Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal HRB 10331
Eingetragen
27.11.1990
Branche
Deponierung oder Dauerlagerung von sonstigen AbfällenEnergetische Verwertung von AbfällenSonstige Verwertung von Abfällen
Gegenstand
Ver- und Entsorgung, Erfassung,Beseitigung,Transport sowie Recycling von Abfällen aller Art aus Haushalt, Gewerbe, Industrie und sonstigen Einrichtungen, darunter Containergestellung und -abfuhr, Behälterentleerung, Straßensammlung, Straßenkehrung, Deponiebewirtschaftung, Winterdienst, Grünanlagenunterhaltung und -pflege, Materialtransporte, Abbruchleistungen, Projektmanagement, Vermietung und Verkauf von Behältern sowie sonstige Dienstleistungen

Historie

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Management

NameRolle
Jürgen Naujok
seit 19.3.2018
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Konzern- und Jahresabschlüsse

ALBA Group plc & Co. KG

Berlin

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016

Aktiva

31.12.2016
TEUR
31.12.2015
TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 104.065 113.660
2. Geschäfts- oder Firmenwert 208.081 224.282
3. Geleistete Anzahlungen 3.265 315.411 184 338.126
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 174.673 180.635
2. Technische Anlagen und Maschinen 35.010 31.383
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 54.410 58.664
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.834 270.927 8.301 278.983
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.183 3.397
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0
3 Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 13.197 10.266
4. Sonstige Beteiligungen 2.974 2.797
5. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 23 473
6. Wertpapiere des Anlagevermögens 11 12
7. Sonstige Ausleihungen 31 18.419 60 17.005
604.757 634.114
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 8.496 8.695
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 33.184 13.609
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 40.345 48.770
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -21.401 -4.278
5. Geleistete Anzahlungen 4.925 65.549 1.325 68.121
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 186.119 178.034
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.440 3.554
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.773 6.435
4. Sonstige Vermögensgegenstände 51.693 244.025 48.515 236.538
III. Schecks, Kassenbestand und
Guthaben bei Kreditinstituten 26.781 29.869
336.355 334.528
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
1. Disagio 547 913
2. Andere Abgrenzungsposten 6.623 7.170 6.704 7.617
D. AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER VERMÖGENSVERRECHNUNG 291 328
948.573 976.587

PASSIVA

31.12.2016
TEUR
31.12.2015
TEUR
A. EIGENKAPITAL
I. Kapitalanteile der Kommanditisten 4.250 4.250
II. Rücklagen 184.963 246.356
III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -2.086 -1.493
IV. Konzernbilanzverlust -157.439 -202.398
V. Nicht beherrschende Anteile 26.885 23.700
VI. Genussrechtskapital 0 56.573 30.730 101.145
B. SONDERPOSTEN FÜR INVESTITIONSZULAGEN BZW. INVESTITIONSZUSCHÜSSE ZUM ANLAGEVERMÖGEN 787 894
C. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 26.483 27.699
2. Steuerrückstellungen 7.458 14.526
3. Sonstige Rückstellungen 154.265 188.206 169.664 211.889
D. VERBINDLICHKEITEN
1. Anleihen 203.000 203.000
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 268.535 204.013
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 116.948 127.887
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.215 1.897
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.671 3.527
6. Sonstige Verbindlichkeiten 74.555 669.924 84.753 625.077
(davon aus Steuern TEUR 10.493; Vorjahr TEUR 11.993)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 1.211; Vorjahr TEUR 994)
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 16.289 18.841
F. PASSIVE LATENTE STEUERN 16.794 18.741
948.573 976.587

Konzerngewinn- und -verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016

2016
TEUR
2015
TEUR
1. Umsatzerlöse 1.795.075 2.186.097
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 19.047 -335
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 481 419
4. Sonstige betriebliche Erträge 57.320 96.866
(davon aus der Auflösung von Sonderposten für Investitionszulagen bzw. Investitionszuschüssen zum Anlagevermögen TEUR 231; Vorjahr TEUR 437)
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -704.872 -1.106.271
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -490.536 -1.195.408 -433.536 -1.539.807
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -235.759 -240.439
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -43.936 -279.695 -45.215 -285.654
(davon für Altersversorgung TEUR -1.282; Vorjahr TEUR -2.198)
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -72.202 -78.553
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -291.900 -331.106
9. Erträge aus Beteiligungen 392 410
10. Ergebnisse aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 1.421 2.807
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.732 2.175
(davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 216; Vorjahr TEUR 416)
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen -819 -1.273
13. Aufwendungen aus Verlustübernahme -948 -463
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -69.622 -52.973
(davon an verbundene Unternehmen TEUR -257; Vorjahr TEUR -61)
15. Aufwand aus Vergütung Genussrechtskapital 0 -4.917
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.423 -5.310
(davon aus latenten Steuern TEUR 1.875; Vorjahr TEUR 1.747)
17. Ergebnis nach Steuern -36.549 -11.617
18. Sonstige Steuern -2.836 -3.124
19. Konzernjahresfehlbetrag -39.385 -14.741
20. Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn -7.779 -3.807
21. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -202.398 -153.120
22. Verlustzuweisung Genussrechtskapital (Vorjahr Gewinnzuweisung) 30.730 -30.730
23. Verlustzuweisung Rücklagen der Kommanditisten 61.393 0
24. Konzernbilanzverlust -157.439 -202.398

Konzernkapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2016

2016
TEUR
2015
TEUR
1. Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
Konzernergebnis (einschließlich Ergebnisanteil von Minderheiten) -39.385 -14.741
Abschreibungen (einschließlich Zuschreibungen) 73.020 79.658
Veränderung Pensionsrückstellungen -1.915 -724
Veränderung latente Steuern -1.948 -1.896
Gewinne aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -1.809 -4.193
(Gewinne)/Verluste aus Asset Deals -3.224 -1.879
(Gewinne)/Verluste aus Erst-/Entkonsolidierung -274 -27.932
Veränderung Sonderposten -107 -259
Zahlungsunwirksam übernommene Ergebnisse assoziierter Unternehmen -1.422 -2.807
Sonstige Beteiligungserträge -392 -410
Zinsaufwendungen/(Zinserträge) 67.890 50.712
Aufwand Genussrechtsvergütung 0 4.917
Ertragsteueraufwand 3.298 7.053
Ertragsteuerzahlungen -9.392 -6.276
Erträge aus erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen -279 -391
Veränderung Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva -12.238 77.925
Veränderung sonstiger Rückstellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Passiva -26.481 -53.084
Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit 45.342 105.672
2. Cash-Flow aus Investitionstätigkeit
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens und immateriellen Vermögensgegenständen 2.981 7.834
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -5.288 -626
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -38.389 -37.792
Einzahlungen aus Abgängen des Finanzanlagevermögens 54 178
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -3.845 -1.202
Einzahlungen im Zusammenhang mit Konsolidierungskreisänderungen 0 46.204
Auszahlungen im Zusammenhang mit Konsolidierungskreisänderungen -1.957 0
Einzahlungen im Zusammenhang mit Asset Deals 3.279 14.022
Erhaltene Zinsen 2.658 2.123
Erhaltene Dividenden von assoziierten Unternehmen 2.002 2.079
Sonstige erhaltene Dividenden 392 410
Sonstige Darlehensgewährungen/-rückzahlungen 6.819 2.391
Mittelabfluss (Vorjahr Mittelzufluss) aus Investitionstätigkeit -31.293 35.622
3. Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit
Veränderung der Bankschulden 63.044 -88.671
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Forfaitierung -2.328 -3.516
Veränderung sonstige Darlehensverbindlichkeiten 1.345 8.997
Auszahlung an Minderheitsgesellschafter in Verbindung mit Anteilserwerben -2.140 -2.667
Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen 279 391
Gezahlte Zinsen -48.032 -50.424
Auszahlung im Zusammenhang mit der Ablösung von Zinsderivaten -23.185 0
Gezahlte Genussrechtsvergütung -2.648 -377
Dividenden an Minderheitsgesellschafter -3.833 -3.327
Entnahmen aus Rücklagekonten 0 -3.049
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -17.499 -142.643
4. Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes -3.450 -1.350
Zahlungsunwirksame Veränderung des Finanzmittelfonds aus Währungsum-
rechnung sowie sonstige zahlungsunwirksame Veränderungen 362 275
Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes 0 2.338
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 29.869 28.604
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 26.781 29.869

Konzerneigenkapitalspiegel 2016

Den Anteilseignern zurechenbarer Anteil am Eigenkapital
Kapitalanteile
TEUR
Rücklagen
TEUR
Genussrechtskapital
TEUR
Konzernbilanzverlust
TEUR
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
TEUR
Gesamt
TEUR
Stand am 31. Dezember 2014 4.250 249.405 0 -153.120 -1.639 98.896
Entnahmen -3.049 -3.049
Gezahlte Dividenden
Veränderungen des Konsolidierungskreises 703 703
Erwerb von zusätzlichen Anteilen an Tochterunternehmen
Übrige Veränderungen 0 -557 -557
Gewinnzuweisung Genussrechtskapital 30.730 -30.730 0
Konzernergebnis 2015 -18.548 -18.548
Umgliederung der Verpflichtung zur
Ausgleichszahlung an Minderheitsgesellschafter
Stand am 31. Dezember 2015 4.250 246.356 30.730 -202.398 -1.493 77.445
Gezahlte Dividenden
Veränderungen des Konsolidierungskreises
Erwerb von zusätzlichen Anteilen an Tochterunternehmen
Übrige Veränderungen 0 -594 -594
Verlustzuweisung Genussrechtskapital -30.730 30.730 0
Verlustzuweisung Rücklagen -61.393 61.393 0
Konzernergebnis 2016 -47.163 -47.163
Umgliederung der Verpflichtung zur
Ausgleichszahlung an Minderheitsgesellschafter
Stand am 31. Dezember 2016 4.250 184.963 0 -157.439 -2.086 29.688
Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital Konzern
Minderheitenkapital
TEUR
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
TEUR
Gesamt
TEUR
Gesamt
TEUR
Stand am 31. Dezember 2014 30.994 -777 30.217 129.113
Entnahmen 0 -3.049
Gezahlte Dividenden -795 -795 -795
Veränderungen des Konsolidierungskreises -6.136 -6.136 -5.433
Erwerb von zusätzlichen Anteilen an Tochterunternehmen -1.094 4 -1.090 -1.090
Übrige Veränderungen 59 59 -498
Gewinnzuweisung Genussrechtskapital 0 0
Konzernergebnis 2015 3.807 3.807 -14.741
Umgliederung der Verpflichtung zur
Ausgleichszahlung an Minderheitsgesellschafter -2.362 -2.362 -2.362
Stand am 31. Dezember 2015 24.414 -714 23.700 101.145
Gezahlte Dividenden -1.305 -1.305 -1.305
Veränderungen des Konsolidierungskreises -403 -403 -403
Erwerb von zusätzlichen Anteilen an Tochterunternehmen -264 -15 -279 -279
Übrige Veränderungen -377 170 -207 -801
Verlustzuweisung Genussrechtskapital 0 0
Verlustzuweisung Rücklagen 0 0
Konzernergebnis 2016 7.779 7.779 -39.385
Umgliederung der Verpflichtung zur
Ausgleichszahlung an Minderheitsgesellschafter -2.399 -2.399 -2.399
Stand am 31. Dezember 2016 27.445 -559 26.885 56.573

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2016

Allgemeine Angaben

Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB in der Fassung des Bilanzrichtlinie- Umsetzungsgesetzes (BilRUG) aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Die Muttergesellschaft ALBA Group plc & Co. KG (nachfolgend auch kurz "ALBA Group KG") hat ihren Sitz in Berlin und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, HRA 36525 B.

Die Vorjahreszahlen der Umsatzerlöse sind aufgrund der Neufassung von § 277 Abs. 1 HGB durch das BilRUG nicht vergleichbar. Bei Anwendung des § 277 Abs. 1 HGB in der Fassung des BilRUG hätten sich für das Vorjahr um TEUR 3.584 höhere Umsatzerlöse ergeben.

Aufgrund der Neufassung der §§ 275 und 277 HGB durch das BilRUG sind die in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2015 als außerordentliche Erträge und Aufwendungen ausgewiesenen Posten in den Vorjahreszahlen im Wesentlichen in die sonstigen betrieblichen Erträge (TEUR 7.109), den Personalaufwand (TEUR 4.322), den sonstigen betrieblichen Aufwand (TEUR 19.537) sowie in die Abschreibungen (TEUR 559) umgegliedert worden.

Konsolidierungskreis und Stichtag

In den Konzernabschluss sind neben dem Mutterunternehmen alle direkt und indirekt gehaltenen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, sofern nicht wegen untergeordneter Bedeutung von einer Einbeziehung abgesehen wird. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Bilanzstichtag sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen ist der 31. Dezember 2016.

Tochterunternehmen, bei denen die ALBA Group KG, einen beherrschenden Einfluss im Sinne von § 290 Abs. 2 HGB ausübt, werden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen.

Führt ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen eine andere Gesellschaft gemeinsam mit einem oder mehreren nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, so wird die Gesellschaft im Wege der Quotenkonsolidierung entsprechend dem Kapitalanteil des Mutterunternehmens einbezogen.

Übt ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik eines nicht einbezogenen Unternehmens aus, an dem das Konzernunternehmen zu mindestens 20% beteiligt ist, wird zur Ermittlung des Beteiligungsbuchwerts des assoziierten Unternehmens die Equity-Methode angewendet.

Gesellschaften ohne Geschäftstätigkeit oder mit geringem Geschäftsumfang wurden gemäß § 296 Abs. 2 und § 311 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da sie auch in der Gesamtheit für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind. Unter anderem beträgt die Gesamtheit der Umsatzerlöse und der Bilanzsumme der nicht einbezogenen verbundenen Unternehmen weniger 2% der Konzernwerte.

Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich folgende Veränderungen des Konsolidierungskreises:

Einbeziehung Stand 01.01.2016 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2016
voll 89 4 -2 91
quotal 2 0 0 2
at equity 7 1 -1 7
Summe 98 5 -3 100

Erstmals im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen wurden folgende Gesellschaften:

· ALBA CGA Holding GmbH, Berlin,

· ALBA Services Holding GmbH, Berlin,

· ALBA Services Subholding GmbH, Berlin,

· Relenda GmbH, Magdeburg.

Bei dem erstmalig nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen handelt es sich um die Encory GmbH, München.

Eine vollkonsolidierte Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2016 verschmolzen und eine weitere vollkonsolidierte Gesellschaft sowie ein assoziiertes Unternehmen entkonsolidiert.

Die Konsolidierungskreisänderungen des Geschäftsjahres hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Der Kreis der in den Konzernabschluss der ALBA Group KG einbezogenen Unternehmen ist der Konzernanteilsbesitzliste (Anlage 2 zum Anhang) zu entnehmen, welche einen integralen Bestandteil dieses Konzernanhangs darstellt. In dieser Aufstellung sind auch die wegen untergeordneter Bedeutung nicht einbezogenen Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen angegeben.

Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2 HGB) durch Verrechnung der Buchwerte der Anteile mit dem auf den Konzern entfallenden Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung.

Ein verbleibender Unterschiedsbetrag wird gemäß § 301 Abs. 3 HGB, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Die anteilmäßige Konsolidierung von den quotal einbezogenen Unternehmen erfolgt gemäß § 310 HGB.

Forderungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden gegeneinander aufgerechnet.

Gewinne und Verluste aus den konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen wurden ebenso eliminiert wie Beteiligungserträge aus einbezogenen Unternehmen.

Konzerninterne Umsatzerlöse und Erträge wurden mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet, soweit sie nicht in andere aktivierte Eigenleistungen oder Bestandsveränderungen umzugliedern waren.

Steuerabgrenzungen waren aufgrund der Anwendung von konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sowie der Durchführung von Konsolidierungsmaßnahmen vorzunehmen.

Assoziierte Unternehmen

Die für die assoziierten Unternehmen ermittelten Equity-Werte basieren auf der Buchwertmethode.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der assoziierten Unternehmen entsprechen grundsätzlich den dargestellten für vollkonsolidierte Unternehmen.

In der Entwicklung des Anlagevermögens werden die Zugänge bzw. Abgänge zum anteiligen Eigenkapital der "at equity" bewerteten Unternehmen als Zugang bzw. Abgang innerhalb der Anschaffungskosten ausgewiesen, die Abschreibungen auf den bei der Erstkonsolidierung dieser Gesellschaften entstandenen Geschäfts- oder Firmenwert werden als Zugänge innerhalb der Abschreibungen dargestellt. Konzerninterne Ergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit assoziierten Unternehmen wurden wegen geringer Bedeutung nicht eliminiert.

Währungsumrechnung

Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Einzelabschlüsse erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Dabei wurden alle Bilanzposten der einbezogenen ausländischen Konzernunternehmen mit Ausnahme des Eigenkapitals (gezeichnetes Kapital, Rücklagen, Ergebnisvortrag), das zu historischen Kursen umgerechnet wurde, mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags in Euro umgerechnet. Die aus der Veränderung der Devisenkurse entstehenden Differenzen aus der Umrechnung wurden erfolgsneutral in die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung im Eigenkapital eingestellt.

Die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge erfolgte mit dem Jahresdurchschnittskurs. Das Jahresergebnis der umgerechneten Gewinn- und Verlustrechnung wurde in die Bilanz übernommen und die Differenz erfolgsneutral in den Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung eingestellt. Für die Umrechnung der Währungen im Konzern wurden folgende Wechselkurse für einen Euro zu Grunde gelegt:

ISO-Code Durchschnittskurs Stichtagskurs
2016 2015 31.12.2016 31.12.2015
US Dollar USD 1,1032 1,1046 1,0541 1,0887
Polnischer Zloty PLN 4,3744 4,1841 4,4103 4,2639
Bosnische Mark BAM 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Hongkong-Dollar HKD 8,5626 8,5622 8,1751 8,4376
Chinesischer Renminbi CNY 7,3415 6,9454 7,3202 7,0608

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden in Übereinstimmung mit einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien erstellt. Gegebenenfalls wurden notwendige Anpassungen der Abschlüsse an die einheitlich in der ALBA Group geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften vorgenommen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Sofern die Nutzungsdauer eines entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstands nicht bestimmbar ist (beispielsweise einer Dachmarke), wird eine unbegrenzte Nutzungsdauer unterstellt und dieser immaterielle Vermögensgegenstand nicht planmäßig abgeschrieben. Gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, wenn eine voraussichtlich dauernde Wertminderung vorliegt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Infolge der Kapitalkonsolidierung wurden im Geschäftsjahr Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen, die je nach Einzelfall über einen Zeitraum von 5 bis 20 Jahren linear abgeschrieben werden. Hinsichtlich der Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte wird auf die Anlage 1 zum Anhang (Anlagespiegel) verwiesen.

Die Abschreibungsdauer für die Geschäfts- oder Firmenwerte entspricht der Geschäftstätigkeit bzw. der betriebsindividuellen Umstände der einbezogenen Einheit.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert (§ 253 Abs. 3 HGB). Diese erfolgen nach der linearen Methode. Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Die planmäßigen Abschreibungen auf Zugänge erfolgen zeitanteilig.

In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Gemeinkosten gemäß § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB sowie Fremdkapitalkosten werden nicht angesetzt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von über EUR 150 bis EUR 1.000 werden unter den entsprechenden Anlagenklassen ausgewiesen und pauschal über 5 Jahre abgeschrieben. Bei Wirtschaftsgütern mit Anschaffungskosten zwischen EUR 60 und EUR 150 erfolgt die Erfassung unter den entsprechenden Anlagenklassen, wobei im Zugangsjahr die Sofortabschreibung vorgenommen wird. Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von unter EUR 60 werden sofort als Aufwand verbucht.

Erhaltene Investitionszuschüsse und -zulagen werden auf der Passivseite als Sonderposten ausgewiesen und über die entsprechende Nutzungsdauer der gefördeten Vermögensgegenstände ertragswirksam vereinnahmt.

Bei den Finanzanlagen werden Anteile an assoziierten Unternehmen mit dem anteiligen Reinvermögen (Equity-Methode) nach der Buchwertmethode ausgewiesen. Der im Buchwert enthaltene Geschäfts- oder Firmenwert wird über einen Zeitraum von 20 Jahren linear abgeschrieben. Eine Abschreibungsdauer von 20 Jahren wurde gewählt, da diese aufgrund des Geschäftsmodells bzw. der betriebsindividuellen Umstände des assoziierten Unternehmens angemessen ist.

Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung, mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen sind mit dem Barwert, die übrigen Ausleihungen mit dem Nennwert bilanziert.

Wurden in Vorjahren Wertberichtigungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens vorgenommen und sind die Gründe für die Wertminderung in der Zwischenzeit ganz oder teilweise entfallen, erfolgt eine Wertaufholung bis höchstens zu den Anschaffungskosten bzw. zu den um zwischenzeitlich vorzunehmende planmäßige Abschreibungen verminderten fortgeführten Anschaffungskosten.

Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Für bestimmte Vorratsposten werden die Werte mit Hilfe zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren unter Beachtung des Niederstwertprinzips ermittelt. Erhaltene Anzahlungen auf Vorräte werden offen von den Vorräten abgesetzt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zu niedrigeren beizulegenden Werten am Bilanzstichtag aktiviert.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen entsprechend dem handelsrechtlichen Mindestumfang berücksichtigt werden. Fremdkapitalkosten werden nicht angesetzt. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert. In allen Fällen wird gemäß § 253 Abs. 4 HGB verlustfrei bewertet.

Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Für drohende Verluste aus Liefer- und Abnahmeverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr sind - soweit sie un- oder niedrigverzinslich sind - mit dem abgezinsten Wert angesetzt.

