Stammdaten

Register
Amtsgericht Hagen HRB 265
Vorher
Stadtwerke Hagen GmbH
Eingetragen
18.7.1962
Branche
BeteiligungsgesellschaftenSpeichern von Gas zu VersorgungszweckenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
(1) die Erfüllung der gesetzlichen Pflichtaufgaben eines Betreibers von Elektrizitäts- und Gasnetzen im Sinne der Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) in der südwestfälischen Region sowie das Betreiben von Wasserversorgungsnetzen in der südwestfälischen Region, die Erbringung von Dienstleistungen im energie- und versorgungstechnischen Bereich und damit zusammenhängende Tätigkeiten. (2) Die Gesellschaft betreibt eigene und/oder gepachtete Netze. (3) Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, durch die der Gesellschaftszweck gefördert werden kann. Sie kann sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben anderer Unternehmen bedienen, sich an ihnen beteiligen oder solche Unternehmen sowie Hilfs- und Nebenbetriebe erwerben, errichten oder pachten. Sie ist berechtigt, Unternehmensverträge, z. B. Ergebnisabführungsverträge, zu schließen. (4) Die Gesellschaft ist im Sinne des § 109 Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Wesffalen so zu führen, dass der mit dem Unternehmensgegenstand verfolgte öffentliche Zweck nachhaltig erfüllt wird.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Henning Karl
seit 2.1.2026
Geschäftsführer
Andreas Steffen
seit 19.12.2025
Prokura
Prokura
Prokura
Carsten Halbe
seit 9.10.2015
Prokura
Oliver Korreck
seit 9.10.2015
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
44.100.500 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ENERVIE Vernetzt GmbH

Hagen

Jahres- und Tätigkeitsabschluss nach EnWG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Die ENERVIE Vernetzt GmbH, Hagen, im Folgenden ENERVIE Vernetzt genannt, ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Mark-E Aktiengesellschaft, Hagen, im Folgenden Mark-E genannt. Die ENERVIE Vernetzt wurde im Jahr 2015 als Große Netzgesellschaft im ENERVIE Konzern errichtet und ist Eigentümerin der Anlagen zur Energie- und Wasserverteilung und verfügt über das für den eigenständigen Netzbetrieb notwendige Personal. Neben eigenen Anlagen bewirtschaftet die ENERVIE Vernetzt auch gepachtete Netzanlagen.

Unternehmensgegenstand der ENERVIE Vernetzt ist die Erfüllung der gesetzlichen Pflichtaufgaben eines Betreibers von Elektrizitäts- und Gasnetzen im Sinne der Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sowie das Betreiben von Wasserversorgungsnetzen in der südwestfälischen Region, die Erbringung von Dienstleistungen im energie-, mess- und versorgungstechnischen Bereich und damit zusammenhängende Tätigkeiten.

Wirtschaftsbericht

Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen

Allgemeine wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen

Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen werden weiterhin vom Krieg Russlands gegen die Ukraine ("Russland-Ukraine-Krieg") beeinflusst.

Die gesamtwirtschaftliche Lage war geprägt von hohen Preisen auf allen Wirtschaftsstufen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2023 um 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der Rückgang war im Wesentlichen auf ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland zurückzuführen 1 .

Branchenentwicklung

Der Energieverbrauch in Deutschland ist gemäß Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. 2 im Jahr 2023 um rund 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Maßgeblich hierfür war die zurückgehende wirtschaftliche Leistung in Deutschland hauptsächlich in energieintensiven Industriezweigen. Zusätzlich war der Energieabsatz witterungsbedingt niedriger.

1 Destatis. <https://Destatis.de/Pressemitteilung Nr. 019/24 vom 15.01.2024.

2 AG Energiebilanzen. <http://www.ag-energiebilanzen.de/Energieverbrauch ist 2023 kräftig gesunken vom 20.12.2023>.

Mehr als die Hälfte der Stromerzeugung kam 2023 von Erneuerbaren

Laut energate messenger 3 machten im Jahr 2023 die Erneuerbaren einen Anteil von 56,0 Prozent an der Stromerzeugung aus. Mit 31,0 Prozent war die Windkraft der wichtigste Energieträger, Kohle verzeichnete einen deutlichen Rückgang auf 26,1 Prozent und Erdgas kam auf einen Anteil von 13,6 Prozent. Insgesamt gab es einen Rückgang bei der Stromerzeugung um 11,8 Prozent gegenüber 2022.

3 Energate-messenger.<https://energate-messenger.de/news/242034/Mehr als Hälfte der Stromerzeugung kam 2023 von Erneuerbaren vom 07.03.2024>.)

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Durch gesetzliche und regulatorische Vorgaben (insbesondere "Vorgaben zur elektronischen Marktkommunikation an die Erfordernisse des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende" sowie die Regelvorgaben zur zukünftigen Sicherung der Systemstabilität "Generation and Load Data Provision Methodology (GLDPM)", "System Operation Guideline (SOGL)" und "Redispatch 2.0") müssen Netzbetreiber bestehende Systeme erweitern und neue Systeme und Prozesse aufbauen, was sowohl mit hohen Investitionskosten als auch dauerhaft höheren Betriebskosten verbunden ist.

Die mit dem "Osterpaket" von 2022 beschlossenen Regelungen der Bundesregierung sehen vor, dass bis 2030 80 Prozent der Energieerzeugung auf Basis regenerativer Energien durchzuführen sind. Der Anteil regenerativer Energien soll bis 2045 auf 100 Prozent steigen. Im Umkehrschluss ist eine Energiebereitstellung über Kohle, Erdöl oder Erdgas in Deutschland nicht mehr zulässig. Auf diese Anforderungen sind die Energienetze vorzubereiten. ENERVIE Vernetzt hat deshalb seit Ende 2022 umfassende Untersuchungen durchgeführt, um eine erste Grundlage zu haben, wie die rechtlichen Vorgaben technisch umgesetzt werden können. Auf dieser Basis werden in einem nächsten Schritt die Investitionsstrategien abgeleitet und die zu erwartenden Investitionssummen für die Anpassung der Netzanlagen ermittelt.

Marktraumumstellung

Die Umstellung der deutschen Gasnetze von L-Gas auf H-Gas (Marktraumumstellung) wurde auch im Netzgebiet der ENERVIE Vernetzt vorbereitet und erfolgreich umgesetzt. In einem ersten Schritt wurden am 31. Mai 2022 bei den Netzkunden in Kierspe die Gasgeräte von L-Gas auf H-Gas umgestellt. In einem zweiten Schritt wurden am 25. April 2023 bei den Netzkunden in Lüdenscheid, Schalksmühle und Altena und am 25. Juli 2023 bei den Netzkunden in den Hagener Stadtteilen Dahl und Hohenlimburg die Gasgeräte von L-Gas auf H-Gas angepasst. Auch in dem seit dem 1. Januar 2023 neu gepachteten Gasnetz in Werdohl erfolgte die Umstellung der Gasgeräte von L-Gas auf H-Gas. In dem ebenfalls seit dem 1. Januar 2023 neu gepachteten Gasnetz in Plettenberg bestand jedoch kein Handlungsbedarf mehr, da die Marktraumumstellung dort bereits im Jahr 2022 durch die Stadtwerke Plettenberg GmbH umgesetzt wurde.

Regulatorische Rahmenbedingungen

Die Novelle der Anreizregulierungsverordnung (AregV) sieht ab 2019 auch bei Stromnetzen einen Kapitalkostenabgleich für Verteilnetzbetreiber wie ENERVIE Vernetzt vor. Für die Gasnetze gilt diese Regelung bereits seit 2018. Damit werden neue Investitionen in Strom- und Gasnetze zeitnäher in den Netzentgelten des Netzbetreibers berücksichtigt. Bei ausreichend hohen Investitionen kann der ebenfalls in der AregV vorgesehene automatische Kapitalkostenabzug kompensiert werden, so dass sich die Netzentgelte nicht wesentlich verändern.

Die Netzentgelte der ENERVIE Vernetzt wurden für 2023 und werden für die Folgejahre (der dritten Regulierungsperiode) auf Basis der durch die Regulierungsbehörden durchgeführten Kostenprüfungen für das Strom- und Gasnetz festgelegt. Damit sind die Erlöse zu großen Teilen regulatorisch definiert. Die Höhe der Netzentgelte ab 2023 (Gasnetz) und ab 2024 (Stromnetz) wurden aus den Kostenprüfungen der Basisjahre (Gas: 2020, Strom: 2021) abgeleitet.

Aufgrund der deutlich steigenden Anzahl von zusätzlichen Netzanschlüssen in der Sparte Strom hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) Regelungen zur teilweisen Reduktion von Bezugsleistungen regelfähiger Anlagen größer 4,7 kW (Wärmepumpen, Wallboxen, Klimaanlagen) durch den Netzbetreiber vorgegeben. Im Gegenzug erhalten die Netzkunden vergünstigte Netzentgelte. Gleichzeitig ist eine Ablehnung des Anschlusses der vorgenannten Anlagen an das Stromnetz aufgrund von Kapazitätsengpässen durch den Netzbetreiber nicht mehr zulässig. Die Stromnetze sind vom Netzbetreiber zeitnah so auszubauen, dass die Zeitdauer der vom Netzbetreiber gedimmten Netzanlagen auf höchstens zwei Jahre begrenzt ist.

Geschäftsverlauf

Im Jahr 2023 hat ENERVIE Vernetzt die Strom-, Gas und Wassernetze mit hoher Verfügbarkeit betrieben. Für die sichere Stromversorgung nach Stilllegung der konventionellen Kraftwerke in der ENERVIE Gruppe wird ENERVIE Vernetzt über zwei Netzanschlüsse (in Hagen-Garenfeld und mittelbar über die Gruppenaushilfe mit der AVU Netz und Westnetz in Herdecke) zum Übertragungsnetz der Amprion versorgt. Da die Bezugskapazitäten jedoch nach wie vor beschränkt sind, kann dem Wunsch einiger Netzkunden nach höheren Bezugskapazitäten erst nach Inbetriebnahme der 380-kV-Anlage der Amprion in Garenfeld (voraussichtlich 2024) entsprochen werden. Über einen weiteren geplanten Netzanschlusspunkt an das Amprion-Netz im südlichen Bereich des Stromnetzes kann zukünftig das hohe Maß an Versorgungssicherheit auch ohne dezentrale Kraftwerke im Netzgebiet der ENERVIE Vernetzt sichergestellt werden.

Entwicklung der Netzentgelte

Durch den Anstieg der Entgelte für das vorgelagerte Stromnetz der Amprion steigen ab Januar 2024 auch die Stromnetzentgelte der ENERVIE Vernetzt erheblich an. Im Gasnetzbereich steigen die Entgelte des vorgelagerten Netzbetreibers Westnetz ebenfalls an, jedoch erhöhen sich die Gasnetzentgelte im Netzgebiet der ENERVIE Vernetzt nicht.

Entwicklung der Netzlasten

Die Netzlasten stellen einen bedeutsamen steuerungsrelevanten nichtfinanziellen Leistungsindikator dar:

Netzlasten 2023 2022
Strom 3.711 GWh 3.957 GWh
Gas 2.770 GWh 2.557 GWh
Netzlasten Veränderung Veränderung
Strom -246 GWh -6,2 %
Gas 213 GWh 8,3 %

Die Mengen beim Strom sind weiterhin aufgrund des hohen Preisniveaus und den damit verbundenen Einsparungen rückläufig. Weiterhin führt der enorme Ausbau der Photovoltaik zu reduzierten Absatzmengen.

In der Sparte Gas sind die Mengen witterungsbedingt im Vergleich zum Vorjahr um 213 GWh angestiegen.

Investitionen in Netze

Im Jahr 2023 investierte ENERVIE Vernetzt insgesamt rund 33 Mio. € in den Neubau und die Erneuerung der Anlagen und Netze für die Strom-, Gas- und Wasserversorgung.

Ein erheblicher Teil der Investitionen entfiel auf Baumaßnahmen zur Erneuerung von Anlagen wie zum Beispiel die Erneuerung der 10-kV-Schaltanlage in der Station Dödterstraße und der 110-kV-Schaltanlage im UW Kalve und UW Siesel sowie die Erneuerung der Leiterseile an der 110-kV-Freileitung Halver 1/2. In Hagen-Hohenlimburg wurde mit dem Neubauprojekt für das UW Hohenlimburg begonnen.

Ein weiterer Teil der Investitionen wurde für Baumaßnahmen zum Neubau oder zur Erneuerung der bestehenden Netzinfrastruktur für die Strom-, Gas- und Wasserversorgung sowie für die Übertragungstechnik eingesetzt.

In der Stadt Hagen wurden im Jahr 2023 diverse Baumaßnahmen durchgeführt. Dazu gehören zum Beispiel die Baumaßnahmen in den Straßen "Alemannenweg", "Berliner Allee", "Markland / Mühlbachstraße", "Märkischer Ring", "Eduard-Müller-Straße", "Im Kley", "Schleipenbergstraße", "Tondernstraße" und "Talsperrenweg". Die meisten der gerade genannten Baumaßnahmen wurden im Jahr 2023 abgeschlossen; einige Baumaßnahmen werden jedoch erst im Jahr 2024 fertig gestellt werden.

In der Stadt Lüdenscheid wurde im Jahr 2023 mit dem zweiten Bauabschnitt der Baumaßnahme "Werdohler Landstraße" sowie mit der Baumaßnahme "Nachtigallenweg" begonnen. Beide Baumaßnahmen werden im Laufe des Jahres 2024 abgeschlossen.

In der Stadt Plettenberg wurde im Jahr 2023 die Baumaßnahme "In der Blemke" begonnen. Diese wird jedoch erst im Jahr 2024 fertig gestellt werden. In der Stadt Werdohl wurde die Baumaßnahme "Brunscheid Elverlingsen" und in der Stadt Altena die Baumaßnahme "Nettenscheid" durchgeführt.

Messstellenbetrieb

Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) schreibt künftig den Einsatz intelligenter Messsysteme vor. Für den sicheren technischen Betrieb von intelligenten Messsystemen ist der "Gateway-Administrator" verantwortlich. Bei ENERVIE Vernetzt wird die Gateway-Administration dienstleistend von der Firma smartOPTIMO aus Osnabrück durchgeführt. Im Frühjahr des Jahres 2023 wurde gemeinsam mit den Mitgesellschaftern der Firma smartOPTIMO entschieden, dass die bisherige Software für die Gateway-Administration von der Firma Arvato durch die neue Software von der Firma robotron ersetzt wird. Im Herbst des Jahres 2023 wurde die Migration auf die neue Softwarelösung bereits erfolgreich abgeschlossen.

Betriebsmittelinformationssystem und Workforce-Management

Mit der Software Lovion wurde bei ENERVIE Vernetzt im Jahre 2018 ein modernes integriertes Betriebsmittelinformationssystem eingeführt, mit dem eine Vielzahl der von einem Netzbetreiber auszuführenden Aufgaben bearbeitet werden kann. Aufgrund der betrieblichen Anforderungen wurde in einem ersten Schritt das Modul "Workforce-Management" für eine effiziente Steuerung der betrieblichen Arbeiten implementiert. Seit der Einführung wird das "Workforce-Management-System" in der betrieblichen Praxis konsequent genutzt und wurde auch im Jahre 2023 weiterentwickelt.

In diesem Zusammenhang wurde im Mai 2023 ein großes Update auf Lovion 6.6.5. installiert und ein neues Rechte- und Rollenkonzept implementiert. Weiterhin wurden für eine bessere und effizientere Planung der Baumaßnahmen die neuen Module "Lovion Project" und "Lovion Invest" in interaktiven Schritten konfiguriert und im Herbst 2023 nach umfangreichen Tests der Software sowie Schulung der relevanten Mitarbeiter eingeführt.

Online-Planauskunft

Die im Jahre 2005 eingeführte Online-Planauskunft wurde in Zusammenarbeit mit dem Hersteller SPIE/Infograph in mehreren Schritten auf die neuste Version der Online-Planauskunft umgestellt. Durch dieses umfangreiche Update wurde die Performance der Online-Planauskunft deutlich verbessert sowie eine intuitivere Bedienung des Systems durch die externen Nutzer erreicht.

Anlagen und Netze der Gas- und Wasserversorgung der Stadtwerke Plettenberg und Werdohl

Die ENERVIE Vernetzt hat gemeinsam mit der Stadtwerke Plettenberg GmbH und der Stadtwerke Werdohl GmbH eine Konzeption für die Verpachtung ihrer Anlagen und Netze für die Gas- und Wasserversorgung erarbeitet und erfolgreich umgesetzt.

Ab dem 1. Januar 2023 wurden sämtliche Anlagen und Netze sowie das zuständige Personal von ENERVIE Vernetzt übernommen. Die betriebliche Übernahme der Anlagen und Netze für die Gas- und Wasserversorgung erfolgte reibungsfrei und ohne Beeinträchtigungen für die Kunden.

