Müller-Spreer & Co. Friedrichstraße 126 KG
Selbe AdresseGraugießereien
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
André Flemming seit 16.10.2023 | Prokura |
Maximilian Hermann Peters seit 11.5.2022 | Prokura |
Julie Elaine Hawkins seit 2.9.2021 | Geschäftsführer |
Eduardo Doyhambehere seit 20.2.2020 | Geschäftsführer |
Andreas Schiwek seit 11.6.2015 | Prokura |
Jan Mohr seit 11.6.2015 | Prokura |
Christoph Dr. Rathmann seit 4.3.2013 | Prokura |
Friedrich-Wilhelm Lachmann seit 27.5.2008 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Koninklijke Bunge BV | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Bunge Handelsgesellschaft mbHHamburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31. Dezember 2023AKTIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
Anhang zum 31. Dezember 20231. AllgemeinesDer vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine "große" Kapitalgesellschaft im Sinne vom § 267 Abs. 3 HGB. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewendet. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und daher in diesem Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert. Aus dem gleichen Grunde wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke ebenfalls an dieser Stelle gemacht. 2. Bilanzierungs-, Bewertungs- und UmrechnungsmethodenFür die Aufstellung des Jahresabschlusses waren, sofern im Folgenden nicht anders angegeben, unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. 2.1 AnlagevermögenImmaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen zwischen drei und zehn Jahren bewertet. Die Betriebs- und Geschäftsausstattung wird ebenfalls planmäßig linear über eine Nutzungsdauer zwischen drei und zehn Jahren abgeschrieben. Zugänge mit Einzelanschaffungskosten bis EUR 250,00 werden sofort als Aufwand erfasst. 2.2 UmlaufvermögenDie Vorräte werden unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren Börsen- oder Marktpreis des Bilanzstichtages bewertet. Wertansätze in ausländischer Währung werden mit dem durchschnittlichen Devisenkurs (Geld) des Anschaffungsmonats bzw. bei Marktpreisen mit dem Kurs des Bilanzstichtags umgerechnet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nominalwert angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Zur Berücksichtigung des allgemeinen Kreditrisikos wurde eine Bewertung der Ausfallwahrscheinlichkeit unter Berücksichtigung der Altersklassen vorgenommen. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Pauschalwertberichtgung von 3,0% (Vorjahr 4,0%) auf ungesicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebildet. Die Liquiden Mittel werden zum Nennwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen bzw. -Verbindlichkeiten, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden beim Zugang in den jeweils gültigen Transaktionskursen bewertet. Zum Bilanzstichtag erfolgt die Umrechnung mit dem Devisenkassamittelkurs gemäß § 256a HGB. 2.3 Aktive RechnungsabgrenzungspostenAls aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. 2.4 RückstellungenSonstige Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe des Erfüllungsbetrags gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. 2.5 VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. 2.6 Derivative FinanzinstrumenteDerivative Finanzinstrumente werden einzeln mit dem Marktwert am Stichtag bewertet. Sind die Voraussetzungen zur Bildung von Bewertungseinheiten nach § 254 HGB erfüllt, werden die Sicherungs- und Grundgeschäfte zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst. Für den nicht effektiven Teil wird eine Drohverlustrückstellung gebildet. Einer Rückstellung bedarf es nicht, soweit die Bewertungseinheit effektiv ist. 3. Erläuterungen zum Jahresabschluss3.1 BilanzDie Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens sind in einer Anlage zum Anhang dargestellt. Die Forderungen haben wie im Vorjahr keine Fälligkeiten von mehr als einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren mit TEUR 7.367 (Vorjahr: TEUR 3.167) aus Lieferungen und Leistungen, mit TEUR 17.014 (Vorjahr: TEUR 15.559) aus Finanzbeziehungen. Die sonstigen Rückstellungen betreffen Rückstellungen für ausstehende Kostenrechnungen und Rückstellungen für Personal. Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr keine Fälligkeiten von mehr als einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen solche aus Steuern von TEUR 294 (Vorjahr: 32 TEUR). 3.2 Gewinn- und VerlustrechnungDie Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen: Nach Region:
Nach Ware:
