Calderys Deutschland GmbH

In der Sohl 122, 56564 Neuwied, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Montabaur HRB 15019
Vorher
PLR Fassadensysteme GmbH
Eingetragen
15.7.2005
Branche
Herstellung von feuerfesten keramischen Werkstoffen und WarenHerstellung von Gipserzeugnissen für den BauHerstellung von keramischen Erzeugnissen für sonstige technische Zwecke
Gegenstand
1. Gegenstand des Unternehmens ist die Produktion, Verarbeitung, Verkauf, Vertrieb und Installation von monolitischen Feuerfestprodukten einschließlich Rohstoffe und Fertigprodukte oder jegliche anderen verwandte Produkte auch und vor allem solchen, die zur Produktion, Verarbeitung, Verkauf, Vertrieb und Installation von monolitischen Feuerfestprodukten eingesetzt werden; Installation von feuerfesten Fertigprodukten; und Ankauf, Verkauf, Import und Export von feuerfesten Produkten, geformt oder ungeformt. 2. Soweit gesetzlich zulässig, kann die Gesellschaft alle Geschäfte durchführen die zur Unterstützung des Unternehmensgegenstandes angemessen erscheinen. Die Gesellschaft kann andere Gesellschaften gründen, erwerben oder sich an solchen beteiligen, Zweigniederlassungen im Inland und Ausland errichten, Unternehmensverträge abschließen und sich als Management Holding Gesellschaft betätigen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Lisa Johanna Schute
seit 19.8.2025
Prokura
Uwe Dreiucker
seit 14.8.2024
Geschäftsführer
Kevin Neyses
seit 9.7.2024
Prokura
Geschäftsführer
Ulrich Heidenreich
seit 26.1.2022
Prokura
Christian Spies
seit 30.5.2016
Prokura
Michael Louen
seit 15.8.2012
Prokura
Dirk Dr. Holland
seit 15.8.2012
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Calderys Holding LimitedGBR
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
11.529.632 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Calderys Deutschland GmbH

Neuwied

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

A. Geschäft und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

1. Geschäftstätigkeit

Die Calderys Deutschland GmbH entwickelt, produziert und vertreibt hochspezialisierte, monolithische Feuerfest-Produkte. Die Produktpalette umfasst dabei sowohl monolithische Produkte und Formbauteile aus eigener Produktion als auch andere geformte und ungeformte Produkte, die unsere monolithischen Lösungen komplettieren.

Dank einer umfassenden Kenntnis der Kundenbedürfnisse bietet Calderys maßgeschneiderte Feuerfestlösungen in Form von technisch ausgereiften Produkten sowie integrierte Engineering- und Installations-Dienstleistungen. Calderys verfügt über ein umfassendes Angebot an monolithischen Produkten für die folgenden Märkte: Eisen, Stahl, Gießereien, Aluminium, Zement, thermische Industrien sowie Petrochemie. In jedem dieser Märkte gehören wir zu den führenden Anbietern. Die Hauptabsatzländer sind neben Deutschland der Euroraum und das osteuropäische Ausland.

2. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 4. Quartal 2022 gegenüber dem 3. Quartal 2022 - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,4 % gesunken. Nachdem sich die deutsche Wirtschaft trotz schwieriger Bedingungen in den ersten drei Quartalen gut behaupten konnte, nahm die Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2022 leicht ab. Besonders die preis-, saison- und kalenderbereinigten privaten Konsumausgaben, die die deutsche Wirtschaft im bisherigen Jahresverlauf gestützt hatten, waren niedriger als im Vorquartal. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist das preisbereinigte BIP im Jahr 2022 um 1,8 % gewachsen. Preis- und kalenderbereinigt betrug das Wirtschaftswachstum 1,9 %.

Der deutsche Exportüberschuss war im Jahr 2022 so niedrig wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hat sich der Außenhandelssaldo unter anderem aufgrund der stark gestiegenen Preise für die Einfuhr von Energie gegenüber 2021 von +175,3 Milliarden Euro auf +79,7 Milliarden Euro mehr als halbiert. Im Außenhandel mit der Volksrepublik China, die 2022 von Rang 2 auf Rang 4 der wichtigsten Abnehmerstaaten deutscher Exporte abrutschte, verzeichnete Deutschland das größte Handelsdefizit seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1950.

3. Entwicklung der Schlüsselbranchen

Um unseren Kunden in den spezifischen Märkten einen noch besseren Service und spezielles Know-how bieten zu können, hat die Calderys Gruppe im Jahr 2017 alle Kunden europaweit in 5 Marktsegmente zusammengefasst: Eisen- & Stahlindustrie, Aluminium & Gießereien, Zementindustrie, Petrochemie & Kraftwerke sowie sonstige Kunden wie Ofen- und Anlagenbauer. Die Hauptabnehmer der Calderys Deutschland GmbH bleiben nach wie vor die großen Stahlwerke, Zementhersteller sowie eine Vielzahl von Gießereien.

3.1. Stahlindustrie

Die Stahlindustrie in Deutschland ist durch die Folgen der Corona-Pandemie auch im Jahr 2021 hart getroffen worden. Für das Geschäftsjahr 2022 zeichnet sich, wie auch in 2021, eine Verringerung der Produktion gegenüber dem Vorjahr ab. Im Zeitraum Januar bis Dezember 2022 betrug die Rohstahlproduktion in Deutschland 36,8 Millionen Tonnen (-8,4 % zum Vorjahresvergleichszeitraum).

Dramatische Nachfrageeinbrüche waren die Folge, erheblich verstärkt durch Überkapazitäten anderer Länder, die zunehmend in den europäischen Markt zu drängen drohen. In der EU wurden in diesem Zeitraum 136,7 Millionen Tonnen produziert (-10,5 %). Weltweit wurden 1.832 Millionen Tonnen (-4,3 %) produziert, wobei Indien mit einer Steigerung der Produktion um 5,5 % und China als größter Produzent mit 1.013 Millionen Tonnen eine Verringerung um -2,1 % realisierte.

3.2. Bau-/Zementindustrie

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) erwartet für dieses und das kommende Jahr eine Delle in der Baukonjunktur, d.h. der Umsatz wird in diesem Jahr real um 5,5 % und im kommenden Jahr noch einmal um 7 % zurückgehen. Sorgenkind dabei ist vor allem der Wohnungsbau; aber auch die beiden übrigen Bausparten Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau sind stark rückläufig.

Der Mix aus steigenden Bau-, Finanzierungs- und Lebenshaltungskosten schlägt zunehmend auf die Nachfrage nach Bauleistungen zurück. Die Baukonjunktur verliert an Schwung. Die Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft haben sich markant verschlechtert und trüben die Aussichten für die Baukonjunktur in 2023 deutlich ein.

Die Genehmigungszahlen im Wohnungs-Neubau weisen nach unten. Bis zum Jahresende ist daher ein Rückgang bei den Baugenehmigungen um ca. 32.500 Wohnungen gegenüber dem Vorjahr zu erwarten. Vor diesem Hintergrund rechnet der ZDB für das kommende Jahr mit der Fertigstellung von ca. 245.000 Wohnungen, was einem Minus von 12,5 % gleichkommt. Stützend wirken hier zunächst noch die hohen Auftragsbestände. In 2024 wird sich die derzeitige Zurückhaltung bei den Investitionsentscheidungen noch deutlicher bei den Baufertigstellungen bemerkbar machen. Daher geht der Verband von einem Rückgang des Umsatzes im Wohnungsbau von 4,5 % in diesem und von 10 % im kommenden Jahr aus. Einem stärkeren Einbruch wirkt die Nachfrage nach Sanierungen entgegen.

