentkredite von T€ 40.742 durch die Kreditinstitute an Gruppengesellschaften ausgezahlt. Planmäßige Tilgungen von Bankdarlehen sind im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von T€ 588 (Vj.: T€ 588) erfolgt.

Verpflichtungen aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen

Bei der Losberger GmbH bestehen zum 31. Dezember 2021 unverändert zum Vorjahr als Finanzierungs-Leasing zu klassifizierende Leasingverträge für ein Betriebsgrundstück in Bad Rappenau und die als Finanzinvestition gehaltene Renditeimmobilie in Bobzin/Mecklenburg-Vorpommern aufgrund von vereinbarten Kaufoptionen.

Außerdem bestehen bei der Losberger GmbH und mehreren weiteren Tochtergesellschaften Finanzierungsleasingverträge bezüglich verschiedener technischer Anlagen, da die Grundmietzeit den wesentlichen Teil von deren wirtschaftlicher Nutzungsdauer umfasst oder eine günstige Kaufoption besteht. Bei der Losberger Modular Systems GmbH bestehen zum 31. Dezember 2021 als Finanzierungs-Leasing zu klassifizierende Mietkaufverträge für Vermietvermögen.

Von den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing wurden die aus zwei Immobilienleasingverträgen der Losberger GmbH resultierenden Mieterdarlehen abgesetzt. Die Mieterdarlehen valutierten zum 31. Dezember 2021 in Höhe von T€ 4.599 (Vj.: T€ 4.362). Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing betragen nach diesem Abzug zum 31. Dezember 2021 T€ 2.049 (Vj.: T€ 2.567).

Operating-Leasingverhältnisse

Die Konzerngesellschaften haben eine Vielzahl von als Operating-Leasingvereinbarungen zu klassifizierende Miet- und Leasingverträge geschlossen, vor allem in Form von Mietverträgen für Büro- und Geschäftsräume und des Leasings von Firmen-Kfz. Während die Mietverträge für Büro- und Geschäftsräume durchschnittliche Laufzeiten von 5 bis 10 Jahren aufweisen, haben die Kfz-Leasingverträge eine Laufzeit von 36 bis 48 Monaten. Bis auf die Mietverträge für Büro- und Geschäftsräume bestehen in der Regel keine Mietverlängerungsoptionen bezüglich der Operating-Leasingverträge.

Die erstmalige Anwendung von IFRS 16 zum 1. Januar 2019 führte zum Ansatz kurz- und langfristiger Leasingverbindlichkeiten aus zuvor als Operating-Leasing klassifizierten Miet- und Leasingverhältnissen in Höhe von insgesamt T€ 17.018. Bis zum 31. Dezember 2021 hat sich der Buchwert der gemäß IFRS 16 bilanzierten Leasingverbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2021 auf T€ 12.629 (Vj.: T€ 10.932) fortentwickelt.

Im Geschäftsjahr 2021 waren keine wesentlichen nicht in die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten einbezogenen Aufwendungen für variable Leasingzahlungen zu verzeichnen. Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten betrugen im Geschäftsjahr 2021 T€ 4.510 (Vj.: T€ 3.375).

Zum 31. Dezember 2021 bestehen keine wesentlichen zukünftigen Zahlungsverpflichtungen für Leasingverträge, die noch nicht begonnen haben und die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten unberücksichtigt geblieben sind.

Es bestehen keine unkündbaren Untermietverhältnisse, die bei der Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen zu berücksichtigen sind. Erfolgswirksam erfasste bedingte Mietzahlungen liegen nicht vor.

D.13. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

31.12.2021 31.12.2020
T€ T€
Bilanzausweis Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22.959 17.640

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen ausschließlich gegenüber Dritten und sind sämtlich innerhalb eines Jahres fällig.

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten beinhalten als wesentliche Posten neben den abgegrenzten Schulden vor allem Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit mit T€ 1.753 (Vj.:T€ 1.391), Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer und sonstigen Steuern mitT€ 3.296 (Vj.: T€ 2.249) sowie Verbindlichkeiten aus Lohn- und Gehaltsverrechnung mit T€216 (Vj.: T€ 276) und erhaltene Anzahlungen auf Vorräte mit T€ 9.762 (Vj.: T€ 2.795).

Die in den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthaltenen abgegrenzten Schulden in Höhe von T€ 18.339 (Vj.: T€ 14.672) betreffen vor allem ausstehende Rechnungen von Lieferanten von T€ 8.429 (Vj.: T€ 7.749) und personalbezogene Verpflichtungen von T€ 5.733 (Vj.: T€ 4.533). Bei den abgegrenzten Schulden handelt es sich um Verpflichtungen, bei denen Höhe und Fälligkeit der Schuld nicht genau feststehen, aber relativ sicher ermittelbar sind.