Flüssige Mittel werden zum Nennwert ausgewiesen.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Für die Ermittlung latenter Steuern gem. § 274 i.V.m. § 298 Abs. 1 und § 306 HGB aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen, oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst.

Eine insgesamt nach Verrechnung der aktiven und passiven latenten Steuern verbleibende Steuerbelastung (passiver Überhang) auf Ebene des Organträgers, beziehungsweise einer nicht zum Organkreis gehörenden Gesellschaft, wird als passive latente Steuer angesetzt. Insofern sich für die nach § 274 HGB ermittelten latenten Steuern insgesamt eine Steuerentlastung (aktiver Überhang) ergibt, wird vom Wahlrecht gemäß § 274 HGB Gebrauch gemacht und auf die Aktivierung verzichtet.

Aufwand oder Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen.

Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung resultiert aus der Verrechnung von Vermögensgegenständen (Deckungsvermögen) im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB, die dem Zugriff aller Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen, mit den entsprechenden passivierten Verpflichtungen. Der aktivische Überhang des Deckungsvermögens ist gemäß § 266 Abs. 2 HGB gesondert ausgewiesen.

Das Genussrechtskapital wird aufgrund seiner Nachrangigkeit, Langfristigkeit sowie seiner Erfolgsabhängigkeit und Verlustteilnahme als Eigenkapital im Sinne von § 272 HGB ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zum Nennbetrag abzüglich etwaiger vorrangig zu tragender Verlustanteile.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2005 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 4,01% (i.Vj. 3,89%) verwendet. Die Erhöhung des Zinssatzes resultiert aus einer mit Wirkung zum 1. Januar 2016 in Kraft getretenen Gesetzesänderung. Der Berechnungszeitraum des durchschnittlichen Diskontsatzes zur Bewertung von Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurde hiermit um drei Jahre von sieben (bis zum 31. Dezember 2015 gültig) auf zehn Jahre verlängert, um eine hohe Volatilität zu vermeiden. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden mit 2,5% (i.Vj. 2,5%) und erwartete Rentensteigerungen mit 1,75% (i.Vj. 1,75%) berücksichtigt.

Das Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurde mit dem beizulegenden Zeitwert der Versicherungen mit den Rückstellungen verrechnet.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen, die Effekte aus der Änderung des Diskontierungszinssatzes sowie die Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der verrechneten Vermögensgegenstände, werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Alle übrigen Komponenten der Pensionsaufwendungen werden im Personalaufwand erfasst.

Die sonstigen Rückstellungen sowie die Steuerrückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Unterschiedsbeträge zwischen dem Ausgabebetrag und dem höheren Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit werden als Disagio aktiviert und über die Laufzeit der Verbindlichkeit planmäßig abgeschrieben.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten nach § 250 Abs. 2 HGB umfassen Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Auf Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB am Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Soweit die Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt, erfolgt die Währungsumrechnung unter Berücksichtigung des Realisations- und Imparitätsprinzips sowie des Anschaffungskostenprinzips. Kassenbestände und Bankguthaben in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Bewertungseinheiten werden gemäß § 254 HGB gebildet. Hierbei schließen Konzerngesellschaften zur Absicherung von Grundgeschäften (Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen) gegenläufige Sicherungsgeschäfte ab, um die aus den Grundgeschäften resultierenden Risiken zu eliminieren. Für die Darstellung der Bewertungseinheit wird grundsätzlich die sogenannte "Einfrierungsmethode" angewandt, nach der für Zeitraum und Umfang der Bewertungseinheit weder Wertschwankungen des Grund- noch des Sicherungsgeschäfts in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Sofern Grundgeschäfte, die bereits durch Devisentermingeschäfte abgesichert sind, durch Gefahrenübergang realisiert werden, erfolgt ein Übergang von der Einfrierungs- zur Durchbuchungsmethode.

Erläuterungen zur Bilanz

Aus Gründen einer klareren Darstellung werden die "davon" Vermerke, soweit zulässig, im Anhang und nicht in der Bilanz dargestellt.

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage 1 zum Anhang) dargestellt. Auswirkungen aus Veränderungen des Konsolidierungskreises werden in gesonderten Spalten ausgewiesen.

Neben den planmäßigen Abschreibungen wurden außerplanmäßige Abschreibungen (§ 253 Abs. 3 Satz 5 HGB) auf immaterielle Vermögensgegenstände sowie auf Sachanlagen wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung in Höhe von TEUR 1.044 vorgenommen.

Assoziierte Unternehmen

Die Encory GmbH wurde zum Zeitpunkt ihrer Gründung im September 2016 erstmalig nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Die Anschaffungskosten betrugen TEUR 3.512 und entsprachen dem anteiligen Eigenkapital.

Zum 31. Dezember 2016 betragen die fortgeschriebenen Anschaffungskosten der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen TEUR 13.197. Der Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und dem anteiligen Eigenkapital beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 369 und entspricht den darin enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwerten. Die an den assoziierten Unternehmen gehaltenen Kapitalanteile entsprechen den Stimmrechten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 4.440 umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 629; i. Vj.: TEUR 707) sowie sonstige Forderungen (TEUR 3.811; i. Vj.: TEUR 2.847).

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von TEUR 1.773 betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 1.540; i. Vj.: TEUR 2.189) sowie sonstige Forderungen (TEUR 233; i. Vj.: TEUR 4.246).

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Steuererstattungsansprüche (TEUR 10.422), Darlehensforderungen (TEUR 7.360), Sicherheitseinbehalte im Rahmen des Factoring-Programms (TEUR 6.481), Sicherheitsleistungen für Derivate (TEUR 3.057), Pfandgeldforderungen (TEUR 2.291) sowie debitorische Kreditoren (TEUR 1.971). Die ebenfalls in den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Forderungen gegen Gesellschafter betragen TEUR 5.914 (i. Vj.: TEUR 9.937) und betreffen vor allem Steuerzahlungen. Dieser Posten enthält Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von TEUR 2.262 (i. Vj.: TEUR 1.806).

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält vor allem vorausbezahlte Beträge für Versicherungen, Bankgebühren sowie ein die Anleihe betreffendes Disagio.

Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals einschließlich der nicht beherrschenden Anteile ist im Konzerneigenkapitalspiegel dargestellt.

Die Kommanditanteile der ALBA Group KG betragen zum 31. Dezember 2016 unverändert TEUR 4.250. Die Kapitalanteile wurden durch die beiden Kommanditisten, die ALBA plc & Co. KGaA, Berlin (Kommanditeinlage TEUR 3.740), sowie die ALBA Finance plc & Co. KGaA, Berlin (Kommanditeinlage TEUR 510), erbracht. Das Grundkapital der Komplementärin ALBA Group Europe plc, London/Großbritannien, beträgt GBP 50.000,00. Zudem sind die Alpsee Ltd. und die Eibsee Ltd., beide mit Sitz in London/Großbritannien, weitere Kommanditisten ohne Kommanditeinlage.

Die Einlagen wurden geleistet.

Genussrechtskapital mit einem Nennbetrag von TEUR 30.730 wurde in den Jahren 2009 (TEUR 10.149) und 2010 (TEUR 20.581) an die Verkäuferin von zwei erworbenen Gesellschaften ausgegeben. Die Genussrechte wurden für eine Laufzeit von zehn Jahren gewährt (d.h. bis zum 31. Dezember 2019 bzw. 2020) und auf Basis der vertraglichen Bestimmungen als Bestandteil des Eigenkapitals klassifiziert. Die ALBA Group KG kann die Genussrechte jeweils erstmalig drei Jahre vor Ende der Laufzeit mit einer Frist von drei Monaten vorzeitig kündigen. Die Genussrechte stehen allen anderen Gläubigern der Gesellschaft im Rang nach und nehmen vorrangig und in voller Höhe an Verlusten der Gesellschaft bis zur vollständigen Verminderung der Rückzahlungsansprüche teil. Der Genussrechtskapitalgeber erhält an dem Gewinn der ALBA Group KG eine jährliche Ausschüttung des Nennbetrages der Genussrechte, gemindert um etwaige Verlustbeiträge.

Das Konzernjahresergebnis und seine Aufteilung sowie Verwendung sind in der Konzerngewinn- und ‑verlustrechnung dargestellt. Vom Konzernjahresergebnis entfällt ein positiver Anteil von TEUR 7.779 auf konzernfremde Gesellschafter. Die Verpflichtung zur Ausgleichszahlung an die Minderheitsaktionäre der ALBA SE (EUR 3,25 nach Steuern je Aktie) für das Geschäftsjahr 2016 wurde in Höhe von TEUR 2.159 vom Minderheitenkapital in die sonstigen Verbindlichkeiten umgegliedert. Zudem wurden TEUR 30.730 des Jahresfehlbetrags der Muttergesellschaft dem Genussrechtskapital zugewiesen.

Der Jahresfehlbetrag der ALBA Group KG für das Geschäftsjahr 2016 nach Verlustzuweisung zum Genussrechtskapital betrug TEUR 61.393 und wurde den Rücklagen der Kommanditisten zugewiesen.

Sonderposten

Der Sonderposten beinhaltet Investitionszulagen und Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Pensionsrückstellungen decken die Versorgungsverpflichtungen gegenüber ehemaligen und noch tätigen Mitarbeitern ab.

Die Anschaffungskosten der Rückdeckungsversicherungen entsprechen den beizulegenden Zeitwerten und wurden wie folgt bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bzw. des aktiven Unterschiedsbetrags aus der Vermögensverrechnung berücksichtigt:

31.12.2016
TEUR
31.12.2015
TEUR
Abgezinster Erfüllungsbetrag der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 28.691 29.831
Beizulegender Zeitwert der Rückdeckungsversicherungen -2.499 -2.460
Saldo 26.192 27.371
Davon entfallend auf
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 26.483 27.699
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 291 328

Im Zinsaufwand wurden Erträge aus den Rückdeckungsversicherungen in Höhe von TEUR 9 mit Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 707 verrechnet.

Der Unterschiedsbetrag aus der Diskontierung der Pensionsverpflichtungen mit dem siebenjährigen und dem zehnjährigen durchschnittlichen Marktzinssatz gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung beträgt TEUR 2.608.

Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 7.458 betreffen insbesondere Körperschaft-steuer und Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer sowie Umsatzsteuer.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden insbesondere für ausstehende Rechnungen (TEUR 77.926), sonstige Verpflichtungen im Personalbereich (TEUR 26.723), Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber Herstellern und Entsorgungsverpflichtungen aus abgeschlossenen Verträgen (TEUR 12.796), Altlastensanierung und Rekultivierung (TEUR 11.459) sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (TEUR 7.452) gebildet.

Verbindlichkeiten

Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich wie folgt:

31.12.2016 Gesamtbetrag Laufzeit
TEUR < 1 Jahr >1 bis 5 Jahre >5 Jahre
Anleihen 203.000 203.000 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 268.535 258.917 4.966 4.652
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 116.948 116.893 53 2
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.215 3.215 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.671 3.671 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 74.555 63.461 6.436 4.658
Summe 669.924 649.157 11.455 9.312
31.12.2015 Gesamtbetrag Laufzeit
TEUR < 1 Jahr >1 bis 5 Jahre >5 Jahre
Anleihen 203.000 0 203.000 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 204.013 32.978 166.287 4.748
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 127.887 127.850 35 2
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.897 1.897 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.527 3.527 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 84.753 71.847 7.507 5.399
Summe 625.077 238.099 376.829 10.149

Die ALBA Group KG hat im Geschäftsjahr 2011 eine konvertible Anleihe in Höhe von TEUR 203.000 mit einer Laufzeit von sieben Jahren begeben, deren vertragsgemäße Rückzahlung im Mai 2018 fällig war. Zur Klassifizierung der Anleihe zum Bilanzstichtag als kurzfristig, verweisen wir auf den Nachtragsbericht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 268.535) sind in Höhe von TEUR 266.891 besichert durch Verpfändung des Aktienpaketes an der ALBA SE, der Verpfändung von Geschäftsanteilen an verbundenen Unternehmen, Globalabtretungen von Forderungen, Sicherungsübereignung von Anlage- und Umlaufvermögen sowie durch Grundpfandrechte. In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind TEUR 2.583 abgegrenzte Zinsverpflichtungen enthalten. Die Konzernfinanzierung der ALBA Group KG in Höhe von TEUR 255.895 wird in der obigen Tabelle zum 31. Dezember 2016 als kurzfristig ausgewiesen, denn mit Vollzug der mit einem chinesischen Investor geschlossenen Beteiligungsverträge wird das zum Bilanzstichtag bestehende Konsortialdarlehen im Geschäftsjahr 2017 durch eine neue langfristige Konzernfinanzierung abgelöst. Im Übrigen verweisen wir auf den Nachtragsbericht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 3.215 resultieren aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 277; i. Vj.: TEUR 205) sowie aus sonstigen Verbindlichkeiten (TEUR 2.938; i. Vj.: TEUR 1.692).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betragen zum Bilanzstichtag TEUR 3.671 und betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 2.439; i. Vj.: TEUR 1.936) sowie sonstige Verbindlichkeiten (TEUR 1.232; i. Vj.: TEUR 1.591).

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Factoring-Programm (TEUR 18.506), Darlehensverbindlichkeiten (TEUR 11.481), Verbindlichkeiten aus Steuern (TEUR 10.493), Verbindlichkeiten aus Mietkauf und Finanzierungsleasing (TEUR 9.120), kreditorische Debitoren (TEUR 4.548) sowie Pfandgeldverbindlichkeiten (TEUR 3.646).

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind in Höhe von TEUR 3.619 durch Eigentumsvorbehalte sowie Sicherungsübereignung von beweglichem Sachanlagevermögen besichert.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft im Wesentlichen die Forfaitierung von Forderungen der Leasingobjektgesellschaften.

Passive latente Steuern

Insgesamt ergibt sich im Konzernabschluss der ALBA Group KG ein Passivüberhang an latenten Steuern, der insbesondere aus passiven latenten Steuern aus Konsolidierungsvorgängen nach § 306 HGB resultiert. Die passiven latenten Steuern betreffen vor allem Unterschiede in der Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen, Sachanlagen, Anteilen an Kapitalgesellschaften, sonstigen Vermögensgegenständen sowie Kapitalkonsolidierungsvorgänge. Der Passivüberhang an latenten Steuern wurde teilweise durch aktive latente Steuern gemindert. Ein erheblicher Teil der aktiven latenten Steuern wird jedoch aufgrund eines sich ergebenden Aktivüberhangs und der Nutzung des Wahlrechts nach § 274 HGB in den Einzelabschlüssen in Einklang mit den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nicht bilanziert. Die aktiven latenten Steuern beruhen im Wesentlichen auf Verlustvorträgen zur Gewerbesteuer und zur Körperschaftsteuer. Es besteht die überwiegende Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Verlustvorträge innerhalb der nächsten fünf Jahre. Zudem resultieren aktive latente Steuern aus Unterschieden in der Bewertung von Grundstücken sowie immateriellen Vermögenswerten, Pensions- und sonstigen Rückstellungen.

Für die Steuerberechnung wurden die in den jeweiligen Ländern relevanten Ertragsteuersätze verwendet. In Deutschland setzen sich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag zusammen. Für die Berechnung der latenten Steuern wurden ein Körperschaftsteuersatz von 15,0% zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5% sowie ein effektiver Gewerbesteuersatz von 7,0% bis 16,6% angewandt. Für die Ermittlung der latenten Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen wurde in Bezug auf die in einen ertragsteuerlichen Organkreis eingebundenen Unternehmen ein Steuersatz von 15,0% (Organträger ist jeweils eine Kommanditgesellschaft), in Bezug auf die nicht in einen ertragsteuerlichen Organkreis eingebundenen Unternehmen ein kombinierter Ertragssteuersatz von 17,0% bis 32,45% zu Grunde gelegt.

Tabellarisch stellt sich die Veränderung wie folgt dar:

Aktive latente Steuern
TEUR
Passive latente Steuern
TEUR
Saldo (passivisch ausgewiesen)
TEUR
31.12.2015 852 19.593 18.741
31.12.2016 674 17.468 16.794
Veränderung -178 -2.125 -1.947

Haftungsverhältnisse

31.12.2016
TEUR
31.12.2015
TEUR
Aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften 137 96
Davon gegenüber verbundenen Unternehmen 137 96
Aus Patronatserklärungen 150 450
Davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0 450
Aus Mieteintrittsgarantien 14.140 68
Davon gegenüber assoziierten Unternehmen 14.140 68
Gesamt 14.427 614

Die in obigen Tabelle dargestellten Sachverhalte stellen Haftungsverhältnisse dar, da das Risiko einer Inanspruchnahme sehr unwahrscheinlich ist. Folglich wurden sie nicht in der Bilanz passiviert.

Außenstehende Aktionäre der ALBA SE, Köln, haben eine gerichtliche Überprüfung der Barabfindung und Ausgleichszahlung aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der ALBA Group KG beantragt. Vor dem Landgericht Köln ist ein entsprechendes Spruchverfahren nach Spruchverfahrensgesetz anhängig. Stellt das Gericht eine Unangemessenheit der Barabfindung und Ausgleichszahlung fest, wäre eine Zuzahlung an alle Aktionäre durch die ALBA Group KG zu leisten, die zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag Aktionäre waren, auch wenn diese nicht Antragsteller des Spruchverfahrens sind. Auf der Grundlage des aktuellen Verfahrensstandes wird mit keiner oder nur einer unwesentlichen Erhöhung von Abfindung und Ausgleichszahlung gerechnet.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag betragen die sonstigen finanziellen Verpflichtungen TEUR 117.433 (davon gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen TEUR 750). Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:

31.12.2016
TEUR
31.12.2015
TEUR
Zahlungsverpflichtungen aus Miet-, Leasing- und Dienstleistungsverträgen 115.799 111.967
Bestellobligo und Investitionsvorhaben 1.634 3.583
Gesamt 117.433 115.550

Factoring

Zur Betriebsmittelfinanzierung nutzt die ALBA Group seit Mitte 2013 ein revolvierendes Factoring-Programm. Im Rahmen dieses Programms veräußern bestimmte Unternehmen der ALBA Group (Forderungsverkäufer) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis eines einheitlichen Forderungskaufvertrages an eine Factoring-Gesellschaft (Factor). Der Kaufpreis der Forderungen entspricht deren Nennbetrag abzüglich Factoring Entgelt und Zinsen bis zum tatsächlichen Zahlungseingang der Forderung beim Factor bzw. Delkrederefall. Das Factoringentgelt dient der Abdeckung des Bonitätsrisikos der veräußerten Forderungen. Vom Kaufpreis wird für die veräußerten Forderungen ein Sicherheitseinbehalt von regelmäßig 10% des Forderungsnennbetrags einbehalten, der das Veritätsrisiko abdecken soll und bei Zahlungseingang durch den Kunden bzw. im Delkrederefall durch den Factor erstattet wird. Die Vorteile des Factorings liegen insbesondere in einer Verbesserung der Liquidität sowie in der Übertragung des Forderungsausfallrisikos auf den Factor. Zum Bilanzstichtag waren von den veräußerten Forderungen TEUR 50.657 durch die Kunden noch nicht beglichen.

Derivative Finanzinstrumente

Zinsderivate

Die im Vorjahr bestehenden Zinsswap- und Zinscap-Geschäfte zur Absicherung der variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden im Geschäftsjahr 2016 abgelöst und damit die Bewertungseinheit beendet. Im Übrigen verweisen wir hinsichtlich der Konzernfinanzierung auf den Nachtragsbericht.

Devisentermingeschäfte

Im Konzern wurden zur Absicherung des Währungsrisikos aus in Fremdwährung fakturierten Lieferungen und Leistungen Devisentermingeschäfte abgeschlossen, denen jeweils ein entsprechendes Grundgeschäft mit gleicher Höhe und Fristigkeit zu Grunde gelegen hat. Der Buchwert der abgesicherten Forderungen beträgt zum Bilanzstichtag umgerechnet TEUR 11.599. Die Sicherungsinstrumente weisen einen Marktwert von TEUR -372 auf. Wenn Grundgeschäfte, die bereits durch Devisentermingeschäfte abgesichert sind, durch Gefahrenübergang realisiert werden, erfolgt ein Übergang von der Einfrierungs- zur Durchbuchungsmethode. Im Rahmen der Durchbuchungsmethode wurden Sicherungsinstrumente mit einem Buchwert von insgesamt TEUR -273 erfasst. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wurde mit der Critical Term Match-Methode oder der Dollar-Offset-Methode nachgewiesen. Für Ineffektivitäten wurden TEUR 35 zurückgestellt. Die eingegangenen Devisensicherungsgeschäfte haben ausnahmslos eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Warentermingeschäfte

In einzelnen Gesellschaften des Segments Waste and Metals bestanden zum Stichtag Warentermingeschäfte zur Absicherung der Metallpreisänderung von Kupfer und Aluminium. Grundsätzlich befanden sich die Warentermingeschäfte in einer ökonomischen Sicherungsbeziehung. Soweit die Voraussetzungen des § 254 HGB erfüllt waren, wurden zwischen den Warentermingeschäften und den dazugehörigen Grundgeschäften Bewertungseinheiten gebildet. Die Grundgeschäfte bilden erwartete Transaktionen mit einem Volumen von TEUR 3.486 ab. Der Marktwert der als Sicherungsinstrumente designierten Warentermingeschäfte beträgt zum Bilanzstichtag TEUR -1.735. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wurde mit der Dollar-Offset-Methode nachgewiesen. Nicht ausgeglichene negative Wertänderungen des abgesicherten Risikos (Ineffektivität) wurden im Falle eines Verlustes zurückgestellt. Für Ineffektivitäten wurde aufgrund des Vorsichtsprinzips ein Betrag von TEUR 90 aufwandswirksam erfasst. Glatt gestellte Warentermingeschäfte sind mit einem Buchwert von insgesamt TEUR 1.525 passiviert. Die frei bilanzierten Warentermingeschäfte weisen zum Bilanzstichtag einen aggregierten Marktwert von TEUR 88 auf. Zudem wurde zur ökonomischen Absicherung des Dieselpreisänderungsrisikos eine Diesel-Option für das Geschäftsjahr 2017 abgeschlossen. Da hier die Voraussetzungen des § 254 HGB zur Bildung einer handelsrechtlichen Bewertungseinheit nicht erfüllt sind, wird die Option frei bilanziert. Die Diesel-Option weist zum Bilanzstichtag einen Marktwert von TEUR 284 auf und ist mit ihren Anschaffungskosten von TEUR 224 in den sonstigen Vermögensgegenständen bilanziert.