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten TEUR 1.386 (Vorjahr: TEUR 744) periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Die Aufwendungen für bezogene Waren beinhalten Währungsgewinne von TEUR 34.806 (Vorjahr: TEUR 3.008), davon unrealisierte TEUR 10.801 (Vorjahr: TEUR 1.144), und Währungsverluste in Höhe von TEUR 35.316 (Vorjahr: TEUR 2.158), davon unrealisierte TEUR 12.552 (Vorjahr: TEUR 789). Der Personalaufwand beinhaltet TEUR 35 (Vorjahr: TEUR 68) Aufwendungen für die Altersversorgung. Die Zinserträge und Zinsaufwendungen resultieren in Höhe von TEUR 57 (Vorjahr: TEUR 59) bzw. TEUR 2.649 (Vorjahr: TEUR 1.234) aus Transaktionen mit verbundenen Unternehmen. 4. Sonstige Angaben4.1 HaftungsverhältnisseEs bestehen keine Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB. 4.2 Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Mit Ausnahme der Miet- und Leasingraten haben alle sonstigen finanziellen Verpflichtungen eine Laufzeit bis zu einem Jahr. Die Miet- und Leasingverträge enden 2026. 4.3 GeschäftsführungDie Geschäftsführer der Gesellschaft sind:
Nach § 286 Abs. 4 HGB werden keine Angaben zu den Bezügen der Geschäftsführung im Sinne von § 285 Nr. 9 HGB gemacht. 5. ArbeitnehmerIm Jahresdurchschnitt beschäftigte die Gesellschaft 24 (Vorjahr: 24) Mitarbeiter. 6. Derivative FinanzinstrumenteZur Bilanzierung derivativer Finanzinstrumente werden Bewertungseinheiten nach der Einfrierungsmethode gebildet. Es erfolgt somit die bilanzielle Erfassung nur für den ineffektiven Teil der Bewertungseinheit. Bei der Bildung von Bewertungseinheiten wird wie folgt vorgegangen: die Grundgeschäfte sowie alle Arten von Sicherungsgeschäften werden pro Produktart (Sojaschrot, Mittelproteine, Getreide etc.) zu einer Einheit zusammengefasst. Die Gesamtheit von Grundgeschäften und Sicherungsgeschäften (Waren-, Futures- und Devisengeschäfte) bilden immer eine Einheit und sind ohne einander nicht wirtschaftlich sinnvoll möglich. Wünschenswert, aber nicht immer möglich, ist eine Situation, bei der einem in der Zukunft liegenden Warentermingeschäft ein gegenläufiges Warentermingeschäft (gleiche Ware, gleicher Erfüllungszeitpunkt) gegenübersteht. Da diese Situation selten eintritt, kommen derivative Finanzinstrumente zum Einsatz, um dem Warentermingeschäft ein Sicherungsgeschäft entgegen zu setzen. Beim Einsatz derivativer Finanzinstrumente wird darauf geachtet, diese jeweils mit dem Warentermingeschäft zu synchronisieren - und zwar in zeitlicher Hinsicht (gleiches zukünftiges Realisationsdatum) als auch in inhaltlicher Hinsicht (gleiche Produkte). Es kann vorkommen, dass eine terminliche Gleichheit nicht immer zustande kommen kann, etwa, weil ein zukünftiger Liefermonat nicht auch als entsprechender Futures-Monat gehandelt wird. In solchen Fällen wird der beste "nahe-bei"-Futures-Monat gewählt. Durch dieses Vorgehen wird sichergestellt, dass die Realisation von Grund- und Sicherungsgeschäft immer (nahezu) gleich ist. Da die Waren, welche die Bunge Handelsgesellschaft handelt, einer sehr hohen Preistransparenz ausgesetzt sind und diese Waren zudem in liquiden Märkten gehandelt werden, korrelieren die Preise zwischen physischem Markt und Börse. In der Regel handelt die Bunge Handelsgesellschaft bis ein Jahr im Voraus, in selteneren Fällen auch bis zu zwei Jahren. Wenn sich bei der Marktpreisbewertung der jeweiligen Bewertungseinheit ein Verlust für die gesamte Produktart ergibt, wird dieser als Rückstellung ausgewiesen. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 wurde auf diese Weise eine Drohverlustrückstellung von TEUR 30 ermittelt (Vorjahr: TEUR 2.751). Zum Stichtag bestanden offene Wareneinkaufskontrakte im Nominalwert von TEUR 277.562 sowie offene Warenverkaufskontrakte im Nominalwert von TEUR 327.405. Die eingesetzten derivativen Finanzinstrumente wurden zur Absicherung der aus diesen Grundgeschäften resultierenden Währungs- und Preisrisiken eingesetzt. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende derivative Finanzinstrumente:
Devisentermingeschäfte werden zur Steuerung des Währungsrisikos eingesetzt, welches sich aus dem Lieferverkehr mit Waren in einer anderen Währung als dem EUR ergibt. Die Ermittlung der Marktwerte erfolgt zu Terminkursen zum Bilanzstichtag. Der Marktwert gibt an, wie sich eine Glattstellung am Bilanzstichtag auf das Ergebnis ausgewirkt hätte. Waren-Futures und Waren-Optionen wurden zur Absicherung von Rohstoffpreisschwankungen auf den Commodity-Märkten eingesetzt. Der Marktwert gibt an, wie sich eine Veräußerung aller Kauf- und Verkaufsverträge am Bilanzstichtag auf das Ergebnis ausgewirkt hätte. Die Grundgeschäfte aus Wareneinkauf und Warenverkauf auf der einen Seite sowie alle eingesetzten derivativen Finanzinstrumente auf der anderen Seite bilden Bewertungseinheiten in Form eines Portfolio-Hedges. Der Designationszeitraum läuft von Januar bis Dezember 2023. 7. Gesamthonorar des AbschlussprüfersDas Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt TEUR 58 und entfiel in voller Höhe auf Abschlussprüfungsleistungen. 8. Mutterunternehmen und KonzernzugehörigkeitDer Konzernabschluss für den größten Kreis konsolidierter Unternehmen wird von der Bunge Global SA, aufgestellt. Dieser Abschluss wird auf der Internetseite www.bundesanzeiger.de/ veröffentlicht. 9. Ereignisse nach dem BilanzstichtagZum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschluss gibt es keine nennenswerten Ereignisse.
