VIA Oberflächentechnik GmbH

An der Chemischen 2, 57368 Lennestadt, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Siegen HRB 6130
Vorher
VIA Oberflächenteclmik GmbH
Eingetragen
18.7.1996
Branche
Bearbeitung und Veredlung von KunststoffwarenVeredlung von HolzwarenVeredlung und Bearbeitung von Flachglas
Gegenstand
die Oberflächenbehandlung sowie die Bearbeitung jeglicher Materialien, ferner der Handel mit oberflächenbehandelten und bearbeiteten Gegenständen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Hanni Dr. Koch
seit 28.1.2025
Geschäftsführer
Sascha Kreis
seit 7.8.2019
Prokura
Kai Lechner
seit 7.8.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

Daten zu Gesellschaftern mit Minderheitsbeteiligung (natürliche Personen) sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

VIA Oberflächentechnik GmbH

Lennestadt

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

I. Grundlagen des Unternehmens

Geschäftsmodell des Unternehmens

Die VIA Oberflächentechnik GmbH ist seit Jahren der führende Serviceanbieter für Gleitschleifen, Entfetten und Feinreinigen in Deutschland. Als Lohnreiniger übernimmt die VIA Oberflächentechnik GmbH alle Aufgaben rund um die industrielle Teilereinigung unterschiedlichster Werkstücke. Zu den Kernkompetenzen gehören, neben der maximalen Service- und Kundenorientierung, insbesondere Gleitschleifen, Entfetten, Feinreinigung sowie die Unterstützung bei der Abwicklung der Supply Chain durch Kontrolle und Verpacken sowie durch den Direktversand. Die VIA Oberflächentechnik GmbH wurde 1996 gegründet und beschäftigt zum Jahresende 2023 163 festangestellte Mitarbeiter und keine Zeitarbeitnehmer.

II. Wirtschafts- und Prognosebericht

1. Branchen- und Marktentwicklung

Für die Standortbestimmung der VIA Oberflächentechnik GmbH im Marktumfeld wurden neben den im Quellenverzeichnis dargelegten Informationen auch Auswertungen herangezogen, die für die VIA Oberflächentechnik GmbH direkte Vergleichsmöglichkeiten bieten:

KfW-Mittelstandspanel 2022

IKB Branchenbericht Automobilzulieferer 2022

Kennzahlenreport des Industrieverband Blechumformung (IBU) 2023

Verband der Automobilindustrie (VDA)

Statistisches Bundesamt (Destatis)

ifo Institut für Wirtschaftsforschung

Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2023

Die wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 wurde durch hohe Energiepreise, zunehmende Inflation, die ökonomische Instabilität wichtiger internationaler Partner, verstärkte geopolitische Unsicherheiten infolge militärischer Konflikte und herausfordernde Finanzierungsbedingungen belastet. 1 Demzufolge sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent - kalenderbereinigt betrug der Wirtschaftsrückgang 0,1 Prozent - im Vergleich zum Vorjahr. 2 Die Wirtschaftsleistung des Produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) ging im Jahr 2023 um 2,0 Prozent zurück. 3 Insbesondere das Verarbeitende Gewerbe, das fast 85 Prozent des Produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) ausmacht, verzeichnete auch preisbereinigt einen Rückgang um 0,4 Prozent. 4 Positive Impulse gingen trotz dieser Herausforderungen vor allem von der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau aus. 5 Dagegen mussten energieintensive Branchen, wie die Chemie- und die Metallindustrie erneut Rückgänge bei Produktion und Wertschöpfung hinnehmen. 6 Im Dienstleistungssektor war hingegen ein wirtschaftlicher Aufschwung zu beobachten, der die Konjunktur im Jahr 2023 stützte. 7

Abbildung 1: Bruttoinlandsprodukt Deutschland, preisbereinigt (Destatis, 2024a)

Die stagnierende Wirtschaft und eine Inflationsrate von 5,9 Prozent spiegelten sich auch in einem Rückgang des privaten Konsums um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wider. 8 9 1 Destatis, 2024a
2 Destatis, 2024a
3 Destatis, 2024a
4 Destatis, 2024a
5 Destatis, 2024a
6 Destatis, 2024a
7 Destatis, 2024a
8 Statista, 2024a

Auch der Staat reduzierte seine Konsumausgaben preisbereinigt erstmals seit fast zwei Jahrzehnten um 1,7 Prozent. 10 Nach ersten Schätzungen schlossen die öffentlichen Haushalte 2023 mit einem Defizit von 82,7 Mrd. Euro ab, was einem Rückgang von rund 14 Mrd. Euro gegenüber 2022 (96,9 Mrd. Euro) entspricht. 11 Dieser Rückgang ist zum Teil auf den Wegfall der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zurückzuführen, wurde jedoch teilweise durch die Ausgaben für die Gas- und Strompreisbremse ausgeglichen. 12

Arbeitsmarkt

Im Jahr 2023 trugen 45,9 Millionen Erwerbstätige in Deutschland zur Wirtschaftsleistung bei, was einem Anstieg um 0,7 Prozent oder 333.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 13 Dies ist die höchste Anzahl an Erwerbstätigen, die jemals in Deutschland verzeichnet wurde. 14 Die Rekordbeschäftigung spiegelt sich jedoch nicht in der Produktivität wider, die sich seit einiger Zeit auf einem Abwärtstrend befindet und im ersten Quartal 2023 um ein Prozent unter dem Vorjahreswert lag. 15 Hohe Teilzeitquoten - die Zahl der Teilzeitbeschäftigten stieg mit 2,1 Prozent deutlich stärker als die der Vollzeitbeschäftigten mit 0,6 Prozent - und steigende Krankenstände mit einem Rekordwert von 7,11 Prozent sind Faktoren für den Produktivitätsrückgang. 16

Der Zuwachs der Erwerbstätigen ist auf die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte sowie auf eine zunehmende Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung zurückzuführen. 17 Besonders auffällig ist, dass Arbeitsplätze vor allem im Dienstleistungsbereich entstanden sind. 18

9 Destatis, 2024a
10 Destatis, 2024a
11 Destatis, 2024a
12 Destatis, 2024a
13 Destatis, 2024b
14 Destatis, 2024b
15 Businessinsider, 2023
16 Businessinsider, 2023
17 Destatis, 2024b
18 Destatis, 2024b

Abbildung 2: Erwerbstätigkeit nach Wirtschaftsbereichen, Destatis (2024b)

Im Dezember 2023 waren in der gesamten EU etwa 12,9 Millionen Menschen arbeitslos, was einer Erwerbslosenquote von 5,9 Prozent entspricht. 19 Innerhalb der Eurozone lag die Quote mit 6,4 Prozent sogar noch etwas höher als im EU-Durchschnitt. Deutschland stach in diesem Kontext positiv hervor, mit einer der niedrigsten Erwerbslosenquoten von nur 3,1 Prozent. 20 Dies unterstreicht die starke Position Deutschlands auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zum Rest der EU. 21

19 Statista, 2024b
20 Statista, 2024b
21 Statista, 2024b

Abbildung 3: Arbeitslosendaten nach Geschlecht und Alter - monatliche Daten, Eurostat (2024)

Neben der Erwerbslosigkeit nach dem ILO-Erwerbsstatuskonzept wird auch die Arbeitslosigkeit nach der SGB-Arbeitsmarktstatistik gemessen, die im Jahr 2023 aufgrund unterschiedlicher Beobachtungsmerkmale höher ausfällt. 22

Im Jahr 2023 stieg die Arbeitslosenquote in Deutschland um 191.000 auf 2.609.000 Personen an. 23 Dies ist hauptsächlich auf eine träge Wirtschaft zurückzuführen, die es Arbeitsuchenden erschwerte, eine Anstellung zu finden, während die Zuwanderung ukrainischer Flüchtlinge nur einen geringen Effekt auf den Anstieg hatte. 24

Die durchschnittliche Anzahl der Kurzarbeitenden, einschließlich der Empfänger von Saison- und Transferkurzarbeitergeld, sank laut Bundesagentur für Arbeit auf etwa 220.000 von 426.000 im Vorjahr. 25 Der Arbeitsmarkt konnte durch die Nutzung von Kurzarbeit weiterhin gestützt werden, nahm jedoch im Vergleich zu den von der Corona-Pandemie stark betroffenen Jahren sowie gegenüber 2022 merklich ab und erreichte ein im historischen Vergleich moderates Niveau. 26

22 Bundesagentur für Arbeit, (n.d.)
23 Bundesagentur für Arbeit, 2024
24 Bundesagentur für Arbeit, 2024
25 Bundesagentur für Arbeit, 2024
26 Bundesagentur für Arbeit, 2024

Durch den Einsatz von Kurzarbeit, die bei einem durchschnittlichen Arbeitsausfall von etwa 31 Prozent rechnerisch für rund 69.000 Beschäftigte einen Job sicherte und ihre potenzielle Arbeitslosigkeit abwendete, zeigt sich die Bedeutung der Kurzarbeit für den deutschen Arbeitsmarkt, insbesondere vor dem Hintergrund einer nachlassenden Arbeitskräftenachfrage. 27

Obwohl der Bedarf an Arbeitskräften im langjährigen Vergleich hoch blieb, nahm die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern im Jahr 2023 spürbar ab. 28 Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen fiel 2023 auf 761.000, ein Rückgang um 84.000 gegenüber 2022, während die Stellenzugänge als Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen aufgrund der schwachen Wirtschaftslage um 251.000 auf 1.633.000 sanken. 29

Auch die VIA Oberflächentechnik hat die Mitarbeiteranzahl infolge der gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen nur moderat und ohne Kündigungen angepasst.