Die Stadtwerke Plettenberg GmbH und die Stadtwerke Werdohl GmbH erhalten von der ENERVIE Vernetzt ab dem 1. Januar 2023 eine für zehn Jahre festgelegte Vergütung für den Pachtgegenstand.

Die Stadtwerke Plettenberg GmbH und die Stadtwerke Werdohl GmbH bleiben jeweils als Eigentumsgesellschaft erhalten und verwalten sowie finanzieren künftig auch weiterhin das im Eigentum verbleibende Anlagevermögen rund um die Gas- und Wasserversorgung in den beiden Kommunen. ENERVIE Vernetzt ist für den Netzbetrieb Gas und Wasser in diesem Netzgebiet zuständig.

ENERVIE Vernetzt kann die gepachteten Anlagen und Netze unter Nutzung größtmöglicher Synergien noch effizienter betreiben. Damit sichert die ENERVIE Vernetzt unter anderem einen nachhaltigen und zuverlässigen Netzbetrieb.

Projekt "H2-Readiness"

Das deutsche Erdgas-Verteilnetz soll spätestens im Jahr 2040 in der Lage sein, klimaneutrale Gase wie grünen Wasserstoff zu transportieren. Das sieht der "Gasnetzgebietstransformationsplan" vor, der erstmalig im Jahr 2022 veröffentlicht wurde und an dessen Erstellung sich 180 Netzbetreiber beteiligt hatten. Sofern die Erdgas-Verteilnetze langfristig 100 Prozent grünen Wasserstoff transportieren sollen, müssen sie jedoch entsprechend ausgelegt oder ertüchtigt werden bzw. "H2-ready" sein.

Aus diesem Grund hat ENERVIE Vernetzt im Jahr 2023 den potenziellen Einsatz von Wasserstoff zur Versorgung von privaten Haushalten untersucht. In einem Pilotprojekt wurden die Möglichkeiten zur Umstellung eines ausgewählten Ortsnetzes detailliert untersucht. Das Ortsnetz mit einer Gesamtleitungslänge von 3.060 Metern umfasst 147 Gashausanschlüsse und eine Gasdruckregel- und Messanlage (GDRM-Anlage) für die Druckreduzierung von 400 mbar auf 50 mbar. Auf Grundlage der Anforderungen aus den einschlägigen technischen Regelwerken wurde eine Materialbewertung, eine Funktionsbewertung und eine Zustandsbewertung des betrachteten Ortsnetzes vorgenommen. Das Ergebnis dieser Untersuchung hat gezeigt, dass das ausgewählte repräsentative Ortsnetz für die Umstellung des Verteilnetzes von Erdgas auf Wasserstoff geeignet ist.

Projekt "Netzregler"

Um sowohl die Anforderungen aus rechtlichen Vorgaben (§14a EnWG) erfüllen zu können wie auch eine der tatsächlichen Auslastung entsprechende (Betriebs-)Führung der Netze durchführen zu können, wurde das Projekt "Netzregler" gestartet. Mit diesem Projekt werden die Konzepte entwickelt, um technisch einen Regler mit Sensor, Regelungseinheit und Aktor zur Steuerung von Netzanlagen aufzubauen. Darüber hinaus werden die organisatorischen Vorgaben geschaffen, um eine zentrale Netzführung über alle Spannungsebenen - und nicht nur im Hochspannungsnetz - aufzubauen.

Zukünftig sollen die digitalen und intelligenten Messsysteme genutzt werden, um die aktuelle Belastung zu ermitteln. Auf dieser Basis wird per State Estimation der Auslastungsgrad der einzelnen Netzanlagen ermittelt und bei drohender Verletzung von Regelvorgaben steuernd eingegriffen. Da im Bereich der heutigen zentralen Netzführung bereits eine ununterbrochene Überwachung und Steuerung der Hochspannungsnetze der ENERVIE Vernetzt über 24 Stunden an 7 Tagen der Woche durchgeführt wird, sollen die neuen Aufgaben auch von dieser Organisationseinheit in wesentlichen Teilen übernommen werden. Hinzu kommen weitere Aufgaben wie die Ermittlung und Berechnung von Netzzuständen, die zukünftig für alle Spannungsebenen kontinuierlich mit einer Auflösung im Minutenbereich durchgeführt werden sollen. Aufgrund der Erfahrungen anderer, großer Stromnetzbetreiber wird von einer mehrjährigen Projektdauer ausgegangen.

Krisenvorsorge Gas

ENERVIE Vernetzt hat sich intensiv auf den Umgang mit einer Gasmangellage vorbereiten müssen, da die Erdgasversorgung durch die Einschränkung/Beendigung russischer Erdgaslieferungen unsicher geworden ist. Die "geschützten" Kunden (alle Standardlastprofil-Kunden und ein Teil der Kunden mit registrierender Leistungsmessung (RLM)) wurden ermittelt. Alle anderen "ungeschützten" RLM-Kunden wurden schriftlich - insbesondere auch über das Verfahren möglicher Kürzungen der Bezugsleistung - informiert. Die Kontaktdaten wurden ausgetauscht, so dass eine umgehende Information der ungeschützten Kunden über eine Gasmangellage möglich ist.

ENERVIE Vernetzt ermittelt aus den Messwerten der ungeschützten RLM-Kunden das mögliche Abschaltpotenzial und tauscht diese Daten mit dem vorgelagerten Netzbetreiber (Westnetz) aus. Diese Daten werden deutschlandweit als Grundlage für mögliche Gasreduktionen gesammelt.

Im Fall einer Gasmangellage wird ENERVIE Vernetzt von der BNetzA als Bundeslastverteiler bzw. von Westnetz über ein Portal informiert und rechnet die vorgegebene Lastreduktion in einen kundenindividuellen Tagesmaximalbezug um, der von allen ungeschützten Kunden umzusetzen ist. Alle Prozesse sind vorbereitet, dokumentiert und den Kunden mitgeteilt worden.

ENERVIE Vernetzt ist in Gesprächskreisen der Verbände (BDEW, VKU) und der BNetzA aktiv, um sofort auf Anpassungen der Regelsystematik reagieren zu können.

Personal

Der im Jahr 2023 mit ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft - verhandelte Vergütungstarifvertrag für die Arbeitnehmer(-innen) der ENERVIE Vernetzt führte zu einer Vergütungserhöhung ab 1. Mai 2023 von pauschal 200 € pro Monat zzgl. einer Inflationsausgleichsprämie in Höhe von einmalig 3.000 €. Ab dem 1. März 2024 steigt die Vergütung um 5,5 Prozent an (davon sind 2,0 Prozent ruhegeldfähig zu berücksichtigen für die Arbeitnehmer(-innen), mit denen eine betriebliche Altersversorgung vereinbart wurde). Der Vergütungstarifvertrag hat eine Laufzeit bis Ende November 2024.

Auch für die Auszubildenden der ENERVIE Vernetzt wurde ein Vergütungstarifvertrag mit einer Laufzeit bis Ende November 2024 verhandelt. Zum 1. Mai 2023 wurden die Ausbildungsvergütungen pauschal um 150 € / Monat zzgl. einer Inflationsausgleichsprämie in Höhe von einmalig 1.000 € erhöht.

Gesamtbeurteilung des Geschäftsverlaufs

Die ENERVIE Vernetzt konnte im Jahr 2023 ihre wirtschaftliche Solidität und Robustheit weiter festigen. Das Geschäftsjahr 2023 ist trotz der Einschränkungen durch den Russland-Ukraine-Krieg und den damit verbundenen Konsequenzen für die Energieversorgung letztlich positiv verlaufen. Hierzu tragen neben den Investitionen in Netzanlagen die vorhandenen und weiter ausgebauten Kernkompetenzen bei, die notwendig sind, um im zunehmend komplexer werdenden Netzbetriebsgeschäft die richtigen Entscheidungen treffen und umsetzen zu können.

Daneben konnten eine Reihe großer Projekte erfolgreich abgeschlossen werden, was für eine krisenresistente, teamorientierte und hochmotivierte Arbeit der Mitarbeiter der ENERVIE Vernetzt spricht.

Durch ständige Prozessverbesserungen wurden weitere Effizienzsteigerungen erreicht, die bereits weitestgehend umgesetzt bzw. vertraglich vereinbart sind. Daneben wurden auch Wachstumsmaßnahmen sowie Qualitätsverbesserungen (zum Beispiel durch Digitalisierung) eingeleitet. Durch diese Effizienz- und Wachstumsprogramme werden auch zukünftig systematisch weitere Prozessverbesserungen unterstützt.

Die Leistungsindikatoren geben einen Überblick über den Verlauf des abgelaufenen Geschäftsjahres, wobei Umsatzerlöse und Ergebnis vor Ertragsteuern unter Berücksichtigung der sonstigen Steuern (EBT) die für die interne Steuerung der Gesellschaft verwendeten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren darstellen.

Das EBT des Jahres 2023 beträgt 25,5 Mio. €. Im Vergleich zum Plan-EBT 2023 von 24,1 Mio. € fällt das EBT der ENERVIE Vernetzt um 1,4 Mio. € höher aus. Das höhere Ergebnis resultiert im Wesentlichen aus Sonder- bzw. Einmaleffekten in den regulierten Sparten Strom und Gas. Gegenläufig wirkt die gemäß § 16 Betriebsrentengesetz (BetrAVG) vorgeschriebene Anpassungspflicht der Rente der Versorgungsordnung VO76. Die daraus resultierende Zuführung war ursprünglich erst für das Jahr 2024 geplant, musste aber aufgrund der signifikanten Höhe bereits zum 31. Dezember 2023 vorgenommen werden. Auf die Entwicklung der Umsatzerlöse wird in der nachfolgenden Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eingegangen.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Das Ergebnis des Geschäftsjahres wird aufgrund des mit Mark-E bestehenden Gewinnabführungsvertrags gemäß § 2 an die Organträgerin Mark-E abgeführt. Das Ergebnis vor Gewinnabführung beträgt 25,5 Mio. € (im Vorjahr 21,8 Mio. €).

Das Ergebnis der ENERVIE Vernetzt wird in wesentlichen Teilen von den Erlösen auf Basis der genehmigten Netzentgelte sowie durch Aufwandspositionen wie Pachtentgelte, Kosten für Verlustenergiebeschaffung und Kosten für das vorgelagerte Netz bestimmt.

Die Umsatzerlöse haben sich im Vergleich zum Vorjahr von 327,8 Mio. € um 46,0 Mio. € auf 373,8 Mio. € erhöht. Die Umsatzerlöse aus den Netzentgelten Strom sind um 18,8 Mio. € und die Umsatzerlöse aus den Netzentgelten Gas sind um 12,4 Mio. € preisbedingt angestiegen. Die Erhöhung der Netzentgelte Strom und Gas resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der vorgelagerten Netzkosten im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsatzerlöse aus den Netzentgelten Wasser erhöhten sich um 2,9 Mio. € auf 23,8 Mio. €. Die sonstigen Umsatzerlöse steigerten sich von 69,0 Mio. € um 11,9 Mio. € auf 80,9 Mio. €. Der Anstieg beruht im Wesentlichen auf den höheren Erlösen aus den Mehr-/Mindermengenabrechnungen Strom, den technischen Dienstleistungen und den Dienstleistungen für die Marktraumumstellung.

Die Umsatzerlöse des Jahres 2023 in Höhe von 373,8 Mio. € sind gegenüber den geplanten Umsatzerlösen in Höhe von 329,0 Mio. € um 44,8 Mio. € deutlich höher ausgefallen. Die Umsatzerlöse der Netzentgelte Strom, Gas und Wasser liegen mit 292,9 Mio. € leicht über den geplanten Umsatzerlösen von 290,0 Mio. €. Die sonstigen Umsatzerlöse sind gegenüber dem Planwert von 39,0 Mio. € mit 41,9 Mio. € höher ausgefallen. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die höheren Erlöse aus den Mehr-/Mindermengenabrechnungen Strom und Gas, den technischen Dienstleistungen und den Dienstleistungen für die Marktraumumstellung.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind von 3,2 Mio. € um 1,6 Mio. € auf 1,6 Mio. € gesunken. Ursächlich hierfür sind die geringeren Erträge aus Schadenersatz (-0,4 Mio. €), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (-0,6 Mio. €) und Erträge aus Vermögensveräußerungen (-0,6 Mio. €).

Der Materialaufwand hat sich von 238,4 Mio. € um 35,6 Mio. € auf 274,0 Mio. € erhöht. Die Erhöhung ist hauptsächlich auf den Anstieg der vorgelagerten Netzkosten sowie der Aufwendungen für Mehr-/Mindermengen Strom zurückzuführen. Ein weiterer Grund sind die höheren Aufwendungen für die Verlustenergie (Strom).

Der Personalaufwand ist von 33,1 Mio. € um 2,7 Mio. € auf 35,8 Mio. € gestiegen. Die Steigerung des Personalaufwands resultiert im Wesentlichen aus dem Tarifabschluss (unter anderem Inflationsausgleichsprämie) und den geplanten Einstellungen sowie der im Geschäftsjahr 2023 erfolgten Zuführung zu den Pensionsrückstellungen, die sich gemäß § 16 BetrAVG aus der vorgeschriebenen inflationsbedingten Anpassungspflicht der Rente der Versorgungsordnung VO76 ergibt. Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich von 413 Mitarbeitern zum 31. Dezember 2022 auf 436 Mitarbeiter zum 31. Dezember 2023 erhöht.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 19,7 Mio. € und haben sich im Vergleich zum Vorjahr von 16,1 Mio. € um 3,6 Mio. € erhöht. Ursächlich hierfür sind die Dienstleistungen aus der Marktraumumstellung.

Das Finanzergebnis hat sich von -5,4 Mio. € um 1,5 Mio. € auf -3,9 Mio. € verbessert. Die Finanzerträge, die im Wesentlichen aus den Zinserträgen für langfristige Rückstellungsverpflichtungen und den Zinserträgen aus dem Cash-Pooling mit Mark-E resultieren, sind um 0,9 Mio. € auf 1,0 Mio. € gestiegen. Gleichzeitig sind die Finanzaufwendungen in Höhe von 4,9 Mio. € (im Vorjahr 5,5 Mio. €), die hauptsächlich aus den Zinsaufwendungen für langfristige Rückstellungsverpflichtungen und den Zinsaufwendungen für langfristige Darlehen bestehen, insgesamt um 0,6 Mio. € gesunken. Der Rückgang der Zinsaufwendungen für langfristige Rückstellungsverpflichtungen überkompensiert die gestiegenen Zinsaufwendungen für langfristige Darlehen.

Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr von 346,3 Mio. € um 1,7 Mio. € auf 348,0 Mio. € erhöht.

Auf der Aktivseite nahm das Anlagevermögen von 281,2 Mio. € um insgesamt 13,3 Mio. € auf 294,5 Mio. € zu. Hier stehen den Investitionen in Höhe von 33,7 Mio. € (im Vorjahr 38,9 Mio. €) die Abschreibungen von 20,3 Mio. € und die Abgänge in Höhe von 0,1 Mio. € gegenüber. Das Umlaufvermögen hat sich von 63,3 Mio. € um 11,5 Mio. € auf 51,8 Mio. € vermindert. Ursächlich hierfür sind die um 25,2 Mio. € geringeren Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum Bilanzstichtag, die den Anstieg der Vorräte um 1,8 Mio. €, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 9,3 Mio. € und der sonstigen Vermögengegenstände um 2,0 Mio. € mehr als kompensieren.

Auf der Passivseite der Bilanz ist das Eigenkapital von 97,4 Mio. € um 30,0 Mio. € auf 127,4 Mio. € gestiegen. Zur Stärkung des Kapitalbedarfs hat die Mark-E 30,0 Mio. € in die Kapitalrücklage der ENERVIE Vernetzt eingestellt. Die Baukostenzuschüsse sind von 24,0 Mio. € um 0,3 Mio. € auf 23,7 Mio. € leicht gesunken und die Rückstellungen haben sich von 99,4 Mio. € um insgesamt 12,3 Mio. € auf 87,1 Mio. € vermindert. Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen sind gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert, während sich die sonstigen Rückstellungen um 12,3 Mio. € verringert haben. Gründe hierfür liegen im Wesentlichen in den im Vergleich zum Vorjahr geringeren Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Die Verbindlichkeiten verminderten sich von 125,5 Mio. € um 15,7 Mio. € auf 109,8 Mio. €. Dieses resultiert hauptsächlich aus den um 23,4 Mio. € geringeren Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, wozu die Tilgung eines endfälligen Gesellschafterdarlehens in Höhe von 30,0 Mio. € zum Bilanzstichtag wesentlich beiträgt. Ein gegenläufiger Effekt ist der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 5,8 Mio. €.

Die Sachanlagenquote ist von 80,3 Prozent auf 83,9 Prozent gestiegen.