D.14. Leasingverhältnisse als Leasinggeber, Haftungsverhältnisse und andere Eventualverpflichtungen

Operating-Leasingverhältnisse - Der Konzern als Leasinggeber

Die Konzerngesellschaften vermieten Zelte, Hallen und andere temporäre Bauten ausschließlich im Rahmen von als Operating-Leasing zu klassifizierenden Leasingverhältnissen.

Zum Bilanzstichtag bestehen folgende zukünftige Mindestleasingzahlungsansprüche aufgrund unkündbarer Operating-Leasingverhältnisse:

31.12.2021 31.12.2020
T€ T€
Nominale Summe der künftigen Mindestleasingzahlungsforderungen
Fällig innerhalb eines Jahres 2.605 5.999
Fällig zwischen einem und fünf Jahren 6.186 1.428
Fällig nach mehr als fünf Jahren 0 0
Gesamtbetrag 8.791 7.427

Künftige Mieteinnahmen, die der Konzern als Leasinggeber aus bestehenden Operating-Lease-Verträgen im Zusammenhang mit der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erwartet, werden unter Textziffer D.3 aufgeführt und sind hier nicht enthalten.

Rechtsstreitigkeiten

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit sind Gesellschaften des Losberger De Boer Holding-Konzerns zum 31. Dezember 2021 an mehreren Gerichtsverfahren beteiligt. In Deutschland ist die Losberger Modular Systems GmbH Beklagte auf Schadenersatz in einem Gerichts- und Vergleichsverfahren, aus dem im ungünstigsten Fall Verpflichtungen in einer Höhe von ca. € 2,1 Mio. zuzüglich weiterer noch nicht genau bezifferbarer Kosten auf den Konzern zukommen könnten. Bereits in den Vorjahren wurden die Netto-Forderungen der Tochtergesellschaft gegen die Klägerin in Höhe von € 1,9 Mio. vollständig wertberichtigt. Für die weiteren möglichen Verpflichtungen aus dem Gerichts- und Vergleichsverfahren wurden Rückstellungen im Jahresabschluss der Muttergesellschaft gebildet. Weitere Rechtsstreitigkeiten, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten, bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

Für eventuelle finanzielle Belastungen aus den Gerichtsverfahren sind bei der jeweiligen Konzerngesellschaft in angemessener Höhe Rückstellungen für Prozessrisiken und Prozesskosten gebildet worden, wenn Ursache des Rechtsstreits ein Ereignis vor dem Bilanzstichtag ist und von der Geschäftsführung die Wahrscheinlichkeit des Abflusses von finanziellen Ressourcen mit mehr als 50 % eingeschätzt wird.

Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2021 bestehen im Losberger De Boer Holding-Konzern weder Haftungsverhältnisse noch Eventualverbindlichkeiten.

D.15. Finanzinstrumente

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente nach Bilanzposten und Bewertungskategorien des IFRS 9

Buchwerte der Finanzinstrumente unterteilt nach Bilanzposition, Klassen und Bewertungskategorien 31.12.2021 31.12.2020
Kategorie nach Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
IFRS9 T€ T€ T€ T€
Finanzielle Vermögenswerte
Langfristig
Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen Aafv 2 2 2 2
Sonstige langfristige Darlehen Aac 5.571 5.571 5.807 5.807
Wertpapiere des Anlagevermögens Aafv 3 3 3 3
Kurzfristig
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Aac 31.499 31.499 24.532 24.532
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte Aac 4.237 4.237 1.453 1.453
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Aac 18.171 18.171 20.748 20.748
Summe finanzielle Vermögenswerte 59.483 59.483 52.545 52.545
Finanzielle Verbindlichkeiten
Langfristig
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Gesellschafterdarlehen Flac 0 0 0 0
Bankdarlehen Flac 87.153 87.153 82.497 82.497
Finanzierungsleasing/ Mietkaufverbindlichkeiten IFRS 16 14.290 14.290 9.743 9.743
Sonstige Darlehen Flac 0 0 0 0
Kurzfristig
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Flac 22.959 22.959 17.640 17.640
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Gesellschafterdarlehen Flac 566 566 1.043 1.043
Bankkredite Flac 7.185 7.185 6.638 6.638
Finanzierungsleasing/ Mietkaufverbindlichkeiten IFRS 16 388 388 3.757 3.757
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten Flac 1.209 1.209 1.479 1.479
Summe Finanzielle Verbindlichkeiten 133.750 133.750 122.797 122.797
Aggregierter Ausweis nach Bewertungskategorien
Financial Assets measured at amortised costs (Aac) Aac 59.478 59.478 52.540 52.540
Financial Assets at Fair Value through profit and loss (Aafv) Aafv 5 5 5 5
Financial Liabilities measured at amortised costs (Flac) FlaFlac Flac 19.079.072 119.0729.072 19.279.297 929.297

