Großhandel mit landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten
Cargobull Trailer Store GmbH
Kümperstiege 1, 48341 Altenberge, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Sebastian Terhechte seit 12.9.2024 | Prokura |
Luc Kessels seit 8.4.2016 | Prokura |
Andreas Bernhard Busacker seit 8.4.2016 | Geschäftsführer |
Andreas Schmitz seit 27.9.2010 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft | 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Schmitz Cargobull AktiengesellschaftAltenbergeKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2022 bis zum 31.03.2023Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022/20231 Grundlagen des Konzerns 1.1 Geschäftsmodell 1.2 Struktur und Organe 1.3 Ziele und Strategien 1.4 Forschung und Entwicklung 1.5 Grundlagen der internen Steuerung und Steuerungskennzahlen 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2.2 Geschäftsverlauf 2.3 Lage 2.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage 3 Prognosebericht 3.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 3.2 Geschäftsverlauf und Lage 4 Chancen- und Risikobericht 4.1 Grundlagen 4.2 Chancen- und Risikomanagement 4.3 Überblick über wesentliche Chancen und Risiken 4.4 Leistungswirtschaftliche Chancen und Risken 4.5 Finanzwirtschaftliche Risiken 4.6 Sonstige Risiken 4.7 Gesamtbild der Risikolage 1 Grundlagen des Konzerns1.1 Geschäftsmodell Die Schmitz Cargobull AG und die von ihr i.S.d. § 17 AktG abhängigen Gesellschaften bilden den Schmitz Cargobull Konzern (nachfolgend Schmitz Cargobull). Schmitz Cargobull ist Hersteller von Sattelaufliegern (Trailern), Anhängern und Motorwagenaufbauten für den Transport von temperierter Fracht, General Cargo, Seecontainern sowie Schüttgütern. Das Geschäftsmodell des Schmitz Cargobull Konzerns umfasst den Forschungs- und Entwicklungsbereich, die Produktion von Neufahrzeugen bis hin zu den Service-Angeboten wie Beratung, Trailer-Telematik, Finanzierung, Ersatzteilversorgung und Gebrauchtfahrzeughandel. Mit kundenorientierten Transport- und Service-Lösungen verfolgt der Schmitz Cargobull Konzern das Ziel, die Total Cost of Ownership für seine Kunden zu reduzieren. Das operative Geschäft von Schmitz Cargobull ist gesellschaftsübergreifend in die Geschäftsbereiche "Curtainsider", "Sattelkoffer", "Sattelkipper", "Truck Bodies" und die "Value added Services" aufgeteilt und gruppenweit ausgerichtet. Es orientiert sich an den Bedürfnissen der Kunden in den jeweiligen Märkten. Es zielt insbesondere auf eine umfassende Markenstrategie und eine konsequente Umsetzung von Qualitätsstandards auf allen Ebenen ab. 1.2 Struktur und Organe Die Schmitz Cargobull AG steuert den Konzern zentral und funktionsübergreifend. Sämtliche Schlüsselfunktionen werden von der Schmitz Cargobull AG gesellschaftsübergreifend besetzt. Der Schmitz Cargobull Konzern ist hierfür in Form einer Matrixorganisation strukturiert, mit den Produktionswerken auf der einen und den Vertriebs- und Service-Gesellschaften auf der anderen Seite. Die Festlegung der wesentlichen, zum Leistungserstellungsprozess entscheidenden Aktivitäten des Schmitz Cargobull Konzerns wie Entwicklung und die Strategiesetzung der jeweiligen Produktlinien obliegt der Schmitz Cargobull AG bzw. deren Vorständen. Die Konzernvorstände steuern das Geschäft zudem in enger Zusammenarbeit mit den Produktlinienleitern und der lokalen Geschäftsführung. Die Gesellschaften im Schmitz Cargobull Konzern werden als Profit Center geführt und verfügen über klare Richtlinien mit dem Ziel, bestmögliche Leistungen und Ergebnisse zu erreichen. Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand und bestellt dessen Mitglieder. Beide Organe stehen in regelmäßigem Dialog über strategische Maßnahmen, Planung, Geschäftsentwicklung, Risikolage und -management sowie die Compliance des Unternehmens. Die Unternehmen innerhalb des Schmitz Cargobull-Konzerns gliedern sich nach ihren Haupttätigkeitsbereichen wie folgt:
Der Schmitz Cargobull Konzern betreibt Produktionsstätten in Deutschland, Litauen, Spanien, Russland und der Türkei sowie in der Slowakei und in UK und verfügt über Vertriebsgesellschaften in fast allen europäischen Ländern sowie in Australien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Struktur des Konzerns ist darauf ausgerichtet, dass alle Gesellschaften ihren Beitrag leisten, die heutige Marktposition weiter auszubauen. 1.3 Ziele und Strategien Schmitz Cargobull verfolgt das Ziel und die Strategie, die Anforderungen, die an die Produktion von Sattelaufliegern kundenseitig gestellt werden, vollumfänglich zu erfüllen. Dabei sind die Marktanforderungen in den letzten Jahren komplexer geworden. Der Funktionsumfang wächst und die Kunden verlangen immer mehr nach durchgängigen Komplettlösungen für den Güterverkehr. Der Fokus liegt dabei ganz besonders auf der Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Schmitz Cargobull begegnet den geänderten Marktanforderungen und dem technologischen Wandel aktiv und mit Innovationen, um die heutige Marktposition als ein europaweit führender Produzent von Sattelaufliegern und Anbieter ganzheitlicher und nachhaltiger Transportlösungen für die Logistikbranche weiter auszubauen. Unser Ziel ist es, für unsere Kunden als stabiler und nachhaltiger Partner optimal abgestimmte, durchgängige Lösungen für den Transport von Waren und Gütern anzubieten. Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und die Auswirkungen des Ukraine Kriegs haben unsere strategische Ausrichtung weiter bestätigt. Unsere Kombination aus hochproduktiven, flexiblen Aufliegern und dem strategischen Dreiklang aus Automation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit ist zukunftsstark - und passt perfekt in die aktuelle Zeit. Mit unserem ganzheitlichen Produktportfolio möchten wir uns konsequent zu einem ganzheitlichen Anbieter von Transportlösungen weiterentwickeln. Neben dem stetigen Ausbau des Produktportfolios werden daher ebenfalls neue geografische Wachstumsfelder untersucht. In diesem Zusammenhang sind die erfolgreichen Gespräche mit Geschäftspartner in den USA und Australien zur Beteiligung an Joint-Venture Unternehmen zu nennen. Bei den Vertriebs- und Kernprozessen liegt der derzeitige Schwerpunkt jedoch weiterhin eindeutig auf der Erreichung und der Sicherstellung von Prozessexzellenz. 1.4 Forschung und Entwicklung Die Forschungs- und Entwicklungsstrategie des Schmitz Cargobull Konzerns wird von den Konzernvorständen bestimmt und koordiniert. Ziel der Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf Ebene des Schmitz Cargobull Konzerns ist es, den Wert unserer Produkte für unsere Kunden nachhaltig zu steigern. Wie wichtig Innovationen sind, zeigt sich insbesondere wirtschaftlich angespannten Zeiten wie heute, da sie Möglichkeiten und Wege aus der jetzigen und auch einer zukünftigen Krise bereithalten und aufzeigen können. Deshalb hält Schmitz Cargobull das Entwicklungsbudget stabil auf einem hohen Niveau. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen 48,1 Mio. € (Vorjahr: 39,4 Mio. €). Auch für das nächste Geschäftsjahr sind Ausgaben im Bereich Forschung- und Entwicklung in vergleichbarer Höhe geplant. Der durch die Corona Pandemie ausgelöste Trend zur Automatisierung und Digitalisierung hat sich auch in diesem Jahr weiter fortgesetzt. Da wir diese Zukunftsfelder bereits seit Jahren verstärkt im Fokus haben, ist es nur verständlich, dass wir die Bereiche Automatisierung, Elektrik, Elektronik und Software zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Schmitz Cargobull Konzerns weiter ausbauen wollen. Als führender Anbieter in der europäischen Trailerbranche forciert Schmitz Cargobull insbesondere:
Darüber hinaus werden am Standort in Münster im F+E-Zentralbereich Electric/Electronic Systems Engineering (E/E SE) die steigenden Anforderungen der Nutzfahrzeugbranche an die Digitalisierung unserer Produkte erfasst und in neue Soft- und Hardware-Lösungen überführt. Der Bereich setzt sich aus den bisherigen Entwicklungsbereichen der Cargobull Telematics GmbH sowie dem Bereich Entwicklung Bremse und Elektrik der Schmitz Cargobull AG zusammen. 1.5 Grundlagen der internen Steuerung und Steuerungskennzahlen Der Vorstand der Schmitz Cargobull AG steuert die Gesellschaft und den Konzern mittels einer fest definierten Organisations- und Führungsstruktur sowie operativer Ziele, deren Erreichung durch festgelegte Kennzahlen überwacht werden. Mithilfe unseres unternehmensinternen Controlling- und Steuerungssystems sowie unseres regelmäßigen Berichtswesens überwachen und steuern wir die Zielerreichung und den effizienten Einsatz unseres Kapitals. Ausgangspunkt für die Steuerung ist die Mittelfristplanung, die einmal jährlich erstellt wird und über einen Zeitraum von drei Jahren den Kern der operativen Planung abbildet. Die primäre Steuerung erfolgt durch eine Deckungsbeitragsrechnung nach Produktlinien. Weitere Dimensionen sind der Konzern, die Werke sowie die Sicht nach Ländern. Zur Nutzung finanzieller Kennzahlen werden sowohl eine Plan-Bilanz als auch die Plan-GuV erstellt. Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren für den Konzernabschluss von Schmitz Cargobull sind der Umsatz, die produzierten Fahrzeuge und das Konzernergebnis. 2 Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft wurde 2022 vom Krieg in der Ukraine überschattet. Die Folge: signifikant gestiegene Energiekosten, hohe Inflationsraten, deutliche Preissteigerungen für Rohstoffe, Transport, Logistik und wieder zunehmende Lieferengpässe. Die geopolitischen Unsicherheiten und die strikte Null-Covid-Politik Chinas beeinträchtigten die weltweite Konjunktur im Laufe des Jahres zudem erheblich. Nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) an der Universität Kiel wuchs die Weltwirtschaft nur noch um +3,2 % (Vorjahr: +6,1 %). 1 Deutschland verzeichnete laut IfW beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Wachstum von lediglich +1,9 % (Vorjahr: +2,6 %) und stand zum Jahresende vor einer Rezession. Im Euroraum wuchs die Wirtschaft um +3,6 % (Vorjahr: +5,4 %). Signifikant steigende Preise, hohe Zinsen und die negativen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine schwächten die Konjunktur im Jahresverlauf deutlich. Die großen europäischen Volkswirtschaften - allen voran Spanien mit einem Anstieg des BIP um +5,5 % (Vorjahr: +5,5 %), Italien mit +3,8 % (Vorjahr: +7,0%) und Frankreich mit +2,6% (Vorjahr: +6,8%) - konnten aufgrund der positiven Entwicklung in der ersten Jahreshälfte den Abwärtstrend in der zweiten Jahreshälfte noch kompensieren. 2 Der Markt für Sattelauflieger befand sich im Geschäftsjahr 2022/2023 weiter auf Erholungskurs. So stiegen im Jahr 2022 die Lkw-Neuzulassungen in Deutschland gegenüber 2021 um 9,8% auf 320.249 Einheiten (Vorjahr 293.000). 3 Die enormen Herausforderungen durch Pandemie, Materialverfügbarkeit und Lieferengpässe, steigende Inflation sowie hohe Rohstoff- und Transportkosten belasteten jedoch weiterhin die Entwicklung. Die Ukrainekrise hat diese Tendenz noch einmal deutlich verschärft. 2.2 Geschäftsverlauf 2.2.1 Absatz Die Nachfrage nach Neufahrzeugen erholte sich im laufenden Geschäftsjahr, wurde jedoch im Jahresverlauf gebremst durch den Krieg in der Ukraine und steigende Inflation. Unter diesen erneut erschwerten Rahmenbedingungen konnte der Schmitz Cargobull Konzern den Absatz im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau halten. Der Absatz im Neufahrzeuggeschäft lag bei 58.753 Einheiten und damit leicht über dem Wert des Vorjahres von 58.681 Einheiten. Die Auftragslage ist zu Beginn des neuen Geschäftsjahres 2023/2024 noch gut, obwohl ein deutlicher Rückgang der Auftragseingänge bereits zu verzeichnen ist. 2.2.2 Beschaffung Einkauf, Beschaffung und Logistik sind wichtiger denn je. Nicht nur durch die Corona-Pandemie, sondern auch seit dem Einmarsch der russischen Streitkräfte in die Ukraine stehen insbesondere die Lieferketten vor neuen Herausforderungen. Widerstandsfähigkeit (Resilienz) und Wandlungsfähigkeit sind entscheidende Erfolgsfaktoren im Zusammenhang mit Digitalisierung und Nachhaltigkeit und stehen bei der Schmitz Cargobull Gruppe schon lange im Mittelpunkt. Die Konzern Einkaufsorganisation konsolidiert produktlinienübergreifend die Einkaufsvolumina und vereinbart die Rahmenbedingungen mit den strategischen Lieferanten. Aufgrund der hohen Materialquote eines Trailers verfolgt Schmitz Cargobull eine globale Beschaffungsstrategie mit dem Fokus auf mögliche Präferenzbegünstigungen. Die Resilienz in unserer Lieferkette haben wir 2022 mit umfangreichen Maßnahmen weiter gestärkt. Durch unsere globale Double-Sourcing-Strategie haben wir für wesentliche Komponenten mindestens zwei Lieferanten. Dabei setzen wir ebenso auf globale wie regionale Zulieferer. Die Kosten für den Materialeinkauf sind im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen, wobei sich die Zuwachsraten verringert haben. Die Rohstoffpreise befinden sich aber weiterhin auf sehr hohem Niveau. 4 2.2.3 Produktion In der Produktion und Logistik verfolgen wir das Ziel, eine effiziente, nachhaltige und digitalisierte Fertigung und Montage sowie termingerechte Auslieferung unserer Trailer zu gewährleisten. Die Einhaltung unserer strengen Qualitätsstandards ist dabei jederzeit die Basis unseres Handelns. Daneben hat der Ausbau unseres europaweiten Produktionsnetzwerks hohe Priorität. Durch die wechselseitige Nutzung unserer Produktionskapazitäten in Europa profitieren unsere Kunden in Form von verkürzten Lieferzeiten und reduzierten Transportkosten. Auch in Zukunft werden wir unser Produktionsnetzwerk nutzen und ausbauen, um unsere Flexibilität zu erhöhen, Kapazitäten optimal auszunutzen und die Entfernung zu unseren Kunden durch lokale Produktion zu verringern. Die im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten Produktivitäts- und Effizienzvorteile haben erheblich dazu beigetragen, die negativen Folgen der Covid-19 Pandemie und die Folgen des Krieges in der Ukraine abzumildern, da sehr flexible auf das volatile Marktumfeld und auf Kundenwünsche reagiert werden konnte. Im Geschäftsjahr wurden an den Produktionsstandorten in Deutschland, Litauen, Spanien, Russland und in der Türkei 57.551 Fahrzeuge produziert. Im Vorjahresvergleich wurden somit 3,5% weniger Trailer produziert. Verglichen mit dem Budget wurden sogar 11,5% weniger Einheiten an den Standorten im Geschäftsjahr gefertigt. 2.2.4 Investitionen Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Investitionen in das Sachanlagevermögen (ohne vermietete Fahrzeuge aus Finanzdienstleistungen) von 52,1 Mio. € (Vorjahr 49,3 Mio. €) getätigt. Das Hauptaugenmerk lag zum einen auf dem Bereich der Automatisierung und somit im Bereich der technischen Anlagen. Zum anderen wurde in erheblichem Umfang in den Bereich der vermieteten Fahrzeuge investiert. Im Zuge der Digitalisierungsstrategie wurden im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände Investitionen in Höhe von 6,2 Mio. € (Vorjahr 6,6 Mio. €) für Softwarelösungen vorgenommen. 2.2.5 Finanzierung Derzeit bestehen bei unseren Hausbanken keine langfristigen Darlehen. Die bestehenden bilaterale Kreditlinien reichen aus, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf sicherzustellen und die Abwicklung des Zahlungsverkehrs bei diversen ausländischen Gesellschaften sowie das Cashpooling auszuführen. Der tägliche Liquiditätsfluss wird im Konzern über Kontenkonzentration ("Zero Balancing Cash-Pooling") systematisch bei der Schmitz Cargobull AG gebündelt. Die Überschüsse werden zinsoptimiert in Tages- und Monatsgeld sowie in täglich fälligen Papieren angelegt. Fremdwährungssicherungen werden im Regelfall zentral vom Konzerntreasury vorgenommen. Die Sicherungsgeschäfte basieren auf geplanten Fremdwährungscashflows, die in Abstimmung mit der jeweiligen Vertriebseinheit ermittelt werden. Ausschließlich hierauf bezogen wurden Devisentermingeschäfte eingesetzt. Mit Zinssicherungsgeschäften hat sich das Unternehmen gegen zukünftige Zinssteigerungen abgesichert. 2.2.6 Personal Der Erfolg von Schmitz Cargobull beruht ganz besonders auf dem herausragenden Einsatz und Know-How unserer hochqualifizierten Mitarbeiter. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind darüber hinaus ein wesentlicher Bestandteil für den langfristigen Erfolg von Schmitz Cargobull. Mit ihnen als Team wird Schmitz Cargobull gestärkt aus diesen turbulenten Zeiten hervorgehen. Im Geschäftsjahr 2022/2023 waren durchschnittlich 5.409 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.350) im Unternehmen tätig. Hinzu kamen im Durchschnitt 1.366 Leiharbeitnehmer (Vorjahr: 1.574). In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres gab es eine Tariferhöhung in Deutschland. Die Tariferhöhung sieht eine zweistufige Entgelterhöhung von 5,2% ab Juni 2023 und von 3,3% ab Mai 2024 vor. Zudem wird eine Inflationsausgleichsprämie von jeweils 1.500 Euro im Februar 2023 und 2024 gezahlt. Die Laufzeit des Tarifvertrages gilt bis zum 30. September 2024. Momentan ist bei Schmitz Cargobull noch kein akuter Fachkräftemangel erkennbar. Dennoch bildet das Unternehmen intensiv neue Fachkräfte aus und gibt zum Beispiel interessierten Schülern die Gelegenheit, die Arbeitswelt näher kennenzulernen. Die Sicherheit am Arbeitsplatz wird bei Schmitz Cargobull großgeschrieben, Unfälle werden erfasst und untersucht. Basierend darauf werden Gegenmaßnahmen abgeleitet. 2.3 Lage 2.3.1 Ertragslage Die Entwicklung der Ertragslage ist in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2022/2023 war ein Jahr großer globaler Herausforderungen: weltweite Liefer- und Materialengpässe, hohe Rohstoff-, Energie und Transportkosten, steigende Zinsen und Inflationsraten, aber auch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und vor allem der Krieg in der Ukraine. Frieden und Freiheit haben stets Vorrang vor Geschäftsinteressen, denn sie sind die Grundvoraussetzung für Sicherheit. Noch vor Erlass der EU-Sanktionen am 26. Februar 2022 hatte der Schmitz Cargobull Konzern daher unverzüglich und ganzheitlich sämtliche Aktivitäten auf dem russischen Markt gestoppt. Alle Vertriebs-, Service- und Trainingsaktivitäten sowie die Produktion in Russland wurden eingestellt. Dies umfasst auch alle Lieferungen von Ersatzteilen, Komponenten und Services nach Russland. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2022/2023 hat der Schmitz Cargobull Konzern zudem seine Anteile an der Schmitz Cargobull Russland OOO, Moskau/Russland, an einen strategischen Investor veräußert. Unter diesen erschwerten Markt- und Rahmenbedingungen erzielte der Schmitz Cargobull Konzern ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr mit einem EBIT in Höhe von 108,5 Mio. €. Dank der konsequenten Umsetzung unserer strategischen Ausrichtung auf Automation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit konnten wir die im Jahresverlauf erhöhten Prognosen erreichen und zum Teil übertreffen. Die nachhaltige Optimierung unserer Kostenstruktur und stringente Umsetzung unserer Maßnahmen zur Effizienzsteigerung zahlten sich aus: Der Umsatz erhöhte sich trotz anhaltender Material-, Logistik- und Transportkostensteigerungen sowie steigenden Rohstoffpreisen deutlich auf 2.633,0 Mio. € (Vorjahr: 2.287,8 Mio. €). Dies entspricht einer Umsatzsteigerung von 15,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Anstieg der Materialaufwendungen um 56,0 Mio. € auf 1.981,8 Mio. € (Vorjahr: 1.925,8 Mio. €) ist auf die gestiegene Gesamtleistung zurückzuführen. Die Materialquote sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozentpunkte leicht auf 74,9 % (Vorjahr: 78,7 %) ab und verbleibt somit weiterhin auf hohem Niveau. Der Rohertrag belief sich folglich auf 665,1 Mio. € (Vorjahr: 520,9 Mio. €). Der Personalaufwand belief sich auf 353,2 Mio. € (Vorjahr: 332,7 Mio. €). Die Personalquote verbesserte sich leicht von 13,6 % auf 13,3 % im Geschäftsjahr 2022/2023. Der Saldo der übrigen Erträge und Aufwendungen lag bei einer deutlich gestiegenen Gesamtleistung bei -141,9 Mio. € und damit unterhalb des Vorjahresniveau von -155,5 Mio. €. Ursache hierfür sind im Wesentlichen die in den Erträgen des Berichtsjahres enthaltenen Versicherungserstattungen für den Brand in Vreden. Gegenläufig wirken im Saldo die negativen Ergebniseffekte aus der Entkonsolidierung der Schmitz Cargobull Russland OOO und der Schmitz Cargobull Meckelburg GmbH & Co. KG. Der Anteil an der Gesamtleistung verbesserte sich auf 5,3 % (Vorjahr: 6,4%). Die Einleitung und Umsetzung zielgerichteter Konzepte zur Kostenreduktion im Bereich der Personalkosten und im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich somit positiv auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt. In Folge des gestiegenen Rohertrags verbesserte sich das EBITDA um 128,6 Mio. € auf 169,4 Mio. € (Vorjahr: 40,8 Mio. €). Das EBIT stieg in ähnlicher Weise um 123,6 Mio. € auf 108,5 Mio. € (Vorjahr: -15,1 Mio. €). Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 4,1 % (Vorjahr: -0,6 %). Zum 31. März 2023 wies Schmitz Cargobull ein Konzernergebnis von 64,0 Mio. € aus - ein Plus von 66,2 Mio. € (Vorjahr: -2,2 Mio. €). Aufgrund der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Entwicklung wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr kontinuierlich Maßnahmen eingeleitet, die das Ziel verfolgen, die Sicherstellung der Lieferketten zu gewährleisten sowie die Effizienz des Produktionsprozesses zu steigern und die Kosten zu minimieren. Die Maßnahmen im Zusammenhang des Lean-to-Compete Programms wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr konsequent weiter fortgeführt. 2.3.2 Vermögens- und Finanzlage Die Entwicklung der Vermögenslage ist in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
Die Bilanzsumme stieg um 130,4 Mio.€ auf 1.573,9 Mio. €. Die Zunahme ist im Wesentlichen auf die deutlich erhöhten liquiden Mittel zurückzuführen. Die Zunahme der liquiden Mittel korreliert mit den ebenfalls leicht gesunkenen Vorräten sowie einem besseren Forderungsmanagement und erhöhten kurzfristigen Schulden. Die Investitionen in neue Anlagen überstiegen den Abschreibungsaufwand und die Anlagenabgänge um 18,3 Mio. €. Das kurzfristig gebundene Vermögen belief sich auf 66,4% der Bilanzsumme. Der im Vergleich zu dem im Geschäftsverlauf getätigten Umsatzerlösen erzielte Abfall der kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie des Vorratsbestandes zum Bilanzstichtag ist im Wesentlichen dem verbesserten Management im Bereich Working Capital zu verdanken. Die Entwicklung der Kapitalstruktur ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
Das Eigenkapital erhöhte sich im Wesentlichen durch das Konzernergebnis um 77,6 Mio. €. Die Eigenkapitalquote konnte trotz des Anstiegs der Bilanzsumme auf nun 48,3% zum Stichtag gesteigert werden. Der Rückgang der Pensionsrückstellungen um 22,7 Mio. € resultiert maßgeblich aus dem gestiegenen Zinsniveau. Der Anstieg der kurzfristigen Rückstellungen um 14,9 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg von Personalrückstellungen und der Rückstellung für sonstige Zahlungsverpflichtungen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen und befinden sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Innerhalb der übrigen kurzfristigen Schulden stiegen insbesondere die Vertragsverbindlichkeiten an. Die Finanzlage stellt sich wie folgt dar:
Der Finanzmittelfonds setzt sich zusammen aus dem Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 263,6 Mio. € (Vorjahr: 115,8 Mio. €). Als wesentliche Treiber für die Steigerung des Finanzmittelfonds um 147,8 Mio. € sind die verbesserte Ertragslage zu nennen. Insgesamt hat die laufende Geschäftstätigkeit zu einer Verbesserung des Finanzmittelfonds um 184,3 Mio. € geführt. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist im Geschäftsjahr mit -19,6 Mio. € negativ ausgefallen. Dies liegt im Wesentlichen an den getätigten Investitionen in das Sachanlagevermögen. Gegenläufig sind hier erhaltene Dividenden aus den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen in Höhe von 22,7 Mio. € enthalten. Der negative Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert aus gezahlten Zinsen und dem Tilgungsanteil von Leasingzahlungen. 2.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage Die Weltwirtschaft wurde 2022 vom Krieg in der Ukraine überschattet. Die Folge: Energie-Krise mit Gasverknappung und signifikant gestiegenen Energiekosten, hohe Inflationsraten, steigende Zinsen und deutliche Preiserhöhungen für Rohstoffe, Transport, Logistik und wieder zunehmende Lieferengpässe. Insofern war das abgelaufene Geschäftsjahr wieder einmal anspruchsvoll und herausfordernd. Den herausfordernden Zeiten haben wir unsere finanzielle Stärke, Widerstandsfähigkeit, Innovationskraft und Teamgeist entgegengesetzt. Unser strategischer Dreiklang aus Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit passt aktuell besser denn je. Insofern hat 2022/2023 erneut gezeigt: der Schmitz Cargobull Konzern ist auch unter schwierigen äußeren Bedingungen ein stabiler und verlässlicher Partner. Unser starkes langjähriges Netzwerk zu Kunden, Partnern und Lieferanten, das innovative Produktportfolio sowie unsere hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Rückgrat unseres Erfolgs. Wir haben ein hohes Maß an Resilienz und die Stärke, schnell und agil mit global veränderten Rahmenbedingungen umzugehen. Trotz des herausfordernden Umfeldes konnte das Geschäftsjahr 2022/2023 für den Schmitz Cargobull Konzern zufriedenstellend abgeschlossen werden. Der Umsatz des Geschäftsjahrs lag mit 2,63 Mrd. € deutlich über dem Vorjahresniveaus von 2,29 Mrd. € und leicht unter dem für das Geschäftsjahr 2022/2023 geplanten Umsatzniveau. Weitere Kostensteigerungen insbesondere im Bereich der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe bzw. für Transport und Energie konnten im Vergleich zum Vorjahr abgemildert werden. Als Folge verbesserte sich das EBIT im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 123,6 Mio. €. Insgesamt schließt der Schmitz Cargobull Konzern das Geschäftsjahr 2022/2023 mit einem Konzernergebnis von 64,0 Mio. € ab. Das Ergebnis ist damit deutlich besser als das Vorjahresergebnis in Höhe von -2,2 Mio. € und etwas besser als geplant ausgefallen. Dementsprechend ist der Vorstand mit dem erzielten Ergebnis zufrieden, jedoch weiterhin bestrebt, Maßnahmen zur Lösung der globalen Lieferengpässe sowie Konzepte zu weiteren Effizienzsteigerungen umzusetzen. 3 Prognosebericht3.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das Kieler Institut für Wirtschaft (IfW) prognostiziert im aktuellen Konjunkturbericht für das Geschäftsjahr 2023 ein Wachstum der Weltwirtschaft von +2,5 %. Eine Vielzahl von negativen Faktoren trüben den weltweiten Konjunkturausblick. Allem voran der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Energiekrise in Europa, aber auch die hohe Inflation sowie steigende Zinsen deuten auf eine verhaltene weltwirtschaftliche Entwicklung hin. 5 In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird die Expansion spürbar gedämpft. Bremsend wirkt vor allem der Kaufkraftentzug durch die hohe Inflation. Darüber hinaus werden in den nächsten Monaten vor allem in Europa auch die hohe Unsicherheit und der Fortfall eines Großteils des Exportgeschäfts mit Russland die wirtschaftliche Aktivität belasten. Mit Abklingen der Energiekrise haben sich die Konjunkturaussichten im Euroraum etwas aufgehellt. Bis zum Jahresende 2022 waren die Auftriebskräfte offenbar stark genug, um zu verhindern, dass die Wirtschaftsleistung als Folge der hohen Energiepreise und des damit verbundenen Kaufkraftentzugs schrumpft. Deutschland soll mit einem BIP von +0,7 % im Jahr 2023 ein leichtes Wachstum generieren. Für den Euroraum wird ein Wachstum des BIP von +1,0 % prognostiziert. 6 Asien wird mit einem Wachstum von voraussichtlich +5,3 % wiederum die wachstumsstärkste Region sein. In China zeichnet sich mit einem Plus von +5,2 % eine anhaltend gedämpfte Expansionsdynamik ab. 7 Vorbehaltlich einer weiteren Verschlechterung des Russland-Ukraine-Konflikts bzw. Verschlechterung der Energiepreise geht der Vorstand der Schmitz Cargobull AG für das Geschäftsjahr 2022/2023 davon aus, dass sich die Neuzulassungen für Sattelauflieger in den geographischen Kernregionen in Europa im Vorjahresvergleich grundsätzlich positiv entwickeln. 3.2 Geschäftsverlauf und Lage Basierend auf den beschriebenen Prognosen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und zur Entwicklung der für den Schmitz Cargobull Konzern relevanten Märkte gehen wir für das Geschäftsjahr 2023/2024 von einer für den Schmitz Cargobull Konzern positiven Geschäftsentwicklung aus. Vor dem Hintergrund der im Markt bestehenden Unsicherheiten haben wir unsere Planung aber um eine Szenariobetrachtung ergänzt, die sowohl einen "Pessimistic Case" als auch einen "Optimistic Case" abbildet. Dementsprechend planen wir im "Base Case" für das Geschäftsjahr 2023/2024 für den Schmitz Cargobull Konzern bei einer im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöhten Produktionsmenge Umsätze von rund 2,7 Mrd. €. Durch die allgemein erhöhte Nachfrage nach Investitionsgütern gehen wir jedoch auch weiterhin von einem starken Anstieg der Rohstoffmarktpreise, insbesondere Stahl, aus. Der drohende Rückgang der Rohmarge soll im Wesentlichen durch Preiserhöhungen sowie Herstellkosten- bzw. Materialkostensenkungsprogramme abgewendet werden. Im "Base Case" soll das EBIT dementsprechend bei ca. 140,5 Mio. € liegen, es sollen insgesamt 55.524 Fahrzeuge produziert werden und das Jahresergebnis bei ca. 103,5 Mio. €. Im "Pessimistic Case" wurde auf Basis von 38.900 verkauften Fahrzeugen mit Umsatzerlösen von 1,9 Mrd. € geplant. Das Konzernergebnis läge entsprechend bei -31,2 Mio. €. Im "Optimistic Case" würden, bei verkauften Fahrzeugen 72.051 Einheiten, Umsatzerlöse in Höhe von 3,1 Mrd. € und ein Konzernergebnis von 129,5 Mio. € erzielt. Der "Base Case" enthält Investitionen in Höhe von 103,0 Mio. €. Der Großteil der Investitionen soll dabei auf die Bereiche Digitalisierung und Automatisierung entfallen. 4 Chancen- und Risikobericht4.1 Grundlagen Als international tätige Unternehmensgruppe ist Schmitz Cargobull gesamtwirtschaftlichen, branchenspezifischen, finanzwirtschaftlichen sowie unternehmensspezifischen Chancen und Risiken ausgesetzt. Unser Chancen- und Risikomanagement hilft dabei, diese frühzeitig zu erkennen und zu beurteilen. Der Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig durch die im November 2022 neu gegründete Abteilung Risikomanagement über die aktuelle Risikolage der Gesellschaft und der einzelnen Unternehmensteile informiert. Die Möglichkeit, dass aufgrund von externen Einflüssen, Entwicklungen oder durch Handlungen die geplanten Unternehmensziele erreicht oder übertroffen werden, verstehen wir bei Schmitz Cargobull als Chance. Unter Risiko wird dabei die Gefahr des Eintretens von Ereignissen oder Handlungen verstanden, die das Erreichen der geplanten strategischen oder operativen Unternehmensziele negativ beeinflussen können. Risiken können das Geschäft von Schmitz Cargobull negativ beeinflussen und in extremen Fällen auch den Fortbestand des Schmitz Cargobull Konzerns gefährden. Für einen nachhaltigen Erfolg von Schmitz Cargobull ist es daher entscheidend, bestehende Risiken frühzeitig zu erkennen und zu steuern. 4.2 Chancen- und Risikomanagement 4.2.1 Chancenmanagement Die Identifizierung und Analyse von Chancen liegt bei Schmitz Cargobull in der Zuständigkeit des Vorstands und in Teilen des Senior-Managements. Im Rahmen von Innovationsworkshops, Vorstandssitzungen und Strategiemeetings werden neue Entwicklungen und Technologien und die sich daraus ergebenen Chancen analysiert und im Rahmen von Projekten vorangetrieben. Mit unserem konzernweit eingesetzten Customer Relationship Management (CRM) dokumentieren und analysieren wir unsere Vertriebs- und Serviceaktivitäten. Unser CRM basiert auf einer Vielzahl operativer Frühindikatoren, wie Marktpotenziale, Auftragseingang oder Rohstoffpreisentwicklung. So steuern wir gezielt unsere Vertriebs- und Serviceaktivitäten und können Chancen konsequent nutzen. Zudem betrachten wir permanent unsere Märkte und können so sich bietende gesamtwirtschaftliche Chancen frühzeitig erkennen. Die Identifikation von sonstigen Chancen erfolgt darüber hinaus durch unser operatives Management. Die definierten Chancen werden mit dem Vorstand diskutiert und darauf basierend Strategien abgeleitet. 4.2.2 Risikomanagement Das Hauptziel des Risikomanagements bei Schmitz Cargobull ist der Schutz der Schmitz Cargobull AG bzw. des Schmitz Cargobull Konzerns vor Verlust des Vermögens und vor bestandsgefährdenden Risiken. Um diese Ziele zu erreichen ist ein bewusster Umgang mit Risiken unter Beachtung von Wesentlichkeitsüberlegungen und unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen erforderlich. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement des Schmitz Cargobull Konzerns trägt der Vorstand der Schmitz Cargobull AG. Der Vorstand kommt dieser Verantwortung nach, indem er die methodischen und organisatorischen Standards für das Risikomanagement im gruppenweit gültigen Risikomanagement-Handbuch festlegt. Das Risikomanagement und das Risikofrühwarnsystem sind hinsichtlich wesentlicher Risiken in das Planungs- und Steuerungssystem integriert und wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung. Es ermöglicht angemessene und schnelle Reaktionen auf sich stetig ändernde Rahmenbedingungen und ist eine wichtige Basis für den nachhaltigen Erfolg von Schmitz Cargobull. Wichtige Bestandteile sind die Mehrjahresplanung, die monatlich rollierenden Absatz- und Produktionsplanungen, das umfassende Berichtswesen, das interne Kontrollsystem und das Compliance Management System. Die Identifikation der Risiken erfolgt im Rahmen einer Risikoinventur. Für jedes identifizierte Risiko erfolgt die Bewertung auf Basis der Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenziellen Schadenshöhe/Auswirkung. Anhand dieser Bewertungssystematik unterscheidet Schmitz Cargobull die folgenden Risikoklassen: zu vernachlässigendes Risiko, geringes Risiko, mittleres Risiko, hohes Risiko und bestandsgefährdendes Risiko. Die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos erfolgt anhand einer definierten Skala (in %) und ist in fünf Kategorien aufgeteilt. Bei der Bewertung der Auswirkung erfolgt eine Unterscheidung ebenfalls in fünf Kategorien: unbedeutender Schaden, mittlerer Schaden, bedeutender Schaden, schwerwiegender Schaden, bestandsgefährdender Schaden. Diese Kategorien gelten sowohl für die monetäre Bewertung als auch für die nicht monetäre Bewertung. Für die Bewertung der Risiken ist ein Betrachtungszeitraum von 36 Monaten (Reichweite des Radars) definiert. Die monetäre Bewertung wird jedoch nur für den Zeitraum vorgenommen, für den eine hinreichende Quantifizierung sinnvoll möglich ist. Bei der Risikobewertung erfolgt eine Unterscheidung zwischen Brutto- und Nettorisiken. Bei dem Bruttorisiko handelt es sich um das Risiko, das ohne risikoreduzierende Maßnahmen besteht. Das Nettorisiko stellt das verbleibende Restrisiko nach dem Ergreifen von risikoreduzierenden Maßnahmen dar. Für die vierteljährlich durchgeführte Beurteilung der Gesamtrisikosituation betrachtet Schmitz Cargobull ausschließlich die Nettorisiken. Bei Schmitz Cargobull erfolgt vierteljährlich eine gruppenweite Risikoberichterstattung. Unterstützt wird der Risikomanagementprozess durch den Einsatz einer Risikomanagement-Software. Die Informationen über die erfassten Risiken werden verdichtet, gegenseitige Abhängigkeiten geprüft und durch die Abteilung Risikomanagement in einem Risikobericht zusammengefasst. Der Risikobericht enthält nur die aus Sicht des Schmitz Cargobull Konzerns wesentlichen Risiken. Der Vorstand der Schmitz Cargobull AG (gleichzeitig das Risiko-Komitee) entscheidet bei Bedarf über einzuleitende Maßnahmen zur Risikoreduzierung. Der Risikobericht wird dann durch den Vorstand der Schmitz Cargobull AG freigegeben und im Rahmen der vierteljährlichen Sitzungen des Finanz- und Prüfungsausschusses des Aufsichtsrates durch den Vorstand bzw. den Leiter Risikomanagement vorgestellt. Zusätzlich zur vierteljährlichen Risikoberichterstattung werden auftretende Risiken, bzw. Änderungen von Risiken, die aufgrund ihrer möglichen Auswirkung von wesentlicher Bedeutung für die Schmitz Cargobull Gruppe sind, im Rahmen einer Ad-hoc Meldung gleichzeitig an den Vorstand der Schmitz Cargobull AG und den Leiter Risikomanagement berichtet. 4.3 Überblick über wesentliche Chancen und Risiken Wesentliche Risiken und Chancen, die sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Schmitz Cargobull Konzerns auswirken können, resultieren aus den nachfolgend beschriebenen Themenfeldern. Darüber hinaus können weitere Risiken und Chancen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht identifiziert wurden oder als nicht wesentlich eingestuft werden, Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben. Die größten Unsicherheiten für Schmitz Cargobull bestehen in der zukünftigen Entwicklung der Absatz- und Beschaffungsmärkte, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Marktunsicherheit und der Klimawandeldiskussion mit dem damit einhergehenden Einfluss auf die Weltwirtschaft und Transportindustrie. Zusätzlich stellen ungewisse politische Entwicklungen, wie z.B. weltweit verstärkte protektionistische Tendenzen und daraus resultierende Exportbeschränkungen ein Risiko für die Entwicklung der Weltwirtschaft und somit auch für die Absatzmärkte von Schmitz Cargobull dar und können einen wesentlichen Einfluss auf die Absatz- und Ertragslage haben. Die für Schmitz Cargobull wesentlichen operativen Risiken stellen sich im Hinblick auf Eintrittswahrscheinlichkeit und potenzielle Auswirkung wie folgt dar:
4.4 Leistungswirtschaftliche Chancen und Risken 4.4.1 Absatzmarkt Die zunehmend global ausgerichtete Strategie von Schmitz Cargobull bietet attraktive Wachstums- und Ertragschancen. Im Zuge der Strategieerarbeitung wurden die wesentlichen Wachstumsfelder für die Zukunft identifiziert. Ein wichtiger Baustein in diesem Zusammenhang ist weiterhin der kontinuierliche Ausbau der Value Added Services über alle Vertriebsregionen hinweg sowie die Einführung neuer Produkte. Das Trailer Telematik-System TrailerConnect wird laufend weiterentwickelt und um neue Funktionen erweitert. Der Anteil der mit Telematik-Systemen ausgestatteten Fahrzeuge steigt stetig und daher wurde auch die Möglichkeit geschaffen, dass das Telematikportal auch Daten anderer Telematik-Systeme verarbeiten kann. Weitere Wachstums- und Ertragschancen bestehen für Schmitz Cargobull in der Erweiterung des Produktportfolios. Auch die fortschreitende Digitalisierung im Transportwesen bietet Möglichkeiten für Produktinnovationen und die Entwicklung neuer Services. Chancen und Risiken für die Entwicklung des Trailer Marktes sind wesentlich durch die konjunkturelle Lage beeinflusst. Der Trailer Markt unterliegt konjunkturbedingt zyklischen Schwankungen, die grundsätzlich nur sehr schwer vorherzusagen sind und dazu führen, dass die Zulassungszahlen für Sattelauflieger und Motorwagenaufbauten auch unterjährig erheblich schwanken. Ursache hierfür sind unter anderem konjunkturelle Entwicklungen in einzelnen Vertriebsregionen und Branchen sowie bestehende Unsicherheiten der Kunden in Bezug auf die zukünftige Auftragssituation und die Entwicklung der für sie relevanten Kosten. Derartige Entwicklungen wirken sich erfahrungsgemäß deutlich überproportional, z.B. im Vergleich zur Automobilbranche, auf den Trailer Markt aus. Den Absatzrisiken trägt Schmitz Cargobull Rechnung, indem bereits in der Vergangenheit flexible Produktionskonzepte implementiert und Möglichkeiten zur Kostenflexibilität u.a. durch Leiharbeit und Arbeitszeitkonten geschaffen wurden. Das weniger konjunkturabhängige Value Added Service Geschäft mit den Bereichen Finanzierung, Telematik, Full-Service und dem Ersatzteilgeschäft wird kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut, um die konjunkturbedingten Schwankungen im Trailer Geschäft abzufedern. Schmitz Cargobull unterstützt den Absatz seiner Produkte zudem mit verschiedenen Strukturen und Instrumenten. In den absatzstärkeren Märkten hat Schmitz Cargobull z.B. Finanzierungskooperationen mit einem oder mehreren Finanzpartnern abgeschlossen. Im Rahmen dieser Kooperationen werden Kunden eine Vielzahl von Finanzierungsprodukten angeboten. Schmitz Cargobull beteiligt sich an den Risiken solcher Kundenfinanzierungen, soweit dies aus Gründen der Marktstruktur oder kundenspezifischer Anforderungen angemessen erscheint. 4.4.2 Beschaffungsmarkt Der Beschaffungsmarkt ist im Gegensatz zum weitgehend europäischen Absatzmarkt tendenziell von globalen Entwicklungen geprägt. So werden Preise für wichtige Rohmaterialien wie Stahl, Aluminium und Kautschuk überwiegend durch weltweite Entwicklungen beeinflusst und befinden sich im Geschäftsjahr 2023/2024 auf einem sehr hohen Niveau im Vergleich zum Vorjahr bzw. den Vorjahren. Der drohende Rückgang der Rohmarge soll neben Preiserhöhungen auch durch geeignete Projekte abgewendet werden. Das Kostensenkungsprogramm "Lean to Compete" wird daher weiter fortgeführt. Die Ziele sind sowohl im Herstellkostenbereich als auch im Gemeinkostenbereich aufgrund der externen Kostensteigerungen erhöht worden. Generell ist die Vormaterialverfügbarkeit aufgrund der angespannten Weltmarktlage immer noch sehr angespannt und von diversen Force Majeur Meldungen der Lieferketten geprägt. Für wichtige Lieferanten hat Schmitz Cargobull alternative Lieferanten aufgebaut, was sich in der aktuellen Martklage positiv auf die Stabilität der Lieferketten ausgewirkt hat. Die vorhandenen Single-Source-Lieferanten werden weiterhin durch das vorhandene Risikomanagement beobachtet. Die hohe Nachfrage im Absatz führt auch zu entsprechenden stark steigenden Bedarfen im gesamten Einkaufsbereich und erfordert daher auch von den Zulieferern eine hohe Flexibilität. Zum frühzeitigen Erkennen von Lieferengpässen ist ein entsprechendes Lieferantenscoring installiert. 4.4.3 Produkt und Produktion Das Thema Elektromobilität für Nutzfahrzeuge hat weiterhin eine große Bedeutung. Für die Schmitz Cargobull AG bieten sich insbesondere durch Produktinnovationen und durch die Einführung neuer Produkte Chancen, von diesem Wachstumstrend zu partizipieren. Auch die zunehmenden Forderungen nach ökologischen Transportlösungen bietet Chancen. Schmitz Cargobull hat in diesem Zusammenhang bereits das Lang-LKW-Konzept "EcoDuo" sowie den "EcoFlex" entwickelt. Im Produktionsbereich besteht grundsätzlich das Risiko, dass es bei mangelhafter Qualität der Fahrzeuge zu Garantie- und Kulanzleistungen kommen kann. Mangelhafte Qualität kann sich auch negativ auf das Image von Schmitz Cargobull auswirken und zu sinkenden Marktanteilen oder geringeren Margen führen. Qualitätsmängel können aber auch durch fremdbezogene Fahrzeugkomponenten verursacht werden und Kosten für Schmitz Cargobull verursachen. Bei Qualitätsmängeln, die auf Komponenten von Vorlieferanten zurückzuführen sind, können Ansprüche von Schmitz Cargobull gegenüber den betroffenen Lieferanten bestehen. Zur Minimierung von Qualitäts- und technischen Compliance-Risiken ist bei Schmitz Cargobull ein umfassendes und standortübergreifendes Qualitätsmanagement implementiert. Dieses sieht eine stetige Analyse und Verbesserung der Entwicklungs- und Produktionsprozesse vor. Der Produktentstehungsprozess wurde weitgehend standardisiert. Jede Innovation durchläuft bis zur Serienreife definierte Entwicklungsstufen. Die Schmitz Cargobull unterzieht zudem seine Fahrzeuge umfangreichen Tests in dem unternehmenseigenen Test- und Versuchszentrum CVC (Cargobull Validation Center) um Qualitäts- und eventuell vorhandene Sicherheitsmängel zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, die die hohe Qualität und die Sicherheit der Fahrzeuge gewährleisten. Der Risikominimierung durch umfangreiche Testreihen im Roadsimulator kommt dabei höchste Bedeutung zu. Es wurde u.a. ein Schichtmodell umgesetzt, dass die vollständige Schließung einzelner Werke verhindert hat. Des Weiteren wurden umfangreiche Möglichkeiten für das mobile Arbeiten in den nicht produktionsnahen Bereichen geschaffen. Produktionsausfälle verursacht durch fehlende Materialversorgung aufgrund von Ausfällen von Vorlieferanten stellen ein weiteres Risiko dar, das durch das Vorhandensein von Second-Source-Lieferanten verringert wird. Vorhandene Single-Source-Lieferanten werden weiterhin durch das vorhandene Risikomanagement beobachtet. 4.5 Finanzwirtschaftliche Risiken Finanzwirtschaftliche Risiken resultieren aus unserer internationalen Geschäftstätigkeit in Form von währungsbedingten Risiken, die wir bewerten und durch unsere Währungsstrategie absichern. Geschäfte in Fremdwährung mit Banken und geplante Ein- bzw. Auszahlungen in den wesentlichen Währungen GBP, SEK, NOK und RUB werden mittels Devisentermingeschäften abgesichert. Währungsrisiken für die in Fremdwährung gehandelten Produktionsmaterialien wie zum Beispiel Aluminium werden durch Euro-Preisvereinbarungen mit den entsprechenden Lieferanten reduziert. Das Kurs- und Sicherungsrisiko liegt daher bei den Lieferanten. Die Kontraktreichweite bei solchen Geschäften ist zurzeit auf wenige Monate begrenzt. Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Darlehen werden über entsprechende Zinssicherungsgeschäfte laufzeitkongruent abgesichert. Zur Minimierung von Forderungsausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein international koordiniertes Debitorenmanagement. Zudem werden in allen Absatzmärkten präventive Bonitätsprüfungen durchgeführt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Risiken der Welt sehen wir ein grundsätzlich erhöhtes Forderungsausfallrisiko. Bisher ist kein erhöhter Ausfall von Forderungen zu verzeichnen. Im Bereich der Absatzfinanzierung haben sich die Risiken gegenüber dem Vorjahr insgesamt nicht erhöht. Die in diesem Zusammenhang eingegangenen Risiken werden durch eine angemessene Risikovorsorge entsprechend bilanziell abgebildet. 4.6 Sonstige Risiken 4.6.1 Personal Personalrisiken bestehen aufgrund unseres kontinuierlichen Bedarfs an hochqualifizierten Fach- und Führungskräften. Der Erfolg von Schmitz Cargobull hängt damit auch zukünftig von der Gewinnung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab. Wir begegnen diesen Risiken durch unsere Unternehmenskultur, Mitarbeiterbefragungen, intensive Ausbildungsprogramme und Personalentwicklung, leistungsgerechte Vergütung mit erfolgsabhängigen Anreizen und frühzeitiger Nachfolgeplanungen sowie Stellvertreterregelungen. 4.6.2 Informationstechnische Risiken Bei der Abwicklung und Sicherstellung aller Geschäftsprozesse ist der Einsatz moderner Informationstechnologie von überaus wichtiger Bedeutung. Parallel zur stetig wachsenden Bedeutung der Informationstechnologie haben Risiken hieraus zugenommen. Dies betrifft sowohl die Häufigkeit von beispielsweise Virenangriffen oder Hacking als auch deren mögliches Schadenspotenzial. Die wesentlichen Bedrohungen werden in den Bereichen Systemsicherheit und -verfügbarkeit, Datensicherheit und Vermeidung von Missbrauch sowie Cyber-Attacken durch Viren und Malware gesehen. Zur Reduzierung und Abwehr solcher Risiken sind in allen Bereichen Sicherungsmaßnahmen installiert. Bestehende IT-Sicherheitssysteme sowie Richtlinien und Organisationsstrukturen unterliegen einem stetigen Verbesserungsprozess. 4.6.3 Governance, Recht und Compliance Die vorsätzliche, aber auch leichtfertige und fahrlässige Verletzung von Gesetzen und Vorschriften durch Führungskräfte oder Mitarbeiter kann ein erhebliches Risiko für Schmitz Cargobull darstellen. Zur Minimierung dieses Risikos hat Schmitz Cargobull ein Compliance Management System eingerichtet, welches stetig weiterentwickelt wird. Für alle als wesentlich identifizierte Governance- und Compliance-Themen gibt es konzernweit verbindliche Richtlinien, insbesondere zu den Themen Wettbewerbsrecht, Korruption, Geldwäscheprävention, Datenschutz sowie Steuern und Zölle. Darüber hinaus hat Schmitz Cargobull grundlegende Verhaltensregeln im Rahmen des Code of Conduct definiert. Dieser enthält auch Ausführungen zu Grundwerten und ethischen Normen. Hier verfolgt Schmitz Cargobull eine Nulltoleranz-Politik, die auch Top-Down eindeutig kommuniziert und vorgelebt wird. Zur Erhöhung der Sensibilität der Mitarbeiter und Auffrischung zurückliegender Schulungen wurde im Geschäftsjahr 2022/2023 in Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister eine neue Online-Compliance-Schulung erstellt. Die Compliance-Schulung wurde gruppenweit von allen Führungskräften, Vertriebsmitarbeiter sowie von weiteren relevanten Mitarbeitergruppen absolviert. 4.7 Gesamtbild der Risikolage Insgesamt haben sich die Risiken der Schmitz Cargobull Gruppe gegenüber der Zeit vor Corona bzw. dem Krieg in der Ukraine tendenziell vom Absatzmarkt zum Beschaffungsmarkt verschoben. Die aktuell noch gute Auftragslage bietet Planungssicherheit bzgl. der Auslastung für das laufende Geschäftsjahr 2023/2024 bei gleichzeitig hohen Ertragsrisiken aufgrund der Preisentwicklung bei wichtigen Rohstoffen und Vormaterialien. Die Analyse der Risikosituation und der damit verbundenen möglichen finanziellen Auswirkung liefert unter Berücksichtigung der Bilanzstruktur keine Anhaltspunkte für Risiken, die den Bestand des Konzerns substanziell gefährdenden können. Gegenüber dem Vorjahr sind die Risiken insgesamt aufgrund der Situation in der Ukraine gestiegen. Der Vorstand der Schmitz Cargobull AG stuft die Risiken dennoch als beherrschbar ein und sieht den Fortbestand der Schmitz Cargobull AG als nicht gefährdet an.
Altenberge, den 30. Juni 2023 Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft Andreas Schmitz, Vorsitzender Andreas Busacker Boris Billich Dr. Günter Schweitzer Marnix Lannoije
1 Vgl. Kieler Konjunkturberichte -
Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, S. 3.