Entwicklungen der Branche Metallverarbeitung mit dem Schwerpunkt Automotive

Drei Viertel der Wertschöpfung eines Automobils entstehen bei den Zulieferern, vornehmlich bei den Unternehmen der Metallbearbeitung und -verarbeitung. 30 Der Fahrzeugbau ist mit einem Umsatz von 509 Milliarden Euro (Stand 2022) der stärkste Wirtschaftszweig der M+E-Industrie und beeinflusst die Branche entsprechend stark. 31 Hierzu zählt ebenfalls die VIA Oberflächentechnik GmbH als deutscher Zulieferer mit einem hohen Automotive-Anteil, weshalb die Entwicklungen der Automobilindustrie maßgeblich für das berichtende Unternehmen sind.

Internationaler Automobilmarkt

Der weltweite Pkw-Absatz stieg von ca. 67,3 Mio. Einheiten im Jahr 2022 auf ca. 75,3 Mio. Fahrzeuge im Jahr 2023. 32 Der Anstieg wurde durch eine im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Fahrzeugverfügbarkeit begünstigt. 33 Der Zuwachs ist auch auf die niedrigen Verkaufszahlen im Vorjahr zurückzuführen, die einen Basiseffekt bewirkten, der das Wachstum zunächst begünstigte, dessen positiver Einfluss auf die Wachstumsraten aber im Laufe der Zeit nachließ. 34 Als weltweit größter Automarkt trägt China maßgeblich zu diesem Aufschwung bei und erreicht mit fast 25,8 Millionen neu zugelassenen Pkw einen historischen Höchststand. 35

27 Bundesagentur für Arbeit, 2024
28 Bundesagentur für Arbeit, 2024
29 Bundesagentur für Arbeit, 2024
30 VDA, 2023
31 Gesamtmetall, 2023
32 Statista, 2024d
33 VDA, 2024a
34 VDA, 2024a
35 VDA, 2024a

Im Dezember 2023 wurden fast 2,8 Millionen Pkw verkauft, was ein bisher unerreichtes Absatzniveau darstellt. 36 Bei der Entwicklung der Elektroautos weltweit ist ein Anstieg von 35 Prozent zu verzeichnen, das sind 14,2 Millionen neue batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und Plug-in-Hybride (PHEV). 37

Europäischer Automobilmarkt

2023 wurden auf dem europäischen Automobilmarkt, der die EU, die EFTA und das Vereinigte Königreich umfasst, rund 12,8 Mio. Pkw neu zugelassen, was einem Zuwachs von 14 Prozent entspricht. 38 Trotz des Wachstums gestaltet sich die Erholung weiterhin langwierig. 39 Im Vergleich zu den Neuzulassungszahlen vor der Krise im Jahr 2019 befindet sich der Markt noch immer deutlich unter dem Vorkrisenniveau mit einem Rückgang von 19 Prozent. 40 Deutschland, als einer der fünf größten Absatzmärkte, leistet einen maßgeblichen Beitrag zu diesem Rückgang vor allem aufgrund von weniger neuzugelassenen Fahrzeugen im Elektrosegment. 41 Trotzdem stieg die Zahl der neu zugelassenen Elektrofahrzeuge in der EU um 37 Prozent auf 1,54 Millionen. 42 Der Marktanteil der Elektrofahrzeuge übertrifft damit erstmals den der Dieselfahrzeuge. 43

Deutscher Automobilmarkt

Laut Angaben des Kraftfahrtbundesamts stieg die Anzahl der Neufahrzeugzulassungen in Deutschland im Jahr 2023 um 7 Prozent auf insgesamt mehr als 2,8 Millionen Fahrzeuge im Vergleich zu 2022 an. 44 Dennoch bewertete die deutsche Autoindustrie ihre Geschäftslage im Dezember 2023 etwas negativer als zuvor. 45 Der Geschäftsklimaindex sank in diesem Monat zudem auf 9,5 Punkte, nachdem er im November noch bei 15,4 Punkten gelegen hatte. 46 Trotz dieser Entwicklung beendete die Autobranche das Jahr 2023 aus ihrer Sicht auf einem zufriedenstellenden Produktionsniveau, wie sich aus der offiziellen Jahresbilanz ergibt. 47

36 VDA, 2024a
37 EV-Volumes, n.d.
38 VDA, 2024a
39 VDA, 2024a
40 VDA, 2024a
41 VDA, 2024a
42 Tagesschau, 2024
43 Tagesschau, 2024
44 Ifo Institut, 2024a
45 Ifo Institut, 2024a
46 Ifo Institut, 2024a
47 Ifo Institut, 2024a

Abbildung 4: Geschäftsentwicklung in der deutschen Automobilindustrie (Ifo)

Die politische Entscheidung, dass ab dem 17. Dezember 2023 keine neuen Anträge für die staatliche Kaufprämie für Elektroautos, den sogenannten Umweltbonus, beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mehr eingereicht werden können, hat die Lage im deutschen Automobilsektor erschwert. Trotzdem wurde im Jahr 2023 ein neuer Höchstwert in Deutschland, mit 523.00 neu zugelassenen E-Autos erreicht. Im Jahr 2022 waren es nur knapp 471.000 neu zugelassene Elektrofahrzeuge. Die Bundesregierung verfolgt weiterhin das Ziel, bis zum Jahr 2030 insgesamt 15 Millionen Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu etablieren. Bei einem aktuellen Bestand (November 2023) von 1,3 Millionen Elektrofahrzeugen und unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungstrends erscheint die Erreichung dieses Ziels laut Präsidentin des VDA derzeitig als eher ambitioniert.

Entwicklungen der Branche Metallverarbeitung

Eine vorübergehende Erholung in der Metall- und Elektroindustrie um 2,6 Prozent im Jahresdurchschnitt 2023 wurde hauptsächlich durch Nachholeffekte im ersten Halbjahr ermöglicht, welche durch eine verbesserte Verfügbarkeit von Materialien und aufgestaute Bestellungen angetrieben wurden. 48

48 Gesamtmetall, 2024

Im vierten Quartal 2023 verzeichnete die Produktion in der Metall- und Elektrotechnik (M+E) jedoch einen weiteren Rückgang um 1,8 Prozent gegenüber dem vorherigen Quartal. 49 Das Auftragsvolumen fiel im Jahr 2023 um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 50 Insbesondere die Umsätze außerhalb der Eurozone gingen deutlich zurück, neben dem schwachen Inlandsgeschäft. 51 Angesichts der schwierigen Auftragslage und des fortbestehenden Pessimismus ist es wahrscheinlich, dass es im ersten Halbjahr 2024 zu einem Abwärtstrend kommen wird. 52

Entwicklungen der blechumformenden Unternehmen

Die Kunden d er VIA Oberflächentechnik sind zum überwiegenden Teil blechumformende Automobilzulieferbetriebe.

Die bereits erläuterten gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen gilt im besonderen Maße auch für die Branche der Blechumformung. 53 Eine IBU-Konjunkturumfrage im Oktober 2023 zeigt, dass 43 Prozent der Unternehmen ihre Lage als schlecht oder sogar sehr schlecht bewerten. 54 Dies ist vor allem auf einen signifikanten Auftragsrückgang im letzten Quartal des Jahres 2023 zurückzuführen. 55 Besonders die Bauindustrie ist betroffen, da 70 Prozent der Lieferanten einen Mangel an Bestellungen berichten. 56 In der Automobilbranche haben 61 Prozent der Unternehmen weniger Aufträge erhalten, während im Maschinenbau ein Rückgang von 57 Prozent verzeichnet wurde. 57 Diese Entwicklung spiegelt sich in den Zukunftserwartungen für 2024 wider. 58 In den betroffenen Sektoren sind zwischen fast 50 und 63 Prozent der Befragten pessimistisch gestimmt, denn die blechumformenden Unternehmen werden neben den Auftragsrückgängen auch durch wechselnde gesetzliche Vorgaben, einschränkende politische Entscheidungen, steigende Energie- und Personalkosten sowie den Fachkräftemangel belastet. 59

49 Gesamtmetall, 2024
50 Gesamtmetall, 2024
51 Gesamtmetall, 2024
52 Gesamtmetall, 2024
53 IBU, 2023
54 IBU, 2023
55 IBU, 2023
56 IBU, 2023
57 IBU, 2023
58 IBU, 2023
59 IBU, 2023

Abbildung 5: Reichweite der Auftragsbestände in Monaten und Kapazitätsauslastung in % der betrieblichen Vollauslastung

Die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen sind auch in der Reichweite der Auftragsbestände sowie der Kapazitätsauslastung erkennbar. 60 Während die Reichweite der Auftragsbestände im Januar 2023 noch bei knapp 9 Monate lag, so ist diese in den darauffolgenden Monaten auf durchschnittlich 4,8 Monate herabgesunken. 61 Die Kapazitätsauslastung liegt mit durchschnittlich 80,2 Prozent leicht unter dem Vorjahresdurchschnitt (80,4 Prozent). 62

Laut ifo-Konjunkturspiegel bewerteten die Unternehmen der Branche (leichte Press-, Zieh-, Stanzteile) die Geschäftslage in der zweiten Jahreshälfte mehrheitlich befriedigend bzw. saisonüblich. 63 Die Nachfragesituation wurde insbesondere im letzten Quartal 2023 als eher schlechter beurteilt. Zum Jahresende zeigen sich die Erwartungen für die kommenden drei Monate unverändert, für die kommenden sechs Monate werden hingegen ungünstige Bedingungen erwartet. 64

60 IBU / IMU Mittagsforum, 2024
61 IBU / IMU Mittagsforum, 2024
62 IBU / IMU Mittagsforum, 2024
63 Ifo Institut, 2023b
64 Ifo Institut, 2023b

2. Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf im Jahr 2023 blieb stabil, wenn auch auf niedrigerem Niveau, wobei das Umsatzwachstum hauptsächlich durch Preiseffekte und weniger durch Steigerung der Produktionsvolumina getrieben wurde. 65 Gegenüber dem Vorjahr konnte das Geschäftsjahr mit einem Umsatzzuwachs von gut 20% abgeschlossen werden.

