Stammdaten

Register
Amtsgericht Augsburg HRB 18142
Eingetragen
22.11.2000
Branche
Herstellung von feuerfesten keramischen Werkstoffen und WarenHerstellung von keramischen Erzeugnissen für sonstige technische ZweckeHerstellung von Glasfasern und Waren daraus
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung, Vermarktung und Verkauf von industriellen Produkten, hergestellt aus bekannten und neu zu entwickelnden Werkstoffen auf der Basis von Kohlenstoff. Insbesondere befasst sich die Gesellschaft mit carbonfaserverstärkten Keramiken und Komponenten für Brennstoffzellen.

Historie

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Management

NameRolle
Tobias Thamm
seit 9.3.2026
Geschäftsführer
Susanne Heiß-Funke
seit 5.2.2025
Prokura
Prokura
Chris-Oliver Bartelt
seit 30.4.2024
Prokura
Christoph Dr. Ebel
seit 8.2.2024
Prokura
Felix Härle
seit 22.8.2023
Prokura
Prokura
Sonja Roth
seit 19.1.2022
Prokura
Stefan Geh
seit 1.12.2020
Geschäftsführer
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
SGL Carbon SE
Germany
25.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Konzern- und Jahresabschlüsse

SGL Carbon SE

Wiesbaden

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Konzern-Lagebericht

Grundlagen des Konzerns
Geschäftsmodell des Konzerns
Ziele und Strategien
Steuerungssystem
Forschung und Entwicklung
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr
Überblick über den Geschäftsverlauf
Ertragslage des Konzerns
Ertragslage der Berichtssegmente
Finanzlage
Vermögenslage
Gesamtaussage zur aktuellen wirtschaftlichen Lage
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Erklärung zum nichtfinanziellen Konzernbericht
Chancen- und Risikobericht
Prognosebericht
Vergütungsbericht
Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2019
Angaben nach § 289a und § 315a HGB
Erklärung zur Unternehmensführung, Corporate Governance- und Compliance- Bericht (ungeprüft)

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 verlief in den beiden Geschäftsbereichen sehr unterschiedlich. Das Rekordergebnis im Geschäft mit Graphitspezialitäten konnte die schwache Entwicklung in den Marktsegmenten Windenergie, Textile Fasern und Industrielle Anwendungen im Carbonfasergeschäft nicht vollständig ausgleichen.

Der Konzern-Umsatz stieg um rund 4 % auf 1.087 Mio. €. Dagegen entwickelte sich das Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen rückläufig um rund 25 % auf 48 Mio. €.

Die Begebung einer neuen Unternehmensanleihe und der vorzeitige Rückkauf der Wandelanleihe 2015/2020 hat unser Fälligkeitsprofil deutlich verbessert.

Neue Aufträge vor allem aus der Automobilindustrie in beiden Geschäftsbereichen sowie die Entwicklungskooperation mit Solvay im Luftfahrtbereich sichern das mittelfristige Wachstumspotenzial.

Im vorliegenden Konzern-Lagebericht informieren wir ausführlich über die Geschäftsentwicklung mit ihren Rahmenbedingungen im Berichtsjahr und erläutern detailliert die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Darüber hinaus geben wir einen Ausblick auf die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken.

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

Rechtliche Unternehmensstruktur

Die SGL Carbon SE mit Sitz in Wiesbaden (Deutschland) ist an der Börse in Frankfurt am Main gelistet. Die Aktien sind im Prime Standard Marktsegment enthalten und bis zum 20. März 2020 Mitglied im SDAX Aktienindex der Deutsche Börse. Gemeinsam mit ihren Tochterunternehmen bildet die SGL Carbon SE als Management Holding die SGL Carbon (ein detaillierter Überblick über den Beteiligungsbesitz der SGL Carbon SE findet sich im Konzernanhang unter Textziffer 32).

Geschäftstätigkeit und Organisationsstruktur

Die SGL Carbon ist ein global tätiges Unternehmen mit zum Jahresende 2019 insgesamt 5.127 festangestellten und befristet beschäftigten Mitarbeitern. Wir haben zum Bilanzstichtag insgesamt 29 Produktionsstätten betrieben, davon 16 in Europa, acht in Nordamerika und fünf in Asien. Zwei dieser Produktionsstätten betreiben wir gemeinsam mit unserem Joint Venture-Partner Brembo im Geschäftsbereich Composites - Fibers & Materials (CFM). In Verbindung mit einem Servicenetz in über 80 Ländern stellen wir uns auf die regionalen und branchenspezifischen Kundenanforderungen ein.

Die Organisation der SGL Carbon besteht aus den beiden Geschäftsbereichen Composites - Fibers & Materials (CFM) und Graphite Materials & Systems (GMS), die auch als Berichtssegmente ausgewiesen werden. Die Zentral- und Servicefunktionen sowie die zentralen Forschungsaktivitäten werden in einem separaten dritten Berichtssegment Corporate erfasst. In diesem Geschäftsbericht erfolgt die Darstellung der Geschäftsaktivitäten auf Basis dieser drei Berichtssegmente.

Das Geschäftsjahr 2019 verlief für die beiden Geschäftsbereiche sehr unterschiedlich. Während der Geschäftsbereich Graphite Materials & Systems (GMS) sowohl auf Umsatz- als auch auf Ergebnisebene weiteres organisches Wachstum auf neue Rekordniveaus verzeichnen konnte, litt der Geschäftsbereich Composites - Fibers & Materials (CFM) unter der ausgeprägten Ergebnisschwäche in den Marktsegmenten Textile Fasern und Industrielle Anwendungen, die stark konjunkturgetrieben sind. Darüber hinaus war das Marktsegment Windenergie belastet von einem ungünstigen Produktmix sowie dem aufgrund von Subventionskürzungen rückläufigem deutschen Markt. Im Gegensatz dazu konnten wir in unseren strategischen Wachstums-Marktsegmenten Automobil und Luftfahrt bedeutsame Fortschritte erzielen bis hin zur Gewinnung von signifikanten Neu- und Folgeaufträgen. Dieser Erfolg bestätigt unsere Strategie, die auf eine Beherrschung der gesamten Wertschöpfungskette abzielt.

Die Geschäftstätigkeit der SGL Carbon ist fokussiert auf die Entwicklung, die Herstellung und den Vertrieb von kundenspezifischen Lösungen und Anwendungen auf der Basis unserer Materialkompetenz bei Carbonfasern, Verbundmaterialien und Spezialgraphiten. Die SGL Carbon agiert weltweit als einer der führenden Wettbewerber im Markt. Zu den jahrzehntelang gewachsenen Kernkompetenzen gehören ein breites Rohstoffverständnis, die Beherrschung von Hochtemperatur-Herstellungsprozessen sowie Anwendungs- und Engineering-Knowhow für kundenspezifische Lösungen. Unsere Werkstoffe zeichnen sich vor allem durch Strom- und Wärmeleitfähigkeit, Hitze- und Korrosionsbeständigkeit, Gleitfähigkeit sowie das geringe Gewicht bei gleichzeitiger Festigkeit aus.

Aufgrund dieser einzigartigen Materialeigenschaften des Carbons reicht das Absatzspektrum der SGL Carbon von eher traditionellen Wirtschaftszweigen wie der Chemie- und Automobilindustrie bis hin zu zukunftsträchtigen Wachstumsfeldern wie der Brennstoffzellenindustrie, der LED- und der Halbleiterbranche sowie zu branchenübergreifenden Leichtbauanwendungen.

Nach den Übernahmen der Gemeinschaftsunternehmen mit BMW und Benteler bzw. dem Verkauf von SGL Kümpers in den Jahren 2017 und 2018 hält die SGL Carbon nur noch selektiv Anteile an Unternehmen gemeinsam mit anderen Anteilseignern. Einige dieser Unternehmen (z. B. SGL Quanhai Carbon) werden vollkonsolidiert und sind in den jeweiligen Segmentergebnissen enthalten. Ferner zeigen wir als wesentliche At-Equity bilanzierte Beteiligung das Gemeinschaftsunternehmen mit Brembo (Brembo SGL) im Berichtssegment CFM, bei dem wir gemeinsam mit dem Partner Carbon-Keramik-Bremsscheiben für die Automobilindustrie entwickeln und herstellen.

Weitere Informationen zu den nach der At-Equity-Methode bilanzierten Unternehmen siehe Konzernanhang Textziffer 8.

Auf der Ebene der Geschäftsbereiche wird über die Ressourcenallokation entschieden, die vom Vorstand im Rahmen der jährlich stattfindenden Zielsetzungsgespräche geprüft und genehmigt wird. Die zwei global agierenden Geschäftsbereiche sind verantwortlich für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung ihrer Produkte und Lösungen, während in den Zentralfunktionen alle Service- und Verwaltungsaktivitäten gebündelt werden. In diesem Zusammenhang haben die Geschäftsbereiche auch die direkte Verantwortung für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die eine unmittelbare Kundenzuordnung haben. Die unter Corporate ausgewiesenen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen betreffen langfristigere bzw. strategische Projekte.

Die Geschäftsmodelle unserer Geschäftsbereiche

Geschäftsbereich Composites - Fibers & Materials (CFM)

Im Berichtssegment Composites - Fibers & Materials ist das Materialgeschäft auf Basis von Carbonfasern gebündelt. Es deckt die gesamte, integrierte Wertschöpfungskette vom Rohstoff über Carbonfasern bis zu Verbundmaterialien und daraus hergestellten Bauteilen ab. Carbonfasern und Faser-Verbundwerkstoffe profitieren vom Substitutionsprozess bei Basismaterialien. Aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften wie geringes Gewicht bei gleichzeitig hoher Festigkeit werden sie zunehmend als Materialien zur Substitution klassischer Werkstoffe nachgefragt. Dabei konzentrieren wir uns vor allem auf Kunden aus der Automobilindustrie, der Luftfahrt, der Windenergie und anderen industriellen Branchen.

Mit der Übernahme der SGL ACF sowie der ehemaligen Benteler SGL haben wir unsere Wertschöpfungskette vervollständigt und unsere Marktposition insbesondere im Automobilgeschäft verstärkt. In den Einheiten der jetzigen SGL Composites produzieren wir am Standort Moses Lake (USA) Carbonfasern, die am zweiten Standort Wackersdorf (Deutschland) zu Carbonfaser-Gelegen weiterverarbeitet werden. Diese Gelege werden zum Beispiel für die Fahrgastzellen des BMW i3 und des i8 sowie für einzelne Bauteile für die BMW 7er Serie eingesetzt. Die Übernahme der ehemaligen Benteler SGL hat die Wertschöpfungskette vervollständigt und unsere Komponentenfertigungskompetenz gestärkt. Hier werden im Wesentlichen faserverstärkte Kunststoffbauteile für die Automobilindustrie entwickelt und produziert, mit dem Ziel, den Einsatz von Faserverbundstoff-Bauteilen in der Automobilbranche voranzutreiben.

Dass unser Ansatz der Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen auf Grundlage unserer integrierten Wertschöpfungskette einen Mehrwert für die Automobilkunden bietet, wird durch 18 neue Aufträge seit Anfang 2018 bestätigt. Besonders hervorzuheben ist hierbei der im Januar 2020 verkündete Großauftrag für Composite-Batteriegehäuse von einem nordamerikanischen Automobilhersteller, der bereits ab Ende 2020 beliefert wird. Das Batteriegehäuse, das üblicherweise den meisten Platz im Unterboden einnimmt, ist ein wichtiges Element jeder Chassis-Plattform von Elektrofahrzeugen. Neben dem geringen Gewicht gelten dabei weitere sehr spezifische Anforderungen. So müssen Batteriegehäuse eine hohe Steifigkeit aufweisen, um die Fahrdynamik zu unterstützen. Zusätzlich muss das Material den Unterboden vor Durchschlag schützen, zu einem optimierten Thermomanagement beitragen, hervorragenden Brandschutz bieten und die Dichtheitsanforderungen hinsichtlich Wasser und Gas bestehen. Verbundwerkstoffe erfüllen dieses breite Anforderungsprofil sehr viel besser als jedes andere Material.

Ergänzt wird die Wertschöpfungskette durch unser At-Equity bilanziertes Joint Venture Brembo SGL (Ceramic Brake Discs). Das Gemeinschaftsunternehmen mit der italienischen Brembo S.p.A. entwickelt und produziert Carbon-Keramik-Bremsscheiben, insbesondere im Marktsegment für Fahrzeuge der Oberklasse und Sportwagen (http://www.carbonceramicbrakes.com; Link ungeprüft).

Um unser Wachstum im hochattraktiven und hochvolumigen Luftfahrtmarkt zu beschleunigen, haben wir im Geschäftsjahr 2019 mit der internationalen Chemiegruppe Solvay eine gemeinsame Entwicklungsvereinbarung geschlossen. Ziel ist es, erstmalig Faserverbundwerkstoffe auf Basis von Large-Tow-Carbonfasern für die Luftfahrtindustrie anzubieten. Diese Materialien, die auf den Large-Tow-IM-Carbonfasern (Intermediate Modulus, IM) von SGL Carbon und den Harzsystemen von Solvay für Primärstrukturen basieren, ermöglichen Gewichtsreduzierungen, die zu weniger Kraftstoffverbrauch und CO 2 Emissionen führen bei geringeren Kosten und höherer Produktionseffizienz als mit anderen Carbonfasern.

Die Vereinbarung umfasst Technologien mit Duroplast- und Thermoplast-Verbundwerkstoffen. Grundlage für die Zusammenarbeit sind die Expertise der SGL Carbon in der Großserienfertigung von Carbonfasern sowie die Kompetenz der Solvay als Lieferant von hochentwickelten Materialien für die Luftfahrtindustrie. Zusammen wollen beide Partner die Entwicklung eines fortschrittlichen Materialsystems für die Luftfahrt gezielt vorantreiben.

Faserverbundwerkstoffe in der Luftfahrt sind ein Milliardenmarkt, der im kommenden Jahrzehnt stark wachsen wird. Wir erwarten, dass SGL Carbon und Solvay gemeinsam sehr gut aufgestellt sind, um passende Lösungen für die Anforderungen dieses Marktes zu entwickeln.

Da die industriellen Anwendungen von Verbundwerkstoffen noch am Anfang stehen, entwickeln wir Prozesse und Verfahren in unserem Lightweight and Application Center (LAC) am Standort Meitingen permanent weiter, um unsere Kunden dabei zu unterstützen, Fasern und Materialien für Verbundwerkstoffe optimal anzuwenden. Neben der Entwicklung von Prozessen und Produkten ermöglicht das LAC die Produktion von Prototypen und Kleinserien.

Somit können wir nun unseren Kunden Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Carbonfasern über Materialien bis zu Komponenten aus einer Hand sowie Expertise in der Serienfertigung anbieten.

Hauptrohstoff im Berichtssegment CFM ist Acrylnitril (ACN) zur Herstellung von Acrylfasern, die dann als sogenannter Polyacrylnitril (PAN)-Precursor zu Carbonfasern weiterverarbeitet werden können. Die zukünftige Versorgung mit dem Ausgangsprodukt PAN-Precursor werden wir in unserem portugiesischen Standort absichern. Mit der weiteren bedarfsorientierten Umstellung der Textillinien auf PAN-Precursor wird der Ausbau der gesamten Carbonfaser-Wertschöpfungskette vorangetrieben. Ergänzt wird die PAN-Precursor-Versorgung durch unser Gemeinschaftsunternehmen mit Mitsubishi Chemical Corp., (Japan).

Geschäftsbereich Graphite Materials & Systems (GMS)

Das Berichtssegment Graphite Materials & Systems umfasst eine breite Palette maßgeschneiderter Lösungen und Anwendungen auf Graphitbasis. Gemäß den Kundenanforderungen werden Bauteile aus Graphit hergestellt, gereinigt und teilweise durch Spezialbeschichtungen weiterveredelt. Die Umsätze im Geschäftsbereich GMS werden in erster Linie mit Kunden aus der der Halbleiter-, der LED- sowie der Solarbranche, der Batterie- und Brennstoffzellen-Industrie, der Chemieindustrie, dem Segment Automobil & Transport sowie für verschiedene andere industrielle Anwendungen realisiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf veredelten Produkten mit einem hohen Wertschöpfungsanteil. Sie finden zum Beispiel Einsatz in Heizelementen für die Produktion von Einkristallsilizium in der Halbleiterbranche und der Solarindustrie. Gasdiffusionsschichten sind ein essentieller essenzieller Bestandteil einer Brennstoffzelle. Mit graphitbasierten Lager- und Pumpenbauteilen sowie Dichtungsringen werden Lösungen für den Automobilbau und andere verarbeitende Industrien angeboten. Sogenannte expandierte Graphite auf Naturgraphitbasis finden ebenfalls Anwendung in einer Vielzahl von Industrien, zum Beispiel in der Chemie- und der Automobilindustrie. Des Weiteren werden mit Graphitwärmetauschern, Destillationsapparaten sowie Pumpen und Systemen Produkte und Lösungen angeboten, zum Beispiel für die chemische und pharmazeutische Industrie sowie die Umweltwirtschaft.

Im Geschäftsjahr 2019 wurde das Geschäft mit Gasdiffusionsschichten für Brennstoffzellen von der zentralen Forschungsabteilung Central Innovation in den Geschäftsbereich GMS umgegliedert, um die beschleunigte Kommerzialisierung voranzutreiben. Hintergrund hierbei ist der zwischen SGL Carbon und Hyundai Motor Group vereinbarte Großauftrag, der eine Vervielfachung der aktuellen Produktions- und Liefermenge vorsieht, um die Ziele von Hyundai im Bereich Brennstoffzellenantrieb zu unterstützen. Darüber hinaus sollen zusätzliche Kundenbeziehungen entwickelt werden. Wir planen den Umsatz mit Komponenten für Brennstoffzellen mittelfristig mehr als zu verfünffachen - auf jährlich rund 100 Mio. €.

Die Hauptrohstoffe in unserem Geschäftsbereich GMS sind Petroleumkokse und Peche. Die SGL Carbon bezieht diese Rohstoffe überwiegend von Anbietern, mit denen das Unternehmen langjährige Geschäftsbeziehungen auf Basis jährlicher Rahmenabkommen unterhält. Den Energiebedarf (Elektrizität, Erdgas) unserer Fertigungsprozesse decken wir durch zum Teil langfristige Verträge mit überregionalen und lokalen Energieversorgungsunternehmen ab.

Wesentliche Absatzmärkte

Das Marktsegment Mobilität (Automobil & Transport, Luftfahrt) stellt nach wie vor mit einem Umsatzanteil von 28 % (Vorjahr: 29 %) das größte Marktsegment im Konzern dar, gefolgt von Industrielle Anwendungen mit 25 % (Vorjahr: 26 %). Drittgrößtes Kundensegment ist die Energiewirtschaft (vor allem Batterie & sonst. Energie, Windenergie, Solar) mit einem gestiegenen Umsatzanteil von 19 % (Vorjahr: 16 %). Der Anstieg ist vor allem auf das deutlich gestiegene Windgeschäft im Jahr 2019 zurückzuführen, während das Vorjahr vom Verkauf unseres Anteils am ehemaligen Joint Venture mit Kümpers im selben Marktsegment geprägt war. Leicht rückläufig entwickelten sich die Umsatzanteile mit der Chemieindustrie mit 12 % (Vorjahr: 13 %) und im Marktsegment Textile Fasern mit 8% (Vorjahr: 9 %). Aufgrund des starken Wachstums erhöhte sich der Umsatzanteil bezogen auf die Digitalisierung (Halbleiter-, LED-Industrie) auf 8 % gegenüber 7 % im Vorjahr.

Die Umsatzanteile nach den spezifischen Marktsegmenten der Geschäftsbereiche CFM und GMS befinden sich im Kapitel Ertragslage der Berichtssegmente.

Ziele und Strategien

Finanzielle Ziele

Unsere intern wie extern wichtigste Steuerungsgröße ist:

Kapitalrendite (ROCE EBIT) 1) mind. 9-10%

1) Auf Basis des EBIT vor Sondereinflüssen zu durchschnittlich gebundenem Kapital der fortgeführten Aktivitäten (Summe aus Geschäftswert, sonstigen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, At-Equity bilanzierten Beteiligungen und Nettoumlaufvermögen)

Weitere wesentliche mittelfristige finanzielle Ziele sind:

Verschuldungsfaktor 2) ≤ 2,5
Eigenkapitalquote ≥ 30%
Umsatzwachstum CAGR 3) mittel bis hoch einstellig
Konzernergebnis - fortgeführte Aktivitäten Positiv
Free Cashflow Positiv
Umsatzrentabilität der Geschäftsbereiche auf Basis EBIT vor Sondereinflüssen ≥ 12%

2) Nettofinanzschulden zu EBITDA vor Sondereinflüssen
3) Bezogen auf den Zeitraum 2020 - 2024

Wachstumsstrategie

Nach einem einmaligen Rückgang im Jahr 2020 kontinuierlicher Umsatzanstieg bis 2024 angestrebt

Die Geschäftsbereiche CFM und GMS sind bereits heute gekennzeichnet durch dynamische Markt- und Produktentwicklungen mit deutlich überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen. Die SGL Carbon tritt mit ihren Carbonfaser- und Spezialgraphitprodukten als "Enabler" für Produktionsprozesse und für Produkte ihrer Kunden auf, die globale Megatrends wie Mobilität, Digitalisierung und Energieeffizienz bedienen. Unseren Kunden werden dabei maßgeschneiderte Anwendungen über die gesamte materialbezogene Wertschöpfungskette angeboten.

Die beiden Geschäftsbereiche CFM und GMS bewegen sich dabei in Märkten mit unterschiedlichen Reifegraden. Der Geschäftsbereich CFM bedient mit seinen maßgeschneiderten Lösungen auf Basis von Carbonfasern und Faser-Verbundwerkstoffen für die Verwendung im industriellen Maßstab eine noch junge Industrie. Entsprechend befindet sich das Geschäft noch am Anfang seines Lebenszyklus und erreicht aufgrund begrenzter Kapazitätsauslastung noch nicht die Konzern-Finanzziele. Obwohl wir in den letzten zwölf Monaten zahlreiche zukunftsweisende Projekte gewinnen konnten, werden sich diese aufgrund der Entwicklungszeiten erst mittel- bis langfristig spürbar im Umsatz und Ergebnis niederschlagen. Die im Dezember 2019 verkündete Kooperation mit der internationalen Chemiegruppe Solvay wird unser Wachstum im hochattraktiven und hochvolumigen Luftfahrtmarkt mittel- bis langfristig beschleunigen.

Der Geschäftsbereich GMS liefert auf Basis des etablierten Spezialgraphits Lösungen für traditionelle und strukturell wachsende Kundenindustrien und hat daher bereits die Umsatzwachstums- und Renditeziele erreicht. Nach einem temporären Rückgang im Jahr 2020, der durch Veränderungen in der Lieferkette für Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien bedingt ist, wird GMS ab 2021 wieder seinen gewohnten Wachstumspfad aufnehmen. Zusätzlicher Wachstumstreiber sind Brennstoffzellenkomponenten durch den jüngst vereinbarten Großauftrag von Hyundai Motor Group.

Daher sind wir zuversichtlich, dass der Konzernumsatz zwischen 2020 und 2024 jährlich durchschnittlich um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz wachsen kann, gestützt durch die unterschiedlichen Treiber in beiden Geschäftsbereichen. Mit konzernweit höheren Kapazitätsauslastungen und einem verbesserten Produktmix hin zu Anwendungen und Lösungen mit einer höheren Rendite erwarten wir eine überdurchschnittliche Ergebnisverbesserung und die Erreichung unseres Konzern-ROCE-Ziels.

Laufende Projekte zur Effizienzverbesserung

Ende des Jahres 2017 entschied die SGL Carbon, das "SGL Operations Management System" (SGL OMS) einzuführen, ein einheitliches, standortübergreifendes Managementsystem, das schlanke Prozesse, hohe Effizienz und beste Produktqualität sicherstellen soll. Seit Ende 2019 - und damit früher als geplant werden alle Standorte nach einheitlichen Standards und Kennzahlen geführt.

Seit 2015 läuft ein zusätzliches Konzernprogramm namens "Business Process Excellence (BPX)", das zentrale Prozesse vereinfachen und vereinheitlichen und damit zusätzliche nachhaltige Verbesserungen realisieren soll. Zunächst fokussiert sich das Programm auf die Bereiche Einkauf, Lieferkettenmanagement und Vertrieb.

Neben diesen konzernübergreifenden Maßnahmen entwickeln auch die Geschäftsbereiche laufend Projekte zur Effizienzverbesserung, vor allem im Geschäftsbereich CFM. Diese werden im Rahmen der Ertragslage der Berichtssegmente erläutert.

Steuerungssystem

Leitung und Kontrolle

Eine Beschreibung der Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat befindet sich im Corporate Governance- und Compliance Bericht (ungeprüft).

Unsere Führungsgrundsätze, die Guiding Principles, regeln die Verantwortlichkeiten und strukturieren die Verpflichtungen von Vorstand, Geschäftsbereichsvorständen und Zentralfunktionen. Der Vorstand bestimmt die strategische Ausrichtung des Konzerns. Grundsätzliche Geschäftsentscheidungen von Bedeutung werden auf nur zwei Managementebenen getroffen, im Vorstand sowie in den Geschäftsbereichsvorständen. Die Geschäftsbereiche beziehen die erforderliche Infrastruktur und Dienstleistungen von den jeweiligen Gesellschaften und Werken. Daneben unterstützen Zentralfunktionen (Corporate-Functions) den Vorstand und Service-Funktionen (Shared Services) erbringen Dienstleistungen für alle Geschäftsbereiche und Gesellschaften.

Neben den Guiding Principles haben wir auch Common Values definiert. Diese gemeinsamen Werte bestimmen unsere Unternehmenskultur und unser Verhalten im Geschäftsleben und spiegeln sich im SGL Carbon-Verhaltenskodex (Code of Business Conduct and Ethics) wider. Unsere Verhaltensrichtlinien unterstreichen die Verpflichtung der SGL Carbon zur Einhaltung der Gesetze und setzen Standards für ethisches und gesetzeskonformes Verhalten. Der Kodex ist jedem Mitarbeiter bekannt und im Intranet jederzeit einsehbar. Gemeinsam schaffen und bilden Guiding Principles und Common Values in gegenseitiger Wechselwirkung unsere Führungskultur. Sie beruht auf den Grundsätzen von Leadership und Management by Objectives. Basierend auf einem festgelegten Kennzahlensystem vereinbaren Vorstand, Geschäftsbereiche und Zentralfunktionen im Rahmen von Zielgesprächen die anzustrebenden Zielwerte für den Konzern und die Geschäftsbereiche. Daraus leiten sich Vergütungsmodelle und erfolgsabhängige Bonuspläne für den Vorstand und für sämtliche Führungsebenen ab. Details des Vergütungssystems und die individualisierte Darstellung der Vergütung der Vorstandsmitglieder finden sich im Vergütungsbericht.

Unternehmensinternes Steuerungssystem

Übergeordnetes Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts der SGL Carbon. Diesem Anspruch folgt auch die unternehmensinterne Steuerung der SGL Carbon. Hierzu gehören regelmäßige Sitzungen der eingesetzten Gremien, ein monatliches Management-Reporting, welches sowohl die Ist-Entwicklung als auch die prognostizierte Entwicklung abdeckt sowie unmittelbar damit verknüpfte Soll-Ist-Vergleiche, einschließlich etwaiger Abweichungsanalysen. Daneben steuern und überwachen Führungsebenen und beauftragte Lenkungsgruppen spezielle Investitionsprojekte, mögliche Akquisitionen sowie definierte Aufgabenkomplexe wie Personalfragen, Sicherheit, Compliance und Umweltschutz.

Für den Geschäftsbereich Composites - Fibers & Materials lassen sich mittel- bis langfristige Markt- und Bedarfsindikatoren nur begrenzt ableiten, da die Entwicklungen noch sehr stark projektgetrieben sind. Dementsprechend kann der Geschäftsverlauf dieser Aktivitäten von Projektverzögerungen betroffen sein. Dennoch sehen wir einen sich verstärkenden Trend der Substitution von traditionellen Materialien durch Carbonfasern und Carbonfaser-Verbundwerkstoffe bei einer Reihe von Anwendungen, zum Beispiel in der Automobilindustrie, in der Luftfahrt sowie in der Windenergie.

Entscheidende Frühindikatoren für den erwarteten Verlauf des operativen Geschäfts im Geschäftsbereich Graphite Materials & Systems sind zum einen die tatsächliche oder prognostizierte Entwicklung wichtiger Absatzmärkte, zum anderen der Auftragseingang und die entsprechenden Kapazitätsauslastungen im Unternehmen.

Forschung und Entwicklung

Central Innovation - unsere zentrale Forschung und Entwicklung

Unsere moderne Forschungsinfrastruktur am größten Unternehmensstandort in Meitingen bietet optimale Bedingungen für unsere globale Forschung und Entwicklungseinheit "Central Innovation" (CI). In den Laboren und Pilotanlagen sowie in Kooperationen mit externen Partnern erfolgen die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien, die mittel- und langfristig zur Umsatzsteigerung mit neuen bzw. verbesserten Produkten und zu einer Verbesserung der Kostensituation beitragen. Das Entwicklungsportfolio umfasst sowohl Produkte und Verfahren, die mittel- und langfristig in den etablierten Geschäftsbereichen zum Einsatz kommen als auch Projekte, die neue Geschäftsmöglichkeiten für die SGL Carbon eröffnen. Zum Jahresende 2019 waren 72 Mitarbeiter (Vorjahr: 89) in der Central Innovation beschäftigt. Der Rückgang resultiert vor allem aus der Umsetzung von Mitarbeitern aus dem Bereich Brennstoffzellenkomponenten von CI in das Berichtssegment GMS.

Highlights aus unseren Entwicklungsfeldern

Im Berichtsjahr wurde das "Air Carbon"-Programm im Marktsegment Mobilität fortgesetzt mit "Air Carbon III", bei dem wir zusammen mit renommierten industriellen und universitären Partnern neuartige Carbonfasern zum Beispiel für die Luftfahrt entwickeln. Diese Carbonfasern sollen gegenüber dem heutigen Stand der Technik noch wesentlich leistungsfähiger sein.

Dadurch können in Automobilen wie auch in der Luft- und Raumfahrt weitere Gewichtseinsparungen erzielt und damit Senkungen von Treibstoffverbrauch und CO 2-Emissionen ermöglicht werden.

Im Marktsegment Energie wurden die Arbeiten an der nächsten Generation von Anodenmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien fortgesetzt. Diese Materialien werden die Speicherkapazität von Lithium-Ionen-Batterien erhöhen und damit beispielsweise die Reichweite von Elektroautos deutlich steigern.

In unserem Start-up für die Produktion von Brennstoffzellenkomponenten konnten wir einen langfristigen Liefervertrag mit Hyundai erfolgreich erweitern und damit den Ausbau unseres Geschäftes mit Brennstoffzellenkomponenten langfristig absichern. Im Berichtsjahr 2019 wurde das Geschäft mit Brennstoffzellenkomponenten aufgrund der erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung von der Central Innovation in den Geschäftsbereich GMS transferiert.

In den bereits 2015 definierten Zukunftsfeldern wurden im Berichtszeitraum die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten weiter verstärkt. Im Feld Additive Manufacturing ("3D-Druck") wurden Projekte mit Entwicklungspartnern fortgesetzt und erste Bauteile in die Anwendung ausgeliefert. Im Feld Zukünftige Verbundmaterialien wurden die Arbeiten zum Einsatz von Carbonfasern in der Bauindustrie und zu neuartigen Verbundmaterialien in Hybridbauweisen fortgesetzt. Mit diesen Materialien können neue Funktionen in Bauteile integriert oder Produktionsketten deutlich vereinfacht und damit Kosten gesenkt werden. In den Feldern Zukünftige Beschichtungen und Zukünftige Textilien wurde an der Entwicklung neuer Produkte und Herstellungsprozesse gearbeitet, die zum Beispiel in der Umwelttechnik bei der Filtration oder der Wasseraufbereitung effektivere und effizientere Verfahren ermöglichen.

Auch im Geschäftsjahr 2019 wurde der Schutz unseres Knowhows durch neue Patentanmeldungen, insbesondere im Bereich der Zukunftsfelder, weiter vorangetrieben.

Talente für die SGL Carbon

Auch im vergangenen Geschäftsjahr wurde Central Innovation ihrer Aufgabe gerecht, neue Talente für das Unternehmen zu begeistern. Insgesamt 48 (Vorjahr 61) Diplomanden, Praktikanten und Werkstudenten haben wir 2019 betreut.

Damit fördern wir die Entwicklung von Nachwuchstalenten, vor allem im Bereich der Ingenieur- und Werkstoffwissenschaften.

Industriekooperationen und Forschungsnetzwerke als Schlüssel zum Erfolg

Die SGL Carbon ist weiterhin aktiv in den Führungsgremien der internationalen wissenschaftlichen Carbon-Gesellschaften.

Als Mitbegründer des Kompetenznetzwerks Lithium-Ionen-Batterien (KLiB) arbeiten wir gemeinsam mit BASF, Bosch, Daimler, BMW und weiteren Unternehmen an der Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien für Fahrzeugantriebe und stationäre Energiespeicher und stellen den Vorstandsvorsitzenden in diesem Gremium.

Die SGL Carbon ist aktives Mitglied des Composites United e.V., der im Jahr 2019 aus einer Fusion zwischen Carbon Composites e.V. (CCeV) und CFK Valley e.V. entstanden ist. Der Verbund von Unternehmen und Forschungseinrichtungen deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Hochleistungs-Faserverbundwerkstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab und pflegt weitere internationale Beziehungen sowie Partnerschaften mit ähnlichen Organisationen, etwa in Belgien und Südkorea.

Die SGL Carbon ist Mitglied im Arbeitskreis Kohlenstoff (AKK) und in dessen Vorstand vertreten. Dieser ist ein eigenständiger Interessenverbund sowohl in der Deutschen Keramischen Gesellschaft als auch in der European Carbon Association mit der Zielstellung, den Austausch von Erfahrungen und Informationen sowie die Forschung auf dem Gebiet des Kohlenstoffs zu fördern.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Laut dem IWF (Internationaler Währungsfonds) ist die Weltwirtschaft 2019 mit +2,9% nur moderat gewachsen. Die ursprüngliche IWF-Prognose im Januar 2019 war +3,5 %. Infolge der Verschärfung des Handelskonflikts der USA mit China nahmen die Unsicherheiten in allen Regionen zu und der Welthandel schwächte sich ab. In den Industrieländern brach die Produktion ein und die Investitionstätigkeit war verhalten. Nach den Angaben des IWF sind die Industrieländer nur mit +1,7% und damit schwächer als prognostiziert (+2,0 %) gewachsen. Auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern blieb die wirtschaftliche Dynamik 2019 bei einem Plus von 3,7% hinter den Erwartungen (+4,5%) zurück.

Infolge der eskalierenden Handelskonflikte schwächte sich die globale Konjunktur ab

Nachdem die kräftigen Impulse der Steuerreform in den USA 2019 ausgelaufen sind, hat die Binnenkonjunktur an Dynamik verloren. Zudem kamen die Exporte durch die Handelskonflikte und schwachen Weltmärkte unter Druck. Die Industrieproduktion war rückläufig und die Kapazitätsauslastung ist zurückgegangen. Konjunkturstützen waren der private Konsum und höhere Staatsausgaben. Die US-Notenbank FED hat Ende Juli die Zinswendende vollzogen und die Leitzinsen bis Ende Oktober dreimal gesenkt.

Im Euroraum flachte die Expansion der Wirtschaft weiter ab. Zwar blieben die konsumnahen und Dienstleistungssektoren wie auch die Bauindustrie im Aufschwung, jedoch blieb die Investitionsbereitschaft sehr gering wegen der fehlenden internationalen Impulse und der gestiegenen Unsicherheiten. Die weiterhin expansive Geldpolitik der EZB und fiskalpolitische Impulse mehrerer Regierungen sowie die hohe Beschäftigung konnten die Binnennachfrage stützen. Im Jahr 2019 brach die Produktion in der exportorientierten Industrie ein, vor allem in Deutschland.

Chinas Wirtschaft litt unter dem Handelskonflikt mit den USA und schwachen Exporten. Angesichts der bereits sehr hohen Verschuldung waren die neuen Stützungsmaßnahmen aber im Vergleich zu früheren Paketen begrenzt. Die Industrieproduktion und Investitionen blieben trotzdem robust. In Summe flachte das wirtschaftliche Expansionstempo erneut leicht ab. Indiens Wirtschaft geriet infolge massiver Liquiditätsprobleme bei den für die heimische Wirtschaft wichtigen Schattenbanken erheblich ins Stocken. In Südostasien (ASEAN-5) flachte das Wachstum trotz hoher Infrastrukturinvestitionen wegen der Exportbelastungen ab. Russland und Brasilien sind 2019 erneut moderat gewachsen.

Entwicklung wichtiger Kundenindustrien

Marktsegment Mobilität

Automobilindustrie 2019 weltweit mit Absatzeinbruch.

SGL Carbon aber mit Graphitspezialitäten und Verbundwerkstoffen in zukunftsorientierter Nische

Der Technologieumbruch in der Automobilindustrie setzt sich mit Hochdruck fort. Zusätzliche Belastungen waren die globale Konjunkturschwäche und Handelskonflikte. So kam die Branche 2019 noch stärker als im Vorjahr unter Druck. Laut den Branchenforschern von LMC Automotive brach der weltweite Absatz um 4,4% auf 90,3 Mio. Light Vehicles ein, mit Rückgängen in fast allen Regionen. Vor allem im größten Einzelmarkt China sank der Absatz deutlich (-8,3 %). Auch im sonstigen Asien war die Nachfrage schwach. Relativ geringe Rückgänge verbuchten die USA (-1,4%). In Westeuropa stieg der Absatz laut dem Branchenverband ACEA sogar moderat um 0,7% auf 14,3 Mio. Pkw. Um bei Pkw und NFZ mit Verbrennungsmotoren die Emissionen zu reduzieren, spielt Gewichtsreduktion durch Leichtbau eine bedeutende Rolle, auch mithilfe von Carbonfasern und Verbundwerkstoffen. Die Entwicklung von Autos mit Alternativantrieben wurde auf breiter Basis vorangetrieben. Bei diesen Fahrzeugen bietet uns die Entwicklung von innovativen Bauteilen gute Chancen. Unsere Aktivitäten im Automobilmarkt sind gut aufgestellt. Wir haben 2019 u. a. Aufträge gewonnen für Batteriekästen für Elektroautos und Komponenten für Brennstoffzellenautos.

Aerospace: Stetig wachsende Nachfrage für Leichtbaulösungen in der Luftfahrt

Carbonfasern (CF) bzw. Carbonfaser-Verbundstoffe (Carbon Composites CC) sind im Aerospace-Leichtbau fest etabliert. Als Hauptkunde fragt die Luft-/Raumfahrtindustrie über ein Drittel aller produzierten CC-Mengen nach. Dabei ist die kommerzielle Luftfahrt der wichtigste Impulsgeber. Die Boeing B787 (Dreamliner) und der Airbus A350 XWB bestehen zu großen Teilen aus CC. Auch die kleineren Volumenmodelle nutzen CC in mehreren Baugruppen. Airbus schätzt, dass der weltweite Luftverkehr um gut 4% pro Jahr wächst. Dafür bauen die Airlines ihre Flotten in Summe weiter aus und modernisieren einen Teil des Bestands. Unser derzeitiger Fokus im Aerospace-CF-Geschäft sind nicht-strukturrelevante Nischenanwendungen (Bauteile/Elemente im Kabineninnenausbau, Bremssysteme). Insofern profitieren wir vom Flugzeugneubau sowie von der Modernisierung und dem Umbau bestehender Modelle bzw. Flotten. Unser Luftfahrt-Geschäft war 2019 geprägt von neuen Aufträgen und der Verschiebung einer Projektabrechnung ins Geschäftsjahr 2020 sowie der neu vereinbarten Entwicklungskooperation mit dem internationalen Chemiekonzern Solvay, die unseren Zugang zum attraktiven Luftfahrtmarkt erheblich beschleunigen soll.

Marktsegment Energie

Lithium-Ionen-Batterien: Moderatere Zuwächse als zuletzt Chinas Subventionskürzung Mitte 2019 bremste E-Autos

Das Nachfragewachstum in den zwei bisher dominierenden Endmärkten (Informationstechnologie und Automobil) für Lithium-Ionen-Batterien (Li-Ion) dürfte 2019 unter dem der Vorjahre geblieben sein. Infolge des hohen Bedarfs an leistungsstarken Großbatterien für Elektroautos werden in der Automobilindustrie mit Abstand die größten Volumina an Li-Ion-Batterien benötigt. Weltweit ist der Absatz von E-Autos (inklusive Hybrid) 2019 laut Branchenforum InsideEVs jedoch nach einem verhaltenen zweiten Halbjahr nur um 10 % auf 2,21 Mio. Einheiten gestiegen. Im größten Einzelmarkt China sind die hohen staatlichen Zuschüsse für den Kauf von batterieelektrischen Pkw Mitte 2019 ausgelaufen. Der Endgeräteabsatz in der Konsum- und Businesselektronik (IT), dem zweitgrößten Li-Ion-Markt, fiel 2019 nach einer Vorabeinschätzung der Marktforscher von Gartner um 3,7%. Dabei sanken die Verkäufe der stückzahlenstarken Smartphones ohne große technische Neuheiten im Jahr 2019 um 3,2 %. Dagegen ist der klassische PC-Absatz trotz der Engpässe bei Prozessoren erstmals seit Jahren gewachsen (Gartner: +0,6 %). Treiber war die Umstellung auf Windows 10 bei Business-PCs. Der Umsatz mit tragbaren Kleinstgeräten wie Smartwatches stieg um 25 %. Unser Geschäft mit der Li-Ion-Batterieindustrie ist derzeit noch von einzelnen wenigen Kunden abhängig.

Brennstoffzellen: Eine attraktive Technologie rückt wieder in den Blickpunkt

Im Bereich der lokal emissionsfreien Mobilität dominieren zurzeit batterieelektrische Fahrzeuge (siehe oben). Daneben werden mittelfristig jedoch auch regenerativ erzeugter Wasserstoff und die Brennstoffzelle von großer Bedeutung sein. Sie ermöglichen bei entsprechender Infrastruktur eine schnelle Betankung und attraktive Reichweiten. Neue Initiativen verschiedener Hersteller treiben die Entwicklung mittlerweile wieder voran. Zusätzlich sind auch stationäre Brennstoffzellen für die Energiewende wichtig. Der Umsatz im gesamten Weltmarkt für Brennstoffzellen dürfte auch 2019 laut den Spezialisten vom Global Market Insights zweistellig gewachsen sein, das Wachstum wird mit durchschnittlich 12 % pro Jahr veranschlagt. Dank unserer hohen Kompetenz bei Komponenten für die Brennstoffzelle haben wir als renommierter Partner der Hersteller davon profitiert.

Windindustrie: International wieder im Aufwind

Weltweit setzt sich die Windenergie weiter durch, auch wenn das Marktumfeld in vielen Ländern zunehmend subventionsfrei wird und die Intensität des Wettbewerbs auf der Herstellerseite weiter gestiegen ist. Niedrige Auktionspreise drücken deren Margen. Die Marktkonzentration setzte sich daher fort. Im Jahr 2019 wurden nach einer Vorabschätzung des Global Wind Energy Council (GWEC) trotzdem neue Anlagen mit einer Kapazität von 65,4 GW (+27,5 %) installiert. Die Gesamtkapazität aller im Einsatz befindlichen Anlagen wuchs damit auf weltweit rund 656 GW. In den ehemals starken Windländern Deutschland und Indien blieb der Sektor unter Druck. Dies wurde durch hohes Wachstum in den USA und in neuen Windländern in Lateinamerika und Südostasien mehr als ausgeglichen. Neben dem globalen Ausbau der Windenergie an Land (2019: +23 %), nimmt die Bedeutung des Offshore-Markts zu (2019: +47 %). Die hierfür konzipierten Windenergieanlagen verfügen über besonders große Rotorblätter mit sehr hohen technischen Materialanforderungen. Dieses Geschäft ist noch sehr spezifisch und von einzelnen Projekten abhängig. Nach der vorübergehenden Schwäche infolge des Ausstiegs aus einem Gemeinschaftsunternehmen, mit dem wir bisher die Windindustrie bedient haben, haben wir 2019 signifikant höhere Mengen - allerdings zu niedrigeren Margen - an die Windenergieindustrie verkauft.

Solar/Polysilizium: Neue PV-Rekordinstallationen 2019 - Polysiliziumhersteller müssen Kapazitäten weiter ausbauen

Mit einem Volumenanteil von ca. 80 % ist Photovoltaik (PV) der mit Abstand wichtigste Weiterverarbeiter von Polysilizium. Trotz der US-Handelsrestriktionen gegen China ist der PV-Weltmarkt laut den Branchenexperten von IHS Markit auf einen zweistelligen Expansionspfad zurückgekehrt. Danach wurde 2019 ein neues Rekordvolumen für Neuinstallationen von ca. 125 GW erreicht. Das war ein Plus von ca. 21 %. Treiber war das extreme Wachstum außerhalb Chinas von 53 %. Die Nachfrage wurde von zuvor stark gefallenen Modulpreisen stimuliert. Der US-Markt bekam zudem Rückenwind, weil viele Projekte vor dem Wegfall von Steuervorteilen (30 % ITC) beschleunigt umgesetzt wurden. Strukturell wird der PV-Markt durch die international forcierten Anstrengungen zur Energiewende getragen. Da die vorgelagerte Polysiliziumherstellung sehr kapitalintensiv ist, investieren die Hersteller typischerweise mit zeitlichem Vorlauf in Großanlagen. Der Geschäftsbereich GMS bedient diesen zyklischen, aber langfristig stark wachsenden Markt mit einer Vielzahl von Produkten und Lösungen.

Marktsegment Digitalisierung

Halbleiter/Polysilizium: Signifikante Delle in der Produktion 2019 und Zurückhaltung bei den Investitionen; SGL Carbon wächst aber zweistellig durch hohe Nachfrage für Elektromobilität und 5G-Mobilfunktechnologie

Die Halbleiterindustrie ist der zweitgrößte Abnehmer von Polysilizium. Infolge des US-China-Handelskonflikts, eines massiven Preisverfalls bei Speichern sowie des flacheren Wachstums bei wichtigen Endanwendungen (Smartphones, PCs) ist der Markt 2019 eingebrochen. Der Industrieverband World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) schätzt, dass der weltweite Umsatz mit Halbleitern um 12,8 % geschrumpft ist. Die Marktforscher von Gartner beziffern den Einbruch im Jahr 2019 auf 11,9 %. Während die Märkte für optoelektronische Komponenten und Sensoren leicht zulegen konnten, erlitt der mit großem Abstand wichtigste Teilmarkt der integrierten Schaltkreise in allen Produktsegmenten Rückgänge. Dabei waren Speicher mit einem Umsatzminus von mehr als 30 % besonders stark unter Druck. Ihr Anteil am gesamten Halbleitermarkt fiel damit laut WSTS und Gartner von einem Drittel auf ein Viertel. Nach Einschätzung des Industrieverbands SEMI ist der Investitionsmarkt mit Produktionsanlagen und Ausstattung für die Halbleiterindustrie 2019 ausgehend von einem vorherigen Rekordniveau um 10,5% auf fast 58 Mrd. USD zurückgegangen. SGL Carbon bedient mit seiner Produktpalette insbesondere den zweistellig wachsenden Wide-Bandgap-Markt und konnte daher sein Geschäft deutlich ausweiten. Wide-Bandgap Halbleiter zeichnen sich durch eine hohe Durchbruchspannung und einen hohen Temperaturbereich aus. Sie haben geringe Verluste und können Spannungen von mehreren Kilovolt und höchste Frequenzen verarbeiten. Bedingt durch diese Eigenschaften eignen sich Wide-Bandgap Halbleiter besonders für Anwendungen in der Elektromobilität sowie in der 5G-Mobilfunktechnologie.

LED: Ungebrochen dynamisches Endmarktwachstum - Impulse u.a. durch Micro-LEDs

Während der Umsatz des gesamten Beleuchtungsmarkts (privat, gewerblich, industriell, öffentlich) weltweit stetig um etwas mehr als 4% pro Jahr wächst, nimmt das Volumen im LED-Markt nach bisherigen Prognosen um jährlich etwa 16 % zu (Technavio). Sehr hoch ist die Expansionsrate u.a. in der Straßenbeleuchtung (2019: +24,3 %). Neben dem Boom in der Beleuchtung setzen sich LEDs auch in der Infrarottechnologie und der Konsumelektronik immer stärker durch. Allein der innovative Teilmarkt der Micro-LED für TV-Geräte ist 2019 um 19,6 % gewachsen. Zudem ist auch die Autoindustrie ein wichtiger Anwender. Die Penetration von LEDs in den Fahrzeugen steigt. Deshalb hat dieser Teilmarkt laut TrendForce entgegen der schwachen Gesamtfahrzeugproduktion im Jahr 2019 moderat zugelegt. Die LED-Industrie profiziert von der zunehmenden Anwendungsvielfalt und investiert zurzeit stark in den Aufbau von Kapazitäten für Micro-LEDs. Mit unseren graphitbasierten Suszeptoren für die Silizium-Epitaxie sind wir in der LED-Wertschöpfungskette sehr stark positioniert.

Marktsegment Chemie

Weltweit schwächeres Produktionswachstum - Umfeld für Investitionen gedrückt, Modernisierung im Fokus

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) schätzt, dass die Chemie- und Pharmabranche die Produktion 2019 weltweit um 3,0% gesteigert hat (Vorjahr: +3,9 %). Die schwächere globale Industriekonjunktur, vor allem im Automobilbau, hat die Branchenentwicklung gedämpft. Regional war das Bild 2019 sehr heterogen. Hohe Produktionszuwächse wurden in China (+5,5%) und Russland (+6,5%) erzielt. In den USA ist die Branche kaum gewachsen (+0,5 %). In Japan, Südkorea und Brasilien sank der Chemie-Output. Die Produktion in der EU hat sich mit einem Plus von voraussichtlich 3,0% zwar belebt (Vorjahr: +1,8 %). Das war allerdings ausschließlich auf den Pharmabereich zurückzuführen (+8,0%). Die Produktion in der Industriechemie ist mit -1,0 % geschrumpft (Vorjahr: -0,6 %). Deutschlands Chemieproduktion brach sogar um 7,5% und somit sehr deutlich ein. Sowohl die Pharmaproduktion (-16,5%) als auch die industrielle Chemie (-2,5%) waren unter Druck, hier vor allem bei Polymeren sowie in der Fein- und Spezialchemie. In diesem Umfeld war die Bereitschaft für Investitionen in neue Anlagen bzw. in Wartungs- und Modernisierungstätigkeiten gering. Dies schlug sich entsprechend auf unseren Geschäftsverlauf nieder.

Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr

Begebung einer neuen Unternehmensanleihe

SGL Carbon SE hat im April 2019 eine vorrangige, besicherte Unternehmensanleihe von 250 Mio. € mit einer Laufzeit bis September 2024 (die "Unternehmensanleihe) und mit einem Zinskupon von 4,625% p.a. platziert. Der Emissionserlös zusammen mit verfügbaren Barmitteln wurde zur Rückzahlung von Finanzschulden sowie zur Begleichung der Transaktionskosten der Unternehmensanleihe verwendet.

Rückzahlung von Finanzschulden

Im Juli 2019 wurde die Wandelanleihe 2015/2020 mit den liquiden Mitteln aus der im April 2019 begebenen Unternehmensanleihe vollständig vorzeitig zurückgekauft. Die vorzeitige Rückzahlung der Wandelanleihe führte im Geschäftsjahr 2019 zu einem negativen Ergebniseffekt im Finanzergebnis von insgesamt 6,3 Mio. €.

Ende Juni 2019 wurden die von der BMW Group vormals gestellten Darlehen an die SGL Composites US in Höhe von 87,6 Mio. € vollständig zurückgezahlt.

Prüfungen auf Wertminderungen (Impairment Tests)

Im August 2019 haben sich im Berichtssegment Composites - Fibers & Materials (CFM) signifikante Abweichungen zu unseren Erwartungen in den Marktsegmenten Windenergie, Textile Fasern und Industrielle Anwendungen ergeben. Daher wurde die Erstellung einer neuen Fünfjahresplanung beschleunigt. Für die beiden Zahlungsmittel generierenden Einheiten (ZGE) Carbon Fibers & Composite Materials (CF/CM) sowie Composites DE (SGL ACF) wurde daher jeweils ein anlassbezogener Werthaltigkeitstest durchgeführt. Der Werthaltigkeitstest zeigte lediglich bei CF/CM eine Unterdeckung des erzielbaren Betrags im Vergleich zum Buchwert der der ZGE zugeordneten Nettovermögenswerte. Es ergab sich ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 74,7 Mio. € auf Sonstige Immaterielle Vermögenswerte, Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie weitere Sachanlagen. Die erst in den letzten Jahren akquirierten Vermögenswerte der ehemaligen Gemeinschaftsunternehmen mit BMW (SGL ACF) und Benteler waren von der Wertminderung nicht betroffen.

In Zusammenhang mit dem Wertminderungstest fand eine Werthaltigkeitsprüfung der aktivierten latenten Steuern statt, die zu einer Wertberichtigung von 7,4 Mio. € auf aktivierte latente Steuern in Großbritannien und Deutschland führte.

Für detaillierte Ausführungen zu den Wertminderungen verweisen wir auf den Anhang zum Konzernabschluss.

Neuer IFRS 16 Rechnungslegungsstandard

Zum 1. Januar 2019 hat die SGL Carbon die neuen Rechnungslegungsvorschriften von IFRS 16 (Leasingverhältnisse) eingeführt und die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden geändert. Entsprechend der von uns nach IFRS 16 gewählten Übergangsmethode erfolgt keine Anpassung der Vorperioden. Folglich werden im Geschäftsjahr 2019 die Veränderungen von Konzernergebnis, Vermögenswerten und Schulden sowie des Cashflows im Jahresvergleich von den neuen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden beeinflusst.

Folgende Auswirkungen ergaben sich aus der erstmaligen Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aus IFRS 16 zum 1. Januar 2019:

Die Aktivierung von Nutzungsrechten erhöhten das Sachanlagevermögen um 36,9 Mio. € und das Umlaufvermögen um 1,4 Mio. €
Die finanziellen Verbindlichkeiten stiegen aufgrund der Passivierung von Leasingverbindlichkeiten um 38,2 Mio. €. Davon betrafen 28,9 Mio. € langfristige Verbindlichkeiten und 9,3 Mio. € kurzfristige Verbindlichkeiten
Das Eigenkapital erhöhte sich um 0,1 Mio. €.

Im Geschäftsjahr 2019 haben wir in unserer Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Abschreibungen für Nutzungsrechte in Höhe von 8,7 Mio. € und Zinsaufwendungen für die Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Mio. € erfasst.

IFRS 16 beeinflusst auch die Struktur der Kapitalflussrechnung der SGL Carbon. Während sich der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und der Free Cashflow erhöhten, verringerte sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten jeweils um 8,7 Mio. €.

Details hierzu sowie weitere Umstellungseffekte in der Eröffnungsbilanz siehe Anhang zum Konzernabschluss.

Überblick über den Geschäftsverlauf

Die Erläuterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SGL Carbon erfolgt unter anderem auf Basis der folgenden Finanzkennzahlen, die für die Steuerung der SGL Carbon verwendet werden, sich jedoch nicht unmittelbar aus dem Konzernabschluss ergeben. Die folgende Übersicht zeigt die Ermittlung dieser Finanzkennzahlen.

2019 2018
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) -34,3 80,9
Abzüglich/zuzüglich: Restrukturierungsaufwendungen -0,7 0,9
Zuzüglich: Wertminderungen/abzüglich: Wertaufholungen bzw. PPA-Effekte 83,4 -17,2
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen 48,4 64,6
Zuzüglich: Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 71,6 62,6
EBITDA vor Sondereinflüssen 120,0 127,2
Gebundenes Kapital (Capital Employed) 1)    
Gebundenes Kapital zum 31.12. des Vorjahres 1.244,5 896,0
Zuzüglich: IFRS Umstellung 36,9 19,9
Zuzüglich: Veränderungen Konsolidierungskreis 0,0 250,5
Bereinigtes gebundenes Kapital zum 31.12. des Vorjahres 1.281,4 1.166,4
Bereinigtes gebundenes Kapital zum 31.12. des Geschäftsjahres 1.219,8 1.244,5
Durchschnittlich gebundenes Kapital 2) 1.250,6 1.205,4
ROCE EBIT 3) 3,9% 5,4%
ROCE ERIMA 4) 9,6% 10,5%

1) Definiert als die Summe von Geschäftswert, sonstigen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, At-Equity bilanzierte Beteiligungen, Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2) Bereinigtes gebundenes Kapital zum 31.12. des Vorjahres zuzüglich bereinigtes gebundenes Kapital zum 31.12. des Geschäftsjahres dividiert durch 2
3) Ergebnis aus Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen zu durchschnittlich gebundenem Kapital
4) EBITDA vor Sondereinflüssen zu durchschnittlich gebundenem Kapital

Nachfolgend ist ein Vergleich der im Geschäftsbericht 2018 enthaltenen Ziele für das Geschäftsjahr 2019 mit den Ist-Ergebnissen dargestellt.

Prognose für 2019 aus dem Geschäftsbericht 2018 Ist-Daten für das Geschäftsjahr 2019 Einhaltung
Umsatzanstieg gegenüber Vorjahr um einen mittleren einstelligen Prozentsatz Umsatzanstieg um 4% gegenüber Vorjahr
EBIT vor Sondereinflüssen auf Vorjahresniveau EBIT vor Sondereinflüssen: 48 Mio. € (2018: 65 Mio. €) -
ROCE (EBIT) vor Sondereinflüssen auf Vorjahresniveau ROCE (EBIT) fortgeführte Aktivitäten bei 3,9% (2018: 5,4%) -
Ausgeglichenes Konzernergebnis Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten bei minus 90 Mio. € (2018: 50 Mio. €) -
Erhöhung der Nettofinanzschulden um einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag Nettofinanzschulden bei 288,5 Mio. € (2018: 242,2 Mio. €)
Investitionen von rund 100 Mio. € Investitionen von 95 Mio. € (2018: 78 Mio. €)

Umsatzanstieg um 4 %

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten stiegen um 3,7% auf 1.086,7 Mio. € (2018: 1.047,5 Mio. €). Eine überdurchschnittliche Umsatzsteigerung wurde im Berichtssegment GMS erreicht, während sich die Umsatzerlöse der CFM nur leicht erhöht haben.

EBIT und EBITDA vor Sondereinflüssen und Vermögensrendite ROCE EBIT reduziert

Das EBIT vor Sondereinflüssen der SGL Carbon hat sich in der Berichtsperiode um 25% auf 48,4 Mio. € gegenüber 64,6 Mio. € und das EBITDA der fortgeführten Aktivitäten um 5% von 127,2 Mio. € auf 120,0 Mio. € verringert, jeweils deutlich stärker als zu Beginn des Jahres prognostiziert. Dies resultiert aus der schwächeren Entwicklung im Berichtssegment CFM und konnte nicht durch die gute Entwicklung der GMS kompensiert werden. Entsprechend hat sich die Renditekennziffer ROCE EBIT der fortgeführten Aktivitäten der SGL Carbon von 5,4% auf 3,9% verringert.

Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten deutlich verringert

Vor allem aufgrund des Wegfalls des positiven Sondereinflusses im Vorjahr, aus der Anpassung an den Fair Value der vormals quotal konsolidierten gemeinschaftlichen Tätigkeiten, sowie durch den Wertminderungsaufwand bei CFM im laufenden Geschäftsjahr verringerte sich das Konzernergebnis von 41,3 Mio. € in der Vorjahresperiode auf minus 90,0 Mio. € in der Berichtsperiode.

Investitionen erhöht

Mit 95 Mio. € lagen die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Berichtsjahr entsprechend der Prognose bei rund 100 Mio. €. Details siehe Abschnitt Investitionen und Abschreibungen.

Nettofinanzschulden investitionsbedingt angestiegen

Die Nettofinanzschulden stiegen erwartungsgemäß um 46,3 Mio. € auf 288,5 Mio. €. Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus dem aufgrund gestiegener Investitionen negativen Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten in Höhe von minus 17,3 Mio. €, einem Vergleich (Settlement) mit dem Erwerber des Aerostructures-Geschäfts im Rahmen der nicht fortgeführten Aktivitäten von 9,4 Mio. € sowie die angefallenen Kosten für die Begebung der Unternehmensanleihe.

Ertragslage des Konzerns

Gewinn- und Verlustrechnung Mio. €

Mio. € 2019 2018 Veränd.
Umsatzerlöse 1.086,7 1.047,5 3,7%
Umsatzkosten -870,2 -827,9 -5,1%
Bruttoergebnis vom Umsatz 216,5 219,6 -1,4%
Vertriebskosten -108,6 -100,2 -8,4%
Forschungs- und Entwicklungskosten -36,8 -33,0 -11,5%
Allgemeine Verwaltungskosten -43,7 -54,5 19,8%
Sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen 5,6 15,9 -64,8%
Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen 15,4 16,8 -8,3%
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen 48,4 64,6 -25,1%
Aufwendungen für Restrukturierung 0,7 -0,9 > 100%
Wertminderungsaufwand/ Wertaufholungen und Effekte aus Kaufpreisallokation -83,4 17,2 > - 100%
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) -34,3 80,9 > -100%
Finanzergebnis -38,9 -29,6 -31,4%
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Ertragsteuern -73,2 51,3 > - 100%
Ertragsteuern -16,2 -0,6 >-100%
Nicht beherrschende Anteile -0,5 -0,4 -25,0%
Konzernergebnis - fortgeführte Aktivitäten -89,9 50,3 > - 100%
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten nach Ertragsteuern -0,1 -9,0 98,9%
Konzernergebnis (Anteilseigner des Mutterunternehmens) -90,0 41,3 > - 100%
Ergebnis je Aktie, unverwässert (in €) -0,74 0,34 >-100%
Ergebnis je Aktie - fortgeführte Aktivitäten, unverwässert und verwässert (in €) -0,74 0,41 > - 100%

Anstieg der Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten der SGL Carbon stiegen leicht um 39,2 Mio. € bzw. um 3,7% gegenüber dem Vorjahr. Die Durchschnittskurse des US-Dollars und des japanischen Yens sind im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr gestiegen, daher wurde die Umsatzentwicklung durch Währungsveränderungen von 23 Mio. € positiv beeinflusst. Bereinigt um die positive Währungseffekte sind die Umsatzerlöse um 1,6 % angestiegen. Diese Umsatzsteigerungen wurden im Wesentlichen durch Preiserhöhungen bei einzelnen Kunden erzielt. Gestiegene Produktionsmengen haben nur zu einer leichten Erhöhung der Umsatzerlöse beigetragen.

Regionale Entwicklung der Umsatzerlöse: Größter Absatzmarkt blieb Europa

Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der SGL Carbon lag unverändert in Europa (530,3 Mio. €; Umsatzanteil: 49 %), wobei Deutschland mit 341,0 Mio. € beziehungsweise einem auf 31% gesunkenen Anteil (Vorjahr: 34%) weiterhin der größte Einzelmarkt war. Die Region Asien war zwar weiterhin die zweitwichtigste Region, hat aber den Umsatzanteil signifikant auf 32% gesteigert (Vorjahr: 28 %). Die Umsätze in der Region USA sind nur währungsbedingt gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen, der Anteil blieb wegen des gewachsenen Konzernumsatzes bei 15% (Vorjahr: 15 %).

Die verhaltene Umsatzentwicklung in Deutschland resultierte vor allem aus schwächeren Umsatzerlösen mit inländischen Automobilherstellern. Die weiter gestiegenen Umsatzerlöse in Asien resultieren aus höheren Umsatzerlösen in der Windenergieindustrie im Berichtssegment CFM.

Umsatz nach Zielregion

Mio. € 2019 Anteil 2018 Anteil Veränd. (absolut)
Deutschland 341,0 31,4% 358,4 34,2% -4,9%
Übriges Europa 189,3 17,4% 193,4 18,5% -2,1%
USA 158,6 14,6% 156,2 14,9% +1,5%
Asien 350,5 32,2% 291,8 27,8% +20,1%
Restliche Welt 1) 47,3 4,4% 47,7 4,6% -0,8%
Gesamt 1.086,7 100,0% 1.047,5 100,0% +3,7%

1) Lateinamerika, Afrika, Australien

Bruttomarge leicht gesunken

Die Umsatzkosten sind überproportional zum Umsatz gestiegen. Die in den Umsatzkosten enthaltenen Personalkosten sind durch Tarifsteigerungen bei den Lohn- und Gehaltskosten und durch die gestiegene Mitarbeiterzahl deutlich angestiegen. In der Berichtsperiode verringerte sich die Bruttomarge vom Umsatz daher auf 19,9% (2018: 21,0 %). Die verbesserte Bruttomarge des Geschäftssegments GMS konnte die Verringerung der Bruttomarge im Geschäftssegment CFM nicht kompensieren. Das absolute Bruttoergebnis vom Umsatz blieb in der Berichtsperiode insgesamt nahezu konstant auf 216,5 Mio. € nach 219,6 Mio. € in der Vorjahresperiode.

Vertriebs-, F&E- und Verwaltungskosten

Die übrigen Funktionskosten (Vertriebs-, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie allgemeine Verwaltungskosten) stiegen im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig um 0,7% auf 189,1 Mio. € (Vorjahr: 187,7 Mio. €). Sie haben sich damit im Vergleich zu den Umsatzerlösen deutlich unterproportional entwickelt.

Der Anstieg der Vertriebskosten um 8,4% auf 108,6 Mio. € (Vorjahr: 100,2 Mio. €) beruhte insbesondere auf höheren Liefermengen nach Asien mit höheren Frachtkostenanteilen.