Die bilanzielle Eigenkapitalquote (bilanzielles Eigenkapital in Höhe von 127,4 Mio. € im Verhältnis zum Gesamtkapital in Höhe von 348,0 Mio. €) ist gegenüber dem Vorjahr mit 36,6 Prozent (im Vorjahr 28,1 Prozent) gestiegen. Grund hierfür ist die leicht angestiegene Bilanzsumme bei höherem Eigenkapital, resultierend aus der Rücklagendotierung. Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote (bilanzielles Eigenkapital in Höhe von 127,4 Mio. € zuzüglich der hälftigen Baukostenzuschüsse in Höhe von 11,8 Mio. € im Verhältnis zum Gesamtkapital in Höhe von 348,0 Mio. €) ist ebenfalls von 31,6 Prozent auf 40,0 Prozent gestiegen.

Der Anlagendeckungsgrad zweiten Grades (wirtschaftliches Eigenkapital in Höhe von 139,2 Mio. € und langfristiges Fremdkapital in Höhe von 135,8 Mio. € im Verhältnis zum Anlagevermögen in Höhe von 294,5 Mio. €) in Höhe von 93,4 Prozent ist im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozentpunkte gestiegen.

Die Gesellschaft konnte jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen. Für das Geschäftsjahr 2023 beläuft sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auf 42,1 Mio. € (im Vorjahr 55,9 Mio. €). Unter Berücksichtigung des negativen Cashflows aus der Investitionstätigkeit (Mittelabfluss) von -31,2 Mio. € (im Vorjahr -38,2 Mio. €) und dem negativen Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit von -14,6 Mio. € (im Vorjahr -4,5 Mio. €) ergibt sich ein Finanzmittelbestand von 0,6 Mio. € (im Vorjahr 4,3 Mio. €).

Gesamtbeurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Insgesamt verfügt ENERVIE Vernetzt über eine solide Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft ist durch die regulatorischen Rahmenbedingungen bestimmt.

Zur Erläuterung der außerbilanziellen Verpflichtungen verweisen wir auf den Anhang.

Tätigkeitsabschlüsse

Das "Dritte Gesetz zur Neuregelung energiewirtschaftsrechtlicher Vorschriften" wurde am 27. Dezember 2012 im Bundesgesetzblatt (BGBl. Teil I vom 27. Dezember 2012, S. 2730) verkündet. Nach Artikel 8 des Gesetzes trat das Gesetz am Tag nach der Verkündung - und damit am 28. Dezember 2012 - in Kraft. Um Diskriminierung zu vermeiden, haben vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen jeweils getrennte Konten zu führen und für jede ihrer Tätigkeiten nach § 6b Absatz 3 Nr. 1 - 6 EnWG einen gesonderten Tätigkeitsabschluss aufzustellen.

Unter Berücksichtigung der Vorgaben durch das EnWG werden bei der ENERVIE Vernetzt zusätzliche Tätigkeitsabschlüsse für die Elektrizitäts- sowie die Gasverteilung erstellt. Darüber hinaus werden bei der ENERVIE Vernetzt seit dem Jahresabschluss 2020 die Kosten des grundzuständigen Messstellenbetreibers separat dargestellt. Gemäß § 3 Absatz 4 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) ist die Unabhängigkeit des grundzuständigen Messstellenbetriebs für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme von anderen Tätigkeitsbereichen der Energieversorgung über buchhalterische Entflechtung sicherzustellen. Die §§ 6b, 6c und 54 des EnWG sind hierbei - wie oben bereits erwähnt - entsprechend anzuwenden (die hierfür anfallenden Kosten sind weder bei den Entgelten für den Netzzugang noch bei der Genehmigung der Entgelte nach § 23a EnWG zu berücksichtigen).

Als rechtlich eigenständige Tochtergesellschaft der Mark-E betreibt die ENERVIE Vernetzt in Hagen, Lüdenscheid und der Märkischen Region die in ihrem Eigentum befindlichen Verteilnetze Strom, Gas und Wasser sowie die gepachteten Wassernetze der Stadtwerke Lüdenscheid GmbH. Darüber hinaus bestehen Pachtverhältnisse über weitere im Eigentum der jeweiligen Stadtwerke befindlichen Verteilnetze Strom in Meinerzhagen und Plettenberg, Gas in Werdohl, Plettenberg, Altena und Kierspe sowie Wasser in Werdohl und Plettenberg.

Mit ihren Tätigkeitsabschlüssen 2023 erfüllt die ENERVIE Vernetzt die Berichtspflicht nach § 6b EnWG in Verbindung mit § 3 Absatz 4 MsbG. In der Rechnungslegung führt ENERVIE Vernetzt gemäß § 6b EnWG und § 3 Absatz 4 MsbG jeweils getrennte Konten für die Tätigkeiten der Elektrizitätsverteilung, Gasverteilung und grundzuständiger Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme sowie für andere Tätigkeiten außerhalb dieser drei Bereiche. Für die drei Tätigkeitsbereiche Elektrizitätsverteilung, Gasverteilung und grundzuständiger Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme erstellt ENERVIE Vernetzt darüber hinaus eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung.

Grundsätzlich werden die Kosten und Erlöse direkt über Kostenstellen der Strom-, Gasverteilung sowie dem grundzuständigen Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme zugeordnet. Sofern dieses nicht möglich ist oder nur mit unvertretbar hohem Aufwand realisierbar ist, erfolgt eine sachgerechte Aufteilung mittels Schlüsselung.

Der Gesamtumsatz beträgt im Berichtsjahr 373.839 T€ (im Vorjahr 327.778 T€). Dabei entfallen auf den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung 269.177 T€ (im Vorjahr 239.958 T€). Der Tätigkeitsbereich Gasverteilung ist mit einem Umsatz im Berichtsjahr von 70.281 T€ (im Vorjahr 58.300 T€) ebenfalls von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen. Auf den Tätigkeitsbereich grundzuständiger Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme entfallen 1.691 T€ (im Vorjahr 1.436 T€).

Aufwandsseitig stehen für die Tätigkeiten Elektrizitäts- und Gasverteilung sowie grundzuständiger Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme der ENERVIE Vernetzt insbesondere der Material- und Personalaufwand sowie die Abschreibungen im Vordergrund.

Der Materialaufwand in Höhe von insgesamt 273.995 T€ (im Vorjahr 238.349 T€) entfällt mit 208.334 T€ (im Vorjahr 180.558 T€) auf die Elektrizitätsverteilung, mit 47.563 T€ (im Vorjahr 43.528 T€) auf die Gasverteilung sowie mit 277 T€ (im Vorjahr 199 T€) auf den grundzuständigen Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme. Im Wesentlichen ist diese Position durch die Kosten des Vertrages für zentrale Dienste, vorgelagerte Netzkosten, Verlustenergie Strom, Konzessionsabgaben, Pachtaufwendungen, Umlagen sowie Instandhaltungsbudgets geprägt.

Der Personalaufwand beträgt in Summe 35.763 T€ (im Vorjahr 33.132 T€). Auf den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung entfallen 23.049 T€ (im Vorjahr 22.350 T€), auf den Tätigkeitsbereich Gasverteilung 8.475 T€ (im Vorjahr 7.068 T€) und auf den Tätigkeitsbereich grundzuständiger Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme 109 T€ (im Vorjahr 253 T€).

Das Anlagevermögen in der Gesellschaft weist Abschreibungen in Höhe von 20.276 T€ (im Vorjahr 19.113 T€) aus. Die Abschreibungen des Anlagevermögens der Stromverteilung betragen 14.476 T€ (im Vorjahr 13.951 T€), die der Gasverteilung 2.978 T€ (im Vorjahr 2.707 T€) und die des grundzuständigen Messstellenbetriebs für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme 602 T€ (im Vorjahr 406 T€).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit einem Gesamtumfang von 19.685 T€ (im Vorjahr 16.087 T€) beinhalten im Wesentlichen Fremdleistungen, Mieten sowie Versicherungsaufwendungen. Von den insgesamt 19.685 T€ (im Vorjahr 16.087 T€) entfallen 10.120 T€ (im Vorjahr 10.055 T€) auf den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung, 7.180 T€ (im Vorjahr 3.717 T€) auf den Tätigkeitsbereich Gasverteilung und 232 T€ (im Vorjahr 321 T€) auf den Tätigkeitsbereich grundzuständiger Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme.

Das Ergebnis vor Gewinnabführung weist einen Überschuss von 25.507 T€ (im Vorjahr 21.836 T€) aus und kommt mit 14.176 T€ (im Vorjahr 13.509 T€) aus der Elektrizitätsverteilung, mit 4.165 T€ (im Vorjahr 922 T€) aus der Gasverteilung und mit 428 T€ (im Vorjahr 208 T€) aus dem grundzuständigen Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme.

Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags mit der Mark-E weisen alle Tätigkeitsabschlüsse ein Jahresergebnis von 0 T€ aus.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 betrug die Bilanzsumme des Tätigkeitsbereichs Elektrizitätsverteilung 252.789 T€ (im Vorjahr 250.605 T€). Sie macht rund 72,7 Prozent der Bilanzsumme der ENERVIE Vernetzt aus. Die Bilanzsumme der Tätigkeit Gasverteilung steuert mit 50.351 T€ (im Vorjahr 52.630 T€) einen Anteil von rund 14,5 Prozent zur Bilanzsumme der ENERVIE Vernetzt bei. Die Bilanzsumme des Tätigkeitsbereichs grundzuständiger Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme in Höhe von 3.436 T€ (im Vorjahr 3.205 T€) bildet einen Anteil von 1,0 Prozent der Bilanzsumme der ENERVIE Vernetzt.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Neben dem bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikator der Netzlasten, über dem im Geschäftsverlauf berichtet wird, gibt es einen weiteren nichtfinanziellen Leistungsindikator. Dabei handelt es sich um die Anzahl der Arbeitsunfälle. Das Unfallgeschehen der ENERVIE Vernetzt hat sich im Jahr 2023 im Vergleich zum Jahr 2022 erhöht. Während sich die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle von 6 Unfällen (2022) auf 12 Unfälle (2023) verdoppelt hat, ist die Summe der dadurch bedingten Ausfallstunden der betroffenen Mitarbeiter jedoch nur leicht gestiegen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich im Jahr 2023 zwar mehr Unfälle als im Vorjahr, aber keine schweren Unfälle mit langen Ausfallzeiten ereignet haben.

Unabhängig davon zeigt der langjährige Trend (Jahre 2007 bis 2023) erfreulicherweise weiterhin eine Reduzierung der Anzahl der jährlichen Arbeitsunfälle, wodurch bestätigt wird, dass die ergriffenen Maßnahmen zum Arbeitsschutz greifen und die erwünschte Wirkung erzielen.

Das Thema der Arbeitssicherheit wird auch künftig durch technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen sowie durch die Sensibilisierung der Mitarbeiter unterstützt, um den bereits erreichten hohen Standard nicht nur zu halten, sondern fortlaufend zu verbessern.

Um ähnliche Unfälle in Zukunft nach Möglichkeit zu vermeiden, werden alle meldepflichtigen Arbeitsunfälle mit den verunfallten Mitarbeitern besprochen. Aus den Nachbesprechungen der Unfälle werden die vorhandenen Schutzmaßnahmen bei Bedarf ergänzt bzw. es werden aus den gewonnenen Erkenntnissen neue Schutzmaßnahmen abgeleitet. Weiterhin werden alle von den Mitarbeitern gemeldeten Beinaheunfälle untersucht und in die Unfallverhütungsmaßnahmen einbezogen.

In diesem Zusammenhang werden verbindliche Arbeitsschutzziele in die Zielvereinbarungen der Führungskräfte aufgenommen, um die Verbindlichkeit im Einsatz für die Arbeitssicherheit zu erhöhen und ein Anreizsystem zur Umsetzung der Maßnahmen zu schaffen.

Chancen- und Risikobericht

Grundsätze

Das Ziel des Risikomanagements der ENERVIE Vernetzt ist es, die wesentlichen bestehenden und potenziellen Chancen und Risiken systematisch und frühzeitig zu identifizieren und durch eine kontinuierliche Überwachung und Steuerung den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern. Das Risikomanagement liefert darüber hinaus wichtige Erkenntnisse und Entscheidungen über die Tragfähigkeit von Risiken.

Organisatorisch ist das Risikomanagement der ENERVIE Vernetzt im Vorstandsressort Finanzen, Technik und Vertrieb verankert und für die Konzernmuttergesellschaft sowie für alle Tochtergesellschaften der ENERVIE tätig. Es basiert auf den unternehmenspolitischen Zielsetzungen und Strategien und ermöglicht einen konzerneinheitlichen und systematischen Prozess.

Risikomanagementorganisation und -prozess

ENERVIE Vernetzt hat Risikoverantwortliche für Geschäftsbereiche und Unternehmensfunktionen (Risk Owner) benannt, die mit Unterstützung des zentralen Risikomanagements Risiken und Chancen frühzeitig und gebündelt identifizieren sowie bewerten.

Entsprechend der möglichen Schadenshöhe werden die Risiken in Relevanzklassen eingeordnet und priorisiert. Die Relevanzklassen reichen von "unwesentlich" (Auswirkung < 2 Prozent), über "unbedeutend" (Auswirkung 2-10 Prozent), "mittel" (Auswirkung 10-25 Prozent), "bedeutend" (Auswirkung 25-40 Prozent) und "schwerwiegend" (Auswirkung 40-80 Prozent) bis hin zu "bestandsgefährdend" (Auswirkung > 80 Prozent). Die Auswirkung stellt dabei für Ergebnisrisiken auf den prozentualen Verzehr des hälftigen Grundkapitals zuzüglich der Gewinnrücklage und des Bilanzgewinns (31. Dezember 2023: 23,89 Mio. €) bei Eintritt des Risikos ab. Reine Liquiditätsrisiken dagegen werden auf Basis ihrer Auswirkung auf die niedrigste verfügbare Planliquidität eines jeweiligen Betrachtungszeitraumes klassifiziert. Mittels Monte-Carlo-Simulation werden alle Risiken aggregiert und auf Konzernebene konsolidiert dargestellt und bewertet. Die Risikoüberwachung und -steuerung ist ebenfalls Aufgabe der Risk Owner. Im Rahmen der Unternehmensplanung werden die Risiken mit dem Controlling abgestimmt. Unterstützt wird der gesamte Prozess durch den Einsatz einer speziellen Risikomanagement-Software. Die Risikolage der ENERVIE Vernetzt ist somit jederzeit transparent und bedarfsgerecht darstellbar.

Die Risikoberichterstattung an die Geschäftsführung der ENERVIE Vernetzt erfolgt viermal jährlich im Rahmen der Risikoaudits bzw. der Gremiensitzungen.

Zur kontinuierlichen Überwachung der Risikosituation und der diesbezüglichen Beratung des Managements wird auf Ebene des ENERVIE Konzerns ein Risikokomitee eingesetzt, das in regelmäßigen Abständen tagt und in dem auch die wesentlichen Risiken der ENERVIE Vernetzt diskutiert werden.

Wirtschaftliche Lage

Die deutsche Wirtschaft war im Jahr 2023 durch eine hohe Inflation (+5,9 Prozent), steigende Zinsen, volatile Märkte sowie einer schwachen konjunkturellen Entwicklung in der Welt geprägt. Das deutsche BIP sank um 0,3 Prozent ab und verzeichnete damit erstmals seit dem Corona-Jahr 2020 ein Minus 4. Die Vorhersagen für das Jahr 2024 schwanken teilweise sehr stark. Laut Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird wieder ein leichtes Wachstum in Höhe von rund 0,3 Prozent erwartet 5 .

Trotz der leicht positiven Erwartungen bestehen jedoch weiterhin auch hohe Unsicherheiten für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland sowie weltweit. So zog beispielweise die Inflation zuletzt wieder leicht von 3,2 Prozent im November auf 3,7 Prozent im Dezember 2023 an. Die durchschnittliche Teuerungsrate lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei rund 5,9 Prozent 6. Für das Jahr 2024 wird aktuell von einer Inflationsrate von rund 2,8 Prozent ausgegangen 7. Damit bleibt sie auch im längerfristigen Vergleich zunächst überdurchschnittlich hoch.

In den vergangenen eineinhalb Jahren haben sich die Zinsen in Europa deutlich erhöht. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank kletterte auf 4,5 Prozent. Die gestiegenen Zinsen führen aktuell dazu, dass sich die angespannte Lage in einigen Branchen wie zum Beispiel der Baubranche weiter verschärft. Zudem ist die Gefahr hoch, dass die hohen Zinsen negativ auf die Konjunktur wirken, wenn zum Beispiel verschuldeten Akteuren Grenzen aufgezeigt werden und in der Folge die Insolvenzzahlen in die Höhe schnellen oder wichtige Investitionen ausbleiben.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist im Jahr 2023 ins Stocken geraten, für das Jahr 2024 besteht das Risiko, dass sich diese Entwicklung entgegen aktuellen Prognosen fortsetzt und in einer Rezession münden könnte.

