HERCUTEC Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH
Selbe AdresseVerwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
Carl Dicke + Wachs GmbHAufgelöst | 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
solvadis distribution gmbhFrankfurt am MainJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2021 bis zum 31.03.2022Bilanz zum 31. März 2022Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis 31. März 2022
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/2022
Anhang für das Geschäftsjahr 2021/2022I. Allgemeine Angaben Die solvadis distribution gmbh (im Folgenden auch Gesellschaft) hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist beim Amtsgericht Frankfurt am Main unter der Handelsregisternummer HRB 74829 eingetragen. Die solvadis distribution gmbh ist wie im Vorjahr eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Der Jahresabschluss wurde wie im Vorjahr nach der Fortführungsprämisse aufgestellt. Wegen weiterer Einzelheiten zur Angemessenheit der Fortführungsprämisse verweisen wir auf Abschnitt "C. Risiken-, Chancen- und Prognosebericht"/ "2. Fortführung der Gesellschaft" im Lagebericht. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde wie im Vorjahr nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, teilweise im Anhang aufgeführt. II. Angaben zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden 1. Bilanzierung und Bewertung der Aktivposten Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, über eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Sachanlagen sind mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen ab dem Zugangsjahr 2010 werden grundsätzlich linear vorgenommen. Für bewegliche Sachanlagen, die vor Inkrafttreten des BilMoG aktiviert wurden, wird von der Übergangsregelung nach Art. 67 Abs. 4 EGHGB Gebrauch gemacht und die bisherige aus steuerlichen Gründen angewandte degressive Abschreibungsmethode fortgeführt. Sofern die lineare Abschreibung zu höheren Beträgen als die degressive Abschreibung führt, wird ein Wechsel von der degressiven zur linearen Abschreibung vorgenommen. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen zeitanteilig. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Die Nutzungsdauer liegt zwischen fünf bis 20 bzw. 33 Jahren für Gebäude. Soweit erforderlich werden Zuschreibungen vorgenommen. Selbständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben, sofern ihre Anschaffungskosten EUR 800,00 nicht übersteigen. Bei Anschaffungskosten unter EUR 250,00 werden diese sofort in voller Höhe aufwandswirksam erfasst. Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung mit den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Bei Wegfall der Gründe für die Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Die Vorräte sind zu Anschaffungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. In allen Fällen wird verlustfrei bewertet, d. h. soweit die voraussichtlichen Verkaufspreise abzüglich der bis zum Verkauf anfallenden Kosten zu einem niedrigeren beizulegenden Wert führen, werden entsprechende Abwertungen vorgenommen. Die Ermittlung der Anschaffungskosten bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und Waren erfolgt anhand des Durchschnittswertverfahrens. Bei den in der Bilanz ausgewiesenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen handelt es sich um Pfandgebinde. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos wird eine Pauschalwertberichtigung von 1 % auf die nicht einzelwertberichtigten Nettoforderungen gebildet. Die Gesellschaft verkauft im Rahmen eines echten Factorings Forderungen an einen Dritten. Dabei geht das Delkredererisiko vollständig auf den Käufer über. Die Gesellschaft erzielt daraus neben dem positiven Liquiditätseffekt den Vorteil der Unabhängigkeit von Kundenzahlungszielen. Das Veritätsrisiko in Bezug auf die Forderungen trägt die Gesellschaft. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt. Guthaben bei Kreditinstituten in fremder Währung werden dabei mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag angesetzt. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. 2. Bilanzierung und Bewertung der Passivposten Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der biometrischen Rechnungsgrundlagen (Richttafeln Heubeck 2018 G) bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank für den Monat März 2022 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 1,81 % p. a. (i. Vj. 2,19 % p. a.). Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden unverändert zum Vorjahr jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,0 % p. a. und Rentensteigerungen von jährlich 1,85 % p. a. (i. Vj. 1,75 % p. a.) zugrunde gelegt sowie eine Fluktuation in Höhe von 1,5 % p. a. unterstellt. Im Zusammenhang mit der einzelvertraglich vereinbarten Gewährung von Zuschüssen zur privaten Krankenversicherung während des Ruhestands (Restkostenversicherung) wurden die sich hieraus ergebenden pensionsähnlichen Verpflichtungen auf Basis eines versicherungsmathematischen Gutachtens in die Rückstellungen eingestellt. Die unterstellten Annahmen wurden analog den Pensionsverpflichtungen angewendet. Die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt und berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und erkennbaren Risiken. Bei der Rückstellungsbemessung werden zukünftige Preis- und Kostensteigerungen einbezogen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsumrechnung Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstbuchung oder dem Kurs der zugrunde liegenden Devisensicherung erfasst. Bilanzposten werden zum Stichtag wie folgt bewertet: Zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus Wechselkursrisiken werden kurzfristige Währungsforderungen und kurzfristige Währungsverbindlichkeiten aus sämtlichen operativen Transaktionen und aus der Finanzierungstätigkeit, soweit gleiche Währung und Fristigkeit vorliegen, mit Finanzinstrumenten zusammengefasst (Bewertungseinheit). Die verbleibende Spitze je Währung wird mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet. III. Erläuterungen zu Bilanzposten Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Abschreibungen des Geschäftsjahres sind aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich. Finanzanlagen Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen (Anteilsbesitz) setzen sich wie folgt zusammen:
Vorräte Bei den Vorräten (Waren) wurden Abschreibungen auf zukünftige niedrigere Marktpreise in Höhe von TEUR 186 (i. Vj. TEUR 366) vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben - wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt TEUR 18.077 (i. Vj. TEUR 15.003) verkauft. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 13 (i. Vj. TEUR 249) resultieren wie im Vorjahr sämtlich aus Lieferungen und Leistungen. Forderungen gegen den Gesellschafter TEUR 2.991 (i. Vj. TEUR 1.315) resultieren wie im Vorjahr aus der Verlustübernahme auf Grund des Ergebnisaführungsvertrags. In den sonstigen Vermögensgegenständen ist eine Forderung gegen die Factoringgesellschaft aus dem laufenden Verrechnungsverkehr in Höhe von TEUR 1.832 (i. Vj. TEUR 1.394) enthalten. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Bei den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich wie im Vorjahr um vorausgezahlte Betriebsrenten, Mietvorauszahlungen und sonstige Kostenabgrenzungen. Eigenkapital Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag 31. März 2021 eine 100%ige Tochtergesellschaft der solvadis deutschland gmbh, Frankfurt am Main. Das im Handelsregister eingetragene und in bar voll eingezahltes gezeichnetes Kapital beträgt EUR 5.000.000,00 und ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Sonderposten mit Rücklageanteil Bei dem Sonderposten mit Rücklageanteil in Höhe von TEUR 1.074 (i. Vj. TEUR 1.008) handelt es sich um Zuschüsse des Bundes für den Ausbau des Transports über die Schiene. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten Pensionsverpflichtungen (TEUR 17.951; i. Vj. TEUR 17.847) und die einzelvertraglich vereinbarte Gewährung von Zuschüssen zur privaten Krankenversicherung während des Ruhestands (Restkostenversicherung) (TEUR 967; i. Vj. TEUR 1.045). Der Unterschiedsbetrag für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt TEUR 970 (i. Vj. TEUR 1.459). Der Unterschiedsbetrag ermittelt sich aus dem Ansatz der Rückstellungen, abgezinst mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (1,81 %; i. Vj. 2,19 %), und dem Ansatz der Rückstellungen, abgezinst mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre (1,35 %; i. Vj. 1,51 %). Aus der Umstellung der Pensionsrückstellungen im Rahmen des BilMoG zum 1. Januar 2010 (BilMoG-Eröffnungsbilanz) ergab sich ein Zuführungsbetrag im Vergleich zum alten Ansatz vom 31. Dezember 2009 in Höhe von TEUR 3.939. Die Gesellschaft hat von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch gemacht und verteilt den Aufwand aus der Umstellung linear über einen Zeitraum von maximal 15 Jahren. Im Geschäftsjahr für die Zeit vom 1. April 2021 bis 31. März 2022 wurden TEUR 263 (i. Vj. TEUR 263) unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Zum Abschlussstichtag beläuft sich die Unterdeckung bei den Pensionsrückstellungen somit auf TEUR 525 (i. Vj. TEUR 788). Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Umwelt- und Sanierungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 2.808 (i. Vj. TEUR 2.370), Personalverpflichtungen in Höhe von TEUR 401 (i. Vj. TEUR 314) und ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 635 (i. Vj. TEUR 630). Aus der Umstellung der langfristigen Rückstellungen für Umwelt- und Sanierungsverpflichtungen aufgrund der geänderten Bewertung durch das BilMoG resultierte zum 1. Januar 2010 eine Überdeckung. Da der aufzulösende Betrag bis spätestens zum 31. Dezember 2024 wieder zugeführt werden müsste, wird von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 Satz 2 EGHGB Gebrauch gemacht und die Rückstellung beibehalten. Der Betrag der Überdeckung beläuft sich zum 31. März 2022 auf TEUR 1 (i. Vj. TEUR 2). Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit unter einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 293 (i. Vj. TEUR 161) betreffen wie im Vorjahr ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter in Höhe von TEUR 2.736 (i. Vj. TEUR 2.643) resultieren aus sonstigen Verbindlichkeiten (Cash-Pool). IV. Bewertungseinheiten Die Gesellschaft ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Währungsrisiken ausgesetzt. Deren Absicherung erfolgt im Wesentlichen durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Es handelt sich um Devisentermingeschäfte. Ihr Einsatz erfolgt nach einheitlichen Richtlinien und bleibt auf die Absicherung des operativen Geschäfts der Gesellschaft sowie der damit verbundenen Geldanlagen und Finanzierungsvorgänge beschränkt. Ziel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist, in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmittelflüsse die Fluktuationen zu reduzieren, die auf Veränderungen von Wechselkursen zurückgehen. Zur Absicherung von Vermögensgegenständen und Schulden sowie von zukünftigen Einkaufs- und Verkaufsgeschäften in Fremdwährung werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Sofern und soweit die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, werden Bewertungseinheiten i. S. d. § 254 HGB gebildet und die Einfrierungsmethode angewandt. Es handelt sich dabei um sogenannte "micro hedges", bei denen jedem Grundgeschäft ein entsprechendes Sicherungsgeschäft zugeordnet wird. Grundlage für die Ermittlung der Wirksamkeit (Effektivität) der Bewertungseinheit ist die Übereinstimmung der bewertungsrelevanten Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft (Critical-Term-Match-Methode). Die Wirksamkeit wird pro- und retrospektiv festgestellt. Verlustspitzen werden imparitätisch im Aufwand erfasst. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) ermittelt. Devisenkontrakte werden einzeln auf Basis des Austauschbetrages mit den aktuellen Marktterminkursen am Abschlussstichtag im Vergleich zu den vereinbarten Termin- bzw. Kontraktkursen bewertet. Die Marktterminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Zum Bilanzstichtag bestehen Devisentermingeschäfte mit Kontraktvolumen von TUSD 357 (i. Vj. TUSD 10) mit negativen Marktwerten in Höhe von TEUR 6 (i. Vj. positiver Marktwert in Höhe von TEUR 1) Die Berechnung der Marktwerte erfolgt auf Basis des Stichtagskurses, der auf die individuellen Fälligkeitstermine angepasst wird. Die Laufzeit der Devisengeschäfte liegt jeweils unter sechs Monaten. V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Gesellschaft handelt mit chemischen Rohstoffen und Produkten. Die Umsätze wurden in folgenden Regionen erzielt:
Sonstige betriebliche Erträge Die periodenfremden Erträge in Höhe von insgesamt TEUR 526 (i. Vj. TEUR 1025) betreffen vor allem die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 455; i. Vj. TEUR 769) und aus der Auflösung des Sonderpostens TEUR 66; i. Vj. TEUR 239). Erträge aus der Währungsumrechnung bestanden wie im Vorjahr nicht. Materialaufwand Aufgrund des üblichen Streckengeschäftes werden Frachten in Höhe von TEUR 5.149 (i. Vj. TEUR 4.284) sowie sonstige Verkaufskosten in Höhe von TEUR 581 (i. Vj. TEUR 501) im Materialaufwand als bezogene Leistungen ausgewiesen, da diese Aufwendungen einen wichtigen Bestandteil der Preiskalkulation darstellen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von insgesamt TEUR 1.317 (i. Vj. TEUR 684), und sie betreffen hauptsächlich Kosten für Entsorgung und Sanierung (TEUR 432; i. Vj. TEUR 446) und Energiesteuerabgaben (TEUR 663; Vj. TEUR 121). Aufwendungen aus der Währungsumrechnung sind wie im Vorjahr nicht angefallen. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Der Betrag der Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.179 (i. Vj. TEUR 1.412) betrifft die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen mit TEUR 1.157 (i. Vj. TEUR 1.301) und die Aufzinsung von Sanierungsrückstellungen mit TEUR 22 (i. Vj. TEUR 111). Sonstige Steuern Die sonstigen Steuern in Höhe von insgesamt TEUR 8 (i. Vj. TEUR 7) sind wie im Vorjahr im Gewinn- und Verlustrechnungsposten Sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen. VI. Sonstige Angaben Im Jahresdurchschnitt wurden insgesamt 42 (i. Vj. 38) angestellte und keine gewerblichen Mitarbeiter im Vertrieb beschäftigt. Geschäftsführung Als Geschäftsführer der solvadis distribution gmbh sind bestellt:
Sämtliche Geschäftsführer sind hauptberuflich als Geschäftsführer beschäftigt. Bei der Angabe der Geschäftsführerbezüge wird von der Befreiungsvorschrift nach § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht. Die Bezüge für ehemalige Geschäftsführer betrugen TEUR 5.774 (i. Vj. TEUR 5.706). Haftungsverhältnisse Es bestehen Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB zum 31. März 2022 aus Kreditverträgen. Die Gesellschaft haftet gesamtschuldnerisch für verschiedene Gesellschaften der solvadis-Gruppe mit einem Gesamtbetrag in Höhe von bis zu EUR 70,0 Mio (i. Vj. EUR 55,0 Mio). Das Risiko aus diesen Haftungsverhältnissen wird als gering eingeschätzt, da keine Indizien für eine Inanspruchnahme aus der gesamtschuldnerischen Haftung vorliegen. Die Gesellschaften sind in der Lage, ihre finanziellen Verpflichtungen jederzeit aus eigenen Mitteln zu begleichen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB bestehen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen in Höhe von insgesamt TEUR 9.603, wovon im Geschäftsjahr 2022/2023 TEUR 1.018 und im Zeitraum 2023/2024 bis 2026/2027 TEUR 1.540 fällig sind. Der restliche Betrag in Höhe von TEUR 7.045 ist nach 5 Jahren fällig. Davon entfallen auf verbundene Unternehmen TEUR 27. Die Miet-, Pacht- und Leasingverträge betreffen die Verwaltungsgebäude an den Standorten der Gesellschaft sowie Mieten für Lagerkapazitäten, den Fuhrpark und bestimmte Büro- und Geschäftsausstattungen (Kopierer, Drucker). In allen Fällen handelt es sich um sog. "Operating-Lease"-Verträge, die zu keiner Bilanzierung der Objekte bei der Gesellschaft führen. Der Vorteil dieser Verträge liegt in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden könnten, wozu es derzeit keine Anzeichen gibt. Neben den dargelegten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sowie Haftungsverhältnissen existieren keine außerbilanziellen Geschäfte, die für die Finanzlage der Gesellschaft von Bedeutung wären. Gesamthonorar des Abschlussprüfers Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers für Abschlussprüfungsleistungen beträgt TEUR 41. Ergebnisabführungsvertrag Mit notariell beurkundetem Gesellschafterbeschluss vom 10. Dezember 2019 wurde mit der solvadis deutschland gmbh, Frankfurt am Main (Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 90556), als Organträger ein Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen. Die Gesellschafterversammlung hat dem Ergebnisabführungsvertrag am 10. Dezember 2019 zugestimmt. Die Eintragung erfolgte am 12. März 2020 im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main. Konzernverhältnisse Die solvadis distribution gmbh wird in den Konzernabschluss zum 31. März 2022 der solvadis deutschland gmbh einbezogen, die den Konzernabschluss nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften für den kleinsten Kreis von verbundenen Unternehmen aufstellt und im Bundesanzeiger offenlegen wird. Die Sojitz Corporation, Tokio (Japan), stellt für den größten Organkreis einen Konzernabschluss zum 31. März 2022 auf, in den die solvadis distribution gmbh ebenfalls einbezogen wird. Dieser Konzernabschluss ist auf der Homepage www.sojitz.com der Sojitz Corporation erhältlich. Vorgänge nach dem Abschlussstichtag Vorgänge von besonderer Bedeutung, von denen wir einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft erwarten, sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres keine eingetreten. Ergebnisabführung Im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrages wurde zum 31. März 2022 ein Verlustausgleich in Höhe von TEUR 2.991 von dem Gesellschafter vorgenommen.