Das abgelaufene Geschäftsjahr startete planmäßig, war zu Beginn aber noch recht volatil. Im Verlauf des Jahres stabilisierte sich die Lage aber rasch auf einem leicht über Plan liegenden Niveau, so dass im Geschäftsjahr 2023 ca. 5% Mehrleistung als gelaunter erwirtschaftet werden konnten.

Monatliche Umsätze über das Jahr 2023

65 BMWK, 2024

Umsatzentwicklung von 1996 bis 2023

Durch den recht stabilen Geschäftsverlauf konnten wir im Großen und Ganzen unsere Belegschaft auf einem stabilen Niveau halten.

Um das erreichen zu können, waren jedoch deutlich Anpassungen bei der Entlohnung der Mitarbeiter erforderlich.

Personalentwicklung von 1996 bis 2023

Die einzelnen Geschäftsbereiche der VIA Oberflächentechnik haben sich dabei im Jahr 2023 annähernd wie geplant aber durch die Preisanpassungen deutlich besser als im Vorjahr wie folgt entwickelt:

Gleitschleifen

Im Bereich Gleitschleifen wurde der Vorjahrsumsatz um 5 % übertroffen. Die Planung konnte knapp erreicht werden. Man kann aber feststellen, dass sich die Lage auf diesem niedrigen Niveau stabilisiert hat.

Entfetten

Beim Entfetten wurde der Vorjahresumsatz um knapp 20% übertroffen. Die Planung wurde um gut 1 % übertroffen.

Auch in diesem Bereich hat sich die Lage auf diesem Niveau im Laufe des Jahres stabilisiert.

Feinreinigen

Das Feinreinigen hat sich im Geschäftsjahr 2023 sehr gut entwickelt.

Der Vorjahresumsatz konnte um knapp 30% übertroffen werden. Sogar die Planung konnte 13% übertroffen werden. Der Bedarf an definiert sauberen Bauteilen scheint auch weiterhin in der Industrie zu steigen.

Verpacken / Kontrolle

Dieser Bereich ist für uns immer schwer zu planen, da wir in diesem Bereich oft auf kurzfristige Bedarfe unserer Kunden reagieren müssen, dies aber meist dann nur für einen kurzen Zeitraum oder begrenzte Stückzahlen.

Im Geschäftsjahr 2023 hat sich dieser Bereich deutlich erholt. Die Planung und auch der Vorjahresumsatz konnten um 25% übertroffen werden.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die VIA Oberflächentechnik im Jahr 2023 den Vorjahresumsatz wieder deutlich hat steigern können. Die Steigerung basiert auch nicht nur, wenn auch zu großen Teilen, aus den Preissteigerungen. Die Planung konnte um knappe 5% übertroffen werden.

Im Geschäftsjahr 2023 hat sich die wirtschaftliche Lage trotz der enormen Herausforderungen und schlechten Rahmenbedingungen stabilisiert. Die Volatilität in den Abrufen unserer Kunden hat sich weitgehend auf ein bekanntes und normales Niveau wieder beruhigt.

Polnisches Tochterunternehmen

Seit Ende 2013 konnte ein kontinuierlicher Auf- und Ausbau der Geschäftstätigkeit erreicht werden und die Umsätze haben sich deutlich positiv entwickelt. Diesen Trend konnten wir auch im Geschäftsjahr 2023 beibehalten.

So konnten auch in diesem Geschäftsjahr erneut neue Kunden gewonnen werden.

Der Umsatz konnte gegenüber dem Vorjahr um gute 36%gesteigert werden.

Die Planung konnten wir damit um 10% übertreffen.

Die im Jahr 2021 errichtete Feinreinigungsanlagen zur präzisen Reinigung von Bauteilen konnte nicht wie geplant im Markt platziert werden. Die Kunden haben, entgegen unseren Erwartungen, die Bedarfe noch nicht in dem Maße vorliegen. Durch die geringe Auslastung dieser neuen Technologie in Polen war auch das zugehörige Sauberkeitslabor nicht oder nur sehr gering ausgelastet.

Die Durchlaufreinigungsanlage, die Mitte des Jahres 2022 installiert wurde hat dagegen weitgehend planmäßig Auslastung gefunden.

Im polnischen Werk sind wir in noch stärkerem Maße als in Deutschland von Personalkostensteigerungen und Steigerungen der Energiekosten betroffen. Dies haben wir zu Beginn des Jahres 2023 in Form von Preisanpassungen an unsere Kunden weitergegeben.

Diese Preissteigerungen sind sicherlich zum großen Teil auch für die deutliche Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr verantwortlich.

Generell entsteht derzeit aber der Eindruck, dass die Wirtschaft in Polen deutlich schneller und stabiler wächst. Offensichtlich profitiert unser polnisches Werk von Verlagerungstendenzen aus Deutschland ins benachbarte Ausland.

Es bleibt abzuwarten wie sich die Entwicklung fortsetzt.

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Vor Berücksichtigung von Zinsen, Abschreibungen und Steuern konnte im Jahr 2023 ein Ergebnis (EBITDA) in Höhe von Euro 2.058.447 (Vj. Euro 1.181.728) ausgewiesen werden. Dies bedeutet einen Anstieg um 74,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Eigenkapital von VIA Oberflächentechnik hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr von TEuro 9.780,9 auf TEuro 9.770,8 verringert. Dies liegt zum einen an einer Ausschüttung i. H. v. TEuro 510,0 und zum anderen an dem Erwerb eigener Anteile. Der Unterschiedsbetrag aus Anschaffungskosten und Nennwert wirkte sich eigenkapitalmindernd aus.

Investitionen wurden in einem Umfang von TEuro 653,8 getätigt. Die Anlagenzugänge betrafen hauptsächlich die Anschaffung neuer Maschinen bzw. die Anzahlungen dafür. Darlehenstilgungen wurden planmäßig i. H. v. TEuro 898,0 vorgenommen. Die Liquiditätslage ist weiterhin zufriedenstellend. Finanzielle Engpässe liegen nicht vor.

Der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhte sich stichtagsbedingt um TEuro 81,7. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen um TEuro 33,9 zurück. Der Bestand an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent.

Die sonstigen Rückstellungen sind hauptsächlich durch Zuführungen von Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern angestiegen.

III. Prognosebericht

Für das Jahr 2024 prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) ein weltweites Wachstum von 3,1 Prozent, das von einer unerwartet stabilen Konjunktur in den USA und in mehreren großen Schwellen- und Entwicklungsländern sowie von fiskalischen Anreizen in China angetrieben wird. 66 Laut World Economic Outlook des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird für die USA ein Wachstum von 2,1 Prozent, für China von 4,6 Prozent und für Frankreich von 1,0 Prozent erwartet. 67 Für Deutschland wird dagegen nur ein geringes Wachstum von 0,2 Prozent prognostiziert, womit die Bundesrepublik das Schlusslicht bildet. 68 Von den sechs untersuchten Wirtschaftsregionen und 16 vom IWF bewerteten Ländern schneidet keines schlechter ab. 69

Die deutsche Wirtschaftslage im Jahr 2024 wird von verschiedenen Risikofaktoren beeinflusst, darunter Haushaltsdefizite, wirtschaftspolitische Unsicherheiten, die Folgen des Konflikts in der Ukraine und im Gazastreifen sowie die Entwicklung von Löhnen und Inflation. 70 In der Folge senkte auch das Ifo-Institut seine zunächst veröffentlichte Prognose von einem Wirtschaftswachstum im Jahr 2024 von 1,4 Prozent auf 0,9 Prozent. 71 Dieser Rückgang ist auch auf eine schwache Entwicklung im letzten Quartal 2023 und eine schleppende Erholung zurückzuführen, die von Unsicherheit aufgrund der anhaltenden Sparneigung und geringen Investitionsbereitschaft geprägt ist. 72 Eine weitere Absenkung auf 0,7 Prozent Wachstum kündigte das ifo-Institut im Januar 2024 aufgrund der Konsolidierungsmaßnahmen im Bundeshaushalt mit Einsparungen in Höhe von 19 Milliarden Euro an, um die Haushaltslücke zu schließen. 73 Dies führt zu Mehrbelastungen bzw. geringerer Entlastungen von Unternehmen und Haushalten sowie zu Ausgabenkürzungen des Staates mit konjunkturellen Auswirkungen. 74 In der Tendenz sollte sich die Lage jedoch durch steigende Löhne, sinkende Energiepreise, ein niedrigeres Zinsniveau, eine rückläufige Inflationsrate und schließlich durch die Rückkehr der Kaufkraft, erholen. 75