Die im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 36,8 Mio. € (Vorjahr: 33,0 Mio. €) und resultierten aus Projekten zur Weiterentwicklung der Carbonfaser und von 3D-Druckverfahren. Details zu Forschungs- und Entwicklungsprojekten sind im Lagebericht im Kapitel "Central Innovation - Highlights aus unseren Entwicklungsfeldern" erläutert.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken deutlich von 54,5 Mio. € im Vorjahr um 19,8% auf 43,7 Mio. € im Geschäftsjahr 2019. Insbesondere die deutlich gesunkenen Aufwendungen für Management-Incentivepläne sowie Kosteneinsparungen haben die Reduzierung verursacht.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo aus sonstigen nicht den Funktionskosten zurechenbaren betrieblichen Erträgen und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf plus 5,6 Mio. € (Vorjahr: plus 15,9 Mio. €). Aus Fremdwährungseffekten entstand 2019 ein Aufwand von 0,4 Mio. € (Vorjahr: Ertrag von 1,7 Mio. €). Dagegen waren im Berichtsjahr Erträge aus öffentlichen Zuschüssen für Projekte von 3,6 Mio. € (Vorjahr: 2,9 Mio. €), Versicherungsentschädigungen von 1,5 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €) sowie Erträge aus dem Verkauf von Anlagevermögen in Höhe von 0,4 Mio. € (Vorjahr: 4,1 Mio. €) enthalten.

Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen

Das Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen hat sich im Geschäftsjahr 2019 mit 15,4 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von 16,8 Mio. € verringert. Dies ist auf die Geschäftsentwicklung der Brembo SGL (Ceramic Brake Discs) zurückzuführen. Nach einem Rekordergebnis im Vorjahr hat sich das Ergebnis aufgrund eines ungünstigeren Produktmixes sowie höherer F&E-Aufwendungen im Geschäftsjahr 2019 um rund 14% reduziert.

Sondereinflüsse

Die Sondereinflüsse von insgesamt minus 82,7 Mio. € in der Berichtsperiode enthalten im Wesentlichen den Wertminderungsaufwand im Berichtssegment CFM von 74,7 Mio. € sowie die zusätzliche Amortisation auf die im Rahmen der Kaufpreisallokationen der SGL Composites-Gesellschaften in USA, Österreich und Deutschland identifizierten und aktivierten bzw. passivierten Beträge von minus 8,7 Mio. € (2018: minus 11,2 Mio. €).

Im Geschäftsbereich Corporate konnten Rückstellungen für Restrukturierung für den stillgelegten Standort Griesheim in Höhe von 0,4 Mio. € aufgelöst werden (Vorjahr: Ertrag von 0,6 Mio. €). Im Vorjahr fielen im Geschäftsbereich GMS ein Ertrag aus Restrukturierung in Höhe von 0,6 Mio. € und im Geschäftsbereich CFM Restrukturierungsaufwendungen von 1,4 Mio. € an, insbesondere in Portugal. Insgesamt ergab sich im Geschäftsjahr 2019 ein Ertrag aus Restrukturierung von 0,7 Mio. € (Vorjahr: Aufwand 0,9 Mio. €).

Sondereinflüsse von insgesamt 17,2 Mio. € in der Vorjahresperiode entstanden aus der Anpassung an den Fair Value der bisher quotal konsolidierten gemeinschaftlichen Tätigkeiten mit der BMW Group zum Akquisitionszeitpunkt in Höhe von 28,4 Mio. € sowie - mit gegenläufigem Effekt - die zusätzliche Amortisation auf die im Rahmen der Kaufpreisallokationen identifizierten und aktivierten bzw. passivierten Beträge von minus 11,2 Mio. €.

Details dazu finden sich im Konzernanhang unter Textziffer 10.

Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen von 48 Mio. €

Das EBIT vor Sondereinflüssen hat sich in der Berichtsperiode auf 48,4 Mio. € gegenüber 64,6 Mio. € im Vorjahr deutlich verschlechtert. Die korrespondierende EBIT-Marge reduzierte sich von 6,2 % im Vorjahr auf 4,5 % im Berichtsjahr. Unter Berücksichtigung der Sondereinflüsse von insgesamt minus 82,7 Mio. € im Jahr 2019 und von 16,3 Mio. € im Jahr 2018 ergab sich ein Ergebnis aus Betriebstätigkeit von minus 34,3 Mio. € nach 80,9 Mio. € im Vorjahr.

Finanzergebnis durch Refinanzierung belastet

Mio. € 2019 2018 Veränd.
Zinserträge 1,7 1,6 6,3%
Zinsaufwendungen -19,1 -14,1 -35,5%
Auf zinsungskomponente Wandelanleihen (nicht zahlungswirksam) -4,7 -5,1 7,8%
Auf zinsungskomponente Finanzierungsleasing (nicht zahlungswirksam) -3,5 -2,6 -34,6%
Zinsaufwand für Pensionen -6,4 -5,8 -10,3%
Zinsergebnis -32,0 -26,0 -23,1%
Amortisation der Refinanzierungskosten (nicht zahlungswirksam) -3,4 -2,7 -25,9%
Fremdwährungsbewertung von Konzerndarlehen (nicht zahlungswirksam) 1,6 -0,4 > 100%
Sonstige finanzielle Erträge/Aufwendungen -5,1 -0,5 >-100%
Sonstiges finanzielles Ergebnis -6,9 -3,6 -91,7%
Finanzergebnis -38,9 -29,6 -31,4%

Mit der Begebung der neuen Unternehmensanleihe im April 2019 konnten die Refinanzierungsmaßnahmen im Wesentlichen abgeschlossen und das Fälligkeitsprofil erheblich verbessert werden. Zudem wurden die Finanzschulden der SGL Composites gegenüber der BMW Group zum 30. Juni 2019 zurückgeführt und im Juli erfolgte der vorzeitige Rückkauf der Wandelanleihe 2015/2020.

Die Zinserträge verblieben wegen einer US-Dollar-Geldanlage im ersten Halbjahr 2019 trotz der anhaltenden Niedrigzinsen nahezu konstant bei 1,7 Mio. € im Jahr 2019 (Vorjahr: 1,6 Mio. €).

Die Zinsaufwendungen beinhalteten insbesondere die Zinsen aus der im April 2019 begebenen Unternehmensanleihe mit einem Zinssatz von 4,625 % und die zahlungswirksame Zinskomponente (Kupon) für die Wandelanleihe 2018/2023 mit einem Zinssatz von 3,0 %. Wegen der Rückzahlung der Finanzschulden der SGL Composites gegenüber der BMW Group im Juni 2019 und des Rückerwerbs der Wandelanleihe 2015/2020 (Zinssatz von 3,5 %) im Juli 2019 sind die Zinsaufwendungen für diese Instrumente nur noch bis zum jeweiligen Rückzahlungszeitpunkt im Finanzergebnis enthalten. Insgesamt sind wegen der neu emittierten Unternehmensanleihe die Zinsaufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Mio. € auf 19,1 Mio. € (Vorjahr: 14,1 Mio. €) angestiegen. Der durchschnittliche zahlungswirksame Zinssatz lag 2019 bei 3,8 % p.a. (Vorjahr: 3,7% p.a.).

Die nicht zahlungswirksame Aufzinsungskomponente der Wandelanleihen stellt die Angleichung der Unterverzinslichkeit an den zum Zeitpunkt der Begebung der Wandelanleihen vergleichbaren Marktzins her. Aus der Aufzinsung eines aktivierten Erbbaurechtsvertrags und von langfristigen Rückstellungen bzw. Verbindlichkeiten ergaben sich ebenfalls nicht zahlungswirksame Zinsaufwendungen von 3,5 Mio. €, die wir separat im Finanzergebnis ausweisen (Vorjahr: 2,6 Mio. €). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert insbesondere aus erstmalig berücksichtigte Zinsaufwendungen für passivierte Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 von 1,2 Mio. €. Wegen der im Dezember 2018 gestiegenen Rechnungszinssätze lag der Zinsaufwand für Pensionen im Geschäftsjahr 2019 mit 6,4 Mio. € über dem Aufwand des Vorjahres von 5,8 Mio. €. Insgesamt verschlechterte sich das Zinsergebnis um rund 23,1% auf minus 32,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von minus 26,0 Mio. €.

Neben dem nicht zahlungswirksamen Aufwand für die Amortisation der Refinanzierungskosten beinhaltet das sonstige finanzielle Ergebnis Währungseffekte in Bezug auf konzerninterne und externe lokale Darlehen sowie sonstige finanzielle Erträge und Aufwendungen. Insgesamt betrug das sonstige finanzielle Ergebnis minus 6,9 Mio. € im Geschäftsjahr 2019 (Vorjahr: minus 3,6 Mio. €). Die Amortisation der abgegrenzten Refinanzierungskosten führte im Berichtsjahr zu einem Aufwand von 3,4 Mio. €, während im Vorjahr 2,7 Mio. € anfielen. Der Anstieg resultiert aus der vollständigen Amortisation der noch abgegrenzten Kosten für die vorzeitig zurückgezahlte Wandelanleihe 2015/2020. Die sonstigen finanziellen Erträge/Aufwendungen betrugen insgesamt minus 5,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2019 (Vorjahr: minus 0,5 Mio. €). In diesem Posten war im laufenden Geschäftsjahr im Wesentlichen ein Aufwand aus der vorzeitigen Ablösung der Wandelanleihe 2015/2020 von 5,5 Mio. € enthalten.

Entsprechend verschlechterte sich das Finanzergebnis in der Berichtsperiode erwartungsgemäß deutlich um 31,4% auf minus 38,9 Mio. € (Vorjahr: minus 29,6 Mio. €).

Konzern-Steueraufwand bei 16 Mio. €

Der Ertragsteueraufwand lag in der Berichtsperiode bei 16,2 Mio. € und damit deutlich über dem Aufwand des Vorjahres von 0,6 Mio. €. Der Steueraufwand enthält Wertberichtigungen auf aktivierte latente Steuern in Höhe von 9,8 Mio. €, insbesondere in Großbritannien und Deutschland wegen der schwächeren Ertragsaussichten im Berichtssegment CFM, sowie die laufenden Steueraufwendungen bei Konzerngesellschaften mit positiven Ergebnisbeiträgen von 6,4 Mio. €. Im Berichtsjahr betrugen die zahlungswirksamen Steuern 4,8 Mio. € (Vorjahr: 3,3 Mio. €).

Für weitere Informationen verweisen wir auf die Textziffer 12 im Konzernanhang.

Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile leicht gestiegen

Die nicht beherrschenden Anteile am Konzernergebnis (Minderheitsanteile) enthalten die operativen Ergebnisanteile unserer Minderheitsgesellschafter. Minderheiten innerhalb der SGL Carbon bestanden im Geschäftsjahr 2019 insbesondere bei SGL Gelter sowie der SGL AErR Immobiliengesellschaft in Lernwerder. Zusammen beliefen sich die Minderheitsanteile im Geschäftsjahr 2019 auf 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €).

Nicht fortgeführte Aktivitäten

Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten nach Ertragsteuern enthält Erträge und Aufwendungen der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche Performance Products (PP) und Aerostructures (AS). Der Verkauf der PP wurde 2017 und der von Aerostructures 2015 vollzogen. Im Geschäftsjahr 2019 hat sich kein wesentlicher Ergebniseffekt ergeben. Das Ergebnis der Vorjahresperiode war im Wesentlichen gekennzeichnet durch die Bildung zusätzlicher Steuerrückstellungen im Zusammenhang mit der Veräußerung der PP in Höhe von 3,6 Mio. € sowie Aufwendungen aus einem abschließenden Vergleich (Settlement) zum Verkauf des AS-Geschäfts von 4,0 Mio. €.

Konzernergebnis durch Wertminderung belastet

Unter Berücksichtigung der nicht beherrschenden Anteile ergab sich im Berichtsjahr ein auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Konzernergebnis von minus 90,0 Mio. €, gegenüber einem positiven Vorjahreswert von 41,3 Mio. €. Auf Basis einer durchschnittlichen Aktienanzahl von 122,3 Mio. Aktien belief sich das unverwässerte Ergebnis je Aktie für 2019 auf minus 0,74 € (Vorjahr: 0,34 €). Bei der Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie sind die aus der Wandelanleihe 2018/2023 potenziell neu zu schaffenden Aktien nur dann zu berücksichtigen, wenn ein positives Konzernergebnis erzielt wurde. Wegen der Verlustsituation ist im Geschäftsjahr 2019 keine Verwässerung im Ergebnis je Aktie zu ermitteln. Das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug für das Berichtsjahr daher ebenfalls minus 0,74 € (Vorjahr: 0,34 €).

Jahresergebnis SGL Carbon SE

Die SGL Carbon SE als Muttergesellschaft des SGL-Konzerns weist für 2019 einen nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs (HGB) ermittelten Jahresfehlbetrag in Höhe von 111,9 Mio. € aus (Vorjahr: Jahresfehlbetrag von 43,5 Mio. €). Der Verlust resultiert im Wesentlichen aus einer Abwertung von 98,6 Mio. € (Vorjahr: 29,7 Mio. €) auf den niedrigeren beizulegenden Wert aus der aktuellen Planung der österreichischen Holding, die die Anteile an der SGL Composites S.A. (vormals Fisipe) in Portugal sowie an der SGL Carbon Fibers Ltd. in Schottland hält. Beteiligungserträge von den Konzerngesellschaften konnten die Abwertung nicht kompensieren. Der Jahresfehlbetrag und der vorgetragene Bilanzverlust aus dem Jahr 2018 von 931,0 Mio. € ergaben für das Jahr 2019 insgesamt einen Bilanzverlust von 1.042,9 Mio. €.

Ertragslage der Berichtssegmente

Composites - Fibers & Materials (CFM): Ergebnis geprägt von konjunkturellen und strukturellen Rückgängen

Mio. € 2019 2018 Veränd.
Umsatzerlöse 431,6 422,5 2,2%
EBITDA vor Sondereinflüssen 1) 25,1 54,2 -53,7%
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen 1) -8,3 20,8 > - 100%
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) -91,5 36,6 > - 100%
Umsatzrendite (EBIT-Marge) 2) -1,9% 4,9% -
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 27,8 21,5 29,3%
Cash Generation 1) 3) -1,2 23,4 > - 100%
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 33,4 33,4 0,0%
Kapitalrendite (ROCE EBIT) 1) 4) -1,3% 3,2% -4,5%-Punkte
Mitarbeiterzahl (Jahresende) 1.698 1.722 -1,4%

1) Sondereinflüsse beinhalten Wertminderungen/Wertaufholungen sowie Effekte aus Kaufpreisallokation von insgesamt minus 83,4 Mio. € bzw. 17,2 Mio. € im Jahr 2019 bzw. im Jahr 2018 und Restrukturierungseinflüsse von 0,2 Mio. € im Jahr 2019 bzw. minus 1,4 Mio. € im Jahr 2018
2) EBIT vor Sondereinflüssen zu Umsatzerlöse
3) EBITDA abzgl. Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Veränderungen des Nettoumlaufvermögens
4) EBIT vor Sondereinflüssen zu durchschnittlich gebundenem Kapital (Summe aus Geschäftswert, sonstigen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, At-Equity bilanzierte Beteiligungen und Nettoumlaufvermögen)

Der Umsatz im Berichtssegment CFM erhöhte sich leicht um rund 2 % (währungsbereinigt unverändert) auf 431,6 Mio. € (Vorjahr: 422,5 Mio. €). Mit Abstand größter Treiber der Umsatzentwicklung war das Marktsegment Windenergie, das eine Vervielfachung seines Umsatzes aufwies. Allerdings war das Vorjahr noch geprägt vom Ausstieg aus dem ehemaligen Joint Venture mit Kümpers, mit dem bisher das Windsegment bedient wurde. Der Umsatz im Marktsegment Luftfahrt entwickelte sich rückläufig gegenüber dem Vorjahr aufgrund der Verschiebung der Abrechnung eines Großauftrags ins nächste Geschäftsjahr. Die Marktsegmente Industrielle Anwendungen sowie Textile Fasern wiesen aufgrund der konjunkturellen bzw. strukturellen Schwäche ebenfalls Umsatzrückgange auf. Auch der Umsatz mit der Automobilindustrie war im Gesamtjahr leicht rückläufig aufgrund deutlich geringerer Abrufe bei unseren Kunden im vierten Quartal 2019.

Der Umsatz der At-Equity bilanzierten Gesellschaften, der nicht im konsolidierten Konzernumsatz enthalten ist, betrifft im Wesentlichen das dem Marktsegment Automobil zugeordnete Geschäft mit Carbon-Keramik-Bremsscheiben (Brembo SGL: Entwicklung und Produktion von Ceramic Brake Discs). Trotz der rückläufigen Automobilkonjunktur konnte das Gemeinschaftsunternehmen mit Brembo den Umsatz im Berichtsjahr auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren. Der Umsatz aller At-Equity bilanzierten Gesellschaften erhöhte sich im Berichtsjahr leicht auf 259,4 Mio. € (251,7 Mio. €: jeweils 100 % der Werte der Gesellschaften) aufgrund temporär höherer Umsätze beim Precursor Joint Venture mit Mitsubishi Rayon.

Das EBIT vor Sondereinflüssen des Berichtssegments CFM verschlechterte sich auf minus 8,3 Mio. € gegenüber 20,8 Mio. € im Vorjahr. Dies entsprach einer Umsatzrendite von minus 1,9 % gegenüber 4,9 % im Vorjahr. Kumulativ waren die Hauptverursacher für diese Verschlechterung die Marktsegmente Textile Fasern und Windenergie. Das Marktsegment Textile Faser war im ersten Halbjahr durch teure Rohstoffbestände und im zweiten Halbjahr durch widrige konjunkturelle und strukturelle Entwicklungen belastet. Das Marktsegment Windenergie konnte aufgrund des ungünstigen Produktmixes nicht von den deutlich höheren Umsätzen profitieren. Hier lieferten wir im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr nicht weiterverarbeitete Carbonfasern als verarbeitete Materialien aus. Das Marktsegment Automobil entwickelte sich ebenfalls rückläufig aufgrund eines temporär ungünstigen Produktmixes. Der Ergebnisrückgang im Luftfahrtsegment ist auf die Verschiebung der Abrechnung eines großen Auftrags in das Geschäftsjahr 2020 zurückzuführen.

Wie im Kapitel "Wesentliche Ereignisse" sowie im Anhang detailliert beschrieben, wurde vor allem aufgrund der niedrigen Ausgangsbasis für 2019 sowie der anhaltenden Schwäche in den Marktsegmenten Textile Fasern und Industrielle Anwendungen bei CFM ein nicht zahlungswirksamer Wertminderungsaufwand von 74,7 Mio. € im dritten Quartal 2019 gebucht.

Die Wertminderung betraf ausschließlich die zahlungsmittelgenerierende Einheit CF/CM. Die erst in den letzten Jahren akquirierten Vermögenswerte der ehemaligen Gemeinschaftsunternehmen mit BMW und Benteler sind von der Wertminderung somit nicht betroffen.

Weitere Sondereinflüsse bestehen im Wesentlichen aus der zusätzlichen Amortisation auf die im Rahmen der Kaufpreisallokationen der SGL Composites-Gesellschaften identifizierten und aktivierten bzw. passivierten Beträge von minus 8,7 Mio. €. Sondereinflüsse aus der Bildung und Reduzierung von Restrukturierungsrückstellungen haben sich nahezu ausgeglichen. Im Vorjahr war aus dem Übergang auf die Vollkonsolidierung des ehemaligen Joint Ventures mit der BMW Group (SGL ACF) eine Anpassung an den Fair Value der anteilig konsolidierten Beteiligung zum Akquisitionszeitpunkt erforderlich. Dies führte in der Vorjahresperiode zu einem positiven Ergebnisbeitrag von 28,4 Mio. €. Vor allem wegen dieses hohen positiven Sondereinflusses im Vorjahr und des Wertminderungsaufwands von 74,7 Mio. € im dritten Quartal 2019 reduzierte sich das EBIT nach Sondereinflüssen von 36,6 Mio. € im Geschäftsjahr 2018 auf minus 91,5 Mio. € in der Berichtsperiode.

Aufgrund der deutlichen Verschlechterung in den Marktsegmenten Industrielle Anwendungen sowie Textile Fasern haben wir ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, das sich aus den folgenden Punkten zusammensetzt:

Die Entwicklungsvereinbarung mit der belgischen Solvay wird den Zugang zum höhermargigen Luftfahrtgeschäft beschleunigen und den adressierbaren Markt erheblich vergrößern
Gezielter Abbau von rund 3 % der Stellen im Geschäftsbereich CFM, von dem bis zum Stichtag ca. die Hälfte umgesetzt wurde
Beschleunigter Umbau von Textilfaserproduktionslinien in Precursor-Produktionslinien für die Carbonfaserherstellung
Verbesserter Produktmix in den Marktsegmenten Industrielle Anwendungen und Textile Fasern
Vorübergehende Stilllegung von zwei Acrylfaserlinien.
Selektive Preiserhöhungen vor allem in den Marktsegmenten Windenergie und Industrielle Anwendungen
Beschleunigte Implementierung von Operational Excellence-Programmen sowie deren Übertragung auf Bereiche außerhalb der Produktion wie beispielsweise Maßnahmen zur Umsatz- und Margensteigerung im Vertrieb und Erhöhung der Produktivität in der Produktion.

Im Berichtsjahr haben wir die Investitionen im Geschäftsbereich CFM mit 27,8 Mio. € um etwas mehr als ein Viertel erhöht (2018: 21,5 Mio. €). Investitionsschwerpunkte waren die Erweiterung der Blattfeder- sowie der Batteriekastenproduktion sowie die Umrüstung der zweiten Acrylfaserlinie auf Precursor.

Graphite Materials & Systems (GMS): Rekordjahr dank starkem Wachstum bei Halbleiter und Automobil

Mio. € 2019 2018 Veränd.
Umsatzerlöse 622,5 589,9 5,5%
EBITDA vor Sondereinflüssen 1) 113,6 98,9 14,9%
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen 1) 85,5 76,0 12,5%
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) 85,6 76,6 11,7%
Umsatzrendite (EBIT-Marge) 2) 13,7% 12,9% -
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 55,8 47,0 18,7%
Cash Generation 1) 3) 53,0 6,5 > 100%
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 28,1 22,9 22,7%
Kapitalrendite (ROCE EBIT) 1) 4) 16,3% 16,5% -0,2%- Punkte
Mitarbeiterzahl (Jahresende) 3.141 3.008 4,4%

1) Sondereinflüsse von 0,1 Mio. € im Jahr 2019 und 0,6 Mio. € im Jahr 2018
2) EBIT vor Sondereinflüssen zu Umsatzerlöse
3) EBITDA abzgl. Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Veränderungen des Nettoumlaufvermögens
4) EBIT vor Sondereinflüssen zu durchschnittlich gebundenem Kapital (Summe aus Geschäftswert, sonstigen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, At-Equity bilanzierte Beteiligungen und Nettoumlaufvermögen)

Aufgrund der beschleunigten Kommerzialisierung wurde das Geschäft mit Gasdiffusionsschichten für Brennstoffzellen im vierten Quartal 2019 rückwirkend zum 1. Januar 2019 von Central Innovation im Berichtssegment Corporate in das Marktsegment Batterie & sonst. Energie im Berichtssegment GMS umgegliedert.

Insgesamt stieg der Umsatz im Berichtssegment GMS in der Berichtsperiode um rund 6 % auf ein Rekordniveau von 622,5 Mio. € im Vergleich zum Vorjahresniveau von 589,9 Mio. € (währungsbereinigt um 3 %). Dabei haben sich die Marktsegmente sehr unterschiedlich entwickelt. Während die Umsätze mit der Halbleiter- und der Automobilindustrie stark zweistellig gewachsen sind, verblieben die Umsätze mit der Chemieindustrie, den Industriellen Anwendungen, der LED-Branche sowie dem Segment Batterie & sonst. Energie in etwa auf dem Vorjahresniveau. Wie auch in den Vorjahren haben wir den Umsatz mit der Solarindustrie gezielt leicht unter dem Niveau des Vorjahres begrenzt, um vorrangig u.a. Halbleiterkunden zu bedienen.

Das EBIT vor Sondereinflüssen stieg im Berichtsjahr überproportional um 13% auf 85,5 Mio. € (2018: 76,0 Mio. €) und führte zu einer verbesserten EBIT-Marge von 13,7% (2018:12,9 %). Haupttreiber dieser Entwicklung war die starke Umsatzausweitung im Marktsegment Halbleiter. Aber auch das Segment Batterie & sonst. Energie, das Geschäft mit der LED-Industrie sowie mit den Industriellen Anwendungen trugen zur Ergebnisverbesserung bei. Trotz des starken Umsatzwachstums verblieb das Ergebnis bei Automobil & Transport in etwa auf dem Niveau des Vorjahres aufgrund hoher Anlaufkosten im ersten Halbjahr, die wie erwartet - im zweiten Halbjahr deutlich reduziert werden konnten. Dagegen lagen die Marktsegmente Chemie und Solar leicht unter dem Vorjahr.

Im Geschäftsjahr 2019 fielen im Berichtssegment GMS geringfügige Sondereinflüsse in Höhe von 0,1 Mio. € an (2018: 0,6 Mio. €). Das EBIT nach Sondereinflüssen verbesserte sich damit auf 85,6 Mio. € (2018: 76,6 Mio. €).

Auch im Geschäftsbereich GMS haben wir die Investitionen im Berichtsjahr deutlich um 19 % auf 55,8 Mio. € erhöht, verglichen mit 47,0 Mio. € im Vorjahr. Hier fokussierte sich die Investitionstätigkeit auf die Erweiterung der Fertigungskapazitäten für die Marktsegmente Halbleiter, Automobil & Transport sowie LED.

Corporate: Ergebnis verbessert gegenüber Vorjahr

Mio. € 2019 2018 Veränd.
Umsatzerlöse 32,6 35,1 -7,1%
EBITDA vor Sondereinflüssen 1) -18,7 -25,9 27,8%
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen 1) -28,8 -32,2 10,6%
davon für Central Innovation -11,4 -8,0 -42,5%
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) -28,4 -32,3 12,1%
Mitarbeiterzahl (Jahresende) 288 301 -4,3%

1) Sondereinflüsse von 0,4 Mio. € bzw. minus 0,1 Mio. € im Jahr 2019 bzw. im Jahr 2018

Wie bereits beschrieben wurde aufgrund der beschleunigten Kommerzialisierung das Geschäft mit Gasdiffusionsschichten für Brennstoffzellen im vierten Quartal 2019 rückwirkend zum 1. Januar 2019 von Central Innovation im Berichtssegment Corporate in das Marktsegment Batterie & sonst. Energie im Berichtssegment GMS umgegliedert.

Der mit 32,6 Mio. € leicht rückläufige Umsatz im Berichtssegment Corporate (kein Währungseffekt, Vorjahr: 35,1 Mio. €) ist auf die oben erläuterte Umgliederung des Geschäfts mit Brennstoffzellen zurückzuführen.

Mit minus 28,8 Mio. € verbesserte sich das EBIT vor Sondereinflüssen im Berichtssegment Corporate gegenüber dem Vorjahr (2018: minus 32,2 Mio. €), obwohl im Ergebnis des Vorjahres ein positiver Effekt in Höhe von 3,9 Mio. € aus dem Verkauf eines Grundstücks in Kanada enthalten war. Hauptursache für diese starke Ergebnisverbesserung waren niedrigere Aufwendungen für Management-Incentivepläne aufgrund der deutlich rückläufigen Ergebnisentwicklung bei CFM und damit auch im Konzern. Die Aufwendungen für unsere zentralen Forschungsaktivitäten lagen erwartungsgemäß mit 11,4 Mio. € über dem Vorjahr aufgrund höherer Ausgaben für die Entwicklung von zukünftigen Geschäften wie 3D-Druck und Verbundwerkstoffe für Medizintechnik.

Im Geschäftsjahr 2019 sind im Berichtssegment Corporate geringfügige Sondereinflüsse in Höhe von 0,4 Mio. € (2018: minus 0,1 Mio. €) angefallen. Das EBIT nach Sondereinflüssen verbesserte sich damit auf minus 28,4 Mio. € gegenüber minus 32,3 Mio. € im Vorjahr.

Finanzlage

Finanzmanagement

Das Finanzmanagement der SGL Carbon erfolgt zentral, um Liquiditäts-, Zins- und Wechselkursrisiken bestmöglich zu steuern, die Einhaltung von Kreditauflagen zu gewährleisten, die Finanzierungskosten zu optimieren und Größenvorteile zu nutzen. Die Aktivitäten des Finanzmanagements umfassen im Wesentlichen das Cash- und Liquiditätsmanagement, die Konzernfinanzierung mit Bank- und Kapitalmarktprodukten, die Finanzierungsaktivitäten und die Geldversorgung für Konzerngesellschaften, das Kunden-Kreditmanagement sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken.

Oberstes Ziel unseres Finanzmanagements ist es, die Finanzkraft der SGL Carbon zu erhalten und die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Die Zentralfunktion Group Treasury in der Management-Holding SGL Carbon SE steuert die Aktivitäten des Finanzmanagements weltweit und wird in ihren Tätigkeiten durch Mitarbeiter in unseren Tochtergesellschaften unterstützt.

Liquiditätsmanagement

Das operative Liquiditätsmanagement wird zentral koordiniert und gesteuert. Die Steuerung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Tochtergesellschaften auf weltweiter Basis. Im Rahmen der gesetzlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten wird der maßgebliche Anteil der Zahlungsmittel in frei konvertierbaren Währungen mithilfe von globalen Cash-Pooling-Strukturen in der Konzern-Holding SGL Carbon SE konzentriert und zum konzerninternen Liquiditätsausgleich zwischen den Konzerngesellschaften genutzt. Über das zentral geführte Inhouse-Cash-Center wird der Großteil der internen Handels- und Verrechnungsvorgänge automatisiert und ohne Zuhilfenahme von externen Bankkonten abgewickelt. Die Konzern-Holding fungiert hierbei als Clearing-Center für teilnehmende Konzerngesellschaften. Die Anzahl der Gesellschaften, die am zentralen Inhouse-Cash-Center teilnehmen, hat sich von 30 zum Jahresende 2018 auf 33 zum 31. Dezember 2019 erhöht. Sofern zulässig, werden darüber hinaus die wöchentlichen Zahlungen von Lieferantenrechnungen über das globale Inhouse-Cash-Center abgewickelt, sodass die weltweiten Liquiditätsabflüsse des Konzerns in hohem Maß zentral gesteuert werden können. Im Geschäftsjahr 2019 wurden durchschnittlich ca. 89% (Vorjahr: 83 %) der globalen Lieferantenzahlungen zentral abgewickelt. Die Erhöhung ist auf die im Jahr 2019 abgeschlossene Anbindung der 2018 vollständig übernommenen SGL Composites in Österreich zurückzuführen.

Um die erreichten Standards auch nachhaltig sicherzustellen und die Effizienz zu erhöhen, arbeiten wir mit monatlichen KPIs (Key-Performance-Indikatoren), mit deren Hilfe wir die erzielten Ergebnisse des Standardisierungsgrads unseres Zahlungsverkehrs sowie die hiermit verbundenen durchschnittlichen Kosten laufend messen und weiter verbessern.

Neben der jährlichen Finanzplanung, die sich in der Regel über einen Zeitraum von fünf Jahren erstreckt, erfolgt die laufende Liquiditätsplanung in kurzfristigen Intervallen von einem Tag bis hin zu einem Jahr. Durch die Kombination von Finanz- und Liquiditätsplanungen, der zur Verfügung stehenden freien Liquidität, der ungenutzten Kreditlinie und weiteren Maßnahmen wird sichergestellt, dass die SGL Carbon jederzeit über eine angemessene Liquiditätsreserve verfügt. Mit dieser Reserve kann die SGL Carbon flexibel auf unterjährige Cashflow-Schwankungen reagieren und sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit fristgerecht nachkommen.

Die Anlage von liquiden Mitteln erfolgt unter Berücksichtigung der Sicherstellung ausreichender Liquidität für Cashflow-Schwankungen während des Geschäftsjahres sowie der finanziellen Stabilität und Systemrelevanz unserer Geschäftspartner, den Kernbanken. Darüber hinaus berücksichtigen wir bei der Geldanlage die Performance und den Erfolg der Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern über die letzten Jahre.

Marktpreisrisiken

Zur Begrenzung von finanzwirtschaftlichen Marktpreisrisiken, insbesondere von Wechselkurs- und Zinsrisiken, setzt die SGL Carbon sowohl originäre als auch derivative Finanzinstrumente ein. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt ausschließlich vor dem Hintergrund der Minimierung und Kontrolle finanzieller Risiken. Die SGL Carbon konzentriert sich beim Währungsmanagement auf die Absicherung des Transaktionsrisikos aus zukünftig erwarteten operativen Cashflows. Hierbei betrachten wir folgende wesentliche Risikopositionen:

US-Dollar - Euro
US-Dollar - japanischer Yen
US-Dollar - britisches Pfund
Japanischer Yen - Euro
Euro - polnischer Zloty

Zur Absicherung von Währungsrisiken werden Devisentermingeschäfte und fallweise standardisierte (sogenannte "plain vanilla") Optionsgeschäfte als Sicherungsinstrumente eingesetzt.

Durch den Einsatz von mittlerweile ausschließlich festverzinslichen Finanzierungsinstrumenten besteht derzeit keine Notwendigkeit zur Zinssicherung. Daher wurden im Geschäftsjahr 2019 keine Zinssicherungen durchgeführt. Für das Geschäftsjahr 2020 werden geringere Risiken aus Währungsschwankungen als im abgelaufenen Geschäftsjahr erwartet, da das Wechselkursrisiko durch Natural-Hedge-Positionen minimiert wurde. Sollten sich im Laufe des Geschäftsjahres 2020 darüber hinausgehende Währungsrisiken ergeben, können diese bei Bedarf über Währungssicherungsgeschäfte abgesichert werden. Die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen, Kompetenzen und Kontrollen sind in internen Richtlinien festgelegt. Details hierzu und zu den Auswirkungen der Sicherungsgeschäfte finden sich im Konzernanhang unter Textziffer 28.

Fremdfinanzierungsanalyse

Die Konzern-Finanzierung orientiert sich an den strategischen Geschäftsplänen der operativen Geschäftseinheiten sowie den zentralen Konzern-Planungen. Die Finanzierung der SGL Carbon setzt sich maßgeblich aus dem ausstehenden Betrag der Wandelanleihe 2018/2023 über 159,3 Mio. € (Kupon: 3,0 %, fällig 2023) und der neu im Geschäftsjahr 2019 emittierten Unternehmensanleihe 2019/2024 über 250,0 Mio. € (Kupon: 4,625 %, fällig 2024) zusammen. Die ursprünglich im September 2020 fällige Wandelanleihe in Höhe von 167,0 Mio. € wurde im dritten Quartal 2019 vollständig zurückgezahlt. Weiterhin wurden die bestehenden Darlehen von der BMW Group im Juni 2019 mit 99,0 Mio. USD, im Gegenwert von 87,6 Mio. €, seitens der SGL Composites US vollständig zurückgeführt. Zum Bilanzstichtag stand zudem eine ungenutzte Kreditlinie über 175,0 Mio. € zur Verfügung. Diese hat eine Laufzeit bis Januar 2023 und verfügt über eine Verlängerungsoption um ein weiteres Jahr.

Insgesamt verfügte die SGL Carbon am Geschäftsjahresende 2019 über freie Kreditlinien für Betriebsmittel und Investitionen in Höhe von 175,0 Mio. € (Vorjahr: 51,2 Mio. €). Die liquiden Mittel beliefen sich zum 31. Dezember 2019 auf insgesamt 137,1 Mio. € (Vorjahr: 181,6 Mio. €).

Ausgewählte Immobilien, EDV-Ausstattung und Fahrzeuge wurden in den vergangenen Jahren teilweise durch operative Leasingverträge finanziert. Details dazu finden sich in Textziffer 26 im Konzernanhang.

Die SGL Carbon beauftragt die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P), ein Emittenten-Rating zu erstellen, um Anleger und Investoren bei ihrer Bonitätseinschätzung zu unterstützen. Derzeit bewerten die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's die SGL Carbon mit B3 und negativem Ausblick beziehungsweise B-, mit ebenfalls negativem Ausblick.

Ratingagenturen haben der SGL Carbon die folgenden Konzernratings erteilt:

Ratingagentur Rating Datum des Ratings
Moody's B3 (Ausblick: Negativ) November 2019
Standard & Poor's B- (Ausblick: Negativ) November 2019

Mit dieser Bonitätseinschätzung der Ratingagenturen verfügt die SGL Carbon unverändert über einen Zugang zum Kapitalmarkt für die potenzielle Emission von weiteren Kapitalmarktinstrumenten.

Deutlich verbesserter Free Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der SGL Carbon in der Berichtsperiode verändert haben. Danach werden die Mittelzuflüsse bzw. -abflüsse nach betrieblicher Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der Free Cashflow definiert sich als Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit vermindert um den Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit. Der ausgewiesene Zahlungsmittelbestand umfasst den Bilanzposten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Der Bestand an liquiden Mitteln ergibt sich dabei unter Hinzurechnung der kurzfristigen Termingeldanlagen mit einer Ursprungslaufzeit von bis zu zwölf Monaten (2019: 4,0 Mio. €; Vorjahr: 58,1 Mio. €). Für die Berichtsperiode und das Vorjahr wurde die Kapitalflussrechnung um die nicht fortgeführten Aktivitäten von Performance Products (PP) und des Aerostructures-Geschäfts (AS) bereinigt, die in Summe separat ausgewiesen werden.

Der Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich deutlich auf minus 17,3 Mio. € im Vergleich zum Vorjahreswert von minus 58,5 Mio. €. Zusammen mit dem Free Cashflow aus nicht fortgeführten Aktivitäten von minus 9,4 Mio. € (Vorjahr: Zufluss von 58,0 Mio. €) ergab sich insgesamt ein Free Cashflow von minus 26,7 Mio. €, gegenüber minus 0,5 Mio. € im Vorjahr. Details sind in der Konzern-Kapitalflussrechnung im Konzernabschluss enthalten.

Liquidität und Kapitalausstattung

Mio. € 2019 2018 Veränd.
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit      
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Ertragsteuern -73,2 51,3 >-100%
Sondereinflüsse 82,7 -16,3 > 100%
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 71,6 62,6 14,4%
IFRS 15 Ergebniseffekt 3,2 -17,6 > 100%
Veränderung im Nettoumlaufvermögen 13,8 -34,1 > 100%
Gezahlte Steuern -4,8 -3,3 -45,5%
Gezahlte Zinsen -17,5 -17,1 -2,3%
Übrige Posten -13,9 -1,9 >-100%
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 61,9 23,6 >100%
Cashflow aus Investitionstätigkeit      
Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -95,1 -78,1 -21,8%
Dividendenzahlungen und Kapitalrückführungen von At-Equity bilanzierten Beteiligungen 10,9 11,0 -0,9%
Ein-/Auszahlungen aus der Veräußerung/für den Erwerb von Unternehmen (abzüglich erworbener Zahlungsmittel) 3,6 -19,7 > 100%
Einzahlungen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 1,4 4,7 -70,2%
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -79,2 -82,1 3,5%
Free Cashflow 1) -17,3 -58,5 70,4%
Veränderungen von Termingeldanlagen 54,1 -58,1 > 100%
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -17,1 -200,9 91,5%
Free Cashflow aus nicht fortgeführten Aktivitäten 2) -9,4 58,0 > - 100%
Wechselkursbedingte und sonstige Veränderungen 0,3 0,1 > 100%
Zahlungsmittelbestand am Anfang des Geschäftsjahres 122,5 382,9 -68,0%
Zahlungsmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres-fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten 133,1 123,5 7,8%
Termingeldanlagen am Ende des Geschäftsjahres 4,0 58,1 -93,1%
Liquide Mittel gesamt 137,1 181,6 -24,5%
Nettoveränderung der Liquiden Mittel -fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten -44,5 -201,3 77,9%

1) "Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit - fortgeführte Aktivitäten" abzüglich "Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten"
2) "Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten" abzüglich "Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten"

Mittelzufluss aus fortgeführter betrieblicher Tätigkeit auf 62 Mio. € gesteigert

Im Geschäftsjahr 2019 verbesserte sich der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit der fortgeführten Aktivitäten deutlich auf 61,9 Mio. € nach einem Mittelzufluss von 23,6 Mio. € in der Vorjahresperiode. Wesentliche Ursache für diese positive Entwicklung war der Abbau des Nettoumlaufvermögens.

Das bilanziell ausgewiesene Nettoumlaufvermögen reduzierte sich zum 31. Dezember 2019 um 2,9% oder 12,3 Mio. € auf 406,8 Mio. € (31. Dezember 2018: 419,1 Mio. €) und war durch nicht zahlungswirksame Effekte beeinflusst. Dazu gehörten vor allem Fremdwährungseffekte sowie die Bilanzierung nach IFRS 15 und IFRS 9. Bereinigt um diese Effekte betrug der operative Abbau des Nettoumlaufvermögens 13,8 Mio. € (Vorjahr: Aufbau von 34,1 Mio. €).

Die Zinszahlungen haben sich mit 17,5 Mio. € (Vorjahr: 17,1 Mio. €) nur unwesentlich verändert. Dagegen sind die Steuerzahlungen um 1,5 Mio. € auf 4,8 Mio. € (Vorjahr: 3,3 Mio. €) gestiegen. Der übrige Posten reflektiert insbesondere die im März 2019 erfolgte Bonuszahlung für das Vorjahr, der nur eine geringere Zuführung für Boni für das Geschäftsjahr 2019 gegenübersteht.

Mittelabfluss aus fortgeführter Investitionstätigkeit

Der Posten beinhaltet Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, Mittelzu-/abflüsse von unseren At-Equity bilanzierten Beteiligungen, Auszahlungen für Unternehmenserwerbe sowie Einzahlungen aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten. Die Investitionen lagen im Geschäftsjahr 2019 mit 95,1 Mio. € wie geplant deutlich über dem Vorjahresniveau (78,1 Mio. €). Details zu Investitionen sind in dem Abschnitt "Investitionen und Abschreibungen" erläutert. Das Geschäftsjahr 2019 enthielt Mittelzuflüsse im Zusammenhang mit At-Equity bilanzierten Beteiligungen von 10,9 Mio. € aus erhaltenen Dividenden (Vorjahr: 11,0 Mio. €).

Einzahlungen aus dem Verkauf von Unternehmen im Geschäftsjahr 2019 betrafen im Wesentlichen die letzten Raten aus der im Vorjahr erfolgten Veräußerung der SGL Kümpers von insgesamt 3,0 Mio. €. Im Vorjahr enthielt dieser Posten die Auszahlung für den Erwerb der Anteile von 50 % an der SGL Composites (vormals SGL ACF) am Standort Wackersdorf von 23,1 Mio. € sowie die Einzahlungen aus der Veräußerung der SGL Kümpers von 3,4 Mio. €.

Einzahlungen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beinhalteten im Geschäftsjahr 2019 insbesondere noch Mittelzuflüsse aus dem Verkauf von Sachanlagen am stillgelegten Standort Frankfurt-Griesheim. Der Mittelzufluss im Vorjahr enthielt die Zahlung aus der Veräußerung eines Grundstücks in Lachute (Kanada) von 3,9 Mio. €.

Trotz der deutlich höheren Investitionen verringerte sich somit der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit leicht um 2,9 Mio. € von 82,1 Mio. € im Vorjahr auf 79,2 Mio. € im Berichtsjahr.

Investitionen und Abschreibungen 1)

Mio. € 2019 2018
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 95,1 78,1
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 71,6 62,6

1) Ohne nicht fortgeführte Aktivitäten

Von den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen entfielen im abgelaufenen Geschäftsjahr 29% auf CFM (27,8 Mio. €: Vorjahr: 21,5 Mio. €), 59% auf GMS (55,8 Mio. €: Vorjahr: 47,0 Mio. €) und 12 % (11,5 Mio. €: Vorjahr: 9,6 Mio. €) auf zentrale Projekte. Die Vergleichswerte des Vorjahres waren: CFM 28 %, GMS 60 %, und zentrale Projekte 12 %. Auszahlungen für wesentliche Investitionsprojekte im Geschäftsjahr 2019 betrafen:

Modernisierung und Erweiterung der Fertigungskapazitäten der Pressed-to-Size-Technologie (PTS) in Bonn im Marktsegment Automobil & Transport
Umrüstung der Spinnlinien zu Anlagen zur Herstellung von Carbonfaser-Precursor in Lavradio (Portugal), Marktsegment Industrielle Anwendungen
Erweiterung der Fertigungskapazitäten für Composite-Blattfedern in Ort (Österreich), Marktsegment Automobil
Kapazitätserhöhung für SiC-beschichteten isostatischem Graphit in Shanghai (China) und St. Marys (USA), Marktsegment LED
Erhöhung der Produktionskapazitäten zur Herstellung von Komponenten für Brennstoffzellen in Meitingen (Deutschland), Marktsegment Batterie Er sonst. Energie
Fertigstellung des neuen Logistikzentrums in Meitingen.

Details zu den Investitionen der Berichtsegmente sind in der Erläuterung der Berichtssegmente enthalten.

Mittelabfluss aus fortgeführter Finanzierungstätigkeit

Im Berichtsjahr betrug der Mittelabfluss aus fortgeführten Finanzierungstätigkeiten 17,1 Mio. € nach einem Mittelabfluss im Vorjahr von 200,9 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2019 erfolgte zum einen ein Mittelabfluss aus der Rückzahlung der Wandelanleihe 2015/2020 über 167,0 Mio. € sowie aus der vollständigen Tilgung von Darlehen der SGL Composites US (vormals SGL ACF) an die BMW Group über 87,6 Mio. € und zum anderen ein Mittelzufluss aus der im April 2019 begebenen Unternehmensanleihe 2019/2024 über 250,0 Mio. € sowie aus einem Bankdarlehen von 7,4 Mio. € für das neue Logistikzentrum in Meitingen. Für die Begebung der neuen Unternehmensanleihe und für die neue syndizierte Kreditlinie wurden insgesamt Transaktionskosten von 8,7 Mio. € gezahlt. Darüber hinaus erfolgte im Berichtsjahr ein Mittelabfluss aus der Rückzahlung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 2,2 Mio. € (Vorjahr: 3,8 Mio. €).

Wegen der Einführung von IFRS 16 zum 1. Januar 2019 werden die Tilgungsbestandteile der Leasingzahlungen ab dem Geschäftsjahr 2019 im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Aus dieser Bilanzierungsänderung ist daher im Geschäftsjahr 2019 erstmalig ein Mittelabfluss in Höhe von 8,7 Mio. € in diesem Posten enthalten, der in den Vorjahren im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit enthalten war.

Im Vorjahr erfolgte im Wesentlichen ein Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit wegen der Rückzahlung der Wandelanleihe 2012/2018 im Januar 2018 über 239,2 Mio. € sowie aus der Rückzahlung von Darlehen der SGL Composites US und Deutschland (vormals SGL ACF) an die BMW Group über 111,8 Mio. € und zum anderen ein Mittelzufluss aus der im September 2018 begebenen Wandelanleihe 2018/2023 über 159,3 Mio. €.

Die sonstigen Finanzierungsaktivitäten enthielten insbesondere Dividendenzahlungen an Minderheitsanteilseigner von vollkonsolidierten Tochtergesellschaften in Höhe von 0,3 Mio. € (Vorjahr 1,0 Mio. €).

Free Cashflow aus nicht fortgeführten Aktivitäten

Der Free Cashflow aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2019 betraf lediglich den Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit, der noch Ein- und Auszahlungen im Zusammenhang mit der Veräußerung der ehemaligen Geschäftsbereiche PP und AS enthält. Der Wert enthält in der Berichtsperiode im Wesentlichen die Zahlung für den abschließenden Vergleich (Settlement) zum Verkauf des Aerostructures-Geschäftes an den Erwerber Avcorp. Im Geschäftsjahr 2019 erfolgten zudem Ein- und Auszahlungen für Steuern im Zusammenhang mit den veräußerten PP-Aktivitäten. Im Geschäftsjahr 2018 waren insbesondere die Kaufpreisraten aus der Veräußerung der PP-Aktivitäten von 62,6 Mio. € im Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit der nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten. Insgesamt sank der Free Cashflow der nicht fortgeführten Aktivitäten auf minus 9,4 Mio. € nach 58,0 Mio. € im Vorjahr.

Liquide Mittel von 137 Mio. €

Die frei verfügbaren liquiden Mittel verringerten sich im Wesentlichen durch den negativen Free Cashflow, die gezahlten Transaktionskosten der Unternehmensanleihe und die Tilgungen der Leasingverträge nach IFRS 16 auf 137,1 Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2019 (Vorjahr: 181,6 Mio. €). Die liquiden Mittel beinhalteten zum Jahresende 2019 kurzfristige Termingeldanlagen in Höhe von 4,0 Mio. € (Vorjahr: 58,1 Mio. €).

Vertragliche Zahlungsverpflichtungen

Die wichtigsten zahlungswirksamen vertraglichen Verpflichtungen umfassen die Tilgung von Finanzschulden, Einkaufsverpflichtungen sowie Verpflichtungen aus Leasing-Verträgen. Die Verpflichtungen aus Finanzschulden beliefen sich 2019 nominal auf insgesamt 425,6 Mio. € (Vorjahr: 423,8 Mio. €). Diese bestehen im Wesentlichen aus der im April 2019 emittierten Unternehmensanleihe von 250,0 Mio. € sowie aus der im Jahre 2018 begebenen Wandelanleihe von nominal 159,3 Mio. €. Für die Wandelanleihe ist der ausstehende Betrag im September 2023 entweder zurückzuzahlen oder führen bei Ausübung des Wandlungsrechts durch die Anleihegläubiger während der Laufzeit zur Schaffung von bis zu 12,2 Mio. neuen Inhaberaktien.

Finanzielle Verpflichtungen aus Lieferungen und Leistungen, derivativen Finanzinstrumenten, Leasing-Verbindlichkeiten nach IFRS 16, Kaufpreis für den Erwerb der SGL Composites US und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten beliefen sich per 31. Dezember 2019 auf 216,3 Mio. € (Vorjahr: 194,8 Mio. €). Davon hatten insgesamt 34,2 Mio. € (Vorjahr: 67,9 Mio. €) eine Restlaufzeit von über einem Jahr. Verbindlichkeiten für Ertragsteuern und sonstige Verbindlichkeiten betrugen am Jahresende 2019 zusätzlich 32,8 Mio. € (Vorjahr: 24,1 Mio. €). Weitere Details finden sich im Konzernanhang unter Textziffer 25.

Zum Bilanzstichtag betragen die Verpflichtungen aufgrund von Bestellungen im Zusammenhang mit Investitionsvorhaben insgesamt 16,2 Mio. €.

Vermögenslage

Die Entwicklung der Vermögenslage der SGL Carbon erfolgt mittels folgender Kennzahlen, die für die Steuerung des Konzerns verwendet werden.

Entwicklung der Vermögenslage

Mio. € 31. Dez. 19 31. Dez. 18
Bilanzsumme 1.504,8 1.585,1
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 418,6 531,6
Eigenkapitalquote 27,8% 33,5%
Nettoumlaufvermögen 1) 406,8 419,1
Gebundenes Kapital 2) 1.219,8 1.244,5
Kapitalrendite (ROCE EBIT) 3) 3,9% 5,4%
Nettofinanzschulden 288,5 242,2
Verschuldungsgrad (Gearing) 4) 0,69 0,46

1) Summe von Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2) Summe von Geschäftswert, sonstigen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, At-Equity bilanzierte Beteiligungen und Nettoumlaufvermögen
3) Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen zu durchschnittlich gebundenem Kapital - fortgeführte Aktivitäten
4) Nettofinanzschulden zu Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens

Die Veränderungen der einzelnen Bilanzposten, der Bilanzsumme, des Nettoumlaufvermögens und des Eigenkapitals der Anteilseigner bzw. der Eigenkapitalquote sowie der Nettofinanzschulden wird in den folgenden beiden Abschnitten zur Entwicklung der Aktiva bzw. Passiva erläutert.

Die Kapitalrendite (ROCE EBIT), definiert als Verhältnis von Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen zu durchschnittlich gebundenem Kapital, verschlechterte sich im Berichtsjahr wegen des gesunkenen EBIT deutlich auf 3,9% (Vorjahr: 5,4 %). Die Eigenkapitalquote, als Quotient aus Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens zu Bilanzsumme, verschlechterte sich im Wesentlichen durch die Wertminderung bei CFM und aus der Verringerung der Pensionszinssätze auf 27,8 % (Vorjahr: 33,5 %).

Bilanzstruktur

Mio. € 31. Dez. 19 31. Dez. 18 Veränd.
AKTIVA      
Langfristige Vermögenswerte 820,9 841,2 -2,4%
Kurzfristige Vermögenswerte 683,9 742,2 -7,9%
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0,0 1,7 -100,0%
Summe Aktiva 1.504,8 1.585,1 -5,1%
PASSIVA      
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 418,6 531,6 -21,3%
Nicht beherrschende Anteile 10,3 10,7 -3,7%
Langfristige Schulden 796,0 798,0 -0,3%
Kurzfristige Schulden 279,9 244,3 14,6%
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 0,0 0,5 -100,0%
Summe Passiva 1.504,8 1.585,1 -5,1%

Entwicklung der Aktiva

Die langfristigen Vermögenswerte verringerten sich im Berichtsjahr um insgesamt 20,3 Mio. € auf 820,9 Mio. € (Vorjahr: 841,2 Mio. €). Wesentliche Veränderungen resultieren einerseits aus der Wertminderung bei CFM um 74,7 Mio. € und andererseits aus einer gegenläufigen Erhöhung infolge der erstmals nach IFRS 16 zu aktivierenden Leasingverträge um 31,2 Mio. €.

Durch die Wertminderung haben sich die sonstigen immateriellen Vermögenswerte um 3,1 Mio. € und die Sachanlagen um 71,6 Mio. € verringert. Die Fremdwährungsumrechnung, insbesondere wegen des stärkeren US-Dollars, erhöhte die langfristigen Vermögenwerte um 6,8 Mio. € (Vorjahr: Erhöhung um 11,5 Mio. €). Das Investitionsvolumen von 95,1 Mio. € lag im Geschäftsjahr 2019 über dem Niveau der Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens (inklusive der Amortisationen aus der Kaufpreisallokation) von 82,4 Mio. € und führte so zu einer Steigerung des Anlagevermögens von 12,7 Mio. € (Vorjahr: Erhöhung von 3,1 Mio. €). Der Buchwert der At-Equity bilanzierten Beteiligungen erhöhte sich um 4,4 Mio. € durch die positiven anteiligen Ergebnisse der assoziierten Unternehmen, die nicht vollständig über Dividendenzahlungen ausgeschüttet wurden (Vorjahr: Anstieg von 7,2 Mio. €).

Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken um 58,3 Mio. € auf 683,9 Mio. € (Vorjahr: 742,2 Mio. €). Bereinigt um Währungsumrechnungseffekte gingen die kurzfristigen Vermögenswerte um 64,5 Mio. € zurück. Insbesondere die für den negativen Free Cashflow verwendeten liquiden Mittel haben sich um 43,5 Mio. € reduziert. Außerdem sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte abrechnungsbedingt um 7,7 Mio. € bzw. um 3,6 % gesunken; währungsbereinigt betrug der operative Rückgang 14,3 Mio. €. Auch die Vorräte konnten währungsbereinigt im Jahresvergleich aufgrund eines geringeren Bestands an Fertigprodukten um 1,3 % beziehungsweise 4,2 Mio. € verringert werden.

Die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte sanken von 1,7 Mio. € im Vorjahr auf null zum Jahresende 2019. Zum Jahresende 2018 enthielt dieser Bilanzposten noch die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte einer Gesellschaft in Korea, die im ersten Quartal 2019 veräußert wurde.

Die Bilanzsumme ist zum 31. Dezember 2019 um 80,3 Mio. € beziehungsweise 5,1% auf 1.504,8 Mio. € gesunken (Vorjahr: 1.585,1 Mio. €). Die Verringerung der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2019 ergab sich einerseits aus der im dritten Quartal 2019 gebuchten Wertminderung von 74,7 Mio. € sowie den um 43,5 Mio. € geringeren liquiden Mitteln. Andererseits führten die erstmalige Bilanzierung der Leasingverträge nach IFRS 16 und Währungseffekte, insbesondere aus dem stärkerem US-Dollar, zu einer Erhöhung der Bilanzsumme von 38,3 Mio. € bzw. 13,6 Mio. € (Vorjahr: Erhöhung von 17,7 Mio. €).

Entwicklung der Passiva

Das Eigenkapital der Anteilseigner verringerte sich um 113,0 Mio. € auf 418,6 Mio. € zum 31. Dezember 2019 (Vorjahr: 531,6 Mio. €). Diese Veränderung wurde im Wesentlichen durch das negative Konzernergebnis von minus 90,0 Mio. € verursacht. Weitere Effekte, die das Eigenkapital verringert haben, betrafen die Anpassung der Parameter für die Ermittlung der Pensionsrückstellung in Deutschland und den USA von 27,2 Mio. € nach Steuereffekt (Vorjahr: plus 0,2 Mio. €). Dagegen haben positive Währungseffekte, vor allem durch den stärkeren US-Dollar, von 8,7 Mio. € zu einer Erhöhung des Eigenkapitals geführt (Vorjahr: 6,5 Mio. €). Zudem haben Veränderungen aus Cashflow-Hedges von 0,4 Mio. € (Vorjahr: Verringerung von 2,0 Mio. €) das Eigenkapital erfolgsneutral erhöht.

Insgesamt reduzierten diese Effekte die Eigenkapitalquote (ohne nicht beherrschende Anteile) auf 27,8 % am Ende des Berichtsjahres (Vorjahr: 33,5 %).

Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital gesamt
31. Dezember 2018 531,6 10,7 542,3
Umstellungseffekt aus IFRS 16 0,1 0,0 0,1
1. Januar 2019 531,7 10,7 542,4
Dividenden 0,0 -0,3 -0,3
Eigenkapitalanteil der Wandelanleihen -5,0 0,0 -5,0
Jahresergebnis -90,0 0,5 -89,5
Sonstiges Ergebnis -18,1 -0,1 -18,2
Gesamtergebnis -108,1 0,4 -107,7
Sonstige Eigenkapitalveränderungen 0,0 -0,5 -0,5
31. Dezember 2019 418,6 10,3 428,9

Die langfristigen Schulden verringerten sich leicht um 2,0 Mio. € auf 796,0 Mio. € (Vorjahr: 798,0 Mio. €). Diese wurden im Wesentlichen durch die vorzeitige Rückzahlung der im Jahr 2020 fälligen Wandelanleihe von 167,0 Mio. €, die Rückzahlung der Darlehen der SGL Composites US (vormals SGL ACF) an die BMW Group über 87,6 Mio. € und durch die Umgliederung der Ende 2020 fälligen Kaufpreisverbindlichkeit für die von der BMW Group erworbene SGL Composites US von 54,2 Mio. € in die kurzfristigen Schulden reduziert. Dagegen haben die neu begebene Unternehmensanleihe über 250,0 Mio. € (fällig 2024), die erstmalig nach IFRS 16 bilanzierten Leasingverbindlichkeiten von 19,1 Mio. € und die um 25,5 Mio. € gestiegenen Pensionsrückstellungen die langfristigen Schulden erhöht.

Die in den langfristigen Schulden enthaltenen Pensionsrückstellungen haben sich von 293,2 Mio. € zum Jahresende 2018 auf 318,7 Mio. € zum 31. Dezember 2019 erhöht. Die Erhöhung resultierte insbesondere aus der Anpassung der Rechnungszinssätze für Pensionsrückstellungen an das erwartete niedrigere langfristige Zinsumfeld in Deutschland um minus 0,8 Prozentpunkte auf 1,1% mit 40,4 Mio. € beziehungsweise in den USA um minus 1,0 Prozentpunkte auf 3,2 % mit 14,3 Mio. €. Gegenläufige Effekte hatte vor allem die Reduzierung des Rententrends in Deutschland von 1,9 % auf 1,5%, die zu einer Verringerung der Pensionsrückstellungen um 16,1 Mio. € geführt haben.

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich um 35,6 Mio. € auf 279,9 Mio. € zum Geschäftsjahresende 2019 (Vorjahr: 244,3 Mio. €), insbesondere wegen der aus den langfristigen in die kurzfristigen Verbindlichkeiten umgegliederten Kaufpreisverbindlichkeit für die SGL Composites US (vormals SGL ACF) von 54,2 Mio. €. Außerdem ergab sich ein Anstieg der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten aus den erstmalig nach IFRS 16 passivierten kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten von 13,5 Mio. €. Dagegen verringerten sich die kurzfristigen Rückstellungen um 24,0 Mio. €, insbesondere aufgrund der geringeren Zuführung zu Rückstellungen für Mitarbeiter-Boni. Auch die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten haben sich infolge der Zahlung im Rahmen des Settlements mit dem Erwerber des Aerostructures-Geschäftes um 10,6 Mio. € reduziert.

Die in den kurzfristigen Schulden enthaltenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,6 Mio. € auf 108,7 Mio. € angestiegen (Vorjahr: 108,1 Mio. €). Bereinigt um Währungseffekte von 0,9 Mio. € ergab sich eine operative Verringerung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 4,7 Mio. €.

Nettofinanzschulden

Mio. € 31. Dez. 19 31. Dez. 18 Veränd.
Buchwert der kurz- und langfristigen Finanzschulden 407,6 398,8 2,2%
Verbleibende Aufzinsungskomponente für Wandelanleihen 10,7 20,8 -48,6%
Enthaltene Refinanzierungskosten 7,3 4,2 73,8%
Summe Finanzschulden (nominal) 425,6 423,8 0,4%
Liquide Mittel - fortgeführte Aktivitäten 137,1 180,6 -24,1%
Liquide Mittel - zur Veräußerung vorgesehene Aktivitäten 0,0 1,0 -100,0%
Summe liquide Mittel - fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten 137,1 181,6 -24,5%
Nettofinanzschulden - fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten 288,5 242,2 19,1%

Zum Jahresende 2019 setzen sich die Summe Finanzschulden von 425,6 Mio. € wie folgt zusammen:

Unternehmensanleihe 2019/2024 von 250,0 Mio. €
Wandelanleihe 2018/2023 von 159,3 Mio. €
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 16,3 Mio. €

Zur Überleitung auf den in der Bilanz dargestellten Buchwert von 407,6 Mio. € sind von den oben genannten Finanzschulden noch die saldierte verbleibende Aufzinsungskomponente für die ausstehende Wandelanleihe von minus 10,7 Mio. € und die Refinanzierungskosten von zusammen minus 7,3 Mio. € zu berücksichtigen. Die Finanzschulden werden in der Konzernbilanz nach Fristigkeiten aufgeteilt und entsprechend unter den Posten "Verzinsliche Darlehen" und "Kurzfristiger Teil der verzinslichen Darlehen" ausgewiesen.

Die liquiden Mittel bestehen aus den Posten "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" sowie "Termingeldanlagen" (mit einer Restlaufzeit von weniger als zwölf Monaten). Die liquiden Mittel sanken zum 31. Dezember 2019 im Wesentlichen aufgrund des negativen Free Cashflows auf 137,1 Mio. € (Vorjahr: 181,6 Mio. €). Der Saldo aus liquiden Mitteln und der Summe Finanzschulden ergab per Jahresende 2019 eine Nettofinanzverschuldung für die SGL Carbon von 288,5 Mio. € (Vorjahr: 242,2 Mio. €). Diese lag planmäßig um 46,3 Mio. € über dem Stand vom 31. Dezember 2018.

Nicht bilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Verschiedene Vermögenswerte der SGL Carbon sind nicht in der Bilanz enthalten. Durch die Bilanzierung nach IFRS 16 sind die wesentlichen geleasten, gepachteten oder gemieteten Vermögenswerte seit dem Geschäftsjahr 2019 in der Bilanz enthalten. Bei den außerbilanziell finanzierten Vermögenswerten handelt es sich seit der Einführung von IFRS 16 um Leases für EDV-Ausstattung, Kraftfahrzeuge und sonstige Sachanlagen mit geringem Wert oder welche, die lediglich für einen kurzfristig Zeitraum genutzt werden.

Die Volumina dieser nicht bilanzierten Vermögenswerte beziehungsweise außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Details hierzu finden sich im Konzernanhang unter Textziffer 26.

Zu den nicht bilanzierten immateriellen Vermögenswerten zählen auch der Markenname des Unternehmens und die unserer Produkte. Darüber hinaus haben unsere langjährigen Lieferanten- und Kundenbeziehungen einen erheblichen Wert. Zum einen stabilisieren sie den Geschäftsverlauf und machen uns weniger von kurzfristigen Marktschwankungen abhängig. Zum anderen ermöglicht diese intensive Kooperation gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte, in denen Knowhow und Entwicklungskapazitäten der beteiligten Unternehmen gebündelt werden.

Finanzierungsstatus der Pensionsverpflichtungen

Der Finanzierungsstatus der Pensionsverpflichtungen als Differenz zwischen dem Barwert der Pensionsverpflichtungen und dem Marktwert der Fondsvermögen lag zum 31. Dezember 2019 bei minus 314,7 Mio. € gegenüber minus 290,2 Mio. € zum 31. Dezember 2018. Am 31. Dezember 2019 betrugen die Pensionsverpflichtungen des Konzerns 444,4 Mio. € gegenüber 400,5 Mio. € am Vorjahresende. Die Veränderung resultierte insbesondere aus der Anpassung der Pensionszinssätze in Deutschland und USA sowie mit gegenläufigem Effekt aus dem gesunkenen Rententrend. Die im Eigenkapital in den Gewinnrücklagen erfassten versicherungsmathematischen Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen erhöhten sich um 27,2 Mio. € nach Steuern. Der Stand der Fondsvermögen zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen erhöhte sich deutlich aufgrund von gestiegenen Marktwerten von 110,3 Mio. € zum Ende des Vorjahres auf 129,7 Mio. € zum 31. Dezember 2019.

Weitergehende Informationen zu den Auswirkungen in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie zu Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen können der Textziffer 23 des Konzernanhangs entnommen werden.