Die beschriebenen wirtschaftlichen Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf die ENERVIE Vernetzt. Die hieraus resultierenden wesentlichen Risiken für die ENERVIE Vernetzt werden in der nachfolgenden Risikolage dargestellt.

4 Destatis. <https://Destatis.de/Pressemitteilung Nr. 019/24 vom 15.01.2024/Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 um 0,3 % gesunken.

5 OECD. <https//OECD.org/Economic Outlook/february-2024/ gdp-growth.

6 Destatis. <https://Destatis.de/Pressemitteilung Nr. 020/24 vom 16.01.2024/Inflationsrate im Jahr 2023 bei +5,9 %.

7 Tagesschau. <https://Tagesschau.de/Wirtschaft/Konjunktur/Inflation-Prognosen-101.html.

Risikolage

Energiewirtschaftliche Risiken

Die Entwicklungen auf den Energiemärkten mit extremen Energiepreisen und hohen Volatilitäten können unter Umständen erhebliche Auswirkungen auf die Ertragslage der ENERVIE Vernetzt haben. Es besteht das Risiko von Insolvenzen bei Netzkunden. Das wirtschaftliche Risiko für ENERVIE Vernetzt wird als "mittel" eingestuft.

Konjunkturelle Risiken

Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im Jahr 2023 um 0,3 Prozent zurückgegangen. Für das Jahr 2024 wird nur ein moderates Wachstum von 0,3 Prozent erwartet. Es besteht das Risiko, dass sich die schleppende Erholung der Weltwirtschaft auch im Jahr 2024 fortsetzt und deutsche Exporte ausbremst. Zudem rangiert die Inflation weiterhin auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau, was wiederum die Kaufkraft und folglich den Konsum negativ beeinflusst. Die hohen Kosten für Energie und Rohstoffe, rückläufige Auftragszahlen und der allgemein hohe Fachkräftemangel könnten die Zahl von Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2024 in die Höhe schnellen lassen. Für ENERVIE Vernetzt besteht das Risiko, dass die Beschaffungskosten bezogen auf die Netzverluste auch im Jahr 2024 hoch bleiben. Konjunktur-bedingte Einbrüche in der Industrie könnten darüber hinaus zu einem geringeren Strom- und Gasverbrauch führen, was wiederum sinkende Netzlasten sowie Erlöse aus Netzentgelten zur Folge hat. Das wirtschaftliche Risiko für ENERVIE Vernetzt wird als "unwesentlich " eingestuft.

Die oben genannten Risiken werden durch das Risikomanagement der ENERVIE Vernetzt eng überwacht und etwaige Gegenmaßnahmen initiiert.

Die weiteren aktuell relevanten Risiken der ENERVIE Vernetzt lassen sich den nachfolgenden Kategorien zuordnen:

IT- und Informationssicherheitsrisiken

Als Betreiber kritischer Infrastrukturen nimmt für ENERVIE Vernetzt die Sicherung der Informationstechnologie eine herausragende Stellung ein. Die ENERVIE Vernetzt setzt dabei auf den Einsatz von anerkannten IT-Sicherheitsstandards und deren regelmäßiger Prüfung. Neben diesen technischen Maßnahmen werden durch die Vorgabe von Verhaltensanweisungen, internen Schulungen und einer geregelten Kommunikation die Sicherheit der IT- und Informationssicherheit unterstützt. Um darüber hinaus der gesteigerten Bedrohung von Cyberangriffen vorzubeugen und den gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden, setzt ENERVIE Vernetzt spezielle Systeme zur Angriffserkennung ein. Durch diesen gebündelten Einsatz technischer und organisatorischer Maßnahmen begegnet die ENERVIE Vernetzt potenziellen Gefährdungen, um insbesondere die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der zu schützenden Systeme und Daten zu gewährleisten. Um die Erreichung der Informationssicherheitsziele zu unterstützen, betreibt die ENERVIE Vernetzt ein zertifiziertes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) gemäß ISO 27001. Darüber hinaus setzt der Konzern noch auf ein Business Continuity Management (BCM), um im Fall einer schwerwiegenden Störung durch vorgegebene Prozesse und Regelungen gegen die Bedrohung umgehend vorgehen zu können. Das Risiko wird als "mittel" eingestuft.

Technische Risiken

Im Netzbereich besteht das Risiko der ungeplanten Versorgungsunterbrechung beispielsweise durch Störungen der Anlagen. Mittels gezielter Investitionen sowie einer umfassenden und systematischen Wartung und Instandhaltung wird dieses Risiko begrenzt. ENERVIE Vernetzt stuft dieses Risiko daher als "unbedeutend" ein.

Politische, rechtliche und regulatorische Risiken

Die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen unterliegen einem ständigen Wandel. In Reaktion auf die zurückliegenden und gegenwärtigen Krisen hat es umfangreiche gesetzliche Änderungen gegeben. Die rechtlichen Anforderungen werden auch in der Zukunft erheblich zunehmen. So stellen allein das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), das Hinweisgeberschutzgesetz sowie die neue EU-Richtlinie zur Unternehmens-Nachhaltigkeitsberichterstattung, die sogenannte Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) umfangreiche Anforderungen an Unternehmen. Die Rechtsabteilung verfolgt zusammen mit den jeweiligen Fachbereichen die sich aus dem politischen, rechtlichen und regulatorischen Umfeld ergebenden Risiken. Darüber hinaus verfügt ENERVIE Vernetzt über ein Compliance-Management-System, um in Ergänzung zum Risikomanagement insbesondere wirtschaftliche Risiken sowie Reputations- und Haftungsrisiken zu minimieren. Das Compliance-Management-System unterstützt bei der Klärung verschiedenster Compliance-(Verdachts-)Fälle und entwickelt in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachbereichen neue Maßnahmen zur Prävention von möglichen Compliance-Verstößen. Zusätzlich gewährleistet die Mitarbeit in verschiedenen Verbänden und Interessengruppen eine frühzeitige Partizipation an der Diskussion der Auswirkungen neuer Gesetze und regulatorischer Anforderungen auf den Konzern.

Die Netzentgelte unterliegen der Regulierung durch die Regulierungsbehörden. Diese Regulierungsbehörden sehen ihre zentrale Aufgabe darin, über Genehmigungen oder Festlegungen die Interessen der Netzkunden an niedrigen (Netz-)Entgelten zu vertreten. Vor allem die Genehmigungspraxis bei Kostenprüfungen ist ein zentrales Risiko, weil hier die Basis für die Netzentgelte für eine Regulierungsperiode von fünf Jahren gelegt wird. Erschwerend kommt hinzu, dass Gesetzesänderungen unter anderem des EnWG sowie Festlegungen der BNetzA ebenfalls positiv oder negativ auf Netzentgelte und die genehmigte Erlösobergrenze der ENERVIE Vernetzt wirken können. ENERVIE Vernetzt stuft das Risiko insgesamt als "mittel" ein.

Personalrisiken

Auf Basis versicherungsmathematischer Bewertungen sind die zukünftigen Belastungen aus Pensions- und Altersteilzeitverpflichtungen in die Unternehmensplanung eingegangen. Ein Risiko stellt dabei das kontinuierliche Absinken des durchschnittlichen Rechnungszinssatzes zur Bewertung von Pensionsrückstellungen dar. So führt ein weiteres Absinken des Rechnungszinssatzes zu einer erhöhten Zuführung zur Pensionsrückstellung.

Darüber hinaus werden bei der Bewertung von Pensionsrückstellungen für Mitarbeiter, die einer der bestehenden Versorgungsordnungen unterliegen oder über eine einzelvertragliche Direktzusage verfügen, für die zukünftige Entwicklung Trendannahmen festgelegt. Es besteht das Risiko, dass veränderte gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen wie zum Beispiel die Entwicklung der Inflationsrate zu Abweichungen hinsichtlich der getroffenen Trendannahmen führen können. Dies kann eine Anpassung der Trendannahmen erforderlich machen und möglicherweise mit einer veränderten Zuführung zu den Pensionsrückstellungen einhergehen. ENERVIE Vernetzt stuft dieses Risiko als "unbedeutend" ein.

Dem demografischen Wandel und dem spürbaren Fachkräftemangel wird durch systematische Nachwuchskräfteförderung sowie mit einem umfangreichen Aus- und Weiterbildungsangebot begegnet. ENERVIE Vernetzt stuft dieses Risiko aktuell als "unbedeutend" ein.

Gesamtbeurteilung der Risikosituation

Die wesentlichen Risiken der ENERVIE Vernetzt sind identifiziert und qualifiziert und werden auf Basis eines etablierten Prozesses im Risikomanagement gesteuert. Ein Monitoring der Entwicklung wesentlicher Risiken erfolgt insbesondere auf Konzernebene.

Insgesamt lassen sich aktuell keine bestandsgefährdenden Einzelrisiken für die ENERVIE Vernetzt erkennen. Es ist jedoch anzumerken, dass verschiedene Risiken zusammen auftreten können und sich einzelne negative Effekte dadurch verstärken und die Gesellschaft in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können. Die Unvorhersehbarkeit der weiteren Entwicklung im Zusammenhang mit den Kriegen in der Ukraine und Nahost sowie grundlegende Verwerfungen der Energiewirtschaft insbesondere von rechtlichen, regulatorischen und politischen Rahmenbedingungen stellen für ENERVIE Vernetzt aktuell wie auch in der Zukunft eine Herausforderung dar.

Darstellung der wesentlichen Chancen

Chancen können sich grundsätzlich im gesamten Umfeld der ENERVIE Vernetzt eröffnen.

Chancen liegen für ENERVIE Vernetzt insbesondere in einer Anpassung der regulatorischen Rahmenbedingungen, die in der Zukunft eine verlässliche und internationalen Maßstäben entsprechende Eigenkapitalverzinsung gewährleisten. Nur so sind angemessen günstige Finanzmittel für die notwendigen Investitionen in die Ertüchtigung bzw. den Ausbau der Netzinfrastruktur für eine funktionierende Energiewende zu beschaffen. Weitere Chancen bestehen in einer positiven konjunkturellen Entwicklung.

Um den langfristigen Erfolg sicherzustellen, ist die ENERVIE Vernetzt bestrebt, die im Rahmen des konzernweiten Chancenmanagements erfassten Chancen bestmöglich zu nutzen und Risiken zu minimieren.

Darüber hinaus ergeben sich für ENERVIE Vernetzt Chancenpotenziale aus den nachfolgenden Bereichen:

Kooperationen

Für ENERVIE Vernetzt bedeutet der Ausbau von Kooperationen grundsätzlich die Chance, Synergien zu nutzen und Ressourcen zu bündeln und so gemeinsam mit potenziellen Kooperationspartnern frühzeitig wichtige Entwicklungen innerhalb des Energiesektors zu identifizieren und zum eigenen Vorteil nutzen zu können. Im Jahr 2022 hatten sich die ENERVIE Gruppe sowie die Stadtwerke Plettenberg und Werdohl jeweils für die Umsetzung eines gemeinsamen Betriebspachtmodells entschieden. Das hierbei vereinbarte Pachtmodell sieht vor, dass die Tochterunternehmen der ENERVIE Gruppe, Mark-E und ENERVIE Vernetzt, jeweils alle wesentlichen Teile des operativen Geschäftsbetriebs der Stadtwerke (Gas- und Wasserversorgung) pachten. Das gemeinsame Pachtmodell verläuft erfolgreich. Aus diesem Grund wurden Überlegungen angestoßen die Kooperationen auszuweiten und weitere Pachtmodelle in der Region zu entwickeln.

Innovationen

Innovative Technologien sind der Schlüssel, um den Unternehmenserfolg auch in der Zukunft zu sichern und sich für den starken Wettbewerb innerhalb des Energiesektors bestmöglich aufzustellen. Aus diesem Grund werden technologische Innovationen genau untersucht und mögliche Einsatzfelder bei der ENERVIE Vernetzt analysiert.

Digitalisierung

Um im digitalen Wandel erfolgreich zu sein, ist es für heutige Unternehmen erforderlich, ihr Handeln auf die Entwicklung digitaler Innovationen auszurichten. Für ENERVIE Vernetzt ergeben sich die wesentlichen Chancen aus der Etablierung einer Innovationskultur, die die Entwicklung digitaler Prozesse und Abläufe fördert und es möglich macht, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. In dem etablierten Kompetenzcenter Digitalisierung der ENERVIE Vernetzt werden die Themen an zentraler Stelle gebündelt, mit dem Ziel, die Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Unternehmen voranzutreiben und darüber hinaus den notwendigen Kompetenzaufbau zu fördern und weiter zu beschleunigen. Zudem hat ENERVIE Vernetzt zur Entwicklung von smarten IoT-Lösungen ein eigenes IoT-Lab eingerichtet. In dem IoT-Lab arbeitet ein unternehmensübergreifendes IoT-Team an der Entwicklung neuer IoT-Lösungen. So wurden bereits intelligente Lösungen wie zum Beispiel smarte Lastschalter mittels Funktechnologie LoRaWAN im Netzbetrieb eingesetzt. Darüber hinaus konnten im Jahr 2023 die ersten 10-kv-Stationen mit intelligenter Technik ausgestattet werden. Dank der digitalen Technik werden so wertvolle Daten für das Verteilnetz gewonnen und eine hohe Netzverfügbarkeit sichergestellt. ENERVIE Vernetzt sieht in der intelligenten Mittelspannung die Technik der Zukunft und plant bereits die kommenden Jahre einen flächendeckenden Einsatz von smarten Stationen.

Gesamtbeurteilung der Chancensituation

Die Chancen der ENERVIE Vernetzt sind verbunden mit möglichen zukünftigen positiven Cashflows. Deren Bandbreite ist jedoch zu groß, um diese zu quantifizieren und innerhalb des Chancen- und Risikoberichts zu nennen. Als realistisch ist hier ein positiver Gesamteffekt im einstelligen Millionenbereich mit steigender Tendenz anzusehen.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Für das Jahr 2024 wird erwartet, dass eine schwache Konjunktur und hohe geopolitische Unsicherheiten die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen prägen werden.

Diverse Wirtschaftsforschungsinstitute und Organisationen sagen für Deutschland ein leichtes bis rückgängiges Wirtschaftswachstum voraus. Die OECD geht von einem Wachstum des BIP in Höhe von 0,3 Prozent aus 8. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet einen Rückgang um 0,5 Prozent 9. Als Gründe hierfür werden im Wesentlichen die weltweiten Krisen, ein fehlendes Wachstum im globalen Welthandel, hohe Energiekosten und Inflation genannt. Zum Zeitpunkt der Erstellung ist es ungewiss, ob mögliche Zinssenkungen zu erwarten sind, welche das Wirtschaftswachstum anregen könnten.

Es ist zu erwarten, dass die vorherrschenden geopolitischen Konflikte weiterhin großes Eskalationspotenzial haben werden. Hervorzuheben ist hierbei der Russland-Ukraine-Krieg, der Nahostkonflikt und die strategische Rivalität zwischen den USA und China. Dies kann einen negativen Einfluss auf Energiepreise und Lieferketten haben und grundsätzlich zu einer weiteren Umgestaltung der globalen Handelsbeziehungen führen. Des Weiteren steht 2024 das größte Wahljahr der Geschichte an. Insgesamt betrifft dies 40 Länder mit einer Gesamtbevölkerung von mehr als 3 Mrd. Menschen. Hervorzuheben sind hierbei die Wahlen in den USA, der Europäischen Union, Indien und Taiwan. Hieraus kann es ebenfalls zu weiteren außenpolitischen Verschiebungen kommen.

Allgemein ist festzuhalten, dass für 2024 ein weiteres herausforderndes wirtschaftliches Jahr zu erwarten ist.

8 OECD. <https:// https//OECD.org/Economic Outlook/february-2024/ gdp-growth.

9 Institut der deutschen Wirtschaft (IW). <https://IWKoeln.de/ IW-Konjunkturprognose Winter 2023. Hausgemachte Probleme verschärfen konjunkturelle Schwäche, IW-Report, Nr. 65/2023 vom 13.12.2023.

Energiepolitische und energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Für den zukünftigen Geschäftsverlauf der ENERVIE Vernetzt sind vor allem die Ergebnisse aus den von den Regulierungsbehörden durchgeführten Kostenprüfungen bedeutsam. Im Jahr 2024 werden die endgültigen Beschlüsse zu den Kostenprüfungen Gas und Strom erwartet. Hieraus wird die zulässige Erlösobergrenze und damit die Netzentgelte der ENERVIE Vernetzt für die vierte Regulierungsperiode (Gas: 2023 bis 2027, Strom: 2024 bis 2028) festgelegt.

Die Netzpreise für den Kunden richten sich im Wesentlichen nach den Einflüssen aus den Entgelten für das vorgelagerte Netz und dem KWKG-Aufschlag, der Offshore-Netzumlage, der StromNEV-Umlage sowie der AbLaV-Umlage. Nachdem die Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber für 2024 bezogen auf das Vorjahr sich mehr als verdoppelt haben, ist auch für die Zukunft aufgrund der steigenden Kosten für den Ausgleich volatiler Einspeisungen (Regelenergiekosten) mit tendenziell steigenden Netzentgelten der vorgelagerten Netzbetreiber zu rechnen. Der von ENERVIE Vernetzt beeinflussbare Anteil an den Netzentgelten sinkt bereits im Jahr 2024 auf einen Wert von 30 Prozent.

Eine Herausforderung wird die Vorbereitung der Netze auf die Dezentralisierung der Erzeugung sein, die mit der Energiewende einhergeht: Einspeisungen und Lasten werden zunehmend volatiler, zusätzliche Lasten sind im Strombereich durch die Spartenkopplung (Elektromobilität, Wärmepumpenheizung, Wasserstoffstrategie) zu erwarten. Um diese Einflüsse managen zu können, ist eine zunehmende Digitalisierung und Regelfähigkeit der Netze erforderlich. Damit die dezentrale Einspeisung nicht zu unerlaubten Netzzuständen (Spannungsanstieg) führt und um den zukünftigen Strombedarf decken zu können, werden daneben erhebliche zusätzliche Investitionen in Netzanlagen und Systeme (Faktor 2 zum heutigen Investitionsniveau) erforderlich sein. In diesem Zusammenhang ist unverständlich, wenn gleichzeitig die Rentabilität von Stromnetzen (unter anderem durch die Entwicklung der Eigenkapitalverzinsung) durch gesetzliche bzw. behördliche Vorgaben gesenkt wird. Es wird schwieriger werden, dass für eine erfolgreiche Energiewende erforderliche Kapital zu mobilisieren.

Gleichzeitig ist durch die mit dem Klimaschutzgesetz vorgegebene Dekarbonisierung mit einem deutlichen Rückgang und schließlich mit der Beendigung der Erdgasversorgung zu rechnen. Während ENERVIE Vernetzt bei industriellen Großverbrauchern von einem Ersatz von Erdgas durch Wasserstoff ausgeht, müssen große Teile des heute flächig betriebenen Erdgasnetzes (insbesondere im ländlichen Bereich) durch elektrische Netze ersetzt werden. Aufgrund der ungeklärten Zukunft der Erdgasnetze führt ENERVIE Vernetzt schon jetzt keine Erweiterungen des Erdgasnetzes in Neubaugebieten mehr durch. Allerdings müssen Netzanlagen weiterhin sicher betrieben werden, was zum aktivierungspflichtigen Austausch von störungsbehafteten und unsicheren Gasanlagen führt. Hier nutzt ENERVIE Vernetzt die von der BNetzA erlaubte Möglichkeit für kalkulatorisch reduzierte Abschreibungsdauern, die dem Vorsichtsprinzip folgend auch handelsrechtlich zu verkürzten Abschreibungsdauern und damit zu höheren jährlichen Abschreibungen für Neuanlagen ab dem Jahr 2023 sowie für Altanlagen führen werden.

Investitionen

Im Jahr 2024 wird die ENERVIE Vernetzt voraussichtlich ein Volumen von rund 51,0 Mio. € investieren, um die Anlagen und Netze sowie die Messeinrichtungen für die Strom-, Gas- und Wasserversorgung neu zu bauen, zu erneuern und zu modernisieren.

Bei den Baumaßnahmen zur Erneuerung der Anlagen wird der Neubau des UW Hohenlimburg sowie die Erneuerung der 110-KV-Schaltanlage im UW Siesel fortgeführt. Die beiden Großprojekte werden voraussichtlich im Jahre 2025 abgeschlossen werden. Weiterhin werden die Baumaßnahmen zur Erneuerung der Leiterseile an der 110-kV-Freileitung PSW 1/2 sowie zur Ausführung von Korrosionsschutzarbeiten an den 110 kV-Freileitungen Lenne 1/2 und Oege 1/2 durchgeführt.

In der Stadt Hagen wird ENERVIE Vernetzt im Jahr 2024 die im Vorjahr begonnenen Baumaßnahmen "Berliner Allee" und "Eduard-Müller-Straße" fertigstellen. In der Stadt Lüdenscheid wird im Jahr 2024 die Baumaßnahme "Westerfelder Weg" beginnen. In der Gemeinde Schalksmühle ist die Baumaßnahme "Rölveder Mühle", in der Stadt Plettenberg die Baumaßnahme "Humberger Weg / Baumecke" und in der Stadt Werdohl die Baumaßnahme "Brunscheid / Elverlingsen" vorgesehen.

Die finanziellen Mittel für das Investitionsvolumen werden sowohl über die Innenfinanzierung wie auch über Gesellschafterdarlehen bereitgestellt.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung

Als Unternehmen der kritischen Infrastruktur ist es die Aufgabe der ENERVIE Vernetzt, die Menschen in Südwestfalen und darüber hinaus zuverlässig mit Energie und Wasser zu versorgen. ENERVIE Vernetzt bleibt ihrer Regionalstrategie treu und leistet einen umfassenden Beitrag zur Energiewende vor Ort. Dies beinhaltet die Gewährleistung der Versorgungssicherheit, die Entwicklung neuer Produkte und die Dekarbonisierung der Energieversorgung voranzutreiben. Darüber hinaus stehen kontinuierliche Effizienzsteigerungen durch Digitalisierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen auf der Agenda.

Der Ausbau der Energienetze für die Energiewende erfordert hohe Investitionen. Eine deutliche Absenkung der Eigenkapitalzinssätze durch die BNetzA verschlechtert jedoch die Investitionsbedingungen. So ist das Zinsniveau für Neuanlagen im Gasnetz bereits ab 2018 und im Stromnetz ab 2019 von 9,05 Prozent auf 6,91 Prozent gesunken und wird ab 2023 weiter auf 5,07 Prozent fallen (alle Werte vor Steuern). Gleichzeitig hat die BNetzA hohe Werte für den generellen Produktivitätsfaktor für Gas- und Stromnetzbetreiber festgelegt.

Die Zukunft der Gasversorgung ist ungewiss und stellt auch die ENERVIE Vernetzt vor große Herausforderungen. Auf der einen Seite sind die Verteilnetzbetreiber gemäß dem EnWG verpflichtet, eine sichere, effiziente und kostengünstige Energieversorgung zu gewährleisten und alle Kunden diskriminierungsfrei an die Gasnetze anzuschließen. Auf der anderen Seite besteht aufgrund der beschlossenen Klimaziele eine große Unsicherheit, welche Rolle die Gasversorgung künftig einnehmen wird und inwieweit die bestehende Infrastruktur für klimaneutrale Gase wie grünen Wasserstoff genutzt werden kann.

Für das Jahr 2024 ist die technische wie prozessuale Umsetzung der Vorgaben nach GLDPM, SOGL und Redispatch 2.0 vorgesehen. Ein Projekt mit externer Unterstützung wurde initiiert, die Anpassung der Systemlandschaft wurde bereits im Jahr 2020 beauftragt.

Das energiewendetaugliche Netzkonzept wird weiterentwickelt, um eine belastbare Entscheidungsgrundlage für zukünftige Investitionen zu erhalten. Daneben werden in einem zentralen Projekt die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für eine zukünftige permanente Überwachung aller Spannungsebenen im Stromnetz und einen möglichen Eingriff in den Leistungsfluss geschaffen.

Wie in weiten Teilen der Wirtschaft sind auch in Deutschland die Auswirkungen der dynamischen Regierungspolitik, des Russland-Ukraine-Kriegs, des Nahostkonflikts, von Engpässen auf den Beschaffungsmärkten und der verstärkten Fokussierung auf den Klimaschutz nur begrenzt abschätzbar. Diese Faktoren begünstigen volatilere Rahmenbedingungen.

Mittelfristplanung

Die Mittelfristplanung für die Jahre 2024 bis 2028 der ENERVIE Vernetzt zeigt eine sinkende Tendenz, da die von der BNetzA vorgegebenen Erlösreduktionen (unter anderem durch Senkung des Eigenkapitalzinses und Festlegung von übermäßig hohen generellen Produktivitätsfaktoren) selbst durch konsequente Umsetzung des Effizienz- und Wachstumsprogramms nicht kompensiert werden können.

Die Ergebnisentwicklung der Mittelfristplanung ist geprägt durch:

zukünftig sinkende Ergebnisbeiträge des Netzgeschäfts der ENERVIE Vernetzt insbesondere unter Berücksichtigung der regulatorischen Vorgaben für die vierte Regulierungsperiode Gas (ab 2023) und Strom (ab 2024)

hohen Investitionsbedarf durch die Vorbereitung der Netzanlagen auf die Anforderungen der Energiewende

die Auflage konkreter personeller Nachfolgekonzepte infolge des demografischen Wandels

Die am 12. Dezember 2023 gesellschafterseitig gebilligte Planung sieht für das Geschäftsjahr 2024 der ENERVIE Vernetzt ein EBT in Höhe von 27,5 Mio. € und Umsatzerlöse in Höhe von 344 Mio. € vor. Dabei erhöhen sich die Umsatzerlöse auch in Abhängigkeit von den deutlich steigenden Aufwendungen für die vorgelagerten Netze. Bei den Netzlasten in 2024 wird ein konjunkturell-bedingter moderater Anstieg im Vergleich zu 2023 unterstellt.

Insgesamt erwartet die ENERVIE Vernetzt für das Geschäftsjahr 2024 trotz der gegebenen und teilweise schwierigen Rahmenbedingungen eine unverändert solide Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation, der am 12. Dezember 2023 durch die Gesellschafterversammlung gebilligten Mittelfristplanung und den genehmigten Gesellschafterdarlehen, geht die ENERVIE Vernetzt von einer ausreichenden Liquiditätsausstattung im Planungszeitraum aus.

 

Hagen, 12. Juni 2024

Wolfgang Hinz

Jürgen Peiler

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023 Vorjahreszahlen
T€
A. ANLAGEVERMÖGEN (1)
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.363.930,00 2.887
2. geleistete Anzahlungen 224.652,11 129
2.588.582,11 3.016
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 9.930.865,46 9.746
2. Fortleitungs- und Verteilungsanlagen 254.757.797,40 247.522
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.064.918,00 9.282
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 18.129.704,17 11.600
291.883.285,03 278.150
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 3.139,26 4
294.475.006,40 281.170
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte (2)
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.331.225,56 4.195
2. unfertige Leistungen 3.159.896,34 1.811
3. Waren 599.288,38 249
4. Emissionsrechte 3.300,00 4
8.093.710,28 6.259
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3)
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.855.058,37 26.517
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.942.801,41 27.126
3. sonstige Vermögensgegenstände 5.337.065,65 3.359
43.134.925,43 57.002
III. Guthaben bei Kreditinstituten 628.446,61 77
51.857.082,32 63.338
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 1.644.013,90 1.777
347.976.102,62 346.285

PASSIVA

31.12.2023 Vorjahreszahlen
T€
A. EIGENKAPITAL (4)
I. Gezeichnetes Kapital 44.100.500,00 44.101
II. Kapitalrücklage 81.474.798,82 51.475
III. Gewinnrücklagen
andere Gewinnrücklagen 1.841.426,74 1.841
127.416.725,56 97.417
B. BAUKOSTENZUSCHÜSSE (5) 23.650.636,26 23.990
C. RÜCKSTELLUNGEN (6)
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 66.727.938,01 66.684
2. sonstige Rückstellungen 20.361.434,58 32.716
87.089.372,59 99.400
D. VERBINDLICHKEITEN (7)
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 80.393,26 163
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23.966.103,93 18.169
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 76.645.106,80 100.055
4. sonstige Verbindlichkeiten 9.127.764,22 7.091
davon aus Steuern 943.423,66 €; im Vorjahr 2.147 T€
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,00 €; im Vorjahr 1 T€
109.819.368,21 125.478
347.976.102,62 346.285

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 Vorjahreszahlen
T€
1. Umsatzerlöse (8) 373.838.806,08 327.778
2. Veränderung des Bestands an unfertigen Leistungen 1.348.440,72 307
3. andere aktivierte Eigenleistungen 2.694.942,18 2.880
4. sonstige betriebliche Erträge (9) 1.594.963,24 3.225
5. Materialaufwand (10)
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 103.208.614,01 85.279
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 170.786.687,69 153.070
273.995.301,70 238.349
6. Personalaufwand (11)
a) Löhne und Gehälter 27.204.089,73 24.138
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 8.558.443,48 8.994
davon für Altersversorgung 3.355.472,45 €; im Vorjahr 4.106 T€
35.762.533,21 33.132
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (12) 20.276.412,78 19.113
8. sonstige betriebliche Aufwendungen (13) 19.684.547,93 16.087
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens (14) 350,68 0
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (14) 1.046.658,55 144
davon aus verbundenen Unternehmen 621.338,32 €; im Vorjahr 130 T€
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (14) 4.934.308,37 5.486
davon an verbundene Unternehmen 3.720.000,00 €; im Vorjahr 3.379 T€
12. Ergebnis nach Steuern 25.871.057,46 22.167
13. sonstige Steuern 364.239,03 331
14. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags
abgeführte Gewinne (15) 25.506.818,43 21.836
15. Jahresüberschuss 0,00 0

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Angaben

Die ENERVIE Vernetzt GmbH, im Folgenden ENERVIE Vernetzt genannt, hat ihren Sitz in Hagen und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Hagen (HRB Nr. 265).

Die ENERVIE Vernetzt ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Mark-E Aktiengesellschaft, Hagen (Handelsregister beim Amtsgericht Hagen, HRB Nr. 10), im Folgenden Mark-E genannt. Die ENERVIE Vernetzt wird gemäß § 290 HGB in den Konzernabschluss der ENERVIE - Südwestfalen Energie und Wasser AG, Hagen (Handelsregister beim Amtsgericht Hagen, HRB Nr. 7436), im Folgenden ENERVIE genannt, einbezogen, die den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister bekannt gemacht.

Die ENERVIE Vernetzt ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Absatz 3 HGB. Der Jahresabschluss wird entsprechend den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Dritten Buches des Handelsgesetzbuches unter Berücksichtigung der ergänzenden Regelungen des Gesetzes über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (EnWG) aufgestellt, festgestellt und geprüft.

Es besteht seit dem 1. Januar 2002 zwischen der ENERVIE Vernetzt bzw. deren Rechtsvorgängerin Stadtwerke Hagen GmbH und der Mark-E ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag.

Die Gliederung der Bilanz wurde um die branchentypischen Posten Fortleitungs- und Verteilungsanlagen sowie Baukostenzuschüsse erweitert.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung ist das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Im Geschäftsjahr 2023 ist die ENERVIE Vernetzt eine Organgesellschaft im ertragsteuerlichen Organkreis der ENERVIE. Eine umsatzsteuerliche Organschaft mit dem Organkreis der ENERVIE besteht mangels organisatorischer Eingliederung nicht.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Aktiva

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern betragen drei bis 50 Jahre. Die ausgewiesenen geleisteten Anzahlungen sind davon abweichend mit dem Nennbetrag angesetzt.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, ebenfalls vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen, über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer bewertet. Die ausgewiesenen geleisteten Anzahlungen sind davon abweichend mit dem Nennbetrag angesetzt. Die Nutzungsdauern betragen:

Sachanlagen Jahre
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 13 bis 66
Fortleitungs- und Verteilungsanlagen eins bis 75
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung eins bis 20

In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Fertigungs- und Materialkosten Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Die Abschreibungen auf Sachanlagen für Zugänge bis 2009 erfolgen überwiegend degressiv. Der Übergang auf die lineare Abschreibungsmethode erfolgt, sobald diese zu höheren Abschreibungsbeträgen führt. Zugänge ab 2010 werden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Möglichkeiten steuerlicher Sonderabschreibungen wurden bis 2009 genutzt, die Wertansätze werden fortgeschrieben. Für sogenannte geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis zu 1 T€ wird ab dem Geschäftsjahr 2008 jährlich ein Sammelposten gebildet, der jeweils über eine Laufzeit von fünf Jahren abgeschrieben wird.

Bei den Finanzanlagen werden bei den sonstigen Ausleihungen die verzinslichen Ausleihungen zum Nominalwert bilanziert, zinslose und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst. Der Abzinsung liegt ein Zinssatz von fünf Prozent zugrunde. Anhaltspunkte dafür, dass in den Finanzanlagen die Buchwerte zum Bilanzstichtag über dem beizulegenden Zeitwert liegen, bestehen nicht.

Im Umlaufvermögen sind die Vorräte zu fortgeschriebenen durchschnittlichen Einstandspreisen unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet.