Erläuterungen zur Konzerngewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse wurden im Geschäftsjahr 2016 entsprechend der Neudefinition des § 277 Abs. 1 HGB in der Fassung des BilRUG erfasst. Die von den Segmenten erzielten Außenumsatzerlöse (nach Konsolidierung der Umsatzerlöse zwischen den Segmenten) entfallen wie folgt auf das In- und Ausland:

2016
TEUR
2015
TEUR
Inland
Waste and Metals 907.111 1.038.660
Services 359.737 351.151
Finance 1.016 708
1.267.864 1.390.519
Ausland
Waste and Metals 461.166 738.660
Services 65.994 56.766
Finance 51 152
527.211 795.578
Konzern 1.795.075 2.186.097

Sonstige betriebliche Erträge

Der Posten enthält periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 29.170), aus Asset Deals (TEUR 3.224), Buchgewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen (TEUR 1.948), Erträge aus der Herabsetzung von Einzelwertberichtigungen auf Forderungen (TEUR 1.792) sowie andere periodenfremde Erträge (TEUR 6.133). Darüber hinaus werden hier Erträge aus der Währungsumrechnung (TEUR 4.886; i. Vj.: TEUR 7.440) ausgewiesen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Der Posten enthält vor allem Betriebs- (TEUR 118.142), Vertriebs- (TEUR 82.976) und Verwaltungsaufwendungen (TEUR 50.963), Aufwendungen aus Währungskursdifferenzen (TEUR 5.678; i. Vj.: TEUR 10.357), Aufwendungen aus Einzelwertberichtigungen auf Forderungen (TEUR 9.420) sowie andere periodenfremde Aufwendungen (TEUR 4.300).

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

In diesem Posten sind Erträge aus der Abzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 84 (i. Vj.: TEUR 111) enthalten.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.409 (i. Vj. TEUR 3.772) betreffen Pensionsverpflichtungen und andere langfristige Personalrückstellungen (TEUR 821; i. Vj.: TEUR 3.115) sowie sonstige Rückstellungen (TEUR 588; i. Vj.: TEUR 657).

Außergewöhnliche Aufwendungen

Die in der ALBA Group im Geschäftsjahr 2016 angefallenen außergewöhnlichen Aufwendungen sind in folgenden Posten der Konzerngewinn- und -verlustrechnung enthalten:

2016
TEUR
Personalaufwand 924
Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.197
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 23.635
Gesamt 31.756

Die außergewöhnlichen Aufwendungen stehen im Zusammenhang mit den im Nachtragsbericht dargestellten Sachverhalten bzw. der hiermit verbundenen Anpassung der Verwaltungsstruktur der ALBA Group. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betreffen i.W. die Ablösung der Zinsderivate, die zur Absicherung der zum Bilanzstichtag bestehenden Konzernfinanzierung dienten.

Sonstige Angaben

Kapitalflussrechnung

Der Finanzmittelbestand umfasst grundsätzlich die Posten Schecks, Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und die Wertpapiere des Umlaufvermögens. Im Berichtsjahr sowie im Vorjahr enthält der Finanzmittelbestand ausschließlich Schecks, den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Die Bestände des Finanzmittelfonds von quotal einbezogenen Unternehmen betragen TEUR 222 (i. Vj.: TEUR 598). Die Bestände, die Verfügungsbeschränkungen unterliegen, betragen zum Bilanzstichtag TEUR 2.742 (i. Vj.: TEUR 6.858).

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung wird gemäß Ziffer 6 des Gesellschaftsvertrags der ALBA Group KG ausschließlich durch die persönlich haftende Gesellschafterin, die ALBA Group Europe plc, ausgeübt. Dem Vorstand ("Board of Directors") der persönlich haftenden Gesellschafterin gehörten im Geschäftsjahr 2016 folgende Mitglieder an:

Dr. Axel Schweitzer, CEO, Diplom-Ingenieur, Berlin

Dr. Eric Schweitzer, CEO, Diplom-Kaufmann, Berlin

Dr. Markus Guthoff, CFO, Diplom-Kaufmann, Krefeld (ausgeschieden zum 28. Februar 2017)

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Die Bezüge des Vorstands beliefen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 5.275.

Gesellschafterausschuss

Die ALBA Group KG hat gemäß Ziffer 8.1 ihres Gesellschaftsvertrages einen Gesellschafterausschuss gebildet, dem die Komplementärin sowie die Kommanditisten Alpsee Ltd. und Eibsee Ltd. angehören.

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter ergibt sich nach Köpfen wie folgt:

2016
Gewerbliche Arbeitnehmer (inklusive 80 Auszubildenden) 4.642
Angestellte (inklusive 95 Auszubildenden) 2.789
7.431

Unter Berücksichtigung der jeweiligen Beteiligungsquote entfallen 61 Mitarbeiter auf Gemeinschaftsunternehmen.

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter gemäß Vollzeitäquivalent beträgt 7.082.

Honorar des Konzernabschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2016 berechnete Gesamthonorar im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB beträgt EUR 1,3 Mio. (i. Vj.: EUR 1,8 Mio.). Davon entfallen auf Abschlussprüfungsleistungen EUR 0,7 Mio. (i. Vj.: EUR 1,5 Mio.), andere Bestätigungsleistungen EUR 0,5 Mio. (i. Vj.: EUR 0,1 Mio.), Steuerberatungsleistungen EUR 0,1 Mio. (i. Vj.: EUR 0,1 Mio.) und sonstige Leistungen EUR 0,0 Mio. (i. Vj.: EUR 0,1 Mio.).

Befreiung nach §§ 264 Abs. 3 und 264b HGB

Die Gesellschaften, die die Befreiungsvorschriften nach §§ 264 Abs. 3 und 264b HGB in Anspruch nehmen, sind aus der Konzernanteilsbesitzliste ersichtlich.

Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG

Die ALBA SE, Köln, ist als börsennotiertes Tochterunternehmen der ALBA Group KG zur Abgabe einer Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG verpflichtet. Der Verwaltungsrat der ALBA SE hat im August 2016 seine jährliche Erklärung zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" abgegeben und auf der Internetseite der Gesellschaft (www.alba.info/unternehmen/investor-relations-aktionaere-der-alba-se/corporate-governance.html) veröffentlicht und damit öffentlich dauerhaft zugänglich gemacht.

Nachtragsbericht

Die ALBA Group KG und zwei deutsche Gesellschaften unter Führung der Familie Deng, die auch kontrollierende Aktionärin von Chengdu Techcent Environment Co., Ltd., Chengdu, China, ist, unterzeichneten am 1. Oktober 2016 zwei Beteiligungsverträge. Gegenstand der Verträge ist der Verkauf eines Mehrheitsanteils (60%) des Services Segments sowie ausgewählter Bereiche des China-Geschäfts der ALBA Group an diese Gesellschaften. Der Vertrag wurde am 23. März 2017 vollzogen.

Die Zahlungsmittelzuflüsse aus den Anteilsverkäufen werden vor allem genutzt, um das Fremdfinanzierungsvolumen der ALBA Group zu reduzieren. Aus diesem Grund ist mit Vollzug der Beteiligungsverträge die am 30. Dezember 2016 abgeschlossene neue Konzernfinanzierung der ALBA Group KG wirksam geworden. Zudem ist eine vorzeitige Rückzahlung der Unternehmensanleihe mit einem Volumen von EUR 203 Mio. für Mai 2017 geplant. Das EBITDA, EBT sowie die Eigenkapitalquote werden sich im Geschäftsjahr 2017 unter Berücksichtigung des erwarteten Entkonsolidierungsgewinns außergewöhnlich verbessern. Im Rahmen der Entkonsolidierung werden die Vermögensgegenstände und Schulden der veräußerten Gesellschaften vollständig ausgebucht, wobei der bei der ALBA Group verbleibende Anteil von 40% als Anteile an assoziierten Unternehmen fortgeführt wird. Hieraus ergibt sich eine signifikante Reduzierung der Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2017. Durch die neue Finanzierungsstruktur wird eine Verbesserung des Zinsergebnisses erwartet.

Zusätzlich wurde im Rahmen der Portfoliooptimierung am 6. Februar 2017 die Europe Metals B.V., Heeze, Niederlande, nebst ihrer Tochter Europe Metals Asia Ltd, Kowloon, Hongkong, veräußert.

 

Berlin, 24. April 2017

Vorstand

Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2016

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2016
TEUR
Veränderung Konsolidierungskreis
TEUR
Zugänge
TEUR
Währungsdifferenzen
TEUR
Abgänge
TEUR
Umbuchungen
TEUR
31.12.2016
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 217.097 -65 2.399 -82 -751 33 218.630
2. Geschäfts- oder Firmenwert 351.259 -1.522 1.336 -6 -4.680 0 346.387
3. Geleistete Anzahlungen 268 0 3.086 0 -5 -1 3.348
568.624 -1.587 6.821 -88 -5.436 33 568.366
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 392.437 0 4.969 -1.036 -3.267 2.583 395.684
2. Technische Anlagen und Maschinen 260.516 0 8.575 -492 -24.773 4.634 248.459
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 357.244 -142 18.719 -1.362 -22.007 910 353.364
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.565 0 7.032 -53 -150 -8.159 7.235
1.018.763 -142 39.294 -2.942 -50.196 -33 1.004.744
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 9.309 -25 34 -41 -1.118 0 8.159
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 614 0 0 0 0 0 614
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 12.483 -2.073 4.948 0 -2.002 0 13.356
4. Sonstige Beteiligungen 6.083 0 295 0 -22 0 6.356
5. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 943 0 0 0 0 0 943
6. Wertpapiere des Anlagevermögens 86 0 0 0 0 0 86
7. Sonstige Ausleihungen 60 0 3 0 -32 0 31
29.578 -2.098 5.280 -41 -3.174 0 29.545
1.616.964 -3.826 51.396 -3.072 -58.806 0 1.602.654
Abschreibungen
01.01.2016
TEUR
Veränderung Konsolidierungskreis
TEUR
Zugänge
TEUR
Währungsdifferenzen
TEUR
Abgänge
TEUR
Zuschreibungen
TEUR
31.12.2016
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 103.437 -43 11.930 -74 -684 0 114.566
2. Geschäfts- oder Firmenwert 126.977 -765 16.781 -5 -4.680 0 138.308
3. Geleistete Anzahlungen 84 0 0 0 0 0 84
230.498 -808 28.711 -79 -5.364 0 252.958
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 211.802 0 11.327 -268 -1.847 0 221.013
2. Technische Anlagen und Maschinen 229.133 0 9.034 -334 -24.385 0 213.450
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 298.580 -120 22.986 -1.094 -21.399 -1 298.954
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 264 0 144 -6 0 0 403
739.780 -120 43.491 -1.702 -47.632 -1 733.819
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 5.913 0 273 -7 -202 0 5.976
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 614 0 0 0 0 0 614
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 2.217 -2.085 26 0 0 0 158
4. Sonstige Beteiligungen 3.286 0 96 0 0 0 3.383
5. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 470 0 450 0 0 0 920
6. Wertpapiere des Anlagevermögens 75 0 0 0 0 0 75
7. Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0 0 0
12.574 -2.085 845 -7 -202 0 11.125
982.852 -3.013 73.047 -1.789 -53.198 -1 997.902
Restbuchwerte
31.12.2016
TEUR
31.12.2015
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 104.065 113.660
2. Geschäfts- oder Firmenwert 208.081 224.282
3. Geleistete Anzahlungen 3.265 184
315.411 338.126
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 174.673 180.635
2. Technische Anlagen und Maschinen 35.010 31.383
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 54.410 58.664
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.834 8.301
270.927 278.983
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.183 3.397
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 13.197 10.266
4. Sonstige Beteiligungen 2.973 2.797
5. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 23 473
6. Wertpapiere des Anlagevermögens 11 12
7. Sonstige Ausleihungen 31 60
18.419 17.005
604.757 634.114

Konzernanteilsbesitzliste zum 31. Dezember 2016

I. In den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen
lfd. Nr. Name und Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil
in %
Anteilseigner Fußnote
1. Vollkonsolidierte Unternehmen
1 ALBA Group plc & Co. KG, Berlin 100,00 1)
2 ALBA Asia Limited, Wanchai, Hongkong 100,00 1
3 ALBA Berlin GmbH, Berlin 100,00 1 1)
4 ALBA BH d.o.o., Mostar, Bosnien-Herzegowina 100,00 1
5 ALBA Braunschweig GmbH, Braunschweig 94,00 1 1)
6 ALBA CGA Holding GmbH, Berlin 100,00 17
7 ALBA China Recycling Solutions Ltd., Peking, China 100,00 2
8 ALBA Cottbus GmbH, Cottbus 100,00 1 1)
9 ALBA Dolny Slask Sp. z o.o., Walbrzych, Polen 100,00 33
10 ALBA Ekoplus Sp. z o.o., Dabrowa Gornicza, Polen 100,00 33
11 ALBA Electronics Recycling GmbH, Eppingen 100,00 15 1)
12 ALBA Environmental Solutions GmbH, Berlin 100,00 1 1)
13 ALBA Facility Solutions GmbH, Berlin 100,00 1 1)
14 ALBA Ferrous Trading GmbH, Frankfurt am Main 93,25 39 1)
15 ALBA Heilbronn-Franken GmbH & Co. KG, Waiblingen 100,00 1 1)
16 ALBA Integrated Waste Solutions Hong Kong Ltd., Hongkong 73,00 2
17 ALBA International Holding GmbH, Berlin 100,00 1 1)
18 ALBA Lausitz GmbH, Cottbus 100,00 8 1)
19 ALBA Leipzig GmbH, Leipzig 100,00 1 1)
20 ALBA Logistik GmbH, Berlin 100,00 3 1)
21 ALBA Management GmbH, Berlin 100,00 1 1)
22 ALBA Metall Nord GmbH, Rostock 93,25 39 1)
23 ALBA Metall Süd Franken GmbH, Sennfeld 93,25 39 1)
24 ALBA Metall Süd GmbH, Mannheim 93,25 39 1)
25 ALBA Metall Süd Rhein-Main GmbH, Frankfurt am Main 93,25 39 1)
26 ALBA Miejskie Przedsiebiorstwo Gospodarki Komunalnej Sp. z o.o., Dąbrowa Górnicza, Polen 51,08 33
27 ALBA Miejskie Przedsiebiorstwo Oczyszczania Sp. z o.o., Olkusz, Polen 51,08 26
28 ALBA Neckar-Alb GmbH & Co. KG, Metzingen 91,00 15 1)
29 ALBA Neckar-Alb Verwaltungs GmbH, Metzingen 91,00 15
30 ALBA Niedersachsen-Anhalt GmbH, Braunschweig 100,00 1 1)
31 ALBA Nord GmbH, Schwerin 94,00 1 1)
32 ALBA Nordbaden GmbH, Karlsruhe 100,00 15 1)
33 ALBA Polska Sp. z o.o., Wrocław, Polen 100,00 17
34 ALBA Południe Polska Sp. z o.o., Dąbrowa Górnicza, Polen 100,00 33
35 ALBA Property Management GmbH, Berlin 100,00 1 1)
36 ALBA Przedsiebiorstwo Techniki Sanitarnej Sp. z o.o., Tychy, Polen 99,66 33
37 ALBA Recycling GmbH, Berlin 100,00 1 1)
38 ALBA Sachsen GmbH, Oschatz 100,00 1 1)
39 ALBA Scrap and Metals Holding GmbH, Dortmund 93,25 41 1)
40 ALBA Scrap Trading B.V., Groningen, Niederlande 93,25 67
41 ALBA SE, Köln 93,25 1
42 ALBA Services GmbH & Co. KG, Berlin 100,00 1 1)
43 ALBA Services Holding GmbH, Berlin, 100,00 17
44 ALBA Services Subholding GmbH, Berlin, 100,00 17
45 ALBA Servicios Verdes S.L., Madrid, Spanien 99,10 53
46 ALBA Stuttgart GmbH, Waiblingen 100,00 15 1)
47 ALBA Süd Geschäftsführungs GmbH, Bad Saulgau 100,00 15
48 ALBA Süd GmbH & Co. KG, Bad Saulgau 100,00 15 1)
49 ALBA Süd Grundstücksverwaltungs-plc & Co. KG, Waiblingen 100,00 1 1)
50 ALBA Supply Chain Management GmbH, Berlin 100,00 1 1)
51 ALBA Trading CEE Sp. z o.o., Wrocław, Polen 100,00 33
52 ALBA Uckermark GmbH, Schwedt 51,00 1
53 ALBA Wertstoffmanagement GmbH, Berlin 100,00 1 1)
54 ALBA Zenica d.o.o., Zenica, Bosnien-Herzegowina 75,00 1
55 ALBA Zschornewitz GmbH, Zschornewitz 100,00 1 1)
56 Akanthus Grundstücksverwaltungsges. mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz 100,00 1 1)
57 AVL Abfallverwertung Leipzig GmbH, Leipzig 70,00 19
58 AWU Abfallwirtschaftsunion Wittenberg GmbH, Wittenberg 100,00 1
59 BIL Leasing GmbH & Co. Radex KG, Pöcking - - 1) 2)
60 Brandenburgische Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung und -verwertung mbH, Zossen 93,25 39 1)
61 Europe Metals Asia Ltd, Kowloon, Hongkong 93,25 62
62 Europe Metals B.V., Heeze, Niederlande 93,25 39
63 FALSUS Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH, Düsseldorf - - 2)
64 HABITUS Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Berlin KG, Düsseldorf 94,00 1 1)
65 INTERSEROH Austria GmbH, Wien, Österreich 93,25 66
66 INTERSEROH Dienstleistungs GmbH, Köln 93,25 41 1)
67 INTERSEROH Evert Heeren GmbH, Leer 93,25 39 1)
68 INTERSEROH Holzkontor GmbH, Köln 100,00 1 1)
69 INTERSEROH Management GmbH, Köln 100,00 1 1)
70 INTERSEROH Organizacja Odzysku Opakowan S.A., Warschau, Polen 93,25 65
71 INTERSEROH Pfand-System GmbH, Köln 93,25 66 1)
72 INTERSEROH POLSKA Sp. z o.o., Warschau, Polen 93,25 65
73 INTERSEROH Pool-System GmbH, Köln 93,25 66 1)
74 INTERSEROH Product Cycle GmbH, Melle Bruchmühlen 93,25 66 1)
75 INTERSEROH ProServ GmbH, Köln (vormals profitara deutschland gmbh) 93,25 41 1)
76 INTERSEROH SEROG GmbH, Bous 93,25 39 1)
77 INTERSEROH zbiranje in predelava odpadnih surovin d.o.o., Lubiljana, Slowenien 93,25 65
78 KVB Kunststoffverwertung Brandenburg GmbH, Eisenhüttenstadt 100,00 1 1)
79 Nenn Entsorgung GmbH & Co. KG, Berlin 100,00 1 1)
80 Nenn Verwaltungsgesellschaft mbH, Berlin 100,00 1 1)
81 Projektgesellschaft Nauen GmbH, Nauen 93,25 60
82 Przedsiebiorstwo Techniki Sanitarnej ALBA Sp. z o.o., Chorzow, Polen 66,67 33
83 RDB plastics GmbH, Aukrug 100,00 1 1)
84 Reisswolf Akten- und Datenvernichtungs GmbH, Waiblingen 100,00 46 1)
85 Relenda GmbH, Magdeburg 93,25 66
86 Repasack Gesellschaft zur Verwertung gebrauchter Papiersäcke mbH, Wiesbaden 93,25 66 1)
87 SR Service GmbH, Rostock 70,00 1
88 TVF Altwert GmbH, Lübbenau 93,25 39
89 Wroclawskie Przedsiebiorstwo Oczyszczania ALBA S.A., Wroclaw, Polen 100,00 33
90 Zamak Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz - - 1) 2)
91 Zamie Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz 100,00 46 1)
2. Gemeinschaftsunternehmen
92 AWU Abfallwirtschafts-Union Ostprignitz-Ruppin GmbH, Neuruppin 49,00 1
93 BRAL Reststoff-Bearbeitungs GmbH, Berlin 50,00 1
3. Assoziierte Unternehmen
94 Abfallwirtschaft Torgau-Oschatz GmbH, Torgau 49,00 38
95 ALBA Asia Automobile Recycling Limited, Hongkong 40,00 2
96 ALBA Rising Green Fuel (Hong Kong) Limited, Hongkong 50,00 17
97 ALL Abfall-Logistik Leipzig GmbH, Leipzig 49,00 19
98 AWU Abfallwirtschafts-Union Oberhavel GmbH, Velten 49,00 1
99 Encory GmbH, München 50,00 1
100 HAW Havelländische Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH, Nauen 49,00 1
II. Nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen
lfd. Nr. Name und Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil
in %
Anteils-eigner Fußnote
1. Verbundene Unternehmen
101 ALBA ATOL Sp. z o.o., Krakau, Polen 100,00 1
102 ALBA DO BRASIL PARTICIPACOES LTDA, Rio De Janeiro, Brasilien 99,93 17
103 ALBA Hong Kong Limited, Wanchai, Hongkong 100,00 2
104 ALBA INFRA Serwis Sp. z o.o., Wroclaw, Polen 100,00 89
105 ALBA Logistic Bulgaria AD i.L., Sofia, Bulgarien 99,80 1
106 ALBA Przedsiebiorstwo Gospodarki Komunalnej Czeladz Sp. z o.o., Czeladz, Polen 96,40 33
107 ALBA Recycling Asia Ltd., Hongkong, 100,00 1
108 ALBA Re-Life Holding GmbH, Berlin 100,00 17
109 ALBA Süd Beteiligungs GmbH, Waiblingen 100,00 1
110 ALBA Süd Liegenschaften GmbH, Waiblingen 100,00 1
111 ALBA Turkey Geri Dönüsüm Hizmetleri Ticaret Limited Sirketi, Istanbul,Türkei 100,00 17
112 CAREIean GmbH, Stralsund 93,25 66
113 INDO CHINA EUROPE BVBA, Vorslaar, Belgien 100,00 17
114 INTERSEROH d.o.o. za posredovanje u zbrinjavanju otpada, Zagreb, Kroatien 93,25 65
115 Interseroh Plastics Research & Development d.o.o., Limbus, Slowenien 100,00 37
116 INTERSEROH Services d.o.o. i.L., Sarajevo, Bosnien-Herzigowina 88,59 118
117 INTERSEROH Service Italia S.r.l., Mailand, Italien 93,25 66
118 Interseroh Solutions d.o.o. i.L., Sarajevo, Bosnien-Herzigowina 93,25 65
119 INTERSEROH Solutions s.r.o., Prag, Tschechische Republik 93,25 72
120 Interseroh s.r.o., Bratislava, Slowakei 93,25 66
121 ISR INTERSEROH Italia s.r.l. i.L., Venedig, Italien 100,00 17
122 profitara austria GmbH, Wien, Österreich 93,25 65
123 PROFITARA svetovanje na področju ekologije d.o.o., Ljubljana, Slowenien 93,25 77
124 Polski System Recyklingu (PSR) - Organizacja Odzysku Opakowan Spólka Akcyjna, Warschau, Polen 93,25 70
125 RDB Plastics družba za zbiranje in odvoz odpadkov d.o.o., Ljubljana, Slowenien 100,00 83
126 repaper Sekundärrohstoffe GmbH, Böhlen 51,00 1
127 Umwelttechnik Strobel GmbH i.L., Bad Saulgau 100,00 15
128 Zaklad Usług Komunalnych w Żarowie Sp. z o.o. i.L., Zarow, Polen 100,00 9
2. Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
129 Clearing Solution GmbH, Filderstadt 23,31 71
130 Deponiegesellschaft Ostvorpommern GmbH, Spantekow 34,78 31
131 Interseroh Czech a.s, Prag, Tschechische Republik 30,77 122
132 MAB Szczecin Sp. z o.o., Stettin, Polen 47,56 22
133 Rhenus-Zehner GmbH, Heilbronn 50,00 15
134 Sonderabfall Service Südwest GmbH, Waiblingen 50,00 109
135 Umwelt-Service Nordschwarzwald GmbH, Nagold 49,00 1
136 USŁUGI KOMUNALNE WODNIK Sp. z o.o., Breslau, Polen 40,21 89
1) Inanspruchnahme der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB
2) Zweckgesellschaft, die aufgrund von § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen wird

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2016

Inhalt

Grundlagen des Konzerns.

A.1. Geschäftsaktivitäten und Organisationsstruktur

A.2. Produkte und Dienstleistungen.

A.3. Steuerungssystem..

B. Wirtschaftsbericht

B.1. Branchenbezogene Rahmenbedingungen.

B.2. Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen.

B.3. Geschäftsverlauf

B.3.1 Waste and Metals.

B.3.2 Services.

B.4. Lage.

B.4.1 Ertragslage.

B.4.2 Vermögenslage.

B.4.3 Finanzlage.

B.5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der ALBA Group.

C. Chancen- und Risikobericht

C.1. Chancenbericht

C.1.1. Chancenmanagement

C.1.2. Chancen.

C.2.1. Risikomanagementsystem..

C.2.2. Das interne Kontrollsystem in Bezug auf die Konzernrechnungslegung.

C.3. Risikobewertung.

C.4. Risiken.

C.5. Gesamtrisikoprofil

D. Weitere Angaben. 3

D.1. Mitarbeiter und soziale Verantwortung.

D.2. Umwelt und Nachhaltigkeit

D.3. Forschung und Entwicklung.

E. Prognosebericht

E.1. Entwicklung Waste and Metals.

E.2. Entwicklung der übrigen Geschäftsbereiche.

E.3. Entwicklung des Konzerns.

Grundlagen des Konzerns

Die ALBA Group ist mit ihren beiden Marken ALBA und Interseroh mit über 130 Tochter- und Beteiligungsunternehmen (Stand 31. Dezember 2016) in Deutschland und Europa sowie in Asien aktiv. Sie ist einer der führenden Recycling- und Umweltdienstleister sowie Rohstoffversorger weltweit.

Zwischen der ALBA Group plc & Co. KG (ALBA Group KG) und der ALBA SE, Köln, besteht seit dem Geschäftsjahr 2011 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der ALBA Group KG als beherrschender Gesellschaft. Gemäß diesem Vertrag verpflichtet sich die ALBA Group KG auf Verlangen eines jeden außenstehenden Aktionärs der ALBA SE, dessen auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,60 Euro je Aktie gegen eine Barabfindung in Höhe von 46,38 Euro je ALBA SE-Aktie zu erwerben (Barabfindungsangebot).

Diejenigen außenstehenden Aktionäre der ALBA SE, die das Barabfindungsangebot nicht annehmen wollen, haben für die Dauer des Vertrages Anspruch auf Zahlung einer wiederkehrenden Geldleistung (Ausgleichszahlung). Die Ausgleichszahlung beträgt für jedes volle Geschäftsjahr brutto 3,94 Euro je ALBA SE-Aktie abzüglich Körperschaftsteuer nebst Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Satz.

Über die Höhe von Barabfindung und Ausgleichszahlung ist beim Landgericht Köln ein Spruchverfahren nach Spruchverfahrensgesetz anhängig. Das Landgericht Köln hatte in einer ersten mündlichen Verhandlung am 20. April 2012 im Spruchverfahren das Vorbringen der Antragsteller und der Antragsgegnerin (ALBA Group KG) erörtert und am 15. Juni 2012 beschlossen, ein neues Sachverständigengutachten in Auftrag zu geben, das eine eigenständige Berechnung des Unternehmenswertes unter "angemessener Berücksichtigung der dazu abgegebenen Erklärungen" bis Mitte 2014 vornehmen sollte. Nach einer Befangenheitsrüge eines Antragstellers und deren Ablehnung durch das Gericht nahm der vom Landgericht Köln bestellte Sachverständige Ende 2013 seine Arbeit auf und legte sein Gutachten zur Ermittlung des Unternehmenswertes der ALBA SE im Januar 2015 vor. Gegen dieses Gutachten erhoben sowohl Antragsteller als auch die Antragsgegnerin Einwände. Das Landgericht Köln beauftragte den Sachverständigen mit einem Ergänzungsgutachten, das dieser Ende Mai 2016 vorlegte. Der Sachverständige kam zu dem Ergebnis, dass die Einwände der Antragsteller sowie der Antragsgegnerin aus seiner Sicht nicht überzeugten und er somit an dem Ergebnis seines ursprünglichen Gutachtens festhalte. Dagegen haben die Antragsteller erneut Einwände erhoben. Das Gericht hat den Sachverständigen im November 2016 aufgefordert, zu den weiteren Einwänden Stellung zu beziehen. Dies steht noch aus. Derzeit ist von einer Entscheidung frühestens im nächsten Geschäftsjahr auszugehen.

A.1. Geschäftsaktivitäten und Organisationsstruktur

Die ALBA Group KG leitet eine Gruppe von national und international tätigen Unternehmen, die in zwei operativen Segmenten organisiert sind.

Die Unternehmen des Segmentes Waste and Metals betreiben die Erfassung beziehungsweise die Sammlung, Aufbereitung und Vermarktung sämtlicher Abfallarten, insbesondere von Stahl- und Metallschrott, Papier/Pappe/Kartonagen (PPK) sowie Kunststoffen.

Aufgabenfelder der Gesellschaften im Segment Services sind die Konzeption und die Realisation von Erfassungs-, Rückhol- und Kreislaufsystemen für gebrauchte Verpackungen und Produkte, die Betreibung von Anlagen zur Sortierung von Leichtverpackungen und PPK und zur Aufbereitung von Kunststoffen sowie die Erbringung infrastruktureller und technischer Facility Management Dienstleistungen.

Zum 31. Dezember 2016 wurden 91 unmittelbar oder mittelbar von der ALBA Group KG beherrschte Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Eine vollständige Aufstellung der Tochterunternehmen, der assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen ist in Anlage 2 zum Konzernanhang zu finden (Anteilsbesitzliste).

Im Berichtsjahr hat die ALBA Group die Optimierung ihres Beteiligungsportfolios fortgesetzt.

Zum 31. Dezember 2016 verkaufte die ALBA Group die RHS Rohstoff Handel GmbH, Stuttgart, und zum 6. Februar 2017 die Europe Metals B.V., Heeze/Niederlande, inklusive der Europe Metals Asia Ltd., Kowloon, Hongkong/China. Die ALBA Metall Nord GmbH, Rostock, verkaufte den Standort Lübeck zum 31. August 2016. Darüber hinaus trennte sich die Gruppe zum 18. November 2016 vom Standort Amsterdam der ALBA Scrap Trading B.V., Groningen/Niederlande, sowie von zwei kleineren Standorten in Deutschland.

Um an den Wachstumschancen in China und im Bereich Services teilhaben zu können, hat die ALBA Group mit einem chinesischen Investor zwei Joint Ventures gegründet. Die Unterzeichnung der entsprechenden Beteiligungsverträge erfolgte am 1. Oktober 2016, die Anteilsübertragung am und mit Wirkung zum 23. März 2017. Zum einen wurden dafür insbesondere die Unternehmen ALBA Wertstoffmanagment GmbH, Berlin, RDB Plastics GmbH, Aukrug, ALBA Electronics Recycling GmbH, Eppingen, ALBA Metall Süd Rhein-Main GmbH, Frankfurt a.M., sowie die ALBA Metall Süd Franken GmbH, Sennfeld, auf die ALBA CGA Holding GmbH, Berlin, jetzt umbenannt in ALBA International Recycling GmbH, Berlin, übertragen, an der die ALBA International Holding GmbH, Berlin, mit 40% und der Investor mit 60% beteiligt sind. Zum anderen wurden nahezu alle Unternehmen des Segmentes Services auf die ALBA Services Holding GmbH, Berlin, übertragen, an der die ALBA International Holding GmbH ebenfalls 40% und der Investor 60% halten.

Des Weiteren verweisen wir auf den Nachtragsbericht im Konzernanhang.

A.2. Produkte und Dienstleistungen

Waste and Metals

Die zum Segment Waste and Metals gehörenden Unternehmen erfassen beziehungsweise sammeln sämtliche Abfallarten, bereiten diese auf und vermarkten sie.

Die Erfassung der Abfälle erfolgt dabei mit eigenen Fahrzeugen und Containern sowohl für Gewerbekunden als auch im Auftrag von Kommunen.

Darüber hinaus werden auf den Plätzen des Segments Alt- und Neuschrotte gesammelt. Bezogen auf die Tonnage bilden diese den größten Anteil der gesammelten beziehungsweise erfassten Abfallarten. Nach ihrer Aufbereitung werden Stahlwerke, Gießereien und Metallhütten mit Eisen- und Nichteisenmetallen versorgt. Dabei steht Fe (ferrous) für alle Eisen- oder Stahlschrotte und NE für alle Nicht-Eisen-Metallschrotte. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Fraktionen liegt neben den Materialeigenschaften in der unterschiedlichen Wertigkeit, die bei den NE-Metallen deutlich höher ist. Die Aufbereitung von Produktions-, Gewerbe- und Konsumschrott zu hochwertigem Shredder-, Scheren- und Paketierschrott für den internationalen Handel erfolgt in industriellen Anlagen und mit modernen Trenntechniken. Im deutschen Ranking der Schrottaufbereiter rangierte die ALBA Group 2016 unter den Top 3 und nahm darüber hinaus eine führende Rolle im europäischen Exportgeschäft von NE-Metallschrott nach Asien ein.

Weitere wesentliche Abfallarten sind PPK und Kunststoffe. Zu den vermarkteten Kunststoffen gehören insbesondere LDPE-Folien, PET und diverse Hartkunststoffe sowie Kunststoffe, die bei der Sortierung von Post-Consumer-Materialien anfallen. Mit PPK werden vornehmlich Papierfabriken in Deutschland beliefert. Kunststoffe gehen primär in den Export nach Asien. Die Handelsaktivitäten werden von den so genannten Handelshäusern abgewickelt. Dies sind im Wesentlichen die ALBA Wertstoffmanagement GmbH, Berlin, und die RDB plastics GmbH, Aukrug. Hinzu kommen internationale Tochtergesellschaften in Polen und Spanien.

Darüber hinaus erfolgt die Herstellung und Vermarktung von Ersatzbrennstoffen (auch EBS oder "Green Fuel" genannt) und Recyclingmaterialien aus Hausmüll und Gewerbeabfällen. Diese Geschäftsaktivitäten wurden 2015 an ein Joint Venture übertragen. Die Herstellung von EBS erfolgt in zwei baugleichen Anlagen in Berlin. Diese Anlagen arbeiten nach dem Prinzip der "Mechanisch-Physikalischen Stabilisierung" (MPS). Die Abfälle werden dabei in einem komplexen Verfahren zerkleinert, getrocknet und in nutzbare Komponenten getrennt. Anschließend erfolgt die Aussortierung verwertbarer Rohstoffe, die im Wege der Vermarktung in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Nicht separat verwertbare Bestandteile werden zu Ersatzbrennstoffen mit attraktiven kalorischen und emissionstechnischen Eigenschaften verarbeitet und vermarktet.

Services

Unter dem Dach der ALBA Group steht die Marke Interseroh für die Organisation von Umweltdienstleistungen und Recyclinglösungen. Als Systemdienstleister bieten die INTERSEROH Dienstleistungs GmbH, Köln, (ISD) und ihre Tochtergesellschaften Rücknahme- und Erfassungssysteme für Verpackungen und Altprodukte an.

Das Dienstleistungsangebot ist unter Führung der ISD in vier Business Center unterteilt - ReCycle, ReDuce, ReThink und ReUse.

Zum Business Center ReCycle gehören die Rücknahme von Transportverpackungen, die Rücknahme von Verkaufsverpackungen, die Rücknahme von Papiersäcken, andere Rücknahme- und Lizenzierungssysteme, recycled-resource sowie die Sorting Aktivitäten.

Die ISD organisiert gemäß Verpackungsverordnung die Rücknahme von Transportverpackungen in Handel und Gewerbe. Sie organisiert über Dritte Sammlung, Transport, Sortierung und Aufbereitung der Verpackungen. Interseroh betreibt insgesamt in rund 20 Branchen Rücknahmelösungen für Transportverpackungen.

Die Verpackungsverordnung verlangt von Inverkehrbringern, dass sie ihre Verkaufsverpackungen, die bei privaten Endverbrauchern anfallen, über ein duales System zurücknehmen und verwerten lassen. Fallen die Verkaufsverpackungen nachweislich bei den privaten Haushalten vergleichbaren Stellen an (Gastronomie, Verwaltungen, Bildungs-, Kranken- und Pflegeeinrichtungen etc.), können sie alternativ auch in die Branchenlösungen eingebracht werden. Mit der Dienstleistung Duales System Interseroh/Branchenlösung Interseroh bietet die ISD Sammlung, Transport, Sortierung und Aufbereitung von Verkaufsverpackungen an, die an privaten Haushalten und an privaten Haushalten vergleichbaren Anfallstellen auftreten.

Die REPASACK Gesellschaft zur Verwertung gebrauchter Papiersäcke mbH, Wiesbaden, garantiert die ordnungsgemäße Rücknahme und Verwertung gebrauchter Papiersäcke aus Gewerbe und Industrie im Sinne der Verpackungsverordnung - einschließlich Reinigung und Aufbereitung des Materials in einer eigenen Anlage in Oberhausen.

Die ISD organisiert für Hersteller die Rücknahme und Verwertung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten gemäß Elektro-Gesetz. Der Dienstleister erstellt die gesetzlich geforderten Nachweise und unterstützt seine Kunden bei den Themen Registrierung, Meldung, Garantie sowie Treuhänderschaft. Darüber hinaus betreibt die ISD ein Sammelsystem für Leuchtmittel in Industrie, Handel und Gewerbe. Alle an den Sammelstellen anfallenden LED-Module, Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen werden der Verwertung zugeführt.

Mit recycled-resource hat Interseroh ein innovatives Verfahren entwickelt, mit dem aus Altkunststoffen nach individuellen Kundenvorgaben die Recyclat-Compounds recythen und procyclen hergestellt werden. Aus diesen entstehen neue Verpackungen und Produkte. Die so gewonnenen Compounds besitzen dank hochmoderner Sortiertechnik, kombiniert mit neuester Verfahrenstechnologie, eine konstante Qualität und können als 100-%iges Neuwaresubstitut eingesetzt werden.

Der Bereich Sorting betreibt Anlagen zur Sortierung von Leichtverpackungen (LVP), PPK sowie zur Aufbereitung von Kunststoffen. Die LVP-Sortierung findet an vier Standorten in Deutschland statt. Wesentliche Treiber des Geschäfts sind die Auslastung der LVP-Sortierung (Volllast ca. 500 tto pro Jahr) und die dabei zufließende Inputtonnage. Der Output der Sortierung stellt im Wesentlichen Wertstoffe wie Kunststoffe, Weißblech sowie Sortierreste dar.

Dem Business Center ReDuce sind die Aktivitäten Mehrwegpooling und Einweg-Pfandlösungen zugeordnet.

Beim Mehrweg-Pooling-System steht die Vermeidung von Abfällen im Vordergrund. In einem innovativen Kreislaufsystem werden Mehrweg-Transportverpackungen entlang der Lieferkette vom Erzeuger bis zur Filiale durch Interseroh gemanagt. Die in einem Logistikkreislauf geführten Boxen werden zum Beispiel zum Verkauf von Obst und Gemüse in rund 1.900 Filialen eines großen Lebensmitteldiscounters eingesetzt. Nach dem Verkauf der Waren werden zur Erhaltung der Hygienestandards alle Boxen in vom Unternehmen betriebenen Waschdepots gereinigt und Boxen, die dem Lieferkettenstandard nicht entsprechen, instand gesetzt. Nicht reparable Mehrweg-Transportverpackungen werden in einem geschlossenen Recyclingkreislauf für die Herstellung neuer Kisten eingesetzt. Die INTERSEROH Pool-System GmbH, Köln, optimiert die Pool-Bestände durch die Synchronisation nationaler Abholungen im Handel, internationaler Zustellungen in das Netzwerk des Obst/Gemüse-Handels und der zentralen Waschkapazitäten. Sie erhielt als erster Pooling-Dienstleister für das System die Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 22000:2005 (Lebensmittelsicherheit).

Im Rahmen der Rücknahme bepfandeter Einwegverpackungen erbringt die INTERSEROH Pfand-System GmbH, Köln, für ihre Kunden die notwendigen Zählleistungen von Flaschen und Dosen in bundesweit zehn Zählzentren, realisiert die notwendige Abholung der gesammelten Einwegverpackungen von den Anfallstellen sowie das zur Rückforderung der verauslagten Pfandgelder relevante Pfandclearing, also die Verrechnung zwischen der Pfand einnehmenden Stelle und der Rücknahmestelle und damit Pfand auszahlenden Stelle. Darüber hinaus vermarktet die Gesellschaft die dabei gewonnenen Rohstoffe (PET, Glas, Aluminium und Weißblech).

Zu ReThink gehört die Dienstleistung Recycling Solutions Interseroh (RSI) sowie das Facility Management. RSI umfasst die gesamte Bandbreite des Managements der Filial-, Lager- und Produktionsstättenentsorgung sowie die Verwertung beziehungsweise Vermarktung der gewonnenen Rohstoffe. In diesem Geschäftsfeld wird ein nach Kundenwünschen individuelles Konzept erarbeitet.

Als Full-Service-Provider mit Fokus auf Wohnungswirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel erbringt das Facility Management infrastrukturelle und technische Dienstleistungen. Dazu gehören auch Winterdienst und Straßenreinigung. Zudem übernimmt dieser Bereich die kaufmännische Immobilienverwaltung fremder Liegenschaften sowie das Corporate Real Estate Management innerhalb der ALBA Group.

Zum Bereich ReUse gehört die Sammlung und Sortierung von Tintenpatronen und Tonerkartuschen. Die INTERSEROH Product Cycle GmbH, Melle Bruchmühlen, sammelt und sortiert leere Tintenpatronen und Tonerkartuschen aus Druckern, Kopierern und Faxgeräten und vermarktet diese dann zur Wiederbefüllung an sogenannte Refiller.

Das darüber hinaus bestehende Regional Center ist ein wichtiger Treiber bei der Internationalisierung der Dienstleistungen aus den vier Business Centern, aber auch für länderspezifische Innovationen und Produktentwicklungen. Die ISD ist mit eigenen Gesellschaften in mittel- und osteuropäischen Recyclingmärkten tätig. Hierzu gehören unter anderem Österreich, Slowenien, Polen und Kroatien. In diesen Ländern bietet Interseroh Filial- und Zentrallagerentsorgung sowie diverse Sammelsysteme an, beispielsweise für Transportverpackungen, Verkaufsverpackungen oder E-Schrott.

Bezogen auf das Geschäftsvolumen sind die Bereiche Transportverpackungen, Verkaufsverpackungen, Recycling Solutions Interseroh, Sorting und Facility Services von wesentlicher Bedeutung.

A.3. Steuerungssystem

In der ALBA Group werden zur Steuerung der gesamten Gruppe, der Segmente sowie deren Geschäftsaktivitäten verschiedene Kennzahlen genutzt. Umsatzerlöse, EBITDA, EBT sowie Investitionen sind als wesentliche Steuerungsgrößen der Gruppe definiert. Für das Segment Waste and Metals sind darüber hinaus die Mengen Fe sowie NE relevant, für das Segment Services der Marktanteil des Dualen Systems Interseroh im Markt der Verkaufsverpackungen. Die Eigenkapitalquote wird zu Steuerungszwecken auf Konzernebene ermittelt.

Diese Kennzahlen werden dem Vorstand der ALBA Group grundsätzlich monatlich vorgelegt. Die Ermittlung der Eigenkapitalquote erfolgt vierteljährlich.

Steuerungsgrößen

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der ALBA Group setzen sich aus Erlösen aus der Erbringung von Dienstleistungen und aus Erlösen aus dem Verkauf von Waren und fertigen Erzeugnissen abzüglich Erlösschmälerungen zusammen. Die im Folgenden angegebenen Umsatzerlöse der operativen Segmente wurden vor Konsolidierung der Umsatzerlöse zwischen den Segmenten ermittelt.

EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization)

Anhand dieser Kennzahl misst die ALBA Group Effizienz und Ertragskraft des operativen Geschäfts. Die Kennzahl wird wie folgt ermittelt: Umsatzerlöse plus Bestandsveränderungen, plus aktivierte Eigenleistungen und sonstige betriebliche Erträge, abzüglich sonstiger betrieblicher Aufwendungen und sonstiger Steuern sowie Material- und Personalaufwand.

EBT (Earnings Before Taxes)

Diese Kennzahl gibt Auskunft über die gesamte Ertragskraft der ALBA Group. Das EBT wird errechnet, indem vom EBITDA die Abschreibungen abgezogen sowie das Finanz- und Beteiligungsergebnis hinzugerechnet werden.

Eigenkapitalquote

Anhand der Eigenkapitalquote lässt sich die Kapitalstruktur der ALBA Group bestimmen. Diese Kennzahl wird anhand der Relation von Eigenkapital, zuzüglich des hälftigen Sonderpostens für Investitionszulagen beziehungsweise -zuschüsse zum Anlagevermögen, zu Bilanzsumme ermittelt.

Investitionen

Die absolute Größe der Investitionen zeigt die langfristige Bindung finanzieller Mittel im Anlagevermögen ohne Finanzierungsleasing. Bei Investitionsentscheidungen steht die zielgerichtete Verwendung der Finanzmittel im Mittelpunkt.

Mengen Fe/NE

Die Mengen von Fe und NE haben über den Faktor Preis einen unmittelbaren Einfluss auf den Umsatz. Aufgrund der hohen Markttransparenz stellen die Preise für Fe- und NE-Metalle eine nicht beeinflussbare Größe dar. Entsprechend dienen die Mengen als Leistungsindikator.

Marktanteil Duales System Interseroh

Der Marktanteil des Betreibers eines dualen Systems bemisst sich anhand der durch die dualen Systeme an die Clearingstelle gemeldeten Mengen dividiert durch die Gesamtmenge und bestimmt damit den zu tragenden, individuellen Anteil des Aufwands, der im Gesamtmarkt dualer Systeme entsteht. Die für die ALBA Group maßgebliche Fraktion sind die Leichtverpackungen.

B. Wirtschaftsbericht

B.1. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Waste and Metals

Auch 2016 waren die Rahmenbedingungen im Stahlschrottgeschäft schwierig. Die Weltrohstahlproduktion erhöhte sich gemäß Wirtschaftsvereinigung Stahl im Vergleich zu 2015 zwar um 0,8% auf 1.628 Mio. Tonnen, diese Steigerung ist allerdings insbesondere auf China zurückzuführen. Das Land stellte im vergangenen Jahr 808,4 Mio. Tonnen Rohstahl her. Das entspricht einem Plus von 1,2%. Der chinesische Anteil an der weltweiten Rohstahlproduktion lag damit bei knapp 50%. Die globale Stahlproduktion litt auch im Berichtsjahr unter Überkapazitäten. Allein die Überkapazitäten der Volksrepublik betrugen fast 400 Mio. Tonnen, also mehr als das Doppelte der europäischen Rohstahlproduktion.

Die Herstellung von Rohstahl in der Europäischen Union reduzierte sich um 2,3%. Auch in Deutschland war die Rohstahlproduktion wiederum rückläufig und verminderte sich um 1,4%. Während die deutsche Stahlproduktion mit Eisenerz um 2,5% zurückging, sank die Elektrostahlproduktion, bei der überwiegend Stahlschrotte eingesetzt werden, um 1,3%.

Nach dem Preiseinbruch im vierten Quartal 2015 waren auch die ersten beiden Monate 2016 von äußerst niedrigen Preisen geprägt. Von März bis Mai stiegen die Preise. Gemäß Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V. (BDSV) betrug der Preis für die Leitschrottsorte 2 im Mai durchschnittlich 230,40 Euro pro Tonne, im Juni und Juli kam es saisonbedingt abermals zu Preissenkungen (Juli: 153,80 Euro pro Tonne). Zum Jahresende legte der Preis dann noch einmal zu und lag im Dezember im Mittel bei 196,30 Euro pro Tonne. Der durchschnittliche Lagerverkaufspreis der Leitschrottsorte 2 belief sich 2016 auf 168,40 Euro pro Tonne und lag damit um 21,40 Euro pro Tonne unter dem durchschnittlichen Wert von 2015 (189,80 Euro pro Tonne).

Auch die Durchschnittspreise für Nichteisen-Metalle sanken im Vergleich zum Vorjahr. Der Preis für Aluminium reduzierte sich im Zwölf-Monats-Mittel um 3,1% auf 1.451 Euro pro Tonne, während der durchschnittliche Preis für eine Tonne Kupfer um 11,2% auf 4.400 Euro und der Durchschnittspreis für eine Tonne Nickel um 18,3% auf 8.695 Euro sanken.

Die Preise für die Fraktion Pappe/Papier/Kartonagen lagen im Berichtsjahr je nach Sorte im Durchschnitt um 13% bis 38,3% über den Durchschnittspreisen des Jahres 2015. Die Durchschnittpreise für Folie sanken im Berichtjahr je nach Sorte zwischen 9,7% und 44,1%. Der durchschnittliche Preis für transparentes PET ging 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 47,6% zurück, der Durchschnittspreis für buntes PET war negativ und belief sich auf minus 9,58 Euro.

Die deutsche Bauwirtschaft hat sich 2016 noch einmal besser entwickelt als im wachstumsstarken Vorjahr. Getragen von hohen Wachstumsraten im Wohnungsbau und hohen Auftragsbeständen am Jahresanfang, erzielten die Unternehmen des Bauhauptgewerbes ein nominales Umsatzplus von 6,0% (real 4,5%). Dies hatte einen positiven Einfluss auf das Gewerbegeschäft einschließlich der Bauschuttentsorgung.

Die thermische Verwertung war im Berichtsjahr weiterhin durch starke Kapazitätsauslastungen gekennzeichnet. Entsprechend erhöhten die Betreiber der Verbrennungsanlagen die Preise für die angenommenen Abfälle im gesamten Berichtsjahr.

Schrotterlöse spielen auch im Rahmen der Finanzierung von Abbrüchen eine wichtige Rolle. Nach dem Preiseinbruch im vierten Quartal 2015 stiegen die Preise von März bis Mai und sorgten für eine Wiederbelebung des Abbruchgeschäftes. 2015 verschobene Abbrüche wurden 2016 durchgeführt. Dementsprechend waren zunehmende Auftragseingänge im Abbruchgeschäft zu verzeichnen.

In Polen besteht seit Umsetzung der EU-Abfallrahmenrichtlinie Mitte 2013 ein intensiver Wettbewerb um Gewerbekunden. Dem gegenüber stand eine positive konjunkturelle Entwicklung.

Services

Im Segment Services herrschte auch im Berichtsjahr ein preisintensiver Wettbewerb. Die Vermarktungskonditionen für Kunststoffe waren rückläufig. Außerdem war das Dienstleistungsgeschäft geprägt von außergewöhnlich gestiegenen Kosten für die thermische Verwertung, die nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden konnten. Dieser Entwicklung standen der private Konsum als Treiber der konjunkturellen Entwicklung sowie höhere Vermarktungserlöse für Pappe, Papier und Kartonagen entgegen.

Die sechste und siebte Novelle der Verpackungsverordnung sorgten im abgelaufenen Geschäftsjahr für eine Stabilisierung der lizenzierten Mengen.

Der Facility Solutions Markt befindet sich in Deutschland im Wandel. Neben einem Wachstum des Marktvolumens von Facility Services um etwa 5%, sind Konsolidierung, veränderte Kundenanforderungen nach gebündelten und komplexeren Dienstleistungen, Nachhaltigkeit und Digitalisierung kennzeichnend für die laufenden Veränderungen. Davon sind sowohl technisches Facility Management als auch infrastrukturelles Facility Management gleichermaßen betroffen.

B.2. Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen

Am 14. Oktober 2016 hat der Bundesrat das Abfallverbringungsgesetz an die entsprechende EU-Verordnung angepasst. Ziel ist eine verbesserte Bekämpfung der illegalen grenzüberschreitenden Abfallverbringung. Dazu sollen die Mitgliedstaaten Pläne für durchzuführende Kontrollen erstellen und diese regelmäßig überprüfen und aktualisieren. Zudem werden die Berichtspflichten der Mitgliedstaaten erweitert. Darüber hinaus wird die Beförderung von Stoffen oder Gegenständen beziehungsweise die Verbringung von Abfällen als illegale Verbringung angesehen, wenn der Behörde keine Nachweise vorgelegt werden oder die Nachweise unzureichend sind.

Diese, aus Sicht der ALBA Group sinnvollen Änderungen sind zum 10. November 2016 in Kraft getreten. Ob damit jedoch dauerhaft illegalen Abfallexporten ein Riegel vorgeschoben wird, hängt letztlich an der Durchführung des behördlichen Vollzugs.

Der Bundesrat hat ebenfalls am 14. Oktober 2016 beschlossen, § 8 Abs. 3 S. 1 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (Heizwertklausel) mit Wirkung zum 1. März 2017 aufzuheben. Die Heizwertklausel ermöglichte, von der Abfallhierarchie (§ 6 Abs. 1 KrWG) abzuweichen, wenn der Heizwert eines Abfalls mindestens 11.000 Kilojoule pro Kilogramm aufwies. Diese Voraussetzung sorgte für eine Gleichrangigkeit von energetischer und stofflicher Verwertung.

Aus Sicht der ALBA Group ist die Aufhebung des Paragrafen zu begrüßen, da damit bisher mögliche thermische Beseitigungskapazitäten abgeschafft werden und stattdessen der stofflichen Behandlung zufließen.

Außerdem hat der Bundesrat am 14. Oktober 2016 mit der zweiten Verordnung zur Fortentwicklung der abfallrechtlichen Überwachung beschlossen, die Entsorgungsfachbetriebeverordnung (EfbV) und die Abfallbeauftragtenverordnung (AbfBeauftrV) zu novellieren. Anlass sind die Neuregelungen des KrWG von 2015.

Die EfbV enthält Anforderungen an Organisation, Ausstattung und Tätigkeit von Entsorgungsfachbetrieben sowie an die Zuverlässigkeit und Fach- und Sachkunde des Inhabers und der im Entsorgungsfachbetrieb beschäftigten Personen. Ferner werden Überwachung und Zertifizierung von Entsorgungsfachbetrieben durch technische Überwachungsorganisationen und Entsorgergemeinschaften geregelt. Neu hinzugekommen sind Vorgaben zum Ablauf des Überwachungsverfahrens, insbesondere Vorgaben für Vor-Ort-Kontrollen. Geändert werden Regeln zur Teilzertifizierung und Beschränkung des Zertifikatsumfangs, bestimmte Mitteilungs- und Übermittlungspflichten sowie die Einrichtung eines bundesweit einheitlichen Entsorgungsfachbetrieberegisters durch die Länder.

Mit der AbfBeauftrV werden die Regelungen von 1977 an den technischen Fortschritt angepasst und die Institution des Abfallbeauftragten als bewährtes Instrument der betrieblichen Selbstüberwachung vor dem Hintergrund der gewachsenen Anforderungen neu definiert. Die Verordnung bestimmt den Kreis der zur Bestellung von Abfallbeauftragten Verpflichteten und die Anforderungen an Abfallbeauftragte. Neu geregelt werden unter anderem die Anforderungen an die Zuverlässigkeit und die Fachkunde von Abfallbeauftragten. Die Verordnung tritt zum 1. Juni 2017 in Kraft.

Die ALBA Group befürwortet, dass Entsorgungsfachbetriebe ebenso wie der Stellenwert ihrer Zertifikate durch die Novelle gestärkt werden.

Am 28. Dezember 2016 hat die Bundesregierung einer zuvor vom Bundesrat beschlossenen und auf ein Jahr befristeten Novelle der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) zugestimmt. Mit Inkrafttreten zum 1. Januar 2017 können damit HBCD-haltige Abfälle (Styropor) wieder als nicht-gefährlicher Abfall thermisch entsorgt werden. Die Ausnahmeregelung gilt bis zum 31. Dezember 2017.

Aus Sicht der ALBA Group ist diese Neuregelung zu begrüßen, da die Einstufung als gefährlicher Abfall umweltpolitisch nicht notwendig erscheint.

B.3. Geschäftsverlauf

B.3.1 Waste and Metals

In Anbetracht der unter B.1. dargestellten Rahmenbedingungen entwickelte sich der Bereich Waste besser als im Vorjahr, der Bereich Metals bewegte sich in einem anhaltend schwierigen Markt.

Im Norden Deutschlands entwickelte sich das Entsorgungsgeschäft im gesamten Berichtsjahr besser als erwartet. Grund dafür war insbesondere das starke Gewerbegeschäft. Im Süden wirkten sich die steigenden Preise in den Verbrennungsanlagen für angenommene Abfälle im zweiten Halbjahr leicht negativ auf die Profitabilität aus. Das Kommunalgeschäft entwickelte sich aufgrund des Gewinns von Ausschreibungen ebenfalls positiv. Insgesamt stiegen die Umsätze im nationalen Entsorgungsgeschäft bedingt durch die Weitergabe erhöhter Entsorgungskosten an.

Für die Fe- und NE-Mengen wurden aufgrund der weiterhin angespannten Situation im Stahl- und Metallmarkt sowie der geplanten Fortführung der Portfoliooptimierung starke beziehungsweise moderate Rückgänge erwartet. Die gehandelten Fe-Mengen lagen im Berichtsjahr bei 1.286 tto (i. Vj.: 1.963 tto) und sanken damit erwartungsgemäß. Die NE-Tonnagen beliefen sich auf 233 tto (i. Vj.: 324 tto) und blieben damit hinter den Erwartungen zurück. Ursächlich hierfür sind bestimmte Portfoliomaßnahmen. Bereinigt um die Mengen aus der Portfoliooptimierung betrug die vermarktete Fe-Tonnage 1.264 tto (i. Vj.: 1.700 tto). Die bereinigte NE-Menge betrug 232 tto (i.Vj.: 314 tto).

Im Bereich EPS (Expandiertes Polystyrol, Schaumstoff) wurde keine Ergebnissteigerung erzielt, was größtenteils an der HBCD-Problematik (gefährliche Abfälle) lag, die den Absatz deutlich erschwerte. Hinzu kam, dass die Abnehmer volle Läger hatten und der Preisabstand zwischen Neuware und Recyclingware zu gering war, um das Regranulat mit entsprechender Marge zu verkaufen.

Bei der Exportvermarktung von Kunststoffen wurde im Berichtsjahr aufgrund mehrerer Markteinbrüche die geplante Tonnage nicht erzielt. Zum Ende des Jahres zog jedoch das Geschäft bei Folien und Sondersorten stark an. Der schwache Start zum Anfang des Jahres konnte dadurch ergebnisseitig vollständig kompensiert werden.

In Polen gelang es der ALBA Group auch im Jahr 2016 zahlreiche Gemeindeausschreibungen für die haushaltsnahe Entsorgung wiederholt zu gewinnen. Die der ALBA Group gehörenden RIPOK-Anlagen (RIPOK = regionale Anlage zur Behandlung kommunaler Abfälle) konnten sich im Markt erfolgreich etablieren. Landesweit bemühten sich zahlreiche kleinere Entsorgungsunternehmen nach verlorenen Hausmüll-Ausschreibungen intensiv um Gewerbekunden, was zu einem Druck auf die Margen in diesem Bereich führte. Mit mehreren Großkunden schloss die ALBA Group daher zur Bestandssicherung langfristige Neuverträge mit leicht geringeren Margen. Durch eine gleichzeitige Neuakquise von Gewerbekunden konnte die Position in diesem Bereich ausgebaut werden.

Die Umsatzerlöse des Segments Waste and Metals sollten gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich leicht sinken. Die im Geschäftsjahr 2016 erzielten Umsätze in Höhe von 1.410,4 Mio. Euro lagen 404,4 Mio. Euro unterhalb des Vorjahresbetrags (1.814,8 Mio. Euro) und konnten auch das Planniveau nicht ganz erreichen. Diese Entwicklung ist vor allem auf die schwierigen Rahmenbedingungen mit den daraus resultierenden Mengen- und Preiseffekten im Bereich Stahl- und Metallrecycling zurückzuführen.

Ausgehend von einem Vorjahres-EBITDA von 85,0 Mio. Euro wurde für das Geschäftsjahr 2016 ein nahezu unveränderter Betrag prognostiziert und mit 84,5 Mio. Euro erreicht. Beim EBT wurde ebenfalls mit einer Stagnation gerechnet. Mit einem erwirtschafteten EBT in Höhe von 26,9 Mio. Euro wurde jedoch der Planwert überschritten. Hierzu haben sowohl niedrigere Abschreibungen als auch geringere Zinsaufwendungen beigetragen.

Bei den Investitionen war für 2016 mit einem deutlichen Anstieg gerechnet worden. Mit einem Investitionsvolumen von 34,3 Mio. Euro (i. Vj.: 31,1 Mio. Euro) wurde die Planvorgabe nur leicht unterschritten.

B.3.2 Services

Die Umsatzerlöse im Bereich der Transportverpackungen bewegten sich auf dem Niveau des Vorjahres. Preisnachlässen, die Kunden aufgrund des harten Wettbewerbs eingeräumt wurden, standen Neuverträge und eine positive Entwicklung des Auftragsbestands gegenüber. Erlösrückgänge durch gesunkene Folienpreise wurden teilweise kompensiert durch höhere Vermarktungspreise im Bereich Pappe/Papier/Kartonagen.

Das Management rechnete 2016 nicht mit einer Umsatzsteigerung im Bereich der Verkaufsverpackungen und einer Steigerung des Marktanteils Duales System Interseroh. Entgegen dieser Erwartungen erhöhten sich die Umsätze jedoch leicht gegenüber dem Vorjahresumsatz. Auch der Marktanteil des Dualen Systems Interseroh stieg von 8,4% auf 8,7%.

Die Business Unit Recycling Solutions Interseroh (RSI) erwirtschaftete einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Den im Vergleich zu 2015 stark rückläufigen Umsätzen aus der Vermarktung von PET, Folie, Abfall zur Verwertung, Sperrmüll und Holz wirkte eine positive Entwicklung der Bestandsverträge entgegen.

Die Sortieranlagen waren das ganze Jahr über komplett ausgelastet. Die steigenden Kosten für die thermische Verwertung der Sortierreste konnten nicht kompensiert werden. Die Notwendigkeit, reinere Produkte für den Markt zu generieren, führte zu einer feineren Sortierung, die im Output höhere Entsorgungsmengen mit sich brachte.

Erfolgen im Neukundengeschäft stand im Bereich Facility Management der Verlust einiger Altverträge gegenüber. Die Restrukturierungsmaßnahmen des Vorjahres führten zu geringeren Personal- und Sachkosten.

Insgesamt wurde für das Segment Services ein geringfügiger Anstieg der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr (466,8 Mio. Euro) geplant. Mit Umsatzerlösen in Höhe von 488,2 Mio. Euro. wurde der Planwert geringfügig überschritten. Grund dafür sind die oben erwähnten nationalen sowie die internationalen Erhöhungen der Umsatzerlöse im Bereich des Verkaufsverpackungsrecyclings

Für das EBITDA wurde für 2016 ein signifikanter Rückgang prognostiziert. Der antizipierte Trend ist nicht eingetreten, das EBITDA des Berichtsjahres in Höhe von 42,5 Mio. Euro liegt über dem Planwert. Die bessere Entwicklung ist überwiegend die Folge geschäftsmodellbedingter periodenfremder Effekte.