Hamburg, 30. September 2024 Die Geschäftsführung Julie Elaine Hawkins Eduardo Doyhambehere Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
Lagebericht für das Geschäftsjahr 20231. Grundlagen der GesellschaftDie Bunge Handelsgesellschaft mbH, Hamburg, ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, welches im Handel mit verschiedenen Agrarrohstoffen aktiv ist; insbesondere mit dem Handel von Sojaschrot, Getreide und Mittelproteinen sowie dem Handel. Als 100%ige Tochtergesellschaft der US-börsennotierten Bunge Ltd., St. Louis, USA, ist die Bunge Handelsgesellschaft mbH in die Wertschöpfungskette des Konzerns eingebunden und erfüllt damit neben der reinen Handelstätigkeit eine Distributions- und Logistikfunktion. Grundsätzlich orientiert sich die Gesellschaft an Angebot und Nachfrage der verschiedenen Marktteilnehmer und steuert die Handelsposition und die damit verbundenen Warenströme erfolgsorientiert. Die Gesellschaft betreibt keine Forschung und Entwicklung. Die Gesellschaft hat keine Zweigniederlassung. Kerntätigkeiten und Ereignisse aus dem vergangenen Jahr umfassen das Geschäft im Sojaschrot, das sich auf einem hohen Niveau stabilisiert. 2. Wirtschaftsbericht2.1 AllgemeinDie Bunge Handelsgesellschaft mbH ist ein international tätiges Agrarhandelsunternehmen. Der Schwerpunkt der Handelstätigkeit liegt auf dem Handel und der Distribution von Schroten und Getreide. 2.2 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen2.2.3 Proteine und MittelproteineSojaschrot (SBM): Sojaprotein ist ein Verarbeitungsprodukt der Sojabohne und wird als Sojaextraktionsschrot und/oder Sojaextraktionspellets gehandelt. Im Geschäftsjahr 2023 wurde das Produkt an den Warenterminmärkten in Chicago mit einem volatilen Kursverlauf gehandelt mit Werten zwischen 363 $/sht bis 513 $/sht. Die sehr stark gestiegenen Preise wurden durch eine deutlich schlechter als erwartete Sojabohnenernte in Argentinien ausgelöst. Die Ernteerträge fielen von 43,9Mio Tonnen auf 25 Mio. Tonnen. Rapsschrot: Das Jahr 2023 starte auf einem hohen Preisniveau für Rapsschrot, welches sich im Laufe des Jahres, abgesehen von wiederkehrenden festeren Gegenbewegungen zu Mitte und Ende des Jahres rückläufig bewegte. Insbesondere blieben die vorderen Termine aufgrund der engen Saatenbilanz und dem Konsumverhalten von der Hand in den Mund vielfach unterstützt; dies resultiere aus Produktionsproblemen einzelner Ölmühlen mit einhergehend gestrichenen Lieferterminen und folgenden Noteinkäufen seitens der Konsumenten. Ebenso wirkte sich Anfang des Jahres eine erhöhte Nachfrage nach Rapsschrot aus Skandinavien aufgrund des limitierten und sehr teurem Nicht-Russischem Sonnenblumenschrotes unterstützend auf den Rapsschrotpreis aus. Fehlendes Mischfuttergeschäft, die sehr gute Saatenbilanz und dadurch gute Margensituation der Ölmühlen und das allgemein negative Marktumfeld ließen die Preise ab März fallen. Im Mai und Juni befestigten sich die Preise für vordere Ware wieder aufgrund geringer physischer Verfügbarkeit; die Produktion wurde vielerorts reduziert wegen mangelnder Saat, schlechter Biodieselmargen und beginnender Wartungsarbeiten einiger Mühlen. Zudem wirkte sich neuerntiges Mischfuttergeschäft unterstützend aus. Dies währte bis zum Herbst, als die Preise wieder rückläufig tendierten, nachdem das Mischfuttergeschäft versiegte und in vereinzelten Mühlen Verkaufsdruck aufkam. Wettersorgen, Logistikprobleme, mangelnde Sojabohnenverkäufen in Südamerika, reduzierte Sojaschrotankünfte in Nordeuropa und damit einhergehend ein limitiertes Angebot an verfügbarem Sojaschrot als auch ein geringes physisches Angebot an Rapsschrot unterstützten und stabilisierten die Preise für Rapsschrot zum Ende des Jahres, allerdings weit unter den Vorjahresnotierungen. Der geopolitische Konflikt in Osteuropa prägte auch weiterhin das gesamte Handelsjahr 2023. Ebenso beeinträchtigten kriegsbedingte Logistikprobleme die Warenflüsse und mussten bei der Logistikplanung mitbedacht werden, damit die Versorgung in den Destinationen nicht leerlief. Die Preise für Sonnenblumenschrot starteten auf einem hohen Niveau in das neue Handelsjahr 2023, gestützt von geringen Offerten in den Ursprüngen und guter Nachfrage aus den Destinationen. Trotz eines besser zahlenden lokalen russischen Marktes und während des gesamten Jahres eher überschaubaren Angebots an verfügbarem Sonnenblumenschrot konnten sich die Preise nicht auf dem hohen Preisniveau halten und den fallenden Preisen anderer Ölschrote entgegenstemmen. Im Juli wurde der Preisabschwung durch gutes Mischfuttergeschäft in den Destinationen und dem sehr attraktiven Preisniveau gegenüber Rapsschrot kurzzeitig gestoppt und durch die erhöhte Nachfrage wieder etwas nach oben korrigiert. Das allgemein negative Umfeld, die Erwartung großer südamerikanischer Sojabohnen-Ernten als auch große Sonnensaat-Ernten in Russland und der Ukraine, sowie ein zu hohes Preisniveau gegenüber Rapsschrot führten allerdings kurz darauf wieder zu fallenden Preisen des Sonnenblumenschrots. Erst in den letzten Wochen vor Weihnachten gewann Sonnenblumenschrot an Attraktivität, da sich eine allgemein limitierte Verfügbarkeit an physischen Ölschroten unterstützend auf das Preisniveau auswirkte. 2.2.4 GetreideAuch 2023 war das Geschäftsjahr durch den Krieg zwischen Russland und er Ukraine geprägt. Fundamental gibt es beim Weizen keine Engpässe. In Russland wurde mehr Weizen geerntet, der seinen Weg in Destinationen fand, die sonst aus Europa bedient wurden. Folglich sieht die Weizenversorgung in Europa auskömmlich aus und die Preise an der europäischen Leitbörse MATIF waren rückläufig. Am Anfang des Jahres 2023 notierte der Weizen-Mai 24 Future an der europäischen Leitbörse MATIF bei 281 euro und mit einem volatilen Kursverlauf 228 euro am Jahresende. In Deutschland wurden ca. 22,4 Mio. mt Weizen geerntet. Die Qualitäten waren durchwachsen und der Rohproteingehalt war um 0,5% - 1,0% schwächer als gewöhnlich. Die hohe Verfügbarkeit von Futterweizen und Mahlweizen mit einem Proteinwert zwischen 11 und 11% Prozent führte dazu, dass die Konsumenten in Deutschland sich weiterhin aus dem Spotmarkt bedient haben. Deutsche Futterweizen wurde im Geschäftsjahr 2023 vermehrt nach Spanien exportiert, denn Spanien hatte aufgrund geringer Ernten einen erhöhten Importbedarf von Futtergetreide. Deutscher Mahlweizen mit einem Proteingehalt von 11 und 11,5% bediente Nachfrage aus Nordafrika. Die globale Maisernte sank um ca. 59 Mio. mt auf ca. 1,156 Mrd. mt. Während Brasilien eine höhere Maisernte einfahren konnte, sank die Maisproduktion in den USA, Ukraine und der EU. Vor allem Frankreich, Rumänien, Ungarn und Italien litten unter den schlechten Wetterbedingungen. Der Importbedarf an Mais stieg demnach deutlich an und ukrainischer Mais drängte verstärkt auf den europäischen Markt. Preiswürdige Offerten waren keine Mangelware, welches den Preisdruck auf dem Futtergetreidemarkt zusätzlich verstärkte. 2.3 GeschäftsverlaufDas Geschäftsjahr 2023 wurde mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Das Ergebnis ist dabei differenziert zu betrachten. 2.3.3 ProteinDer Sojahandel schloss das Jahr 2023 mit einem negativen Ergebnis ab. Es wurden gute strukturelle Margen verbucht. Durch das hochpreisige und herausfordernde Umfeld konnten diese aber nicht gehalten werden. Trotz der hohen Rohstoffpreise war es den Tiermästern (vor allem im Schweine- und Geflügelbereich) möglich, gute Margen zu erzielen, so dass die Nachfrage nach Sojaschrot weiterhin sehr stabil war. Durch einen starken Preisverfall im Bereich Sojaproteinkonzentrat wurden in diesem Bereich Verluste realisiert. In den Mittelproteinen konnte die Bunge Handelsgesllschaft mbH die physisch gehandelten Mengen im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöhen, notiert im Wesentlichen aber auf dem gleichen Niveau. Das Verkaufsvolumen im Rapsschrot Papierhandel haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Das erhöhte Volumen führt auch im aktuellen Geschäftsjahr zu einem äußerst positiven Ergebnis. Im Mais reduzierten sich die physischen Handelsmengen im Vergleich zum Kalenderjahr 2022. Die rückläufige Mengenentwicklung basierte im Wesentlichen darauf, dass zum einen ukrainischer Mais weiterhin und verstärkt über sehr viele Kanäle direkt an die heimischen Konsumenten angeboten wird und zum anderen das neu erbaute Umschlagsterminal in Drentwede Mengen aus Brake abgezogen hat. Durch die gute Versorgungslage von Futtergetreide haben sich die Mischfutterhersteller stetig auf dem Spotmarkt bedient. Die Mühlen dagegen haben vereinzelt Ware auf Termin gekauft, um sich die besseren Proteine zu sicher. An diesem Geschäft haben wir partizipiert, jedoch sind wir aufgrund der Unsicherheit in den Märkten keine großen Risiken eingegangen. Somit konnten wir mit einem überschaubaren Risiko moderate Deckungsbeiträge erzielen. Das Mahlroggen-Geschäft nach Japan blieb konstant und trug mit strukturellen Margen positiv zum Ergebnis bei. 2.4 Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage2.4.1 ErtragslageDie Gesellschaft hat das Geschäftsjahr 2023 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Das Ergebnis nach Steuern wird mit EUR 0,2 Mio. bilanziert (Vorjahr: EUR 0,8 Mio.) und entspricht damit im letztjährigen Prognosebericht geäußerten Erwartungen. Im Wesentlichen beruht diese Abweichung auf gefallenen Verkaufspreisen im Bereich Protein. Die Umsatzerlöse belaufen sich auf EUR 814,9 Mio. (Vorjahr: EUR 893,2 Mio.) und nehmen somit gegenüber dem Vorjahr um EUR 79,3, Mio. ab. Diese Entwicklung liegt in Übereinstimmung mit der prognostizierten Erwartungshaltung. Die Aufwendungen für bezogene Handelswaren haben um EUR 78,9 Mio. abgenommen (Vorjahr: EUR 887,8 Mio.). Insgesamt führen die Veränderungen von Umsatz und Aufwendungen für Rohwaren zu einem Rohertrag von EUR 5,1 Mio. im Berichtsjahr (Vorjahr: EUR 5 Mio.). Die Rohgewinnmarge 2023 beläuft sich auf 0,7% und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr (0,6%) nicht verändert. Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich auf EUR 1,4 Mio. (Vorjahr: EUR 0,7 Mio.) und resultieren wie im Vorjahr ausschließlich aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Die Personalaufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf insgesamt EUR 2,8 Mio. (Vorjahr: EUR 2,8 Mio.). Das Zinsergebnis der Gesellschaft von EUR -2,7 Mio. (Vorjahr: EUR -1,2 Mio.) besteht überwiegend aus Zinsaufwand. Die Erhöhung resultiert aus einer höheren Umlauffinanzierung im Jahresdurchschnitt. Im Geschäftsjahr fielen keine nennenswerten Zinserträge an. 2.4.2 VermögenslageDie Gesellschaft zeigt zum 31.12.2023 eine Bilanzsumme von EUR 91,3Mio. und ist damit in deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (EUR 124,8Mio.). Der Wert des Anlagevermögens blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil bei EUR 0,2 Mio. (Vorjahr: EUR 0,2 Mio.). Das Anlagevermögen besteht überwiegend aus immateriellen Vermögensgegenständen (SAP-Software) und einigen Sachanlagen in Form von Büro- und Geschäftsausstattung. Das Umlaufvermögen hat sich im Vorjahresvergleich auf EUR 91,1 Mio. deutlich verringert (Vorjahr: EUR 124,6 Mio.). Das Vorratsvermögen hat sich auf EUR 49,8 Mio. verringert, war jedoch im Vorjahr mit EUR 88,1 Mio. sehr hoch ausgefallen. Die Verringerung der Vorräte beruht im Wesentlichen auf einem geringeren Vorratsvolumen beim Sojaschrot, bei allen anderen Produktgruppen werden vergleichbare Lagerbestände im Vergleich zum Vorjahr ausgewiesen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verbleiben auf einem vergleichbaren Niveau. Sie belaufen sich zum Stichtag auf EUR 16,2 Mio. (Vorjahr: EUR 16,5 Mio.). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf EUR 24,4 Mio. (Vorjahr: EUR 18,7 Mio.) und sind damit deutlich über dem Vorjahresniveau. Sie betreffen vor allem Euro-Cash pool-Forderungen in Höhe von EUR 17,0 Mio. (Vorjahr: EUR 15,6 Mio.) (siehe dazu auch Gliederungspunkt 2.4.3 Finanzlage). Die sonstigen Vermögensgegenstände belaufen sich auf EUR 0,6Mio. (Vorjahr: EUR 1,3 Mio.) und beinhalten überwiegend geleistete Einschüsse ("initial margin") im Rahmen von Finanzterminkontrakten. Auf der Passivseite der Bilanz werden zum Bilanzstichtag Rückstellungen von EUR 6,1 Mio. (Vorjahr: EUR 8,6 Mio.) ausgewiesen, was einer Reduktion von EUR 2,5 Mio. entspricht. Die Abnahme der Position erklärt sich durch Rückstellungen für drohende Verluste, welche um EUR 2,7 Mio. rückläufig ist. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich zum Bilanzstichtag auf EUR 6,0 Mio. (Vorjahr: EUR 2,7 Mio.). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, welche mit einem Betrag von EUR 53,3 Mio. (Vorjahr: EUR 85,2 Mio.) ausgewiesen werden, sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Sie betreffen i. H. v. EUR 20,9 Mio. (Vorjahr: EUR 42,3 Mio.) vor allem USD-Cash pool-Verbindlichkeiten. Zusätzlich weißt die Bunge Handelsgesellschaft mbH hier den abzuführenden Gewinn i.H.v. EUR 0,2 Mio. (Vorjahr: EUR 0,8 Mio.) gegenüber ihrer Muttergesellschaft aus. Die sonstigen Verbindlichkeiten sind mit EUR 0,1 Mio. (Vorjahr: EUR 2,5 Mio.) im Wesentlichen durch die Margin Calls im Bereich Protein geprägt und haben sich deutlich reduziert. Das Eigenkapital der Gesellschaft beläuft sich zum 31.12.2022 auf EUR 25,6 Mio. (Vorjahr: EUR 25,6 Mio.). Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft beträgt 28,0% zum Stichtag, während sie im Vorjahr bei 20,5% lag. Bei der Beurteilung der Vermögenslage ist stets zu berücksichtigen, dass die wesentlichen Posten Warenbestand, Forderungen und Verbindlichkeiten geschäftsbedingt stichtagsbezogen größeren Schwankungen unterliegen. 2.4.3 FinanzlageDie Finanzierung der Gesellschaft erfolgt zum einen aus eigener Kraft durch Generierung positiven Cash-Flows aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Zum anderen ist die Gesellschaft in einen Cash-Pooling-Vertrag mit der Koninklijke Bunge B.V., Rotterdam/Niederlande ("KBBV"), eingebunden. In Folge fungiert die KBBV als eine Art Hausbank für die Bunge Handelsgesellschaft mbH. Der Cashpooling - Vebindlichkeitsbestand gegenüber der KBBV lag zum Bilanzstichtag bei EUR 3,9 Mio. (Verbindlickeitsbestand Vorjahr: EUR 26,7Mio.). Aktuell verfügt die Gesellschaft über eine Avalkreditlinie bei externen Banken von EUR 0,1 Mio. Das Eigenkapital von EUR 25,6 Mio. wird als ausreichend angesehen, um das laufende Geschäft bei aktuellem Preisniveau der Handelswaren finanzieren zu können. Das Anlagevermögen der Gesellschaft beläuft sich auf EUR 0,2 Mio. und besteht zum überwiegenden Teil aus dem Buchwert für SAP-Software. Im Jahr 2022 wurden keine nennenswerten Investitionen getätigt. Folglich überdeckt das langfristige Kapital das langfristige Vermögen deutlich und trägt so zur Finanzierung des Working Capitals bei. 2.5 Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren2.5.1 Finanzielle LeistungsindikatorenDie Gesellschaft orientiert die finanzielle Leistungsfähigkeit vorwiegend an 2 Kenngrößen, nämlich dem sogenannten Management-EBIT (Earnings Before Interest and Tax gemäß US-GAAP) und dem Return on Invested Capital (ROIC). Diese Kenngrößen werden monatlich ermittelt und an die Konzernzentrale berichtet. Beide Kenngrößen sind zudem Bestandteil der Budgetplanung für das Geschäftsjahr und werden im monatlich zu erstellenden Forecast der Gesellschaft geplant und dem Zielwert des Budgets gegenübergestellt. 2.5.2 Nicht-finanzielle LeistungsindikatorenBei den nicht finanziellen Leistungsindikatoren sind die Treiber vor allem die Warensicherheit sowie die Mitarbeiterkompetenz und Leistungsbereitschaft. Wie schon in den Vorjahren kommt dem Qualitätsmanagement eine ständig wachsende Bedeutung zu, um den stetig wachsenden Anforderungen der Kunden an die Qualität der gehandelten Güter gerecht zu werden. Im Rahmen des Qualitätssicherungssystems wird die Bunge Handelsgesellschaft jährlich überprüft und dahingehend auditiert, ob die Gesellschaft den geforderten Ansprüchen gerecht wird. Alle im Jahr 2022 vorgenommenen Prüfungen und Audits wurden erfolgreich absolviert. Die Geschäftsführung hält den Fokus auf das Qualitätsmanagement kontinuierlich hoch und wird hier auch weiterhin proaktiv tätig werden, um den Wettbewerbsvorteil, der sich daraus ergibt, dass Bunge weltweit tätig ist, und den Gang der Güter von der Ernte bis zum Konsumenten verfolgt, zugunsten der Kunden vorteilhaft zu nutzen. In puncto Arbeitnehmer betreibt die Bunge Handelsgesellschaft in Koordination mit der Bunge Gruppe ein aktives Mitarbeiter-Management. Angeführt wird die Liste durch den Punkt Arbeitssicherheit, was sich in Schulungen und Safety-Tipps, welche zu jeder Gelegenheit gegeben werden, widerspiegelt. Das Vergütungssystem ist weitreichend entwickelt und umfasst neben diversen freiwilligen Sozialleistungen auch ein Bonussystem für jeden einzelnen Mitarbeiter. Das Bonussystem setzt sich zusammen aus reinen finanzwirtschaftlichen Daten und aus individuellen, nicht finanziellen Zielen. Dazu werden zu Beginn des Geschäftsjahres diverse Ziele zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem festgelegt und die Zielerreichung über das Jahr festgestellt. Die Zielerreichung wird begleitet von verbindlichen Mitarbeitergesprächen. Der Prozess wird durch ein internetbasiertes System unterstütz und global durch die Personalabteilung in St. Louis gesteuert. 