Im Wirtschaftsbau sind die Investitionen vor allem durch die Konjunkturaussichten der deutschen Volkswirtschaft und damit durch die vorherrschende hohe Unsicherheit geprägt. Auch die Baukostenentwicklung wirkt bremsend auf die Nachfrage nach Gewerbebauten. Die rückläufige Orderentwicklung lässt in den nächsten Monaten eine rückläufige Umsatzentwicklung erwarten. Vor diesem Hintergrund rechnet der ZDB damit, dass die Umsätze im Wirtschaftsbau fallen und real damit um 5 % niedriger als in 2021 sein werden. Für 2023 rechnet der ZDB wir mit einem weiteren realen Rückgang beim Umsatz im Wirtschaftsbau um 6%.

Im öffentlichen Bau rechnet der ZDB 2022 mit real um 7 % fallenden Umsätzen; für 2023 werden Umsätze noch einmal um 4,5 % rückläufig sein.

3.3. Gießerei-Industrie

Der Umsatz in der Gießerei-Industrie in Deutschland ist 2022 um 2,1 Milliarden Euro (+15,5 %) gestiegen. Dementsprechend erreichte der Umsatz im Jahr 2022 mit 15,63 Milliarden Euro den bisherigen Höchststand.

4. Produktion/Investition

Die Jahresproduktion im Werksbereich "Monolithisch" betrug ca. 46.000 Tonnen (Vorjahr: ca. 53.000 Tonnen). Im Werksbereich "Fertigbauteile" betrug die Jahresproduktion ca. 2.200 Tonnen (Vorjahr: ca. 2.650 Tonnen). Der Rückgang der Tonnage ist u.a. durch den Wegfall des Ukraine- und Russland-Geschäftes infolge des Angriffskrieges begründet. Für das Geschäftsjahr 2023 beträgt die aktuell prognostizierte Gesamtmenge ca. 50.000 Tonnen.

Die Produktivität (Arbeitsstunden/t), welche im Geschäftsjahr 2021 stark abgenommen hatte, ist in dem Geschäftsjahr 2022 wieder auf dem Niveau von 2019. Im Bereich "Monolithisch" betrug sie 1,07 h/t (1,02h/t in 2021), im Bereich "Fertigbau" betrug sie 5,44 h/t (7,37 h/t in 2020).

Der gesamte Investitionsumfang in das Sachanlagevermögen lag bei ca. 0,5 Mio. EUR. Die wesentlichen Investitionen waren/sind:

Investitionen in Anlage 8

Neuinstallation der Aufnahmetrichter für Big-Packs (Flow Bin Anlage)

Zentrale Elemente des Investitionsbudgets für 2023 sind im Wesentlichen der Bau des S&T (Science & Technology) Labs für die Entwicklung von Produkten, weitere Investitionen in Anlagen zur Kapazitätserweiterung sowie Investitionen in Qualitätsverbesserungen und Arbeitssicherheit.

5. Personal

Der Personalstand zum 31. Dezember 2022 betrug inklusive der Geschäftsführung und Auszubildenden 190 Mitarbeiter (Vorjahr: 194 Mitarbeiter). Die Ausbildungsquote betrug 2,64 % (Vorjahr: 3,6 %).

6. Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz

Im Berichtsjahr 2022 hat sich ein NLTA (non lost time accident) ereignet. Damit konnte die Prognose aus dem Vorjahr von 0 NLTA nicht erfüllt werden. Bei dem NLTA handelte es sich um eine Muskelzerrung, die ambulant zu behandeln war. Der Vorfall wurde eingehend entsprechend dem Verfahren zum Unfall-Reporting der Imerys analysiert. Es wurden drei Erste-Hilfe-Fälle angezeigt, Untersuchung und Ableitung von Maßnahmen zur Verbesserung wurden abgeleitet und umgesetzt. Es fanden vier ASA (Arbeitsschutzausschuss)-Sitzungen statt. Schulungen werden jedes Jahr durchgeführt, im Jahr 2022 mit Fokus auf:

Handlung mit Gabelstaplern und mobilen Geräten

"Serious 7" (Hauptgefahren, für alle Mitarbeiter)

"5S" (Sortieren, Systematisieren, Säubern, Standardisieren und Selbstdisziplin & ständiges Verbessern)

Erste Hilfe und Brandschutz

Fortbildung der Sicherheitsbeauftragten

Gefahrstoffe anhand von Betriebsanweisungen

Safety Connect Day 2022

Gesetzlich vorgeschriebene Schulungen der einzelnen Fachbereiche mit der Schulungssoftware SAM

Stand 31.12.2022 verfügt die Calderys Deutschland GmbH in 56564 Neuwied einschließlich ihres Verkaufsbüros in 04668 Grimma über die Zertifikationen ISO 9001 und 14001, jeweils gültig bis 13.09.2025, sowie die ISO 50001, gültig bis 19.11.2024. Im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserung des Management- und Zertifizierungsprozesses wurde die Calderys Deutschland GmbH hierzu im Jahre 2021 in eine Matrixzertifizierung mit weiteren Einheiten der Unternehmensgruppe aufgenommen, die sich alle auf Feuerfest- und andere Rohmaterialien für den Eisen-, Stahl-, Gießerei- und Hochtemperaturbereich spezialisiert haben. Daneben ist der Standort Neuwied eigenständig nach SCC in Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umweltschutz zertifiziert, gültig bis 07.11.2023.

7. Forschung & Entwicklung

Im Rahmen des Konsolidierungsplans der HTS S&T-Organisation wurden die S&T-Projektaktivitäten von Sezanne, Frankreich, nach Neuwied transferiert. Das Capex Projektteam diskutiert zurzeit verschiedene Konzepte für das neue Calderys Technical Center in Neuwied. S&T Ingenieure nahmen an verschiedenen internationalen technischen Konferenzen teil, und einige Projektarbeiten wurden erfolgreich präsentiert, beispielsweise am International Colloquium on Refractory (ICR), Aachen. In Verbindung mit dem aktuellen globalen Thema "Strategische Nachhaltigkeiten" setzen wir uns immer mehr mit umweit- und energiebezogenen Fragestellungen wie der Reduktion von CO 2 -Emissionen und Circular Economics auseinander.

In der S&T-Abteilung Neuwied sind 7 Mitarbeiter tätig (4 Ingenieure und 3 Labortechniker (Vorjahr: 5 Mitarbeiter)), 5 offene Stellen sind zurzeit noch nicht besetzt worden.

B. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Vermögens- und Finanzlage der Firma Calderys Deutschland GmbH ist geordnet. Die Bilanzsumme ist um 15,0 Mio. EUR (Vorjahr: 168,0 Mio. EUR) gesunken. Die Reduktion resultiert im Wesentlichen aus der Wertberichtigung der Beteiligung an der Calderys LLC, St. Petersburg, Russland, in Höhe von 11,9 Mio. EUR und einem geringeren Guthaben bei Kreditinstituten um 10,8 Mio. EUR aufgrund der Zahlung der letzten Kaufpreisrate der erworbenen Beteiligung Haznedar Durer Refrakter Malz San ve Tic A.§., Istanbul, Türkei. Dagegen stehen eine Erhöhung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen von 6,9 Mio. EUR sowie eine Erhöhung des Vorratsvermögens um 2,6 Mio. EUR. Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultiert vor allem aus einer Forderung gegen die Monrefco Beteiligungsgesellschaft mbH, Neuwied, aus dem Ergebnisabführungsvertrag in Höhe des 22,9 Mio. EUR (Jahresverlust 2022). Dagegen stehen Rückführungen im Rahmen des Money Transfer mit Imerys S.A., Paris, Frankreich, in Höhe von 8,0 Mio. EUR. Ursache für die Erhöhung des Vorratsvermögens sind höhere Einkaufspreise für Rohmaterialien.

