Cargobull Trailer Store GmbH

Kümperstiege 1, 48341 Altenberge, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Steinfurt HRB 8954
Eingetragen
27.9.2010
Branche
Einzelhandel mit Kraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 tEinzelhandel mit Kraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t oder wenigerGroßhandel mit Kraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t
Gegenstand
Der Handel mit gebrauchten Nutzfahrzeugen aller Art, insbesondere mit Anhängern der Firma Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sebastian Terhechte
seit 12.9.2024
Prokura
Luc Kessels
seit 8.4.2016
Prokura
Geschäftsführer
Andreas Schmitz
seit 27.9.2010
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft
Germany
500.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft

Altenberge

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2022 bis zum 31.03.2023

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022/2023

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Geschäftsmodell

1.2 Struktur und Organe

1.3 Ziele und Strategien

1.4 Forschung und Entwicklung

1.5 Grundlagen der internen Steuerung und Steuerungskennzahlen

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.2 Geschäftsverlauf

2.3 Lage

2.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

3 Prognosebericht

3.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

3.2 Geschäftsverlauf und Lage

4 Chancen- und Risikobericht

4.1 Grundlagen

4.2 Chancen- und Risikomanagement

4.3 Überblick über wesentliche Chancen und Risiken

4.4 Leistungswirtschaftliche Chancen und Risken

4.5 Finanzwirtschaftliche Risiken

4.6 Sonstige Risiken

4.7 Gesamtbild der Risikolage

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Geschäftsmodell

Die Schmitz Cargobull AG und die von ihr i.S.d. § 17 AktG abhängigen Gesellschaften bilden den Schmitz Cargobull Konzern (nachfolgend Schmitz Cargobull). Schmitz Cargobull ist Hersteller von Sattelaufliegern (Trailern), Anhängern und Motorwagenaufbauten für den Transport von temperierter Fracht, General Cargo, Seecontainern sowie Schüttgütern.

Das Geschäftsmodell des Schmitz Cargobull Konzerns umfasst den Forschungs- und Entwicklungsbereich, die Produktion von Neufahrzeugen bis hin zu den Service-Angeboten wie Beratung, Trailer-Telematik, Finanzierung, Ersatzteilversorgung und Gebrauchtfahrzeughandel. Mit kundenorientierten Transport- und Service-Lösungen verfolgt der Schmitz Cargobull Konzern das Ziel, die Total Cost of Ownership für seine Kunden zu reduzieren.

Das operative Geschäft von Schmitz Cargobull ist gesellschaftsübergreifend in die Geschäftsbereiche "Curtainsider", "Sattelkoffer", "Sattelkipper", "Truck Bodies" und die "Value added Services" aufgeteilt und gruppenweit ausgerichtet. Es orientiert sich an den Bedürfnissen der Kunden in den jeweiligen Märkten. Es zielt insbesondere auf eine umfassende Markenstrategie und eine konsequente Umsetzung von Qualitätsstandards auf allen Ebenen ab.

1.2 Struktur und Organe

Die Schmitz Cargobull AG steuert den Konzern zentral und funktionsübergreifend. Sämtliche Schlüsselfunktionen werden von der Schmitz Cargobull AG gesellschaftsübergreifend besetzt. Der Schmitz Cargobull Konzern ist hierfür in Form einer Matrixorganisation strukturiert, mit den Produktionswerken auf der einen und den Vertriebs- und Service-Gesellschaften auf der anderen Seite. Die Festlegung der wesentlichen, zum Leistungserstellungsprozess entscheidenden Aktivitäten des Schmitz Cargobull Konzerns wie Entwicklung und die Strategiesetzung der jeweiligen Produktlinien obliegt der Schmitz Cargobull AG bzw. deren Vorständen.

Die Konzernvorstände steuern das Geschäft zudem in enger Zusammenarbeit mit den Produktlinienleitern und der lokalen Geschäftsführung. Die Gesellschaften im Schmitz Cargobull Konzern werden als Profit Center geführt und verfügen über klare Richtlinien mit dem Ziel, bestmögliche Leistungen und Ergebnisse zu erreichen. Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand und bestellt dessen Mitglieder. Beide Organe stehen in regelmäßigem Dialog über strategische Maßnahmen, Planung, Geschäftsentwicklung, Risikolage und -management sowie die Compliance des Unternehmens.

Die Unternehmen innerhalb des Schmitz Cargobull-Konzerns gliedern sich nach ihren Haupttätigkeitsbereichen wie folgt:

Produktionsgesellschaften sind für die Produktion von Fahrzeugen und für die Teile- bzw. Komponentenfertigung für die verschiedenen Produktlinien verantwortlich. Die Gesellschaften agieren ebenfalls als Vertriebsunternehmen in ihrem jeweiligen lokalen Markt.

Montageunternehmen sind mit der Montage von Sattelanhängern, Wechselbehältern, Anhängern, Kühlboxen sowie Schmitz Cargobull-Ersatzteilen und -Zubehör beauftragt und können ebenfalls als Vertriebsunternehmen in ihrem jeweiligen lokalen Markt agieren.

Vertriebseinheiten sind für die Belieferung der Endkunden mit Fahrzeugen verantwortlich. Sie agieren zudem u.U. als Agenten oder Vertriebspartner der Schmitz Cargobull AG.

Servicegesellschaften unterhalten Geschäftsbeziehungen zu Werkstätten, die zur Erfüllung von Full-Service-, Wartungs- und/oder Reparaturverträgen für unsere Kunden eingesetzt werden. Die Servicegesellschaften schließen in diesem Zusammenhang Service-Verträge mit den Kunden ab, die eine Ersatzteilversorgung, Finanzierungsunterstützung und/oder unterstützende Telematiksysteme umfassen.

Der Schmitz Cargobull Konzern betreibt Produktionsstätten in Deutschland, Litauen, Spanien, Russland und der Türkei sowie in der Slowakei und in UK und verfügt über Vertriebsgesellschaften in fast allen europäischen Ländern sowie in Australien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Struktur des Konzerns ist darauf ausgerichtet, dass alle Gesellschaften ihren Beitrag leisten, die heutige Marktposition weiter auszubauen.

1.3 Ziele und Strategien

Schmitz Cargobull verfolgt das Ziel und die Strategie, die Anforderungen, die an die Produktion von Sattelaufliegern kundenseitig gestellt werden, vollumfänglich zu erfüllen. Dabei sind die Marktanforderungen in den letzten Jahren komplexer geworden. Der Funktionsumfang wächst und die Kunden verlangen immer mehr nach durchgängigen Komplettlösungen für den Güterverkehr. Der Fokus liegt dabei ganz besonders auf der Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Schmitz Cargobull begegnet den geänderten Marktanforderungen und dem technologischen Wandel aktiv und mit Innovationen, um die heutige Marktposition als ein europaweit führender Produzent von Sattelaufliegern und Anbieter ganzheitlicher und nachhaltiger Transportlösungen für die Logistikbranche weiter auszubauen. Unser Ziel ist es, für unsere Kunden als stabiler und nachhaltiger Partner optimal abgestimmte, durchgängige Lösungen für den Transport von Waren und Gütern anzubieten.

Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und die Auswirkungen des Ukraine Kriegs haben unsere strategische Ausrichtung weiter bestätigt. Unsere Kombination aus hochproduktiven, flexiblen Aufliegern und dem strategischen Dreiklang aus Automation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit ist zukunftsstark - und passt perfekt in die aktuelle Zeit. Mit unserem ganzheitlichen Produktportfolio möchten wir uns konsequent zu einem ganzheitlichen Anbieter von Transportlösungen weiterentwickeln.

Neben dem stetigen Ausbau des Produktportfolios werden daher ebenfalls neue geografische Wachstumsfelder untersucht. In diesem Zusammenhang sind die erfolgreichen Gespräche mit Geschäftspartner in den USA und Australien zur Beteiligung an Joint-Venture Unternehmen zu nennen. Bei den Vertriebs- und Kernprozessen liegt der derzeitige Schwerpunkt jedoch weiterhin eindeutig auf der Erreichung und der Sicherstellung von Prozessexzellenz.

1.4 Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungsstrategie des Schmitz Cargobull Konzerns wird von den Konzernvorständen bestimmt und koordiniert. Ziel der Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf Ebene des Schmitz Cargobull Konzerns ist es, den Wert unserer Produkte für unsere Kunden nachhaltig zu steigern.

Wie wichtig Innovationen sind, zeigt sich insbesondere wirtschaftlich angespannten Zeiten wie heute, da sie Möglichkeiten und Wege aus der jetzigen und auch einer zukünftigen Krise bereithalten und aufzeigen können. Deshalb hält Schmitz Cargobull das Entwicklungsbudget stabil auf einem hohen Niveau. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen 48,1 Mio. € (Vorjahr: 39,4 Mio. €). Auch für das nächste Geschäftsjahr sind Ausgaben im Bereich Forschung- und Entwicklung in vergleichbarer Höhe geplant.

Der durch die Corona Pandemie ausgelöste Trend zur Automatisierung und Digitalisierung hat sich auch in diesem Jahr weiter fortgesetzt. Da wir diese Zukunftsfelder bereits seit Jahren verstärkt im Fokus haben, ist es nur verständlich, dass wir die Bereiche Automatisierung, Elektrik, Elektronik und Software zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Schmitz Cargobull Konzerns weiter ausbauen wollen.

Als führender Anbieter in der europäischen Trailerbranche forciert Schmitz Cargobull insbesondere:

die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios, sowie die Standardisierung von Komponenten und Erhöhung der Wertschöpfungstiefe bei Kernkomponenten, sowie die Automatisierung von Maschinen und kompletten Anlagen;

durchgängige Prozesse in der Digitalisierung des Schmitz Cargobull Konzerns (z.B. Cargosell, Cargobuy, Production planning & Control, uvm);

die Weiterentwicklung europäischer Standards in F+E-Bereich, zu dem auch die die Implementierung des Projektes "One R&D / One PLM" gehört. In diesem Projekt werden die Entwicklungssysteme und Datenstrukturen auf eine einheitliche Basis gestellt. Mithilfe dieses Projektes wird die Koordination unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die an den deutschen Lead-Werken dezentral organisiert sind, weiter optimiert. Die Zielstruktur soll uns dabei helfen, den Ausbau der Produktkompetenz an den Standorten besser zu fördern und gleichzeitig Synergieeffekte durch werksübergreifende Zusammenarbeit optimal zu nutzen;

das Thema Elektromobilität für Nutzfahrzeuge bzw. die Entwicklung ökologisch nachhaltiger Transportlösungen (z.B. das Lang-LKW-Konzept EcoDuo oder EcoFlex).

Darüber hinaus werden am Standort in Münster im F+E-Zentralbereich Electric/Electronic Systems Engineering (E/E SE) die steigenden Anforderungen der Nutzfahrzeugbranche an die Digitalisierung unserer Produkte erfasst und in neue Soft- und Hardware-Lösungen überführt. Der Bereich setzt sich aus den bisherigen Entwicklungsbereichen der Cargobull Telematics GmbH sowie dem Bereich Entwicklung Bremse und Elektrik der Schmitz Cargobull AG zusammen.

1.5 Grundlagen der internen Steuerung und Steuerungskennzahlen

Der Vorstand der Schmitz Cargobull AG steuert die Gesellschaft und den Konzern mittels einer fest definierten Organisations- und Führungsstruktur sowie operativer Ziele, deren Erreichung durch festgelegte Kennzahlen überwacht werden. Mithilfe unseres unternehmensinternen Controlling- und Steuerungssystems sowie unseres regelmäßigen Berichtswesens überwachen und steuern wir die Zielerreichung und den effizienten Einsatz unseres Kapitals.

Ausgangspunkt für die Steuerung ist die Mittelfristplanung, die einmal jährlich erstellt wird und über einen Zeitraum von drei Jahren den Kern der operativen Planung abbildet. Die primäre Steuerung erfolgt durch eine Deckungsbeitragsrechnung nach Produktlinien. Weitere Dimensionen sind der Konzern, die Werke sowie die Sicht nach Ländern. Zur Nutzung finanzieller Kennzahlen werden sowohl eine Plan-Bilanz als auch die Plan-GuV erstellt. Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren für den Konzernabschluss von Schmitz Cargobull sind der Umsatz, die produzierten Fahrzeuge und das Konzernergebnis.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft wurde 2022 vom Krieg in der Ukraine überschattet. Die Folge: signifikant gestiegene Energiekosten, hohe Inflationsraten, deutliche Preissteigerungen für Rohstoffe, Transport, Logistik und wieder zunehmende Lieferengpässe. Die geopolitischen Unsicherheiten und die strikte Null-Covid-Politik Chinas beeinträchtigten die weltweite Konjunktur im Laufe des Jahres zudem erheblich. Nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) an der Universität Kiel wuchs die Weltwirtschaft nur noch um +3,2 % (Vorjahr: +6,1 %). 1

Deutschland verzeichnete laut IfW beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Wachstum von lediglich +1,9 % (Vorjahr: +2,6 %) und stand zum Jahresende vor einer Rezession. Im Euroraum wuchs die Wirtschaft um +3,6 % (Vorjahr: +5,4 %). Signifikant steigende Preise, hohe Zinsen und die negativen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine schwächten die Konjunktur im Jahresverlauf deutlich. Die großen europäischen Volkswirtschaften - allen voran Spanien mit einem Anstieg des BIP um +5,5 % (Vorjahr: +5,5 %), Italien mit +3,8 % (Vorjahr: +7,0%) und Frankreich mit +2,6% (Vorjahr: +6,8%) - konnten aufgrund der positiven Entwicklung in der ersten Jahreshälfte den Abwärtstrend in der zweiten Jahreshälfte noch kompensieren. 2

Der Markt für Sattelauflieger befand sich im Geschäftsjahr 2022/2023 weiter auf Erholungskurs. So stiegen im Jahr 2022 die Lkw-Neuzulassungen in Deutschland gegenüber 2021 um 9,8% auf 320.249 Einheiten (Vorjahr 293.000). 3 Die enormen Herausforderungen durch Pandemie, Materialverfügbarkeit und Lieferengpässe, steigende Inflation sowie hohe Rohstoff- und Transportkosten belasteten jedoch weiterhin die Entwicklung. Die Ukrainekrise hat diese Tendenz noch einmal deutlich verschärft.

2.2 Geschäftsverlauf

2.2.1 Absatz

Die Nachfrage nach Neufahrzeugen erholte sich im laufenden Geschäftsjahr, wurde jedoch im Jahresverlauf gebremst durch den Krieg in der Ukraine und steigende Inflation. Unter diesen erneut erschwerten Rahmenbedingungen konnte der Schmitz Cargobull Konzern den Absatz im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau halten. Der Absatz im Neufahrzeuggeschäft lag bei 58.753 Einheiten und damit leicht über dem Wert des Vorjahres von 58.681 Einheiten. Die Auftragslage ist zu Beginn des neuen Geschäftsjahres 2023/2024 noch gut, obwohl ein deutlicher Rückgang der Auftragseingänge bereits zu verzeichnen ist.

2.2.2 Beschaffung

Einkauf, Beschaffung und Logistik sind wichtiger denn je. Nicht nur durch die Corona-Pandemie, sondern auch seit dem Einmarsch der russischen Streitkräfte in die Ukraine stehen insbesondere die Lieferketten vor neuen Herausforderungen. Widerstandsfähigkeit (Resilienz) und Wandlungsfähigkeit sind entscheidende Erfolgsfaktoren im Zusammenhang mit Digitalisierung und Nachhaltigkeit und stehen bei der Schmitz Cargobull Gruppe schon lange im Mittelpunkt.

Die Konzern Einkaufsorganisation konsolidiert produktlinienübergreifend die Einkaufsvolumina und vereinbart die Rahmenbedingungen mit den strategischen Lieferanten. Aufgrund der hohen Materialquote eines Trailers verfolgt Schmitz Cargobull eine globale Beschaffungsstrategie mit dem Fokus auf mögliche Präferenzbegünstigungen. Die Resilienz in unserer Lieferkette haben wir 2022 mit umfangreichen Maßnahmen weiter gestärkt. Durch unsere globale Double-Sourcing-Strategie haben wir für wesentliche Komponenten mindestens zwei Lieferanten. Dabei setzen wir ebenso auf globale wie regionale Zulieferer.

Die Kosten für den Materialeinkauf sind im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen, wobei sich die Zuwachsraten verringert haben. Die Rohstoffpreise befinden sich aber weiterhin auf sehr hohem Niveau. 4

2.2.3 Produktion

In der Produktion und Logistik verfolgen wir das Ziel, eine effiziente, nachhaltige und digitalisierte Fertigung und Montage sowie termingerechte Auslieferung unserer Trailer zu gewährleisten. Die Einhaltung unserer strengen Qualitätsstandards ist dabei jederzeit die Basis unseres Handelns.

Daneben hat der Ausbau unseres europaweiten Produktionsnetzwerks hohe Priorität. Durch die wechselseitige Nutzung unserer Produktionskapazitäten in Europa profitieren unsere Kunden in Form von verkürzten Lieferzeiten und reduzierten Transportkosten. Auch in Zukunft werden wir unser Produktionsnetzwerk nutzen und ausbauen, um unsere Flexibilität zu erhöhen, Kapazitäten optimal auszunutzen und die Entfernung zu unseren Kunden durch lokale Produktion zu verringern.

Die im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten Produktivitäts- und Effizienzvorteile haben erheblich dazu beigetragen, die negativen Folgen der Covid-19 Pandemie und die Folgen des Krieges in der Ukraine abzumildern, da sehr flexible auf das volatile Marktumfeld und auf Kundenwünsche reagiert werden konnte. Im Geschäftsjahr wurden an den Produktionsstandorten in Deutschland, Litauen, Spanien, Russland und in der Türkei 57.551 Fahrzeuge produziert. Im Vorjahresvergleich wurden somit 3,5% weniger Trailer produziert. Verglichen mit dem Budget wurden sogar 11,5% weniger Einheiten an den Standorten im Geschäftsjahr gefertigt.

2.2.4 Investitionen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Investitionen in das Sachanlagevermögen (ohne vermietete Fahrzeuge aus Finanzdienstleistungen) von 52,1 Mio. € (Vorjahr 49,3 Mio. €) getätigt. Das Hauptaugenmerk lag zum einen auf dem Bereich der Automatisierung und somit im Bereich der technischen Anlagen. Zum anderen wurde in erheblichem Umfang in den Bereich der vermieteten Fahrzeuge investiert. Im Zuge der Digitalisierungsstrategie wurden im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände Investitionen in Höhe von 6,2 Mio. € (Vorjahr 6,6 Mio. €) für Softwarelösungen vorgenommen.

2.2.5 Finanzierung

Derzeit bestehen bei unseren Hausbanken keine langfristigen Darlehen. Die bestehenden bilaterale Kreditlinien reichen aus, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf sicherzustellen und die Abwicklung des Zahlungsverkehrs bei diversen ausländischen Gesellschaften sowie das Cashpooling auszuführen.

Der tägliche Liquiditätsfluss wird im Konzern über Kontenkonzentration ("Zero Balancing Cash-Pooling") systematisch bei der Schmitz Cargobull AG gebündelt. Die Überschüsse werden zinsoptimiert in Tages- und Monatsgeld sowie in täglich fälligen Papieren angelegt. Fremdwährungssicherungen werden im Regelfall zentral vom Konzerntreasury vorgenommen. Die Sicherungsgeschäfte basieren auf geplanten Fremdwährungscashflows, die in Abstimmung mit der jeweiligen Vertriebseinheit ermittelt werden. Ausschließlich hierauf bezogen wurden Devisentermingeschäfte eingesetzt. Mit Zinssicherungsgeschäften hat sich das Unternehmen gegen zukünftige Zinssteigerungen abgesichert.

2.2.6 Personal

Der Erfolg von Schmitz Cargobull beruht ganz besonders auf dem herausragenden Einsatz und Know-How unserer hochqualifizierten Mitarbeiter. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind darüber hinaus ein wesentlicher Bestandteil für den langfristigen Erfolg von Schmitz Cargobull. Mit ihnen als Team wird Schmitz Cargobull gestärkt aus diesen turbulenten Zeiten hervorgehen.

Im Geschäftsjahr 2022/2023 waren durchschnittlich 5.409 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.350) im Unternehmen tätig. Hinzu kamen im Durchschnitt 1.366 Leiharbeitnehmer (Vorjahr: 1.574). In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres gab es eine Tariferhöhung in Deutschland. Die Tariferhöhung sieht eine zweistufige Entgelterhöhung von 5,2% ab Juni 2023 und von 3,3% ab Mai 2024 vor. Zudem wird eine Inflationsausgleichsprämie von jeweils 1.500 Euro im Februar 2023 und 2024 gezahlt. Die Laufzeit des Tarifvertrages gilt bis zum 30. September 2024.

Momentan ist bei Schmitz Cargobull noch kein akuter Fachkräftemangel erkennbar. Dennoch bildet das Unternehmen intensiv neue Fachkräfte aus und gibt zum Beispiel interessierten Schülern die Gelegenheit, die Arbeitswelt näher kennenzulernen. Die Sicherheit am Arbeitsplatz wird bei Schmitz Cargobull großgeschrieben, Unfälle werden erfasst und untersucht. Basierend darauf werden Gegenmaßnahmen abgeleitet.

2.3 Lage

2.3.1 Ertragslage

Die Entwicklung der Ertragslage ist in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

2022/2023 2021/2022 Veränderung
Mio. € % Mio. € % Mio. €
Umsatzerlöse 2.633,0 99,5 2.287,8 93,5 345,2
Bestandsveränderungen -20,5 -0,8 155,1 6,3 -175,6
Andere aktivierte Eigenleistungen 34,4 1,3 3,8 0,2 30,6
Gesamtleistung 2.646,9 100,0 2.446,7 100,0 200,2
Materialaufwand 1.981,8 74,9 1.925,8 78,7 56,0
Rohergebnis 665,1 25,1 520,9 21,3 144,2
Personalaufwand 353,2 13,3 332,7 13,6 20,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen 191,3 7,2 179,9 7,4 11,4
Sonstige betriebliche Erträge 49,4 1,9 24,4 1,0 25,0
at-Equity-Ergebnis -0,6 0,0 8,1 0,3 -8,7
EBITDA 169,4 6,4 40,8 1,7 128,6
Abschreibungen 60,9 2,3 55,9 2,3 5,0
Betriebsergebnis (EBIT) 108,5 4,1 - 15,1 - 0,6 123,6
Finanzergebnis -4,7 -0,2 -2,9 -0,1 -1,8
Steuern vom Einkommen und Ertrag 39,8 1,5 -15,8 -0,6 55,6
Konzernergebnis 64,0 2,4 - 2,2 - 0,1 66,2

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2022/2023 war ein Jahr großer globaler Herausforderungen: weltweite Liefer- und Materialengpässe, hohe Rohstoff-, Energie und Transportkosten, steigende Zinsen und Inflationsraten, aber auch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und vor allem der Krieg in der Ukraine. Frieden und Freiheit haben stets Vorrang vor Geschäftsinteressen, denn sie sind die Grundvoraussetzung für Sicherheit. Noch vor Erlass der EU-Sanktionen am 26. Februar 2022 hatte der Schmitz Cargobull Konzern daher unverzüglich und ganzheitlich sämtliche Aktivitäten auf dem russischen Markt gestoppt. Alle Vertriebs-, Service- und Trainingsaktivitäten sowie die Produktion in Russland wurden eingestellt. Dies umfasst auch alle Lieferungen von Ersatzteilen, Komponenten und Services nach Russland. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2022/2023 hat der Schmitz Cargobull Konzern zudem seine Anteile an der Schmitz Cargobull Russland OOO, Moskau/Russland, an einen strategischen Investor veräußert.

Unter diesen erschwerten Markt- und Rahmenbedingungen erzielte der Schmitz Cargobull Konzern ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr mit einem EBIT in Höhe von 108,5 Mio. €. Dank der konsequenten Umsetzung unserer strategischen Ausrichtung auf Automation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit konnten wir die im Jahresverlauf erhöhten Prognosen erreichen und zum Teil übertreffen.

Die nachhaltige Optimierung unserer Kostenstruktur und stringente Umsetzung unserer Maßnahmen zur Effizienzsteigerung zahlten sich aus: Der Umsatz erhöhte sich trotz anhaltender Material-, Logistik- und Transportkostensteigerungen sowie steigenden Rohstoffpreisen deutlich auf 2.633,0 Mio. € (Vorjahr: 2.287,8 Mio. €). Dies entspricht einer Umsatzsteigerung von 15,1 % im Vergleich zum Vorjahr.

Der Anstieg der Materialaufwendungen um 56,0 Mio. € auf 1.981,8 Mio. € (Vorjahr: 1.925,8 Mio. €) ist auf die gestiegene Gesamtleistung zurückzuführen. Die Materialquote sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozentpunkte leicht auf 74,9 % (Vorjahr: 78,7 %) ab und verbleibt somit weiterhin auf hohem Niveau. Der Rohertrag belief sich folglich auf 665,1 Mio. € (Vorjahr: 520,9 Mio. €).

Der Personalaufwand belief sich auf 353,2 Mio. € (Vorjahr: 332,7 Mio. €). Die Personalquote verbesserte sich leicht von 13,6 % auf 13,3 % im Geschäftsjahr 2022/2023.

Der Saldo der übrigen Erträge und Aufwendungen lag bei einer deutlich gestiegenen Gesamtleistung bei -141,9 Mio. € und damit unterhalb des Vorjahresniveau von -155,5 Mio. €. Ursache hierfür sind im Wesentlichen die in den Erträgen des Berichtsjahres enthaltenen Versicherungserstattungen für den Brand in Vreden. Gegenläufig wirken im Saldo die negativen Ergebniseffekte aus der Entkonsolidierung der Schmitz Cargobull Russland OOO und der Schmitz Cargobull Meckelburg GmbH & Co. KG. Der Anteil an der Gesamtleistung verbesserte sich auf 5,3 % (Vorjahr: 6,4%). Die Einleitung und Umsetzung zielgerichteter Konzepte zur Kostenreduktion im Bereich der Personalkosten und im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich somit positiv auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt.