66 IMF, 2024
67 IMF, 2024
68 IMF, 2024
69 IMF, 2024
70 Ifo Institut, 2023b
71 Ifo Institut, 2023a
72 lfo Institut, 2023a
73 Ifo Institut, 2024b
74 Ifo Institut, 2024b
75 Ifo Institut, 2023a

Prognosen zur Folge werde die Inflationsrate in der zweiten Jahreshälfte auf 2 Prozent zurückgehen, bei dienstleistungsnahen Konsumgütern aber deutlich über 3 Prozent bleiben. 76 Eine weitere Verbesserung ist beim Leistungsbilanzsaldo zu verzeichnen, das von 285 Mrd. Euro im Jahr 2023 auf 316 Mrd. Euro im Jahr 2024 ansteigen soll und damit 7,5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung ausmachen würde. 77

Die gesamtwirtschaftliche Prognose wird sich voraussichtlich auch im Jahr 2024 auf dem deutschen Arbeitsmarkt niederschlagen, die Zahl der Arbeitslosen wird voraussichtlich um 82.000 Personen steigen, was einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent entspricht. 78 Gleichzeitig wird eine Zunahme der Erwerbstätigen um 83.000 Personen erwartet. 79

Im Jahr 2024 stagniert das Produktionsvolumen der deutschen Automobilindustrie bei 4,11 Mio. Fahrzeugen und liegt damit noch 28 Prozent unter dem Rekordwert von 2016. 80 Die Produktion von Pkw mit Verbrennungsmotor (inkl. Plug-in-Hybride, PHEV) sinkt um 7 Prozent auf 2,92 Mio. Fahrzeuge. 81 Die Produktion von Elektrofahrzeugen (BEV) steigt dagegen um 25 Prozent auf 1,2 Millionen Fahrzeuge. 82

Pkw-Produktion in DE (grau) und Auslandsproduktion dt. OEMs (grün)

76 Ifo Institut, 2023a
77 Ifo Institut, 2023a
78 Ifo Institut, 2023a
79 Ifo Institut, 2023a
80 VDA, 2024b
81 VDA, 2024b
82 VDA, 2024b

Der Automobilsektor spielt in der deutschen Wirtschaft eine wichtige Rolle und hat in den letzten Jahren einen wachsenden Anteil an der Industrie. Trotzdem wird für Deutschland ein Rückgang der Pkw-Produktion um ein Prozent auf 2,82 Millionen Einheiten erwartet. 83 Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat prognostiziert, dass der weltweite Automobilmarkt von 75,6 Mio. Einheiten im Jahr 2023 auf 77,4 Mio. Einheiten im darauffolgenden Jahr ansteigen wird. 84 Dennoch bleiben diese Zahlen unter den historischen Höchstständen, was die anhaltenden Herausforderungen für die Branche unterstreicht. 85

Es wird für Deutschland eine Seitwärtsbewegung und für den Weltmarkt eine Steigerung von 2 bis 4 Prozent erwartet. Der konservativen Prognose des VDA schließt sich auch die VIA Consult an. Materialeffekte sind in dieser Prognose nicht berücksichtigt.

Auch die VIA Oberflächentechnik schließt sich den Prognosen an und plant das Geschäftsjahr 2024 entsprechend den oben gezeigten Ausführungen.

V. Chancen- und Risikobericht

Zukunftsfähigkeit der Geschäftsfelder

Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) sind entscheidend für die Innovationskraft, die sich maßgeblich auf die Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und den damit verbundenen zukünftigen Wohlstand auswirkt. 86 Im Rahmen der Bestrebung einer klimaneutralen Wirtschaft und angesichts einer Vielzahl an Herausforderungen ist technischer Fortschritt grundlegend für die Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit. 87 Im Jahr 2023 machten vorläufigen Berechnungen zufolge die privaten und öffentlichen Ausgaben für F&E 3,13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus, mit dem Ziel der Bundesregierung, diesen Anteil bis 2025 auf 3,5 Prozent zu erhöhen. 88 Langfristig weisen die F&E-Ausgaben bereits einen positiven Trend auf, mit einem Anstieg von 2,73 Prozent des BIP im Jahr 2010 auf 3,13 Prozent im Jahr 2022 jedoch einer relativ konstanten Quote seit 2019. 89

83 VDA, 2024b
84 VDA, 2024b
85 VDA, 2024b
86 BMWK, 2024
87 BMWK, 2024
88 BMWK, 2024
89 BMWK, 2024

Abbildung 6: Private und öffentliche Ausgaben für Forschung und Entwicklung, BMWK (2024)

Für Unternehmen ist es demnach entscheidend, nicht nur ihre Innovationskraft zu fördern, sondern sich auch frühzeitig auf neue Technologien einzustellen und diese zu etablieren. Nur so können sie zukünftig wettbewerbsfähig bleiben.

Neben dem Streben nach Innovation und dem damit verbundenen Wachstum stehen die Herausforderungen der Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft. An dieser Stelle entsteht häufig ein Konflikt, wie das Ziel von Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätzen mit der Reduzierung von Emissionen und der Verhinderung der globalen Erwärmung in Einklang gebracht werden kann. 90

An der Spitze der Investitionen steht die Automobilindustrie, deren Ausgaben für Forschung und Entwicklung von entscheidender Bedeutung für den Wandel der deutschen Automobilindustrie sind. 91 Ein Wandel hin zur Elektromobilität inklusive Batterietechnologie, zum autonomen Fahren und zur Digitalisierung. 92 Um dies zu erreichen, haben die Automobilunternehmen mit Sitz in Deutschland derzeit einen weltweiten Anteil von 30 Prozent an den F&E-Investitionen der Branche. Zukünftig werden die Hersteller und Zulieferer der deutschen Automobilindustrie von 2024 bis 2028 weltweit rund 280 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren. 93

90 The Economist, 2023
91 VDA, 2024c
92 VDA, 2024c
93 VDA, 2024c

Die Investitionstätigkeit der Unternehmen wird laut VDA-Umfrage jedoch von verschiedenen Faktoren beeinträchtigt. Eine Vielzahl der Unternehmen geben an, dass die Absatzlage bzw. Absatzerwartung den größten Einfluss auf ihre Investitionsbereitschaft hat. 94

Standortbedingungen Deutschland

Der Wirtschaftsstandort Deutschland wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Auf der einen Seite stehen positive Aspekte wie ein starkes Bildungssystem und damit eine gut ausgebildete Bevölkerung sowie ein innovations- und forschungsfreundliches Umfeld. 95 Auf der anderen Seite stehen negative Faktoren wie Fachkräftemangel, hohe Lohnkosten, hohe Energiekosten und eine komplexe Bürokratie. 96 Um positive Faktoren beizubehalten und negative Faktoren zu verbessern, veröffentlichte die Bundesregierung im Jahr 2023 den sogenannten 10-Punkte-Plan für den Wirtschaftsstandort Deutschland. 97 Dazu gehört unter anderem das Bürokratieentlastungsgesetz, welches die Verwaltung vereinfachen und die Verfahren beschleunigen soll, um den Bürokratieaufwand zu verringern. 98 Ein weiterer Punkt ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, dass die Einwanderung von Fachkräften erleichtern und den Zugang zu Aus- und Weiterbildung verbessern soll. 99

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist je nach Bundesland und Branche unterschiedlich stark ausgeprägt. 100 Aktuell sehen mehr als 50 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel als größtes Entwicklungshemmnis. 101 Ein wesentlicher Faktor ist dabei der demografische Wandel, der die Zahl der Fachkräfte im erwerbsfähigen Alter aller Voraussicht nach deutlich sinken lassen wird. 102 Die Bundesregierung möchte mit der Fachkräftestrategie dem Mangel entgegenwirken und sieht vor allem Potenziale durch die Erwerbsbeteiligung und Einbindung von Frauen sowie ältere Personen. 103 Dies soll durch Unterstützungsangeboten, Erleichterungen und verbesserten Anreize erzielt werden. 104 Parallel zum inländischen Potential möchte die Bundesregierung auch Einwanderung von Fachkräften aus dem Ausland stärken. 105

94 VDA, 2023b
95 KPMG, 2022
96 Bundesregierung, 2023a
97 Bundesregierung, 2023a
98 Bundesregierung, 2023a
99 Bundesregierung, 2023a
100 BMWK, n.d.
101 BMWK, n.d.
102 BMWK, n.d.
103 BMWK, n.d.
104 BMWK, n.d.
105 BMWK, n.d.

An dieser Stelle werden zugewanderte Arbeitskräfte häufig durch die deutsche Bürokratie ausgebremst und unter ihrer eigentlichen Qualifikation und Ausbildung eingesetzt. 106 Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) befürwortet die Prüfung von Qualifikationen anstelle von Abschlüssen. 107 Die zunehmende Bürokratie verschärfe somit den bereits bestehenden Fachkräftemangel. 108

Allgemein schneidet Deutschland als Wirtschaftsstandort im internationalen Vergleich in den letzten Jahren immer schlechter ab. 109 Die Wettbewerbsfähigkeit wird in Frage gestellt, vor allem aufgrund der aktuell hohen Energiepreise und der Schwäche in der Globalisierung. 110

Für die VIA Oberflächentechnik GmbH werden die beschriebenen Faktoren ebenso zunehmend bedeutsam. Es gilt die Organisationsstrukturen zukunftsfähig zu gestalten und sich auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten.

Die VIA Oberflächentechnik steht in Zukunft vor zahlreichen regulatorischen Herausforderungen in verschiedenen Feldern. Es werden Kapazitäten, Know-how, Kosten und Zeit benötigt, um insbesondere die neuen Anforderungen und Gesetze erfüllen zu können. Einige dieser aktuellen und für die VIA Oberflächentechnik relevanten Auflagen werden im Folgenden kurz dargestellt.

Energieeffizienzgesetz

Im September 2023 wurde vom Bundestag das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) verabschiedet, das klare Ziele, Maßnahmen und Standards für Energieeffizienz definiert. 111 Mit dem Gesetz wird ein klarer gesetzlicher und sektorübergreifender Rahmen geschaffen, um die Energieeffizienz in Deutschland erheblich zu verbessern. 112 Das Gesetz ist am 18. November 2023 in Kraft getreten und markiert damit einen wichtigen Schritt in der nationalen Energiepolitik. 113 Mit dem Energieeffizienzgesetz werden wesentliche Anforderungen der neu gefassten EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) umgesetzt und ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der deutschen Klimaziele geleistet. 114

106 Tagesschau, 2023
107 Tagesschau, 2023
108 Tagesschau, 2023
109 Zdf, 2023
110 Zdf, 2023
111 BMWK, 2023
112 BMWK, 2023
113 Bundesregierung, 2023b
114 BMWK, 2023

Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) setzt wichtige Regelungen zur Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland. Beginnend mit konkreten Zielen für die Reduzierung des Primär- und Endenergieverbrauchs bis 2030. 115 Zudem sind Bund und Länder ab 2024 verpflichtet, jährlich Energieeinsparmaßnahmen umzusetzen, um bis 2030 jeweils 45 TWh (Bund) und 3 TWh (Länder) einzusparen. 116 Drittens sollten Bund, Länder und Kommunen eine Vorbildfunktion einnehmen, indem sie Energie- und Umweltmanagementsysteme einführen und jährlich zwei Prozent Endenergie einsparen. 117 Unternehmen mit einem Jahresenergieverbrauch von über 7,5 Gigawattstunden sind ebenfalls verpflichtet, Energie- oder Umweltmanagementsysteme zu implementieren. 118 Unternehmen mit einem Verbrauch von über 2,5 Gigawattstunden müssen konkrete Pläne für wirtschaftliche Energieeffizienzmaßnahmen entwickeln und veröffentlichen. 119 Fünftens müssen Rechenzentren Standards zur Energieeffizienz, zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Transparenz des Energieverbrauchs erfüllen. Schließlich sollte Abwärme vorrangig vermieden und, falls dies nicht möglich ist, anderweitig genutzt werden. 120

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle überprüft stichprobenartig, ob die Vorgaben eingehalten werden und ob Energie- oder Umweltmanagementsysteme eingerichtet sowie Umsetzungspläne für Energieeinsparmaßnahmen umgesetzt wurden. 121 Gleichzeitig überwacht die Bundesstelle für Energieeffizienz die Einhaltung der Vorschriften und deren Umsetzung. 122 Die Bundesregierung überprüft insgesamt die Wirksamkeit des Gesetzes und die Fortschritte Deutschlands bei der Erreichung der Energieziele, die erstmals im Jahr 2027 evaluiert werden. 123 Auf dieser Grundlage können Entscheidungen bezüglich Anpassungen an gesetzliche Regelungen oder Maßnahmen zur weiteren Förderung der Energieeffizienzziele getroffen werden. 124

115 BMWK, 2023
116 BMWK, 2023
117 BMWK, 2023
118 BMWK, 2023
119 BMWK, 2023
120 BMWK, 2023
121 EnEfG, 2023
122 EnEfG, 2023
123 Bundesregierung, 2023b
124 Bundesregierung, 2023b

Die VIA Oberflächentechnik unterhält bereits seit vielen Jahren wirksam eingeführte Umwelt- und Energiemanagementsysteme. Das die Anforderungen zu erfüllen. Dennoch muss noch einiges in diesem Bereich getan werden, was zusätzlichen Aufwand bedeutet. Die VIA Oberflächentechnik verpflichtet sich, künftig gemäß den Bestimmungen des Energieeffizienzgesetzes zu agieren, um eine Steigerung der Energieeffizienz zu gewährleisten.

NIS 2-Richtlinie

Mit der Einführung der NIS-2-Richtlinie möchte die Europäische Union (EU) ein gemeinsames Cybersicherheitsniveau innerhalb ihrer Mitgliedsstaaten schaffen und damit die Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberbedrohungen stärken. 125 Die Richtlinie umfasst Cybersicherheitsmaßnahmen für Unternehmen, indem sie umfassende Anforderungen in den Bereichen Risikomanagement, Meldung von Vorfällen, technische Sicherheitsmaßnahmen und Governance festlegt. 126 Bis zum 17. Oktober 2024 müssen die EU-Mitgliedstaaten den derzeitigen Referentenentwurf in nationales Recht umsetzen. 127 Deutschland beabsichtigt, die Umsetzung mit dem Erlass des deutschen NIS2-Umsetzungsgesetzes (NIS2UmsuCG) im März 2024 zu beginnen, so dass den betroffenen Einrichtungen und Unternehmen ein Zeitraum von sechs Monaten zur Umsetzung der neuen Verpflichtungen zur Verfügung steht. 128

Die NIS 2-Richtlinie erweitert die bisherige Regelung für Kritische Infrastrukturen (KRITIS) und führt ein Mehrklassensystem für Betreiber ein, das zwischen besonders wichtigen und wichtigen Einrichtungen unterscheidet. 129 Betroffen sind nicht nur Betreiber kritischer Anlagen im klassischen Sinne, sondern auch neue Anlagen in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße sowie Bundeseinrichtungen und einige Sonderfälle. 130

Die Aufsichtsbehörden erhalten durch die Umsetzung von NIS 2 erweiterte Befugnisse, die eine Registrierungspflicht, Nachweispflichten, Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen und einen verpflichtenden Informationsaustausch umfassen. 131 Die bisher auf verschiedene Behörden wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Bundesnetzagentur (BNetzA) verteilte Regulierung soll durch diese Änderung trotz Aufgabenzuwachs vereinfacht werden. 132

Um die neuen Regelungen durchzusetzen, werden erweiterte Sanktionsvorschriften eingeführt, die neue Bußgeldtatbestände umfassen und Bußgelder zwischen 100.000 und 20 Millionen Euro vorsehen, teilweise abhängig vom weltweiten Umsatz des Unternehmens. 133

125 OpenKRITIS, n.d.
126 OpenKRITIS, n.d.
127 OpenKRITIS, n.d.
128 OpenKRITIS, n.d.
129 OpenKRITIS, n.d.
130 OpenKRITIS, n.d.
131 OpenKRITIS, n.d.
132 OpenKRITIS, n.d.
133 OpenKRITIS, n.d.

Diese Maßnahmen unterstreichen die Ernsthaftigkeit der EU und der deutschen Regierung, die Cybersicherheit zu stärken und die Widerstandsfähigkeit gegen Cyberbedrohungen zu erhöhen. 134

Kl-Verordnung (EU AI Act)

EU-Mitgliedsstaaten haben nach langer Verhandlung die KI-Verordnung, auch EU Al Act genannt, einstimmig gebilligt, welche die Möglichkeiten zur Innovation durch KI fördern und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken angemessen berücksichtigen soll, um eine Balance zwischen Innovation und Risiken herzustellen. 135 Ziel ist es bei der nun folgenden Umsetzung die KI-Verordnung innovationsfreundlich, rechtsklar und mit einer bürokratiearmen Struktur zu entwerfen, um Europa zu einem starken KI-Standort zu transformieren. 136 Europa positioniert sich mit dieser neuesten Initiative als Vorreiter in Bezug auf Gesetzgebung, Vorschriften und Richtlinien im internationalen Vergleich. 137

Abbildung 7: Ansätze für die Erstellung von Al-Regeln (Quelle: EY 2024, Darstellung: VIA Consult)

Die deutsche Position wird in den Verhandlungen zur KI-Verordnung vom Bundesministerium der Justiz und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vertreten. 138 In den Sitzungen wurde bereits festgehalten, dass die KI-Verordnung einen risikobasierten Ansatz verfolgt, bei dem ein höheres Risiko zu einer strengeren Regulierung führt. 139

134 OpenKRITIS, n.d.
135 BMJ, 2024
136 BMJ, 2024
137 EY, 2024
138 BMJ, 2024
139 BMJ, 2024

So sind KI-Anwendungen mit inakzeptablem Risiko, wie etwa Social Scoring, vollständig verboten, während solche mit hohem Risiko strengen Anforderungen unterliegen. Anwendungen mit geringem Risiko müssen hingegen nur bestimmte Transparenzpflichten erfüllen. 140 Darüber hinaus werden Verhaltenskodizes (Codes of Practice) in der Praxis unerlässlich sein, um der hochdynamischen Entwicklung der KI Rechnung zu tragen und unter anderem sicherzustellen, dass die Nutzerinnen und Nutzer die für sie notwendigen Informationen zur Verfügung haben. Ziel ist die Entwicklung eines Standards, damit Unternehmen auf eine harmonisierte europäische Norm zurückgreifen können. 141

Besonderes Augenmerk soll bei der weiteren Entwicklung auf das Thema generative Kl gelegt werden. Diese Form der KI kann auf Basis von Trainingsdaten Bilder und Texte generieren. 142 Dabei handelt es sich unter anderem um leistungsfähige KI-Modelle mit hohem Risiko und daher strengen Auflagen. 143

Auch für die VIA Oberflächentechnik nimmt die Bedeutung von Kl in den kommenden Jahren zu. Die aktuellen Entwicklungen werden daher konsequent beobachtet.

Hinweisgeberschutzgesetz

Das am 2. Juli 2023 in Kraft getretene Hinweisgeberschutzgesetz verpflichtet Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden zur Einrichtung sicherer interner Hinweisgebersysteme. 144 Whistleblower, die Missstände in Unternehmen aufdecken, sollen die Möglichkeit haben, Hinweise mündlich, schriftlich oder persönlich abgeben zu können und die Meldestellen sind verpflichtet, innerhalb von sieben Tagen eine Eingangsbestätigung und innerhalb von drei Monaten eine Rückmeldung über die getroffenen Maßnahmen zu geben. 145 Neben internen Meldestellen gibt es auch externe Meldestellen, an die sich Whistleblower wenden können. 146 Das Gesetz schützt Whistleblower mit einer weitgehenden Beweislastumkehr vor Repressalien. 147 Nach Verhandlungen zwischen Bund und Ländern wurde beschlossen, auf eine Pflicht zur anonymen Meldung zu verzichten und stattdessen auch anonymen Hinweisen nachzugehen. 148 Die Bußgelder für Verstöße gegen das Gesetz wurden auf maximal 50.000 Euro festgelegt. 149

140 BMJ, 2024
141 BMJ, 2024
142 BMJ, 2024
143 BMJ, 2024
144 Haufe, 2023
145 Haufe, 2023
146 Haufe, 2023
147 Haufe, 2023
148 Haufe, 2023
149 Haufe, 2023

Die VIA Oberflächentechnik unterhält bereits seit Anfang des Jahres 2023 ein entsprechendes Hinweisgebersystem mit mehreren Meldekanälen.

Nachhaltigkeitsanforderungen

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt für Unternehmen aufgrund steigender Anforderungen von Kunden und Politik zunehmend an Bedeutung. 150 Diese externen Einflüsse haben in vielen Fällen dazu geführt, dass das Thema in allen Bereichen der Unternehmen angekommen ist und von Vorstands- oder Geschäftsführungsebene forciert wird. 151

Die VIA Oberflächentechnik hat für das Geschäftsjahr 2022 erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht beim DNK eingereicht und veröffentlicht. Für das Geschäftsjahr 2023 befindet sich der Bericht aktuell in der Erstellung.

Im Folgenden ein ausgewählter Auszug bereits eingeleiteter und zukünftig geforderter Nachhaltigkeitsaktivitäten.

EU-Taxonomie in Zusammenhang mit CSRD

Im Dezember 2022 hat die EU im Rahmen ihres Europäischen Grünen Deals die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erlassen. 152 Diese Richtlinie verpflichtet große sowie börsennotierte Unternehmen, über ihre nachhaltigkeitsbezogenen Maßnahmen zu berichten. 153 Unternehmen, die von der CSRD betroffen sind, sollten ihre Berichterstattung an den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) ausrichten. Diese Standards werden von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) erarbeitet. 154

Zusätzlich zur CSRD-Richtlinie hat die EU auch die sogenannte EU-Taxonomie veröffentlicht, die einen Teil der CSRD darstellt. 155

Die EU-Taxonomie ist ein Klassifikationssystem, das festlegt, welche Investitionen als ökologisch nachhaltig gelten, um zukünftige Finanzierungen in umweltfreundliche Wirtschaftsaktivitäten zu lenken. 156 Die Bedeutung der EU-Taxonomie nimmt für zahlreiche Unternehmen zu. Dies wird durch regulatorische Initiativen der Regierung vorangetrieben und führt zu einer höheren Attraktivität, insbesondere bei Investoren und Banken. 157

150 Bertelsmann Stiftung, n.d.
151 Bertelsmann Stiftung, n.d.
152 Europäische Kommission, n.d. 1
153 Europäische Kommission, n.d. 1
154 Europäische Kommission, n.d. 1
155 Envoria, 2023
156 Europäische Kommission, n.d. 2
157 Europäische Kommission, n.d. 2

Die Richtlinie erfordert zunächst eine Überprüfung der Geschäftsaktivitäten auf ihre Taxonomie-Fähigkeit, gefolgt von einer Bewertung ihrer Konformität mit der Taxonomie. 158 Für die Konformitätsprüfung muss die Geschäftstätigkeit einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem der Umweltziele 1 oder 2 leisten, ohne eins der anderen Ziele wesentlich zu beeinträchtigen, und die Mindestschutzstandards einhalten. 159 Das Ergebnis zeigt, welcher Prozentsatz des gesamten Umsatzes, der Investitions- und Betriebskosten Taxonomie-Fähig bzw. Taxonomie-Konform sind. 160

Die Kennzahlen der EU-Taxonomie sind wesentlicher Bestandteil der Berichtsanforderungen aus der CSRD-Richtlinie. 161 Im Rahmen ihrer CSRD-Berichterstattung müssen Unternehmen den Anteil ihrer Erträge, Investitionen (CapEx) und Betriebskosten (OpEx) aus EU-Taxonomie-konformen Aktivitäten offenlegen. 162 Unternehmen, die bereits nach der Non-Financial Reporting Directive (NFRD) oder CSRD berichtspflichtig sind, müssen automatisch auch den Anforderungen der EU-Taxonomie entsprechen. 163

Wenngleich die VIA Oberflächentechnik zunächst nicht direkt von den Berichtspflichten der CSRD und dementsprechend der EU-Taxonomie betroffen sein wird, werden zunehmend Anforderungen durch die Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette an das Unternehmen weitergegeben werden. Eine gezielte Vorbereitung auf eine prüfbare Nachhaltigkeitsberichterstattung wird daher erforderlich werden.

Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDD) und Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)

Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) zielt darauf ab, nachhaltiges und verantwortliches Wirtschaften zu fördern, indem Unternehmen verpflichtet werden, negative Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf Menschenrechte und Umwelt zu identifizieren und zu vermeiden. 164 Diese Verpflichtungen erstrecken sich auf die gesamte Wertschöpfungskette innerhalb und außerhalb Europas. 165

158 Europäische Kommission, n.d. 2
159 Europäische Kommission, n.d. 2
160 Europäische Kommission, n.d. 2
161 Envoria, 2023
162 Envoria, 2023
163 Envoria, 2023
164 Europäische Kommission, 2022
165 Europäische Kommission, 2022

Mit der Richtlinie wird ein harmonisierter Rechtsrahmen in der EU geschaffen, der Rechtssicherheit bietet und für gleiche Wettbewerbsbedingungen sorgt. 166

Der Ausschuss der Ständigen Vertreter (COREPER) hat am 15. März 2024 gegen den anfänglichen Widerstand einiger Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, einen geänderten Vorschlag zur Richtlinie über die Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit (CSDDD) verabschiedet. 167 Die Änderungen beziehen sich insbesondere auf den Geltungsbereich: Unternehmen aus der EU müssen nun mehr als 1.000 Mitarbeiter (statt bisher 500) und einen jährlichen weltweiten Nettoumsatz von mehr als 450 Mio. EUR (bisher 150 Mio. EUR) aufweisen. 168 Für Unternehmen aus Nicht-EU-Staaten gilt die Richtlinie ab einem jährlichen Nettoumsatz in der EU von mindestens 450 Mio. EUR (bisher 300 Mio. EUR). 169 Für die erstmalige Anwendung der Richtlinie sind zudem längere Übergangsfristen vorgesehen. 170

Dementsprechend werden nun Erweiterungen der CSDDD in das deutsche Lieferkettengesetz überführt und das nationale Gesetz dahingehend angepasst. 171

Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet Unternehmen zur Übernahme von Verantwortung für ihre gesamte Lieferkette, insbesondere in Bezug auf Menschenrechte und Umweltschutz. 172 Zu den wichtigsten Anforderungen gehören die Durchführung von Risikoanalysen, die Umsetzung präventiver Maßnahmen, um Verstöße zu verhindern, Abhilfemaßnahmen bei festgestellten Verstößen zu ergreifen und die Einrichtung eines Beschwerdemechanismus. 173 Zudem müssen Unternehmen über ihre Maßnahmen und deren Wirksamkeit Bericht erstatten. 174 Bei Verstößen können erhebliche Bußgelder verhängt werden. Grundlage des Gesetzes ist eine Reihe international anerkannter Abkommen im Bereich der Menschenrechte und des Umweltschutzes. 175

Die CSDDD und das LkSG setzten sich beide für verantwortungsvolle Unternehmenspraktiken ein und sind dadurch thematisch miteinander verbunden, wobei die CSDDD einen breiteren, EU-weiten Ansatz verfolgt und das LkSG spezifische Anforderungen auf nationaler Ebene in Deutschland definiert.

166 Europäische Kommission, 2022
167 DATEV, 2024
168 DATEV, 2024
169 DATEV, 2024
170 DATEV, 2024
171 BMUV, 2023
172 Bundesamt für Justiz, n.d.
173 Bundesamt für Justiz, n.d.
174 Bundesamt für Justiz, n.d.
175 Bundesamt für Justiz, n.d.

