AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH

Gleimstraße 5, 38820 Halberstadt, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal HRB 113701
Vorher
AMEOS Klinikum St. Salvator Halberstadt GmbH
Eingetragen
4.4.2003
Branche
Krankenhäuser (ohne Hochschulkliniken, Vorsorge- und Rehabilitationskliniken)Sonstige teilstationäre PflegeeinrichtungenSonstige vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Gegenstand
der Betrieb und die Unterhaltung eines oder mehrerer Krankenhäuser, insbesondere der Betrieb des AMEOS Klinikums in Halberstadt, der Betrieb von Pflege- und Eingliederungshäusern sowie sonstigen Einrichtungen des Gesundheitswesens mit entsprechenden Nebenbetrieben.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stephan Freitag
seit 19.4.2024
Geschäftsführer
Hartung Dr. Andreas
seit 3.8.2016
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
AMEOS Holding AGCHE
94.90%
Dr. Paeger & Co Holding KommanditgesellschaftCHE
5.10%

Gesellschafter

3 Gesellschafter

GmbH-Struktur

2 von 3 angezeigt

AMEIOS Holding AG
Switzerland
3.987.800 €
95.00%
Dr. Paeger & Co Holding Kommanditgesellschaft
Switzerland
214.200 €
5.10%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH

Halberstadt

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Der vorliegende Lagebericht wurde gemäß § 289 Handelsgesetzbuch (HGB) erstellt.

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft war im gesamten Jahresverlauf 2023 von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten geprägt. Ursächlich für diese schwächer als zu Jahresbeginn allgemeinerwartete Entwicklung waren vor allem die Nachwirkungen der massiven Kaufkraftverluste im Zuge der Energiepreiskrise, die den privaten Konsum geschwächt haben. Hinzu kommen die deutlich geringere Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft sowie die dämpfenden Effekte der geopolitischen Spannungen und Krisen.1

Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland sank in den Jahren 2023 bzw. 2024 preisbereinigt um 0,3 % bzw. 0,2 %.2 Die deutsche Arbeitslosenquote ist im Dezember 2023 auf 5,7 %3 angestiegen und Verbraucherpreise sind im gleichen Zeitraum im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,7 %4 gestiegen. Der Anstieg der Nominallöhne in Deutschland betrug im Jahr 2023 6,0 %5.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Der Gesundheitssektor zählt zu den weltweit bedeutendsten Wirtschaftszweigen, der sich im Vergleich zu anderen Branchen unabhängig von den konjunkturellen Schwankungen stabil entwickelt. Die Lebenserwartung in Deutschland erhöht sich seit Jahren kontinuierlich. Nach den auf die aktuellen Sterblichkeitsverhältnisse bezogenen Periodensterbetafeln beträgt die Lebenserwartung für neugeborene Jungen 78 Jahre und 83 Jahre für neugeborene Mädchen. Auch für ältere Menschen ist die Lebenserwartung gestiegen. So beläuft sich die fernere Lebenserwartung von 65-jährigen Männern auf 18, und für 65-jährige Frauen auf ca. 21 Jahre.6 Die Gründe dafür sind bessere medizinische Versorgung, das zunehmende Gesundheitsbewusstsein sowie der medizinisch-technische Fortschritt. Durch den zunehmenden Bedarf an medizinischer Versorgung, aufgrund der stetig alternden Gesellschaft, sowie wachsender Zahl der chronisch kranken Patienten steigen die Gesundheitsausgaben in Deutschland anhaltend an. Im Jahr 2022 stiegen die Ausgaben um 5,1 % (Vorjahr 5,7 %) gegenüber dem Vorjahr auf 498,1 Mrd. €. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt lag damit bei 12,8 %.7 Die Gesamtkosten der Krankenhäuser beliefen sich 2022 auf 132,7 Mrd. € (Vorjahr: 126,9 Mrd. €), wobei mit rund 114,2 Mrd. € (Vorjahr: 109,3 Mrd. €) ca. 86 % auf die stationäre Krankenhausversorgung entfallen.8

Mit dem COVID-19-Krankenhausenlastungsgesetz vom 27. März 2020 hat der Gesetzgeber Maßnahmen zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser für die Bereitstellung zusätzlicher Versorgungskapazitäten festgelegt. Aufgrund der pandemischen Lage wurden auch im Berichtsjahr weitere Maßnahmen fortgeführt bzw. an die aktuelle Lage angepasst.

Krankenhäuser haben ebenfalls für den Zeitraum vom 15. November 2021 bis zum 18. April 2022 Ausgleichszahlungen für Einnahmeausfälle aufgrund verschobener oder ausgesetzter planbarer Operationen und Behandlungen erhalten. Die Rechtsgrundlage findet sich in § 21 Abs. 4b KHG.

Krankenhäuser erhielten für die Behandlung von mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Patientinnen und Patienten, die im Zeitraum vom 1. November 2021 bis zum 30. Juni 2022 aufgenommen wurden, einen Versorgungsaufschlag. Die Rechtsgrundlage findet sich in § 21a KHG.9

Die Bundesregierung hat beschlossen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Wirtschaft von den durch den Krieg in der Ukraine steigenden Energiekosten zu entlasten und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Nach § 26f KHG erhalten zugelassene Krankenhäuser für den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. April 2024 aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds eine krankenhausindividuelle Ausgleichszahlung zum pauschalen Ausgleich von mittelbar durch den Anstieg der Energiepreise verursachten Kostensteigerungen und krankenhausindividuelle Erstattungsbeträge zum Ausgleich ihrer gestiegenen Kosten für den Bezug von leitungsgebundenem Erdgas, leitungsgebundener Fernwärme und leitungsgebundenem Strom.