In Folge des gestiegenen Rohertrags verbesserte sich das EBITDA um 128,6 Mio. € auf 169,4 Mio. € (Vorjahr: 40,8 Mio. €). Das EBIT stieg in ähnlicher Weise um 123,6 Mio. € auf 108,5 Mio. € (Vorjahr: -15,1 Mio. €). Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 4,1 % (Vorjahr: -0,6 %). Zum 31. März 2023 wies Schmitz Cargobull ein Konzernergebnis von 64,0 Mio. € aus - ein Plus von 66,2 Mio. € (Vorjahr: -2,2 Mio. €).

Aufgrund der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Entwicklung wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr kontinuierlich Maßnahmen eingeleitet, die das Ziel verfolgen, die Sicherstellung der Lieferketten zu gewährleisten sowie die Effizienz des Produktionsprozesses zu steigern und die Kosten zu minimieren. Die Maßnahmen im Zusammenhang des Lean-to-Compete Programms wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr konsequent weiter fortgeführt.

2.3.2 Vermögens- und Finanzlage

Die Entwicklung der Vermögenslage ist in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

31.03.2023 31.03.2022 Veränderung
Mio. € % Mio. € % Mio. €
Langfristig gebundenes Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 26,7 1,7 25,9 1,8 0,8
Sachanlagen 374,2 23,8 355,9 24,7 18,3
Nutzungsrechte 45,0 2,9 36,4 2,5 8,6
Anteile an at-Equity bilanzierten Unternehmen 61,0 3,9 83,6 5,8 -22,6
Übrige langfristige Vermögenswerte 22,0 1,4 53,7 3,7 -31,7
528,9 33,6 555,5 38,5 -26,6
Kurzfristig gebundenes Vermögen
Vorräte 437,1 27,8 444,4 30,8 -7,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 225,9 14,4 200,0 13,9 25,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 263,6 16,7 115,8 8,0 147,8
Übrige kurzfristige Vermögenswerte 118,4 7,5 117,6 8,1 0,8
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0,0 0,0 10,2 0,7 -10,2
1.045,0 66,4 888,0 61,5 157,0
1.573,9 100,0 1.443,5 100,0 130,4

Die Bilanzsumme stieg um 130,4 Mio.€ auf 1.573,9 Mio. €. Die Zunahme ist im Wesentlichen auf die deutlich erhöhten liquiden Mittel zurückzuführen. Die Zunahme der liquiden Mittel korreliert mit den ebenfalls leicht gesunkenen Vorräten sowie einem besseren Forderungsmanagement und erhöhten kurzfristigen Schulden.

Die Investitionen in neue Anlagen überstiegen den Abschreibungsaufwand und die Anlagenabgänge um 18,3 Mio. €. Das kurzfristig gebundene Vermögen belief sich auf 66,4% der Bilanzsumme. Der im Vergleich zu dem im Geschäftsverlauf getätigten Umsatzerlösen erzielte Abfall der kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie des Vorratsbestandes zum Bilanzstichtag ist im Wesentlichen dem verbesserten Management im Bereich Working Capital zu verdanken.

Die Entwicklung der Kapitalstruktur ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

31.03.2023 31.03.2022 Veränderung
Mio. € % Mio. € % Mio. €
Eigenkapital 760,9 48,3 683,3 47,3 77,6
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 61,3 3,9 84,0 5,8 -22,7
Sonstige Rückstellungen 25,0 1,6 28,5 2,0 -3,5
Übrige langfristige Schulden 129,0 8,2 122,9 8,5 6,1
215,4 13,7 235,4 16,3 -20,0
Kurzfristige Fremdmittel
Sonstige Rückstellungen 98,7 6,3 83,8 5,8 14,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 267,4 17,0 267,0 18,4 0,4
Übrige kurzfristige Schulden 231,5 14,7 170,6 11,9 60,9
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 0,0 0,0 3,4 0,2 -3,4
597,6 38,0 524,8 36,4 72,8
1.573,9 100,0 1.443,5 100,0 130,4

Das Eigenkapital erhöhte sich im Wesentlichen durch das Konzernergebnis um 77,6 Mio. €. Die Eigenkapitalquote konnte trotz des Anstiegs der Bilanzsumme auf nun 48,3% zum Stichtag gesteigert werden.

Der Rückgang der Pensionsrückstellungen um 22,7 Mio. € resultiert maßgeblich aus dem gestiegenen Zinsniveau. Der Anstieg der kurzfristigen Rückstellungen um 14,9 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg von Personalrückstellungen und der Rückstellung für sonstige Zahlungsverpflichtungen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen und befinden sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Innerhalb der übrigen kurzfristigen Schulden stiegen insbesondere die Vertragsverbindlichkeiten an.

Die Finanzlage stellt sich wie folgt dar:

2022/2023
Mio. €
2021/2022
Mio. €
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 184,3 -157,5
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -19,6 -49,3
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -11,7 -21,8
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 153,0 - 228,6
Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -5,2 1,5
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 115,8 342,9
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 263,6 115,8

Der Finanzmittelfonds setzt sich zusammen aus dem Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 263,6 Mio. € (Vorjahr: 115,8 Mio. €). Als wesentliche Treiber für die Steigerung des Finanzmittelfonds um 147,8 Mio. € sind die verbesserte Ertragslage zu nennen.

Insgesamt hat die laufende Geschäftstätigkeit zu einer Verbesserung des Finanzmittelfonds um 184,3 Mio. € geführt. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist im Geschäftsjahr mit -19,6 Mio. € negativ ausgefallen. Dies liegt im Wesentlichen an den getätigten Investitionen in das Sachanlagevermögen. Gegenläufig sind hier erhaltene Dividenden aus den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen in Höhe von 22,7 Mio. € enthalten. Der negative Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert aus gezahlten Zinsen und dem Tilgungsanteil von Leasingzahlungen.

2.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

Die Weltwirtschaft wurde 2022 vom Krieg in der Ukraine überschattet. Die Folge: Energie-Krise mit Gasverknappung und signifikant gestiegenen Energiekosten, hohe Inflationsraten, steigende Zinsen und deutliche Preiserhöhungen für Rohstoffe, Transport, Logistik und wieder zunehmende Lieferengpässe. Insofern war das abgelaufene Geschäftsjahr wieder einmal anspruchsvoll und herausfordernd.

Den herausfordernden Zeiten haben wir unsere finanzielle Stärke, Widerstandsfähigkeit, Innovationskraft und Teamgeist entgegengesetzt. Unser strategischer Dreiklang aus Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit passt aktuell besser denn je. Insofern hat 2022/2023 erneut gezeigt: der Schmitz Cargobull Konzern ist auch unter schwierigen äußeren Bedingungen ein stabiler und verlässlicher Partner. Unser starkes langjähriges Netzwerk zu Kunden, Partnern und Lieferanten, das innovative Produktportfolio sowie unsere hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Rückgrat unseres Erfolgs. Wir haben ein hohes Maß an Resilienz und die Stärke, schnell und agil mit global veränderten Rahmenbedingungen umzugehen.

Trotz des herausfordernden Umfeldes konnte das Geschäftsjahr 2022/2023 für den Schmitz Cargobull Konzern zufriedenstellend abgeschlossen werden. Der Umsatz des Geschäftsjahrs lag mit 2,63 Mrd. € deutlich über dem Vorjahresniveaus von 2,29 Mrd. € und leicht unter dem für das Geschäftsjahr 2022/2023 geplanten Umsatzniveau. Weitere Kostensteigerungen insbesondere im Bereich der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe bzw. für Transport und Energie konnten im Vergleich zum Vorjahr abgemildert werden. Als Folge verbesserte sich das EBIT im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 123,6 Mio. €.

Insgesamt schließt der Schmitz Cargobull Konzern das Geschäftsjahr 2022/2023 mit einem Konzernergebnis von 64,0 Mio. € ab. Das Ergebnis ist damit deutlich besser als das Vorjahresergebnis in Höhe von -2,2 Mio. € und etwas besser als geplant ausgefallen. Dementsprechend ist der Vorstand mit dem erzielten Ergebnis zufrieden, jedoch weiterhin bestrebt, Maßnahmen zur Lösung der globalen Lieferengpässe sowie Konzepte zu weiteren Effizienzsteigerungen umzusetzen.

3 Prognosebericht

3.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Kieler Institut für Wirtschaft (IfW) prognostiziert im aktuellen Konjunkturbericht für das Geschäftsjahr 2023 ein Wachstum der Weltwirtschaft von +2,5 %. Eine Vielzahl von negativen Faktoren trüben den weltweiten Konjunkturausblick. Allem voran der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Energiekrise in Europa, aber auch die hohe Inflation sowie steigende Zinsen deuten auf eine verhaltene weltwirtschaftliche Entwicklung hin. 5 In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird die Expansion spürbar gedämpft. Bremsend wirkt vor allem der Kaufkraftentzug durch die hohe Inflation. Darüber hinaus werden in den nächsten Monaten vor allem in Europa auch die hohe Unsicherheit und der Fortfall eines Großteils des Exportgeschäfts mit Russland die wirtschaftliche Aktivität belasten.

Mit Abklingen der Energiekrise haben sich die Konjunkturaussichten im Euroraum etwas aufgehellt. Bis zum Jahresende 2022 waren die Auftriebskräfte offenbar stark genug, um zu verhindern, dass die Wirtschaftsleistung als Folge der hohen Energiepreise und des damit verbundenen Kaufkraftentzugs schrumpft. Deutschland soll mit einem BIP von +0,7 % im Jahr 2023 ein leichtes Wachstum generieren. Für den Euroraum wird ein Wachstum des BIP von +1,0 % prognostiziert. 6 Asien wird mit einem Wachstum von voraussichtlich +5,3 % wiederum die wachstumsstärkste Region sein. In China zeichnet sich mit einem Plus von +5,2 % eine anhaltend gedämpfte Expansionsdynamik ab. 7

Vorbehaltlich einer weiteren Verschlechterung des Russland-Ukraine-Konflikts bzw. Verschlechterung der Energiepreise geht der Vorstand der Schmitz Cargobull AG für das Geschäftsjahr 2022/2023 davon aus, dass sich die Neuzulassungen für Sattelauflieger in den geographischen Kernregionen in Europa im Vorjahresvergleich grundsätzlich positiv entwickeln.

3.2 Geschäftsverlauf und Lage

Basierend auf den beschriebenen Prognosen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und zur Entwicklung der für den Schmitz Cargobull Konzern relevanten Märkte gehen wir für das Geschäftsjahr 2023/2024 von einer für den Schmitz Cargobull Konzern positiven Geschäftsentwicklung aus. Vor dem Hintergrund der im Markt bestehenden Unsicherheiten haben wir unsere Planung aber um eine Szenariobetrachtung ergänzt, die sowohl einen "Pessimistic Case" als auch einen "Optimistic Case" abbildet.

Dementsprechend planen wir im "Base Case" für das Geschäftsjahr 2023/2024 für den Schmitz Cargobull Konzern bei einer im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöhten Produktionsmenge Umsätze von rund 2,7 Mrd. €. Durch die allgemein erhöhte Nachfrage nach Investitionsgütern gehen wir jedoch auch weiterhin von einem starken Anstieg der Rohstoffmarktpreise, insbesondere Stahl, aus. Der drohende Rückgang der Rohmarge soll im Wesentlichen durch Preiserhöhungen sowie Herstellkosten- bzw. Materialkostensenkungsprogramme abgewendet werden.

Im "Base Case" soll das EBIT dementsprechend bei ca. 140,5 Mio. € liegen, es sollen insgesamt 55.524 Fahrzeuge produziert werden und das Jahresergebnis bei ca. 103,5 Mio. €. Im "Pessimistic Case" wurde auf Basis von 38.900 verkauften Fahrzeugen mit Umsatzerlösen von 1,9 Mrd. € geplant. Das Konzernergebnis läge entsprechend bei -31,2 Mio. €. Im "Optimistic Case" würden, bei verkauften Fahrzeugen 72.051 Einheiten, Umsatzerlöse in Höhe von 3,1 Mrd. € und ein Konzernergebnis von 129,5 Mio. € erzielt.

Der "Base Case" enthält Investitionen in Höhe von 103,0 Mio. €. Der Großteil der Investitionen soll dabei auf die Bereiche Digitalisierung und Automatisierung entfallen.

4 Chancen- und Risikobericht

4.1 Grundlagen

Als international tätige Unternehmensgruppe ist Schmitz Cargobull gesamtwirtschaftlichen, branchenspezifischen, finanzwirtschaftlichen sowie unternehmensspezifischen Chancen und Risiken ausgesetzt. Unser Chancen- und Risikomanagement hilft dabei, diese frühzeitig zu erkennen und zu beurteilen. Der Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig durch die im November 2022 neu gegründete Abteilung Risikomanagement über die aktuelle Risikolage der Gesellschaft und der einzelnen Unternehmensteile informiert.

Die Möglichkeit, dass aufgrund von externen Einflüssen, Entwicklungen oder durch Handlungen die geplanten Unternehmensziele erreicht oder übertroffen werden, verstehen wir bei Schmitz Cargobull als Chance. Unter Risiko wird dabei die Gefahr des Eintretens von Ereignissen oder Handlungen verstanden, die das Erreichen der geplanten strategischen oder operativen Unternehmensziele negativ beeinflussen können.

Risiken können das Geschäft von Schmitz Cargobull negativ beeinflussen und in extremen Fällen auch den Fortbestand des Schmitz Cargobull Konzerns gefährden. Für einen nachhaltigen Erfolg von Schmitz Cargobull ist es daher entscheidend, bestehende Risiken frühzeitig zu erkennen und zu steuern.

4.2 Chancen- und Risikomanagement

4.2.1 Chancenmanagement

Die Identifizierung und Analyse von Chancen liegt bei Schmitz Cargobull in der Zuständigkeit des Vorstands und in Teilen des Senior-Managements. Im Rahmen von Innovationsworkshops, Vorstandssitzungen und Strategiemeetings werden neue Entwicklungen und Technologien und die sich daraus ergebenen Chancen analysiert und im Rahmen von Projekten vorangetrieben.

Mit unserem konzernweit eingesetzten Customer Relationship Management (CRM) dokumentieren und analysieren wir unsere Vertriebs- und Serviceaktivitäten. Unser CRM basiert auf einer Vielzahl operativer Frühindikatoren, wie Marktpotenziale, Auftragseingang oder Rohstoffpreisentwicklung. So steuern wir gezielt unsere Vertriebs- und Serviceaktivitäten und können Chancen konsequent nutzen. Zudem betrachten wir permanent unsere Märkte und können so sich bietende gesamtwirtschaftliche Chancen frühzeitig erkennen. Die Identifikation von sonstigen Chancen erfolgt darüber hinaus durch unser operatives Management. Die definierten Chancen werden mit dem Vorstand diskutiert und darauf basierend Strategien abgeleitet.

4.2.2 Risikomanagement

Das Hauptziel des Risikomanagements bei Schmitz Cargobull ist der Schutz der Schmitz Cargobull AG bzw. des Schmitz Cargobull Konzerns vor Verlust des Vermögens und vor bestandsgefährdenden Risiken. Um diese Ziele zu erreichen ist ein bewusster Umgang mit Risiken unter Beachtung von Wesentlichkeitsüberlegungen und unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen erforderlich.

Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement des Schmitz Cargobull Konzerns trägt der Vorstand der Schmitz Cargobull AG. Der Vorstand kommt dieser Verantwortung nach, indem er die methodischen und organisatorischen Standards für das Risikomanagement im gruppenweit gültigen Risikomanagement-Handbuch festlegt.

Das Risikomanagement und das Risikofrühwarnsystem sind hinsichtlich wesentlicher Risiken in das Planungs- und Steuerungssystem integriert und wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung. Es ermöglicht angemessene und schnelle Reaktionen auf sich stetig ändernde Rahmenbedingungen und ist eine wichtige Basis für den nachhaltigen Erfolg von Schmitz Cargobull. Wichtige Bestandteile sind die Mehrjahresplanung, die monatlich rollierenden Absatz- und Produktionsplanungen, das umfassende Berichtswesen, das interne Kontrollsystem und das Compliance Management System.

Die Identifikation der Risiken erfolgt im Rahmen einer Risikoinventur. Für jedes identifizierte Risiko erfolgt die Bewertung auf Basis der Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenziellen Schadenshöhe/Auswirkung. Anhand dieser Bewertungssystematik unterscheidet Schmitz Cargobull die folgenden Risikoklassen: zu vernachlässigendes Risiko, geringes Risiko, mittleres Risiko, hohes Risiko und bestandsgefährdendes Risiko. Die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos erfolgt anhand einer definierten Skala (in %) und ist in fünf Kategorien aufgeteilt. Bei der Bewertung der Auswirkung erfolgt eine Unterscheidung ebenfalls in fünf Kategorien: unbedeutender Schaden, mittlerer Schaden, bedeutender Schaden, schwerwiegender Schaden, bestandsgefährdender Schaden. Diese Kategorien gelten sowohl für die monetäre Bewertung als auch für die nicht monetäre Bewertung.

Für die Bewertung der Risiken ist ein Betrachtungszeitraum von 36 Monaten (Reichweite des Radars) definiert. Die monetäre Bewertung wird jedoch nur für den Zeitraum vorgenommen, für den eine hinreichende Quantifizierung sinnvoll möglich ist. Bei der Risikobewertung erfolgt eine Unterscheidung zwischen Brutto- und Nettorisiken. Bei dem Bruttorisiko handelt es sich um das Risiko, das ohne risikoreduzierende Maßnahmen besteht. Das Nettorisiko stellt das verbleibende Restrisiko nach dem Ergreifen von risikoreduzierenden Maßnahmen dar. Für die vierteljährlich durchgeführte Beurteilung der Gesamtrisikosituation betrachtet Schmitz Cargobull ausschließlich die Nettorisiken.

Bei Schmitz Cargobull erfolgt vierteljährlich eine gruppenweite Risikoberichterstattung. Unterstützt wird der Risikomanagementprozess durch den Einsatz einer Risikomanagement-Software. Die Informationen über die erfassten Risiken werden verdichtet, gegenseitige Abhängigkeiten geprüft und durch die Abteilung Risikomanagement in einem Risikobericht zusammengefasst. Der Risikobericht enthält nur die aus Sicht des Schmitz Cargobull Konzerns wesentlichen Risiken.

Der Vorstand der Schmitz Cargobull AG (gleichzeitig das Risiko-Komitee) entscheidet bei Bedarf über einzuleitende Maßnahmen zur Risikoreduzierung. Der Risikobericht wird dann durch den Vorstand der Schmitz Cargobull AG freigegeben und im Rahmen der vierteljährlichen Sitzungen des Finanz- und Prüfungsausschusses des Aufsichtsrates durch den Vorstand bzw. den Leiter Risikomanagement vorgestellt. Zusätzlich zur vierteljährlichen Risikoberichterstattung werden auftretende Risiken, bzw. Änderungen von Risiken, die aufgrund ihrer möglichen Auswirkung von wesentlicher Bedeutung für die Schmitz Cargobull Gruppe sind, im Rahmen einer Ad-hoc Meldung gleichzeitig an den Vorstand der Schmitz Cargobull AG und den Leiter Risikomanagement berichtet.

4.3 Überblick über wesentliche Chancen und Risiken

Wesentliche Risiken und Chancen, die sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Schmitz Cargobull Konzerns auswirken können, resultieren aus den nachfolgend beschriebenen Themenfeldern. Darüber hinaus können weitere Risiken und Chancen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht identifiziert wurden oder als nicht wesentlich eingestuft werden, Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben.

Die größten Unsicherheiten für Schmitz Cargobull bestehen in der zukünftigen Entwicklung der Absatz- und Beschaffungsmärkte, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Marktunsicherheit und der Klimawandeldiskussion mit dem damit einhergehenden Einfluss auf die Weltwirtschaft und Transportindustrie. Zusätzlich stellen ungewisse politische Entwicklungen, wie z.B. weltweit verstärkte protektionistische Tendenzen und daraus resultierende Exportbeschränkungen ein Risiko für die Entwicklung der Weltwirtschaft und somit auch für die Absatzmärkte von Schmitz Cargobull dar und können einen wesentlichen Einfluss auf die Absatz- und Ertragslage haben.

Die für Schmitz Cargobull wesentlichen operativen Risiken stellen sich im Hinblick auf Eintrittswahrscheinlichkeit und potenzielle Auswirkung wie folgt dar:

Kurzbezeichnung Abschnitt Eintrittswahrscheinlichkeit Potenzielle Auswirkung
Risiken aus dem Absatzmarkt 4.4.1 möglich bedeutend
Risiken aus dem Beschaffungsmarkt 4.4.2 wahrscheinlich bedeutend
Risiken aus dem Bereich Produktion inklusive Qualitätsrisiken und technische Entwicklungen 4.4.3 unwahrscheinlich bedeutend
Finanzwirtschaftliche Risiken inklusive Absatzfinanzierungen 4.5 möglich bedeutend
Risiken aus dem Personalbereich 4.6.1 möglich bedeutend
Informationstechnische Risiken inklusive IT-Sicherheit 4.6.2 unwahrscheinlich bedeutend
Compliance-Risiken 4.6.3 unwahrscheinlich bedeutend

4.4 Leistungswirtschaftliche Chancen und Risken

4.4.1 Absatzmarkt

Die zunehmend global ausgerichtete Strategie von Schmitz Cargobull bietet attraktive Wachstums- und Ertragschancen. Im Zuge der Strategieerarbeitung wurden die wesentlichen Wachstumsfelder für die Zukunft identifiziert. Ein wichtiger Baustein in diesem Zusammenhang ist weiterhin der kontinuierliche Ausbau der Value Added Services über alle Vertriebsregionen hinweg sowie die Einführung neuer Produkte.

Das Trailer Telematik-System TrailerConnect wird laufend weiterentwickelt und um neue Funktionen erweitert. Der Anteil der mit Telematik-Systemen ausgestatteten Fahrzeuge steigt stetig und daher wurde auch die Möglichkeit geschaffen, dass das Telematikportal auch Daten anderer Telematik-Systeme verarbeiten kann.

Weitere Wachstums- und Ertragschancen bestehen für Schmitz Cargobull in der Erweiterung des Produktportfolios. Auch die fortschreitende Digitalisierung im Transportwesen bietet Möglichkeiten für Produktinnovationen und die Entwicklung neuer Services.

Chancen und Risiken für die Entwicklung des Trailer Marktes sind wesentlich durch die konjunkturelle Lage beeinflusst. Der Trailer Markt unterliegt konjunkturbedingt zyklischen Schwankungen, die grundsätzlich nur sehr schwer vorherzusagen sind und dazu führen, dass die Zulassungszahlen für Sattelauflieger und Motorwagenaufbauten auch unterjährig erheblich schwanken. Ursache hierfür sind unter anderem konjunkturelle Entwicklungen in einzelnen Vertriebsregionen und Branchen sowie bestehende Unsicherheiten der Kunden in Bezug auf die zukünftige Auftragssituation und die Entwicklung der für sie relevanten Kosten. Derartige Entwicklungen wirken sich erfahrungsgemäß deutlich überproportional, z.B. im Vergleich zur Automobilbranche, auf den Trailer Markt aus.

Den Absatzrisiken trägt Schmitz Cargobull Rechnung, indem bereits in der Vergangenheit flexible Produktionskonzepte implementiert und Möglichkeiten zur Kostenflexibilität u.a. durch Leiharbeit und Arbeitszeitkonten geschaffen wurden. Das weniger konjunkturabhängige Value Added Service Geschäft mit den Bereichen Finanzierung, Telematik, Full-Service und dem Ersatzteilgeschäft wird kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut, um die konjunkturbedingten Schwankungen im Trailer Geschäft abzufedern.

Schmitz Cargobull unterstützt den Absatz seiner Produkte zudem mit verschiedenen Strukturen und Instrumenten. In den absatzstärkeren Märkten hat Schmitz Cargobull z.B. Finanzierungskooperationen mit einem oder mehreren Finanzpartnern abgeschlossen. Im Rahmen dieser Kooperationen werden Kunden eine Vielzahl von Finanzierungsprodukten angeboten. Schmitz Cargobull beteiligt sich an den Risiken solcher Kundenfinanzierungen, soweit dies aus Gründen der Marktstruktur oder kundenspezifischer Anforderungen angemessen erscheint.

4.4.2 Beschaffungsmarkt

Der Beschaffungsmarkt ist im Gegensatz zum weitgehend europäischen Absatzmarkt tendenziell von globalen Entwicklungen geprägt. So werden Preise für wichtige Rohmaterialien wie Stahl, Aluminium und Kautschuk überwiegend durch weltweite Entwicklungen beeinflusst und befinden sich im Geschäftsjahr 2023/2024 auf einem sehr hohen Niveau im Vergleich zum Vorjahr bzw. den Vorjahren.

Der drohende Rückgang der Rohmarge soll neben Preiserhöhungen auch durch geeignete Projekte abgewendet werden. Das Kostensenkungsprogramm "Lean to Compete" wird daher weiter fortgeführt. Die Ziele sind sowohl im Herstellkostenbereich als auch im Gemeinkostenbereich aufgrund der externen Kostensteigerungen erhöht worden.

Generell ist die Vormaterialverfügbarkeit aufgrund der angespannten Weltmarktlage immer noch sehr angespannt und von diversen Force Majeur Meldungen der Lieferketten geprägt. Für wichtige Lieferanten hat Schmitz Cargobull alternative Lieferanten aufgebaut, was sich in der aktuellen Martklage positiv auf die Stabilität der Lieferketten ausgewirkt hat. Die vorhandenen Single-Source-Lieferanten werden weiterhin durch das vorhandene Risikomanagement beobachtet. Die hohe Nachfrage im Absatz führt auch zu entsprechenden stark steigenden Bedarfen im gesamten Einkaufsbereich und erfordert daher auch von den Zulieferern eine hohe Flexibilität. Zum frühzeitigen Erkennen von Lieferengpässen ist ein entsprechendes Lieferantenscoring installiert.