Bedingt durch den mit Wirkung zum 1. Januar 2013 abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrag wurde der Jahresverlust in Höhe von 22,9 Mio. EUR (Vorjahr: Jahresgewinn 1,7 Mio. EUR) als Forderung gegen den Gesellschafter, die Monrefco Beteiligungsgesellschaft mbH, ausgewiesen.

1. Vermögenslage

Das Anlagevermögen der Gesellschaft ist von 103,1 Mio. EUR auf 91,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr verringert. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um die Wertberichtigung der Beteiligung an der Calderys LLC, St. Petersburg, Russland, in Höhe von 11,9 Mio. EUR.

Das Umlaufvermögen der Gesellschaft ist von 64,9 Mio. EUR auf 61,1 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Anstieg resultiert aus der Erhöhung des Vorratsvermögens, im Wesentlichen der Rohstoffe und der Fertigen Erzeugnisse um 2,6 Mio. EUR. Ursache für die Erhöhung des Vorratsvermögens sind höhere Einkaufspreise für Rohmaterialien.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 1,9 Mio. EUR niedriger als im Vorjahr. Ursache dafür sind erhöhte Abschreibungen auf Forderungen von Kunden aus Russland und der Ukraine. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind um 6,9 Mio. EUR höher als im Vorjahr. Der Anstieg resultiert vor allem aus einer Forderung gegen die Monrefco aus dem Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von 22,9 Mio. EUR (Jahresverlust 2022). Dagegen stehen Rückführungen im Rahmen des Money Transfer mit Imerys S.A., Paris, Frankreich, in Höhe von 8,0 Mio. EUR.

Die Verbindlichkeiten sind insgesamt um 18,3 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (108,8 Mio. EUR) gesunken. Die Reduktion resultiert vor allem aus der Reduktion der sonstigen Verbindlichkeiten um 16,2 Mio. EUR sowie der Reduktion der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 1,5 Mio. EUR und der Reduktion der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 1,4 Mio. EUR. Dagegen steht die Erhöhung der erhaltenen Anzahlungen um 0,7 Mio. EUR. Die Reduktion der sonstigen Verbindlichkeiten resultiert aus der Begleichung der Restkaufpreiszahlung der erworbenen Beteiligung Haznedar Durer Refrakter Malz San ve Tic A.Ș., Istanbul, Türkei.

Um dem Risiko eines Forderungsausfalls vorzubeugen, haben wir insgesamt Wertberichtigungen bei einzelnen Kunden und insbesondere bei ukrainischen und russischen Kunden in Höhe von 5.769 TEUR (Vorjahr: 2.286 TEUR) auf den Forderungsbestand ">90 Tage überfällig" vorgenommen. Das Management wird monatlich über die Entwicklung der Außenstände informiert.

Die Forderungen gegen unsere Tochtergesellschaft Calderys Ukraine LLC betragen im Jahr 2022 von 2,8 Mio. EUR und sind vollständig wertberichtigt. Gegenüber Dritten in der Ukraine betragen die Forderungen 1,14 Mio. EUR. Diese wurden vollständig wertberichtigt.

Das in 2014 gegenüber der Gesellschaft gegebene Darlehen ist noch mit 1,9 Mio. EUR, seit 2015 jedoch vollständig wertberichtigt, in den Büchern. Im Jahr 2022 konnten wir keine Rückzahlungen hierfür verzeichnen.

Die Forderungen gegen unsere russische Beteiligung betragen 1 TEUR. Insgesamt wurden IC-Forderungen gegen unsere russische Beteiligung in Höhe von 651 TEUR wertberichtigt.

2. Finanzlage

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 11.530 TEUR. Es sind weitere Rücklagen in Höhe von 19,5 Mio. EUR im Eigenkapital vorhanden. Der Jahresverlust in Höhe von 22,9 Mio. EUR wird aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags vollständig von dem Gesellschafter übernommen. Der Gewinnvortrag in Höhe von 71 TEUR bleibt unverändert bestehen.

Die Liquidität der Calderys Deutschland GmbH wurde bis November 2022 von der Konzernmutter Imerys S.A. in Paris, Frankreich, gesteuert und sichergestellt (Cash-Pool-Vereinbarung mit der Konzernobergesellschaft Imerys S.A., Paris, Frankreich). Vor dem Hintergrund des Erwerbs der HTS Gruppe durch den Investor Platinum mussten im November 2022 alle Cash-Pool-Verbindlichkeiten an die Imerys S.A. in Paris, Frankreich, zurückgeführt werden. In dem verbleibenden Zeitraum bis Ende des Geschäftsjahres wurden bei Bedarf finanzielle Mittel über Darlehen von der Calderys France und Imerys Metalcasting gegeben.

Die flüssigen Mittel sind von 17,4 Mio. EUR auf 6,6 Mio. EUR gesunken. Der hohe Bestand an flüssigen Mitteln im Jahr 2021 resultierte vor allem aus einer Überweisung in Höhe von 16,5 Mio. EUR für die Zahlung der Schlussrate des Kaufpreises der Akquisition der türkischen Gesellschaft Haznedar Durer Refrakter Malz San ve Tic A.§., Istanbul, Türkei. Die Zahlung erfolgte zu Beginn des Geschäftsjahres 2022. Der Bestand an flüssigen Mitteln zum Ende des Geschäftsjahres in Höhe von 6,6 Mio. EUR beinhaltet eine Verpfändung von finanziellen Mitteln in Höhe von 2,4 Mio. EUR für Gewährleistungsbürgschaften gegenüber der Commerzbank.

3. Ertragslage

Als Lieferant feuerfester Erzeugnisse beliefern wir hauptsächlich Kunden in der Eisen- und Stahlindustrie, der Zementindustrie sowie eine Vielzahl von Gießereien. Der Gesamtumsatz im Jahr 2022 ist um 7,3 % auf 92,9 Mio. EUR (Vorjahr: 86,6 Mio. EUR) gestiegen. Dabei ist der Inlandsumsatz um 16,0% auf 44,5 Mio. EUR (Vorjahr: 38,5 Mio. EUR) und der Exportumsatz um 0,7 % auf 48,4 Mio. EUR gestiegen (Vorjahr: 48,1 Mio. EUR). Der Anstieg begründet sich in höheren Intercompany-Umsätzen sowie Verkaufspreiserhöhungen. Aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine brachen die Umsätze mit der Ukraine ab Q2 2022 ein. Infolge der Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland wurden die Geschäftsbeziehungen mit russischen Kunden weitestgehend eingestellt.

Bezogen auf Non-Group-Geschäfte sind in den für uns wesentlichen Segmenten Eisen & Stahl die Umsätze um 0,3 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Im Segment Gießereien sind die Umsätze um 5,7 % gestiegen, im Bereich Thermal (incl. Aluminium, chemische- und petrochemische Industrie) um -4,5 % gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Der Intragroup-Umsatz ist gegenüber dem Vorjahr um 14,9 % gestiegen, u.a. infolge von gestiegenen Kosten und damit einhergehenden Verkaufspreisanpassungen.