Gesamtaussage zur aktuellen wirtschaftlichen Lage

Überblick über den Geschäftsverlauf

Ein ereignisreiches Geschäftsjahr 2019 liegt hinter uns. Nach dem überraschenden Rücktritt von Herrn Dr. Köhler wurde Herr Dr. Stephan Bühler mit Wirkung zum 15. Oktober 2019 zum Mitglied des Vorstands mit Ressortverantwortung für Recht und Compliance bestellt. Herr Dr. Michael Majerus wurde zum Sprecher des Vorstands ernannt. Bei den operativen Berichtssegmenten gab es Licht und Schatten. Das Geschäftsjahr war geprägt von weiterem Wachstum bei Graphitspezialitäten und konjunkturellen sowie strukturellen Rückgängen in der Carbonfasersparte.

Der Geschäftsbereich GMS hatte ein weiteres Rekordjahr, insbesondere aufgrund des deutlichen Wachstums in den Marktsegmenten Halbleiter- und Automobilindustrie. Dazu wurde über die letzten drei Jahren in die Modernisierung und Erweiterung der Fertigungskapazitäten am Standort Bonn investiert.

Mit dem Abschluss dieser Maßnahmen Ende 2019 haben wir die Produktionskapazitäten in dem Wachstumsmarkt für unsere Automobilkomponenten mehr als verdoppelt, um die gestiegene Nachfrage der Automobilindustrie zu erfüllen. Zudem verfügen wir mit dem Auf- und Ausbau unseres Geschäfts für die Brennstoffzellenkomponenten im Bereich Energie nunmehr über einen weiteren vielversprechenden Wachstumspfeiler.

Dagegen hat der Geschäftsbereich CFM die Ziele für das Jahr 2019 nicht erreicht. Der langfristig positive Ausblick bleibt aber bestehen. So konnte die CFM im Bereich Automobil wichtige neue Projekte und Kunden hinzugewinnen. Dies beinhaltet einen Großauftrag von einem nordamerikanischen Automobilbauer für die Produktion des Deckels und Bodens für Batteriegehäuse aus carbon- und glasfaserverstärktem Kunststoff in hoher Stückzahl. Die Serienproduktion hierfür wird Ende 2020 beginnen. Darüber hinaus eröffnet uns die neue Partnerschaft mit Solvay sehr gute Chancen, unser Wachstum im Luftfahrtgeschäft zu beschleunigen.

Wir haben unsere gesetzten finanziellen Ziele für das Geschäftsjahr 2019 nur teilweise erreicht. Eine neue Unternehmensanleihe wurde erfolgreich am Markt platziert und die Fälligkeitsstruktur der Finanzschulden konnte verbessert werden. Das Konzern-EBIT und das Konzern-EBITDA lagen im Jahr 2019 unter unseren Erwartungen und deutlich unter den jeweiligen Vorjahresniveaus, obwohl wir im Geschäftsbereich GMS einen weiteren deutlich verbesserten Ergebnisbeitrag erreicht haben. Das Ergebnis im Geschäftsbereich CFM lag dagegen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt hat sich das EBIT vor Sondereinflüssen des Konzerns um 25% verringert und wir mussten bei CFM eine Wertminderung auf die langfristigen Vermögenswerte in Höhe von 74,7 Mio. € vornehmen, sodass wir nach einem Gewinn im Vorjahr nun einen Konzernverlust ausweisen. Obwohl die Investitionen im Geschäftsjahr 2019 erhöht wurden, konnte der Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten in Höhe von minus 17,3 Mio. € deutlich verbessert werden.

Entwicklung der Auftragslage

Die Auftragseingänge haben sich zum Ende des Jahres 2019 in beiden Geschäftsbereichen unterschiedlich entwickelt. Insgesamt lagen die Auftragsbestände des SGL Carbon Konzerns am Jahresende 2019 allerdings wertmäßig unter den Niveaus des Vorjahres.

Die Auftragslage im Geschäftsbereich CFM entwickelte sich leicht positiv. Dies galt vor allem für die Marktsegmente Automobil, Luftfahrt und Windenergie, wobei die Aufträge teilweise lange Vorlaufzeiten aufweisen und erst in den Folgejahren zu erhöhten Umsätzen führen werden, vor allem in den Marktsegmenten Automobil und Luftfahrt.

Im Geschäftsbereich GMS setzte sich die positive Entwicklung aus dem Vorjahr auch im 1. Halbjahr 2019 fort. Maßgeblich verantwortlich dafür waren die Marktsegmente LED, Halbleiter und Automobil & Transport. Aber auch in den Segmenten Chemie und Industrielle Anwendungen konnte die GMS ein Wachstum verzeichnen. Im Laufe des Jahres 2019 führte die Eintrübung der globalen Konjunktur zu geringeren Auftragseingängen vor allem in den Marktsegmenten Industrielle Anwendungen, Halbleiter sowie Chemie.

Beurteilung der wirtschaftlichen Lage durch die Unternehmensleitung

Die SGL Carbon ist insgesamt erwartungsgemäß in das Geschäftsjahr 2020 gestartet. Die in den ersten Wochen fakturierten Umsätze liegen wie geplant leicht unter dem Vorjahresniveau. Mögliche Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19) auf die Geschäftstätigkeit der SGL Carbon sind derzeit in Ausmaß und Dauer noch nicht einzuschätzen.

Wie zuvor erläutert, haben wir als Teil der Ergebnisverbesserungsmaßnahmen im Berichtssegment Composites - Fibers & Materials (CFM) im Marktsegment Textile Fasern zwei Linien vorübergehend stillgelegt und eine weitere Linie auf die Herstellung von Precursor für die Carbonfaserproduktion umgerüstet. Vor diesem Hintergrund erwarten wir für das 1. Quartal 2020 niedrigere Umsatzerlöse und eine nahezu konstante Ergebnissituation gegenüber dem Vorjahresquartal.

Im Berichtssegment Graphite Materials & Systems (GMS) erwarten wir, dass die Umsätze im 1. Quartal 2020 geringer sein werden als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres. Gründe dafür sind im Wesentlichen die zuvor beschriebene, allgemein rückläufige Auftragssituation sowie im Speziellen eine geringere Nachfrage nach unserem Anodenmaterial aufgrund der Veränderungen in der Zuliefererkette in unserem Lithium-Ionen-Batteriegeschäft.

Im 1. Quartal 2020 wird das EBIT der GMS deutlich unter das Niveau des Vorjahreszeitraums sinken. Das liegt sowohl an einer geringeren Auslastung als auch an einem positiven IFRS 15-Effekt in der vergleichbaren Vorjahresperiode.

Aufgrund der oben beschriebenen Entwicklungen in den Berichtssegmenten erwarten wir für den Konzern-Umsatz und das Konzern-EBIT im 1. Quartal 2020 Niveaus, die deutlich unter den starken Werten des Vorjahresquartals liegen werden.

Für das Geschäftsjahr 2020 erwarten wir neben einer Fortschreibung der Effekte aus den Kaufpreisallokationen keine wesentlichen Ergebnisbelastungen aus Einmalaufwendungen.

Nach rund 95 Mio. € im Vorjahr begrenzen wir die Investitionsausgaben im laufenden Jahr auf 70-80 Mio. € und damit in etwa auf dem Niveau der Abschreibungen.

Mit der neuen Unternehmensanleihe sowie der vorzeitigen Rückzahlung der Wandelanleihe und der ACF-Darlehen haben wir unser Fälligkeitsprofil weiter verbessert. Dies wird in den nächsten Quartalen nicht zu höheren Zinsaufwendungen führen. Der Wegfall der Einmalbelastung aus der Rückzahlung der Wandelanleihe wird im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2020 zu einer Verbesserung des sonstigen finanziellen Ergebnisses und damit zu einem leicht verbesserten Finanzergebnis führen.

Angewandte Bilanzierungsgrundsätze auf Basis von Schätzungen

Die SGL Carbon erstellt den Konzernabschluss nach IFRS wie im Anhang zum Konzernabschluss erläutert. Die im Konzernanhang beschriebenen Grundlagen sind deshalb unerlässlich, um die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SGL Carbon zu verstehen. Unter IFRS ist es notwendig, in bestimmten Fällen Schätzungen vorzunehmen. Diese beinhalten subjektive Bewertungen und Erwartungen, die auf ungewissen Sachverhalten beruhen und Veränderungen unterliegen können. Aus diesem Grund können sich Einschätzungen im Zeitablauf ändern und damit die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beeinflussen. Der Vorstand weist deshalb darauf hin, dass unvorhersehbare Ereignisse die Erwartungen verändern können und daher die Schätzungen routinemäßig angepasst werden.

Weitere Einzelheiten zu schätz- und prämissensensitiven Bilanzierungsgrundsätzen finden sich im Konzernanhang unter Textziffer 2.

Ermessensentscheidungen werden durch das Management auch in Bezug auf die Anwendung weiterer Regelungen der IFRS getroffen. Da zu vielen IFRS-Regelungen laufend Anwendungsfragen diskutiert werden, ist es nicht auszuschließen, dass künftig Entscheidungen zur Anwendung der Regelungen von IFRS veröffentlicht werden, die zu einer anderen Auslegung von Regelungen führen als die von der SGL Carbon gewählte Vorgehensweise. Die SGL Carbon wäre dann gezwungen, die Bilanzierung anzupassen.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Der Unternehmenswert der SGL Carbon wird neben den finanziellen Kennzahlen maßgeblich durch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren bestimmt. Die folgenden nichtfinanziellen Leistungsindikatoren spielen für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens eine wichtige Rolle:

Mitarbeiteranzahl
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten
Produktion, insbesondere Unfallhäufigkeit

Die Entwicklung der Mitarbeiteranzahl ist im Anhang zum Konzernabschluss unter Textziffer 6 dargestellt. Nach der Erhöhung im Geschäftsjahr 2019 wird die Mitarbeiteranzahl im nächsten Geschäftsjahr in beiden Berichtssegmenten leicht sinken.

Die Aktivitäten zu Forschung und Entwicklung sind im Konzern-Lagebericht unter Central Innovation erläutert. Wie nachhaltiges Wirtschaften in der SGL Carbon erfolgt, wird im Geschäftsbericht im gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht (ab Seite 11) erläutert.

Die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit von Mitarbeitern ist fester Bestandteil der Unternehmenskultur der SGL Carbon. Deshalb stellen die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter einen zentralen Unternehmenswert dar. Die SGL Carbon hat sich das Ziel gesetzt, arbeitsbezogene Verletzungen und Erkrankungen konsequent zu verhindern. Es liegt in der Verantwortung der Unternehmensführung und jedes einzelnen Mitarbeiters, sicheres Arbeiten zu ermöglichen. Weitere Informationen und Details sind zu finden im Geschäftsbericht im gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht (ab Seite 11).

Erklärung zum nichtfinanziellen Konzernbericht

Der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht der SGL Carbon SE, den wir gemäß §§315b, 315c i.V. m. 289c - 289e HGB erstellt haben, und der als gesondertes Kapitel des Geschäftsberichts abgebildet ist, wird ab dem 11. März 2020 auf unserer Internetseite unter http://www.sglcarbon.com in der Rubrik "Unternehmen/Nachhaltigkeit" abrufbar sein. Gemäß §317 Abs. 2 Satz 4 HGB wurde von unserem Abschlussprüfer (KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) geprüft, dass der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht entsprechend den gesetzlichen Vorschriften vorgelegt wurde. Zusätzlich beauftragte der Aufsichtsrat die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht inhaltlich mit begrenzter Sicherheit zu prüfen.

Chancen- und Risikobericht

Risikostrategie und Risikopolitik

Unsere Risikopolitik ist darauf ausgerichtet, den Unternehmenswert zu schützen, systematisch und kontinuierlich zu steigern und finanzielle Zielgrößen zu erreichen. Ein zentraler Aspekt unserer Firmenstrategie ist es, Chancen in unseren sich dynamisch entwickelnden Wachstumsmärkten systematisch zu nutzen. Dabei werden alle wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen erst nach eingehender Risiko-Analyse und -Bewertung getroffen. Um Wachstum und Profitabilität zu steigern, werden bewusst angemessene Risiken akzeptiert. Unüberschaubare oder unangemessen hohe Risiken werden soweit vermeidbar nicht eingegangen. Diese Grundsätze finden sich in konzerneinheitlichen Richtlinien zum Risiko-Management und sind integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie.

Risiko-Management-System (RMS)

Unser Risiko-Management-System (RMS) stellt ein globales Management-Instrument dar und gewährleistet die Umsetzung der Risikopolitik. Dies erfolgt sowohl durch eine frühzeitige Risiko-Identifikation, -Analyse und -Bewertung als auch durch die umgehende Ergreifung und Verfolgung von Gegenmaßnahmen. Damit sind auch die Vorgaben zum Risiko-Früherkennungssystem gemäß Aktiengesetz umgesetzt. Das Chancen-Management-System ist in das RMS der SGL Carbon integriert. Dabei identifizieren wir Chancen, die uns dabei helfen, nachhaltig erfolgreich zu wirtschaften. Auf allen Ebenen werden unsere Führungskräfte darüber hinaus auch durch variable Gehaltsbestandteile motiviert, mögliche Chancen zu identifizieren und umzusetzen. Auch weltweite Trends werden von uns kontinuierlich beobachtet und auf Chancen für unser Unternehmen hin überprüft. Im Risiko-Management-System ist ferner auch die Steuerung der nichtfinanziellen Risiken integriert.

Die identifizierten Chancen und Risiken werden konzernweit im Rahmen der Fünfjahresplanung von den Verantwortlichen bottom-up erfasst. Im Rahmen der quartalsweisen Berichterstattung wird die Risikoeinschätzung aktualisiert und vom Konzern-Controlling nach Bewertung an den Vorstand und zusammengefasst an den Aufsichtsrat berichtet. Die Risiko-Berichterstattung erfolgt dabei für das laufende Jahr sowie zusammengefasst für den gesamten Planungshorizont von fünf Jahren, die Chancenberichterstattung lediglich für das laufende Jahr.

Darüber hinaus werden wesentliche neue Risiken oder der drohende Eintritt bestehender Risiken unabhängig von normalen Berichtsintervallen sofort an den Vorstand und das Konzern-Controlling kommuniziert.

Chancen- und Risikoverantwortliche sind in sämtlichen Bereichen des Unternehmens und entlang der SGL-Organisationsstruktur implementiert, also dort, wo die Risiken entstehen und auch gemanagt werden. Dies umfasst Werke, Segment- und Verkaufsorganisationen sowie die Konzernfunktionen.

Der Finanzvorstand (CFO) ist innerhalb des Vorstands verantwortlich für das Risikomanagement. Organisatorisch wird der Vorstand vom Konzern-Controlling unterstützt, welches den Risiko-Management-Prozess auf Gruppenebene koordiniert. Das Konzern-Controlling gibt die Struktur und die zu verwendenden Tools vor, entwickelt das RMS kontinuierlich weiter und stellt die Aktualität der konzernweiten Risiko-Management-Richtlinie für alle organisatorischen Einheiten sowie deren Grundlagen, Begriffsdefinitionen, Berichtswege und Verantwortlichkeiten nachhaltig sicher.

Chancen- und Risikobewertung

Identifizierte Chancen und Risiken werden nach Vorgaben des Konzern-Risikomanagements einheitlich bewertet. Dabei verstehen wir unter Risiken jegliche negative Abweichung von unseren geplanten Ergebnissen, Chancen hingegen als positive Abweichungen über unsere geplanten Ergebnisse hinaus.

Diese Chancen und Risiken werden anhand ihrer Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage in die Chancen-, Risikoklassen (CRK) Hoch, Mittel und Niedrig eingestuft. Die Chancen- und Risikoklassen ergeben sich aus den Dimensionen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit. Dabei unterscheiden wir Risiken mit niedriger Auswirkung (unter 10 Mio. €), mittlerer Auswirkung (10 - 25 Mio. €) und hoher Auswirkung (über 25 Mio. €). Die Betrachtung und Darstellung der Auswirkungen von Risiken erfolgt unter Berücksichtigung von Maßnahmen zur Risikoreduzierung (Nettobetrachtung).

Internes Kontrollsystem (IKS)

Unter einem internen Kontrollsystem (IKS) verstehen wir die vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens, einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen) und die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sicherzustellen. Während in allen Gesellschaften lokale Kontrollen bestehen, ist ferner in allen wesentlichen Gesellschaften ein IKS basierend auf einer konzerneinheitlichen Dokumentation der Risiken und Kontrollen für die bestehenden Prozessstrukturen etabliert. In den Geschäftsprozessen decken wir weltweit rund 315 Prozesse mit insgesamt rund 825 Kontrollen ab. Weitere Kontrollen erfolgen automatisiert beziehungsweise mit IT-Unterstützung. Neben diesen prozessbezogenen Kontrollen bilden prozessübergreifende Kontrollen und Maßnahmen auf Managementebene die Grundvoraussetzung für ein funktionsfähiges IKS.

Die Einrichtung, Pflege und Weiterentwicklung des IKS wird im Auftrag des Vorstands von unserem Zentralbereich IKS vorgenommen. Lokale IKS-Verantwortliche unterstützen die Prozess- und Kontrollverantwortlichen in den Gesellschaften und sind die lokalen Ansprechpartner für alle IKS-relevanten Themen. Die Prozessverantwortlichen stellen die Richtigkeit und Aktualität der Dokumentation der Prozesse und Kontrollen sicher. Kontrollverantwortliche führen die Kontrollen durch, gewährleisten die Überprüfbarkeit der Kontrolldurchführung und aktualisieren die Kontrolldokumentation. Unsere zentrale IT-Abteilung fungiert als Ansprechpartner bei allen IT-Themen und gestaltet das Design der IT-Kontrollen.

Die Effektivität von internen Kontrollen im Hinblick auf die Rechnungslegung wird bei prüfungspflichtigen Gesellschaften auch durch den externen Abschlussprüfer beurteilt. Im Geschäftsjahr 2017 wurde erstmals das IKS von einer Reihe wesentlicher Gesellschaften durch einen externen Prüfer gemäß dem Standard IDW PS 982 geprüft und die Wirksamkeit des IKS bescheinigt. Dabei erhaltene Anregungen zur weiteren Effizienzsteigerung des IKS wurden im Geschäftsjahr 2018 aufgenommen und umgesetzt. Auf dieser Basis konnten dann im Geschäftsjahr 2019 die Wirksamkeit des konzernweiten IKS der SGL Carbon nach IDW PS 982 bestätigt werden. Die SGL Carbon strebt an, die Wirksamkeit ihres konzernweiten IKS durch die Prüfung nach IDW PS 982 auch weiterhin in regelmäßigen Abständen extern überprüfen und bescheinigen zu lassen.

Rechnungslegungsprozess

Die Verantwortlichkeiten und Funktionen im Rahmen des Rechnungslegungsprozesses (z.B. lokales Rechnungswesen, Controlling, Treasury sowie Konzernrechnungswesen) sind funktional streng getrennt und festgelegt. Zusammen mit einem Vier-Augen-Prinzip trägt dies dazu bei, dass Fehler frühzeitig entdeckt werden und mögliches Fehlverhalten verhindert wird.

Das Bilanzierungshandbuch der SGL Carbon regelt nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) die einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze für alle in den Konzernabschluss der SGL Carbon einbezogenen Unternehmen. Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und des Konsolidierungskreises werden kontinuierlich aktualisiert und im Konzern kommuniziert. Komplexere Sachverhalte werden durch Mitarbeiter der Konzernrechnungslegung detailliert gewürdigt. Um das Risiko von Falschaussagen in der Bilanzierung komplexer Sachverhalte zu verringern, ziehen wir externe Dienstleister bzw. Spezialisten hinzu, zum Beispiel Versicherungsmathematiker zur Erstellung der Pensionsgutachten.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt mittels eines SAP-basierten Konsolidierungsprogramms und auf Basis eines einheitlichen Kontenrahmens. Verbindliche inhaltliche Vorgaben und konzerneinheitliche automatisierte Prozesse minimieren den Ermessensspielraum der dezentralen Einheiten bei Ansatz, Bewertung und Ausweis von Vermögenswerten und Schulden. Für den Konzernabschluss werden die Daten auf Gesellschaftsebene ermittelt und automatisiert in das konzernweite Konsolidierungsprogramm übertragen und dann validiert. Durch quartalsweise erstellte interne Vollständigkeitserklärungen der wesentlichen Gesellschaften werden neben bilanzierungspflichtigen Sachverhalten auch angabepflichtige Sachverhalte aus getroffenen Vereinbarungen erkannt und deren richtige Abbildung sichergestellt.

Überwachung und Grenzen von RMS und IKS

Die Konzernrevision überwacht regelmäßig, u.a. durch Stichproben, die Funktionsfähigkeit des RMS und des IKS. Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss nehmen ihre Kontrollfunktionen wahr und lassen sich quartalsweise durch den Vorstand die Risikosituation im Rahmen einer zusammengefassten Risiko-Berichterstattung erläutern. Ferner wird im Rahmen der Prüfungsausschusssitzungen über die Effektivität des IKS der SGL Carbon berichtet.

Dem RMS und IKS sind Grenzen gesetzt, unabhängig davon, wie sorgfältig die Systeme ausgestaltet sind. Als Konsequenz kann weder mit absoluter Sicherheit gewährleistet werden, dass die Ziele erreicht, noch, dass falsche Angaben mit absoluter Sicherheit verhindert oder aufgedeckt werden. Insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen, fehlerbehaftete Kontrollen oder sonstige Umstände können die Wirksamkeit und Verlässlichkeit des eingesetzten RMS und IKS einschränken, sodass auch die konzernweite Anwendung der eingesetzten Systeme nur hinreichende Sicherheit hinsichtlich der richtigen, vollständigen und zeitnahen Erfassung von Sachverhalten in der Konzernrechnungslegung geben kann.

Chancen- und Risikofelder

Risikofaktoren, die Auswirkungen auf unsere Konzerngeschäftstätigkeit haben, zeigen sich in den nachfolgend dargestellten Chancen- und Risikofeldern. Sofern diese Bereiche auch Chancen beinhalten, sind diese explizit genannt. Es ist zu beachten, dass Risiken mit einem gegenwärtig niedrig eingeschätzten Risikopotenzial gegebenenfalls eine höhere Schadenswirkung auf die SGL Carbon haben können als Risiken mit einem gegenwärtig höher eingeschätzten Risikopotenzial. Die hier benannten Risiken können auch einzeln oder kumulativ eintreten. Zusätzliche Risiken, die derzeit noch nicht bekannt sind, oder Risiken, die derzeit als nicht wesentlich eingestuft werden, können unsere Geschäftsaktivitäten ebenfalls beeinträchtigen. Sofern nicht explizit angegeben, beziehen sich die nachfolgend beschriebenen Risiken auf alle unsere Berichtssegmente.

Die Chancen und Risiken sind in den folgenden Clustern kategorisiert:

Chancen und Risiken aus externen Rahmenbedingungen
Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken
Rechtliche Risiken und Compliance Risiken
Chancen und Risiken aus operativer Tätigkeit

Chancen und Risiken aus externen Rahmenbedingungen

Chancen und Risiken der Entwicklung von Wachstumsmärkten (CRK: Mittel)

Die SGL Carbon zielt mit ihrer Wachstumsstrategie auf Märkte, die dynamische Entwicklungen und hohe Wachstumsraten aufweisen. Dies birgt Chancen wie Risiken je nach der tatsächlichen Entwicklung dieser Märkte in Relation zu unseren Planungsannahmen.

Der Geschäftsbereich Composites - Fibers & Materials (CFM) zielt darauf ab, in den Industrien Luftfahrt, Automobil, und Industrielle Anwendungen zu wachsen. Wir sehen insbesondere überall dort Chancen, wo Kunden leichte Materialien in Kombination mit hoher Festigkeit benötigen. So ergibt sich in der Luftfahrtindustrie durch die Notwendigkeit zur Gewichtsreduzierung auf der einen und durch signifikante Kostenvorteile aus der Verwendung von industriellen Carbonfasern auf der anderen Seite mittelfristig erhebliche Wachstumschancen, zum Beispiel bei strukturrelevanten Materialien und Bauteilen. Es besteht aber das Risiko, dass die gegenwärtig bestehenden hohen Eintrittsbarrieren in den Luftfahrtmarkt nicht vollständig oder später als erwartet überwunden werden können. Durch Kooperationen mit etablierten Zulieferern der Luftfahrtindustrie, wie dem Chemiekonzern Solvay, wollen wir dem Risiko entgegenwirken. Zudem erwarten wir im Marktsegment Automobil mittelfristig ein deutliches projektbasiertes Wachstum, etwa für Bauteile wie Blattfedern und Batteriekästen aus Verbundwerkstoffen. Sollten sich diese Projekte verzögern oder nicht wie erwartet realisieren, kann dies Auswirkungen auf unsere wirtschaftliche Entwicklung haben. Auch im Marktsegment Industrielle Anwendungen erwarten wir einen signifikanten Volumenanstieg, wobei wir uns hier auf profitable Produktgruppen fokussieren. Es besteht aber auch das Risiko, dass die Erwartungen aus unseren Planungsannahmen nicht realisierbar sind.

In weiteren Märkten des Geschäftsbereichs CFM ist der industrielle Einsatz von Carbonfasern und Faserverbundwerkstoff-Materialien anstelle von anderen Materialien wie Stahl, Aluminium oder Glasfaser noch relativ neu und wird erst in den kommenden Jahren weiter reifen. Zudem können Composite-Bauteile für viele Anwendungen zurzeit noch nicht zu konkurrenzfähigen Kosten hergestellt werden. Jede Prognose zum Wachstum von Carbonfasern und Composites ist daher risikobehaftet.

Im Geschäftsbereich Graphite Materials & Systems (GMS) streben wir insbesondere in den Marktsegmenten LED, Halbleiter, Batterie & sonst. Energie und Chemie an, weiter deutlich zu wachsen. Hier ergeben sich Risiken abhängig vom tatsächlichen Volumenwachstum gegenüber der Planung. Wenn unsere Zielmärkte, insbesondere bei der LED- und der Halbleiterindustrie, nicht wie erwartet nachhaltig wachsen, könnte sich mittelfristig das von uns angestrebte Wachstum nicht im vollen Umfang realisieren und dies negative Auswirkungen auf die zukünftige Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben.

Chancen und Risiken der Preis- und Volumenentwicklung (CRK: Mittel)

Im Geschäftsbereich GMS konnten in den letzten Jahren die Auftragsvolumen und Preise deutlich gesteigert werden. Für 2020 wird nun für die meisten Segmente eine weitgehend konstante Preisentwicklung erwartet. Sollte es mittelfristig zu einer Abschwächung des Preisniveaus kommen, sehen wir Risiken insbesondere in den Segmenten Solar, Halbleiter, Industrielle Anwendungen sowie Batterie & sonst. Energie. Während wir im Segment Batterie & sonst. Energie beim Geschäft mit Brennstoffzellenkomponenten durch langfristige Verträge abgesichert sind, ist das Batteriegeschäft mit höheren Unsicherheiten behaftet. Hier bestehen Chancen und Risiken für unser Geschäft abhängig insbesondere von Entwicklungen in der Lieferkette für Batterien.

Risiken im Geschäftsbereich CFM können sich aus einem abgeschwächten Wachstum als Folge von Verzögerungen im erwarteten Volumen- und Preisanstieg gegenüber der Planung ergeben und durch einen weiteren Kapazitätsaufbau durch Wettbewerber. Dabei sind weiterhin insbesondere die Margenentwicklung im Geschäft mit Acrylfasern und der hohe Wettbewerbsdruck in der Windindustrie kritisch zu beobachten. Mittelfristig sehen wir aber aufgrund des niedrigen Preisniveaus bei Carbon Fasern bei gleichzeitig guter Kapazitätsauslastung auch zunehmend Chancen für Preiserhöhungen.

Chancen und Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (CRK: Mittel)

Die globale Konjunkturentwicklung hat für die SGL Carbon als einem weltweit tätigen Konzern einen wesentlichen Einfluss auf die zukünftige Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Die Weltwirtschaft dürfte sich im Jahr 2020 stabilisieren, aber eine spürbare Belebung ist nicht zu erwarten, zumal die hohen Risiken und Unsicherheiten weiter präsent sind.

Aktuell besteht durch die weltweit steigende Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) ein hohes Maß an Ungewissheit für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Sollte es daraus zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Eintrübung kommen, könnte sich dies auch negativ auf unsere Geschäftstätigkeit auswirken.

Ferner steht Europa weiter vor großen politischen Herausforderungen und Risiken wie die nach wie vor nicht geregelten Brexit-Folgen. Zudem ist eine Zuspitzung des Handelskonfliktes mit den USA weiterhin nicht ausgeschlossen. In den USA wird für 2020 mit einer konjunkturellen Verlangsamung gerechnet, da die Impulse aus der Steuerreform nun ganzjährig fehlen. Für China ist eine leichte Abflachung der wirtschaftlichen Expansionsrate zu erwarten.

Intensive Markt- und Konjunkturbeobachtungen ermöglichen ein kurzfristiges Gegensteuern und können - zumindest temporär - eventuelle Risiken für unsere Geschäfte minimieren. Zudem ermöglichen die breite Diversifizierung unseres Produktsortiments, unsere globale Präsenz wie auch die Vielzahl der von uns belieferten Kundenindustrien einen teilweisen Ausgleich von Absatzrisiken. Sollten sich die Märkte aber im Vergleich zu den aktuellen Erwartungen (siehe Abschnitt Prognosebericht) deutlich anders entwickeln, birgt dies entsprechende Chancen und Risken für unsere Geschäftsentwicklung.

Risiken aus Handelsbeschränkungen (CRK: Niedrig)

Regulatorische Risiken ergeben sich auch durch mögliche Veränderungen des rechtlichen Umfelds im Hinblick auf Länder, in denen wir Geschäfte betreiben beziehungsweise Kunden haben, beispielsweise durch neue oder verschärfte Import- und Exportbeschränkungen, Preis- oder Devisenbeschränkungen, Zollbestimmungen sowie protektionistische Handelsbeschränkungen. Neben Umsatz- und Profitabilitätsrisiken könnten wir auch Strafzahlungen, Sanktionen und Reputationsschäden ausgesetzt sein. Vorsorge wird mittels etablierter Exportkontrollverfahren und der Einholung entsprechender Ausfuhrgenehmigungen betrieben.

Die Ausgestaltung der Handelsbeziehung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich nach dem Brexit ist weiterhin unklar. Ein Ende der Übergangsphase zum 31. Dezember 2020 ohne eine vertragliche Regelung der zukünftigen Handelsbeziehungen könnte negative Auswirkungen auf unsere Lieferkette haben. Daher bewerten wir in einem vom Vorstand geleiteten Steuerungskreis kontinuierlich die Entwicklung und leiten erforderliche risikomitigierende Maßnahmen ein.

Ferner könnten sich eine erneute Zuspitzung von Handelskonflikten zwischen den USA und China bzw. den USA und der EU sowie das Inkrafttreten weiterer Zölle negativ auf unser Geschäft auswirken.

Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken

Bewertungsrisiken (CRK: Mittel)

Wenn sich die Geschäftsbereiche CFM und GMS nicht so entwickeln, wie in der Wachstumsinitiative angestrebt, besteht mittelfristig weiterhin ein Risiko in Bezug auf eine Wertminderung bzw. Abschreibung der ausgewiesenen Buchwerte. Chancen einer zukünftigen Wertzuschreibung auf die Gegenstände des Anlagevermögens ergeben sich aus einer mittelfristig besseren Geschäftsentwicklung im Geschäftsbereich CFM in Bezug auf die in der Vergangenheit vorgenommenen Wertanpassungen.

Chancen und Risiken aus Verpflichtungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorge (CRK: Mittel)

Veränderungen des Anwartschaftsbarwerts der leistungsorientierten Pensionspläne wie auch des Fondsvermögens unserer Pensionsverpflichtungen beeinflussen den Finanzierungsstatus unserer Pensionspläne. Eine Abweichung der tatsächlichen gegenüber einer erwarteten versicherungsmathematischen Entwicklung der Pensionsverpflichtungen in Bezug auf die zugrunde gelegten Parameter können einen Einfluss auf die zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ausüben. Insbesondere die Entwicklung des Fondsvermögens und des Kalkulationszinses sind wesentliche Einflussgrößen der Pensionsverpflichtungen.

Veränderte Bedingungen für die Anlage des Planvermögens in unseren Pensionsfonds können die Marktwerte entsprechend beeinflussen. Dabei sind u.a. das Marktzinsniveau, die Lebenserwartung der Planteilnehmer, die Inflationsrate, die Rentenanpassungen sowie gesetzliche Regelungen von wesentlicher Bedeutung. Diese können sowohl die Höhe der laufenden Zuführungen zu diesen Fonds wie auch die derzeit in Form von Rückstellungen bilanzierten Pensionsverpflichtungen und daraus resultierende Pensionszahlungen wesentlich beeinflussen. Dies kann abhängig von der Entwicklung einen negativen oder auch einen positiven Einfluss auf die finanzielle Leistungsfähigkeit wie auch auf die laufende Ergebnissituation haben.

Risiken der Finanzlage (CRK: Mittel)

Zum 31. Dezember 2019 verfügten wir über eine Liquidität von 137 Mio. €. Zusätzlich stand uns eine ungezogene syndizierte Kreditline in Höhe von 175 Mio. € zur Verfügung. Diese Kreditline besteht seit dem 15. Januar 2019 und ersetzt die syndizierte Kreditlinie in Höhe von 50 Mio. €. Die Laufzeit der neuen Kreditlinie beträgt vier Jahre mit einer Verlängerungsoption für ein weiteres Jahr. Bis Mitte 2023 stehen keine wesentlichen Fälligkeiten von Finanzschulden an. Die finale Kaufpreiszahlung für die Anteile an der ehemaligen SGL ACF in Höhe von 62 Mio. USD wird zum Jahresende 2020 aus Barmitteln erfolgen. Sollten sich abweichend von der Planung Risiken realisieren, können weitere Maßnahmen zur Liquiditätssicherung, wie eine Ausweitung des Factoring-Programms oder zusätzliche Finanzierungsmaßnahmen, vorgenommen werden.

In den Finanzierungsverträgen der SGL Carbon sind vertraglich festgelegte Auflagen enthalten, die die Einhaltung spezifischer Finanzkennzahlen (Financial Covenants) während der Laufzeit regeln. Die Einhaltung der Auflagen aus den Finanzierungsverträgen wird zusammen mit den sonstigen finanziellen Risiken zentral überwacht und gesteuert. Sofern sich während der Laufzeit der Finanzierungsverträge einige der beschriebenen Geschäftsrisiken materialisieren, besteht die Möglichkeit, dass wir bei einer sich deutlich abschwächenden Geschäftsentwicklung die einschlägigen Finanzkennzahlen nicht erreichen könnten.

Auf Basis einer stringenten Liquiditätspolitik und einer rollierenden Liquiditäts- und Finanzplanung, die auf den laufenden Ergebnis- und Cashflow-Schätzungen der operativen Einheiten basieren und monatlich dem Finanzvorstand zur Verfügung stehen, wird sichergestellt, dass auftretende Bedarfsspitzen jederzeit abgedeckt werden.

Die weltweite Wirtschaftsentwicklung in unseren Abnehmerindustrien beeinflusst regelmäßig auch die Bonität unserer Kunden. Dies birgt Forderungsausfallrisiken, denen wir mit einem effektiven Debitorenmanagement begegnen. Dabei werden Bonität und Zahlungsverhalten der Kunden kontinuierlich überprüft und gemäß der konzernweit gültigen Kreditmanagement-Richtlinie entsprechende Kreditlimits festgelegt. Bankgarantien und Kreditversicherungen limitieren darüber hinaus eventuelle Forderungsausfallrisiken. Umgekehrt sichern unsere Lieferanten Forderungen gegenüber der SGL Carbon ebenfalls über Warenkreditversicherungen ab. Sollten Warenkreditversicherer zu einer veränderten Bonitätseinschätzung bezüglich der SGL Carbon kommen, könnte dies negative Auswirkungen auf unsere Einkaufsbedingungen haben.

Wir allokieren Anlagen von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten vornehmlich an Institute aus unserem Kernbankenkreis. Hierbei stehen insbesondere eine ausgewogene Verteilung der Geldmittel zur Vermeidung von Klumpenrisiken sowie die Systemrelevanz und das Rating der einzelnen Institute im Vordergrund unserer Anlageentscheidungen.

Chancen und Risiken aus Wechselkursschwankungen (CRK: Niedrig)

Unsere Finanzkennzahlen werden durch Wechselkursschwankungen aus unseren globalen Geschäftstätigkeiten beeinflusst. Dabei versuchen wir, unsere breite, weltweite Aufstellung zu nutzen, um potenziell Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf unsere Geschäftstätigkeit zu reduzieren. Durch die Optimierung von operativen Geldzuflüssen und -abflüssen in einer Fremdwährung reduzieren wir unser transaktionsbezogenes Fremdwährungsrisiko. Für darüber hinausgehende Währungsrisiken werden Währungssicherungsgeschäfte mittels derivativer Finanzinstrumente abgeschlossen, sofern die Risiken gewisse Materialitätsgrenzen überschreiten. Bei nicht gesicherten Geschäften würde insbesondere eine Abschwächung des US-Dollars und des japanischen Yens sowie eine Stärkung des polnischen Zlotys gegenüber dem Euro unser Ergebnis negativ beeinflussen. Tendenziell würde sich ein schwächerer Euro positiv auf unsere Wettbewerbsfähigkeit und künftige Geschäftsentwicklung auswirken. Eine Absicherung von Translationsrisiken erfolgt nicht. Für alle Aktivitäten im Zusammenhang mit diesen Währungsderivaten gilt als oberster Grundsatz die Risikominimierung. Neben der funktionalen Trennung von Handel und Kontrolle führen wir auch in diesem Bereich regelmäßige Risiko-Analysen und -Einschätzungen durch.

Rechtliche Risiken und Compliance Risiken

Steuerliche Risiken (CRK: Mittel)

Veränderungen im Steuerrecht oder in der Besteuerungspraxis einzelner Länder, in denen wir unsere Geschäfte tätigen, können zu einem höheren Steueraufwand sowie zu höheren Steuerzahlungen führen. Durchgeführte gesellschaftsrechtliche Strukturierungen und Verrechnungspreise unterliegen teilweise komplexen steuerlichen Regelungen, die unterschiedlich ausgelegt werden können. Erst nach abschließender Prüfung durch die Finanzbehörden können potenzielle Steuermehraufwendungen abschließend ausgeschlossen werden. Die stetig steigenden Anforderungen im Hinblick auf steuerliche Compliance bergen das Risiko eines zusätzlichen Steueraufwands. Steuerrisiken könnten sich ebenfalls im Zusammenhang mit der in Vorjahren erfolgten Separierung des PP-Geschäfts und der Veräußerung der nicht fortgeführten Aktivitäten ergeben. Die bilanzierten Steuern sind abhängig von der Entwicklung in den einzelnen Gesellschaften. Im Falle einer deutlichen Ergebnisverbesserung in den einzelnen Gesellschaften ergibt sich mittelfristig die Möglichkeit zur Aktivierung von latenten Steuern.

Risiken aus Compliance und sonstigen nichtfinanziellen Handlungsfeldern (CRK: Mittel)

Die Risiken aus Compliance und sonstigen nichtfinanziellen Handlungsfeldern wurden in einem strukturiertem Prozess anhand ihrer Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage in die Risikoklassen Hoch, Mittel und Niedrig eingestuft und im Rahmen eines SGL Carbon übergreifend stattfindenden Workshops von den Verantwortlichen abschließend diskutiert und begründet. Die wesentlichen nichtfinanziellen Themen umfassen die Handlungsfelder "Compliance", "Produkte", "Environment, Health and Safety Affairs (Umweltbelange)" und "Mitarbeiterbelange". Ausführliche inhaltliche Informationen hierzu befinden sich im gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht (ab Seite 11).

Ferner wurden für diese Themen risikomitigierende Maßnahmen wie vorhandene Organisationstruktur, Prozesse und Kontrollen sowie gültige Richtlinien bewertet.

Das Handlungsfeld "Compliance" deckt dabei die Themenfelder Compliance-Management, Achtung der Menschenrechte, Anti-Korruption und Bestechung sowie Verantwortung in der Lieferkette ab. Unser Compliance-Management-System verfolgt das Ziel, das Risiko von gesetzlichen Verstößen zu reduzieren. Das SGL Carbon Compliance-Programm beinhaltet neben unserem Verhaltenskodex und Hinweisgeber-System (Whistleblower-Richtlinie) eine globale Kartellrechtsrichtlinie, eine Geschenke- und Einladungsrichtlinie, ein Business Partner Compliance-Programm, eine Human Rights-Richtlinie sowie einen Kodex für Nachunternehmer und Lieferanten. Da die SGL Carbon als international agierendes Unternehmen in zahlreichen Ländern mit Fertigungsstandorten vertreten ist und Produkte an Kunden in aller Welt liefert, ist das im Themenfeld Verantwortung in der Lieferkette enthaltene Compliance-Risiko Exportkontrolle für uns von erheblicher Bedeutung. Eine Verletzung von Exportkontrollbestimmungen könnte unser Geschäft erheblich beeinträchtigen. Daher bauen wir durch Schulungen und Kontrollmechanismen unser System kontinuierlich aus.

Das Handlungsfeld "Environment, Health and Safety Affairs (Umweltbelange)" mit den Themenbereichen Energie und CO 2-Emissionen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Ressourcenmanagement sowie Prozesssicherheit wird von der zentralen Unternehmenseinheit EHSA koordiniert. Im Rahmen der Prozesssicherheit werden Kosten für die Beseitigung von Umweltschäden oder Umsatzeinbußen aufgrund von Produktionsunterbrechung bewertet. Risiken könnten sich hier insbesondere durch zunehmende rechtliche Anforderungen ergeben.

Das Handlungsfeld "Produkte" umfasst drei Themenbereiche, Produktqualität, Umweltauswirkungen der Produkte sowie Nachhaltige Produktinnovation. Das Handlungsfeld "Mitarbeiterbelange" deckt die Themenfelder Diversität und Chancengleichheit, Beschäftigungsfähigkeit und Entwicklung sowie Attraktivität als Arbeitgeber ab. Auch hier sind weiterführende inhaltliche Erläuterungen im gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht zu finden.

Risiken der IT (CRK: Mittel)

Um der wachsenden Bedeutung der Informationssicherheit angemessen Rechnung zu tragen, betreibt die SGL Carbon im Rahmen einer gruppenweiten Initiative ein risikoorientiertes Information Security Management System (ISMS) auf Basis des weltweit anerkannten Standards ISO 27001:2013. Für das Jahr 2020 plant die SGL Carbon zudem die Zertifizierung einzelner Unternehmensteile nach dem Automotive-Sicherheitsstandard TISAX.

Ein hohes Augenmerk liegt auf der kontinuierlichen Erhöhung des Sicherheitsbewusstseins aller Mitarbeiter im täglichen Umgang mit sensiblen Informationen. Dies stellen wir durch regelmäßige globale Informationssicherheitskampagnen sicher, beispielsweise zu den Themen Datenklassifizierung, zulässige Nutzung der Unternehmens-IT und Schutz vor Betrugsversuchen per E-Mail oder Telefon.

Im Rahmen unserer IT-Kontrollsysteme werden die etablierten Kontrollprozesse regelmäßig aktualisiert, um einen unbefugten Zugriff auf die Systeme und Daten wirksam zu verhindern und Angriffe frühzeitig zu erkennen. Zur sicheren Abwicklung aller Geschäftsprozesse werden die genutzten Informationstechnologien kontinuierlich kontrolliert und nach dem Stand der Technik angemessen weiterentwickelt. Die SGL Carbon verfügt über eine integrierte und gruppenweit weitgehend standardisierte IT-Infrastruktur. Globale Prozesse und der jeweiligen Gefährdung kontinuierlich angepasste Sicherheitsmaßnahmen schützen uns vor Verlust beziehungsweise Manipulation von Daten sowie vor unplanmäßigen Ausfällen. Die Verfügbarkeit kritischer Systeme und Infrastrukturen ist über Service Level Agreements mit den jeweiligen Betreibern abgesichert. Aufgrund der hohen Bedeutung der IT für den ordnungsgemäßen Geschäftsbetrieb und der stets hohen Risiken durch Angriffe in diesem Bereich bleiben trotz all dieser beschriebenen Maßnahmen Risiken im Zusammenhang mit unseren IT-Systemen und unserer IT-Infrastruktur bestehen.

Rechtliche Risiken und Risiken aus Unternehmensverkäufen (CRK: Niedrig)

Im Falle von Rechtsstreitigkeiten bilden wir Rückstellungen auf der Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie externer Rechtsgutachten. Tatsächliche Inanspruchnahmen können jedoch von unseren Schätzungen abweichen und gegebenenfalls die zukünftige Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft erheblich beeinträchtigen.

Durch die internationale Ausrichtung unserer Geschäfte sind wir zudem mit verschiedensten Unsicherheiten konfrontiert. Diese sind u.a. die Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Verträgen und offenen Forderungen in fremden Rechtssystemen, die Einhaltung des Außenwirtschaftsrechts, der internationalen Aus- und Einfuhrbeschränkungen und des Technologietransferrechts in verschiedenen Ländern sowie Schwierigkeiten bei der weltweiten Durchsetzung des Patentschutzes unserer Produkte.

Bei veräußerten Geschäften ist es üblich, dass der Verkäufer für Geschäftsvorfälle, die vor dem Veräußerungstermin getätigt wurden, gegebenenfalls haftet. Dies birgt das Risiko von möglichen Ergebnisbelastungen für bereits veräußerte Geschäfte.

Risiken aus Gesetzen und Regelungen zu Umweltschutz (CRK: Niedrig)

Die durch das EU-Chemikaliengesetz (REACH) vorgegebene Registrierung, Bewertung und Zulassung betroffener Substanzen beziehungsweise Produkte erfordert zum Teil aufwendige Untersuchungen. Die weitere Entwicklung der Gesetzgebung sowie die Auswirkungen von kostenintensiven Test- und Registrierungsverfahren auf europäische Fertigungsstätten können aktuell noch nicht komplett quantifiziert werden. Bei Anpassungen in der Einstufung einzelner Materialien durch die EU können signifikante Kosten für die Registrierung, den Einsatz und die Lagerung solcher Materialien entstehen, die unser Ergebnis negativ beeinflussen können. Ein mögliches Verbot der in der Produktion genutzten Gefahrenstoffe kann dazu führen, dass wir Fertigungsprozesse mittelfristig nicht mehr wie bisher betreiben könnten. Dies hätte mittelfristig Auswirkung auf die Finanz- und Ertragslage. Strengere Umweltauflagen wie im Pariser Umweltschutzabkommen dokumentiert könnten zusätzliche Investitionen erfordern.

Als energieintensives Industrieunternehmen ergeben sich aus energie- und klimabezogenen Regularien Risiken für die Ertragslage, wenn die zusätzlichen Kosten im internationalen Wettbewerb nicht oder nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergegeben werden können. Die aktuell diskutierten Gesetzesentwürfe der Europäischen Kommission zum Thema "EU Green Deal" und der Bundesregierung bezüglich des Klimapaktes können dazu führen, dass enorme Investitionen auf die SGL Carbon zukommen.

Chancen und Risiken aus operativer Tätigkeit

Chancen und Risiken in der Produktion (CRK: Mittel)

Um das angestrebte Wachstum zu realisieren und darüber hinaus mittelfristig Wachstumsopportunitäten ergreifen zu können, wird in neue Anlagen und neue Technologien investiert. Risiken wie Verzögerungen im Hochlauf oder bei der Kundenqualifizierung können zu einer Verzögerung bei der Realisierung von Umsätzen führen.

Im Geschäftsbereich CFM ist ein wesentliches Projekt in Lavradio (Portugal) der Ausbau der Produktion für den eigenen Precursor, dem Vormaterial der Carbonfaser. Sollte sich die angestrebte Hochlaufkurve nicht im vollen Umfang realisieren, kann dies negative Auswirkung auf die erwartete Ertragsverbesserung haben.

Daneben wird in der GMS die Fertigungshochlaufkurve in die mittelfristig geplanten Wachstumsprojekte in den Marktsegmenten LED sowie Batterie & sonst. Energie als risikobehaftet eingestuft.

Ein Produktionsausfall an einem oder mehreren Standorten könnte zu Lieferproblemen in Bezug auf Quantität und Qualität führen, aus denen sich gegebenenfalls auch Entschädigungszahlungen an Kunden ergeben können.

Wir streben ferner an, unser Umlaufvermögen relativ zum Umsatz weiter zu optimieren und zu reduzieren. Sollte dies nicht wie geplant gelingen, könnte sich dies insbesondere auf den geplanten Free Cashflow negativ auswirken.

Chancen und Risiken der Rohstoff- und Energiemärkte (CRK: Mittel)

Der Volatilität auf den Energiemärkten und den Preisschwankungen bei unseren Hauptrohstoffen begegnen wir durch strukturierte Beschaffungskonzepte und den Abschluss mittel- und langfristiger Rahmenverträge. Mit unseren Hauptlieferanten entwickeln wir auf Basis der langjährigen Geschäftsbeziehungen entsprechende strategische Konzepte. Insbesondere im Geschäftsbereich GMS besteht das Risiko, dass Materialien oder Vorleistungen nicht mehr von bestehenden Zulieferern bezogen werden können und neue Lieferanten qualifiziert werden müssen. Ferner sind die geplanten Rohmaterialpreisreduzierungen bisher nur teilweise vertraglich fixiert. Des Weiteren ist im Geschäftsbereich CFM das Marktsegment Textile Fasern von hohen Schwankungen des Rohstoffs Acrylnitril geprägt. Hieraus ergeben sich Chancen und Risiken, die wir anstreben durch das Vorhalten von Sicherheitsbeständen zu reduzieren. Allerdings können insbesondere auch politische Entwicklungen in wichtigen Beschaffungsregionen die Versorgungssicherheit mit einzelnen, schwer substituierbaren Rohstoffen negativ beeinflussen.

Chancen und Risiken aus dem Personalbereich (CRK: Niedrig)

Unsere Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Führungskräfte sind eine wesentliche Säule des Geschäftserfolgs der SGL Carbon. Der Wettbewerb um hoch qualifizierte Führungskräfte, Naturwissenschaftler/-innen, Ingenieure/-innen und Techniker/-innen ist sehr intensiv und nimmt, insbesondere vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in vielen für uns relevanten Ländern weiter zu. Für das Erreichen unserer strategischen Ziele müssen wir hoch qualifiziertes Personal gewinnen, zielgerichtet weiterentwickeln und dauerhaft an uns binden können. Zur kontinuierlichen Deckung unseres Bedarfs an qualifizierten Experten nutzen wir eine Vielzahl von Werkzeugen der Personalbeschaffung, zum Beispiel Active Sourcing und zielgruppenspezifische Jobplattformen. Der Verlust von wichtigen Wissens- bzw. Kompetenzträgern sowie eine unzureichende Attraktivität als Arbeitsgeber, könnten einen negativen Einfluss auf die zukünftige Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der SGL Carbon haben.

Chancen und Risiken aus dem Bereich der Technologie (CRK: Niedrig)

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen unsere Produkte und deren Produktion auf technologisch neuestem Stand sein und darüber hinaus müssen laufend neue Produkt- und Fertigungstechnologien entwickelt werden.

Daher werden Mega- und Technologietrends systematisch verfolgt und aus dieser Analyse strategische Zukunftsfelder für die Forschung und Entwicklung definiert. Ein solches Feld ist zum Beispiel die sogenannte Additive Fertigung (3D-Druck) mit Kohlenstoffmaterialien.

Chancen ergeben sich aus der aktiven Beteiligung an Unternehmensnetzwerken. Beispiele solcher Netzwerke, die uns frühzeitig Trends und Kundeninteressen aufzeigen, sind der Composites United (2019 aus Fusion Carbon Composites e.V. und CFK Valley e.V. entstanden) sowie das "Kompetenznetzwerk Lithium Ionen-Batterien" (KLiB).

Unser Projektportfolio an Innovationsprojekten wird einer regelmäßigen Analyse unterzogen, in der auch die kommerziellen und technischen Risiken für die Einzelprojekte sowie für das Gesamtportfolio einfließen. Die für die Risiken definierten Gegenmaßnahmen werden kontinuierlich verfolgt und Entscheidungen über die Fortsetzung einzelner Projekte werden an vorab definierte Meilensteine geknüpft.

Unser geistiges Eigentum schützen wir bedarfsorientiert durch Patente, Schutzmarken und die Eintragung von Urheberrechten. Intern ist der Zugriff auf spezielle Nutzergruppen beschränkt. Trotzdem kann unbefugter Zugriff auf unser geistiges Eigentum nicht vollständig ausgeschlossen werden. Der Verlust geistigen Eigentums und damit der Verlust von Wettbewerbsvorteilen könnten sich nachteilig auf die Geschäftslage auswirken.

Risikotransfer durch Versicherungsschutz (CRK: Niedrig)

Die SGL Carbon verfügt über ein in Zusammenarbeit mit ihren Versicherern entwickeltes globales Deckungskonzept für die wesentlichen Unternehmensrisiken. Diese Konzernversicherungen transferieren das Risiko nach Abzug von definierten Selbstbehalten auf den jeweiligen Versicherer. Dem möglichen Ausfall von Versicherern begegnen wir regelmäßig durch die Risikoverteilung auf mehrere Versicherer. Zum Schutz unserer Mitarbeiter, der Umwelt sowie unserer Gebäude, Anlagen und Maschinen werden die Maßnahmen zur Schadensverhütung kontinuierlich verbessert und die dafür verantwortlichen Mitarbeiter regelmäßig geschult. Weltweit koordinierte Werksbegehungen gewährleisten regelmäßig die Umsetzung identifizierter Vorsorge- und Sicherheitsmaßnahmen zur Risikoreduzierung. Entsprechende Investitionen in die Risikominimierung werden an allen Standorten vorgenommen. Dennoch besteht ein Restrisiko, dass sich die Versicherungsdeckung in Einzelfällen als unzureichend herausstellt oder der Versicherungsschutz entfällt.

Gesamteinschätzung der Risiken und Chancen der SGL Carbon

Um an den Wachstumsmärkten Energie, Digitalisierung und Mobilität zu partizipieren, werden wir sukzessive weiter in neue Anlagen und Technologien, abhängig von der tatsächlichen Marktentwicklung, investieren. Dabei ergeben sich Chancen und Risiken aus der Umsetzung und dem Hochlauf unserer Investitions- und Technologieprojekte. Ferner bestehen insbesondere Chancen und Risiken bei der Preis- und Mengenentwicklung sowohl auf der Absatz- als auch auf der Beschaffungsseite. Eine sich verschlechterte Geschäftssituation kann negative Auswirkungen auf die Liquidität haben. Ferner kann eine veränderte Geschäftseinschätzung sich weiter auf die Werthaltigkeit des Vermögens auswirken. Insbesondere mittelfristig könnten sich auch steuerliche Risiken auf unsere Finanzkennzahlen auswirken. Maßnahmen zur Liquiditätssicherung werden aktiv gemanagt.

Zusammenfassend sehen wir derzeit keine wesentlichen Risiken, die die SGL Carbon insgesamt beeinträchtigen. Auf Basis der aktuell zur Verfügung stehenden Informationen bestehen unserer Einschätzung nach weder gegenwärtig noch in absehbarer Zukunft wesentliche Einzelrisiken, die den Unternehmensbestand gefährden können. Auch die kumulierte Betrachtung der Einzelrisiken gefährdet nicht den Fortbestand der SGL Carbon.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für 2020 weiterhin eine Beschleunigung des Weltwirtschaftswachstums, allerdings mit einer geringeren Dynamik als zuvor prognostiziert. Zwar gibt die in vielen Ländern wieder gelockerte Geldpolitik eine konjunkturelle Unterstützung und in vielen Ländern ist die Fiskalpolitik expansiv ausgerichtet. Jedoch zeichnet sich noch kein nachfragebedingter Rückenwind für eine echte Trendwende und Wachstumsbeschleunigung ab. Eine spürbare Belebung der Industrieproduktion und der Investitionsbereitschaft ist nicht zu erwarten, zumal die hohen Unsicherheiten und Risiken weiter präsent sind.

Eine weitere Eskalation des Handelskonflikts der USA mit China blieb bislang aus, aber eine nachhaltige Rücknahme der bereits eingeführten Handelsrestriktionen ist zurzeit nicht sicher.

Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass die USA einen Handelsstreit mit Europa auslösen. Weitere Risiken sind die nach wie vor nicht geregelten Brexit-Folgen und vor allem die weltweit zuletzt deutlich gestiegene Verschuldung von Staaten und Unternehmen. Der in China ausgebrochene Coronavirus ist aus aktueller Sicht ein nachhaltiger Störfaktor auch auf globaler Ebene. Daher bleibt die Weltwirtschaft 2020 besonders störungsanfällig.

Der IWF hat seine Prognosen im Januar und Februar (wegen Corona) gesenkt. Für 2020 wird nun ein globales Wachstum von nur noch 3,2% statt zuletzt von 3,4% erwartet. Die Industriestaaten wachsen 2020 laut der Januar-Prognose nur mit 1,6% und die Schwellen- und Entwicklungsländer lediglich mit 4,4% (ohne Berücksichtigung der Belastungen durch den Coronavirus).

Weltwirtschaft 2020 stabilisiert, aber kraftlos und mit hohen Risiken

Die Wirtschaft der USA wird merklich an Dynamik einbüßen, denn die starken Impulse aus der Steuerreform fehlen nun ganzjährig. Zudem entwickelten sich die Exporte und Unternehmensinvestitionen zur Jahreswende 2019/20 rückläufig zum Vorjahr. Allerdings stützen die expansive Geldpolitik und der robuste Arbeitsmarkt insbesondere die private Nachfrage. Der IWF schätzt das US-Wachstum auf +2,0 %.

Im Euroraum bleiben 2020 der private und staatliche Konsum wesentliche Konjunkturstützen. Außerdem dürfte sich die Bautätigkeit weiterhin lebhaft entwickeln. Die leichte Belebung des Welthandels dürfte die exportorientierte Industrie entlasten. Das Zinsniveau bleibt niedrig und die Fiskalpolitik wirkt überwiegend expansiv. Laut IWF wächst der Euroraum mit 1,3 %.

Die Konjunktur in Deutschland bleibt gespalten, denn laut dem Kieler IfW ist die Industrieschwäche noch nicht überwunden. Daher verzögert sich eine zyklische Erholung. Demgegenüber setzten der Bau sowie der Privatkonsum weiterhin die Impulse für die robuste Binnennachfrage. Die deutsche Wirtschaft wird somit 2020 laut IWF mit lediglich 1,1% nur sehr moderat wachsen.

Für China ist eine Abflachung der wirtschaftlichen Expansionsrate auf 5,6 % zu erwarten (IWF). Neben dem gezielten Strukturwandel hin zu einer Stärkung der Binnennachfrage, Dienstleistungen und Hochtechnologie bremsen der Handelskonflikt und die verhaltene Nachfrage aus anderen Ländern die Exporte. Auswirkungen aus dem jüngst ausgebrochenen Coronavirus sind derzeit nicht abschätzbar. Die hohe Verschuldung begrenzt die Möglichkeiten, die Kreditvergabe weiter anzukurbeln. Für die ASEAN-5-Länder und Indien erwartet der IWF eine leichte Wachstumsbelebung. Auch Brasilien und Russland dürften sich 2020 weiter moderat erholen.

Branchenentwicklung

Marktsegment Digitalisierung

Halbleiter/Polysilizium: Markterholung 2020 und attraktive Mittelfristperspektiven setzten Impulse für Investitionen

Die Halbleiterindustrie verarbeitet etwa 20 % des weltweit produzierten Polysiliziums. Die fortschreitende Digitalisierung mit ihrem enormen Bedarf an immer leistungsfähigeren Systemen treibt das Marktwachstum bei Halbleitern strukturell an. Infolge der zunehmenden Datenvernetzung im Handel und der Industrie (Industrie 4.0) sowie im Automobilbau (Assistenzsysteme, autonomes Fahren) nimmt der bereits hohe Bedarf künftig noch beschleunigt zu. Trotz der weitgehenden Marktsättigung in der Konsumelektronik bleibt die Halbleiterindustrie somit auf einem attraktiven Wachstumskurs. Für das Jahr 2020 zeichnet sich eine Markterholung ab. Der Verband WSTS (World Semiconductor Trade Statistics) rechnet mit einem Umsatzplus im Halbleitermarkt von 5,9%, gestützt auf Wachstum in allen Regionen und Produktbereichen, auch bei Speichern (+4,1%). Dabei wird bei optoelektronischen Komponenten das kräftigste Wachstum erwartet (2020: +12,5 %). Der Umsatz mit Sensoren und integrierten Schaltkreisen soll sich mit gut 5 % robust erhöhen. Der Industrieverband SEMI erwartet für 2020 einen Anstieg der Investitionen in Fertigungsanlagen und Ausstattung der Halbleiterindustrie von 5,5% auf rund 61 Mrd. USD. Für 2021 wird ein neues Rekordniveau für diesem Markt erwartet. Mit unseren Graphitprodukten im Marktsegment Halbleiter bedienen wir insbesondere den stark wachsenden Wide-Bandgap Markt und partizipieren daher überdurchschnittlich an diesem Marktwachstum.

LED: Anhaltend hohes Wachstum durch die zunehmende Anwendungsvielfalt

Durch ihre hohe Energieeffizienz besitzen LEDs in der Lichttechnologie große Vorteile unter Umweltgesichtspunkten und bei laufenden Energiekosten. Zudem sind die LED-Herstellungskosten stark gesunken. Dies stimuliert die Nachfrage zulasten anderer Lichtquellen. Die Megatrends Urbanisierung und Digitalisierung setzen weitere Impulse, der Bedarf wächst hier zweistellig. So gehen die Experten von Technavio bisher von einem Umsatzanstieg im LED-Weltmarkt von 16% pro Jahr aus (2018 - 2022). Im Segment der Außen- und Straßenbeleuchtung wird für 2019 bis 2024 mit einem Plus von 14% jährlich gerechnet (Research Er Markets). Außerdem ist die Autoindustrie ein bedeutender Anwender. Immer mehr Fahrzeuge werden mit LEDs und Sensoren ausgerüstet. Obwohl die Autoindustrie im Umbruch steckt, nimmt der globale Umsatz mit LED im Automotive-Bereich pro Jahr um 7% zu (2018 - 2023, Trend Force). Die Entwicklung hin zum autonomen Fahren dürfte den Bedarf der Autoindustrie auf längere Sicht noch forcieren. Sehr dynamisch wächst zurzeit das noch junge Segment der Micro-LED (TV-/Displaybeleuchtung). Im Zeitraum 2019 bis 2023 soll sich das Marktvolumen verfünffachen. Das in Summe strukturell hohe Wachstum des LED-Markts erfordert bei den Herstellern über die Zeit angepasst hohe Investitionen in ihre Kapazitäten. Unser GMS-Geschäft im Marktsegment LED sollte von diesem starken Marktwachstum profitieren.

Marktsegment Mobilität

Automobilindustrie: Antriebsunabhängig können sich Carbonfasern im Fahrzeugbau weiter durchsetzen

Mit 2020 zeichnet sich für die Autoindustrie ein weiteres schwieriges Jahr ab. Moody's rechnet mit einem Absatzminus von 0,9 % auf 90,2 Mio. Light Vehicles. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erwartet, dass die Verkäufe im enger definierten Pkw-Weltmarkt um mehr als 1% schrumpfen auf 78,9 Mio. Einheiten (USA -3 %, China und Europa -2 %, Deutschland -4 %). Zudem setzt der Technologieumbruch die Hersteller weiter unter Druck. E-Autos werden ihre Bedeutung bei den weltweiten Neuzulassungen künftig signifikant steigern. Mit unseren Batteriekästen aus Verbundwerkstoffen bieten wir insbesondere für diesen Markt eine hochattraktive Lösung zur besseren Performance und zum Schutz der Batterie. Laut dem Analysehaus Research and Markets wächst der Markt für Carbonfasern (CF) im Automobilbau bis 2024 voraussichtlich um knapp 11% pro Jahr. Unser Geschäft profitiert insbesondere von der wachsenden Elektromobilität, da hier intelligente Lösungen für Leichtbau und effizientere Batterieleistung besonders nachgefragt werden. Dies betrifft insbesondere das Marktsegment Automobil bei CFM sowie das Marktsegment Batterie & sonst. Energie bei GMS.

Aerospace: Trotz Wachstumspotenzials bei Carbonfasern belasten die nur gering ausgelasteten Kapazitäten

Airbus schätzt, dass sich der Weltflottenbestand bis 2038 mehr als verdoppelt auf dann 47.680 Flugzeuge. Das Wachstum wird über den Neubau (Flottenausbau, Ersatz) sowie Instandhaltungsmaßnahmen an Bestandsflugzeugen erzielt. Über ihre lange Nutzungszeit müssen die Maschinen vor allem technisch nachgerüstet werden. Das begünstigt unser Aerospace-Leichtbaugeschäft mit nicht-strukturrelevanten Bauteilen und Komponenten für den Innenausbau von Kabinen und Bremssystemen. Der Gesamtmarkt für Carbonfasern im Flugzeugbau wächst gemäß Lucintel um 4,2% pro Jahr (2020 - 2025), wobei der Zuwachs bei Composites im Innenraum von Flugzeugen mit +4,7% jährlich (2018 - 2023) leicht überproportional ist. Langfristig besteht dank unserer Entwicklungsvereinbarung mit der belgischen Solvay großes Wachstumspotential für Carbonfasern für strukturelle Bauteile in der zivilen Luftfahrt, was das Marktsegment Luftfahrt bei CFM zu starkem Wachstum verhelfen sollte.