Die entgeltlich erworbenen Emissionsrechte nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) werden mit ihren Anschaffungskosten bilanziert.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit ihren Nominalwerten bzw. gemäß dem handelsrechtlichen Niederstwertprinzip bilanziert. Zweifelhafte Forderungen werden wertberichtigt, uneinbringliche ausgebucht. Dem allgemeinen Ausfallrisiko wird mit einer Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden die noch nicht durch eine Ablesung ermittelten Forderungen abgegrenzt. Die bilanzielle Abgrenzung beruht auf der Hochrechnung der kundenindividuellen Verbräuche und Erlöse für jede Abnahmestelle zum jeweiligen Stichtag unter Berücksichtigung von Lastprofilen, Gradtagszahlen und bezogenen Mengen. Die abgegrenzten, noch nicht ermittelten Forderungen werden mit den geleisteten Abschlagszahlungen verrechnet.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen werden, soweit möglich, aufgerechnet.

Die flüssigen Mittel werden zum Nennwert bilanziert.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden mit ihren Nominalwerten bilanziert.

Passiva

Die Bilanzierung des Eigenkapitals erfolgt zum Nominalwert.

Bei den Baukostenzuschüssen der Jahre 2003 bis 2006 wurden die Zugänge von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgesetzt. Empfangene Zuschüsse ab dem 1. Januar 2007 werden wieder passiviert und mit jährlich fünf Prozent der Ursprungswerte zugunsten der Umsatzerlöse aufgelöst.

Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt nach den Bewertungsvorgaben des § 253 Absatz 1 Satz 2 und Absatz 2 HGB zum laufzeitäquivalent abgezinsten Erfüllungsbetrag der zugrunde liegenden Verpflichtung.

Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt auf der Grundlage der versicherungsmathematischen Berechnung nach der Projected Unit Credit Method (PUC-Methode) mit den jeweils von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Zinssätzen bei einer Restlaufzeit von 15 Jahren. Zukünftige Lohn- und Gehaltssteigerungen werden für das Jahr 2024 in Höhe von 2,0 Prozent und für Folgejahre in Höhe von 1,75 Prozent, Rententrends in Höhe von 2,0 Prozent für das Jahr 2024 und für Folgejahre in Höhe von 1,75 Prozent sowie eine Fluktuationsrate in Höhe von 1,0 Prozent berücksichtigt. Des Weiteren wird zusätzlich zum Rententrend für das Jahr 2024 eine vorgeschriebene inflationsbedingte Anpassungspflicht der Rente der Versorgungsordnung VO76 in Höhe von 14,6 Prozent berücksichtigt. Den Verpflichtungen liegen die Richttafeln 2018 G von Dr. Heubeck zugrunde, bei einem Rechnungszinssatz von 1,82 Prozent (im Vorjahr 1,78 Prozent). Es wird gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB eine Verrechnung von zum Kurswert bewerteten Wertpapieren des Anlagevermögens als Deckungsvermögen mit den Pensionsverpflichtungen vorgenommen.

Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen, die alle bis zum Aufstellungszeitpunkt erkannten Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen berücksichtigen, erfolgt mit dem Erfüllungsbetrag, der nach kaufmännischer Beurteilung vernünftig und notwendig ist. Bei der Bewertung des Erfüllungsbetrags werden zukünftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit den jeweils von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten laufzeitadäquaten Zinssätzen abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag ausgewiesen.

Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und der Abschreibungen ist in der Übersicht "Entwicklung des Anlagevermögens 2023" dargestellt.

(2) Vorräte

Die Vorräte beinhalten die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die unfertigen Leistungen, Waren sowie die erworbenen Emissionsrechte nach dem BEHG.

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 35,9 Mio. € (im Vorjahr 26,5 Mio. €) resultieren überwiegend aus den Netzentgelten Strom und Gas sowie aus den Mehr-/Mindermengenabrechnungen Strom und Gas gegen fremde Vertriebe und den Bilanzkreisnetzbetreiber (BKN). Sie beinhalten auch die Verrechnung der von den fremden Vertrieben erhaltenen Abschlagszahlungen in Höhe von 19,8 Mio. € (im Vorjahr 18,5 Mio. €).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 1,9 Mio. € (im Vorjahr 27,1 Mio. €), die hauptsächlich gegen die Mark-E und die Stadtwerke Lüdenscheid GmbH, Lüdenscheid, im Folgenden SWL genannt, bestehen, sind mit den Verbindlichkeiten gegenüber diesen verbundenen Unternehmen, soweit möglich, aufgerechnet worden. Die Forderungen gegen die Mark-E in Höhe von 12,2 Mio. € (im Vorjahr 30,2 Mio. €) betragen nach Aufrechnung mit den Verbindlichkeiten gegenüber dieser in Höhe von 12,2 Mio. € (im Vorjahr 8,0 Mio. €) zum Abschlussstichtag 0,0 Mio. € (im Vorjahr 22,2 Mio. €). Sie beinhalten fast ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen die SWL in Höhe von 3,4 Mio. € (im Vorjahr 8,0 Mio. €) betragen nach Aufrechnung mit den Verbindlichkeiten nun 1,4 Mio. € (im Vorjahr 4,5 Mio. €) und beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Des Weiteren bestehen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,5 Mio. € (im Vorjahr 0,3 Mio. €) gegen die ENERVIE Service GmbH, Hagen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

(4) Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag 44.100.500,00 €.

Zur Stärkung des Kapitalbedarfs hat die Mark-E 30,0 Mio. € in die Kapitalrücklage der ENERVIE Vernetzt eingestellt. Entsprechend hat sich bei der ENERVIE Vernetzt die Kapitalrücklage um 30,0 Mio. € auf 81,5 Mio. € (im Vorjahr 51,5 Mio. €) erhöht.

(5) Baukostenzuschüsse

Dieser Posten beinhaltet ausschließlich Baukostenzuschüsse; die Auflösung in Höhe von 2,1 Mio. € (im Vorjahr 2,1 Mio. €) ist bei den Umsatzerlösen ausgewiesen.

(6) Rückstellungen

Der Rückstellungsbetrag der Pensionsverpflichtungen beträgt zum Bilanzstichtag 66,7 Mio. € (im Vorjahr 66,7 Mio. €). Gemäß durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre würde der Rückstellungsbetrag 67,5 Mio. € (im Vorjahr 70,2 Mio. €) betragen. Somit ergibt sich ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 0,8 Mio. € (im Vorjahr 3,5 Mio. €). Der Zeitwert der Wertpapiere des Anlagevermögens, die ein zu verrechnendes Deckungsvermögen darstellen, beträgt zum Bilanzstichtag 15.779,99 € (im Vorjahr 18.645,14 €).

Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Personalbereich vor allem die Altersteilzeit- und Jubiläumsverpflichtungen sowie sonstige Aufwendungen. Des Weiteren bestehen Rückstellungen für regulatorische Verpflichtungen, für Jahresabschlusskosten, für noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen und für unterlassene Instandhaltungen sowie weitere branchenspezifische rechtliche Risiken.

(7) Verbindlichkeiten

31.12.2023
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamt
T€
≤ 1 Jahr
T€
>1 Jahr
T€
davon > 5 Jahre
T€
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 80 80 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23.966 23.960 6 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 76.645 6.645 70.000 65.000
4. sonstige Verbindlichkeiten 9.128 8.388 740 481
- davon aus Steuern (943)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0)
109.819 39.073 70.746 65.481
31.12.2022
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamt
T€
≤ 1 Jahr
T€
>1 Jahr
T€
davon > 5 Jahre
T€
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 163 163 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18.169 18.013 156 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 100.055 30.055 70.000 70.000
4. sonstige Verbindlichkeiten 7.091 6.285 806 541
- davon aus Steuern (2.147)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (1)
125.478 54.516 70.962 70.541

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 90,8 Mio. € (im Vorjahr 111,6 Mio. €) weisen nach erfolgter Aufrechnung gegen die entsprechenden Forderungen in Höhe von 14,2 Mio. € (im Vorjahr 11,5 Mio. €) insgesamt einen Restsaldo von 76,6 Mio. € (im Vorjahr 100,1 Mio. €) aus. Sie bestehen im Wesentlichen gegenüber der Mark-E und beinhalten die Gesellschafterdarlehen in Höhe von 70,0 Mio. € (im Vorjahr 100,0 Mio. €). Das endfällige Gesellschafterdarlehen aus dem Jahr 2016 in Höhe von 30 Mio. € ist zum 31. Dezember 2023 vollständig getilgt worden. Des Weiteren bestehen Verbindlichkeiten aus der Gewinnabführung an die Mark-E in Höhe von 16,5 Mio. € (im Vorjahr 1,8 Mio. €) sowie aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 2,3 Mio. € (im Vorjahr 6,2 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber der SWL in Höhe von 2,0 Mio. € (im Vorjahr 3,5 Mio. €) betragen nach Aufrechnung der Forderungen gegen die SWL 0,0 Mio. € (im Vorjahr 0,0 Mio. €) und beinhalten ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(8) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

Umsatzerlöse 2023
Mio. €
2022
Mio. €
Veränderung
Mio. €
Erlöse aus Netzentgelten Strom 219,9 201,1 18,8
Erlöse aus Netzentgelten Gas 49,2 36,8 12,4
Erlöse aus Netzentgelten Wasser 23,8 20,9 2,9
Sonstige Umsatzerlöse 80,9 69,0 11,9
Gesamt 373,8 327,8 46,0

Die Umsatzerlöse enthalten insgesamt periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 2,4 Mio. €.

(9) sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten unter anderem Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Erträge aus Schadenersatz.

Es sind 1,1 Mio. € periodenfremde Erträge in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.

(10) Materialaufwand

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren setzen sich überwiegend aus den Aufwendungen für die Netzverluste Strom, Aufwendungen aus den Mehr-/Mindermengenabrechnungen Strom und Gas, der Offshore-Umlage, der § 19 StromNEV-Umlage, der KWKG-Umlage sowie aus den Einspeisevergütungen nach dem EEG und dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) zusammen. Auch die sonstigen Strombezugsaufwendungen und der Materialverbrauch aus eigenen Lagern sind in diesem Posten enthalten.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beinhalten Aufwendungen aus dem zentralen Dienstleistungsvertrag mit der Mark-E sowie den Betriebsführungsverträgen mit der Stadtwerke Kierspe GmbH und der Stadtwerke Altena GmbH. Auch werden in dieser Position die Kosten für die vorgelagerten Netze Strom und Gas, die Konzessionsabgaben, die Pachtaufwendungen für diverse Strom-, Gas- und Wassernetze, die vermiedenen Netzentgelte und die Fremdleistungen und -lieferungen für den Betrieb und die Instandhaltung der Fortleitungs- und Verteilungsanlagen ausgewiesen.

Der Posten enthält periodenfremde Aufwandsminderungen in Höhe von 3,0 Mio. €.

(11) Personalaufwand

Die Mitarbeiterzahl setzt sich im Jahresdurchschnitt wie folgt zusammen:

2023 2022 Veränderung
Geschäftsführer 2 2 0
Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt bei ENERVIE Vernetzt
Männliche Mitarbeiter 353 339 14
Weibliche Mitarbeiter 34 30 4
Arbeitnehmer Gesamt 387 369 18
Auszubildende 33 33 0

(12) Abschreibungen

Zu den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen wird auf die Übersicht "Entwicklung des Anlagevermögens 2023" verwiesen.

Die Abschreibungen berücksichtigen erstmalig die ratierliche Anpassung der Nutzungsdauern des Gasnetzes.

(13) sonstige betriebliche Aufwendungen

Diese Position enthält im Wesentlichen die Aufwendungen für die Mietaufwendungen für die Standorte Hagen und Lüdenscheid, Prüfungs-, Rechts- und Beratungskosten, Versicherungsaufwendungen, IT-Dienstleistungen sowie andere sonstige Kosten.

Der Posten enthält periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 0,6 Mio. €.

(14) Finanzergebnis

Finanzergebnis 2023
T€
2022
T€
Veränderung
T€
Finanzerträge 1.047 144 903
davon Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0 0 0
davon Zinserträge aus langfristigen Rückstellungsverpflichtungen 425 12 413
davon sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 622 132 490
Finanzaufwendungen 4.934 5.486 -552
davon Zinsaufwendungen für langfristige Rückstellungsverpflichtungen 1.195 2.094 -899
davon Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.739 3.392 347
Gesamt -3.887 -5.342 1.455

(15) Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne

Aufgrund des mit der Mark-E bestehenden Gewinnabführungsvertrags wird der Gewinn zu 100 Prozent an die Organträgerin Mark-E abgeführt.

Sonstige Angaben

Abschlussprüferhonorar

Das Honorar des Abschlussprüfers wird gemäß § 285 Nr. 17 HGB im Konzernabschluss der ENERVIE angegeben.

Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen

1. Außerbilanzielle Geschäfte gemäß § 285 Nr. 3 HGB, die für die Beurteilung der Finanzlage notwendig sind:

Es bestehen zum Bilanzstichtag außerbilanzielle Geschäfte aus überwiegend langfristigen Leasingverträgen in Höhe von insgesamt 0,4 Mio. €.

Art Wert
Mio. €
Zweck Vorteile Risiken
Fahrzeugleasing 0,4 Liquiditätsverbesserung Verbesserung der Eigenkapitalquote -

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB, die für die Beurteilung der Finanzlage notwendig sind:

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt 185,9 Mio. € (im Vorjahr 167,3 Mio. €), davon sind 95,3 Mio. € (im Vorjahr 77,6 Mio. €) gegenüber verbundenen Unternehmen.

Das Bestellobligo beträgt 33,6 Mio. €.

Es bestehen langfristige vertragliche Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Diese betreffen den zentralen Dienstleistungsvertrag mit der Mark-E mit einer festen Vertragslaufzeit bis Ende 2024 in Höhe von 27,2 Mio. € sowie den Wasser-Netzpachtvertrag mit der SWL bis Ende 2032 mit 32,7 Mio. €. Für die jeweiligen Standorte bestehen mit den jeweiligen verbundenen Unternehmen Mietverträge. Für den Standort Lüdenscheid beträgt die Verpflichtung in 2024 1,3 Mio. € und für den Standort Hagen aufgrund seiner Laufzeit bis Ende 2024 2,6 Mio. €. Mit der Mark-E besteht zusätzlich ein Stromliefervertrag für Verlustenergie mit der Verpflichtung in Höhe von 28,5 Mio. € und einer Laufzeit bis 2025, ein Vertrag über infrastrukturelle Leistungen und Abrechnung von Betriebskosten in Höhe von 1,0 Mio. € und ein IT-Dienstleistungsvertrag in Höhe von 2,0 Mio. € jeweils mit einer Laufzeit bis Ende 2024.

Weiterhin bestehen Verpflichtungen aus zwei Betriebsführungsverträgen und zwei Netzpachtverträgen mit der Stadtwerke Kierspe GmbH und der Stadtwerke Altena GmbH. Die Verträge haben eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027 und verlängern sich automatisch, wenn nicht ein Jahr zum Jahresende schriftlich gekündigt wird. Für die restliche Laufzeit der Verträge beträgt die Verpflichtung gegenüber der Stadtwerke Kierspe GmbH 3,9 Mio. € und gegenüber der Stadtwerke Altena GmbH 7,7 Mio. €.

Bestand hat ebenfalls der Netzpachtvertrag mit der Stadtwerke Meinerzhagen mit einem Vertragsende 2025 in Höhe von 1,1 Mio. € sowie der Netzpachtvertrag mit der Gelsenwasser Energienetze, welcher auf die Gemeindewerke Finnentrop übertragen wurde, mit einem Vertragsende 2033 in Höhe von 0,1 Mio. €. Mit der Stadtwerke Plettenberg bestehen drei Netzpachtverträge mit einer Vertragslaufzeit bis Ende 2026 sowie 2032 und einer Verpflichtung in Höhe von 30,6 Mio. €. Ebenso bestehen zwei Netzpachtverträge mit der Stadtwerke Werdohl mit einem Vertragsende 2032 in Höhe von 13,6 Mio. €.

ENERVIE Vernetzt ist sowohl Mitglied der Kommunalen Zusatzversorgungskasse Westfalen-Lippe (kvw-Zusatzversorgung) mit Sitz in Münster als auch Beteiligte der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) mit Sitz in Karlsruhe. Beide Zusatzversorgungskassen haben die Aufgabe, den Beschäftigten ihrer Mitglieder bzw. Beteiligten eine zusätzliche Alters-, Erwerbminderungs- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer beitragsorientierten Leistungszusage zu gewähren.

Die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung richten sich bei der kvw-Zusatzversorgung nach dem Tarifvertrag über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (ATV-K) und bei der VBL nach dem Tarifvertrag über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (ATV). Seit dem 1. Januar 2002 ist die Höhe der Betriebsrente insbesondere abhängig von dem jeweiligen Jahresentgelt und dem Alter des Beschäftigten (sog. Punktemodell). Anwartschaften aus dem bis zum 31. Dezember 2001 durchgeführten Gesamtversorgungssystem werden zusätzlich in Form einer Startgutschrift berücksichtigt.

Die Versorgungsverpflichtungen werden im Umlageverfahren in Form eines Abschnittsdeckungsverfahrens finanziert. Infolge der Schließung des Gesamtversorgungssystems und des Wechsels zum Punktemodell decken die beiden Zusatzversorgungskassen die Finanzierung der Ansprüche und Anwartschaften, die vor dem 1. Januar 2002 begründet worden sind, unterschiedlich ab.

So erhebt die kvw-Zusatzversorgung neben den Umlagen ein pauschales Sanierungsgeld zur Deckung eines zusätzlichen Finanzbedarfs. Im Jahr 2023 beträgt der Umlagesatz 4,50 Prozent des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts. Der Prozentsatz für das Sanierungsgeld beträgt 3,25 Prozent.

Ab 2018 wird bei der VBL kein beteiligtenspezifisches, individuelles Sanierungsgeld erhoben. Der Gesamtumlagesatz der VBL beträgt für das Jahr 2023 7,3 Prozent des versorgungsfähigen Entgelts. Davon trägt ENERVIE Vernetzt einen Anteil von 5,49 Prozent, der Eigenanteil der Arbeitnehmer liegt bei 1,81 Prozent. Die VBL wird die Einnahmen aus dem zusätzlichen Arbeitnehmerbeitrag zur Umlage mit dem Ziel ansparen, die biometrischen Risiken der Beschäftigten zu finanzieren, die den einzahlenden Arbeitgebern zuzurechnen sind; sie werden vorerst nicht zur Finanzierung von Rentenleistungen verwendet.

Die Summe der zusatzversorgungspflichtigen Entgelte, die die kvw-Zusatzversorgung betreffen, beträgt für die Beschäftigten der ENERVIE Vernetzt im Geschäftsjahr 2023 13,7 Mio. €; die daraus resultierende und an die kvw-Zusatzversorgung abgeführte Umlage inkl. Sanierungsgeld beläuft sich auf 1,06 Mio. €.

Die Summe der zusatzversorgungspflichtigen Entgelte, die die VBL betreffen, beträgt für die Beschäftigten der ENERVIE Vernetzt im Geschäftsjahr 2023 3,6 Mio. €. Davon entfällt auf ENERVIE Vernetzt ein Gesamt-Umlageaufwand von 0,2 Mio. €. Der Umlage-Eigenanteil der Arbeitnehmer beträgt 0,06 Mio. €.

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ENERVIE Vernetzt haben, haben sich nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 nicht ergeben.

Angaben nach § 6b Absatz 2 Energiewirtschaftsgesetz

Im Berichtsjahr wurden folgende Geschäfte größeren Umfangs, die aus dem Rahmen der gewöhnlichen Tätigkeit eines Netzbetreibers herausfallen und für die Beurteilung der Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens nicht von untergeordneter Bedeutung sind, getätigt.

ENERVIE Vernetzt empfängt Leistungen von verbundenen Unternehmen:

Vertragspartner Vertragsgegenstand Mio.
Mark-E Aktiengesellschaft Zentrale Dienstleistungen 27,2
Stadtwerke Lüdenscheid GmbH Netzpachtvertrag Wassernetz 3,2
Mark-E Aktiengesellschaft IT-Dienstleistungen 2,0
ENERVIE - Südwestfalen Energie und Wasser AG Miete Standort Hagen 1,9
Stadtwerke Lüdenscheid GmbH Miete Standort Lüdenscheid 1,3
Mark-E Aktiengesellschaft Infrastrukturelle Leistungen/Betriebskosten 1,0

Angaben nach § 6b Absatz 3 Energiewirtschaftsgesetz und § 3 Absatz 4 Satz 2 Messstellenbetriebsgesetz

Nach § 6b Absatz 3 EnWG und § 3 Absatz 4 Satz 2 MsbG werden in der Rechnungslegung für die Tätigkeitsbereiche Elektrizitätsverteilung, Gasverteilung und grundzuständiger Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme Abschlüsse erstellt.

Organe der Gesellschaft

Der Geschäftsführung gehörten im Berichtsjahr an:

Wolfgang Hinz, Ingenieur, Schalksmühle

Jürgen Peiler, Ingenieur, Konstanz

Herr Hinz und Herr Peiler sind hauptberuflich Geschäftsführer der ENERVIE Vernetzt.

Bezüge der Geschäftsführer

Die Gesamtbezüge der Geschäftsführer bestehen aus einem festen Jahresgrundgehalt, einer variablen Vergütung, einer Versorgungsregelung für sie selbst und ihre Hinterbliebenen sowie sonstigen Vergütungsbestandteilen, insbesondere Dienstwagen und Versicherungsbeiträgen. Für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2023 betragen die Gesamtbezüge 390.002,10 €.

Jahresgrundgehalt, variable Vergütung, andere Einmalzahlungen, Sachbezug PKW und Sachbezug Unfallversicherung

Jahresgrundgehalt
in €
Variable Vergütung
in €
Inflationsausgleichsprämie
in €
Wolfgang Hinz 140.429,28 40.924,60 3.000,00
Jürgen Peiler 139.200,00 40.018,26 3.000,00
Jahresgrundgehalt
in €
Sachbezug PKW
in €
Sachbezug Unfallversicherung
in €
Wolfgang Hinz 5.589,12 102,22
Jürgen Peiler 11.998,80 102,22

Altersvorsorge

Für den Fall der Beendigung der Tätigkeiten wegen Vollendung des Lebensjahres, das zum Bezug von ungekürzter Regelaltersrente oder vorzeitige Altersrente oder Erwerbsminderung aus der gesetzlichen Rentenversicherung berechtigt oder berechtigen würde, besteht Anspruch auf Ruhegeld für Herrn Hinz.

Versorgungs- zusage Versorgungsatz zum 31.12.2023 Zuführung Pensionsrückstellung 2023
in €
Barwert der Rückstellung zum 31.12.2023
in €
Wolfgang Hinz 19,6 % und 30,8 % * 15.334,00 877.229,00

* 18,9 Prozent bis zur Beitragsbemessungsgrenze und 29,7 Prozent ab der Beitragsbemessungsgrenze, RV gemäß Versorgungsordnung 1998

Herr Peiler hat eine Zusatzversorgung bei der Kommunalen Zusatzversorgungskasse Münster. Laut derzeitiger Satzung der Zusatzversorgungskasse werden hierfür Beiträge von 4,5 Prozent des ruhegeldfähigen Einkommens abgeführt. Für 2023 wurden 5.637,60 € abgeführt, welche Bestandteile der Gesamtbezüge sind.

Übergangsgeld

Bei regulärer Beendigung des Vertrages hat Herr Hinz keinen Anspruch auf Übergangsgeld. Herr Peiler hat einen Anspruch auf Übergangsgeld in Höhe von 87.000,00 €.

Mandatseinkünfte

Bezüge aus Ämtern und Tätigkeiten in Gesellschaften
in €
Wolfgang Hinz 0,00
Jürgen Peiler 800,00

 

Hagen, 12. Juni 2024

Wolfgang Hinz

Jürgen Peiler

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Stand 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 23.830.380,35 577.196,53 928.396,99 28.307,08 23.507.486,97
2. geleistete Anzahlungen 128.547,22 121.162,56 0,00 -25.057,67 224.652,11
23.958.927,57 698.359,09 928.396,99 3.249,41 23.732.139,08
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 49.516.090,81 518.248,24 46.764,16 149.594,39 50.137.169,28
2. Fortleitungs-und Verteilungsanlagen 1.048.083.291,18 18.303.719,63 2.695.553,70 5.436.762,95 1.069.128.220,06
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 22.757.854,33 1.959.386,68 822.138,76 61.881,93 23.956.984,18
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 11.600.093,23 12.181.099,62 0,00 -5.651.488,68 18.129.704,17
1.131.957.329,55 32.962.454,17 3.564.456,62 -3.249,41 1.161.352.077,69
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 4.948,88 0,00 1.410,82 0,00 3.538,06
Anlagevermögen gesamt 1.155.921.206,00 33.660.813,26 4.494.264,43 0,00 1.185.087.754,83
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2023
Abschreibungen des Geschäftsjahres
Zuschreibungen des Geschäftsjahres
Abgänge
Stand 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 20.943.223,35 1.128.730,61 0,00 928.396,99 21.143.556,97
2. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
20.943.223,35 1.128.730,61 0,00 928.396,99 21.143.556,97
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 39.770.510,34 479.704,63 0,00 43.911,15 40.206.303,82
2. Fortleitungs-und Verteilungsanlagen 800.561.221,63 16.448.445,93 0,00 2.639.244,90 814.370.422,66
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.475.384,33 2.219.531,61 0,00 802.849,76 14.892.066,18
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
853.807.116,30 19.147.682,17 0,00 3.486.005,81 869.468.792,66
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 667,66 0,00 268,86 0,00 398,80
Anlagevermögen gesamt 874.751.007,31 20.276.412,78 268,86 4.414.402,80 890.612.748,43
Buchwerte
Stand 31.12.2023
Stand Vorjahr
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.363.930,00 2.887.157,00
2. geleistete Anzahlungen 224.652,11 128.547,22
2.588.582,11 3.015.704,22
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 9.930.865,46 9.745.580,47
2. Fortleitungs-und Verteilungsanlagen 254.757.797,40 247.522.069,55
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.064.918,00 9.282.470,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 18.129.704,17 11.600.093,23
291.883.285,03 278.150.213,25
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 3.139,26 4.281,22
Anlagevermögen gesamt 294.475.006,40 281.170.198,69

Tätigkeitenbilanzen zum 31. Dezember 2023
Elektrizitätsverteilung

AKTIVA

31.12.2023 Vorjahreszahlen
T€
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.993.937,57 2.418
2. geleistete Anzahlungen 176.548,52 102
2.170.486,09 2.520
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 8.423.153,08 8.156
2. Fortleitungs- und Verteilungsanlagen 180.976.506,25 176.542
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.486.190,04 7.724
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 12.191.558,58 6.929
209.077.407,95 199.351
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 2.023,88 3
211.249.917,93 201.875
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.177.188,88 2.371
2. unfertige Leistungen 2.017.499,42 1.446
3. Waren 369.701,00 160
4. Emissionsrechte 0,00 0
4.564.389,31 3.977
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 32.247.138,35 21.073
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 858.516,09 20.093
3. sonstige Vermögensgegenstände 2.525.082,65 2.508
35.630.737,09 43.674
III. Guthaben bei Kreditinstituten 387.688,71 49
40.582.815,11 47.701
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 950.232,06 1.029
252.782.965,10 250.605

PASSIVA

31.12.2023 Vorjahreszahlen
T€
A. EIGENKAPITAL 102.397.013,06 78.503
B. BAUKOSTENZUSCHÜSSE 14.557.832,77 14.539
C. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 43.069.280,68 45.089
2. sonstige Rückstellungen 13.166.216,21 20.264
56.235.496,89 65.352,97
D. VERBINDLICHKEITEN
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 80.393,26 160
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22.253.124,49 15.346
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 51.664.972,80 71.846
4. sonstige Verbindlichkeiten 5.594.131,83 4.857
davon aus Steuern 581.998,06 €;
Vorjahr 1.384 T€
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,00 €;
Vorjahr 0 T€
79.592.622,38 92.209
252.782.965,10 250.605

Tätigkeiten-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Elektrizitätsverteilung

2023 Vorjahreszahlen
T€
1. Umsatzerlöse 269.176.980,74 239.958
2. Veränderung des Bestands an unfertigen Leistungen 831.853,08 197
3. andere aktivierte Eigenleistungen 2.060.061,27 2.304
4. sonstige betriebliche Erträge 1.210.680,31 2.023
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 88.556.893,81 64.410
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 119.777.235,76 116.148
208.334.129,57 180.558
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 17.611.515,54 16.351
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 5.437.163,52 6.000
davon für Altersversorgung 2.081.159,96 €; im Vorjahr 1.178 T€
23.048.679,06 22.350
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 14.475.519,68 13.951
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 10.120.454,14 10.055
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 226,07 0
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 663.138,54 92
davon aus verbundenen Unternehmen 383.302,61 €; im Vorjahr 84 T€
davon Zinserträge aus langfristigen Rückstellungsverpflichtungen 279.834,93 €; im Vorjahr 8 T€
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.454.922,23 3.851
davon an verbundene Unternehmen 2.668.728,00 €; im Vorjahr 2.426 T€
davon Zinsaufwendungen aus langfristigen Rückstellungsverpflichtungen 772.881,92 €; im Vorjahr 816 T€
12. Ergebnis nach Steuern 14.509.235,33 13.811
13. sonstige Steuern 333.540,93 302
14. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags
abgeführte Gewinne 14.175.694,40 13.509
15. Jahresüberschuss 0,00 0

Verbindlichkeitenspiegel
Elektrizitätsverteilung

31.12.2023
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamt
T€
≤ 1 Jahr
T€
>1 Jahr
T€
davon > 5 Jahre
T€
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 80 80 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22.253 22.247 6 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 51.666 4.479 47.187 43.816
4. sonstige Verbindlichkeiten 5.594 5.141 453 295
- davon aus Steuern (582)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0)
79.594 31.948 47.646 44.111
31.12.2022
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamt
T€
≤ 1 Jahr
T€
>1 Jahr
T€
davon > 5 Jahre
T€
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 160 160 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.346 15.214 132 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 71.846 21.581 50.264 50.264
4. sonstige Verbindlichkeiten 4.857 4.305 553 370
- davon aus Steuern (1.384)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0)
92.209 41.260 50.949 50.635

Tätigkeitenbilanzen zum 31. Dezember 2023
Gasverteilung

AKTIVA

31.12.2023 Vorjahreszahlen
T€
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 225.103,10 319
2. geleistete Anzahlungen 27.395,90 13
252.499,00 333
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 522.484,53 552
2. Fortleitungs- und Verteilungsanlagen 38.232.775,23 37.601
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 904.919,02 853
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.389.368,20 2.091
42.049.546,98 41.097
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 705,08 1
42.302.751,06 41.430
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 965.494,09 829
2. unfertige Leistungen 414.734,93 176
3. Waren 138.795,19 50
4. Emissionsrechte 3.300,00 4
1.522.324,20 1.060
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.048.765,68 5.304
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 461.045,32 3.475
3. sonstige Vermögensgegenstände 2.175.640,96 598
5.685.451,97 9.377
III. Guthaben bei Kreditinstituten 145.548,23 15
7.353.324,40 10.452
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 693.781,84 747
50.349.857,31 52.630

PASSIVA

31.12.2023 Vorjahreszahlen
T€
A. EIGENKAPITAL 9.407.717,52 2.099
B. BAUKOSTENZUSCHÜSSE 5.370.586,92 5.709
C. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15.753.598,70 13.971
2. sonstige Rückstellungen 6.397.133,28 11.643
22.150.731,98 25.613,31
D. VERBINDLICHKEITEN
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 2
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.013.070,49 2.568
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.031.682,23 14.771
4. sonstige Verbindlichkeiten 1.376.068,16 1.868
davon aus Steuern 218.496,92 €;
Vorjahr 435 T€
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,00 €;
Vorjahr 0 T€
13.420.820,89 19.209
50.349.857,31 52.630

Tätigkeiten-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Gasverteilung

2023 Vorjahreszahlen
T€
1. Umsatzerlöse 70.280.904,77 58.300
2. Veränderung des Bestands an unfertigen Leistungen 312.298,87 62
3. andere aktivierte Eigenleistungen 219.891,43 264
4. sonstige betriebliche Erträge 142.550,73 241
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 13.286.658,57 19.698
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 34.276.058,44 23.830
47.562.717,01 43.528
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.397.360,95 5.120
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.077.371,54 1.948
davon für Altersversorgung 845.350,63 €; im Vorjahr 912 T€
8.474.732,49 7.068
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.977.767,80 2.707
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 7.179.607,61 3.717
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 78,77 0
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 240.063,58 30
davon aus verbundenen Unternehmen 143.901,95 €; im Vorjahr 26 T€
davon Zinserträge aus langfristigen Rückstellungsverpflichtungen 96.161,63 €; im Vorjahr 4 T€
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 818.530,09 938
davon an verbundene Unternehmen 534.564,00 €; im Vorjahr 498 T€
davon Zinsaufwendungen aus langfristigen Rückstellungsverpflichtungen 281.165,72 €; im Vorjahr 253 T€
12. Ergebnis nach Steuern 4.182.433,15 938
13. sonstige Steuern 17.146,88 15
14. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags
abgeführte Gewinne 4.165.286,27 922
15. Jahresüberschuss 0,00 0

Verbindlichkeitenspiegel
Gasverteilung

31.12.2023
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamt
T€
≤ 1 Jahr
T€
>1 Jahr
T€
davon > 5 Jahre
T€
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 0 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.013 1.013 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.032 956 10.076 9.356
4. sonstige Verbindlichkeiten 1.376 1.265 112 72
- davon aus Steuern (218)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0)
13.421 3.234 10.187 9.428
31.12.2022
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamt
T€
≤ 1 Jahr
T€
>1 Jahr
T€
davon > 5 Jahre
T€
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2 2 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.568 2.546 22 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 14.771 4.437 10.334 10.334
4. sonstige Verbindlichkeiten 1.868 1.655 212 142
- davon aus Steuern (435)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0)
19.209 8.640 10.569 10.476