Frankfurt am Main, den 7. Juli 2022 Die Geschäftsführung Hiroyoshi Ishita Christian Tannert Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis 31. März 2022A. Grundlagen des Unternehmens Die solvadis distribution gmbh ("Gesellschaft" oder "solvadis distribution") ist ein Unternehmen der Chemiedistribution mit Ausrichtung auf den funktionalen Handel mit Commodities. Die Produktpalette konzentriert sich auf petrochemische Produkte, Methanol und andere Lösemittel, die hauptsächlich national und in den angrenzenden europäischen Ländern vertrieben werden. Unter den Kunden befinden sich namhafte Unternehmen der chemischen Industrie, insbesondere aus den Bereichen Pharma, Agrochemikalien und Farben/Lacke, sowie aus der Energie- und Metallindustrie. Sitz der Gesellschaft ist Frankfurt am Main. Darüber hinaus unterhält die Gesellschaft Betriebsstätten in Oberhausen, Gernsheim und Hamburg. Die solvadis distribution gmbh, Frankfurt am Main, hält 34 % der Anteile an der solvadis polymere gmbh, Frankfurt am Main. Die solvadis distribution gmbh gehört zu der international tätigen Solvadis-Gruppe. Sämtliche inländischen und ausländischen Gesellschaften der Solvadis-Gruppe werden direkt von der solvadis deutschland gmbh, Frankfurt am Main, gehalten. Die Gesellschafter der solvadis deutschland gmbh sind die Sojitz Corporation, Tokio/Japan, und die Sojitz Corporation of Europe B.V., Amsterdam/Niederlande (bis zum 31. März 2022: Sojitz Europe plc, London/Großbritannien). Damit gehört die solvadis distribution gmbh zum weltweit operierenden Sojitz-Konzern. Die Gesellschaft hat mit notariell beurkundetem Gesellschafterbeschluss vom 10. Dezember 2019 (Geschäftsjahr 2019/2020) als Organgesellschaft mit der solvadis deutschland gmbh mit Sitz in Frankfurt am Main als Organträger einen Unternehmensvertrag in Form eines Ergebnisabführungsvertrages abgeschlossen. Dieser Vertrag wurde mit der Eintragung in das Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main am 12. März 2020 wirksam und gilt rückwirkend ab 1. April 2019 (Beginn des Geschäftsjahres 2019/2020). Wichtige Kennzahlen, d. h. die bedeutsamsten Leistungsindikatoren zur Unternehmenssteuerung der solvadis distribution gmbh, sind die Umsatzerlöse sowie das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT). B. Wirtschaftsbericht 1. Branchensituation und Geschäftsentwicklung Die solvadis distribution gmbh verzeichnete im Geschäftsjahr 2021/2022 eine insgesamt nicht zufriedenstellende Geschäftsentwicklung. Mit erzielten Umsatzerlösen in Höhe von EUR 145,4 Mio (i. Vj. EUR 83,8 Mio) konnte zwar der geplante Jahresumsatz in Höhe von EUR 114,3 Mio sogar übertroffen werden. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag im Geschäftsjahr 2021/2022 mit EUR -3,0 Mio deutlich unter dem Vorjahr (i. Vj. EUR -1,3 Mio) sowie unter dem Budget. Der starke Umsatzanstieg im Geschäftsjahr 2021/2022 (73, 5%) resultiert aus stark gestiegenen Produktpreisen und einem deutlich höheren Mengenabsatz (13,1 %). Während ölpreisgetriebene Produkte wir Aromaten und Hydrocarbons sowie Methanol sich im Geschäftsjahr kontinuierlich verteuerten, gab es bei anderen Lösemitteln preisliche starke Schwankungen, die aber zum Ende des Geschäftsjahres auf hohem Preisniveau endeten. Infolgedessen verschlechterte sich die Rohertragsmarge (Differenz zwischen Umsatzerlösen und Materialaufwand in Relation zu den Umsatzerlösen) Geschäftsjahr 2021/2022 hingegen um 4,4 % Prozentpunkte auf 5,7 %. Die Geschäftsentwicklung der solvadis distribution ist vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung der chemischen Industrie in Deutschland, Europa und weltweit zu betrachten. 2021/2022 wurde global geprägt durch verschiedenste Auswirkungen aufgrund der Corona-Pandemie. Der Umsatz der Branche in Deutschland erhöhte sich im Kalenderjahr 2021 um rd. 15,5 % auf 220 Milliarden Euro. Die Produktion erhöhte sich ebenfalls um 4,5 % gegenüber 2020. Im 2. Quartal 2021 verbesserte sich die Versorgungssituation deutlich im Vergleich zum 1. Quartal 2021. An der US-Golfküste konnte ein Großteil der petrochemischen Industrie wieder in Betrieb genommen werden, nachdem ca. 70 % im Februar 2021 durch einen schweren Wintersturm ausgefallen waren. Auch die europäische petrochemische Industrie konnte die Produktion wieder erhöhen, die im 1. Quartal durch ungeplante und geplante Abstellungen teilweise beeinträchtigt war. Die Nachfrage aus den verarbeitenden Industrien war sehr gut in den Monaten Mai bis Juli 2021, so dass der Absatz sehr stark war, gleichzeitig sanken die Produktpreise, weil die europäischen Produzenten die Nachfrage bedienen konnten und aus Übersee trotz der sehr hohen Seefrachten Importe nach Europa kamen. Vom Preisverfall durch besseres Angebot waren nur die Aromaten, Hydrocarbons und Methanol ausgenommen, die stringent den höheren Rohöl- und Gaspreisen folgten. Im 3. Quartal blieb die Nachfrage unverändert schwach im Vergleich zu den Monaten Mai bis Juli 2021 und im 4. Quartal, speziell im Dezember, ging der Absatz weiter zurück, die Spotmärkte kühlten sich merkbar ab und die Produktpreise mit den vorgenannten Ausnahmen gingen weiter zurück. Hingegen wurden die Vertragsmengen von den Kunden erfüllt. Die für 2021 erwarteten großen Versorgungsprobleme durch gestörte Lieferketten und abreißenden Warenströme sind größtenteils ausgeblieben, sodass die Auswirkungen für unser Geschäft gering waren, die Spezialitäten und Pharmarohstoffe waren schwerer betroffen. Die hohen petrochemischen Produktpreise in Europa erlaubten trotz extrem hoher Seefrachten Importe aus Übersee, speziell aus den USA und Asien. Das 1. Quartal 2022 hat im Januar schleppend begonnen, immer noch fallende Preise und Lagerbestände aus 2021 haben Spotkäufer davon abgehalten, frische Mengen zu kaufen. Im Februar und März hat sich die Situation geändert. Vor Beginn des Ukraine-Kriegs sind bereits einige Produktpreise aufgrund gestiegener Nachfrage, höherer Rohstoffpreise, Produktionsproblemen und reduzierter Importe aus Übersee stark angestiegen. Mit Eintreten des Ukraine-Krieges sind besonders die Aromaten- und Hydrocarbonspreise sehr stark angestiegen. Spontane Käufe haben den Preisanstieg auch bei anderen Produkten angetrieben. Mitte März ist die Nachfrage eingebrochen, primäre Bedenken, ob die hohen Preise weitergegeben werden können sowie die Russlandembargo -Situation hat Kunden abgehalten, weiter auf den hohen Preisniveaus einzukaufen. Vertragsmengen von Kunden sind weiterhin erfüllt worden. Auch unsere Vertragslieferanten lieferten volle Vertragsmengen trotz des Ukraine-Kriegs, nur technische Probleme auf Lieferantenseite reduzierten manche Vertragsmengen. Das Geschäftsmodell der solvadis distribution gmbh ist auf die Vermarktung und den funktionalen Handel von petrochemischen Produkten, Methanol und Lösemitteln ausgerichtet, die hauptsächlich in Deutschland vertrieben werden. Unter den Kunden befinden sich namhafte Unternehmen der chemischen Industrie, der Pharmaindustrie sowie aus den Bereichen Energie, Farben und Lacke und Metallbearbeitung. Die Zwischenlagerung der Produkte erfolgt sowohl im eigenen Tanklager in Gernsheim als auch über ein Netz von angemieteten Fremdlägern. Das Tochterunternehmen solvadis polymere gmbh vertreibt im Wesentlichen expandiertes Polystyrol (EPS-Rohstoffperlen) und Polyvinylchlorid (PVC-Pulver). Die wichtigsten Anwendungen hierfür finden sich überwiegend in der Bau- und Verpackungsindustrie. Das Hauptabsatzgebiet der Gesellschaft bleibt Deutschland, gefolgt von Israel, Österreich und Frankreich. Im Geschäftsjahr 2021/2022 konnten beide Produktgruppen einen positiven Beitrag zum Erfolg beitragen. Die Verkaufsmenge wurden um gut 20 % gesteigert. Nach einem zunächst stabilen Preisverlauf innerhalb der marktüblichen Schwankungen stiegen die bereits auf höherem Niveau liegenden Notierungen ab Herbst 2021 auf neue Rekordhöhen und sorgten damit am Ende des Geschäftsjahres mit EUR 20,1 Mio (i. Vj. EUR 11,8 Mio) für ein Umsatzplus von 70 %. 2. Risikomanagement Grundsätzlich wird jede unternehmerische Entscheidung unter Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Unternehmensumwelt getroffen, sodass unternehmerisches Handeln nahezu untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden ist. Vor dem Hintergrund der steigenden Dynamik und Komplexität unserer Unternehmensumwelt kommt einer risikoorientierten Unternehmenssteuerung damit eine immer wichtigere Bedeutung zu, denn ein wirksames Risikomanagement verbessert die Entscheidungsqualität und ist damit ein bedeutender Erfolgsfaktor. Das Risikomanagementsystem der solvadis distribution gmbh ist grundsätzlich geeignet, um unternehmensgefährdende Entwicklungen früh zu erkennen bzw. präventiv im Vorfeld zu vermeiden. Die für die Gesellschaft relevanten Risiken und Risikopotenziale sind hauptsächlich marktbezogen (Mengen-, Preis- und Währungsrisiken) sowie im Bereich der Lagerhaltung auch betriebsbedingt. Die Gesellschaft ist angehalten, rechtliche und steuerliche Risiken zu vermeiden bzw. nach Einschaltung entsprechender Berater weitestgehend zu vermindern. Das Risikomanagementsystem umfasst im Wesentlichen Methoden zur Risikoerkennung, Risikoanalyse und -bewertung sowie zur Risikoüberwachung und -steuerung. Schwerpunkte liegen insbesondere im Vertragsmanagement (Richtlinien zur Prüfung, Genehmigung und Dokumentation gewerblicher Verträge in Abhängigkeit von ihrer wirtschaftlichen Bedeutung) und im Kreditmanagement (Richtlinien zur Prüfung, Genehmigung und Überwachung von Geschäftspartnerrisiken bzw. Kundenforderungen). Betrieblichen Risiken wird mit umfangreichen Verfahrensan- und -verordnungen zur Handhabung, Lagerung, Verpackung und zum Versand von Chemikalien begegnet. Ein monatliches Berichtswesen liefert der Geschäftsführung zeitnah aktuelle Informationen über die gesamte wirtschaftliche Situation des Unternehmens. Neben diesen organisatorischen Maßnahmen kommt der Risikokultur, d. h. der Stärkung des Risikobewusstseins der Mitarbeiter im täglichen Geschäft, eine wesentliche Bedeutung zu. 3. Personalbereich Am Bilanzstichtag 31. März 2022 beschäftigt die Gesellschaft 42 Mitarbeiter (i. Vj. 43 Mitarbeiter). Darin sind Mitglieder der Geschäftsführung, Auszubildende und geringfügig Beschäftigte nicht enthalten. 4. Finanzierung Die solvadis distribution gmbh finanziert sich durch Forderungsverkäufe an ein Factoring-Unternehmen und kann direkt oder über ihr Mutterunternehmen, die solvadis deutschland gmbh, Frankfurt am Main, externe Kreditlinien in Anspruch nehmen. Sie ist gemeinsam mit ihren deutschen Schwestergesellschaften in das kündbare Cash-Management der solvadis deutschland gmbh eingebunden. Zum Bilanzstichtag 31. März 2022 bestehen Verbindlichkeiten aus dem Cashpool in Höhe von EUR 2,7 Mio (i. Vj. EUR 2,6 Mio). Die Verzinsung des Cashpools erfolgt zu marktüblichen Konditionen. Darüber hinaus bestehen Forderungen aus der Verlustübernahme in Höhe von EUR 3,0 Mio (i. Vj. EUR 1,3 Mio) und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 3,0 Mio (i. Vj. EUR 1,5 Mio). 5. Umwelt und Sicherheit Unsere Umwelt kann insbesondere durch das tägliche Distributionsgeschäft von (flüssigen) Chemikalien belastet werden (im Wesentlichen Grund und Boden sowie Grundwasser). Deshalb werden in der solvadis distribution gmbh alle Standorte in regelmäßigen Abständen von unabhängigen Umweltgutachtern auf bestehende Verunreinigungen und Gefahren hin untersucht. Auch die Sicherheit der Distributionsprozesse wird durch unabhängige Sachverständige überprüft. Der Betrieb in Gernsheim unterliegt den Vorschriften der erweiterten Störfallverordnung und wird dementsprechend auch von den zuständigen Behörden laufend überwacht. Im Falle aufgetretener Umweltbelastungen werden unverzüglich Maßnahmen zu deren Beseitigung ergriffen. Sämtliche Sanierungskosten werden möglichst realistisch erfasst, bewertet und zurückgestellt. Die entsprechende Rückstellung für Umweltschutz und Sanierung beträgt zum 31. März 2022 EUR 2,8 Mio (i. Vj. EUR 2,4 Mio). Für die solvadis distribution gmbh ist die Qualitätssicherung von Produkten und Prozessen ein zentraler Bestandteil eines verantwortungsbewussten Handelns. Die Leitlinien des Chemiehandels zum sicheren Umgang mit Chemikalien werden beachtet. Unsere Standardprodukte erfüllen die hohen Anforderungen internationaler Qualitätsnormen und die Geschäftsprozesse werden regelmäßig gemäß den Vorgaben für Qualitätsmanagement (DIN EN ISO 9001) auditiert. Wiederholungsbegutachtungen werden regelmäßig durchgeführt und bestätigten die Aufrechterhaltung der Zertifikate. Im Geschäftsjahr 2015 wurde das Energieaudit gemäß §§ 8 ff. des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) durchgeführt und behördlich nachgewiesen. Im Kalenderjahr 2019 wurde das Energieaudit wiederholt. Gemeinsam mit externen Dienstleistern arbeitet die solvadis distribution gmbh an der Umsetzung der REACH- (Verordnung zur Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien) und CLP-Anforderungen (Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen). Notwendige Registrierungen werden fristgerecht vorgenommen. Die Umsetzung dieser Anforderungen ist Bestandteil des Qualitätssicherungsprozesses. 6. Vermögens- und Finanzlage Die Bilanzsumme der solvadis distribution gmbh beläuft sich zum 31. März 2022 auf EUR 48,4 Mio (i. Vj. EUR 38,3 Mio). Das ist gegenüber dem Vorjahresstichtag ein Anstieg um EUR 10,1 Mio oder 26,4 %. Von der Bilanzsumme entfallen auf den nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag EUR 16,2 Mio (i. Vj. EUR 16,2 Mio). Das Anlagevermögen weist mit EUR 10,7 Mio (i. Vj. EUR 10,2 Mio) einen Anteil von 22,2 % (i. Vj. 26,6 %) an der Bilanzsumme aus. Das Umlaufvermögen beträgt EUR 21,2 Mio (i. Vj. EUR 11,6 Mio), was einem Anteil von 43,7 % (i. Vj. 30,3 %) an der Bilanzsumme entspricht. Der Warenbestand ist um EUR 5,3 Mio auf EUR 11,6 Mio mengen- und preisbedingt gestiegen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um 82,9 % auf EUR 16,4 Mio preisbedingt ebenfalls gestiegen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich um EUR 2,0 Mio auf EUR 3,9 Mio erhöht. Der Grund für diesen Anstieg liegt im höheren operativen Geschäftsvolumen des Monats März 2022 im Vergleich zum Vorjahresstichtag. Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von EUR 16,2 Mio (i. Vj. EUR 16,2 Mio) aus. Das Ergebnis der Geschäftsjahres 2021/2022 in Höhe von EUR -3,0 Mio wurde von dem Organträger solvadis deutschland gmbh übernommen. Bei dem Sonderposten mit Rücklageanteil in Höhe von EUR 1,1 Mio (i. Vj. EUR 1,0 Mio) handelt es sich um Zuschüsse des Bundes für den Ausbau des Transports über die Schiene. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betragen zum Bilanzstichtag EUR 18,9 Mio (i. Vj. EUR 18,9 Mio). Damit entfallen 39,1% (i. Vj. 49,3 %) der Bilanzsumme auf die Pensionsrückstellungen. Die Pensionsordnungen sind geschlossen. Darin enthalten sind Verpflichtungen zur Übernahme von Krankenversicherungsprämien für aktive und ehemalige Mitarbeiter in Höhe von EUR 1,0 Mio (i. Vj. EUR 1,0 Mio). Im Zusammenhang mit der Bewertung der Pensionsverpflichtungen nimmt die Gesellschaft die Übergangsregelung gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB in Anspruch und bilanziert im Geschäftsjahr 2021/2022 ein weiteres Fünfzehntel des gesamten Zuführungsbetrages aus der Neubewertung nach § 253 Abs. 1 und 2 HGB (EUR 0,3 Mio; i. Vj. EUR 0,3 Mio). Der Finanzmittelfonds (flüssige Mittel abzüglich Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten gegenüber dem Cash-Pool) beträgt insgesamt EUR -4,9 Mio (i. Vj. EUR -3,8 Mio). Die flüssigen Mittel, bestehend aus dem Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, betragen EUR 0,8 Mio (i. Vj. EUR 0,3 Mio). Zum Bilanzstichtag bestanden kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 3,0 Mio (i. Vj. EUR 1,5 Mio) und Verbindlichkeiten gegenüber dem Cash-Pool Kreditinstituten in Höhe von EUR 2,7 Mio (i. Vj. EUR 2,6 Mio). Der Finanzmittelfonds hat sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag im Wesentlichen aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise verschlechtert. 7. Ertragslage Die solvadis distribution gmbh erzielte im Geschäftsjahr 2021/2022 einen Umsatz in Höhe von EUR 145,4 Mio (i. Vj. EUR 83,8 Mio). Der starke Umsatzanstieg im Geschäftsjahr 2021/2022 (73,5%) resultiert aus stark gestiegenen Produktpreisen und einem deutlich höheren Mengenabsatz (13,1 %). Die Rohertragsmarge (Differenz zwischen Umsatzerlösen und Materialaufwand in Relation zu den Umsatzerlösen) hingegen verschlechterte sich aufgrund der stark gestiegenen Einkaufspreise im Geschäftsjahr 2021/2022 um 4,4% Prozentpunkte auf 5,7 %. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von EUR 0,6 Mio (i. Vj. EUR 0,9 Mio) bestehen im Geschäftsjahr 2021/2022 hauptsächlich aus der Auflösung von Rückstellungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen EUR 6,2 Mio (i. Vj. EUR 5,0 Mio) und setzen sich vor allem aus Aufwendungen für Mieten, Pachten und Leasing sowie für Fremdlieferungen und -leistungen zusammen. Der Anstieg ist auf ist im Wesentlichen auf die außerordentliche Zahlung von Energiesteuer und eine Rückstellung für einen Feuerwehreinsatz am Standort Gernsheim zurückzuführen. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ist wie im Vorjahr negativ und beträgt im Geschäftsjahr 2021/2022 insgesamt EUR -3,0 Mio (i. Vj. EUR -1,3 Mio). Das Ergebnis ist durch die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR -1,2 Mio (i. Vj. EUR -1,3 Mio) deutlich negativ beeinflusst. Außerdem enthält das ausgewiesene EBT Sondereffekte in Höhe von insgesamt EUR 0,9 Mio (i. Vj. EUR 0,0 Mio). Das um diesen Effekt bereinigte EBT beträgt EUR -2,1 Mio (i. Vj. EUR -1,3 Mio). Aufgrund des abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrages hat die Gesellschaft keine laufenden Steuern vom Einkommen und Ertrag mehr. Die solvadis distribution gmbh weist im Geschäftsjahr 2021/2022 keinen Jahresfehlbetrag aus, da die Verluste des Geschäftsjahres 2021/2022, wie im Vorjahr, aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages von der solvadis deutschland gmbh übernommen werden. 8. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf Die Geschäftsentwicklung der solvadis distribution gmbh für das Geschäftsjahr 2021/2022 wird von der Geschäftsführung im Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts als nicht befriedigend beurteilt. Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 ein nicht ausreichendes Ergebnis erzielt und die Ertragserwartungen nicht erreichen können. C. Risiken-, Chancen- und Prognosebericht 1. Risiken und Chancen der zukünftigen Entwicklung Die Reihenfolge der im Folgenden aufgeführten Risken spiegelt auch deren Bedeutung für die Gesellschaft wider. Aufgrund der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft ist das Geschäftspartnerrisiko nach wie vor in Bezug auf die betragsmäßige Höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit am bedeutsamsten. Die solvadis distribution gmbh verfügt zentral über ein internes Kreditlimit Kontrollsystem zur weitgehenden Reduzierung des Delkredererisikos. Darüber hinaus werden die Kundenforderungen in großem Umfang kreditversichert. Die solvadis distribution gmbh sieht sich in ihrem Geschäft Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken gegenüber. Diese manifestieren sich in unsicheren Mengen- und Produktverfügbarkeiten seitens der Lieferanten sowie in der allgemeinen Volatilität der internationalen und nationalen Rohstoffmärkte. Hier sind insbesondere die Preisentwicklungen für petrochemische Produkte, Methanol sowie andere Alkohole, Aromaten und andere organische Lösemittel relevant. Kundenseitig führt die schwache konjunkturelle Gesamtlage und die aktuelle Coronapandemie in Teilmärkten zu einem zurückhaltenden Kaufverhalten. Preisänderungsrisiken in der Währungsposition werden durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Hier ist für die solvadis distribution gmbh hauptsächlich der US-Dollar von Bedeutung. Die Absicherung erfolgt hierbei grundsätzlich über die Spitze der Gesamtposition eines Geschäfts. Je nach Ausgestaltung des Geschäfts werden dabei sowohl einzelne Grundgeschäfte durch einzelne Sicherungsgeschäfte (Mikro-Hedge) abgesichert oder mehrere Grundgeschäfte durch mehrere Sicherungsgeschäfte (Portfolio-Hedge) abgedeckt. Ausfall- und Liquiditätsrisiken, die wir als gering einschätzen, im Finanzierungsbereich begegnet die solvadis distribution gmbh, indem sie nur mit deutschen Finanzinstituten erster Bonität zusammenarbeitet. Die verschiedenen Betriebsmittellinien sind durch die solvadis deutschland gmbh besichert und variabel verzinst, sodass die solvadis distribution gmbh hier Zinsänderungsrisiken und -chancen ausgesetzt ist. Der Ukraine-Krieg hat Einfluss auf unsere Produkte, entweder über höhere Rohölpreise oder Importe aus Russland, die physisch fehlen. Betroffen in großem Umfang ist Methanol, ca. 20 % der Importe in Nordwesteuropa kommen aus Russland, in kleinerem Umfang Aceton und Butylacetate. Die großen Konzerne werden ihre vertraglichen Verpflichtungen bis Ende 2022 für russische Rohstoffe (Rohöl, Naphtha, VGO (Vakuum Gas ÖL)) aus heutiger Sicht erfüllen, somit erwarten wir Liefersicherheit für unsere Aromatenverträge. Der Methanolmarkt hat nur kurz mit höheren Preisen auf das Russlandembargo reagiert, die Märke haben sich bereits umorientiert und entspannt. Mehr Auswirkungen gibt es Upstream, fehlende Spotmengen Naphtha und VGO reduzieren die Mitteldestillat (Kerosin, leichtes Heizöl, Diesel) und Benzin Produktion. Wir erwarten einen Rückgang beim Absatz. Die Industrie leidet immer noch unter den logistischen Störungen der globalen Lieferketten, diese führen zu stark verspäteten Lieferungen oder sogar zu Lieferausfällen. Auch erwarten wir Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, durch die Sanktionen gegen Russland und damit ausfallenden Rohstoff- und Energieimporte sowie ausfallender Exporte nach Russland. Die Ukraine kann seine Rolle als Lieferant und Produktionsstandort für die deutsche Industrie derzeit schwerlich erfüllen. Es wird nicht einfach für die deutsche Industrie schnell Alternativen zu finden, weil es zum Teil hochkomplexe und spezialisierte Produkte sind, die für die deutsche Industrie produziert werden. Eine weitere Auswirkung sehen wir bei den LKW-Transporten, hier fehlen ukrainische Fahrer. Wir sehen aktuell schon eine Verknappung des Frachtraums und deutlich längere Vorlaufzeiten für Transporte. Zusätzlich wird sich die Gesellschaft den neuen Herausforderungen der Digitalisierung stellen müssen. Das Risiko nimmt immer weiter zu, dass sich Großkunden über Digitalisierungslösungen direkt an Großlieferanten binden. Solchen Risiken einer annähernd transaktionskostenfreien direkten Verbindung von Produzenten und Kunde entgegnet die solvadis distribution gmbh gegenwärtig mit kundenindividuellen Serviceleistungen und logistischen Bindungsmodellen, die die Besonderheiten bestimmter Kunden individuell berücksichtigen. Langfristige Umweltrisiken sind durch Rückstellungen abgedeckt. Die Solvadis-Gruppe ist eine international bekannte Unternehmensgruppe. Im ICIS-Ranking 2022 der Top 100 umsatzstärksten Chemiedistributeure belegt die Solvadis-Gruppe in Europa den 16. (i. Vj. 17.) Platz. Darin spiegelt sich auch die Leistungsfähigkeit der solvadis distribution gmbh wider, die zukünftig noch stärker von der Zusammenarbeit mit dem Sojitz-Konzern profitieren wird. Langjährige Erfahrung und umfangreiche Kenntnisse der europäischen Chemiemärkte eröffnen der Gesellschaft grundsätzlich vielfältige Geschäftsmöglichkeiten und damit Wachstumschancen. Das Geschäftsjahr 2022/2023 wird in vielerlei Hinsicht ein sehr herausforderndes Jahr. Die Coronapandemie und die daraus resultierenden Folgen werden erheblichen Einfluss auf das Geschäftsjahr haben. Zum einen sehen wir auf der Produktionsseite die Gefahr von Lieferausfällen, resultierend aus fehlenden Margen bei den Raffinerien und Crackern aufgrund hoher Rohöl- und Gaspreise, auf der anderen Seite befürchten wir Produktionsausfälle aufgrund fehlender Wartung der Anlagen während der Coronapandemie. Global konnten Ingenieure nicht reisen und Anlagen warten, Ersatzteile und Katalysatoren wechseln, hinzu kommen sehr lange Wartezeiten für Anlagenteile. Es gibt bereits Engpässe durch ungeplante Anlagenstillstände und reduzierte Produktionen. Auch aus wirtschaftlichen Gründen laufen Anlagen teilweise reduziert, es werden nur kontraktgebundene Volumen produziert, bzw. Mengen im Markt zugekauft, um die eigene Produktion zu entlasten. Zusammenfassend erwarten wir wieder hochvolatile Märkte für das Geschäftsjahr 2022/2023, hervorgerufen durch sehr starke Preisschwankungen an den globalen Rohstoffmärkten, aber auch durch Produktionsausfälle bei den petrochemischen Produzenten, beginnend mit den Raffinerien und Crackern, die die Rohstoffe für die petrochemischen Produktionsanlagen liefern. Trotz schwächerer Nachfrage der nachgelagerten Verbraucher, sehen wir das größere Risiko auf der Lieferantenseite durch Produktionsausfälle bzw. reduzierte Produktion aufgrund fehlender Rohstoffe bzw. technischer Probleme der Anlagen. Wir sehen mehr Chancen als Risiken für das Geschäftsjahr 2022/2023. Als lagerhaltender Händler sind wir in der Lage, uns zu bevorraten und somit Lieferverzögerungen oder Ausfälle zu kompensieren. Redundante Lieferverträge mit langjährigen Partnern geben ebenfalls Liefersicherheit für unsere Kunden. Die größere Herausforderung wird das Lesen der Märkte und das schnelle Reagieren auf Veränderungen am Markt sein, aber auch hier wird die tiefe Integration der solvadis distribution in den petrochemischen Märkten das Risiko erheblich reduzieren. Die im vorletzten Jahr begonnene Umstrukturierung mit der Aufteilung in "Produktmanagement", "Vertrieb/Administration" und "Logistik/Dienstleistung" zeigt Erfolge. Die solvadis distribution gmbh ist wieder tiefer in den Märkten, sowohl bei der produzierenden als auch bei der verarbeitenden Industrie. Das Tanklager Gernsheim wird mehr und mehr als Umschlags- Servicehub für die produzierenden Chemieindustrie vermarktet. In der solvadis polymere gmbh bleibt die Vermarktung von expandiertem Polystyrol (EPS-Rohstoffperlen) die wirtschaftliche Grundlage der Gesellschaft. Den Unwägbarkeiten der andauernden Coronakrise konnten Lösungen entgegengesetzt werden, die den positiven Geschäftsverlauf untermauerten. Mehr als die negativen Corona-Effekte traten die Auswirkungen der Engpässe im Schiffsverkehr im Berichtszeitraum in den Vordergrund und erschwerten das Exportgeschäft. Auch im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2022/2023 rechnet die Kunststoffindustrie mit gebrochenen Lieferketten. Als energieintensive Verarbeitungsbranche und im Schatten der Ukraine-Krieg muss mit stark ansteigenden Fertigungskosten auf Seiten unserer Partner in Ein- und Verkauf gerechnet werden. Dank ihrer robusten Marktstellung rechnet die Gesellschaft für das kommende Geschäftsjahr mit nur leichten Einbußen bei den Mengen und Umsätzen im Polymergeschäft, aber einem schwächeren operativen Ergebnis (EBT). 2. Fortführung der Gesellschaft Die Gesellschaft weist wie im Vorjahr einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von EUR -16,2 Mio aus. Damit ist die solvadis distribution gmbh bilanziell überschuldet. Wie sich aus den Angaben zum Finanzmittelfonds im Abschnitt "B.6. Vermögens- und Finanzlage" in diesem Lagebericht ergibt, hat sich der Finanzmittelfonds von EUR -3,8 Mio auf EUR -4,9 Mio verschlechtert. Die Gesellschaft ist weiterhin auf die Inanspruchnahme des konzerninternen Cash-Managements (Cash-Pool) und der externen Kreditlinien angewiesen. In der Zeit vom 1. April 2022 bis zur Aufstellung dieses Lageberichts war die Gesellschaft nach Inanspruchnahme des Cash-Pools uneingeschränkt in der Lage, ihre finanziellen Verpflichtungen vollständig zu erfüllen. Aufgrund der aktuellen Planungen für das Geschäftsjahr für die Zeit vom 1. April 2022 bis 31. März 2023 und für das kommende Geschäftsjahr 2023/2024 geht die Geschäftsführung für diesen Zeitraum bis 31. März 2024 davon aus, dass die Zahlungsfähigkeit bei Inanspruchnahme des Cash-Pools weiterhin gegeben sein wird. Um die Fortführung der solvadis distribution gmbh zu gewährleisten, hatte die solvadis deutschland gmbh an die Gesellschaft am 14. Juli 2021 eine auf EUR 15,0 Mio begrenzte und bis zum 30. Juni 2024 befristete harte Patronatserklärung ausgestellt. Die Gesellschaft versucht die bereits vorhandenen Synergien durch die Integration im Sojitz-Konzern weiter auszubauen und zukünftig noch weitere ergänzende Produkte im Portfolio aufzunehmen. Hierdurch wird von einer zukünftig positiven Geschäftsentwicklung ausgegangen. Es liegt gegenwärtig keine wesentliche Unsicherheit bezüglich der Fortführung der solvadis distribution gmbh vor. 3. Ausblick Die solvadis distribution erwartet vor dem Hintergrund leicht steigender Preise für das Geschäftsjahr 2022/2023 leicht höhere Umsatzerlöse als im Vorjahr sowie ein weiterhin negatives Ergebnis vor Steuern, aber deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Diese Erwartung berücksichtigt die gegenwärtige Einschätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie auf die Gesellschaft. Im Falle einer nicht vorhersehbaren Änderung der gesamtwirtschaftlichen Parameter oder eines Eintretens von Sondereffekten sowie der ungewissen Auswirkungen der Coronapandemie und des Ukraine-Kriegs kann grundsätzlich das Risiko nicht ausgeschlossen werden, dass die solvadis distribution ihre Umsatz- und Profitabilitätsziele nicht in jedem Fall voll erreichen kann.
Frankfurt am Main, den 7. Juli 2022 Die Geschäftsführung Hiroyoshi Ishita Christian Tannert Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die solvadis distribution gmbh, Frankfurt am Main Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der solvadis distribution gmbh, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der solvadis distribution gmbh für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 7. Juli 2022 KPMG
AG
Zoller, Wirtschaftsprüfer Horvatinovic, Wirtschaftsprüfer Feststellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr der solvadis distribution gmbh zum 31. März 2022Mit Gesellschafterbeschluss vom 26. Juli 2022 wird der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr zum 31. März 2022 festgestellt und das ausgewiesene negative Ergebnis nach Steuern vor Ergebnisabführung in Höhe von EUR 2.990.728,37 im Rahmen des mit der Gesellschafterin abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrags in voller Höhe von der Gesellschafterin ausgeglichen. Die Auszahlung ist am 10. August 2022 fällig. |
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