4.4.3 Produkt und Produktion

Das Thema Elektromobilität für Nutzfahrzeuge hat weiterhin eine große Bedeutung. Für die Schmitz Cargobull AG bieten sich insbesondere durch Produktinnovationen und durch die Einführung neuer Produkte Chancen, von diesem Wachstumstrend zu partizipieren. Auch die zunehmenden Forderungen nach ökologischen Transportlösungen bietet Chancen. Schmitz Cargobull hat in diesem Zusammenhang bereits das Lang-LKW-Konzept "EcoDuo" sowie den "EcoFlex" entwickelt.

Im Produktionsbereich besteht grundsätzlich das Risiko, dass es bei mangelhafter Qualität der Fahrzeuge zu Garantie- und Kulanzleistungen kommen kann. Mangelhafte Qualität kann sich auch negativ auf das Image von Schmitz Cargobull auswirken und zu sinkenden Marktanteilen oder geringeren Margen führen. Qualitätsmängel können aber auch durch fremdbezogene Fahrzeugkomponenten verursacht werden und Kosten für Schmitz Cargobull verursachen. Bei Qualitätsmängeln, die auf Komponenten von Vorlieferanten zurückzuführen sind, können Ansprüche von Schmitz Cargobull gegenüber den betroffenen Lieferanten bestehen.

Zur Minimierung von Qualitäts- und technischen Compliance-Risiken ist bei Schmitz Cargobull ein umfassendes und standortübergreifendes Qualitätsmanagement implementiert. Dieses sieht eine stetige Analyse und Verbesserung der Entwicklungs- und Produktionsprozesse vor. Der Produktentstehungsprozess wurde weitgehend standardisiert. Jede Innovation durchläuft bis zur Serienreife definierte Entwicklungsstufen.

Die Schmitz Cargobull unterzieht zudem seine Fahrzeuge umfangreichen Tests in dem unternehmenseigenen Test- und Versuchszentrum CVC (Cargobull Validation Center) um Qualitäts- und eventuell vorhandene Sicherheitsmängel zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, die die hohe Qualität und die Sicherheit der Fahrzeuge gewährleisten. Der Risikominimierung durch umfangreiche Testreihen im Roadsimulator kommt dabei höchste Bedeutung zu.

Es wurde u.a. ein Schichtmodell umgesetzt, dass die vollständige Schließung einzelner Werke verhindert hat. Des Weiteren wurden umfangreiche Möglichkeiten für das mobile Arbeiten in den nicht produktionsnahen Bereichen geschaffen. Produktionsausfälle verursacht durch fehlende Materialversorgung aufgrund von Ausfällen von Vorlieferanten stellen ein weiteres Risiko dar, das durch das Vorhandensein von Second-Source-Lieferanten verringert wird. Vorhandene Single-Source-Lieferanten werden weiterhin durch das vorhandene Risikomanagement beobachtet.

4.5 Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken resultieren aus unserer internationalen Geschäftstätigkeit in Form von währungsbedingten Risiken, die wir bewerten und durch unsere Währungsstrategie absichern. Geschäfte in Fremdwährung mit Banken und geplante Ein- bzw. Auszahlungen in den wesentlichen Währungen GBP, SEK, NOK und RUB werden mittels Devisentermingeschäften abgesichert.

Währungsrisiken für die in Fremdwährung gehandelten Produktionsmaterialien wie zum Beispiel Aluminium werden durch Euro-Preisvereinbarungen mit den entsprechenden Lieferanten reduziert. Das Kurs- und Sicherungsrisiko liegt daher bei den Lieferanten. Die Kontraktreichweite bei solchen Geschäften ist zurzeit auf wenige Monate begrenzt.

Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Darlehen werden über entsprechende Zinssicherungsgeschäfte laufzeitkongruent abgesichert.

Zur Minimierung von Forderungsausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein international koordiniertes Debitorenmanagement. Zudem werden in allen Absatzmärkten präventive Bonitätsprüfungen durchgeführt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Risiken der Welt sehen wir ein grundsätzlich erhöhtes Forderungsausfallrisiko. Bisher ist kein erhöhter Ausfall von Forderungen zu verzeichnen.

Im Bereich der Absatzfinanzierung haben sich die Risiken gegenüber dem Vorjahr insgesamt nicht erhöht. Die in diesem Zusammenhang eingegangenen Risiken werden durch eine angemessene Risikovorsorge entsprechend bilanziell abgebildet.

4.6 Sonstige Risiken

4.6.1 Personal

Personalrisiken bestehen aufgrund unseres kontinuierlichen Bedarfs an hochqualifizierten Fach- und Führungskräften. Der Erfolg von Schmitz Cargobull hängt damit auch zukünftig von der Gewinnung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab. Wir begegnen diesen Risiken durch unsere Unternehmenskultur, Mitarbeiterbefragungen, intensive Ausbildungsprogramme und Personalentwicklung, leistungsgerechte Vergütung mit erfolgsabhängigen Anreizen und frühzeitiger Nachfolgeplanungen sowie Stellvertreterregelungen.

4.6.2 Informationstechnische Risiken

Bei der Abwicklung und Sicherstellung aller Geschäftsprozesse ist der Einsatz moderner Informationstechnologie von überaus wichtiger Bedeutung. Parallel zur stetig wachsenden Bedeutung der Informationstechnologie haben Risiken hieraus zugenommen. Dies betrifft sowohl die Häufigkeit von beispielsweise Virenangriffen oder Hacking als auch deren mögliches Schadenspotenzial. Die wesentlichen Bedrohungen werden in den Bereichen Systemsicherheit und -verfügbarkeit, Datensicherheit und Vermeidung von Missbrauch sowie Cyber-Attacken durch Viren und Malware gesehen. Zur Reduzierung und Abwehr solcher Risiken sind in allen Bereichen Sicherungsmaßnahmen installiert. Bestehende IT-Sicherheitssysteme sowie Richtlinien und Organisationsstrukturen unterliegen einem stetigen Verbesserungsprozess.

4.6.3 Governance, Recht und Compliance

Die vorsätzliche, aber auch leichtfertige und fahrlässige Verletzung von Gesetzen und Vorschriften durch Führungskräfte oder Mitarbeiter kann ein erhebliches Risiko für Schmitz Cargobull darstellen. Zur Minimierung dieses Risikos hat Schmitz Cargobull ein Compliance Management System eingerichtet, welches stetig weiterentwickelt wird.

Für alle als wesentlich identifizierte Governance- und Compliance-Themen gibt es konzernweit verbindliche Richtlinien, insbesondere zu den Themen Wettbewerbsrecht, Korruption, Geldwäscheprävention, Datenschutz sowie Steuern und Zölle. Darüber hinaus hat Schmitz Cargobull grundlegende Verhaltensregeln im Rahmen des Code of Conduct definiert. Dieser enthält auch Ausführungen zu Grundwerten und ethischen Normen. Hier verfolgt Schmitz Cargobull eine Nulltoleranz-Politik, die auch Top-Down eindeutig kommuniziert und vorgelebt wird.

Zur Erhöhung der Sensibilität der Mitarbeiter und Auffrischung zurückliegender Schulungen wurde im Geschäftsjahr 2022/2023 in Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister eine neue Online-Compliance-Schulung erstellt. Die Compliance-Schulung wurde gruppenweit von allen Führungskräften, Vertriebsmitarbeiter sowie von weiteren relevanten Mitarbeitergruppen absolviert.

4.7 Gesamtbild der Risikolage

Insgesamt haben sich die Risiken der Schmitz Cargobull Gruppe gegenüber der Zeit vor Corona bzw. dem Krieg in der Ukraine tendenziell vom Absatzmarkt zum Beschaffungsmarkt verschoben. Die aktuell noch gute Auftragslage bietet Planungssicherheit bzgl. der Auslastung für das laufende Geschäftsjahr 2023/2024 bei gleichzeitig hohen Ertragsrisiken aufgrund der Preisentwicklung bei wichtigen Rohstoffen und Vormaterialien. Die Analyse der Risikosituation und der damit verbundenen möglichen finanziellen Auswirkung liefert unter Berücksichtigung der Bilanzstruktur keine Anhaltspunkte für Risiken, die den Bestand des Konzerns substanziell gefährdenden können. Gegenüber dem Vorjahr sind die Risiken insgesamt aufgrund der Situation in der Ukraine gestiegen.

Der Vorstand der Schmitz Cargobull AG stuft die Risiken dennoch als beherrschbar ein und sieht den Fortbestand der Schmitz Cargobull AG als nicht gefährdet an.

 

Altenberge, den 30. Juni 2023

Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft

Andreas Schmitz, Vorsitzender

Andreas Busacker

Boris Billich

Dr. Günter Schweitzer

Marnix Lannoije

1 Vgl. Kieler Konjunkturberichte - Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, S. 3.
2 Vgl. Kieler Konjunkturberichte - Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, S. 17.
3 Vgl. Jahresbilanz 2022; Kraftfahrt-Bundesamt.
4 Vgl. Interne Mitteilung (Planungsmappe S. 14).
5 Vgl. Kieler Konjunkturberichte - Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, IFW Institut für Weltwirtschaft, S. 8.
6 Vgl. Kieler Konjunkturberichte - Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, IFW Institut für Weltwirtschaft, S. 17.
7 Vgl. Kieler Konjunkturberichte - Weltwirtschaft im Frühjahr 2022, IFW Institut für Weltwirtschaft, S. 21.

Konzernbilanz zum 31. März 2023

Aktiva

Anhangangaben 31.03.2023
31.03.2022
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 7.1 26.711.492,73 25.941.140,51
Sachanlagen 7.2 374.151.321,86 355.915.986,95
Nutzungsrechte 7.3 45.046.073,44 36.446.790,34
Anteile an at-Equity bilanzierten Unternehmen 7.4 60.979.740,41 83.648.490,91
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.5 3.252.021,09 5.003.881,55
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7.7 8.372.387,13 11.165.517,06
Sonstige Vermögenswerte 7.8 551.089,94 204.501,83
Latente Steueransprüche 6.8 9.806.955,34 37.219.587,52
528.871.081,94 555.545.896,67
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 7.9 437.083.174,58 444.396.855,90
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.5 225.875.632,88 200.033.434,00
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7.6 263.609.793,08 115.835.645,52
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7.7 38.091.600,86 34.842.406,67
Sonstige Vermögenswerte 7.8 80.138.052,68 82.268.308,42
Ertragsteuerforderungen 6.8 191.032,83 476.364,17
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 7.18 0,00 10.170.118,26
1.044.989.286,91 888.023.132,94
1.573.860.368,85 1.443.569.029,61

Passiva

Anhangangaben 31.03.2023
31.03.2022
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 7.10 40.903.532,00 40.903.532,00
Kapitalrücklage 7.10 18.150.861,78 18.150.861,78
Gewinnrücklagen 7.10 701.864.281,39 624.225.312,60
760.918.675,17 683.279.706,38
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.12 61.310.379,04 83.955.655,40
Sonstige Rückstellungen 7.13 25.031.860,90 28.453.662,53
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.15 86.257.095,02 80.891.596,57
Vertragsverbindlichkeiten 7.16 17.250.619,42 20.473.498,20
Sonstige Verbindlichkeiten 7.17 21.538.835,02 17.678.026,24
Latente Steuerschulden 6.8 3.976.348,24 3.890.164,65
215.365.137,64 235.342.603,59
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 7.13 98.719.758,85 83.762.978,24
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.14 267.366.108,86 267.012.573,14
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.15 32.629.382,86 26.060.266,20
Vertragsverbindlichkeiten 7.16 110.233.876,46 83.783.790,54
Sonstige Verbindlichkeiten 7.17 74.446.854,28 60.717.379,74
Ertragsteuerschulden 6.8 14.180.574,73 249.082,14
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 7.18 0,00 3.360.649,64
597.576.556,04 524.946.719,64
1.573.860.368,85 1.443.569.029,61

Konzerngesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. April 2022 bis 31. März 2023

Anhangangabe 2022/2023 2021/2022
Umsatzerlöse 6.1 2.632.980.448,42 2.287.806.202,26
Bestandsveränderungen -20.527.217,31 155.074.079,69
Andere aktivierte Eigenleistungen 34.422.701,00 3.819.171,84
Sonstige betriebliche Erträge 6.2 49.505.977,13 24.339.025,31
Materialaufwand 6.3 1.981.796.992,52 1.925.774.651,71
Personalaufwand 6.4 353.176.538,17 332.677.043,99
Abschreibungen auf Anlagevermögen 6.5 60.963.083,78 55.903.900,20
Sonstige betriebliche Aufwendungen 6.6 191.337.769,23 179.866.374,28
Ergebnis aus at-Equity bilanzierten Unternehmen 7.4 -588.505,70 8.127.816,35
Operatives Ergebnis 108.519.019,84 -15.055.674,73
Finanzerträge 6.7 2.890.316,53 827.302,16
Finanzaufwendungen 6.7 7.590.564,06 3.745.171,82
Finanzergebnis -4.700.247,53 -2.917.869,66
Ergebnis vor Steuern 103.818.772,31 -17.973.544,39
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 6.8 39.840.178,80 -15.750.202,70
Ergebnis nach Steuern / Konzernergebnis (entfällt vollständig auf Eigentümer der Schmitz Cargobull AG) 63.978.593,51 -2.223.341,69
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne 7.12 17.341.407,90 10.642.499,94
Posten, die zukünftig in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Währungsumrechnung 7.10 -3.681.032,63 -4.791.315,70
Sonstiges Ergebnis 13.660.375,27 5.851.184,24
Konzern-Gesamtergebnis 77.638.968,78 3.627.842,55

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für die Zeit vom 1. April 2022 bis 31. März 2023

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
IFRS- Rücklage
übrige Gewinnrücklagen
Stand am 31.03.2021 40.903.532,00 18.150.861,78 54.056.183,10 6.181.476,20
Konzernergebnis 0,00 0,00 0,00 0,00
Sonstiges Ergebnis 0,00 0,00 0,00 0,00
Konzern-Gesamtergebnis 0,00 0,00 0,00 0,00
Ausschüttungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand am 31.03.2022 40.903.532,00 18.150.861,78 54.056.183,10 6.181.476,20
Konzernergebnis 0,00 0,00 0,00 0,00
Sonstiges Ergebnis 0,00 0,00 0,00 0,00
Konzern-Gesamtergebnis 0,00 0,00 0,00 0,00
Ausschüttungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand am 31.03.2023 40.903.532,00 18.150.861,78 54.056.183,10 6.181.476,20
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gewinnrücklagen
Umrechnungsdifferenzen
Gewinnvortrag
Stand am 31.03.2021 -2.516.122,99 570.238.569,50
Konzernergebnis 0,00 -2.223.341,69
Sonstiges Ergebnis -4.791.315,70 10.642.499,94
Konzern-Gesamtergebnis -4.791.315,70 8.419.158,25
Ausschüttungen 0,00 -7.362.635,76
Stand am 31.03.2022 -7.307.438,69 571.295.091,99
Konzernergebnis 0,00 63.978.593,51
Sonstiges Ergebnis -3.681.032,63 17.341.407,90
Konzern-Gesamtergebnis -3.681.032,63 81.320.001,41
Ausschüttungen 0,00 0,00
Stand am 31.03.2023 -10.988.471,32 652.615.093,41
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Summe
Stand am 31.03.2021 687.014.499,59
Konzernergebnis -2.223.341,69
Sonstiges Ergebnis 5.851.184,24
Konzern-Gesamtergebnis 3.627.842,55
Ausschüttungen -7.362.635,76
Stand am 31.03.2022 683.279.706,38
Konzernergebnis 63.978.593,51
Sonstiges Ergebnis 13.660.375,27
Konzern-Gesamtergebnis 77.638.968,78
Ausschüttungen 0,00
Stand am 31.03.2023 760.918.675,17

Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. April 2022 bis 31. März 2023

2022/2023 2021/2022
Konzernergebnis 63.978.593,51 -2.223.341,69
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Anlagevermögen 61.785.343,30 55.903.900,20
+/- Ergebnis aus at-Equity bilanzierten Unternehmen 588.505,71 -8.127.816,35
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 9.407.626,20 14.366.004,19
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 965.354,22 -111.736,83
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -14.080.032,22 -291.663.173,76
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 18.444.762,97 94.743.620,17
+/- Aufwendungen/Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung -13.494.700,51 0,00
-/+ Auszahlungen/Einzahlungen im Zusammenhang mit Aufwendungen/Erträgen von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung 24.638.677,00 0,00
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -4.224.270,38 -615.116,62
+/- Zinsaufwendungen/-erträge 3.877.988,01 2.917.869,66
+ Erhaltene Zinsen 2.074.139,13 374.402,94
+/- Ertragsteueraufwand/-ertrag 38.792.199,94 -15.118.945,23
+/- Ertragsteuerzahlungen -8.478.609,84 -7.937.809,30
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 184.275.577,04 -157.492.142,62
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens 10.840,02 1.494.184,30
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 9.383.623,96 7.871.713,85
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 505.960,94 300.060,79
+ Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis / Einzahlungen im Zusammenhang mit Erträgen von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung 7.730.649,77 0,00
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -6.184.837,21 -6.604.731,49
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -52.085.666,25 -49.331.135,37
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -1.722.130,69 -2.628.141,37
+/- Einzahlungen für die Auflösung / Auszahlungen für den den Erwerb oder die Herstellung von Deckungsvermögen 128.628,93 -363.931,28
+ Erhaltene Dividenden 22.671.666,40 0,00
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -19.561.264,13 -49.261.980,57
Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-) Krediten 748.456,00 791.128,00
- Auszahlungen aus der Tilgung von (Finanz-) Krediten -499.486,90 -4.973.707,61
- Tilgungsanteil von Leasingzahlungen -7.668.604,39 -8.614.363,43
- Gezahlte Zinsen -4.298.765,15 -1.666.370,93
- Gezahlte Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens 0,00 -7.362.635,76
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -11.718.400,44 -21.825.949,73
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 152.995.912,47 -228.580.072,92
+/- Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -5.221.764,91 1.523.975,31
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 115.835.645,52 342.891.743,13
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 263.609.793,08 115.835.645,52

Zusammensetzung des Finanzmittelfonds:

31.03.2023 31.03.2022
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 263.609.793,08 115.835.645,52
263.609.793,08 115.835.645,52

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022/2023

1 Allgemeine Angaben

1.1 Geschäftsgegenstand

1.2 Grundlagen der Rechnungslegung

2 Konsolidierungskreis und Konzernabschlussstichtag

3 Konsolidierungsmethoden

4 Währungsumrechnung

5 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

5.1 Umsatzrealisierung

5.2 Immaterielle Vermögenswerte

5.3 Sachanlagen

5.4 Wertminderungen von langfristigen Vermögenswerten

5.5 Zuwendungen der öffentlichen Hand

5.6 Leasingverhältnisse (Leasingnehmer)

5.7 Finanzinstrumente

5.8 Sonstige Vermögenswerte

5.9 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

5.10 Vorräte

5.11 Ertragsteuern

5.12 Leistungen an Arbeitnehmer

5.13 Rückstellungen

5.14 Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten

5.15 Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen

6 Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

6.1 Umsatzerlöse

6.2 Sonstige betriebliche Erträge

6.3 Materialaufwand

6.4 Personalaufwand

6.5 Abschreibungen auf Anlagevermögen

6.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

6.7 Finanzergebnis

6.8 Ertragsteuern

7 Erläuterungen zur Konzernbilanz

7.1 Immaterielle Vermögenswerte

7.2 Sachanlagen

7.3 Nutzungsrechte

7.4 Anteile an at-Equity bilanzierten Unternehmen

7.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

7.6 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

7.7 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

7.8 Sonstige Vermögenswerte

7.9 Vorräte

7.10 Eigenkapital

7.11 Kapitalmanagement

7.12 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

7.13 Sonstige Rückstellungen

7.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

7.15 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

7.16 Vertragsverbindlichkeiten

7.17 Sonstige Verbindlichkeiten

7.18 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Schulden

8 Sonstige Angaben

8.1 Risikomanagement

8.2 Angaben zu Finanzinstrumenten

8.3 Kapitalflussrechnung

8.4 Haftungsverhältnisse

8.5 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

8.6 Gesamthonorar des Abschlussprüfers

8.7 Gesamtbezüge des Vorstandes und des Aufsichtsrats

8.8 Konzernverhältnisse

8.9 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

1 Allgemeine Angaben

1.1 Geschäftsgegenstand

Die Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft, hat ihren Sitz in der Siemenstraße 50 in 48341 Altenberge und ist beim Registergericht Steinfurt unter der Handelsregisternummer HRB Nr. 3009 registriert. Sie ist das oberste Mutterunternehmen im Schmitz Cargobull-Konzern (im Folgenden auch kurz "Schmitz Cargobull").

Der Schmitz Cargobull-Konzern ist als international führender Hersteller von Sattelaufliegern, Anhängern und Motorwagenaufbauten für den Transport von temperierter Fracht, General Cargo, Seecontainern sowie Schüttgütern sowie aller damit verbundenen Dienstleistungen tätig, weiterhin bietet Schmitz Cargobull ein umfangreiches Serviceangebot. Das umfangreiche Serviceangebot umfasst diverse Full Service-Leistungen sowie Vermietung und Absatzfinanzierung.

Ersatzteilversorgung und Full Service-Dienstleistungen sind die Kernkompetenzen der Cargobull Parts & Service GmbH (CPS). Mit einer Ersatzteilversorgung innerhalb von 24 Stunden, regelmäßigen Wartungen und einem europaweiten, auf rund 1.700 Service-Partner-Werkstätten angewachsenen Netz erfüllt die CPS den Anspruch der Kunden auf eine hohe Verfügbarkeit ihrer Trailer-Flotten und eine niedrige Total Cost of Ownership (TCO). Die Telematik-Dienstleistungen machen die Trailer von Schmitz Cargobull "smart" und betten sie in das Flottenmanagement der Kunden ein. Die Zweitvermarktung von Trailern rundet das Service-Portfolio ab. Die Cargobull Trailer Store GmbH, die mit Depots in ganz Europa vertreten ist, wickelt für Gebrauchtfahrzeuge die Inzahlungnahme und den Eigenhandel ab.

1.2 Grundlagen der Rechnungslegung

1.2.1 Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss der Schmitz Cargobull AG zum 31. März 2023 wurde in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsstandards des International Accounting Standards Board (IASB) - den International Accounting Standards (IAS) bzw. den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind - und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Dabei wurden sämtliche zum 31. März 2023 in der Europäischen Union anzuwendenden IAS bzw. IFRS sowie die entsprechenden Interpretationen des Standing Interpretation Committee (SIC) bzw. des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) beachtet.

Der Konzernabschluss wurde in Euro und in Übereinstimmung mit den nachfolgend erläuterten Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Dabei wird von der Fortführung der Geschäftstätigkeit ausgegangen. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Anhang entsprechend erläutert. Alle Beträge im Anhang sind - sofern nicht anders vermerkt - in Tausend Euro (T€) angegeben. Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von einer Einheit (T€, % usw.) auftreten.

Vermögenswerte und Schulden sind entsprechend ihrer Restlaufzeit in langfristig (bei Fälligkeiten über einem Jahr) und kurzfristig aufgegliedert. Pensionsrückstellungen und latente Steuern werden generell als langfristig ausgewiesen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

1.2.2 Neue bzw. geänderte Rechnungslegungsstandards

Die im Folgenden dargestellten Standards bzw. Änderungen an Standards waren im Geschäftsjahr erstmalig anzuwenden, haben aber keine wesentlichen Auswirkungen auf den Schmitz Cargobull-Konzern:

Standard Verbindliche Anwendung
Änderungen an IFRS 16 Leasing - Covid 19 bezogene Mietkonzessionen nach dem 30.06.2021 01.04.2021
Änderungen an IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse - Verweis auf das Rahmenkonzept 01.01.2022
Änderungen an IAS 16 Sachanlagen - Erlöse vor der beabsichtigen Nutzung 01.01.2022
Änderungen an IAS 37 Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen - Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung
Projekt zur jährlichen Verbesserung - Mai 2020, Zyklus 2018-2020 01.01.2022

1.2.3 Auswirkungen von zukünftig verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsstandards

Die im Folgenden dargestellten Standards bzw. Änderungen an Standards werden zukünftig anzuwenden sein, haben aber voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Schmitz Cargobull-Konzern:

Standard Verbindliche Anwendung
IFRS 17 Versicherungsverträge inklusive Änderungen an IFRS 17- ersetzt IFRS 4 Versicherungsverträge 01.01.2023

Weitere Standards sind durch das IASB verabschiedet, derzeit jedoch noch nicht durch die EU übernommen worden. Im Geschäftsjahr wurden keine Standards vorzeitig angewendet.