Für das EBT wurde für 2016 ebenfalls ein signifikanter Rückgang erwartet. Das EBT sank im Berichtsjahr um 3,4 Mio. Euro von 30,4 Mio. Euro auf 27,0 Mio. Euro, hat allerdings aufgrund des zuvor genannten Effekts die Erwartungen deutlich übertroffen.

Die Investitionstätigkeit sollte sich im Vergleich zu 2015 nahezu verdoppeln. Mit einem Anstieg auf 8,0 Mio. Euro (i. Vj.: 5,2 Mio. Euro) lag das Segment unterhalb des Planwertes.

B.4. Lage

B.4.1 Ertragslage

Aufgrund der Neufassung der §§ 275 und 277 HGB durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) sind die in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2015 als außerordentliche Erträge und Aufwendungen ausgewiesenen Posten in den Vorjahreszahlen umgegliedert worden. Die nachfolgende Kommentierung berücksichtigt die für das Geschäftsjahr 2015 angepassten Beträge, die somit auch zu einer Veränderung der Leistungsindikatoren EBITDA und EBT für das Vorjahr geführt haben.

Die Umsatzerlöse der ALBA Group sind gegenüber dem Vorjahr mit 391,0 Mio. Euro (17,9%) stärker als prognostiziert auf 1.795,1 Mio. Euro (i. Vj.: 2.186,1 Mio. Euro) zurückgegangen. Diese Umsatzminderung ist zu einem großen Teil auf die schwierigen Rahmenbedingungen und die damit verbundenen Mengen- und Preiseffekte im Stahl- und Metallrecycling zurückzuführen. Zudem wirkten sich mit mehr als einem Drittel des Rückgangs die im Rahmen von Portfoliomaßnahmen veräußerten Gesellschaften und Standorte aus.

Vor allem durch den auftragsbezogenen Bau einer Recyclinganlage haben sich die Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von -0,3 Mio. Euro im Vorjahr auf 19,0 Mio. Euro im Berichtsjahr erhöht.

Der Materialaufwand in Höhe von 1.195,4 Mio. Euro sank mit 22,4% gegenüber dem Vorjahr (1.539,8 Mio. Euro) stärker als die Umsatzerlöse. Die damit einhergehende Verbesserung der Materialaufwandsquote betrifft den Bereich Stahl- und Metallrecycling und konnte insbesondere durch die Reduktion margenschwacher Geschäfte im Export sowie in Polen erreicht werden. Des Weiteren haben Margenverbesserungen aus der Optimierung des Positionsmanagements bei den nationalen Stahl- und Metallrecycling Aktivitäten zu dieser positiven Entwicklung beigetragen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 39,5 Mio. Euro auf 57,3 Mio. Euro (i. Vj.: 96,9 Mio. Euro) gesunken. Dies ist im Wesentlichen auf einmalige Erträge aus Ent- oder Erstkonsolidierungen, Anteilsreduzierungen bei vollkonsolidierten Tochtergesellschaften sowie aus dem Verkauf von Stahl- und Metallrecycling Standorten im Geschäftsjahr 2015 in Höhe von insgesamt 32,2 Mio. Euro zurückzuführen. Zudem wurden Erträge im niedrigen einstelligen Millionenbereich im Einklang mit dem BilRUG ab dem Geschäftsjahr 2016 in den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Der Rückgang des Personalaufwands um 6,0 Mio. Euro beziehungsweise 2,1% ist zum einen auf den Personalabbau infolge der durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen und zum anderen auf die 2015 und 2016 veräußerten Gesellschaften beziehungsweise Standorte zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten insgesamt um 39,2 Mio. Euro (11,8%) auf 291,9 Mio. Euro gesenkt werden. Zu einem großen Teil ist dies auf Portfoliomaßnahmen zurückzuführen, die sich im Wesentlichen in geringeren Vertriebskosten niedergeschlagen haben. Zudem sind die Kosten für Instandhaltung von Betriebs- und Geschäftsausstattung, Treibstoffe (bedingt durch gefallene Ölpreise) sowie für Geschäftsräume im Bereich der Betriebskosten gesunken. Des Weiteren sind die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen Restrukturierungskosten gegenüber dem Vorjahr um 12,3 Mio. Euro gesunken.

Das EBITDA des Gesamtkonzerns, welches sich aus den beiden operativen Segmenten sowie der Finance Funktionen zusammensetzt, ist entsprechend der dargestellten Entwicklung im Jahr 2016 auf 102,1 Mio. Euro (i. Vj.: 123,4 Mio. Euro) gesunken. Im Vergleich zum bereinigten Planwert liegt das EBITDA 2016 leicht oberhalb der Erwartungen. Dies konnte erreicht werden, obwohl für die Portfoliomaßnahmen des Geschäftsjahres 2016 höhere Kosten als geplant angefallen sind. Die Bereinigung betrifft wesentliche, ursprünglich für 2016 antizipierte Entkonsolidierungserfolge, die erst im Geschäftsjahr 2017 anfallen werden.

Aufgrund der zurückhaltenden Investitionspolitik sowie der veräußerten Gesellschaften und Standorte, haben sich die Abschreibungen im Vergleich zu 2015 um 6,4 Mio. Euro (8,1%) auf 72,2 Mio. Euro vermindert.

Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 13,6 Mio. Euro (25,1%) auf -67,8 Mio. Euro verschlechtert. Dies ist im Wesentlichen auf Aufwendungen für die Ablösung von Zinsderivaten und die damit einhergehende Beendigung der Sicherungsbeziehung im Zusammenhang mit der Anpassung der Konzernfinanzierung (23,2 Mio. Euro) zurückzuführen. Gegenläufig wirkten sich der Wegfall der Genussrechtsvergütung für das laufende Geschäftsjahr (i. Vj.: 4,9 Mio. Euro) und geringere Zinsaufwendungen für Darlehen, die Aufzinsung von Pensionsrückstellungen sowie die Forfaitierung und das Factoring von Forderungen aus.

Entsprechend beträgt das EBT -38,0 Mio. Euro (i. Vj.: -9,4 Mio. Euro). Damit konnte gegenüber dem bereinigten Planwert eine Verbesserung dieser Ergebnisgröße erreicht werden.

Der Konzernjahresfehlbetrag beläuft sich auf 39,4 Mio. Euro (i. Vj.: 14,7 Mio. Euro). Hier sind Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von 1,4 Mio. Euro (i. Vj.: 5,3 Mio. Euro) enthalten.

B.4.2 Vermögenslage

Im Vergleich zum 31. Dezember 2015 sank die Bilanzsumme um 28,0 Mio. Euro (2,9%) auf 948,6 Mio. Euro.

Dies resultiert auf der Aktivseite aus dem Rückgang des Anlagevermögens. Der Buchwert der immateriellen Vermögensgegenstände hat sich um 22,7 Mio. Euro verringert. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf Abschreibungen in Höhe von 28,7 Mio. Euro zurückzuführen. Dem standen Zugänge von 6,8 Mio. Euro gegenüber, die geleistete Anzahlungen, Konzessionen und gewerbliche Schutzrechte sowie in geringem Umfang den Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb weiterer Aktien an der ALBA SE betrafen. Der Anteil der ALBA Group KG an der ALBA SE hat sich im Berichtsjahr von 92,843% auf 93,249% erhöht. Der Rückgang des Buchwerts der Sachanlagen um 8,1 Mio. Euro ist größtenteils auf planmäßige Abschreibungen sowie in geringem Umfang auf Abgänge zurückzuführen, die die laufenden Investitionen überstiegen.

Das Umlaufvermögen bewegt sich auf dem Niveau des Vorjahres. Die Effekte der Portfoliomaßnahmen waren hier, wie auch bei den Verbindlichkeiten, von untergeordneter Bedeutung.

Auf der Passivseite ging das Eigenkapital um 44,6 Mio. Euro (44,1%) gegenüber dem Vorjahr zurück, was im Wesentlichen auf den Konzernjahresfehlbetrag von 39,4 Mio. Euro zurückzuführen ist. Die Eigenkapitalquote hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2015 von 10,4% auf 6,0% verringert. Innerhalb des Eigenkapitals wurden 30,7 Mio. Euro des Jahresfehlbetrags der Muttergesellschaft dem Genussrechtskapital zugewiesen, so dass dieses zum Bilanzstichtag vollständig in Anspruch genommen wurde.

Die Steuerrückstellungen sind im Wesentlichen durch Steuerzahlungen im Rahmen von Betriebsprüfungen zurückgegangen. Zum Abbau der sonstigen Rückstellungen in Höhe von 15,4 Mio. Euro (9,1%) hat zu einem Großteil die Inanspruchnahme von Rückstellungen für Zinsen auf Steuernachzahlungen, die Verringerung des Niveaus der Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber Herstellern und Entsorgungsverpflichtungen aus abgeschlossenen Verträgen sowie die Reduzierung der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen beigetragen.

Die Summe der Verbindlichkeiten ist im Geschäftsjahr 2016 um 44,8 Mio. Euro (7,2%) gestiegen. Dies betrifft mit 64,5 Mio. Euro Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, bei denen die kurzfristigen Linien stärker ausgenutzt wurden. Gegenläufig wirkte sich der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 10,9 Mio. Euro aus, der im Wesentlichen aus einem vorzeitigen Zahlungsverhalten resultiert. Zu einem großen Teil bedingt durch geringere Verpflichtungen aus Factoring sowie Genussrechtsvergütung, sind die sonstigen Verbindlichkeiten um 8,7 Mio. Euro gesunken.

B.4.3 Finanzlage

Finanzmanagement

Wichtigstes Ziel des Finanzmanagements ist es, die Liquidität der ALBA Group sicherzustellen, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten. Hierzu nehmen die ALBA Group KG und die mit ihr verbundenen Tochtergesellschaften an einem Cashpooling-Verfahren teil. Die liquiden Mittel werden gruppenweit zusammengefasst, überwacht und nach einheitlichen Grundsätzen investiert.

Die ALBA Group hat 2012 mit einem internationalen Bankenkonsortium einen Konsortialkreditvertrag geschlossen, der im Zeitablauf hinsichtlich Größenordnung sowie sonstiger ergänzender Bedingungen mehrfach modifiziert wurde. Der Vertrag lief ursprünglich bis zum 26. Oktober 2017. Mit Vollzug der mit einem chinesischen Investor geschlossenen Beteiligungsverträge im März 2017 ist die am 30. Dezember 2016 abgeschlossene neue Konzernfinanzierung der ALBA Group KG wirksam geworden. Der neue Konsortialkreditvertrag weist eine Laufzeit bis zum 30. Dezember 2021 auf und löst den bisherigen Kreditvertrag vorzeitig ab. Die Verzinsung des Konsortialkredits erfolgt auf Basis des EURIBOR zuzüglich einer Marge. Es bestehen bankenübliche Covenants. Die Besicherung erfolgt künftig ausschließlich durch die Verpfändung von Geschäftsanteilen an verbundenen Unternehmen.

Die zum Bilanzstichtag unverändert mit einem Volumen von 203,0 Mio. Euro valutierende Unternehmensanleihe, die die ALBA Group KG im April 2011 mit einer ursprünglichen Laufzeit von sieben Jahren begeben hatte, soll im Mai 2017 zurückgezahlt werden. Wir verweisen auf den Nachtragsbericht im Konzernanhang.

Im Rahmen der Liquiditätsplanung wurden neben der Rückzahlung der Unternehmensanleihe und der Tilgung des Konsortialkredits aus 2012 auch weitere potentielle Aktienandienungen von Aktionären der ALBA SE an die ALBA Group KG im Rahmen des Übernahmeangebotes aus 2011 sowie die Finanzierung der allgemeinen Geschäftstätigkeit berücksichtigt. Die freien Kreditlinien übersteigen deutlich den durchschnittlichen Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit der vergangenen zwei Jahre.

Weitere Informationen zur Steuerung der Kredit-, Liquiditäts-, Zins- und Währungsrisiken finden sich unter D. Chancen- und Risikobericht.

Zur Betriebsmittelfinanzierung nutzt die ALBA Group seit Mitte 2013 ein revolvierendes Factoring-Programm. Im Rahmen dieses Programms veräußern bestimmte Unternehmen der ALBA Group (Forderungsverkäufer) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis eines einheitlichen Forderungskaufvertrages an eine Factoring-Gesellschaft (Factor). Der Kaufpreis der Forderungen entspricht deren Nennbetrag abzüglich Factoringentgelt und Zinsen bis zum tatsächlichen Zahlungseingang der Forderung beim Factor beziehungsweise Delkrederefall. Das Factoringentgelt dient der Abdeckung des Bonitätsrisikos der veräußerten Forderungen. Vom Kaufpreis wird für die veräußerten Forderungen ein Sicherheitseinbehalt von regelmäßig 10% des Forderungsnennbetrags einbehalten, der das Veritätsrisiko abdecken soll und bei Zahlungseingang durch den Kunden beziehungsweise im Delkrederefall durch den Factor erstattet wird. Die Vorteile des Factorings liegen insbesondere in einer Verbesserung der Liquidität sowie in der Übertragung des Forderungsausfallrisikos auf den Factor. Zum Bilanzstichtag waren von den veräußerten Forderungen 50,7 Mio. Euro durch die Kunden noch nicht beglichen.

Der Zahlungsmittelbestand umfasst in der Kapitalflussrechnung die in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel in Höhe von 26,8 Mio. Euro (i. Vj.: 29,9 Mio. Euro).

Cash-Flows

Nachfolgend werden die in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellten Cash-Flows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit analysiert. Mit einem Betrag von 45,3 Mio. Euro lag der Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit im Jahr 2016 um 60,3 Mio. Euro unter dem Wert des Vorjahres. Maßgeblich hierfür war vor allem die Mittelbindung im Working Capital (Saldo aus Vorräten sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen).

Der Saldo aus Ein- und Auszahlungen im Rahmen der Investitionstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr -31,3 Mio. Euro (i. Vj.: 35,6 Mio. Euro). Den zahlungswirksamen Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen von 43,7 Mio. Euro (i. Vj.: 38,4 Mio. Euro) stehen 3,0 Mio. Euro (i. Vj.: 7,8 Mio. Euro) Einnahmen aus Anlagenabgängen gegenüber. Die Einzahlungen im Rahmen der durchgeführten Asset Deals in Höhe von 3,3 Mio. Euro (i. Vj.: 14,0 Mio. Euro) resultieren aus dem Verkauf von vier Standorten. Im Zusammenhang mit Änderungen des Konsolidierungskreises sind Auszahlungen in Höhe von 2,0 Mio. Euro (i. Vj.: Einzahlungen 46,2 Mio. Euro) entstanden. Die Einzahlungen des Vorjahres betreffen den Verkauf der deutschen Green Fuel Aktivitäten an das Joint Venture mit der Obergesellschaft ALBA Rising Green Fuel (Hong Kong) Ltd. sowie den Verkauf der polnischen TOM Gruppe.

Aus der Finanzierungstätigkeit resultiert insgesamt ein Mittelabfluss in Höhe von 17,5 Mio. Euro (i. Vj.: 142,6 Mio. Euro). Während die Erhöhung der Bankverbindlichkeiten zu einem Mittelzufluss in Höhe von 63,0 Mio. Euro (i. Vj.: Mittelabfluss 88,7 Mio. Euro) führte, sind planmäßige Zinszahlungen in Höhe von 48,0 Mio. Euro (i. Vj.: 50,4 Mio. Euro) erfolgt. Daneben betrifft eine Auszahlung in Höhe von 23,2 Mio. Euro die Ablösung der Zinsderivate für den bisherigen Konsortialkreditvertrag, welcher im März 2017 ersetzt wurde. Die Verbindlichkeiten aus Forfaitierung haben sich im Berichtsjahr zahlungswirksam um 2,3 Mio. Euro (i. Vj.: 3,5 Mio. Euro) verringert. Die Ausschüttungen an gruppenfremde Gesellschafter betrugen 3,8 Mio. Euro (i. Vj.: 3,3 Mio. Euro), wovon 2,3 Mio. Euro (i. Vj.: 2,3 Mio. Euro) auf die Ausgleichszahlung an außenstehende Aktionäre der ALBA SE entfallen.

Investitionen

Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 43,7 Mio. Euro bzw. 38,4 Mio. Euro im Vorjahr entfallen mit 34,3 Mio. Euro (i. Vj.: 31,1 Mio. Euro) auf das Segment Waste and Metals, mit 8,0 Mio. Euro (i. Vj.: 5,2 Mio. Euro) auf das Segment Services und mit 1,4 Mio. Euro (i. Vj.: 2,2 Mio. Euro) auf das Segment Finance.

B.5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der ALBA Group

Im Segment Waste and Metals blieben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Bereich Stahl- und Metallrecycling auch im Geschäftsjahr 2016 äußerst schwierig. Die Durchschnittspreise für Fe- und NE-Metalle sind im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. Aufgrund der weiterhin angespannten Situation im Stahl- und Metallmarkt sowie der Fortführung der Portfoliooptimierung konnten auch nur niedrigere Mengen gehandelt werden. Diese Vorgaben führten bei diesen Geschäftsaktivitäten zwangsläufig zu einer weiteren Ergebnisverschlechterung gegenüber dem Vorjahr. Die positive Entwicklung in anderen Bereichen des Segments Waste and Metals konnte den negativen Effekt aus dem Stahl- und Metallrecycling jedoch vollständig kompensieren.

Die Ergebnissituation im Segment Services blieb trotz des hohen Wettbewerbsdrucks auf einem hohen Niveau, welches jedoch leicht unter dem Vorjahr lag. Eine positive Entwicklung des Auftragsbestands, die Stabilisierung der Marktmengen im Verpackungsrecycling und geschäftsmodellbedingte periodenfremde Effekte stützten das operative Ergebnis.

Das Ergebnis der ALBA Group wurde zudem durch einmalige Aufwendungen in Höhe von 33,0 Mio. Euro für die vorzeitige Ablösung von Zinsderivaten, Restrukturierungsmaßnahmen sowie für die Vorbereitung der Transaktion mit dem chinesischen Investor belastet. Unter Bereinigung dieser Effekte hätte sich für das Berichtsjahr lediglich ein Fehlbetrag in Höhe von 6,4 Mio. Euro ergeben. Nimmt man für das Vorjahr eine vergleichbare Bereinigung vor, die neben außerordentlichen Posten auch die signifikanten Entkonsolidierungseffekte umfasst, ergäbe sich für 2015 ein Fehlbetrag in Höhe von 25,9 Mio. Euro. Entsprechend konnte die ALBA Group den um wesentliche Einmaleffekte bereinigten Jahresfehlbetrag in 2016 gegenüber dem Vorjahr erheblich reduzieren.

Die ursprünglich für Ende des Geschäftsjahres 2016 erwarteten positiven Effekte aus der Transaktion mit dem chinesischen Investor haben sich durch das spätere Wirksamwerden der Beteiligungsverträge in das erste Quartal 2017 verlagert.

C. Chancen- und Risikobericht

Vor dem Hintergrund, dass die Mehrheitsanteile am Segment Services und einzelnen Gesellschaften des Segmentes Waste und Metals zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung bereits übertragen worden sind, beschränken sich die nachfolgenden Ausführungen ausschließlich auf die ALBA Group KG und die verbleibenden Tochtergesellschaften.

C.1. Chancenbericht

C.1.1. Chancenmanagement

Die ALBA Group agiert in einem dynamischen Marktumfeld, in dem sich ständig neue Chancen eröffnen. Diese systematisch zu erkennen und zu nutzen - und dabei unnötige Risiken zu vermeiden - ist ein wesentlicher Faktor für das nachhaltige Wachstum der ALBA Group.

Im Rahmen des Chancenmanagements werden Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie Umfeldszenarien ausgewertet. Des Weiteren befasst sich die ALBA Group mit der Ausrichtung des Produktportfolios, den Strukturkosten sowie den potenziellen Erfolgsfaktoren der Branche.

Die ALBA Group verfügt über solide Steuerungsstrukturen. Diese stellen sicher, dass Chancen auf der Basis ihrer Potenziale, der notwendigen Investitionen und ihres Risikoprofils bewertet und verfolgt werden. Sofern es wahrscheinlich ist, dass Chancen eintreten, hat die ALBA Group dies bereits in ihre Geschäftspläne aufgenommen. Der nachfolgende Abschnitt konzentriert sich daher auf zukünftige Trends oder Ereignisse, die zu einer für die ALBA Group positiven Abweichung zum Ausblick für das Jahr 2017 führen können.

C.1.2. Chancen

Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Fe- und NE-Märkte für Schrotte besser als erwartet entwickeln und hierdurch operative Chancen genutzt werden können. Steigen die Preise für das im Hochofenverfahren verwendete Eisenerz weiter an, könnte die Elektrostahlproduktion, bei der vornehmlich Stahlschrotte eingesetzt werden, zunehmen. Dies würde zu steigenden Preisen für alle Stahlschrotte führen. Neben den Maßnahmen zur Wertschöpfungsvertiefung und -verlängerung dürfte auch die weitere Optimierung der Erfassungsstrukturen zu Renditechancen führen.

Zusätzliche positive Ergebniseffekte könnten sich aus der Reduzierung der hohen Entsorgungskosten für Shreddersand aufgrund derzeit fehlender Kapazitäten in nationalen Müllverbrennungsanlagen ergeben. Der Ausbau von Verbrennungskapazitäten im Ausland hätte eine Reduzierung der Importmengen zur Folge und würde die Entsorgungspreise im Inland senken.

Sollte es infolge des schwierigen Marktumfeldes zu einem Abbau von Überkapazitäten im deutschen Schrottrecycling kommen, besteht die Chance, dass sich der Wettbewerb um knapp verfügbare Schrottmengen vermindert und es zu positiven Margeneffekten kommt. Aufgrund der bereits umgesetzten beziehungsweise geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Kosten- und Ergebnissituation ist die ALBA Group für diesen Wettbewerb gut positioniert.