3. Risiko- und ChancenberichtDie Bunge Handelsgesellschaft handelt vor allem Getreide und Schrote, welche in der Mischfutterindustrie und der menschlichen Ernährung eingesetzt werden. Grundsätzlich ist die Gesellschaft damit sowohl Chancen als auch Risken ausgesetzt, die sich aus dem Handel mit Agrarrohstoffen ergeben. Beschaffungsseitig sind die beeinflussenden Determinanten vor allem die weltweiten Ernten sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel, welche die Handelsgüter in Menge und Qualität beeinflussen. In Verbindung mit verfügbarer Logistik (Frachtraum) sowie unter Einbeziehung von Wechselkursen (vornehmlich zum USD) und Zinsen für die Finanzierung ergeben sich kalkulatorische Preise auf den Absatzmärkten, welche vorwiegend in Europa liegen. Absatzseitig ist es das Debitorenrisiko, welches den Erfolg beeinflussen kann. Da das Geschäft zunehmend nur geringe Margen zulässt, da weltweit eine weitgehende Transparenz über die preisbeeinflussenden Größen herrscht, sind zudem erfahrene Mitarbeiter und eine gut organisierte IT prägend für das Chancen- und Risikoprofil der Gesellschaft. Die Determinanten im Einzelnen: Die Chancen der Gesellschaft liegen in der möglichen Bewegung des Preisniveaus der Handelswaren. Durch die ständige Analyse von Angebot und Nachfrage und deren möglicher Entwicklung können die Handelspositionen entsprechend positioniert und mögliche Gewinne realisiert werden. In diesen Bewegungen liegen aber zugleich auch die Risiken - branchenbedingt im Wesentlichen in der Abhängigkeit von der Preisentwicklung für Agrarrohstoffe auf den Weltmärkten sowie in den Wechselkursentwicklungen der verschiedenen Währungen. Der Abschluss von risikomindernden Hedgegeschäften (Future- und Optionsgeschäften an den Warenterminmärkten) und Devisentermingeschäften bleibt unverändert das Instrument zur Risikominderung. Zum Zwecke der Überwachung der Risiken sind im Rahmen des weltweiten Bunge-Risikomanagements genaue Richtlinien erlassen worden, die von sämtlichen Bunge-Gesellschaften einzuhalten sind und darüber Auskunft geben, wie Risiken zu messen und zu berichten sind. Im Rahmen der Geschäftsaktivitäten der Bunge Handelsgesellschaft mbH sind insbesondere die Richtlinien zu beachten, die die so genannten Positionslimits festlegen. Diese Obergrenzen betreffen sowohl die maximalen Handelspositionen sowie die entsprechenden Hedgepositionen an den Warenterminbörsen; insbesondere der Chicago Board of Trade und der MATIF. Ebenso sind klare Positionslimits für das Eingehen von Devisenpositionen einzuhalten. Zum Zwecke der Überwachung werden die Handels- und Devisenpositionen täglich durch das Controlling systemseitig ermittelt und mit der Position des Handels abgeglichen. Darüber hinaus werden die Positionen mit den entsprechenden Limits verglichen und täglich an die Bunge-Zentrale gemeldet. Die Geschäftsführung und das Middle Office Team als der Bunge Business Services (BBS) überwachen die strikte Einhaltung der Positionslimits. Für den Fall einer drohenden Überschreitung eines Positionslimits ist festgelegt, dass vorab eine entsprechende Genehmigung vorliegen muss. Bei Überschreitung der Limits erfolgen geeignete Maßnahmen, um die Position wieder in das Limit zurückzubringen. Aktualisierungen des Risikomanagements erfolgen fortlaufend bei Veränderungen der Marktbedingungen, der Geschäftsprozesse oder der Gesamtrisikosituation. Das insgesamt eher geringe Kreditausfallrisiko wird durch gut strukturierte Zahlungsmodalitäten (Vorkasse, Cash against faxed documents), Bankgarantie sowie strenge Kreditüberwachung begrenzt. Zusätzlich werden alle wesentlichen Kunden und Lieferanten einer jährlichen Bonitätsprüfung unterzogen und Limits entsprechend angepasst. Im Einzelnen ist hier auch noch politische Lage in Osteuropa und dem andauernden Krieg zwischen Ukraine und Russland zu nennen. Durch das Risikomanagement konnten größere Verluste vermieden werden. Das Kreditausfallrisiko, welches beim Ausbruch des Krieges bestand, konnte durch eine gute Kommunikation mit unseren Kunden umgangen und gemeinsam eine Lösung gefunden werden. Aktuell liegen keine weiteren konkreten Risiken im Zusammenhang dem Ukrainekrieg vor. Zusammenfassend ist festzuhalten, der Schwerpunkt des Risikomanagements bei der Bunge Handelsgesellschaft mbH liegt auf den Marktpreisrisiken. Die Handelspositionen sind dabei so zu managen, dass plötzliche und starke Preisschwankungen auf internationalen Märkten, Wechselkursverzerrungen oder politische Entwicklungen nicht zu existenzbedrohlichen Auswirkungen führen können. Bestandsgefährdende Risiken liegen derzeit nicht vor. 4. PrognoseberichtFür das Umfeld der gehandelten Waren fällt der Ausblick naturgemäß schwer, da viele der gehandelten Güter noch nicht ausgesät sind oder aber sich noch in der Winterruhe befinden. Daher lassen sich lediglich einige Tendenzen beschreiben: Da es kaum Probleme bei der Sojabohnenernte in Argentinien (50 Mio Tonnen) und Brasilien (155 Mio Tonnen) gegeben hat und eine gute US Bohnenernte (113 Mio Tonnen)erwartet wird, sollte der Markt mit Sojaschrot immer gut versorgt werden können. Da die Preise für die Mittelproteine (Raps- und Sonnenblumenschrot) im Verhältnis zum Sojaschrot gestiegen sind, wird der Sojaschroteinsatz sich etwas steigern und es kann zu technischen Preissteigerungen kommen. Wir erwarten dennoch, dass das Sojaschrot deutlich günstiger als im vorigen Jahr gehandelt wird. Im Bereich der Mittelproteine erwarten wir eine der Funktion entsprechenden, kostendeckende Marge. Im Rapsschrot erwarten wir insgesamt vergleichbare Mengen an Papier-, wie physischem Geschäft. Auch das Sonnenblumenschrotgeschäft erwarten wir auf einem mit 2023 vergleichbaren Niveau. Der Ausblick im Bereich Getreide bleibt ohne eine klare Richtung. Neben den Kriegen, den politischen Krisen gewinnt das Wetter wieder an größerer Bedeutung. Russland hat sich durch die guten Ernten in den letzten Jahren zu einem sehr dominanter Markteilnehmer im internationalen Weizenmarkt entwickelt. Es bleibt spannend zu beobachten, ob Russland auch in der nächsten Saison eine sehr gute Weizenernte einfahren kann und dadurch den Markt mit günstigen Offerten bedienen kann. Europäischer Weizen könnte somit auf dem Weltmarkt weniger nachgefragt werden. In Europa wird aufgrund der niedrigeren Anbaufläche eine geringere Weizenernte erwartet. In der Gerste werden in Europa keine großen Überraschungen erwartet, jedoch wird die Vermarktung von deutscher Gerste schwierig werden, wenn sich die Erntebedingungen in Spanien wieder normalisieren. Die Maisversorgung für Deutschland wird weiterhin verstärkt aus der Ukraine und Polen kommen. Aufgrund vieler Ungewissheiten werden die Konsumenten wahrscheinlich wieder verstärkt Spotposition einkaufen. Das für das Jahr 2023 erwartete positive Ergebnis konnte erreicht werden, zum einen durch sehr gute strukturelle Margen. Gleichzeitig reduzieren die erhöhten Finanzierungskosten das Ergebnis. Für das Jahr 2024 wird erwartet, dass die Bunge Handelsgesellschaft mbH weiterhin eine positive strukturelle Marge für alle wesentlichen Warenströme erreicht und damit ein Jahresergebnis vor Ergebnisabführung auf dem Vorjahresniveau für die Bunge-Gruppe erwirtschaften kann.
Hamburg, den 30. September 2024 Die Geschäftsführung BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Bunge Handelsgesellschaft mbH, Hamburg: PrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der Bunge Handelsgesellschaft mbH, Hamburg - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Bunge Handelsgesellschaft mbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt, den 30. September 2024 Nexia GmbH S. Varughese, Wirtschaftsprüfer D. Hanxleden, Wirtschaftsprüfer |
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