Marktsegment Energie

Brennstoffzellen: Durchbruch einer attraktiven Technologie

Neben batterieelektrischen Fahrzeugen werden im künftigen Antriebsmix bei Automobilen voraussichtlich vor allem Brennstoffzellen eine wichtige Rolle spielen. In Asien und Europa wurden dazu umfangreiche Entwicklungsinitiativen gestartet. Die Spezialisten von Global Market Insights erwarten, dass schon 2023 weltweit mehr als 1,2 Mio. Fuel Cell Vehicles (FCV) verkauft werden. Ferner verdoppelt sich der globale Umsatz im gesamten Brennstoffzellenmarkt (d. h. inkl. stationären Anlagen) bis 2025 auf über 7 Mrd. USD (Basis 2018). Wir besitzen bei Komponenten für Brennstoffzellen eine langjährig hohe Kompetenz und sind in diesem Markt mit unseren Gasdiffusionsschichten im Marktsegment Batterie & sonst. Energie bei GMS im Berichtssegment GMS gut aufgestellt.

Lithium-Ionen-Batterien: Wachstumstreiber sind E-Mobilität und zunehmend auch stationäre Energiespeicher

Der weltweite Umsatz mit Lithium-Ionen-Batterien (Li-Ion) wächst dynamisch. Marktforscher prognostizieren bis 2024/25 Zuwächse zwischen 11% und 16 % pro Jahr. Im Zuge der Verkehrswende wird die E-Mobilität massiv ausgebaut. Im Jahr 2030 könnte der Absatz von Electric Vehicles (EV) inklusive der Hybride fast 27 Mio. EV erreichen (2019: knapp 2,2 Mio. EV). Der Umsatz mit elektrischen Zweirädern (u. a. Fahrräder, E-Scooter) legt parallel dazu um 6,4% pro Jahr zu. Der Umsatz mit Li-Ionen-Autobatterien wächst bis 2030 sogar um 17,1% pro Jahr. Daneben entsteht im Zuge des Auf- und Ausbaus der regenerativen Stromerzeugung im Bereich der stationären Energiespeicher ein weiterer Volumenmarkt. Hierfür werden auch Li-Ionen-Batterien benötigt. Dieses Segment wächst Marktexperten zufolge bis 2030 pro Jahr um mehr als 25% (Global Market Insights). Mit Blick auf die Technologieentwicklung ist davon auszugehen, dass das Anodenmaterial auf Basis synthetischen Graphits auch mittelfristig noch das dominierende Material sein wird. Nach einem kurzfristigen Rückgang (siehe Prognose 2020 für GMS) erwarten wir mit der Weiterentwicklung unserer Produktpalette im Marktsegment Batterie & sonst. Energie mittelfristig am Marktwachstum wieder teilnehmen zu können.

Windindustrie: Kräftiges Marktwachstum - Bedarf an Carbonfasern nimmt mit Größe der Rotorblätter zu

Die Windindustrie wächst weltweit sehr dynamisch. In den etablierten Märkten werden neben dem Zubau an Land vermehrt Altanlagen, die ihre technische und wirtschaftliche Lebensdauer erreicht haben, durch effizientere Neuanlagen ersetzt (Repowering). Zudem etabliert sich die Windenergie nun auch in Lateinamerika, Südostasien und dem Nahen Osten. Zusätzlich zum bisher dominierenden Onshore-Segment (Windparks an Land) wird weltweit substanziell in Offshore-Projekte auf dem Meer investiert. Nach der Prognose von GWEC (Global Wind Energy Council) kommen von 2019 bis 2023 in Summe saldiert 330 GW zusätzlich auf den Markt, sodass die weltweit installierte Kapazität auf mehr als 900 GW anwächst. Das ist ein Wachstum der installierten Kapazitäten von 4% jährlich. Moderne Onshore- und Offshore-Anlagen verfügen über immer größere Rotordurchmesser. Da hier vermehrt auch Carbonfasern eingesetzt werden, wachsen auch unsere Carbonfaserlieferungen deutlich. Damit sind die langfristigen Perspektiven für unser Geschäft mit Carbonfasern im Marktsegment Windenergie bei CFM positiv.

Solar/Polysilizium: Photovoltaik (PV)-Boom hält an - hohe Investitionen in die vorgelagerte Produktion von Polysilizium erforderlich

Für die weltweit forcierten Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel und für eine nachhaltige Energieerzeugung gilt die Solarenergie als eine technisch etablierte, effiziente Schlüsseltechnologie, die gegenüber anderen Energieträgern zunehmend wettbewerbsfähig ist. Das treibt die Nachfrage mittelfristig kräftig an, unabhängig von der Subventionspolitik einzelner Länder. Für 2020 rechnen die Branchenexperten von IHS Markit damit, dass die PV-Neuinstallationen weltweit um 14% auf 142 GW steigen werden. Das Marktvolumen hat sich innerhalb eines Jahrzehnts versiebenfacht. Für die 2020er Jahre wird mit einer Fortsetzung des sehr dynamischen Wachstums gerechnet, weil in Südostasien, Lateinamerika und dem Nahen Osten gänzlich neue PV-Märkte entstehen. Die Photovoltaik verarbeitet rund 80 % des weltweit hergestellten Vorprodukts Polysiliziums und ist damit der Haupttreiber für diese Industrie. Die Polysiliziumproduktion steigt von 2018 bis 2024 laut bisherigen Prognosen um durchschnittlich 13% pro Jahr. Mit Grafitprodukten für die Produktion von Polysilizium, Siliziumkristallen und Wafern nehmen wir im Marktsegment Solar bei GMS nur selektiv und opportunistisch am Marktwachstum teil und fokussieren uns vorrangig auf die für uns attraktiveren Marktsegmente Halbleiter und LED.

Marktsegment Chemie

Die Chemiekonjunktur bleibt 2020 verhalten - Wartung voraussichtlich stärker im Fokus als Neuinvestitionen

Für 2020 rechnet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) damit, dass die globale Chemie- und Pharmaproduktion mit einem Anstieg von 3,0 % erneut nur verhalten zulegt. Motor bleibt China (+4,5 %), wenngleich das Expansionstempo dort abflacht. Für Indien (+2,5%), Russland (+2,5%), Südkorea (+2,0%) und die USA (+1,5%) zeichnet sich geringes Wachstum ab. Zudem wird für die Industriechemie in der EU lediglich eine Stagnation erwartet, wobei leichte Einbußen in den zyklischen Produktgruppen durch geringfügig höhere Produktionsmengen in der Konsum- und in der Fein-/Spezialchemie kompensiert werden. Mit Pharma dürfte die EU-Chemie laut VCI um 1,5% wachsen. Für Deutschland wird ein schwaches Plus von 0,5% erwartet (ohne Pharma: -0,5%). Unser Geschäft im Marktsegment Chemie bei GMS dürfte sich in 2020 analog der Erwartungen für die EU Industriechemie entwickeln.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns durch die Unternehmensleitung

Die Ausführungen im Prognosebericht basieren auf den zwei operativen Berichtssegmenten Composites - Fibers & Materials (CFM) sowie Graphite Materials & Systems (GMS). Darüber hinaus gibt es noch das dritte Berichtssegment Corporate, in dem die Zentralfunktionen erfasst sind (Erläuterungen zur Organisations- und Berichtsstruktur finden sich im Lagebericht im Abschnitt Grundlagen des Konzerns).

Für die Konzernprognose sowie die Prognose der wesentlichen Segmente gehen wir von den oben beschriebenen Erwartungen zur allgemeinen Konjunkturentwicklung sowie der Branchenkonjunktur aus. Dabei sind mögliche Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19) auf die Geschäftstätigkeit der SGL Carbon derzeit in Ausmaß und Dauer noch nicht einzuschätzen. Sollte es zur weiteren Eskalation der geopolitischen Krisen und/oder der Staatsschuldenkrisen kommen, sind negative Auswirkungen auf die geplante Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage nicht auszuschließen. In Teilen des Berichtssegments GMS und insbesondere bei CFM hängt die antizipierte Entwicklung auch von Großprojekten unserer Kunden ab. Eine vom Plan abweichende Entwicklung könnte positive oder negative Auswirkungen haben.

Darüber hinaus liegen unserer Planung bestimmte Wechselkursrelationen zugrunde. Anders als in den Jahren zuvor, haben wir zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts keine materiellen Nettofremdwährungspositionen. Verwerfungen in den Preisen wesentlicher Rohstoffe können die Ergebnisprognose ebenfalls beeinflussen. Weitere Erläuterung hierzu befinden sich im Risiko- und Chancenbericht.

Einen Überblick über die relevanten finanziellen Konzernziele und die jeweilige Prognose für 2020 beinhaltet die folgende Übersicht:

Finanzielle Konzernziele

Mio. € Ist 2019 Prognose 2020 1)
Umsatzerlöse 1.086,7 Leichter Rückgang
EBIT vor Sondereinflüssen 48,4 Rückgang um 10-15%
Kapitalrendite (ROCE EBIT) 2) 3,9% Leichter Rückgang
Konzernergebnis - fortgeführte Aktivitäten -89,9 Deutliche Verbesserung auf
niedrig zweistellig negativ

1) "Leicht" bezieht sich auf eine prozentuale Veränderung von bis zu 10 %; "Deutlich" auf eine prozentuale Veränderung von mehr als 10 %
2) Vor Sondereinflüssen

Konzernentwicklung

Das Geschäftsjahr 2020 wird geprägt sein von der eher verhalten erwarteten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und anhaltenden geopolitischen Risiken. Im Geschäft mit Li-Ionen-Batterien erwarten wir in 2020 eine temporäre Delle im Wachstumspfad aufgrund von Veränderungen in der Zulieferkette, der mittelfristig durch Produktweiterentwicklungen und neue Kunden und dem erwarteten starken Wachstum im Geschäft mit Brennstoffzellenkomponenten wieder aufgenommen werden wird. Wir bestätigen dennoch die bereits im Oktober 2019 getroffenen ersten Aussagen zum laufenden Geschäftsjahr. Demnach erwarten wir weiterhin einen leichten Rückgang im Konzernumsatz sowie ein Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen, das 10-15% unter dem Niveau aus 2019 liegen sollte. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Vorjahr begünstigt war durch niedrigere Aufwendungen für Management-Incentive-Pläne aufgrund der rückläufigen Entwicklung im Geschäftsbereich CFM und somit auch im Konzern.

Nach einem Konzern-Jahresfehlbetrag von rund 90 Mio. € im Geschäftsjahr 2019 - der primär auf Wertminderungen bei CFM und bei aktivierten latenten Steuern zurückzuführen ist - dürfte sich das Konzernergebnis im Jahr 2020 deutlich verbessern und nur noch niedrig zweistellig negativ werden.

Entwicklung der Berichtssegmente

KPI Ist 2019 Prognose 2020 1)
CFM Umsatzerlöse 431,6 In etwa stabil auf Vorjahresniveau
  EBIT 2) -8,3 Turnaround und leicht positives EBIT
GMS Umsatzerlöse 622,5 Leichter Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich
  EBIT 2) 85,5 Rückgang um ca. 20%
Corporate EBIT 2) -28,8 Deutliche Verschlechterung

1) "Leicht" bezieht sich auf eine prozentuale Veränderung von bis zu 10 %; "Deutlich" auf eine prozentuale Veränderung von mehr als 10 %
2) Vor Sondereinflüssen

Die Umsatzentwicklung im Berichtssegment Composites - Fibers & Materials (CFM) wird geprägt sein von den Ergebnisverbesserungsmaßnahmen im Marktsegment Textile Fasern, wo wir einen um etwa ein Viertel rückläufigen Umsatz erwarten, da wir eine Linie auf Precursor für die Carbonfaserproduktion umrüsten und aus Kostengründen zwei Linien temporär stillgelegt haben. Dagegen sollte das Luftfahrtsegment auch wegen der Verschiebung einer Auftragsabrechnung von 2019 nach 2020 seinen Umsatz deutlich steigern können. Nach dem starken Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr dürften sich die Umsätze mit der Windenergieindustrie sowohl preis- als auch mengenbedingt erneut erhöhen. Die Industriellen Anwendungen sollten ebenfalls ein Wachstum aufzeigen. Die Umsätze mit der Autoindustrie erwarten wir in etwa auf Vorjahresniveau, da die neu gewonnenen Projekte sich erst sukzessiv auswirken werden. Insgesamt erwarten wir damit für das Berichtssegment CFM einen stabilen Umsatz in etwa auf Vorjahresjahresniveau. Vor allem dank der im letzten Jahr eingeleiteten um fangreichen Ergebnisverbesserungsmaßnahmen (siehe Segmentberichterstattung CFM) aber auch aufgrund von selektiven Preiserhöhungen wird in diesem Geschäftsbereich ein Turnaround und somit ein leicht positives EBIT vor Sondereinflüssen erwartet.

Das Berichtssegment Graphite Materials & Systems (GMS) hat im Geschäftsjahr 2019 Rekordwerte in Umsatz und EBIT erzielt. Diese sehr gute Entwicklung wird sich aus heutiger Sicht 2020 nicht fortsetzen, da Veränderungen in der Lieferkette in unserem Li-Ion-Batteriegeschäft einen temporären Rückgang im Marktsegment Batterie & sonst. Energie verursachen. Dieser Rückgang ist allerdings nur von kurzfristiger Natur, da das sehr starke Wachstum in unserem Geschäft mit Brennstoffzellenkomponenten, das heute noch eine untergeordnete Bedeutung hat, das Segment wieder zu Wachstum verhelfen wird. Ferner entwickeln wir unser Anodenmaterial technologisch weiter, um neue Kunden und Märkte zu erschließen. Vor allem vor diesem Hintergrund erwarten wir einen leichten Rückgang im Umsatz des Berichtssegments GMS im hohen einstelligen Prozentbereich. Bereinigt um die Entwicklung bei Batterie & sonst. Energie sollte GMS trotz gedämpfter globaler Konjunkturaussichten seinen Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten können. Der geplante Rückgang im Marktsegment Industrielle Anwendungen dürfte dank weiterem Wachstum bei Halbleiter weitgehend kompensiert werden. Dieselbe Entwicklung wie beim Umsatz trifft auch auf das Ergebnis im Geschäftsbereich GMS zu. Ausschließlich wegen der oben beschriebenen Entwicklung im Marktsegment Batterie & sonst. Energie erwarten wir einen deutlichen Rückgang im EBIT vor Sondereinflüssen um ca. 20 %. Bereinigt um diese Entwicklung würde sich das EBIT vor Sondereinflüssen verbessern. Insgesamt wird GMS eine EBIT-Marge (vor Sondereinflüssen) von deutlich über 10 % erreichen und damit erneut untermauern, dass sein Geschäftsmodell auch in einem abschwächenden weltwirtschaftlichen Umfeld stabil ist.

Die erwartete deutliche Verschlechterung im EBIT vor Sondereinflüssen im Berichtssegment Corporate ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass das Vorjahr begünstigt war von niedrigeren Aufwendungen für Management-Incentive-Pläne.

Investitionen in etwa auf Höhe der Abschreibungen

Nach rund 95 Mio. € im Vorjahr begrenzen wir die Investitionsausgaben im laufenden Jahr auf 70-80 Mio. € und damit in etwa auf dem Niveau der Abschreibungen. Hintergrund hierfür ist zum einen die Verschiebung der Investitionen in das kapitalintensive Geschäft mit Anodenmaterialen für Li-Ionen-Batterien zu Gunsten dem nicht kapitalintensiven Ausbau unserer Aktivitäten für Brennstoffzellen. Darüber hinaus wollen wir ein konservatives Free-Cashflow-Management betreiben angesichts des antizipierten Rückgangs im Konzern-EBIT. Im Geschäftsbereich GMS liegt der Investitionsschwerpunkt auf den Marktsegmenten Batterie & sonst. Energie (Brennstoffzellenkomponenten) sowie Halbleiter und LED. Fokus der Investitionen im Berichtssegment CFM liegt zum einen auf dem Marktsegment Automobil (v.a. zur Ausführung der neuen Aufträge für Batteriekästen und Blattfedern). Darüber hinaus investieren wir weiter in die Umstellung von textilen Acrylfaserlinien auf PAN-Precursor zur Versorgung unserer Carbonfaser-Produktion.

Erwartete Finanz- und Vermögenslage

Die strategischen Geschäftspläne der operativen Geschäftseinheiten bestimmen den Finanzierungsbedarf des Konzerns. Dieser wird jährlich anhand der neuen Planungen überprüft. Die soliden Bilanzrelationen, der zur Verfügung stehende Finanzierungsrahmen sowie der operative Cashflow gewährleisten die Abdeckung des für 2020 erwarteten Liquiditätsbedarfs.

Die Erhöhung der Nettofinanzschulden zum Jahresende 2020 um einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag im Vergleich zum Jahresende 2019 ist weitgehend zurückzuführen auf die Zahlung des Kaufpreises für SGL Composites US (Carbonfaserwerk des ehemaligen Gemeinschaftsunternehmens mit BMW in Moses Lake, Washington, USA) in Höhe von 62 Mio. USD.

Dividendenentwicklung

Aufgrund des Bilanzverlustes der SGL Carbon SE Muttergesellschaft im Geschäftsjahr 2019 ist eine Dividendenfähigkeit nicht gegeben. Mit weiterem Wachstum wird unser Unternehmen nachhaltig profitabler arbeiten. Erst dann wird die Zahlung einer ertragsabhängigen Dividende möglich sein. Dabei werden wir abwägen, ob - wie derzeit - das starke Wachstum in manchen Marktsegmenten vorrangig mit Investitionen begleitet werden sollte.

Vergütungsbericht

Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2019

Im Zuge der Überprüfung der Vorstandsvergütung durch den Aufsichtsrat wurde die Struktur des Vergütungssystems der Vorstandsmitglieder zum 1. Januar 2014 neu gefasst. Die Individualverträge der Vorstände sind grundsätzlich gleich. Bei der Neugestaltung wurden im Rahmen der Erfüllung der regulatorischen Anforderungen insbesondere folgende Zielsetzungen berücksichtigt:

Harmonisierung des Vergütungssystems der Vorstände
Verringerung von Komplexität
Fokussierung auf nachhaltige Wirksamkeit der Vergütungssysteme

Die Hauptversammlung der SGL Carbon SE hat dieses Vergütungssystem in der Hauptversammlung in der Vergangenheit mit einer Mehrheit von 99,64% der abgegebenen Stimmen gebilligt.

Die Satzung der SGL Carbon sieht vor, dass dem Vorstand grundsätzlich zwei Mitglieder angehören sollen. Nach dem Ausscheiden von Herrn Dr. Köhler am 31. August 2019 ist Herr Dr. Bühler am 15. Oktober 2019 vorübergehend in den Vorstand der SGL Carbon SE gewechselt. Er wird die Ressortverantwortung Recht und Compliance für eine befristete Dauer bis zum Antritt eines neuen Vorstandsvorsitzenden ausüben. Nach der Beendigung der Vorstandstätigkeit wird Herr Dr. Bühler seine bisherige Funktion als General Counsel und Chief Compliance Officer der SGL Carbon auf der Grundlage seines bisherigen Anstellungsvertrages wieder aufnehmen. Herr Dr. Majerus leitet das Unternehmen als Sprecher des Vorstands.

Struktur der Vorstandsvergütung

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder enthält sowohl erfolgsunabhängige Gehalts- und Sachleistungen sowie Versorgungszusagen als auch erfolgsabhängige (variable) Komponenten.

Zu den erfolgsunabhängigen Komponenten zählen ein festes Jahresgehalt (Grundvergütung) sowie Nebenleistungen und ein jährlicher Beitrag zur Altersversorgung. Die Grundvergütung wird in zwölf gleichen Teilbeträgen am Ende eines Monats gezahlt. In den Nebenleistungen sind im Wesentlichen die Nutzung eines Dienstwagens inklusive Nutzung eines gemeinsamen Fahrers enthalten. Zusätzlich wird eine D&O-Versicherung mit einem Selbstbehalt gemäß Aktiengesetz (AktG) und Deutschem Corporate Governance Kodex (DCGK) gewährt.

Die erfolgsabhängigen Komponenten bestehen aus einer einjährigen variablen Vergütung (SGL Carbon Bonus Plan) und einer mehrjährigen variablen Vergütung (SGL Carbon Long-term Incentive Plan, LTI).

SGL Carbon Bonus Plan

Die einjährige variable Vergütung der Vorstandsmitglieder bemisst sich anhand eines für jeden Vorstand individuell festgelegten Zielbonus (Dr. Majerus 400.000€, Dr. Bühler 350.000€ und Dr. Köhler 450.000 pro Jahr). Die Auszahlungshöhe ist abhängig von der Erreichung finanzieller und individueller Erfolgsziele innerhalb eines Geschäftsjahres.

Für die Bestimmung der einjährigen variablen Vergütung legt der Aufsichtsrat grundsätzlich zwei finanzielle Erfolgsziele fest, die sich jährlich ändern können. Diese werden jeweils gleich also mit 50% - gewichtet. Die Zielerreichung kann je Erfolgsziel zwischen 0 % und 200 % betragen, wobei Ober- und Untergrenze durch den Aufsichtsrat festgelegt werden.

Zur Bestimmung der einjährigen variablen Vergütung wird der Wert, der sich aus den finanziellen Erfolgszielen ergibt, mit einem diskretionären Leistungsfaktor, der zwischen 0,7 und 1,3 liegt, multipliziert (siehe Grafik).

Für die Bestimmung des diskretionären Leistungsfaktors durch den Aufsichtsrat wird u.a. die individuelle Zielerreichung verschiedener persönlicher Ziele, die zu Jahresbeginn für jedes Vorstandsmitglied festgelegt werden, berücksichtigt.

Die Auszahlungshöhe ist auf 200% des Zielbonus beschränkt (Cap).

SGL Carbon Long-term Incentive Plan

Die Mitglieder des Vorstands haben Anspruch auf eine mehrjährige variable Vergütung in Form des Long-term Incentive Plans (LTI). Der LTI soll die nachhaltige, langfristige Unternehmensentwicklung honorieren. Diese wird durch die mehrjährige Entwicklung von Return an Capital Employed - ROCE EBIT (Leistungsziel) und Aktienkurs abgebildet. Jedes Jahr wird eine Tranche des Plans gewährt. Der Aufsichtsrat legt für die Laufzeit von bis zu vier Jahren den Ziel-ROCE EBIT - einschließlich einer für die Vergütung relevanten Unter- und Obergrenze - fest.

Mit der Gewährung ist für jedes Vorstandsmitglied ein Zuteilungswert in Euro festgelegt (Dr. Majerus 700.000 €, Dr. Bühler 545.000 € sowie für Dr. Köhler 700.000 € jeweils pro Jahr). Aus diesem wird in jedem Jahr eine vorläufige Anzahl virtueller Aktien (Performance Share Units, PSU) errechnet. Die Anzahl der vorläufigen PSUs wird zu Beginn der entsprechenden Performanceperiode durch Division des Zuteilungswerts mit dem geglätteten Aktienkurs vor Beginn der Performanceperiode ermittelt.

Nach Ablauf von jeweils drei beziehungsweise vier Jahren wird das Ausmaß der Erreichung der ROCE-Zielvorgabe ermittelt. Zu einer Auszahlung kommt es nur, wenn mindestens der untere Wert der ROCE-Zielvorgabe erreicht wurde. Die finale Anzahl der PSUs ist begrenzt und kann zwischen 0 % und 150 % der vorläufigen Anzahl an PSUs betragen. Ein möglicher Auszahlungsbetrag ergibt sich aus der finalen Anzahl der PSUs multipliziert mit dem geglätteten Aktienkurs am Ende der Performanceperiode. Der auszuzahlende Gesamtbetrag ist auf 200 % des Zuteilungswerts zum Gewährungszeitpunkt begrenzt (Cap). Die Auszahlung erfolgt in bar.

Aktienhaltevorschriften

Die Vorstandsmitglieder sind grundsätzlich verpflichtet, während ihrer Vorstandszugehörigkeit eine feste Stückzahl an Aktien der SGL Carbon SE dauerhaft zu halten. Für den Vorstandsvorsitzenden basiert die zu haltende Stückzahl auf dem festen Jahresgehalt. Für die weiteren Vorstandsmitglieder basiert die zu haltende Stückzahl auf 85% des festen Jahresgehalts. Die Stückzahl wird auf Basis eines geglätteten Aktienkurses zu Beginn der Bestellperiode ermittelt. Die zu haltende Stückzahl ist sukzessive binnen vier Jahren aufzubauen, sofern das Vorstandsmitglied die Aktienhaltevorschrift noch nicht erfüllt. Wegen der zeitlichen Befristung der Vorstandstätigkeit entfällt die Aktienhaltevorschrift für Herrn Dr. Bühler.

Der Aufsichtsrat ist berechtigt, die zu haltende Stückzahl bei Wiederbestellung des Vorstands gemäß der beschriebenen Vorgehensweise neu zu bestimmen.

Maximale Gesamtvergütung

Im Vergütungssystem ist zudem die jährliche theoretisch mögliche Bruttovergütung der Vorstandsmitglieder (einschließlich der Aufwendungen zur betrieblichen Altersversorgung) unter Einrechnung aller Vergütungskomponenten der Höhe nach begrenzt. Die Obergrenze der jährlichen Maximalvergütungen beträgt für Dr. Majerus und Dr. Bühler jeweils 3.100.000 € und betrug für Dr. Köhler 3.600.000 €.

Leistungen im Fall der Beendigung der Tätigkeit

Falls die Bestellung zum Mitglied des Vorstands - sei es einvernehmlich, durch Widerruf, durch Amtsniederlegung oder durch Beendigung infolge von gesellschaftsrechtlichen Vorgängen nach dem Umwandlungsgesetz (UmwG) - vorzeitig endet, erhalten die Vorstandsmitglieder dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) entsprechend eine Abfindung von maximal zwei Jahresvergütungen. Sofern die Restlaufzeit des Vorstandsdienstvertrags weniger als zwei Jahre beträgt, reduziert sich die Abfindung zeitanteilig. Die Höhe der anzusetzenden Jahresvergütung bestimmt sich aus der Summe aus Festgehalt und der variablen Vergütungsbestandteile unter Zugrundelegung von 100 %-Zielerreichung ohne Sachbezüge und sonstige Nebenleistungen für das letzte volle Geschäftsjahr vor dem Ende des Vorstandsdienstvertrags. Eine Zusage für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels (Change of Control) besteht nicht.

Die Vorstandsmitglieder unterliegen grundsätzlich einem nachvertraglichen Wettbewerbsverbot von einem Jahr. Zum Ausgleich zahlt die Gesellschaft für die Dauer des Wettbewerbsverbots den Vorstandsmitgliedern eine Karenzentschädigung in Höhe von 50 % der Jahresvergütung. Die Höhe der anzusetzenden Jahresvergütung bestimmt sich aus der Summe aus Festgehalt und der variablen Vergütungsbestandteile unter Zugrundelegung von 100 %-Zielerreichung ohne Sachbezüge und sonstige Nebenleistungen für das letzte volle Geschäftsjahr vor dem Ende des Vorstandsdienstvertrags. Auf die Entschädigung werden anderweitige Einkünfte des Vorstandsmitglieds angerechnet.

Herr Dr. Köhler hat sein Vorstandsmandat mit Wirkung zum 31. August 2019 niedergelegt. In diesem Zusammenhang wurde eine einvernehmliche Beendigung des Anstellungsverhältnisses zum 31. Dezember 2019 (Beendigungstermin) vereinbart und seine Bezüge bis zu diesem Stichtag weiterhin gewährt. Eine darüber hinausgehende Abfindung wurde nicht gewährt. Somit wurden im Rahmen der viermonatigen Freistellung bis zum Beendigungstermin insgesamt 508.062€ als Ausgleich gewährt, die zum Teil bereits im Geschäftsjahr 2019 zur Auszahlung gekommen sind. Lediglich die in diesem Ausgleichsbetrag bis zum Beendigungstermin zeitanteilig gewährten variablen Bezüge (STI und LTI Zuwendung) werden für die ausstehenden Tranchen zu den zukünftigen Fälligkeiten ausgezahlt. Für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wurden die notwendigen Pensionsrückstellungen für Herrn Dr. Köhler bereits zum 31. Dezember 2019 vollständig dotiert. Der zeitanteilige Versorgungsaufwand nach Niederlegung seiner Tätigkeit beträgt 86.848 €.

Wegen der begrenzten Dauer der Vorstandstätigkeit und der anschließenden Rückkehr in seine bisherige Funktion als General Counsel und Chief Compliance Officer wird für Herrn Dr. Bühler eine Abfindung oder Ausgleichsleistung aus Anlass einer vorzeitigen Beendigung nicht geschuldet.

Vergütung des Vorstands nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex

Entsprechend dem Deutschen Corporate Governance Kodex wird seit dem Geschäftsjahr 2014 die Vergütung jedes Vorstandsmitglieds im Vergütungsbericht in erweiterter Form dargestellt. Um den Vorgaben des DCGK zu entsprechen, umfasst die Darstellung der Vorstandsvergütung der SGL Carbon SE in diesem Geschäftsjahr:

alle gewährten Zuwendungen einschließlich Nebenleistungen, inklusive erreichbarer Maximal- und Minimalvergütung
den Zufluss für das Geschäftsjahr aus Fixvergütung und variabler Vergütung mit Differenzierung nach den jeweiligen Bezugsjahren
den Versorgungsaufwand aus der Altersversorgung.

Die Vergütungsdaten sind in der Zuwendungstabelle und der Zuflusstabelle nach DCGK erfasst.

Gesamtvergütung des Vorstands 2019 (Zuwendungsbetrachtung)

Die Gesamtvergütung des Vorstands in der Zuwendungsbetrachtung für das Geschäftsjahr 2019 betrug 3.025.506 € (Vorjahr: 4.481.835 €). Von dieser Gesamtvergütung entfielen 1.032.736 € (Vorjahr: 1.150.000 €) auf die Festvergütung, 32.338 € auf Sachbezüge (Vorjahr: 36.502 €), 318.089 € auf die einjährige variable Vergütung (Vorjahr : 1.544.875 €), 1.283.170 € auf die mehrjährige variable Vergütung (Vorjahr: 1.400.000 €) und 359.173 € (Vorjahr: 350.458 €) auf den Versorgungsaufwand. Zum Aufstellungszeitpunkt lag noch kein finaler Beschluss des Aufsichtsrates über die Auszahlungsbeträge für die Jahresperformance 2019 vor. Der Ausweis der Vergütung für die Jahresperformance erfolgt auf Basis von vorläufigen Zahlen und einer Annahme zu Performance-Faktoren und stellt den erwarteten Auszahlungsbetrag im jeweils folgenden Geschäftsjahr dar. Als mehrjährige variable Vergütung wurden den Vorstandsmitgliedern PSUs aus dem LTI gewährt.

Die im Geschäftsjahr 2019 gewährten Tranchen des LTI wurden für die Vorstände auf Basis einer vierjährigen Performanceperiode gewährt. Für die im Berichtsjahr 2019 aktiven Mitglieder des Vorstands wurden nachfolgende Vergütungen gewährt (individualisierte Darstellung):

Gewährte Zuwendung (€) Dr. Michael Majerus
Sprecher des Vorstands
  2018 2019 Min. Max.
Festvergütung 500.000 500.000 500.000 500.000
Nebenleistungen 17.707 17.792 17.792 17.792
Summe 517.707 517.792 517.792 517.792
Einjährige variable Vergütung 1) 727.000 177.588 0 800.000
Mehrjährige variable Vergütung 2) 700.000 700.000 0 1.400.000
LTI 2019-2022 - 700.000 0 1.400.000
LTI 2018-2021 700.000 - - -
Summe 1.944.707 1.395.380 517.792 2.717.792
Versorgungsaufwand 144.777 155.549 155.549 155.549
Gesamtvergütung (DCGK) 3) 2.089.484 1.550.929 673.341 3.100.000
Gewährte Zuwendung (€) Dr. Stephan Bühler
Vorstand für Recht und Compliance
(ab 15. Oktober 2019)
  2019 Min. Max.
Festvergütung 99.402 99.402 99.402
Nebenleistungen 2.016 2.016 2.016
Summe 101.418 101.418 101.418
Einjährige variable Vergütung 1) 36.908 0 73.816
Mehrjährige variable Vergütung 2) 116.504 0 233.008
LTI 2019-2022 116.504 0 233.008
LTI 2018-2021 - - -
Summe 254.830 101.418 408.242
Versorgungsaufwand 29.928 29.928 29.928
Gesamtvergütung (DCGK) 3) 284.758 131.346 3.100.000
Gewährte Zuwendung (€) Dr. Jürgen Köhler
Vorstandsvorsitzender
(bis 31. August 2019)
2018 2019 Min. Max.
Festvergütung 650.000 433.333 433.333 650.000
Nebenleistungen 18.795 12.530 12.530 12.530
Summe 668.795 445.863 445.863 662.530
Einjährige variable Vergütung 1) 817.875 103.593 0 900.000
Mehrjährige variable Vergütung 2) 700.000 466.667 0 1.400.000
LTI 2019-2022 - 466.667 0 1.400.000
LTI 2018-2021 700.000 - - -
Summe 2.186.670 1.016.123 445.863 2.962.530
Versorgungsaufwand 205.681 173.696 173.696 173.696
Gesamtvergütung (DCGK) 3) 2.392.351 1.189.819 619.559 3.600.000

1) Der Auszahlungsbetrag für die einjährige variable Vergütung im Geschäftsjahr 2019 wird erst auf der Aufsichtsratssitzung am 10. März 2020 festgelegt. Die Beträge der einjährigen variablen Vergütung für 2019 stellen die erwarteten Auszahlungsbeträge im jeweils folgenden Geschäftsjahr dar und basieren auf einem diskretionären Leistungsfaktor von 0,9 für Herrn Dr. Majerus, von 1,0 für Herrn Dr. Bühler und von 0,7 für Herrn Dr. Köhler
2) Die Werte der für das Geschäftsjahr 2019 und 2018 ausgewiesenen mehrjährigen variablen Vergütung entsprechen den anteiligen Zuteilungswerten von 100 % zu Beginn des Geschäftsjahres
3) Die maximale Gesamtvergütung in der Spalte "Max" entspricht nicht der Summe der einzelnen Komponenten sondern der Maximalvergütung gemäß Vorstandsvertrag

Gesamtvergütung des Vorstands 2019 (Zuflussbetrachtung)

Der Zufluss an den Vorstand im Geschäftsjahr 2019 betrug 3.057.848 € (Vorjahr: 3.116.960 €). Von diesem Gesamtzufluss entfielen 1.032.736 € (Vorjahr: 1.150.000 €) auf die Festvergütung, 32.338 € auf Sachbezüge (Vorjahr: 36.502 €), 1.544.875 € auf die einjährige variable Vergütung (Vorjahr: 1.580.000 €), 88.727 € auf die mehrjährige variable Vergütung (Vorjahr: 0 €) und 359.173 € (Vorjahr: 350.458 €) auf den Versorgungsaufwand.

Die nachfolgende Tabelle der im laufenden Geschäftsjahr aktiven Vorstandsmitglieder weist den effektiven Zufluss im jeweiligen Kalenderjahr, differenziert nach Festvergütung, Nebenleistungen, einjähriger variabler Vergütung, mehrjähriger Vergütung und den Versorgungsaufwand aus:

Zuflussbetrachtung (€) Dr. Michael Majerus
Sprecher des Vorstands
Dr. Stephan Bühler
Vorstand für Recht und Compliance
(ab 15. Oktober 2019)
Dr. Jürgen Köhler
Vorstandsvorsitzender
(bis 31. August 2019)
2019 2018 2019 2019 2018
Festvergütung 500.000 500.000 99.402 433.333 650.000
Nebenleistungen 17.792 17.707 2.016 12.530 18.795
Summe 517.792 517.707 101.418 445.863 668.795
Einjährige variable Vergütung 1) 727.000 725.000 0 817.875 855.000
Mehrjährige variable Vergütung 5.690 0 0 83.037 0
Summe 1.250.482 1.242.707 101.418 1.346.775 1.523.795
Versorgungsaufwand 155.549 144.777 29.928 173.696 205.681
Gesamtvergütung 1.406.031 1.387.484 131.346 1.520.471 1.729.476

1) Der Auszahlungsbetrag 2019 entspricht dem gezahlten Betrag im März 2019 für das Geschäftsjahr 2018; der Wert für 2018 entspricht der Zahlung im März 2018 für das Geschäftsjahr 2017

Zusatzangaben zu aktienbasierten Vergütungsinstrumenten im Geschäftsjahr 2019

Die nachfolgende Tabelle spiegelt die in Abwicklungen befindlichen SAR-(Stock Appreciation Rights) Pläne wider, die durch den LTI abgelöst wurden:

SAR Stand 31. Dez.18 Verfall 19 Stand 31. Dez. 19
Anzahl Basiskurs gewichtet Anzahl Basiskurs gewichtet
Dr. Köhler 46.000 30,77 0 46.000 30,77
Dr. Bühler 15.000 27,84 0 15.000 27,84

Der Bestand an SARs zum 31. Dezember 2019 war nicht ausübbar.

In den vergangenen Jahren wurden aus dem LTI folgende Performance Share Units (PSU) gewährt. Auf Basis der Ergebnisse der SGL Carbon und der ROCE-Performance wird für die LTI-Pläne, die von 2016 bis 2019 gewährt wurden, mit einer Zielerreichung am Ende der drei- beziehungsweise vierjährigen Performanceperiode gerechnet.

Die zum Jahresende 2019 ausstehenden LTI-Pläne sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

LTI Tranche Zuteilungswert
Kurs
1)
PSU Anzahl Performance
0%-150% 2)
Beizulegender
Zeitwert
3)
Dr. Majerus LTI 2016-2019 545.000 12,26 48.905 65,4% 147.811
  LTI 2017-2020 545.000 8,49 64.194 25,2% 74.737
  LTI 2018-2021 700.000 11,34 61.728 0,0% 0
  LTI 2019-2022 700.000 7,17 97.629 0,0% 0
Dr. Bühler LTI 2019-2022 116.504 4,62 25.217 100% 116.504
Dr. Köhler LTI 2016-2019 525.000 12,26 47.111 65,4% 142.388
  LTI 2017-2020 700.000 8,49 82.450 25,2% 95.992
  LTI 2018-2021 700.000 11,34 61.728 0,0% 0
  LTI 2019-2022 700.000 7,17 97.629 0,0% 0
Summe   5.231.504   586.592 21,3% 577.432

1) Zeitwert bei Ausgabe ohne Verwässerung
2) Erwartete Zielerreichung
3) PSU-Anzahl gewichtet mit der Performance und dem Durchschnittskurs von 4,62€ der letzten 20 Tage im Geschäftsjahr 2019

Vergütung nach DRS 17

Die Gesamtvergütung i.S.d. DRS 17 für Dr. Majerus beträgt im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 1.395.380 € (Vorjahr: 1.944.707 €) und setzt sich zusammen aus der erfolgsunabhängigen Vergütung in Höhe von 517.792 € (Vorjahr: 517.707 €), der einjährigen variablen Vergütung in Höhe von 177.588 € (Vorjahr: 727.000 €) und der im Jahr 2019 gewährten mehrjährigen variablen Vergütung von 700.000 € (Vorjahr: 700.000 €). Die Gesamtvergütung i.S.d. DRS 17 für Dr. Bühler beträgt im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 254.830 € (Vorjahr: 0 €) und setzt sich zusammen aus der erfolgsunabhängigen Vergütung in Höhe von 101.418 € (Vorjahr: 0 €), der einjährigen variablen Vergütung in Höhe von 36.908 € (Vorjahr: 0 €) und der im Jahr 2019 gewährten mehrjährigen variablen Vergütung von 116.504 € (Vorjahr: 0 €). Die Gesamtvergütung i.S.d. DRS 17 für Dr. Köhler beträgt im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 1.016.123 € (Vorjahr: 2.186.670 €) und setzt sich zusammen aus der erfolgsunabhängigen Vergütung in Höhe von 445.863 € (Vorjahr: 668.795 €), der einjährigen variablen Vergütung in Höhe von 103.593 € (Vorjahr: 817.875 €) und der im Jahr 2019 gewährten mehrjährigen variablen Vergütung von 466.667 € (Vorjahr: 700.000 €).

Die für das Geschäftsjahr 2019 zufließende Vergütung für Dr. Majerus beträgt 998.740 € (Vorjahr: 1.395.174 €) und setzt sich zusammen aus der erfolgsunabhängigen Vergütung in Höhe von 517.792 € (Vorjahr: 517.707 €), der einjährigen variablen Vergütung von 177.588 € (Vorjahr: 727.000 €) und der mehrjährigen variablen Vergütung von 147.811 € (Vorjahr: 5.690 €) sowie den Versorgungsaufwand von 155.549 € (Vorjahr: 144.777 €). Die für das Geschäftsjahr 2019 zufließende Vergütung für Dr. Bühler beträgt 168.254 € (Vorjahr: 0 €) und setzt sich zusammen aus der erfolgsunabhängigen Vergütung in Höhe von 101.418 € (Vorjahr: 0 €), der einjährigen variablen Vergütung von 36.908 € (Vorjahr: 0 €) und der mehrjährigen variablen Vergütung von 0 € (Vorjahr: 0 €) sowie den Versorgungsaufwand von 29.928 € (Vorjahr: 0 €).

Die für das Geschäftsjahr 2019 zufließende Vergütung für Dr. Köhler beträgt 865.540 € (Vorjahr: 1.775.383 €) und setzt sich zusammen aus der erfolgsunabhängigen Vergütung in Höhe von 445.863 € (Vorjahr: 668.795 €), der einjährigen variablen Vergütung von 103.593 € (Vorjahr: 817.875 €) und der mehrjährigen variablen Vergütung von 142.388 € (Vorjahr: 83.032 €) sowie den Versorgungsaufwand von 173.696 € (Vorjahr: 205.681 €).

Betriebliche Altersversorgung

Vorstandsmitglieder erhalten eine betriebliche Altersversorgung in Form einer beitragsorientierten Direktzusage. Diese umfasst die Versorgungsfälle Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze, Invalidität und Tod. Ab Vollendung des 62. Lebensjahres besteht ein Anspruch auf eine vorgezogene Auszahlung.

Für jedes Vorstandsmitglied wird während der Dauer des Dienstverhältnisses für jedes vergangene Dienstjahr ein Versorgungsbeitrag durch die SGL Carbon SE auf ein Versorgungskonto eingezahlt. Das Versorgungskonto wird bis zum Eintritt des Versorgungsfalls verzinst. Sollten durch die Anlage des Versorgungskontos höhere Zinsen als der jeweils gültige gesetzliche Garantiezins für die Lebensversicherungswirtschaft erzielt werden, werden diese zusätzlich bei Eintritt des Versorgungsfalls dem Versorgungskonto gutgeschrieben (Überschussanteil). Im Fall von Invalidität oder Tod vor dem altersbedingten Versorgungsfall werden dem Versorgungskonto die Beiträge auf das Alter von 60 Jahren zugerechnet, wobei die Aufstockung auf maximal zehn Beiträge begrenzt ist. Die Auszahlung im Versorgungsfall erfolgt als Einmalzahlung oder auf Antrag in zehn jährlichen Raten.

Für Dr. Majerus kam erstmals ab Juli 2014 das neue Versorgungssystem zur Anwendung. Herr Dr. Bühler verbleibt in dem beitragsorientierten Leistungssystem (ZVPlus) des oberen Führungskreises. Die Anwartschaftsbarwerte der beiden aktiven Vorstände in der folgenden Tabelle sind durch eine Rückdeckungsversicherung bei Herrn Dr. Majerus in Höhe von 630.692 € bzw. bei Herrn Dr. Bühler durch Planvermögen in Höhe von 420.787€ abgesichert.

Am 31. Dez. 19 amtierende Vorstandsmitglieder Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtung Dienstzeitaufwand
T€ 2019 2018 2019
Dr. Majerus 790 649 143 145
Dr. Bühler 1) 421 - 29 -
Gesamt 1.211 649 172 145

1) Der Anwartschaftsbarwert von Herrn Dr. Bühler enthält auch die erdienten Ansprüche vor seiner Bestellung zum Vorstand am 15.10.2019

Die Gesamtbezüge der ehemaligen Vorstands- und Geschäftsführungsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen betrugen im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 2,6 Mio. € (Vorjahr: 2,3 Mio. €). Gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und ihren Hinterbliebenen bestanden am Jahresende 2019 insgesamt Pensionsverpflichtungen in Höhe von 67,2 Mio. € (Vorjahr: 60,1 Mio. €), die mit 28,9 Mio. € (Vorjahr: 26,3 Mio. €) durch Rückdeckungsversicherungen gedeckt sind.

Vergütung des Aufsichtsrats

Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält neben dem Ersatz seiner Auslagen eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung von 50.000 € pro Jahr. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Zweieinhalbfache, seine Stellvertreter das Anderthalbfache der Vergütung. Jedes Mitglied des Personal-, des Governance- und Ethikausschusses sowie des Strategie-/Technologieausschusses erhält bei Teilnahme 2.000 € pro Ausschusssitzung, jedes Mitglied des Prüfungsausschusses erhält bei Teilnahme 3.000 pro Ausschusssitzung. Der Vorsitzende des Personal-, des Governance- und Ethikausschusses sowie des Strategie-/Technologieausschusses erhält 3.000 €, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält 6.000 pro Sitzung. Die Gesellschaft gewährt ferner den Mitgliedern des Aufsichtsrats für ihre Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats ein Sitzungsgeld von 400 €.

T€ AR-Mitglied seit Alter zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Geschäftsberichtes 2019 Dienstzeit
(Bestellt bis)
Grundvergütung Zusatzvergütung Gesamtvergütung
Susanne Kletten (Vorsitzende) 1) 2009 57 2020 125,0 14,4 139,4
Georg Denoke (stellvertretender Vorsitzender) 2) 2015 55 2020 75,0 20,4 95,4
Helmut Jodl (stellvertretender Vorsitzender) 2008 58 2023 75,0 10,4 85,4
Ana Cristina Ferreira Cruz 2013 56 2023 50,0 2,4 52,4
Edwin Eichler 2010 61 2020 50,0 2,4 52,4
Ingeborg Neumann 2018 62 2023 50,0 19,4 69,4
Markus Stettberger 2013 48 2023 50,0 11,4 61,4
Dieter Züllighofen 2016 53 2023 50,0 11,4 61,4
Gesamt       525,0 92,2 617,2

1) Vorsitzende des Personal- und Nominierungsausschusses
2) Vorsitzender des Prüfungsausschusses

Angaben nach §289a und §315a HGB

Zu der nach §289a und §315a HGB geforderten Berichterstattung geben wir die folgende Übersicht:

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Die Gesellschaft hatte zum 31. Dezember 2019 ein Grundkapital in Höhe von 313.194.183,68 €, eingeteilt in 122.341.478 auf den Inhaber lautende Stückaktien, mit einem pro Aktie anteiligen Betrag in Höhe von 2,56 € am Grundkapital (siehe Anhang Textziffer 25).

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft sind während ihrer Vorstandszugehörigkeit verpflichtet, eine feste Stückzahl an Aktien der SGL Carbon SE dauerhaft zu halten; der Vorstandsvorsitzende wertmäßig in Höhe eines festen Jahresgehalts, die übrigen Vorstandsmitglieder in Höhe von 85 % eines festen Jahresgehalts. Darüber hinaus bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien. Unbenommen sind allerdings zwingende gesetzliche Vorgaben, insbesondere nach §71b AktG, die das Stimmrecht für eigene Aktien der Gesellschaft ausschließen, sowie der Stimmrechtsausschluss in Fällen von Interessenkonflikten nach §136 Abs. 1 AktG.

Direkte oder indirekte Beteiligung am Kapital

Eine direkte oder indirekte Beteiligung am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreitet, ist dem Unternehmen wie folgt mitgeteilt worden: (i) seitens der SKion GmbH, Bad Homburg, durch Stimmrechtsmitteilungen bzw. Mitteilungen von Eigengeschäften mit einer Beteiligung zum Jahresultimo 2019 von rund 28,55 %, und (ii) seitens der Bayerischen Motoren Werke Aktiengesellschaft (BMW AG), München, zuletzt durch Mitteilung im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung 2016 mit einer Beteiligung zu diesem Zeitpunkt von rund 18,26 %. Der Stimmrechtsanteil der SKion GmbH ist Frau Susanne Klatten, Deutschland, zuzurechnen, die damit indirekt zum Jahresultimo 2019 einen Stimmrechtsanteil von rund 28,55 % an der SGL Carbon SE hält.

Inhaber von Aktien mit Sonderrechten

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, sind nicht vorgesehen.

Art der Stimmrechtskontrolle im Fall von Arbeitnehmerbeteiligungen

Stimmrechtskontrollen für Arbeitnehmer, die am Grundkapital der Gesellschaft beteiligt sind, bestehen nicht.

Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen

Für die Bestellung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands gelten die gesetzlichen Bestimmungen in Artikel 39 SE-Verordnung, §16 SE-Ausführungsgesetz und §§84, 85 AktG sowie § 6 der Satzung der Gesellschaft. Danach werden die Mitglieder des Vorstands vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen. Die Mitglieder des Vorstands werden für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt, wobei Wiederbestellungen zulässig sind. Der Aufsichtsrat kann ein Vorstandsmitglied abberufen, wenn ein wichtiger Grund für die Abberufung besteht. Wichtige Gründe sind insbesondere eine grobe Verletzung der Vorstandspflichten und die Entziehung des Vertrauens durch die Hauptversammlung. Über die Bestellung und Abberufung entscheidet der Aufsichtsrat nach eigenem pflichtgemäßen Ermessen.

Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung. Solche Beschlüsse bedürfen gemäß §17 Abs. 4 der Satzung der einfachen Mehrheit der bei der Beschlussfassung abgegebenen Stimmen, sofern mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist; dies gilt nicht, sofern eine höhere Mehrheit, einschließlich einer höheren Kapitalmehrheit, gesetzlich zwingend vorgeschrieben ist.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien

Der Vorstand ist befugt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats neue Aktien aus genehmigtem bzw. bedingtem Kapital auszugeben (siehe §3 der Satzung und auch Anhang Textziffer 25).

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Zum 31. Dezember 2019 hatte die Gesellschaft eine Wandelanleihe, fällig 2023, emittiert. Die Wandelanleihe sieht vor, dass bei einem Kontrollwechsel die Anleihegläubiger das Recht haben, die Rückzahlung noch ausstehender Schuldverschreibungen zum Nennbetrag (zuzüglich bis dahin noch aufgelaufener Zinsen) zu einem Stichtag zu erklären, der von der Gesellschaft festzulegen ist und der nicht weniger als 40 und nicht mehr als 60 Kalendertage nach dem Kontrollwechsel liegt. Daneben ist ebenfalls eine Wandlung der Schuldverschreibungen in Aktien möglich, bei der zeitlich gestuft bezüglich der Restlaufzeit der betreffenden Wandelanleihe ein für den Anleihegläubiger verbessertes Wandlungsverhältnis Anwendung findet. Ein Kontrollwechsel liegt bei der Wandelanleihe, fällig 2023, vor, wenn eine oder mehrere Personen die Kontrolle über die Gesellschaft erwerben, wobei Kontrolle das direkte oder indirekte Eigentum von mehr als 30 % der stimmberechtigten Aktien bezeichnet. Zudem findet bei der Wandelanleihe, fällig 2023, bei einem öffentlichen Übernahmeangebot das verbesserte Wandlungsverhältnis schon dann Anwendung, wenn die Annahmequote des Übernahmeangebots zum Ende der Annahmefrist die Kontrollschwelle von 30 % der stimmberechtigten Aktien überschreitet, eine etwaige darüber hinausgehende Mindestannahmeschwelle des Angebots zu diesem Zeitpunkt ebenfalls erreicht wurde und auch keine weiteren Angebotsbedingungen mehr offen sind (mit Ausnahme von Bedingungen, die rechtlich zulässigerweise auch nach Ablauf der Annahmefrist eintreten dürfen).

Die von der Gesellschaft 2019 emittierte Unternehmensanleihe über 250 Mio. €, fällig 2024, berechtigt die Investoren, die vorzeitige Rückzahlung ihrer Schuldverschreibungen gegen Zahlung von 101% des Nennbetrags (einschließlich eines etwaigen steuerlichen Abzugs von diesem vorzeitigen Rückzahlungsbetrag) sowie der bis zum Rückzahlungstag aufgelaufenen Zinsen zu verlangen, wenn (a) eine Person (mit Ausnahme von Frau Klanen, der BMW AG und diesen zuzurechnenden Personen) direkt oder indirekt mehr als 35% der stimmberechtigten Anteile der SGL Carbon SE erlangt, (b) das ganze oder annähernd ganze Vermögen der SGL Carbon SE und ihrer Konzerngesellschaften an eine Person (mit Ausnahme von Frau Klanen, der BMW AG und diesen zuzurechnenden Personen) übertragen wird, oder (c) die Aktien der SGL Carbon SE nicht mehr an der Frankfurter Wertpapierbörse oder einem anderen europäischen regulierten Markt gelistet sind.

Entschädigungsvereinbarungen mit dem Vorstand und Arbeitnehmern im Fall eines Übernahmeangebots

Entschädigungsvereinbarungen mit dem Vorstand und Arbeitnehmern im Fall eines Übernahmeangebots bestehen nicht.

Erklärung zur Unternehmensführung, Corporate Governance- und Compliance-Bericht (ungeprüft)

Die nachfolgende Erklärung zur Unternehmensführung für die SGL Carbon SE und den SGL Carbon Konzern gemäß § 289f und § 315d Handelsgesetzbuch (HGB) ist mit dem Corporate Governance- und Compliance-Bericht zusammengefasst. Die mit dem Corporate Governance-Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung steht auch auf der Internetseite der Gesellschaft (www.sglcarbon.com, dort unter "Unternehmen/ Corporate Governance") zur Verfügung. Die Angaben der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 315d und § 289f HGB sind Bestandteil des Lageberichts der SGL Carbon SE bzw. des Konzernlageberichts. Gemäß § 317 Absatz 2 Satz 6 HGB ist die Prüfung der Angaben durch den Abschlussprüfer nach §§ 289f Absatz 2 und 5, 315d HGB darauf zu beschränken, ob die Angaben gemacht wurden.

Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten europäischen Aktiengesellschaft (Societas Europaea) mit Sitz in Deutschland sind nach Art. 9 Abs. 1 (c)(ii) SE-VO i.V. m. §161 AktG verpflichtet, zumindest einmal jährlich zu erklären, ob dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) entsprochen wurde und wird. Darüber hinaus ist zu begründen, welche Empfehlung des Kodex nicht angewendet wurden oder werden. Vorstand und Aufsichtsrat der SGL Carbon SE haben seit dem Jahr 2002 regelmäßig Entsprechenserklärungen abgegeben und veröffentlicht. Jede Entsprechenserklärung wird für die Dauer von fünf Jahren auf der Internetseite der Gesellschaft (www.sglcarbon.com dort unter "Unternehmen/Corporate Governance") der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die jüngste Entsprechenserklärung wurde im November 2019 abgegeben und veröffentlicht:

"Vorstand und Aufsichtsrat der SGL Carbon SE erklären:

Die SGL Carbon SE hat den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017 (Bekanntmachung vom 24. April 2017, Berichtigung dieser Bekanntmachung vom 19. Mai 2017) seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im September 2019 und bis zum 15. Oktober 2019 mit Ausnahme der folgenden Abweichung vollumfänglich entsprochen:

Ziffer 4.2.1 Satz 1: Der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft Herr Dr. Köhler hat am 14. August 2019 kurzfristig seine Amtsniederlegung mit Wirkung zum 31. August 2019 erklärt. Zwischen dem Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden und bis zur Bestellung von Herrn Dr. Bühler als weiterem Vorstandsmitglied sowie der Bestellung von Herrn Dr. Majerus zum Sprecher des Vorstands, jeweils mit Wirkung zum 15. Oktober 2019, erfüllte die Gesellschaft nicht die Empfehlung nach Ziffer 4.2.1 Satz 1 des Deutschen Corporate Governance Kodex, nach der der Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft aus mehreren Mitgliedern bestehen und einen Vorsitzenden oder Sprecher haben soll.

Seit dem 15. Oktober 2019 und auch künftig entspricht die SGL Carbon SE den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wieder vollumfänglich.

Die Corporate Governance-Grundsätze der SGL Carbon SE erfüllen darüber hinaus überwiegend die nicht obligatorischen Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

 

Wiesbaden, 27. November 2019

Für den Aufsichtsrat der SGL Carbon SE:
gez. Susanne Kletten, Vorsitzende des Aufsichtsrats der SGL Carbon SE

Für den Vorstand der SGL Carbon SE:
gez. Dr. Michael Majerus, Vorstand der SGL Carbon SE"

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands

Die Unternehmensführung der SGL Carbon SE als börsennotierter Europäischer Gesellschaft (SE) mit Sitz in Deutschland wird maßgeblich durch die Verordnung EG Nr. 2157/2001 des Rates vom 8. Oktober 2001 über das Statut der Europäischen Gesellschaft (SE-VO), das deutsche SE-Ausführungsgesetz, die Vereinbarung über die Beteiligung der Arbeitnehmer in der SGL Carbon SE sowie das deutsche Aktiengesetz (AktG), die Anregungen und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und die Satzung der SGL Carbon SE bestimmt.

Gemäß Art. 38 SE-VO i. V. m. § 5 der Satzung der SGL Carbon SE unterliegt die SGL Carbon SE dem dualistischen System. Dieses ist durch eine personelle Trennung zwischen dem Leitungsorgan (Vorstand) als Geschäftsleitungs- und Geschäftsführungsorgan und dem Aufsichtsorgan (Aufsichtsrat) als Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat der SGL Carbon SE arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts.

Der Vorstand der SGL Carbon SE besteht gemäß der Satzung des Unternehmens aus mehreren Mitgliedern, deren Zahl der Aufsichtsrat bestimmt. Zum 31. Dezember 2019 bestand der Vorstand aus zwei Mitgliedern, Ausschüsse des Vorstands wurden demgemäß nicht gebildet.

Der Vorstand leitet die SGL Carbon SE und den SGL-Konzern in eigener Verantwortung im Unternehmensinteresse. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, d. h., die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung; jedem Vorstandsmitglied ist jedoch die Zuständigkeit für bestimmte Ressorts zugewiesen. Nähere Angaben zu den einzelnen Vorstandsmitgliedern und deren Ressortzuständigkeiten finden Sie auf der Internetseite der Gesellschaft (www.sglcarbon.com, dort unter "Unternehmen/Über uns/Vorstand"). Bestimmte, vom Gesamtvorstand festgelegte Angelegenheiten werden gleichwohl im Gesamtvorstand behandelt und bedürfen seiner Zustimmung. Der Vorstandsvorsitzende bzw. Sprecher des Vorstands koordiniert die Arbeit der Vorstandsmitglieder.

Der Vorstand entwickelt die Gesellschafts- und Konzernstrategie und sorgt in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat für deren Umsetzung. Zu seinen Aufgaben zählt weiter die Steuerung und Überwachung der operativen Tätigkeit sowie die Einrichtung und Überwachung eines angemessenen und effizienten Kontroll- und Risikomanagementsystems. Der Vorstand sorgt für die Einhaltung von Rechtsvorschriften, behördlichen Regelungen und internen Richtlinien und wirkt darauf hin, dass sie auch von Konzernunternehmen beachtet werden. Der Vorstand stellt die Zwischenfinanzberichte des Unternehmens, den Jahresabschluss der SGL Carbon SE, den Konzernabschluss, die Lageberichte der SGL Carbon SE und des SGL-Konzerns, sowie den für den SGL-Konzern gesonderten Nichtfinanziellen Bericht auf.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen insbesondere der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Der Vorstand geht in diesem Zusammenhang auf Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen ein. Über wichtige Ereignisse mit wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen wird der Aufsichtsratsvorsitzende durch den Vorstand unverzüglich informiert und wird der Aufsichtsratsvorsitzende anschließend den Aufsichtsrat unterrichten und bei Bedarf eine Aufsichtsratssitzung einberufen.

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der SGL Carbon SE besteht nach Maßgabe von § 8 Abs. 1 der Satzung aus acht Mitgliedern und ist jeweils zur Hälfte mit Vertretern der Anteilseigner und Vertretern der Arbeitnehmer besetzt. Die Mitglieder der Anteilseignerseite werden von der Hauptversammlung der SGL Carbon SE bestellt, die Vertreter der Arbeitnehmerseite nach Maßgabe der Vereinbarung der Gesellschaft mit den Arbeitnehmern über die Mitbestimmung in der Gesellschaft durch den SE Betriebsrat. Der Aufsichtsrat wählt aus seiner Mitte einen Aufsichtsratsvorsitzenden sowie jeweils einen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden aus den Vertretern der Anteilseigner und den Vertretern der Arbeitnehmer. Sind Beschlüsse mit einfacher Mehrheit zu fassen, so gibt bei Stimmengleichheit die Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden und bei dessen Nichtteilnahme an der Beschlussfassung die Stimme des Stellvertreters den Ausschlag, der als Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat bestellt wurde. Darüber hinaus koordiniert der Aufsichtsratsvorsitzende die Arbeit im Aufsichtsrat und nimmt die Belange des Aufsichtsrats nach außen wahr.

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, beschließt das Vergütungssystem für Vorstandsmitglieder und setzt deren individuelle Vergütung fest. In regelmäßigen Abständen lässt sich der Aufsichtsrat vom Vorstand über die Strategie, die Unternehmensplanung, die Umsatzentwicklung, die Rentabilität, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens sowie über das interne Kontrollsystem, das Risikomanagementsystem und das Compliance Management-System berichten. Er wird unmittelbar in Entscheidungen eingebunden, die für die SGL Carbon SE und den Konzern von grundlegender Bedeutung sind; dazu zählen die Aufnahme neuer oder die Aufgabe bestehender Geschäftsfelder oder die Emission von Anleihen. Die Satzung der SGL Carbon SE enthält in §11 einen Katalog von Geschäften, für deren Vornahme der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrats bedarf (die Satzung der SGL Carbon SE ist zugänglich auf der Internetseite der Gesellschaft (www.sglcarbon.com, dort unter "Unternehmen/Corporate Governance")).

Überdies bedürfen von Gesetzes wegen Geschäfte mit nahestehenden Personen unter gewissen Umständen der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats bzw. des Prüfungsausschusses. Schließlich obliegt dem Aufsichtsrat die Prüfung des Jahresabschlusses und Lageberichts der SGL Carbon SE, des Konzernabschlusses und -lageberichts sowie des Vorschlags zur Verwendung des Bilanzgewinns. Die Tätigkeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2019 wird im "Bericht des Aufsichtsrats" erläutert (siehe Seite 6).

Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäftsordnung gegeben, die neben seinen Aufgaben und Zuständigkeiten insbesondere auch die Einberufung und Vorbereitung seiner Sitzungen sowie seine Beschlussfassung regelt. Die Geschäftsordnung ist auf der Internetseite der Gesellschaft (www.sglcarbon.com, dort unter "Unternehmen/Corporate Governance") verfügbar.

Ziele des Aufsichtsrats hinsichtlich seiner Zusammensetzung

Entsprechend der Vorgabe des Deutschen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Nach seiner Zielsetzung ist der Aufsichtsrat so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben des Aufsichtsrats erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder beträgt 72 Jahre. Ein Mitglied des Aufsichtsrats soll des Weiteren mit Ablauf seiner dritten Amtszeit im Aufsichtsrat im Regelfall nicht mehr als Kandidat für den Aufsichtsrat vorgeschlagen werden. Amtszeiten aufgrund einer gerichtlichen Bestellung in den Aufsichtsrat blieben unberücksichtigt. Soweit ein Aufsichtsratsmitglied an der Gesellschaft im Sinne des DCGK wesentlich beteiligt ist, einen solchen wesentlichen Aktionär der Gesellschaft kontrolliert oder als Repräsentant eines wesentlichen Aktionärs agiert, liegt eine grundsätzliche Ausnahme von der vorgenannten Regel vor und es gilt insoweit keine zeitliche Beschränkung. Jedes Aufsichtsratsmitglied achtet zudem darauf, dass ihm für die Wahrnehmung seiner Mandate genügend Zeit zur Verfügung steht.

Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats müssen in der Lage sein, ihr Amt ordnungsgemäß wahrzunehmen. Zur sachgerechten Wahrnehmung der Aufgaben im Zusammenhang mit der Rechnungslegung der Gesellschaft soll mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über besondere Kenntnisse und Erfahrungen auf den Gebieten der Rechnungslegung sowie der Abschlussprüfung verfügen (Financial Expert) und unabhängig sein. Weiter soll mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über maßgebliche berufliche Erfahrungen und industrielle Expertise in Geschäftsfeldern bzw. in wesentlichen Kundenindustrien des SGL Carbon Konzerns verfügen. Daneben soll mindestens je ein Mitglied ausgeprägte Erfahrung in den Bereichen Unternehmensführung und Unternehmensstrategie, Compliance und Risikomanagement, Innovationskompetenz (einschließlich Digitalisierung) sowie ausgeprägte berufliche Erfahrung in der Führungskräfteentwicklung und im Personalbereich besitzen. Insgesamt soll im Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder, die Erfahrungen im technischen Bereich haben (insbesondere in den Bereichen Chemie und Ingenieurwesen) und der Mitglieder mit kaufmännischem Hintergrund ausgewogen sein. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats soll zudem der internationalen Tätigkeit des Unternehmens gerecht werden; mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats soll aufgrund seiner Herkunft, Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit über besondere internationale Kenntnisse und Erfahrungen verfügen.

Dem Aufsichtsrat soll ferner stets eine hinreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Daher soll mindestens die Hälfte der Mitglieder des Aufsichtsrats auf Anteilseignerseite unabhängig sein; aktuell ist dies der Fall, da Frau Neumann sowie die Herren Denoke und Eichler nach Einschätzung des Aufsichtsrats als unabhängige Vertreter angesehen werden.

Im Hinblick auf eine angemessene Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat der Gesellschaft verlangt überdies das für die Gesellschaft maßgebliche "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" vom 24. April 2015, dass sich der Aufsichtsrat der Gesellschaft zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzt.

Die vorgenannten Ziele des Aufsichtsrats an seine Zusammensetzung und das Kompetenzprofil für das Gesamtgremium werden bei Vorschlägen zur Bestellung neuer Aufsichtsratsmitglieder berücksichtigt und die Ausfüllung des Kompetenzprofils angestrebt. In seiner aktuellen Zusammensetzung wird eine sachgerechte Besetzung des Aufsichtsrats in fachlicher Hinsicht wie auch unter Diversity- und Unabhängigkeitsgesichtspunkten entsprechend den Zielen bzw. dem Kompetenzprofil des Aufsichtsrats vollumfänglich erreicht.

