Capita Technology GmbH
Selbe AdresseErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
André Anand Stark seit 3.1.2019 | Geschäftsführer |
Michaela Wegener seit 30.8.2018 | Prokura |
Andrew John Bowman seit 30.8.2018 | Geschäftsführer |
Leo Michael Staub-Marx seit 30.8.2018 | Geschäftsführer |
Jochen Nolte seit 19.12.2017 | Prokura |
Nico Eisenreich seit 4.12.2017 | Geschäftsführer |
Francesca Anne Todd seit 13.1.2017 | Geschäftsführer |
Rebecca Güther seit 16.10.2015 | Prokura |
Bernd Moll seit 16.10.2015 | Geschäftsführer |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Capita Süd GmbHBerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019Bilanz zum 31. Dezember 2019Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019
Anhang für das Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2019Capita Süd GmbH, BerlinDie Capita Süd GmbH, Berlin, wird beim Amtsgericht Charlottenburg unter der Nr. HRB 170235 geführt. A. Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 ist nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff, HGB) erstellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes beachtet. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewandt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB. Bezüglich des bestehenden bestandsgefährdenden Risikos verweisen wir auf unsere Erläuterungen im Lagebericht, Abschnitt IV.3. "Risikobericht". Da wir davon ausgehen, die notwendige finanzielle Unterstützung durch die Konzernobergesellschaft und eine Schwestergesellschaft auch zukünftig zu erhalten, wurde der Jahresabschluss unter Zugrundelegung der Going-Concern-Prämisse aufgestellt. B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung Anlagevermögen Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sowie die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Anlagegegenstände mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer werden planmäßig linear abgeschrieben. Bei der Berechnung der planmäßigen Abschreibungen wurde für Software eine Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren und bei beweglichen Anlagegegenständen eine Nutzungsdauer von 3 bis 23 Jahren zugrunde gelegt. Selbständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Sachanlagevermögens mit Anschaffungskosten bis EUR 800 werden sofort abgeschrieben. Umlaufvermögen Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände, der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Für Einzelrisiken wurden soweit ersichtlich angemessene Wertberichtungen gebildet. Latente Steuern Aufgrund des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde der aktive Überhang latenter Steuern nicht angesetzt. Aktive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus steuerlichen Verlustvorträgen und Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz im Bereich der sonstigen Rückstellungen. Sonstige Rückstellungen Die Rückstellungen berücksichtigen alle zum Bilanzstichtag erkennbaren Risiken, ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Der Ansatz erfolgte jeweils in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit Restlaufzeiten größer einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen passiviert. Währungsumrechnung Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Schulden wurden zum Kurs am Entstehungstag erfasst und, sofern ihre Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt, mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Soweit die Restlaufzeit >1 Jahr beträgt, wurde für Forderungen der niedrigere und für Verbindlichkeiten der höhere Devisenkassamittelkurs zur Bewertung herangezogen. C. Erläuterungen zur Bilanz sowie zur Gewinn- und Verlustrechnung Erläuterungen zur Bilanz Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens per 31. Dezember 2019 ist im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben Restlaufzeiten von weniger als einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben in Höhe von TEUR 529 (Vj. TEUR 536) eine Restlaufzeit von über einem Jahr. Zum 31. Dezember 2019 wird ein "Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" in Höhe von TEUR 902 (Vj. TEUR 2.454) ausgewiesen. Die Konzernmuttergesellschaft Capita plc und die Schwestergesellschaft Capita Customer Services (Germany) GmbH haben jeweils gegenüber der Capita Süd GmbH eine Patronatserklärung abgegeben (vgl. Lagebericht Abschnitt IV.3. "Risikobericht"). Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen (in TEUR):
Die Rückstellungen für Archivierung und die Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen haben langfristigen Charakter und wurden entsprechend abgezinst. Die übrigen sonstigen Rückstellungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Zusammensetzung und die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten haben wir in folgendem Verbindlichkeitenspiegel dargestellt (in TEUR):
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 122 (Vj. TEUR 103) und sonstige Verbindlichkeiten, die insbesondere aus dem Cash Pooling resultieren (TEUR 2.368, Vj. TEUR 4.300). Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse wurden mit Callcenter-Dienstleistungen ausschließlich mit einem Unternehmen aus der Branche Telekommunikation innerhalb Deutschlands realisiert. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 20 (Vj. TEUR 7). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen aus Intercompany-Verrechnungen in Höhe von TEUR 1.290 (Vj. TEUR 1.106), Mietaufwendungen in Höhe von TEUR 709 (Vj. TEUR 693), Aufwendungen für Heiz- und Nebenkosten in Höhe von TEUR 237 (Vj. TEUR 333). Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen (in TEUR):
Die Zinsaufwendungen resultieren insbesondere aus der Inanspruchnahme des Cash Pools (TEUR 114, Vj. TEUR 145). D. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB betragen bis Ende 2026 insgesamt TEUR 3.727. Dieser Betrag betrifft die Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft in Verbindung mit geschlossenen Miet-, Leasing-, Versicherungs- und Wartungsverträgen für Gebäude, Fuhrpark, Telefonanlagen und Geschäftsausstattungen. Der wesentliche Teil (TEUR 3.600) geht auf Mietverträge zurück. Die finanziellen Verpflichtungen verteilen sich wie folgt:
Eventualverbindlichkeiten Es besteht ein Avalkredit gegenüber der Deutschen Bank in Höhe von TEUR 503 zwecks Absicherung der Mietkautionen. Mit einer Inanspruchnahme wird aufgrund der Finanzierung durch die Konzernmutter nicht gerechnet. F. Sonstige Angaben Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 353 Mitarbeiter (Vj. 352) beschäftigt.