2 Konsolidierungskreis und Konzernabschlussstichtag

Die nachfolgende Tabelle zeigt den direkt oder indirekt gehaltenen Anteilsbesitz der Schmitz Cargobull AG:

Name, Sitz Anteil am Kapital
%
Tochterunternehmen Inland
Alte Sternwarte Service GmbH, Gotha 100,0 1
Cargobull Cool GmbH & Co. KG, Vreden 100,0 4,5
Cargobull Cool Verwaltungs GmbH, Vreden 100,0
Cargobull Customer Center GmbH, Altenberge 100,0
Cargobull Insurance Broker GmbH, Horstmar 100,0 1
Cargobull Logistik und Service GmbH, Horstmar 100,0
Cargobull Parts & Services GmbH, Altenberge 100,0 4
Cargobull Telematics GmbH, Münster 100,0 4
Cargobull Trailer Store GmbH, Altenberge 100,0 4
Checktur.io GmbH, Berlin 100,0 1
Dispatchy GmbH, Berlin 100,0 1
Fleetloop GmbH, Berlin 62,5 1
KUBIKx GmbH, Münster 100,0
Preis Elektronik GmbH, Bühlertal 100,0 1
Preis Ingenieurbüro GmbH, Bühlertal 100,0 1
Schmitz Cargobull Finance Deutschland GmbH, Horstmar 100,0
Schmitz Cargobull Holding GmbH & Co. KG, Horstmar 100,0 4,5
Schmitz Cargobull Holding Verwaltungs-GmbH, Horstmar 100,0
Schmitz Cargobull Gotha GmbH, Gotha 100,0 4
Schmitz Cargobull Mitarbeiterbeteiligungs-GmbH, Horstmar 100,0 1
Schmitz Cargobull Overseas GmbH, Altenberge 100,0
Schmitz Cargobull Van Bodies Geschäftsführungs-GmbH, Horstmar 100,0
Schmitz GmbH, Altenberge 100,0
TSE Geschäftsführungs-GmbH, Ratshausen 100,0
TSE Trailer-System-Engineering GmbH & Co. KG, Ratshausen 100,0 4,5
Tochterunternehmen Ausland
Cargobull (Schweiz) AG, Kappel/Schweiz 100,0
Cargobull Finance KFT, Bicske/Ungarn 100,0
Cargobull Finance Polska SP z o.o., Ozarow Mazowiecki/Polen 100,0
Cargobull Finance SRL, Bukarest/Rumänien 100,0
CBB Body Builder Ltd., Manchester/Großbritannien 100,0 1
CBF Finance Ltd., Manchester/Großbritannien 100,0 1
CFM Fleet Management Ltd., Manchester/Großbritannien 100,0 1
CRF Rental Fleet Ltd., Manchester/Großbritannien 100,0 1
Schmitz Cargobull (UK) Ltd., Warrington/Großbritannien 100,0
Schmitz Cargobull Austria Ges.m.b.H, Wals-Siezenheim/Österreich 100,0
Schmitz Cargobull Baltic UAB, Panevezys/Litauen 100,0
Schmitz Cargobull Bel IOOO, Minsk/Weissrussland 100,0 3
Schmitz Cargobull Belgium BVBA, Gent/Belgien 100,0
Schmitz Cargobull Bulgaria EOOD, Sofia/Bulgarien 100,0 3
Schmitz Cargobull Danmark A/S, Padborg/Dänemark 100,0
Schmitz Cargobull d.o.o., Belgrad/Serbien 100,0
Schmitz Cargobull d.o.o., Muta/Slowenien 100,0
Schmitz Cargobull d.o.o., Sarajevo/Bosnien und Herzegovina 100,0 3
Schmitz Cargobull d.o.o., Zagreb-Sesvete/Kroatien 100,0
Schmitz Cargobull Eesti OÜ, Rae vald, Jüri/Estland 100,0
Schmitz Cargobull France S.a.r.L., Saint Priest/Frankreich 100,0
Schmitz Cargobull Georgia, Tbilisi/Georgien 100,0 2
Schmitz Cargobull Hellas AE, Mandra/Griechenland 100,0
Schmitz Cargobull Ibérica SA, Figueruelas/Spanien 100,0
Schmitz Cargobull Ireland Ltd., Dublin/Irland 100,0
Schmitz Cargobull Island ehf., Reykjavik/Island 100,0
Schmitz Cargobull Italien S.R.L., Sommacampagna (VR)/Italien 100,0
Schmitz Cargobull Latvija SIA, Riga/Lettland 100,0
Schmitz Cargobull Lietuva UAB, Vilnius/Litauen 100,0 1
Schmitz Cargobull Macedonia DOOEL, Skopje/Mazedonien 100,0 3
Schmitz Cargobull Magyarorszag Kft., Bicske/Ungarn 100,0
Schmitz Cargobull Maroc SARL, Casablanca/Marokko 100,0 2
Schmitz Cargobull Michalovce s.r.o., Michalovce/Slowakei 100,0
Schmitz Cargobull Middle East FZE, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate 100,0
Schmitz Cargobull Moldau SRL, Chisinau/Moldawien 100,0 3
Schmitz Cargobull Nederland B.V., Zevenbergen/Niederlande 100,0
Schmitz Cargobull Norge AS, Jessheim/Norwegen 100,0
Schmitz Cargobull Portugal Unipessoal Lda, Rio Maior/Portugal 100,0
Schmitz Cargobull PTY LTD, Wheelers Hill/Australien 100,0
Schmitz Cargobull Rumänien SRL, Bukarest/Rumänien 100,0
Schmitz Cargobull Shanghai Co. Ltd., Shanghai/China 100,0
Schmitz Cargobull Suomi OY, Vantaa/Finnland 100,0
Schmitz Cargobull Sverige AB, Helsingborg/Schweden 100,0
Schmitz Cargobull Treyler Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi, Erenler/Türkei 100,0
Schmitz Cargobull Ukraine GmbH, Kiew/Ukraine 100,0 3
Schmitz Cargobull Vehicles (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai/China 100,0 2
TOO Schmitz Cargobull KAZ, Almaty/Kasachstan 100,0 2
Trailer Engineering AG, Kappel/Schweiz 100,0
Assoziierte Unternehmen
Cargobull Finance Holding B.V., Eindhoven/Niederlande 49,0
GRW Holdings Proprietary Limited, Worcester/Südafrika 39,1
Heylog GmbH, Wien/Österreich 44,0

1 Nicht in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen.

2 Erstmalige Einbeziehung in den Konzernabschluss.

3 Abweichender Abschlussstichtag (31.12.), für Zwecke des Konzernabschlusses wird ein Zwischenabschluss erstellt.

4 Inanspruchnahme von Befreiungen gem. §§ 264 Abs. 3, 264b HGB.

5 Das Mutterunternehmen oder ein anderes in den Konzernabschluss einbezogenes Untern. ist unbeschränkt haftender Gesellschafter.

In den Konzernabschluss werden neben der Schmitz Cargobull AG als oberstem Mutterunternehmen 20 (Vorjahr: 19) inländische und 43 (Vorjahr: 40) ausländische Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen sowie 3 (Vorjahr: 3) assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.

Der Konzernabschlussstichtag entspricht dem Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens und sämtlicher im Wege der Vollkonsolidierung einbezogener Tochterunternehmen, mit Ausnahme der in der obigen Tabelle entsprechend gekennzeichneten Unternehmen, die als Abschlussstichtag den 31. Dezember 2022 aufweisen. Für diese Unternehmen werden für Zwecke der Einbeziehung in den Konzernabschluss Zwischenabschlüsse auf den Konzernabschlussstichtag aufgestellt.

Für das nach der Equity-Methode einbezogene assoziierte Unternehmen Cargobull Finance Holding B.V. wird ein Abschluss zum 31. Dezember 2022 im Konzernabschluss verarbeitet.

3 Konsolidierungsmethoden

Tochterunternehmen, auf welche die Schmitz Cargobull AG direkt oder indirekt Beherrschung ausüben kann, sind in den Konzernabschluss einbezogen. Beherrschung liegt vor, wenn das Mutterunternehmen die Verfügungsmacht aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über das Tochterunternehmen hat, es an deren variablen Renditen partizipiert und diese Renditen durch seine Verfügungsgewalt beeinflussen kann. Strukturierte Unternehmen, die beherrscht werden, sind ebenfalls zu konsolidieren. Strukturierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen die Stimmrechte oder vergleichbare Rechte nicht ausschlaggebend für die Festlegung der Beherrschung sind. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn sich die Stimmrechte lediglich auf die Verwaltungsaufgaben beziehen und die maßgeblichen Tätigkeiten durch Vertragsvereinbarungen geregelt sind. Derzeit werden keine strukturierten Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Schmitz Cargobull AG die Beherrschung über die Gesellschaft erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch die Schmitz Cargobull AG endet, in den Konzernabschluss einbezogen.

Die zu konsolidierenden Abschlüsse der Schmitz Cargobull AG als Mutterunternehmen und der einbezogenen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf den Stichtag des Mutterunternehmens aufgestellt, bzw. werden Zwischenabschlüsse zum Bilanzstichtag erstellt.

Bei den nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen werden dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die Ermittlung des anteiligen Kapitals zugrunde gelegt.

Unternehmenszusammenschlüsse werden entsprechend der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei wird die übertragene Gegenleistung zum Zeitpunkt des Erwerbs mit dem zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewerteten Nettovermögen verrechnet. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden grundsätzlich ergebniswirksam erfasst. Enthält die übertragene Gegenleistung eine bedingte Gegenleistung, wird diese mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert bewertet. Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden werden ebenfalls mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Übersteigen die Anschaffungskosten den beizulegenden Zeitwert des identifizierten Nettovermögens, wird dieser aktive Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Ist der beizulegende Zeitwert des übernommenen Nettovermögens höher als die Anschaffungskosten, ergibt sich ein passiver Unterschiedsbetrag. Dieser wird im Erwerbsjahr sofort ertragswirksam erfasst. Wenn die beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt des Unternehmenszusammenschlusses bis zum Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung nur vorläufig bestimmt werden können, wird der Unternehmenszusammenschluss mit diesen vorläufig ermittelten Werten bilanziert. Die Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung erfolgt unter Berücksichtigung des Bewertungszeitraumes von zwölf Monaten ab Erwerbszeitpunkt. Innerhalb dieses Bewertungszeitraumes werden alle erforderlichen Anpassungen an den ermittelten beizulegenden Zeitwerten gegen den vorläufig ermittelten Unterschiedsbetrag gebucht.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse innerhalb des Konsolidierungskreises werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Anteile an at-Equity bilanzierten Unternehmen werden im Zeitpunkt des Zuganges mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals der Beteiligungen nach Erwerb werden gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet. Die Anteile des Schmitz Cargobull-Konzerns an at-Equity bilanzierten Unternehmen beinhalten die bei Erwerb entstandenen Firmenwerte. Da die Firmenwerte nicht getrennt ausgewiesen werden, sind diese nicht separat auf Wertminderung zu überprüfen. Stattdessen wird der gesamte Buchwert des Anteiles auf Wertminderung untersucht, sobald Anzeichen für ein Absinken des erzielbaren Betrages unter den Buchwert des Investments vorliegen. Unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert eines at-Equity bilanzierten Unternehmens, erfolgt eine Wertminderung in Höhe des Differenzbetrages. Wertaufholungen in nachfolgenden Berichtsperioden werden ergebniswirksam erfasst.

Auf die an at-Equity bilanzierte Unternehmen gelieferten und dort als Anlagevermögen bilanzierten Fahrzeuge werden beteiligungsproportional Zwischengewinne eliminiert. Die Eliminierung der Zwischengewinne erfolgt im Equity-Ansatz, ebenso die hierauf abzugrenzenden latenten Steuern.

4 Währungsumrechnung

In Fremdwährung gehaltene flüssige Mittel sowie Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten in den Jahresabschlüssen der Konzerngesellschaften werden zu dem am Bilanzstichtag geltenden Kurs umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen werden nach dem Konzept der funktionalen Währung umgerechnet. Dies ist die jeweilige Landeswährung, wenn die Tochterunternehmen wirtschaftlich eigenständig in den Währungsraum ihres Sitzlandes integriert sind. Bei den Unternehmen des Schmitz Cargobull-Konzerns ist die funktionale Währung die Landeswährung. Für den Konzernabschluss erfolgt die Umrechnung der in Landeswährung berichteten Vermögenswerte und Schulden in Euro zum jeweiligen Mittelkurs am Bilanzstichtag. Veränderungen während des Jahres, die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und die des sonstigen Ergebnisses werden mit den Jahresdurchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen geführt. Aus der Währungsumrechnung resultierende Unterschiedsbeträge werden bis zum Abgang des Tochterunternehmens ergebnisneutral im Eigenkapital innerhalb der Gewinnrücklagen separat ausgewiesen. Zum Zeitpunkt der Entkonsolidierung von Konzerngesellschaften werden die jeweiligen kumulierten Umrechnungsdifferenzen erfolgswirksam aufgelöst.

Verwendete Umrechnungskurse:

Währung Bilanz Gewinn - und Verlustrechnung
je Währungseinheit Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
31.03.2023 31.03.2022 2022/2023 2021/2022
AED 3,99 n/a 3,82 n/a
AUD 1,63 1,48 1,53 1,57
BAM 1,96 1,96 1,96 1,96
BGL 1,96 1,96 1,96 1,96
BYN 3,10 2,89 2,87 2,95
CHF 1,00 1,03 0,99 1,06
CNY 7,48 7,04 7,15 7,43
CSD 117,29 117,75 117,38 117,60
DKK 7,45 7,44 7,44 7,44
GBP 0,88 0,85 0,87 0,85
HRK 7,53 7,58 7,53 7,52
HUF 379,50 369,77 397,40 359,74
ISK 148,30 142,00 144,13 146,85
KZT 491,50 n/a 478,61 n/a
MAD 11,10 n/a 10,81 n/a
MDL 19,97 20,32 19,80 20,69
MKD 61,70 61,70 61,62 61,65
NOK 11,39 9,71 10,41 10,07
PLN 4,67 4,65 4,70 4,59
RON 4,95 4,95 4,93 4,94
RUB 84,11 117,20 67,73 91,37
SEK 11,28 10,34 10,85 10,23
TRY 20,80 16,31 18,68 12,34
UAH 39,74 32,48 36,12 32,04

Die Türkei wird seit Juni 2022 als Hochinflationsland im Sinne des IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" eingestuft. Die funktionale Währung der türkischen Tochtergesellschaft ist die Türkische Lira. Die Effekte aus der Anwendung des IAS 29 sind für den Konzernabschluss von untergeordneter Bedeutung, weshalb keine Indexierung vorgenommen wurde.

5 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

5.1 Umsatzrealisierung

Umsatzerlöse werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem eine Leistungsverpflichtung erfüllt ist. Bei Verträgen mit mehreren Leistungsverpflichtungen wird der Transaktionspreis auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Erzeugnissen oder Waren werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Verfügungsmacht über das Produkt auf den Kunden übergegangen ist.

Die Umsatzrealisierung, insbesondere über den Verkauf von Trailern sowie die Erbringung von Serviceleistungen mit Kunden, erfolgt im Schmitz Cargobull-Konzern hauptsächlich auf Basis der Einzelverträge.

Umsatzerlöse werden in Höhe der vertraglich vereinbarten Gegenleistung erfasst, sobald der Kunde die Kontrolle über die Güter erlangt oder die erbrachten Dienstleistungen nutzt. Bezogen auf den Verkauf von neuen und gebrauchten Fahrzeugen sowie Ersatzteilen geht dies im Schmitz Cargobull-Konzern regelmäßig mit der Übergabe der Fahrzeuge bzw. der Ersatzteile an den Kunden einher. Die Zahlung des Transaktionspreises ist sofort fällig, wenn die Güter an den Kunden übergeben werden. Wesentliche Finanzierungskomponenten sind in den Verträgen mit Kunden nicht enthalten, da in der Regel marktübliche Zahlungsziele vereinbart sind. Für gesetzliche und vertragliche Gewährleistungsverpflichtungen wird eine Rückstellung gebildet.

Umsatzerlöse aus Finanzdienstleistungsgeschäften werden bei Klassifizierung des Vertrages als Operate Lease in Höhe der Leasingraten linear über die Laufzeit der Verträge realisiert.

Umsatzerlöse aus Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen, bei denen ein Konzernunternehmen eine Rückkaufverpflichtung zu einem vorab festgelegten Wert eingeht, werden nicht sofort in voller Höhe realisiert. Hierbei handelt es sich um Put-Optionen, der Vertragspartner kann Schmitz Cargobull den Trailer andienen. Im Rahmen der Bilanzierung wird unterschieden, ob es sich um ein Leasingverhältnis oder einen Verkauf mit Rückgaberecht handelt. Dies hängt vom wirtschaftlichen Anreiz des Kunden bzw. der dazwischengeschalteten Finanzierungsgesellschaft zur Ausübung seines/ihres Rechts ab. Kommt Schmitz Cargobull bei Vertragsbeginn zu dem Ergebnis, dass ein signifikanter wirtschaftlicher Anreiz zur Ausübung des Rechts vorliegt, wird die Vereinbarung als Leasingverhältnis bilanziert. Die Einstufung erfolgt dabei derzeit als Operate Lease, das heißt die Fahrzeuge werden als Vermögenswert bei Schmitz Cargobull eingebucht und die erhaltenen Verkaufserlöse abzüglich der vereinbarten Restwerte unter den sonstigen Verbindlichkeiten erfasst und linear über die Zeit bis zum mit dem Kunden bzw. der dazwischengeschalteten Finanzierungsgesellschaft vertraglich vereinbarten Rückkaufdatum umsatzwirksam aufgelöst. Liegt für den Kunden kein signifikanter wirtschaftlicher Anreiz vor, wird die Vereinbarung als Verkauf mit Rückgaberecht bilanziert. In diesem Fall werden Umsätze für die übertragenen Fahrzeuge in Höhe der Gegenleistung, die Schmitz Cargobull erwartungsgemäß zusteht, realisiert. Weiterhin wird eine Rückerstattungsverbindlichkeit für die dennoch potenziell zurückkommenden Fahrzeuge erfasst sowie ein Vermögenswert für das Recht, die Fahrzeuge zurückzuerhalten.

Umsatzerlöse aus Serviceleistungen werden erfasst, sobald diese erbracht werden. Dabei werden bei Full Service-Verträgen insbesondere Inspektions-/Wartungsleistungen und der Austausch von Verschleißteilen zeitpunktbezogen erbracht. Überschreiten die von Schmitz Cargobull erbrachten Serviceleistungen den Zahlungsbetrag wird ein Vertragsvermögenswert erfasst. Sind die durch den Kunden geleisteten Zahlungen höher als die bis zum Stichtag erbrachte Serviceleistung, wird eine Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen. Im Rahmen des Reifenservice und des Kühlgeräteservice werden Servicepartner eingebunden. In diesen Fällen tritt Schmitz Cargobull als Agent auf und realisiert lediglich die Marge aus diesen Geschäften.

Skonti, Kundenboni und Rabatte vermindern den Transaktionspreis. Derartige variable Gegenleistungen werden nur insoweit in den Transaktionspreis einbezogen, als eine spätere Stornierung mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann.

5.2 Immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet und - sofern deren Nutzungsdauer begrenzt ist - linear abgeschrieben. Derzeit bestehen lediglich immaterielle Vermögenswerte in Form von Softwarelizenzen, wofür Nutzungsdauern von 4 bis 5 Jahren zugrunde gelegt werden. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer oder unbegrenzter Nutzungsdauer werden nicht linear abgeschrieben, sondern jährlich sowie anlassbezogen auf Wertminderungsbedarf überprüft. Derzeit gibt es im Konzern jedoch keine immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzugsdauer.

Entwicklungskosten für selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte erfüllen derzeit nicht die Ansatzkriterien nach IFRS und werden daher voll aufwandswirksam erfasst.

Geschäfts- oder Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet und den immateriellen Vermögenswerten zugeordnet. Die Anschaffungskosten ermitteln sich als aktiver Unterschiedsbetrag zwischen der übertragenen Gegenleistung und dem zum beizulegenden Zeitwert erworbenen Nettovermögen. In Folgeperioden werden Geschäfts- oder Firmenwerte zu Anschaffungskosten abzüglich - sofern erforderlich - kumulierter Wertminderungen bilanziert. Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich auf mögliche Wertminderung überprüft. Übersteigt der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) den erzielbaren Betrag, wird eine Wertminderung in Höhe des Unterschiedsbetrages sofort ergebniswirksam erfasst. Eine Wertaufholung, auch unterjährig erfasster Wertminderungen, erfolgt in späteren Berichtsperioden nicht. Für die Überprüfung auf mögliche Wertminderung ist es erforderlich, den erzielbaren Betrag der ZGE, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, zu ermitteln. Zum Bilanzstichtag werden keine Geschäfts- oder Firmenwerte bilanziert.

5.3 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbezogene Verwaltungskosten und Abschreibungen. Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden als Aufwand erfasst. Kosten für Maßnahmen, die zu einer Nutzungsverlängerung oder einer Steigerung der künftigen Nutzungsmöglichkeit der Vermögenswerte führen, werden grundsätzlich aktiviert. Abnutzbare Vermögenswerte werden linear abgeschrieben. Übersicht über die zugrunde gelegten Nutzungsdauern:

Nutzungsdauern für Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 10- 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 6-12 Jahre
Vermietete Fahrzeuge 6 Jahre
Vermietete Fahrzeuge aus Finanzdienstleistungen 8 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4-10 Jahre

Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag geprüft und gegebenenfalls angepasst. Bei Verkauf oder Verschrottung werden die Sachanlagen ausgebucht; dabei entstehende Gewinne oder Verluste werden ergebniswirksam berücksichtigt.

5.3.1 Vermietete Fahrzeuge

Schmitz Cargobull vermietet Trailer an Kunden auf Basis kurzfristiger Verträge. Diese Fahrzeuge werden zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer von 6 Jahren auf den erwarteten Restbuchwert abgeschrieben. Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag geprüft und gegebenenfalls angepasst.

Sofern die Fahrzeuge nicht mehr vermietet werden, werden diese zum Buchwert in die Vorräte übertragen und die Erlöse nach dem Verkauf als Umsatzerlös ausgewiesen.

5.3.2 Vermietete Fahrzeuge aus Finanzdienstleistungen

Im Rahmen der Absatzfinanzierung schließen Schmitz Cargobull-Konzerngesellschaften unter Zwischenschaltung von Leasinggesellschaften oder Banken Verträge mit Kunden ab, im Rahmen derer Schmitz Cargobull den Leasinggesellschaften/Banken Rückkaufvereinbarungen über die den Kunden zur Nutzung überlassenen Vermögenswerte gewährt. Schmitz Cargobull verpflichtet sich in diesen Verträgen, die Fahrzeuge am Ende der Kundenvertragslaufzeit zu einem vereinbarten Restwert von der Leasinggesellschaft/Bank zurückzukaufen, sofern die Leasinggesellschaft/Bank den Trailer andient (siehe Abschnitt 5.1).

In diesem Zusammenhang erfüllen diese Verträge teilweise die Definition eines Leasingverhältnisses und werden entsprechend den Klassifizierungskriterien, die bei der Klassifizierung von direkt mit Kunden abgeschlossenen Leasingverhältnissen Anwendung finden würden, als Operate Lease bzw. Finance Lease klassifiziert. Im Schmitz Cargobull-Konzern liegen diesbezüglich derzeit ausschließlich Operate Lease-Verhältnisse vor und die an die Leasinggesellschaften/Banken verkauften Fahrzeuge werden als "Vermietete Fahrzeuge aus Finanzdienstleistungen" zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und linear über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Verkaufserlöse abzüglich des vereinbarten Restwertes werden innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten in der Position "Umsatzabgrenzung aus Finanzdienstleistungen" erfasst und linear über die Vertragslaufzeit bis zur Fälligkeit der Zahlung des vereinbarten Restwertes umsatzwirksam aufgelöst. Die Rückkaufverpflichtungen werden in Höhe der vertraglich vereinbarten Restwerte in der Position "Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen" ausgewiesen. Mit Beendigung des Vertrages werden die Fahrzeuge zum Rückkaufwert in die Vorräte übertragen. Trailer, die im Rahmen von Rückkaufverpflichtungen zurückgekauft werden, sind unter den Handelswaren ausgewiesen. Der Materialaufwand für Trailer, die im Rahmen von Rückkaufvereinbarungen wiedervermarktet wurden, ist in den Aufwendungen für RHB und bezogene Waren enthalten.

Bei denjenigen Verträgen, die aufgrund des fehlenden signifikanten wirtschaftlichen Anreizes zur Ausübung des Andienungsrechts nicht als Leasingverhältnis klassifiziert werden, bilanziert Schmitz Cargobull für die potenziell dennoch zurückkommenden Fahrzeuge eine Rückerstattungsverbindlichkeit sowie einen Vermögenswert, um das Rückgaberecht darzustellen.

5.4 Wertminderungen von langfristigen Vermögenswerten

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden auf die Notwendigkeit etwaiger Wertminderungen überprüft, sobald Ereignisse oder Umstände darauf schließen lassen, dass Wertminderungen vorliegen ("Impairment-Test"). Eine Wertminderung wird vorgenommen, wenn der Buchwert des betroffenen Vermögenswertes oder der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu der der Vermögenswert zuzurechnen ist, den erzielbaren Betrag überschreitet. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert.

Wenn der Grund für eine in Vorjahren erfasste Wertminderung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

5.5 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Investitionszulagen und Investitionszuschüsse werden erfasst, wenn ausreichende Sicherheit besteht, dass Schmitz Cargobull die damit verbundenen Bedingungen erfüllen wird und dass die Zuwendungen gewährt werden. Erfolgsbezogene Zuwendungen der öffentlichen Hand werden in der Periode ergebniswirksam als "Sonstige betriebliche Erträge" erfasst, in der der entsprechende Anspruch entsteht. Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte mindern nicht die Anschaffungs- und Herstellungskosten dieser Vermögenswerte, sondern werden grundsätzlich innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten passivisch abgegrenzt und über die Nutzungsdauer der geförderten Vermögenswerte linear verteilt. Die Auflösungsbeträge werden pro rata temporis in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

5.6 Leasingverhältnisse (Leasingnehmer)

Ein Leasingverhältnis liegt vor, wenn der Vertrag den Leasingnehmer gegen Zahlung eines Entgelts dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren.

Grundsätzlich sind alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz des Leasingnehmers als Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und als Leasingverbindlichkeit zu erfassen. In der Zugangsbewertung wird die Leasingverbindlichkeit mit dem Barwert der noch nicht geleisteten Leasingzahlungen bewertet. Es wird die Erleichterungsvorschrift in Anspruch genommen, Zahlungen, die auf Servicekomponenten entfallen, gemeinsam mit der Leasingkomponente des Vertrages zu bilanzieren. Diese Erleichterung wurde auf Ebene der Anlagenklassen festgelegt. Abgezinst werden die Zahlungen mit dem Grenzkapitalzinssatz des Leasingnehmers. In der Bilanz werden die Leasingverbindlichkeiten in den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Anschaffungskosten der Nutzungsrechte entsprechen in der Regel dem Betrag, der sich aus der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit ergibt. Die Nutzungsrechte werden in einem separaten Bilanzposten ausgewiesen. In der Folgebewertung ist die Leasingrate so in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufzuteilen, dass über den Zinsanteil eine konstante periodische Verzinsung der Leasingverbindlichkeit erreicht wird. Der Tilgungsanteil reduziert die Leasingverbindlichkeit. Die Abschreibung der Nutzungsrechte erfolgt linear über die Vertragslaufzeit.

Für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte wird auf einen Ausweis in der Bilanz verzichtet. Stattdessen werden die Leasingraten als Aufwand erfasst.

In der Kapitalflussrechnung wird der Teil der Leasingzahlungen, der auf die Tilgung der Leasingverbindlichkeit entfällt, innerhalb des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit erfasst. Der Zinsanteil der Leasingzahlungen wird im Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ausgewiesen.

Verlängerungs- und Kündigungsoptionen bestehen insbesondere für Gebäudemietverträge und das Fuhrparkleasing. Die unkündbare Grundmietzeit bei Gebäuden liegt zwischen zwei und zehn Jahren, für Fuhrparkleasing zwischen zwei und vier Jahren. Am Bereitstellungsdatum werden Zeiträume, die sich aus Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen ergeben, nicht berücksichtigt, da deren Ausüben bzw. Nicht-Ausüben nicht als hinreichend sicher eingestuft wird. Nach dem Bereitstellungsdatum wird die Laufzeit eines Leasingverhältnisses neu beurteilt, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen eintritt, das bzw. die innerhalb der Kontrolle von Schmitz Cargobull liegen und sich darauf auswirkt, ob es hinreichend sicher ist, dass eine bei Festlegung der Laufzeit ursprünglich nicht berücksichtigte Option ausgeübt oder eine bei Festlegung der Laufzeit ursprünglich berücksichtigte Option nicht ausgeübt wird.

5.7 Finanzinstrumente

5.7.1 Allgemeines zu Finanzinstrumenten

Gemäß IFRS 9 werden Finanzinstrumente definiert als Verträge, die gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu finanziellen Vermögenswerten und bei dem anderen Unternehmen zu finanziellen Schulden oder Eigenkapitalinstrumenten führen.

Zugänge von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, d. h. dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf des Vermögenswertes verpflichtet.

Gemäß IFRS 9 sind finanzielle Vermögenswerte einer der folgenden drei Bewertungskategorien zuzuordnen:

zu fortgeführten Anschaffungskosten,

erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis,

erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.

Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt auf der Grundlage des Geschäftsmodells des Schmitz Cargobull-Konzerns zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme.

Finanzielle Verbindlichkeiten sind einer der folgenden zwei Bewertungskategorien zuzuordnen:

zu fortgeführten Anschaffungskosten,

erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.

Bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumenten handelt es sich im Wesentlichen um originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente sowie Finanzinstrumente, für die der beizulegende Zeitwert im Anhang angegeben wird, werden nach der Bedeutung der in ihre Bewertungen einfließenden Faktoren und Informationen klassifiziert und in Bewertungsstufen eingeordnet. Die Einordnung eines Finanzinstrumentes in eine Stufe erfolgt nach der Bedeutung seiner Inputfaktoren für seine Gesamtbewertung, und zwar nach der niedrigsten Stufe, deren Berücksichtigung für die Bewertung als Ganzes erheblich beziehungsweise maßgeblich ist. Die Bewertungsstufen untergliedern sich hierarchisch nach ihren Inputfaktoren:

Stufe 1: in aktiven Märkten notierte (unverändert übernommene) Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten,

Stufe 2: andere Inputdaten als notierte Marktpreise, die sich für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preis) oder indirekt (aus Preisen abgeleitet) beobachten lassen,

Stufe 3: herangezogene Inputfaktoren, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten für die Bewertung des Vermögenswertes oder der Verbindlichkeit basieren.

Schmitz Cargobull erfasst Umgruppierungen zwischen den verschiedenen Bewertungsstufen zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist.

5.7.2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden im Schmitz Cargobull-Konzern primär mit der Zielsetzung gehalten, den Nominalwert zu vereinnahmen. Die Vertragsbedingungen führen zu vereinbarten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und gegebenenfalls Zinszahlungen auf den ausstehenden Forderungsbetrag darstellen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Schmitz Cargobull-Konzerns haben in der Regel vertraglich vereinbarte kurzfristige Zahlungsziele. Sie werden der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet und nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei die fortgeführten Anschaffungskosten dem Nennwert abzüglich Wertberichtigungen entsprechen.

5.7.3 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten, das heißt zum Nennbetrag abzüglich Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste, bilanziert.

5.7.4 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Wertpapiere werden mit der Zielsetzung gehalten, sie sowohl zu verkaufen als auch zu halten, um vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen. Da darüber hinaus die Vertragsbedingungen nicht ausschließlich zu Zins- und Tilgungszahlungsströmen führen (sog. SPPI-Kriterium bei Fremdkapitalinstrumenten ist nicht erfüllt), sind die Wertpapiere der Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zuzuordnen. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des Finanzinstrumentes zuzurechnen sind, werden erfolgswirksam erfasst. Der beizulegende Zeitwert entspricht bei Aktien den auf aktiven Märkten notierten Marktpreisen (Stufe 1) bzw. bei Rückdeckungsversicherungsansprüchen dem versicherungsmathematischem Aktivwert (Stufe 3). Gewinne und Verluste dieser Wertpapiere, welche aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert resultieren, werden unmittelbar ergebniswirksam berücksichtigt.

Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen fallen nicht unter den Anwendungsbereich des IFRS 7 bzw. 9. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte werden der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet und nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

5.7.5 Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte

Für Finanzinstrumente der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" werden Wertminderungen für erwartete Kreditverluste ermittelt und als Wertberichtigungen sofort ergebniswirksam erfasst.

Gemäß IFRS 9 besteht bereits im Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes von Finanzinstrumenten die Pflicht zur Erfassung von Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wendet Schmitz Cargobull zur Bewertung erwarteter Kreditausfälle eine vereinfachte Vorgehensweise an. Nach dieser bemisst sich die Wertberichtigung an den über die Laufzeit erwarteten Kreditverlusten. Dazu wurden Wertberichtigungsmatrizen auf Basis historischer Forderungsausfälle, Laufzeitbänder und erwarteter Kreditausfälle erstellt. Die Bildung der Wertberichtigungsmatrizen erfolgte auf Länderebene für Forderungsgruppen, die jeweils ähnliche Ausfallmuster aufweisen. Die Vertragsvermögenswerte weisen im Wesentlichen die gleichen Risikoeigenschaften auf wie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für gleichartige Verträge, sodass die erwarteten Ausfallraten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auch eine angemessene Annäherung an die Ausfallraten für die Vertragsvermögenswerte darstellen.

Schmitz Cargobull hat für Bandbreiten von Ausfallwahrscheinlichkeiten konzerneinheitliche Risikogruppen definiert. Für die Ermittlung der Wertberichtigungen im Konzernabschluss wurde für jede Risikogruppe der obere Rand der Bandbreite als Konzernausfallquote für eine 12-Monats-Laufzeit festgelegt. Zum Bilanzstichtag bestehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden entsprechend den individuellen Kundenratings diesen Risikogruppen zugeordnet. Die Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste ergeben sich durch Anwendung der Konzernausfallquoten auf die Forderungsbestände der einzelnen Risikogruppen unter Berücksichtigung der von den jeweiligen Konzerngesellschaften vereinbarten durchschnittlichen Zahlungsziele.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte mit objektiven Hinweisen für eine Wertminderung wird die Höhe der Wertberichtigung nicht weiter über Wertberichtigungsmatrizen ermittelt, sondern individuell. Objektive Hinweise sind beispielsweise eine deutliche Verschlechterung des Kundenratings, angemeldete Insolvenzen, aber auch ein deutlicher Anstieg bei den Überfälligkeiten des Schuldners. Für diese zweifelhaften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte werden individuelle anlassbezogene Einzelwertberichtigungen bilanziert.

Wenn nach angemessener Einschätzung nicht mehr davon auszugehen ist, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Vertragsvermögenswerte ganz oder teilweise realisierbar sind, werden sie, unter Berücksichtigung lokaler Vorschriften, ausgebucht.

IFRS 9 fordert die Erfassung von Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste. Die Ermittlung dieser Wertberichtigungen erfolgt unter Zugrundelegung von geschätzten Ausfallwahrscheinlichkeiten. Die tatsächlich zukünftig eintretenden Kreditverluste können von den im Konzernabschluss angesetzten Beträgen abweichen.

5.7.6 Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

Kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei langfristigen Verbindlichkeiten erfolgt die Zugangsbewertung zum beizulegenden Zeitwert der Verbindlichkeit, d.h. zum Barwert der zukünftigen Zahlungen abzüglich der mit der Aufnahme verbundenen Transaktionskosten. Sie werden anschließend unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.

Leasingverbindlichkeiten sind mit dem Barwert der Leasingraten angesetzt.

Auf die Erläuterungen zur Bilanzierung von Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen (Abschnitt 5.3.2) und Leasingverhältnissen (Abschnitt 5.8) wird verwiesen.

5.7.7 Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Ansprüche auf den Erhalt der Zahlungsströme aus dem Vermögenswert ausgelaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Chancen und Risiken aus dem Eigentum übertragen hat. Werden alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken weder übertragen noch zurückbehalten, findet eine Ausbuchung statt, wenn der Konzern die Kontrolle über den Vermögenswert nicht behält.

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.

5.8 Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten Rückgaberechte, Vertragsvermögenswerte, sonstige Steuern und übrige sonstige Vermögenswerte. Bezüglich der Bilanzierung von Rückgaberechten und Vertragsvermögenswerten wird auf Abschnitt 5.3.2 bzw. 5.1 verwiesen. Sonstige Steuern und übrige sonstige Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

5.9 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch die fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Bedingung wird nur dann als erfüllt angesehen, wenn der langfristige Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort zur Veräußerung verfügbar und die Veräußerung hochwahrscheinlich ist. Die Geschäftsführung muss sich zur Veräußerung verpflichtet haben. Dabei muss davon ausgegangen werden, dass der Veräußerungsvorgang innerhalb eines Jahres nach einer solche Klassifizierung abgeschlossen wird.

Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, werden zu dem niedrigeren Betrag ihres Buchwertes und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet.

Hat sich der Konzern zu einer Veräußerung verpflichtet, die mit einem Verlust der Beherrschung über ein Tochterunternehmen einhergeht, werden sämtliche Vermögenswerte und Schulden dieses Tochterunternehmens als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, sofern die oben genannten Voraussetzungen hierfür erfüllt sind. Dies gilt unabhängig davon, ob der Konzern einen nicht beherrschenden Anteil an dem früheren Tochterunternehmen nach der Veräußerung zurückbehält oder nicht.

5.10 Vorräte

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch die zurechenbaren Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbezogene Verwaltungskosten und Wertminderungen. Zur Ermittlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten gleichartiger Vorräte wird die Durchschnittsmethode angewendet.

5.11 Ertragsteuern

Der Steueraufwand umfasst tatsächliche und latente Steuern. Tatsächliche Steuern und latente Steuern werden erfolgswirksam in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem sie mit einem Unternehmenszusammenschluss oder mit einem direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfassten Posten verbunden sind. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden entsprechend der bilanzorientierten Methode für alle temporären Differenzen zwischen steuerlichen Wertansätzen und der Konzernbilanz bilanziert. Diese Behandlung gilt grundsätzlich für alle Vermögenswerte und Schulden außer für Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung. Daneben sind latente Steueransprüche für den Vortrag noch nicht genutzter steuerlicher Verluste und noch nicht genutzter Steuergutschriften bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass diese verwendet werden können. Latente Steuern werden mit den aktuellen Steuersätzen bewertet. Wenn zu erwarten ist, dass sich die Differenzen in Jahren mit anderen Steuersätzen ausgleichen, werden die dann jeweils gültigen Sätze verwendet. Für den Fall, dass sich die Steuersätze ändern, wird dies in dem Jahr berücksichtigt, in dem die Steuersatzänderungen verabschiedet werden. Für aktive latente Steuern, deren Realisierung unwahrscheinlich ist, wird eine Wertberichtigung vorgenommen.

5.12 Leistungen an Arbeitnehmer

Rückstellungen für Pensionen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen aufgrund von leistungsorientierten Einzelzusagen an ehemalige und einen aktiven Mitarbeiter des Schmitz Cargobull-Konzerns sowie für deren Hinterbliebene gebildet. Die Höhe der Rentenleistungen richtet sich dabei nach der anrechnungsfähigen Dienstzeit und dem vereinbarten Jahresgehalt. Rentenanpassungen erfolgen auf vertraglicher Basis. Altersrente wird gewährt, wenn das 65. Lebensjahr vollendet worden ist. Die Höhe der aus den leistungsorientierten Plänen resultierenden Verpflichtung wird unter Anwendung der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Neubewertungen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren für Leistungszusagen auf Altersversorgung bewertet. Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Rentensteigerungen sowie demografische Rechnungsgrundlagen berücksichtigt. Neubewertungen, die bei Schmitz Cargobull versicherungsmathematische Gewinne und Verluste umfassen, werden unmittelbar bei Entstehung im sonstigen Ergebnis erfasst. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Neubewertungen sind Bestandteil der sonstigen Eigenkapitalveränderungen und werden in Folgeperioden nicht mehr in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Kostenkomponente Dienstzeitaufwand wird ergebniswirksam in den Personalkosten der entsprechenden Funktionsbereiche erfasst. Die Nettozinsen auf die Nettoschuld aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden ergebniswirksam im Finanzergebnis erfasst.

Die in der Konzernbilanz erfasste leistungsorientierte Verpflichtung stellt die aktuelle Unterdeckung der leistungsorientierten Pensionspläne des Schmitz Cargobull-Konzerns dar.

Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden erfasst, wenn das Arbeitsverhältnis eines Mitarbeiters vor dem regulären Renteneintritt beendet wird oder ein Mitarbeiter gegen eine Abfindungsleistung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet. Der Konzern erfasst diese Leistungen nur, sofern entweder aufgrund eines detaillierten formalen, nicht mehr zu revidierenden Planes oder aber aufgrund einer individuellen Vereinbarung Schmitz Cargobull nachweislich zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses und zur Erbringung der Leistungen verpflichtet ist.

Darüber hinaus sind Ansprüche der Mitarbeiter, die bei deren Ausscheiden nach landesrechtlichen Vorschriften fällig werden, sowie sonstige kurz- und langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer entsprechend zurückgestellt.

5.13 Rückstellungen

Rückstellungen berücksichtigen gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten, die auf einem vergangenen Ereignis beruhen, deren Erfüllung künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Sie werden mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Langfristige Rückstellungen sind mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Aus der Aufzinsung resultierende Erhöhungen werden erfolgswirksam als Finanzaufwendungen erfasst. Rückstellungen werden nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet.

5.14 Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten

In dem Posten "Vertragsverbindlichkeiten" werden Zahlungen ausgewiesen, die Schmitz Cargobull vorzeitig, das heißt vor Erfüllung der vertraglichen Leistungen, erhalten hat. Sie werden als Umsatzerlöse erfasst, sobald die vertragliche Leistung erbracht wird.

Sonstige Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Umsatzabgrenzungen aus Finanzdienstleistungen (siehe Abschnitt 5.7), Investitionszuschüsse und Verbindlichkeiten, die keinem anderen Posten zugeordnet werden können.

Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

5.15 Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Im Konzernabschluss werden zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, die Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden zum Bilanzstichtag sowie der Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode bestimmen. Schätzungen und Annahmen sind insbesondere erforderlich für die konzerneinheitliche Festlegung von wirtschaftlichen Nutzungsdauern für Sachanlagen, Miet- und Leasinggeräte, für die Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten sowie die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, unter anderem für Pensionen, Risiken aus vertraglich vereinbarten Restwerten, Garantieverpflichtungen oder Rechtsstreitigkeiten.

Die Bewertung der im Rahmen von Rückkaufverpflichtungen bilanzierten Trailer hängt zudem vom Restwert der vermieteten Fahrzeuge nach Ablauf der Laufzeit des Leasingverhältnisses ab. In Abhängigkeit vom Umfang der Ausübung der Rückgaberechte sowie der Entwicklung der Wiederverwertungspreise können die tatsächlich eintretenden Belastungen von den erwarteten Risiken abweichen.

Die Annahmen bezüglich des Umsatzwachstums im Planungszeitraum basieren auf der vom Management des Schmitz Cargobull Konzerns verabschiedeten Unternehmensplanung. Diese wurde unter Berücksichtigung der Marktbedingungen und regionalen Besonderheiten in den einzelnen Geschäftsfeldern auf Ebene der regionalen Gesellschaften erstellt und daraufhin auf Ebene der Produktlinien aggregiert. Die zugrundeliegenden Planprämissen wurden auf Basis externer Informationsquellen zur Marktentwicklung plausibilisiert. Bei der Unternehmensplanung wurde die derzeit unsichere Marktsituation und mögliche negative Folgen aus dem Krieg in der Ukraine berücksichtigt. Neben einem "Base Case" wurden in der Unternehmensplanung Szenarien für einen "Pessimistic Case" und einen "Optimistic Case" erarbeitet. Auf der Grundlage dieser Planung liegen keine Anzeichen dafür vor, dass die Vermögenswerte im Konzern nicht als werthaltig eingestuft werden können. Auf einen erneuten Werthaltigkeitstests, der zuletzt im Juni/Juli 2020 durchgeführt wurde, wurde daher verzichtet, da kein Wertberichtigungsbedarf erkennbar ist. Der bisher durchgeführte Werthaltigkeitstest enthielt die deutlich schlechteren Planungsannahmen zur Zeit der Corona Pandemie. Die Bestimmung des Nutzungswertes erfolgte für die jeweiligen ZGE mithilfe der Discounted-Cashflow Methode. Dabei wurde für die Durchführung des Werthaltigkeitstests für sämtliche Geschäftsbereiche mit einem risikoadjustierten Diskontierungssatz von 9,1% gerechnet. Die Dauer des Planungszeitraums betrug fünf Jahre. Die Wachstumsrate für die ewige Rente wurde auf 1,0% beziffert. Aus dem Werthaltigkeitstest Juni/Juli 2020 ergaben sich keine Wertminderungen. Da sich an den grundlegenden Annahmen keine Änderungen ergeben haben und die erwartete Ertragslage für die kommenden Jahre weiterhin positiv ist, wird auch für das aktuelle Geschäftsjahr kein Erfordernis für eine Wertminderung gesehen.

Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand beruhen und sowohl historische Erfahrungen als auch weitere Faktoren wie künftige Erwartungen einschließen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Wenn die tatsächliche von der erwarteten Entwicklung abweicht, werden die Prämissen und - soweit erforderlich - die Buchwerte der relevanten Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Anpassungen der Schätzungen werden grundsätzlich in der Periode der Änderung und in den zukünftigen Perioden berücksichtigt.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses unterlagen die zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen keinen bedeutenden Risiken.

6 Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

6.1 Umsatzerlöse

Schmitz Cargobull realisiert Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden durch Übertragung von Gütern und Erbringung von Dienstleistungen zeitpunktbezogen. Darüber hinaus erzielt der Konzern Erlöse aus Leasingverhältnissen.

Der nachfolgenden Tabelle ist die Zusammensetzung der Umsatzerlöse zu entnehmen:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden
Neugeschäft 2.201.092 1.921.738
Value Added Services 266.202 242.176
Gebrauchtgeschäft 137.732 103.474
Sonstiges 0 13.949
2.605.026 2.281.337
Erlöse aus Leasingverhältnissen 27.954 6.470
2.632.980 2.287.806

Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden gliedern sich nach Produktlinien wie in der folgenden Tabelle dargestellt:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Neugeschäft
Sattelkoffer 1.135.829 1.023.067
Curtainsider 862.148 678.683
Sattelkipper 140.133 163.377
Truck Bodies 62.982 56.612
2.201.092 1.921.738
Value Added Services & Gebrauchtgeschäft 403.934 345.649
Sonstige 0 13.949
2.605.026 2.281.337

Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden gliedern sich nach Regionen wie in der folgenden Tabelle dargestellt:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Westeuropa 944.116 763.870
Zentraleuropa 632.702 444.549
Nordosteuropa 363.018 345.692
Südwesteuropa 335.635 301.511
Osteuropa 44.595 217.606
Nordwesteuropa 234.873 172.026
Overseas 50.087 36.083
2.605.026 2.281.337

Im Servicegeschäft schließt Schmitz Cargobull mit Kunden sowohl langfristige Serviceverträge mit festen Vertragslaufzeiten als auch kurzfristige Serviceverträge ab. Aus den langfristig abgeschlossenen Serviceverträgen bestanden zum 31. März 2023 noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen in Höhe von insgesamt T€ 67.804(Vorjahr: T€ 61.876). Schmitz Cargobull wird Umsatzerlöse aus diesen Verträgen über die Restvertragslaufzeiten wie folgt realisieren:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
innerhalb eines Jahres 4.461 12.924
zwischen einem und 5 Jahren 51.695 40.552
nach mehr als 5 Jahren 11.648 8.400
67.804 61.876

6.2 Sonstige betriebliche Erträge

Zusammensetzung:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Versicherungsentschädigungen 28.737 296
Währungsgewinne 10.553 15.170
Abgang Anlagevermögen 8.393 3.796
Schadenersatz 396 79
Personalkostenrückerstattung 337 508
Auflösung Zuschuss 54 66
Übrige 1.036 4.424
49.506 24.339

Von den Versicherungsentschädigungen des Geschäftsjahres 2022/2023 entfallen T€ 28.345 auf den Brandschaden in Vreden (Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung).

6.3 Materialaufwand

Zusammensetzung:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Aufwendungen für RHB und bezogene Waren 1.813.981 1.757.818
Aufwendungen bezogene Leistungen 167.816 167.957
1.981.797 1.925.775

Der Aufwand für Trailer, die im Rahmen von Rückkaufvereinbarungen erworben und weiterveräußert oder im Rahmen von Kooperationen wiedervermarktet wurden, ist in den Aufwendungen für RHB und bezogene Waren enthalten.

Vom Materialaufwand resultieren T€ 1.345 aus Verschrottungen i.Z.m. dem Brandschaden in Vreden (Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung).

6.4 Personalaufwand

Zusammensetzung:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Löhne und Gehälter 295.499 277.461
Soziale Abgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung 57.678 55.216
(davon Aufwendungen für Altersversorgung) (6.641) (6.420)
353.177 332.677

In den sozialen Abgaben für die Altersversorgung sind Aufwendungen für Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von T€ 18.173 enthalten. Mitarbeiter (durchschnittliche Anzahl):

2022/2023 2021/2022
Gewerbliche Arbeitnehmer 3.310 3.371
Angestellte 2.099 1.979
5.409 5.350

6.5 Abschreibungen auf Anlagevermögen

Zusammensetzung:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Immaterielle Vermögenswerte 6.004 5.714
Grundstücke und Bauten 5.331 4.244
Technische Anlagen und Maschinen 16.660 15.128
Vermietete Fahrzeuge 5.425 5.445
Vermietete Fahrzeuge aus Finanzdienstleistungen 12.603 12.630
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.643 4.359
Nutzungsrechte 9.297 8.384
60.963 55.904

Wesentliche Wertminderungen gem. Abschnitt 5.4 sind nicht in den Abschreibungen enthalten.

6.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Zusammensetzung:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Transport und Ausgangsfrachten 32.617 32.902
Instandhaltung 24.362 21.887
Rechts- und Beratungskosten 20.345 16.095
Vertriebs-, Werbe-, Reise und Bewirtungskosten 14.822 11.928
Währungsverluste 13.453 14.872
Leasingaufwand und Miete 10.879 14.299
Software 9.564 8.585
Entkonsolidierungseffekte aus der Veräußerung von Konzerngesellschaften 9.258 0
Arbeitsschutz 5.199 5.417
Beiträge, Gebühren, Abgaben 5.081 6.275
Verluste aus Anlagenabgängen 4.708 3.181
sonstige Fremdleistungen 4.003 3.664
Versicherungsbeiträge 3.555 3.209
Leasingpersonal indirekt 3.148 2.483
Schulung und Lehrgang 3.102 2.415
Entwicklung und Versuche 2.454 2.621
Werkzeuge 2.121 1.933
Kommunikation 1.809 2.200
Reklamation 1.802 13.679
Büromaterial 1.612 1.351
sonstige Steuern 1.610 1.477
Zuführung zu Einzelwertberichtigung 1.502 968
Provisionen 1.469 1.358
Kosten Personalbeschaffung 790 786
Grundstücks- und Gebäudekosten 623 881
Beiratsvergütung 438 500
Bankgebühren 346 395
Ausbuchungen Forderungen 370 301
Zahlungsgarantien aus Rückkaufvereinbarungen 340 949
Eich und Abnahmegebühren 272 153
Spenden 234 171
Sonstige 9.450 2.931
191.338 179.866

Die Entkonsolidierungseffekte aus der Veräußerung der Konzerngesellschaften Schmitz Cargobull Russland OOO und der Schmitz Cargobull Mecklenburg GmbH & Co. KG setzen sich wie folgt zusammen:

2022/2023
T€
Erhaltene Kaufpreiszahlungen 7.731
Gegenseitiger Erlass von Forderungen und Verbindlichkeiten als Teil der Kaufpreisvereinbarung 339
Abgang von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten bzw. Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten (IFRS 5, siehe Abschnitt 7.18) -6.846
Abgang weiterer Vermögenswerte und Schulden (davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente T€ -5.634) -16.487
Im Rahmen der Entkonsolidierung wieder auflebende Forderungen / Verbindlichkeiten 4.044
Erfolgswirksame Ausbuchung des Ausgleichspostens aus der Währungsumrechnung (OCI) 4.991
Rückstellung für Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Veräußerung von Tochterunternehmen -3.030
- 9.258

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Sachkosten in Höhe von T€ 3.706 und Verluste aus Anlagenabgängen in Höhe von T€ 541 im Zusammenhang mit dem Brandschaden in Vreden enthalten, die - ebenso wie die Entkonsolidierungseffekte in Höhe von T€ 9.258 - als Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung einzustufen sind.

Währungsgewinne und -verluste führten im Geschäftsjahr im Saldo zu Verlusten in Höhe von T€ 2.900 (Vorjahr: Gewinne in Höhe von T€ 298).

6.7 Finanzergebnis

Finanzerträge:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.085 827
Gewinne aus der Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert 805 0
2.890 827

Finanzaufwendungen:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 5.418 2.691
Zinsaufwand aus Leasingverhältnissen 567 777
Abschreibungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte 822 0
Verluste aus der Bewertung von Wertpapieren zum beizulegenden Zeitwert 785 277
7.591 3.745

Die sonstigen Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von T€ 1.674 (Vorjahr: T€ 1.025).

6.8 Ertragsteuern

Zusammensetzung der Ertragsteuerforderungen und -schulden:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Forderungen aus Ertragsteuern 191 476
Unsichere Ertragsteuerschulden -14.198 0
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 18 -249
- 13.989 227

Die wesentlichen Bestandteile der Ertragssteuern sind wie folgt:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Tatsächliche Ertragsteuern 22.695 5.675
davon Deutschland 9.128 -1.430
davon Ausland 13.567 7.105
Latente Steuern 17.145 - 21.425
davon Deutschland 17.712 -19.234
davon Ausland -567 -2.191
39.840 - 15.750

Die tatsächlichen Ertragsteuern entfallen auf folgende Perioden:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Steueraufwand der laufenden Periode 15.499 7.036
Steueraufwand aus Vorperioden 7.196 -1.361
22.695 5.675

Der tatsächliche Steueraufwand ist gegenüber dem Vorjahr aufgrund der guten Ergebnissituation höher ausgefallen.

Die latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

31.03.2023 31.03.2022
Aktive Latenzen
T€
Passive Latenzen
T€
Aktive Latenzen
T€
Passive Latenzen
T€
Sachanlagen, Nutzungsrechte 841 59.766 9.318 53.606
Vorräte 2.797 579 2.603 8.084
Forderungen, sonstige Vermögenswerte 15.930 19.500 18.001 16.822
Pensionsrückstellungen 7.188 26 12.744 34
Übrige Rückstellungen 2.148 2.042 3.272 1.747
Verbindlichkeiten inkl. Leasingverbindlichkeiten 47.457 4.144 73.510 16.329
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 4.858 5.176 0 14.009
Steuerliche Verlustvorträge 15.844 n.a. 24.513 n.a.
Latente Steueransprüche/ - schulden 97.063 91.232 143.962 110.632
davon langfristig 36.755 60.672 51.471 56.936
davon kurzfristig 60.308 30.561 92.490 53.696
Saldierung -87.256 -87.256 -106.742 -106.742
9.807 3.976 37.220 3.890

Im Konzern wurden latente Steuern im Zusammenhang mit versicherungsmathematischen Verlusten aus leistungsorientierten Pensionsplänen in Höhe von T€ 7.544 (Vorjahr: T€ 5.176) direkt im Eigenkapital erfasst. Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften wurden in Höhe von € 257,5 Mio. (Vorjahr: € 224,9 Mio.) keine latenten Steuerschulden gebildet, da die Schmitz Cargobull AG in der Lage ist, den zeitlichen Ablauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden. Der inländische Gesamtsteuersatz betrug für das Geschäftsjahr 2022/2023 32% (Vorjahr: 32%). Er setzte sich unverändert aus 15% Körperschaftsteuerbelastung zuzüglich des Solidaritätszuschlages in Höhe von 5,5% der Körperschaftsteuerbelastung und einem Gewerbesteuersatz von gerundet 16% zusammen. Die angewandten lokalen Ertragssteuersätze für ausländische Gesellschaften variierten wie im Vorjahr zwischen 9% und 33%. Latente Steueransprüche auf körperschaftssteuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 19.473 (Vorjahr: T€ 20.494) und auf gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 4.614 (Vorjahr: T€ 10.756) wurden aufgrund von unzureichenden steuerpflichtigen Gewinnen oder Verrechnungsmöglichkeiten bei den einzelnen Konzernunternehmen nicht bilanziert. Die nicht erfassten steuerlichen Verlustvorträge sind zeitlich unbegrenzt nutzbar.

In der folgenden Tabelle wird die Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand dargestellt. Als erwarteter Steueraufwand ist der Betrag ausgewiesen, der sich unter Anwendung des Konzernsteuersatzes des Konzern-Mutterunternehmens von 32% (Vorjahr: 32%) ergibt.

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Ergebnis vor Ertragsteuern 103.819 - 17.974
erwartete Ertragsteuern basierend auf dem Konzernsteuersatz von 32% 33.222 -5.752
Anpassungen des erwarteten Steueraufwands/-ertrags
Steuern auf steuerlich nicht abzugsfähige Posten 1.923 -244
Bisher nicht erfasste steuerliche Verluste oder Steuerguthaben, die zur Aufrechnung tatsächlicher Steuern genutzt werden -2.213 -2.651
Steuerliche Verluste oder Steuerguthaben aus dem laufenden Jahr, die nicht erfasst sind 3.508 1.558
Effekt aus dem Ergebnistransfer zwischen Konzerngesellschaften 0 0
Anpassungen tatsächlicher und latenter Steuern aus Vorjahren 7.285 -1.361
Steuerfreie Aufwendungen/Erträge 3.066 -2.474
Effekte aus Steuersatzdifferenzen -7.447 -4.426
Sonstige 496 -400
Effektive Ertragsteuern 39.840 - 15.750
Effektiver Konzernsteuersatz 38,37% 87,63%

7 Erläuterungen zur Konzernbilanz

7.1 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte umfassen lediglich Softwarelizenzen und entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.04. 94.656 89.288
Anpassung 0 -910
Währungsdifferenzen 2 -6
Zugänge 6.185 6.604
Abgänge -3.456 -273
Umgliederung IFRS 5 0 -60
Veränderungen Konsolidierungskreis 68 0
Umbuchungen 700 13
Stand am 31.03. 98.155 94.656
kumulierte Abschreibung
Stand am 01.04. 68.715 65.753
Anpassung 0 -910
Währungsdifferenzen -4 -7
Zuführungen 6.003 5.714
Abgänge -3.446 -1.782
Umgliederung IFRS 5 0 -54
Veränderungen Konsolidierungskreis 64 0
Umbuchungen 111 0
Stand am 31.03. 71.443 68.714
Buchwert am 31.03. 26.712 25.942

Im Geschäftsjahr wurden insgesamt Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von T€ 48.098 (Vorjahr: T€ 39.391) im Ergebnis erfasst.

7.2 Sachanlagen

Entwicklung im Berichtsjahr:

Grundstücke und Bauten
T€
Techn. Anlagen und Maschinen
T€
Vermietete Fahrzeuge
T€
Anschaffungs - und Herstellungskosten
Stand 01.04.2022 214.089 269.504 29.198
Währungsdifferenzen -118 -178 13
Zugänge 6.762 12.828 12.529
Abgänge -458 -2.473 -10.037
Veränderung Konsolidierungskreis 0 181 -1
Umbuchungen 5.671 8.505 -193
Stand am 31.03.2023 225.946 228.367 31.509
kumulierte Abschreibung
Stand am 01.04.2022 76.040 172.115 9.891
Währungsdifferenzen -6 -77 2
Zuführungen 5.330 16.660 5.426
Abgänge -950 -1.646 -5.797
Veränderung Konsolidierungskreis 0 398 -1
Umbuchungen -104 1 0
Stand am 31.03.2023 80.310 187.451 9.521
Buchwert am 31.03.2023 145.635 100.916 21.987
Vermiete Fahrzeuge aus Finanzdienstleistungen
T€
Andere Anlagen, Betriebs - und Geschäftsausstattung
T€
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
T€
Gesamt
T€
Anschaffungs - und Herstellungskosten
Stand 01.04.2022 114.411 54.851 21.776 703.829
Währungsdifferenzen 0 234 -83 -131
Zugänge 29.189 9.386 10.579 81.274
Abgänge -38.264 -2.165 -675 -54.075
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -903 0 -723
Umbuchungen 0 1.240 -15.943 -720
Stand am 31.03.2023 105.336 62.643 15.654 729.454
kumulierte Abschreibung
Stand am 01.04.2022 52.621 37.245 0 347.913
Währungsdifferenzen 0 9 0 -72
Zuführungen 12.603 5.643 0 45.662
Abgänge -28.232 -1.719 0 -38.343
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -143 0 254
Umbuchungen 0 -8 0 -111
Stand am 31.03.2023 36.992 41.027 0 355.303
Buchwert am 31.03.2023 68.344 21.615 15.654 374.151

Vorjahr:

Grundstücke und Bauten
T€
Techn. Anlagen und Maschinen
T€
Vermietete Fahrzeuge
T€
Anschaffungs - und Herstellungskosten
Stand 01.04.2021 211.387 253.602 24.324
Anpassung 4.555 3.937 -242
Währungsdifferenzen 48 -239 89
Zugänge 1.712 14.108 15.905
Abgänge -150 -3.101 -10.898
Veränderung Konsolidierungskreis 2 0 0
Anpassung IFRS 5 -5.108 -2.537 0
Umbuchungen 1.643 3.733 20
Stand am 31.03.2022 214.089 269.503 29.198
kumulierte Abschreibung
Stand am 01.04.2021 69.800 156.719 10.956
Anpassung 4.555 3.935 -242
Währungsdifferenzen -6 -105 48
Zuführungen 4.244 15.128 5.445
Abgänge -543 -1.597 -6.316
Anpassung IFRS 5 -1.940 -1.982 0
Umbuchungen -69 16 0
Stand am 31.03.2022 76.040 172.114 9.891
Buchwert am 31.03.2022 138.049 97.389 19.306
Vermiete Fahrzeuge aus Finanzdienstleistungen
T€
Andere Anlagen, Betriebs - und Geschäftsausstattung
T€
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
T€
Gesamt
T€
Anschaffungs - und Herstellungskosten
Stand 01.04.2021 108.676 51.087 15.243 664.319
Anpassung 0 529 0 8.779
Währungsdifferenzen 0 -187 -11 -300
Zugänge 13.140 5.119 12.487 62.471
Abgänge -7.405 -1.511 -308 -23.373
Veränderung Konsolidierungskreis 0 14 0 16
Anpassung IFRS 5 0 -424 0 -8.069
Umbuchungen 0 225 -5.635 -14
Stand am 31.03.2022 114.411 54.852 21.776 703.829
kumulierte Abschreibung
Stand am 01.04.2021 39.991 34.016 0 311.482
Anpassung 0 529 0 8.777
Währungsdifferenzen 0 -141 0 -204
Zuführungen 12.630 4.359 0 41.806
Abgänge 0 -1.576 0 -10.032
Anpassung IFRS 5 0 0 0 -3.922
Umbuchungen 0 59 0 6
Stand am 31.03.2022 52.621 37.246 0 347.913
Buchwert am 31.03.2022 61.790 17.606 21.776 355.916

Zum Bilanzstichtag waren keine Vermögenswerte zur Sicherung für Verbindlichkeiten verpfändet.

Im Rahmen von Versicherungsentschädigungen sind Schmitz Cargobull im Geschäftsjahr Zahlungen für Sachanlagen in Höhe von T€ 3.000 zugeflossen.

Zu den vermieteten Fahrzeugen wird auf Abschnitt 5.3.1 verwiesen. Bei Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen, die als Operate Lease-Verhältnis eingestuft werden (siehe Abschnitt 5.3.2) werden die Fahrzeuge unter der Position "Vermietete Fahrzeuge aus Finanzdienstleistungen" ausgewiesen.

Die aus vermieteten Fahrzeugen und aus Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen, die als Operate Lease-Verhältnis eingestuft werden, zukünftig an Schmitz Cargobull zu entrichtenden Leasingzahlungen sind nach Fälligkeiten in folgender Tabelle dargestellt:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Fällig innerhalb eines Jahres 11.597 11.274
Fällig nach zwei Jahren 7.127 6.503
Fällig nach drei Jahren 5.429 4.719
Fällig nach vier Jahren 4.612 4.009
Fällig nach fünf Jahren 3.012 2.618
Fällig nach mehr als fünf Jahren 345 318
32.123 29.441

7.3 Nutzungsrechte

Der Schmitz Cargobull-Konzern tritt in diversen Leasingverhältnissen als Leasingnehmer auf (siehe Abschnitt 5.6). Die abgeschlossenen Leasingverhältnisse betreffen im Wesentlichen den Fuhrpark, angemietete Büro- und Geschäftsräume sowie Betriebs- und Geschäftsausstattungen. Im Geschäftsjahr 2022/2023 beträgt der gesamte Zahlungsmittelabfluss für Leasingverhältnisse T€ 19.115 (Vorjahr: T€ 8.037).

Die Buchwerte der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen und deren Veränderungen im Geschäftsjahr 2022/2023 stellen sich wie folgt dar:

Grundstücke und Bauten
T€
Techn. Anlagen und Maschinen
T€
Andere Anlagen, Betriebs - und Geschäftsausstattung
T€
Fuhrpark
T€
Gesamt
T€
Anschaffungs - und Herstellungskosten
Stand 01.04.2022 41.366 3.730 1.153 18.380 64.629
Währungsdifferenzen 155 0 -7 -204 -56
Zugänge 20.437 176 128 6.943 27.686
Abgänge -7.301 -1.035 -405 -5.737 -14.479
Veränderung Konsolidierungskreis -2.159 0 0 -351 -2.511
Umbuchungen 0 0 -92 111 19
Stand am 31.03.2023 52.498 2.871 777 19.142 75.288
kumulierte Abschreibung
Stand am 01.04.2022 11.771 2.793 758 12.860 28.182
Währungsdifferenzen -110 0 -5 -230 -346
Zuführungen 5.269 663 130 3.234 9.297
Abgänge -2.045 -1.026 -372 -2.842 -6.285
Veränderung Konsolidierungskreis -412 0 0 -194 -606
Umbuchungen 0 0 -22 22 0
Stand am 31.03.2023 14.473 2.430 489 12.850 30.242
Buchwert am 31.03.2023 38.025 441 288 6.292 45.046

Vorjahr:

Grundstücke und Bauten
T€
Techn. Anlagen und Maschinen
T€
Andere Anlagen, Betriebs - und Geschäftsausstattung
T€
Fuhrpark
T€
Gesamt
T€
Anschaffungs - und Herstellungskosten
Stand 01.04.2021 41.752 3.629 790 16.347 62.518
Währungsdifferenzen -24 0 1 -99 -122
Zugänge 4.723 101 362 3.669 8.855
Abgänge -5.084 0 0 -1.537 -6.621
Stand am 31.03.2022 41.366 3.730 1.153 18.380 64.629
kumulierte Abschreibung
Stand am 01.04.2021 8.813 2.053 532 9.705 21.103
Währungsdifferenzen -257 0 -1 55 -313
Zuführungen 4.022 740 227 3.396 8.384
Abgänge -807 0 0 -186 -993
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Stand am 31.03.2022 11.771 2.793 758 12.860 28.182
Buchwert am 31.03.2022 29.595 937 395 5.520 36.447

Die Leasingverhältnisse führen in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung zu folgenden Aufwendungen und Erträgen:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Abschreibungen 9.297 8.384
Zinsaufwand 567 777
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse 9.574 5.849
Aufwand für Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert 769 2.188
20.207 17.198

7.4 Anteile an at- Equity bilanzierten Unternehmen

Zusammensetzung:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Cargobull Finance Holding B.V., Eindhoven/Niederlande 50.084 72.900
GRW Holdings Proprietary Limited, Worcester/Südafrika 10.304 10.749
Heylog GmbH, Wien/Österreich 591 0
60.980 83.649

Entwicklung:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Stand am 01.04. 83.649 75.520
Zugang 591 0
Anteilige Ergebnisse -1.201 7.457
Wertminderung 0 -31
Ausschüttungen -22.672 0
Abschreibung Geschäfts- oder Firmenwert -511 -511
Veränderung der Zwischengewinneliminierung auf Lieferungen an at-Equity 1.124 1.214
bilanzierte Unternehmen
Stand am 31.03. 60.980 83.649

Von den Ausschüttungen entfallen T€ 21.600 auf die Cargobull Finance Holding B.V. sowie T€ 1.072 auf die GRW Holdings Proprietary Limited.

Zusammengefasste Finanzinformationen der Cargobull Finance Holding B.V.:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Umsatzerlöse 25.729 37.713
Ergebnis nach Steuern / Gesamtergebnis -5.070 8.724
31.03.2023 31.03.2022
T€ T€
Vermögenswerte 264.334 441.298
Schulden 158.255 286.362
Eigenkapital 106.079 154.936
at-Equity Buchwert am 31.03. (49,0%) 50.084 72.900

Zusammengefasste Finanzinformationen der GRW Holdings Proprietary Limited:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Umsatzerlöse 105.639 95.711
Ergebnis nach Steuern / Gesamtergebnis 4.552 8.171
31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Vermögenswerte 72.180 84.687
Schulden 49.767 58.091
Eigenkapital 22.413 26.596
at-Equity Buchwert am 31.03. (39,1%) 10.304 10.749

Zusammengefasste Finanzinformationen der Heylog GmbH:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Umsatzerlöse 1.346 0
Ergebnis nach Steuern / Gesamtergebnis -608 0
31.03.2023 31.03.2022
T€ T€
Vermögenswerte 691 0
Schulden 74 0
Eigenkapital 617 0
at-Equity Buchwert am 31.03. rechnerisch (44,4%) 274 0

7.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Zusammensetzung:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Forderungen gegen Dritte 223.825 201.703
Forderungen gegen nicht konsolidierte Tochterunternehmen 205 2.100
Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 5.098 1.234
229.128 205.037

Wertberichtigungen:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Forderungen gegen Dritte (Bruttoforderungsbestand) 230.513 206.866
Einzelwertberichtigungen -4.834 -3.332
Bruttoforderungsbestand nach Einzelwertberichtigungen 225.679 203.534
Expected Credit Loss -1.854 -1.831
Forderungen gegen Dritte (Nettoforderungsbestand) 223.825 201.703

Die Wertberichtigungen (Einzelwertberichtigungen und Expected Credit Loss) leiten sich gegenüber dem Vorjahresstichtag jeweils wie folgt über:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Wertberichtigungen am Anfang des Geschäftsjahres -5.163 -2.679
Erfolgsneutrale Inanspruchnahmen von Einzelwertberichtigungen -1.049 -1.768
Im Gewinn und Verlust des Geschäftsjahres erfasste Auflösungen (bei Forderungseingang) bzw. Erhöhungen der Einzelwertberichtigungen -454 800
Im Gewinn und Verlust des Geschäftsjahres erfasste Veränderung des Expected Credit Loss -23 -1.516
Wertberichtigungen am Ende des Geschäftsjahres 6.689 - 5.163

Fälligkeitsstruktur im Berichtsjahr:

Nicht überfällig
T€
0 - 30 Tage
T€
30 - 60 Tage
T€
60 - 90 Tage
T€
> 90 Tage
T€
Gesamt
T€
Forderungen gegen Dritte (Bruttoforderungsbestand) 31.03.2023 121.351 57.684 24.894 9.742 16.842 230.513
Einzelwertberichtigungen 0 0 0 0 -4.834 - 4.834
Bruttoforderungsbestand nach Einzelwertberichtigungen 31.03.2023 121.351 57.684 24.894 9.742 12.008 225.679
Verlustrate 0,24% 0,73% 0,85% 2,93% 5,76%
Expected Credit Loss -296 -417 -210 -277 -654 -1.854
Nettoforderungsbestand 31.03.2023 121.055 57.267 24.684 9.465 11.354 223.825

Fälligkeitsstruktur im Vorjahr:

Nicht überfällig
T€
0 - 30 Tage
T€
30 - 60 Tage
T€
60 - 90 Tage
T€
> 90 Tage
T€
Gesamt
T€
Forderungen gegen Dritte (Bruttoforderungsbestand) 31.03.2022 103.722 56.055 17.033 10.272 19.785 206.866
Einzelwertberichtigungen 0 0 0 0 -3.332 -3.332
Bruttoforderungsbestand nach Einzelwertberichtigungen 31.03.2022 103.722 56.055 17.033 10.272 16.453 203.534
Verlustrate 0,37% 0,65% 1,36% 5,09% 1,99%
Expected Credit Loss -385 -365 -231 -523 -327 -1.831
Nettoforderungsbestand 31.03.2022 103.337 55.690 16.801 9.749 16.126 201.703

Die Forderungen gegen nicht konsolidierte Tochterunternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen des gewöhnlichen Geschäftsbetriebes. Die Forderungen gegen assoziierte Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus Absatzgeschäften über die Cargobull Finance-Gesellschaften.

Auf Forderungen gegen nicht konsolidierte Tochterunternehmen und assoziierte Unternehmen wurden keine Wertberichtigungen gebildet. Am Bilanzstichtag deutete nichts darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen konnten.

7.6 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zusammensetzung:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Bank- und Kassenbestände 263.610 115.836

Von den Bankbeständen sind Kontokorrentguthaben und Festgelder in Höhe von T€ 28.200 (Vorjahr: T€ 19.000) verpfändet und stehen nicht zur freien Verfügung.

7.7 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Zusammensetzung:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Wertpapiere 41.839 41.395
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen 359 1.819
Ausleihungen an nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 988
Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 900 1.200
Debitorische Kreditoren 1.005 0
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.361 606
46.464 46.008

Bei den Wertpapieren handelt es sich einerseits um Aktien und andererseits um Rückdeckungsversicherungsansprüche, die der Absicherung von Wertguthaben von Mitarbeitern aus Arbeitszeitkonten dienen. Beide werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die übrigen finanziellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen Kautionen.

7.8 Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich folgendermaßen zusammen:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Sonstige Steuern 35.978 44.861
Rückgaberecht 15.749 19.849
Debitorische Kreditoren 0 6.041
Vertragsvermögenswerte 173 2.387
Verrechnungskonto mit dem veräußerten Tochterunternehmen Schmitz Cargobull Mecklenburg GmbH & Co. KG 4.049 0
Übrige sonstige Vermögenswerte 24.740 9.335
80.689 82.473

Die sonstigen Steueransprüche resultieren aus Verkehrssteuern. Das Rückgaberecht resultiert aus den Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen, welche nicht als Operate Lease klassifiziert wurden (siehe Abschnitt 5.3.2). Für die potenziell zurückkommenden Fahrzeuge wurde ein entsprechende Rückerstattungsverbindlichkeit passiviert (siehe Abschnitt 7.15). Die Vertragsvermögenswerte stammen aus Anspruchsüberschüssen im Rahmen der Umsatzrealisierung entsprechend der tatsächlichen Leistungserbringung bei langfristigen Serviceverträgen (siehe Abschnitt 5.1). Im Geschäftsjahr haben sich die Vertragsvermögenswerte im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um T€ 2.243 (Vorjahr: T€ 1.896) abgebaut und um T€ 28 (Vorjahr: T€ 1.437) aufgebaut. Die übrigen sonstigen Vermögenswerte umfassen Vermögenswerte, die keinem der anderen Posten zugeordnet werden können und umfassen im Wesentlichen Abgrenzungen für im Voraus geleistete Zahlungen.

Das Ausfallrisiko der Vertragsvermögenswerte wurde als sehr gering eingestuft. Zum 31. März 2023 wurden für Vertragsvermögenswerte keine Wertminderungen für erwartete Kreditverluste erfasst.

7.9 Vorräte

Zusammensetzung:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 104.322 107.867
Unfertige Erzeugnisse 75.494 99.123
Fertige Erzeugnisse 201.314 201.324
Handelswaren 38.993 32.051
Geleistete Anzahlungen 16.960 4.032
437.083 444.397

Trailer, die im Rahmen von Rückkaufverpflichtungen zurückgekauft wurden, werden unter den Handelswaren ausgewiesen. Vom Gesamtbetrag der Vorräte sind T€ 23.439 (Vorjahr: T€ 93.803) zum Nettoveräußerungswert angesetzt. Im Geschäftsjahr wurden Wertberichtigungen auf Vorräte in Höhe von T€ 1.239 (Vorjahr: T€ 5.224) erfolgswirksam erfasst.

7.10 Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Schmitz Cargobull AG beträgt wie im Vorjahr € 40.903.532,00 und ist in 40.903.532 nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Die Kapitalrücklage beträgt T€ 18.151 und ergibt sich aus der Umwandlung von Gesellschafterdarlehen im Geschäftsjahr 1994/1995 in eine Kapitalrücklage in Höhe von 25.500.000,00 DEM. Weiterhin wurden 1998/1999 im Zusammenhang mit der Umwandlung in die Schmitz Cargobull AG weitere 10.000.000,00 DEM in die Kapitalrücklage eingestellt. Seitdem ist die Kapitalrücklage unverändert. Im Rahmen der Euro-Einführung wurde die Rücklage in € 18.150.861,78 umgerechnet. Die Gewinnrücklagen umfassen die IFRS-Rücklage, die übrigen Gewinnrücklagen, die Rücklage aus Währungsumrechnungsdifferenzen sowie den Gewinnvortrag. Im Gewinnvortrag werden die in Vorjahren und im aktuellen Geschäftsjahr erzielten, nicht ausgeschütteten Ergebnisse der Schmitz Cargobull AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen sowie das Konzernergebnis und die Neubewertungen aus den Pensionsrückstellungen erfasst. Die Rücklage aus Währungsumrechnungsdifferenzen beinhaltet die kumulierten Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer vollkonsolidierter Tochterunternehmen.

Entwicklung der Gewinnrücklagen

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Gewinnrücklagen 01.04. 624.225 627.960
Konzernergebnis 63.979 -2.223
Unterschied aus der Währungsumrechnung -3.681 -4.791
Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne 24.886 15.818
latente Steuern auf Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne -7.544 -5.176
Sonstiges Ergebnis 13.661 5.851
Konzern - Gesamtergebnis 77.639 3.627
Ausschüttungen 0 -7.362
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0
Gewinnrücklagen 31.03. 701.864 624.225

Die Dividendenausschüttung der Schmitz Cargobull AG erfolgt aus dem im handelsrechtlichen Jahresabschluss der Schmitz Cargobull AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Im Geschäftsjahr 2022/2023 sind keine Dividendenausschüttungen erfolgt.

Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn des Mutterunternehmens zum 31. März 2023 in Höhe von T€ 365.971 einen Betrag von € 0,50 pro Aktie (T€ 20.452) an die Aktionäre auszuschütten und den Restbetrag von T€ 345.519 auf neue Rechnung vorzutragen.

7.11 Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement von Schmitz Cargobull wird grundsätzlich durch gesellschaftsrechtliche Bestimmungen vorgegeben. Sollten vertragliche Bestimmungen einzuhalten sein, wird das Kapital zusätzlich auch nach diesen Größen gesteuert.

Das vorrangige Ziel liegt in der Unterstützung der Geschäftstätigkeit, der langfristigen Unternehmensfortführung wie auch in der Unterstützung von Wachstumszielen.

Ziel des Kapitalmanagements ist eine angemessene Eigenkapitalquote sowie Eigenkapitalrentabilität. Die wirtschaftliche Nutzung des Kapitals wird über die Kapitalrendite des gebundenen zinspflichtigen Kapitals (ROCE) gesteuert.

Eigenkapitalquote:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Bilanzsumme 1.573.860 1.443.569
Eigenkapital 760.919 683.280
Eigenkapitalquote in % 48,3% 47,3%

Eigenkapitalrendite:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Eigenkapital 760.919 683.280
Konzernergebnis 63.979 -2.223
Eigenkapitalrendite in % 8,4% - 0,3%

EBIT-Kapitalrendite (ROCE):

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Investiertes Kapital 776.437 700.546
EBIT 108.519 -15.056
ROCE in % 14% - 2,1%

Das investierte Kapital setzt sich aus den immateriellen Vermögenswerten, dem Sachanlagevermögen, den Vorräten und Forderungen abzüglich der nicht finanziellen Verbindlichkeiten zusammen.

7.12 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Schmitz Cargobull-Konzern auf Basis von Leistungszusagen.

In Deutschland bestehen wesentliche Verpflichtungen aus erteilten einzel- und tarifvertraglich geregelten leistungsorientierten Pensionszusagen an Vorstände, Geschäftsführer und Mitarbeiter der Schmitz Cargobull AG und ihrer inländischen Tochtergesellschaften. Die Höhe des Pensionsanspruches ist bei tarifvertraglich geregelten Zusagen von den bei Eintritt des Versorgungsfalles zurückgelegten anrechnungsfähigen Dienstjahren des Berechtigten abhängig. Die deutschen Pensionspläne sind rückstellungsfinanziert. Sämtliche Versorgungspläne im Schmitz Cargobull-Konzern sind geschlossen, es werden keine Neuzusagen mehr gegeben.

Zusammensetzung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Pensionsrückstellungen 51.532 73.955
Pensionsähnliche Verpflichtungen 9.778 10.001
61.310 83.956

Die pensionsähnlichen Verpflichtungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Altersteilzeitvereinbarungen und Jubiläumszuwendungen.

Zusammensetzung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Pensionsplänen:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 59.754 81.780
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 8.222 7.825
51.532 73.955

Entwicklung der Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen am 01.04. 81.780 95.948
Währungsdifferenzen 54 -448
Laufender Dienstzeitaufwand 2.152 2.811
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -19 38
Planverwaltungskosten 8 7
Zinsaufwand 1.458 909
Versicherungsmathematische Gewinne (-) und Verluste (+) aus Veränderungen finanzieller Annahmen -25.408 -15.244
Erfahrungsbedingte Anpassungen 2.060 -188
Beiträge von Arbeitnehmern 308 169
Geleistete Rentenzahlungen aus dem Unternehmensvermögen -2.547 -1.954
Geleistete Rentenzahlungen aus dem Planvermögen -92 -268
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen am 31.03. 59.754 81.780

Wesentliche finanzielle Annahmen (gewichteter Durchschnitt) zur Ermittlung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen:

Deutschland Schweiz
31.03.2023
%
31.03.2022
%
31.03.2023
%
31.03.2022
%
Abzinsungssatz 3,90 1,82 2,05 1,25
Erwartete Lohnsteigerung 0,00 0,00 1,50 1,00
Erwartete Rentensteigerungen 6,12 5,34 0,00 0,00

Die Höhe der Rückstellungen hängt von der anrechenbaren Dienstzeit im Unternehmen ab. Pro anrechenbares Dienstjahr wird in Deutschland ein festgelegter Betrag des Ruhegeldes gewährt. Die demografischen Annahmen in Deutschland wurden wie im Vorjahr auf der Grundlage der Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck festgelegt.

Aus den Pensionsplänen leiten sich für Schmitz Cargobull im Wesentlichen das Zinsänderungsrisiko, das Rentensteigerungsrisiko sowie das Langlebigkeitsrisiko ab. Die nachfolgend dargestellten Sensitivitätsanalysen wurden auf Basis der nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderungen der jeweiligen Annahmen zum Bilanzstichtag durchgeführt, wobei die übrigen Annahmen jeweils unverändert geblieben sind.

Sensitivitätsbetrachtung der wesentlichen finanziellen Annahmen (Auswirkungen auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen):

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Abzinsungssatz um 0,25 Prozentpunkte höher 2.289 3.833
Abzinsungssatz um 0,25 Prozentpunkte niedriger -2.446 -4.128
Erwartete Rentensteigerungen um 0,25 Prozentpunkte höher -1.656 -2.716
Erwartete Rentensteigerungen um 0,25 Prozentpunkte niedriger 1.589 2.573
Erwartete Lebenserwartung um 1 Jahr höher -2.803 -4.225
Erwartete Lebenserwartung um 1 Jahr niedriger 2.832 4.234

Die tatsächliche Veränderung der Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen ist aus der vorstehenden Sensitivitätsanalyse nicht ableitbar. Es ist nicht zu erwarten, dass die Abweichungen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen.

Darüber hinaus ist Schmitz Cargobull keinen besonderen Risiken aus Pensionsverpflichtungen ausgesetzt.

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen am Bilanzstichtag betrug rund 16 Jahre (Vorjahr: 19 Jahre)

Die für die folgenden 10 Jahre erwarteten Rentenzahlungen zeigt die nachstehende Tabelle:

Geschäftsjahr Erwartete Rentenzahlung
T€
2023/2024 2.180
2024/2025 2.308
2025/2026 2.490
2026/2027 2.550
2027/2028 2.663
2028 / 2029 - 2032 / 2033 15.031

Zusammensetzung der beizulegenden Zeitwerte des Planvermögens:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Rückdeckungsversicherung Deutschland 6.012 6.043
Rückdeckungsversicherung Schweiz 2.210 1.783
8.222 7.826

Entwicklung des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Beizulegender Zeitwert der Planvermögen am 01.04. 7.826 8.254
Währungsdifferenzen 43 -461
Zinsertrag 132 64
Versicherungsmathematische Gewinne (+) und Verluste (-) 30 140
Beiträge vom Arbeitgeber 134 81
Beiträge von Arbeitnehmern 103 75
Geleistete Rentenzahlungen -251 -423
Sonstige Veränderungen 205 96
Beizulegender Zeitwert der Planvermögen am 31.03. 8.222 7.826

Die Planvermögen bestehen im Wesentlichen aus Rückdeckungsversicherung zur Deckung der Pensionsansprüche der deutschen Konzerngesellschaften. Das Vermögen und die Erträge des Pensionsfonds sind ausschließlich für Versorgungsleistungen und für die Aufwendungen der Verwaltung des Pensionsplanes vorgesehen.

7.13 Sonstige Rückstellungen

Entwicklung der sonstigen Rückstellungen:

Stand 01.04.2022
T€
Aufzinsung
T€
Verbrauch
T€
Zuführung
T€
Personalrückstellungen 59.873 0 51.247 77.240
Garantieverpflichtungen 28.455 0 5.401 3.443
Ausstehende Eingangsrechnungen 8.927 0 9.326 8.701
Drohverluste 1.962 -11 0 217
Risiken aus Rückkaufverpflichtungen 3.778 0 415 404
Verpflichtungen iZm. Veräußerung von TU 0 0 0 3.030
Übrige sonstige Rückstellungen 5.302 0 2.976 3.353
108.296 - 11 69.366 96.200
Auflösung
T€
Veränderung - Konskreis
T€
Währungsumrechnung
T€
Stand 31.03.2023
T€
Personalrückstellungen 7.366 -1.170 -23 77.307
Garantieverpflichtungen 1.219 -322 78 25.031
Ausstehende Eingangsrechnungen 364 -10 -76 7.853
Drohverluste 352 0 0 1.815
Risiken aus Rückkaufverpflichtungen 00 0 -27 3.740
Verpflichtungen iZm. Veräußerung von TU 0 0 0 3.030
Übrige sonstige Rückstellungen 316 -458 71 4.976
9.617 - 1.959 23 123.752

Die Steuerrückstellungen waren im Vorjahr mit einem Betrag von T€ 3.921 in den sonstigen Rückstellungen enthalten und sind im aktuellen Geschäftsjahr in den Posten Ertragsteuerschulden umgegliedert worden.

Die Personalrückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen aus Urlaubsansprüchen und Überstundenvergütung.

Schmitz Cargobull bildet zum Zeitpunkt des Verkaufes der Produkte oder bei Initiierung neuer Garantiemaßnahmen Rückstellungen für Garantieverpflichtungen auf Basis von Erfahrungswerten. Die Rückstellungen für Garantieverpflichtungen enthalten sowohl erwartete Aufwendungen aus gesetzlichen und vertraglichen Gewährleistungsansprüchen als auch erwartete Aufwendungen für Kulanzleistungen und Rückrufaktionen.

Bei den Rückstellungen für drohende Verluste handelt es sich um erwartete Verluste aus den Serviceverträgen.

Risiken aus Rückkaufverpflichtungen werden einerseits für potenzielle Inanspruchnahmen aus gegenüber Cargobull Finance-Gesellschaften abgegebenen Top Up / First Loss und GAP Garantien in Höhe von T€ 2 (Vorjahr: T€ 20) sowie andererseits für erwartete Aufbereitungskosten und Wiedervermarktungsverluste bei von aufgrund von Rückkaufvereinbarungen zurückzunehmenden Trailern in Höhe von T€ 3.738 (Vorjahr: T€ 3.758) zurückgestellt.

Im Rahmen der vorgenannten Garantien leistet Schmitz Cargobull an die Cargobull Finance-Gesellschaften Entschädigung bei erlittenen Verlusten aus Finanzierungsverträgen, sofern dort einer Erhöhung des Finanzierungsrestwertes ("Top Up") über die standardmäßigen Value Line-Grenzen hinaus zugestimmt wurde. Bei der Value line handelt es sich um den durch Schmitz Cargobull ermittelten Wertverlauf der Trailer. Diese spiegeln den erwarteten Marktwert wieder. Das Risiko ist auf die Höhe des Top Up gedeckelt. Weiterhin entschädigt Schmitz Cargobull die Cargobull Finance-Gesellschaften bei erlittenen Verlusten aus solchen Finanzierungsverträgen, bei denen Schmitz Cargobull eine Haftungserklärung für entstehende Verluste abgegeben hat. Die Haftung von Schmitz Cargobull ist auf die Höhe des GAP-Betrages gedeckelt. Der GAP-Betrag errechnet sich jeweils monatlich aus dem offenen Barwert der Finanzierung abzüglich der maximalen Value Line.

Die Übrigen sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Provisionen, Rechts- und Beratungskosten und sonstige Verpflichtungen.

Lediglich die Garantierückstellung ist den langfristigen Rückstellungen zuzuordnen.

7.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Zusammensetzung:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Dritten 266.847 266.081
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen 519 931
267.366 267.012

Alle Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig. Die Buchwerte entsprechen aufgrund ihres kurzfristigen Charakters annähernd dem beizulegenden Zeitwert.

7.15 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Zusammensetzung:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 40.660 38.613
Leasingverbindlichkeiten 46.981 35.158
Rückerstattungsverbindlichkeiten 14.283 19.849
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 72 72
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 1.922 1.807
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen (ohne stille Beteiligung Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft) 2.720 2.305
Stille Beteiligung Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft 7.390 7.140
Verbindlichkeiten aus Derivaten 159 195
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 4.700 1.813
118.887 106.952

Die Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen umfassen die durch Schmitz Cargobull zu zahlenden Rückkaufwerte aus Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen, die als Operate Lease-Verhältnis eingestuft werden (siehe Abschnitt 5.3.2).

Die Leasingverbindlichkeiten umfassen die Barwerte der zu erwartenden Leasingraten (siehe Abschnitt 5.6). Die Leasingverbindlichkeit beinhaltet einen kurzfristigen Teil in Höhe von T€ 8.897 (Vorjahr: T€ 5.379)

Die Rückerstattungsverbindlichkeiten resultieren aus den Absatzgeschäften mit Rückkaufvereinbarungen, welche nicht als Operate Lease klassifiziert wurden (siehe Abschnitt 5.3.2). Diese sind zum Barwert passiviert.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber den Cargobull Finance-Gesellschaften im Wesentlichen aus der Finanzierung von Trailern.

Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen resultieren im Wesentlichen aus einem Verrechnungskonto mit der Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft.

Verbindlichkeiten aus der stillen Beteiligung der Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft ergeben sich aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, in dem beteiligungsberechtigte Mitarbeiter die Möglichkeit einer Geldeinlage als stiller Gesellschafter in die Schmitz Cargobull Mitarbeiterbeteiligungs-GmbH (SAM) haben. Die SAM bündelt diese Einlagen und beteiligt sich mittels dieser gebündelten Einlage ihrerseits als stille Gesellschafterin bei der Schmitz Cargobull AG. Die Beteiligung an der stillen Gesellschaft durch die Mitarbeiter unterliegt einer Bindungsfrist. Frühestens nach Ablauf dieser Bindungsfrist kann der Mitarbeiter seine Beteiligung kündigen. Die Einlagen der stillen Gesellschafter werden durch die SAM marktüblich verzinst. Weiterhin steht den stillen Gesellschaftern eine erfolgsabhängige Vergütung zu.

Bei den Verbindlichkeiten aus Derivaten handelt es sich um negative Marktwerte der Devisentermingeschäfte, welche erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden:

beizulegender Zeitwert
Derivative Finanzinstrumente Währung Volumen in Fremdwährung Nominalvolumen
T€
positiv
T€
negativ
T€
Buchwert
T€
Devisentermingeschäfte GBP 9.538 10.722 5 95 -95
Devisentermingeschäfte AUD 10.000 6.226 0 64 -64

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen finanzielle Verbindlichkeiten, die keinem der anderen Posten zugeordnet werden können.

7.16 Vertragsverbindlichkeiten

Zusammensetzung:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 57.233 60.241
Full Service-Verträge 70.252 44.016
127.485 104.257

Umsätze aus zum Bilanzstichtag bestehenden Leistungsverpflichtungen aus erhaltenen Anzahlungen werden innerhalb eines Jahres realisiert. Die Vertragsverbindlichkeiten aus Full Service-Verträgen stammen aus Verpflichtungsüberschüssen im Rahmen der Umsatzrealisierung entsprechend der tatsächlichen Leistungserbringung bei langfristigen Serviceverträgen (siehe Abschnitt 5.1). Die zum 31. März 2023 ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten reduzierten sich insgesamt durch die Übertragung von Gütern und die Erbringung von Dienstleistungen im Berichtsjahr um insgesamt T€ 63.384 (Vorjahr: T€ 68.402). Es wurden Umsatzerlöse in entsprechender Höhe in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2022/2023 erfasst. Die Vertragsverbindlichkeiten erhöhten sich im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um T€ 86.612 (Vorjahr: T€ 85.277).

7.17 Sonstige Verbindlichkeiten

Zusammensetzung:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Umsatzabgrenzung aus Finanzdienstleistungen 32.123 28.754
Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte 501 406
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 63.362 49.235
95.986 78.395

Die Umsatzabgrenzung aus Finanzdienstleistungen betrifft Absatzgeschäfte mit Rückkaufvereinbarungen, die als Operate Lease-Verhältnis eingestuft werden (siehe Abschnitt 5.3.2). Die Verkaufserlöse abzüglich des vereinbarten Restwertes werden linear über die Vertragslaufzeit bis zur Fälligkeit der Zahlung des vereinbarten Restwertes umsatzwirksam aufgelöst. Umsatzrealisierung aus zum Bilanzstichtag bestehender Umsatzabgrenzung aus Finanzdienstleistungen:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
innerhalb eines Jahres 11.597 10.896
zwischen einem und 5 Jahren 20.181 17.858
nach mehr als 5 Jahren 345 0
32.123 28.754

Die Zuwendungen der öffentlichen Hand umfassen erhaltene Investitionszuschüsse (siehe Abschnitt 5.5).

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten, die keinem der anderen Posten zugeordnet werden können. Sie sind innerhalb eines Jahres fällig und setzen sich wie folgt zusammen:

31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 40.226 23.689
Kreditorische Debitoren 8.188 5.279
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 2.006 1.693
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 3.126 1.686
Übrige 9.816 16.888
63.362 49.235

7.18 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Schulden

Im vorangegangenen Geschäftsjahr entschied sich die Geschäftsleitung die Schmitz Cargobull Mecklenburg GmbH & Co. KG zu verkaufen. Die Gesellschaft wurde als zur Veräußerung gehaltener Vermögenswert klassifiziert und gemäß IFRS 5 bilanziert.

Die wichtigsten Klassen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Vermögenswerte umfassen, stellten sich im Vorjahr wie folgt dar:

31.03.2022
T€
Immaterielle Vermögenswerte 5
Sachanlagen 2.825
Nutzungsrechte 143
Vorräte 4.645
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.494
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 58
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 10.170
Investitionszuschüsse 3
Sonstige Rückstellungen 1.251
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 833
Vertragsverbindlichkeiten 77
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 169
Sonstige Verbindlichkeiten 406
Latente Steuerschulden 622
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 3.361
Nettovermögen der Veräußerungsgruppe 6.806

Im aktuellen Geschäftsjahr wurde die Schmitz Cargobull Mecklenburg GmbH & Co. KG verkauft und entkonsolidiert.

8 Sonstige Angaben

8.1 Risikomanagement

Das Hauptziel des Risikomanagements bei Schmitz Cargobull ist der Schutz des Konzerns vor Verlust des Vermögens und vor bestandsgefährdenden Risiken.

Marktpreisrisiken sind Risiken, die den Ertrag oder den Wert einer Position verändern, wobei die Position als aktiver oder passiver Bilanzposten definiert ist. Diese Risiken resultieren aus der Veränderung von Zinssätzen, Devisenkursen, Aktienkursen oder sonstigen Positionen und Preisbildungsfaktoren. Hieraus leiten sich für den Schmitz Cargobull-Konzern das Zinsänderungsrisiko, das Devisenkursrisiko und das Aktienkursrisiko ab. Nennenswerte Risikokonzentrationen gab es im Berichtsjahr, unverändert zum Vorjahr, nicht.

8.1.1 Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken entstehen aus der Finanzierungs- und Geldanlagetätigkeit des Konzerns. Die Zinsrisiken aus variabel verzinsten Darlehen werden ggf. durch entsprechende Zinssicherungsgeschäfte abgesichert, so dass hieraus effektiv kein bedeutsames Zinsänderungsrisiko resultiert. Zum Jahresende waren die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von untergeordneter Bedeutung.

Der Konzern hält keine verzinslichen Vermögenswerte von Wesentlichem Umfang. Die Größenordnung der daraus resultierenden Zinserträge ist für das Konzernergebnis und den Cashflow nicht von wesentlicher Bedeutung. Insofern sind auch Änderungen des Marktzinssatzes unwesentlich.

8.1.2 Devisenkursrisiken

Fremdwährungsrisiken entstehen aus der Umrechnung von Fremdwährungen in die funktionale Währung des Konzerns (Euro) infolge von Veränderungen des Wechselkurses und resultieren nach Definition des Schmitz Cargobull-Konzerns grundsätzlich aus finanziellen Bilanzposten sowie ggf. schwebenden Geschäften oder aus geplanten Transaktionen in Fremdwährung. Zu den für die Unternehmensgruppe relevanten Fremdwährungen zählen insbesondere DKK sowie GBP, SEK, NOK und RUB. Das Risikopotenzial daraus ist neben der Kursentwicklung auch von der Entwicklung des Umfangs von in Fremdwährungen vorgenommenen bzw. vorzunehmenden Geschäftsvorfällen abhängig. Bislang wird die Geschäftstätigkeit bei Beschaffung und Absatz weitgehend in Euro abgewickelt. Mit Lieferanten oder Kunden aus Hochinflationsländern werden keine wesentlichen Geschäfte getätigt. Das Fremdwährungsrisiko wird ferner zum Teil dadurch ausgeglichen, dass sowohl die Beschaffung als auch der Absatz in der entsprechenden Fremdwährung erfolgt, sodass sich - wenn auch in der Regel nicht mit gleichem Betrag und gleicher Fristigkeit - Ein- und Auszahlungen in Fremdwährung gegenüberstehen. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungseffekten bestanden zum 31. März 2023 Verbindlichkeiten und Forderungen in Fremdwährungen von umgerechnet rund T€ 141.222 (Vorjahr: T€ 128.495) bzw. T€ 100.974 (Vorjahr: T€ 70.967).

Cashflows aus Geschäften mit Großkunden und in den wesentlichen Währungen GBP, SEK, NOK und werden ggf. gesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden Devisentermingeschäfte über ein Volumen von T€ 19.538 (Vorjahr: T€ 65.008). Bei einer Veränderung der jeweiligen Währung um +10%/-10% ergibt sich aus den abgeschlossenen Devisentermingeschäften zum Stichtag eine Auswirkung auf die Marktwerte um T€ 262 bzw. T€ -679 (Vorjahr: T€ 3.631 bzw. T€ -4.130).

Unter der Voraussetzung eines unveränderten Konsolidierungskreises sind die Fremdwährungsrisiken als verhältnismäßig gering bzw. niedrig einzuschätzen. Diese Einschätzung kann sich indes mit zunehmendem Umfang entsprechender Geschäftsvorfälle sowie durch die Auswirkungen finanzmarkt- und unternehmenspolitischer Entscheidungen oder der Entwicklung auf dem Devisenmarkt zukünftig ändern.

Die Werthaltigkeit des Vermögens beziehungsweise die Nennwerte der Verbindlichkeiten des Schmitz Cargobull-Konzerns außerhalb des Inlands unterliegen aus Konzernsicht ebenfalls Fremdwährungsschwankungen. Fremdwährungseffekte werden bei der Umrechnung der Nettovermögenspositionen aus den Abschlüssen ausländischer Konzerngesellschaften erfolgsneutral im Konzerneigenkapital erfasst, erfolgswirksame - wenngleich auch aus Konzernsicht nicht zahlungswirksame - Risiken aus Fremdwährungen können insoweit aber auch aus konzerninternen Fremdwährungstransaktionen resultieren. Im Falle der Entkonsolidierung ausländischer Tochtergesellschaften können sich Fremdwährungsrisiken aus bisher erfolgsneutral im Konzerneigenkapital erfassten Unterschiedsbeträgen aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam realisieren. Im Geschäftsjahr 2023 wurde eine ausländische Tochtergesellschaften entkonsolidiert. In den Gewinnrücklagen des Schmitz Cargobull-Konzerns verbleiben zum 31. März 2023 negative Fremdwährungseffekte in Höhe von T€ 10.989 (Vorjahr: negativ T€ 7.307).

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern und des Eigenkapitals des Konzerns gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung. Dafür wurde eine hypothetische Ab- bzw. Aufwertung des Euro gegenüber allen Währungen um 10% zugrunde gelegt. Alle anderen Variablen bleiben konstant.

2022/2023 2021/2022
Kursentwicklung +10% Kursentwicklung - 10% Kursentwicklung +10% Kursentwicklung - 10%
T€ T€ T€ T€
DKK -127 155 -560 685
GBP -1.216 -6.285 -1.014 1.240
SEK 19 -850 -31 38
NOK -162 -1.203 -117 143
RUB n/a n/a -858 1.048
Übrige -2.173 12.655 -2.650 3.239
Gesamtauswirkung auf das Eigenkapital und das Ergebnis vor Ertragsteuern - 3.659 4.472 - 5.230 6.392

Währungsrisiken für die in Fremdwährung gehandelten Produktionsmaterialien, wie zum Beispiel Aluminium, werden durch Euro-Preisvereinbarungen mit den entsprechenden Lieferanten reduziert. Das Kurs- und Sicherungsrisiko liegt daher bei den Lieferanten. Die Kontraktreichweite bei solchen Geschäften sind erfahrungsgemäß auf wenige Monate begrenzt.

8.1.3 Aktienkursrisiken

Im Rahmen der Anlage in Aktienfonds (Ausweis in den Wertpapieren) ergibt sich bei Veränderungen der Marktwerte um eine für das Jahr ermittelte Standardabweichung eine Auswirkung von T€ 3.438 (Vorjahr: T€ 1.823) bzw. T€ -3.438 (Vorjahr: T€ -1.095).

8.1.4 Liquiditätsrisiko

Schmitz Cargobull arbeitet seit Jahren mit einem konstanten Kreis von verlässlichen Finanzpartnern zusammen. Eine kontinuierliche und offene Informationspolitik ist dabei eine wichtige Säule der Zusammenarbeit. Die Finanzpartner stellen ausreichende Kreditlinien zur Verfügung. Die Kreditlinien belaufen sich im Konzern auf T€ 84.000 (Vorjahr: T€ 84.000) und sind zum Stichtag vollständig ungenutzt.

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten Cashflows sowie die Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten ersichtlich:

31.03.2023 bis zu einem Jahr
T€
zwischen einem und 5 Jahren
T€
über 5 Jahre
T€
vertraglich vereinbarte Cashflows
T€
Buchwerte
T€
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 10.945 28.733 3.078 42.756 40.660
Leasingverbindlichkeiten 9.847 22.953 18.513 51.313 46.981
Rückerstattungsverbindlichkeiten 1.372 10.825 3.553 15.749 14.283
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 72 0 0 72 72
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 1.922 0 0 1.922 1.922
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen (ohne stille Beteiligung Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft) 2.720 0 0 2.720 2.720
Stille Beteiligung Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft 3.509 3.881 0 7.390 7.390
Verbindlichkeiten aus Derivaten 16.948 0 0 16.948 159
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.700 0 0 4.700 4.700
52.035 66.392 25.144 143.570 118.887

Vorjahr:

31.03.2022 bis zu einem Jahr
T€
zwischen einem und 5 Jahren
T€
über 5 Jahre
T€
vertraglich vereinbarte Cashflows
T€
Buchwerte
T€
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 14.667 25.688 0 40.355 38.613
Leasingverbindlichkeiten 7.314 18.516 11.775 37.605 35.158
Rückerstattungsverbindlichkeiten 1.353 9.610 8.886 19.849 19.849
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 72 0 0 72 72
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 1.807 0 0 1.807 1.807
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen (ohne stille Beteiligung Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft) 2.305 0 0 2.305 2.305
Stille Beteiligung Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft 3.266 3.874 0 7.140 7.140
Verbindlichkeiten aus Derivaten 39.559 0 0 39.559 195
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.813 0 0 1.813 1.813
44.510 57.688 20.661 122.859 106.952

Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind als "fällig bis zu einem Jahr" ausgewiesen.

8.1.5 Ausfallrisiko

Vor dem Hintergrund der aktuell anhaltenden Marktrisiken in Folge des Krieges in der Ukraine sehen wir ein grundsätzlich erhöhtes Forderungsausfallrisiko. Bisher ist jedoch kein erhöhter Ausfall von Forderungen zu verzeichnen. Im Bereich der Absatzfinanzierung haben sich die Risiken gegenüber dem Vorjahr ebenfalls nicht erhöht. Die in diesem Zusammenhang eingegangenen Risiken werden durch eine angemessene Risikovorsorge entsprechend bilanziell abgebildet.

8.2 Angaben zu Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien:

31.03.2023 Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert
T€
Beizulegender Zeitwert
T€
Aktiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu fortgeführten Anschaffungskosten 229.128 1)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu fortgeführten Anschaffungskosten 263.610 1)
Wertpapiere (Stufe 1) erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 34.892 34.892
Wertpapiere (Stufe 3) erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 6.947 6.949
Ausleihungen zu fortgeführten Anschaffungskosten 900 1 )
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 3.366 1 )
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zu fortgeführten Anschaffungskosten 267.366 1)
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen zu fortgeführten Anschaffungskosten 40.660 38.299
Leasingverbindlichkeiten N/A 46.981 2)
Rückerstattungsverbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 14.283 1)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zu fortgeführten Anschaffungskosten 72 1)
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.922 1)
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen (ohne stille Beteiligung Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft) zu fortgeführten Anschaffungskosten 2.720 1)
Stille Beteiligung Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft zu fortgeführten Anschaffungskosten 7.390 1)
Verbindlichkeiten aus Derivaten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 159 159
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 4.700 1)
Aggregierte Buchwerte nach Bewertungskategorien:
Aktiva zu fortgeführten Anschaffungskosten 497.004
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 41.839
Passiva
zu fortgeführten Anschaffungskosten 386.094
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 159

Vorjahr:

31.03.2022 Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert
T€
Beizulegender Zeitwert
T€
Aktiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu fortgeführten Anschaffungskosten 205.037 1)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu fortgeführten Anschaffungskosten 115.836 1)
Wertpapiere (Stufe 1) erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 34.643 34.643
Wertpapiere (Stufe 3) erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 6.752 6.752
Ausleihungen zu fortgeführten Anschaffungskosten 2.188 1)
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 606 1)
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zu fortgeführten Anschaffungskosten 267.012 1)
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen zu fortgeführten Anschaffungskosten 38.613 38.143
Leasingverbindlichkeiten N/A 35.158 2)
Rückerstattungsverbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 19.849 1)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zu fortgeführten Anschaffungskosten 72 1)
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.807 1)
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen (ohne stille Beteiligung Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft) zu fortgeführten Anschaffungskosten 2.305 1)
Stille Beteiligung Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft zu fortgeführten Anschaffungskosten 7.140 1)
Verbindlichkeiten aus Derivaten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 195 195
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.813 1)
Aggregierte Buchwerte nach Bewertungskategorien:
Aktiva zu fortgeführten Anschaffungskosten 323.667
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 41.395
Passiva zu fortgeführten Anschaffungskosten 373.769
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 195

1) Beizulegender Zeitwert entspricht annähernd dem beizulegenden Zeitwert, es wurde keine gesonderte Zeitwertermittlung durchgeführt.

2) Für Leasingverbindlichkeiten ist kein beizulegender Zeitwert anzugeben.

Die oben genannten beizulegenden Zeitwerte wurden in Abhängigkeit ihrer zur Ermittlung verwendeten Informations- und Inputfaktoren den einzelnen Bewertungsstufen der Bemessungshierarchie des IFRS 13 ermittelt. Während der Berichtsperiode wurden keine Umgruppierungen zwischen den Stufen vorgenommen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Flüssige Mittel, Wertpapiere sowie übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte (im Wesentlichen Kautionen) sind überwiegend kurzfristig fällig. Daher entsprachen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag annähernd den beizulegenden Zeitwerten. Die ebenfalls in den finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen in Höhe von T€ 359 (Vorjahr: T€ 1.819) fallen nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 7 bzw. 9.

Es wurde angenommen, dass bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten die Buchwerte annähernd den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten beruhen auf den abgezinsten Cashflows unter Anwendung des aktuellen Marktzinssatzes. Die beizulegenden Zeitwerte werden grundsätzlich aufgrund der Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren in Stufe 3 der Bemessungshierarchie des IFRS 13 eingestuft. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Derivate erfolgte durch die depotführenden Kreditinstitute. Grundlage ist die mark-to-market Bewertung. Diese beizulegenden Zeitwerte sind der Stufe 2 der Bemessungshierarchie zuzuordnen. Bei börsennotierten Wertpapieren werden unmittelbar die notierten Kurse zum Stichtag herangezogen (Stufe 1).

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Nettoergebnisse von Finanzinstrumenten werden in folgender Tabelle nach Bewertungskategorien dargestellt:

2022 /2023 aus Zinsen aus der Folgebewertung Nettoergebnis
T€ zum beizulegenden Zeitwert
T€
Wertberichtigung
T€
T€
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte 0 -739 0 -739
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten 0 -159 0 -159
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 2.074 0 -1.526 548
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -4.377 0 0 -4.377

Vorjahr:

2021/2022 aus Zinsen aus der Folgebewertung Nettoergebnis
T€ zum beizulegenden Zeitwert
T€
Wertberichtigung
T€
T€
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte 0 4 0 4
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten 0 274 0 274
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 777 0 -2.484 -1.707
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -2.443 0 0 -2.443

Zinsen und sonstige Erträge aus Finanzinstrumenten werden im Finanzergebnis unter den Zinserträgen und Zinsaufwendungen ausgewiesen. Die Nettoergebnisse aus der Folgebewertung von Wertpapieren und Derivaten der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" wurden im Finanzergebnis erfasst. Wertberichtigungen auf Finanzinstrumente der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" werden für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im sonstigen betrieblichen Aufwand und für Ausleihungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte im Finanzergebnis ausgewiesen.

8.3 Kapitalflussrechnung

Mit der Kapitalflussrechnung des Schmitz Cargobull-Konzerns wird die Fähigkeit des Konzerns beurteilt, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu erwirtschaften. Die Zahlungsströme werden aufgeteilt in den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit, den Cashflow aus Investitionstätigkeit und den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Die Darstellung der Zahlungsströme aus der laufenden Geschäftstätigkeit erfolgt mittels der indirekten Methode, wobei das Konzernergebnis um Auswirkungen nicht zahlungswirksamer Geschäftsvorfälle oder Abgrenzungen von vergangenen oder künftigen betrieblichen Ein- oder Auszahlungen (einschließlich Rückstellungen) sowie um Ertrags- oder Aufwandsposten, die den Cashflows aus der Investitionstätigkeit zuzurechnen sind, bereinigt wird. Darüber hinaus werden Zahlungsströme aus Ertragsteuern ebenso als Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit klassifiziert wie auch andere Zahlungsströme, die weder der Investitions- noch der Finanzierungstätigkeit zuzurechnen sind. Den Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit wurden direkt die entsprechenden Zahlungsströme zugeordnet.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit umfasst sowohl den erfolgswirtschaftlichen Cashflow (Konzernergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen, bereinigt um nicht zahlungswirksame Bestandteile) als zentrale Steuerungsgröße der Liquidität, als auch Zahlungsbewegungen im Working Capital. Aus den Veränderungen bei den Vorräten und den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultiert per Saldo ein Zahlungsmittelzufluss in Höhe von T€ 4.365 (Vorjahr: Zahlungsmittelabfluss T€ -196.920). Die Fremdfinanzierung aus Rückstellungen erhöhte sich um T€ 9.408 (Vorjahr: T€ 14.366). Im Geschäftsjahr konnte ein positiver Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von insgesamt T€ 184.276 erzielt werden (Vorjahr: T€ -157.492). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit umfasst die Zu- und Abgänge der Sachanlagen, der immateriellen Vermögenswerte, Auszahlungen für Darlehensgewährungen an nicht konsolidierte Unternehmen, Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis sowie Zahlungen aus oder in das Planvermögen. Im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wurden neben den Kapitalmaßnahmen und Dividendenzahlungen die Zahlungsströme aus der Aufnahme und Tilgung langfristiger Finanzkredite sowie der Tilgungsanteil von Leasingzahlungen dargestellt. Aus der Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen resultiert eine konsolidierungskreisbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds in Höhe von T€ -5.222 (Vorjahr: T€ 1.524).

Der Finanzmittelbestand zum Jahresende entspricht der in der Bilanz ausgewiesenen Position für die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Der Finanzmittelbestand umfasste zum Bilanzstichtag ausschließlich Bankguthaben und Kassenbestände.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderung der im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit enthaltenen Positionen (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Leasingverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus der stillen Beteiligung der Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft):

2022 / 2023
T€
2021 / 2022
T€
01.04. 42.372 51.472
zahlungswirksame Tilgung von Darlehen 0 -4.558
zahlungswirksame Zuführung und Tilgung stille Gesellschafter 249 317
Tilgungsanteil von Leasingzahlungen -7.669 -8.614
zahlungsunwirksame Zunahme der Leasingverbindlichkeiten 19.491 3.655
31.03. 54.443 42.372

8.4 Haftungsverhältnisse

Zusammensetzung:

2022 / 2023
T€
2021 / 2022
T€
Bürgschaften 106 70
Top Up / First Loss und GAP Garantien im Rahmen der Absatzfinanzierung 256 931
Haftung für Kredit- und Restwertrisiken im Rahmen der Absatzfinanzierung 30.928 21.977
31.290 22.978

Bei den Bürgschaften handelt es sich im Wesentlichen um Miet-, Zoll-, und Anzahlungsbürgschaften. Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet. Bei den Top Up / First Loss und GAP Garantien sowie auch bei der Haftung für Kredit- und Restwertrisiken handelt es sich um Zahlungsgarantien für Fahrzeuge, die beim Verkauf an Kunden durch Leasinggesellschaften finanziert wurden, soweit hierfür nicht bereits Rückstellungen bilanziert sind (siehe Abschnitt 7.13). Aufgrund der Vermarktungssituation wird das Verlustrisiko aus der Verwertung der Fahrzeugrückläufer zurzeit als gering eingeschätzt.

8.5 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen unterhielt die Schmitz Cargobull AG Beziehungen zu assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Alle Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen resultierten aus der normalen Geschäftstätigkeit und wurden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.

Salden mit nahestehenden Unternehmen:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
nicht konsolidierte Tochterunternehmen 205 2.100 519 931
assoziierte Unternehmen 5.098 1.234 0 0
5.303 3.334 519 931

Die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind im Rahmen des gewöhnlichen Geschäftsbetriebes angefallen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen assoziierte Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Fahrzeugverkäufen an die Cargobull Finance-Gesellschaften.

Ausleihungen Sonstige Verbindlichkeiten
31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
31.03.2023
T€
31.03.2022
T€
nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 988 10.110 9.445
assoziierte Unternehmen 900 1.200 1.922 1.807
900 2.188 12.032 11.252

Die Ausleihungen bestehen gegen die GRW Holdings Proprietary Limited. Bei den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten gegenüber der Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft. Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen resultieren aus der Finanzierung von Trailern über die Cargobull Finance-Gesellschaften.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen:

erbrachte Lieferungen und Leistungen erhaltene Lieferungen und Leistungen
2022/2023
T€
2021/2022
T€
2022/2023
T€
2021/2022
T€
nicht konsolidierte Tochterunternehmen 398 2.265 0 0
assoziierte Unternehmen 8.823 10.669 20.652 16.911
9.221 12.934 20.652 16.911

8.6 Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Zusammensetzung des Gesamthonorars des Konzernabschlussprüfers:

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Abschlussprüfungsleistungen 395 562
Andere Bestätigungsleistungen 0 0
Steuerberatungsleistungen 185 155
Sonstige Leistungen 99 18
679 735

8.7 Gesamtbezüge des Vorstandes und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstandes beziehungsweise des Aufsichtsrates der Schmitz Cargobull AG sind Mitglieder in Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien anderer Unternehmen, mit denen die Schmitz Cargobull AG im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Beziehungen unterhält. Alle Geschäfte mit diesen Unternehmen werden zu den mit Dritten üblichen Bedingungen abgewickelt.

Zusammensetzung der Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat:

Vorstand Aufsichtsrat
2022/2023
T€
2021/2022
T€
2022/2023
T€
2021/2022
T€
Kurzfristig fällige Leistungen 2.176 2.693 470 500
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 502 502 0 0
Andere langfristig fällige Leistungen 48 43 0 0
2.726 3.238 470 500

Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird der aus den leistungsorientierten Verpflichtungen für die Mitglieder des Vorstandes resultierende laufende Dienstzeitaufwand ausgewiesen. Für aktive Mitglieder des Vorstandes sind zum 31. März 2023 T€ 1.411 (Vorjahr: T€ 2.231) für Pensionen zurückgestellt. Die Rückstellungen haben sich durch Dienstzeitaufwand um T€ 112 und durch Aufzinsung um T€ 41 gegenüber dem Vorjahr erhöht sowie durch Bewertungsänderungen um T€ 973 vermindert.

Für ehemalige Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene sind zum 31. März 2023 T€ 21.232 (Vorjahr: T€ 27.749) für Pensionen zurückgestellt. Ehemalige Mitglieder des Vorstandes haben im Geschäftsjahr insgesamt Bezüge von T€ 1.271 (Vorjahr: T€ 1.255) erhalten.

8.8 Konzernverhältnisse

Die Dr. Heinz Schmitz Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG, die Peter Schmitz GmbH & Co. KG sowie die Bernd Hoffmann GmbH & Co. KG, alle mit Sitz in Altenberge, sind jeweils zu mehr als 25,0% an der Gesellschaft beteiligt (§ 20 AktG).

Die Schmitz Cargobull AG stellt als oberstes Mutterunternehmen den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss der Schmitz Cargobull AG wird im Bundesanzeiger offengelegt.

8.9 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres hat sich Schmitz Cargobull mit 26,64% an MaxiTRANS in Australien zu einem Kaufpreis im niedrigen zweistelligen Millionenbereich beteiligt. MaxiTRANS ist der größte lokale Anbieter von Sattelaufliegern (inkl. Reparatur- und Servicedienstleistungen) in Australien.

Weitere Ereignisse, die eine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hätten, sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten.

 

Altenberge, den 30. Juni 2023

Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft

Andreas Schmitz, Vorsitzender

Andreas Busacker

Boris Billich

Dr. Günter Schweitzer

Marnix Lannoije

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft, Altenberge

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft, Altenberge, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2023, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2022 bis zum 31. März 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Schmitz Cargobull Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. April 2022 bis zum 31. März 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. März 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2022 bis zum 31. März 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Osnabrück, den 30. Juni 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Tobias Kruse Schmidt, Wirtschaftsprüfer

ppa. Thorsten Spree, Wirtschaftsprüfer

ZUSAMMENHALT UND KONTINUITÄT

Bericht des Vorsitzenden des Aufsichtsrats

der Schmitz Cargobull AG, Dirk Hoffmann

Sehr geehrte Damen und Herren,

wer glaubte, nach den beiden krisenbehafteten Geschäftsjahren 2020/21 und 2021/22 würde sich die weltweite Wirtschaftslage wieder günstiger für uns darstellen, wurde im zurückliegenden Berichtszeitraum eines Besseren belehrt. Trotz der Hoffnung auf eine Erholung der globalen Wirtschaftslage nach den vorherigen Krisenjahren, zeigte sich auch das Geschäftsjahr 2022/23 für Schmitz Cargobull als äußerst turbulent und verlangte uns große Anstrengungen ab.

Wenn auch in dieser Zeit die Coronakrise das Leben und Arbeiten weniger stark bestimmte und wir die einst unterbrochenen Lieferketten wieder herstellen konnten, hielt uns doch der dramatische Russland-Ukraine-Konflikt die gesamte Zeit über in Atem und forderte von uns eine kontinuierliche Krisenbewältigung. Erneut mussten wir Materialengpässen parieren, hatten mit Produktionsunterbrechungen und sogar mit einem Brand in einem unserer Werke zu kämpfen. Für eine zusätzliche Belastung sorgten steigende Kreditzinsen, hohe Inflation und die immensen Preissteigerungen für fast alle Rohmaterialien, die wir wenigstens teilweise an unsere Kunden weitergeben mussten.

Unangefochtener Marktführer

Der Verlust des Russlandgeschäftes von heute auf morgen und die allgemeine Unsicherheit im Markt verursachte einen Absatzrückgang, den wir nicht ohne Weiteres kompensieren konnten. Im Ergebnis ging die Produktion im Wirtschaftsjahr um mehr als sechs Prozent zurück. Die geringeren Verkäufe hatte aber weniger starken Einfluss auf die Konzern-Kennzahlen als es vermuten ließ. Der Marktanteil blieb nahezu unverändert. Er beträgt in Europa weiterhin rund 23 Prozent, womit wir die unangefochtene Marktführerschaft sichern konnten. Wider dem Verkaufsrückgang gelang es Schmitz Cargobull, seine finanzielle Widerstandskraft zu stärken. Umsatz und Gewinn kletterten trotz Rückgang in der Produktion in unerwartete Höhe. Nach einem Verlust im Vorjahr können wir dank Effizienzsteigerungen im Unternehmen und Preissteigerungen für die Kunden ein hervorragendes Konzernergebnis ausweisen. Das Konzern-EBIT vor Zinsen und Steuern stieg auf rund 108 Mio. Euro. Ich freue mich über diese großartige Teamleistung unserer fast 6.800 Beschäftigten, ohne die der Zuwachs bei Umsatz und Gewinn nicht zu erreichen gewesen wäre. In unwägbaren Zeiten wie diesen sind Zusammenhalt und Kontinuität ein besonders hohes Gut. Das gute Ergebnis und die robuste finanzielle Situation versetzen uns in die Lage, alle nötigen Investitionen im laufenden Geschäftsjahr wie geplant zu tätigen. Für das laufende Geschäftsjahr 2023/24 haben wir uns hohe Ziele gesteckt. Wir wollen bei stabiler Marktlage mindestens 55.000 Einheiten produzieren und einen Umsatz von 2,7 Mrd. Euro erwirtschaften.

Zukunftsorientierte Ausrichtung

Belegschaft und Führungsteam waren im zurückliegenden Geschäftsjahr hart gefordert, die anstehenden Herausforderungen und Krisen erfolgreich zu meistern. Für das Engagement, die hohe Motivation und die außerordentliche Leistungsbereitschaft möchte ich mich im Namen des Aufsichtsrates bei allen Beteiligten bedanken. Ein ausdrücklicher Dank gilt dem Vorstand, der sich durch ein besonnenes Management hervorgetan hat. Auf Basis der Strategie 2025 hat er das Unternehmen zukunftsorientiert ausgerichtet und viel Fingerspitzengefühl bei der strategischen Weichenstellung in Bezug auf Produktentwicklung, Prozessoptimierung, Transformation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit bewiesen. So konnten wir unseren Kunden stets die notwendige Unterstützung bieten und unser Markenversprechen "zuverlässig und innovativ" einlösen. Unterstützung und Vertrauen bringen auch unsere Aktionäre Vorstand und Aufsichtsrat entgegen, was gleichfalls hohe Anerkennung und großen Dank verdient. Insgesamt zeigen wir damit eine große Geschlossenheit, mit der wir innovative Lösungen in der Transport- und Logistikbranche vorantreiben. Das sehen die Vertreter der Gesellschafter und Inhaberfamilien auch so. Sie haben zu Beginn des Geschäftsjahres 2022/23 ihre Kooperation für die nächsten zehn Jahre vertraglich besiegelt und die Ausrichtung des Familienunternehmens bestätigt. Das demonstriert unseren Mitarbeitenden die Geschlossenheit und Verbundenheit zum Unternehmen. Mit diesem deutlichen Zeichen für langfristige Kontinuität untermauern wir den Kurs der Unternehmensführung. Gemeinsam mit der Belegschaft hat sie die Herausforderungen und Krisen der zurückliegenden Jahre erfolgreich gemeistert.

Neubesetzung im Vorstand und Aufsichtsrat

Auch im Berichtsjahr 2022/23 haben wir einige Veränderung in der Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der Schmitz Cargobull AG zu verzeichnen. Mit Wirkung vom 1. Oktober 2022 hat der Aufsichtsrat Marnix Lannoije zum neuen Vorstand für Forschung & Entwicklung ernannt. Er übernimmt diese Funktion als Nachfolger von Roland Klement, der in den verdienten Ruhestand wechselte. Wir alle danken ihm für seine Verdienste um das Unternehmen. Zusätzlich gab es Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats. Der unerwartete Tod unseres Aufsichtsratsmitglieds Pietro Bazzoli kurz vor Ablauf des vorangegangenen Berichtszeitraums hat uns tief erschüttert und überschattete den Geschäftsjahreswechsel. Der 53-jährige IG Metall-Vertreter und Siemens-Betriebsratsvorsitzende gehörte unserem Aufsichtsrat seit September 2019 an. Der Aufsichtsrat hat Benjamin Pankow zu seinem Nachfolger berufen. Der IGMetaller fungiert als 1. Bevollmächtigter und Kassierer bei der IG Metall Bochholt.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit Als Aufsichtsratsvorsitzenden unterstützen mich aktuell Robin J. Stalker, Dr. Hans Moormann, Prof. Harald Ludanek, Dr. Detlev Ruland, Astrid Hamker, Volker Flatau, Thomas Schwier, Thomas Meißner, Manuel Terhürne, Karin Hageböck und Benjamin Pankow. Die Mitglieder des Aufsichtsrates haben sich im Geschäftsjahr 2022/23 insgesamt viermal in ordentlichen Sitzungen und einmal in außerordentlicher Sitzung getroffen und über die Aspekte der aktuellen und der mittel- und langfristigen Geschäftsentwicklung beraten. Die Vorstandsmitglieder haben das Gremium kontinuierlich mit schriftlichen und mündlichen Berichten über die jeweilige Situation und die Lage des Unternehmens informiert. Alle wesentlichen Entwicklungen und Entscheidungen wurden dabei stets umfassend erörtert und hinterfragt. Zugleich nahmen die Aufsichtsräte ihre Aufgaben bei der Überwachung der Geschäftsführung wahr. Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand verlief im Berichtszeitraum eingehend und vertrauensvoll. Damit sind wir trotz der gewaltigen Transformation in der Transport- und Logistikbranche bestens aufgestellt und zuversichtlich, auch künftig im Markt erfolgreich agieren zu können.

 

Der Aufsichtsrat

Dirk Hoffmann, Vorsitzender

Auszug aus dem Aufsichtsratsprotokoll

TOP 9.1 FESTSTELLUNG DES JAHRESABSCHLUSSES MIT LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/2023 DER SCB AG SOWIE VORLAGE DES BERICHTES DES AUFSICHTSRATES UND BILLIGUNG DES KONZERNABSCHLUSSES MIT KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/2023
Der vom Vorstand vorgelegte Konzernjahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022/2023 sowie der Abschluss der Schmitz Cargobull AG und die Abschlüsse aller Tochter- und Beteiligungsgesellschaften für das Geschäftsjahr 2022/2023 sowie der Lagebericht und der Bericht des Aufsichtsrats werden vom Aufsichtsrat der Schmitz Cargobull AG in seiner Sitzung am 26.09.2023 festgestellt und gebilligt.
TOP 9.3 VORSCHLAG ZUR ERGEBNISVERWENDUNG
Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht geprüft.
Der Aufsichtsrat hat über das Ergebnis der Jahresabschlussprüfung schriftlich an die Hauptversammlung und über Art und in Umfang der Prüfung der Geschäftsführung der Gesellschaft während des Geschäftsjahrs berichtet. Der Aufsichtsrat hat ferner zu dem Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses durch den Abschlussprüfer Stellung genommen, keine Einwendungen erhoben und den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss gebilligt. Der festgestellte Jahresabschluss zum 31.03.2023 weist einen Jahresüberschuss in Höhe von € 64.335.513,88 aus. Der Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 365.970.699,54 Euro eine Dividendenausschüttung in Höhe von 20.451.765,50 Euro, 0,50 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie, mit Fälligkeit am 27.09.2023 vorzunehmen.

Der Konzernabschluss zum 31.03.2023 wurde am 26.09.2023 gebilligt.

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