Nähere Angaben zu den einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrats finden Sie auf der Internetseite der Gesellschaft (www.sglcarbon.com, dort unter "Unternehmen/Über uns/Aufsichtsrat").

Regeln bei möglichen Interessenkonflikten

Aufsichtsratsmitglieder müssen Interessenkonflikte dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats gegenüber offenlegen. Dies umfasst sowohl konkret auftretende Interessenkonflikte als auch hinreichend wahrscheinliche potenzielle Interessenkonflikte. Wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds sollen zur Beendigung des Mandats führen. Geschäfte mit nahestehenden Personen werden vom Aufsichtsrat bzw. dem Prüfungsausschuss nach den gesetzlichen Vorgaben überprüft und gebilligt. Darüber hinaus prüft der Prüfungsausschuss, ob bei Geschäften zwischen SGL Carbon Konzernunternehmen und Aufsichtsratsmitgliedern, diesen nahestehenden Personen oder Unternehmen sowie Aktionären mit einer Beteiligung an der SGL Carbon SE von mehr als 5 % der Stimmrechte es Anhaltspunkte für unzulässige Einflussnahmen gab. Im Berichtszeitraum wurden seitens der Aufsichtsrats- bzw. Vorstandsmitglieder keine Interessenkonflikte angezeigt, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen gewesen wären. Im Berichtszeitraum bestanden auch keine Berater- oder sonstige Dienstleistungsverträge zwischen den Mitgliedern des Aufsichtsrats und der Gesellschaft. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Konzernanhang Textziffer 27 dargestellt.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat insgesamt drei ständige Ausschüsse, die im Einklang mit den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, des Aktiengesetzes sowie der Satzung der Gesellschaft und der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat arbeiten. Im Einzelnen sind dies:

Personalausschuss

Der Personalausschuss unter Leitung von Frau Klatten berät den Aufsichtsrat vor allem über die Regelung der rechtlichen Beziehung zwischen der Gesellschaft und ihren aktuellen und ehemaligen Vorstandsmitgliedern. Er überprüft die Vergütung der Vorstandsmitglieder und unterbreitet dem Plenum Vorschläge zur abschließenden Entscheidung. Der Ausschuss bereitet darüber hinaus Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, indem er Vorschläge zur Bestellung neuer und Abberufung amtierender Vorstandsmitglieder ausarbeitet. Weitere Mitglieder des Ausschusses sind Frau Neumann und Herr Jodl.

Nominierungsausschuss

Aufgabe des Nominierungsausschusses ist die Erarbeitung von Vorschlägen für die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner durch die Hauptversammlung. Dem Ausschuss unter der Leitung von Frau Klatten gehören alle Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats an, d.h. neben Frau Klatten noch Frau Neumann und die Herren Denoke und Eichler.

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss besteht aus vier Mitgliedern. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses ist Herr Denoke. Die weiteren Mitglieder sind Frau Neumann und die Herren Stettberger und Züllighofen. Der Ausschuss befasst sich unter anderem mit der Prüfung der Rechnungslegung, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, dem Risikomanagement, der Compliance und damit auch mit dem internen Kontroll- und Revisionssystem des Unternehmens sowie der Prüfung von Geschäften des Konzerns mit nahestehenden Personen. Insbesondere ist er zuständig für die Vorprüfung des Jahresabschlusses der SGL Carbon SE und des Konzerns, des Lage- und Konzernlageberichts (einschließlich des gesonderten Nichtfinanziellen Berichts) sowie des Vorschlags für die Gewinnverwendung.

Ein weiterer Aufgabenbereich des Ausschusses ist die Beziehung der Gesellschaft zum Abschlussprüfer. In diesem Zusammenhang bereitet er vor allem den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers vor. Von zentraler Bedeutung sind dabei einerseits die Qualifikation und andererseits die Sicherstellung der Unabhängigkeit des Prüfers. Außerdem legt der Ausschuss Prüfungsschwerpunkte fest, vereinbart das Prüfungshonorar, bereitet die Erteilung des Prüfungsauftrags vor und prüft vorab die Mandatierung von Nichtprüfungsleistungen durch den Abschlussprüfer.

Neben diesen drei ständigen Ausschüssen kann der Aufsichtsrat bei Bedarf temporäre projektbezogene Ausschüsse bilden.

Effizienzprüfung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig die Wirksamkeit und Effektivität seiner Arbeit und die seiner Ausschüsse. Letztmalig hat der Aufsichtsrat diese Selbstbeurteilung Ende 2019 durchgeführt. In einem umfangreichen Fragebogen konnten die Mitglieder des Aufsichtsrats zu verschiedenen Themenkomplexen wie der Zusammenarbeit im Aufsichtsrat und mit dem Vorstand sowie zur Arbeit in den Ausschüssen ihre Einschätzung der bisherigen Praxis und Vorschläge zur Optimierung abgeben. Die Ergebnisse wurden von einem Notar ausgewertet, anonymisiert aufbereitet und anschließend im Aufsichtsrat besprochen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben die Zusammenarbeit im Aufsichtsrat im Gesamtergebnis als positiv bewertet.

Praktiken der Unternehmensführung

SGL Carbon Verhaltenskodex

Der SGL Carbon Verhaltenskodex (Code of Conduct) unterstreicht die Verpflichtung der SGL Carbon und ihrer Mitarbeiter zu verantwortungsvollem, rechtmäßigem Handeln und spiegelt die gemeinsamen Werte des Konzerns, seine Unternehmenskultur und sein angestrebtes Verhalten im Geschäftsleben wider. Ein wesentlicher Faktor für den nachhaltigen Unternehmenserfolg der SGL Carbon ist der von Verantwortung geprägte, angemessene Umgang mit allen Personen, mit denen das Unternehmen in geschäftlichen Beziehungen steht - den Mitarbeitern, Kunden, Aktionären, Regierungsbehörden sowie der Öffentlichkeit. Der Verhaltenskodex soll maßgeblich dazu beitragen, Vertrauen bei allen Interessensgruppen aufzubauen und zu bewahren. Er unterstreicht die Verpflichtung des Unternehmens und seiner Mitarbeiter zur Einhaltung der geltenden Gesetze und gibt den Mitarbeitern Richtlinien für verantwortungsvolles Verhalten an die Hand. Der SGL Carbon Verhaltenskodex ist auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich (www.sglcarbon.com, dort unter "Unternehmen/Compliance/Verhaltenskodex").

SGL Carbon Corporate Governance-Grundsätze

Die SGL Carbon Corporate Governance-Grundsätze fassen die einschlägigen gesetzlichen Regelungen, die Satzung der Gesellschaft sowie ergänzende, über Jahre gewachsene Praktiken der Gesellschaft und des Konzerns zusammen. Sie sollen eine verantwortungsvolle und transparente Unternehmensführung und -kontrolle gewährleisten sowie das Vertrauen unserer Stakeholder, Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie das der Öffentlichkeit nachhaltig fördern. Die Grundsätze werden mindestens einmal jährlich überprüft und an die Entwicklung von Gesetzen, Empfehlungen und Marktusancen angepasst. Die SGL Carbon Corporate Governance-Grundsätze umfassen neben den Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat sowie den Organisationsgrundsätzen des SGL Carbon Konzerns auch die wesentlichen Unternehmensrichtlinien bezüglich der konzernweiten Corporate Governance und Compliance.

Grundlegend ist hierbei der vorgenannte SGL Carbon-Verhaltenskodex, der die Verpflichtung des Konzerns und seiner Mitarbeiter zur Einhaltung der Gesetze und internen Richtlinien unterstreicht und Standards für gesetzeskonformes und ethisches Verhalten festlegt. Ausgehend nicht zuletzt vom Verhaltenskodex hat das Unternehmen daneben detaillierte Unternehmensrichtlinien entwickelt, die gleichermaßen für die SGL Carbon SE wie auch den Konzern gelten und die ebenfalls Teil der SGL Carbon Corporate Governance-Grundsätze sind wie:

Richtlinie zur Einhaltung kartellrechtlicher Vorschriften
Richtlinie zur Einhaltung kapitalmarktrechtlicher Vorschriften
Richtlinie zu einem Hinweisgebersystem (Whistleblower Guideline), mit dem insbesondere schwerwiegende Compliance-Vorfälle gemeldet werden können
Grundsätze für die Gewährung und Annahme von Geschenken und sonstigen Zuwendungen im Umgang mit Geschäftspartnern und Amtsträgern
Richtlinie zur Sicherheit von Informationen und der zugrundeliegenden Infrastruktur des Unternehmens
Richtlinie zur Festlegung der Prozessstrukturen zur Identifikation und Beobachtung von Kernrisiken des Unternehmens, seiner Geschäftseinheiten und Funktionen.

Compliance als Teil der Führungs- und Unternehmenskultur

Compliance ist bei SGL Carbon eine wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands. Die Unternehmensleitung duldet keine Verletzung der Verhaltensgrundsätze und fördert eine Unternehmenskultur, in der Themen der Integrität offen mit dem Vorgesetzten, den Compliance-Verantwortlichen und der Abteilung Group Compliance angesprochen werden können. Jeder Mitarbeiter trägt die persönliche Verantwortung dafür, dass sein Handeln mit den Verhaltensgrundsätzen der SGL Carbon und den in seinem Arbeitsbereich geltenden Regeln im Einklang steht. Compliance muss im Bewusstsein der Führungskräfte und Mitarbeiter präsent sein und im täglichen Geschäft gelebt werden. Dann unterstützt Compliance auch nachhaltig den Unternehmenserfolg.

Die SGL Carbon hat seit vielen Jahren konzernweit ein Compliance-Programm eingeführt und umgesetzt. Zur weltweiten Steuerung dieses Programms hat der Vorstand die Abteilung Group Compliance beauftragt. Deren Aufgabe ist es, über alle Standorte die erforderlichen übergreifenden Organisations-, Kommunikations- und Kontrollstrukturen zu steuern, regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Ziel ist dabei, dass Compliance über die Einhaltung rechtlich-formaler Vorgaben und Strukturen hinausgeht und sich als Teil einer werteorientierten Unternehmensführung in der Organisation verankert.

Das Management und die Führungskräfte der SGL Carbon übernehmen dabei im Rahmen ihrer Personal- und Führungsverantwortung eine wichtige Vorbildfunktion. Daher belegt das Thema Compliance mittlerweile einen festen Platz auf der Tagesordnung des jährlich stattfindenden Group Communication Forums (GCF), auf dem die Manager der obersten Führungsebenen für das Thema Compliance immer wieder sensibilisiert und geschult werden.

Teil der SGL Carbon Compliance-Organisation ist neben den Compliance-Vertretern der Geschäftsbereiche und Corporate-Functions (siehe gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht/ CSR-Bericht, Seite 11) ein Netzwerk von regionalen und lokalen Compliance-Verantwortlichen. Alle Mitglieder des Netzwerkes erhalten mit Übernahme ihrer Rolle eine entsprechende Einführungsschulung. Weiterhin sind im Compliance-Handbuch die wesentlichen Elemente unseres Compliance-Programms sowie die Rolle und Verantwortung des Compliance-Netzwerkes beschrieben. Alle Unterlagen stehen den Mitgliedern auf einer eigenen Sharepoint-Seite zur Verfügung. Die Compliance-Vertreter der Geschäftsbereiche sowie der Corporate-Functions sind Teil des Compliance Committees, das zweimal jährlich tagt. Im Compliance Committee werden strategische Compliance-Themen sowie Änderungen des bestehenden Compliance-Programms diskutiert und verabschiedet. Um den Wissenstransfer zwischen dem Compliance Netzwerk und Group Compliance sicherzustellen, finden jährlich durchschnittlich drei bis vier Telefonkonferenzen sowie alle zwei Jahre Präsenzveranstaltungen in Form von regionalen Compliance-Konferenzen in Europa, Asien und Nordamerika statt. Die Telefonkonferenzen dienen dem kontinuierlichen Austausch über das Compliance-Programm und der Erörterung von aktuellen Themen. Die Compliance-Konferenzen dienen insbesondere der Weiterentwicklung des Compliance-Programms unter Berücksichtigung der standortspezifischen Bedürfnisse sowie der Schulung der lokalen Compliance-Vertreter.

Die lokalen Verantwortlichen sind für die Mitarbeiter an den Standorten Ansprechpartner rund um das Thema Compliance und unterstützen die Abteilung Group Compliance bei der lokalen Einführung der Compliance-Initiativen. 2019 betraf dies insbesondere die Einführung des aktualisierten E-Learning-Programms zum Verhaltenskodex (siehe gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht/CSR-Bericht, Seite 11).

Übergeordnetes Ziel im Bereich Compliance ist, dass alle Mitarbeiter die erforderlichen Regelwerke kennen und befolgen, um das Risiko von gesetzlichen Verstößen zu reduzieren und daraus resultierende Schäden für die SGL Carbon zu vermeiden. Daher sind die Compliance-Richtlinien fester Bestandteil der Einstellungsunterlagen, die jedem neuen Mitarbeiter ausgehändigt werden. Im Rahmen einer zweimal jährlich erfolgenden Berichterstattung durch die lokalen Compliance-Vertreter an Group Compliance wird der ordnungsgemäße Ablauf dieses Prozesses bestätigt. In der Personalakte wird zudem die Empfangsbestätigung abgelegt, die die Kenntnisnahme der Regeln aus dem Verhaltenskodex durch den Mitarbeiter schriftlich dokumentiert. Der Verhaltenskodex, die Richtlinie für Geschenke und Einladungen, die Richtlinie zum Kartellrecht sowie die Richtlinie zum Hinweisgebersystem sind in insgesamt neun lokalen Sprachen verfügbar. Die Richtlinien stehen den Mitarbeitern im Intranet und auf Sharepoint zum Download zur Verfügung. Das Intranet wurde 2019 grundlegend überarbeitet und steht den Mitarbeitern nun mehr mit einer neuen Struktur zur Verfügung. Im Rahmen dieses Relaunches wurde auch die Compliance-Seite überarbeitet. Mit wenigen Klicks gelangen die Mitarbeiter zu den wesentlichen Informationen und Bausteinen unseres Compliance Programms.

Darüber hinaus nehmen unsere Mitarbeiter an Compliance-Pflichtschulungen teil, die als Präsenz- und E-Learning-Trainings durchführen werden (siehe gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht/CSR-Bericht, Seite 11). Die Erstschulung erfolgt in der Regel in Form einer Online-Schulung. Hierzu melden die lokalen HR-Abteilungen neue Mitarbeiter über einen SAP Onboarding-Schulungskatalog an.

Bereits 2001 hat die SGL Carbon ein umfassendes weltweites Kartellrechts-Compliance-Programm eingeführt. Ein wesentliches Element sind die regelmäßig stattfindenden Pflichtschulungen, die in Form von Präsenz- und E-Learning-Trainings angeboten werden. Zielgruppe dieser Pflichtschulung sind sämtliche Führungskräfte der oberen drei Managementebenen im Konzern sowie alle Mitarbeiter in den Bereichen Einkauf, Verkauf und Marketing. Im Jahr 2019 nahmen insgesamt 570 Mitarbeiter an Schulungen zum Kartellrecht teil. Im Rahmen einer Aktualisierung der Richtlinie wurde die Zielgruppe um Mitarbeiter aus den Bereichen Human Resources, Legal Er Compliance sowie um alle Mitglieder des Compliance-Netzwerkes erweitert. Alle neuen Mitarbeiter dieser Zielgruppe erhalten die SGL Carbon Antitrust-Compliance-Richtlinie mit den Einstellungsunterlagen oder bei einem Funktionswechsel ausgehändigt und müssen diese unterzeichnen. Im Anschluss nehmen sie an der Pflicht-Onlineschulung teil. Regelmäßige Auffrischungsschulungen durchlaufen alle Mitarbeiter der Zielgruppe im Präsenz- wie auch im Online-Format. Dieser Prozess ist auch Teil einer internen Kontrolle im Rahmen des IKS (Internes Kontrollsystem).

Wesentlicher Bestandteil des Compliance-Programms sind auch die präventiven Maßnahmen im Bereich Anti-Korruption (siehe gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht/CSR-Bericht "Anti-Korruption und Bestechung", S. 14).

Seit 2015 hat die SGL Carbon einen Verhaltenskodex für Lieferanten und Nachunternehmer (Supplier Code of Conduct) eingeführt, nach dem sie sich gleichermaßen zu rechtmäßigem, ethischem und nachhaltigem Verhalten verpflichten müssen (siehe gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht/CSR-Bericht "Verantwortung in der Lieferkette", S. 14).

Die SGL Carbon strebt an, eine Umgebung zu schaffen, in der alle Compliance-Belange offen angesprochen werden können. Alle Mitarbeiter werden dazu angehalten und ermutigt, sämtliche Themen und Fragen zur Integrität bei ihren Vorgesetzten, der Compliance-Abteilung oder einem Mitglied des Compliance-Netzwerks anzusprechen. Zusätzlich verfügt SGL Carbon neben den bestehenden Kommunikations- und Berichtswegen über ein Hinweisgebersystem in Form des "Compliance Helpdesks". Dieses ermöglicht es Mitarbeitern, Hinweise zu potenziellen Compliance-Verstößen gemäß der Whistleblowing-Richtlinie vertraulich zu übermitteln. Darüber hinaus regelt die Hinweisgeberrichtlinie den verbindlichen Schutz der meldenden Person. Das E-Mail-Postfach ist über die SGL Carbon Homepage auch für Dritte zugänglich.

Gemeldete compliance-relevante Vorfälle überprüft Group Compliance im Rahmen der internen Compliance-Untersuchung. Aufgabe der Abteilung ist es sicherzustellen, dass Fehlverhalten und Verstöße verhindert und rechtzeitig erkannt werden, die Unternehmensaktivitäten geltendes Recht und gesetzliche Bestimmungen einhalten und Verbesserungspotenziale hinsichtlich interner Geschäftstätigkeiten identifiziert werden.

Im Berichtszeitraum hat die SGL Carbon alle Hinweise zu potenziellen Verstößen im Hinblick auf Kartellrecht, Anti-Korruption, Exportkontrolle und Zölle, Schutz der Geschäftsgeheimnisse und Anti-Fraud erfasst, die finanzielle oder Reputationsschäden zur Folge haben können. Diese wurden ausnahmslos bearbeitet, um gegebenenfalls konkrete Maßnahmen abzuleiten und durchzuführen. SGL Carbon ist davon überzeugt, dass die dargelegten Komponenten des Compliance-Managements sowie die Monitoring-Prozesse dazu geeignet sind, auch künftig das gesetzeskonforme Verhalten in allen Bereichen der SGL Carbon bestmöglich zu gewährleisten.

Weitere Compliance-Maßnahmen betreffen das Kapitalmarktrecht und die Einhaltung der entsprechenden Konzernrichtlinie, die unter anderem den Handel mit Wertpapieren der SGL Carbon SE für Organmitglieder und Mitarbeiter beziehungsweise die ordnungsgemäße Handhabung von potenziellen Insiderinformationen regelt. Seit Jahren besteht das sogenannte Ad-hoc-Komitee, in dem Vertreter verschiedener Funktionen relevante Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prüfen, um den gesetzeskonformen Umgang mit potenziellen Insiderinformationen zu gewährleisten.

Das bestehende Compliance-Programm zu Exportkontrolle und Zoll stellt sicher, dass der Austausch von Waren und Technologien sowie die Inanspruchnahme von Dienstleistungen in Übereinstimmung mit den jeweiligen internen und externen Vorgaben erfolgen (siehe gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht/CSR-Bericht "Verantwortung in der Lieferkette", S. 14).

2019 hat die Abteilung Group Internat Audit im Auftrag von Group Compliance bei einzelnen Tochtergesellschaften die Umsetzung des Anti-Korruptions- und Anti-Fraud-Managements im Rahmen ihrer Regelaudits überprüft. Hierbei stand im Fokus, Prüfungssicherheit darüber zu bekommen, ob die definierten Compliance-Regeln lokal bei den Gesellschaften eingehalten werden. Aufgabe war ebenfalls, einzelne Regelverstöße zu erkennen und aufzudecken. Sofern sich aus den Compliance Audits die Notwendigkeit ergibt, Arbeitsabläufe zu optimieren oder Kontrollmaßnahmen zu vertiefen, werden diese umgehend angepasst.

Teil eines effektiven Compliance-Management-Systems sind regelmäßige Risk Assessments. Für die als Kern-Compliance-Risiken definierten Themenfelder Kartellrecht, Anti-Korruption, Exportkontrolle und Zölle, Schutz der Geschäftsgeheimnisse und Anti-Fraud wurden in den vergangenen Jahren sowohl ein Top-Down-Risk Assessment als auch ein Bottom-Up-Ansatz umgesetzt. Diese regelmäßige Compliance Risk Assessment finden entweder im Rahmen der jährlich abzugebenden BU Compliance-Fragebögen statt oder in Form von Interviewrunden. Entsprechende Interviewrunden mit der Leitung der Geschäftsbereiche sowie der Standorte werden 2020 erneut durchgeführt.

Um den Zeitraum des Compliance Jahresberichts an das Geschäftsjahr anzupassen, befasst sich der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zukünftig in seiner März Sitzung mit dem Bericht und nicht wie bislang im Dezember. Diese Änderung wurde bereits für den Berichtszeitraum 1.1.2019 - 31.12.2019 umgesetzt, was zur Folge hat, dass sich der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in seiner Sitzung im März 2020 ausführlich mit dem Compliance-Bericht befassen wird.

Systematisches Risikomanagement

Um dem verantwortungsbewussten Umgang mit Risiken als Bestandteil einer guten Corporate Governance gerecht zu werden, hat der SGL Carbon Konzern schon frühzeitig ein Risikomanagementsystem entwickelt. Das System stellt ein angemessenes Risikomanagement und -Controlling im Unternehmen sicher. Es ist so konzipiert, dass etwaige geschäftliche oder finanzielle Risiken frühzeitig erkannt werden und mit entsprechenden Maßnahmen gegengesteuert werden kann. Das System wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Über vorhandene Risiken und deren weitere Entwicklung unterrichtet der Vorstand den Aufsichtsrat und insbesondere den Prüfungsausschuss in regelmäßigen Abständen. Weiterführende Erläuterungen zum Risikomanagementsystem (RMS) finden sich im Chancen- und Risikobericht auf den Seiten 69 - 77.

Angaben entsprechend dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen und Angaben zu Mindestanteilen im Aufsichtsrat

In Übereinstimmung mit dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst vom April 2015 hatte die Gesellschaft Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und den nachfolgenden Führungsebenen und deren Umsetzungsfrist festgelegt. Für den Frauenanteil im Vorstand der SGL Carbon SE hatte der Aufsichtsrat als Zielgröße einen Anteil von 0 % bis zum 31. Dezember 2019 festgesetzt (Frauenanteil bei der Beschlussfassung: 0 %). Der Vorstand seinerseits hatte als Zielgröße für den Frauenanteil in der Führungsebene der SGL Carbon SE unterhalb des Vorstands bis zum 31. Dezember 2019 eine Quote von mindestens 20 % beschlossen (Frauenanteil bei der Beschlussfassung: 20 %). Die Festlegung einer Frauenquote für eine zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands war bei der Gesellschaft nicht möglich gewesen, da es bei der SGL Carbon SE als reiner Konzernobergesellschaft mit ihrer flachen Führungsstruktur nur eine relevante Führungsebene (mit relevanter Personal- und Führungskompetenz) unterhalb des Vorstands gibt. Diese beiden Zielgrößen wurden erreicht, am 31. Dezember 2019 betrug der Frauenanteil im Vorstand der SGL Carbon SE 0 % und in der Führungsebene unterhalb des Vorstands 20,83 %.

Zum Abschluss der zum 31. Dezember 2019 endenden Periode haben Vorstand und Aufsichtsrat Zielgrößen für den Folgezeitraum beschlossen. Insoweit hat der Aufsichtsrat für den Frauenanteil im Vorstand der SGL Carbon SE als Zielgröße wieder einen Anteil von 0 % bis zum 31. Dezember 2022 festgesetzt (Frauenanteil bei der Beschlussfassung: 0 %). Der Vorstand hat als Zielgröße für den Frauenanteil in der Führungsebene der SGL Carbon SE unterhalb des Vorstands eine Quote bis zum 31. Dezember 2022 von mindestens 20,83 % beschlossen (Frauenanteil bei der Beschlussfassung: 20,83 %). Die Festlegung einer Frauenquote für eine zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands war bei der Gesellschaft nicht möglich, da es bei der SGL Carbon SE als reiner Konzernobergesellschaft mit ihrer flachen Führungsstruktur nur eine relevante Führungsebene (mit relevanter Personal- und Führungskompetenz) unterhalb des Vorstands gibt.

Darüber hinaus verlangt das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen, dass sich der Aufsichtsrat der SGL Carbon SE zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzt. Die Gesellschaft erfüllt diese Vorgaben an die Besetzung des Aufsichtsrats, dem zum Stichtag drei weibliche Mitglieder und fünf männliche Mitglieder angehören.

Diversitätskonzepte für Unternehmensleitung

Bei der Zusammensetzung des Vorstands ist nach Maßgabe der Corporate Governance-Grundsätze des Unternehmens auf Vielfalt (Diversity) zu achten. Damit ist zunächst die fachliche Diversität gemeint, die sich bei der in der Gesellschaft bestehenden Struktur dahingehend manifestiert, dass mindestens jeweils eines der Vorstandsmitglieder umfassende Erfahrungen im operativen Geschäft des Unternehmens, in der strategischen Unternehmensführung sowie in Finanz-, Controlling- und Reportingprozessen besitzt. Des Weiteren ist maßgeblich, dass der Internationalität der SGL Carbon auch durch umfangreiche berufliche Erfahrungen im bzw. mit dem Ausland Rechnung getragen wird. Im Hinblick auf die Geschlechterverteilung wurde angesichts der Größe des Vorstands der Gesellschaft, der regelmäßig nur aus zwei Mitgliedern besteht, keine weitreichende Quote für sachgerecht empfunden und festgelegt (siehe oben "Festlegungen nach Maßgabe des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen und Angaben zu Mindestanteilen im Aufsichtsrat"). In Bezug auf die Altersstruktur ist vorgesehen, dass die Grenze für Vorstandsmitglieder 65 Jahre beträgt (Altersgrenze). Der Aufsichtsrat wird sich bei Neubesetzungen an diesem Anforderungsprofil orientieren, um im Unternehmensinteresse den jeweils besten Kandidaten für eine zu besetzende Stelle zu gewinnen. In der aktuellen Besetzung werden die Ziele des Unternehmens an die Besetzung des Vorstands erfüllt.

Die Gesellschaft strebt an, für etwaige Vorstandsbesetzungen geeignete Kandidaten aus dem Unternehmen aufzubauen. Dies schließt natürlich nicht aus, dass der Aufsichtsrat abhängig von der konkreten Situation ausschließlich oder zusätzlich externe Kandidaten in den Auswahlprozess mit einbezieht. Zur Identifizierung und Entwicklung der Mitarbeiter mit entsprechendem Führungspotential für Aufgaben im Top-Management hat die Gesellschaft einen systematischen Managemententwicklungsansatz mit den folgenden wesentlichen Elementen: (i) frühzeitige Identifizierung geeigneter Kandidaten unterschiedlicher Fachrichtungen, Nationalitäten und unterschiedlichen Geschlechts, (ii) systematische Entwicklung der Führungskräfte durch die Übernahme von Aufgaben mit wachsender Verantwortung, möglichst in verschiedenen Geschäften und Funktionen, (iii) regelmäßige und systematische Prüfung der individuellen Eignungsvoraussetzungen für die betrachteten Zielebenen (relevante Kompetenzen, berufliche Erfahrungen und unternehmenskulturelle Vorbildfunktion). Am Maßstab des vom Aufsichtsrat entwickelten Kompetenzprofils wird die Gesellschaft Kandidaten identifizieren, die in eine vom Aufsichtsrat zu treffende Auswahl einbezogen werden können. Dadurch soll ermöglicht werden, dass der Aufsichtsrat bei der Bestellung von Vorständen eine hinreichende Vielfalt in Bezug auf Berufsausbildung und -erfahrung, kulturelle Prägung und Diversität sicherstellen kann. Unabhängig von diesen Kriterien ist die Gesellschaft überzeugt, dass letztlich nur die ganzheitliche Würdigung der einzelnen Persönlichkeit ausschlaggebend für eine Vorstandsbestellung sein kann. Bei der Einbeziehung von externen Kandidaten wird die Gesellschaft eine entsprechende Auswahl auf der Basis der erforderlichen Kompetenzen für die Vorstandsposition regelmäßig unter Einbeziehung qualifizierter Personalberatungsunternehmen vornehmen.

Im Hinblick auf seine eigene Zusammensetzung hat sich der Aufsichtsrat der Gesellschaft ein Kompetenzprofil definiert und sich detaillierte Ziele gesetzt, um im Gremium verschiedene Perspektiven und Erfahrungshintergründe abzubilden. Die Einzelheiten dieses Diversitätskonzepts sind in diesem Bericht oben unter "Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse/Ziele des Aufsichtsrats hinsichtlich seiner Zusammensetzung" beschreiben. Diese Ziele werden bei Vorschlägen zur Bestellung neuer Aufsichtsratsmitglieder berücksichtigt. In der aktuellen Zusammensetzung des Aufsichtsrats wird eine sachgerechte Besetzung des Aufsichtsrats entsprechend den vorgenannten Zielen erreicht.

Weitere Angaben

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der SGL Carbon SE nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr. Die Hauptversammlung wählt insbesondere die Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats und beschließt über die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Wahl des Abschlussprüfers. Sie entscheidet über die Verwendung des Bilanzgewinns, über Kapitalmaßnahmen und die Zustimmung zu Unternehmensverträgen, ferner über die Vergütung des Aufsichtsrats und über Satzungsänderungen der Gesellschaft. Die ordentliche Hauptversammlung findet einmal jährlich statt. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Die Anteilseigner können ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung entweder selbst ausüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder durch einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben lassen. An den Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft können vor sowie während der Hauptversammlung bis zum Ende der Generaldebatte Weisungen zur Stimmrechtsausübung erteilt werden. Die Aktionäre haben zudem die Möglichkeit, ihre Stimme - ohne Bevollmächtigung eines Vertreters - schriftlich durch Briefwahl abzugeben.

Aktive und transparente Kommunikation für unsere Aktionäre

Wesentliches Ziel des Vorstands ist es, allen Zielgruppen und insbesondere den Aktionären umfassend zu berichten und dabei die gleichen Informationen zum gleichen Zeitpunkt zu vermitteln. Regelmäßig wiederkehrende Termine (z.B. Hauptversammlung, (Telefon-)Konferenzen mit Analysten und Investoren) und Berichte bzw. Mitteilungen (z.B. Geschäftsbericht, Zwischenberichte, Präsentationen auf der Hauptversammlung, Presseerklärungen sowie Ad-hoc-Mitteilungen) werden auf der Website der Gesellschaft publiziert.

Angaben zum Abschlussprüfer

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, Niederlassung Frankfurt, ist seit dem Geschäftsjahr 2 017 (1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017) Abschlussprüfer für die SGL Carbon SE und den SGL Carbon SE Konzern. Als verantwortlicher Wirtschaftsprüfer unterzeichnet seit dem Geschäftsjahr 2017 Herr Janz. Der Bestellung ging ein Ausschreibungs- und Auswahlverfahren für die Abschlussprüfung gemäß Art. 16 Abs. 3 der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 (Abschlussprüfungsverordnung) voraus.

Angaben zu Honoraren des Abschlussprüfers finden Sie im Geschäftsbericht 2019 auf der Seite 164.

Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung 2020 - gestützt auf die Empfehlung seines Prüfungsausschusses - vorschlagen, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, zum Abschlussprüfer der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2020 (und für den Fall einer etwaigen prüferischen Durchsicht unterjähriger Finanzinformationen auch für diese Prüfungsleistungen) zu bestellen.

Selbstbehalt bei D&O-Versicherung

Die Gesellschaft hat für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) mit einem Selbstbehalt von 10 % des Schadens bis zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des betreffenden Mitglieds abgeschlossen.

Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Personen, die in enger Beziehung mit diesen stehen, sind nach den einschlägigen kapitalmarktrechtlichen Vorschriften dazu verpflichtet, Eigengeschäfte mit Anteilen, Schuldtiteln oder gewissen damit verbundenen anderen Finanzinstrumenten der SGL Carbon SE offenzulegen, wenn der Gesamtwert dieser Transaktionen innerhalb eines Kalenderjahres einen Schwellenwert übersteigt. Meldungen werden auf der Internetseite der Gesellschaft (www.sglcarbon.com, dort unter "Unternehmen/Investor Relations/Aktie/Managers"Transactione) veröffentlicht.

 

Wiesbaden, den 9. März 2020

SGL Carbon SE

Der Vorstand der SGL Carbon SE

Dr. Michael Majerus

Dr. Stephan Bühler

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember

Mio. € Anhang 2019 2018
Umsatzerlöse 6, 29 1.086,7 1.047,5
Umsatzkosten   -878,9 -839,1
Bruttoergebnis vom Umsatz   207,8 208,4
Vertriebskosten   -108,6 -100,2
Forschungs- und Entwicklungskosten 6 -36,8 -33,0
Allgemeine Verwaltungskosten 6 -43,7 -54,5
Sonstige betriebliche Erträge 7 11,4 50,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen 7 -5,8 -6,0
Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen 8 15,4 16,8
Restrukturierungsaufwendungen 9 0,7 -0,9
Wertminderungsaufwand 10 -74,7 0,0
Ergebnis aus Betriebstätigkeit   -34,3 80,9
Zinserträge 11 1,7 1,6
Zinsaufwendungen 11 -33,7 -27,6
Sonstiges finanzielles Ergebnis 11 -6,9 -3,6
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Ertragsteuern   -73,2 51,3
Ertragsteuern 12 -16,2 -0,6
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten   -89,4 50,7
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten nach Ertragsteuern   -0,1 -9,0
Jahresergebnis   -89,5 41,7
Davon entfallen auf:      
Nicht beherrschende Anteile   0,5 0,4
Konzernergebnis (Anteilseigner des Mutterunternehmens)   -90,0 41,3
Ergebnis je Aktie, unverwässert (in €) 13 -0,74 0,34
Ergebnis je Aktie, verwässert (in €) 13 -0,74 0,34
Ergebnis je Aktie fortgeführte Aktivitäten, unverwässert und verwässert (in €)   -0,74 0,41

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember

Mio. € Anhang 2019 2018
Jahresergebnis   -89,5 41,7
Posten, die in Folgeperioden möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden      
Absicherung künftiger Zahlungsströme (Cashflow Hedge) 1) 28 0,4 -2,0
Unterschied aus Währungsumrechnung 2)   8,6 6,5
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden      
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 3) 26 -27,2 0,2
Sonstiges Ergebnis   -18,2 4,7
Gesamtergebnis   -107,7 46,4
Davon entfallen auf:      
Nicht beherrschende Anteile   0,4 0,4
Konzernergebnis (Anteilseigner des Mutterunternehmens)   -108,1 46,0

1) Enthält Steuereffekte in Höhe von minus 0,1 Mio. (2018: 0,6 Mio. €)
2) Enthält Steuereffekte in Höhe von 0,9 Mio. (2018: 0,0 Mio. €)
3) Enthält Steuereffekte in Höhe von 0,6 Mio. (2018: 2,7 Mio. €)

Konzernbilanz zum 31. Dezember

AKTIVA

in Mio. € Anhang 31. Dez. 19 31. Dez. 18
Langfristige Vermögenswerte      
Geschäftswerte 14 41,7 41,3
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 14 45,0 56,5
Sachanlagen 15 669,6 675,5
At-Equity bilanzierte Beteiligungen 8 56,7 52,3
Andere langfristige Vermögenswerte 16 7,0 4,3
Aktive latente Steuern 21 0,9 11,3
    820,9 841,2
Kurzfristige Vermögenswerte      
Vorräte 17 306,4 310,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte 18 209,1 216,8
Andere Forderungen und sonstige Vermögenswerte 19 31,3 34,4
Liquide Mittel 20 137,1 180,6
Termingeldanlagen   4,0 58,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   133,1 122,5
    683,9 742,2
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte   - 1,7
Summe Aktiva   1.504,8 1.585,1

PASSIVA

     
in Mio. € Anhang 31. Dez. 19 31. Dez. 18
Eigenkapital      
Gezeichnetes Kapital 22 313,2 313,2
Kapitalrücklage 22 1.041,6 1.046,6
Kumulierte Verluste   -936,2 -828,2
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens   418,6 531,6
Nicht beherrschende Anteile   10,3 10,7
Eigenkapital gesamt   428,9 542,3
Langfristige Schulden      
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 23 318,7 293,2
Andere Rückstellungen 24 31,4 36,3
Verzinsliche Darlehen 25 404,4 396,5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 25 34,2 67,9
Übrige Verbindlichkeiten 25 5,3 -
Passive latente Steuern 21 2,0 4,1
    796,0 798,0
Kurzfristige Schulden      
Andere Rückstellungen 24 67,1 91,1
Kurzfristiger Teil der verzinslichen Darlehen 25 3,2 2,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 25 108,7 108,1
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 25 73,4 18,8
Übrige Verbindlichkeiten 25 27,5 24,1
    279,9 244,3
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten   - 0,5
Summe Passiva   1.504,8 1.585,1

Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember

Mio. € Anhang 2019 2018
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit      
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Ertragsteuern   -73,2 51,3
Überleitung vom Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten zum Cashflow erzielt aus betrieblicher Tätigkeit:      
Zinsaufwendungen (netto)   32,0 26,0
Veränderung des Wertes von Vertragsvermögenswerten (IFRS 15)   3,2 -17,6
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen   0,3 -3,6
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens   82,4 75,0
Ertrag aus sukzessivem Unternehmenszusammenschluss 5 - -28,4
Wertminderungsaufwand 10 74,7 0,0
Restrukturierungsaufwendungen 9 -0,7 0,9
Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen 8 -15,4 -16,8
Amortisation von Refinanzierungskosten   3,4 2,7
Erhaltene Zinsen   2,1 1,1
Gezahlte Zinsen   -19,6 -18,2
Gezahlte Steuern 12 -4,8 -3,3
Veränderung der Rückstellungen (netto)   -33,0 -9,4
Veränderung im Nettoumlaufvermögen      
Vorräte   4,2 -43,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   14,3 -5,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   -4,7 14,7
Veränderung der anderen betrieblichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten   -3,3 -2,0
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit - fortgeführte Aktivitäten   61,9 23,6
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten   - -4,6
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit - fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten   61,9 19,0
Cashflow aus Investitionstätigkeit      
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen   -95,1 -78,1
Einzahlungen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen   1,4 4,7
Einzahlungen aus Devestitionen   3,6 3,4
Dividendenzahlungen einschließlich Kapitalrückzahlungen von At-Equity bilanzierten Beteiligungen   10,9 11,0
Zahlungen für den Erwerb von Tochtergesellschaften (abzüglich erworbene Zahlungsmittel) 5 - -23,1
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten   -79,2 -82,1
Veränderungen von Termingeldanlagen   54,1 -58,1
Cashflow aus Investitionstätigkeit und Geldanlagen - fortgeführte Aktivitäten   -25,1 -140,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit und Geldanlagen - nicht fortgeführte Aktivitäten   -9,4 62,6
Cashflow aus Investitionstätigkeit und Geldanlagen - fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten   -34,5 -77,6
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit      
Aufnahme von Finanzschulden   257,4 159,3
Rückzahlung von Finanzschulden   -256,8 -354,8
Auszahlungen für den Tilgungsanteil der Leasingverbindlichkeiten   -8,7 -
Zahlungen im Zusammenhang mit Finanzierungstätigkeiten   -8,7 -4,4
Sonstige Finanzierungstätigkeiten   -0,3 -1,0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten   -17,1 -200,9
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten   0,0 0,0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten   -17,1 -200,9
Wechselkursbedingte Veränderungen   0,3 0,1
Nettoveränderung der Zahlungsmittel   10,6 -259,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang des Geschäftsjahres   122,5 382,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende des Geschäftsjahres   133,1 123,5
Termingeldanlagen am Ende des Geschäftsjahres   4,0 58,1
Liquide Mittel gesamt   137,1 181,6
Abzüglich: Liquide Mittel der zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte am Ende des Geschäftsjahres   - 1,0
Liquide Mittel 20 137,1 180,6

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember

Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens
Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Angesammelte Ergebnisse
Stand 31. Dez. 17 313,2 1.032,9 -847,2
Kumulierte Anpassungsbeträge aus der Erstanwendung der IFRS 15 und IFRS 9     15,4
Stand 1. Jan. 18 313,2 1.032,9 -831,8
Jahresergebnis     41,3
Sonstiges Ergebnis     0,2
Gesamtergebnis     41,5
Dividenden      
Eigenkapitalkomponente der Wandelanleihen 1)   13,7  
Stand 31. Dez. 18 313,2 1.046,6 -790,3
Kumulierte Anpassungsbeträge aus der Erstanwendung des IFRS 16     0,1
Stand 1. Jan. 19 313,2 1.046,6 -790,2
Jahresergebnis     -90,0
Sonstiges Ergebnis     -27,2
Gesamtergebnis     -117,2
Dividenden      
Eigenkapitalkomponente der Wandelanleihe 2)   -5,0  
Sonstige Eigenkapitalveränderungen      
Stand 31. Dez. 19 313,2 1.041,6 -907,4
entfallendes Eigenkapital
Kumulierte Verluste
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Mio. € Währungsumrechnung Cashflow Hedges (netto) Ergebnis aus der Marktbewertung Wertpapiere
Stand 31. Dez. 17 -44,0 1,6 0,5
Kumulierte Anpassungsbeträge aus der Erstanwendung der IFRS 15 und IFRS 9     -0,5
Stand 1. Jan. 18 -44,0 1,6 0,0
Jahresergebnis      
Sonstiges Ergebnis 6,5 -2,0  
Gesamtergebnis 6,5 -2,0 0,0
Dividenden      
Eigenkapitalkomponente der Wandelanleihen 1)      
Stand 31. Dez. 18 -37,5 -0,4  
Kumulierte Anpassungsbeträge aus der Erstanwendung des IFRS 16      
Stand 1. Jan. 19 -37,5 -0,4 0,0
Jahresergebnis      
Sonstiges Ergebnis 8,7 0,4  
Gesamtergebnis 8,7 0,4 -
Dividenden      
Eigenkapitalkomponente der Wandelanleihe 2)      
Sonstige Eigenkapitalveränderungen      
Stand 31. Dez. 19 -28,8 0,0 -
 
Mio. € Kumulierte Verluste Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital gesamt
Stand 31. Dez. 17 -889,1 457,0 11,3 468,3
Kumulierte Anpassungsbeträge aus der Erstanwendung der IFRS 15 und IFRS 9 14,9 14,9 0,0 14,9
Stand 1. Jan. 18 -874,2 471,9 11,3 483,2
Jahresergebnis 41,3 41,3 0,4 41,7
Sonstiges Ergebnis 4,7 4,7   4,7
Gesamtergebnis 46,0 46,0 0,4 46,4
Dividenden 0,0 0,0 -1,0 -1,0
Eigenkapitalkomponente der Wandelanleihen 1) 0,0 0,0   0,0
Stand 31. Dez. 18 -828,2 531,6 10,7 542,3
Kumulierte Anpassungsbeträge aus der Erstanwendung des IFRS 16 0,1 0,1 0,0 0,1
Stand 1. Jan. 19 -828,1 531,7 10,7 542,4
Jahresergebnis -90,0 -90,0 0,5 -89,5
Sonstiges Ergebnis -18,1 -18,1 -0,1 -18,2
Gesamtergebnis -108,1 -108,1 0,4 -107,7
Dividenden 0,0 0,0 -0,3 -0,3
Eigenkapitalkomponente der Wandelanleihe 2) 0,0 -5,0   -5,0
Sonstige Eigenkapitalveränderungen 0,0 0,0 -0,5 -0,5
Stand 31. Dez. 19 -936,2 418,6 10,3 428,9

1) Nach Abzug von Transaktionskosten in Höhe von 0,2 Mio. €
2) Effekte im Zusammenhang mit dem Rückkauf der Wandelanleihe 2015/2020 in Höhe von 5,0 Mio. €, siehe Textziffer 22

Konzernanhang

1. Allgemeine Angaben

SGL Carbon SE mit Sitz in Wiesbaden (Handelsregisternummer HRB 23960 Wiesbaden), ist zusammen mit ihren Tochtergesellschaften (die Gesellschaft oder SGL Carbon) ein weltweit tätiger Hersteller von Produkten und Lösungen auf Basis von Carbonfasern und Spezialgraphiten. Die SGL Carbon hat den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Der vorliegende Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde am 9. März 2020 vom Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf Basis historischer Anschaffungs- oder Herstellungskosten, sofern nicht unter etwas anderes angegeben wird. Der Konzernabschluss wurde in Euro (€) aufgestellt. Die Darstellung erfolgt in Millionen Euro (Mio. €), kaufmännisch gerundet auf eine Nachkommastelle, soweit nicht anders lautend angegeben. Aufgrund von Rundungen addieren sich Zahlen ggf. nicht exakt zu den angegebenen Summen auf.

2. Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsgrundsätze

Der Konzernabschluss wird in Übereinstimmung mit den nachfolgenden Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. In bestimmten Fällen ist es notwendig, Schätzungen und Annahmen, die sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie auf die Höhe der Aufwendungen und Erträge auswirken können, zu treffen. Solche Schätzungen und Annahmen können sich im Zeitablauf verändern und einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SGL Carbon haben. Die von der SGL Carbon angewendeten schätzsensitiven Bilanzierungsgrundsätze werden nachfolgend unter dieser Textziffer (z. B. Realisierung von Umsatzerlösen, Wertminderungsprüfungen sowie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen) bzw. weitergehend insbesondere unter den Textziffern 6, 10, 21, 23, sowie 24 dargestellt.

Dies ist der erste Konzernabschluss der SGL Carbon in dem IFRS 16 Leasingverhältnisse angewendet wurde. Die damit zusammenhängenden Änderungen wesentlicher Rechnungslegungsmethoden sind in Textziffer 3 dargestellt.

Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss werden die SGL Carbon SE und ihre Tochtergesellschaften, über die die SGL Carbon Beherrschung ausübt, einbezogen. Die SGL Carbon beherrscht ein Unternehmen, sofern sie Verfügungsgewalt über dieses hat. Darüber hinaus ist die SGL Carbon schwankenden Renditen aus ihrem Engagement in den Beteiligungsunternehmen ausgesetzt oder besitzt Anrechte auf diese und hat die Fähigkeit, diese Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Zum 31. Dezember 2019 wurden neben der SGL Carbon SE 15 inländische (Vorjahr: 15) und 32 (Vorjahr: 35) ausländische Tochterunternehmen konsolidiert. Ein (Vorjahr: ein) gemeinschaftlich geführtes und zwei (Vorjahr: zwei) assoziierte Unternehmen wurden At-Equity bilanziert. Die Zusammenstellung der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften und des gesamten Anteilsbesitzes gemäß §313 Abs. 2 HGB erfolgt in der Anteilsbesitzliste unter Textziffer 32. Abgegangen sind insgesamt drei Gesellschaften.

Unternehmenszusammenschlüsse

Die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte sowie die übernommenen Verbindlichkeiten, einschließlich Eventualverbindlichkeiten, bewertet die SGL Carbon mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt, unabhängig vom Umfang etwaiger nicht beherrschender Anteile. Die Bewertung von nicht beherrschenden Anteilen erfolgt zum anteiligen beizulegenden Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten (Partial-Goodwill-Methode).

Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Als assoziiert gelten Unternehmen, bei denen die SGL Carbon einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausüben kann. Gemeinschaftsunternehmen sind Unternehmen, bei denen die SGL Carbon und mindestens eine weitere Partei gemeinschaftlich die Führung ausüben. Gemeinschaftliche Führung liegt vor, wenn Entscheidungen über maßgebliche Tätigkeiten die einstimmige Zustimmung der an der gemeinschaftlichen Führung beteiligten Parteien erfordern. Anteile an Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und assoziierten Unternehmen werden im Konzern At-Equity bilanziert. Der Anteil der SGL Carbon am Gewinn oder Verlust der Joint Ventures beziehungsweise assoziierten Unternehmen nach Erwerb wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der Anteil am sonstigen Ergebnis und an erfolgsneutralen Veränderungen des Eigenkapitals unmittelbar im Konzern-Eigenkapital. Die kumulierten Veränderungen nach dem Erwerbszeitpunkt erhöhen beziehungsweise vermindern den Beteiligungsbuchwert der Joint Ventures beziehungsweise assoziierten Unternehmen. Entsprechen die Verluste eines Joint Ventures beziehungsweise assoziierten Unternehmens, die der SGL Carbon zuzurechnen sind, dem Wert des Anteils an diesem Unternehmen oder übersteigen diese, werden keine weiteren Verlustanteile bilanziell erfasst. Der Anteil an einem assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen ist der Buchwert der Beteiligung, zuzüglich sämtlicher langfristiger Darlehen, die dem wirtschaftlichen Gehalt nach der Nettoinvestition der SGL Carbon in das assoziierte Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen zuzuordnen sind.

Fremdwährungsumrechnung

Umrechnung von Fremdwährungsposten

In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden sämtliche Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zu Mittelkursen zum Bilanzstichtag bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Aus der Bewertung der Fremdwährungspositionen resultierende Kursdifferenzen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Posten sonstiger betrieblicher Aufwand und/oder sonstiger betrieblicher Ertrag ausgewiesen. Umrechnungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Forderungen, die als Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb behandelt werden, werden direkt im Eigenkapital (Währungsumrechnung) erfasst.

Umrechnung von Abschlüssen in fremder Währung

Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften folgt dem Konzept der funktionalen Währung (IAS 21) nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Da alle Tochtergesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist die funktionale Währung identisch mit der jeweiligen Landeswährung. Bilanzposten werden folglich zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag und die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die bei der Umrechnung entstehenden Umrechnungsdifferenzen werden bis zum Abgang des ausländischen Geschäftsbetriebs als separater Bestandteil des Eigenkapitals erfasst.

Umsatzerlöse, Vertragsvermögenswerte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsverbindlichkeiten

Die SGL Carbon realisiert Umsatzerlöse, sobald die Verfügungsgewalt an den Waren übertragen wurde oder die Dienstleistung erbracht wurde, das heißt, wenn der Kunde die Fähigkeit besitzt, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen daraus zieht. Voraussetzung dabei ist, dass ein Vertrag mit durchsetzbaren Rechten und Pflichten besteht und unter anderem der Erhalt der Gegenleistung - unter Berücksichtigung der Bonität des Kunden - wahrscheinlich ist. Die Umsatzerlöse umfassen den Gegenwert, den die SGL Carbon für die Übertragung von Waren bzw. die Erbringung von Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Bei dem Verkauf von Standardprodukten werden Umsatzerlöse zu dem Zeitpunkt realisiert, an dem die Verfügungsgewalt auf den Erwerber übergeht, im Regelfall bei Lieferung der Güter. Rechnungen werden zu diesem Zeitpunkt ausgestellt. Hingegen werden bei auftragsbezogenen Fertigungen, bei denen ein Werk geschuldet wird und das finale Endprodukt nicht an einen (beliebigen) weiteren Kunden veräußert werden kann (kundenspezifischer Vermögenswert ohne alternative Nutzungsmöglichkeiten), die Umsatzerlöse über den Herstellungszeitraum erfasst.

Bei der Umsatzrealisierung über einen Herstellungszeitraum ist die Einschätzung, ob ein Vermögenswert in hohem Maße auf einen bestimmten Kunden zugeschnitten ist, von besonderer Bedeutung, ebenso wie die Schätzung der Gegenleistung, die die SGL Carbon voraussichtlich erhalten wird. Diese Schätzung beinhaltet subjektive Bewertungen sowie die Verwendung von Annahmen, die von Natur aus ungewiss sind und Veränderungen unterliegen können.

Vertragsvermögenswerte, Vertragsverbindlichkeiten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Hat eine der Parteien eines Vertrags mit einem Kunden ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, wird in Abhängigkeit vom Verhältnis zwischen der Leistungserbringung von SGL Carbon und der Zahlung des Kunden ein Vertragsvermögenswert oder eine Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen. Vertragsvermögenswerte resultieren primär aus Verkäufen von Gütern, bei denen die Verfügungsgewalt auf den Kunden übergeht, bevor SGL Carbon einen unbedingten Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung erlangt hat. Vertragsverbindlichkeiten stammen überwiegend aus erhaltenen Anzahlungen für noch nicht gelieferte Produkte. Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten werden auf Vertragsebene saldiert und als kurzfristig ausgewiesen, da diese innerhalb des regulären Geschäftszyklus anfallen. Forderungen werden ausgewiesen, wenn der Anspruch auf den Erhalt der Gegenleistung keiner Bedingung mehr unterliegt. Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für Bonitätsrisiken werden entsprechend den Bilanzierungsgrundsätzen für zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte gebildet.

Die SGL Carbon vereinbart branchenübliche Zahlungsziele, wesentliche Finanzierungskomponenten sind in den Verträgen mit Kunden nicht enthalten.

Gewährleistungsverpflichtungen sichern dem Kunden zu, dass das gelieferte Gut den vertraglich vereinbarten Spezifikationen entspricht. Sie stellen keine separate Leistungsverpflichtung dar und werden gemäß IAS 37 als Rückstellung erfasst.

Dienstleistungen werden in der Regel in Verbindung mit dem Verkauf von Produkten erbracht und erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde. Die Höhe der Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen stellt dabei im Vergleich zu den Umsatzerlösen aus der Übertragung von Gütern eine untergeordnete Rolle dar.

Für Informationen zu Wertminderungen auf Forderungen aus Verträgen mit Kunden verweisen wir auf die Textziffer 28 "Zusätzliche Informationen zu Finanzinstrumenten", Stichwort "Ausfallrisiken".

Erträge und Aufwendungen

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung beziehungsweise zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam. Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht erfasst. Aufwendungen für Werbung und Verkaufsförderung sowie andere kundenbezogene Aufwendungen werden unmittelbar ergebniswirksam im Gewinn oder Verlust erfasst. Rückstellungen für geschätzte Aufwendungen im Rahmen von gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs des entsprechenden Produkts in Höhe der geschätzten Inanspruchnahme basierend auf Erfahrungswerten der Vergangenheit gebildet.

Ergebnis je Aktie

Das "Ergebnis je Aktie, unverwässert" ermittelt sich aus der Division des Ergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten, des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten beziehungsweise des Ergebnisses nach Steuern, welches jeweils den Anteilseignern des Mutterunternehmens zugerechnet werden kann, durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktien. Das "Ergebnis pro Aktie, verwässert" berücksichtigt alle potenziell verwässernden Wandelanleihen und aktienbasierte Vergütungspläne unter Annahme von deren Wandlung beziehungsweise Ausübung.

Geschäftswerte

Geschäftswerte unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung, sondern werden einmal jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung einer Werthaltigkeitsüberprüfung (Impairment-Test) unterzogen. Für die Werthaltigkeitsüberprüfung werden die Geschäftswerte den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGEs) zugeordnet, welche die niedrigste Ebene innerhalb des Unternehmens darstellen, auf der die Geschäftswerte im Rahmen der internen Unternehmenssteuerung überwacht werden. Die ZGEs werden bei der SGL Carbon eine Ebene unter dem Segment definiert. Eine Wertminderung würde sich dann ergeben, wenn der Buchwert der ZGE, welcher ein Geschäftswert zugeordnet ist, höher ist als deren erzielbarer Betrag. Ausführungen zur Vorgehensweise bei der Werthaltigkeitsüberprüfung finden sich im Übrigen im Abschnitt "Wertminderungsprüfungen von Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte (sogenannter Impairment-Test)".

Sachanlagen, sonstige immaterielle Vermögenswerte und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Materielle sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, sind mit ihren Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten bilanziert, vermindert um planmäßige Abschreibungen und gegebenenfalls Wertminderungen. Dies gilt auch für als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien. Diese umfassen Immobilien, die das Unternehmen besitzt, um Mieteinnahmen und/oder Wertsteigerungen zu erzielen, und die nicht in der Produktion oder für Verwaltungszwecke eingesetzt werden. Sofern abnutzbare Sachanlagen aus wesentlichen identifizierbaren Komponenten mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten als gesonderte Bilanzierungseinheiten behandelt und über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben. Zuwendungen der öffentlichen Hand für den Erwerb oder den Bau von Sachanlagen verringern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der betreffenden Vermögenswerte. Sonstige gewährte Zuschüsse oder Beihilfen werden abgegrenzt und über den zugrunde liegenden Zeitraum oder die voraussichtliche Nutzungsdauer eines Vermögenswerts aufgelöst.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden auf der Grundlage der nachfolgenden konzerneinheitlichen Nutzungsdauern linear ermittelt:

Betriebsgebäude 10 bis 40 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 4 bis 25 Jahre
Andere Anlagen 3 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15 Jahre

Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte werden planmäßig linear über eine Nutzungsdauer von maximal 12 Jahren abgeschrieben.

Leasing

Ein Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts (des Leasinggegenstands) für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt überträgt.

Bis zum 31. Dezember 2 018 wurde ein Leasingverhältnis als eine Vereinbarung definiert, in der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht an der Nutzung eines Vermögenswerts für einen bestimmten Zeitraum überträgt. Das wirtschaftliche Eigentum an Leasinggegenständen wurde gemäß IAS 17 dann dem Leasingnehmer zugerechnet, wenn dieser die wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen aus dem Leasinggegenstand trug. Sofern das wirtschaftliche Eigentum der SGL Carbon als Leasingnehmer zuzurechnen war, erfolgte die Aktivierung zum niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert und Barwert der Mindestleasingraten. In gleicher Höhe wurde eine Leasingverbindlichkeit unter den langfristigen Schulden passiviert. Die Folgebewertung erfolgte unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten.

Seit dem 1. Januar 2019 bilanziert die SGL Carbon als Leasingnehmer gemäß IFRS 16 grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen:

Feste Zahlungen, abzüglich vom Leasinggeber zu leistender Leasinganreize
variable Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind
den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde.

Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Auf ein Portfolio ähnlich ausgestatteter Leasingverträge wendet SGL Carbon einen einzigen Abzinsungssatz an. Nutzungsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet, die sich aus der Leasingverbindlichkeit zuzüglich direkt zurechenbarer Kosten zusammensetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über den Zeitraum des Vertragsverhältnisses vorgenommen.

Für Leasinggegenstände von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen linear als Aufwand über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird für Technische Anlagen und Maschinen von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, auf eine Trennung dieser Komponenten zu verzichten. Daneben werden konzerninterne Leasingverhältnisse - der internen Steuerung entsprechend - gemäß IFRS 8 der Segmentberichterstattung grundsätzlich auch zukünftig wie operative Mietverhältnisse nach IAS 17 dargestellt. SGL Carbon macht zudem von der Erleichterung Gebrauch, zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung nicht erneut beurteilen zu müssen, ob bestehende Verträge ein Leasingverhältnis gemäß der Definition von IFRS 16 darstellen oder beinhalten. Demzufolge werden Vereinbarungen, die gemäß IAS 17 oder IFRIC 4 kein Leasingverhältnis beinhalten, ebenfalls nicht neu beurteilt.

Sofern SGL Carbon Verträge als Leasinggeber abschließt, werden diese Verträge gemäß IFRS 16 als "Finance-Lease" klassifiziert, wenn im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Leasinggegenstands verbundenen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übertragen werden. Alle anderen Kurzfristmiet- und Leasinggeschäfte werden gemäß IFRS 16 als "Operate Lease" klassifiziert. Schließt die Gesellschaft als Leasinggeber "Finance Lease"-Verträge ab, werden die künftig vom Leasingnehmer zu zahlenden Leasingraten als Leasingforderung in Höhe des Nettoinvestitionswerts aus dem Leasingvertrag bilanziert. Diese werden gemäß dem vereinfachten Wertminderungsmodell in Übereinstimmung mit IFRS 9 bewertet. Bei Operating Lease-Verträgen weist die Gesellschaft das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen aus. Die in der Periode vereinnahmten Leasingraten werden unter den Umsatzerlösen gezeigt.

Wertminderungsprüfungen von Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten (sogenannter Impairment-Test)

An jedem Bilanzstichtag prüft die SGL Carbon, ob Anzeichen (auslösende Ereignisse) für eine Wertminderung der immateriellen Vermögenswerte und des Sachanlagevermögens vorliegen. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts ermittelt und dem Buchwert gegenübergestellt, um den Umfang einer gegebenenfalls vorzunehmenden Wertminderung festzustellen. Der erzielbare Betrag ist der jeweils höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Nettoveräußerungswert) und Nutzungswert, wobei die SGL Carbon zunächst den Nutzungswert ermittelt. Übersteigt dieser bereits den Buchwert, wird auf die Berechnung des Nettoveräußerungswerts verzichtet. Die SGL Carbon bestimmt diese Werte anhand eines anerkannten Bewertungsmodells auf Basis von diskontierten künftigen Zahlungsströmen (Discounted Cashflows); dies entspricht Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie des IFRS 13. Falls ein Vermögenswert keine Cashflows erzeugt, die weitestgehend von den Cashflows anderer Vermögenswerte unabhängig sind, wird die Überprüfung der Wertminderung nicht auf Ebene des einzelnen Vermögenswerts durchgeführt, sondern auf Ebene der ZGE, zu der der Vermögenswert gehört.

Den Cashflows liegen Fünf-Jahres-Planungen der einzelnen ZGEs zugrunde, die bottom-up erstellt, vom Vorstand der SGL Carbon analysiert und vom Aufsichtsrat genehmigt wurden. Die Planung basiert auf internen Erwartungen und Annahmen, die mit externen Daten abgeglichen und objektiviert werden, und enthält für jedes Planjahr und je ZGE unter anderem eine Absatz-, Umsatz- und Kostenplanung sowie eine daraus entwickelte Projektion der Betriebsergebnisse und Cashflows. Dabei werden Umsatz- und Ergebnisentwicklung auf Produkt- beziehungsweise Produktgruppenebene auf Basis der erwarteten Markt-, Wirtschafts- und Wettbewerbsentwicklung für die nächsten fünf Jahre geplant und auf ZGE-Ebene aggregiert. Für die Bestimmung des Terminal Value im Berichtsjahr wird der eingeschwungene Zustand aus dem letzten (grundsätzlich dem fünften) Planjahr ermittelt; in begründeten Ausnahmefällen kann der Detailplanungszeitraum verlängert werden. Anschließend werden die sich daraus ergebenden zukünftigen Cashflows unter Anwendung individueller Wachstumsraten extrapoliert. Die künftigen Cashflows werden mit einem Abzinsungssatz, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinsniveaus und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts beziehungsweise der ZGE widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Die wichtigsten Annahmen, auf denen die Ermittlung des erzielbaren Betrags basiert, beinhalten geschätzte Cashflows (insbesondere Umsatz- und Rentabilitätsentwicklung), Wachstumsraten und gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten. Diese Prämissen sowie die zugrunde liegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung der Vermögenswerte haben.

Sobald Hinweise vorliegen, dass die Gründe für die vorgenommenen Wertminderungen nicht länger existieren, überprüft die SGL Carbon die Notwendigkeit einer vollständigen oder teilweisen Wertaufholung.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument gemäß IAS 32 ist ein vertraglich vereinbarter Anspruch oder eine vertraglich vereinbarte Verpflichtung, aus dem beziehungsweise aus der ein Zu- beziehungsweise Abfluss von finanziellen Vermögenswerten oder die Ausgabe von Eigenkapitalrechten resultiert. Finanzinstrumente umfassen einerseits originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Wertpapiere oder auch Finanzforderungen, Finanzschulden und sonstige Finanzverbindlichkeiten; andererseits gehören hierzu auch die derivativen Finanzinstrumente, die zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von Währungskursen und Zinssätzen eingesetzt werden.

Finanzinstrumente werden grundsätzlich erstmalig mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die dem Erwerb oder der Emission von Finanzinstrumenten direkt zurechenbaren Transaktionskosten werden bei der erstmaligen Ermittlung des Buchwerts berücksichtigt. Eingebettete Derivate werden unter bestimmten Voraussetzungen vom Basisinstrument (Finanzinstrument) getrennt und separat zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird am Handelstag erfasst. Die Folgebewertung von Finanzinstrumenten richtet sich nach der Kategorie, der sie zugeordnet sind: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. In Übereinstimmung mit den Klassifizierungsvorschriften des IFRS 9 teilt SGL Carbon finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten in folgende Klassen ein:

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte , die in dem Geschäftsmodell "Halten zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme" gehalten werden und deren vertragliche Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten: SGL Carbon bewertet finanzielle Verbindlichkeiten, mit Ausnahme von Derivaten, unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte: Sofern das Geschäftsmodell grundsätzlich das Halten der Vermögenswerte vorsieht, allerdings auch Veräußerungen vorgenommen werden und deren Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen, so werden diese Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Diese Bewertungskategorie wird bei der SGL Carbon nicht angewendet.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten: Finanzielle Vermögenswerte, die ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen enthalten, jedoch nicht innerhalb eines der beiden genannten Geschäftsmodelle gehalten werden, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Hierzu zählen auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die aufgrund einer Factoring Vereinbarung für einen Verkauf vorgesehen sind. Für Eigenkapitalinstrumente gestattet IFRS 9 optional eine er folgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. SGL Carbon wendet diese Option zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert auf Einzelfallebene aktuell nicht an. Daher werden Eigenkapitalinstrumente, wie z. B. Wertpapiere, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder erloschen sind. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn diese getilgt, das heißt alle im Vertrag genannten finanziellen Verpflichtungen beglichen wurden, endgültig aufgehoben sind oder auslaufen. Die Differenz zwischen dem Buchwert der getilgten Verbindlichkeit und der gezahlten Gegenleistung wird erfolgswirksam durch den Gewinn oder Verlust erfasst.