Geschäftsführer im Geschäftsjahr waren:
Die Geschäftsführung ist nicht bei der Capita Süd GmbH angestellt und erhielt daher von ihr keine Bezüge. Die Geschäftsführer sind gemäß Satzung gemeinsam oder einzeln mit einem Prokuristen vertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Als Abschlussprüfer für den Jahresabschluss 2019 wurde die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestellt. Das berechnete Gesamthonorar für die Prüfung des Jahresabschlusses 2019 der Capita Süd GmbH beträgt TEUR 20. Mutterunternehmen der Capita Süd GmbH ist die Capita International Ltd., London. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Capita plc einbezogen, welcher nach IFRS aufgestellt wird. Der Konzernabschluss ist am Gesellschaftssitz der Capita plc in London erhältlich und auf der Homepage für Investoren http://investors.capita.com einsehbar. Die Capita Süd GmbH und die Capita plc, London, sowie ihre weiteren Tochterunternehmen sind verbundene Unternehmen im Sinne des § 271 Abs. 2 HGB. Nachtragsbericht Nachtragsbericht Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) nach dem Schluss des Geschäftsjahres ist weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt worden. In Hinsicht auf das bestehende Geschäft haben wir keine negativen finanziellen Auswirkungen gespürt. Auch der Brexit, der insbesondere auf Grund der Konzernmutter eine Rolle spielen könnte, ist weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz erfasst. Bisher sind auch hier keine negativen Folgen erkennbar. Wir verweisen an dieser Stelle auf die Ausführungen im Prognosebericht sowie im Risiko- und Chancenbericht im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019. Die Gesellschaft erhielt eine Patronatserklärung seitens der Capita Customer Services (Germany) GmbH, Berlin. In der am 05. Mai 2021 ausgestellten und bis zum 31. Mai 2023 gültigen, betragsmäßig unbegrenzten Patronatserklärung verpflichtet sich die Konzernschwester, die Gesellschaft jederzeit mit zusätzlichen liquiden Mitteln zur Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten auszustatten und auf ihr Kündigungsrecht für den Cash-Pooling-Vertrag vom 31. November 2016 zu verzichten.
Berlin, den 31. Mai 2021 Capita Süd GmbH Geschäftsführung Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019
Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019Capita Süd GmbH, BerlinI. Grundlagen des Unternehmens Die Capita Süd GmbH hat ihren Geschäftssitz in Berlin und erbringt Call Center Dienstleistungen für die Branche Telekommunikation. Das Unternehmen beschäftigte zum Stichtag 314 Mitarbeiter in der Betriebsstätte Köln, Sachsenring. Die Unternehmen der Capita-Gruppe nutzen grundsätzlich verschiedene Kennzahlen zur Steuerung der Leistungen im Hinblick auf die Erreichung der Unternehmensziele. Im finanzbezogenen Bereich stehen als zentrale Ziele Wachstum und die Profitabilität im Fokus. Im Geschäftsjahr 2019 erfolgte die Ergebnissteuerung unverändert unter Bezugnahme auf die Umsatzerlöse, den Deckungsbeitrag 1sowie die Personaleinsatzquote 2. Die Capita Süd GmbH berichtete im Geschäftsjahr 2019 regelmäßig die Ertragslage und die wirtschaftlichen Kennzahlen an die Capita plc. Die Capita plc ist ein an der London Stock Exchange börsennotiertes Unternehmen und stellt ihren Jahresabschluss nach IFRS auf. Zusätzlich zum monatlichen Reporting, für die Steuerung der internen Geschäftsabläufe, wird monatlich in konzerneinheitlicher Reporting Struktur an die Muttergesellschaft berichtet. Alle deutschen Capita Gesellschaften wurden in den Geschäftsjahresabschluss 2019 der Capita plc einbezogen, welcher gemäß den gesetzlichen Vorschriften für börsennotierte Unternehmen veröffentlicht wird. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
1 Jahresergebnis korrigiert um die
Abschreibungen, die Zinsen und die Steuern
Die konjunkturelle Lage in Deutschland war auch im Jahr 2019 weiterhin durch ein Wirtschaftswachstum gekennzeichnet. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) in 2019 um 0,6 % höher als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist damit das zehnte Jahr in Folge gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahr fällt das Wachstum jedoch geringer aus, darüber hinaus liegt der Wert unter dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre von 1,3 %. Verantwortlich für diesen Einbruch ist ein Rückgang beim produzierenden Gewerbe, während im Dienstleistungssektor in den letzten 5 Jahren einen durchschnittlichen Zuwachs von 3,52 % zu verzeichnen war, ein Trend, der sich auch in der Zukunft fortsetzen wird. 3 Noch positiver ist die Entwicklung im Bereich der Contact-Center/CRM-Services. Dieser Sektor konnte seine Umsätze gegenüber dem Vorjahr von 11.021 Mio EUR im Jahr 2018 auf geschätzte 11.565 Mio € in 2019 steigern. Davon entfallen gut 33% oder 3.884 Mio EUR auf externe Dienstleister, was einer prozentualen Zunahme von 4,5% im Vergleich zum Vorjahr bei den Umsätzen entspricht. 4 Innerhalb dieses Sektors ist eine Umschichtung bei den Anteilen der verschiedenen Branchen, die CC/CRM Services nachfragen festzustellen: Bei Telekommunikation und Energieversorgern, die bisher die größten Nachfrager darstellten, ist der Anteil am Gesamtvolumen rückläufig (Telekomunikation 2016 18%, 2019 16%; Energie 2016 20%, 2019 17%), während der Finanzbereich und das Gesundheitswesen wichtiger geworden sind. 5 Der Call Center Markt unterliegt unverändert einer hohen Wettbewerbsintensität, welche sich insbesondere in stagnierenden oder gar sinkenden Preisen für Callcenterleistungen widerspiegelt. Die Unternehmen der Capita Gruppe Deutschland konnten sich bisher in diesem wettbewerbsintensiven Markt behaupten. So stand die Capita Gruppe Deutschland im Ranking der deutschen Callcenter auf Platz 3 bezogen auf den erwirtschafteten Umsatz in 2019 6. Vor der Capita Gruppe Deutschland platzieren sich nur die Sitel GmbH und die Arvato CRM Solutions. Der in den letzten Jahren zu beobachtende Branchentrend, die Konsolidierung des Marktes durch Zukäufe und Übernahmen und die Schaffung neuer Konzerne durch Allianzen mit ausländischen Anbietern, hielt auch 2019 unvermindert an. Besonders signifikant war hier der Übergang großer Teile der Arvato CRM Solutions an die panafrikanische Saham Group, dies führte zur Schaffung des neuen deutschen Marktführers Majorel.
3 Quelle: "Die Zukunft des deutschen
Contact-Center und CRM-Marktes." Studie von PwC,
veröffentlicht Februar 2020.
https://www.pwc.de/de/im-fokus/customercentrictransformation/die-zukunft-des-deutschen-contact-center-und-crm-marktes.pdf.