Bei den liquiden Mitteln, den kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie den aufgenommenen Finanzverbindlichkeiten entsprechen die Buchwerte wegen der kurzen Restlaufzeit bzw. marktgerechten Verzinsung näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten. Auch bei den Leasingverbindlichkeiten bestehen keine wesentlichen Unterschiede zwischen beizulegendem Zeitwert und Buchwert.

Die Einstufung der Finanzinstrumente in die dreistufige Bewertungshierarchie nach IFRS 13 führt zu keinen Anpassungen in der Losberger-Gruppe.

Nettoergebnisse und Zinsen aus Finanzinstrumenten, gegliedert nach IFRS 9-Bewertungskategorien

Geschäftsjahr 2021 Nettoergebnis
Aus Zinsen Fair Value Wertberichtigung Saldo
T€ T€ T€ T€
Financial Assets measured at amortised costs (Aac) 47 -39 -2.086 -2.125
Financial Liabilities measured at amortised costs (Flac) -2.727 14 0 14
Summe -2.680 -25 -2.086 -2.111
Geschäftsjahr 2020 Nettoergebnis
Aus Zinsen Fair Value Wertberichtigung Saldo
T€ T€ T€ T€
Financial Assets measured at amortised costs (Aac) 112 934 -881 53
Financial Liabilities measured at amortised costs (Flac) -2.717 13 0 13
Summe -2.605 947 -881 66

Zinsen und Dividenden sind nicht Bestandteil des Nettoergebnisses. Die Zinserträge und Zinsaufwendungen werden getrennt dargestellt.

Das Nettoergebnis der Bewertungskategorie "Financial Assets measured at amortised costs" beinhaltet Wertminderungen, Wertaufholungen sowie Ergebnisse aus Währungsumrechnung.

Das Nettoergebnis der Bewertungskategorie "Financial Liabilities measured at amortised costs" betrifft Ergebnisse aus Währungsumrechnung.

Finanzrisikomanagement

Im Rahmen der Finanzierung seiner Geschäftstätigkeit setzt der Konzern kurz-, mittel- und langfristige Bankdarlehen, Finanzierungs-Leasing sowie Zahlungsmittel ein. Der Losberger De Boer Konzern verfügt über verschiedene weitere finanzielle Vermögenswerte und Schulden wie zum Beispiel Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die unmittelbar im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit entstehen.

Marktrisiko

Die Aktivitäten des Konzerns setzen ihn im Wesentlichen finanziellen Risiken aus der Änderung von Wechselkursen und Zinssätzen aus.

Zur Begrenzung seiner Zins- und Währungsrisiken aus Finanzinstrumenten setzt der Konzern selektiv auch derivative Absicherungsinstrumente ein. Bei den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um Zinssicherungsinstrumente, insbesondere Zinsswaps und Zinscaps, und um Instrumente zur Absicherung von Wechselkursrisiken in Form von Devisentermingeschäften und Devisenoptionen. Der Abschluss entsprechender Geschäfte erfolgt ausschließlich mit Kontrahenten erstklassiger Bonität.

Währungsrisiko

Im Losberger De Boer-Konzern werden sowohl Einkäufe als auch Verkäufe in Fremdwährungen getätigt. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus den Aktivitäten im Losberger De Boer-Konzern werden selektiv überwiegend Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen eingesetzt.

Fremdwährungssensitivitätsanalyse

Der Losberger De Boer-Konzern ist hauptsächlich dem Wechselkursrisiko aus Änderungen des US-Dollar-Kurses und in geringerem Umfang aus der Kursentwicklung des Britischen Pfund (GBP) sowie des Chinesischen Yuan/Renminbi (CNY) ausgesetzt.