Die Erfüllung der Sorgfaltspflichten entlang der Wertschöpfungskette nach LkSG und zukünftig nach CSDDD sind auch für die VIA Oberflächentechnik relevant. Zwar fällt die VIA Oberflächentechnik wegen Ihrer Größe nicht in den Geltungsraum der Gesetze, aber viele Kunden der VIA Oberflächentechnik, die das Gesetz erfüllen müssen, geben die Forderungen über Ihre Einkaufsbedingungen an die Lieferanten weiter, so auch an die VIA Oberflächentechnik.

Zertifizierungen im Bereich Nachhaltigkeit

Die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Wirtschaft hat dazu geführt, dass es mittlerweile verschiedene Managementsysteme gibt, nach denen sich Unternehmen zertifizieren lassen können. Bereits etabliert sind die Normen ISO 14064, die einen Standard für die Bilanzierung von Treibhausgasemissionen einer Organisation darstellt, und ISO 14067, die die Bilanzierung von Treibhausgasemissionen eines Produkts beschreibt. 176 Für die Zukunft ist die Einführung einer weiteren Norm - die ISO 53001 - in Vorbereitung, die auf eine nachhaltige Entwicklung auf der Grundlage der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) abzielt. 177

Die Normenreihe ISO 14064 umfasst drei Normen, von denen sich ISO 14064-1 auf die Bilanzierung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen von Unternehmen, den sogenannten Corporate Carbon Footprint (CCF), konzentriert. 178 Diese Norm legt die Grundsätze und Anforderungen fest, um Treibhausgasemissionen methodisch zu erfassen und die Ergebnisse überprüfbar zu berichten. 179 Ziel ist es, den CO 2 -Fußabdruck zu reduzieren und Transparenz über die Klimaschutzaktivitäten eines Unternehmens zu schaffen. 180 ISO 14064-1 orientiert sich inhaltlich am Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol), einem seit 1998 existierenden Carbon Accounting Standard. 181

176 DQS, 2024a
177 DGQ, 2024
178 DQS, 2024b
179 DQS, 2024b
180 DQS, 2024b
181 DQS, 2024b

Die zwei weiteren Teile der Normenreihe, DIN EN ISO 14064-2 und DIN EN ISO 14064-3, geben Richtlinien für die Erfassung von Treibhausgasminderungen bzw. - entnahmen auf Projektebene und definieren die Grundlagen für die Verifizierung von Treibhausgasbilanzen. 182

Die ISO 14067 definiert ebenfalls eine Richtlinie für die Bestimmung von Treibhausgasemissionen jedoch auf Produktebene und bietet damit eine standardisierte Methode für die Erfassung, Berichterstattung und Verifizierung des Product Carbon Footprints. 183 Die Norm eignet sich für eine Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen und soll Unternehmen in die Lage versetzen, die Umweltauswirkungen ihrer Produkte zu analysieren und Strategien zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu entwickeln. 184

Durch die Anwendung der ISO 14064 und 14067 verdeutlichen Unternehmen ihr Engagement für den Klimaschutz und unterstreichen ihre Bemühungen, organisations- und produktbezogene Emissionen zu reduzieren. 185 Beide Normen sind im Bereich des Umweltmanagements und der Messung von Treibhausgasemissionen einzuordnen und unterschieden sich hauptsächlich in ihrem Anwendungsbereich. 186

Bis Herbst 2025 soll zudem die ISO 53001 - "Management Systems for UN Sustainable Development Goals - Requirements" veröffentlicht werden und die bestehenden Managementsysteme im Bereich der Nachhaltigkeit ergänzen. 187 Diese Norm soll Organisationen einen Rahmen bieten, um ausgewählte UN-Nachhaltigkeitsziele zielgerichtet und im Kontext ihrer spezifischen Situation umzusetzen. 188 Sie ergänzt die bestehenden ISO-ßManagementsystemnormen durch einen umfassenden Standard, der alle Nachhaltigkeitsfaktoren abdeckt und darauf abzielt, die Nachhaltigkeitsperformance zu verbessern, Compliance sicherzustellen und das Vertrauen der Stakeholder zu stärken. 189 Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) begleitet die Entwicklung dieses Standards aktiv und betont die Notwendigkeit eines integrativen Ansatzes zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele in Organisationen. 190

Auch die VIA Oberflächentechnik hat bereits eine Zertifizierung nach ISO 14064 oder ISO 14067 durchgeführt.

Gesamtrisikoposition

Die VIA Oberflächentechnik hat sich vielen der oben beschriebenen Anforderungen bereits frühzeitig gestellt. Die Kunden sehen das mit Interesse. Daher erachtet die VIA Oberflächentechnik die oben genannten Entwicklungen und regulatorischen Anforderungen als wesentliche Chance, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

182 DQS, 2024b
183 DQS, 2024a
184 DQS, 2024a
185 DQS, 2024a
186 DQS, 2024a
187 DGQ, 2024
188 DGQ, 2024
189 DGQ, 2024
190 DGQ, 2024

IV. Zweigniederlassungsbericht

Zweigniederlassungen werden von der Gesellschaft nicht unterhalten.

V. Forschungs- und Entwicklungsbericht

Die Gesellschaft unterhält keine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung.

VII. Schlussbemerkung

Fazit für die VIA Oberflächentechnik ist somit, weiter den eingeschlagenen Weg hochwertiger, innovativer Oberflächenbehandlungsdienstleistungen zu verfolgen und den Kunden maximalen Service im Zusammenhang mit den angebotenen Dienstleistungen zu bieten.

Im Geschäftsjahr 2024 erwartet die VIA Oberflächentechnik einen gleichbleibenden Geschäftsverlauf mit vielen Herausforderungen aufgrund der überbordenden Bürokratie und den schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Standort Deutschland.

Die VIA Oberflächentechnik ist aber optimistisch gestimmt und blick zuversichtlich in die Zukunft.

 

Lennestadt, den 02.04.2024

VIA Oberflächentechnik GmbH

Geschäftsführung

gez. Werner Schmidt

gez. Kai Lechner

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.598,00 3.012,50
7.598,00 3.012,50
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.288.390,50 6.585.022,00
2. technische Anlagen und Maschinen 1.402.884,29 1.618.556,36
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 576.612,50 590.182,50
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 438.120,00 114.400,00
8.706.007,29 8.908.160,86
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.427.313,50 1.427.313,50
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 232.699,74 225.940,11
3. Beteiligungen 125.816,26 125.816,26
3. Genossenschaftsanteile 450,00 450,00
1.786.279,50 1.779.519,87
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 757.899,34 818.976,49
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.391.247,56 2.067.677,71
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.092.747,68 2.318.748,13
C. Rechnungsabgrenzungsposten 61.913,61 62.500,00
SUMME AKTIVA 15.803.692,98 15.958.595,56

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 108.649,52 108.649,52
-6.391,15 0,00
102.258,37 108.649,52
II. Gewinnrücklagen 3.201.708,27 3.201.708,27
III. Gewinnvortrag 5.560.461,14 6.269.184,07
IV. Jahresüberschuss 906.333,28 201.372,44
9.770.761,06 9.780.914,30
B. Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen 58.865,00 79.077,00
C. Rückstellungen 914.107,80 567.156,95
D. Verbindlichkeiten 5.059.959,12 5.531.447,31
SUMME PASSIVA 15.803.692,98 15.958.595,56 10.909.271,71

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR
1. Rohergebnis 14.359.813,18 11.695.408,99
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -6.221.493,05 -5.323.728,99
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.212.208,48 -1.160.205,11
- davon für Altersversorgung in EUR : -22.522,53 (-23.287,84)
-7.433.701,53 -6.483.934,10
3. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -824.367,18 -863.301,09
4. sonstige betriebliche Aufwendungen -4.867.664,21 -4.029.746,48
5. Erträge aus Beteiligungen 216.170,73 137.938,40
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 28.602,77 17.882,79
- davon aus verbundenen Unternehmen in EUR : 16.636,29 (15.827,18)
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -117.045,90 -100.343,73
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -426.621,70 -142.945,25
9. Ergebnis nach Steuern 935.186,16 230.959,53
10. sonstige Steuern -28.852,88 -29.587,09
11. Jahresüberschuss 906.333,28 201.372,44

Anlagenspiegel vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

Anschaffungskosten/ Herstellungskosten
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand 31.12.2023
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 264.165,87 8.860,00 8.172,08 264.853,79
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 264.165,87 8.860,00 8.172,08 264.853,79
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.964.806,34 9.964.806,34
2. technische Anlagen und Maschinen 7.201.417,61 28.677,09 114.400,00 7.344.494,70
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.141.872,68 171.356,02 132.058,05 3.181.170,65
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 114.400,00 438.120,00 -114.400,00 438.120,00
Summe Sachanlagen 20.422.496,63 638.153,11 132.058,05 20.928.591,69
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.427.313,50 1.427.313,50
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 225.940,11 6.759,63 232.699,74
3. Beteiligungen 143.697,54 143.697,54
4. Genossenschaftsanteile 450,00 450,00
Summe Finanzanlagen 1.797.401,15 6.759,63 1.804.160,78
Gesamtsumme Anlagevermögen 22.484.063,65 653.772,74 140.230,13 22.997.606,26
Abschreibungen
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand 31.12.2023
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 261.153,37 4.274,00 8.171,58 257.255,79
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 261.153,37 4.274,00 8.171,58 257.255,79
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.379.784,34 296.631,50 3.676.415,84
2. technische Anlagen und Maschinen 5.582.861,25 358.749,16 5.941.610,41
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.551.690,18 184.924,52 132.056,55 2.604.558,15
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 11.514.335,77 840.305,18 132.056,55 12.222.584,40
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00
3. Beteiligungen 17.881,28 17.881,28
4. Genossenschaftsanteile 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 17.881,28 17.881,28
Gesamtsumme Anlagevermögen 11.793.370,42 844.579,18 140.228,13 12.497.721,47
Buchwerte
Zuschreibung Wirtschaftsjahr Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.598,00 3.012,50
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 7.598,00 3.012,50
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.288.390,50 6.585.022,00
2. technische Anlagen und Maschinen 1.402.884,29 1.618.556,36
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 576.612,50 590.182,50
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 438.120,00 114.400,00
Summe Sachanlagen 8.706.007,29 8.908.160,86
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.427.313,50 1.427.313,50
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 232.699,74 225.940,11
3. Beteiligungen 125.816,26 125.816,26
4. Genossenschaftsanteile 450,00 450,00
Summe Finanzanlagen 1.786.279,50 1.779.519,87
Gesamtsumme Anlagevermögen 10.499.884,79 10.690.693,23

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Grundlagen der Rechnungslegung

Die VIA Oberflächentechnik GmbH hat ihren Sitz in Lennestadt und wird beim Amtsgericht Siegen unter HRB 6130 geführt.