Hybride Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, die sowohl eine Fremd- als auch eine Eigenkapitalkomponente enthalten, werden ihrem Charakter entsprechend in unterschiedlichen Bilanzposten angesetzt. Zu den hier relevanten Finanzinstrumenten gehören die Wandelanleihen. Der beizulegende Zeitwert von Wandlungsrechten wird bereits bei der Emission einer Wandelanleihe in die Kapitalrücklage eingestellt und gleichzeitig von der Anleiheverbindlichkeit abgesetzt. Beizulegende Zeitwerte von Wandlungsrechten aus unterverzinslichen Anleihen werden anhand des kapitalisierten Unterschiedsbetrags aus dem Zinsvorteil ermittelt. Während der Laufzeit der Anleihe wird der Zinsaufwand der Fremdkapitalkomponente aus dem Marktzins zum Zeitpunkt der Emission für eine vergleichbare Anleihe ohne Wandlungsrecht errechnet. Der Differenzbetrag zwischen dem berechneten und dem gezahlten Zins erhöht den Buchwert der Anleiheverbindlichkeit. Die Emissionskosten der Wandelanleihe reduzieren direkt proportional die Anschaffungskosten der Eigen- beziehungsweise der Fremdkapitalkomponente.

Derivative Finanzinstrumente

Nach IFRS 9 werden alle derivativen Finanzinstrumente in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Finanzinstrumente werden in der Bilanz erfasst, sobald die SGL Carbon Vertragspartner eines Finanzinstruments wird. Der Ansatz der Finanzinstrumente erfolgt zum Abschlusstag des Geschäfts. Bei Vertragsabschluss eines Derivats wird festgelegt, ob dieses der Absicherung künftiger Zahlungsströme (Cashflow-Hedge) dient. Bei einem Cashflow-Hedge werden künftige Zahlungsströme aus mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden geplanten Transaktionen gegen Schwankungen abgesichert. Die Dokumentation der Sicherungsbeziehungen beinhaltet die Ziele und Strategie des Risikomanagements, die Art der Sicherungsbeziehung, das gesicherte Risiko, die Bezeichnung des Sicherungsinstruments und des Grundgeschäfts sowie eine Beurteilung der Effektivitätskriterien. Die Sicherungsbeziehungen werden regelmäßig dahingehend untersucht, ob sie während der gesamten Berichtsperiode effektiv waren, für die sie designiert wurden. Einzelne Derivate erfüllen nicht die Voraussetzungen von IFRS 9 für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung eine Sicherung darstellen. Die Änderungen des beizulegenden Marktwerts von Derivaten werden wie folgt erfasst:

1. Cashflow-Hedge: Lediglich die Veränderung des beizulegenden Zeitwertes des Devisentermingeschäftes wird als das Sicherungsinstrument bei Sicherungsbeziehungen für Zahlungsströme bestimmt. Dieser effektive Teil der Änderungen des Zeitwerts der Derivate, die der Absicherung künftiger Cashflows dienen, wird erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. Der ineffektive Teil der Wertänderung des Sicherungsinstruments wird ergebniswirksam erfasst. Die Veränderung des beizulegenden Zeitwertes der Währungsbasis-Spreads (Cross Currency Basis Spreads) der Derivate wird nicht separat ausgewiesen, da sie unwesentlich ist. Sämtliche im Eigenkapital erfassten Beträge werden anschließend erfolgswirksam in den Gewinn oder Verlust umgebucht wenn auch das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird.
2. Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation: Bei Absicherung einer Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb wird der effektive Teil der Gewinne und Verluste aus der Wertänderung des eingesetzten Sicherungsinstruments erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Der ineffektive Teil wird ergebniswirksam erfasst. Bei Abgang der Investition werden die im Eigenkapital enthaltenen Bewertungsänderungen des Sicherungsgeschäfts erfolgswirksam durch den Gewinn oder Verlust erfasst.
3. Stand Alone (keine Hedge-Beziehung): Marktwertänderungen von Derivaten, die nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllen, werden als zu Handelszwecken gehalten eingestuft in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und sind somit erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Sofern Handels- und Erfüllungstag zeitlich auseinanderfallen, ist für die erstmalige Bilanzierung der Erfüllungstag maßgeblich. Bezüglich weiterer Informationen zu Finanzinstrumenten wird auf Textziffer 28 verwiesen.

Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte

Wertberichtigungen werden für erwartete Kreditverluste gebildet, die einen zukunftsorientierten Schätzwert künftiger Kreditverluste darstellen und wesentliche Ermessensentscheidungen erfordern. Bei der Ermittlung des erwarteten Kreditverlustes (expected credit losses) ist allgemein ein dreistufiges Vorgehen zur Allokation von Wertberichtigungen vorgesehen, welches sich wie folgt zusammenfassen lässt:

Stufe 1: Alle finanziellen Vermögenswerte werden bei der Ersterfassung der Stufe 1 zugeordnet. Eine Wertberichtigung wird in Höhe der erwarteten Kreditverluste innerhalb der nächsten zwölf Monate gebildet.

Stufe 2: Wenn ein finanzieller Vermögenswert eine wesentliche Steigerung des Kreditrisikos erfahren hat, allerdings nicht in seiner Bonität beeinträchtigt ist, wird er von der Stufe 1 in die Stufe 2 transferiert. Als Wertberichtigungen werden die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erfasst.

Stufe 3: Wenn ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt ist oder ist er bereits ausgefallen ist, wird er in Stufe 3 transferiert. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erfasst. Hierbei wird der Effektivzinsertrag auf Basis des Nettobetrages (Bruttobetrag abzüglich Risikovorsorge) berechnet. Objektive Hinweise darauf, dass ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt ist, umfassen eine Überfälligkeit ab 45 Tage sowie weitere Informationen über wesentliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Termingelder (Liquide Mittel) werden in die Stufe 1 zugeordnet da die Liquiden Mittel im Wesentlichen nur bei Banken und Finanzinstituten mit einem geringen Ausfallrisiko (Investment Grade: S&P AAA bis BBB-) angelegt werden.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wendet SGL die vereinfachte Vorgehensweise an, die Wertberichtigungen in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste zu bemessen.

Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach der gewichteten Durchschnittskostenmethode bewertet. Soweit erforderlich, wird der niedrigere Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert wird unter Berücksichtigung der erwarteten Verkaufspreise abzüglich der Kosten für Fertigstellung und Verkaufskosten sowie anderer für den Absatz relevanter Faktoren ermittelt. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Direkt zurechenbare Kosten enthalten vor allem Kosten für Personal inklusive Altersversorgung, Abschreibungen und direkt zurechenbares Material. Zinsen auf Fremdkapital werden nicht aktiviert. Aufwendungen für Wertminderungen werden als Umsatzkosten erfasst.

Liquide Mittel

Die liquiden Mittel bestehen aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Termingeldanlagen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel und Bankguthaben mit einer originären Laufzeit von weniger als drei Monaten. Bankguthaben mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als drei Monaten werden unter den Termingeldanlagen ausgewiesen.

Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden nach Maßgabe von IAS 12 für temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Steuerbilanz und der IFRS-Konzernbilanz sowie für steuerliche Verlustvorträge einschließlich noch nicht genutzter steuerlicher Abschreibungsbeträge, für steuerlich noch nicht geltend gemachte Zinsen und für noch nicht genutzte Steuergutschriften ermittelt. Aktive latente Steuern werden angesetzt, wenn künftig ausreichend steuerpflichtiges Einkommen zur Verfügung steht. Dabei werden unter anderem die geplanten Ergebnisse aus der operativen Geschäftstätigkeit, die Ergebniswirkungen aus der Umkehrung von zu versteuernden temporären Differenzen sowie mögliche Steuerstrategien mit einbezogen. Sofern das Unternehmen bzw. eine steuerliche Organschaft in der jüngeren Vergangenheit eine Folge von Verlusten aufweist, werden aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge nur in dem Maße bilanziert, in dem entweder ausreichende zu versteuernde temporäre Differenzen zur Verfügung stehen oder überzeugende substanzielle Nachweise dafür vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die ungenutzten steuerlichen Verluste verwendet werden können. Die aktiven latenten Steuern werden in dem Umfang wertgemindert, in dem überzeugende substanzielle Nachweise für die Nutzbarkeit nicht erbracht werden können. Schätzungen werden in der Periode angepasst, in der ausreichende Hinweise für eine Anpassung vorliegen. Das Vorliegen einer Reihe von Verlusten stellt einen substanziiert negativen Hinweis dar, der grundsätzlich mit mehreren gleichbedeutend oder gewichtigeren positiven Indizien auszugleichen ist. Bei Vorliegen einer steuerlichen Verlusthistorie wird der Betrachtungshorizont in Bezug auf den Detailplanungszeitraum nach 3 Jahren abgeschnitten, da für Jahre danach nicht mit einer hinreichenden Genauigkeit bzw. der geforderten notwendigen und hinreichenden besonders hohen Sicherheit die Nutzbarkeit der aktiven latenten Steuern auf Gesellschaftsebene bzw. Ebene steuerlicher Organschaften quantitativ geplant werden. Sofern eine Gesellschaft oder eine steuerliche Organschaft künftig ein nachhaltiges positives steuerliches Ergebnis auszuweisen beginnt, in der jüngeren Vergangenheit über die letzten 3 Jahre aber noch Verlustjahre enthalten sind, wird bei entsprechender Planungstreue der Planungshorizont von 3 Jahren auf 5 Jahren verlängert. Hat eine Gesellschaft oder steuerliche Organschaft nachhaltig und nachweislich die Verlusthistorie überwunden, d. h. es liegen mindestens über die letzten 3 Jahre durchgehend Gewinne vor, entfällt die Begrenzung des Betrachtungszeitraums für den Ansatz aktiver latenter Steuern gänzlich. Die Veränderung der latenten Steuern in der Bilanz führt grundsätzlich zu Steueraufwendungen und -erträgen. Soweit jedoch Sachverhalte, die eine Veränderung der latenten Steuern nach sich ziehen, direkt gegen eine Komponente im Eigenkapital gebucht werden, wird auch die Veränderung der latenten Steuern direkt in dieser Eigenkapitalkomponente berücksichtigt. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steueransprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Kumuliertes übriges Eigenkapital und angesammelte Ergebnisse (Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung)

Im kumulierten übrigen Eigenkapital werden - neben den Unterschieden aus der Währungsumrechnung - unrealisierte Gewinne beziehungsweise Verluste von Finanzderivaten, die zur Sicherung eines künftigen Zahlungsstroms (Cashflow-Hedge) oder einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb (Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation) eingesetzt werden, gemäß IFRS 9 im sonstigen Ergebnis erfasst. Darüber hinaus werden im Eigenkapital in den angesammelten Ergebnissen versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen im Jahr ihrer Entstehung in voller Höhe erfolgsneutral erfasst. Der Ausweis von latenten Steuern auf die oben genannten Sachverhalte erfolgt dementsprechend ebenfalls im Eigenkapital in der jeweiligen Komponente des übrigen kumulierten Ergebnisses.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Versorgungsverpflichtungen der SGL Carbon umfassen sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Altersversorgungssysteme. Rückstellungen für leistungsorientierte Altersversorgungssysteme werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode (Anwartschaftsbarwert-Methode) ermittelt. Dabei werden sowohl die am Abschlussstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften als auch die künftig zu erwartenden Steigerungen der Gehälter und Renten berücksichtigt. Sind die Leistungsansprüche durch Vermögen gedeckt, verrechnet die SGL Carbon den beizulegenden Zeitwert des Planvermögens mit dem Anwartschaftsbarwert (Defined Benefit Obligation - DBO) und weist den so ermittelten Nettobetrag in den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen aus.

Für die Ermittlung der DBO wird zum Abschlussstichtag der laufzeitäquivalente Zinssatz für erstrangige Industrieanleihen herangezogen. Die für die Berechnung der DBO zum Bilanzstichtag des Vorjahres angesetzten Annahmen gelten für die Ermittlung der laufenden Dienstzeitaufwendungen sowie der Zinserträge und Zinsaufwendungen des folgenden Geschäftsjahres. Die Nettozinserträge beziehungsweise -aufwendungen für ein Geschäftsjahr ergeben sich grundsätzlich aus der Multiplikation des Abzinsungssatzes für das jeweilige Geschäftsjahr mit dem Nettovermögenswert beziehungsweise der Nettoverbindlichkeit zum Bilanzstichtag des vorhergehenden Geschäftsjahres und werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen von versicherungsmathematischen Annahmen werden in der Periode, in der sie anfallen, zusammen mit den darauf entfallenden latenten Steuern erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst (angesammelte Ergebnisse).

Versicherungsmathematische Bewertungen beruhen auf wesentlichen Annahmen, unter anderem zu Abzinsungssätzen, erwarteten Gehalts- und Rententrends sowie Sterblichkeitsraten. Aufgrund sich ändernder Markt-, Wirtschafts- und sozialer Bedingungen können die zugrunde gelegten Annahmen von der tatsächlichen Entwicklung abweichen. Leistungen im Rahmen von beitragsorientierten Plänen werden direkt als Aufwand im Gewinn oder Verlust berücksichtigt.

Andere Rückstellungen

Andere Rückstellungen werden gebildet, wenn gegenüber Dritten eine auf vergangenen Ereignissen beruhende Verpflichtung besteht, diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Langfristige Rückstellungen werden mit dem risikofreien Zinssatz abgezinst. In Textziffer 30 sind die Bilanzierung und die Rückstellungsbildung für Verpflichtungen aus Management- und Mitarbeiter-Beteiligungsprogrammen beschrieben.

Die SGL Carbon bildet Steuerrückstellungen, sobald es wahrscheinlich ist, dass eine solche Verpflichtung besteht, und ihr Betrag vernünftig geschätzt werden kann. Erwartete Steuererstattungen werden nicht saldiert, sondern als gesonderter Vermögenswert angesetzt, soweit diese sich nicht auf die gleiche Steuerart beziehen.

Den Aufwand für Rückstellungen für Produktgewährleistungen berücksichtigt die SGL Carbon zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung in den Umsatzkosten. Die Höhe der Rückstellung wird individuell ermittelt. Bei der Bewertung der Rückstellung berücksichtigt die SGL Carbon sowohl Erfahrungen aus tatsächlich angefallenem Garantieaufwand der Vergangenheit als auch technische Informationen über Produktschwächen, die in der Konstruktions- und Testphase entdeckt wurden. Rückstellungen für drohende Verluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten. Rückstellungen beruhen hinsichtlich ihrer Höhe und Wahrscheinlichkeit auf Einschätzungen des Managements. Erhebliche Schätzungen und Annahmen werden auch in Bezug auf die Bestimmung von Rückstellungen für wesentliche Rückbau- und Stilllegemaßnahmen getroffen.

3. Erstanwendung kürzlich veröffentlichter Rechnungslegungsverlautbarungen

IFRS 16 Leasingverhältnisse

SGL Carbon wendet IFRS 16 seit dem 1. Januar 2019 auf Basis der modifizierten retrospektiven Methode an, das heißt, auf die Anpassung der Vorjahreszahlen wird verzichtet. Die kumulierten Effekte aus der erstmaligen Anwendung werden in den Gewinnrücklagen/kumulierten Verlusten zum 1. Januar 2019 ausgewiesen.

Von der Erstanwendung sind bei der SGL Carbon die bislang als Operating-Leasing klassifizierten Leasingverträge betroffen.

Bei der Erstanwendung von IFRS 16 bei Operating-Leasing-Verträgen wurde das Nutzungsrecht für den Leasingvermögenswert grundsätzlich mit dem Betrag der Leasingverbindlichkeit bewertet, dabei wurde der Zinssatz zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung angewendet. Der durchschnittliche Zinssatz betrug zum 1. Januar 2019 rund 3,4 Prozent. Bei der Bewertung des Nutzungsrechts zum Zeitpunkt der Erstanwendung wurden die anfänglichen direkten Kosten nicht berücksichtigt. Es wurden folgende Kategorien von Leasingverhältnissen identifiziert, bei denen es aufgrund der Umstellung auf IFRS 16 zum 1. Januar 2019zu einer Bilanzierung von bislang als Operating-Leasing erfassten Verträgen als Leasing im Sinne des neuen Standards kommt: grundstücksgleiche Rechte, Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Die Überleitung der außerbilanziellen Leasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 auf die bilanzierten Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 stellt sich folgendermaßen dar:

Mio. € 01. Jan 19
Überleitung Leasingverbindlichkeiten  
Außerbilanzielle Leasing- und Mietverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 44,2
Anwendungserleichterung für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte -0,5
Anwendungserleichterung für Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von 12 Monaten oder weniger -0,7
Operating Leasing- und Mietverpflichtungen zum 1. Januar 2019 (Bruttobetrag ohne Abzinsung) 43,0
Operating Leasing- und Mietverpflichtungen zum 1. Januar 2019 (diskontiert) 38,2
Barwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing zum 1. Januar 2019 16,9
Gesamte Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 55,1

Die folgende Tabelle fasst die Auswirkungen aus der Einführung von IFRS 16 auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und sonstiges Ergebnis für das Geschäftsjahr 2019 zusammen:

Mio. € Beträge ohne Anwendung des IFRS 16 IFRS 16 Anpassungen Wie berichtet
Umsatzkosten -880,0 1,1 -878,9
davon: Abschreibungen -73,7 -8,7 -82,4
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen 110,2 9,8 120,0
Finanzergebnis -37,7 -1,2 -38,9
Ertragsteuern -16,2   -16,2
Jahresergebnis -89,4 -0,1 -89,5
Sonstiges Ergebnis -18,1 -0,1 -18,2

IFRS 16 beeinflusst auch die Struktur der Kapitalflussrechnung der SGL Carbon: Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und der Free Cashflow erhöhten sich um 8,7 Mio. € und der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten verringerte sich um 8,7 Mio. €.

Die quantitativen Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 auf die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018 bzw. 1. Januar 2019 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Ebenfalls dargestellt sind in dieser Tabelle die Auswirkungen von IFRIC 23 Unsicherheiten bei der ertragsteuerlichen Behandlung:

Mio. € 31. Dez. 18 IFRS 16 Anpassungen Saldierungen Umgliederung
aufgrund
IFRIC 23
01. Jan 19
Vermögenswerte          
Sachanlagen 676,5 36,9     712,4
Andere Forderungen und sonstige Vermögenswerte 31,4 1,4     32,8
Aktive latente Steuern 11,3 10,7 -10,7   11,3
Schulden          
Andere Rückstellungen 127,4     -5,6 121,8
davon: langfristige Schulden 36,3     -1,7 34,6
davon: kurzfristige Schulden 91,1     -3,9 87,2
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 86,7 38,2     124,9
davon: langfristige Schulden 67,9 28,9     96,8
davon: kurzfristige Schulden 18,8 9,3     28,1
Passive latente Steuern 4,1 10,7 -10,7   4,1
Übrige Verbindlichkeiten - kurzfristig 24,1     5,6 29,7
Eigenkapital          
Kumulierte Verluste -828,2 0,1     -828,1
Eigenkapitalquote 33,5%       32,8%

IFRIC 23 Unsicherheit bei der ertragsteuerlichen Behandlung

Mit der Interpretation werden die Anforderungen an den Ansatz und Bewertung von unsicheren Ertragsteuerpositionen klargestellt. Im Rahmen der Einschätzung der Unsicherheit hat ein Unternehmen zu beurteilen, ob es wahrscheinlich ist, dass die Steuerjurisdiktion die ertragsteuerliche Behandlung akzeptieren oder anpassen wird. Die Unsicherheit wird in der Bemessung berücksichtigt, indem der wahrscheinlichste Ausgang der Ermittlung der Verpflichtung zugrunde gelegt wird. Die Erstanwendung zum 1. Januar 2019 führte zu keiner Änderung der Finanz- und Ertragslage bei der SGL Carbon. Hinsichtlich der Vermögenslage kam es durch IFRIC 23 zu einer Umgliederung der Vorjahresangaben zwischen den Bilanzposten andere Rückstellungen und übrige Verbindlichkeiten in Höhe von 5,6 Mio. €.

4. Kürzlich veröffentlichte Rechnungslegungsverlautbarungen

Das IASB hat weitere Standards, Interpretationen und Änderungen zu Standards und Interpretationen veröffentlicht, deren Anwendung ebenfalls noch nicht verpflichtend ist und welche zum Teil noch von der EU übernommen werden müssen (Endorsement), bevor sie angewandt werden können. SGL Carbon geht gegenwärtig davon aus, dass die Anwendung dieser Standards, Interpretationen und Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden.

5. Akquisitionen und Verkäufe

Geschäftsjahr 2019

In 2019 hat die Gesellschaft planmäßig die Beteiligung in Höhe von 50,9 % an der vollkonsolidierten SGL CARBON KARAHM LTD. (Korea) verkauft. Der Endkonsolidierungseffekt belief sich auf 0,2 Mio. € (nach Steuern).

Geschäftsjahr 2018

Die Akquisition der SGL Automotive Carbon Fibers GmbH & Co. KG, München (Deutschland) wurde im Januar 2018 abgeschlossen. Die SGL ist damit alleiniger Eigentümer des ehemaligen Gemeinschaftsunternehmens mit der BMW Group (umfirmiert in SGL Composites GmbH & Co. KG - im folgenden SGL Composites DE). Die US-amerikanische Gesellschaft von SGL ACF (im folgenden SGL Composites US) wird erst in einem nächsten Schritt bis spätestens Ende 2020 an die SGL übertragen, wobei die SGL Carbon bereits mit Übernahme der deutschen Anteile auch die vollständige Kontrolle mit der Stimmrechtsmehrheit von 51 % an der US-Gesellschaft ausübt. Bei einem sukzessiven Unternehmenszusammenschluss (wie vorliegend der Fall) wird eine Erlangung der Kontrollmehrheit gegen Barzahlung (für die Neuanteile von 49 %) und Tausch (der Altanteile zum beizulegenden Zeitwert von 51%) fingiert. Der Gesamtkaufpreis belief sich auf 149,1 Mio. €. Von der Barbetragskomponente wurde ein Betrag von 62,2 Mio. USD bis Ende 2020 vereinbarungsgemäß gestundet.

Die Veräußerung der 51% Anteile an der SGL Kümpers GmbH Er Co KG, Rheine (Deutschland) wurde in 2018 abgeschlossen. Der damit verbundene Abgang der Vermögenswerte von Kümpers führte im Geschäftsjahr 2018 zu keinem Ergebniseffekt.

6. Umsatzerlöse/Funktionskosten

Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Segmenten, die intersegmentären Umsätze sowie die regionale Verteilung der Umsatzerlöse sind in der Segmentberichterstattung unter Textziffer 29 dargestellt.

Die Sicherung der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit der SGL Carbon erfolgt durch eine stetige Entwicklung neuer Produkte, Anwendungen und Prozesse. Dies spiegelt sich auch in den nachhaltig hohen Forschungs- und Entwicklungskosten von 36,8 Mio. € (Vorjahr: 33,0 Mio. €) wider. Im Berichtssegment Graphite Materials & Systems (GMS) wurden 12,3 Mio. € (Vorjahr: 11,3 Mio. €) und im Berichtssegment Composites - Fibers & Materials (CFM) 13,0 Mio. € (Vorjahr: 12,8 Mio. €) aufgewendet. Die zentralen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen beliefen sich auf 11,5 Mio. € (Vorjahr: 8,9 Mio. €).

Die allgemeinen Verwaltungskosten lagen um 20 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus niedrigeren Aufwendungen für Management-Incentivepläne.

Nachfolgend werden ausgewählte Angaben zum Gesamtkostenverfahren gemacht:

Mio. € 2019 2018
Löhne und Gehälter (inkl. Boni) -273,1 -270,4
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung    
(davon für Pensionen: -18,9 Mio. €; 2018: -16,9 Mio. €) -77,3 -70,6
Gesamt -350,4 -341,0

Abschreibungen

Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen belaufen sich mit insgesamt 82,4 Mio. € über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 75,0 Mio. €) und beinhalten Abschreibungen aus der Fortführung der Kaufpreisallokationen SGL Composites GmbH ((vormals Benteler SGL) und SGL Composites DE und US in Höhe von insgesamt 10,8 Mio. € (Vorjahr 11,7 Mio. €). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 12,6 Mio. € (Vorjahr: 14,2 Mio. €) betreffen vor allem die planmäßige Abschreibung des Kundenstamms aus der Kaufpreisallokation der SGL Composites DE. Auf Sachanlagen wurden im Jahr 2019 insgesamt 69,8 Mio. € (Vorjahr: 60,8 Mio. €) abgeschrieben.

Personalaufwand sowie Abschreibungen sind in allen Funktionskosten wie Umsatzkosten, Vertriebskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Verwaltungskosten enthalten.

Angaben über Mitarbeiter

Zum Geschäftsjahresende 2019 hat sich die Anzahl der Mitarbeiter im Konzern gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Diese Mitarbeiterzahl bezieht sich auf die Belegschaft inklusive 476 befristet Beschäftigter (2018: 517). Im Berichtssegment GMS erhöhte sich die Mitarbeiteranzahl wegen der guten Nachfragesituation insbesondere in den produktionsnahen Bereichen. Dagegen hat sich die Mitarbeiterzahl bei Corporate weiter reduziert. Mitarbeiter aus Gemeinschaftsfunktionen (Shared Functions) werden mittels leistungsorientierter Schlüssel auf die Geschäftsbereiche allokiert. In der Mitarbeiterzahl von Corporate sind auch Mitarbeiter enthalten, die Serviceleistungen an den veräußerten Geschäftsbereich PP sowie an Teilbereiche der At-Equity bilanzierten Beteiligung Brembo SGL Carbon Ceramic Brakes erbringen.

Nachfolgende Tabellen geben eine Übersicht der Mitarbeiterzahlen nach Berichtssegmenten und geografischen Gebieten:

Anzahl Mitarbeiter 31. Dez. 19 31. Dez. 18 Veränd.
Graphite Materials & Systems 3.141 3.008 4,4%
Composites - Fibers & Materials 1.698 1.722 -1,4%
Corporate 288 301 -4,3%
Gesamt 5.127 5.031 1,9%
Anzahl Mitarbeiter 31. Dez. 19 31. Dez. 18
Deutschland 2.341 2.271
Übriges Europa 1.461 1.448
USA 829 824
Asien 496 488
Gesamt 5.127 5.031

Im Jahresdurchschnitt beschäftigten wir in den einzelnen Funktionsbereichen:

Anzahl Mitarbeiter 2019 2018
Produktion und Hilfsbetriebe 3.802 3.590
Vertrieb 343 342
Forschung & Entwicklung 164 155
Verwaltung, übrige Bereiche 806 840
Gesamt 5.115 4.927

7. Sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen

Sonstige betriebliche Erträge

Mio. € 2019 2018
Ertrag aus sukzessivem Unternehmenszusammenschluss - 28,4
Währungskursgewinne 2,4 4,1
Erträge aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 0,4 4,1
Erhaltene Zuschüsse 3,6 2,9
Erträge aus Versicherungsentschädigungen 1,5 0,5
Übrige betriebliche Erträge 3,5 10,3
Gesamt 11,4 50,3

Die im Vorjahr ausgewiesenen Erträge aus sukzessivem Unternehmenszusammenschluss betrafen den Überschuss des beizulegenden Zeitwertes der Altanteile über den Buchwert der SGL Composites DE und US zum Akquisitionszeitpunkt (siehe Textziffer 5 "Akquisitionen").

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Mio. € 2019 2018
Währungskursverluste -2,8 -2,4
Verluste aus dem Abgang von Anlagegegenständen -0,9 -0,4
Übrige betriebliche Aufwendungen -2,1 -3,2
Gesamt -5,8 -6,0

Währungseffekte aus der Bewertung von nicht auf die jeweilige funktionale Währung lautenden Forderungen und Verbindlichkeiten zum Stichtagskurs werden in den sonstigen Erträgen beziehungsweise in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen.

Darüber hinaus enthalten die übrigen betrieblichen Erträge und die übrigen betrieblichen Aufwendungen eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 48 (Vorjahr: 51) vollkonsolidierten Unternehmen.

8. At-Equity bilanzierte Beteiligungen

Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen

Mio. € 2019 2018
Anteiliges Jahresergebnis 15,4 16,9
davon Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) 13,8 15,9
davon assoziierte Unternehmen 1,6 1.0
Sonstige ergebniswirksame Anpassungen 0,0 -0,1
davon Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) 0,0 -0,1
Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen 15,4 16,8
Mio. € 31. Dez. 19 31. Dez. 18
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen 46,1 42,7
Anteile an assoziierten Unternehmen 10,5 9,6
Buchwert 56,7 52,3

Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures)

Zum Ende des Berichtsjahres war die SGL Carbon an dem Gemeinschaftsunternehmen Brembo SGL Carbon Ceramic Brakes S.p.A., Stezzano, Italien (BSCCB), beteiligt. BSCCB entwickelt und produziert Carbon-Keramik-Bremsscheiben insbesondere für Sportwagen und Oberklassefahrzeuge. Die nachfolgenden Tabellen fassen die Ertragslage und die Vermögenslage der BSCCB, wie jeweils in ihrem eigenen Abschluss aufgeführt, zusammen (unter Berücksichtigung von IFRS 15-Effekten). Die Tabelle zeigt auch die Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen auf den Buchwert des Anteils der SGL Carbon an dem BSCCB Joint Venture. Die SGL Carbon hat im Berichtsjahr eine Dividendenzahlung vom BSCCB in Höhe von 10,0 Mio. € erhalten (Vorjahr: 11,0 Mio. €).

Mio. € 2019 2018
Eigentumsanteil 50,0% 50,0%
Gewinn- und Verlustrechnung    
Umsatzerlöse (100 %) 181,2 180,1
Ergebnis aus Betriebstätigkeit 38,7 43,6
Finanzergebnis -0,5 -0,1
Jahresergebnis (100 %) 27,7 31,7
Anteil SGL Carbon am Jahresergebnis (50 %) 13,8 15,9
Bilanz Mio. € 31. Dez. 19 31. Dez. 18
Langfristige Vermögenswerte 70,3 49,6
Kurzfristige Vermögenswerte 69,8 71,3
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 25,6 12,5
Langfristige Schulden 24,6 8,7
davon Finanzschulden 0.0 0.0
Kurzfristige Schulden 30,5 34,1
davon Finanzschulden 2,0 1,0
Nettovermögen (100%) 85,0 78,2
Anteil SGL Carbon am Nettovermögen (50 %) 42,5 39,1
Geschäftswert/Kundenstamm 3,6 3,6
Buchwert der wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen 46,1 42,7

Die Erhöhung der langfristigen Vermögenswerte und der langfristigen Schulden im Vergleich zum 31. Dezember 2018 ist auf die erstmalige Anwendung von IFRS 16 zurückzuführen.

Assoziierte Unternehmen

Die SGL Carbon hält darüber hinaus auch Anteile an zwei von für sich genommen nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen, welche in Summe 1,6 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) zum Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen beigetragen haben.

Bis auf das assoziierte Unternehmen MCC-SGL Precursor Co. Ltd., welches ein abweichendes Wirtschaftsjahr zum 31. März hat, haben alle Unternehmen ein Wirtschaftsjahr, das dem Kalenderjahr entspricht.

9. Restrukturierungsaufwendungen

Mio. € 2019 2018
Erträge/Aufwendungen aus eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen 0,7 -0,9
Gesamt 0,7 -0,9

Die Restrukturierungsaufwendungen beinhalten Erträge aus der Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 0,7 Mio. € (Vorjahr: 1,5 Mio. €) sowie im Vorjahr Gewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen, welche im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen in den Vorperioden wertgemindert wurden, in Höhe von insgesamt 6,5 Mio. €. Einen gegenläufigen Effekt hatte im Vorjahr die Aufstockung von Rückstellungen für die stillgelegten Standorte Griesheim und Italien aufgrund neuer Kostenschätzung in Höhe von insgesamt 7,3 Mio. € sowie die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen Höhe von €1,6 Mio. € für den Standort in Portugal.

10. Wertminderungsaufwand

Mio. € 2019 2018
Wertminderungsaufwand auf sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -74,7 -
Gesamt -74,7 -

Prüfungen auf Wertminderungen

Auf Basis des vorläufigen Stands der neuen Fünf-Jahresplanung hat die SGL Carbon zum 30. September 2019 vor allem aufgrund der niedrigen Ausgangsbasis für 2019 sowie der anhaltenden Schwäche in den Marktsegmenten Textile Fasern, Windenergie und Industrielle Anwendungen beim Berichtssegment CFM anlassbezogene Wertminderungsprüfungen von immateriellen Vermögenswerten sowie Sachanlagen für die ZGEs Carbon Fibers & Composite Materials (CF/CM) sowie Composites DE (vormals SGL ACF) durchgeführt. Dem Buchwert der CF/CM ist kein Geschäftswert zugeordnet, während der Buchwert der Composites DE einen Geschäftswert von 19,5 Mio. € enthält.

Die prognostizierten Cashflows für CF/CM bzw. Composites DE wurden daraufhin auf die neue Fünf-Jahresplanung angepasst und ein Abzinsungssatz vor Steuern von 8,7% (CF/CM) bzw. nach Steuern von 6,5% (SGL Composites DE) angewendet. Für die Bestimmung des Terminal Value bei der Composites DE wurde mittels objektivierter Analysen ein eingeschwungener Zustand hergeleitet und die sich daraus ergebenden Cashflows wurden mit einer im Vergleich zum letzten Impairment Test unveränderten Wachstumsrate extrapoliert. Ebenfalls unverändert zum letzten Impairment Test wurde bei Composites DE ein Detailplanungszeitraum von länger als 5 Jahren zugrunde gelegt, um die notwendigen Qualifikationen der Produkte bei den Kundenindustrien abzubilden.

Infolge der aktualisierten Planung ergab sich ein Wertminderungsaufwand auf sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen der CF/CM von 74,7 Mio. € (davon entfallen auf immaterielle Vermögenswerte 3,1 Mio. €). Bei der Composites DE wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt, das heißt, der auf Basis des Nutzenwerts ermittelte Betrag dieser ZGE wurde höher als deren Buchwert eingeschätzt. Dieser Überschuss des Nutzungswerts über den Buchwert würde sich bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,6%-Punkte oder bei einer Verringerung der Cashflows in dem Terminal Value um 17% auf Null reduzieren.

11. Finanzergebnis

Mio. € 2019 2018
Zinsen aus anderen Wertpapieren, sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1,7 1,6
Zinsen auf Finanzschulden und Sonstige Zinsaufwendungen'' -19,1 -14,1
Zinsanteil der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen -6,4 -5,8
Aufzinsungskomponente Wandelanleihen 1) -4,7 -5,1
Aufzinsungskomponente Leasingverbindlichkeiten/sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1) -3,5 -2,6
Zinsaufwendungen -33,7 -27,6
Zinsergebnis -32,0 -26,0
Amortisation der Refinanzierungskosten 1) -3,4 -2,7
Fremdwährungsbewertung von Konzerndarlehen 1,6 -0,4
Effekt aus dem vorzeitigen Rückerwerb der Wandelanleihe 2015/2020 -5,5 -
Sonstige finanzielle Erträge/Aufwendungen 0,4 -0,5
Sonstiges finanzielles Ergebnis -6,9 -3,6
Finanzergebnis -38,9 -29,6
1) Summe der Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten -30,7 -24,5

Die Zinsaufwendungen beinhalteten insbesondere die Zinsen aus der im April 2019 begebenen Unternehmensanleihe mit einem Zinssatz von 4,625% und die zahlungswirksamen Zinskomponenten (Kupon) für die Wandelanleihe 2018/2023 mit einem Zinssatz von 3,0%. Die nicht zahlungswirksame Aufzinsungskomponente von Wandelanleihen stellt die Angleichung der Unterverzinslichkeit an den zum Zeitpunkt der Begebung der Wandelanleihen vergleichbaren Marktzins her.

Die Verschlechterung des Finanzergebnisses im Vergleich zum Vorjahr ist vornehmlich bedingt durch die im April 2019 neu emittierte Unternehmensanleihe. Zudem war das Sonstige finanzielle Ergebnis durch die aufwandswirksame Erfassung aus dem vorzeitigen Rückerwerb der Wandelanleihe 2015/2020 von 5,5 Mio. € belastet.

12. Ertragsteuern

Bei den inländischen Gesellschaften wurde in den Jahren 2019 und 2018 für die Berechnung der latenten Steuern ein Körperschaftsteuersatz von 15 % verwendet. Weiterhin wurden ein Solidaritätszuschlag von 5,5% auf die Körperschaftsteuer sowie ein Gewerbesteuersatz von 14% berücksichtigt; für die Berechnung der latenten Steuern ergab sich bei den inländischen Gesellschaften in beiden Jahren insgesamt ein Steuersatz von 29,9 %. Bei den ausländischen Gesellschaften wurden für die Berechnung der latenten Steuern die jeweils länderspezifischen Steuersätze verwendet.

Der Steueraufwand stellt sich wie folgt dar:

Mio. € 2019 2018
Tatsächliche Steuern    
Deutschland -0,8 -1,2
Ausland -5,6 -3,9
Summe -6,4 -5,1
Latente Steuern    
Deutschland -2,8 3,7
Ausland -7,0 0,8
Summe -9,8 4,5
Gesamt -16,2 -0,6

In dem tatsächlichen Steueraufwand sind Steuern für Vorjahre von in- und ausländischen Unternehmen von 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) enthalten. Der Betrag des latenten Steuerertrags, der auf die Auflösung von temporären Differenzen zurückzuführen ist, beträgt einschließlich Wertberichtigungen 1,2 Mio. € (Vorjahr: 4,7 Mio. €).

Der ausgewiesene Konzernsteueraufwand weicht von dem auf Basis von 29,9 % erwarteten Konzernsteueraufwand wie folgt ab:

Mio. € 2019 2018
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Ertragsteuern -73,2 51,3
Erwarteter Steueraufwand/-ertrag mit 29,9% 21,8 -15,3
Erhöhung/Minderung der Ertragsteuerbelastung durch:    
Einkommenskorrekturen -4,1 -2,9
Abweichenden Steuersatz -4,0 -2,2
Änderungen von Wertberichtigungen/Ansatzkorrekturen -35,4 11,0
Effekt von At-Equity bilanzierten Beteiligungen 4,5 1,7
Steuerfreie Erträge 0,5 4,5
Steuersatzänderungen 1,7 0,1
Periodenfremde Steuern -2,1 0,6
Sonstige 0,9 1,9
Effektiver Ertragsteueraufwand -16,2 -0,6

Die Einkommenskorrekturen betreffen in erster Linie nicht abzugsfähige Betriebsausgaben und Anpassungen zur Ermittlung der deutschen Gewerbesteuer. Die Minderung durch abweichenden Steuersatz berücksichtigt im Wesentlichen Effekte aus Quellensteuern und lokalen Steuern sowie die Besteuerungsunterschiede im In- und Ausland infolge abweichender Ertragsteuersätze. Die Änderung von Wertberichtigungen/Ansatzkorrekturen berücksichtigt die Veränderung von nicht angesetzten aktiven latenten Steuern nach Einschätzung ihrer künftigen Nutzbarkeit.

Im Berichtsjahr wurde der tatsächliche Steueraufwand aufgrund der Nutzung bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste um 2,1 Mio. € (Vorjahr: 3,5 Mio. €) Mio. € gemindert.

13. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wird mittels Division des den SGL Carbon Aktionären zurechenbaren Konzernergebnisses durch die durchschnittliche Anzahl der im Berichtsjahr ausstehenden Aktien ermittelt. Dem verwässerten Ergebnis je Aktie liegt die Annahme der Wandlung ausstehender Schuldtitel in Aktien (Wandelanleihen) zugrunde. Aus der Berücksichtigung der zusätzlichen Aktien aus den Wandelanleihen ergibt sich keine Verwässerung auf das Ergebnis je Aktie, da das Periodenergebnis gleichzeitig um den für die Wandelanleihen im Finanzergebnis gebuchten Zinsaufwand (Zinszahlungen und Aufzinsung) bereinigt wird. In der Zukunft können diese Instrumente voll verwässernd wirken. Die nachfolgende Tabelle beinhaltet die Berechnung des Ergebnisses je Aktie für die Geschäftsjahre 2019 und 2018:

Überleitung von unverwässertem zu verwässertem Ergebnis je Aktie

Mio. € Potenziell verwässernde Finanzinstrumente insgesamt 2019 Für die Berechnung herangezogene verwässernde Finanzinstrumente fortgeführte Aktivitäten 2019 Ergebnisanteil der Anteilseigner der Muttergesellschaft 2019 Ergebnisanteil der Anteilseigner der Muttergesellschaft 2018
Zähler für unverwässertes Ergebnis je Aktie (Ergebnisanteil der Anteilseigner der Muttergesellschaft) -90,0 -89,9 -90,0 41,3
zuzüglich: Erhöhung des Gewinns um die Zinskosten der Wandelanleihen        
Zähler für verwässertes Ergebnis -90,0 -89,9 -90,0 41,3
Anzahl der Aktien        
Nenner für unverwässertes Ergebnis je Aktie (gewichteter Durchschnitt der Anzahl in Aktien) 122.270.977 122.270.977 122.270.977 122.270.977
Potenziell verwässernde Wertpapiere (jeweils gewichteter Durchschnitt)        
Wandelanleihe 2018/2023 (siehe Textziffer 25) 12.233.143      
Nenner für potenziellverwässertes Ergebnis je Aktie 134.504.120 122.270.977 122.270.977 122.270.977
davon für Verwässerung heranzuziehen (bereinigter gewichteter Durchschnitt)   122.270.977 122.270.977 122.270.977
Ergebnis je Aktie (in €)   -0,74 -0,74 0,34
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €)   -0,74 -0,74 0,34

14. Immaterielle Vermögenswerte

Mio. € Gewerbliche Schutzrechte, Software und ähnliche Rechte Kunden-
beziehungen
Aktivierte Entwicklungskosten Geschäftswert Gesamt
Anschaffungskosten          
Stand 1. Jan. 19 65,8 52,7 18,4 66,9 203,8
Fremdwährungsumrechnung 0,1 0,0 0,0 0,4 0,5
Umbuchungen 0,2 0,0 0,0 0,0 0,2
Zugänge 4,3 0,0 0,0 0,0 4,3
Abgänge -1,0 0,0 0,0 0,0 -1,0
Stand 31. Dez. 19 69,4 52,7 18,4 67,3 207,8
Kumulierte Abschreibungen/Wertminderungen          
Stand 1. Jan. 19 52,4 13,2 14,8 25,6 106,0
Zugänge 2,0 9,9 0,7 0,0 12,6
Wertminderungsaufwand 1) 2,4 0,0 0,7 0,0 3,1
Abgänge -0,6 0,0 0,0 0,0 -0,6
Stand 31. Dez. 19 56,2 23,1 16,2 25,6 121,1
Nettobuchwert am 31. Dez. 19 13,2 29,6 2,2 41,7 86,7
Anschaffungskosten          
Stand 1. Jan. 18 62,2 10,8 18,4 46,7 138,1
Veränderung des Konsolidierungskreises 0,0 41,8 0,0 19,5 61,3
Fremdwährungsumrechnung 0,4 0,1 0,0 0,7 1,2
Umbuchungen 0,3 0,0 0,0 0,0 0,3
Zugänge 3,1 0,0 0,0 0,0 3,1
Abgänge -0,1 0,0 0,0 0,0 -0,1
Sonstige -0,1 0,0 0,0 0,0 -0,1
Stand 31. Dez. 18 65,8 52,7 18,4 66,9 203,8
Kumulierte Abschreibungen / Wertminderungen          
Stand 1. Jan. 18 50,1 2,6 13,3 25,6 91,6
Fremdwährungsumrechnung 0,3 0,0 0,0 0,0 0,3
Zugänge 2,1 10,6 1,5 0,0 14,2
Abgänge -0,1 0,0 0,0 0,0 -0,1
Stand 31. Dez. 18 52,4 13,2 14,8 25,6 106,0
Nettobuchwert am 31. Dez. 18 13,4 39,5 3,6 41,3 97,8

1) Siehe Textziffer 10

Gewerbliche Schutzrechte, Software und ähnliche Rechte bestehen im Wesentlichen aus erworbener und selbst erstellter EDV-Software.

Die untenstehende Tabelle zeigt die wichtigsten Annahmen, die bei der Werthaltigkeitsüberprüfung von ZGEs zum 1. Oktober ((bzw. für Composites DE bereits zum 30. September 19, siehe Ausführungen hierzu unter Textziffer 10), denen ein Geschäftswert zugeordnet worden ist, für die Bestimmung der Nutzungswerte herangezogen worden sind:

Mio. € Bilanzierter Geschäftswert Abzinsungsfaktor nach Steuern Langfristige Wachstumsrate
30. Sept./1. Okt. 19      
Graphite Specialties 20,8 8,1% 1,0%
Process Technology 1,9 8,1% 1,0%
Composites DE 19,5 6,5% 1,0%
1. Okt. 18      
Graphite Specialties 19,8 7,9% 1,0%
Process Technology 1,9 7,9% 1,0%
Composites DE 19,5 6,9% 1,0%

Bei den drei im Geschäftsjahr 2019 untersuchten ZGEs wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt, das heißt, der auf Basis des Nutzungswerts ermittelte erzielbare Betrag der ZGE wurde höher als deren Buchwert eingeschätzt.

Der Nutzungswert wird hauptsächlich durch den Barwert der ewigen Rente bestimmt, der besonders sensitiv auf Veränderungen der Annahmen bezüglich Umsatzniveau und -rendite, langfristiger Wachstumsrate sowie Abzinsungssatz reagiert. Die Abzinsungsfaktoren spiegeln die gegenwärtige Marktbeurteilung der spezifischen Risiken jeder einzelnen ZGE wider und basieren auf den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der ZGE. Graphite Specialties (Berichtssegment GMS) und Composites DE (Berichtssegment CFM) haben den höchsten bilanzierten Geschäftswert. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) der Graphite Specialties übersteigt deren Buchwert derzeit zwar deutlich, dieser Überschuss würde sich jedoch bei einer kombinierten Änderung des Abzinsungssatzes (plus 0,5 %Punkt) und einer gleichzeitigen Verringerung der Zahlungsmittelüberschüsse in der ewigen Rente um 8 %-Punkte auf null reduzieren. Für die Composites DE ist die entsprechende Angabe unter Textziffer 10 dargestellt.

15. Sachanlagen

Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung
Anlagen im Bau Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Gesamt
Anschaffungskosten            
Stand 1. Jan. 19 483,4 1.139,8 63,4 58,5 19,8 1.764,9
Erfassung Nutzungsrecht aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 26,7 6,7 3,5 0,0 0,0 36,9
Stand 1. Jan. 19 (angepasst) 510,1 1.146,5 66,9 58,5 19,8 1.801,8
Fremdwährungsumrechnung 4,4 10,9 0,3 0,2 0,0 15,8
Umbuchungen 15,0 25,7 1,3 -42,2 0,0 -0,2
Zugänge 6,0 28,2 2,8 53,8 0,0 90,8
Zugänge Nutzungsrecht 0,5 1,1 1,2 0,0 0,0 2,8
Abgänge -0,9 -8,5 -1,0 -0,2 0,0 -10,6
Stand 31. Dez. 19 535,1 1.203,9 71,5 70,1 19,8 1.900,4
Kumulierte Abschreibungen/Wertminderungen            
Stand 1. Jan. 19 246,1 783,8 51,5 0,1 7,9 1.089,4
Fremdwährungsumrechnung 1,6 7,7 0,2 0,0 0,0 9,5
Zugänge 16,8 46,3 6,1 0,0 0,6 69,8
Wertminderungsaufwand 1) 9,5 46,7 2,0 13,4 0,0 71,6
Abgänge -0,7 -7,9 -0,9 0,0 0,0 -9,5
Stand 31. Dez. 19 273,3 876,6 58,9 13,5 8,5 1.230,8
Nettobuchwert am 31. Dez. 19 261,8 327,3 12,6 56,6 11,3 669,6
Anschaffungskosten            
Stand 1. Jan. 18 423,5 1.022,3 59,5 26,8 19,8 1.551,9
Veränderung des Konsolidierungskreises 47,2 76,9 1,5 0,6 0,0 126,2
Fremdwährungsumrechnung 6,2 13,3 0,2 0,4 0,0 20,1
Umbuchungen 4,6 15,4 1,1 -21,4 0,0 -0,3
Zugänge 2,2 18,1 2,5 52,2 0,0 75,0
Abgänge -0,3 -6,2 -1,4 -0,1 0,0 -8,0
Stand 31. Dez. 18 483,4 1.139,8 63,4 58,5 19,8 1.764,9
Kumulierte Abschreibungen            
Stand 1. Jan. 18 232,6 739,0 49,1 0,0 7,2 1.027,9
Fremdwährungsumrechnung 1,6 5,9 0,1 0,0 0,0 7,6
Umbuchungen -0,1 0,0 0,0 0,0 0,1 0,0
Zugänge 12,2 44,7 3,2 0,1 0,6 60,8
Abgänge -0,2 -5,8 -0,9 0,0 0,0 -6,9
Stand 31. Dez. 18 246,1 783,8 51,5 0,1 7,9 1.089,4
Nettobuchwert am 31. Dez. 18 237,3 356,0 11,9 58,4 11,9 675,5

1) Siehe Textziffer 10

Leasingverhältnisse

Leasingverhältnisse werden in Übereinstimmung mit den Ausführungen unter Textziffer 2 Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsgrundsätze "Leasing" dargestellt.

Leasingverhältnisse als Leasingnehmer

SGL Carbon hat Leasingverträge für verschiedene grundstücksgleiche Rechte, Gebäude, technische Anlagen, Maschinen und Betriebs- und Geschäftsausstattung, die sie in seinem Betrieb einsetzt, abgeschlossen. Leasingverträge für Immobilien haben in der Regel Laufzeiten zwischen 1 und 15 Jahren. Bei technischen Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung liegt die Laufzeit üblicherweise zwischen 3 und 10 Jahren.

SGL Carbon mietet IT-Ausstattung mit vertraglichen Laufzeiten zwischen einem Jahr und drei Jahren; in Einzelfällen bis zu fünf Jahren. Diese Leasingvereinbarungen sind in der Regel entweder kurzfristig oder (bzw. und) ihnen liegen Gegenstände von geringem Wert zugrunde. SGL Carbon hat beschlossen, für diese Leasingvereinbarungen weder Nutzungsrechte noch Leasingverbindlichkeiten zu erfassen. Informationen über Leasingverhältnisse, in denen SGL Carbon Leasingnehmer ist, werden nachfolgend dargestellt.

Nutzungsrechte

In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte der bilanzierten Nutzungsrechte und die Veränderungen während der Berichtsperiode dargestellt:

Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-ausstattung Gesamt
Stand 1. Jan. 19 (angepasst) 26,7 6,7 3,5 36,9
Zugänge zu Nutzungsrechten 0,5 1,1 1,2 2,8
Abschreibungen des Geschäftsjahres -4,1 -2,3 -2,3 -8,7
Fremdwährungsumrechnung 0,1 0,1   0,2
Stand 31. Dez. 19 23,2 5,6 2,4 31,2

Die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten ist in Textziffer 25 dargestellt.

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge:

Mio. €
2019 - Leasingvereinbarungen nach IFRS 16  
Ertrag aus Unterleasingverhältnisse von Nutzungsrechten 0,5
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen -3,8
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über Vermögenswerte von geringem Wert -3,2
Abschreibungen auf Nutzungsrechte -8,7
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten -1,2
2018 - Operating-Leasingverhältnisse nach IAS 17  
Leasingaufwand -13,4

Die Zahlungsmittelabflüsse der SGL Carbon für Leasingverhältnisse betrugen 2019 15,7 Mio. € (2018: 13,4 Mio. €). Zusätzlich wies die Gesellschaft 2019 zahlungsunwirksame Zugänge zu den Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten von 2,8 Mio. € aus.

Leasingverhältnisse als Leasinggeber

Aus Leasinggebersicht werden sämtliche Leasingverhältnisse als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft. Hiervon ausgenommen ist ein Untermietverhältnis, welches SGL Carbon aufgrund der Fristenkongruenz zwischen Haupt- und Untermietverhältnis als Finance-Lease-Verhältnis eingestuft hat: Der Ansatz dieses Leasingverhältnisses erfolgt als Leasingforderung in Höhe der Nettoinvestition. Sowohl das Haupt- als auch das Untermietverhältnis laufen Ende 2022 aus.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Unverändert zu den Vorjahren hat die SGL Carbon die als Finanzinvestition gehaltenen Grundstücke und Gebäude einer ehemaligen Business Unit in einer Grundstücksgesellschaft gebündelt. SGL Carbon hat dieses Leasingverhältnis als Operating-Leasingverhältnis eingestuft, da diese nicht im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen übertragen. Die beizulegenden Zeitwerte der bebauten Grundstücke sowie der Bodenwert des Bauerwartungslandes werden anhand eines externen Sachverständigengutachtens ermittelt und betragen zum 31. Dezember 2019 insgesamt 28,0 Mio. € (Vorjahr: 28,0 Mio. €, ermittelt auf Basis eines angepassten Bodenrichtwertes). Die angegebenen beizulegenden Zeitwerte entsprechen der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie des IFRS 13.

Die Mieteinnahmen aus diesen Grundstücken betrugen im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 1,5 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €). Aufwendungen wurden in Höhe von 1,7 Mio. € (Vorjahr:1,6 Mio. €) getätigt. Da das Leasingverhältnis kurzfristig innerhalb weniger Monate gekündigt werden kann, hat die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltende Leasingforderung aufgrund des unkündbaren Leasingverhältnis in Höhe von 1,1 Mio. € eine Fälligkeit von weniger als einem Jahr.

16. Andere langfristige Vermögenswerte

Dieser Posten enthält im wesentlichen finanzielle Vermögenswerte in Form von Wertpapieren, die bei Tochtergesellschaften im Ausland zur Deckung von Pensionsansprüchen gehalten werden.

17. Vorräte

Mio. € 31. Dez. 19 31. Dez. 18
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 99,2 99,8
Unfertige Erzeugnisse 115,6 109,1
Fertige Erzeugnisse und Waren 91,6 101,5
Gesamt 306,4 310,4

Die Umsatzkosten enthielten im Geschäftsjahr 2019 einen Verbrauch an Vorräten in Höhe von 826,0 Mio. € (Vorjahr: 766,4 Mio. €), die als Aufwand erfasst wurden. Der Gesamtbetrag der Vorräte, die zum Nettoveräußerungswert angesetzt wurden, beträgt zum 31. Dezember 2019 insgesamt 11,7 Mio. € (Vorjahr: 12,8 Mio. €). Wertminderungen von Vorräten von 2,9 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €) erhöhten die insgesamt erfassten Umsatzkosten. Durch Abverkauf bedingte Wertaufholungen von 1,2 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €) verminderten die Umsatzkosten.

18. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte

Mio. € 31. Dez. 19 31. Dez. 18
Gegen Kunden 119,2 130,8
Gegen At-Equity bilanzierte Beteiligungen 4,1 5,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 123,3 135,9
Vertragsvermögenswerte 85,8 80,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte 209,1 216,8

Nähere Erläuterungen über das Ausmaß der in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten enthaltene Kreditrisiken erfolgen unter Textziffer 28, dort "Ausfallrisiken".

19. Andere Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Mio. € 31. Dez. 19 31. Dez. 18
Sonstige Steuererstattungsansprüche 9,0 13,2
Vorausbezahlte Miete und Versicherungsprämien 7,8 6,3
Sonstige Forderungen an Lieferanten 4,0 1,5
Forderungen an Mitarbeiter 1,5 1,4
Leasingforderung 1,1 -
Ertragsteueransprüche 1,1 1,4
Positive Marktwerte der Finanzinstrumente 0,8 0,0
Kaufpreisforderungen - 3,0
Sonstige Vermögenswerte 6,0 7,6
Andere Forderungen und sonstige Vermögenswerte 31,3 34,4

20. Liquide Mittel

Die liquiden Mittel haben sich im Wesentlichen aus der Neuaufnahme und Tilgung von Finanzschulden reduziert. Im Rahmen der Emission der neuen Unternehmensanleihe im April 2019 haben sich die liquiden Mittel um 250,0 Mio. € (vor Transaktionskosten) erhöht. Aus dem Erlös, zusammen mit bestehenden Barmitteln, wurden im Juni 2019 die noch ausstehenden der Darlehen von 87,6 Mio. € der SGL Composites US gegenüber der BMW Group vollständig zurückgezahlt. Zudem wurde zur Vorfinanzierung der Wandelanleihe 2015/2020 zunächst der Nennwert in Höhe von 167,0 Mio. € zuzüglich der bis zur Fälligkeit im September 2020 anfallenden Zinszahlungen auf ein Treuhandkonto zu Gunsten der Inhaber dieser Wandelanleihe hinterlegt. Im Juli 2019 wurde die Wandelanleihe mit den liquiden Mitteln von dem Treuhandkonto vollständig vorzeitig zurückgekauft. Somit verfügt die Gesellschaft zum Bilanzstichtag über liquide Mittel in Höhe von insgesamt 137,1 Mio. € (Vorjahr: 180,6 Mio. €), die sich aus Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalenten von 133,1 Mio. € (Vorjahr: 122,5 Mio. €) sowie Termingeldanlagen in Höhe von 4,0 Mio. € (Vorjahr: 58,1 Mio. €) zusammensetzen.

Zum 31. Dezember 2019 bestehen die liquiden Mittel zu 54 % in Euro (Vorjahr: 41 %), zu 23 % in USD (Vorjahr: 44 %), zu 10 % in chinesischen Renminbi (Vorjahr: 6 %) zu 7% in japanischen Yen (Vorjahr: 5 %) und zu 6 % (Vorjahr: 4 %) in anderen Währungen. Zum Bilanzstichtag waren, wie im Vorjahr, keine wesentlichen Kassenbestände vorhanden. Die Reduzierung der liquiden Mittel in USD ergibt sich im Wesentlichen aus dem Auslaufen der Termingeldanlage in Höhe von 62 Mio. USD, die in Höhe von 50 Mio. USD zur Rückführung eines Darlehens der BMW Group der SGL Composites US genutzt wurden.

21. Latente Steuern

Zum 31. Dezember 2019 bestehen nicht angesetzte inländische Verlustvorträge in Höhe von 466,3 Mio. € (Vorjahr: 471,5 Mio. €) für Körperschaftsteuer, in Höhe von 328,1 Mio. € (Vorjahr: 322,4 Mio. €) für Gewerbesteuer sowie für Zinsvorträge in Höhe von 63,0 Mio. € (Vorjahr: 54,3 Mio. €). Zusätzlich bestehen nicht angesetzte nutzbare ausländische Verlustvorträge im Wesentlichen in den USA für die Bundessteuer in Höhe von 479,9 Mio. USD (Vorjahr: 511,4 Mio. USD, Verminderung hauptsächlich bedingt durch Nutzung) und in Großbritannien in Höhe von 111,2 Mio. £ (Vorjahr: 86,0 Mio. £). Darüber hinaus bestehen zum 31. Dezember 2019 nicht angesetzte Zinsvorträge und Capital Losses in den USA in Höhe von insgesamt 66,5 Mio. USD (Vorjahr: 69,7 Mio. USD). Die Verlustvorträge in Deutschland und Großbritannien sind nach dem heutigen Stand der Gesetzgebung unbegrenzt vortragsfähig. In den USA verfallen die Verlustvorträge, die bis zum 31. Dezember 2017 entstanden sind, ab 2022. Für Verluste, die in Steuerjahren entstehen, die nach dem 31. Dezember 2017 enden, ist der Verlust zeitlich unbegrenzt vortragsfähig.

Für die folgenden Sachverhalte wurden zum 31. Dezember 2019 bzw. 31. Dezember 2018 keine aktiven latenten Steuern bilanziert, da ihre Nutzbarkeit mit Unsicherheiten behaftet ist:

Mio. € 31. Dez. 19 31. Dez. 18
Abzugsfähige temporäre Differenzen aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden 223,7 165,9
Aus steuerlichen Verlustvorträgen und Steuergutschriften 1.794,4 1.681,6
Gesamt 2.018,1 1.847,5

Aktive latente Steuern werden mit passiven latenten Steuern saldiert, wenn sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und ein Anspruch auf Verrechnung eines tatsächlichen Steuererstattungsanspruchs mit einer tatsächlichen Steuerschuld besteht. Beim Ausweis der aktiven und passiven latenten Steuern in der Konzernbilanz wird nicht zwischen kurz- und langfristig unterschieden.

Die aktiven und passiven latenten Steuern (brutto) verteilen sich wie folgt auf Verlustvorträge bzw. auf Unterschiede zwischen IFRS und Steuerbasis. Die Entwicklung der latenten Steuern ist in der nachfolgenden Tabelle ebenfalls dargestellt:

Mio. € Aktive latente Steuern 31. Dez. 19 Passive latente Steuern 31. Dez. 19 Aktive latente Steuern 31. Dez. 18 Passive latente Steuern 31. Dez. 18 Gewinn- und Verlustrechnung 2019 Eigenkapital 2019
Langfristige Vermögenswerte 36,1 55,7 37,4 69,8 12,0 0,8
Vorräte 15,4 0,0 6,7 2,4 11,1  
Forderungen / übrige Aktiva 3,2 28,9 3,0 13,2 -15,5  
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 124,8 54,9 82,4 21,1 -5,7 7,5
Sonstige Rückstellungen 11,3 0,5 12,6 0,6 -1,2  
Verbindlichkeiten / übrige Passiva 20,7 2,2 7,0 2,2 13,7  
Aus steuerlichen Verlustvorträgen, Zinsvorträgen und Steuergutschriften 315,6 0,0 309,4 0,0 6,2  
Bruttobetrag 527,1 142,2 458,5 109,3 27,4 8,3
Wertberichtigungen -386,0 0,0 -342,0 0,0 -30,4 -6,8
Saldierungen -140,2 -140,2 -105,2 -105,2 0,0  
Bilanzansatz 0,9 2,0 11,3 4,1    
Erfolgsneutrale Wertänderungen           1,5
Latenter Steueraufwand         -8,3  

Die aktiven und passiven latenten Steuern werden saldiert, soweit sie sich auf Ertragsteuern desselben Steuerpflichtigen und derselben Steuerart beziehen.

Die SGL Carbon weist im Eigenkapital kumulierte latente Steuereffekte auf Posten, die außerhalb des Gewinns oder Verlusts erfasst wurden, in Höhe von insgesamt 46,1 Mio. (Vorjahr: 44,6 Mio. €) aus, hauptsächlich aus Pensionsrückstellungen.

Für einbehaltene Gewinne bei den ausländischen Gesellschaften, die in absehbarer Zukunft nicht ausgeschüttet werden, würde sich im Berichtsjahr wie im Vorjahr keine passive latente Steuer ergeben, da das Ausschüttungspotential aus Tochtergesellschaften weitgehend ausgekehrt wurde.

22. Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der Muttergesellschaft SGL Carbon SE beläuft sich zum 31. Dezember 2019 auf 313.194.183,68 € (Vorjahr: 313.194.183,68 €) und ist eingeteilt in 122.341.478 (Vorjahr: 122.341.478) Inhaber-Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien), jeweils mit einem auf eine Stückaktie anteilig entfallenden Betrag des Grundkapitals von 2,56 €. Die Aktie wird an verschiedenen Handelsplätzen in Deutschland (unter anderem Frankfurt am Main) gehandelt.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist nach §3 Abs. 6 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft aus einem genehmigten Kapital mit einem Volumen von 31.319.040,00 € mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von neuen Stückaktien einmalig oder mehrmals zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019). Das Genehmigte Kapital 2019 wurde von der Hauptversammlung am 10. Mai 2019 neu geschaffen und ist bis zum 9. Mai 2024 ausübbar. Dabei ist den Aktionären bei der Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2019 grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Ein Bezugsrechtsausschluss ist allerdings zum Ausgleich von Spitzenbeträgen, zum Ausgleich von Bezugsrechten aus ausgegebenen oder auszugebenden Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten, bei Ausgabe von Aktien gegen Sacheinlage zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensanteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie bei einer Ausgabe von Aktien bei einer Barkapitalerhöhung bis maximal 10% des Grundkapitals mit Zustimmung des Aufsichtsrats vorgesehen beziehungsweise möglich.

Das durch Beschluss der Hauptversammlung am 17. Mai 2017 in einer Höhe von Euro 31.319.040,00 geschaffene Genehmigte Kapital 2017 wurde mit Beschluss der Hauptversammlung am 10. Mai 2019 vollumfänglich aufgehoben.

Bedingtes Kapital

Die Hauptversammlung hat in den vergangenen Jahren bedingte Kapitalerhöhungen zur Bedienung der aktienbasierten Management-Incentive-Pläne (vergleiche hierzu auch Textziffer 30) sowie zur Bedienung von Wandelanleihen (vergleiche hierzu auch Textziffer 25) beschlossen.

Satzung Beschlussdatum €/Anzahl Aktien Kapitalerhöhung gegen: Bezugsrechtsausschluss / Durchführung der Kapitalerhöhung
§ 3 Abs. 7 30. April 2004 763.202,56 € = 298.126 Aktien SAR-Plan 1) 2005-2009 Kapitalerhöhung wird durchgeführt, wenn begünstigte Mitarbeiter von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen.
§ 3 Abs. 9 17. Mai 2017 31.319.040,00 € = 12.234.000 Aktien Bedienung der Wandelanleihe 2018 Kapitalerhöhung wird durchgeführt, wenn Gläubiger der Wandelanleihe von ihrem Umtauschrecht Gebrauch machen
§ 3 Abs. 10 10. Mai 2019 31.319.040,00 € = 12.234.000 Aktien Zur Bedienung einer auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 10. Mai 2019 zu begebenden Wandel-/Optionsanleihe Wandel-/Optionsanleihe zum 31.12.2019 nicht ausgegeben, auf deren Grundlage eine Kapitalerhöhung erfolgen könnte
§ 3 Abs. 11 30. April 2015 25.600.000,00 € = 10.000.000 Aktien Bedienung der Wandelanleihe 2015 Wandelanleihe 2015 nicht mehr ausstehend, daher Umtausch in Aktien nicht mehr möglich
§ 3 Abs. 12 29. April 2009 4.875.517,44 € = 1.904.499 Aktien SAR-Plan 1) 2010-2014 Kapitalerhöhung wird durchgeführt, wenn begünstigte Mitarbeiter von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen.

1) SAR Plan = Stock Appreciation Rights Plan (Aktienwertsteigerungsrechte Plan) siehe hierzu auch Textziffer 30

Gegenüber dem Bestand zum 31. Dezember 2018 wurde das frühere bedingte Kapital nach § 3 Abs. 14 der Satzung (alte Fassung) in Höhe von 20.480.000,00 € per Beschluss der Hauptversammlung am 10. Mai 2019 aufgehoben und ein neues bedingtes Kapital nach §3 Abs. 10 der Satzung in Höhe von 31.319.040,00 € geschaffen.

Entwicklung des Grundkapitals

Anzahl Aktien 2019 2018
Stand 1. Jan. 122.341.478 122.341.478
Stand 31. Dez. 122.341.478 122.341.478

Zum 31. Dezember 2019 blieben 70.501 (Vorjahr: 70.501) eigene Aktien mit einem Buchwert von 180.482,56 € (Vorjahr: 180.482,56 €) im Bestand.

Angaben zum Kapitalmanagement

Neben der Sicherung der Liquidität ist die kontinuierliche Optimierung von Finanzierungsstrukturen ein wesentliches Ziel des Kapitalmanagements. Die Zielerreichung wird durch den Einsatz verschiedener Maßnahmen zur Reduzierung der Kapitalkosten, die Weiterentwicklung der Kapitalstruktur und durch effektives Risiko-Management sichergestellt. Das Kapitalmanagement schließt die Eigenkapital- und die Fremdkapitalseite ein. Wesentliche Finanzkennziffern sind die Höhe der Nettofinanzschulden, der Verschuldungsfaktor als Kennzahl von Nettofinanzschulden zu EBITDA und die Eigenkapitalquote. Die Nettofinanzschulden sind als verzinsliche Darlehen zum Nennwert abzüglich Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalenten und Termingeldanlagen definiert. Mittelfristig strebt SGL Carbon eine Eigenkapitalquote von ≥30 % und einen Verschuldungsfaktor (Nettofinanzschulden zu EBITDA vor Sondereinflüssen) von ≤2,5 an.

Im Berichtsjahr wurde aus dem Emissionserlös der Unternehmensanleihe sowohl die Wandelanleihe 2015/2020 als auch die verbliebenen Darlehen gegenüber der BMW Group zurückgezahlt.

Im September des Vorjahres hat die SGL Carbon SE eine Wandelanleihe über einen Nominalbetrag von 159,3 Mio. € mit einer Laufzeit bis September 2023 begeben (siehe Textziffer 25).

Die Kennzahlen entwickelten sich wie folgt: Mio. €

Mio. € 31. Dez. 19 31. Dez. 18
Nettofinanzschulden 1) 288,5 242,2
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 418,6 531,6
Eigenkapitalquote 27,8% 33,5%
Verschuldungsfaktor 2,40 1,90

1) Im Vorjahr einschließlich liquide Mittel der nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 1,0 Mio. €

Als ein Instrument des Kapitalmanagements wird ein aktives Fremdkapitalmanagement durchgeführt. Gegenüber Kreditgebern und Anleihegläubigern muss sich die SGL Carbon innerhalb bestimmter Auflagen bewegen, deren Einhaltung kontinuierlich überprüft wird. Im Rahmen des internen Risiko-Managements werden zudem finanzielle Risiken anhand von Kennziffern und regelmäßigen internen Reportings kontinuierlich überwacht und gesteuert. Hierunter fallen u.a. die auf Basis der Budgetvorgaben ermittelten internen Finanzierungsrahmen für Tochtergesellschaften und deren Ausnutzung, die Überwachung der abgesicherten Währungsrisikoposition, die Entwicklung der tatsächlichen Cashflows, die Marktwertentwicklung des Derivatebestands und die Vorhaltung und Ausnutzung eingeräumter Avallinien.

Die SGL Carbon beauftragt seit dem Jahr 2004 die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's (S & P), ein Emittenten-Rating zu erstellen, welches die Anleger und Investoren bei ihrer Bonitätseinschätzung unterstützt. Stand November 2019 bewerten die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's die SGL Carbon mit "B3" bzw. "B-".

Change in Control-Vereinbarung

Zum 31. Dezember 2019 hatte die Gesellschaft eine Wandelanleihe, fällig 2023, emittiert. Die Wandelanleihe sieht vor, dass bei einem Kontrollwechsel die Anleihegläubiger das Recht haben, die Rückzahlung noch ausstehender Schuldverschreibungen zum Nennbetrag (zuzüglich bis dahin noch aufgelaufener Zinsen) zu einem Stichtag zu erklären, der von der Gesellschaft festzulegen ist und der nicht weniger als 40 und nicht mehr als 60 Kalendertage nach dem Kontrollwechsel liegt. Daneben ist ebenfalls eine Wandlung der Schuldverschreibungen in Aktien möglich, bei der zeitlich gestuft bezüglich der Restlaufzeit der betreffenden Wandelanleihe ein für den Anleihegläubiger verbessertes Wandlungsverhältnis Anwendung findet. Ein Kontrollwechsel liegt bei der Wandelanleihe 2023 vor, wenn eine oder mehrere Personen die Kontrolle über die Gesellschaft erwerben, wobei Kontrolle das direkte oder indirekte Eigentum von mehr als 30 % der stimmberechtigten Aktien bezeichnet. Zudem findet bei der Wandelanleihe, fällig 2023, bei einem öffentlichen Übernahmeangebot das verbesserte Wandlungsverhältnis schon dann Anwendung, wenn die Annahmequote des Übernahmeangebots zum Ende der Annahmefrist die Kontrollschwelle von 30 % der stimmberechtigten Aktien überschreitet, eine etwaige darüber hinausgehende Mindestannahmeschwelle des Angebots zu diesem Zeitpunkt ebenfalls erreicht wurde und auch keine weiteren Angebotsbedingungen mehr offen sind (mit Ausnahme von Bedingungen, die rechtlich zulässigerweise auch nach Ablauf der Annahmefrist eintreten dürfen).

Die von der Gesellschaft emittierte 250 Mio. € Unternehmensanleihe, fällig 2024, berechtigt die Investoren, die vorzeitige Rückzahlung ihrer Schuldverschreibungen gegen Zahlung von 101 % des Nennbetrags (einschließlich eines etwaigen steuerlichen Abzugs von diesem vorzeitigen Rückzahlungsbetrag) sowie der bis zum Rückzahlungstag aufgelaufenen Zinsen zu verlangen, wenn (a) eine Person (mit Ausnahme von Frau Klatten, der BMW AG und diesen zuzurechnenden Personen) direkt oder indirekt mehr als 35 % der stimmberechtigten Anteile der SGL Carbon SE erlangt, (b) das ganze oder annähernd ganze Vermögen der SGL Carbon SE und ihrer Konzerngesellschaften an eine Person (mit Ausnahme von Frau Klatten, der BMW AG und diesen zuzurechnenden Personen) übertragen wird, oder (c) die Aktien der SGL Carbon SE nicht mehr an der Frankfurter Wertpapierbörse oder einem anderen europäischen regulierten Markt gelistet sind.

Sonstiges

Die SGL Carbon SE als Muttergesellschaft der SGL Carbon weist im Jahr 2019 einen nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) ermittelten Jahresfehlbetrag in Höhe von 111,9 Mio. € aus. Unter Berücksichtigung des Ergebnisvortrags von minus 931,0 Mio. € beträgt der Bilanzverlust insgesamt 1.042,9 Mio. €. Nach dem deutschen Aktiengesetz bemisst sich die ausschüttungsfähige Dividende nach dem Bilanzgewinn, den die SGL Carbon SE in ihrem gemäß den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs aufgestellten Jahresabschluss ausweist.

23. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

In der SGL Carbon bestehen zugunsten der Mitarbeiter weltweit verschiedene Regelungen für Alters- und Hinterbliebenenversorgung. Die Versorgungsleistungen werden in Abhängigkeit von den länderspezifischen Gegebenheiten gewährt. Einige dieser Regelungen sind an die Höhe der Vergütung der Arbeitnehmer gekoppelt, bei den übrigen handelt es sich um feste Beträge, die sich an der Einstufung der Arbeitnehmer (sowohl in Gehaltsklassen als auch in hierarchischen Ebenen) orientieren. Zusätzlich sehen einige Regelungen zukünftige Steigerungen nach Inflationsindizes vor.

Deutschland

Für die Mitarbeiter der SGL Carbon in Deutschland sind die unterschiedlichen Systeme der betrieblichen Altersversorgung in der rechtlich selbstständigen Pensionskasse der Mitarbeiter der Hoechst-Gruppe VVaG gebündelt. Bei den beitragsorientierten Altersversorgungssystemen der Grundversorgung für Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen Beiträge an Rentenversicherungsträger. Mit der Zahlung der Beiträge bestehen generell für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die Pensionskasse der Mitarbeiter der Hoechst-Gruppe VVaG (Penka I) verwaltet in Deutschland einen leistungsorientierten gemeinschaftlichen Plan mehrerer Arbeitgeber. Für diesen Pensionsplan stehen keine ausreichenden Informationen zur Verfügung, um ihn auf Ebene der SGL Carbon als leistungsorientierten Versorgungsplan zu bilanzieren, da sich das Planvermögen nicht auf die beteiligten Unternehmen aufteilen lässt. Die Leistungen der Pensionskasse werden auf Grundlage des Bedarfsdeckungsverfahrens finanziert. Die Höhe der Arbeitgeberbeiträge bestimmt sich daher in Abhängigkeit der Höhe der Kapitalerträge, die schwanken können. Die Beiträge der SGL Carbon an die Pensionskasse (Penka I) betrugen in 2019 600% der Mitarbeiterbeiträge. Zum 1. April 2009 wurde der leistungsorientierte Versorgungsplan für Neueintritte geschlossen und in eine beitragsorientierte Leistungszusage geändert. Die Beiträge des Arbeitgebers betrugen hier konstant 230 % der Mitarbeiterbeiträge. Mit der Beitragszahlung in die Höchster Pensionskasse VVaG (Penka II) waren sämtliche Verpflichtungen abgegolten. Des Weiteren besteht in Deutschland die Altersversorgungplus (AV-plus). Der Mitarbeiter zahlt hier 2,0 % der beitragsfähigen Bruttobezüge im Rahmen einer Gehaltsumwandlung in die AV-plus ein, während der Arbeitgeber den doppelten Betrag in eine Direktzu sage einbringt, welche durch Vermögen in einer Treuhandstruktur (Contractual Trust Arrangement, CTA) abgedeckt wird. Der Mitarbeiter hat noch das Wahlrecht, zusätzlich 1,0% an die Penka II zu leisten, der Matching-Arbeitgeberanteil für die Direktzusage beträgt hier dann 100 % des zusätzlichen Mitarbeiterbeitrags. Mit seinen Zahlungen an die Pensionskasse erwirbt der Mitarbeiter einen direkten Anspruch auf Leistungen der Pensionskasse. Im Rahmen der Direktzusage des Arbeitgebers wird eine Mindestverzinsung von 2,25% p.a. garantiert. Im Leistungsfall kommt der höhere Wert aus der Garantieverzinsung oder dem aktuellen individuellen Wert des Vermögens zur Auszahlung oder Verrentung. Die Vermögenswerte zur Deckung der Ansprüche aus der AVplus werden über eine externe Kapitalanlagegesellschaft zu 30% in einen europäischen Aktienfonds und zu 70 % in einen europäischen Rentenfonds investiert.

Die Direktzusage für das leistungsorientierte Altersversorgungssystem des oberen Führungskreises für Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Deutschen Rentenversicherung wurde zum 31. Dezember 2014 für die Aktiven geschlossen und durch ein beitragsorientiertes Leistungssystem (ZVplus) abgelöst. Die erdienten Anwartschaften der Aktiven wurden eingefroren und unterliegen keiner Dynamisierung bis zum Eintritt des Versorgungsfalls. Auch wenn die Mitarbeiter aus den Altzusagen keine weiteren Anwartschaften erdienen können, trägt das Unternehmen weiterhin die versicherungsmathematischen Risiken wie Langlebigkeit und Rentendynamik. Bei der neuen beitragsorientierten Leistungszusage gewährt das Unternehmen Beiträge in Höhe eines definierten Beitragssatzes des versorgungsfähigen Einkommens. Die Beiträge sind mit einer Mindestverzinsung in Höhe des Höchstrechnungszinses für Lebensversicherungen zuzüglich eines Prozentpunkts versehen (1,9 % p.a.). Zusätzlich werden die Beträge als Vermögen in eine Treuhandstruktur (Contractual Trust Arrangement, CTA) eingebracht. Im Versorgungsfall kommt der höhere Wert aus der Garantieverzinsung oder dem aktuellen individuellen Wert des Vermögens zur Auszahlung oder Verrentung. Die Vermögenswerte zur Deckung der Ansprüche aus der ZVplus werden über eine externe Kapitalanlagegesellschaft zu 7,5% in einen europäischen Aktienfonds kleinerer Unternehmen, zu 12,5% in einen europäischen Aktienfonds, 30 % in einen internationalen Aktienfonds und zu 50 % in einen europäischen Rentenfonds angelegt. Darüber hinaus besteht für obere Führungskräfte die Möglichkeit, kurz- und/oder langfristige Incentives zugunsten der ZVplus umzuwandeln.

USA

In den nordamerikanischen Tochtergesellschaften bestehen Pensionspläne, die im Wesentlichen durch Pensionsfonds abgedeckt werden. Der effektive Deckungsgrad für den Pensionsplan in den USA zum 31. Dezember 2019 beträgt 78,2% (Vorjahr: 78,0 %). Dieser Plan unterliegt den rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen des US-amerikanischen Employee Retirement Income Security Act (ERISA). Nach diesen ergibt sich die Anforderung für leistungsorientierte Pläne, ein Mindestfinanzierungsniveau sicherzustellen, um Leistungsbeschränkungen zu vermeiden. Durch den aktuellen Deckungsgrad nach ERISA ergeben sich keine Nachschusspflichten. Daneben bestehen in den USA Versorgungspläne für Gesundheitsvorsorge nach Eintritt in den Ruhestand sowie ein zusätzlicher Versorgungsplan für den oberen Führungskreis, die beide nicht kapitalgedeckt sind.

Im US-Pensionsfonds wird das Planvermögen einzig für den Zweck investiert, den Begünstigten zukünftige Pensionen zu ermöglichen und dabei die Kosten für die Verwaltung des Planvermögens zu minimieren. Die SGL Carbon überprüft regelmäßig die Annahme über die erwartete Rendite des Planvermögens des nordamerikanischen fondsfinanzierten Versorgungsplans. Im Rahmen dieser Überprüfung wird durch unabhängige Aktuare eine Bandbreite für die erwartete langfristige Rendite des gesamten Planvermögens ermittelt. Für die Ermittlung der Nettozinsen wird das Planvermögen mit dem Diskontierungszinssatz zum Ende des Vorjahres bewertet.

Die effektive Rendite des Planvermögens lag im Jahr 2019 in den USA mit 19,0 % (Vorjahr: minus 5,1%) über der erwarteten Verzinsung entsprechend des Diskontierungszinssatzes von 4,2 % vom 31. Dezember 2018.

Die Investitionspolitik der SGL Carbon ist bestrebt, die festverzinslichen Anleihen und Bankguthaben gegenüber den Vermögenswerten aus chancenorientierten Aktien und Beteiligungen leicht überzugewichten. Zum 31. Dezember 2019 waren 46,0 % des Planvermögens in den USA in festverzinslichen Anlagen (Vorjahr: 29,4%), 40,7% in Aktien und Beteiligungen (Vorjahr: 58,0 %), 8,7% in Immobilien (Vorjahr: 4,7%), 3,8% in Hedgefonds (Vorjahr: 6,7%) und 0,8% in Bankguthaben angelegt (Vorjahr: 1,2 %).

Bei den Versorgungsplänen für Gesundheitsvorsorge werden die zukünftigen Verpflichtungen unter Anwendung versicherungsmathematischer Verfahren bei vorsichtiger Schätzung der relevanten Einflussgrößen ermittelt. Die Rechenparameter können maßgeblich von den Trendannahmen zur Kostenentwicklung im Gesundheitssektor beeinflusst werden. Die Trendannahmen medizinischer Versorgung (Erstes/Letztes/Jahr) betrugen im Berichtsjahr für Gesundheitsversorgungs-Berechtigte unter 65 Jahren (6,47 %/4,5 %/2027) und für Gesundheitsversorgungs-Berechtigte über 65 Jahren (7,36%/4,5%/2027). Für das Jahr 2018 beliefen sich die Trendannahmen auf (7,74%/5,0 %/2026) beziehungsweise (8,46 %/5,0 %/2026). Eine Erhöhung beziehungsweise Verminderung der angenommenen Steigerungsrate für die Gesundheitsversorgungsleistungen um 1 %-Punkt hätte zum Geschäftsjahresende 2019 eine Erhöhung (Verminderung) des Anwartschaftsbarwerts beziehungsweise des Dienstzeit- und Zinsaufwands von 0,1 Mio. € beziehungsweise 0,0 Mio. € (minus 0,1 Mio. € beziehungsweise 0,0 Mio. €) zur Folge.

Versicherungsmathematische Annahmen

Neben den biometrischen Rechnungsgrundlagen sowie dem aktuellen langfristigen Kapitalmarktzins werden insbesondere auch Annahmen über zukünftige Gehalts- und Rentensteigerungen berücksichtigt.

Dabei finden folgende Parameter in den wesentlichen Ländern Deutschland und USA Verwendung:

Deutsche Pläne US-Pläne
2019 2018 2019 2018
Rechnungszins zum 31. Dez. 1,10% 1,90% 3,20% 4,20%
Entgelttrend zum 31. Dez. 2,25% 2,25% 3,00% 3,00%
Rententrend zum 31. Dez. 1,50% 1,90%    
Erwartete Verzinsung des Fondsvermögens im Geschäftsjahr 1,10% 1,90% 3,20% 4,20%
Duration (Jahre) 17,1 16,7 14,9 13,8

Im Folgenden werden die Veränderung der Pensionsverpflichtungen aus unmittelbaren Zusagen sowie aus Verpflichtungen für die Gesundheitsfürsorge nach Eintritt in den Ruhestand, die Veränderung des Planvermögens und der Finanzierungsstatus der Versorgungspläne dargestellt.

Der Finanzierungsstatus 2019 stellt sich wie folgt dar:

Mio. € Deutschland 2019 USA 2019 Rest 2019 Gesamt 2019
Anwartschaftsbarwert für Pensionen und Gesundheitsfürsorge zu Beginn des Jahres 291,1 98,2 11,2 400,5
Dienstzeitaufwand 4,5 2,4 0,2 7,1
Zinsaufwand 5,5 4,1 0,2 9,8
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) 25,7 12,0 2,3 40,0
Pensionszahlungen -9,8 -4,7 -1,1 -15,6
Planänderungen 1,0 0,0 0,0 1,0
Sonstige Veränderungen 0,7 0,1 -1,3 -0,5
Währungsveränderungen   2,0 0,0 2,0
Anwartschaftsbarwert für Pensionen und Gesundheitsfürsorge zum Ende des Jahres 1) 318,8 114,1 11,5 444,4
Marktwert des Planvermögens zu Beginn des Jahres 48,7 60,8 0,8 110,3
Tatsächliche Erträge des Planvermögens 4,0 11,8 0,0 15,8
Beiträge des Arbeitgebers 3,3 4,2 0,6 8,1
Beiträge des Begünstigten 0,7 0,1 0,0 0,8
Pensionszahlungen -1,2 -4,7 -0,6 -6,5
Währungsveränderungen   1,2 0,0 1,2
Marktwert des Planvermögens zum Ende des Jahres 2) 55,5 73,3 0,9 129,7
Finanzierungsstatus zum 31. Dezember 263,3 40,8 10,6 314,7
Bilanzierter Betrag 263,3 40,8 10,6 314,7
Trennungsentschädigungen   0,8 3,2 4,0
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 263,3 41,5 13,9 318,7

1) Davon für Gesundheitsfürsorge 6,3 Mio. €
2) Zusätzlich bestehen weitere 4,9 Mio. € an Vermögenswerten zur Deckung von Pensionsansprüchen, die in den anderen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden

Der Finanzierungsstatus 2018 stellt sich wie folgt dar:

Mio. € Deutschland 2018 USA 2018 Rest 2018 Gesamt 2018
Anwartschaftsbarwert für Pensionen und Gesundheitsfürsorge zu Beginn des Jahres 283,7 101,9 11,6 397,2
Dienstzeitaufwand 4,6 2,7 0,2 7,5
Zinsaufwand 4,8 3,6 0,3 8,7
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) 6,8 -10,7 -0,4 -4,3
Pensionszahlungen -9,3 -4,3 -0,8 -14,4
Sonstige Veränderungen 0,5 0,2 0,3 1,0
Währungsveränderungen   4,8   4,8
Anwartschaftsbarwert für Pensionen und Gesundheitsfürsorge zum Ende des Jahres 1) 291,1 98,2 11,2 400,5
Marktwert des Planvermögens zu Beginn des Jahres 45,9 60,5 0,8 107,2
Tatsächliche Erträge des Planvermögens -0,4 -3,1 0,0 -3,5
Beiträge des Arbeitgebers 3,6 4,8 0,8 9,2
Beiträge des Begünstigten 0,9 0,1 0,0 1,0
Pensionszahlungen -1,3 -4,4 -0,8 -6,5
Währungsveränderungen 0,0 2,9 0,0 2,9
Marktwert des Planvermögens zum Ende des Jahres 2) 48,7 60,8 0,8 110,3
Finanzierungsstatus zum 31. Dezember 242,4 37,4 10,4 290,2
Bilanzierter Betrag 242,4 37,4 10,4 290,2
Trennungsentschädigungen   0,7 2,3 3,0
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 242,4 38,1 12,7 293,2

1) Davon für Gesundheitsfürsorge 6,3 Mio. €
2) Zusätzlich bestehen weitere 4,0 Mio. € an Vermögenswerten zur Deckung von Pensionsansprüchen, die in den anderen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden

Die Überleitung zu dem in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfassten Betrag stellt sich wie folgt dar:

Mio. € Deutschland 2019 USA 2019 Rest 2019 Gesamt 2019 Gesamt 2018
Versicherungsmathematische Gewinne (+) / Verluste (-) aus Pensionen -25,7 -12,0 -2,3 -40,0 4,3
Tatsächliche Erträge des Planvermögens 4,0 11,8 0,0 15,8 -3,5
Abzüglich erwartete Erträge des Planvermögens -1,0 -2,6 0,0 -3,5 -3,0
Währungseinflüsse - 0,0 0,0 0,0 -0,3
Im Eigenkapital erfasste Gewinne (+)/Verluste (-) des Berichtsjahres (brutto) -22,7 -2,8 -2,3 -27,8 -2,5
Steuereffekt 6,8 0,7 0,3 7,8 2,9
Wertberichtigungen auf latente Steuern -6,5 -0,7 0,0 -7,2 -0,2
Im Eigenkapital erfasste Gewinne (+) / Verluste (-) des Berichtsjahres (netto) -22,4 -2,8 -2,0 -27,2 0,2

Der kumulierte im Eigenkapital (angesammelte Ergebnisse) erfasste Betrag der versicherungsmathematischen Verluste beträgt netto 239,9 Mio. € (Vorjahr: 212,7 Mio. €).

Im Geschäftsjahr 2019 hatten folgende Entwicklungen einen Einfluss auf den Anwartschaftsbarwert: ein versicherungsmathematischer Verlust in Höhe von 55,7 Mio. € durch die Absenkung des Abzinsungsfaktors der Pensionspläne und ein versicherungsmathematischer Gewinn von 16,1 Mio. € durch die Absenkung des Rententrends bei den deutschen Plänen von 1,9 % auf 1,5% (Vorjahr: Verminderung um 4,2 Mio. € aufgrund der Erhöhung des Zinssatzes nach Berücksichtigung eines gegenläufigen Effektes durch die Erhöhung des Rententrends bei den deutschen Plänen von 1,5% auf 1,9 %), Erhöhung um 0,7 Mio. € durch die Berücksichtigung neuer Sterbetafeln in USA (Vorjahr: Effekt aufgrund neuer Sterbetafeln in den Deutschland und den USA in Höhe von 3,2 Mio. €), sowie Minderung um 1,1 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €) durch erfahrungsbedingte Anpassungen, die aus den Unterschieden zwischen den versicherungsmathematischen Annahmen und den tatsächlich eingetretenen Verhältnissen resultieren. Eine Änderung des Abzinsungsfaktors, des Gehaltstrends und der Verzinsung des Planvermögens um jeweils plus 0,5%-Punkte/minus 0,5%-Punkte hätte eine Änderung des Anwartschaftsbarwerts durch den Abzinsungsfaktor um minus 6.7%/plus 7,8 %, durch den Rententrend um plus 4,6 %/minus 4,3 %. Die Pensionsrückstellungen haben in Höhe von 13,8 Mio. € eine Laufzeit von bis zu einem Jahr (Vorjahr: 13,8 Mio. €).

Die SGL Carbon hat Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen in Höhe von 126,3 Mio. € (Vorjahr: 102,9 Mio. €) aus Pensionsplänen, die über einen Fonds finanziert werden. Pensionsverpflichtungen aus Pensionsplänen ohne Fondsvermögen belaufen sich auf 318,1 Mio. € (Vorjahr: 297,6 Mio. €). Die Ist-Erträge des Planvermögens betrugen im Jahr 2019 insgesamt 15,8 Mio. € (Vorjahr: minus 3,5 Mio. €).

Für die Pensionsverpflichtungen der Gesellschaft gegenüber Vorstandsmitgliedern wurden Rückdeckungsversicherungen mit drei großen Versicherungsgesellschaften abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2019 betrugen die in den Pensionsrückstellungen berücksichtigten Aktivwerte insgesamt 29,6 Mio. € (Vorjahr: 29,7 Mio. €). Die erwartete Verzinsung entspricht dem Diskontierungszinssatz der Pensionsverpflichtungen. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Einmalzahlungen in Höhe von 0,4 Mio. € an die Rückdeckungsversicherungen geleistet (Vorjahr: 0,7 Mio. €). Die Ansprüche aus den Rückdeckungsversicherungen wurden jeweils an die Vorstände verpfändet. Der Aufwand für Altersversorgung für die aktiven Vorstände ist unter Textziffer 27 erläutert.

Die Pensionsaufwendungen für 2019 und 2018 setzen sich wie folgt zusammen:

Mio. € Deutschland 2019 USA 2019 Rest 2019 Gesamt 2019 Gesamt 2018
Laufender Dienstzeitaufwand 4,5 2,4 0,2 7,1 7,5
Plananpassungen 1,0 0,0 0,0 1,0 0,0
Dienstzeitaufwand 5,5 2,4 0,2 8,2 7,5
Zinsaufwand 5,5 4,1 0,2 9,8 8,7
Erwartete Erträge des Fondsvermögens -0,9 -2,5 0,0 -3,4 -2,9
Nettozinsaufwand 4,6 1,6 0,2 6,4 5,8
Pensionsaufwendungen aus leistungsorientierten Plänen 10,1 4,0 0,4 14,5 13,3
Pensionsaufwendungen aus beitragsorientierten Plänen 6,7 1,7 2,3 10,7 9,4
Pensionsaufwendungen 16,8 5,7 2,7 25,2 22,7

Die Beiträge der SGL Carbon zu den staatlichen Plänen betrugen im Jahr 2019 22,3 Mio. € (Vorjahr: 20,6 Mio. €). Die für das Jahr 2020 erwarteten Arbeitgeberbeiträge zu Planvermögen und Rückdeckungsversicherungen betragen 5,0 Mio. € (Vorjahr Ist: 6,2 Mio. €). Die in der Zukunft erwarteten Pensionszahlungen der SGL Carbon an ihre ehemaligen Mitarbeiter beziehungsweise deren Hinterbliebene stellen sich zum 31. Dezember 2019 wie folgt dar:

Pensionszahlungen an Mitarbeiter

Jahr Mio. €
2019 15,2
Fällig 2020 14,4
Fällig 2021 15,2
Fällig 2022 15,3
Fällig 2023 16,0
Fällig 2024 16,2
Fällig 2025-2029 92,2

24. Andere Rückstellungen

Mio. € Steuern Personal Gewährleistungen,
Preisnachlässe
und Garantien
Restrukturierung Sonstige Gesamt
Stand 1. Jan. 19 (angepasst) 1,5 58,6 9,1 35,0 17,6 121,8
Verbrauch -1,0 -36,2 -3,7 -2,3 -6,6 -49,8
Auflösung -0,1 -1,4 -1,6 -0,7 -1,3 -5,1
Zuführung 1,8 19,4 2,0 0,0 8,1 31,3
Sonstige Änderungen / Wechselkursdifferenzen 0,0 0,2 0,0 0,0 0,1 0,3
Stand 31. Dez. 19 2,2 40,6 5,8 32,0 17,9 98,5
davon mit einer Laufzeit bis 1 Jahr 2,2 35,4 5,0 7,5 17,0 67,1
davon mit einer Laufzeit von mehr als 1 Jahr - 5,2 0,8 24,5 0,9 31,4

Zu den Personalrückstellungen gehören vor allem Rückstellungen für variable Boni in Höhe von 13,4 Mio. € (Vorjahr: 3 0,6 Mio. €), Jubiläen in Höhe von 5,2 Mio. € (Vorjahr: 4,5 Mio. €) und nicht genommene Urlaubstage in Höhe von 12,9 Mio. € (Vorjahr: 12,6 Mio. €).

Die Gewährleistungen, Preisnachlässe und Garantien beinhalten neben Gewährleistungsrückstellungen auch Rückstellungen für Preisminderungsrisiken einschließlich Boni, Rabatten und sonstigen Preisnachlässen. Die Rückstellungen für Restrukturierung betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Aufräumarbeiten sowie Abwicklungsrisiken. 2019wurde eine Aufzinsung von 0,2 Mio. € erfasst. Durch die Änderung des Abzinsungssatzes erhöhte sich die Rückstellung um 3,9 Mio. €.

Der Posten "Sonstige" beinhaltet Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 5,7 Mio. € (Vorjahr: 6,0 Mio. €) Darüber hinaus enthalten die sonstigen Rückstellungen eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 48 (Vorjahr: 51) vollkonsolidierten Unternehmen.

25. Verbindlichkeiten

Mio. € 31. Dez. 19 Restlaufzeit
> 1 Jahr
31. Dez. 18 Restlaufzeit
> 1 Jahr
Verzinsliche Darlehen        
Unternehmensanleihe 250,0 250,0 - -
Nennwert Wandelanleihen 159,3   326,3  
Abzüglich IFRS Eigenkapitalanteil -10,7   -20,8  
Wandelanleihen 148,6 148,6 305,5 305,5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzschulden 16,3 13,1 97,4 95,2
Kosten der Refinanzierung -7,3 -7,3 -4,2 -4,2
  407,6 404,4 398,7 396,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 108,7 0,0 108,1 0,0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten        
Derivative Finanzinstrumente - - 0,9 0,0
Leasingverbindlichkeiten 48,9 34,2 16,9 15,7
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 58,7 0,0 68,9 52,2
  107,6 34,2 86,7 67,9
Ertragsteuerverbindlichkeiten 7,9 0,0 1,2 0,0
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 24,9 5,3 22,9 0,0
Übrige Verbindlichkeiten 140,4 39,5 110,8 67,9
Gesamt 656,7 443,9 617,6 464,4

Verzinsliche Darlehen

Unternehmensanleihe

Im April 2019 hat die SGL Carbon SE eine vorrangige, besicherte Unternehmensanleihe mit einer Laufzeit bis 30. September 2024 emittiert. Der Nominalwert der Anleihe beträgt 250,0 Mio. € und wurde mit einer Stückelung von 100.000€ begeben. Der Kupon beträgt 4,625% und ist halbjährlich zahlbar.

Die Bedingungen der Unternehmensanleihe sehen des Weiteren marktübliche Finanzierungsauflagen von ausgewählten Finanzkennzahlen und finanzielle Restriktionen vor. Die Unternehmensanleihe ist im Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse zum Handel zugelassen.

Der Emissionserlös, zusammen mit verfügbaren Barmitteln, wurde zur Vorfinanzierung der Wandelanleihe ("Wandelanleihe 2015/2020"), zur vollständigen Rückzahlung eines mit dem BMW Joint Venture im Zusammenhang stehenden Darlehens sowie zur Begleichung der Transaktionskosten der Unternehmensanleihe verwendet.

Die US Dollar Darlehen von der BMW Group an die SGL Composites US mit einem Gegenwert von 87,6 Mio. € wurden im Juni 2019 und die Wandelanleihe 2015/2020 im Juli 2019 jeweils vollständig zurückgezahlt.

Der Marktwert der börsennotierten Unternehmensanleihe betrug zum 31. Dezember 2019 245,7 Mio. €.

Wandelanleihen

Im September 2018 hat die SGL Carbon SE die Platzierung einer nicht nachrangigen und nicht besicherten Wandelanleihe abgeschlossen (Wandelanleihe 2018/2023). Der Gesamtnennbetrag der Wandelanleihe beträgt 159,3 Mio. €. Die Wandelanleihe hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird am 20. September 2023 endfällig. Sie wird zu 100% des Nennbetrages zurückgezahlt. Der anfängliche Wandlungspreis wurde auf 13,0220 € festgelegt, was einem Aufschlag von 30 % auf den Referenzpreis von 10,0169 € entspricht. Der Zinssatz wurde auf 3,00 % p.a. festgelegt und ist halbjährlich nachträglich jeweils am 20. März und 20. September zu zahlen. Die Stückelung der Wandelanleihe erfolgte zu 100.000€ je Teilschuldverschreibung. Basierend auf dem aktuellen Wandlungspreis würde eine vollständige Wandlung zur Ausgabe von 12,2 Mio. Aktien führen. Der beizulegende Zeitwert der Wandlungsrechte in Höhe von 13,7 Mio. € wurde bei Emission in die Kapitalrücklage eingestellt und gleichzeitig von der Anleiheverbindlichkeit abgesetzt.

Im Juli 2019 hat die SGL Carbon die ursprünglich im September 2020 fällige Wandelanleihe mit einem Nominalbetrag von 167,0 Mio. € aus dem Jahr 2015 vorzeitig zurückgezahlt.

Zum 31. Dezember 2019 verfügt die Gesellschaft über eine ausstehende Wandelanleihe. Diese ist mit einem vertraglich festgelegten Verwässerungsschutz für die Investoren ausgestattet. Hierdurch wird sichergestellt, dass der Wandlungspreis der Wandelanleihe insbesondere im Falle einer Bezugsrechtskapitalerhöhung oder Dividendenzahlung der Gesellschaft automatisch angepasst werden. Der angepasste Wandlungspreis spiegelt den Verwässerungseffekt je Stückaktie wider.

Der Wandlungspreis der Wandelanleihe hat sich wie folgt entwickelt:

Wandlungspreis
31. Dez. 19
Ursprünglicher Wandlungspreis
je Aktie
Veränderung
Wandelanleihe 2018/2023 13,02 13,02 0,00

Zusammenfassung der Wandelanleihe

Mio. € Volumen Emission Volumen ausstehend Buchwert
per 31. Dez. 19
Börsenwert 1)
per 31. Dez.19
Kupon
% p.a.
Ausgabekurs
Wandelanleihe 2018/2023 159,3 159,3 146,1 133,2 3,000% 100,0%

1) Entspricht Stufe 1 der Fair-Value-Hierarchie des IFRS 13.

Bezüglich der Bilanzierung der Wandelanleihen beziehungsweise deren Aufteilung in eine Eigen- und Fremdkapitalkomponente siehe , "Hybride Finanzinstrumente".

Der gewichtete zahlungswirksame Durchschnittszinssatz für Finanzschulden auf Basis der Nominalwerte beträgt in 2019 3,8% p.a. (Vorjahr: 3,7% p.a.). Zusammen mit der nicht zahlungswirksamen Aufzinsung der Wandelanleihen ergibt sich für 2019 ein gewichteter effektiver durchschnittlicher Zinssatz von 4,8 % p.a. (Vorjahr: 5,0 % p.a.). Zum Bilanzstichtag beliefen sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzschulden auf 16,3 Mio. € (Vorjahr: 97,4 Mio. €). Während diese zum Jahresende 2019 komplett festverzinslich sind, waren im Vorjahr 11,0 Mio. € festverzinslich und 86,4 Mio. € variabel verzinslich. Die variabel verzinslichen Darlehen entfielen komplett auf SGL Composites US.

Syndizierte Kreditlinie

Neben den der Wandelanleihe und der Unternehmensanleihe steht der SGL Carbon eine gleichrangig mit der Unternehmensanleihe besicherte und zum Stichtag ungenutzte syndizierte Kreditlinie für allgemeine Unternehmenszwecke in Höhe von insgesamt 175,0 Mio. € zur Verfügung. Die syndizierte Kreditlinie ist mit den Kernbanken der SGL Carbon vereinbart und hat eine Laufzeit bis Januar 2023 und besitzt eine Verlängerungsoption für ein weiteres Jahr. Diese syndizierte Kreditlinie steht verschiedenen SGL-Konzerngesellschaften zur Verfügung und kann in Euro oder US-Dollar in Anspruch genommen werden.

Die vereinbarte Kreditmarge passt sich insbesondere vom Verschuldungsfaktor der SGL Carbon während der Kreditlaufzeit an. Die Bedingungen der syndizierten Kreditlinie sehen des weiteren Finanzierungsauflagen vor.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2019 in Höhe von insgesamt 108,7 Mio. € (Vorjahr: 108,1 Mio. €) bestanden weit überwiegend wie im Vorjahr gegenüber fremden Dritten und waren wie im Geschäftsjahr 2018 innerhalb eines Jahres fällig. In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 15,5 Mio. € (Vorjahr: 3,7 Mio. €) enthalten. Diese betreffen die von Kunden erhaltenen Anzahlungen für den Bau von Anlagen für die über einen bestimmten Zeitraum Umsatzerlöse realisiert werden.

Übrige Verbindlichkeiten

In den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten sind zum 31. Dezember 2019 Leasingverbindlichkeiten von 48,9 Mio. € (Vorjahr: 16,9 Mio. €) enthalten. Der Anstieg resultiert aus der erstmaligen Anwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16.

In den sonstigen übrigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 58,7 Mio. € (Vorjahr 68,9 Mio. €) sind im Wesentlichen mit 54,2 Mio. € (Vorjahr 52,1 Mio. €) die abgezinste ausstehende Kaufpreisverbindlichkeit für den Erwerb der SGL Composites US enthalten. Im Weiteren enthält diese Position 4,5 Mio. € Zinsabgrenzungen für die ausstehende Wandelanleihe und Unternehmensanleihe. Im Vorjahr waren in den sonstigen übrigen finanziellen Verbindlichkeiten zudem 10,6 Mio. € für Ausgleichszahlungen für den Verkauf des ehemaligen AS Geschäftes und 2,8 Mio. € Zinsabgrenzungen enthalten.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten in Höhe von 24,9 Mio. € (Vorjahr: 22,9 Mio. €) beinhalten zum 31. Dezember 2019 im Wesentlichen Verbindlichkeiten für Lohn- und Kirchensteuer in Höhe von 7,9 Mio. € (Vorjahr: 7,6 Mio. €), Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit von 0,4 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €), sonstige Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 3,2 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) sowie passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 7,8 Mio. € (Vorjahr: 8,0 Mio. €).

In der nachfolgenden Tabelle sind alle zum 31. Dezember 2019 vertraglich vereinbarten Zahlungen für Tilgungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten einschließlich der derivativen Finanzinstrumente dargestellt.

Mio. € 2020 2021 2022 2023 2024 Mehr als
fünf
Jahre
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten            
Unternehmensanleihe 11,6 11,6 11,6 11,6 258,7  
Wandelanleihen 4,8 4,8 4,8 162,7    
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzschulden 3,7 3,3 3,3 2,7 1,6 3,5
Leasingverbindlichkeiten 15,5 7,6 6,1 3,6 3,1 50,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 108,7          
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 59,7          
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten -          
Gesamt 204,0 27,3 25,8 180,6 263,4 54,0

Die wesentliche Veränderung gegenüber den Angaben im Vorjahr ergibt sich aus der neu begebenen Unternehmensanleihe über 250 Mio. € und der vorzeitigen Rückzahlung der Wandelanleihe 2015/2020. Des Weiteren sind durch die erstmalige Anwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16 zum 01.01.2019 die Operating-Leasing-Verträge als Leasingverbindlichkeit bilanziert.

Die finanziellen Verbindlichkeiten wurden mit undiskontierten vertraglichen Cashflows für die nachstehenden Geschäftsjahre ermittelt.

In der nachfolgenden Tabelle ist die Entwicklung der verzinslichen Darlehen dargestellt.

Mio. € Stand
1. Jan. 19
Aufnahme Rück-
zahlung
Wechselkurs-
bedingte
Verände-
rungen
Aufzinsungs-
komponente /
Amortisation
Stand
31. Dez.19
Unternehmensanleihe   250,0       250,0
Wandelanleihen 326,3   -167,0     159,3
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzschulden 97,4 7,4 -89,8 1,3   16,3
Verzinsliche Darlehen (nominal) 423,7 257,4 -256,8 1,3   425,6
Verbleibende Aufzinsungskomponente
für Wandelanleihen
-20,8   5,4   4,7 -10,7
Kosten der Refinanzierung -4,2 -6,5     3,4 -7,3
Verzinsliche Darlehen (Buchwert) 398,7 250,9 -251,4 1,3 8,1 407,6

26. Eventualverbindlichkeiten / Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Am 31. Dezember 2019 beziehungsweise 2018 bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen aufgrund von Bestellungen im Zusammenhang mit genehmigten Sachanlagen-Investitionen in Höhe von 16,2 Mio. € beziehungsweise 25,3 Mio. €. Die Abwicklung dieser Investitionsvorhaben erstreckt sich teilweise über mehr als ein Jahr. Die wesentlichen Investitionsprojekte sind im Konzern-Lagebericht unter Investitionen erläutert. Außerdem bestand am 31. Dezember 2019 ein Bestellobligo für Dienstleistungen und Services in Höhe von 7,0 Mio. € (Vorjahr: 5,0 Mio. €). Eventualverbindlichkeiten für At-Equity bilanzierte Beteiligungen oder sonstige Bürgschaftsverpflichtungen bestanden nicht.

Die SGL Carbon sichert durch Beschaffungsverträge mit wichtigen Lieferanten die benötigten Rohstoffe und Energien für die Produktion. Diese Verträge haben im Normalfall eine Laufzeit von einem Jahr, enthalten Mindesteinkaufsmengen, die von der SGL Carbon zu beziehen sind, und werden durch physische Lieferung erfüllt. Die Preise für die Lieferungen werden ausgehend von einem Basispreis, der um variable Bestandteile angepasst wird, abgerechnet.

Im Zusammenhang mit den Finanzschulden bzw. Kreditlinien wurden auch Verträge über Sicherheiten mit den Kreditgebern abgeschlossen, die sich auf die Verpfändung von Anteilsrechten (Share Pledge Agreements) und/oder Unternehmensgarantien für eine ausgewählte Anzahl von Konzerngesellschaften beschränken. Dabei dienen die Anteile der folgenden Gesellschaften als Sicherheiten: SGL Carbon GmbH, SGL Carbon Beteiligung GmbH, SGL Technologies GmbH, SGL Composites GmbH & Co. KG., SGL Carbon GmbH AT, SGL Composites GmbH, SGL Graphite Solutions Polska sp. z o.o., SGL Carbon, LLC. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten waren zum 31. Dezember 2019 insgesamt 15,9 Mio. € mit einer Grundschuld besichert.

Verschiedene Rechtsstreitigkeiten, Gerichtsverfahren und Klageansprüche sind anhängig oder können in Zukunft eingeleitet oder erhoben werden, einschließlich solcher aus behaupteten Mängeln von Produkten der SGL Carbon, Mängelgarantien und Umweltschutzangelegenheiten. Zudem können steuerliche Risiken aus der Konzernstruktur auftreten. Rechtsstreitigkeiten unterliegen vielen Unsicherheitsfaktoren; der Ausgang einzelner Rechtsstreitigkeiten ist nicht mit Sicherheit vorherzusagen. Es besteht eine begründete Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Klagen möglicherweise zuungunsten der SGL Carbon entschieden werden. Vorhersehbare Risiken wurden durch Bildung von entsprechenden Rückstellungen ausreichend berücksichtigt.

27. Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen

Die SKion GmbH, Bad Homburg, ist gemäß Mitteilungen nach WpHG mit rund 28,55% an der SGL Carbon SE beteiligt. Mit der SKion GmbH bestanden keine Lieferungs- und Leistungsbeziehungen. SKion GmbH hält einen Nominalbetrag von 30 Mio. € an der Wandelanleihe 2018/2023 und einen Nominalbetrag von 25 Mio. € an der Unternehmensanleihe.

In den Geschäftsjahren 2019 und 2018 unterhielt die SGL Carbon mit vielen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen Beziehungen im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus Umsatzerlösen und Verwaltungskostenumlagen. Dabei kauft und verkauft die SGL Carbon Produkte und Dienstleistungen zu Marktkonditionen. Sicherheiten sind unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesen, siehe Textziffer 26. Für Informationen zu Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen siehe Textziffer 8.

Die folgende Tabelle stellt das Lieferungs- und Leistungsvolumen mit nahestehenden Unternehmen dar:

2019

Erbrachte Lieferungen und Leistungen Erbrachte Dienstleistungen Empfangene Lieferungen und Leistungen Empfangene Dienstleistungen
Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) 18,1 9,4 0,0 0,0
Assoziierte Unternehmen 0,0 0,2 64,2 0,5
Gesamt 18,1 9,6 64,2 0,5
Forderungen
zum 31.12.
Darlehen
zum 31.12.
Schulden
zum 31.12.
Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) 2,1 0,0 0,0
Assoziierte Unternehmen 2,0 0,0 10,7
Gesamt 4,1 0,0 10,7

2018

Erbrachte Lieferungen und Leistungen Erbrachte Dienstleistungen Empfangene Lieferungen und Leistungen Empfangene Dienstleistungen
Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) 15,2 11,7 0,0 0,0
Assoziierte Unternehmen 0,1 0,4 54,8 1,1
Gesamt 15,3 12,1 54,8 1,1
Forderungen
zum 31.12.
Darlehen
zum 31.12.
Schulden
zum 31.12.
Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) 3,4 0,0 0,0
Assoziierte Unternehmen 1,7 0,0 12,5
Gesamt 5,1 0,0 12,5

Nahestehende Personen

Nahestehende Personen umfassen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Für das Geschäftsjahr 2019 belief sich die Gesamtvergütung ohne Versorgungsaufwand der im jeweiligen Geschäftsjahr aktiven Mitglieder des Vorstands der SGL Carbon in der Zuflussbetrachtung auf 2.698 T€ (Vorjahr: 2.767 T€). Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2019 für die Mitglieder des Vorstands als Vergütungsbestandteil im Rahmen leistungsorientierter Pläne ein Pensionsaufwand (Dienstzeitaufwand) von 309 T€ (Vorjahr: 351 T€) berücksichtigt. Die DBO der Pensionszusagen für die zum 31. Dezember aktiven Mitglieder lag bei 1.211 T€ (Vorjahr: 3.611 T€).

Insgesamt ergab sich aus der Vergütung der Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2019 ein Nettoaufwand von 3.025 T€ (Vorjahr: 4.481 T€).

Die zum 31. Dezember ausstehenden Salden gegenüber Mitgliedern des Vorstands in Höhe von 318 T€ (Vorjahr: 1.545 T€) setzten sich aus Rückstellungen für die Jahresboni zusammen. Für die im Geschäftsjahr 2019 tätigen Mitglieder des Vorstands wurden aus dem LTI Performance Share Units (PSU) zum 31. Dezember 2019 von insgesamt 586.592 PSU (Vorjahr: 452.101) gewährt. Der Zuteilungswert zum Zeitpunkt der Gewährung beträgt für alle ausstehenden LTI Tranchen zum 31. Dezember 2019 5,2 Mio. € (Vorjahr: 4,8 Mio. €). Für die im Geschäftsjahr 2019 tätigen Mitgliedern des Vorstands wurden aus der LTI Tranche 2019-2022 220.475 PSU neu gewährt.

Ehemalige Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene erhielten Gesamtbezüge im Sinne von §285 Nr. 9b HGB in Höhe von 2.016 T€ (VJ: 1.758 TEL Zum 31. Dezember betrugen die für ehemalige Vorstandsmitglieder gebildeten Pensionsrückstellungen (DBO) 45.465 T€ (Vorjahr: 41.826 T€).

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats umfasste eine Grundvergütung sowie eine zusätzliche Vergütung für Ausschusstätigkeiten und betrug insgesamt, einschließlich Sitzungsgeldern, 617 T€ (Vorjahr: 696 T€).

Daneben erhielten die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats, die Arbeitnehmer der SGL Carbon sind, Bezüge im Rahmen ihres Anstellungsverhältnisses von 401 T€ (Vorjahr: 390 T€).

Einzelheiten zum Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder sowie der Aufsichtsratsmitglieder und die Individualisierung der Bezüge finden sich im Konzern-Lagebericht 2019 im Abschnitt "Vergütungsbericht".

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats erhalten von der SGL Carbon keine Kredite und Vorschüsse.

28. Zusätzliche Informationen zu Finanzinstrumenten

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der Bilanzposten auf die zu bildenden Klassen und Bewertungskategorien von Finanzinstrumenten:

Mio. € Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert
31. Dez.19
Buchwert
31. Dez.18
Finanzielle Vermögenswerte      
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1) 133,1 122,5
Termingeldanlagen 1) 4,0 58,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte 1) 207,0 216,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2) 2,1 -
Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen 2) 4,9 4,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1) 0,0 3,0
Derivative finanzielle Vermögenswerte      
Derivate ohne Hedge-Beziehung 3) 0,8 0,0
Derivate mit Hedge-Beziehung n. a. 0,0 0,0
Finanzielle Verbindlichkeiten      
Unternehmensanleihe 4) 250,0 -
Wandelanleihen 4) 148,6 305,5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzschulden 4) 16,3 97,4
Kosten der Refinanzierung 4) -7,3 -4,2
Leasingverbindlichkeiten n. a. 48,9 16,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4) 108,7 108,1
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 4) 58,7 68,9
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten      
Derivate ohne Hedge-Beziehung 5) 0,0 0,2
Derivate mit Hedge-Beziehung n. a. 0,0 0,7
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9      
1) Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte   344,1 400,4
2) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte   7,0 4,0
3) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete übrige finanzielle Vermögenswerte   0,8 0,0
4) Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten   575,0 575,7
5) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten   0,0 0,2

n.a. = nicht anwendbar

Bei den Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Termingeldanlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen die Buchwerte wegen der kurzen Restlaufzeiten näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Die Buchwerte dieser finanziellen Vermögenswerte, abzüglich der gebildeten Wertberichtigungen, entsprechen aufgrund der überwiegend kurzfristigen Restlaufzeit annähernd ihren Marktwerten.

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die aufgrund einer Factoring-Vereinbarung zum Verkauf vorgesehen werden, wird als beizulegender Zeitwert der Nennwert abzüglich der Factoringgebühr angesetzt. Diese Bewertung erfolgt auf am Markt nicht beobachtbare Inputfaktoren und ist daher der Fair-Value-Hierarchie Stufe 3 zugeordnet. Bei den "Wertpapieren und ähnliche Geldanlagen" setzt die SGL Carbon als beizulegenden Zeitwert den Kurswert in einem aktiven Markt an beziehungsweise, falls ein solcher nicht vorhanden ist, wird der Wert auf der Grundlage beobachtbarer Marktdaten ermittelt.

Bezüglich der Angaben zum Marktwert der Unternehmensanleihe und Wandelanleihen zum Bilanzstichtag siehe Textziffer 25.

Den Marktwert von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, sonstigen übrigen finanziellen Verpflichtungen und von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing bestimmt die SGL Carbon durch Abzinsung der erwarteten künftigen Zahlungsströme mit den für ähnliche Finanzschulden mit vergleichbarer Restlaufzeit geltenden Zinsen. Die Marktwerte entsprechen im Wesentlichen den Buchwerten.

Wie die Marktwerte derivativer Finanzinstrumente im Einzelnen ermittelt werden, hängt von der Art des Instruments ab:

Devisenterminkontrakte werden auf Basis von Referenzkursen unter Berücksichtigung der Terminauf- und -abschläge bewertet. Für Derivate bestand die Möglichkeit der wirtschaftlichen Saldierung aufgrund der bestehenden Rahmenverträge zum Derivatehandel mit den Geschäftsbanken. Eine Aufrechnung findet dabei nur im Fall der Zahlungsunfähigkeit des Vertragspartners statt. Eine bilanzielle Saldierung erfolgte nicht.

In dem Posten "Derivative finanzielle Vermögenswerte" sind zum 31. Dezember 2019 eingebettete Derivate für die vertraglich vereinbarten vorzeitigen Rückzahlungsoptionen der Unternehmensanleihe enthalten. Die eingebetteten Derivate werden mit einem allgemein anerkannten Optionspreismodell bewertet. Die nachstehende Tabelle zeigt die Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2019 beziehungsweise 2018 zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie:

31. Dez. 19
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen 4,9     4,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen     2,1 2,1
Derivative finanzielle Vermögenswerte   0,8   0,8
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten       -
        31. Dez. 18
  Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen 4,0     4,0
Derivative finanzielle Vermögenswerte   0,0   0,0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten   0,9   0,9

In der nachfolgenden Tabelle werden die Änderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistung der Stufe 3 für die Berichtsperiode 2019 dargestellt:

Mio. € Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Stand 1. Jan. 19 -
Zugänge 2,2
Erfolgswirksame erfasste Verluste -0,1
Stand 31. Dez. 19 2,1

Die Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien gemäß I FRS 9 sind wie folgt:

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

Mio. € 2018
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 0,6 0,9
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0,5 -0,9
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete übrige finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten -2,7 -0,4
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -0,2 -0,5

Das Nettoergebnis der Bewertungskategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" beinhaltet im Wesentlichen Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte, Auflösungen der Wertberichtigungen beziehungsweise Zahlungseingänge auf bereits ausgebuchte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ergebnisse aus Währungsumrechnung.

Das Nettoergebnis der Bewertungskategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" beinhaltet im Wesentlichen Ergebnisse aus der Marktbewertung. Das Nettoergebnis der Bewertungskategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete übrige finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten" beinhaltet im Wesentlichen die Marktbewertung von derivativen Währungsinstrumenten, für die das bilanzielle Hedge Accounting im Finanzbereich nicht angewendet beziehungsweise im operativen Bereich bei Erfolgswirksamkeit des Grundgeschäfts beendet wurde. Den derivativen finanziellen Vermögenswerten beziehungsweise Verbindlichkeiten liegt ökonomisch stets ein Grundgeschäft zugrunde.

Das Nettoergebnis der "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten" beinhaltet Kursgewinne/-verluste aus der Fremdwährungsbewertung.

Zinsaufwendungen und Zinserträge sind in den Nettoergebnissen nicht enthalten, da sie bereits unter Textziffer 11 ausgewiesen wurden. Hinsichtlich der Entwicklung des Wertberichtigungskontos für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte verweisen wir auf Textziffer 28 "Ausfallrisiken".

Risiken aus Finanzinstrumenten, finanzielles Risiko-Management und Sicherungsgeschäfte

Finanzrisiken (Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und Marktpreisrisiken) überwacht die SGL Carbon mit bewährten Kontroll- und Steuerungsinstrumenten. Das Berichtswesen des Konzerns ermöglicht eine regelmäßige Erfassung, Analyse, Bewertung und Steuerung finanzieller Risiken durch den Zentralbereich Group Treasury. In diese Betrachtungen sind alle relevanten Beteiligungsgesellschaften einbezogen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko stellt das Risiko dar, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen hat, die sich aus seinen finanziellen Verbindlichkeiten ergeben. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der SGL Carbon sicherstellen zu können, wird neben der Finanzplanung, die in der Regel auf fünf Jahre ausgerichtet ist, eine Liquiditätsplanung für das tägliche operative Geschäft in kurzfristigen Intervallen vorgenommen. Zur Sicherung der finanziellen Stabilität wird eine ausgewogene Finanzstruktur angestrebt, die eine Mischung verschiedener Finanzierungselemente (inklusive Kapitalmarktinstrumenten und Bankdarlehen) beinhaltet.

Als ein Element des Liquiditätsmanagements hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2019 Factoring-Vereinbarungen bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgeschlossen. Das Volumen des Forderungsverkaufs beträgt am Bilanzstichtag 17,1 Mio. € (31. Dezember 2018: 0,0 Mio. €).

Die Gesellschaft verfügt per Jahresende 2019 über liquide Mittel von insgesamt 137,1 Mio. €. Diese stellt eine ausreichende Liquiditätsreserve für das Geschäftsjahr 2020 dar. Bezüglich der Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten verweisen wir auf Textziffer 25.

Ausfallrisiken (Kontrahentenrisiken)

Zur Reduzierung von Ausfallrisiken werden Verträge über derivative Finanzinstrumente und Finanztransaktionen mit Kernbanken der SGL Carbon abgeschlossen, die über eine gute Bonität verfügen.

Durch die Gewährung von Zahlungszielen gegenüber Kunden ist die SGL Carbon marktüblichen Ausfallrisiken ausgesetzt. Das maximale Ausfallrisiko entspricht bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den sonstigen finanziellen Vermögenswerten dem Buchwert zum Bilanzstichtag. Im vergangenen Jahr sind keine signifikanten Einzelausfälle von Kundenforderungen eingetreten.

Zur Steuerung der Kundenausfallrisiken verfügt die SGL Carbon über eine Kreditmanagement-Organisation, die auf Basis einer globalen Kreditmanagement-Richtlinie alle wesentlichen Kreditmanagement-Prozesse initiiert sowie Kreditrisikomanagement-Maßnahmen einleitet und begleitet. Unter Würdigung der jeweiligen Einzel- und Länderrisiken werden Kundenumsätze teilweise oder ganz gegen Vorauskasse, Dokumenteninkassi oder Stellung von Akkreditiven getätigt oder durch Hereinnehmen von Sicherheiten besichert.

Die SGL Carbon arbeitet zudem mit einem Kreditversicherer zusammen und sichert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Kunden zum großen Teil über eine Warenkreditversicherung ab. Bei Eintritt von Zahlungsausfällen wird der wirtschaftliche Schaden entsprechend durch bestehende Sicherheiten und/oder durch Entschädigungsleistungen des Kreditversicherers reduziert. Die Entschädigungsleistung des Versicherers beträgt im Regelfall 90 % des Ausfalls und sieht demgemäß einen Selbstbehalt von 10 % vor. Bei der Ermittlung von Wertberichtigungen auf Forderungen werden vorhandene Deckungszusagen durch die Warenkreditversicherung entsprechend berücksichtigt. Zur Festlegung des Kreditrisikos sehen die Kreditmanagement Prozesse die Evaluierung der einzelnen Kundenrisiken vor, die u.a. unter Berücksichtigung der Bilanzzahlen der Kunden, der Zahlungserfahrung sowie des externen Kreditratings festgelegt werden. Auf Basis dieser Evaluierung werden die Kontrahentenrisiken in die jeweiligen Risikoklassen niedriges Risiko, mittleres Risiko und hohes Risiko eingestuft.

Das Ausfallrisiko für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden nach Risikoklassen zum 31. Dezember 2019 bzw. 2018 wie folgt aufgeteilt (in Mio. €):

Risikoklassen Äquivalent zu S&P Rating Bruttobuchwert
31. Dez. 19
Bruttobuchwert
31. Dez. 18
Niedriges Risiko AAA bis AA- 71,1 91,3
Mittleres Risiko A+ bis BBB- 92,2 85,6
Hohes Risiko BB+ bis C 49,3 45,5
Gesamt   212,6 222,4

Für die Ermittlung der Wertberichtigungen für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte wird ein vereinfachter Ansatz (siehe nachstehende Wertberichtigungsmatrix) angewendet, da sie keine wesentliche Finanzierungskomponente haben. Dabei werden die Kundenforderungen nach den oben genannten Kreditrisikoklassen (niedriges, mittleres und hohes Risiko) und nach den dazugehörigen Überfälligkeiten eingestuft. Als Ausfall definiert die SGL Carbon eine Forderung, wenn die vertraglichen Zahlungsströme mehr als 90 Tage überfällig sind oder die Bonität des Schuldners sich derart verschlechtert hat, dass von einer Rückzahlung nicht mehr auszugehen ist. Eine Ausbuchung erfolgt, sofern keine begründeten Erwartungen mehr bestehen, dass rechtliche Betreibungsmaßnahmen erfolgreich sein werden. Diese historischen Ausfallraten werden, sofern erforderlich, um zukunftsbezogene Schätzungen (Länderratings) ergänzt. Für die Wertberichtigungen für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Termingelder (Liquide Mittel) geht die SGL Carbon von der Annahme aus, dass sich das Kreditrisiko nicht signifikant erhöht hat. Die Liquiden Mittel von insgesamt 137,1 Mio. € werden im Wesentlichen bei Banken und Finanzinstituten mit einer hohen Bonität (investment-Grade S & P von AAA bis BBB-) angelegt. Für die Liquiden Mittel wurde die Wertberichtigung auf Grundlage erwarteter Verluste innerhalb von zwölf Monaten berechnet und spiegeln die kurzen Laufzeiten wider.

Die nachfolgende Übersicht enthält Informationen über das Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte für die Vertragspartner zum 31. Dezember 2019 und zum 31. Dezember 2018:

31. Dez. 19
Mio. €
Bruttobuchwert Verlustrate (gewichteter Durchschnitt) Wertberichtigung Beeinträchtigte Bonität
Nicht überfällig 190,5 0,3% 0,6 Nein
1- 29 Tage überfällig 12,7 1,6% 0,2 Nein
30- 60 Tage überfällig 3,0 3,3% 0,1 Ja
61- 90 Tage überfällig 1,3 15,4% 0,2 Ja
mehr als 90 Tage überfällig 5,1 88,2% 4,5 Ja
Summe 212,6   5,6  
31. Dez. 18
Mio. €
Bruttobuchwert Verlustrate (gewichteter Durchschnitt) Wertberichtigung Beeinträchtigte Bonität
Nicht überfällig 169,1 0,2% 0,4 Nein
1- 29 Tage überfällig 25,3 0,8% 0,2 Nein
30- 60 Tage überfällig 2,5 4,0% 0,1 Ja
61- 90 Tage überfällig 1,1 72,7% 0,8 Ja
mehr als 90 Tage überfällig 4,4 93,2% 4,1 Ja
Summe 222,4   5,6  

Im Folgenden ist die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte dargestellt:

Mio. € 2019 2018
Stand 1. Jan. 5,6 7,0
Zuführungen 0,5 0,7
Auflösungen -0,4 -0,5
Verbrauch -0,1 -1,6
Stand 31. Dez. 5,6 5,6

Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein Betrag von 0,2 Mio. € (Vorjahr: Auflösung von 0,1 Mio. €) für die Vertragsvermögenswerte zugeführt.

Marktpreisrisiken

SGL Carbon unterlieget als international tätiges Unternehmen Marktpreisrisiken, die insbesondere aus der Veränderung von Währungskursen, Zinssätzen und anderen Marktpreisen resultieren. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cashflow-Schwankungen resultieren. Ziel des Risikomanagements ist es, die entstehenden Risiken durch geeignete Maßnahmen, insbesondere den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten, zu eliminieren beziehungsweise zu begrenzen. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten unterliegt strengen Kontrollen, die auf Basis von internen Richtlinien erfolgen. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Minimierung beziehungsweise Abwälzung von finanziellen Risiken eingesetzt und nicht zu spekulativen Zwecken.

Währungsrisiko

Die SGL Carbon ist international tätig und infolgedessen einem Fremdwährungsrisiko ausgesetzt, das auf den Wechselkursänderungen verschiedener Währungen basiert. Währungsrisiko bezeichnet das Risiko, dass beizulegende Zeitwerte oder künftige Zahlungen aufgrund von Wechselkursänderungen variieren. Es entsteht, wenn Transaktionen auf eine Währung lauten, die nicht der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft entspricht. Zur Absicherung solcher Fremdwährungsrisiken ist die SGL Carbon bestrebt, in Bezug auf Zahlungsströme in nichtfunktionaler Währung ein Gleichgewicht zwischen Ein- und Auszahlungen herzustellen (sogenanntes "Natural Hedging").

Wechselkurssicherungen werden für wesentliche verbleibende Nettofremdwährungspositionen durchgeführt. Die SGL Carbon sichert gemäß interner "Hedging Policy" bis zu 80 % dieser Nettofremdwährungspositionen je nach Bedarf über einen zeitlichen Horizont von bis zu zwei Jahren. Die bedeutendsten Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft der SGL Carbon resultieren aus möglichen Wechselkursänderungen des Euros zum japanischen Yen. Aufgrund von Veränderungen der Ein- und Auszahlungsströme in Fremdwährungen ergeben sich für das Geschäftsjahr 2020 keine materiellen Nettofremdwährungspositionen. Vor diesem Hintergrund hat die Gesellschaft zum Bilanzstichtag keine Devisentermingeschäfte im Bestand. Sollten sich bei der regelmäßigen Überprüfung der Nettofremdwährungspositionen materielle Nettofremdwährungspositionen ergeben, können diese zu jeder Zeit durch Devisentermingeschäfte abgesichert werden.

Da die SGL Carbon nur unwesentliche Nettofremdwährungspositionen hatte, war die Gesellschaft am Bilanzstichtag keinen wesentlichen fremdwährungsbedingten Cashflow-Risiken im operativen Bereich ausgesetzt.

Derivative Finanzinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings

Die SGL Carbon setzt grundsätzlich zur Absicherung gegen das Fremdwährungsrisiko aus zukünftigen Nettofremdwährungspositionen Devisentermingeschäfte ein. Die eingesetzten Derivate werden als sogenannte "Cashflow-Hedges" bilanziert ("Hedge Accounting"). Die für das Cashflow-Hedge Accounting herangezogenen Grundgeschäfte sind mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwartende künftige Fremdwährungsumsätze/-einkäufe. Die als Cashflow Hedges designierten Sicherungsgeschäfte, die in der Sicherungsrücklage im Eigenkapital erfasst werden, betragen zum 31. Dezember 2019 0,0 Mio. €, da zum Jahresende keine Derivate in Bestand waren (Vorjahr: minus 0,5 Mio. € vor Steuern).

Sofern vorhanden, wie Wirksamkeit von designierten Sicherungsbeziehungen prospektiv anhand der "Critical-Terms-Match"-Methode gemäß IFRS 9 ermittelt. Bei dieser Effektivitätstestmethode für Sicherungsbeziehungen werden einige wichtige Geschäftsparameter (die "Critical-Terms") des Grundgeschäfts und des Sicherungsinstrumentes auf Übereinstimmung überprüft. Sofern diese Übereinstimmung gegeben ist, existiert eine ökonomische Sicherungsbeziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft mit der Folge, dass die Sicherungsbeziehung als effektiv angenommen wird. Ineffektivität könnte durch unvorhergesehenes Entfallen der Grundgeschäfte, zeitliches Auseinanderfallen von Grund- und Sicherungsgeschäft oder durch den Ausfall von Kontrahenten entstehen.

Zum 31. Dezember 2019 hat die SGL Carbon indes keine Devisentermingeschäfte im Bestand. In den nachfolgenden Tabellen sind die Nominalwerte, die bilanzierten beizulegenden Zeitwerte zum 31. Dezember 2018 sowie die Ergebnisse aus den designierten Fremdwährungsderivate für die Jahre 2019 und 2018 dargestellt. Unter Nominalwert ist dabei der auf die funktionale Währung denominierte Gegenwert von gekauften oder verkauften Fremdwährungsbeträgen mit konzernexternen Vertragspartnern zu verstehen.

Nominalwerte
Mio. € Kauf
31. Dez. 19
Verkauf
31. Dez. 19
Summe
31. Dez. 19
Summe
31. Dez. 19
Terminkontrakte - - - -
Buchwerte
Mio. € Bilanzausweis der Sicherungs-
instrumente
Im sonstigen Ergebnis erfolgsneutrale erfasste Wertänderungen Aus dem Eigenkapital (Cash Flow Hedge) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebuchte Gewinne / Verluste 1) Ausweis der reklassifizierten Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung
Terminkontrakte - -1,4 1,9 Umsatzerlöse

1) Positive Beträge stellen Verluste in der Gewinn- und Verlustrechnung dar

Nominalwerte
Mio. € Kauf
31. Dez. 18
Verkauf
31. Dez. 18
Summe
31. Dez. 18
Summe
31. Dez. 18
Terminkontrakte 24,0 41,7 65,7 -0,9
Davon:        
USD   8,2 8,2 -0,1
PLN 24,0   24,0 -0,1
JPY   33,5 33,5 -0,7
Buchwerte
Mio. € Bilanzausweis der Sicherungs-
instrumente
Im sonstigen Ergebnis erfolgsneutrale erfasste Wertänderungen Aus dem Eigenkapital (Cash Flow Hedge) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebuchte Gewinne / Verluste 1) Ausweis der reklassifizierten Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung
Terminkontrakte Übrige Verbindlichkeiten -1,9 -0,7 Umsatzerlöse
Davon:        
USD        
PLN        
JPY        

1) Negative Beträge stellen Gewinne in der Gewinn- und Verlustrechnung dar

Nachstehend die Überleitung des kumulierten sonstigen Ergebnisses aus Sicherungsbeziehungen (Cashflow Hedge):

Mio. € Cashflow Hedge Cashflow Hedge
  2019 2018
Stand 1. Januar -0,5 2,1
Erfolgsneutrale Veränderungen -1,4 -1,9
Erfolgswirksame Reklassifizierungen in die Gewinn- und Verlustrechnung aufgrund Eintritts des gesicherten Grundgeschäfts 1,9 -0,7
Stand 31. Dezember 0,0 -0,5

Im Vorjahr hatte die SGL Carbon eine Termingeldanlage zunächst in Höhe von 62 Mio. USD und dann in Höhe von 50 Mio. USD zur Absicherung von Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe (USA) getätigt. Daraus ergaben sich im Geschäftsjahr 2018 2,9 Mio. € Sicherungsgewinne, die im sonstigen Ergebnis (Währungsumrechnungsrücklage) erfasst wurden. Die Termingeldeinlage in Höhe von 50 Mio. USD wurde am 28. Juni 2019 zur Rückführung eines Darlehens in Höhe von 99,0 Mio. USD eingesetzt, das von der BMW Holding B.V. an die SGL Composites US gewährt wurde. Der verbliebene Darlehensbetrag wurde über den Kauf von 37 Mio. USD per Devisentermingeschäft und zu 12,0 Mio. USD aus eigener Liquidität bedient. Im Geschäftsjahr 2019 wurden für die Absicherung von Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe 3,3 Mio. € Sicherungsgewinne im sonstigen Ergebnis (Währungsumrechnungsrücklage) erfasst. Es wurden keine Gewinne/Verluste von der Währungsumrechnungsrücklage in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Zur Darstellung von Währungsrisiken der Finanzinstrumente verlangt I FRS 7 Sensitivitätsanalysen, in denen die Auswirkungen hypothetischer Änderungen relevanter Risikoparameter auf das Ergebnis und Eigenkapital dargelegt werden.

In dieser Analyse sind neben den derivativen Sicherungsgeschäften (im Vorjahr) im operativen Bereich auch sämtliche originären Finanzinstrumente der SGL Carbon einbezogen. Hierbei sind insbesondere liquide Mittel in Höhe von 40,8 Mio. € (Vorjahr: 86,9 Mio. €), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 61,2 Mio. € (Vorjahr: 58,7 Mio. €) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 72,7 Mio. € (Vorjahr: 48,8 Mio. €) enthalten. Ebenso wurden ergebnis- beziehungsweise eigenkapitalwirksame Fremdwährungseffekte aus der konzerninternen Fremdkapitalfinanzierung von Konzerngesellschaften berücksichtigt. Es wird unterstellt, dass der Bestand am Abschlussstichtag repräsentativ für den jeweiligen Berichtszeitraum ist. Dem Währungsrisiko ausgesetzt gelten so grundsätzlich alle Finanzinstrumente, welche nicht in der jeweiligen funktionalen Währung der jeweiligen SGL-Konzerngesellschaften denominiert sind. Änderungen des Wechselkurses führen dabei zu Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts und haben Auswirkungen auf das Ergebnis beziehungsweise die Sicherungsrücklage und insgesamt auf das Eigenkapital der SGL Carbon.

Die folgende Tabelle stellt einen Vergleich zu den Berichtswerten vom 31. Dezember 2019 beziehungsweise 31. Dezember 2018 her. Dieser basiert auf der hypothetischen Annahme einer 10 %-igen Aufwertung des Euros gegenüber den jeweiligen Fremdwährungen am Bilanzstichtag.

Hypothetischer Wechselkurs Veränderung Marktwert / Eigenkapital
Mio. € 31. Dez. 19 31. Dez. 18 31. Dez. 19 31. Dez. 18
USD 1,2357 1,2595 -20,7 -16,2
PLN 4,6844 4,7300 -0,6 -2,3
GBP 0,9359 0,9840 -2,9 -2,0
JPY 134,1340 138,4350 -2,3 -0,1
Sonstige - - 1,6 1,1
Davon: Veränderung Ergebnis Davon: Veränderung Sicherungsrücklage
Mio. € 31. Dez. 19 31. Dez. 18 31. Dez. 19 31. Dez. 18
USD -1,4 -16,8 -19,3 0,6
PLN -0,2 -0,3 -0,4 -2,0
GBP -0,2 -2,0 -2,7 0,0
JPY -2,3 -2,5 0,0 2,3
Sonstige 0,5 1,1 1,2 0,0

Bei einer hypothetischen 10 %igen Abwertung des Euros gegenüber den jeweiligen Fremdwährungen würden sich die in der Tabelle dargestellten Effekte auf das Eigenkapital, das Ergebnis und die Sicherungsrücklage der SGL Carbon in etwa mit einem umgekehrten Vorzeichen beobachten lassen.

Zinsrisiko

Zins(änderungs)risiko bezeichnet das Risiko, dass beizulegende Zeitwerte oder künftige Zinszahlungen auf bestehende und zukünftige Finanzverbindlichkeiten aufgrund von Änderungen von Marktzinssätzen schwanken.

Ein Zinsänderungsrisiko aus variabel verzinslichen Finanzierungsinstrumenten besteht nach der vollständigen Rückführung seitens der BMW Group gewährten Darlehen an das ehemalige Gemeinschaftsunternehmen SGL ACF zum Bilanzstichtag nicht mehr (Vorjahr: 86,4 Mio. €). Die SGL Carbon führte am Bilanzstichtag finanzielle Verbindlichkeiten mit einem Nominalvolumen von 425,6 Mio. € (Vorjahr: 423,7 Mio. €) im Bestand. Diese unterliegen vollständig einem festen Zinssatz und somit keinem Zinsänderungsrisiko.

Darüber hinaus stehen liquide Mittel (Vorjahr: inkl. Beträge in den zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten) in Höhe von insgesamt 137,1 Mio. € (Vorjahr: 181,1 Mio. €) den variablen Verbindlichkeiten gegenüber. Ein Anstieg der Zinssätze um 100 Basispunkte hätte bei Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten einen hypothetischen Ergebniseffekt von 1,4 Mio. € (Vorjahr: 1,8 Mio. €) zur Folge.

29. Segmentberichterstattung

Die nachfolgenden Segmentinformationen basieren auf dem sogenannten "Managementansatz". Laut diesem Ansatz sind Segmentinformationen auf Basis der internen Managementberichterstattung darzustellen. Der Vorstand der SGL Carbon als sogenannter Chief Operating Decision Maker (CODM) überprüft diese regelmäßig, um den verschiedenen Segmenten Ressourcen zuzuteilen und ihre Performance zu bewerten. Die Entwicklung der Segmente wird vom Management anhand des Ergebnisses aus Betriebstätigkeit, Nettoumlaufvermögen, Investitionen, Cash Generation und gebundenem Kapital bewertet. Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträgen) sowie die Ertragsteuern werden jedoch konzerneinheitlich gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet.

Segmente

Die operativen Geschäftsprozesse werden in den beiden Geschäftsbereichen Composites - Fibers & Materials (CFM) sowie Graphite Materials & Systems (GMS) gebündelt, die auch als Berichtssegmente ausgewiesen werden. Im Berichtssegment CFM ist das Materialgeschäft auf Basis von Carbonfasern gebündelt. Es deckt die gesamte, integrierte Wertschöpfungskette vom Rohstoff über Carbonfasern bis zu Verbundmaterialien und daraus hergestellten Bauteilen ab.

Das Segment GMS hat den Schwerpunkt auf Erzeugnisse aus synthetischem Graphit und expandierte Graphite für industrielle Anwendungen, Maschinenelemente, Produkte für die Halbleiterindustrie sowie Prozesstechnologie gesetzt.

Neben den beiden operativen Segmenten werden die zentralen Forschungsaktivitäten sowie die Zentral- und Servicefunktionen im Segment Corporate berichtet.

Im Geschäftsjahr 2019 wurde das Geschäft mit Gasdiffusionsschichten für Brennstoffzellen von der zentralen Forschungsabteilung Central Innovation in den Geschäftsbereich GMS umgegliedert, um die beschleunigte Kommerzialisierung voranzutreiben.

Die nachfolgenden Tabellen enthalten Informationen zu Erträgen und Ergebnissen sowie zu Vermögenswerten der Geschäftssegmente der SGL Carbon. Die externen Umsatzerlöse betreffen fast ausschließlich Umsätze aus Lieferungen von Erzeugnissen. Handelsumsätze oder sonstige Umsätze sind nur in geringem Umfang vorhanden. Umsätze zwischen den Segmenten erfolgen generell auf Basis von marktorientierten Verrechnungspreisen, abzüglich Kosten für Vertrieb und Verwaltung. In Ausnahmefällen ist die Verwendung von kostenbasierten Verrechnungspreisen möglich. Der Bereich "Corporate" unterstützt unter anderem die anderen Segmente durch die Erbringung von Dienstleistungen.

Die Investitionen und Abschreibungen beziehen sich auf die immateriellen Vermögenswerte (ohne Geschäftswerte) und Sachanlagen. Konsolidierungsmaßnahmen betreffen die Eliminierung der Lieferungen und Leistungen sowie Dienstleistungen zwischen den Segmenten.

Nachfolgend werden einige Informationen zu den Segmenten der SGL Carbon gegeben:

Mio. € CFM GMS Corporate Konsolidierungs-
maßahmen
SGL Carbon
2019          
Umsatzerlöse extern 431,6 622,5 32,6 0,0 1.086,7
Umsätze zwischen den Segmenten 3,9 0,7 33,9 -38,5 0,0
Umsatzerlöse insgesamt 435,5 623,2 66,5 -38,5 1.086,7
Zeitliche Verteilung der Umsatzerfassung          
Zeitpunktbezogene Übertragung von Gütern 427,1 632,3 32,6 0,0 1.092,0
Zeitraumbezogene Übertragung von Gütern und Dienstleistungen 4,5 -9,8 0,0 0,0 -5,3
Umsatzerlöse insgesamt 431,6 622,5 32,6 0,0 1.086,7
Umsatz nach Kundenindustrien          
Mobilität 230,2 61,5 9,0 0,0 300,7
Energie 54,4 151,7   0,0 206,1
Industrielle Anwendungen 60,3 183,0 23,6 0,0 266,9
Chemie   134,0   0,0 134,0
Digitalisierung   92,3   0,0 92,3
Textile Fasern 86,7     0,0 86,7
Umsatzerlöse insgesamt 431,6 622,5 32,6 0,0 1.086,7
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen -8,3 85,5 -28,8 0,0 48,4
Sondereinflüssen 1) -83,2 0,1 0,4 0,0 -82,7
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) nach Sondereinflüssen -91,5 85,6 -28,4 0,0 -34,3
Laufende Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 33,4 28,1 10,1 0,0 71,6
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen 25,1 113,6 -18,7 0,0 120,0
Investitionen 2) 27,8 55,8 11,5 0,0 95,1
Nettoumlaufvermögen (31. Dez.) 3) 157,0 269,7 -19,9 0,0 406,8
Gebundenes Kapital (31. Dez.) 4) 580,9 541,1 97,8 0,0 1.219,8
Cash Generation 5) -1,2 53,0 -14,5 0,0 37,3
Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen 15,4     0,0 15,4
Umsatz der At-Equity bilanzierten Beteiligungen 6) 259,4 0,0 0,0 0,0 259,4
Kapitalrendite in % (ROCE EBIT) 7) -1,3 16,3     3,9

1) Die Sondereinflüsse setzen sich zusammen aus der Auflösung von Restrukturierungrückstellungen in Höhe von insgesamt 0,7 Mio. € (Textziffer 9), dem Wertminderungsaufwand von 74,7 Mio. € (Textziffer 10) sowie der Fortschreibung der Kaufpreisallokationen SGL Composites DE und US und SGL Composites AT in Höhe von insgesamt minus 8,7 Mio. €
2) Definiert als die Summe von Investitionen in sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
3) Definiert als die Summe von Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
4) Definiert als die Summe von Geschäftswert, sonstigen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, At-Equity bilanzierte Beteiligungen und Nettoumlaufvermögen
5) Definiert als die Summe des Ergebnisses aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen zuzüglich Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zuzüglich Veränderung des Nettoumlaufvermögens abzüglich Investitionen
6) Aggregierte, nicht konsolidierte 100 %-Werte mit fremden Dritten
7) EBIT vor Sondereinflüssen der letzten zwölf Monate zu durchschnittlich gebundenem Kapital

Die Umsatzerlöse mit einem Kunden des Berichtssegments CFM machen annähernd 123 Mio. € der Gesamtumsatzerlöse des Konzerns aus (2018: 120 Mio. €).

Mio. € CFM GMS Corporate Konsolidierungs-
maßnahmen
SGL Carbon
2018          
Umsatzerlöse extern 422,5 589,9 35,1 0,0 1.047,5
Umsätze zwischen den Segmenten 3,8 0,3 29,5 -33,6 0,0
Umsatzerlöse insgesamt 426,3 590,2 64,6 -33,6 1.047,5
Zeitliche Verteilung der Umsatzerfassung          
Zeitpunktbezogene Übertragung von Gütern 416,8 565,0 35,1 0,0 1.016,9
Zeitraumbezogene Übertragung von Gütern und Dienstleistungen 5,7 24,9 0,0 0,0 30,6
Umsatzerlöse insgesamt 422,5 589,9 35,1 0,0 1.047,5
Umsatz nach Kundenindustrien          
Mobilität 246,4 46,4 12,2 0,0 305,0
Energie 8,3 155,6 1,7 0,0 165,6
Industrielle Anwendungen 72,9 182,9 21,2 0,0 277,0
Chemie 0,0 134,3 0,0 0,0 134,3
Digitalisierung 0,0 70,7 0,0 0,0 70,7
Textile Fasern 94,9 0,0 0,0 0,0 94,9
Umsatzerlöse insgesamt 422,5 589,9 35,1 0,0 1.047,5
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen 20,8 76,0 -32,2 0,0 64,6
Sondereinflüsse 1) 15,8 0,6 -0,1 0,0 16,3
Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) nach Sondereinflüssen 36,6 76,6 -32,3 0,0 80,9
Laufende Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 33,4 22,9 6,3 0,0 62,6
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA)vor Sondereinflüssen 54,2 98,9 -25,9 0,0 127,2
Investitionen 2) 21,5 47,0 9,6 0,0 78,1
Nettoumlaufvermögen (31. Dez.) 3) 158,5 262,9 -2,3 0,0 419,1
Gebundenes Kapital 4) 650,4 498,2 95,9 0,0 1.244,5
Cash Generation 5) 23,4 6,5 -37,5 0,0 -7,6
Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen 16,8     0,0 16,8
Umsatz der At-Equity bilanzierten Beteiligungen 6) 251,6 0,0 0,0 0,0 251,6
Kapitalrendite in % (ROCE EBIT) 7) 3,2 16,5   0,0 5,4

1) Die Sondereinflüsse setzen sich zusammen aus Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von insgesamt minus 0,9 Mio. € (Textziffer 9), dem Ertrag aus sukzessivem Unternehmenserwerb (SGL Composites DE und US) von 28,4 Mio. € (Textziffer 5) sowie der Fortschreibung der Kaufpreisallokationen SGL Composites DE und US und Benteler SGL in Höhe von insgesamt minus 11,2 Mio. €
2) Definiert als die Summe von Investitionen in sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
3) Definiert als die Summe von Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
4) Definiert als die Summe von Geschäftswert, sonstigen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, At-Equity bilanzierte Beteiligungen und Nettoumlaufvermögen
5) Definiert als die Summe des Ergebnisses aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen zuzüglich Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zuzüglich Veränderung des Nettoumlaufvermögens abzüglich Investitionen
6) Aggregierte, nicht konsolidierte 100 %-Werte mit fremden Dritten
7) EBIT vor Sondereinflüssen der letzten zwölf Monate zu durchschnittlich gebundenem Kapital

Die folgende Tabelle stellt ausgewählte Posten nach geographischen Regionen dar:

Mio. € Deutschland Übriges Europa USA Asien Sonstiges SGL Carbon
2019            
Umsatzerlöse (nach Zielort) 341,0 189,3 158,6 350,5 47,3 1.086,7
Umsatzerlöse (nach Sitz des Unternehmens) 431,8 313,1 268,5 73,3   1.086,7
Investitionen 41,7 31,4 14,6 7,4   95,1
Langfristige Vermögenswerte 1) 269,9 173,4 294,2 34,0   771,5
2018            
Umsatzerlöse (nach Zielort) 358,4 193,4 156,2 291,8 47,7 1.047,5
Umsatzerlöse (nach Sitz des Unternehmens) 410,1 320,6 238,2 78,6   1.047,5
Investitionen 36,2 20,4 16,2 5,3   78,1
Langfristige Vermögenswerte 1) 261,4 200,9 292,1 30,2   784,6

1) Langfristige Vermögenswerte bestehen aus sonstigen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, At-Equity bilanzierten Beteiligungen sowie sonstigen langfristigen Vermögenswerten (ohne finanzielle Vermögenswerte)

30. Management- und Mitarbeiter-Beteiligungsprogramme

Die SGL Carbon verfügt zurzeit über drei Management- und Mitarbeiter-Beteiligungsprogramme, davon zwei aktive Pläne (Short-Term Incentive Plan und Long-Term Incentive Plan) sowie den sich in Abwicklung befindenden Stock-Appreciation-Rights-Plan.

Short-Term Incentive Plan ("STI")

Alle tariflichen und außertariflichen Mitarbeiter erhalten einen jährlichen Bonus, dessen Höhe sich aus der Erreichung von kurzfristigen Unternehmens- als auch Geschäftsbereichszielen ergibt. Bezugsgröße ist jeweils die Höhe der individuellen fixen Bezüge. Ziel ist es, allen Mitarbeitern Teilhabe am kurzfristigen Erfolg des Unternehmens zu ermöglichen und dadurch dem Einzelnen einen starken Anreiz zu gewähren, zur positiven Entwicklung des Unternehmens beizutragen.

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde der STI dahingehend geändert, dass die bonusrelevanten individuellen Ziele nicht mehr im STI berücksichtig werden. Mit dieser Vorgehensweise sollen die Kooperation, der Austausch und das gemeinsame Leistungsverständnis zwischen Führungskräften, Kollegen und Mitarbeitenden weiter gestärkt werden. Mit dem Verzicht auf die Vereinbarung der individuellen Ziele wurde der Zielbonus entsprechend angepasst. Derselbe Grundsatz findet seit dem Geschäftsjahr 2019 auch im Tarifbereich im Rahmen des freiwilligen SGL Bonus PLUS Anwendung. Das maximal erreichbare Bonuspotenzial setzt sich daher aus den beiden folgenden Zielkategorien SGL Carbon und jeweiliger Geschäftsbereich zusammen. Als Messgrößen gelten auf Ebene der SGL Carbon die Umsatzerlöse und der Gewinn vor Steuern und auf Ebene des Geschäftsbereichs die Umsatzerlöse, das Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen sowie die durchschnittliche Bindung des Nettoumlaufvermögens (DWC-Days Working Capital).

Der Bonus wird im März oder April des auf das Bonusjahr folgenden Jahres ausgezahlt. Der prozentuale Anteil des STI am Grundgehalt für die drei oberen Managementebenen bewegt sich in einem definierten Korridor und reflektiert ein angemessenes Chance-Risiko-Profil je Managementgruppe.

Threshold Target Stretch
MG 1 0% 40% 80%
MG 2 0% 30% 60%
MG 3 0% 25% 50%

Die Gewichtung der drei Zielkategorien ist für die drei obersten Managementgruppen einheitlich. Damit ein Bonusanspruch entsteht, muss der "threshold" (0 %) überschritten werden. Für die finanziellen Ziele wird zudem ein "stretch" (200 %) für die Honorierung der Übererfüllung geplanter Ziele definiert.

Eine weitere Harmonisierung der kurzfristigen Incentivierungsansätze für die Mitarbeitenden unterhalb der SGL Carbon Managementebenen wird ab dem Geschäftsjahr 2020 an den Standorten außerhalb Deutschlands vorgenommen.

Long-Term Incentive Plan ("LTI")

Der Long-Term Incentive Plan für das Senior Management d. h. die Mitarbeiter der Managementgruppen MG 1-3 - ("SGL Performance Share Plan" oder kurz "PSP") bildet die Grundlage für eine einheitliche Regelung zur Gewährung eines Vergütungsbestandteils mit langfristiger Anreizwirkung und ausgewogenem Chancen-Risiko-Profil in Form von virtuellen Aktien ("Performance Share Units" oder kurz "PSU").

Der langfristig bemessene Vergütungsbestandteil basiert im Grundsatz auf der Vermögensrendite ("Return an Capital Employed" oder kurz "ROCE") der SGL Carbon als interne Bemessungsgrundlage. Der Vorstand der SGL Carbon SE kann vor Beginn einzelner Plantranchen im Rahmen des PSP festlegen, dass für diese Plantranche alternativ oder kumulativ der für einzelne Business Units der SGL Carbon maßgebliche ROCE oder eine oder mehrere andere betriebswirtschaftliche Kennzahlen als interne Bemessungsgrundlage(n) dienen sollen. Des Weiteren ist der langfristig bemessene Vergütungsbestandteil abhängig von der Kursentwicklung der Aktie der SGL Carbon SE am Ende der Performanceperiode.

Der PSP ist ein rein auf Barausgleich ausgerichteter Long-Term Incentive Plan, der kein Recht auf den Erhalt tatsächlicher Aktien der SGL Carbon SE gewährt und in Abhängigkeit vom Grad der Zielerreichung zur Auszahlung kommt. Die Zuteilung von PSU soll das Senior Management (MG 1-3) an die SGL Carbon binden und motivieren, sich nachhaltig für ihren Erfolg einzusetzen. Mit der Aktienkursorientierung soll ferner eine Angleichung des Interesses des Senior Managements (MG 1-3) an das der Aktionäre an einer langfristigen Wertsteigerung der SGL Carbon erreicht werden.

Auf Basis eines vom Vorstand der SGL Carbon SE festzulegenden Zuteilungswerts in Euro sowie des durchschnittlichen Anfangsaktienkurses der letzten 20 Handelstage vor Beginn der Performanceperiode wird jedem Teilnehmer zu Beginn jeder Performanceperiode eine vorläufige Anzahl an Performance Share Units ("Zuteilungsanzahl an PSU") zugeteilt. Diese Zuteilungsanzahl an PSU wird nach Ablauf der Performanceperiode entsprechend dem festgestellten Grad der Zielerreichung errechnet (das Ergebnis dieser performanceabhängigen Anpassung ist die "PSU-Endanzahl"). Der Auszahlungsbetrag ergibt sich durch Multiplikation der PSU-Endanzahl mit dem durchschnittlichen Endaktienkurs der letzten 20 Handelstage.

Die bestehenden Plantranchen mit den jeweiligen Zielgrößen sind zum 31. Dezember 2019 nachstehend dargestellt:

Tranche Zuteilungswert 1) Kurs 2) PSU 3) Performance Beizulegender Zeitwert 4)
  Mio. € Anzahl 0% - 150% Mio. €
LTI 2016-2019 4,5 13,38 337.840 65 1,0
LTI 2017-2020 4,5 8,28 542.374 25 0,6
LTI 2018-2021 4,6 11,34 408.855 0 0,0
LTI 2019-2022 4,9 7,17 680.597 0 0,0

1) Ausstehende PSU-Anzahl zum 31. Dez. 19 multipliziert mit dem Kurs bei Gewährung je Plantranche
2) Beizulegender Zeitwert bei Gewährung
3) Ausstehend am 31. Dez. 19
4) PSU-Anzahl gewichtet mit der Performance und dem Durchschnittskurs von 4,62€, ermittelt auf Basis der letzten 20 Handelstage des Geschäftsjahres 2019

Zielgrößen ROCE Mindest Ziel Maximum
Plan 2016-2019 1,9% 4,3% 6,3%
Plan 2017-2020 3,7% 6,2% 8,2%
Plan 2018-2021 4,9% 7,4% 9,4%
Plan 2019-2022 6,2% 8,7% 10,7%

Für die bestehenden LTI Pläne der ausgewählten Führungskräfte betragen die Rückstellungen zum 31. Dezember 2019 1,5 Mio. € (Vorjahr: 3,9 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2019 wurden 2,2 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. € Aufwand) erfolgswirksam aufgelöst.

Stock-Appreciation-Rights-Plan (SAR-Plan)

Der SAR-Plan 2010 ist am 1. Januar 2010 in Kraft getreten und die SARs konnten bis Ende 2014 ausgegeben werden. Für die Bedienung des SAR-Plans ab 2010 sind maximal 2.100.000 neue Aktien vorgesehen.

Ein SAR berechtigt den Bezugsberechtigten, von der Gesellschaft eine variable Vergütung in Höhe der Differenz ("Wertsteigerung") zwischen dem Kurs der Aktien der SGL Carbon SE bei Gewährung ("Basiskurs") und bei Ausübung des SARs ("Ausübungskurs") zuzüglich in diesem Zeitraum von der Gesellschaft gezahlter Dividenden und des Werts von Bezugsrechten zu verlangen sowie die Zahl von Aktien der SGL Carbon SE zum Ausübungskurs zu beziehen, deren Kurswert der Wertsteigerung entspricht. Jeweils ein SAR berechtigt den Bezugsberechtigten zum Bezug des Bruchteils einer neuen Aktie der SGL Carbon SE, der sich aus der Division der Wertsteigerung durch den Ausübungskurs ergibt.

Die SARs haben eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren und sind nur in definierten Zeiträumen (den "Ausübungsfenstern") zulässig. Sofern die SARs nicht während ihrer Laufzeit ausgeübt wurden, verfallen sie entschädigungslos.

Zum Ende des Berichtsjahres stehen insgesamt 1.580.592 SARs zur Ausübung aus. Die Bandbreite der Ausübungspreise beträgt 20,23 € - 27,84 €.

Im Jahr 2019 wurden keine Wertsteigerungsrechte (SARs) aus einem der abgelösten Langzeitincentivierungspläne ausgeübt.

Die durchschnittlich gewichtete Restlaufzeit des SAR-Plans beträgt 2,3 Jahre.

31. Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bezog sich vor allem auf die Prüfung des Konzernabschlusses und des Jahresabschlusses der SGL Carbon SE sowie verschiedene Jahresabschluss- und Packageprüfungen ihrer Tochterunternehmen. Andere Bestätigungsleistungen betreffen unter anderem gesetzlich oder vertraglich vorgesehene Prüfungen, wie die EMIR-Prüfungen nach §20 WpHG, sowie die Prüfung unseres zentralen IKS nach PS982 und die Prüfung des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts. Ferner sind hierin Bestätigungsleistungen im Zusammenhang mit der Ausgabe der Unternehmensanleihe enthalten. Die Steuerberatungsleistungen umfassen im Wesentlichen Unterstützung zur Weiterentwicklung des steuerlichen Compliance Systems, in den sonstigen Leistungen sind rechnungslegungsbezogene Beratungsleistungen enthalten.

Mio. € 2019 2018
Abschlussprüfungen 0,6 0,7
Andere Bestätigungsleistungen 0,4 0,5
Steuerberatungsleistungen 0,0 0,1
Sonstige Leistungen 0,1 0,0
Gesamt 1,1 1,3

32. Anteilsbesitzliste der SGL Carbon gemäß § 313 Abs. 2 HGB

A. Vollkonsolidierte Tochtergesellschaften Ort Kapitalanteil
in %
Gehalten über
a) Inland      
1 SGL Carbon SE Wiesbaden    
2 SGL CARBON GmbH 1) Meitingen 100 1
3 Dr. Schnabel GmbH 1) Limburg 100 2
4 SGL CARBON Beteiligung GmbH 1) Wiesbaden 100 1
5 SGL TECHNOLOGIES GmbH1) Meitingen 100 1
6 SGL epo GmbH 1) Willich 100 5
7 SGL TECHNOLOGIES Composites Holding GmbH 1) Meitingen 100 5
8 SGL Composites Verwaltungs GmbH Meitingen 100 7
9 SGL TECHNOLOGIES Beteiligung GmbH 1) Meitingen 100 5
10 SGL TECHNOLOGIES Zweite Beteiligung GmbH Meitingen 100 5
11 SGL/AErR Immobiliengesellschaft Lemwerder mbH Lemwerder 51 5
12 SGL/AErR Services Lemwerder GmbH Lemwerder 100 11
13 SGL/A& R Real Estate Lemwerder GmbH & Co. KG Lemwerder 100 12
14 SGL Carbon Asset GmbH 1) Meitingen 100 4
15 SGL Composites GmbH & Co. KG München 100 5
16 SGL Composites Deutschland Verwaltungs GmbH München 100 15

1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB.

A. Vollkonsolidierte Tochtergesellschaften Ort/Land Kapitalanteil
in %
Gehalten über
b) Ausland
17 SGL GELTERS.A. Madrid, Spanien 64,0 2
18 SGL CARBON S.p.A. in liquidazione (i.L) Mailand, Italien 99,8 14
19 SGL Graphite Verdello S.r.l. Verdello, Italien 100 2
20 SGL CARBON do Brasil Ltda. Diadema, Brasilien 100 2
21 SGL CARBON GMBH Ried im Innkreis, Österreich 100 1
22 SGL Composites GmbH Ried im Innkreis, Österreich 100 7
23 SGL CARBON FIBERS LTD. Muir of Ord, Großbritannien 100 21
24 SGL Composites S.A. Lavradio, Portugal 100 21
25 SGL BUSINESS SERVICES, UNIPESSOAL, LDA Lavradio, Portugal 100 2
26 SGL Carbon Holdings B.V. Rotterdam, Niederlande 100 4
27 SGL GRAPHITE SOLUTIONS POLSKA sp. z o.o. Nowy Sqcz, Polen 100 26
28 SGL CARBON Holding S.A.S. Paris, Frankreich 100 1,4
29 SGL CARBON S.A.S. Passy (Chedde), Frankreich 100 28
30 SGL CARBON Technic S.A.S. Saint-Martin d'Heres, Frankreich 100 28
31 SGL CARBON Ltd. Alcester, Großbritannien 100 1
32 SGL CARBON, LLC Charlotte, NC, USA 100 4
33 SGL Technologies LLC Charlotte, NC, USA 100 32
34 SGL COMPOSITES INC. Gardena, CA, USA 100 33
35 SGL Technic LLC Valencia, CA, USA 100 32
36 SGL CARBON TECHNIC LLC Strongsville, OH, USA 100 32
A. Vollkonsolidierte Tochtergesellschaften Ort/Land Kapitalanteil
in %
Gehalten über
b) Ausland
37 SGL Composites LLC Moses Lake, WA, USA 51,0 33
38 SGL LAND HOLDING Inc. Lachute, Québec, Kanada 100 1
39 SGL CARBON INDIA Pvt. Ltd. Maharashtra, Indien 100 1
40 SGL CARBON Far East Ltd. Shanghai, China 100 1
41 SGL CARBON Japan Ltd. Tokio, Japan 100 1
42 SGL CARBON Korea Ltd. Seoul, Korea 100 1
43 SGL CARBON ASIA-PACIFIC SDN BHD Kuala Lumpur, Malaysia 100 1
44 SGL Quanhai Carbon (Shanxi) Co. Ltd. Yangquan, China 84,5 4
45 SGL PROCESS TECHNOLOGY PTE. LTD. Singapur 100 1
46 SGL CARBON Graphite Technic Co. Ltd. Shanghai, China 100 45
47 Graphite Chemical Engineering Co. Ltd. Yamanashi, Japan 100 45
48 SGL Graphite Solutions Taiwan Ltd. Taipei City, Taiwan 100 2
B. Beteiligungen ab 20% Ort/Land
a) Inland
49 SGL Lindner GmbH Er Co. KG i.L. 1) 2) Arnstorf 51,0 4
b) Ausland
50 Brembo SGL Carbon Ceramic Brakes S.p.A. Stezzano, Italien 50,0 5
51 MCC-SGL Precursor Co. Ltd. Tokio, Japan 33,3 5
52 Fisigen, S.A. Lissabon, Portugal 49,0 24

1) Fehlender beherrschender Einfluss durch vertragliche Gestaltung
2) Liquidiert am 24. Februar 2020

33. Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex

Die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß §161 AktG wurde von Vorstand und Aufsichtsrat der SGL Carbon SE am 12. September 2019 und 27. November 2019 abgegeben und ist auf der Internetseite der SGL Carbon SE veröffentlicht.

34. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Aufsichtsrat der SGL Carbon SE hat Herrn Dr. Torsten Derr mit Wirkung zum 1. Juli 2020 für die Dauer von fünf Jahren zum Vorsitzenden des Vorstands der SGL Carbon SE bestellt. Damit tritt Herr Dr. Torsten Derr die Nachfolge von Herrn Dr. Jürgen Köhler an, der zum 31. August 2019 von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens zurückgetreten war.

 

Wiesbaden, den 9. März 2020

SGL Carbon SE

Der Vorstand der SGL Carbon SE

Dr. Michael Majerus

Dr. Stephan Bühler

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

 

An die SGL Carbon SE, Wiesbaden

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der SGL Carbon SE, Wiesbaden, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der SGL Carbon SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und
- vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Bewertung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit CFCM

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 2 und zu Angaben zur Höhe der vorgenommenen Wertminderung auf Ziffer 10. Der Geschäftsverlauf des Geschäftsbereichs Carbon Fibers & Materials (CFM), welcher die zahlungsmittelgenerierende Einheit "Carbon Fibers & Composite Materials" (CFCM) zugeordnet ist, ist in Abschnitt "Ertragslage der Berichtssegmente - Composites - Fibers & Materials (CFM): Ergebnis geprägt von konjunkturellen und strukturellen Rückgängen" und die voraussichtliche Entwicklung mit ihren Chancen und Risiken ist im Abschnitt "Chancen und Risikobericht" des Konzernlageberichts erläutert.

DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS

Im August 2019 wurde ersichtlich, dass die für 2019 geplanten Umsatz- und Ergebnisziele der zahlungsmittelgenerierenden Einheit CFCM nicht erreicht werden können. Infolge dessen hat SGL die Ergebnisaussichten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit CFCM für 2019 und im Rahmen der Planung für die Folgejahre reduziert. Hieraus ergab sich ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung der der zahlungsmittelgenerierenden Einheit CFCM zugeordneten immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, sodass SGL einen anlassbezogenen Werthaltigkeitstest durchgeführt hat.

Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Somit ermittelt SGL zum Abschlussstichtag den erzielbaren Betrag der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit und vergleicht diesen mit dem jeweiligen Buchwert. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, ergibt sich eine Wertminderung. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Der Nutzungswert wird anhand des Discounted Cashflow-Verfahrens ermittelt. Die Reduzierung der erwarteten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse aufgrund der dargestellten Anpassung der Planung führte bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit CFCM zu einem zu erfassenden Wertminderungsaufwand in Höhe von EUR 74,4 Mio. Dieser wurde den langfristigen Vermögenswerten in dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit und den ihr zugeordneten zentralen Vermögenswerte anteilig zugeordnet. Der verbleibende Buchwert dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit beträgt EUR 119,7 Mio.

Die Werthaltigkeitsprüfung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen insbesondere die prognostizierten Zahlungsmittelflüsse, die unterstellten langfristigen Wachstumsraten und die verwendeten Abzinsungssätze.

Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die zum Abschlussstichtag bestehende Wertminderung nicht in angemessener Höhe erfasst wurde.

UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG

Zunächst haben wir uns durch Erläuterungen des für den Wertminderungstest zuständigen Mitarbeiters sowie Würdigung der Dokumentation des Wertminderungstests ein Verständnis über den Prozess der Gesellschaft zur Beurteilung der Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verschafft. Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Berechnungsmethode der Gesellschaft beurteilt. Dazu haben wir die erwarteten Zahlungsströme sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir Abstimmungen mit anderen intern verfügbaren Prognosen, z. B. der vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommenen Planung, vorgenommen. Die Angemessenheit der angenommenen Wachstumsraten wurde anhand externer Markteinschätzungen beurteilt.

Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben. Aufgrund der Abweichungen im laufenden Jahr haben wir uns auch mit den vom Management identifizierten Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung kritisch auseinandergesetzt.

Die dem Kapitalisierungszinssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. Die Zusammensetzung der zugrunde liegenden Peer Groups haben wir auf ihre Angemessenheit hin beurteilt. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, haben wir darüber hinaus die Auswirkungen möglicher Veränderungen des Abzinsungssatzes und der erwarteten Zahlungsmittelflüsse auf den erzielbaren Betrag untersucht, indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Bewertungsergebnissen der Gesellschaft verglichen haben (Sensitivitätsanalyse). Außerdem haben wir die von der Gesellschaft ermittelten Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten nachvollzogen und die Angemessenheit der Verteilung der Vermögenswerte des Unternehmens gewürdigt.

UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die der Werthaltigkeitsprüfung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit CFCM zugrunde liegende Berechnungsmethode ist sachgerecht und steht in Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen. Die verwendeten Annahmen und Parameter der Gesellschaft sind angemessen.

SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

- die Konzernerklärung zur Unternehmensführung, auf die im Konzernlagebericht Bezug genommen wird,
- den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht, auf den im Konzernlagebericht Bezug genommen wird, und
- die im Konzernlagebericht enthaltenen lageberichtsfremden und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts.

Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
- holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
- beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 10. Mai 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 27. November 2019 vom Aufsichtsrat, vertreten durch die Vorsitzende des Aufsichtsrats und den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2017 als Konzernabschlussprüfer der SGL Carbon SE tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist

 

Dirk Janz.

 

Frankfurt am Main, den 9. März 2020

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Janz, Wirtschaftsprüfer

Becker, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Wiesbaden, den 9. März 2020

SGL Carbon SE

Der Vorstand der SGL Carbon SE

Dr. Michael Majerus

Dr. Stephan Bühler

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre,

ein turbulentes und enttäuschendes Geschäftsjahr 2019 liegt hinter uns. Geprägt war das Jahr durch zwei Gewinnwarnungen sowie den überraschenden Rücktritt unseres Vorstandsvorsitzenden, Dr. Jürgen Köhler, im August 2019. Die unmittelbar danach begonnene Suche nach einem geeigneten Nachfolger bzw. einer Nachfolgerin fand in einem mehrstufigen und sorgfältigen Auswahlprozess statt und so konnten wir am 10. Februar 2020 die Berufung von Herrn Dr. Torsten Derr verkünden. Der Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass Herr Dr. Derr aufgrund seiner Führungserfahrung im internationalen Umfeld, seiner Kenntnisse technologiebasierter Wachstumsmärkte sowie seines hohen technologischen Verständnisses wichtige Impulse für eine Kultur des Wachstums und der Produktivität bei der SGL Carbon setzen wird.

Der im Vorjahr eingeschlagene Wachstumskurs konnte 2019 nicht in beiden Geschäftsbereichen gleichmäßig gehalten werden. Dennoch zeigen die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr, insbesondere im Geschäftsbereich GMS, wie auch die zahlreichen Projekte und abgeschlossenen Verträge beider Geschäftsbereiche, dass unsere eingeschlagene Strategie und künftige Ausrichtung weiterhin richtig und die von der SGL Carbon adressierten Wachstumsmärkte intakt sind. So konnte der Geschäftsbereich GMS 2019 erneut ein Rekordjahr erwirtschaften. Allerdings - und das ist unser klares Fazit - liegt vor allem mit Blick auf das wirtschaftliche Ergebnis des Geschäftsbereichs CFM ein sehr enttäuschendes Jahr hinter uns. So war das schwache Ergebnis bei CFM sowie die Notwendigkeit einer Wertminderung Ursachen für zwei Gewinnwarnungen (August und im Oktober); erwartungsgemäß haben die Wertminderung sowie der Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden sich im Aktienkurs bemerkbar gemacht.

Trotz der erlittenen Rückschläge sind wir nach wie vor der Auffassung, dass die Gesellschaft mit dem vorhandenen Produktportfolio strategisch attraktive und wachstumsstarke Märkte besetzt und innovative und nachhaltige Produkte anbietet. Die gegen Ende 2019 im Geschäftsbereich CFM sowie im Bereich der Brennstoffzelle abgeschlossenen Verträge und zukunftweisenden Kooperationen untermauern unsere Einschätzung.

Die bereits 2017 vollzogene Verschlankung des Aufsichtsrats hat sich bewährt und die Zusammenarbeit im Aufsichtsrat und in den Ausschüssen gestaltet sich sehr positiv. Dies wurde auch durch die Ende 2019 durchgeführte Effizienzprüfung eindeutig belegt, bei der mit einem umfangreichen Fragebogen auf anonymer Basis die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse analysiert und die Ergebnisse im Aufsichtsrat ausführlich besprochen wurden.

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben pflichtgemäß wahrgenommen. Nach dem Rücktritt von Herrn Dr. Köhler fungiert Herr Dr. Majerus seit Mitte Oktober als Sprecher des Vorstandes unserer Gesellschaft und steht, wie schon zuvor, auch in der neuen Rolle in engem Kontakt mit dem Aufsichtsrat und der Aufsichtsratsvorsitzenden. Mit Wirkung zum 15. Oktober wurde Herr Dr. Stephan Bühler in den Vorstand berufen, der durch seine langjährige Tätigkeit in der Gesellschaft und seine Erfahrung besonders geeignet ist, die Gesellschaft zusammen mit Herrn Dr. Majerus zu leiten, bis ein neuer Vorstandsvorsitzender sein Mandat antritt.

Der Aufsichtsrat hat den Vorstand im Berichtsjahr in fünf Präsenzsitzungen im März, Mai, Juli, September und November sowie in Sitzungen der verschiedenen Ausschüsse beratend begleitet und dabei die Führung der Geschäfte sorgfältig und kontinuierlich überwacht. Zudem fand im August eine außerordentliche Präsenzsitzung statt. Der Vorstand hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend schriftlich sowie mündlich über die Lage des Unternehmens und die wesentlichen geschäftlichen Ereignisse und Vorhaben unterrichtet. Sofern zu einzelnen Geschäften und Vorhaben des Vorstands nach Gesetz und Satzung Entscheidungen des Aufsichtsrats erforderlich waren, haben wir nach frühzeitiger Einbindung darüber Beschluss gefasst.

Im Vorfeld der ordentlichen Sitzungen des Aufsichtsrats hat der Vorstand Gespräche mit den Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat geführt. Auch die Vorsitzenden der Ausschüsse standen mit ihren Aufsichtsratskollegen und Mitgliedern des Vorstands zur Vorbereitung der jeweiligen Ausschusssitzungen im Gespräch. Im Rahmen der ordentlichen Aufsichtsratssitzungen informierte uns der Vorstand mündlich sowie durch Unterlagen zu den behandelten Tagesordnungspunkten umfassend und zeitnah. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Planungen und Zielen wurden ausführlich erläutert und Gründe für die Abweichungen und entsprechende Maßnahmen intensiv diskutiert. Darüber hinaus berichtete der Vorstand laufend über wesentliche Geschäftsvorgänge, die Quartalszahlen sowie die Wahrnehmung der SGL Carbon an den Finanzmärkten.

Ich stand als Vorsitzende des Aufsichtsrats mit dem Vorsitzenden des Vorstands - seit Mitte August mit dem Sprecher, Herrn Dr. Michael Majerus - im regelmäßigen und engen Dialog über die Geschäftsentwicklung, die Planung und über besondere unternehmensbezogene Fragestellungen. Auch der Vorsitzende des Prüfungsausschusses stand zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

Die Themen im Aufsichtsratsplenum

In allen fünf ordentlichen Sitzungen des Aufsichtsrats wurden die Wirtschaftslage der Gesellschaft und der Ausblick auf das Folgequartal sowie auf das verbleibende Geschäftsjahr erörtert. Zu den regelmäßigen Themen der Sitzungen gehörten damit insbesondere die Entwicklung der operativen und finanziellen Kennzahlen, der Chancen und Risiken sowie die Maßnahmen zum Risiko-Management einschließlich der Compliance-Risiken.

Wichtige Schwerpunkte regelmäßiger und intensiver Erörterungen in sämtlichen Sitzungen des Aufsichtsrats waren insbesondere auch die strategische Aufstellung und die vom Vorstand präsentierten Wachstumspläne für die Geschäftsbereiche CFM und GMS. Daneben waren die kurz- und die mittelfristige Finanzplanung bedeutende Themen, mit denen wir uns beschäftigt haben.

In der Märzsitzung des Berichtsjahrs hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss 2018 in seiner finalen Fassung mit dem Abschlussprüfer diskutiert und den Geschäftsbericht genehmigt. Ebenso beschloss der Aufsichtsrat einstimmig die Wiederbestellung von Herrn Dr. Jürgen Köhler für weitere drei Jahre ab dem 1. Januar 2020. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat mit der Begebung einer neuen Unternehmensanleihe, die in der Folge auch erfolgreich platziert werden konnte. Daneben erörterte der Aufsichtsrat die Vorstandsziele (sowohl die Zielerreichung für 2018 als auch die neuen Ziele für 2019) und befasste sich mit der infolge der Auflösung der bestehenden Joint-Ventures mit BMW, Kümpers und Benteler erforderlich gewordenen technischen Anpassung der langfristigen Vergütungspläne (LTI-Pläne). Außerdem wurde die Tagesordnung für die Hauptversammlung 2019 verabschiedet.

In der Aufsichtsratssitzung im Mai wurde die allgemeine Geschäftssituation ebenso besprochen wie die erfolgreiche Platzierung einer neuen Unternehmensanleihe über 250 Mio. €. Besonders intensiv beschäftigte sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit der Situation des Geschäftsbereichs CFM am Standort Lavradio in Portugal und ließ sich vom Vorstand über die dort eingeleiteten personellen und technischen Maßnahmen unterrichten.

Im Juli fand die Sitzung an unserem Standort in Bonn statt. Der Aufsichtsrat ließ sich detailliert zur positiven Entwicklung im Gebiet der Brennstoffzelle mit der von SGL Carbon entwickelten Gasdiffusionsschicht berichten. Ebenso erfolgte eine umfassende Präsentation sowie Diskussion der GMS-Strategie sowie der Situation im Werk in Portugal. Nicht zuletzt nutzte der Aufsichtsrat diese Sitzung, um sich durch Investor Relations umfassend über die aktuelle Wahrnehmung der Equity-Story der SGL Carbon am Kapitalmarkt informieren zu lassen; einige wesentliche strategische Projekte wurden durch den Vorstand vorgestellt.

Die außerordentliche Sitzung im August begründete sich durch den Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden sowie die Ad-hoc-Mitteilung vom 14. August. Zugleich befasste sich der Aufsichtsrat mit den in der Ad-hoc-Mitteilung aufgeführten Planabweichungen, die ein deutlich schlechteres Jahresergebnis 2019 wahrscheinlich werden ließen.

In der Sitzung im September befassten wir uns im Schwerpunkt mit der Finanzlage der Gesellschaft und den Risiken in beiden Geschäftsbereichen sowie der geplanten Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr und im Jahr 2020. Zudem wurden die Ereignisse, die zur Ad-hoc-Mitteilung im Monat August geführt hatten, analysiert und Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Performance und hinsichtlich des Planungsprozesses besprochen. Dabei haben wir beschlossen, eine inzwischen fertiggestellte Untersuchung des Planungsprozesses durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu beauftragen mit dem Ziel, konkrete Verbesserungsmaßnahmen zu identifizieren und, soweit möglich, auch im Unternehmen umzusetzen. Strategische und strukturelle Verbesserungspotenziale und Maßnahmen wurden mit dem Vorstand diskutiert, vor allem für die CFM-Standorte. Ebenso wurden personelle Themen wie die Suche nach einem neuen Leiter des Geschäftsbereichs CFM mit dem Vorstand behandelt. In dieser Sitzung wurde zudem die Entsprechenserklärung des Berichtsjahrs verabschiedet und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG beauftragt, das CSR-System der SGL Carbon zu prüfen.

Wir haben in der Septembersitzung außerdem entschieden, den Vorstandsdienstvertrag sowie das Vorstandsmandat von Herrn Dr. Majerus turnusgemäß um ein Jahr bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern. Die Modalitäten der Beendigung des Dienstvertrages von Herrn Dr. Köhler wurden ebenfalls festgelegt und der Abschluss einer Aufhebungsvereinbarung genehmigt. Des Weiteren wurde die Aufsichtsratsvorsitzende bevollmächtigt, die Suche nach einem Nachfolger für Herrn Dr. Köhler als Vorstandsvorsitzenden zu initiieren.

Mit Beschluss vom 14. Oktober ernannte der Aufsichtsrat Herrn Dr. Stephan Bühler zum weiteren Vorstand der Gesellschaft, um für den Zeitraum bis zum Amtsantritt eines neuen Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Majerus mit einer weiteren erfahrene Person bei der Führung der Gesellschaft und der Verteilung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Mit diesem Schritt stellte der Aufsichtsrat die vollständige rechtliche Handlungsfähigkeit der SGL sicher.

Die operative Planung und das Budget für das Geschäftsjahr 2020 sowie ein erster Austausch zur Mittelfristplanung waren Schwerpunkte der Sitzung im November. Daneben befasste sich der Aufsichtsrat mit den Gründen, die zur Gewinnwarnung Ende Oktober geführt hatten. Ebenso ließ sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung einen Bericht zum Status einzelner strategischer Projekte geben und beschäftigte sich vertieft mit der Situation in unserem Werk in Portugal sowie mit den neuen Projekten in den Segmenten Automotive, Aerostructures sowie einem Großprojekt im Bereich Wasserstoff. Verabschiedet wurde auch eine aktualisierte Entsprechenserklärung. Der Aufsichtsrat hat sich in dieser Sitzung zudem mit der Frage des Vergütungssystems für den Aufsichtsrat und seiner Angemessenheit befasst und festgestellt, dass sowohl das bestehende System als auch die Vergütungshöhe angemessen und sachgerecht sind. In der Sitzung hat sich der Aufsichtsrat zudem mit den Ergebnissen der durchgeführten Effizienzprüfung beschäftigt und ein insgesamt sehr positives Fazit hinsichtlich der Organisation und Zusammenarbeit des Gremiums sowie seiner Ausschüsse gezogen.

Aktivitäten der Ausschüsse

Aus den Sitzungen der drei Ausschüsse haben die Ausschussvorsitzenden in den Aufsichtsratssitzungen umfassend über die Arbeit der Ausschüsse berichtet.

Der Prüfungsausschuss trat im Berichtsjahr im März, September und November in Präsenzsitzungen zusammen und hat sich zudem regelmäßig vor Bekanntgabe der Quartalsberichte informieren lassen. Im Rahmen der Erläuterung der Quartalsabschlüsse befasste sich der Prüfungsausschuss auch mit laufenden Themen der Berichterstattung und aktuellen Sonderthemen. An allen Präsenzsitzungen nahmen auch die Abschlussprüfer teil; dabei wurden Prüfungsorganisation, Prüfungsschwerpunkte und wesentliche Themen der Jahresabschlussprüfung besprochen.

In allen Präsenzsitzungen des Prüfungsausschusses wurden die aktuelle Geschäftsentwicklung erörtert und die sich aus dem Risikoerfassungs- und Risiko-Management-System ergebenden Geschäftsrisiken diskutiert. Auch die vom Abschlussprüfer erbrachten Nicht-Prüfungsleistungen wurden unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Einschränkung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers erörtert.

Kernthema in der Märzsitzung war die detaillierte Erörterung des Jahresabschlusses der SGL Carbon SE und des Konzernabschlusses 2018. Außerdem befasste sich der Prüfungsausschuss mit dem internen Kontrollsystem, den durch die Interne Revision durchgeführten Prüfungen und dem vorgesehen Prüfungsplan sowie der nichtfinanziellen Konzernerklärung ("CSR-Bericht"). Weiteres wesentliches Thema war die Konzernfinanzierung, insbesondere die Vorbereitungen zur Begebung der Unternehmensanleihe im April.

Ein wesentlicher Fokus in der September- und in der Dezembersitzung waren die Analyse und die Auswirkungen der Sachverhalte, die zur Ad-hoc-Mitteilung im August geführt hatten. Der Planungs- und Prognoseprozess wurden auf mögliche Schwachstellen hin betrachtet und Verbesserungsmaßnamen wurden besprochen. Des Weiteren wurden die Auswirkungen der Ergebnisabweichungen auf den Unternehmenswert der Einheiten der CFM erörtert.

Ferner befasste sich der Ausschuss in der März- und in der Septembersitzung mit potenziellen Interessenskonflikten der Aufsichtsratsmitglieder und der Großaktionäre.

Der Personalausschuss beschäftigte sich in insgesamt vier ordentlichen sowie zwei außerordentlichen Sitzungen mit übergeordneten Personalthemen. In der Märzsitzung wurden Zielerreichung und -vereinbarung der Vorstände erörtert. In der Sitzung im Juli wurde über das Gehaltssystem gesprochen; es fand zudem ein erster Gedankenaustausch zur demnächst anstehenden Frage der Vertragsverlängerung von Herrn Dr. Majerus statt. In den beiden außerordentlichen Sitzungen im August ging es vorrangig um die Folgen der Amtsniederlegung durch Herr Dr. Köhler sowie das Vorgehen bei der Neubesetzung des Amtes des Vorstandsvorsitzenden. In der Septembersitzung hat der Ausschuss nach intensiver Diskussion entschieden, dem Aufsichtsrat eine Vertragsverlängerung für Herrn Dr. Majerus um ein Jahr bis zum 30. Juni 2021 vorzuschlagen. Ebenso wurde entschieden, dem Plenum den Abschluss eines Aufhebungsvertrages mit Herrn Dr. Köhler zum 31. Dezember 2019 zu empfehlen. Dessen Modalitäten wurde in dieser Sitzung ebenfalls intensiv diskutiert. In seiner Sitzung im November beschäftigte sich der Personalausschusses vertieft mit der Prüfung und Überarbeitung des Vergütungssystems für den Vorstand. Daneben wurde der Auswahlprozess zur Bestellung eines neuen Vorstandsvorsitzenden ausführlich erörtert.

Eine Sitzung des Nominierungsausschusses fand im November statt und befasste sich mit der anstehenden Nominierung von Vertretern der Anteilseigner im Rahmen der Hauptversammlung im April 2020. Die Mandate von drei Vertretern der Anteilseigner (Frau Susanne Klatten, Herr Georg Denoke sowie Herr Edwin Eichler) enden mit der Hauptversammlung im Jahr 2020. Sämtliche Personen haben sich bereit erklärt, sich wieder zur Wahl zu stellen und sollen der Hauptversammlung zur Wahl vorgeschlagen werden.

Die Präsenz bei den fünf ordentlichen Aufsichtsratssitzungen sowie der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung lag bei 100%. Die Ausschüsse tagten jeweils in vollständiger Besetzung. Im Berichtszeitraum wurden seitens der Aufsichtsratsmitglieder keine Interessenkonflikte angezeigt, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen gewesen wären.

Jahres- und Konzernabschluss 2019

Der Aufsichtsrat hat sich sowohl im Prüfungsausschuss als auch in der Plenumssitzung im März 2020 davon überzeugt, dass die Buchführung, der nach HGB aufgestellte Einzelabschluss der SGL Carbon SE und der nach den Regeln der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS (wie in der Europäischen Union anwendbar) aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 sowie der Lagebericht der SGL Carbon SE und des Konzerns von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen wurden. Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der für den Abschlussprüfer handelnden Personen überzeugt und den Prüfungsauftrag gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 10. Mai 2019 erteilt. Die Prüfungsberichte des Konzern- und des Jahresabschlusses wurden uns rechtzeitig zugeleitet. Der Prüfungsausschuss hat sich intensiv mit diesen Unterlagen beschäftigt; das Aufsichtsratsplenum hat diese ebenfalls geprüft. Der Abschlussprüfer nahm sowohl an der Sitzung des Prüfungsausschusses als auch des Aufsichtsrats teil, in denen über den Jahresabschluss beraten wurde, berichtete über seine Prüfung und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis durch den Prüfungsausschuss und unserer eigenen Prüfung gab es keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse gebilligt und damit den Jahresabschluss festgestellt. Da das Geschäftsjahr 2019 der SGL Carbon SE mit einem Bilanzverlust abschloss, war kein Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns zu prüfen.

In seiner Sitzung im März 2020 hat sich der Aufsichtsrat darüber hinaus mit dem Bericht des Aufsichtsrats, der Erklärung zur Unternehmensführung und dem Corporate Governance- und Compliance-Bericht, mit dem Vergütungsbericht sowie den Erläuterungen gemäß §§289a, 315a HGB befasst. Auf die entsprechenden Erläuterungen im Geschäftsbericht (siehe hierzu Seite 6-103) wird verwiesen. Der Aufsichtsrat hat diese Berichte geprüft und deren Vollständigkeit bzw., soweit in seiner Kompetenz, deren inhaltliche Richtigkeit festgestellt.

Hinsichtlich des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts hat KPMG ein uneingeschränktes Prüfungsurteil erteilt.

Das bedeutet, dass auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die zu der Auffassung gelangen lassen, dass der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§315b, 315c i.V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt wurde.

Der Aufsichtsrat hat auf Grundlage seiner eigenen Prüfung, des Berichts des Prüfungsausschusses über seine vorbereitende Prüfung und des Prüfungsurteils der KPMG ebenfalls keine Gründe festgestellt, die der Ordnungs- und Zweckmäßigkeit des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts entgegenstehen.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Der Aufsichtsrat hat sich in seinen Sitzungen am 12. September 2019 sowie am 27. November 2019 mit den Corporate Governance-Grundsätzen der SGL Carbon SE beschäftigt. Des Weiteren hat der Aufsichtsrat in diesen Sitzungen Entsprechenserklärungen gemäß §161 Aktiengesetz beschlossen. Im September war durch den Rücktritt von Herrn Dr. Köhler eine Abweichung im Hinblick auf die Besetzung des Vorstands angezeigt, die nach der Bestellung von Herrn Dr. Bühler im November wieder entfiel. Sämtliche Entsprechenserklärungen sind im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex auf der Website des Unternehmens dauerhaft zugänglich gemacht. Die aktuelle Entsprechenserklärung ist auch in der Erklärung zur Unternehmensführung in diesem Geschäftsbericht auf den Seiten 94-103 wiedergegeben. Dort finden Sie auch weitere Ausführungen zur Corporate Governance des Unternehmens.

Personelle und funktionale Veränderungen in Vorstand und Aufsichtsrat

Im Vorstand der Gesellschaft gab es im Berichtszeitraum zwei Änderungen. Der Vorstand bestand bis zum 31. August 2019 und dann wieder ab dem 15. Oktober 2019 aus zwei Personen.

Im Aufsichtsrat gab es im Berichtszeitraum keine Änderungen.

Dank des Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretern aller Konzerngesellschaften für ihre Arbeit, ohne die die Bewältigung der Herausforderungen in der Unternehmensentwicklung der SGL Carbon auch im Geschäftsjahr 2019 nicht möglich gewesen wäre. Unser Dank geht auch an Herrn Dr. Köhler für seinen Einsatz als Vorstandsvorsitzender der SGL Carbon, seine Umsetzung der strategischen Neuausrichtung sowie für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat.

 

Wiesbaden, den 9. März 2020

Der Aufsichtsrat

Susanne Klatten, Vorsitzende des Aufsichtsrats

Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der SGL Carbon SE
zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 Aktiengesetz (Entsprechenserklärung 2019)

Vorstand und Aufsichtsrat der SGL Carbon SE erklären:

Die SGL Carbon SE hat den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017 (Bekanntmachung vom 24. April 2017, Berichtigung dieser Bekanntmachung vom 19. Mai 2017) seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im September 2018 voll umfänglich entsprochen und entspricht diesen auch künftig vollumfänglich, mit Ausnahme der folgenden Abweichung:

Ziffer 4.2.1 Satz 1: Der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft hat am 14. August 2019 kurzfristig seine Amtsniederlegung mit Wirkung zum 31. August 2019 erklärt. Seit dem Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden und bis zur Bestellung eines Nachfolgers besteht der Vorstand der Gesellschaft aus nur einem Mitglied. Die Nachfolgesuche wird von der Gesellschaft mit Nachdruck betrieben, allerdings erfüllt die Gesellschaft für den Übergangszeitraum bis zur Bestellung eines Nachfolgers für den Vorstandsvorsitzenden nicht die Empfehlung nach Ziffer 4.2.1 Satz 1, nach der der Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft aus mehreren Mitgliedern bestehen und einen Vorsitzenden oder Sprecher haben soll.

Die Corporate Governance Grundsätze der SGL Carbon SE erfüllen da rüber hinaus überwiegend die nicht obligatorischen Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

 

Wiesbaden, 12. September 2019

Für den Aufsichtsrat der SGL Carbon SE

gez. Susanne Klatten, Vorsitzende des Aufsichtsrats der SGL Carbon SE

Für den Vorstand der SGL Carbon SE

gez. Dr. Michael Majerus, Vorstand der SGL Carbon SE

Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der SGL Carbon SE
zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 Aktiengesetz (Entsprechenserklärung 2019)

Vorstand und Aufsichtsrat der SGL Carbon SE erklären:

Die SGL Carbon SE hat den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017 (Bekanntmachung vom 24. April 2017, Berichtigung dieser Bekanntmachung vom 19. Mai 2017) seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im September 2019 und bis zum 15. Oktober 2019 mit Ausnahme der folgenden Abweichung vollumfänglich entsprochen:

Ziffer 4.2.1 Satz 1: Der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft Herr Dr. Köhler hat am 14. August 2019 kurzfristig seine Amtsniederlegung mit Wirkung zum 31. August 2019 erklärt. Zwischen dem Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden und bis zur Bestellung von Herrn Dr. Bühler als weiterem Vorstandsmitglied sowie der Bestellung von Herrn Dr. Majerus zum Sprecher des Vorstands, jeweils mit Wirkung zum 15. Oktober 2019, erfüllte die Gesellschaft nicht die Empfehlung nach Ziffer 4.2.1 Satz 1 des Deutschen Corporate Governance Kodex, nach der der Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft aus mehreren Mitgliedern bestehen und einen Vorsitzenden oder Sprecher haben soll.

Seit dem 15. Oktober 2019 und auch künftig entspricht die SGL Carbon SE den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wieder vollumfänglich.

Die Corporate Governance Grundsätze der SGL Carbon SE erfüllen darüber hinaus überwiegend die nicht obligatorischen Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

 

Wiesbaden, 27. November 2019

Für den Aufsichtsrat der SGL Carbon SE

gez. Susanne Klatten, Vorsitzende des Aufsichtsrats der SGL Carbon SE

Für den Vorstand der SGL Carbon SE

gez. Dr. Michael Majerus, Vorstand der SGL Carbon SE

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