Konzernbilanz zum 31. März 2023Aktiva
Konzerngesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. April 2022 bis 31. März 2023
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für die Zeit vom 1. April 2022 bis 31. März 2023
Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. April 2022 bis 31. März 2023
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds:
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022/20231 Allgemeine Angaben 1.1 Geschäftsgegenstand 1.2 Grundlagen der Rechnungslegung 2 Konsolidierungskreis und Konzernabschlussstichtag 3 Konsolidierungsmethoden 4 Währungsumrechnung 5 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 5.1 Umsatzrealisierung 5.2 Immaterielle Vermögenswerte 5.3 Sachanlagen 5.4 Wertminderungen von langfristigen Vermögenswerten 5.5 Zuwendungen der öffentlichen Hand 5.6 Leasingverhältnisse (Leasingnehmer) 5.7 Finanzinstrumente 5.8 Sonstige Vermögenswerte 5.9 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 5.10 Vorräte 5.11 Ertragsteuern 5.12 Leistungen an Arbeitnehmer 5.13 Rückstellungen 5.14 Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten 5.15 Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen 6 Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung 6.1 Umsatzerlöse 6.2 Sonstige betriebliche Erträge 6.3 Materialaufwand 6.4 Personalaufwand 6.5 Abschreibungen auf Anlagevermögen 6.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen 6.7 Finanzergebnis 6.8 Ertragsteuern 7 Erläuterungen zur Konzernbilanz 7.1 Immaterielle Vermögenswerte 7.2 Sachanlagen 7.3 Nutzungsrechte 7.4 Anteile an at-Equity bilanzierten Unternehmen 7.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.6 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7.7 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7.8 Sonstige Vermögenswerte 7.9 Vorräte 7.10 Eigenkapital 7.11 Kapitalmanagement 7.12 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.13 Sonstige Rückstellungen 7.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.15 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.16 Vertragsverbindlichkeiten 7.17 Sonstige Verbindlichkeiten 7.18 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Schulden 8 Sonstige Angaben 8.1 Risikomanagement 8.2 Angaben zu Finanzinstrumenten 8.3 Kapitalflussrechnung 8.4 Haftungsverhältnisse 8.5 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 8.6 Gesamthonorar des Abschlussprüfers 8.7 Gesamtbezüge des Vorstandes und des Aufsichtsrats 8.8 Konzernverhältnisse 8.9 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 1 Allgemeine Angaben1.1 Geschäftsgegenstand Die Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft, hat ihren Sitz in der Siemenstraße 50 in 48341 Altenberge und ist beim Registergericht Steinfurt unter der Handelsregisternummer HRB Nr. 3009 registriert. Sie ist das oberste Mutterunternehmen im Schmitz Cargobull-Konzern (im Folgenden auch kurz "Schmitz Cargobull"). Der Schmitz Cargobull-Konzern ist als international führender Hersteller von Sattelaufliegern, Anhängern und Motorwagenaufbauten für den Transport von temperierter Fracht, General Cargo, Seecontainern sowie Schüttgütern sowie aller damit verbundenen Dienstleistungen tätig, weiterhin bietet Schmitz Cargobull ein umfangreiches Serviceangebot. Das umfangreiche Serviceangebot umfasst diverse Full Service-Leistungen sowie Vermietung und Absatzfinanzierung. Ersatzteilversorgung und Full Service-Dienstleistungen sind die Kernkompetenzen der Cargobull Parts & Service GmbH (CPS). Mit einer Ersatzteilversorgung innerhalb von 24 Stunden, regelmäßigen Wartungen und einem europaweiten, auf rund 1.700 Service-Partner-Werkstätten angewachsenen Netz erfüllt die CPS den Anspruch der Kunden auf eine hohe Verfügbarkeit ihrer Trailer-Flotten und eine niedrige Total Cost of Ownership (TCO). Die Telematik-Dienstleistungen machen die Trailer von Schmitz Cargobull "smart" und betten sie in das Flottenmanagement der Kunden ein. Die Zweitvermarktung von Trailern rundet das Service-Portfolio ab. Die Cargobull Trailer Store GmbH, die mit Depots in ganz Europa vertreten ist, wickelt für Gebrauchtfahrzeuge die Inzahlungnahme und den Eigenhandel ab. 1.2 Grundlagen der Rechnungslegung 1.2.1 Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses Der Konzernabschluss der Schmitz Cargobull AG zum 31. März 2023 wurde in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsstandards des International Accounting Standards Board (IASB) - den International Accounting Standards (IAS) bzw. den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind - und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Dabei wurden sämtliche zum 31. März 2023 in der Europäischen Union anzuwendenden IAS bzw. IFRS sowie die entsprechenden Interpretationen des Standing Interpretation Committee (SIC) bzw. des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) beachtet. Der Konzernabschluss wurde in Euro und in Übereinstimmung mit den nachfolgend erläuterten Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Dabei wird von der Fortführung der Geschäftstätigkeit ausgegangen. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Anhang entsprechend erläutert. Alle Beträge im Anhang sind - sofern nicht anders vermerkt - in Tausend Euro (T€) angegeben. Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von einer Einheit (T€, % usw.) auftreten. Vermögenswerte und Schulden sind entsprechend ihrer Restlaufzeit in langfristig (bei Fälligkeiten über einem Jahr) und kurzfristig aufgegliedert. Pensionsrückstellungen und latente Steuern werden generell als langfristig ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. 1.2.2 Neue bzw. geänderte Rechnungslegungsstandards Die im Folgenden dargestellten Standards bzw. Änderungen an Standards waren im Geschäftsjahr erstmalig anzuwenden, haben aber keine wesentlichen Auswirkungen auf den Schmitz Cargobull-Konzern:
1.2.3 Auswirkungen von zukünftig verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsstandards Die im Folgenden dargestellten Standards bzw. Änderungen an Standards werden zukünftig anzuwenden sein, haben aber voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Schmitz Cargobull-Konzern:
Weitere Standards sind durch das IASB verabschiedet, derzeit jedoch noch nicht durch die EU übernommen worden. Im Geschäftsjahr wurden keine Standards vorzeitig angewendet. 2 Konsolidierungskreis und KonzernabschlussstichtagDie nachfolgende Tabelle zeigt den direkt oder indirekt gehaltenen Anteilsbesitz der Schmitz Cargobull AG:
1 Nicht in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen. 2 Erstmalige Einbeziehung in den Konzernabschluss. 3 Abweichender Abschlussstichtag (31.12.), für Zwecke des Konzernabschlusses wird ein Zwischenabschluss erstellt. 4 Inanspruchnahme von Befreiungen gem. §§ 264 Abs. 3, 264b HGB. 5 Das Mutterunternehmen oder ein anderes in den Konzernabschluss einbezogenes Untern. ist unbeschränkt haftender Gesellschafter. In den Konzernabschluss werden neben der Schmitz Cargobull AG als oberstem Mutterunternehmen 20 (Vorjahr: 19) inländische und 43 (Vorjahr: 40) ausländische Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen sowie 3 (Vorjahr: 3) assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Der Konzernabschlussstichtag entspricht dem Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens und sämtlicher im Wege der Vollkonsolidierung einbezogener Tochterunternehmen, mit Ausnahme der in der obigen Tabelle entsprechend gekennzeichneten Unternehmen, die als Abschlussstichtag den 31. Dezember 2022 aufweisen. Für diese Unternehmen werden für Zwecke der Einbeziehung in den Konzernabschluss Zwischenabschlüsse auf den Konzernabschlussstichtag aufgestellt. Für das nach der Equity-Methode einbezogene assoziierte Unternehmen Cargobull Finance Holding B.V. wird ein Abschluss zum 31. Dezember 2022 im Konzernabschluss verarbeitet. 3 KonsolidierungsmethodenTochterunternehmen, auf welche die Schmitz Cargobull AG direkt oder indirekt Beherrschung ausüben kann, sind in den Konzernabschluss einbezogen. Beherrschung liegt vor, wenn das Mutterunternehmen die Verfügungsmacht aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über das Tochterunternehmen hat, es an deren variablen Renditen partizipiert und diese Renditen durch seine Verfügungsgewalt beeinflussen kann. Strukturierte Unternehmen, die beherrscht werden, sind ebenfalls zu konsolidieren. Strukturierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen die Stimmrechte oder vergleichbare Rechte nicht ausschlaggebend für die Festlegung der Beherrschung sind. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn sich die Stimmrechte lediglich auf die Verwaltungsaufgaben beziehen und die maßgeblichen Tätigkeiten durch Vertragsvereinbarungen geregelt sind. Derzeit werden keine strukturierten Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Schmitz Cargobull AG die Beherrschung über die Gesellschaft erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch die Schmitz Cargobull AG endet, in den Konzernabschluss einbezogen. Die zu konsolidierenden Abschlüsse der Schmitz Cargobull AG als Mutterunternehmen und der einbezogenen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf den Stichtag des Mutterunternehmens aufgestellt, bzw. werden Zwischenabschlüsse zum Bilanzstichtag erstellt. Bei den nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen werden dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die Ermittlung des anteiligen Kapitals zugrunde gelegt. Unternehmenszusammenschlüsse werden entsprechend der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei wird die übertragene Gegenleistung zum Zeitpunkt des Erwerbs mit dem zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewerteten Nettovermögen verrechnet. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden grundsätzlich ergebniswirksam erfasst. Enthält die übertragene Gegenleistung eine bedingte Gegenleistung, wird diese mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert bewertet. Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden werden ebenfalls mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Übersteigen die Anschaffungskosten den beizulegenden Zeitwert des identifizierten Nettovermögens, wird dieser aktive Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Ist der beizulegende Zeitwert des übernommenen Nettovermögens höher als die Anschaffungskosten, ergibt sich ein passiver Unterschiedsbetrag. Dieser wird im Erwerbsjahr sofort ertragswirksam erfasst. Wenn die beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt des Unternehmenszusammenschlusses bis zum Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung nur vorläufig bestimmt werden können, wird der Unternehmenszusammenschluss mit diesen vorläufig ermittelten Werten bilanziert. Die Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung erfolgt unter Berücksichtigung des Bewertungszeitraumes von zwölf Monaten ab Erwerbszeitpunkt. Innerhalb dieses Bewertungszeitraumes werden alle erforderlichen Anpassungen an den ermittelten beizulegenden Zeitwerten gegen den vorläufig ermittelten Unterschiedsbetrag gebucht. Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse innerhalb des Konsolidierungskreises werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Anteile an at-Equity bilanzierten Unternehmen werden im Zeitpunkt des Zuganges mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals der Beteiligungen nach Erwerb werden gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet. Die Anteile des Schmitz Cargobull-Konzerns an at-Equity bilanzierten Unternehmen beinhalten die bei Erwerb entstandenen Firmenwerte. Da die Firmenwerte nicht getrennt ausgewiesen werden, sind diese nicht separat auf Wertminderung zu überprüfen. Stattdessen wird der gesamte Buchwert des Anteiles auf Wertminderung untersucht, sobald Anzeichen für ein Absinken des erzielbaren Betrages unter den Buchwert des Investments vorliegen. Unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert eines at-Equity bilanzierten Unternehmens, erfolgt eine Wertminderung in Höhe des Differenzbetrages. Wertaufholungen in nachfolgenden Berichtsperioden werden ergebniswirksam erfasst. Auf die an at-Equity bilanzierte Unternehmen gelieferten und dort als Anlagevermögen bilanzierten Fahrzeuge werden beteiligungsproportional Zwischengewinne eliminiert. Die Eliminierung der Zwischengewinne erfolgt im Equity-Ansatz, ebenso die hierauf abzugrenzenden latenten Steuern. 4 WährungsumrechnungIn Fremdwährung gehaltene flüssige Mittel sowie Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten in den Jahresabschlüssen der Konzerngesellschaften werden zu dem am Bilanzstichtag geltenden Kurs umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen werden nach dem Konzept der funktionalen Währung umgerechnet. Dies ist die jeweilige Landeswährung, wenn die Tochterunternehmen wirtschaftlich eigenständig in den Währungsraum ihres Sitzlandes integriert sind. Bei den Unternehmen des Schmitz Cargobull-Konzerns ist die funktionale Währung die Landeswährung. Für den Konzernabschluss erfolgt die Umrechnung der in Landeswährung berichteten Vermögenswerte und Schulden in Euro zum jeweiligen Mittelkurs am Bilanzstichtag. Veränderungen während des Jahres, die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und die des sonstigen Ergebnisses werden mit den Jahresdurchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen geführt. Aus der Währungsumrechnung resultierende Unterschiedsbeträge werden bis zum Abgang des Tochterunternehmens ergebnisneutral im Eigenkapital innerhalb der Gewinnrücklagen separat ausgewiesen. Zum Zeitpunkt der Entkonsolidierung von Konzerngesellschaften werden die jeweiligen kumulierten Umrechnungsdifferenzen erfolgswirksam aufgelöst. Verwendete Umrechnungskurse:
Die Türkei wird seit Juni 2022 als Hochinflationsland im Sinne des IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" eingestuft. Die funktionale Währung der türkischen Tochtergesellschaft ist die Türkische Lira. Die Effekte aus der Anwendung des IAS 29 sind für den Konzernabschluss von untergeordneter Bedeutung, weshalb keine Indexierung vorgenommen wurde. 5 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze5.1 Umsatzrealisierung Umsatzerlöse werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem eine Leistungsverpflichtung erfüllt ist. Bei Verträgen mit mehreren Leistungsverpflichtungen wird der Transaktionspreis auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Erzeugnissen oder Waren werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Verfügungsmacht über das Produkt auf den Kunden übergegangen ist. Die Umsatzrealisierung, insbesondere über den Verkauf von Trailern sowie die Erbringung von Serviceleistungen mit Kunden, erfolgt im Schmitz Cargobull-Konzern hauptsächlich auf Basis der Einzelverträge. Umsatzerlöse werden in Höhe der vertraglich vereinbarten Gegenleistung erfasst, sobald der Kunde die Kontrolle über die Güter erlangt oder die erbrachten Dienstleistungen nutzt. Bezogen auf den Verkauf von neuen und gebrauchten Fahrzeugen sowie Ersatzteilen geht dies im Schmitz Cargobull-Konzern regelmäßig mit der Übergabe der Fahrzeuge bzw. der Ersatzteile an den Kunden einher. Die Zahlung des Transaktionspreises ist sofort fällig, wenn die Güter an den Kunden übergeben werden. Wesentliche Finanzierungskomponenten sind in den Verträgen mit Kunden nicht enthalten, da in der Regel marktübliche Zahlungsziele vereinbart sind. Für gesetzliche und vertragliche Gewährleistungsverpflichtungen wird eine Rückstellung gebildet. Umsatzerlöse aus Finanzdienstleistungsgeschäften werden bei Klassifizierung des Vertrages als Operate Lease in Höhe der Leasingraten linear über die Laufzeit der Verträge realisiert. Umsatzerlöse aus Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen, bei denen ein Konzernunternehmen eine Rückkaufverpflichtung zu einem vorab festgelegten Wert eingeht, werden nicht sofort in voller Höhe realisiert. Hierbei handelt es sich um Put-Optionen, der Vertragspartner kann Schmitz Cargobull den Trailer andienen. Im Rahmen der Bilanzierung wird unterschieden, ob es sich um ein Leasingverhältnis oder einen Verkauf mit Rückgaberecht handelt. Dies hängt vom wirtschaftlichen Anreiz des Kunden bzw. der dazwischengeschalteten Finanzierungsgesellschaft zur Ausübung seines/ihres Rechts ab. Kommt Schmitz Cargobull bei Vertragsbeginn zu dem Ergebnis, dass ein signifikanter wirtschaftlicher Anreiz zur Ausübung des Rechts vorliegt, wird die Vereinbarung als Leasingverhältnis bilanziert. Die Einstufung erfolgt dabei derzeit als Operate Lease, das heißt die Fahrzeuge werden als Vermögenswert bei Schmitz Cargobull eingebucht und die erhaltenen Verkaufserlöse abzüglich der vereinbarten Restwerte unter den sonstigen Verbindlichkeiten erfasst und linear über die Zeit bis zum mit dem Kunden bzw. der dazwischengeschalteten Finanzierungsgesellschaft vertraglich vereinbarten Rückkaufdatum umsatzwirksam aufgelöst. Liegt für den Kunden kein signifikanter wirtschaftlicher Anreiz vor, wird die Vereinbarung als Verkauf mit Rückgaberecht bilanziert. In diesem Fall werden Umsätze für die übertragenen Fahrzeuge in Höhe der Gegenleistung, die Schmitz Cargobull erwartungsgemäß zusteht, realisiert. Weiterhin wird eine Rückerstattungsverbindlichkeit für die dennoch potenziell zurückkommenden Fahrzeuge erfasst sowie ein Vermögenswert für das Recht, die Fahrzeuge zurückzuerhalten. Umsatzerlöse aus Serviceleistungen werden erfasst, sobald diese erbracht werden. Dabei werden bei Full Service-Verträgen insbesondere Inspektions-/Wartungsleistungen und der Austausch von Verschleißteilen zeitpunktbezogen erbracht. Überschreiten die von Schmitz Cargobull erbrachten Serviceleistungen den Zahlungsbetrag wird ein Vertragsvermögenswert erfasst. Sind die durch den Kunden geleisteten Zahlungen höher als die bis zum Stichtag erbrachte Serviceleistung, wird eine Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen. Im Rahmen des Reifenservice und des Kühlgeräteservice werden Servicepartner eingebunden. In diesen Fällen tritt Schmitz Cargobull als Agent auf und realisiert lediglich die Marge aus diesen Geschäften. Skonti, Kundenboni und Rabatte vermindern den Transaktionspreis. Derartige variable Gegenleistungen werden nur insoweit in den Transaktionspreis einbezogen, als eine spätere Stornierung mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. 5.2 Immaterielle Vermögenswerte Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet und - sofern deren Nutzungsdauer begrenzt ist - linear abgeschrieben. Derzeit bestehen lediglich immaterielle Vermögenswerte in Form von Softwarelizenzen, wofür Nutzungsdauern von 4 bis 5 Jahren zugrunde gelegt werden. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer oder unbegrenzter Nutzungsdauer werden nicht linear abgeschrieben, sondern jährlich sowie anlassbezogen auf Wertminderungsbedarf überprüft. Derzeit gibt es im Konzern jedoch keine immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzugsdauer. Entwicklungskosten für selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte erfüllen derzeit nicht die Ansatzkriterien nach IFRS und werden daher voll aufwandswirksam erfasst. Geschäfts- oder Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet und den immateriellen Vermögenswerten zugeordnet. Die Anschaffungskosten ermitteln sich als aktiver Unterschiedsbetrag zwischen der übertragenen Gegenleistung und dem zum beizulegenden Zeitwert erworbenen Nettovermögen. In Folgeperioden werden Geschäfts- oder Firmenwerte zu Anschaffungskosten abzüglich - sofern erforderlich - kumulierter Wertminderungen bilanziert. Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich auf mögliche Wertminderung überprüft. Übersteigt der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) den erzielbaren Betrag, wird eine Wertminderung in Höhe des Unterschiedsbetrages sofort ergebniswirksam erfasst. Eine Wertaufholung, auch unterjährig erfasster Wertminderungen, erfolgt in späteren Berichtsperioden nicht. Für die Überprüfung auf mögliche Wertminderung ist es erforderlich, den erzielbaren Betrag der ZGE, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, zu ermitteln. Zum Bilanzstichtag werden keine Geschäfts- oder Firmenwerte bilanziert. 5.3 Sachanlagen Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbezogene Verwaltungskosten und Abschreibungen. Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden als Aufwand erfasst. Kosten für Maßnahmen, die zu einer Nutzungsverlängerung oder einer Steigerung der künftigen Nutzungsmöglichkeit der Vermögenswerte führen, werden grundsätzlich aktiviert. Abnutzbare Vermögenswerte werden linear abgeschrieben. Übersicht über die zugrunde gelegten Nutzungsdauern:
Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag geprüft und gegebenenfalls angepasst. Bei Verkauf oder Verschrottung werden die Sachanlagen ausgebucht; dabei entstehende Gewinne oder Verluste werden ergebniswirksam berücksichtigt. 5.3.1 Vermietete Fahrzeuge Schmitz Cargobull vermietet Trailer an Kunden auf Basis kurzfristiger Verträge. Diese Fahrzeuge werden zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer von 6 Jahren auf den erwarteten Restbuchwert abgeschrieben. Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag geprüft und gegebenenfalls angepasst. Sofern die Fahrzeuge nicht mehr vermietet werden, werden diese zum Buchwert in die Vorräte übertragen und die Erlöse nach dem Verkauf als Umsatzerlös ausgewiesen. 5.3.2 Vermietete Fahrzeuge aus Finanzdienstleistungen Im Rahmen der Absatzfinanzierung schließen Schmitz Cargobull-Konzerngesellschaften unter Zwischenschaltung von Leasinggesellschaften oder Banken Verträge mit Kunden ab, im Rahmen derer Schmitz Cargobull den Leasinggesellschaften/Banken Rückkaufvereinbarungen über die den Kunden zur Nutzung überlassenen Vermögenswerte gewährt. Schmitz Cargobull verpflichtet sich in diesen Verträgen, die Fahrzeuge am Ende der Kundenvertragslaufzeit zu einem vereinbarten Restwert von der Leasinggesellschaft/Bank zurückzukaufen, sofern die Leasinggesellschaft/Bank den Trailer andient (siehe Abschnitt 5.1). In diesem Zusammenhang erfüllen diese Verträge teilweise die Definition eines Leasingverhältnisses und werden entsprechend den Klassifizierungskriterien, die bei der Klassifizierung von direkt mit Kunden abgeschlossenen Leasingverhältnissen Anwendung finden würden, als Operate Lease bzw. Finance Lease klassifiziert. Im Schmitz Cargobull-Konzern liegen diesbezüglich derzeit ausschließlich Operate Lease-Verhältnisse vor und die an die Leasinggesellschaften/Banken verkauften Fahrzeuge werden als "Vermietete Fahrzeuge aus Finanzdienstleistungen" zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und linear über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Verkaufserlöse abzüglich des vereinbarten Restwertes werden innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten in der Position "Umsatzabgrenzung aus Finanzdienstleistungen" erfasst und linear über die Vertragslaufzeit bis zur Fälligkeit der Zahlung des vereinbarten Restwertes umsatzwirksam aufgelöst. Die Rückkaufverpflichtungen werden in Höhe der vertraglich vereinbarten Restwerte in der Position "Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen" ausgewiesen. Mit Beendigung des Vertrages werden die Fahrzeuge zum Rückkaufwert in die Vorräte übertragen. Trailer, die im Rahmen von Rückkaufverpflichtungen zurückgekauft werden, sind unter den Handelswaren ausgewiesen. Der Materialaufwand für Trailer, die im Rahmen von Rückkaufvereinbarungen wiedervermarktet wurden, ist in den Aufwendungen für RHB und bezogene Waren enthalten. Bei denjenigen Verträgen, die aufgrund des fehlenden signifikanten wirtschaftlichen Anreizes zur Ausübung des Andienungsrechts nicht als Leasingverhältnis klassifiziert werden, bilanziert Schmitz Cargobull für die potenziell dennoch zurückkommenden Fahrzeuge eine Rückerstattungsverbindlichkeit sowie einen Vermögenswert, um das Rückgaberecht darzustellen. 5.4 Wertminderungen von langfristigen Vermögenswerten Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden auf die Notwendigkeit etwaiger Wertminderungen überprüft, sobald Ereignisse oder Umstände darauf schließen lassen, dass Wertminderungen vorliegen ("Impairment-Test"). Eine Wertminderung wird vorgenommen, wenn der Buchwert des betroffenen Vermögenswertes oder der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu der der Vermögenswert zuzurechnen ist, den erzielbaren Betrag überschreitet. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Wenn der Grund für eine in Vorjahren erfasste Wertminderung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. 5.5 Zuwendungen der öffentlichen Hand Investitionszulagen und Investitionszuschüsse werden erfasst, wenn ausreichende Sicherheit besteht, dass Schmitz Cargobull die damit verbundenen Bedingungen erfüllen wird und dass die Zuwendungen gewährt werden. Erfolgsbezogene Zuwendungen der öffentlichen Hand werden in der Periode ergebniswirksam als "Sonstige betriebliche Erträge" erfasst, in der der entsprechende Anspruch entsteht. Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte mindern nicht die Anschaffungs- und Herstellungskosten dieser Vermögenswerte, sondern werden grundsätzlich innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten passivisch abgegrenzt und über die Nutzungsdauer der geförderten Vermögenswerte linear verteilt. Die Auflösungsbeträge werden pro rata temporis in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. 5.6 Leasingverhältnisse (Leasingnehmer) Ein Leasingverhältnis liegt vor, wenn der Vertrag den Leasingnehmer gegen Zahlung eines Entgelts dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Grundsätzlich sind alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz des Leasingnehmers als Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und als Leasingverbindlichkeit zu erfassen. In der Zugangsbewertung wird die Leasingverbindlichkeit mit dem Barwert der noch nicht geleisteten Leasingzahlungen bewertet. Es wird die Erleichterungsvorschrift in Anspruch genommen, Zahlungen, die auf Servicekomponenten entfallen, gemeinsam mit der Leasingkomponente des Vertrages zu bilanzieren. Diese Erleichterung wurde auf Ebene der Anlagenklassen festgelegt. Abgezinst werden die Zahlungen mit dem Grenzkapitalzinssatz des Leasingnehmers. In der Bilanz werden die Leasingverbindlichkeiten in den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Anschaffungskosten der Nutzungsrechte entsprechen in der Regel dem Betrag, der sich aus der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit ergibt. Die Nutzungsrechte werden in einem separaten Bilanzposten ausgewiesen. In der Folgebewertung ist die Leasingrate so in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufzuteilen, dass über den Zinsanteil eine konstante periodische Verzinsung der Leasingverbindlichkeit erreicht wird. Der Tilgungsanteil reduziert die Leasingverbindlichkeit. Die Abschreibung der Nutzungsrechte erfolgt linear über die Vertragslaufzeit. Für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte wird auf einen Ausweis in der Bilanz verzichtet. Stattdessen werden die Leasingraten als Aufwand erfasst. In der Kapitalflussrechnung wird der Teil der Leasingzahlungen, der auf die Tilgung der Leasingverbindlichkeit entfällt, innerhalb des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit erfasst. Der Zinsanteil der Leasingzahlungen wird im Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ausgewiesen. Verlängerungs- und Kündigungsoptionen bestehen insbesondere für Gebäudemietverträge und das Fuhrparkleasing. Die unkündbare Grundmietzeit bei Gebäuden liegt zwischen zwei und zehn Jahren, für Fuhrparkleasing zwischen zwei und vier Jahren. Am Bereitstellungsdatum werden Zeiträume, die sich aus Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen ergeben, nicht berücksichtigt, da deren Ausüben bzw. Nicht-Ausüben nicht als hinreichend sicher eingestuft wird. Nach dem Bereitstellungsdatum wird die Laufzeit eines Leasingverhältnisses neu beurteilt, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen eintritt, das bzw. die innerhalb der Kontrolle von Schmitz Cargobull liegen und sich darauf auswirkt, ob es hinreichend sicher ist, dass eine bei Festlegung der Laufzeit ursprünglich nicht berücksichtigte Option ausgeübt oder eine bei Festlegung der Laufzeit ursprünglich berücksichtigte Option nicht ausgeübt wird. 5.7 Finanzinstrumente 5.7.1 Allgemeines zu Finanzinstrumenten Gemäß IFRS 9 werden Finanzinstrumente definiert als Verträge, die gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu finanziellen Vermögenswerten und bei dem anderen Unternehmen zu finanziellen Schulden oder Eigenkapitalinstrumenten führen. Zugänge von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, d. h. dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf des Vermögenswertes verpflichtet. Gemäß IFRS 9 sind finanzielle Vermögenswerte einer der folgenden drei Bewertungskategorien zuzuordnen:
Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt auf der Grundlage des Geschäftsmodells des Schmitz Cargobull-Konzerns zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme. Finanzielle Verbindlichkeiten sind einer der folgenden zwei Bewertungskategorien zuzuordnen:
Bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumenten handelt es sich im Wesentlichen um originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente sowie Finanzinstrumente, für die der beizulegende Zeitwert im Anhang angegeben wird, werden nach der Bedeutung der in ihre Bewertungen einfließenden Faktoren und Informationen klassifiziert und in Bewertungsstufen eingeordnet. Die Einordnung eines Finanzinstrumentes in eine Stufe erfolgt nach der Bedeutung seiner Inputfaktoren für seine Gesamtbewertung, und zwar nach der niedrigsten Stufe, deren Berücksichtigung für die Bewertung als Ganzes erheblich beziehungsweise maßgeblich ist. Die Bewertungsstufen untergliedern sich hierarchisch nach ihren Inputfaktoren:
Schmitz Cargobull erfasst Umgruppierungen zwischen den verschiedenen Bewertungsstufen zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. 5.7.2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden im Schmitz Cargobull-Konzern primär mit der Zielsetzung gehalten, den Nominalwert zu vereinnahmen. Die Vertragsbedingungen führen zu vereinbarten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und gegebenenfalls Zinszahlungen auf den ausstehenden Forderungsbetrag darstellen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Schmitz Cargobull-Konzerns haben in der Regel vertraglich vereinbarte kurzfristige Zahlungsziele. Sie werden der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet und nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei die fortgeführten Anschaffungskosten dem Nennwert abzüglich Wertberichtigungen entsprechen. 5.7.3 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten, das heißt zum Nennbetrag abzüglich Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste, bilanziert. 5.7.4 Sonstige finanzielle Vermögenswerte Die Wertpapiere werden mit der Zielsetzung gehalten, sie sowohl zu verkaufen als auch zu halten, um vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen. Da darüber hinaus die Vertragsbedingungen nicht ausschließlich zu Zins- und Tilgungszahlungsströmen führen (sog. SPPI-Kriterium bei Fremdkapitalinstrumenten ist nicht erfüllt), sind die Wertpapiere der Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zuzuordnen. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des Finanzinstrumentes zuzurechnen sind, werden erfolgswirksam erfasst. Der beizulegende Zeitwert entspricht bei Aktien den auf aktiven Märkten notierten Marktpreisen (Stufe 1) bzw. bei Rückdeckungsversicherungsansprüchen dem versicherungsmathematischem Aktivwert (Stufe 3). Gewinne und Verluste dieser Wertpapiere, welche aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert resultieren, werden unmittelbar ergebniswirksam berücksichtigt. Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen fallen nicht unter den Anwendungsbereich des IFRS 7 bzw. 9. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte werden der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet und nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. 5.7.5 Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte Für Finanzinstrumente der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" werden Wertminderungen für erwartete Kreditverluste ermittelt und als Wertberichtigungen sofort ergebniswirksam erfasst. Gemäß IFRS 9 besteht bereits im Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes von Finanzinstrumenten die Pflicht zur Erfassung von Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wendet Schmitz Cargobull zur Bewertung erwarteter Kreditausfälle eine vereinfachte Vorgehensweise an. Nach dieser bemisst sich die Wertberichtigung an den über die Laufzeit erwarteten Kreditverlusten. Dazu wurden Wertberichtigungsmatrizen auf Basis historischer Forderungsausfälle, Laufzeitbänder und erwarteter Kreditausfälle erstellt. Die Bildung der Wertberichtigungsmatrizen erfolgte auf Länderebene für Forderungsgruppen, die jeweils ähnliche Ausfallmuster aufweisen. Die Vertragsvermögenswerte weisen im Wesentlichen die gleichen Risikoeigenschaften auf wie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für gleichartige Verträge, sodass die erwarteten Ausfallraten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auch eine angemessene Annäherung an die Ausfallraten für die Vertragsvermögenswerte darstellen. Schmitz Cargobull hat für Bandbreiten von Ausfallwahrscheinlichkeiten konzerneinheitliche Risikogruppen definiert. Für die Ermittlung der Wertberichtigungen im Konzernabschluss wurde für jede Risikogruppe der obere Rand der Bandbreite als Konzernausfallquote für eine 12-Monats-Laufzeit festgelegt. Zum Bilanzstichtag bestehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden entsprechend den individuellen Kundenratings diesen Risikogruppen zugeordnet. Die Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste ergeben sich durch Anwendung der Konzernausfallquoten auf die Forderungsbestände der einzelnen Risikogruppen unter Berücksichtigung der von den jeweiligen Konzerngesellschaften vereinbarten durchschnittlichen Zahlungsziele. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte mit objektiven Hinweisen für eine Wertminderung wird die Höhe der Wertberichtigung nicht weiter über Wertberichtigungsmatrizen ermittelt, sondern individuell. Objektive Hinweise sind beispielsweise eine deutliche Verschlechterung des Kundenratings, angemeldete Insolvenzen, aber auch ein deutlicher Anstieg bei den Überfälligkeiten des Schuldners. Für diese zweifelhaften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte werden individuelle anlassbezogene Einzelwertberichtigungen bilanziert. Wenn nach angemessener Einschätzung nicht mehr davon auszugehen ist, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Vertragsvermögenswerte ganz oder teilweise realisierbar sind, werden sie, unter Berücksichtigung lokaler Vorschriften, ausgebucht. IFRS 9 fordert die Erfassung von Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste. Die Ermittlung dieser Wertberichtigungen erfolgt unter Zugrundelegung von geschätzten Ausfallwahrscheinlichkeiten. Die tatsächlich zukünftig eintretenden Kreditverluste können von den im Konzernabschluss angesetzten Beträgen abweichen. 5.7.6 Finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei langfristigen Verbindlichkeiten erfolgt die Zugangsbewertung zum beizulegenden Zeitwert der Verbindlichkeit, d.h. zum Barwert der zukünftigen Zahlungen abzüglich der mit der Aufnahme verbundenen Transaktionskosten. Sie werden anschließend unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden, sowie im Rahmen von Amortisationen. Leasingverbindlichkeiten sind mit dem Barwert der Leasingraten angesetzt. Auf die Erläuterungen zur Bilanzierung von Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen (Abschnitt 5.3.2) und Leasingverhältnissen (Abschnitt 5.8) wird verwiesen. 5.7.7 Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Ansprüche auf den Erhalt der Zahlungsströme aus dem Vermögenswert ausgelaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Chancen und Risiken aus dem Eigentum übertragen hat. Werden alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken weder übertragen noch zurückbehalten, findet eine Ausbuchung statt, wenn der Konzern die Kontrolle über den Vermögenswert nicht behält. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst. 5.8 Sonstige Vermögenswerte Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten Rückgaberechte, Vertragsvermögenswerte, sonstige Steuern und übrige sonstige Vermögenswerte. Bezüglich der Bilanzierung von Rückgaberechten und Vertragsvermögenswerten wird auf Abschnitt 5.3.2 bzw. 5.1 verwiesen. Sonstige Steuern und übrige sonstige Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. 5.9 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch die fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Bedingung wird nur dann als erfüllt angesehen, wenn der langfristige Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort zur Veräußerung verfügbar und die Veräußerung hochwahrscheinlich ist. Die Geschäftsführung muss sich zur Veräußerung verpflichtet haben. Dabei muss davon ausgegangen werden, dass der Veräußerungsvorgang innerhalb eines Jahres nach einer solche Klassifizierung abgeschlossen wird. Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, werden zu dem niedrigeren Betrag ihres Buchwertes und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Hat sich der Konzern zu einer Veräußerung verpflichtet, die mit einem Verlust der Beherrschung über ein Tochterunternehmen einhergeht, werden sämtliche Vermögenswerte und Schulden dieses Tochterunternehmens als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, sofern die oben genannten Voraussetzungen hierfür erfüllt sind. Dies gilt unabhängig davon, ob der Konzern einen nicht beherrschenden Anteil an dem früheren Tochterunternehmen nach der Veräußerung zurückbehält oder nicht. 