Die folgende Tabelle zeigt aus Konzernsicht die Sensitivität eines 10%igen Anstiegs des Euros gegenüber der jeweiligen Fremdwährung auf. Die Sensitivitätsanalyse beinhaltet lediglich ausstehende, auf fremde Währung lautende monetäre Positionen und passt deren Umrechnung zum Periodenende gemäß einer 10%igen Änderung der Wechselkurse an. Die Sensitivitätsanalyse beinhaltet die Fremdwährungsposten aus dem operativen Geschäftsbetrieb bereinigt um die über derivative Finanzinstrumente abgesicherten Beträge. Eine untenstehende negative Zahl weist auf einen Rückgang des Jahresergebnisses bzw. des Eigenkapitals hin, wenn der Euro gegenüber der jeweiligen Währung um 10 % ansteigt.

Fällt der Euro um 10 % gegenüber der jeweiligen Währung, hat dies eine gleich große und gegensätzliche Auswirkung auf das Jahresergebnis bzw. Eigenkapital, die nachstehenden Posten wären somit positiv.

Auswirkung Auswirkung Auswirkung
US-Dollar Britisches Pfund Chinesischer RMB
2021 2020 2021 2020 2021 2020
T€ T€ T€ T€ T€ T€
Jahresergebnis -21 -92 0 0 0 -51

Im Losberger De Boer-Konzern bestanden am Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 keine derivativen Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken.

Zinsrisiko

Der Konzern ist Zinsrisiken ausgesetzt, da die Konzernunternehmen Finanzmittel zu festen und variablen Zinssätzen aufnehmen.

Zinssicherungsinstrumente in Form von Caps werden genutzt, um die Auswirkungen von zukünftigen Zinsänderungen auf die Finanzierungskosten der Kredite auszuschließen, die einer variablen Verzinsung unterliegen. Für die Refinanzierung im Berichtsjahr wurde im November 2021 eine neue Zinssicherungsvereinbarung über einen Bezugsbetrag von € 81,8 Mio. geschlossen. Der Zinscap hat eine Laufzeit bis zum 29. Dezember 2023 und sichert eine Cap-Rate von 0,00%.

Zinssensitivitätsanalyse

Im Folgenden werden die Ergebnisse einer Sensitivitätsanalyse bezüglich des Zinsrisikos von derivativen und nicht derivativen Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag dargestellt. Für variabel verzinsliche Verbindlichkeiten wird die Analyse unter der Annahme erstellt, dass der Betrag der ausstehenden Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 für das gesamte Jahr 2022 ausstehend ist. Dabei wird ein Anstieg bzw. ein Absinken des Zinses von 100 Basispunkten unterstellt. Dies stellt die Einschätzung der Geschäftsführung hinsichtlich einer begründeten, möglichen Änderung des Zinsniveaus dar. Eine solche Erhöhung würde zu einem zusätzlichen Zinsaufwand für den Konzern von T€ 948 p.a. (Vj.: T€ 898) führen.

Ausfallrisiko

Unter dem Ausfallrisiko versteht man das Risiko eines Verlustes für den Konzern, wenn eine Vertragspartei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Ausfallrisiken ist der Losberger De Boer-Konzern im Wesentlichen durch seine Forderungen aus dem laufenden Liefer- und Leistungsverkehr ausgesetzt. Alle Kunden, die mit Konzerngesellschaften wesentliche Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Die Forderungsbestände werden laufend überwacht und bei erkennbaren Risiken Wertberichtigungen gebildet, so dass der Losberger De Boer-Konzern darüber hinaus keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Das maximale Ausfallrisiko besteht theoretisch in Höhe des jeweiligen Buchwertes der Forderungen.

Bonitätsrisiken sind für die Unternehmensgruppe aufgrund der diversifizierten Kundenstruktur nur in begrenztem Maße vorhanden.

Bei derivativen Finanzinstrumenten ist der Losberger De Boer-Konzern einem Kreditrisiko ausgesetzt, das durch die Nichterfüllung der vertraglichen Vereinbarungen seitens der Vertragspartner entsteht. Dieses Kreditrisiko wird dadurch minimiert, dass Geschäfte nur mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen werden.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass der Konzern nicht in der Lage ist, seine finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen. Zur Steuerung und Kontrolle der Liquidität verfügt die Gruppe über eine detaillierte kurzfristige Finanzplanung. Mit Unterstützung dieses Instrumentariums konnte auf Basis der durch die Banken bzw. den Mehrheitsgesellschafter zur Verfügung gestellten Darlehen und Kontokorrentlinien die kurzfristige Liquidität im Berichtsjahr gewährleistet werden.

Über die kurzfristige Finanzplanung stellt der Konzern sicher, dass ausreichend Mittel auf Abruf bereitstehen, um die erwarteten Betriebsausgaben einschließlich der zur Bedienung der finanziellen Verpflichtungen benötigten Beträge für einen Zeitraum von 30 Tagen zu decken. Dem Konzern standen zum Bilanzstichtag Senior Loans und kurzfristige Kreditlinien von Geschäftsbanken zur Deckung des Liquiditätsbedarfs zur Verfügung.

In der nachfolgenden Tabelle sind die zum Bilanzstichtag vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären Finanzverbindlichkeiten zusammengestellt:

31.12.2021 Cashflows (in T€)
Gesellschafterdarlehen Kredite und Darlehen (Banken) Leasingverbindlichkeiten
T€ T€ T€
Cashflows 2022 566 10.167 4.080
Cashflows 2023 - 2026 0 91.390 7.576
Cashflows 2027 ff. 0 0 3.112
Summe 566 101.557 14.768
Buchwerte 566 94.756 14.679
31.12.2020
Gesellschafterdarlehen Kredite und Darlehen (Banken) Leasingverbindlichkeiten
T€ T€ T€
Cashflows 2021 1.043 8.682 4.019
Cashflows 2022 - 2025 0 84.644 7.067
Cashflows 2026 ff. 0 0 3.460
Summe 1.043 93.326 14.546
Buchwerte 1.043 89.792 13.500

Einbezogen sind alle Finanzverbindlichkeiten, die am Bilanzstichtag bereits im Bestand waren und für die Zahlungen vertraglich vereinbart sind. Planzahlen für künftige neue Verbindlichkeiten und die nach dem Bilanzstichtag vereinbarte Refinanzierung und Entschuldung der Losberger De Boer-Gruppe sind nicht einbezogen.

Die variablen Zinszahlungen wurden durch Fixierung der zum Bilanzstichtag gültigen Zinssätze ermittelt.

Kapitalrisikomanagement

Grundsatz der Geschäftsführung ist es, eine stabile Kapitalbasis aufrecht zu erhalten, um nicht das Vertrauen der Gläubiger und des Marktes zu verlieren und um zukünftigen Geschäftsentwicklungen gewachsen zu sein.

Durch die im Mai 2019 erfolgte Refinanzierung und Entschuldung hat sich der Konzern finanziell neu aufgestellt. Das Eigenkapital wurde durch den Debt-Equity-Swap wieder hergestellt und die Verschuldung erheblich gesenkt. Das Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko des Losberger de Boer Konzerns ist sowohl durch das aktuelle Facility Agreement (SFA, Laufzeit derzeit bis zum 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2024, zzgl. einer 12-monatigen Verlängerungsoption bis 31.Dezember 2023 bzw. 31. Dezember 2024) als auch den begleitenden Restrukturierungsplan im Zeitablauf deutlich gesunken. Das Unternehmen verfügt gegenwärtig über ausreichend Liquidität in Form von Bankguthaben, Garantien und Kreditlinien.

In der Refinanzierungsvereinbarung aus Mai 2019 wurden als einzuhaltende Finanzkennzahlen (Financial Covenants) eine Mindest-Liquidität, der Verschuldungsgrad (Leverage) und ein Mindest-EBITDA definiert. In dem am 22. November 2021 unterschriebenen Amendment and Restatement Agreement wurden unter anderen die einzuhaltenden Finanzkennzahlen neu definiert. Seit dem 30. September 2021 sind die einzuhaltenden Finanzkennzahlen eine Mindest-Liquidität iHv € 10 Mio. sowie eine Zinsdeckung (definiert als EBITDA der letzten 4 Quartalen geteilt durch die Netto-Zinslasten für den gleichen Zeitraum). Die Zielgrößen sind für jedes Quartal definiert und sind seit dem 30. September 2021 in jedem Quartal eingehalten worden.

Eine Nichteinhaltung der Covenants würde grundsätzlich eine außerordentliche Kündigungsoption für die Konsortialbanken ermöglichen. Dies hätte möglicherweise zur Folge, dass sich die Finanzierung verteuert oder ein nicht antizipierter Finanzierungsbedarf auftritt.

E. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG

In der Kapitalflussrechnung nach IAS 7 "Cash-Flow Statements" werden Zahlungsströme eines Geschäftsjahres erfasst, um Informationen über die Bewegungen der Zahlungsmittel des Unternehmens darzustellen. Die Zahlungsströme werden nach laufender Geschäftstätigkeit sowie nach Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel, somit Kassenbestand, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit diese innerhalb von drei Monaten verfügbar sind.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wurde nach der indirekten Methode durch Korrektur des Ergebnisses vor Steuern um Bestandsveränderungen der Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, zahlungsunwirksamen Posten sowie allen anderen Posten, die Cashflows in den Bereichen Investition oder Finanzierung darstellen, ermittelt. Die Cashflows aus der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit wurden zahlungsbezogen ermittelt. Effekte aus der Währungsumrechnung sowie Änderungen des Konsolidierungskreises werden dabei bereinigt.

Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sind folgende Positionen enthalten:

2021 2020
T€ T€
Ertragsteuerzahlungen abzüglich Erstattungen 1.305 1.859
Erhaltene Zinsen 47 112

Überleitungsrechnung für die Finanzschulden

Die nachfolgende Überleitungsrechnung stellt sowohl die zahlungswirksamen als auch die zahlungsunwirksamen Veränderungen der Schulden, die aus der Finanzierungstätigkeit resultieren, dar. Die Überleitungsrechnung umfasst alle Fremdkapitalposten, für die Zahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen wurden bzw. zukünftig dort auszuweisen sind.

Berichtsjahr

T€ Cashflows Zahlungsunwirksame Veränderungen
01.01. 2021 Auszahlungen Aufnahme Währungseffekte IFRS 16 Zinsen / Kosten Endkonsolidierung 31.12. 2021
Gesellschafterdarlehen 1.043 -477 0 0 0 0 0 566
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (langfristig) 82.497 -588 5.000 0 0 240 0 87.149
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (kurzfristig) 6.638 0 224 0 0 323 0 7.185
Leasingverbindlichkeiten 13.500 0 508 0 671 0 0 14.679
Summe 103.678 -1.065 5.732 0 671 563 0 109.579

Vorjahresdarstellung

T€ Cashflows Zahlungsunwirksame Veränderungen
01.01. 2020 Auszahlungen Aufnahme Währungseffekte IFRS 16 Zinsen / Kosten Endkonsolidierung 31.12. 2020
Gesellschafterdarlehen 1.434 -391 0 0 0 0 0 1.043
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (langfristig) 82.612 -588 234 0 0 239 0 82.497
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (kurzfristig) 9.686 -3.551 503 0 0 0 0 6.638
Leasingverbindlichkeiten 17.195 -3.375 0 -206 686 0 -800 13.500
Summe 110.927 -7.905 737 -206 686 239 -800 103.678

F. SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN

F.1. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für den Losberger De Boer Konzern die Personen und Unternehmen, die den Konzern beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diesen ausüben oder durch den Konzern beherrscht bzw. maßgeblich beeinflusst werden.

Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne von IAS 24 "Related Party Disclosures" sind somit grundsätzlich die Mitglieder der Geschäftsführung der Losberger De Boer Holding GmbH und Losberger GmbH, deren nahe Familienangehörige sowie nicht voll konsolidierte Tochtergesellschaften und assoziierte Unternehmen. Auf Gesellschafterseite sind nahestehende Unternehmen die Mehrheitsgesellschafterin LDB Investment SARL, Luxemburg, und deren Gesellschafter.

Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die Losberger De Boer Holding GmbH, Bad Rappenau, ist das Mutterunternehmen des Losberger De Boer Konzerns. Die folgende Übersicht stellt die Tochterunternehmen der Losberger De Boer Holding GmbH dar:

Beteiligungsquote
%
Konsolidierte Tochtergesellschaften
Losberger GmbH Gruppe
Losberger GmbH, Bad Rappenau * 100,00
Losberger US LLC, Frederick, Maryland, USA 100,00
Losberger Architecture Technology Co. Ltd., Shanghai, China 100,00
Losberger S.A.S, Brumath, Frankreich 100,00
Bachmann RDS S.A.S., Ivry-Sur-Seine, Frankreich 100,00
Losberger Modular Systems GmbH, Mannheim * 100,00
Losberger Zeltbeteiligungsgesellschaft mbH, Bad Rappenau 100,00
De Boer Gruppe
De Boer Structures Holding B.V., Alkmaar, Niederlande 100,00
De Boer Investment B.V., Alkmaar, Niederlande 100,00
De Boer Structures B.V., Alkmaar, Niederlande 100,00
Losberger De Boer International B.V., Alkmaar, Niederlande 100,00
Losberger De Boer Logistics B.V., Alkmaar, Niederlande 100,00
De Boer Tenten N.V., Bree, Belgien 100,00
De Boer Delivery N.V., Bree, Belgien 100,00
De Boer Investment (UK) Ltd., Brackley, Großbritannien 100,00
Losberger De Boer UK Ltd., Brackley, Großbritannien 100,00
Losberger De Boer GmbH Internationaler Zeltverleih, Recklinghausen * 100,00
De Boer Estructuras Espana SL, Barcelona, Spanien 100,00
Losberger De Boer Trading and Contracting LLC, Doha, Katar ** 100,00
Losberger De Boer International Interface Works LLC, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate ** 100,00
Losberger De Boer International Interface Works LLC, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate ** 100,00
Losberger De Boer Saudi for Contracting LLC, Saudi-Arabien ** 100,00
Übrige vollkonsolidierte Tochtergesellschaften
Special Textile France SAS, Montceau-les-Mines, Frankreich 100,00
Special Textile Hungaria Kft, Szekszärd, Ungarn 100,00

* Für diese Gesellschaften werden die Offenlegungserleichterungen nach § 264 Abs. 3 HGB angewendet.

* Für diese Gesellschaften werden die Offenlegungserleichterungen nach § 264 Abs. 3 HGB angewendet.
** Diese Gesellschaften werden im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen, da die De Boer Structures Holding B.V. jeweils nach Abzug einer Managementfee an den jeweiligen Mitgesellschafter satzungsgemäß einen Gewinnanspruch auf das vollständige Jahresergebnis hat.

Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Gesellschafter

Die Mehrheitsgesellschafterin LDB Investment SARL hat im Mai 2019 Darlehensforderungen in Höhe von T€ 2.000 gegen die Losberger De Boer Holding GmbH von den Gläubigern übernommen. Auf diese Darlehensforderungen sind in 2021 Tilgungszahlungen von T€ 476 geleistet worden. Das Darlehen mit einem Restbetrag von T€ 566 zum 31. Dezember 2021 ist jederzeit fällig und wird mit 0,2 % p.a. verzinst.

F.2. Organe der Gesellschaft

Geschäftsführung

Zu gesamtvertretungsberechtigten Geschäftsführern der Losberger De Boer Holding GmbH waren bzw. sind bestellt:

Herr Arnout Theodoros de Hair, Chief Executive Officer, Heerhugowaard, Niederlande

Herr Joachim Ehlers-Nuwenhof, Chief Financial Officer, Pulheim (bis zum 26. Mai 2021)

Herr Didier Simons, Chief Financial Officer, Bussum, Niederlande (ab 26. Mai 2021)

Herr Alexander Stamm, Chief Operating Officer, Bad Säckingen (ab 1. Januar 2022)

Gesamtvergütung der Geschäftsführung

Die Aufwendungen für die Bezüge der Geschäftsführer des Mutterunternehmens haben im Geschäftsjahr 2021 T€ 444 (Vj.: T€621) betragen. Davon entfallen T€444 (Vj.: T€ 585) auf fixe Bestandteile und T€ 0 (Vj.: T€ 36) auf variable Bestandteile.

Vergütungen an ehemalige Geschäftsführer wurden im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von T€ 200 (2020 T€ 355) gezahlt.

F.3. Honorar des Abschlussprüfers

Der Abschlussprüfer hat bzw. wird voraussichtlich Honorare inklusive Reisekosten in Höhe von T€ 130 (Vj.: T€ 173) für die Jahresabschlussprüfungen von in den Konzern einbezogenen Gesellschaften und die Konzernabschlussprüfung erhalten. Andere Leistungen wurden von der Prüfungsgesellschaft nicht erbracht.

F.4. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Das Unternehmen verfügt zum Zeitpunkt der Beendigung der Berichtserstellung über freie Kreditlinien und Bankguthaben.

Auch in 2022 werden weitere gesellschaftsrechtliche Veränderungen durchgeführt, um das Organigramm des Konzerns weiter zu verschlanken und die gesellschaftsrechtliche Struktur der kommerziellen Geschäftsbereichsstruktur weiter anzupassen. Zum einen werden die De Boer Structures B.V und die De Boer Tenten N.V. verschmolzen, des Weiteren ist geplant im zweiten Halbjahr 2022 die Losberger Zeltbeteiligungs GmbH auf die Losberger GmbH zu verschmelzen.

Nach Ende des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2021 ist das elektronische Netzwerk der Losberger De Boer Gruppe am 28. April 2022 (Hinweis dazu: der 28. April 2022 ist im Moment nur eine Annahme von PwC, welche noch nicht validiert ist. Fakt ist, dass der eigentliche Angriff mit Verschlüsselung in der Nacht vom 12. auf den 13. Mai 2022 stattfand) angegriffen und in der Folge sind Datenbestände verschlüsselt worden. Diese konnten jedoch aufgrund sofort eingeleiteter Maßnahmen und durch das Hinzuziehen von Spezialisten umfassend wieder hergestellt werden.

Hieraus resultierend hat die Gesellschaft ihre Datensicherheit nochmals verbessert und die Überwachung des Netzwerkes durch einen externen Dienstleister (24 Stunden / 7 Tage) erweitert. Zum aktuellen Zeitpunkt hat sich der Sicherheitsvorfall nicht wesentlich auf den Geschäftsbetrieb der Losberger De Boer Holding GmbH ausgewirkt, da sowohl das ERP-Programm als auch die Finanzbuchhaltungssoftware nicht betroffen waren.

Die Geschäftsführung des Mutterunternehmens ist derzeit in Verhandlungen mit dem kreditgebenden Bankenkonsortium betreffend die Verlängerung der Kreditlinie auf den 31. Dezember 2023 inklusive einer Verlängerungsoption um weitere zwölf Monate. Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen; die Geschäftsführung ist jedoch zuversichtlich, diese noch im zweiten Quartal 2022 abschließen zu können.

 

Bad Rappenau, am 31. Mai 2022

Die Geschäftsführung

Arnout Theodorus de Hair

Didier Simons

Alexander Stamm

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2021

Konzernkapitalflussrechnung Gj. 2021 Gj. 2020
In tausend Euro Anhang
Konzernergebnis -9.411 -9.254
Abschreibungen auf Anlagevermögen 25.072 25.891
Zunahme/(Abnahme) der langfristigen Rückstellungen -333 -124
Veränderung der latenten Steuern -2.426 -2.048
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge 0 -1.774
Cash Earnings 12.902 12.691
(Zu-)/Abnahme der Vorräte -8.820 1.890
(Zu-)/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -13.710 14.897
(Zu-)/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 20.807 -7.519
Veränderung des Working capitals -1.723 9.268
Zinsaufwendungen/(Zinserträge) 3.018 2.963
Gewinn/Verlust aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte -810 -127
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit E. 13.387 24.795
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -4.612 -3.863
Einzahlungen aus dem Abgang von Anlagevermögen 3.692 4.692
Investitionen in Sachanlagen -17.326 -17.927
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -357 0
Einzahlungen aus Finanzanlagen 592 1.893
Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis abzgl. abgehender liquider Mittel 0 3.598
Erhaltene Zinsen 47 112
Cashflow aus der Investitionstätigkeit E. -17.964 -11.495
Auszahlungen für die Tilgung von Gesellschafterdarlehen -477 -391
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 5.732 737
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten -588 -7.514
Gezahlte Zinsen -3.058 -2.391
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit E. 1.609 -9.559
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel E. -2.968 3.741
Liquide Mittel am Anfang des Geschäftsjahres E. 20.748 17.854
Wechselkursbedingte und konsolidierungskreisbedingte Veränderung der liquiden Mittel 391 -847
Liquide Mittel am Ende des Geschäftsjahres E. 18.171 20.748

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr 2021

Stammkapital Kapitalrücklage Bilanzverlust Währungsausgleichsposten
In tausend Euro
Stand zum 31.12.2019 27 198.095 -140.568 24
Änderung Konsolidierungskreis -275 -109
Ergebnis Geschäftsjahr -9.254 0
Sonstiges Gesamtergebnis 0 -1.393
Gesamtergebnis 0 0 -9.254 -1.393
Stand zum 31.12.2020 27 198.095 -150.097 -1.478
Ergebnis Geschäftsjahr -9.411 345
Gesamtergebnis 0 0 -9.411 345
Stand zum 31.12.2021 27 198.095 -159.508 -1.133
Den Gesellschaftern der Losberger Holding zustehendes Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
In tausend Euro
Stand zum 31.12.2019 57.578 0 57.578
Änderung Konsolidierungskreis -384 0 -384
Ergebnis Geschäftsjahr -9.254 0 -9.254
Sonstiges Gesamtergebnis -1.393 0 -1.393
Gesamtergebnis -10.647 0 -10.647
Stand zum 31.12.2020 46.547 0 46.547
Ergebnis Geschäftsjahr -9.066 0 -9.066
Gesamtergebnis -9.066 0 -9.066
Stand zum 31.12.2021 37.481 0 37.481

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Losberger De Boer Holding GmbH, Bad Rappenau-Fürfeld:

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Losberger De Boer Holding GmbH, Bad Rappenau- Fürfeld - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung sowie dem Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Losberger De Boer Holding GmbH, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB an-zuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzern-lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, 29. Juli 2022

Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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Dr. Christian Back, Wirtschaftsprüfer

Martin Haack, Wirtschaftsprüfer

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