Der Jahresabschluss der VIA Oberflächentechnik GmbH wurde nach den maßgeblichen Vorschriften des Handelsgesetzbuches und ergänzenden Vorschriften aufgestellt.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 II HGB auf.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren in der Gliederung gemäß § 275 II HGB aufgestellt.

Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit des Jahresabschlusses wurde die Bilanz gem. § 265 V HGB um den Posten "Genossenschaftsanteile" ergänzt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde um die Position ,,Erträge aus Genossenschaftsanteilen" ergänzt.

Grundsätze zur Bilanzierung und Bewertung

Bilanzierung und Bewertung

Wesentliche Änderungen zum Vorjahr haben sich nicht ergeben.

Anlagevermögen

Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, werden sie vermindert um die planmäßige Abschreibung bewertet.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten bewertet und, soweit abnutzbar, um die planmäßigen Abschreibungen vermindert.

Das erworbene Finanzanlagevermögen wurde mit den Anschaffungskosten angesetzt und bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung um außerplanmäßige Abschreibungen vermindert.

Zinsen für Fremdkapital wurden nicht aktiviert.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen entsprechend der voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände. Die Zugänge des Geschäftsjahres wurden linear abgeschrieben.

Soweit in der Vergangenheit angeschaffte Vermögensgegenstände degressiv abgeschrieben wurden, wird auf die lineare Methode übergegangen, sobald sie zu höheren Abschreibungsbeträgen im Geschäftsjahr führt.

Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 250,00 Euro wurden sofort abgeschrieben. Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von mehr als 250,00 Euro bis 1.000,00 Euro wurden als Sammelposten Geringwertige Wirtschaftsgüter erfasst und entsprechend der gesetzlichen Vorschrift des § 6 Ila EStG auf 5 Jahre abgeschrieben. Die Übernahme dieses nach rein steuerlichen Vorschriften gebildeten Pools in die Handelsbilanz ist aufgrund seiner untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zulässig.

Umlaufvermögen

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren wurden mit den Anschaffungskosten bzw. unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit dem niedrigeren am Abschlussstichtag beizulegenden Wert angesetzt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Einzelrisiken durch Einzelwertberichtigungen und das allgemeine Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt DM 212.500,00. Dies entspricht € 108.649,52.

Rückstellungen

Rückstellungen werden so bemessen, dass sie nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen Rechnung tragen. Die Bewertung der Rückstellungen für Archivierungskosten erfolgte unter Berücksichtigung zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen von 2,00 % p.a. und der Abzinsung mit dem Marktzinssatz nach § 253 II HGB.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten wurden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Währungsumrechnung

Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgte bei den Forderungen und Verbindlichkeiten mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag.

Angaben zu den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Anlagenentwicklung

Die Aufgliederung der Anlageposten und ihre Entwicklung sind aus dem Anlagespiegel zu entnehmen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stellen sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr davon mit Restlaufzeit mehr als 1 Jahr Vorjahr davon mit Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 937.183,04 0,00 855.525,81 0,00
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 341.165,16 0,00 346.204,08 0,00
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 894.052,73 738.254,64 702.662,69 605.410,52
sonstige Vermögensgegenstände 218.846,63 0,00 163.285,13 0,00

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten hauptsächlich Erstattungsansprüche aus Steuern.

Rechnungsabgrenzungsposten

Im Rechnungsabgrenzungsposten sind Disagiobeträge i. H. v. € 44.106,00 enthalten, die planmäßig über die Laufzeit der Darlehen aufgelöst werden.

Eigenkapital

Die Gesellschaft hält eigene Anteile mit einem Nennbetrag von DM 12.500,00 (€ 6.391,15). Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennwert und den Anschaffungskosten wurde mit dem Gewinnvortrag verrechnet.

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen beinhalten die erwarteten Steuerzahlungen für das Jahr 2023 und Vorjahre.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Art der Rückstellung
Resturlaub 114.200,00
Arbeitszeitkonten, Mitarbeiterprämien 123.900,00
Gewährleistungen 36.400,00
Jahresabschluss 22.050,00
Aufbewahrungspflichten 7.700,00
Berufsgenossenschaft 15.400,00
unterlassene Instandhaltung 30.809,00
Nebenkosten 6.000,00
Beirat 25.000,00
Rückbauverpflichtungen 239.971,16
Summe 621.430,16

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr davon Restlaufzeit bis 1 Jahr davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr davon Restlaufzeit mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.095.504,72 993.897,93 3.101.606,79 1.119.307,81
(Vj.) (4.564.209,17) (823.626,30) (3.740.582,87) (1.445.370,24)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 466.916,02 466.916,02 0,00 0,00
(Vj.) (500.843,25) (500.843,25) (0,00) (0,00)
sonstige Verbindlichkeiten 497.538,38 497.538,38 0,00 0,00
(Vj.) (466.394,89) (466.394,89) (0,00) (0,00)
Summe 5.059.959,12 1.958.352,33 3.101.606,79 1.119.307,81
(Vj.) (5.531.447,31) (1.790.864,44) (3.740.582,87) (1.445.370,24)

Gesamtbetrag der gesicherten Verbindlichkeiten

Die Sicherungsrechte der in der Bilanz aufgeführten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ergeben sich wie folgt:

Grundschulden über insgesamt € 5.888.000,00,

Negativerklärung der polnischen Tochtergesellschaft,

Sicherungsübereignung diverser Vermögensgegenstände.

Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB

Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln, aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften und aus Gewährleistungsverträgen sowie Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen nach § 285 Nr. 3a HGB

Im Einzelnen bestehen Verpflichtungen für die folgenden Sachverhalte:

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen in Höhe von ca. T€ 120,4. Daneben existieren verschiedene Kfz- und Bike-Leasingverträge mit einem monatlichen Aufwand von ca. T€ 7,9 sowie Miet- und Wartungsverträge mit einem Jahresaufwand von ca. T€ 275,0.

Sonstige Angaben

Anteilsbesitz

Die Gesellschaft besitzt Kapitalanteile an Unternehmen, bei denen der Anteilsbesitz der Herstellung einer dauernden Verbindung dient. Sie hält eine Beteiligung in Höhe von 100% an der VIA Technika Obróbki Powierzchniowej Sp. z o.o. und eine 40,00%- Beteiligung an der VIA Consult GmbH & Co. KG mit Sitz in Olpe.

Name und Sitz Anteil am Kapital Eigenkapital Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
% T€ Jahr T€
VIA Consult GmbH & Co. KG, Olpe 40,00 1.429 2023 479
VIA Technika Obróbki Powierzchniowej Sp. z o.o., Środa Śląska, Polen 100,00 2.383 2023 432

Ergebnisverwendung

Das Geschäftsjahr schließt mit einem Jahresüberschuss von T€ 906,3 ab. Auf Vorschlag der Geschäftsleitung und des Beirates soll das Bilanzergebnis auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Namen der Geschäftsführer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch Herrn Dipl.-Ing. Werner Schmidt und Herrn Dipl.-Ing. Kai Lechner geführt.

Vergütung der Geschäftsführung

Auf die Angabe über die Höhe der Vergütung wird gemäß § 286 IV HGB verzichtet.

Mitglieder des Beirats

Dem Beirat gehörten im Berichtseitraum folgende Personen an:

Jürgen Bischopink (Vorsitzender),

M. Alexander Huhn,

Stefan Schauerte.

Vergütung des Beirats

Auf die Angabe über die Höhe der Vergütung wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Wirtschaftsjahr Vorjahr
vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter 154 155
teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter 7 6

Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt damit 161.

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

 

Lennestadt, den 10. April 2024

VIA Oberflächentechnik GmbH

Geschäftsführung

gez. Dipl.-Ing. Werner Schmidt

gez. Dipl.-Ing. Kai Lechner

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

In dem vorstehenden, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB zutreffend in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht haben wir am 21. Mai 2024 den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die VIA Oberflächentechnik GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der VIA Oberflächentechnik GmbH, Lennestadt - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der VIA Oberflächentechnik GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Lennestadt, 21. Mai 2024

audito GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Dipl.-Kfm. Adam Waniczek, Wirtschaftsprüfer

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