ARZ.care GmbHLiquidiert

44141 Dortmund, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Dortmund HRB 33988
Vorher
WDS.care GmbHWDS GmbH
Eingetragen
8.10.2008
Branche
Ambulante Betreuungsdienste für ältere MenschenErbringung von ergotherapeutischen DienstleistungenAmbulante Betreuungsdienste für Menschen mit Behinderung
Gegenstand
Die Erbringung von Assistance-, Informations-, Schulungs- und Beratungsdienstleistungen im Gesundheitswesen, speziell im Bereich der Pflege, die Lizensierung von Daten- bzw. Urheber- und Markenrechten aus dem Gesundheits- bzw. Pflegewesen, sowie die Erbringung sämtlicher Dienstleistungen im Bereich der allgemeinen Marketing-Kommunikation.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Basem El-Bouz
seit 15.1.2026
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
26.316 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ARZ.care GmbH (vormals: WDS GmbH)

Dortmund (vormals: Lippstadt)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 30.11.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 30. November 2022

1. Vorbemerkung

Der vorliegende Lagebericht der WDS GmbH, Dortmund, wurde für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 30. November 2022 nachträglich zur Erfüllung der gesetzlichen Offenlegungspflichten erstellt.

Die Berichterstattung erfolgt auf Grundlage des Jahresabschlusses zum 30. November 2022, der hierzu vorliegenden Buchführungsunterlagen sowie der dem Abschluss zugrunde liegenden Angaben. Die Gesellschaft stellte am 29. September 2022 einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen. Das Insolvenzverfahren wurde mit Beschluss des Amtsgerichts Dortmund am 1. Dezember 2022 eröffnet. Aufgrund der Insolvenzeröffnung begann gemäß § 155 Abs. 2 InsO ein neues Geschäftsjahr.

Die Darstellung des Geschäftsverlaufs, der Lage sowie der Chancen und Risiken ist vor dem Hintergrund der im Berichtszeitraum eingetretenen wirtschaftlichen Krise und des gestellten Insolvenzantrags zu würdigen. Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung waren zum Abschlussstichtag mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.

Weiterhin sei darauf hingewiesen, dass die Vergleichbarkeit der im Lagebericht dargestellten Vorjahreszahlen aufgrund nachträglich bekannt gewordener Sachverhalte im Zusammenhang mit einzelnen Geschäftsvorfällen früherer Geschäftsjahre eingeschränkt sein kann. Die entsprechenden Sachverhalte sind Gegenstand weiterer rechtlicher und tatsächlicher Aufarbeitung.

2. Grundlagen der Gesellschaft

2.1 Geschäftsmodell

Die WDS GmbH hatte ihren Sitz in Dortmund. Gegenstand des Unternehmens war die Erbringung von Pflegeberatungs- und Pflegeschulungsdienstleistungen sowie von Callcenter-Dienstleistungen und Werbeagenturleistungen. Darüber hinaus erbrachte die Gesellschaft Datenbankpflegedienstleistungen und erzielte Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Corona-Tests.

Die Geschäftstätigkeit war damit auf verschiedene Dienstleistungsbereiche im Gesundheits- und Beratungsumfeld ausgerichtet. Wesentliche Umsatzbestandteile entfielen im Berichtszeitraum unter anderem auf Pflegeberatungsleistungen, mediennahe Dienstleistungen, Datenbank- und Domainleistungen sowie auf Leistungen im Zusammenhang mit Corona-Testungen.

2.2 Steuerungssystem

Die Steuerung der Gesellschaft erfolgte im Berichtszeitraum im Wesentlichen anhand der Umsatzentwicklung, der Kostenentwicklung, des Jahresergebnisses sowie der Liquiditätslage. Aufgrund der wirtschaftlichen Krise und des Insolvenzantrags rückte im Verlauf des Geschäftsjahres die Sicherung der Zahlungsfähigkeit sowie die Fortführung des Geschäftsbetriebs in den Vordergrund.

3. Wirtschaftsbericht

3.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Geschäftsjahr 2022 war durch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie sowie durch ein zunehmend angespanntes gesamtwirtschaftliches Umfeld geprägt. Steigende Energie- und Sachkosten, zunehmender Inflationsdruck sowie Personalengpässe wirkten sich auch auf Dienstleistungsunternehmen im Gesundheits- und Pflegeumfeld aus. Für die WDS GmbH war daneben insbesondere die rückläufige Bedeutung der Corona-Testleistungen von Relevanz, da diese im Vorjahr noch einen wesentlichen Beitrag zur Umsatzentwicklung geleistet hatten.

Der Markt für Pflegeberatungs- und Unterstützungsleistungen war zugleich weiterhin von strukturellen Wachstumstreibern geprägt. Hierzu zählen insbesondere die demografische Entwicklung, die zunehmende Zahl pflegebedürftiger Menschen, der Vorrang ambulanter vor stationärer Versorgung sowie ein steigender Informations- und Unterstützungsbedarf von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen. Diese Entwicklungen führen grundsätzlich zu einer anhaltenden Nachfrage nach qualifizierten Beratungs- und Schulungsleistungen im Pflegekontext.

Gleichzeitig war der Pflegesektor im Berichtszeitraum durch einen hohen wirtschaftlichen und organisatorischen Druck gekennzeichnet. Hierzu zählen insbesondere der Fachkräftemangel, steigende Personal- und Strukturkosten sowie regulatorische Anforderungen an Qualität und Verfügbarkeit von Beratungsleistungen. Diese Rahmenbedingungen erschwerten die Skalierung und wirtschaftliche Stabilisierung entsprechender Leistungsangebote.

Der Markt für Pflegeberatung ist zudem durch eine hohe regionale Fragmentierung und unterschiedliche Anbieterstrukturen geprägt. Umfang und Ausgestaltung der Beratungsleistungen unterscheiden sich je nach Leistungsbereich, Kostenträgerstruktur und regionaler Versorgungssituation. Vor diesem Hintergrund bestand grundsätzlich ein relevanter Bedarf an professionellen Pflegeberatungsleistungen, der jedoch im Berichtszeitraum die wirtschaftlichen Belastungen und die rückläufigen Umsätze in anderen Geschäftsbereichen der WDS GmbH nicht ausgleichen konnte.

3.2 Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf der WDS GmbH war im Rumpfgeschäftsjahr 2022 wesentlich durch einen starken Umsatzrückgang, eine weiterhin hohe Kostenbasis sowie die daraus resultierende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage geprägt.

Die Umsatzerlöse beliefen sich im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. November 2022 auf 5,1 Mio. EUR nach 12,9 Mio. EUR im Vorjahr. Der Rückgang stand insbesondere im Zusammenhang mit der rückläufigen Bedeutung der Corona-Testleistungen, die im Vorjahr noch einen wesentlichen Beitrag zu den Umsatzerlösen geleistet hatten.

Trotz deutlich reduzierter Materialaufwendungen konnte die Gesellschaft die Ertragslage nicht stabilisieren. Der Personalaufwand belief sich auf 5,8 Mio. EUR nach 7,0 Mio. EUR im Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 3,9 Mio. EUR nach 4,7 Mio. EUR im Vorjahr. Insgesamt erzielte die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 5,1 Mio. EUR nach einem Jahresfehlbetrag von 8,3 Mio. EUR im Vorjahr.

Die Geschäftsführung stellte am 29. September 2022 einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Der Geschäftsbetrieb wurde bis zum Abschlussstichtag fortgeführt.

3.2.1 Ertragslage

Die Ertragslage der WDS GmbH war im Berichtszeitraum erheblich belastet. Die Umsatzerlöse reduzierten sich auf 5,1 Mio. EUR nach 12,9 Mio. EUR im Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen 0,3 Mio. EUR und lagen damit leicht unter dem Vorjahresniveau.

Der Materialaufwand verringerte sich deutlich auf 0,4 Mio. EUR nach 9,5 Mio. EUR im Vorjahr. Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit der veränderten Umsatzstruktur und dem Rückgang materialintensiver Leistungen, insbesondere im Bereich der Corona-Tests.

Der Personalaufwand betrug 5,8 Mio. EUR nach 7,0 Mio. EUR im Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich auf 3,9 Mio. EUR nach 4,7 Mio. EUR im Vorjahr, lagen jedoch gemessen am deutlich gesunkenen Umsatz weiterhin auf einem hohen Niveau.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen erhöhten sich auf 267 TEUR nach 127 TEUR im Vorjahr. Insgesamt ergab sich ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 5,1 Mio. EUR. Die Ertragslage war damit weiterhin deutlich negativ und nicht ausreichend, um die bestehende Kosten- und Finanzierungsstruktur nachhaltig zu tragen.

3.2.2 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Gesellschaft betrug zum 30. November 2022 27,4 Mio. EUR nach 20,5 Mio. EUR zum 31. Dezember 2021.

Das Anlagevermögen belief sich auf 0,9 Mio. EUR und bestand im Wesentlichen aus immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von 0,7 Mio. EUR sowie Sachanlagen in Höhe von 0,1 Mio. EUR.

Das Umlaufvermögen betrug 6,8 Mio. EUR. Wesentliche Bestandteile waren Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 4,6 Mio. EUR sowie liquide Mittel in Höhe von 2,1 Mio. EUR.

Die Gesellschaft wies zum Abschlussstichtag einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 19,8 Mio. EUR aus. Die Vermögenslage war somit wesentlich durch die bilanzielle Überschuldung geprägt.

3.2.3 Finanzlage

Die Finanzlage der Gesellschaft war im Berichtszeitraum angespannt und durch die eingetretene Insolvenzlage geprägt.

Die Rückstellungen beliefen sich zum 30. November 2022 auf 0,8 Mio. EUR nach 0,2 Mio. EUR im Vorjahr. Der Anstieg resultierte insbesondere aus Rückstellungen im Zusammenhang mit der Insolvenzeröffnung sowie aus Rückstellungen für die Ablösung von Leasingverträgen.

Die Verbindlichkeiten betrugen insgesamt 26,6 Mio. EUR nach 20,3 Mio. EUR im Vorjahr. Davon entfielen 5,4 Mio. EUR auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, 1,7 Mio. EUR auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie 19,5 Mio. EUR auf sonstige Verbindlichkeiten.

Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung, der hohen Verbindlichkeiten und der negativen Ergebnislage nicht mehr dauerhaft gesichert. Vor diesem Hintergrund wurde am 29. September 2022 ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt.

4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

4.1 Prognosebericht

Aufgrund der zum Ende des Rumpfgeschäftsjahres bestehenden Insolvenzlage war eine belastbare quantitative Prognose der weiteren Geschäftsentwicklung nur eingeschränkt möglich.

Die Fortführung des Geschäftsbetriebs hing wesentlich vom weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens, der Sicherung der Liquidität, der Stabilisierung der Kundenbeziehungen sowie der Umsetzung einer tragfähigen Sanierungslösung ab. Der Jahresabschluss zum 30. November 2022 wurde unter Beibehaltung der Fortführungsannahme aufgestellt, da eine Sanierung mittels Insolvenzplan beabsichtigt war.

Eine eigenständige Prognose zu Umsatz und Ergebnis für das folgende Geschäftsjahr war zum Abschlussstichtag aufgrund der bestehenden Unsicherheiten nicht belastbar möglich. Maßgeblich für die weitere Entwicklung waren insbesondere die Fortführung des Geschäftsbetriebs im Insolvenzverfahren, die Einigung mit den Gläubigern sowie die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs.

4.2 Risikobericht

Die wesentlichen Risiken der Gesellschaft lagen zum Abschlussstichtag in der bestehenden Insolvenzlage, der bilanziellen Überschuldung sowie der angespannten Liquiditätssituation.

Ein bestandsgefährdendes Risiko war bereits eingetreten, da die Gesellschaft am 29. September 2022 einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hatte. Die Fortführung der Gesellschaft war daher wesentlich vom weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens und der erfolgreichen Umsetzung einer Sanierung abhängig.

Darüber hinaus bestanden wesentliche Ertragsrisiken. Diese resultierten insbesondere aus dem starken Rückgang der Umsatzerlöse, der rückläufigen Bedeutung des Corona-Testgeschäfts sowie der im Verhältnis zum Umsatz weiterhin hohen Personal- und Sachkosten.

Weitere Risiken bestanden im Hinblick auf die Bindung von Kunden, Mitarbeitenden und wesentlichen Vertragspartnern. Zudem bestanden finanzielle Risiken aus hohen Verbindlichkeiten, möglichen Forderungsausfällen sowie der Notwendigkeit, den laufenden Geschäftsbetrieb trotz Insolvenzlage zu finanzieren.

4.3 Chancenbericht

Chancen bestanden im Berichtszeitraum insbesondere in der Möglichkeit, den Geschäftsbetrieb im Rahmen des Insolvenzverfahrens fortzuführen und durch eine Sanierungslösung zu stabilisieren.

Darüber hinaus bestanden grundsätzlich Chancen aus der Marktnachfrage nach Pflegeberatungs- und Unterstützungsleistungen. Diese Chancen konnten jedoch nur realisiert werden, wenn die wirtschaftliche Stabilisierung der Gesellschaft, die Sicherung der Liquidität sowie der Erhalt wesentlicher Kunden- und Mitarbeiterstrukturen gelingen würden.

5. Nachtragsbericht

Nach dem Abschlussstichtag wurde mit Beschluss des Amtsgerichts Dortmund vom 1. Dezember 2022 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der WDS GmbH eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Herr Rechtsanwalt Dr. Schulte-Kaubrügger, Dortmund, bestellt.

Der Geschäftsbetrieb wurde nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit dem Ziel einer Sanierung fortgeführt. Der vom Insolvenzverwalter vorgelegte Insolvenzplan wurde am 9. März 2023 von den Gläubigern angenommen. Das Insolvenzverfahren wurde durch Beschluss des Amtsgerichts Dortmund am 31. März 2023 aufgehoben. Nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens wurden Herr Stephan Pleye und Frau Vanessa Neumann als Geschäftsführung eingesetzt.

Im weiteren Verlauf des Jahres 2023 wurde die Gesellschaft in die ARZ Haan AG Unternehmensgruppe integriert. Diese Entwicklung lag nach dem Abschlussstichtag und ist daher nicht Grundlage der Beurteilung des Geschäftsverlaufs im Rumpfgeschäftsjahr 2022.

6. Sonstige Angaben

Die Geschäftsführung im Rumpfgeschäftsjahr 2022 erfolgte durch Herrn Andre Ruge bis September 2022 sowie Herrn Kai Oliver Hartelt.

Die durchschnittliche Zahl der im Rumpfgeschäftsjahr beschäftigten Arbeitnehmer betrug 132.

Eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurden im Berichtszeitraum nicht durchgeführt.

Die Gesellschaft war seit dem 26. April 2022 aufgrund einer Sitzverlegung von Lippstadt nach Dortmund im Handelsregister des Amtsgerichts Dortmund unter der Registernummer HRB 33988 eingetragen.

 

Dortmund, 08. Juni 2026

Basem El-Bouz, Geschäftsführer

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