Erklärbar ist dieser Trend durch die Herausforderungen, welche die bereits begonnene Digitalisierung der Branche mit sich bringt. Nur große Firmen, die umfassenden Service anbieten oder Spezialisten werden die nötige Expertise und die nötigen Mittel haben, um die gesteigerten Bedürfnisse ihrer Kunden befriedigen zu können. So prognostiziert PwC das Verschwinden des klassischen CallCenters bis 2025. 7 Wer in diesem Markt bestehen und wachsen will, muss neue Technologien wie Servicebots, Kl, Clouds und RPA (Robotic Process Automation) in sein Angebot integrieren. Auch die Kanäle, über die Anfragen den Costumer Service erreichen, werden sich von der klassischen Telefonie immer mehr in den Bereich digitaler Kanäle verlagern (Apps, Chatgroups) und müssen als Omnichannel gebündelt werden. Damit wird sich auch die Rolle des CallCenter Agents an dieses neue Szenario anpassen müssen: Der von Maschinen nicht zu leistende empathische Kontakt wird zum Hauptskill des Mitarbeiters werden, um eine befriedigende Kundenerfahrung zu gewährleisten. Dabei stellt die reibungslose Interaktion von Mensch und Maschine eine besondere Herausforderung dar. Für Capita - getreu unserem Motto "We create better outcomes" - steht dabei in dieser Zeit der Umbrüche die Zufriedenheit unserer Auftraggeber, der Kunden und unserer Mitarbeiter im Fokus. Um unseren Auftraggebern bei den Herausforderungen der Digitalisierung eine jeweils passgenaue Lösung anbieten zu können, verfolgen wir bei Capita Germany den Ansatz der "Assisted Transformation". Dabei handelt es sich um ein Modell, das über die genaue Analyse der Bedürfnisse der Auftraggeber und Endkunden, die Implementierung neuer oder die Optimierung bestehender Prozesse, die Entwicklung von IT-Ressourcen und Omnichannel-Lösungen, von Qualitäts-, Sicherheits- und Datenschutzkonzepten, ein Angebot bietet, welches von der punktuellen Unterstützung zur kompletten End-to-End-Lösung reicht. Um dies erfolgreich umzusetzen, können wir unsere langjährige Erfahrung auf dem deutschen Markt nutzen und auf die Synergie-Effekte mit unserer Konzernmutter in Großbritannien im Bereich der Digitalisierung bauen: so betreibt die Capita plc in England das DCC (Data Control Center), eine Datenplattform für den Smart Meter Rollout, welche die Ablesung und manuelle Übertragung von Stromzählerständen in der Zukunft überflüssig macht und für Stromanbieter die Möglichkeit bietet, kundenrelevante Verbrauchsdaten zu analysieren. 8 Dabei wird auf die Beratung unserer Auftraggeber ein verstärkter Fokus gelegt werden: "In diesem Kontext", so André Stark, CEO Capita Germany, "verstärken wir den Ausbau unserer Consulting Kompetenzen, um unseren Kunden noch besser für ein kundenzentristisches Zeitalter vorzubereiten. Neben der Bereitstellung klassischer, d.h. durch Agenten erbrachter CRM- und Contact Center-Leistungen (CRM 1.0) wird unser künftiges Wachstum hierbei klar auf dem Design und der Erbringung digitaler Services sowie vor und nachgelagerter Beratungsleistungen liegen." 9 Trotz aller technischen Neuerungen stehen die Bedürfnisse und Erwartungshaltungen der Kunden immer an erster Stelle: "...das Costumer Journey Design [ist] eine Voraussetzung für Digitalisierung, und Kultur ist ein Killer-Kriterium für Digitalisierung. Wenn die Kultur nicht dafür bereit ist, kann man versuchen, die besten Tools, die besten Prozesse anzusetzen, das wird nie funktionieren." 10So Anton Schenk, CTO Capita Costumer Services und CEO Capita Energie Service, und weiter: "Wir versuchen, mit digitalen Mitteln die Kundenreise so zu optimieren, dass der Kunde die Erfahrung macht, die er sucht, und nicht die Erfahrung, die wir ihm vorschreiben." 11 Wirtschaftlicher Erfolg wird auch in Zukunft ohne qualifizierte und motivierte Mitarbeiter unmöglich sein. Die Mitarbeiterrekrutierung und die Mitarbeiterbindung sind die Hauptaufgaben, die Capita für sich identifiziert hat und an deren Umsetzung gezielt gearbeitet wird. Um unsere Bestandsmitarbeiter für die gestiegenen Anforderungen im Bereich Geschwindigkeit und die neuen Skill Sets optimal zu qualifizieren, führen wir permanent Personalentwicklungsmaßnahmen, Schulungen und Trainings durch. Wir investieren viel in die Aus- und Fortbildung, die Gesundheit unserer Mitarbeiter, ebenso wie in die moderne Gestaltung der Arbeitsplätze. Das erfordert Investitionen in entsprechendes Human Ressource Know How und in gute Arbeitsbedingungen, die das Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv machen und helfen, die Personalfluktuation zu minimieren.
8 Quelle: Intre Magazin 01/20, S.32.
Die anhaltende Corona-Krise hat sich bisher durch eine steigende Nachfrage an Support im Telekomunikations- und Energiebereich ausgezeichnet. Die Akquise neuer Kunden sowie die Erweiterung des Leistungsportfolios bei Bestandkunden konnte insbesondere im 1. Halbjahr 2020 nicht im geplanten Umfang durchgeführt werden, im 2. Halbjahr 2020 haben wir dafür kleinere Kunden aus dem Gesundheitswesen gewinnen können. Wie sich die Entwicklung in 2021 gestalten wird, hängt vom weiteren Verlauf der Corona-Krise ab. Der Sachverständigenrat hatte in seinem Jahresgutachten vom November 2020 unter der Voraussetzung eines frühzeitigen Abklingens der zweiten Welle eine Erholung der Wirtschaft um 3,7% prognostiziert. 12 Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist aber noch nicht sicher zu sagen, wann mit der Beendigung aller Corona-Maßnahmen zu rechnen ist und eine Rückkehr zu einem uneingeschränkten Wirtschaftsleben möglich sein wird, weshalb die Prognose des Wirtschaftsrates mit Vorbehalt zu sehen ist. Die Corona-Krise hat die ganze Wirtschaft vor neue Herausforderungen gestellt und mit einer großen Ungewissheit konfrontiert. Durch schnelle Reaktion auf die Geschehnisse konnte Capita seine Produktion innerhalb kürzester Zeit an die aktuellen Herausforderungen anpassen. Mittels Investitionen in die nötige Hard- und Software wurden für einen Teil unserer Agenten Heimarbeitsplätze geschaffen und so die Arbeitsbedingungen am Standort Köln, für die vor Ort verbleibenden Mitarbeiter, gemäß den hygienischen Vorgaben angepasst. Der Schutz unserer Angestellten genießt für uns oberste Priorität. Unsere Produktion war dabei zu keinem Zeitpunkt gefährdet, so erweist sich Capita gerade in diesen schwierigen Zeiten als verlässlicher Partner für unsere Auftraggeber. Durch die oben beschriebenen Maßnahmen sieht Capita positiv in die Zukunft. Andre Stark hat folgendes Ziel gesetzt: "Capita hat den klaren Anspruch formuliert, der erfolgreichste Anbieter werthaltiger Kundenerlebnisse im Markt für CRM- und Customer Service-Dienstleistungen zu werden." 13
12 Quelle: "Corona-Krise geneinsam
bewältigen, Resilienz und Wachstum stärken"
Jahresgutachten 2020/21 des Sachverständigen Rates der
Wirtschaft vom 01.11.2020, Randnote 45, S.39;
https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/jahresgutachten-2020.html,
abgerufen am 23.02.2021
2. Geschäftsverlauf a. Auftragslage und Umsatzentwicklung Die Gesellschaft hat mit einem der größten deutschen Kabelnetzbetreiber und führenden Anbieter von Medien- und Kommunikationsdiensten einen Vertrag über die Erbringung von Servicedienstleistungen mit einer festen Laufzeit von 5 Jahren geschlossen, der am 30. November 2015 in Kraft getreten ist. Eine Weiterführung dieses Vertrags wurde in 2020 verhandelt, die Capita Customer Services (Germany) GmbH ist nun neue Vertragspartnerin des Kunden. Die Capita Süd GmbH erbringt einen Teil der Call-Center Leistungen als Subunternehmer für die Capita Customer Services (Germany) GmbH. Der Umsatz der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2019 liegt mit Mio. EUR 13,9 unter dem Niveau des Vorjahres (Mio. EUR 14,2). Die budgetierten Erwartungen wurden in 2019, bezogen auf die Umsatzerlöse, in Höhe von Mio. EUR 0,7 untererfüllt. Ursache war eine etwas geringere Nachfrage nach unseren Leistungen durch den einzigen Kunden. b. Investitionen Die Investitionen in das Anlagevermögen beliefen sich im Geschäftsjahr 2019 auf TEUR 24. Dabei handelte es sich um Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie in EDV-Hardware. Die planmäßigen linearen Abschreibungen betragen im Berichtszeitraum TEUR 136. Der Gesamtbuchwert des Anlagevermögens sinkt von TEUR 756 zum 31. Dezember 2018 auf TEUR 641 zum 31. Dezember 2019. c. Finanzierungsmaßnahmen Das Finanzmanagement der Capita Süd GmbH wird durch die Schwestergesellschaft Capita Customer Services (Germany) GmbH vorgenommen, die einen Darlehensvertrag mit einem Kreditrahmen mit der Capita plc, London in Höhe von Mio. EUR 100 abgeschlossen hat. Im Rahmen dieses Vertrages kann sich die Capita Customer Services (Germany) GmbH das erforderliche Barkapital beschaffen und ihre Tochtergesellschaften sowie die Schwestergesellschaft Capita Süd GmbH mit entsprechender Liquidität ausstatten. Mit Datum vom 14. Dezember 2016 wurde zur Optimierung der Zahlungsströme und zur permanenten Bereitstellung von Barkapital das Cash Pooling Verfahren für die deutschen Capita Gesellschaften implementiert, an dem auch die Capita Süd GmbH teilnimmt. Das Cash Pool Führerkonto unterhält die Capita Customer Services (Germany) GmbH und die Capita Süd GmbH besitzt ein Cash Pool Teilnehmerkonto, auf dem alle Cash Zu- und Abflüsse spiegelbildlich zum Cash Pool Führerkonto abgebildet werden. Um für dieses Cash Pool Verfahren Rechtssicherheit zu schaffen, wurde zum 30. November 2016 ein Cash Pooling Vertrag abgeschlossen. Auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung in 2019 konnten die Cash Pool Verbindlichkeiten von Mio. EUR 4,3 in 2018 auf Mio. EUR 2,4 in 2019 reduziert werden. d. Personal Zum 31. Dezember 2019 beschäftigte die Gesellschaft 314 Mitarbeiter, zum 31. Dezember 2018 betrug der Personalbestand 371 Mitarbeiter. Die für 2019 geplante Personaleinsatzquote in Höhe von 68% konnte unterschritten werden, sie lag zum Geschäftsjahresabschluss bei 65% (Vj. 71%). 3. Ertragslage Hierzu legen wir folgende Kennzahlen offen:
Die Gesamtleistungen im Bereich der Callcenter-Dienstleistungen liegen mit Mio. EUR 13,9 mit ca. Mio. EUR 0,3 unter dem Niveau des Vorjahres. Die Umsatzerlöse sind plangemäß rückläufig. Hintergrund ist, dass der Vertrag mit dem einzigen Kunden der Gesellschaft Anreize vorsieht Kundenkontakte zu reduzieren und die Produktivität zu steigern. Entsprechend haben sich der Deckungsbeitrag und das Jahresergebnis bei sinkendem Umsatz verbessert. Die bezogenen Leistungen sinken im Vergleich zu 2018 um Mio. EUR 0,1 auf Mio. EUR 0,1, Grund hierfür ist die Effizienzsteigerung seitens der Mitarbeiter, welche den geringeren Einsatz von Leasingkräften und externen Beratern ermöglicht hat. Die Personalsten sinken gegenüber dem Vorjahr um Mio. EUR 1,1 auf Mio. EUR 9,0, dies steht im Einklang mit der gestiegenen Effizienz der Mitarbeiter sowie mit den zurückgegangenen Umsätzen gegenüber dem Kunden. So sind die Mitarbeiterzahlen gemäß Vollzeitäquivalent von durchschnittlich 350 in 2018 auf durchschnittlich 327 in 2019 gesunken. Hinzu kommen der Wegfall von Abfindungszahlungen in Höhe von Mio. EUR 0,2. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen steigen im Vergleich zum Vorjahreswert um Mio. EUR 0,2. Wesentliche Ursache sind die um Mio. EUR 0,2 gestiegenen Intercompany Verrechnungen. Das Ergebnis der Capita Süd GmbH nach Steuern steigt gegenüber dem Vorjahr von Mio. EUR 0,8 auf Mio. EUR 1,6. Der Deckungsbeitrag liegt im Geschäftsjahr 2019 bei Mio. EUR 1,9 und unterschreitet damit den budgetierten Deckungsbeitrag von Mio. EUR 2,3 um Mio. EUR 0,4, da Kosten nicht in vollem budgetierten Umfang gesenkt werden konnten. 4. Finanzlage Zur Finanzlage nennen wir folgende Kennzahlen aus unserer Kapitalflussrechnung:
Die positive Veränderung des Cash-Flows aus laufender Geschäftstätigkeit ergibt sich im Wesentlichen aus dem verbesserten Periodenergebnis. Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit ist gegenüber 2018 stabil geblieben. Der negative Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit sinkt gegenüber dem Vorjahr von TEUR 800 auf TEUR 0. Hierbei handelt es sich um einen Effekt aus der Rückzahlung von kurzfristigen Intercompany-Verbindlichkeiten im Vorjahr. Die Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes stellt die Rückzahlung der Cash Pooling Verbindlichkeiten dar. Das Finanzmanagement der Gesellschaft erfolgte im Geschäftsjahr in enger Abstimmung mit der Schwestergesellschaft Capita Customer Services (Germany) GmbH. Durch das im Dezember 2016 eingerichtete Cash Pooling mit der Schwestergesellschaft verfügte die Capita Süd GmbH jederzeit über Liquidität. Begründet durch das positive Ergebnis in 2019 konnte die Inanspruchnahme des Cash Pooling gegenüber dem Vorjahr um Mio. EUR 1,9 gesenkt werden. 5. Vermögenslage in der folgenden Übersicht sind die Posten zum 31. Dezember 2019 nach wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten zusammengefasst und den Werten zum 31. Dezember 2018 gegenübergestellt. Zur Darstellung der Vermögensstruktur werden die Bilanzposten der Aktivseite dem langfristig (Fälligkeit größer als ein Jahr) bzw. dem kurzfristig gebundenen Vermögen zugeordnet. Zur Darstellung der Kapitalstruktur werden die Bilanzposten der Passivseite dem Eigen- bzw. Fremdkapital zugeordnet.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte betragen TEUR 1.198 und die Forderungen gegen verbundene Unternehmen TEUR 0. Die Werte liegen damit unter Vorjahresniveau (TEUR 1.352 bzw. TEUR 2). Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen korrespondiert dabei zu geringeren Umsatzerlösen im Berichtsjahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände liegen per 31. Dezember 2019 bei TEUR 604 (Vj. TEUR 603) und damit in etwa auf Vorjahresniveau. Durch die Einführung des Cash Pooling werden die Bankbestände täglich vollständig ausgeglichen, sodass hier kein Saldo mehr entsteht. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag hat sich auf Grund des positiven Jahresergebnisses von TEUR 2.454 auf TEUR 902 verringert. Die sonstigen Rückstellungen sind von TEUR 631 zum 31. Dezember 2018 auf TEUR 574 zum 31. Dezember 2019 gesunken. Der Rückgang setzt sich im Wesentlichen aus folgenden Positionen zusammen: Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten (-TEUR 164) und Rückstellung für Abschluss- und Prüfungskosten (-TEUR 40), dem entgegen wirkt ein Anstieg der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (+TEUR 113), der Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen (+TEUR 32) und der Rückstellungen für Urlaub (+TEUR 28). Die Steuerrückstellungen betragen TEUR 135 (Vj. TEUR 0). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen stichtagsbedingt auf TEUR 1 (Vj.TEUR 0). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sinken von TEUR 4.411 zum 31. Dezember 2018 auf TEUR 2.490 zum 31. Dezember 2019. Verursacht wird dieser Rückgang im Wesentlichen durch die gesunkenen Cash Pool Verbindlichkeiten (TEUR -1.932). Die sonstigen Verbindlichkeiten steigen gegenüber dem Vorjahr um TEUR 6 auf TEUR 158. Sämtliche Verbindlichkeiten sind kurzfristig. 6. Gesamtaussage Insgesamt bewerten wir den Verlauf des Geschäftsjahres 2019 für die Capita Süd GmbH als weniger erfolgreich als erwartet. Der budgetierte Deckungsbeitrag wurde insbesondere auf Grund, der gegenüber Plan höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen um Mio. EUR 0,4 verfehlt. Positiv ist dagegen die Senkung der Personaleinsatzquote um 6-Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr zu bewerten. Nichtsdestotrotz zeigt sich seit der Veräußerung des Standorts München insgesamt weiterhin eine positive Entwicklung, die in 2019 zu einem Anstieg des Jahresergebnisses um 94% im Vergleich zum Vorjahr geführt hat. III. Nachtragsbericht Wir verweisen auf die Angaben im Anhang. IV. Prognose-, Chancen und Risikobericht 1. Prognosebericht Das langfristige Ziel der Capita Gruppe Deutschland bleibt weiterhin die Fähigkeiten des Unternehmens auszubauen und die Marktreichweite und die Marktdurchdringung in einer wachsenden Anzahl an Branchen zu steigern. Unser Augenmerk liegt auch und vor allem auf der Vereinfachung unserer Organisation. Durch die neue angekündigte Unternehmensstruktur der Capita Gruppe und die Einführung von neuen Prozessen und Systemen soll die Effizienz gesteigert werden. Unser Bereich Customer Management soll die Plattform für unser zukünftiges Wachstum sein. In der DACH-Region besteht zwar bereits ein etablierter Markt für das Outsourcing von Geschäftsabläufen und das Kundenmanagement, doch ist dieser bislang noch relativ fragmentiert und weniger stark durchdrungen. Daraus ergeben sich signifikante Chancen für einen auf Wandel ausgelegten Outsourcing-Partner. Der gemeinsame Marktauftritt des Gesellschafters der Firmengruppe Capita Deutschland, welcher über beste Referenzen im Outsourcing verfügt, mit den Unternehmen der Capita Deutschland, die seit vielen Jahren als erfahrene und qualitativ hochwertig arbeitende Dienstleister im Customer Care agieren, stößt auf großes Interesse bei potentiellen Auftraggebern. In Verbindung mit neuen Entwicklungen, die sich entweder aus dem Kauf von innovativen Unternehmen ergeben oder die die Capita Gruppe selbst durch Investitionen in entsprechende Fachbereiche und Technologien vorantreibt, ist die Unternehmensgruppe bestrebt dem allgemeinen Fortschritt immer einen Schritt voraus zu sein, um so die eigene Marktposition zu stärken. Die oben beschriebenen Entwicklungen im Hintergrund der Gesellschaft zeigen unverändert Wachstumspotential. Die Kunden- und Projektstrukturen, insbesondere die Etablierung von Business Process Outsourcing (BPO) Projekten, verändern sich zwar nicht so schnell wie erwartet, dennoch gehen wir weiter davon aus, dass viele Unternehmen den Customer Care auslagern werden, weil dieses Geschäftsfeld hohe Anforderungen an Mitarbeiter, die Erreichbarkeit und den Technisierungsgrad stellt. Bei der Capita Süd GmbH hat die Konzernobergesellschaft Capita plc, die eine große Expertise im BPO Bereich hat, den Versuch unternommen einen solchen Vertrag mit dem Kabelnetzbetreiber abzuschließen. Der letztlich abgeschlossene Dienstleistungsvertrag umfasst zwar nur einen kleinen Teilbereich von ausgelagerten Prozessen, er hat aber, im Vergleich zu anderen üblichen Dienstleistungsverträgen in der Call Center Branche, eine deutlich geringere Schwankungsbreite in der Abrechenbarkeit von Leistungen. In einem Rahmenvertrag wurde festgelegt, wie viele Mitarbeiter bei der Capita Süd GmbH benötigt werden, um die Dienstleistungen zu erbringen. Monatlich wird dem Auftraggeber dann der vereinbarte Preis pro FTE in Rechnung gestellt. Die Laufzeit des Vertrages endete im November 2020.Da der Vertragspartner auf Grund einer Übernahme gewechselt hat, wurden im Vorjahr Verhandlungen für eine Neuaufnahme des Vertrags durchgeführt. Der Kunde hat von Beginn an großes Interesse an einer Weiterführung des Geschäftes signalisiert, wollte den neuen Vertrag aber mit der Schwestergesellschaft Capita Customer Service (Germany) GmbH abschließen. Da die Vertragskonditionen geändert wurden und die Gesellschaft nun als Subunternehmen fungiert sehen wir hier ein hohes Risiko und verweisen auf den entsprechenden Abschnitt im Risikobericht. Das Jahr 2020 war für alle Wirtschaftsteilnehmer in der Call-Center-Branche ein herausforderndes Jahr. Der erste Lockdown im Frühjahr stellte die ganze Wirtschaft vor die Herausforderung, die hygienischen Maßnahmen zum Corona-Schutz umzusetzen. Dabei mussten die Anforderungen für eine sichere Arbeitsumgebung innerhalb der einzelnen Büros umgesetzt werden (Abstandsregeln), als auch - soweit dies umsetzbar war - Homeoffice-Lösungen implementiert werden. Während Capita Deutschland - stellvertretend für den ganzen Sektor - in den Branchen Telekommunikation und Energie ein Plus im Umsatz verzeichnen konnte, gab es in anderen Sektoren z.T. erhebliche Rückgänge in den Umsätzen. Darüber hinaus zeichnete sich insbesondere das erste Halbjahr durch Zurückhaltung in Bezug auf Neukunden oder Portfolioerweiterungen bei Bestandskunden aus. Da Capita Süd seit Dezember 2020 über keine eigenen Kunden verfügt und nur noch als Subunternehmen fungiert, ist sie im Folgenden von der beschriebenen Entwicklung bezüglich Neu- und Bestandskunden der Capita Gruppe direkt betroffen. Wir gehen davon aus, dass die gegenwärtige Nachfrage nach Call-Center-Leistungen - auch unter Berücksichtigung der aktuellen Lage - auf dem gegenwärtigen Niveau stabil bleiben wird. Der Umsatz der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2020 liegt mit Mio. EUR 11,4 unter dem Niveau des Vorjahres (Mio. EUR 13,9). Der Umsatzrückgang ist zum einen bedingt durch den bereits beschriebenen vertragsimmanenten Rückgang des Servicevolumes und zum anderen durch Auslaufen des Vertrags im November 2020. Der Anschlussvertrag hat etwas ungünstigere Konditionen. Wir verweisen hierbei auf entsprechende Ausführungen im Risikobericht. Die budgetierten Erwartungen wurden in 2020, bezogen auf die Umsatzerlöse, in Höhe von Mio. EUR 0,1 untererfüllt. Die für 2020 geplante Personaleinsatzquote in Höhe von 72% konnte unterschritten werden, sie lag zum Geschäftsjahresabschluss bei 67% (Vj. 65%). Das Ergebnis der Capita Süd GmbH nach Steuern sinkt gegenüber 2019 von Mio. EUR 1,6 auf Mio. EUR 0,7. Der Deckungsbeitrag liegt im Geschäftsjahr 2020 bei Mio. EUR 0,9 und überschreitet damit den budgetierten Deckungsbeitrag von Mio. EUR 0,7 um Mio. EUR 0,2. Insgesamt bewerten wir den Verlauf des Geschäftsjahres 2020 für die Capita Süd GmbH als erfolgreicher als erwartet. Der budgetierte Deckungsbeitrag wurde insbesondere auf Grund der gegenüber Plan geringeren Personalaufwendungen übertroffen. Für das Jahr 2021 erwarten wir einen Umsatz in Höhe von Mio. EUR 9,6. Auf der Ergebnisseite erwarteten wir im Budget 2021 einen Deckungsbeitrag in Höhe von Mio. EUR -0,2. Dem Budget liegen Annahmen über voraussichtlichen Servicebedarf zugrunde, den wir in Rücksprache mit unseren Großkunden planen. Dabei berücksichtigen unsere Erwartungen kurzfristige saisonale Schwankungen wie auch die oben beschriebenen langfristigen Trends in der Branche. Der für 2021 budgetierte Umsatz ist aufgrund geänderter Vertragskonditionen mit dem Hauptkunden der Gesellschaft deutlich geringer als in den Vorjahren. Dieser Annahme liegen sowohl eine andere Vergütungsstruktur als bislang als auch geringere Leistungsvolumen zugrunde. Ausgehend von der Leistungsprognose wird der Mitarbeiterbedarf geplant, um den prognostizierten Umsatz realisieren zu können. Bedingt durch die Vertragsumstellung wird im Folgenden mit einem geringerer Personalbedarf gerechnet. Wir erwarten, dass der Personalbestand nicht sogleich an die veränderte Nachfrage angepasst werden kann und rechnen aus diesem Grund mit einem deutlich geringeren Deckungsbeitrag für 2021 als in 2020. Der Deckungsbeitrag auf Basis der Ist-Zahlen bis einschließlich März und dem Forecast bis Dezember liegt mit Mio. EUR -0,7 unter dem budgetierten Wert. Die Personaleinsatzquote wird im Budget mit einer Quote von 76% prognostiziert. 2. Chancenbericht Die gesamte Struktur und Wirtschaftlichkeit der Capita Deutschland Gruppe wird permanent auf den Prüfstand gestellt und wo möglich und nötig werden weitere Konsolidierungsmaßnahmen durchgeführt. In diesem Zusammenhang liegt das Bestreben vor, nicht benötigte Mietflächen zu kündigen, Standorte zusammen zu legen oder diese, durch Projektverschiebungen zwischen den Standorten, optimal auszunutzen. Zusätzlich werden auch in den administrativen Bereichen Umstrukturierungen durchgeführt. Neben der Umstrukturierung im Bereich Human Resources, die eigene Abteilungen für Personalentwicklung und Rekrutierung hervorbrachten, Schwerpunktthemen im personalintensiven Dienstleistungssektor, gibt es auch große Anstrengungen die Finanzprozesse zu vereinfachen. Das hierfür eigens seitens Capita plc ins Leben gerufene Großprojekt "Smarter Faster Finance" wurde Ende 2019 vorübergehend gestoppt. Ziel ist aber nach wie vor die Optimierung, Automatisierung und Vereinheitlichung von Finanzprozessen, um ein aussagekräftigeres Reporting und damit bessere Controlling-Instrumente zu schaffen. Auch an der Einführung von SAP HANA wird festgehalten. Wann genau das Projekt wieder aufgenommen wird, soll noch im laufenden Geschäftsjahr bekannt gegeben werden. Angesichts der Auswirkungen von Covid-19 ist damit aus unserer Sicht aber nicht vor Q4 2021 zurechnen. Es ist also weiterhin damit zu rechnen, dass sich aus den beschriebenen Vorhaben Anfangsinvestitionen ergeben, die im Ergebnis jedoch zu Verbesserungen in den Geschäftsprozessen und damit letztlich zu optimierten Ergebnissen führen sollen. Durch unsere Reaktion auf die Corona-Krise haben wir uns als verlässlicher Partner erwiesen, der auch in schwierigen Situationen die Fähigkeit besitzt, seine Arbeitsprozesse schnell so anzupassen, dass die Produktion zu jeder Zeit gewährleistet ist. Innerhalb kürzester Zeit konnten wir für einen großen Teil unserer Mitarbeiter Heimarbeitsplätze schaffen und so die Arbeitsabläufe sicherstellen - zum Wohle unserer Kunden und der Gesundheit unserer Arbeitnehmer. Zwar sind wirtschaftliche Prognosen zurzeit schwierig aufzustellen, wir gehen aber davon aus, dass die Zahl der Anbieter im CRM-Bereich nach Corona sinken wird und haben uns dann durch unser derzeitiges Krisenmanagement für potenzielle Kunden bestens empfohlen. Die Erfahrungen, die wir in dieser Zeit sammeln können, werden für uns auch in der Post- Corona-Zeit von Nutzen sein. Wir gehen davon aus, dass zukünftig die Arbeit von Zuhause eine größere Rolle spielen wird und können diese Möglichkeit nun einer größeren Zahl unserer Mitarbeiter bieten. Weitere Chancen sehen wir im Bereich des Personalmanagements. Mitarbeiter erhalten durch den Einsatz von neuen Schulungselementen konsequent beste Trainingsmöglichkeiten. Betriebliches Gesundheitsmanagement an den jeweiligen Standorten und Schulungen der Führungskräfte sollen dazu beitragen, dass die strategischen Ziele des Managements erreicht werden. Hierzu zählen neben den harten Zielen wie die Senkung der Fluktuationsquote und die Optimierung der Prozesse auch weiche Ziele, wie die Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit, die Verbesserung der Arbeitsatmosphäre und die Förderung der Kollegialität. Insbesondere infolge der höheren Mitarbeiterzufriedenheit und damit einhergehend geringeren Fluktuationsquote soll die Effektivität der einzelnen Mitarbeiter erhöht und Personalkosten langfristig gesenkt werden. Zudem gab es zu Beginn 2020 erstmals eine Roadshow, bei der Mitarbeiter an allen Standorten die Möglichkeit hatten die Geschäftsführung (Andre Stark und Marcus Meloni) zu treffen. Hier wurde nicht nur über die Ziele der Capita Europe Gruppe gesprochen, sondern den Mitarbeitern die Möglichkeit eingeräumt Fragen zu stellen und eigene Vorschläge einzubringen. Aus den Erkenntnissen der Roadshow soll in den nächsten Monaten ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt werden, zudem ist es vorgesehen die Roadshow in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Inwieweit sich die oben genannten Chancen der Capita Deutschland Gruppe auf die Gesellschaft auswirken könnten, ist zurzeit ungewiss. Die Eintrittswahrscheinlichkeit der vorgenannten Komponenten wird daher zurzeit als mittel eingeschätzt. 3. Risikobericht Die Capita Gruppe steuert das operative Geschäft im Wesentlichen über drei Kennzahlen. Zum einen handelt es sich hierbei um Umsatzerlöse, die täglich überwacht und 10-tägig zu einem Monats-Forecast aufgerechnet werden. Weiterhin steuert die Capita über die Personaleinsatzquoten inkl. Sozialversicherungsbeiträge sowie den Deckungsbeitrag. Die operative Steuerung erfolgt täglich mittels eines standardisierten Reporting in Form eines Management-Summary, welches die genannten Kennzahlen enthält. Die Finanzbuchhaltung implementiert die wesentlichen Elemente der Kosten- und Leistungsrechnung, um in den monatlichen Abschlüssen ein umfassendes Bild über die Entwicklung der einzelnen Projekte und Kennzahlen zu erhalten und entsprechende Gegensteuerungsmaßnahmen einleiten zu können. Das standardisierte Monatsreporting umfasst die Gewinn- und Verlustrechnung, das Standortreporting und das Projektcontrolling, welches die genannten Steuerungselemente ausweist. Als mögliches Risiko ist in diesem Zusammenhand nochmals die durch Covid-19 verursachte "Corona-Krise" anzuführen. Da zum jetzigen Zeitpunkt (Mai 2021) nicht bekannt ist, wann alle derzeitig getroffenen Maßnahmen wieder beendet werden oder ob es noch weitere Maßnahmen geben wird, können wir auch keine abschließende Annahme zu den möglichen Konsequenzen treffen. Wie allerdings bereits eingangs thematisiert, erwarten wir bei Capita Deutschland eher eine zunehmende Nachfrage nach qualifizierten Services insbesondere in den Bereichen Energie und Telekommunikation. Die Umsatzsituation Stand Monat März 2021 unterstützt diese Annahme. Weiterhin möchten wir an dieser Stelle auf den Brexit verweisen. Zwar ergeben sich bisher keine negativen Konsequenzen für Capita Deutschland und damit auch für die Capita Süd, dennoch haben wir möglich Themen wie Datenschutz, Wegfall der Dienstleistungsfreiheit, Arbeitnehmerentsendung sowie steigenden bürokratischen Aufwand im Blick. Die Capita Süd ist als Subunternehmen ihrer Schwestergesellschaften und Muttergesellschaft und Teil der Capita Deutschland Gruppe von den oben beschrieben Entwicklung maßgeblich mitbetroffen. a. Risikomanagementsystem Das Risikomanagementsystem der Capita Gruppe umfasst die Projekte des jeweiligen Standortes. Die Chancen und Risiken ergeben sich innerhalb der oben genannten operativen und standardisierten Steuerungskennzahlen. Die Bewertung der Chancen und Risiken für die einzelnen Standorte erfolgt in der Weise, dass die zwischen dem Zeitpunkt der Budgeterstellung im November und dem Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichtes gewonnenen Erkenntnisse in den Projektumsätzen angezeigt werden. b. Bewertung der Risiken Operative Risiken Erhebliche Risiken ergeben sich auch aus der Kundenstruktur. Die Gesellschaft erbringt ihre Leistungen ausschließlich für einen Großkunden aus dem Medien/Telekommunikationssektor. Mit diesem Kunden bestand ein Dienstleistungsvertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. November 2020. Der Kunde wurde am 1. August 2019 von einem internationalen Telefonanbieter übernommen. Der neue Eigentümer hat Interesse an der Fortführung der Zusammenarbeit gezeigt und so konnte im Herbst 2020 ein neuer Vertrag geschlossen werden. Der neue Vertrag wurde mit der Schwestergesellschaft Capita Customer Services (Germany) GmbH geschlossen, somit ist die Capita Süd nur noch Subunternehmen und hat seit Dezember 2020 keine externen Kunden mehr. Auch liegen dem Vertrag neue Konditionen mit geringeren Volumen zugrunde. Da die Gesellschaft im Rahmen des neuen Vertrags über keine mittel- oder langfristige Volumenzusagen seitens des Hauptkunden verfügt, besteht operativ das Risiko, dass durch eine deutliche Volumen- oder Preisreduzierung eine substanzielle Verschlechterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft eintritt. Dieses operative Risiko besteht aufgrund des Vertragswechsels in 2020 erstmals und hat für uns eine hohe Bedeutung. Finanzielle Risiken Mit den bereits erwähnten operativen Risiken gehen auch finanzielle Risiken einher, die kurz- und mittelfristig zu Liquiditätslücken führen können. Dieses Risiko hat eine hohe Bedeutung. Um diese Liquiditätslücken zu schließen, hat die Schwestergesellschaft Capita Customer Services (Germany) GmbH am 5. Mai 2021 eine Patronatserklärung für den Zeitraum bis zum 31. Mai 2023 ausgesprochen und zusätzlich versichert, dass in diesem Zeitraum keine Kündigung des bestehenden Cash-Pooling-Vertrags erfolgt. Diese Ereignisse und Gegebenheiten deuten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko darstellt. V. Sonstige Angaben Gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen bei der Capita Süd GmbH. Mit dem "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst" vom 24. April 2015 hat der Gesetzgeber große deutsche Unternehmen verpflichtet, erstmals Zielgrößen für den Frauenanteil in höheren Führungspositionen festzulegen. Diese gesetzlichen Regelungen finden sich in § 289 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 36 GmbHG und § 52 Abs. 2 GmbHG. Die beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung gelten als höhere Führungskreise und werden einerseits von den Abteilungsleitern der Shared Service Bereiche und deren Teamleitern (Ebene N1) und andererseits von Standortleitern und den Projektleitern (N2) gestellt. Beide Ebenen berichten direkt oder indirekt an die Geschäftsführung. Durch eine Neudefinition dieser Gruppen ist auch die Frauenquote im Vergleich zum letzten Jahr auf neuer Grundlage berechnet worden. Da die Capita Süd GmbH sowohl auf Ebene N1 als auch N2 jeweils nur über eine Planstelle verfügt und diese in den letzten Jahren von männlichen Kollegen besetzt waren, ist die Frauenquote hier 0%. Sollte in der Zukunft eine Neuausschreibung dieser Positionen anstehen, wird Capita Süd bestrebt sein, mittels der Besetzung durch eine Frau, die von der deutschen Politik anerkannte Quote bzw. unsere Zielstellung im Bereich der gleichberechtigten Teilhabe zu erfüllen.
Berlin, den 31. Mai 2021 Capita Süd GmbH Geschäftsführung Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Capita Süd GmbH, Berlin Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Capita Süd GmbH, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Capita Süd GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt A "Allgemeine Angaben" des Anhangs und Abschnitt IV.3.b "Bewertung der Chancen und Risiken" Unterabschnitt "Finanzielle Risiken" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Vertrag mit dem einzigen Kunden der Gesellschaft im November 2020 planmäßig ausgelaufen ist und dieser einen neuen Vertrag mit der Schwestergesellschaft Capita Customer Services (Germany) GmbH, für die die Capita Süd GmbH zukünftig als Subunternehmerin tätig wird, abgeschlossen hat. Diesem Vertrag liegen neue Konditionen mit geringeren Volumen zugrunde. Dies kann zu einer substanziellen Verschlechterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und zu Liquiditätslücken führen. Um diese Liquiditätslücken zu schließen, hat die Schwestergesellschaft am 5. Mai 2021 eine betragsmäßig unbegrenzte Patronatserklärung für den Zeitraum bis Mai 2023 ausgesprochen und zusätzlich versichert, dass in diesem Zeitraum keine Kündigung des bestehenden Cash-Pooling-Vertrags erfolgt, damit die Liquidität der Gesellschaft stets gesichert ist. Wie im Abschnitt A "Allgemeine Angaben" des Anhangs und Abschnitt IV.3. des Lageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Abschnitt V. "Sonstige Angaben" im Lagebericht enthaltenen und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, den 10. Juni 2021 KPMG
AG
Signiert von Markus Kronner am 10.06.2021 Dr. Kronner, Wirtschaftsprüfer Signiert von Alexander Heidgen am 10.06.2021 Heidgen, Wirtschaftsprüfer Der Jahresabschluss wurde am 11. Juni 2021 festgestellt. |
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