Tätigkeitenbilanzen zum 31. Dezember 2023 grundzuständiger Messstellenbetrieb (MsbG)

AKTIVA

31.12.2023 Vorjahreszahlen
T€
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0
2. geleistete Anzahlungen 4.194,90 9
4.194,90 9
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 0
2. Fortleitungs- und Verteilungsanlagen 3.298.090,12 2.543
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.170,53 3
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 8
3.302.260,65 2.553
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 0,00 0
3.306.455,55 2.563
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 0,00 0
2. unfertige Leistungen 0,00 0
3. Waren 0,00 0
4. Emissionsrechte 0,00 0
0,00 0
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0,00 0
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 129.322,30 642
3. sonstige Vermögensgegenstände 0,00 0
129.322,30 642
III. Guthaben bei Kreditinstituten 0,00 0
129.322,30 642
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 0,00 0
3.435.777,84 3.205

PASSIVA

31.12.2023 Vorjahreszahlen
T€
A. EIGENKAPITAL 2.780.979,01 1.729
B. BAUKOSTENZUSCHÜSSE 0,00 0
C. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 216.065,06 545
2. sonstige Rückstellungen 311,50 21
216.376,56 566
D. VERBINDLICHKEITEN
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0,00 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 438.422,27 910
4. sonstige Verbindlichkeiten 0,00 0
davon aus Steuern 0,00 €; Vorjahr 0 T€
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,00 €; Vorjahr 0 T€
438.422,27 910
3.435.777,84 3.205

Tätigkeiten-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 grundzuständiger Messstellenbetrieb

2023 Vorjahreszahlen
T€
1. Umsatzerlöse 1.690.766,43 1.436
2. Veränderung des Bestands an unfertigen Leistungen 0,00 0
3. andere aktivierte Eigenleistungen 0,00 0
4. sonstige betriebliche Erträge 434,70 0
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 11.189,80 9
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 265.745,99 190
276.935,79 199
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 82.193,34 183
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 26.914,45 70
davon für Altersversorgung 10.539,26 €; im Vorjahr 32 T€
109.107,79 253
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 602.012,01 406
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 231.603,05 321
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,00 0
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.310,07 0
davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 €; im Vorjahr 0 T€
davon Zinserträge aus langfristigen Rückstellungsverpflichtungen 2.310,07 €; im Vorjahr 0 T€
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 45.642,45 48
davon an verbundene Unternehmen 41.664,00 €; im Vorjahr 31 T€
davon Zinsaufwendungen aus langfristigen Rückstellungsverpflichtungen 3.771,43 €; im Vorjahr 10 T€
12. Ergebnis nach Steuern 428.210,11 208
13. sonstige Steuern 0,00 0
14. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 428.210,11 208
15. Jahresüberschuss 0,00 0

Verbindlichkeitenspiegel grundzuständiger Messstellenbetrieb (MsbG)

31.12.2023
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamt
T€
≤ 1 Jahr
T€
>1 Jahr
T€
davon > 5 Jahre
T€
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 0 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 438 38 400 372
4. sonstige Verbindlichkeiten 0 0 0 0
- davon aus Steuern (0)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0)
438 38 400 372
31.12.2022
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamt
T€
≤ 1 Jahr
T€
>1 Jahr
T€
davon > 5 Jahre
T€
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 0 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 910 273 637 637
4. sonstige Verbindlichkeiten 0 0 0 0
- davon aus Steuern (0)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0)
910 273 637 637

Ergänzende Erläuterungen zur Rechnungslegung und internen Buchführung gemäß § 6b Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
und § 3 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Erläuterungen

Gesetzliche Vorgaben

Gemäß § 6b Absatz 1 EnWG n. F. haben Energieversorgungsunternehmen ungeachtet ihrer Eigentumsverhältnisse und ihrer Rechtsform einen Jahresabschluss nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 264 ff. HGB) aufzustellen, prüfen zu lassen und offen zu legen.

Dabei umfasst die Prüfung auch die Einhaltung der Pflichten zur internen Rechnungslegung nach § 6b Absatz 3 EnWG. Da die ENERVIE Vernetzt GmbH, Hagen, im Folgenden ENERVIE Vernetzt genannt, die Voraussetzungen für Energieversorgungsunternehmen im Sinne des § 3 Nr. 18 EnWG erfüllt, finden die Entflechtungsbestimmungen des § 6b EnWG Anwendung.

Aufgrund des § 6b Absatz 3 EnWG in Verbindung mit § 3 Absatz 4 Satz 2 MsbG hat die ENERVIE Vernetzt als Netzbetreiber zur Vermeidung von Diskriminierung und Quersubventionierung in ihrer internen Rechnungslegung jeweils getrennte Konten für jede ihrer Tätigkeiten aus den Bereichen Elektrizitätsverteilung, Gasverteilung und grundzuständiger Messstellenbetrieb sowie für die Tätigkeiten außerhalb dieser drei Bereiche zu führen.

Mit der Novellierung des EnWG vom 26. Juli 2021 sind neue Regelungen zur Regulierung von Wasserstoffnetzen in Kraft getreten. Wasserstoffinfrastrukturbetreiber haben nun die Möglichkeit, sich der Regulierung zu unterwerfen und ihre bestehende oder geplante Wasserstoffinfrastruktur auf Bedarfsgerechtigkeit prüfen zu lassen.

Tätigkeitsabschlüsse ENERVIE Vernetzt

Unter Berücksichtigung der Vorgaben durch das EnWG werden von der ENERVIE Vernetzt Tätigkeitsabschlüsse für Elektrizitätsverteilung, Gasverteilung und grundzuständiger Messstellenbetrieb erstellt.

Für jeden der Tätigkeitsbereiche ist gemäß § 6b Absatz 3 Satz 6 EnWG und § 3 Absatz 4 Satz 2 MsbG jeweils eine Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung aufzustellen. Grundsätzlich sind die §§ 264 ff. HGB anzuwenden. Zu beachten ist, dass die ausgeübten Wahlrechte bei der Bilanzierung des Jahresabschlusses maßgebend sind für die Bilanzen der einzelnen Tätigkeitsbereiche.

Grundsätze der Zuordnung

Soweit möglich werden die wesentlichen Aktiv- und Passivposten sowie Aufwendungen und Erträge den Unternehmensaktivitäten auf Basis von Einzelkonten und Kostenstellen direkt zugeordnet. Dabei wird in Einzelfällen auch eine Einzelpostenanalyse durchgeführt. In den Fällen, in denen nur ein mittelbarer Sachbezug zu den einzelnen Aktivitäten vorliegt oder die weitere Zuordnung der Konten mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden wäre, werden Schlüsselungen und Kostenumlagen sachgerecht vorgenommen.

Die Vermögensgegenstände und Schulden der einzelnen Tätigkeitsbilanzen ergeben sich anhand direkter Kontenzuordnung, Zuordnung durch Kostenstellen und durch Schlüsselungen.

Das Eigenkapital - bestehend aus gezeichnetem Kapital, Kapitalrücklage sowie der Gewinnrücklage - wurde den Sparten Strom, Gas, grundzuständiger Messstellenbetrieb, Wasser und Sonstiges zugeordnet.

Aufwendungen und Erträge werden den einzelnen Tätigkeitsgewinn- und verlustrechnungen zugeordnet. Es liegen keine getrennten Hauptbuchkonten vor. Die einzelnen Tätigkeiten werden durch die Zusammenfassung von Kostenstellen zu Kostenstellengruppen definiert. Diese Zusammenfassung von Kostenstellen ist hierarchisch und eindeutig. Eine Zuordnung zu den jeweiligen Tätigkeiten ist somit gewährleistet. Die Umlage der nicht direkt zuordenbaren Kosten erfolgt kostenartenscharf auf dafür definierten Umlagekonten.

Die Sparte grundzuständiger Messstellenbetrieb wurde durch eine eigene Kostenstellengruppe primär gebucht und abgebildet. Die Gesamtkosten der Messung wurden zusätzlich anteilig dem grundzuständigen Messstellenbetrieb zugeordnet.

Schlüsselung

Gemäß § 6b Absatz 3 Satz 5 EnWG hat eine Schlüsselung der Konten zu erfolgen, soweit eine direkte Zuordnung zu den einzelnen Tätigkeiten nicht möglich ist oder mit unvertretbarem Aufwand verbunden wäre. Diese Schlüsselung muss sachgerecht und für Dritte nachvollziehbar sein.

Grundsätzlich werden die Kosten und Erlöse direkt über Kostenstellen der Strom-, Gasverteilung sowie dem grundzuständigen Messstellenbetrieb zugeordnet. Sofern dies nicht möglich oder nur mit unvertretbar hohem Aufwand realisierbar ist, erfolgt eine sachgerechte Aufteilung mittels Schlüsselung. Mit rückwirkender Gründung der großen Netzgesellschaft ENERVIE Vernetzt zum 1. Januar 2015 wurden sowohl Kostenarten als auch Kostenstellen hinzugefügt und zugeordnet.

Bei der Aufteilung nicht direkt zuordenbarer GuV- und Bilanzpositionen kamen folgende Schlüssel zum Einsatz:

Personalschlüssel

Datengrundlage für den Personalschlüssel bilden alle Mitarbeiter, die auf Kostenstellenebene den einzelnen Organisationseinheiten im Unternehmen zuzuordnen sind. Neben den primär auf die verschiedenen Tätigkeitsbereiche zugeordneten Mitarbeitern sind die nicht direkt verteilbaren Mitarbeiter über Verteilungsschlüssel den Tätigkeitsbereichen zugewiesen worden. Die verbleibenden Mitarbeiter werden stufenweise im Netzbereich durch einen angemessenen Verteilungsschlüssel umgelegt.

Der Schlüssel findet insbesondere bei der Aufteilung des Personalaufwandes sowie bei den Kostenarten mit Personalbezug Anwendung. Dieser Schlüssel findet ebenso Anwendung bei den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie den sonstigen Rückstellungen mit Personalbezug.

Buchrestwertschlüssel

Grundlage für den Buchrestwertschlüssel bilden die Restbuchwerte des Anlagevermögens der ENERVIE Vernetzt zum 31. Dezember 2023, unterschieden nach den verschiedenen Bestandskonten. Die Zuordnung erfolgt direkt sowie über eine indirekte Verteilung der allgemeinen Verrechnungscenter auf die zu betrachtenden Tätigkeiten.

Der jeweilige Buchrestwertschlüssel ergibt sich aus dem Verhältnis der Summe der oben genannten Restbuchwerte der Tätigkeitsbereiche zu den gesamten Restbuchwerten. Nach dem Buchrestwertschlüssel werden Abschreibungen verteilt, die sich auf einer spartenübergreifenden Kostenstelle befinden. In der Bilanz findet dieser Schlüssel Anwendung bei der Zuordnung der Darlehen und bei der Spartenaufteilung des nicht direkt zugeordneten Anlagevermögens.

Allgemeiner Verteilungsschlüssel (AVS)

Der Allgemeine Verteilungsschlüssel ergibt sich aus einem mehrstufigen Prozess. Ausgegangen wird von der Summe der Umsatzerlöse abzüglich der Materialaufwendungen. Der nicht primär auf die verschiedenen Tätigkeiten verteilbare Saldo wird im Stufenleiterverfahren auf die relevanten Tätigkeitsbereiche verteilt.

Für jeden Detaillierungsgrad der zu schlüsselnden Kosten und Erlöse wird aus dem Ergebnis des Stufenleiterverfahrens ein Detailschlüssel gebildet: z. B. Netze Strom/Wasser oder Netze Strom/Gas/Wasser. Dieser Schlüssel findet Anwendung bei Konten, die keiner Sparte direkt zugeordnet werden können. Gleichzeitig wird dieser Schlüssel für die Aufteilung der kurzfristigen Verbindlichkeiten verwandt, sofern keine direkte Zuordnung einer Verbindlichkeit zu einer Sparte im Vorfeld erfolgen konnte.

Schlüssel aktivierte Eigenleistungen

Die aktivierten Eigenleistungen werden nach dem Verhältnis der Investitionsprojekte verteilt, bei denen Eigenleistungen aktiviert werden.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen langfristige vertragliche Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Diese betreffen zum einen den Vertrag über zentrale Dienste, der mit der Muttergesellschaft Mark-E geschlossen wurde. Dieser Vertrag bündelt die Dienstleistungen, die für die Netzgesellschaft von Mark-E und Stadtwerke Lüdenscheid GmbH erbracht werden. Der Gesamtbetrag der Verpflichtungen über die feste Vertragslaufzeit bis Ende 2024 beläuft sich auf voraussichtlich rund 27,2 Mio. €. Davon entfallen bis 2024 voraussichtlich auf die Elektrizitätsverteilung ein Anteil in Höhe von rund 19,1 Mio. € und auf die Gasverteilung ein Anteil in Höhe von rund 5,4 Mio. €.

Darüber hinaus bestehen Mietverträge und Verträge über infrastrukturelle Dienstleistungen sowie IT-Dienstleistungen mit Mark-E und den Stadtwerken Lüdenscheid. Bis zum Jahr 2025 belaufen sich die daraus entstehenden finanziellen Verpflichtungen auf rund 6,9 Mio. €. Davon entfällt ein Betrag in Höhe von 4,3 Mio. € auf die Elektrizitätsverteilung. In der Gasverteilung fallen Verpflichtungen in Höhe von 1,6 Mio. € an.

Zum anderen bestehen langfristige Pachtverträge über die Nutzung der Verteilungsanlagen. Hier ergibt sich für die feste Vertragslaufzeit bis Ende 2033 ein Gesamtbetrag von rund 84,4 Mio. €. Davon entfallen auf die Elektrizitätsverteilung ein Anteil in Höhe von rund 8,1 Mio. € und auf die Gasverteilung ein Anteil in Höhe von 23,5 Mio. €.

Darüber hinaus bestehen Verpflichtungen aus einem Stromliefervertrag für Verlustenergie. Diese resultieren aus Stromlieferverträgen und sind der Elektrizitätsverteilung zuzuordnen. Der Gesamtumfang des Stromliefervertrages (Netzverluste) beträgt bis zum Jahr 2025 rund 28,5 Mio. €.

Weiterhin bestehen Verpflichtungen bis zum Jahr 2027 aus zwei Betriebsführungsverträgen für die Gasnetze der Stadtwerke Kierspe GmbH und Stadtwerke Altena GmbH in Höhe von 5,3 Mio. €.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die ENERVIE Vernetzt GmbH, Hagen

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ENERVIE Vernetzt GmbH, Hagen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ENERVIE Vernetzt GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG

Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 eingehalten hat. Darüber hinaus haben wir die Tätigkeitsabschlüsse für die Tätigkeiten Elektrizitätsverteilung, Gasverteilung und grundzuständiger Messstellenbetrieb nach § 6b Abs. 3 Satz 1 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG - bestehend jeweils aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie die als Anlage beigefügten Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse - geprüft.

Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entsprechen die beigefügten Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG und des § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG.

Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten und der Tätigkeitsabschlüsse in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F. (07.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist nachfolgend weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft den IDW Qualitätsmanagementstandard: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zu dienen.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten. Die gesetzlichen Vertreter sind auch verantwortlich für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse nach den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG und des § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.

Die Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass der jeweilige Tätigkeitsabschluss kein unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Tätigkeit zu vermitteln braucht.

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen,

ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben und

ob die Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG entsprechen.

Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG beinhaltet.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sowie nach § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

Unsere Verantwortung für die Prüfung der Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass wir für den jeweiligen Tätigkeitsabschluss keine Beurteilung der sachgerechten Gesamtdarstellung vornehmen können.

 

Köln, den 13. Juni 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Winkeler, Wirtschaftsprüfer

Biermann, Wirtschaftsprüfer

Niederschrift

über die Gesellschafterversammlung der ENERVIE Vernetzt GmbH

Mark-E Aktiengesellschaft, Hagen, ist die alleinige Gesellschafterin der im Handelsregister des Amtsgerichts Hagen unter der Nummer HRB 265 eingetragenen ENERVIE Vernetzt GmbH (EV).

Unter Verzicht auf alle gesetzlichen und satzungsmäßigen Form- und Fristbestimmungen beschließen wir hiermit im Umlaufverfahren:

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 werden in der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG) geprüften Fassung 13.06.2024 durch die Gesellschafterin festgestellt.

Der Geschäftsführung wird für das Geschäftsjahr 2023 Entlastung erteilt.

Die Gesellschafterversammlung beschließt, dass die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG), Köln, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2024 bestellt wird.

 

Hagen, den 17.09.2024

Mark-E Aktiengesellschaft

Volker Neumann

Erik Höhne

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