Der Materialaufwand ist aufgrund der höheren Umsätze und aufgrund der Materialpreissteigerungen um 9,6 % auf 62,9 Mio. EUR (Vorjahr: 57,4 Mio. EUR) gestiegen.

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter beträgt im Geschäftsjahr 190 (Vorjahr: 194) Mitarbeiter. Die Personalkosten (Löhne und Gehälter) liegen mit 12,2 Mio. EUR um 0,4 Mio. EUR höher als im Vorjahr. Grund für den Anstieg ist der Ansatz der hohen Inflationsrate bei den Pensionsverpflichtungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Mio. EUR auf 22,0 Mio. EUR (Vorjahr: 17,5 Mio. EUR) angestiegen.

Die Gesellschaft weist für das Geschäftsjahr 2022 einen Verlust in Höhe von 22,9 Mio. EUR aus (Vorjahresgewinn: 1,7 Mio. EUR). Im Wesentlichen ist dies auf das negative Finanzergebnis in Höhe von -12,3 Mio. EUR aufgrund der Wertberichtigung der Beteiligung an der Calderys LLC, St. Petersburg, Russland, in Höhe von 11,9 Mio. EUR zurückzuführen. Des Weiteren tragen Wertberichtigungen auf Forderungen 4,4 Mio. EUR, Rückstellung Altersversorgung (Anpassung Inflation Pensionsverpflichtungen) 1,6 Mio. EUR sowie geringere Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 3,0 Mio. EUR zu dem negativen Ergebnis bei.

Die Gesellschaft wird anhand einer Reihe von Kennzahlen gesteuert. Wesentliche Steuerungsgrößen sind dabei Umsatz und das Jahresergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT).

Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr um 7,3 % gegenüber dem Vorjahr an (+0,7 % im Ausland, +16,0 % im Inland, davon +14,9 % mit verbundenen Unternehmen). Die im Lagebericht 2021 formulierte Prognose für Umsatzerlöse in 2022 in Höhe von 92,7 Mio. EUR sowie bei einer Worst-Case-Betrachtung, welche den vollständigen Wegfall des Geschäftes mit ukrainischen und russischen Kunden im Geschäftsjahr 2021 unterstellte, Umsatzerlöse in Höhe von 83,9 Mio. EUR, wurde in 2022 mit realisiertem Umsatz von 92,9 Mio. EUR leicht bzw. im Vergleich zur Worst-Case-Betrachtung übertroffen. Die fehlende Gewinnspanne hat infolge höherer Rohstoffkosten und Abschreibungen von Forderungen gegen ukrainische und russische Kunden zu einem negativen Jahresergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) von -10,6 Mio. EUR geführt (Vorjahr: -1,4 Mio. EUR, Prognose 2022: 6,2 Mio. EUR; Worst-Case: 3,6 Mio. EUR). Dabei haben wie befürchtet die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs das EBIT deutlich belastet.

Bei den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren sind insbesondere die Mitarbeiteranzahl und die Anzahl der LTA (lost time accidents) von Bedeutung. Die Anzahl der Arbeitnehmer ist um vier Mitarbeiter auf 190 MA (Vorjahr: 194 MA) gesunken und damit konnte die Erwartung aus dem Vorjahr, dass die Mitarbeiteranzahl sich nicht verändert, nicht ganz erfüllt werden.

Die Geschäftsführung beurteilt den Geschäftsverlauf in 2022 als zufriedenstellend.

C. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

1. Chancen- und Risikobericht

Am 29.07.2022 kündigte der CEO von Imerys S.A., Paris, Frankreich, (Alessandro Dazza) an, dass nach strategischer Überprüfung des Imerys-Portfolios, Imerys exklusive Verhandlungen über den Verkauf des Geschäftsbereichs High Temperature Solutions (HTS) vorgenommen hat. Der potenzielle Käufer, Platinum Equity, ist eine globale Investmentfirma, die Unternehmen in einer Vielzahl von Märkten betreibt. Zum 31.01.2023 ist die Calderys Deutschland GmbH an California Acquisition Germany GmbH, Frankfurt, verkauft worden. Diese Gesellschaft gehört zum Investor Platinum Equity, Los Angeles, USA.

Als Stand-Alone-Organisation soll HTS exklusive Aufmerksamkeit, Fokus und Finanzierungsmöglichkeiten erhalten. Der Entscheidungsfindungsprozess soll schneller werden, insbesondere in Bezug auf Entwicklungsinvestitionen, in Bezug auf Innovationen und den Erwerb von Vermögenswerten. Wir sehen Chancen in einem Markt zu wachsen, der immer noch hoch fragmentiert ist. Ziel ist die Expansion in wichtigen geografischen Gebieten und Segmenten und die Erweiterung unsers Produktangebots. Platinum Equity hat seine Unterstützung der HTS-Strategie bestätigt, das Wachstum sowohl organisch als auch anorganisch voranzutreiben.

Die Tätigkeit in verschiedenen Branchen und Märkten im In- und Ausland bringt unternehmerische Risiken mit sich. Durch konsequentes Risikomanagement und ständige Fortentwicklung der Risikovorsorge auf allen Gebieten können Gefahren für das Unternehmen frühzeitig erkannt und reduziert werden.

Zum Risikomanagement gehört auch die regelmäßige Überprüfung der Effizienz der verwendeten Sicherungsinstrumente. Für Schadens- und Haftungsrisiken bestehen die entsprechenden Versicherungen, die die finanziellen Folgen begrenzen und existenzgefährdende Situationen ausschließen.

In der Calderys Deutschland GmbH besteht ein durch den Imerys-Konzern implementiertes und auf SAP gestütztes Steuerungs- und Kontrollinstrument. Dieses ermöglicht aus unserer Sicht ein vorausschauendes Risiko-Management. Dieses wird auch unter dem neuen Eigentümer weiter fortgeführt.

Das Ausfallrisiko bei den Kunden im Inland und im europäischen Ausland schätzen wir, abgesehen von externen Kunden sowie Intercompany-Kunden aus Russland und der Ukraine, weiterhin als gering ein.

Künftige Risiken ergeben sich aus der Rohstoff- und Frachtkostenintensität der Rohstoffe (Seefrachten), aus Wechselkursschwankungen (zum USD) und Preisveränderungen auf den Energiemärkten (Elektrizität/Gas/Öl). Des Weiteren ist eine relativ hohe Abhängigkeit von der Stahlindustrie gegeben.

Als Folge der Corona Krise, des Russland/Ukraine-Krieges und der daraus resultierenden Energiekrise könnten sich die Lieferbarkeit und Preisentwicklung der Rohstoffe als Herausforderungen für 2023 entwickeln. Signifikante Preiserhöhungen von Rohstoffen werden im Wesentlichen durch laufende Preisanpassungen der Endprodukte an Kunden weitergegeben. Ein weiteres indirektes Risiko besteht in erhöhten Energiekosten. Diese konnten im Jahr 2022 teilweise durch Strom- und Gas-Steuerrückerstattungen für das Vorjahr kompensiert werden. Strom- und Gas-Steuerrückerstattungen für das Jahr 2022 wurden in Q1 2023 beantragt.