C.2.1. Risikomanagementsystem

Grundsätze

Als international agierende Unternehmensgruppe der Recyclingbranche ist die ALBA Group neben diversen Chancen auch einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Unter dem Begriff "Risiko" werden alle Ereignisse und Entwicklungen innerhalb und außerhalb des Unternehmens verstanden, die sich im Rahmen eines vorgegebenen Betrachtungszeitraums nachteilig auf die prognostizierte Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage auswirken können.

Ziel ist nicht die Vermeidung aller Risiken, sondern die Schaffung von Handlungsspielräumen, die ein bewusstes Eingehen aufgrund umfassender Kenntnisse der Risiken und Risikozusammenhänge ermöglichen. Die Steuerung dieser Risiken ist unter Beachtung von Grenzen für die Risikobereitschaft Grundvoraussetzung für den Unternehmenserfolg. Unternehmerische Risiken werden nur eingegangen, wenn diese kalkulierbar sind und die ihnen gegenüberstehenden Chancen eine angemessene Wertsteigerung erwarten lassen.

Risikomanagement

Das Chancen- und Risikomanagement ist in der ALBA Group darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu gewährleisten.

Zur frühzeitigen Erkennung, Bewertung und Steuerung relevanter Chancen und Risiken hat die ALBA Group ein Steuerungs- und Kontrollsystem in einem einheitlichen Risikomanagement festgelegt.

Die Kernbereiche des Risikomanagements sind die strategische und operative Unternehmensplanung, das interne Berichtswesen, das interne Kontroll- und Compliance-System, das Treasury-Management sowie das Risikofrüherkennungssystem. Die strategische Unternehmensplanung soll unter anderem gewährleisten, langfristige Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren, um geeignete strukturelle Maßnahmen ergreifen zu können. Das interne Berichtswesen ist auf allen Unternehmensebenen darauf ausgelegt, aktuelle und relevante Informationen über die Entwicklung der wesentlichen Risiken und die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Risikobegrenzung zu liefern. Die gezielte Überwachung und Steuerung der Risiken steht im Fokus des internen Kontrollsystems. Die Aufgaben des Compliance-Systems sind unter anderem die Unterstützung des Managements, um Risiken durch Compliance-Verstöße frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

Treasury

Als Bestandteil des Risikomanagements ist das Treasury-Management für die generelle Auswahl von Kontrahenten für Finanztransaktionen jeder Art sowie Ausstattung mit Limiten und deren laufende Überprüfung verantwortlich. Darüber hinaus erfolgt die Definition der Steuerung und Überwachung von Länder- und Kontrahentenlimiten zur Begrenzung des Gesamtrisikos. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nur zu Sicherungszwecken, unter anderem gegen Preisänderungsrisiken und Währungsrisiken. Eingesetzt werden nur solche, die vom Bereich Treasury abgebildet und überwacht werden können und deren buchhalterische Erfassung geklärt ist. Das Treasury-Berichtswesen trägt dazu bei, dass zukünftige Liquiditätsentwicklungen und finanzielle Risikopositionen frühzeitig erkannt werden.

Risikofrüherkennung

Das Risikofrüherkennungssystem der ALBA Group ist ein nachvollziehbares, alle Unternehmensaktivitäten umfassendes System, dass ein systematisches und permanentes Vorgehen mit folgenden Prozesselementen umfasst: Identifikation, Bewertung, Dokumentation und Kommunikation von Risiken sowie die Überwachung dieser Prozesselemente. Es erstreckt sich integrativ auf alle Geschäftsbereiche der vollkonsolidierten Unternehmen und die Zentralbereiche.

Die direkte Verantwortung für die Früherkennung, Steuerung und Kommunikation der Risiken liegt bei den jeweiligen Segmentleitungen und den Tochtergesellschaften. Das Management der ALBA Group trägt die Gesamtverantwortung für den konzernweiten Risikofrüherkennungsprozess und legt die Grundsätze für die Risikopolitik fest. Die Risikoverantwortlichen in den zentralen und dezentralen Unternehmenseinheiten sichern die standardisierte Berichterstattung entsprechend der festgelegten Meldewege unter Berücksichtigung der an die Unternehmensgröße angepassten Berichtsgrenzen. Durch die konzernweit standardisierte Vorgehensweise ist die Effizienz und Effektivität des Früherkennungssystems sichergestellt. Die Koordination des Risikofrüherkennungssystems ist im Konzernrechnungswesen der ALBA Group verankert. Von dort werden sowohl die Rahmenbedingungen, Richtlinien und Prozesse vorgegeben als auch die gemeldeten Einzelrisiken aggregiert, kommuniziert und überwacht. In der Konzernrichtlinie Risikofrüherkennungssystem sind alle verbindlichen Vorgaben für den Risikofrüherkennungsprozess definiert.

Die identifizierten Risiken in den Gesellschaften und den Zentralbereichen werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Ergebnis, Liquidität und Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Im Rahmen des Risikofrüherkennungssystems werden diejenigen Risiken betrachtet, bei denen die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schadenshöhe festgelegte Berichtsgrenzen übersteigen. Die Risikobetrachtung erfolgt nach der Nettomethode, was bedeutet, dass bereits ergriffene Maßnahmen bereits berücksichtigt werden.

Unter Berücksichtigung der Rechnungslegungsvorschriften werden entsprechende Rückstellungen und Wertminderungen im Jahresabschluss erfasst. Die Risikoanalyse erstreckt sich auf einen Zeitraum von einem Jahr.

Das Risikoreporting erfolgt quartalsweise mit einer konzernweiten webbasierten Risikomanagementanwendung entlang der definierten Berichtsstruktur. Somit ist eine regelmäßige Überwachung beziehungsweise Nachverfolgung der Risiken und der Maßnahmen sichergestellt. Für plötzlich auftretende, schwerwiegende beziehungsweise existenzgefährdende Risiken besteht eine interne Ad-hoc-Meldepflicht.

Regelmäßige Workshops dienen dazu, den Prozess der Risikoberichterstattung zu verbessern und die Mitarbeiter für das Risikomanagement zu sensibilisieren.

Das Risikofrüherkennungssystem wird regelmäßig im Rahmen von internen Prüfungen gemäß den gesetzlichen Vorschriften auf die Wirksamkeit zur frühzeitigen Erkennung bestandsgefährdender Risiken hin überprüft.

Auch ein angemessenes und funktionsfähiges Risikofrüherkennungs- beziehungsweise Risikomanagementsystem kann keine absolute Sicherheit bezüglich der Vollständigkeit der identifizierten Risiken und der Wirksamkeit der eingesetzten Steuerungsinstrumente garantieren.

Compliance

Compliance-Verstöße können zu Strafen, Sanktionen, Schadensersatzzahlungen, der Abschöpfung von Gewinnen, zum Ausschluss bestimmter Geschäfte, zum Verlust von Lizenzen und Konzessionen oder zu anderen empfindlichen Sanktionen führen. Solche Verstöße schaden der Reputation der ALBA Group und können nachteilige Auswirkungen auf die Auftragserteilung durch Kunden des öffentlichen und des privaten Sektors haben. Dies kann sich auf die Fähigkeit, neue Geschäftspartner zu finden, negativ auswirken.

Um diesen Risiken zu begegnen, besitzt die ALBA Group ein Compliance-Programm. Das Compliance-Programm wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.

Führungskräfte und Angestellte der ALBA Group werden regelmäßig in Präsenzschulungen sowie mit einem E-Learning Programm mit den neusten Compliance-Anforderungen vertraut gemacht. Damit soll sichergestellt werden, dass Compliance-Risiken frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Die Einhaltung aller geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und internen Richtlinien ist verpflichtend. Handlungen, die darauf abzielen, den Wettbewerb zu Gunsten der ALBA Group oder zu Gunsten Dritter außer Kraft zu setzen, werden nicht toleriert.

Die Ressortzuständigkeit für Compliance ist arbeitsteilig allen Zentralbereichen und den Segmentleitungen zugewiesen. In dem für Grundsatzfragen zuständigen Compliance Gremium der ALBA Group sind Repräsentanten verschiedener Zentralbereiche und Segmente vertreten. Das Gremium kümmert sich um die Weiterentwicklung des Compliance Programms und koordiniert die Zusammenarbeit. Insbesondere die Bereiche Recht und Interne Revision kümmern sich um anlassunabhängige Compliance-Audits sowie Grundsatzfragen und Ermittlungen in Verdachtsfällen. Beide Bereiche befassen sich zudem mit der Beratung der Segmente und Gruppenunternehmen sowie der Durchführung und Organisation von Präsenzschulungen. Diese Beratung wird von Juristen in einzelnen Tochterunternehmen durch gezielte Beratung vor Ort und mit besonderem Verständnis der lokalen Gegebenheiten und Geschäftsmodelle verstärkt.

C.2.2. Das interne Kontrollsystem in Bezug auf die Konzernrechnungslegung

Der Vorstand versteht unter dem internen Kontrollsystem, bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess, alle Strukturen, Maßnahmen und Kontrollprozesse, die darauf ausgerichtet sind, eine zuverlässige Finanzberichterstattung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften beziehungsweise den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften zu gewährleisten.

Die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems der Gesellschaft im Hinblick auf die Rechnungslegung sind konzernweit einheitliche Bilanzierungsvorgaben und -prozesse, IT-Sicherheitsrichtlinien und -vorschriften, Organisationsprinzipien und -abläufe. Durch zentrale wie auch dezentrale Schulungen wird sichergestellt, dass die am Rechnungslegungsprozess Beteiligten über die für sie relevanten Kenntnisse verfügen.

Die Kontrollmechanismen unterliegen einem ständigen Optimierungsprozess. Darüber hinaus sind hinsichtlich bestimmter Risiken im Rechnungslegungsprozess verschiedene Kontrollprinzipien wie beispielsweise die Funktionstrennung oder die konsequente Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips verankert. Unabhängig von Umfang und Ausrichtung der eingerichteten Kontrollstrukturen und -prozesse sind dem internen Kontrollsystem Grenzen gesetzt, da es fortlaufend an geänderte Anforderungen und Rahmenbedingungen angepasst werden muss. Hierzu findet zum Beispiel mindestens einmal pro Jahr eine Überarbeitung der Organisationsrichtlinien statt.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt über eine standardisierte Konsolidierungssoft-ware. Der Großteil der Sachkonteninformationen der einbezogenen Gesellschaften wird nach dem Stichtag aus den jeweiligen Buchhaltungssystemen über eine Schnittstelle in die Konsolidierungssoftware importiert. Die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten sowie die Abstimmung konzerninterner Salden obliegen der jeweiligen Geschäftsführung. Die Einzelabschlussdaten durchlaufen automatisierte und manuelle Plausibilisierungsprozesse.

Im Rahmen der Konsolidierungsarbeiten zeigt die Konsolidierungssoftware über ein Ampelsystem den aktuellen Status für jede Art von Konsolidierung (Kapital, Aufwand und Ertrag, Schulden, etc.) separat für jede Gesellschaft an. Grundsätzlich ist eine Fortführung der Konsolidierungsarbeiten nur möglich, wenn das System im vorherigen Schritt keine Fehler festgestellt hat. Nach Beendigung der Konsolidierungsarbeiten werden verschiedene Plausibilitätsverprobungen mit den generierten Konzernabschlusszahlen vorgenommen. Abschließend erfolgt eine Analyse und Kommentierung des Zahlenwerkes. Zur Erstellung des Konzernlageberichts werden die dafür benötigten Informationen von den Segmenten und den Zentralbereichen schriftlich eingeholt, zusammengefasst und den Verantwortlichen zur Prüfung gegeben. Danach wird der Konzernlagebericht dem Vorstand vorgelegt. Zusätzliche Informationen zur Erstellung des Konzernanhangs liefern die Gesellschaften in elektronischer Form zu. Diese werden zentral ausgewertet, aggregiert und vor Übernahme in den Konzernanhang mehreren Plausibilitätsprüfungen unterzogen. Der gesamte Konzernabschluss wird dem Vorstand vorgestellt und von diesem nach Prüfung freigegeben.

C.3. Risikobewertung

Um zu ermitteln, welche Risiken am ehesten bestandsgefährdenden Charakter für die ALBA Group aufweisen, werden die Risiken gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen bezogen auf die Geschäftsziele als "hoch", "mittel" oder "gering" klassifiziert. Die Skalen zur Messung dieser beiden Indikatoren sind in den nachfolgenden Tabellen dargestellt.

Risikoklasse Beschreibung Eintrittswahrscheinlichkeit
1 < 5% sehr unwahrscheinlich
2 5% - < 10% unwahrscheinlich
3 10% - < 50% möglich
4 50% - < 70% wahrscheinlich
5 70% - 99% sehr wahrscheinlich

Gemäß dieser Einteilung wird ein sehr unwahrscheinliches Risiko definiert als eines, das nur unter außergewöhnlichen Umständen eintritt, ein sehr wahrscheinliches Risiko als eines, mit dessen Eintritt innerhalb des folgenden Geschäftsjahres zu rechnen ist.

Grad der Auswirkung Definition der negativen Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz-und Ertragslage gemessen am Konzerneigenkapital
A < 1%
B 1% - < 5%
C 5% - < 20%
D 20% - < 50%
E > 50%

Als Bezugsgröße für den Grad der Auswirkung wird das Konzerneigenkapital der ALBA Group zum 31. Dezember 2016 herangezogen.

Gemäß ihren geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeiten und ihren Auswirkungen werden die Risiken als "hoch", "mittel" oder "gering" klassifiziert.

L = geringes Risiko

M = mittleres Risiko

H= hohes Risiko

C.4. Risiken

Im Folgenden werden die Risikofaktoren der ALBA Group aufgeführt. Sie werden in den nachfolgenden Beschreibungen stärker aggregiert als sie zur internen Steuerung verwendet werden. Die Aufgliederung erfolgt in Anlehnung an das interne Risikomanagement-Berichtssystem.

Beschaffungs- und Absatzrisiken

Weltweite Überkapazitäten in der Stahlproduktion, Billigimporte und geopolitische Krisen beeinflussen die Entwicklung der Stahlproduktion in Europa und damit die Nachfrage nach Schrotten. Aktuell stehen darüber hinaus die politischen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten von Amerika im Fokus. Die zunehmenden protektionistischen Tendenzen stellen ein weiteres Risiko dar. Eine Abschottung des US-amerikanischen Marktes hätte direkte Auswirkungen auf die Handelsströme von Stahlproduzenten in Deutschland, was zu einer niedrigeren Nachfrage nach Stahlschrotten führen kann. Weiterhin ist davon auszugehen, dass die Nachfrage der türkischen Stahlindustrie nach verschiedenen Schrottqualitäten stark variiert und nur bedingt planbar ist. Als Maßnahme zur Reduzierung des Risikos wurde das Exportterminal in Amsterdam verkauft.

Für die Veräußerung hochwertiger Schrotte an die Stahlindustrie werden Vormaterialien in ausreichender Qualität und Menge benötigt. Bei niedrigen Schrottpreisen besteht das Risiko, dass benötigte Mengen nicht ausreichend beschafft werden können. Zusätzlich können Lieferanten ausfallen, was sich ebenfalls negativ auf bestehende Lieferverpflichtungen auswirken dürfte.

Weiterhin ergeben sich Risiken aus den Einkaufspreisen, die nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergegeben werden können und somit die Kostenstruktur belasten. Durch eine entsprechende enge Zusammenarbeit mit den Kunden wird diesem Risiko entgegengewirkt.

Die angeführten Branchen- und Marktrisiken können zu einer Einschränkung der geplanten Ergebnisse führen. Um dem Risiko zu begegnen, werden die Gesamtkonjunktur und die Absatzmärkte kontinuierlich beobachtet. Insgesamt werden die Risiken als mittleres Risiko eingestuft.

Risiken der betrieblichen Tätigkeit

An den Anlagen und Maschinen kann es zu Sachschäden und/oder Betriebsunterbrechungen kommen. Insbesondere durch den Umgang mit sperrigem und schwerem Metall kommt es zu einer hohen Inanspruchnahme und stärkeren Wartungsintensität vorhandener Umschlaggeräte und Aggregate. Durch die zurückhaltende Investitionspolitik der letzten Jahre ist das Risiko der Anlagenüberalterung weiter gestiegen. Folglich resultieren daraus erhöhte Instandhaltungsaufwendungen. Diesem Risiko wird durch eine laufende Überwachung der Investitionsplanung und eine bedarfsgerechte Optimierung der Investitionstätigkeit entgegengewirkt.

Durch die Anlagenintensität der Standorte besteht das Risiko von Überkapazitäten insbesondere dann, wenn eine effektive Produktivität der Aggregate mangels fehlender Eingangsmengen nicht gewährleistet ist und Fixkosten somit nicht gedeckt werden können. Dieses Risiko wird durch die Überwachung von Mengenströmen sowie durch das vorgelagerte Positionsmanagement aktiv überwacht und abgemildert.

Sämtliche Standorte sind vollumfänglich als Entsorgungsfachbetriebe zertifiziert. Durch jährliche Auditierung wird gewährleistet, dass die Genehmigungslagen ein aktuelles Bild der tatsächlichen Verhältnisse widerspiegeln. Neu- oder Änderungsgenehmigungen können jedoch durch die Genehmigungsbehörden mit Auflagen versehen werden, aus denen ungeplanter Investitionsaufwand resultieren kann.

Insgesamt werden die Risiken als geringes Risiko eingestuft.

Spruchverfahren

Über die Höhe von Barabfindung und Ausgleichszahlung in Verbindung mit dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der ALBA Group KG und der ALBA SE ist, wie zuvor beschrieben, beim Landgericht Köln ein Spruchverfahren nach Spruchverfahrensgesetz anhängig. Es besteht das Risiko, dass durch die Gerichtsentscheidung die Ausgleichs- beziehungsweise die Abfindungszahlung erhöht wird. Dieses Risiko wird als mittleres Risiko eingestuft.

Finanz wirtschaftliche Risiken

Die ALBA Group befand sich 2016 noch in einem Restrukturierungsprozess. Mit den kreditgebenden Banken waren eine Reihe von umzusetzenden Maßnahmen vereinbart, die die ALBA Group erfüllt und umgesetzt hat.

Mit Vollzug der Beteiligungsverträge mit einem chinesischen Investor im März 2017 ist ein neuer Konsortialkreditvertrag mit bankenüblichen Covenants wirksam geworden. Die Finanzierungssituation der ALBA Group hat sich infolge der Transaktion erheblich verbessert.

Ein Liquiditätsrisiko ergibt sich durch Schwankungen der Zahlungsströme. Im Rahmen der täglichen Finanzdisposition werden die liquiden Mittel bedarfsgerecht gesteuert. Zur Deckung des Finanzbedarfs besteht der Konsortialkreditvertrag der ALBA Group. Darüber hinaus erleichtert das Factoringprogramm die Beschaffung kurzfristiger liquider Mittel zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit.

Es besteht das Risiko, dass freie Kreditlinien durch das Ausbleiben prognostizierter Entwicklungen abschmelzen. Ein regelmäßiges Liquiditätsreporting soll dieses Risiko minimieren.

Die finanzwirtschaftlichen Risiken werden insgesamt als mittel eingestuft.

Zinsrisiko

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Änderungen des Marktzinses oder der Zinsmargen. Ein Verstoß gegen eine oder mehrere relevante Vertragsbedingungen des Konsortialkreditvertrages könnte die Zinsmargen erhöhen. Marktzinsrisiko und Zinsmargenrisiko werden als geringe Risiken eingestuft.

Bewertungsrisiko

Abwertungsrisiken in der Vorratsbewertung durch konjunkturell bedingte Preisschwankungen werden monatlich überwacht. Durch die Vorgabe von Maximalpositionen und einem Working-Capital-Management wird das Risiko zusätzlich minimiert.

Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass Vermögenswerte wie Geschäfts- oder Firmenwerte oder andere langfristige Vermögenswerte neu bewertet werden müssen. Entsprechend der Veränderung der Faktoren kann ein jährlich durchgeführter Impairment-Test zu Abschreibungen führen und das Konzernergebnis belasten. Dieses Risiko wird als gering eingestuft.

Steuerrisiken

Steuerliche Risiken ergeben sich insbesondere aus laufenden und noch ausstehenden Betriebsprüfungen. Kommt es zu Prüfungsfeststellungen, könnten Steuernachzahlungen, Strafen und Zinsen entstehen. In einem systematischen Prozess werden diese Risiken deshalb durch eine defensive Bewertung von Steuererstattungsansprüchen beziehungsweise durch die Bildung von Rückstellungen frühzeitig evaluiert und angemessen berücksichtigt. Das Risiko ist als gering einzustufen.

Personalrisiken

Es besteht das Risiko, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu verlieren. Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe wie altersbedingtes Ausscheiden, persönliche Neuorientierung oder Fluktuation, insbesondere bei Restrukturierungsmaßnahmen. Die ALBA Group wirkt diesem Risiko mit einer Reihe von Maßnahmen entgegen. In dem gruppenweiten Talente-Prozess werden besonders qualifizierte Mitarbeiter identifiziert. Mit diesen werden Personalgespräche geführt und bei Bedarf Personalentwicklungs- oder Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt.

Trotz eingerichteter Kontrollsysteme sind dolose Handlungen möglich, die dem Unternehmen schaden können. Auch die eingerichteten Systeme können keine absolute Sicherheit gewährleisten.

Die Personalrisiken werden ingesamt als gering eingeschätzt.

Informationstechnische Risiken

Sowohl die komplexe Abwicklung der Geschäftsprozesse als auch die Verwaltungsprozesse werden durch moderne Informationstechnologie gestützt. Dabei spielt die Verfügbarkeit von Daten und Informationen eine zentrale Rolle.

Zum Schutz der Informationen müssen entsprechend gesicherte IT-Systeme und eine zuverlässige IT-Infrastruktur betrieben werden. Risiken, die im Schadensfall eine Unterbrechung der Geschäftsprozesse aufgrund von IT-System-Ausfällen zur Folge haben oder den Verlust und die Verfälschung von Daten verursachen können, werden deshalb über den gesamten Lebenszyklus der Applikation und IT-Systeme hinweg identifiziert und bewertet. Den wachsenden Anforderungen an Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten wird mit vielfältigen präventiven und korrektiven Maßnahmen begegnet. So wurden geeignete Maßnahmen definiert, damit Risiken vermieden oder mögliche Schäden begrenzt werden können. Diese Maßnahmen werden fortlaufend an die sich verändernden Umstände angepasst. Dazu gehört unter anderem, dass die bestehenden IT-Sicherheitssysteme und das vorhandene Business-Continuity-Management sowie Richtlinien und Organisationsstrukturen regelmäßig optimiert und überprüft werden, um mögliche informationstechnologische Risiken wie den Ausfall des Rechenzentrums oder sonstiger IT-Systeme bereits im Vorfeld zu erkennen beziehungsweise zu minimieren.

Dem stetig wachsenden Gefährdungspotential durch Cyber-Kriminalität und Hacker-Angriffe wird durch einen konsequenten Ausbau der IT-Sicherheit begegnet. Trotz aller Vorkehrungen können Störungen in der Informationstechnologie und dadurch negative Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Risiken werden insgesamt als gering eingestuft.

C.5. Gesamtrisikoprofil

Die ALBA Group aggregiert sämtliche gemeldeten Risiken gemäß Risikofrüherkennungsrichtlinie. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Risikoprofil deutlich verbessert. Dazu beigetragen haben der Abschluss des Investorenprozesses und die Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen.

Insgesamt sind die zuvor beschriebenen Risiken weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit für die ALBA Group bestandsgefährdend.

D. Weitere Angaben

D.1. Mitarbeiter und soziale Verantwortung

Mitarbeiter

Die ALBA Group ist bestrebt, ihren Mitarbeitern durch eine leistungs- und teamorientierte Unternehmenskultur vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, Erfolge anzuerkennen und berufliche Weiterentwicklungschancen zu eröffnen. Grundsätze und Perspektiven zur Mitarbeiterführung bieten einerseits die Unternehmensleitlinien der ALBA Group und andererseits ein umfassendes und zielgruppenspezifisches Weiterbildungsangebot. Zielgruppenspezifische Maßnahmen sowie die systematische Nachwuchsförderung im kaufmännischen Bereich und die Qualitätssteigerung im Recruiting führen zu einer Verringerung des Personalrisikos.

Die Zahl der Beschäftigten belief sich im Jahresdurchschnitt 2016 auf 7.082 (FTE) und im Vorjahr auf 7.178.

Nachwuchsgewinnung

Systematische Fachkräftegewinnung, -ausbildung und -bindung stellen Erfolgsfaktoren und gleichzeitig auch Herausforderungen dar. Die ALBA Group räumt deshalb der Fachkräftegewinnung eine hohe Priorität ein. Mit Hilfe von Entwicklungsprogrammen sollen dem drohenden Mangel begegnet und qualifizierte Mitarbeiter gefördert werden. Das Interesse talentierter Menschen zu wecken, sie für die Mitarbeit zu gewinnen und im Unternehmen zu halten, ist deshalb von großer Relevanz.

Zu diesem Zweck etablierte die ALBA Group für alle mit ihr verbundenen Unternehmen weitere Kooperationen mit unterschiedlichen Schulen und Hochschulen und ist auf zielgruppengerechten Veranstaltungen und Internetportalen vertreten. Als Pilotprojekt wurden im Berichtsjahr Flüchtlinge über ein Einstiegspraktikum in die Berufsausbildung integriert. Die ALBA Group bildete auch im Jahr 2016 Auszubildende und dual Studierende in unterschiedlichen Berufen aus. Zur Förderung ihrer Entwicklung während der Ausbildung werden beispielsweise Seminare aus den Bereichen Kommunikation, Personal und Rechnungswesen angeboten. Zudem können die Auszubildenden an einer Zusatzausbildung zum Energie Scout in Zusammenarbeit mit den lokalen Industrie- und Handelskammern teilnehmen. Damit wird die Identifikation mit dem Unternehmen im Sinne des Claims "Zero Waste Solutions" von Beginn an gefördert. Nach der Ausbildung werden den Mitarbeitern verschiedene Perspektiven angeboten. Leistungsstarke Nachwuchskräfte haben die Möglichkeit, eine weiterführende Qualifikation beziehungsweise ein Studium zu absolvieren. Außerdem führt die ALBA Group Traineeprogramme durch. Von Beginn an sind die Trainees in das Tagesgeschäft eingebunden, lernen Verantwortung zu übernehmen und anspruchsvolle Projekte zu steuern. Jeder Trainee erhält einen individuellen, transparenten Lern- und Entwicklungsplan. Durch regelmäßige Trainings und Workshops werden der Austausch untereinander sowie der Aufbau eines unternehmensinternen Netzwerks gefördert. So verfügen die Nachwuchskräfte nach Abschluss der Traineezeit über das notwendige Know-how für eine erfolgreiche Fach- und Führungslaufbahn im Unternehmen.

Personalentwicklung

Kompetenzaufbau und -vertiefung bei den Mitarbeitern und Führungskräften sind zentrale Themen einer strategischen Unternehmensführung. Aus- und Weiterbildung sind in der ALBA Group daher von grundlegender Bedeutung. In diesem Zusammenhang wurden 2016 verschiedene Themen initiiert und fortgeführt. Beispielhaft seien folgende erwähnt:

- Nach erfolgreicher Implementierung des Onboarding-Programms für Mitarbeiter und Führungskräfte im gesamten Segment Services wurde das IT-unterstützende Programm weiter optimiert. Zudem wurde das Offboarding systematisiert, Austrittsgründe analysiert und erste daraus abgeleitete Maßnahmenpakte im Berichtsjahr umgesetzt.

- Im Berichtsjahr fokussierte sich die Führungskräfteentwicklung sowohl im kaufmännischen als auch im gewerblich-technischen Bereich auf das Thema Führung, Gesundheit und Change Management. Im Rahmen der Mitarbeiterentwicklung lag der Fokus auf dem Projektmanagement.

Soziale Verantwortung

Mit der unternehmerischen Tätigkeit der ALBA Group verbunden ist das gesellschaftliche Selbstverständnis der Gruppe, das auch in einer Unternehmensleitlinie der ALBA Group festgeschrieben ist. Gemäß der Leitlinie "Wir übernehmen aktiv ökologische und gesellschaftliche Verantwortung" haben auch Corporate Citizenship-Aktivitäten in verschiedenen Unternehmen der ALBA Group einen festen Platz und reichen von Corporate Giving (ethisch motiviertes, selbstloses Spenden) bis Corporate Volunteering (gemeinnütziges Arbeitnehmerengagement). Die Dienstleistungen und Produkte der ALBA Group entlasten die Umwelt und sorgen damit für einen besseren Lebensraum nachfolgender Generationen. Diese Nachhaltigkeit und Zukunftsorientierung spiegeln sich auch in den ehrenamtlichen Projekten wider: Engagements für Kinder bilden den Schwerpunkt der Corporate Citizenship-Aktivitäten.

ALBA unterstützt seit 1997 KINDerLEBEN - Verein zur Förderung der Klinik für krebskranke Kinder e.V. Berlin. Dabei verfolgt sie das Ziel, die Versorgung krebskranker Kinder zu optimieren und die Forschung zu unterstützen. Insgesamt wurde von 2001 bis 2016, unter anderem durch die Ausrichtung von Benefizveranstaltungen, eine Spendensumme von rund 2,9 Mio. Euro zugunsten von KINDerLEBEN gesammelt.

Die INTERSEROH Dienstleistungs GmbH unterstützt seit bereits mehr als dreizehn Jahren KidS, die Kinderheime der Stadt Köln, und verbessert damit direkt die Lebenssituation der Kinder. Außerdem fördert das Unternehmen Handwerksarbeiten blinder Jugendlicher und finanziert Trösterteddys für Kinder in Krankenhäusern. Die Repasack in Wiesbaden unterstützt seit Jahren das Friedensdorf Oberhausen. In Polen kooperiert Interseroh zur Aufklärung von Kindern in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung mit Bibliotheken.

Zu weiteren regelmäßigen Aktivitäten der Gruppe gehören unter anderem Betriebstypisierungen für die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei (DKMS).

Zudem ist die ALBA Group seit 1991 Hauptsponsor und Namensgeber des ALBA Berlin Basketballteams und fördert in diesem Zusammenhang auch die Jugendarbeit des Vereins, insbesondere in sozialen Brennpunkten der Hauptstadt Berlin.

D.2. Umwelt und Nachhaltigkeit

Umwelt und Nachhaltigkeit spielen in der ALBA Group eine zentrale Rolle.

Die ALBA Group hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr für alle mit ihr verbundenen Unternehmen eine neue Studie beim Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, Oberhausen, in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Durch die Kreislaufführung von rund 5,5 Millionen Tonnen Wertstoffen schonte die ALBA Group allein im Jahr 2015 rund 51,8 Millionen Tonnen Primärrohstoffe und sparte rund 5,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen ein.

Die INTERSEROH Dienstleistungs GmbH veröffentlichte am 14. Juni 2016 ihr neues jährliches Nachhaltigkeitsmagazin und erweiterte damit ihre klassische Form der Nachhaltigkeitsberichterstattung. In der ersten Ausgabe unter dem Titel "Lösungen mit Zukunft" präsentierte Interseroh aktuelle Best Practices der Nachhaltigkeit - sowohl im eigenen Unternehmen als auch in Zusammenarbeit mit Kunden. Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat Interseroh messbare Ziele für eine nachhaltige Entwicklung definiert. Im Einzelnen geht es darum, zusätzliche Kreisläufe zu schließen, Ressourcen zu schonen, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, die Attraktivität als Arbeitgeber weiter zu erhöhen und als Intermediär für eine nachhaltige Entwicklung zu wirken. Die Berichterstattung umfasst neben dem Dienstleistungsgeschäft von Interseroh auch die Bereiche Sortierung von Leichtverpackungen und Facility Management der ALBA Group.

Das integrierte Managementsystem (DIN EN ISO 9001:2008, DIN EN ISO 14001:2009, BS OHSAS 18001:2007) der INTERSEROH Dienstleistungs GmbH und ihrer Tochtergesellschaften wurde im Juni 2016 im Rahmen eines Überwachungsaudits seitens der Zertifizierer bestätigt. Die Gesellschaften erhielten zudem die Rezertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb.

Darüber hinaus hat die INTERSEROH Pool-System GmbH das Hygiene-Kontrollaudit (DIN EN ISO 22000) für die Reinigung von klappbaren Obst- und Gemüsekisten erfolgreich bestanden (Lebensmittelsicherheit).

Im Rahmen des Energiedienstleistungs-Gesetzes sind große Unternehmen und ihre Tochtergesellschaften zur Durchführung von Energieaudits oder der Implementierung von Energiemanagementsystemen verpflichtet. An allen nationalen Standorten der ALBA Group wurde ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert, mit dem diese gesetzliche Auflage erfüllt wird.

D.3. Forschung und Entwicklung

In der ALBA Group haben Innovationen und die Weiterentwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle angesichts der Tätigkeitsfelder einen hohen Stellenwert. Forschung und Entwicklung im üblichen Sinne betreibt die Gruppe regelmäßig nicht.

Gemeinsam mit Unternehmen der Kunststoffindustrie wurde jedoch eine neue Generation von Kunststoffprodukten entwickelt, die zu 100% aus Post-Consumer-Material aus dem Dualen System bestehen. Mit recythen und procyclen bietet die ALBA Group Kunden aus der Industrie hochwertige Recycling-Kunststoffe zur Herstellung neuer Produkte und Verpackungen an. Auch im Berichtsjahr wurden nach individuellen Kundenvorgaben maßgeschneiderte Recyclat-Compounds entwickelt. Dafür wurde im slowenischen Maribor ein Kompetenzzentrum für Kunststoffrecycling eröffnet. Der neue Standort ermöglicht der Gruppe als Komplettanbieter, alle Anforderungen der Kunden an die Herstellung moderner Recycling-Kunststoffe aus einer Hand zu bedienen. Neben deutlich reduzierten Entwicklungszeiten bietet die geographische Lage den Vorteil, sowohl den deutschen als auch den gesamten osteuropäischen Markt logistisch optimal abzudecken.

E. Prognosebericht

E.1. Entwicklung Waste and Metals

Die Einschätzung der Entwicklung der Segmente der ALBA Group basiert auf derzeitigen Erwartungen und Annahmen bezüglich der Auswirkungen zukünftiger Ereignisse und wirtschaftlicher Bedingungen auf die operativ tätigen Gesellschaften.

Im Unterschied zu Produktionsbetrieben sind Angaben zu Auftragsbeständen in Unternehmen der Recyclingbranche nicht repräsentativ. Dies gilt auch für die Tochtergesellschaften der ALBA Group.

Im Segment Waste and Metals erstrecken sich die mit Kommunen abgeschlossenen Verträge für Containergestellung und Entsorgungsdienstleistungen über einen befristeten Mehrjahreszeitraum. Die Auftragslage im Gewerbekundenbereich ist sowohl saisonal als auch konjunkturell bedingt. Diese Verträge werden befristet vereinbart. Die Dauer ist dabei abhängig vom jeweiligen Auftrag. Je nach Auftragsgröße werden Ausschreibungen vorgenommen, die durch starken Wettbewerb geprägt sind.

In Bezug auf die gehandelten Rohstoffe werden Kontrakte mit Stahlwerken, Metallhütten und Gießereien, in Abhängigkeit von der Rohstoffnachfrage kurzfristig geschlossen und erfüllt. Entsprechend ist die Umschlagshäufigkeit der Läger hoch. Hiermit wird potenziellen Preisrückgängen entgegengesteuert.

In Polen haben die infolge der gewonnenen Ausschreibungen geschlossenen Entsorgungsverträge eine Laufzeit zwischen sechs Monaten und vier Jahren. In einigen Gemeinden umfassen die Verträge sowohl die Hausmüllentsorgung als auch die Entsorgung von Gewerbeimmobilien (Bürogebäude, industrielle Anlagen). Gewerbeverträge werden überwiegend unbefristet geschlossen. Die Preise folgen hier der Preisentwicklung der einzelnen Fraktionen und sind zunehmend an die Indizes gekoppelt.

Aufgrund des prognostizierten Wirtschaftswachstums 2017 wird in Deutschland von einem moderaten Mengenwachstum bei Abfällen und folglich mit einem leichten Anstieg der Nach-frage nach Entsorgungsdienstleistungen und Containern ausgegangen. Sowohl im Geschäft mit gewerblichen Kunden als auch bei der Kommunalentsorgung wird im laufenden Geschäftsjahr mit einem intensiven Wettbewerb gerechnet. Der Schwerpunkt der ALBA Group liegt hier auf der Sicherung der Bestandskunden. Außerdem sollen Effizienzsteigerungen bei den operativen Prozessen und eine zunehmende Vertiefung der Wertschöpfungsketten die Position der ALBA Group im Entsorgungsgeschäft stärken.

In Deutschland wird mit einer weiterhin hohen Auslastung der Verbrennungskapazitäten und damit leicht steigenden Entsorgungskosten für Abfälle zur thermischen Verwertung und Ersatzbrennstoffe gerechnet. Der dadurch entstehende Margendruck wird durch interne logistische Optimierungen und Preisanpassungen kompensiert.

Laut Wirtschaftsvereinigung Stahl hat sich die deutsche Stahlmengenkonjunktur Ende 2016 stabilisiert. Neben gestiegenen Auftragseingängen befinden sich die deutschen stahlverarbeitenden Branchen trotz der schwachen Weltkonjunktur in robuster Verfassung. Vor diesem Hintergrund ist im laufenden Geschäftsjahr mit 1% Zuwachs bei der Rohstahlproduktion zu rechnen. Allerdings gibt es weiterhin erhebliche Risiken für die Stahlkonjunktur.

Zum einen sind die strukturellen Probleme der Weltstahlindustrie nicht gelöst. So wird die global niedrige Kapazitätsauslastung auch 2017 anhalten, da die weltweite Stahlnachfrage voraussichtlich nur schwach ansteigen wird und ein spürbarer Kapazitätsabbau auch weiterhin auf sich warten lässt. Im Zentrum der Strukturkrise steht abermals China. Zwar plant die chinesische Regierung Produktionskapazitäten von mindestens 40 Mio. Tonnen abzubauen, mit etwa 360 Mio. Tonnen bleiben die Überkapazitäten der Volksrepublik jedoch immer noch auf einem extrem hohen Niveau.

Zum anderen ist der Konjunkturausblick mit starken Unsicherheiten verbunden. Hinzu kommen potenziell hohe Volatilitäten auf den Rohstoffmärkten. Aktuelle Prognosen gehen allerdings von einem konstant hohen Level des Eisenerzpreises aus (Dezember 2016: 80 Euro pro Tonne), was zu einer höheren Stahlschrott-Nachfrage führen kann.

Ein weiteres Risiko sieht die Wirtschaftsvereinigung Stahl in den zunehmenden protektionistischen Tendenzen in der Welthandelspolitik.

Experten äußern sich hinsichtlich der Prognosen für die Nachfrage- und Preisentwicklung von NE-Metallen für das laufende Geschäftsjahr zurückhaltend. Die Mehrheit der Analysten ist noch positiv gestimmt, allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Die Metallindustrie erwartet ein schwieriges Geschäftsjahr.

Angesichts der weiterhin angespannten Situation im Stahl- und Metallmarkt und unter Berücksichtigung des Verkaufs mehrerer Gesellschaften im Berichtsjahr und zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres erwartet das Management für 2017 moderat rückläufige Fe- und außergewöhnlich geringere NE-Mengen.

Dem gestiegenen Wettbewerb in Polen begegnet die ALBA Group mit einer weiteren Optimierung der internen Logistik und einer zunehmenden Wertschöpfung in den eigenen Anlagen, zum Beispiel durch die Erhöhung der Sortierquoten der Anlagen - sowohl für Hausmüll als auch für Leichtverpackungen. Zwei Werke besitzen den Status anerkannter regionaler Anlagen (RIPOK). Im Geschäft mit gewerblichen Kunden wird auch 2017 mit einem intensiven Wettbewerb gerechnet. In Gebieten, in denen die ALBA Group bereits die Hausmüllentsorgung durchführt, erwartet das Management ein moderates Wachstum in der Gewerbeentsorgung.

Auf Basis der Portfoliomaßnahmen, insbesondere der Übertragung von einzelnen Gesellschaften in eines der Joint Ventures, [BS1] werden die Umsatzerlöse im Segment Waste and Metals im Geschäftsjahr 2017 stark sinken, das EBITDA jedoch nur moderat zurückgehen. Für das EBT wird dagegen ein signifikanter Anstieg erwartet. Dies ist vor allem auf Abgang und Einstellung anlagen- und kapitalintensiver Geschäftsaktivitäten sowie den Wegfall von Firmenwertabschreibungen infolge von Entkonsolidierungen zurückzuführen. Hinsichtlich der Investitionen soll das Niveau des Berichtsjahres beibehalten werden.

E.2. Entwicklung der übrigen Geschäftsbereiche

Infolge der Ende März 2017 vollzogenen Veräußerung eines Mehrheitsanteils am Segment Services sowie an bestimmten Recyclingaktivitäten mit China-Ausrichtung hält die ALBA Group jeweils 40% der Anteile an beiden Joint Ventures. Ab April 2017 fließen die Ergebnisse, die sich für beide Joint Ventures im Rahmen der at Equity Konsolidierung ergeben, in das Beteiligungsergebnis der ALBA Group ein.

Das Management erwartet, dass sich die operative Ergebnissituation beider Bereiche in 2017 auf einem ähnlichen Niveau bewegt wie im Berichtsjahr.

E.3. Entwicklung des Konzerns

Auf Basis der erfolgten Veräußerung eines Mehrheitsanteils am Segment Services sowie an bestimmten Recyclingaktivitäten mit China-Ausrichtung werden die Umsatzerlöse in 2017 entsprechend stark sinken. EBITDA, EBT sowie die Eigenkapitalquote werden sich unter Berücksichtigung des erwarteten Entkonsolidierungsgewinns außergewöhnlich verbessern. Unter Bereinigung des Entkonsolidierungsergebnisses wird das EBITDA in 2017 signifikant unter dem Niveau des Berichtsjahres liegen, was auf die deutliche Reduzierung des Konsolidierungskreises zurückzuführen ist.

Vor Entkonsolidierungseffekten wird zudem ein leicht positives EBT erwartet (2016: -38,0 Mio. Euro), welches unter anderem vom Wegfall der Einmalaufwendungen in 2016 sowie vom deutlichen Rückgang der Zinsaufwendungen infolge der neuen Finanzierungsstruktur profitiert. Die Investitionen werden leicht zurückgehen.

 

Berlin, 24. April 2017

Vorstand

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der ALBA Group plc & Co. KG, Berlin, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzernbilanz, Konzerngewinn- und verlustrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzerneigenkapitalspiegel und Konzernanhang - und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Berlin, den 17. Mai 2017

KPMG AG
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