Des Weiteren traten am 24. Dezember 2022 die gesetzlichen Strom-, Gas- und Wärmepreisbremsen in Kraft, welche die Privathaushalte und Unternehmen von den stark gestiegenen Energiekosten entlasten. Die Entlastung beim Strompreis setzte am 1. Januar 2023 ein, während die Entlastung beim Gaspreis ab dem 1. März 2023 wirksam wurde.10

1. Grundlagen des Unternehmens

Die AMEOS Gruppe ist eine Gesundheitsdienstleisterin im deutschsprachigen Raum. Die Gruppe mit Sitz in Zürich wurde 2002 gegründet. Sie ist spezialisiert auf die Übernahme von Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen, für die sie langfristige Perspektiven entwickelt.

Die AMEOS Einrichtungen bieten der gesamten Bevölkerung eine Versorgung in regionalen Netzwerken und verbinden Angebote unterschiedlicher Versorgungsbereiche (Somatik, Psychiatrie, Pflege, Eingliederung und Reha) und verschiedener Versorgungsstufen (stationär, teilstationär, ambulant).

AMEOS Klinika

Die somatischen AMEOS Klinika bieten als allgemeine Akutkrankenhäuser ein diversifiziertes Angebot an konservativen und operativen Leistungen, ergänzt durch überregionale Schwerpunkte.

Die Marktsituation im somatischen Bereich ist differenziert zu betrachten. Einerseits führen die demographische Entwicklung sowie der medizinisch-technische Fortschritt zu einer nachhaltigen Nachfragesteigerung, andererseits wächst als Folge des gesamtwirtschaftlichen Umfelds der Kostendruck durch die Gesetzliche Krankenversicherung, welcher durch die regulatorischen Aktivitäten des Gesetzgebers noch verstärkt wird.

Gemäß den Vorgaben des Krankenhausentgeltgesetzes (KHEntgG) veröffentlicht das Statistische Bundesamt jährlich den Orientierungswert für Krankenhäuser. Dieser Wert soll die durchschnittliche prozentuale Veränderung der Krankenhauskosten im Personal- und Sachkostenbereich in den vorangegangenen zwei Halbjahren wiedergeben und ist für das Folgejahr maßgeblich. Für 2023 wurde der Orientierungswert mit 6,95 %11 berechnet und liegt somit über dem Vorjahreswert in Höhe von 6,07 %12. Der Anstieg der Nominallöhne des Gesundheits- und Sozialwesens lag im Vergleich dazu im 2. Quartal 2023 bei 8,2 % und im 3. Quartal 2023 bei 6,8 %.13

Zum 1. Januar 2020 ist das „Gesetz für bessere und unabhängigere Prüfungen“ (MDK-Reformgesetz) in Kraft getreten. Die Medizinischen Dienste sollen durch das Gesetz gestärkt und unabhängiger von den Krankenkassen organisiert werden. Das zweite große Anliegen des Gesetzgebers ist die Reform der Krankenhausabrechnungsprüfung. Bestimmte Anreize, wie variable Prüfquoten und Aufschläge auf den Erstattungsbetrag, sollen die Kliniken künftig stärker anhalten, korrekt abzurechnen. Außerdem sollen strittige Kodier- und Abrechnungsfragen systematisch geklärt und reduziert werden.14

Ab 2022 wird die Prüfquote abhängig vom prozentualen Anteil der unbeanstandeten Rechnungen im vorvergangenen Quartal bestimmt. Die entsprechenden Prüfquoten sind in § 275c Abs. 2 S. 4 SGB V festgeschrieben und folgen dem Prinzip, dass ein hoher Anteil unbeanstandeter Rechnungen zu einer niedrigen Prüfquote führt. Liegt der Anteil der unbeanstandeten Rechnungen unterhalb von 60 %, werden die betroffenen Krankenhäuser ab dem Jahr 2022 nunmehr neben der Differenz zwischen dem ursprünglichen und dem geminderten Abrechnungsbetrag zusätzlich mit der Zahlung eines Aufschlags auf diese Differenz sanktioniert. Der Aufschlag beträgt mindestens 300 € und höchstens zehn Prozent des auf Grund der Prüfung durch den Medizinischen Dienst geminderten Abrechnungsbetrages.

Das Management der AMEOS Gruppe steht den gesetzlichen Regelungen kritisch gegenüber. Gleichwohl sieht sich AMEOS aufgrund der langjährigen Expertise in den Bereichen Prozessoptimierung und Leistungsentwicklung auch für diese Herausforderungen in der Zukunft gut gerüstet.

KHZG

Am 29. Oktober 2020 ist das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) in Kraft getreten. Bund und Länder wollen im Rahmen des KHZG mit erheblichen Investitionen die Digitalisierung der deutschen Krankenhäuser unterstützen, um diese für aktuelle und künftige Versorgungsprozesse lokal als auch intersektoral aufzustellen. Im Mittelpunkt des neuen Förderprogrammes stehen die Förderung der digitalen Infrastruktur und Maßnahmen zur Verbesserung der IT- und Cybersicherheit in den Krankenhäusern.

Krankenhausreform

Am 12. Dezember 2024 ist das Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsqualität im Krankenhaus und zur Reform der Vergütungsstrukturen (Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz - KHVVG) in Kraft getreten.15 Die Auswirkungen können noch nicht final beurteilt werden.

Am 21. März 2025 wurde ein Transformationsfonds beschlossen, der für eine Laufzeit bis 10 Jahren ab 2026 insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro für die Förderung von Projekten zur Modernisierung der Krankenhausstrukturen bereitstellt.16 Die Auswirkungen können noch nicht final beurteilt werden.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Geschäftsverlauf

Trotz der nach wie vor herausfordernden Rahmenbedingungen im Gesundheitssektor konnten im Geschäftsjahr 2023 die Umsatzerlöse auf 76.646 T€ (Vorjahr: 73.537 T€) gesteigert werden. Das Jahresergebnis beläuft sich auf -5.801 T€ (Vorjahr: -1.801 T€).

Der Anstieg der Umsatzerlöse ist einerseits bedingt durch den Anstieg der Fallzahlen, die erstmals seit der Corona-Pandemie gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen sind, aber noch nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht haben, und einem Preiseffekt durch die jährlichen Anpassungen der Pflegeentgelte. Die Steigerung der Fallzahlen betrifft vor allem unfallchirurgische und orthopädische Fälle sowie die Fachabteilung HNO.

Die Entwicklung des Jahresergebnisses ist durch nachfolgende Entwicklungen bedingt.

Erträge zur Kompensation der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie für Vorjahre wurden in 2023 in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 3.839 T€) vereinnahmt.

Zuschüsse zur Entlastung der gestiegenen Strom- und Fernwärmekosten wurden in 2023 in Höhe von 2.139 T€ (Vorjahr: 0 T€) vereinnahmt.

Die Zunahme der Materialaufwendungen auf 36.336 T€ (Vorjahr: 31.460 T€) ist hauptsächlich bedingt durch den Einsatz von medizinischem Fremdpersonal (+4.342 T€).

Die Zunahme der sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 13.042 T€ (Vorjahr: 11.690 T€) ist hauptsächlich bedingt durch einen Anstieg des periodenfremden Sachaufwands (+429 T€), der Aufwendungen für Abfindungen (+422 T€) sowie der Personalbeschaffungskosten (+144 T€).

Im Geschäftsjahr 2024 stabilisieren sich die Umsätze bei 76.884 T€ (Vorjahr 76.646 T€), das Jahresergebnis konnte auf -4.525 T€ (Vorjahr: -5.801 T€) verbessert werden. Ursächlich dafür sind der Rückgang der Aufwendungen für medizinisches Fremdpersonal (-1.228 T€).

Die im Vorjahr für die finanziellen Leistungsindikatoren angegebene Prognose zur Entwicklung der Umsatzerlöse ist erwartungsgemäß eingetreten, die Prognose zum Jahresergebnis wurde aufgrund überproportional gestiegener Materialaufwendungen und sonstiger betrieblicher Aufwendungen unterschritten.

Die Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

AMEOS Somatik 2023 2022 Veränderung %
Betten 273 273 0 0,0
Fallzahl 17.218 16.868 350 2,1

2.2. Ertragslage

Die Umsatzerlöse betragen 76.646 T€ (Vorjahr: 73.537 T€).

Die Personalaufwandsquote beträgt 46,4 % (Vorjahr: 47,8 %).

Die Materialaufwandsquote beträgt 47,4 % (Vorjahr: 42,8 %).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 13.042 T€ (Vorjahr: 11.690 T€).

Das Jahresergebnis beträgt -5.801 T€ (Vorjahr: -1.801 T€).

Der Geschäftsverlauf der einzelnen Ertragspositionen ist unter 2.1 beschrieben.

2.3. Finanzlage

Zur finanziellen Entlastung der Krankenhäuser während der Covid-19-Pandemie wurde die bundesweite Verkürzung der Zahlungsfrist für die Krankenkassen auf fünf Tage verlängert. Dies gilt für alle bis zum 31. Dezember 2024 erbrachten Leistungen. Seit dem 1. Januar 2025 gilt diese verkürzte Zahlungsfrist dauerhaft.

Eine ausreichende Liquidität war jederzeit gegeben und die Zahlungsverpflichtungen wurden fristgerecht erfüllt.

Vereinfachter Cashflow 2023 2023
T€
2022
T€
1 Periodenergebnis (Jahresüberschuss/-fehlbetrag) -5.801 -1.801
2 Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 4.008 3.785
3 Vereinfachter Cashflow 2023 -1.793 1.984

Der Bestand an flüssigen Mitteln erhöhte sich zum Bilanzstichtag auf 1.127 T€ bei gleichzeitigem Anstieg der Verbindlichkeiten.

2.4. Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr um 7.195 T€ auf 88.995 T€ gestiegen.

Das Vermögen verteilt sich mit 39.582 T€ auf das Anlagevermögen und mit 26.562 T€ auf das Umlaufvermögen.

Die Eigenmittelquote (Sonderposten aus Investitionsförderung + Gesellschafterdarlehen) beträgt 65,9 % (Vorjahr: 65,4 %). Das negative Jahresergebnis führte zu einer Erhöhung des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages um 5.802 T€.

Der Anlagendeckungsgrad (Eigenmittel + langfristiges Fremdkapital) beträgt 151,8 % (Vorjahr: 140,1 %). Das Anlagevermögen hat sich um planmäßige Abschreibungen von 41.920 T€ auf 39.582 T€ vermindert bei Investitionen in Höhe von 1.670 T€ (Vorjahr: 3.266 T€). Die Investitionen betreffen maßgeblich die technischen Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

3. Prognosebericht

Im Folgenden sind die Erwartungen der Geschäftsführung für die kommenden Geschäftsjahre 2025 und 2026 aufgeführt:

Insgesamt eröffnen sich weitere Wachstums- und Ertragssteigerungspotenziale, welche die Gesellschaft bestmöglich nutzen wird. Dazu werden die bestehenden Prozesse und Strukturen beständig optimiert und an die sich wandelnden Rahmenbedingungen im Gesundheitssektor angepasst.

Zentrale Erfolgsfaktoren sind hierbei die Innovationskraft, das Leistungsangebot nachfragegerecht auszubauen und weiterzuentwickeln, die Führungskraft, Reorganisation zur Optimierung der Prozesse und Strukturen zeitnah umzusetzen sowie die notwendigen Investitionen auch größeren Umfangs kurzfristig zu tätigen.

Basierend auf der Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres erwartet die Geschäftsleitung für 2025 und 2026 für die finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse und Jahresergebnis, dass sich die Fallzahlen und somit die Umsatzerlöse leicht erhöhen. Durch eine optimierte Personalkostenstruktur sowie durch ein verbessertes Controlling der direkten Kosten wird ein leicht verbessertes Jahresergebnis im Vergleich zu 2024 erwartet.

In der Prognose wurden die zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bekannten Informationen und Ereignisse berücksichtigt, die den Erwartungen und Einschätzungen der Geschäftsführung entsprechen.

Die Geschäftsführung beurteilt zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen sowie der Änderung im Regulierungsbereich, die Geschäftsaussichten als positiv.

4. Chancen- und Risikobericht

Die AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH verfügt über ein Risikoerkennungs- und Überwachungssystem. Die verwendeten Instrumente zur Risikoerkennung sind die Monatsabschlüsse und deren Kommentierung, die die Aufwands- und Ertragslage, die Vermögenslage sowie die Liquiditätsentwicklung darstellen. Weitere Berichte beinhalten Statistiken zur Auslastung und Belegung der vorhandenen Betten. Damit wurden in geeigneter Form erforderliche Maßnahmen getroffen, um mögliche Risiken aus dem operativen Geschäft frühzeitig erkennen und rechtzeitig geeignete Schritte einleiten zu können.

Die Gesamtrisikolage, die sich aus den verschiedenen Einzelrisiken (gesamtwirtschaftliche Risiken, Branchenrisiken, Organisationsrisiken, finanzielle Risiken und rechtliche Risiken) zusammensetzt, hat sich nach Einschätzung der Geschäftsleitung gegenüber dem Vorjahr nicht grundlegend verändert. Risiken aus potenziellen Haftpflichtfällen sind durch ausreichenden Versicherungsschutz gedeckt.

Die Risiken durch Forderungsausfälle sind aufgrund der Forderungsstruktur - überwiegend gegenüber öffentlich-rechtlichen Sozialleistungsträgern bzw. den Krankenkassen - als sektorenüblich einzustufen. Dem Prüfgeschehen mit dem MD wird Rechnung getragen, Wertberichtigungen erfolgen nach Richtlinie. Die Forderungen gegen privatrechtliche Einzelpersonen oder Unternehmen spielen eine untergeordnete Rolle. Ein Mahnmanagement wird im Rechnungswesen fortlaufend durchgeführt und weiterentwickelt. Möglichen Risiken aus der kurzfristigen Finanzierung stehen ausreichende Kreditlinien aufgrund der Einbindung in das gruppenweite Cashpooling gegenüber.

Zukünftig sieht die Geschäftsführung keine bestandsgefährdenden Risiken für die AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH, da ausreichende Kreditlinien vorhanden sind und die Sicherung der Zahlungsfähigkeit durch Einbindung in das gruppenweite Cashpooling gewährleistet ist.

Chancen:

Die AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH ist im Harzkreis und darüber hinaus ein Dienstleister in der medizinischen Leistungserbringung.

In Zusammenarbeit mit den anderen Bereichen der AMEOS Gruppe werden weitergehende Möglichkeiten einer effizienteren Ausnutzung von Ressourcen in Medizin und Management ausgebaut.

Die bestehende Möglichkeit vorhandene und gemeinschaftliche Ressourcen zu bündeln sowie Erfahrungsaustausche innerhalb der Gruppe durchzuführen, stellt sowohl administrative und finanzielle Chancen dar.

Risiken:

Im Vergleich zu den Vorjahren waren die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie für das Jahr 2023 zwar deutlich geringer, aber dennoch weiterhin geprägt durch Ausfallquoten im Personalbestand.

Die allgemeine Kosteninflation und der Arbeitskräftemangel können sich negativ auf das Geschäft auswirken. Dem wird mit einem strikten Kostenmanagement und optimierten Beschaffungsketten begegnet.

Unabhängig von den medizinischen Themen ist erkennbar, dass Cyberrisiken zu einem permanenten Risikofaktor geworden sind. Dem wird im Rahmen der IT-Sicherheitskonzepte fortlaufend Rechnung getragen, sowohl technologisch als auch kommunikationspolitisch in der Aufbau- und Ablauforganisation des Hauses.

Finanzpolitisch wird man sehen, wie sich verschiedene Themen - etwa das Pflegebudget oder zeitliche Datierungen - im Rahmen anstehender Verhandlungen mit Kostenträgern weiterentwickeln. Potenziellen Risiken aus dem MD-Bereich, genannt seien Strafzahlungen, fortlaufende Neuerungen im Bereich des Abrechnungsgeschehens und Strukturprüfungen, wird in geeigneter Weise begegnet.

Die Erhöhung des allgemeinen Inflationsniveaus birgt die Gefahr von Zweitrundeneffekten, die dann wiederum makroökonomische Stellgrößen wie das Zinsniveau und die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen andauernd tangieren.

Im Hinblick auf den nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag und die Finanzierung durch die AMEOS Holding AG besteht grundsätzlich eine Abhängigkeit zu dieser Gesellschaft und dies stellt grundsätzliche ein Risiko für die Gesellschaft dar. Abhängig von der Notwendigkeit liquider Mittel sind ausreichende Kreditlinien vorhanden.

5. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den in der Gesellschaft bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.

Im Bereich der kurzfristigen Verbindlichkeiten besteht für die Gesellschaft die Möglichkeit sich bis zu einer nicht ausgeschöpften vereinbarten Kreditlinie über das Cash Pooling innerhalb der AMEOS Gruppe zu finanzieren.

Aufgrund des Tätigkeitsspektrums im Euro-Raum bestehen keine Währungsrisiken, die einer Absicherung bedürfen.

 

12. September 2025

Die Geschäftsführung

Stephan Freitag

1 Vgl. Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz - Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 2023,
Artikel vom 13. Dezember 2023.
2 Vgl. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 019 vom 15. Januar 2025.
3 Vgl. Statistisches Bundesamt, Arbeitslosenquote Deutschland, Januar 2024.
4 Vgl. Statistisches Bundesamt, Verbraucherpreisindex für Deutschland, Januar 2024.
5 Vgl. Statistisches Bundesamt, Reallöhne und Nominallöhne, Februar 2025.
6 Vgl. Statistisches Bundesamt, Sterbefälle und Lebenserwartung, 25. Juli 2023.
7 Vgl. Statistisches Bundesamt, Gesundheitsausgaben, 5. April 2023.
8 Vgl. Statisches Bundesamt, Gesundheit, Kostennachweis der Krankenhäuser, 5. Dezember 2023.
9 Vgl. Bundesamt für Soziale Sicherung, Zahlungen aufgrund der COVID-19-Pandemie, Stand 16. Februar 2023.
10 Vgl. Bundesregierung, Energiepreisbremsen kommen, 24. Dezember 2022.
11 Vgl. Statistisches Bundesamt, Orientierungswert für Krankenhäuser 2023, 29. September 2023.
12 Vgl. Statistisches Bundesamt, Orientierungswert für Krankenhäuser 2022, 30. September 2022.
13 Vgl. Statistisches Bundesamt, Verdienste und Arbeitskosten, 62361-011 Nominallohnindex: Deutschland, Quartale, Wirtschaftszweige,
29. Januar 2024.
14 Vgl. Bundesministerium für Gesundheit, Pressemitteilung - Bundestag beschließt MDK-Reformgesetz, 7. November 2019.
15 Vgl. Bundesgesundheitsministerium, Krankenhausreform
16 Vgl. Bundesgesundheitsministerium, Transformationsfonds beschlossen, 21. März 2025

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 82 137
82 137
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 25.666 27.552
2. technische Anlagen und Maschinen 6.700 7.759
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.171 1.837
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.785 3.456
38.321 40.604
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.179 1.179
1.179 1.179
39.582 41.920
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.580 2.312
2. unfertige Leistungen 497 583
3.076 2.895
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.204 8.513
2. Forderungen nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht 15.002 10.223
(davon nach KHEntgG/BPfIV: 8.856 T€; Vorjahr: 7.769 T€) 8.856
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 192 278
4. sonstige Vermögensgegenstände 961 581
22.359 19.594
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.127 567
26.562 23.057
C. Rechnungsabgrenzungsposten 51 68
D. Aktive latente Steuern 1.989 1.745
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 20.812 15.010
88.995 81.800

Passiva

31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 4.200 4.200
II. Kapitalrücklage 2.830 2.830
III. Verlustvortrag -22.040 -20.239
IV. Jahresfehlbetrag -5.801 -1.801
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 20.812 15.010
0 0
B. Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens
1. Sonderposten aus Fördermitteln nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz 26.468 28.391
2. Sonderposten aus Zuweisungen und Zuschüssen der öffentlichen Hand 458 308
26.926 28.699
C. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 387 387
2. sonstige Rückstellungen 9.821 11.586
10.208 11.973
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.553 1.716
2. Verbindlichkeiten nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht 7.730 3.933
(davon nach KHEntgG/BPfIV: 1.052 T€; Vorjahr: 1.232 T€) 1.052
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 33.218 27.995
4. sonstige Verbindlichkeiten 8.360 7.483
(davon aus Steuern: 497 T€; Vorjahr: 513 T€)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 108 T€; Vorjahr: 113 T€)
51.861 41.128
88.995 81.800

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023
T€
2022
T€
1. Umsatzerlöse 76.646 73.537
2. Verminderung/ Erhöhung des Bestandes an unfertigen Leistungen -86 95
3. Zuwendungen und Zuschüsse der öffentlichen Hand 2.139 0
4. sonstige betriebliche Erträge 3.769 3.846
82.466 77.479
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 30.454 29.812
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 5.097 5.320
(davon für Altersversorgung: 351 T€; Vorjahr: 584 T€)
35.551 35.132
6. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 13.989 13.480
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 22.348 17.980
36.336 31.460
Zwischenergebnis 10.579 10.887
7. Erträge aus Zuwendungen zur Finanzierung von Investitionen 4.762 3.437
8. Erträge aus der Auflösung von Sonderposten/Verbindlichkeiten nach dem KHG und aufgrund sonstiger Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens 2.559 2.396
9. Aufwendungen aus der Zuführung zu Sonderposten/ Verbindlichkeiten nach dem KHG und aufgrund sonstiger Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens 4.762 3.437
10. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 4.008 3.785
11. sonstige betriebliche Aufwendungen 13.042 11.690
Zwischenergebnis -3.911 -2.192
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 21 14
(davon aus der Abzinsung von Rückstellungen: 16 T€; Vorjahr: 7 T€)
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.138 1.018
(davon an verbundene Unternehmen: 1.924 T€; Vorjahr: 781 T€)
(davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen: 18 T€; Vorjahr: 27 T€)
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -227 -1.396
(davon aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern: -244 T€; Vorjahr: -1.413 T€)
15. Ergebnis nach Steuern -5.801 -1.801
16. sonstige Steuern 0 1
17. Jahresfehlbetrag -5.801 -1.801

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 der AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH (im Folgenden AMEOS), Halberstadt, Amtsgericht Stendal, HRB 113701, wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches, des GmbH-Gesetzes, der Bundespflegesatzverordnung, der Krankenhaus-Buchführungsverordnung sowie der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. AMEOS ist auf dem Gebiet der Krankenversorgung tätig.

Die Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung wurde zur Verbesserung der Einsicht in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unter Hinweis auf § 265 Abs. 5 HGB ergänzt.

Die Bilanz wurde um die folgenden Posten ergänzt: Forderungen nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht, Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens und Verbindlichkeiten nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde um folgende Posten ergänzt: Zuweisungen und Zuschüsse der öffentlichen Hand, Erträge aus Zuwendungen zur Finanzierung von Investitionen, Erträge aus der Auflösung von Sonderposten/Verbindlichkeiten nach dem KHG und aufgrund sonstiger Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens, Aufwendungen aus der Zuführung zu Sonderposten/Verbindlichkeiten nach dem KHG und aufgrund sonstiger Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens.

Aufgrund ausreichender und vorhandener Finanzierungszusagen wurde der Jahresabschluss unter der Annahme der Unternehmensfortführung (Going Concern) aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

2. Allgemeine Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

2.1. Immaterielle Vermögensgegenstände

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (3 bis 6 Jahre; lineare Methode) vermindert.

2.2. Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, soweit abnutzbar, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen aufgrund der wirtschaftlichen Nutzungsdauer, angesetzt. Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 150 € (bis 2017) bzw. 250 € (ab 2018) und 1.000 € werden ab dem Zugangszeitpunkt über 5 Jahre abgeschrieben. Anschaffungen bis 150 € (bis 2017) bzw. 250 € (ab 2018) werden aufwandswirksam erfasst. Außerplanmäßige Abschreibungen waren nicht erforderlich.

Die Abschreibungen erfolgen nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer:

Anlagenposition Nutzungsdauer
Betriebsbauten, Außenanlagen 20 - 50 Jahre
Technische Anlagen 10 - 20 Jahre
Einrichtungen und Ausstattungen 3 - 15 Jahre

Bei den Zugängen wird die lineare Abschreibung zeitanteilig für den Monat der Anschaffung und die folgenden Monate angewendet.

Die geleisteten Anzahlungen sind zum Nennwert angesetzt.

2.3. Finanzanlagen

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls - bei voraussichtlich dauerhafter oder vorübergehender Wertminderung - unter Vornahme außerplanmäßiger Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert, angesetzt.

2.4. Umlaufvermögen

Die unter den Vorräten ausgewiesenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips angesetzt. Das Mengengerüst wurde mittels vorgelagerter Stichtagsinventur erfasst.

Die Stationsvorräte wurden mit Festwerten erstmals zum 31. Dezember 2015, danach zum 31. Dezember 2019 und zum 31. Dezember 2023 bewertet.

Bei den unfertigen Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Leistungen für am Bilanzstichtag noch nicht entlassene Patienten (Überlieger). Sie werden ausgehend von den zeitanteilig abgegrenzten Erlösen nach an den Kosten orientierten Werten ermittelt. Den Grundsätzen der verlustfreien Bewertung wird Rechnung getragen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge in Höhe von 1,0 % berücksichtigt.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

2.5. Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den Rechnungsabgrenzungsposten sind nur Zahlungen vor dem Bilanzstichtag, die einen Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, ausgewiesen. Der Rechnungsabgrenzungsposten wird zum Nominalwert angesetzt.

2.6. Latente Steuern

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden unsaldiert ausgewiesen.

2.7. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt und wird zum Nennwert bilanziert. Die Rücklagen sind ebenfalls zum Nennwert bilanziert.

2.8. Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens

Der Sonderposten wurde in analoger Anwendung des § 5 Abs. 3 KHBV für Investitionen gebildet. Die Auflösung erfolgt entsprechend der Nutzungsdauer der geförderten Wirtschaftsgüter.

2.9. Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, ungewisse Verpflichtungen und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt.

Die Bewertung der Jubiläumsverpflichtungen erfolgte in einem versicherungsmathematischen Gutachten von unabhängigen Sachverständigen (Heubeck AG) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Zugrundelegung der „Richttafeln 2018 G“ von Klaus Heubeck. Der Rechnungszins beträgt 1,72 % (Vorjahr: 1,43 %).

Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Archivierungskosten wurde eine Restaufbewahrungsdauer von 30 Jahren (Patientenakten) und 10 Jahren (Verwaltungsakten) und voraussichtliche Preis- bzw. Kostensteigerungen von 1,0 % (Personalkosten) und 2,0 % (Sachkosten) p.a. zugrunde gelegt.

Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gem. § 253 Abs. 2 HGB mit dem laufzeitäquivalenten durchschnittlichen Zinssatz der letzten 7 Jahre über die entsprechende Laufzeit der Verpflichtung abgezinst.

2.10. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag ausgewiesen.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens nach einzelnen Bilanzpositionen ist in der Anlage zum Anhang, dem Anlagenspiegel, dargestellt.

AMEOS ist zum Bilanzstichtag an folgenden Unternehmen beteiligt:

Eigenkapital
in €
Beteiligung
in %
Jahresergebnis
in €
AMEOS Poliklinikum Harz GmbH, Halberstadt -4.649.459,44 100 -2.232.554,08

3.2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Restlaufzeiten der in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:

31. Dezember 2023 Gesamt davon mit einer Restlaufzeit von
in T€ bis 1 Jahr über 1 Jahr über 5 Jahre
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.204 6.204 0 0
2. Forderungen nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht 15.002 15.002 0 0
- davon KHEntgG/BPfIV 8.856 8.856 0 0
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 192 192 0 0
- davon gegenüber Gesellschaftern 0 0 0 0
4. sonstige Vermögensgegenstände 961 961 0 0
Gesamt 22.359 22.359 0 0
31. Dezember 2022 Gesamt davon mit einer Restlaufzeit von
in T€ bis 1 Jahr über 1 Jahr über 5 Jahre
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.513 8.513 0 0
2. Forderungen nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht 10.223 10.223 0 0
- davon KHEntgG/BPfIV 7.769 7.769 0 0
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 278 278 0 0
- davon gegenüber Gesellschaftern 0 0 0 0
4. sonstige Vermögensgegenstände 581 581 0 0
Gesamt 19.594 19.594 0 0

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 192 T€ (Vorjahr: 278 T€).

3.3. Aktive latente Steuern

Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 15,825 % zugrunde gelegt. Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Bilanzdifferenzen beim Sachanlagevermögen sowie aus körperschaftssteuerlichen Verlustvorträgen. Auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 11.004 T€ wurden latente Steueransprüche berücksichtigt. Daneben bestehen körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 22.455 T€, für die eine Steuerentlastung innerhalb von 5 Jahren nicht erwartet wird.

31. Dezember 2023
T€
31. Dezember 2022
T€
Veränderung
T€
Aktive latente Steuern aus temporären Differenzen
Davon entfallen auf:
Sachanlagen 7 10 -3
Rückstellungen 241 143 98
Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge 1.741 1.592 149
Latente Steueransprüche 1.989 1.745 244

3.4. Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt 4.200.000,00 € und ist voll eingezahlt. Mehrheits-Gesellschafterin ist die AMEOS Holding AG, Zürich.

Das Jahresergebnis des Geschäftsjahres 2022 wurde gemäß Gesellschafterbeschluss vom 1. Juli 2024 in Höhe von -1.801.266,11 € auf neue Rechnung vorgetragen.

Vom Eigenkapital ist in Höhe des aktiven Überhangs der latenten Steuern ein Betrag von 1.989.280,91 € ausschüttungsgesperrt nach § 268 Abs. 8 HGB.

3.5. Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens

Die Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens beinhalten ausschließlich Fördermittel gemäß § 9 Abs. 1 und 3 KHG, Zuweisungen und Zuschüsse der öffentlichen Hand sowie Zuwendungen Dritter.

3.6. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31. Dezember 2023
T€
31. Dezember 2022
T€
Betriebliche Altersvorsorge BAV (DUK) 1.025 1.097
Mehrarbeit, Resturlaub, Zuschläge, Altersteilzeit, Berufsgenossenschaft und Tariferhöhung 3.288 1.524
Ausstehende Rechnungen 665 665
Betriebshaftpflicht 973 1.826
Personalbereich für Sonderzahlungen und Leistungszulagen 1.039 1.039
MDK-Forderungen 1.178 1.271
Archivierung von Geschäftsunterlagen 404 835
Budgetrisiken 458 458
Jubiläumszulagen 73 79
Sonstiges 719 2.793
Total 9.821 11.586

3.7. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben zum Bilanzstichtag folgende Restlaufzeiten:

31. Dezember 2023 Gesamt davon mit einer Restlaufzeit von
in T€ bis 1 Jahr über 1 Jahr über 5 Jahre
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.553 2.553 0 0
2. Verbindlichkeiten nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht 7.730 7.730 0 0
- davon KHEntgG/BPfIV 1.052 1.052 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 33.218 6.914 26.303 0
- davon gegenüber Gesellschaftern 30.827 4.523 26.303 0
4. sonstige Verbindlichkeiten 8.360 2.797 5.563 4.223
- davon aus Steuern 497 497 0 0
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 108 108 0 0
Gesamt 51.861 19.994 31.867 4.223
31. Dezember 2022 Gesamt davon mit einer Restlaufzeit von
in T€ bis 1 Jahr über 1 Jahr über 5 Jahre
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.716 1.716 0 0
2. Verbindlichkeiten nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht 3.933 3.933 0 0
- davon KHEntgG/BPfIV 1.232 1.232 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 27.995 5.695 22.300 6.507
- davon gegenüber Gesellschaftern 25.414 3.114 22.300 6.507
4. sonstige Verbindlichkeiten 7.483 1.611 5.872 4.574
- davon aus Steuern 513 513 0 0
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 113 113 0 0
Gesamt 41.127 12.955 28.172 11.081

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit 2.384 T€ (Vorjahr: 2.659 T€) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, mit 30.827 T€ (Vorjahr: 25.331 T€) Verbindlichkeiten aus dem Finanzverkehr (Cash-Pool und Darlehen) und mit 7 T€ (Vorjahr: 5 T€) Umsatzsteuer.

Für das Geschäftsjahr 2023 bestehen keine besicherten Verbindlichkeiten, wie im Vorjahr.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse entfallen im Wesentlichen auf die Patientenversorgung (76.646 T€; Vorjahr: 73.537 T€) und werden ausschließlich innerhalb Deutschlands erzielt.

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt auf:

2023 2022
in T€ in % in T€ in %
Stationäre Leistungen 72.419 94,5 69.108 94,0
Ambulante Leistungen 1.434 1,9 1.400 1,9
Wahlleistungen 162 0,2 137 0,2
Nutzungsentgelte der Ärzte 718 0,9 702 1,0
Sonstige 1.912 2,5 2.190 3,0
Total 76.646 100,0 73.537 100,0

Die Umsatzerlöse enthalten periodenfremde Posten in Höhe von 23 T€ (Vorjahr: 502 T€). Im Wesentlichen handelt es sich um Erlöse aus Fallpauschalen, Zuschlägen, Ambulanzen und Nutzungsentgelten.

4.2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten außerordentliche und periodenfremde Posten, die sich wie folgt zusammensetzten:

2023
T€
2022
T€
Auflösung von Rückstellungen 1.501 778
Zahlungseingänge auf abgeschriebene Forderungen 8 7
Wertberichtigungen auf Forderungen 64 589
Boni und Erstattungen 5 6
Sonstiges 6 1
Total 1.584 1.381

Die Auflösung der Rückstellung resultiert maßgeblich aus einer geminderten Archivierungsrückstellung und gesunkenem sonstigen Risiko.

4.3. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten außerordentliche und periodenfremde Posten, die sich wie folgt zusammensetzten:

2023
T€
2022
T€
Wertberichtigungen auf Forderungen 142 401
Aufwendungen für Schadenfälle 70 0
Abfindungen für Mitarbeiter 422 0
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 0 85
MDK Strafzahlungen 118 129
Periodenfremder Sachaufwand 579 150
Sonstiges 98 24
Total 1.429 789

Bei dem periodenfremden Sachaufwand handelt es ich im Wesentlichen um Nachberechnungen für Vorjahre von medizinischen Leistungen (164 T€), von Leistungen zur Prüfung der Krankenhausabrechnung (104 T€), von Untersuchungen in fremden Instituten (76 T€), von Leistungen zur medizinischen Dokumentation (60 T€), für Arbeitnehmerüberlassungen (43 T€) und für andere Bestätigungsleistungen des Abschlussprüfers (39 T€).

5. Sonstige Angaben

5.1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von 13.298 T€ (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 9.355 T€). Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:

31. Dezember 2023
in T€
< 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre Total
Miet-, Pacht- und Leasingverträge 512 1.417 67 1.996
Dienstleistung 8.682 0 0 8.682
Wartung 2.593 0 0 2.593
Sonstiges 27 0 0 27
Total 11.815 1.417 67 13.298

Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2024 und 2029.

5.2. Haftungsverhältnisse

Im Rahmen einer Refinanzierung der AMEOS Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2021 ein Konsortialkreditvertrag mit einem internationalen Banken- und Investorenkonsortium geschlossen. Die Darlehen aus diesem Vertrag verfügen über eine Laufzeit bis 2028. Daneben bestehen weitere Erwerbs- und Betriebsmittelfazilitäten, die auch als Avalkredite gezogen werden können.

Die Besicherung erfolgt banküblich über Verpfändungen und Sicherungsübereignungen. Wesentliche Gruppengesellschaften haften gesamtschuldnerisch, begrenzt auf die Höhe des Nettovermögens der jeweiligen Gesellschaft. Die AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH ist Teil dieses Haftungsverbundes. Mit einer Inanspruchnahme ist aufgrund der stabilen Lage und der finanziellen Situation der Gruppe nach kaufmännischer Beurteilung nicht zu rechnen.

5.3. Abschlussprüferhonorar

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt 128 T€ (Vorjahr: 57 T€) und beinhaltet Abschussprüfungsleistungen 47 T€ (Vorjahr: 44 T€) und andere Bestätigungsleistungen 81 T€ (Vorjahr: 13 T€).

5.4. Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer betrug 433 (Vorjahr: 441), davon entfielen 417 (Vorjahr: 423) auf medizinische Bereiche und 16 (Vorjahr: 18) auf nicht-medizinische Bereiche.

5.5. Organe

Organe der Gesellschaft sind die Gesellschafterversammlung und die Geschäftsführung.

5.6. Geschäftsführung

 

Herr Frank-Ulrich Wiener, COO der AMEOS Gruppe, und Herr Freddy Eppacher, COO und CTO der AMEOS Gruppe, waren im Geschäftsjahr 2023 die Geschäftsführer der Gesellschaft.

 

Herr Freddy Eppacher wurde mit Wirkung zum 1. März 2024 abberufen und Herr Stephan Freitag, COO der AMEOS Gruppe, wurde als neuer Geschäftsführer bestellt.

Mit Wirkung zum 31. Dezember 2024 wurde Herr Frank-Ulrich Wiener als Geschäftsführer abberufen.

Angaben zu den Bezügen der Geschäftsführung sind gemäß § 286 Abs. 4 HGB nicht erforderlich.

5.7. Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, das Jahresergebnis auf neue Rechnung vorzutragen.

5.8. Gruppenzugehörigkeit

Mehrheits-Gesellschafterin ist die AMEOS Holding AG, Zürich.

Der konsolidierte Abschluss sowohl für den kleinsten als auch für den größten Kreis von Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen ist, wird von der AMEOS Holding AG, Zürich, aufgestellt. Der veröffentlichte konsolidierte Abschluss ist am Sitz der Obergesellschaft einsehbar.

5.9. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag liegen zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.

 

Halberstadt, den 12. September 2025

Stephan Freitag, Geschäftsführer

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH, Halberstadt

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH, Halberstadt, der zugleich der Jahresabschluss des Krankenhauses AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH, Halberstadt, ist, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023, der zugleich den Lagebericht des Krankenhauses darstellt, geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den Vorschriften der Krankenhaus-Buchführungsverordnung (KHBV) und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Krankenhausträgergesellschaft und des Krankenhauses zum 31. Dezember 2023 sowie jeweils deren Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Krankenhausträgergesellschaft und des Krankenhauses. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den Vorschriften der KHBV in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Krankenhausträgergesellschaft und des Krankenhauses vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Krankenhausträgergesellschaft und des Krankenhauses zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Krankenhausträgergesellschaft und des Krankenhauses vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Krankenhausträgergesellschaft und des Krankenhauses vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Krankenhausträgergesellschaft und des Krankenhauses bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Krankenhausträgergesellschaft oder des Krankenhauses zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Krankenhausträgergesellschaft oder das Krankenhaus ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen können.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Krankenhausträgergesellschaft und des Krankenhauses vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Krankenhausträgergesellschaft und des Krankenhauses.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 12. September 2025

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Markus Küfner, Wirtschaftsprüfer

ppa. Kai Führer, Wirtschaftsprüfer

Niederschrift über eine Gesellschafterversammlung

der

AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH

Betreff: Feststellung Jahresabschluss, Beschluss Verwendung des Ergebnisses, Entlastung der Geschäftsführung

Unter Verzicht auf alle gesetzlichen und gesellschaftsvertraglichen Formen und Fristen der Einberufung, Ankündigung und Durchführung wird von den Gesellschafterinnen der

AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH,

der

AMEOS Holding AG, vertreten durch Herrn Dr. Axel Paeger und Herrn Dieter Heibel,

und der

Dr. Paeger & Co Holding Kommanditgesellschaft, vertreten durch Herrn Dr. Axel Paeger,

eine Gesellschafterversammlung abgehalten und Folgendes einstimmig beschlossen:

I. Der Jahresabschluss der AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH zum 31. Dezember 2023 wird gemäss Anlage festgestellt.

II. Der Jahresfehlbetrag des Jahres 2023 in Höhe von 5.801.437,40 EUR wird auf neue Rechnung vorgetragen.

III. Der Geschäftsführung wird für das Geschäftsjahr 2023 Entlastung erteilt.

Weitere Beschlüsse werden nicht gefasst. Hiermit ist die Gesellschafterversammlung geschlossen.

 

Zürich, 23. Oktober 2025

Dr. Axel Paeger

AMEOS Holding AG

Dieter Heibel

AMEOS Holding AG

Dr. Axel Paeger

Dr. Paeger & Co Holding Kommanditgesellschaft

Nachrichten & Medien

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