Die strategische und operative Steuerung dieser Risiken erfolgte zentral für den gesamten Konzern über die Konzernmuttergesellschaft Imerys S.A., Paris, Frankreich.

Die Grundsätze der Risikopolitik wurden durch den Imerys-Konzern in Paris vorgegeben. Die Risiken sind in dem umfangreichen Risikobericht der Konzernholding an den Board of Directors integriert. Dieses Risk-Statement ist in die Risikokategorien/Transportkostenrisiken, Energiekostenrisiken, Rohstoffkostenrisiken, Umwelt-/Gesundheits-/Sicherheits- und Qualitätsrisiken, Versicherungsrisiken, legale Risiken, Lizenzrisiken und Währungskurs-/Zins- und Liquiditätsrisiken unterteilt.

Das Risikocontrolling und der Risikobericht werden auch unter dem neuen Eigentümer kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Liquiditätsrisiken werden durch verschiedene Reports wie z.B. wöchentliche Forderungsreports, Cash-Flow-Planungen und erweitertes Working Capital Management sehr streng kontrolliert.

Auf Basis der gegenwärtigen Risikobewertung und einer Analyse von Risiken, Gegenmaßnahmen, Absicherungen und Vorsorgen sind keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar.

Die jetzige Segmentstruktur führt aus unserer Sicht zu schnelleren Abstimmungsprozessen, schlankeren Hierarchien und damit zu einem noch effizienteren Kostenmanagement.

Die Finanzierung durch Imerys S.A. wurde in 2022 aufgelöst und durch neue Darlehensverträge mit der Imerys Metalcasting Germany GmbH, Oberhausen, und der Calderys France ersetzt.

Der Verlauf des Geschäftsjahres 2022 wurde durch den Ausbruch des Krieges in der Ukraine am 24. Februar 2022 nachhaltig beeinflusst, was insbesondere im 2. Quartal 2022 zu starken Umsatzrückgängen in den beiden betroffenen Märkten Russland und Ukraine im Vergleich zum Vorjahresquartal geführt hat (ca. -1,4 Mio. EUR).

Für die Calderys Deutschland GmbH ergeben sich daraus nachstehende Implikationen:

Die Wertberichtigung der Beteiligung an der Calderys Ukraine LLC, Donetsk, im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von 5,3 Mio. EUR, bleibt weiterhin bestehen.

Das an die Calderys Ukraine LLC, Donetsk, gegebene Darlehen in Höhe von 1,872 Mio. EUR bleibt weiterhin wertberichtigt.

Die Beteiligung an der Calderys LLC, St. Petersburg, Russland, wurde im Geschäftsjahr 2022 in der Höhe von 11,9 Mio. EUR vollständig wertberichtigt.

Forderungen gegen ukrainische und russische Kunden (extern und IC) wurden vollständig wertberichtigt.

Unser Geschäft beruht unter anderem auf dem Fachwissen unserer Mitarbeiter, und dank ihres Engagements konnten wir uns in dieser Krise an die Bedürfnisse unserer Kunden anpassen. Aus der Krise geht bereits jetzt hervor, dass sich einige Regionen schneller erholen werden als andere. Wir werden sicherstellen, dass wir in diesen Regionen präsent sind, während wir weiterhin versuchen werden, unsere Präsenz auch in schnell wachsenden Regionen auszubauen. Wir werden auch unsere Produktpalette weiter ausbauen, um auf sich ändernde Kundenanforderungen reagieren zu können, die sich zunehmend an der Full-Service-Nachfrage orientieren.

Der Erzeugerpreisindex lag im Januar 2023 bei +17,6 % gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum, für Energie bei +32,2 % gegenüber dem Vorjahr. Der Höhepunkt des Erzeugerpreisindex im Jahr 2022 lag im August bei 45,8 %. Die Preissteigerungen der Rohstoffe und Vorprodukte wurden im Jahr 2022 mittels Verkaufspreisanpassungen an die Kunden weitestgehend weitergegeben.

Die Kapitalausstattung und die Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten der deutschen Unternehmen sind weiterhin sehr gut.

Die Devisenkontrollen für Zahlungen in Fremdwährung ins Ausland bestehen unverändert.

Mit dem Erwerb der Beteiligung an der türkischen Gesellschaft Haznedar Durer erweiterte die Gesellschaft ihre Geschäftsaktivitäten im türkischen Markt und nimmt an den Chancen und Risiken der dortigen Marktentwicklung teil. Die Chancen und Risiken werden durch ein fortlaufendes Beteiligungscontrolling auf Konzernebene gesteuert.

Der "Brexit" hat sich bisher nicht negativ auf unser Geschäft ausgewirkt und wird sich aus heutiger Sicht nicht negativ auf unser zukünftiges Geschäft auswirken.

Es sind keine Risiken bekannt, die den Fortbestand des Unternehmens, sowohl im Berichtszeitraum als auch in der Zukunft, gefährden.

2. Prognosebericht

Das World Economic Outlook Update des IMF vom Januar 2023 geht davon aus, dass das globale Wachstum im Jahr 2023 auf 2,9 % sinken, aber im Jahr 2024 auf 3,1 % steigen wird. Die Prognose für 2023 liegt 0,2 Prozentpunkte höher als im World Economic Outlook vom Oktober 2022 prognostiziert, aber unter dem historischen Durchschnitt von 3,8 %. Steigende Zinsen und der Krieg in der Ukraine belasten weiterhin die Konjunktur. Die jüngste Wiedereröffnung Chinas hat den Weg für eine schneller als erwartete Erholung geebnet. Die globale Inflation wird voraussichtlich auf 6,6 % im Jahr 2023 und 4,3 % im Jahr 2024 fallen und damit immer noch über dem Niveau vor der Pandemie liegen.

Für das Geschäftsjahr 2023 erwarten wir auf der Grundlage der allgemeinen Erholung von den negativen Einflüssen der Corona-Pandemie, des Wegfalls der Einmalaufwendungen bezüglich der Abschreibungen in Zusammenhang mit den Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg sowie einer stärkeren Nachfrage nach Hochtemperaturprodukten eine leichte Verbesserung von Umsatz, des operativen Ergebnisses und des Ergebnisses vor Steuern.

Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im letzten Quartal 2022 um 0,4 % geschrumpft ist, prognostiziert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auch für das laufende erste Quartal einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung. Ab dem zweiten Quartal ist dann von zunehmend positiven Raten auszugehen.

Die Geschäftstätigkeit in der Ukraine blieb auch im Jahr 2022 sehr herausfordernd. Das Geschäftsjahr 2022 wird im ersten Quartal von dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine überschattet. Die Geschäftsentwicklung in der Türkei in 2022 war trotz des schwierigen wirtschaftlichen Gesamtumfeldes positiv/stabil.

Für das Geschäftsjahr 2023 wird ein Umsatz von 100,0 Mio. EUR und ein EBIT von 6,0 Mio. EUR prognostiziert.

Die Produktion arbeitet wie im Vorjahr weiterhin im 2-Schicht-Betrieb. Durch den Einsatz von Leiharbeitskräften können Produktionsspitzen sehr gut bewältigt werden und je nach Auslastung ist eine kurzfristige Umstellung auf den 3-Schicht-Betrieb möglich. Die Anzahl der Mitarbeiter wird im Jahresdurchschnitt auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Das wichtige Thema Arbeitssicherheit wird intensiv weiterverfolgt und durch gezielte Trainingsprogramme für alle Mitarbeiter unterstützt. Arbeitsunfälle sollen vollumfänglich vermieden werden.

Wir haben in 2022 2,05 Mio. EUR in das Sachanlagevermögen investiert. Die geplanten Investitionen werden vollständig aus Eigenmitteln finanziert.

Zentrale Elemente des Investitionsbudgets für 2023 sind im Wesentlichen Modernisierung von Maschinen und Anlagen sowie weitere Investitionen im Bereich Arbeitssicherheit und Umweltschutz.

Wir sind zuversichtlich, dass Calderys trotz der aktuellen Rezession durch die soliden Kapital- und Liquiditätspläne gut aufgestellt ist. Unser Engagement für verantwortungsbewusstes Handeln wird weiterhin alle unsere Entscheidungen leiten.

 

Neuwied, den 13. Juli 2023

Geschäftsführung der Calderys Deutschland GmbH

Dr. Harald Zender

Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 Vorjahr
EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.479.709,34 2.868
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.902.837,14 5.970
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.107.500,45 3.480
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 304.119,67 348
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.801.536,74 1.254
12.115.994,00 11.052
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 77.295.235,11 89.195
91.890.938,45 103.115
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.274.639,97 5.514
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 5.673.030,15 5.622
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 6.242.068,23 5.495
19.189.738,35 16.631
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.531.871,83 4.439
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 26.223.384,32 19.357
3. Sonstige Vermögensgegenstände 6.574.293,40 7.056
35.329.549,55 30.852
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 6.639.181,41 17.396
61.158.469,31 64.879
C. Rechnungsabgrenzungsposten 52.372,56 53
153.101.780,32 168.047

Passiva

31.12.2022 Vorjahr
EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 11.529.631,92 11.530
II. Kapitalrücklage 19.510.419,12 19.510
III. Gewinnvortrag 71.042,79 71
31.111.093,83 31.111
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 27.788.156,04 24.074
2. Sonstige Rückstellungen 3.769.692,88 4.106
31.557.848,92 28.180
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.006.537,11 344
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.495.518,78 10.984
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 78.464.519,67 79.816
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.466.262,01 17.612
90.432.837,57 108.756
153.101.780,32 168.047

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 Vorjahr
EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 92.937.603,39 86.590
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 357.249,72 3.717
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.511.114,25 1.688
davon aus Währungsumrechnung: EUR 1.482.746,87 (Vorjahr: TEUR 517)
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 55.056.691,14 49.705
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 7.835.791,41 7.702
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 12.237.783,22 11.816
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 6.843.401,53 5.264
davon für Altersversorgung: EUR 4.519.116,54 (Vorjahr: TEUR 2.985)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.373.648,45 1.391
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 22.008.437,77 17.535
davon aus Währungsumrechnung: EUR 2.225.242,71 (Vorjahr: TEUR 1.867)
8. Erträge aus Beteiligungen 1.247.761,02 4.289
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 1.247.761,02 (Vorjahr: TEUR 4.289)
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 65.118,22 23
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen 11.900.000,00 0
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.724.734,06 1.079
davon aus Aufzinsung: EUR 447.095,99 (Vorjahr: TEUR 499)
davon an verbundene Unternehmen: EUR 1.254.983,95 (Vorjahr: TEUR 559)
12. Ergebnis nach Steuern -22.861.640,98 1.815
13. Sonstige Steuern 55.474,76 118
14. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags übernommener Verlust/abgeführter Gewinn (-) 22.917.115,74 -1.697
15. Jahresüberschuss 0,00 0

Anhang 2022

Calderys Deutschland GmbH

Neuwied

Amtsgericht Montabaur, HRB 15019

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die im vergangenen Jahr maßgebenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Geschäftsjahr 2022 unverändert beibehalten.

Erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (3 bis 15 Jahre; lineare Methode) vermindert.

Die Bewertung des angeschafften Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich anfallender Nebenkosten und - soweit abnutzbar - vermindert um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode. Die Nutzungsdauern betragen für Bauten 20 bis 33 Jahre, für Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 25 Jahre und für Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 20 Jahre. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250,00 sind im Jahr des Zugangs direkt als Aufwand erfasst worden. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wurde der jährlich steuerlich zu bildende Sammelposten aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen und pauschalierend mit jeweils 20 % p.a. im Zugangsjahr und den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilswerte und Ausleihungen zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Im Berichtsjahr wurde die Beteiligung in Höhe von TEUR 11.900 an der Calderys LLC, St. Petersburg, Russland, vollständig wertberichtigt.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Für bestimmte Vorräte (Silo- und Bunkerware) werden die Werte mit Hilfe zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren (FIFO) unter Beachtung des Niederstwertprinzips ermittelt.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sowie unfertigen Leistungen sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen entsprechend dem Mindestumfang berücksichtigt werden. Allgemeine Verwaltungskosten wurden anteilig gemäß § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB aktiviert.

In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet.

Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten wird durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Für das allgemeine Kredit- und Ausfallrisiko wird eine Pauschalwertberichtigung vorgenommen. Rückdeckungsversicherungsansprüche zu den Pensionsverpflichtungen hingegen werden zu Anschaffungskosten bilanziert.

Flüssige Mittel entsprechen ihrem Nennwert.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach der Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung der "Heubeck Richttafeln 2018 G" von Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der letzten 10 Jahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,79 % (Vorjahr: 1,87 %) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung verwendet. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden mit 2,75 % (Vorjahr: 2,5 %) und erwartete Rentensteigerungen mit 2,20 % (Vorjahr: 1,75 %) berücksichtigt. Des Weiteren wurde im Geschäftsjahr 2022 für die Ermittlung der Rückstellung von einer einmaligen Rentenerhöhung von 13,77 % ausgegangen. Für die Berücksichtigung der Fluktuation wurden alters- und geschlechtsabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeiten angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, ungewisse Verpflichtungen und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind entsprechend der Laufzeit abgezinst worden.

Die Bewertung des Deckungsvermögens für Altersteilzeitverpflichtungen erfolgt zum beizulegenden Zeitwert.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Die Zugangsbewertung erfolgt zum jeweils aktuellen Devisenkassamittelkurs.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die Angaben zu Jahresergebnis und Eigenkapital der ausländischen Gesellschaften werden in EUR umgerechnet. Das Jahresergebnis wurde zum jeweiligen Jahresdurchschnittskurs 2022 und das Eigenkapital zum jeweiligen Stichtagskurs 31. Dezember 2022 umgerechnet.

Anteil Eigenkapital Ergebnis
Stichtag % TEUR TEUR
Rumico feuerfeste Baustoffe GmbH, Neuwied 31.12.22 60,0 189 7
Calderys Magyarország Kft., Györ, Ungarn 31.12.22 100,0 2.601 151
(= THUF 1.044.550 60.654)
Calderys LLC, St. Petersburg, Russland 31.12.22 100,0 4.614 -1.228
(= TRUB 343.026 -91.300)
Calderys Ukraine LLC, Donetsk, Ukraine 31.12.22 76,2 -4.767 -2.689
(= TUAH -188.328 -106.247)
Calderys Polska Sp. z o. o., Gliwice, Polen 31.12.22 100,0 3.232 1.151
(= TPLN 15.130 5.389)
Haznedar Durer Refrakter Malz San. ve Tic. A.Ș., Istanbul, Türkei 31.12.22 60,0 52.863 28.300
(=TTRY 1.055.357 564.980)

Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Zur Liquiditätsabsicherung haben wir einen Teil des Forderungsbestandes gegen die Calderys Ukraine LLC, Donetsk, Ukraine, im Jahr 2014 in ein Fremdwährungsdarlehen umgewandelt. Der Nominalbetrag beläuft sich auf TUSD 4.623. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Tochterwerkes sowie der Ukraine allgemein haben wir das Darlehen im Geschäftsjahr 2015 vollständig wertberichtigt. In 2016 konnten wir Rückzahlungen für das bereits wertberichtigte Darlehen in Höhe von Mio. USD 2,5 verzeichnen.

Wegen der unsicheren Lage in der Ukraine bleibt der Restbetrag des Darlehens weiterhin wertberichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren mit insgesamt TEUR 26.223 (Vorjahr: TEUR 19.357) aus folgenden Positionen:

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
aus Darlehen und Zinsforderungen 0 7.678
gegen Gesellschafter aus Ergebnisabführungsvertrag 22.917 4.352
aus Lieferungen und Leistungen 3.306 7.327
26.223 19.357

Wegen der unsicheren Lage in der Ukraine wurden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen in der Ukraine in Höhe von TEUR 2.785 wertberichtigt.

Von den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 6.574 (Vorjahr: TEUR 7.056) haben TEUR 5.578 (Vorjahr: TEUR 5.929) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, resultierend aus einer aktivierten Rückdeckungsversicherung zur Absicherung von Pensionsverbindlichkeiten, die nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB nicht mit den Pensionsrückstellungen zu verrechnen waren. Alle anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Der Bestand an flüssigen Mitteln zum Ende des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 6.639 (Vorjahr: TEUR 17.396) beinhaltet eine Verpfändung von finanziellen Mitteln in Höhe von TEUR 2.393 (Vorjahr: TEUR 0) für Gewährleistungsbürgschaften gegenüber der Commerzbank.

Eigenkapital

Das Stammkapital zum 31. Dezember 2022 der Calderys Deutschland GmbH beträgt gemäß dem aktuellen Gesellschaftsvertrag vom 31. März 2017 EUR 11.529.631,92.

Die Position Eigenkapital hatte zum Bilanzstichtag gemäß § 266 Abs. 3 HGB die Höhe von TEUR 31.111 (wie im Vorjahr).

Mit Gesellschafterbeschluss vom 22. November 2013 wurde ein Gewinnabführungsvertrag mit der Monrefco Beteiligungsgesellschaft mbH, Neuwied, abgeschlossen. Der Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 22.917 wird als Forderung gegen den Gesellschafter ausgewiesen (Vorjahr: Verbindlichkeit aus dem übernommenen Gewinn von TEUR 1.697).

Mit Vertrag vom 29. Dezember 2022 wurde der Ergebnisabführungsvertrag mit Wirkung zum 31. Dezember 2022 aufgehoben. Die Ergebnisabführung an die Monrefco Beteiligungsgesellschaft mbH, Neuwied, wird somit letztmals für das Geschäftsjahr 2022 durchgeführt. Es wurden keine weiteren Beträge in die Kapital- oder Gewinnrücklagen eingestellt oder entnommen.

Die Abführungssperre des § 301 AktG i.V.m. § 268 Abs. 8 HGB findet keine Anwendung. Die Differenz der Anschaffungskosten des Deckungsvermögens von TEUR 301 (Vorjahr: TEUR 120) und des Zeitwerts von TEUR 301 (Vorjahr: TEUR 120) beträgt TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).

Rückstellungen für Pensionen

Grundlage der Berechnung der Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 27.788 (Vorjahr: TEUR 24.073) ist ein versicherungsmathematisches Gutachten. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz nach durchschnittlichem Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz nach durchschnittlichem Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren nach § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB beträgt TEUR 1.632 (Vorjahr: TEUR 2.207). Die Pensionsverpflichtungen werden durch eine Rückdeckungsversicherung teilweise abgedeckt.

Sonstige Rückstellungen

Rückstellung 31.12.2022 31.12.2021
(TEUR) (TEUR)
Ausstehende Eingangsrechnungen 893 1.506
Mitarbeiterboni und -prämien 782 728
Berufsgenossenschaft 290 262
Urlaubsansprüche 201 229
Überstunden 94 112
Gewährleistungsverpflichtungen 62 62
Provisionen 311 281
Abfindungen 0 200
Jubiläumsverpflichtungen 140 133
Beratungsaufwendungen 160 100
Rückbauverpflichtungen 124 124
Wirtschaftsprüfung 95 150
Boni & Rabatte 29 29
Reisekosten 25 25
Altersteilzeit 276 26
Lohn & Gehalt 282 137
Ausgleichsabgabe 6 2
GESAMT 3.770 4.106

Die Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von TEUR 577 (Vorjahr: TEUR 146) wurden gemäß § 246 Abs. 2 HGB mit dem Deckungskapital aus einer Rückdeckungsversicherung in Höhe von TEUR 301 (Vorjahr: TEUR 120) verrechnet.

Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB

2022 (TEUR)
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 577
Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände 301
Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände 301
Verrechnete Aufwendungen 0
Verrechnete Erträge 0

Latente Steuern

Zwischen der Organgesellschaft Calderys Deutschland GmbH und der Monrefco Beteiligungsgesellschaft mbH, Neuwied, besteht eine körperschaft- und gewerbesteuerliche Organschaft. Insoweit werden unter Hinweis auf DRS 18 Tz. 32 keine latenten Steuern im Abschluss der Organgesellschaft ausgewiesen.

Verbindlichkeiten

Die nicht besicherten Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 90.433 (Vorjahr: TEUR 108.756), inklusive Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben in Höhe von TEUR 39.933 (Vorjahr: TEUR 39.882) eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 50.500 (Vorjahr: TEUR 68.874) und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) haben eine Restlaufzeit größer ein Jahr. Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit größer fünf Jahre bestehen nicht.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren mit insgesamt TEUR 78.465 (Vorjahr: TEUR 79.816) aus folgenden Positionen:

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Darlehen und Zinsverbindlichkeiten 76.315 73.789
aus Lieferungen und Leistungen 2.150 4.330
gegenüber Gesellschafter aus Gewinnabführung 0 1.697
78.465 79.816

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.466 (Vorjahr: TEUR 17.612) enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern TEUR 475 (Vorjahr: TEUR 208), Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern aus Lohn-/Gehaltszahlungen TEUR 230 (Vorjahr: TEUR 137) und die Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 108 (Vorjahr: TEUR 72). Kreditorische Debitoren betragen TEUR 623 (Vorjahr: TEUR 663).

Haftungsverhältnisse

Im Jahr 2016 haben wir gegenüber unserer Tochtergesellschaft Calderys Magyarorszäg Kft, Győr, Ungarn, eine Patronatserklärung über THUF 200.000 (TEUR 498) zur Deckung einer entsprechenden Kreditlinie bei der UniCredit Bank Ungarn abgegeben. Die Erklärung ist unbefristet.

Ebenso besteht seit dem 30. Mai 2018 gegenüber der Tochtergesellschaft Calderys Polska Sp. z o. o., Gliwice, Polen, eine Patronatserklärung über TEUR 580 zur Deckung einer Avallinie bei der mBank SA in Rybnik, Polen. Die Erklärung ist bis zum 31. Juli 2024 befristet.

Aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Tochtergesellschaften gehen wir derzeit nicht von einer Inanspruchnahme der Erklärungen aus.

Weitere Haftungsverhältnisse, die gemäß § 251 HGB und § 268 Abs. 7 HGB anzugeben sind, bestanden zum Abschlussstichtag nicht.

Außerbilanzielle Geschäfte

Zur Sicherung und Erhaltung der Liquidität wurden einige bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, im Wesentlichen PKW und Gabelstapler, im Rahmen von Operating-Leasing- Verträgen beschafft. Die Verpflichtungen aus den zukünftig zu zahlenden Leasingraten betragen zum Bilanzstichtag TEUR 1.161. Die Laufzeiten dieser Verpflichtungen betragen wie folgt:

TEUR
Bis zu einem Jahr: 493
> ein Jahr bis zu 5 Jahren: 668
Mehr als 5 Jahre: 0

Derivative Finanzinstrumente

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Termingeschäfte oder ähnliche Transaktionen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben außerbilanziellen Verpflichtungen bestehen in Höhe von TEUR 159 sonstige finanzielle Verpflichtungen. Diese Zahlungsverpflichtungen betreffen ausschließlich Grundstücks- und Büroraummietverträge. Die Verträge haben eine Laufzeit zwischen 1 Monat und 3 Jahren.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Es wurden keine Geschäfte zu marktunüblichen Bedingungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigt.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse nach Regionen

Regionen 2022 2021
TEUR TEUR
Ausland 48.423 48.071
Inland 44.515 38.519
Gesamt Umsatzerlöse 92.938 86.590

Die Umsatzerlöse betreffen feuerfeste Produkte in Höhe von TEUR 89.331 (Vorjahr: TEUR 83.053), Weiterberechnungen im Konzern in Höhe von TEUR 3.498 (Vorjahr: TEUR 3.516) sowie sonstige Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 109 (Vorjahr: TEUR 21).

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 458) enthalten. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus der Rückdeckungsversicherung.

Erträge aus Beteiligungen

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr Dividendenzahlungen i.H.v. TEUR 1.248 von den Beteiligungen erhalten (Vorjahr: TEUR 4.289).

Abschreibungen auf Finanzanlagen

Im Geschäftsjahr wurde eine außerplanmäßige Abschreibung i.H.v. TEUR 11.900 auf die Anteile an der Calderys LLC, St. Petersburg, Russland, vorgenommen (Vorjahr: TEUR 0).

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge / Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Abzinsungszinssatzes, Zeitwertänderungen des Deckungsvermögens und laufende Erträge des Deckungsvermögens werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Aufgrund der bestehenden steuerlichen Organschaft mit der Monrefco Beteiligungsgesellschaft mbH entfallen keine Steuern auf diese Organgesellschaft.

Geschäftsführung

Im Jahr 2022 waren als Geschäftsführer/in bestellt:

 

Herr Dr. Harald Zender, Runkel/Deutschland

 

Vice President Calderys Zentral-Europa und Türkei

 

Frau Marielle Florence Patricia Raulin-Foissac, Carrieres-sur-Seine/Frankreich,

 

Finance and Control Vice President HTS Division (bis zum 22.12.2022)

Die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführer/innen entfällt mit Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB. Gesamtbezüge früherer Mitglieder der Geschäftsführung und ihrer Hinterbliebenen wurden in Höhe von TEUR 233 gezahlt. Für diesen Personenkreis sind für Pensionsverpflichtungen insgesamt TEUR 1.133 zurückgestellt.

Mitarbeiter

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:

2022 2021
Gewerbliche Arbeitnehmer 64 67
Angestellte 126 127
190 194

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der Imerys S.A., Paris, Frankreich, einbezogen. Die Imerys-Gruppe stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft und auf der Homepage der Imerys-Gruppe (imerys.com) erhältlich.

Die Veröffentlichung erfolgt bei der französischen Finanzaufsichtsbehörde AUTORITE DES MARCHES FINANCIERS.

Die Gesellschaft hat unter Bezugnahme auf § 291 HGB auf die Aufstellung eines Teilkonzernabschlusses für den Teilkonzern verzichtet. Der befreiende Konzernabschluss wird durch die Imerys S.A. nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt.

Gesellschafter der Calderys Deutschland GmbH ist die Monrefco Beteiligungsgesellschaft mbH, Neuwied.

Ergebnisverwendung

Der Jahresfehlbetrag wurde basierend auf dem Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von TEUR 22.917 als Forderung gegen den Gesellschafter ausgewiesen.

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt TEUR 99,5. Dies betrifft ausschließlich die Abschlussprüfungsleistungen.

Nachtragsbericht

Die High-Temperature-Solutions-Sparte (HTS-Sparte) des Imerys-Konzerns wurde mit Wirkung zum 31. Januar 2023 an das Unternehmen Platinum Equity mit Sitz in Beverly Hills, USA, verkauft. Neue Gesellschafterin mit Wirkung vom 31. Januar 2023 ist die Firma California Acquisition Germany GmbH mit Sitz in München, Deutschland. Mit der California Acquisition Germany GmbH, München, als herrschendem Unternehmen ist am 06. Februar 2023 ein Beherrschungsvertrag geschlossen worden.

Darüber hinaus sind nach dem Ende des Geschäftsjahres keine Ereignisse eingetreten, die eine besondere Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft haben.

 

Neuwied, den 13. Juli 2023

Geschäftsführung der Calderys Deutschland GmbH

Dr. Harald Zender

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Bruttobuchwerte
Stand am 1.1.2022 Zugänge Umbuchungen Stand am 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 8.525.571,89 0,00 0,00 8.525.571,89
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.299.253,95 35.158,99 172.429,79 14.506.842,73
2. Technische Anlagen und Maschinen 18.521.083,40 505.561,55 740.568,45 19.767.213,40
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.452.633,68 36.429,44 11.688,32 2.500.751,44
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.253.592,37 1.472.630,93 -924.686,56 1.801.536,74
36.526.563,40 2.049.780,91 0,00 38.576.344,31
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 94.495.235,11 0,00 0,00 94.495.235,11
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.872.191,50 0,00 0,00 1.872.191,50
96.367.426,61 0,00 0,00 96.367.426,61
141.419.561,90 2.049.780,91 0,00 143.469.342,81
kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2022 Zugänge Stand am 31.12.2022
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.657.781,68 388.080,87 6.045.862,55
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.329.428,84 274.576,75 8.604.005,59
2. Technische Anlagen und Maschinen 15.041.269,59 618.443,36 15.659.712,95
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.104.084,30 92.547,47 2.196.631,77
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00
25.474.782,73 985.567,58 26.460.350,31
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 5.300.000,00 11.900.000,00 17.200.000,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.872.191,50 0,00 1.872.191,50
7.172.191,50 11.900.000,00 19.072.191,50
38.304.755,91 13.273.648,45 51.578.404,36
Nettobuchwerte
Stand am 31.12.2022 Vorjahr
EUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.479.709,34 2.868
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.902.837,14 5.970
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.107.500,45 3.480
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 304.119,67 348
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.801.536,74 1.254
12.115.994,00 11.052
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 77.295.235,11 89.195
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0
77.295.235,11 89.195
91.890.938,45 103.115

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Calderys Deutschland GmbH, Neuwied

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Calderys Deutschland GmbH, Neuwied, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht Calderys Deutschland GmbH, Neuwied, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 13. Juli 2023

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Max Schürtz, Wirtschaftsprüfer

Thomas Wallner, Wirtschaftsprüfer

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