5.10 Vorräte Die Vorräte sind zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch die zurechenbaren Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbezogene Verwaltungskosten und Wertminderungen. Zur Ermittlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten gleichartiger Vorräte wird die Durchschnittsmethode angewendet. 5.11 Ertragsteuern Der Steueraufwand umfasst tatsächliche und latente Steuern. Tatsächliche Steuern und latente Steuern werden erfolgswirksam in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem sie mit einem Unternehmenszusammenschluss oder mit einem direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfassten Posten verbunden sind. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden entsprechend der bilanzorientierten Methode für alle temporären Differenzen zwischen steuerlichen Wertansätzen und der Konzernbilanz bilanziert. Diese Behandlung gilt grundsätzlich für alle Vermögenswerte und Schulden außer für Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung. Daneben sind latente Steueransprüche für den Vortrag noch nicht genutzter steuerlicher Verluste und noch nicht genutzter Steuergutschriften bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass diese verwendet werden können. Latente Steuern werden mit den aktuellen Steuersätzen bewertet. Wenn zu erwarten ist, dass sich die Differenzen in Jahren mit anderen Steuersätzen ausgleichen, werden die dann jeweils gültigen Sätze verwendet. Für den Fall, dass sich die Steuersätze ändern, wird dies in dem Jahr berücksichtigt, in dem die Steuersatzänderungen verabschiedet werden. Für aktive latente Steuern, deren Realisierung unwahrscheinlich ist, wird eine Wertberichtigung vorgenommen. 5.12 Leistungen an Arbeitnehmer Rückstellungen für Pensionen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen aufgrund von leistungsorientierten Einzelzusagen an ehemalige und einen aktiven Mitarbeiter des Schmitz Cargobull-Konzerns sowie für deren Hinterbliebene gebildet. Die Höhe der Rentenleistungen richtet sich dabei nach der anrechnungsfähigen Dienstzeit und dem vereinbarten Jahresgehalt. Rentenanpassungen erfolgen auf vertraglicher Basis. Altersrente wird gewährt, wenn das 65. Lebensjahr vollendet worden ist. Die Höhe der aus den leistungsorientierten Plänen resultierenden Verpflichtung wird unter Anwendung der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Neubewertungen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren für Leistungszusagen auf Altersversorgung bewertet. Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Rentensteigerungen sowie demografische Rechnungsgrundlagen berücksichtigt. Neubewertungen, die bei Schmitz Cargobull versicherungsmathematische Gewinne und Verluste umfassen, werden unmittelbar bei Entstehung im sonstigen Ergebnis erfasst. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Neubewertungen sind Bestandteil der sonstigen Eigenkapitalveränderungen und werden in Folgeperioden nicht mehr in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Kostenkomponente Dienstzeitaufwand wird ergebniswirksam in den Personalkosten der entsprechenden Funktionsbereiche erfasst. Die Nettozinsen auf die Nettoschuld aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden ergebniswirksam im Finanzergebnis erfasst. Die in der Konzernbilanz erfasste leistungsorientierte Verpflichtung stellt die aktuelle Unterdeckung der leistungsorientierten Pensionspläne des Schmitz Cargobull-Konzerns dar. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden erfasst, wenn das Arbeitsverhältnis eines Mitarbeiters vor dem regulären Renteneintritt beendet wird oder ein Mitarbeiter gegen eine Abfindungsleistung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet. Der Konzern erfasst diese Leistungen nur, sofern entweder aufgrund eines detaillierten formalen, nicht mehr zu revidierenden Planes oder aber aufgrund einer individuellen Vereinbarung Schmitz Cargobull nachweislich zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses und zur Erbringung der Leistungen verpflichtet ist. Darüber hinaus sind Ansprüche der Mitarbeiter, die bei deren Ausscheiden nach landesrechtlichen Vorschriften fällig werden, sowie sonstige kurz- und langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer entsprechend zurückgestellt. 5.13 Rückstellungen Rückstellungen berücksichtigen gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten, die auf einem vergangenen Ereignis beruhen, deren Erfüllung künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Sie werden mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Langfristige Rückstellungen sind mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Aus der Aufzinsung resultierende Erhöhungen werden erfolgswirksam als Finanzaufwendungen erfasst. Rückstellungen werden nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet. 5.14 Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten In dem Posten "Vertragsverbindlichkeiten" werden Zahlungen ausgewiesen, die Schmitz Cargobull vorzeitig, das heißt vor Erfüllung der vertraglichen Leistungen, erhalten hat. Sie werden als Umsatzerlöse erfasst, sobald die vertragliche Leistung erbracht wird. Sonstige Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Umsatzabgrenzungen aus Finanzdienstleistungen (siehe Abschnitt 5.7), Investitionszuschüsse und Verbindlichkeiten, die keinem anderen Posten zugeordnet werden können. Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. 5.15 Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen Im Konzernabschluss werden zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, die Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden zum Bilanzstichtag sowie der Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode bestimmen. Schätzungen und Annahmen sind insbesondere erforderlich für die konzerneinheitliche Festlegung von wirtschaftlichen Nutzungsdauern für Sachanlagen, Miet- und Leasinggeräte, für die Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten sowie die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, unter anderem für Pensionen, Risiken aus vertraglich vereinbarten Restwerten, Garantieverpflichtungen oder Rechtsstreitigkeiten. Die Bewertung der im Rahmen von Rückkaufverpflichtungen bilanzierten Trailer hängt zudem vom Restwert der vermieteten Fahrzeuge nach Ablauf der Laufzeit des Leasingverhältnisses ab. In Abhängigkeit vom Umfang der Ausübung der Rückgaberechte sowie der Entwicklung der Wiederverwertungspreise können die tatsächlich eintretenden Belastungen von den erwarteten Risiken abweichen. Die Annahmen bezüglich des Umsatzwachstums im Planungszeitraum basieren auf der vom Management des Schmitz Cargobull Konzerns verabschiedeten Unternehmensplanung. Diese wurde unter Berücksichtigung der Marktbedingungen und regionalen Besonderheiten in den einzelnen Geschäftsfeldern auf Ebene der regionalen Gesellschaften erstellt und daraufhin auf Ebene der Produktlinien aggregiert. Die zugrundeliegenden Planprämissen wurden auf Basis externer Informationsquellen zur Marktentwicklung plausibilisiert. Bei der Unternehmensplanung wurde die derzeit unsichere Marktsituation und mögliche negative Folgen aus dem Krieg in der Ukraine berücksichtigt. Neben einem "Base Case" wurden in der Unternehmensplanung Szenarien für einen "Pessimistic Case" und einen "Optimistic Case" erarbeitet. Auf der Grundlage dieser Planung liegen keine Anzeichen dafür vor, dass die Vermögenswerte im Konzern nicht als werthaltig eingestuft werden können. Auf einen erneuten Werthaltigkeitstests, der zuletzt im Juni/Juli 2020 durchgeführt wurde, wurde daher verzichtet, da kein Wertberichtigungsbedarf erkennbar ist. Der bisher durchgeführte Werthaltigkeitstest enthielt die deutlich schlechteren Planungsannahmen zur Zeit der Corona Pandemie. Die Bestimmung des Nutzungswertes erfolgte für die jeweiligen ZGE mithilfe der Discounted-Cashflow Methode. Dabei wurde für die Durchführung des Werthaltigkeitstests für sämtliche Geschäftsbereiche mit einem risikoadjustierten Diskontierungssatz von 9,1% gerechnet. Die Dauer des Planungszeitraums betrug fünf Jahre. Die Wachstumsrate für die ewige Rente wurde auf 1,0% beziffert. Aus dem Werthaltigkeitstest Juni/Juli 2020 ergaben sich keine Wertminderungen. Da sich an den grundlegenden Annahmen keine Änderungen ergeben haben und die erwartete Ertragslage für die kommenden Jahre weiterhin positiv ist, wird auch für das aktuelle Geschäftsjahr kein Erfordernis für eine Wertminderung gesehen. Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand beruhen und sowohl historische Erfahrungen als auch weitere Faktoren wie künftige Erwartungen einschließen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Wenn die tatsächliche von der erwarteten Entwicklung abweicht, werden die Prämissen und - soweit erforderlich - die Buchwerte der relevanten Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Anpassungen der Schätzungen werden grundsätzlich in der Periode der Änderung und in den zukünftigen Perioden berücksichtigt. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses unterlagen die zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen keinen bedeutenden Risiken. 6 Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung6.1 Umsatzerlöse Schmitz Cargobull realisiert Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden durch Übertragung von Gütern und Erbringung von Dienstleistungen zeitpunktbezogen. Darüber hinaus erzielt der Konzern Erlöse aus Leasingverhältnissen. Der nachfolgenden Tabelle ist die Zusammensetzung der Umsatzerlöse zu entnehmen:
Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden gliedern sich nach Produktlinien wie in der folgenden Tabelle dargestellt:
Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden gliedern sich nach Regionen wie in der folgenden Tabelle dargestellt:
Im Servicegeschäft schließt Schmitz Cargobull mit Kunden sowohl langfristige Serviceverträge mit festen Vertragslaufzeiten als auch kurzfristige Serviceverträge ab. Aus den langfristig abgeschlossenen Serviceverträgen bestanden zum 31. März 2023 noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen in Höhe von insgesamt T€ 67.804(Vorjahr: T€ 61.876). Schmitz Cargobull wird Umsatzerlöse aus diesen Verträgen über die Restvertragslaufzeiten wie folgt realisieren:
6.2 Sonstige betriebliche Erträge Zusammensetzung:
Von den Versicherungsentschädigungen des Geschäftsjahres 2022/2023 entfallen T€ 28.345 auf den Brandschaden in Vreden (Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung). 6.3 Materialaufwand Zusammensetzung:
Der Aufwand für Trailer, die im Rahmen von Rückkaufvereinbarungen erworben und weiterveräußert oder im Rahmen von Kooperationen wiedervermarktet wurden, ist in den Aufwendungen für RHB und bezogene Waren enthalten. Vom Materialaufwand resultieren T€ 1.345 aus Verschrottungen i.Z.m. dem Brandschaden in Vreden (Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung). 6.4 Personalaufwand Zusammensetzung:
In den sozialen Abgaben für die Altersversorgung sind Aufwendungen für Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von T€ 18.173 enthalten. Mitarbeiter (durchschnittliche Anzahl):
6.5 Abschreibungen auf Anlagevermögen Zusammensetzung:
Wesentliche Wertminderungen gem. Abschnitt 5.4 sind nicht in den Abschreibungen enthalten. 6.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen Zusammensetzung:
Die Entkonsolidierungseffekte aus der Veräußerung der Konzerngesellschaften Schmitz Cargobull Russland OOO und der Schmitz Cargobull Mecklenburg GmbH & Co. KG setzen sich wie folgt zusammen:
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Sachkosten in Höhe von T€ 3.706 und Verluste aus Anlagenabgängen in Höhe von T€ 541 im Zusammenhang mit dem Brandschaden in Vreden enthalten, die - ebenso wie die Entkonsolidierungseffekte in Höhe von T€ 9.258 - als Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung einzustufen sind. Währungsgewinne und -verluste führten im Geschäftsjahr im Saldo zu Verlusten in Höhe von T€ 2.900 (Vorjahr: Gewinne in Höhe von T€ 298). 6.7 Finanzergebnis Finanzerträge:
Finanzaufwendungen:
Die sonstigen Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von T€ 1.674 (Vorjahr: T€ 1.025). 6.8 Ertragsteuern Zusammensetzung der Ertragsteuerforderungen und -schulden:
Die wesentlichen Bestandteile der Ertragssteuern sind wie folgt:
Die tatsächlichen Ertragsteuern entfallen auf folgende Perioden:
Der tatsächliche Steueraufwand ist gegenüber dem Vorjahr aufgrund der guten Ergebnissituation höher ausgefallen. Die latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:
Im Konzern wurden latente Steuern im Zusammenhang mit versicherungsmathematischen Verlusten aus leistungsorientierten Pensionsplänen in Höhe von T€ 7.544 (Vorjahr: T€ 5.176) direkt im Eigenkapital erfasst. Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften wurden in Höhe von € 257,5 Mio. (Vorjahr: € 224,9 Mio.) keine latenten Steuerschulden gebildet, da die Schmitz Cargobull AG in der Lage ist, den zeitlichen Ablauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden. Der inländische Gesamtsteuersatz betrug für das Geschäftsjahr 2022/2023 32% (Vorjahr: 32%). Er setzte sich unverändert aus 15% Körperschaftsteuerbelastung zuzüglich des Solidaritätszuschlages in Höhe von 5,5% der Körperschaftsteuerbelastung und einem Gewerbesteuersatz von gerundet 16% zusammen. Die angewandten lokalen Ertragssteuersätze für ausländische Gesellschaften variierten wie im Vorjahr zwischen 9% und 33%. Latente Steueransprüche auf körperschaftssteuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 19.473 (Vorjahr: T€ 20.494) und auf gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 4.614 (Vorjahr: T€ 10.756) wurden aufgrund von unzureichenden steuerpflichtigen Gewinnen oder Verrechnungsmöglichkeiten bei den einzelnen Konzernunternehmen nicht bilanziert. Die nicht erfassten steuerlichen Verlustvorträge sind zeitlich unbegrenzt nutzbar. In der folgenden Tabelle wird die Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand dargestellt. Als erwarteter Steueraufwand ist der Betrag ausgewiesen, der sich unter Anwendung des Konzernsteuersatzes des Konzern-Mutterunternehmens von 32% (Vorjahr: 32%) ergibt.
7 Erläuterungen zur Konzernbilanz7.1 Immaterielle Vermögenswerte Die immateriellen Vermögenswerte umfassen lediglich Softwarelizenzen und entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:
Im Geschäftsjahr wurden insgesamt Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von T€ 48.098 (Vorjahr: T€ 39.391) im Ergebnis erfasst. 7.2 Sachanlagen Entwicklung im Berichtsjahr:
Vorjahr:
Zum Bilanzstichtag waren keine Vermögenswerte zur Sicherung für Verbindlichkeiten verpfändet. Im Rahmen von Versicherungsentschädigungen sind Schmitz Cargobull im Geschäftsjahr Zahlungen für Sachanlagen in Höhe von T€ 3.000 zugeflossen. Zu den vermieteten Fahrzeugen wird auf Abschnitt 5.3.1 verwiesen. Bei Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen, die als Operate Lease-Verhältnis eingestuft werden (siehe Abschnitt 5.3.2) werden die Fahrzeuge unter der Position "Vermietete Fahrzeuge aus Finanzdienstleistungen" ausgewiesen. Die aus vermieteten Fahrzeugen und aus Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen, die als Operate Lease-Verhältnis eingestuft werden, zukünftig an Schmitz Cargobull zu entrichtenden Leasingzahlungen sind nach Fälligkeiten in folgender Tabelle dargestellt:
7.3 Nutzungsrechte Der Schmitz Cargobull-Konzern tritt in diversen Leasingverhältnissen als Leasingnehmer auf (siehe Abschnitt 5.6). Die abgeschlossenen Leasingverhältnisse betreffen im Wesentlichen den Fuhrpark, angemietete Büro- und Geschäftsräume sowie Betriebs- und Geschäftsausstattungen. Im Geschäftsjahr 2022/2023 beträgt der gesamte Zahlungsmittelabfluss für Leasingverhältnisse T€ 19.115 (Vorjahr: T€ 8.037). Die Buchwerte der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen und deren Veränderungen im Geschäftsjahr 2022/2023 stellen sich wie folgt dar:
Vorjahr:
Die Leasingverhältnisse führen in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung zu folgenden Aufwendungen und Erträgen:
7.4 Anteile an at- Equity bilanzierten Unternehmen Zusammensetzung:
Entwicklung:
Von den Ausschüttungen entfallen T€ 21.600 auf die Cargobull Finance Holding B.V. sowie T€ 1.072 auf die GRW Holdings Proprietary Limited. Zusammengefasste Finanzinformationen der Cargobull Finance Holding B.V.:
Zusammengefasste Finanzinformationen der GRW Holdings Proprietary Limited:
Zusammengefasste Finanzinformationen der Heylog GmbH:
7.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Zusammensetzung:
Wertberichtigungen:
Die Wertberichtigungen (Einzelwertberichtigungen und Expected Credit Loss) leiten sich gegenüber dem Vorjahresstichtag jeweils wie folgt über:
Fälligkeitsstruktur im Berichtsjahr:
Fälligkeitsstruktur im Vorjahr:
Die Forderungen gegen nicht konsolidierte Tochterunternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen des gewöhnlichen Geschäftsbetriebes. Die Forderungen gegen assoziierte Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus Absatzgeschäften über die Cargobull Finance-Gesellschaften. Auf Forderungen gegen nicht konsolidierte Tochterunternehmen und assoziierte Unternehmen wurden keine Wertberichtigungen gebildet. Am Bilanzstichtag deutete nichts darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen konnten. 7.6 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zusammensetzung:
Von den Bankbeständen sind Kontokorrentguthaben und Festgelder in Höhe von T€ 28.200 (Vorjahr: T€ 19.000) verpfändet und stehen nicht zur freien Verfügung. 7.7 Sonstige finanzielle Vermögenswerte Zusammensetzung:
Bei den Wertpapieren handelt es sich einerseits um Aktien und andererseits um Rückdeckungsversicherungsansprüche, die der Absicherung von Wertguthaben von Mitarbeitern aus Arbeitszeitkonten dienen. Beide werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die übrigen finanziellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen Kautionen. 7.8 Sonstige Vermögenswerte Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich folgendermaßen zusammen:
Die sonstigen Steueransprüche resultieren aus Verkehrssteuern. Das Rückgaberecht resultiert aus den Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen, welche nicht als Operate Lease klassifiziert wurden (siehe Abschnitt 5.3.2). Für die potenziell zurückkommenden Fahrzeuge wurde ein entsprechende Rückerstattungsverbindlichkeit passiviert (siehe Abschnitt 7.15). Die Vertragsvermögenswerte stammen aus Anspruchsüberschüssen im Rahmen der Umsatzrealisierung entsprechend der tatsächlichen Leistungserbringung bei langfristigen Serviceverträgen (siehe Abschnitt 5.1). Im Geschäftsjahr haben sich die Vertragsvermögenswerte im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um T€ 2.243 (Vorjahr: T€ 1.896) abgebaut und um T€ 28 (Vorjahr: T€ 1.437) aufgebaut. Die übrigen sonstigen Vermögenswerte umfassen Vermögenswerte, die keinem der anderen Posten zugeordnet werden können und umfassen im Wesentlichen Abgrenzungen für im Voraus geleistete Zahlungen. Das Ausfallrisiko der Vertragsvermögenswerte wurde als sehr gering eingestuft. Zum 31. März 2023 wurden für Vertragsvermögenswerte keine Wertminderungen für erwartete Kreditverluste erfasst. 7.9 Vorräte Zusammensetzung:
Trailer, die im Rahmen von Rückkaufverpflichtungen zurückgekauft wurden, werden unter den Handelswaren ausgewiesen. Vom Gesamtbetrag der Vorräte sind T€ 23.439 (Vorjahr: T€ 93.803) zum Nettoveräußerungswert angesetzt. Im Geschäftsjahr wurden Wertberichtigungen auf Vorräte in Höhe von T€ 1.239 (Vorjahr: T€ 5.224) erfolgswirksam erfasst. 7.10 Eigenkapital Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Schmitz Cargobull AG beträgt wie im Vorjahr € 40.903.532,00 und ist in 40.903.532 nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Die Kapitalrücklage beträgt T€ 18.151 und ergibt sich aus der Umwandlung von Gesellschafterdarlehen im Geschäftsjahr 1994/1995 in eine Kapitalrücklage in Höhe von 25.500.000,00 DEM. Weiterhin wurden 1998/1999 im Zusammenhang mit der Umwandlung in die Schmitz Cargobull AG weitere 10.000.000,00 DEM in die Kapitalrücklage eingestellt. Seitdem ist die Kapitalrücklage unverändert. Im Rahmen der Euro-Einführung wurde die Rücklage in € 18.150.861,78 umgerechnet. Die Gewinnrücklagen umfassen die IFRS-Rücklage, die übrigen Gewinnrücklagen, die Rücklage aus Währungsumrechnungsdifferenzen sowie den Gewinnvortrag. Im Gewinnvortrag werden die in Vorjahren und im aktuellen Geschäftsjahr erzielten, nicht ausgeschütteten Ergebnisse der Schmitz Cargobull AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen sowie das Konzernergebnis und die Neubewertungen aus den Pensionsrückstellungen erfasst. Die Rücklage aus Währungsumrechnungsdifferenzen beinhaltet die kumulierten Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer vollkonsolidierter Tochterunternehmen. Entwicklung der Gewinnrücklagen
Die Dividendenausschüttung der Schmitz Cargobull AG erfolgt aus dem im handelsrechtlichen Jahresabschluss der Schmitz Cargobull AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Im Geschäftsjahr 2022/2023 sind keine Dividendenausschüttungen erfolgt. Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn des Mutterunternehmens zum 31. März 2023 in Höhe von T€ 365.971 einen Betrag von € 0,50 pro Aktie (T€ 20.452) an die Aktionäre auszuschütten und den Restbetrag von T€ 345.519 auf neue Rechnung vorzutragen. 7.11 Kapitalmanagement Das Kapitalmanagement von Schmitz Cargobull wird grundsätzlich durch gesellschaftsrechtliche Bestimmungen vorgegeben. Sollten vertragliche Bestimmungen einzuhalten sein, wird das Kapital zusätzlich auch nach diesen Größen gesteuert. Das vorrangige Ziel liegt in der Unterstützung der Geschäftstätigkeit, der langfristigen Unternehmensfortführung wie auch in der Unterstützung von Wachstumszielen. Ziel des Kapitalmanagements ist eine angemessene Eigenkapitalquote sowie Eigenkapitalrentabilität. Die wirtschaftliche Nutzung des Kapitals wird über die Kapitalrendite des gebundenen zinspflichtigen Kapitals (ROCE) gesteuert. Eigenkapitalquote:
Eigenkapitalrendite:
EBIT-Kapitalrendite (ROCE):
Das investierte Kapital setzt sich aus den immateriellen Vermögenswerten, dem Sachanlagevermögen, den Vorräten und Forderungen abzüglich der nicht finanziellen Verbindlichkeiten zusammen. 7.12 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Schmitz Cargobull-Konzern auf Basis von Leistungszusagen. In Deutschland bestehen wesentliche Verpflichtungen aus erteilten einzel- und tarifvertraglich geregelten leistungsorientierten Pensionszusagen an Vorstände, Geschäftsführer und Mitarbeiter der Schmitz Cargobull AG und ihrer inländischen Tochtergesellschaften. Die Höhe des Pensionsanspruches ist bei tarifvertraglich geregelten Zusagen von den bei Eintritt des Versorgungsfalles zurückgelegten anrechnungsfähigen Dienstjahren des Berechtigten abhängig. Die deutschen Pensionspläne sind rückstellungsfinanziert. Sämtliche Versorgungspläne im Schmitz Cargobull-Konzern sind geschlossen, es werden keine Neuzusagen mehr gegeben. Zusammensetzung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen:
Die pensionsähnlichen Verpflichtungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Altersteilzeitvereinbarungen und Jubiläumszuwendungen. Zusammensetzung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Pensionsplänen:
Entwicklung der Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen:
Wesentliche finanzielle Annahmen (gewichteter Durchschnitt) zur Ermittlung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen:
Die Höhe der Rückstellungen hängt von der anrechenbaren Dienstzeit im Unternehmen ab. Pro anrechenbares Dienstjahr wird in Deutschland ein festgelegter Betrag des Ruhegeldes gewährt. Die demografischen Annahmen in Deutschland wurden wie im Vorjahr auf der Grundlage der Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck festgelegt. Aus den Pensionsplänen leiten sich für Schmitz Cargobull im Wesentlichen das Zinsänderungsrisiko, das Rentensteigerungsrisiko sowie das Langlebigkeitsrisiko ab. Die nachfolgend dargestellten Sensitivitätsanalysen wurden auf Basis der nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderungen der jeweiligen Annahmen zum Bilanzstichtag durchgeführt, wobei die übrigen Annahmen jeweils unverändert geblieben sind. Sensitivitätsbetrachtung der wesentlichen finanziellen Annahmen (Auswirkungen auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen):
Die tatsächliche Veränderung der Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen ist aus der vorstehenden Sensitivitätsanalyse nicht ableitbar. Es ist nicht zu erwarten, dass die Abweichungen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen. Darüber hinaus ist Schmitz Cargobull keinen besonderen Risiken aus Pensionsverpflichtungen ausgesetzt. Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen am Bilanzstichtag betrug rund 16 Jahre (Vorjahr: 19 Jahre) Die für die folgenden 10 Jahre erwarteten Rentenzahlungen zeigt die nachstehende Tabelle:
Zusammensetzung der beizulegenden Zeitwerte des Planvermögens:
Entwicklung des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens:
Die Planvermögen bestehen im Wesentlichen aus Rückdeckungsversicherung zur Deckung der Pensionsansprüche der deutschen Konzerngesellschaften. Das Vermögen und die Erträge des Pensionsfonds sind ausschließlich für Versorgungsleistungen und für die Aufwendungen der Verwaltung des Pensionsplanes vorgesehen. 7.13 Sonstige Rückstellungen Entwicklung der sonstigen Rückstellungen:
Die Steuerrückstellungen waren im Vorjahr mit einem Betrag von T€ 3.921 in den sonstigen Rückstellungen enthalten und sind im aktuellen Geschäftsjahr in den Posten Ertragsteuerschulden umgegliedert worden. Die Personalrückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen aus Urlaubsansprüchen und Überstundenvergütung. Schmitz Cargobull bildet zum Zeitpunkt des Verkaufes der Produkte oder bei Initiierung neuer Garantiemaßnahmen Rückstellungen für Garantieverpflichtungen auf Basis von Erfahrungswerten. Die Rückstellungen für Garantieverpflichtungen enthalten sowohl erwartete Aufwendungen aus gesetzlichen und vertraglichen Gewährleistungsansprüchen als auch erwartete Aufwendungen für Kulanzleistungen und Rückrufaktionen. Bei den Rückstellungen für drohende Verluste handelt es sich um erwartete Verluste aus den Serviceverträgen. Risiken aus Rückkaufverpflichtungen werden einerseits für potenzielle Inanspruchnahmen aus gegenüber Cargobull Finance-Gesellschaften abgegebenen Top Up / First Loss und GAP Garantien in Höhe von T€ 2 (Vorjahr: T€ 20) sowie andererseits für erwartete Aufbereitungskosten und Wiedervermarktungsverluste bei von aufgrund von Rückkaufvereinbarungen zurückzunehmenden Trailern in Höhe von T€ 3.738 (Vorjahr: T€ 3.758) zurückgestellt. Im Rahmen der vorgenannten Garantien leistet Schmitz Cargobull an die Cargobull Finance-Gesellschaften Entschädigung bei erlittenen Verlusten aus Finanzierungsverträgen, sofern dort einer Erhöhung des Finanzierungsrestwertes ("Top Up") über die standardmäßigen Value Line-Grenzen hinaus zugestimmt wurde. Bei der Value line handelt es sich um den durch Schmitz Cargobull ermittelten Wertverlauf der Trailer. Diese spiegeln den erwarteten Marktwert wieder. Das Risiko ist auf die Höhe des Top Up gedeckelt. Weiterhin entschädigt Schmitz Cargobull die Cargobull Finance-Gesellschaften bei erlittenen Verlusten aus solchen Finanzierungsverträgen, bei denen Schmitz Cargobull eine Haftungserklärung für entstehende Verluste abgegeben hat. Die Haftung von Schmitz Cargobull ist auf die Höhe des GAP-Betrages gedeckelt. Der GAP-Betrag errechnet sich jeweils monatlich aus dem offenen Barwert der Finanzierung abzüglich der maximalen Value Line. Die Übrigen sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Provisionen, Rechts- und Beratungskosten und sonstige Verpflichtungen. Lediglich die Garantierückstellung ist den langfristigen Rückstellungen zuzuordnen. 7.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Zusammensetzung:
Alle Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig. Die Buchwerte entsprechen aufgrund ihres kurzfristigen Charakters annähernd dem beizulegenden Zeitwert. 7.15 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Zusammensetzung:
Die Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen umfassen die durch Schmitz Cargobull zu zahlenden Rückkaufwerte aus Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen, die als Operate Lease-Verhältnis eingestuft werden (siehe Abschnitt 5.3.2). Die Leasingverbindlichkeiten umfassen die Barwerte der zu erwartenden Leasingraten (siehe Abschnitt 5.6). Die Leasingverbindlichkeit beinhaltet einen kurzfristigen Teil in Höhe von T€ 8.897 (Vorjahr: T€ 5.379) Die Rückerstattungsverbindlichkeiten resultieren aus den Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen, welche nicht als Operate Lease klassifiziert wurden (siehe Abschnitt 5.3.2). Diese sind zum Barwert passiviert. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber den Cargobull Finance-Gesellschaften im Wesentlichen aus der Finanzierung von Trailern. Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen resultieren im Wesentlichen aus einem Verrechnungskonto mit der Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft. Verbindlichkeiten aus der stillen Beteiligung der Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft ergeben sich aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, in dem beteiligungsberechtigte Mitarbeiter die Möglichkeit einer Geldeinlage als stiller Gesellschafter in die Schmitz Cargobull Mitarbeiterbeteiligungs-GmbH (SAM) haben. Die SAM bündelt diese Einlagen und beteiligt sich mittels dieser gebündelten Einlage ihrerseits als stille Gesellschafterin bei der Schmitz Cargobull AG. Die Beteiligung an der stillen Gesellschaft durch die Mitarbeiter unterliegt einer Bindungsfrist. Frühestens nach Ablauf dieser Bindungsfrist kann der Mitarbeiter seine Beteiligung kündigen. Die Einlagen der stillen Gesellschafter werden durch die SAM marktüblich verzinst. Weiterhin steht den stillen Gesellschaftern eine erfolgsabhängige Vergütung zu. Bei den Verbindlichkeiten aus Derivaten handelt es sich um negative Marktwerte der Devisentermingeschäfte, welche erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden:
Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen finanzielle Verbindlichkeiten, die keinem der anderen Posten zugeordnet werden können. 7.16 Vertragsverbindlichkeiten Zusammensetzung:
Umsätze aus zum Bilanzstichtag bestehenden Leistungsverpflichtungen aus erhaltenen Anzahlungen werden innerhalb eines Jahres realisiert. Die Vertragsverbindlichkeiten aus Full Service-Verträgen stammen aus Verpflichtungsüberschüssen im Rahmen der Umsatzrealisierung entsprechend der tatsächlichen Leistungserbringung bei langfristigen Serviceverträgen (siehe Abschnitt 5.1). Die zum 31. März 2023 ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten reduzierten sich insgesamt durch die Übertragung von Gütern und die Erbringung von Dienstleistungen im Berichtsjahr um insgesamt T€ 63.384 (Vorjahr: T€ 68.402). Es wurden Umsatzerlöse in entsprechender Höhe in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2022/2023 erfasst. Die Vertragsverbindlichkeiten erhöhten sich im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um T€ 86.612 (Vorjahr: T€ 85.277). 7.17 Sonstige Verbindlichkeiten Zusammensetzung:
Die Umsatzabgrenzung aus Finanzdienstleistungen betrifft Absatzgeschäfte mit Rückkaufvereinbarungen, die als Operate Lease-Verhältnis eingestuft werden (siehe Abschnitt 5.3.2). Die Verkaufserlöse abzüglich des vereinbarten Restwertes werden linear über die Vertragslaufzeit bis zur Fälligkeit der Zahlung des vereinbarten Restwertes umsatzwirksam aufgelöst. Umsatzrealisierung aus zum Bilanzstichtag bestehender Umsatzabgrenzung aus Finanzdienstleistungen:
Die Zuwendungen der öffentlichen Hand umfassen erhaltene Investitionszuschüsse (siehe Abschnitt 5.5). Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten, die keinem der anderen Posten zugeordnet werden können. Sie sind innerhalb eines Jahres fällig und setzen sich wie folgt zusammen:
7.18 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Schulden Im vorangegangenen Geschäftsjahr entschied sich die Geschäftsleitung die Schmitz Cargobull Mecklenburg GmbH & Co. KG zu verkaufen. Die Gesellschaft wurde als zur Veräußerung gehaltener Vermögenswert klassifiziert und gemäß IFRS 5 bilanziert. Die wichtigsten Klassen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Vermögenswerte umfassen, stellten sich im Vorjahr wie folgt dar:
Im aktuellen Geschäftsjahr wurde die Schmitz Cargobull Mecklenburg GmbH & Co. KG verkauft und entkonsolidiert. 8 Sonstige Angaben8.1 Risikomanagement Das Hauptziel des Risikomanagements bei Schmitz Cargobull ist der Schutz des Konzerns vor Verlust des Vermögens und vor bestandsgefährdenden Risiken. Marktpreisrisiken sind Risiken, die den Ertrag oder den Wert einer Position verändern, wobei die Position als aktiver oder passiver Bilanzposten definiert ist. Diese Risiken resultieren aus der Veränderung von Zinssätzen, Devisenkursen, Aktienkursen oder sonstigen Positionen und Preisbildungsfaktoren. Hieraus leiten sich für den Schmitz Cargobull-Konzern das Zinsänderungsrisiko, das Devisenkursrisiko und das Aktienkursrisiko ab. Nennenswerte Risikokonzentrationen gab es im Berichtsjahr, unverändert zum Vorjahr, nicht. 8.1.1 Zinsänderungsrisiken Zinsänderungsrisiken entstehen aus der Finanzierungs- und Geldanlagetätigkeit des Konzerns. Die Zinsrisiken aus variabel verzinsten Darlehen werden ggf. durch entsprechende Zinssicherungsgeschäfte abgesichert, so dass hieraus effektiv kein bedeutsames Zinsänderungsrisiko resultiert. Zum Jahresende waren die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von untergeordneter Bedeutung. Der Konzern hält keine verzinslichen Vermögenswerte von Wesentlichem Umfang. Die Größenordnung der daraus resultierenden Zinserträge ist für das Konzernergebnis und den Cashflow nicht von wesentlicher Bedeutung. Insofern sind auch Änderungen des Marktzinssatzes unwesentlich. 8.1.2 Devisenkursrisiken Fremdwährungsrisiken entstehen aus der Umrechnung von Fremdwährungen in die funktionale Währung des Konzerns (Euro) infolge von Veränderungen des Wechselkurses und resultieren nach Definition des Schmitz Cargobull-Konzerns grundsätzlich aus finanziellen Bilanzposten sowie ggf. schwebenden Geschäften oder aus geplanten Transaktionen in Fremdwährung. Zu den für die Unternehmensgruppe relevanten Fremdwährungen zählen insbesondere DKK sowie GBP, SEK, NOK und RUB. Das Risikopotenzial daraus ist neben der Kursentwicklung auch von der Entwicklung des Umfangs von in Fremdwährungen vorgenommenen bzw. vorzunehmenden Geschäftsvorfällen abhängig. Bislang wird die Geschäftstätigkeit bei Beschaffung und Absatz weitgehend in Euro abgewickelt. Mit Lieferanten oder Kunden aus Hochinflationsländern werden keine wesentlichen Geschäfte getätigt. Das Fremdwährungsrisiko wird ferner zum Teil dadurch ausgeglichen, dass sowohl die Beschaffung als auch der Absatz in der entsprechenden Fremdwährung erfolgt, sodass sich - wenn auch in der Regel nicht mit gleichem Betrag und gleicher Fristigkeit - Ein- und Auszahlungen in Fremdwährung gegenüberstehen. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungseffekten bestanden zum 31. März 2023 Verbindlichkeiten und Forderungen in Fremdwährungen von umgerechnet rund T€ 141.222 (Vorjahr: T€ 128.495) bzw. T€ 100.974 (Vorjahr: T€ 70.967). Cashflows aus Geschäften mit Großkunden und in den wesentlichen Währungen GBP, SEK, NOK und werden ggf. gesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden Devisentermingeschäfte über ein Volumen von T€ 19.538 (Vorjahr: T€ 65.008). Bei einer Veränderung der jeweiligen Währung um +10%/-10% ergibt sich aus den abgeschlossenen Devisentermingeschäften zum Stichtag eine Auswirkung auf die Marktwerte um T€ 262 bzw. T€ -679 (Vorjahr: T€ 3.631 bzw. T€ -4.130). Unter der Voraussetzung eines unveränderten Konsolidierungskreises sind die Fremdwährungsrisiken als verhältnismäßig gering bzw. niedrig einzuschätzen. Diese Einschätzung kann sich indes mit zunehmendem Umfang entsprechender Geschäftsvorfälle sowie durch die Auswirkungen finanzmarkt- und unternehmenspolitischer Entscheidungen oder der Entwicklung auf dem Devisenmarkt zukünftig ändern. Die Werthaltigkeit des Vermögens beziehungsweise die Nennwerte der Verbindlichkeiten des Schmitz Cargobull-Konzerns außerhalb des Inlands unterliegen aus Konzernsicht ebenfalls Fremdwährungsschwankungen. Fremdwährungseffekte werden bei der Umrechnung der Nettovermögenspositionen aus den Abschlüssen ausländischer Konzerngesellschaften erfolgsneutral im Konzerneigenkapital erfasst, erfolgswirksame - wenngleich auch aus Konzernsicht nicht zahlungswirksame - Risiken aus Fremdwährungen können insoweit aber auch aus konzerninternen Fremdwährungstransaktionen resultieren. Im Falle der Entkonsolidierung ausländischer Tochtergesellschaften können sich Fremdwährungsrisiken aus bisher erfolgsneutral im Konzerneigenkapital erfassten Unterschiedsbeträgen aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam realisieren. Im Geschäftsjahr 2023 wurde eine ausländische Tochtergesellschaften entkonsolidiert. In den Gewinnrücklagen des Schmitz Cargobull-Konzerns verbleiben zum 31. März 2023 negative Fremdwährungseffekte in Höhe von T€ 10.989 (Vorjahr: negativ T€ 7.307). Die nachfolgende Übersicht zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern und des Eigenkapitals des Konzerns gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung. Dafür wurde eine hypothetische Ab- bzw. Aufwertung des Euro gegenüber allen Währungen um 10% zugrunde gelegt. Alle anderen Variablen bleiben konstant.
Währungsrisiken für die in Fremdwährung gehandelten Produktionsmaterialien, wie zum Beispiel Aluminium, werden durch Euro-Preisvereinbarungen mit den entsprechenden Lieferanten reduziert. Das Kurs- und Sicherungsrisiko liegt daher bei den Lieferanten. Die Kontraktreichweite bei solchen Geschäften sind erfahrungsgemäß auf wenige Monate begrenzt. 8.1.3 Aktienkursrisiken Im Rahmen der Anlage in Aktienfonds (Ausweis in den Wertpapieren) ergibt sich bei Veränderungen der Marktwerte um eine für das Jahr ermittelte Standardabweichung eine Auswirkung von T€ 3.438 (Vorjahr: T€ 1.823) bzw. T€ -3.438 (Vorjahr: T€ -1.095). 8.1.4 Liquiditätsrisiko Schmitz Cargobull arbeitet seit Jahren mit einem konstanten Kreis von verlässlichen Finanzpartnern zusammen. Eine kontinuierliche und offene Informationspolitik ist dabei eine wichtige Säule der Zusammenarbeit. Die Finanzpartner stellen ausreichende Kreditlinien zur Verfügung. Die Kreditlinien belaufen sich im Konzern auf T€ 84.000 (Vorjahr: T€ 84.000) und sind zum Stichtag vollständig ungenutzt. Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten Cashflows sowie die Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten ersichtlich:
Vorjahr:
Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind als "fällig bis zu einem Jahr" ausgewiesen. 8.1.5 Ausfallrisiko Vor dem Hintergrund der aktuell anhaltenden Marktrisiken in Folge des Krieges in der Ukraine sehen wir ein grundsätzlich erhöhtes Forderungsausfallrisiko. Bisher ist jedoch kein erhöhter Ausfall von Forderungen zu verzeichnen. Im Bereich der Absatzfinanzierung haben sich die Risiken gegenüber dem Vorjahr ebenfalls nicht erhöht. Die in diesem Zusammenhang eingegangenen Risiken werden durch eine angemessene Risikovorsorge entsprechend bilanziell abgebildet. 8.2 Angaben zu Finanzinstrumenten Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien:
Vorjahr:
1) Beizulegender Zeitwert entspricht annähernd dem beizulegenden Zeitwert, es wurde keine gesonderte Zeitwertermittlung durchgeführt. 2) Für Leasingverbindlichkeiten ist kein beizulegender Zeitwert anzugeben. Die oben genannten beizulegenden Zeitwerte wurden in Abhängigkeit ihrer zur Ermittlung verwendeten Informations- und Inputfaktoren den einzelnen Bewertungsstufen der Bemessungshierarchie des IFRS 13 ermittelt. Während der Berichtsperiode wurden keine Umgruppierungen zwischen den Stufen vorgenommen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Flüssige Mittel, Wertpapiere sowie übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte (im Wesentlichen Kautionen) sind überwiegend kurzfristig fällig. Daher entsprachen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag annähernd den beizulegenden Zeitwerten. Die ebenfalls in den finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen in Höhe von T€ 359 (Vorjahr: T€ 1.819) fallen nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 7 bzw. 9. Es wurde angenommen, dass bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten die Buchwerte annähernd den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten beruhen auf den abgezinsten Cashflows unter Anwendung des aktuellen Marktzinssatzes. Die beizulegenden Zeitwerte werden grundsätzlich aufgrund der Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren in Stufe 3 der Bemessungshierarchie des IFRS 13 eingestuft. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Derivate erfolgte durch die depotführenden Kreditinstitute. Grundlage ist die mark-to-market Bewertung. Diese beizulegenden Zeitwerte sind der Stufe 2 der Bemessungshierarchie zuzuordnen. Bei börsennotierten Wertpapieren werden unmittelbar die notierten Kurse zum Stichtag herangezogen (Stufe 1). Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Nettoergebnisse von Finanzinstrumenten werden in folgender Tabelle nach Bewertungskategorien dargestellt:
Vorjahr:
Zinsen und sonstige Erträge aus Finanzinstrumenten werden im Finanzergebnis unter den Zinserträgen und Zinsaufwendungen ausgewiesen. Die Nettoergebnisse aus der Folgebewertung von Wertpapieren und Derivaten der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" wurden im Finanzergebnis erfasst. Wertberichtigungen auf Finanzinstrumente der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" werden für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im sonstigen betrieblichen Aufwand und für Ausleihungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte im Finanzergebnis ausgewiesen. 8.3 Kapitalflussrechnung Mit der Kapitalflussrechnung des Schmitz Cargobull-Konzerns wird die Fähigkeit des Konzerns beurteilt, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu erwirtschaften. Die Zahlungsströme werden aufgeteilt in den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit, den Cashflow aus Investitionstätigkeit und den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Die Darstellung der Zahlungsströme aus der laufenden Geschäftstätigkeit erfolgt mittels der indirekten Methode, wobei das Konzernergebnis um Auswirkungen nicht zahlungswirksamer Geschäftsvorfälle oder Abgrenzungen von vergangenen oder künftigen betrieblichen Ein- oder Auszahlungen (einschließlich Rückstellungen) sowie um Ertrags- oder Aufwandsposten, die den Cashflows aus der Investitionstätigkeit zuzurechnen sind, bereinigt wird. Darüber hinaus werden Zahlungsströme aus Ertragsteuern ebenso als Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit klassifiziert wie auch andere Zahlungsströme, die weder der Investitions- noch der Finanzierungstätigkeit zuzurechnen sind. Den Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit wurden direkt die entsprechenden Zahlungsströme zugeordnet. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit umfasst sowohl den erfolgswirtschaftlichen Cashflow (Konzernergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen, bereinigt um nicht zahlungswirksame Bestandteile) als zentrale Steuerungsgröße der Liquidität, als auch Zahlungsbewegungen im Working Capital. Aus den Veränderungen bei den Vorräten und den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultiert per Saldo ein Zahlungsmittelzufluss in Höhe von T€ 4.365 (Vorjahr: Zahlungsmittelabfluss T€ -196.920). Die Fremdfinanzierung aus Rückstellungen erhöhte sich um T€ 9.408 (Vorjahr: T€ 14.366). Im Geschäftsjahr konnte ein positiver Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von insgesamt T€ 184.276 erzielt werden (Vorjahr: T€ -157.492). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit umfasst die Zu- und Abgänge der Sachanlagen, der immateriellen Vermögenswerte, Auszahlungen für Darlehensgewährungen an nicht konsolidierte Unternehmen, Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis sowie Zahlungen aus oder in das Planvermögen. Im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wurden neben den Kapitalmaßnahmen und Dividendenzahlungen die Zahlungsströme aus der Aufnahme und Tilgung langfristiger Finanzkredite sowie der Tilgungsanteil von Leasingzahlungen dargestellt. Aus der Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen resultiert eine konsolidierungskreisbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds in Höhe von T€ -5.222 (Vorjahr: T€ 1.524). Der Finanzmittelbestand zum Jahresende entspricht der in der Bilanz ausgewiesenen Position für die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Der Finanzmittelbestand umfasste zum Bilanzstichtag ausschließlich Bankguthaben und Kassenbestände. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderung der im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit enthaltenen Positionen (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Leasingverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus der stillen Beteiligung der Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft):
8.4 Haftungsverhältnisse Zusammensetzung:
Bei den Bürgschaften handelt es sich im Wesentlichen um Miet-, Zoll-, und Anzahlungsbürgschaften. Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet. Bei den Top Up / First Loss und GAP Garantien sowie auch bei der Haftung für Kredit- und Restwertrisiken handelt es sich um Zahlungsgarantien für Fahrzeuge, die beim Verkauf an Kunden durch Leasinggesellschaften finanziert wurden, soweit hierfür nicht bereits Rückstellungen bilanziert sind (siehe Abschnitt 7.13). Aufgrund der Vermarktungssituation wird das Verlustrisiko aus der Verwertung der Fahrzeugrückläufer zurzeit als gering eingeschätzt. 8.5 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen unterhielt die Schmitz Cargobull AG Beziehungen zu assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Alle Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen resultierten aus der normalen Geschäftstätigkeit und wurden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Salden mit nahestehenden Unternehmen:
Die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind im Rahmen des gewöhnlichen Geschäftsbetriebes angefallen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen assoziierte Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Fahrzeugverkäufen an die Cargobull Finance-Gesellschaften.
Die Ausleihungen bestehen gegen die GRW Holdings Proprietary Limited. Bei den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten gegenüber der Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft. Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen resultieren aus der Finanzierung von Trailern über die Cargobull Finance-Gesellschaften. Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen:
8.6 Gesamthonorar des Abschlussprüfers Zusammensetzung des Gesamthonorars des Konzernabschlussprüfers:
8.7 Gesamtbezüge des Vorstandes und des Aufsichtsrats Mitglieder des Vorstandes beziehungsweise des Aufsichtsrates der Schmitz Cargobull AG sind Mitglieder in Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien anderer Unternehmen, mit denen die Schmitz Cargobull AG im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Beziehungen unterhält. Alle Geschäfte mit diesen Unternehmen werden zu den mit Dritten üblichen Bedingungen abgewickelt. Zusammensetzung der Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat:
Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird der aus den leistungsorientierten Verpflichtungen für die Mitglieder des Vorstandes resultierende laufende Dienstzeitaufwand ausgewiesen. Für aktive Mitglieder des Vorstandes sind zum 31. März 2023 T€ 1.411 (Vorjahr: T€ 2.231) für Pensionen zurückgestellt. Die Rückstellungen haben sich durch Dienstzeitaufwand um T€ 112 und durch Aufzinsung um T€ 41 gegenüber dem Vorjahr erhöht sowie durch Bewertungsänderungen um T€ 973 vermindert. Für ehemalige Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene sind zum 31. März 2023 T€ 21.232 (Vorjahr: T€ 27.749) für Pensionen zurückgestellt. Ehemalige Mitglieder des Vorstandes haben im Geschäftsjahr insgesamt Bezüge von T€ 1.271 (Vorjahr: T€ 1.255) erhalten. 8.8 Konzernverhältnisse Die Dr. Heinz Schmitz Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG, die Peter Schmitz GmbH & Co. KG sowie die Bernd Hoffmann GmbH & Co. KG, alle mit Sitz in Altenberge, sind jeweils zu mehr als 25,0% an der Gesellschaft beteiligt (§ 20 AktG). Die Schmitz Cargobull AG stellt als oberstes Mutterunternehmen den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss der Schmitz Cargobull AG wird im Bundesanzeiger offengelegt. 8.9 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres hat sich Schmitz Cargobull mit 26,64% an MaxiTRANS in Australien zu einem Kaufpreis im niedrigen zweistelligen Millionenbereich beteiligt. MaxiTRANS ist der größte lokale Anbieter von Sattelaufliegern (inkl. Reparatur- und Servicedienstleistungen) in Australien. Weitere Ereignisse, die eine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hätten, sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten.
Altenberge, den 30. Juni 2023 Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft Andreas Schmitz, Vorsitzender Andreas Busacker Boris Billich Dr. Günter Schweitzer Marnix Lannoije BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft, Altenberge Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft, Altenberge, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2023, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2022 bis zum 31. März 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. April 2022 bis zum 31. März 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Osnabrück, den 30. Juni 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Tobias Kruse Schmidt, Wirtschaftsprüfer ppa. Thorsten Spree, Wirtschaftsprüfer ZUSAMMENHALT UND KONTINUITÄTBericht des Vorsitzenden des Aufsichtsratsder Schmitz Cargobull AG, Dirk HoffmannSehr geehrte Damen und Herren, wer glaubte, nach den beiden krisenbehafteten Geschäftsjahren 2020/21 und 2021/22 würde sich die weltweite Wirtschaftslage wieder günstiger für uns darstellen, wurde im zurückliegenden Berichtszeitraum eines Besseren belehrt. Trotz der Hoffnung auf eine Erholung der globalen Wirtschaftslage nach den vorherigen Krisenjahren, zeigte sich auch das Geschäftsjahr 2022/23 für Schmitz Cargobull als äußerst turbulent und verlangte uns große Anstrengungen ab. Wenn auch in dieser Zeit die Coronakrise das Leben und Arbeiten weniger stark bestimmte und wir die einst unterbrochenen Lieferketten wieder herstellen konnten, hielt uns doch der dramatische Russland-Ukraine-Konflikt die gesamte Zeit über in Atem und forderte von uns eine kontinuierliche Krisenbewältigung. Erneut mussten wir Materialengpässen parieren, hatten mit Produktionsunterbrechungen und sogar mit einem Brand in einem unserer Werke zu kämpfen. Für eine zusätzliche Belastung sorgten steigende Kreditzinsen, hohe Inflation und die immensen Preissteigerungen für fast alle Rohmaterialien, die wir wenigstens teilweise an unsere Kunden weitergeben mussten. Unangefochtener Marktführer Der Verlust des Russlandgeschäftes von heute auf morgen und die allgemeine Unsicherheit im Markt verursachte einen Absatzrückgang, den wir nicht ohne Weiteres kompensieren konnten. Im Ergebnis ging die Produktion im Wirtschaftsjahr um mehr als sechs Prozent zurück. Die geringeren Verkäufe hatte aber weniger starken Einfluss auf die Konzern-Kennzahlen als es vermuten ließ. Der Marktanteil blieb nahezu unverändert. Er beträgt in Europa weiterhin rund 23 Prozent, womit wir die unangefochtene Marktführerschaft sichern konnten. Wider dem Verkaufsrückgang gelang es Schmitz Cargobull, seine finanzielle Widerstandskraft zu stärken. Umsatz und Gewinn kletterten trotz Rückgang in der Produktion in unerwartete Höhe. Nach einem Verlust im Vorjahr können wir dank Effizienzsteigerungen im Unternehmen und Preissteigerungen für die Kunden ein hervorragendes Konzernergebnis ausweisen. Das Konzern-EBIT vor Zinsen und Steuern stieg auf rund 108 Mio. Euro. Ich freue mich über diese großartige Teamleistung unserer fast 6.800 Beschäftigten, ohne die der Zuwachs bei Umsatz und Gewinn nicht zu erreichen gewesen wäre. In unwägbaren Zeiten wie diesen sind Zusammenhalt und Kontinuität ein besonders hohes Gut. Das gute Ergebnis und die robuste finanzielle Situation versetzen uns in die Lage, alle nötigen Investitionen im laufenden Geschäftsjahr wie geplant zu tätigen. Für das laufende Geschäftsjahr 2023/24 haben wir uns hohe Ziele gesteckt. Wir wollen bei stabiler Marktlage mindestens 55.000 Einheiten produzieren und einen Umsatz von 2,7 Mrd. Euro erwirtschaften. Zukunftsorientierte Ausrichtung Belegschaft und Führungsteam waren im zurückliegenden Geschäftsjahr hart gefordert, die anstehenden Herausforderungen und Krisen erfolgreich zu meistern. Für das Engagement, die hohe Motivation und die außerordentliche Leistungsbereitschaft möchte ich mich im Namen des Aufsichtsrates bei allen Beteiligten bedanken. Ein ausdrücklicher Dank gilt dem Vorstand, der sich durch ein besonnenes Management hervorgetan hat. Auf Basis der Strategie 2025 hat er das Unternehmen zukunftsorientiert ausgerichtet und viel Fingerspitzengefühl bei der strategischen Weichenstellung in Bezug auf Produktentwicklung, Prozessoptimierung, Transformation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit bewiesen. So konnten wir unseren Kunden stets die notwendige Unterstützung bieten und unser Markenversprechen "zuverlässig und innovativ" einlösen. Unterstützung und Vertrauen bringen auch unsere Aktionäre Vorstand und Aufsichtsrat entgegen, was gleichfalls hohe Anerkennung und großen Dank verdient. Insgesamt zeigen wir damit eine große Geschlossenheit, mit der wir innovative Lösungen in der Transport- und Logistikbranche vorantreiben. Das sehen die Vertreter der Gesellschafter und Inhaberfamilien auch so. Sie haben zu Beginn des Geschäftsjahres 2022/23 ihre Kooperation für die nächsten zehn Jahre vertraglich besiegelt und die Ausrichtung des Familienunternehmens bestätigt. Das demonstriert unseren Mitarbeitenden die Geschlossenheit und Verbundenheit zum Unternehmen. Mit diesem deutlichen Zeichen für langfristige Kontinuität untermauern wir den Kurs der Unternehmensführung. Gemeinsam mit der Belegschaft hat sie die Herausforderungen und Krisen der zurückliegenden Jahre erfolgreich gemeistert. Neubesetzung im Vorstand und Aufsichtsrat Auch im Berichtsjahr 2022/23 haben wir einige Veränderung in der Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der Schmitz Cargobull AG zu verzeichnen. Mit Wirkung vom 1. Oktober 2022 hat der Aufsichtsrat Marnix Lannoije zum neuen Vorstand für Forschung & Entwicklung ernannt. Er übernimmt diese Funktion als Nachfolger von Roland Klement, der in den verdienten Ruhestand wechselte. Wir alle danken ihm für seine Verdienste um das Unternehmen. Zusätzlich gab es Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats. Der unerwartete Tod unseres Aufsichtsratsmitglieds Pietro Bazzoli kurz vor Ablauf des vorangegangenen Berichtszeitraums hat uns tief erschüttert und überschattete den Geschäftsjahreswechsel. Der 53-jährige IG Metall-Vertreter und Siemens-Betriebsratsvorsitzende gehörte unserem Aufsichtsrat seit September 2019 an. Der Aufsichtsrat hat Benjamin Pankow zu seinem Nachfolger berufen. Der IGMetaller fungiert als 1. Bevollmächtigter und Kassierer bei der IG Metall Bochholt. Vertrauensvolle Zusammenarbeit Als Aufsichtsratsvorsitzenden unterstützen mich aktuell Robin J. Stalker, Dr. Hans Moormann, Prof. Harald Ludanek, Dr. Detlev Ruland, Astrid Hamker, Volker Flatau, Thomas Schwier, Thomas Meißner, Manuel Terhürne, Karin Hageböck und Benjamin Pankow. Die Mitglieder des Aufsichtsrates haben sich im Geschäftsjahr 2022/23 insgesamt viermal in ordentlichen Sitzungen und einmal in außerordentlicher Sitzung getroffen und über die Aspekte der aktuellen und der mittel- und langfristigen Geschäftsentwicklung beraten. Die Vorstandsmitglieder haben das Gremium kontinuierlich mit schriftlichen und mündlichen Berichten über die jeweilige Situation und die Lage des Unternehmens informiert. Alle wesentlichen Entwicklungen und Entscheidungen wurden dabei stets umfassend erörtert und hinterfragt. Zugleich nahmen die Aufsichtsräte ihre Aufgaben bei der Überwachung der Geschäftsführung wahr. Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand verlief im Berichtszeitraum eingehend und vertrauensvoll. Damit sind wir trotz der gewaltigen Transformation in der Transport- und Logistikbranche bestens aufgestellt und zuversichtlich, auch künftig im Markt erfolgreich agieren zu können.
Der Aufsichtsrat Dirk Hoffmann, Vorsitzender Auszug aus dem Aufsichtsratsprotokoll
Der Konzernabschluss zum 31.03.2023 wurde am 26.09.2023 gebilligt. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Nachrichten & Medien
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Insolvenzbekanntmachungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Aktuelle Insolvenzverfahren
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Handelsregister Dokumente
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Organisationen an dieser Adresse
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
3 nahegelegene Organisationen
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Herstellung von Türen und Fenstern aus Holz
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Handelsregister Dokumente
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Insolvenzbekanntmachungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Aktuelle Insolvenzverfahren
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen