Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 29332
Eingetragen
19.11.1987
Branche
Fernsehveranstalter und Verbreitung von VideoinhaltenBeteiligungsgesellschaftenVerlegen von Zeitungen
Gegenstand
die Veranstaltung von Rundfunk, aber insbesondere Fernsehprogrammen nach den Regelungen der Bundesländer, die Produktion und Herstellung von Rundfunkprogrammen, insbesondere Fernsehprogrammen, der Erwerb und die Weiterveräußerung von Programmen, einschließlich der Lizenzvergabe und Wahrnehmung aller damit in Zusammenhang stehenden Rechte, sowie alle mit den vorstehenden Gegenständen in Zusammenhang stehenden sonstigen Geschäften.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Christoph Zippel
seit 5.6.2025
Prokura
Inga Leschek
seit 8.3.2023
Geschäftsführer
Stephan Schmitter
seit 8.3.2023
Geschäftsführer
Prokura
Angelika Franke
seit 12.10.2022
Prokura
Alexandra Hülbach
seit 12.10.2022
Prokura
Christopher Sigee
seit 12.10.2022
Prokura
Ralph Dr. Sammeck
seit 24.3.2022
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert99.99% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (6)

NameAnteil
Gesellschafter 1
99.99%
Gesellschafter 2
0.00%
Gesellschafter 3
0.00%
Gesellschafter 4
0.00%
Gesellschafter 5
0.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

RTL Deutschland GmbH
Germany
51.135.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

RTL Television GmbH

Köln

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 14.000,00 14.069,00
14.000,00 14.069,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.202.644,00 4.164.866,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 32.024,00 38.768,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.679.562,00 1.165.911,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.269,86 0,00
8.920.499,86 5.369.545,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 989.451.644,81 989.445.838,88
2. Beteiligungen 61.980,82 61.980,82
3. Anteile an assoziierten Unternehmen 3.487.180,97 3.280.881,58
4. Sonstige Ausleihungen 697.300,01 3.033.000,01
993.698.106,61 995.821.701,29
1.002.632.606,47 1.001.205.315,29
B. Programmvermögen
I. Fremdprogramm 166.209.246,74 107.860.199,46
II. Eigenprogramm langlebig 60.584.520,21 54.817.568,31
III. Eigenprogramm kurzlebig 99.828.913,90 100.872.750,62
326.622.680,85 263.550.518,39
C. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Unfertige Leistungen 1.016.677,52 2.210.697,42
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 45.655.787,34 52.733.500,81
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 611.122.953,70 811.176.885,83
3. Forderungen gegen Gesellschafter 503.501,08 0,00
4. Sonstige Vermögensgegenstände 981.207,14 2.362.621,25
658.263.449,26 866.273.007,89
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.849.419,95 1.945.943,06
661.129.546,73 870.429.648,37
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.448.313,89 6.188.197,10
1.991.833.147,94 2.141.373.679,15

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 51.135.000,00 51.135.000,00
II. Kapitalrücklage 277.252.696,37 277.252.696,37
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 56.844.030,35 56.844.030,35
385.231.726,72 385.231.726,72
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 938.230,00 977.329,00
2. Sonstige Rückstellungen 90.295.363,40 137.989.048,29
91.233.593,40 138.966.377,29
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 176.247.749,77 148.001.333,79
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.062.604.231,53 1.044.878.597,17
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 229.520.795,18 371.082.279,80
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 5.886,55
5. Sonstige Verbindlichkeiten 45.882.767,56 51.895.480,40
(davon aus Steuern € 1.944.569,11; Vorjahr € 2.295.991,19)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 6.927,57; Vorjahr € 4.706,45) 1.514.255.544,04 1.615.863.577,71
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.112.283,78 1.311.997,43
1.991.833.147,94 2.141.373.679,15

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
1. Umsatzerlöse 1.332.879.588,68 1.646.170.494,65
2. Bestandsveränderung an vorproduzierten Eigenprogrammen 96.326.510,78 114.222.830,86
3. Sonstige betriebliche Erträge 35.398.745,05 145.544.982,38
(davon aus der Währungsumrechnung € 9.642.287,60; Vorjahr € 10.271.128,02)
1.464.604.844,51 1.905.938.307,89
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 98.069.356,36 135.714.464,56
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 941.121.890,98 1.194.028.185,71
1.039.191.247,34 1.329.742.650,27
5. Aufwendungen für die Ausstrahlung von Programmvermögen 148.796.439,40 131.935.546,58
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 13.279.465,54 13.712.794,01
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.343.229,60 3.434.694,46
(davon für Altersversorgung € 150.724,51; Vorjahr € 80.763,76)
16.622.695,14 17.147.488,47
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.652.492,03 1.266.621,94
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 113.127.804,72 120.914.054,66
(davon aus der Währungsumrechnung € 2.253.917,37; Vorjahr € 1.687.194,58)
9. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 325.716.550,78 298.006.812,26
10. Erträge aus Beteiligungen 3.565.865,62 1.302,94
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 18.355.059,73 4.966.697,46
(davon aus verbundenen Unternehmen € 17.781.598,65; Vorjahr € 4.914.948,45)
12. Abschreibungen Finanzanlagevermögen 0,00 700.000,00
13. Aufwendungen aus Verlustübernahme 229.252.910,03 232.257.434,60
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 34.014.739,58 3.935.030,02
(davon an verbundene Unternehmen € 31.881.100,02; Vorjahr € 2.659.647,59)
(davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen € 129.267,64; Vorjahr € 496.245,87)
15. Ergebnis nach Steuern 229.583.992,40 371.014.294,01
16. Sonstige Steuern 63.197,22 51.749,45
17. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 229.520.795,18 370.962.544,56
18. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Erläuterungen

Die RTL Television GmbH ist unter HRB Nummer 29332 im Handelsregister des Amtsgerichtes Köln eingetragen.

Der Jahresabschluss der RTL Television GmbH wird nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften gemäß § 267 Abs. 3 HGB aufgestellt.

Zur Herstellung einer besseren Transparenz wurde vom Wahlrecht des § 265 Abs. 5 HGB Gebrauch gemacht, d. h. die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wurden weiter untergliedert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren im Sinne des § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Dritten Buches des HGB in Verbindung mit rechtsformspezifischen Vorschriften des GmbHG und des § 57 Medienstaatsvertrag aufgestellt.

Der Jahresabschluss wird in EURO bzw. in TEUR aufgestellt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sowie Sachanlagen werden mit Anschaffungskosten oder Herstellungskosten nach § 255 HGB abzüglich linearer Abschreibungen auf Basis der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern bilanziert. Die angewandten Abschreibungssätze und -methoden stehen im Wesentlichen in Einklang mit steuerlichen Abschreibungstabellen und sonstigen steuerlichen Vorschriften. Wirtschaftsgüter bis EUR 250,00 werden sofort als Aufwand erfasst. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs sofort abgeschrieben und als Abgang erfasst. Bei Änderungen der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens findet eine Anpassung des Abschreibungsplans statt. Zugänge im Geschäftsjahr werden pro rata temporis abgeschrieben, sofern notwendig, werden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit des Jahresabschlusses wurde für den Ausweis der Anteile an assoziierten Unternehmen ein gesonderter Posten in der Bilanz vorgesehen. Als assoziierte Unternehmen werden solche Beteiligungen bezeichnet, auf die die RTL Television GmbH einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann.

Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen sowie Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind mit Anschaffungskosten bewertet. Bei dauerhaften Wertminderungen erfolgt eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert bzw. bei deren Wegfall eine Zuschreibung. Gleiches gilt für Ausleihungen.

Zur besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden Fernsehsenderechte in einem gesonderten Bilanzposten "Programmvermögen" ausgewiesen. Fernsehsenderechte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten beinhalten die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Material-, Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens. Soweit Bestandsrisiken vorliegen, werden diese im Abschluss berücksichtigt. Die Bildung ausstrahlungsbezogener Wertberichtigungen bleibt davon unberührt.

Fernsehsenderechte im Free-TV Bereich werden verbrauchsbezogen abgeschrieben. Diese verbrauchsbezogene Abschreibungsmethode berücksichtigt, dass bei einem Senderecht im Free-TV Bereich mit der ersten Ausstrahlung der größte wirtschaftliche Werteverzehr eintritt. Fernsehsenderechte im Pay-TV Bereich werden linear über maximal 3 Jahre abgeschrieben. Synchronisationsaufwendungen werden als Anschaffungsnebenkosten aktiviert.

Unter dem Bilanzposten "Fremdprogramm" werden die Lizenzrechte sowie darauf getätigte Anzahlungen ausgewiesen. Lizenzrechte sind Filme und Serien, auf deren Konzept oder Format die RTL Television GmbH keinen oder nur untergeordneten Einfluss hat. Zugänge werden mit Lizenzbeginn aktiviert. Soweit Bestandsrisiken oder Risiken aus Abnahmeverpflichtungen vorliegen, werden diese im Abschluss berücksichtigt. Neun Monate vor dem Lizenzablauf wird mit der Bildung einer Wertberichtigung in Abhängigkeit vom verbleibenden Ausstrahlungszeitraum begonnen. Die Bildung ausstrahlungsbezogener Wertberichtigungen bleibt davon unberührt. Die Abschreibungsregeln für Spielfilme im Fremdprogramm wurden im Geschäftsjahr 2021 auf Grundlage einer Analyse über mehrere Geschäftsjahre überarbeitet, und die neuen Erkenntnisse der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und Abnutzung fanden in den neuen Abschreibungsregeln ihre Berücksichtigung. Alle Spielfilme mit Lizenzbeginn ab 01. Januar 2021 wurden im Geschäftsjahr statt über maximal 2 Runs nunmehr über maximal 4 Runs abgeschrieben.

Unter dem Posten "Eigenprogramm langlebig" werden sendeplatzbezogene Auftragsproduktionen sowie darauf getätigte Anzahlungen ausgewiesen, die planmäßig mehr als einmal ausgestrahlt werden können. Ebenso wie im Fremdprogramm werden bestehende Bestandsrisiken im Abschluss berücksichtigt.

Als "Eigenprogramm kurzlebig" werden sendeplatzbezogene Auftragsproduktionen und Sportrechte sowie darauf getätigte Anzahlungen ausgewiesen, die auf Grund ihres Aktualitätsbezuges oder Genres planmäßig nur einmal ausgestrahlt werden können.

Aufwendungen für Sportrechte werden im Jahr der Ausstrahlung verbrauchsbezogen erfasst. Zum Zeitpunkt der Investitionsentscheidung werden den zukünftig anfallenden Aufwendungen die geplanten direkt zurechenbaren Umsatzerlöse je Jahr gegenübergestellt. Sofern nach dieser Bewertung zum Bilanzstichtag der ursprünglich geplante Deckungsbeitrag unterschritten wird, wird eine Rückstellung nur dann gebildet, wenn der Deckungsbeitrag gleichzeitig negativ ist.

Lang- und kurzlebiges Eigenprogramm wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Zu aktivierende Aufwendungen und geleistete Anzahlungen werden zunächst in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Korrektur der Bestandswerte zum Abschlussstichtag im Vergleich zum Vorjahr wird als "Bestandsveränderung an vorproduzierten Eigenprogrammen" gezeigt.

Der Abschreibungsaufwand des langlebigen Eigenprogramms und des Fremdprogramms wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in dem Posten "Aufwendungen für die Ausstrahlung von Programmvermögen" ausgewiesen.

Kurzlebiges Eigenprogramm wird bei der Erstausstrahlung abgeschrieben, wobei der Abschreibungsaufwand des kurzlebigen Eigenprogramms mit den Bestandsveränderungen des kurz- und langlebigen Eigenprogramms in der Gewinn- und Verlustrechnung saldiert in dem Posten "Bestandsveränderung an vorproduzierten Eigenprogrammen" dargestellt ist.

Die Bewertung der unfertigen Leistungen erfolgt unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips zu Anschaffungskosten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert bilanziert. Individuelle Ausfallrisiken sind als Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zu Nennwerten bilanziert.

Geleistete Zahlungen, die Aufwendungen für die Folgejahre darstellen, werden als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten dargestellt.

Das Eigenkapital ist zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen und die sonstigen Rückstellungen sind - entsprechend den Vorschriften des HGB - nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zum erwarteten Erfüllungsbetrag und unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Bei der Rückstellungsbewertung sind künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Zukünftige erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 2,0 % bei den Entgelten und von 2,0 % bei den Renten ausgegangen.

Für die Pensionsverpflichtungen wurde - unter Außerachtlassung des Einzelbewertungs-grundsatzes - gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt (sog. Vereinfachungsregel). Gemäß RückAbzinsV und Bekanntgabe durch die Deutsche Bundesbank ergibt sich zum 31. Dezember 2023 bei einer Restlaufzeit von 15 Jahren ein Diskontierungszinssatz (10-Jahres-Durchschnitt) in Höhe von 1,82 % (Vorjahr 1,78 %).

Die Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind teilweise durch eine Rückdeckungsversicherung gesichert. Die Rückdeckungsversicherung dient ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen und ist dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Nach den Bestimmungen des § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB wurde der Rückdeckungsversicherungsanspruchs (TEUR 3.225) mit dem Wert der Pensionsverpflichtung (TEUR 4.163) im Geschäftsjahr saldiert. Der beizulegende Zeitwert des saldierten Rückdeckungsversicherungsanspruch entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten gemäß versicherungsmathematischem Gutachten bzw. Mitteilung der Versicherung. Die Erträge aus dem Deckungsvermögen (TEUR 0) wurden mit den Zinszuführungen (TEUR 74) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 saldiert.

Der Unterschiedsbetrag zum 31. Dezember 2023 zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren (1,74 %) und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren (1,82 %) beträgt TEUR 33 (Vorjahr TEUR 154).

Die RTL Television GmbH hat für die Mitarbeiter ein Wertkontenmodell aufgelegt. Die Mitarbeiter verzichten im Rahmen dieses Modells auf einen Teil des Bruttoentgeltes, welches bis zu einem maximalen Betrag von EUR 1.000 pro Jahr und Mitarbeiter vom Arbeitgeber bezuschusst und bei einem Treuhänder auf Wertkonten gutgeschrieben wird. Ziel der Entgeltumwandlung ist eine Freistellung von der Arbeitsleistung vor Eintritt in den Ruhestand, wobei sich der Freistellungszeitraum nach dem vorhandenen Wertguthaben richtet. Das ausgelagerte Vermögen beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 3.172. Das Wertkontenmodell hat keine Auswirkungen auf die Bilanz, da das ausgelagerte Planvermögen der Verpflichtung des Unternehmens gegenüber den Mitarbeitern entspricht und saldiert dargestellt wird. Neben dem Personalaufwand von TEUR 45 wurden die Zinsaufwendungen (TEUR 48) und die Zinserträge (TEUR 48) im Zinsergebnis saldiert ausgewiesen.

Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Filmverbindlichkeiten werden auf Grund bestehender Sicherungszusammenhänge als eine Bewertungseinheit nach § 254 HGB zusammengefasst. Diese Forderungen und Verbindlichkeiten von TEUR 143.938 insgesamt, deren Fälligkeiten nahezu identisch sind, werden mit dem Sicherungskurs (Kassakurs) des Sicherungsgeschäftes erfasst. Kursverluste aus unrealisierten Swap Points der abgeschlossenen Devisentermingeschäften wurden im Jahresabschluss als Drohverlustrückstellung in Höhe TEUR 839 erfasst. Die Effektivität wird anhand von qualitativen Kriterien festgestellt.

Aufwendungen für Kursverluste bzw. Kurserträge aus der Differenz zwischen Terminkurs und Kassakurs werden unsaldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen. Die restlichen Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag bewertet.

Die RTL Television GmbH hat zum Bilanzstichtag offene Devisentermingeschäfte (Cash-Flow-Hedges) über die RTL Group S.A., Luxemburg, mit einem Volumen von TEUR 329.504 zur Absicherung von bestehenden und zukünftig entstehenden Fremdwährungsverbindlichkeiten / -forderungen aus operativer Tätigkeit, abgeschlossen. Da eine Übereinstimmung der Bedingungen und Parameter von einzelnen Grund- und Sicherungsgeschäften besteht (Micro-Hedging), ist die Effektivität der Termingeschäfte gewährleistet. Die Kurssicherungsstrategie sieht vor, bestehende und zukünftig entstehende Fremdwährungsverbindlichkeiten entsprechend der jeweiligen Fälligkeit pro Jahr bis zu 100 % abzusichern. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt barwertig durch Vergleich der jeweiligen Kontraktrate mit den am Berichtsstichtag vorherrschenden sowie laufzeitkongruenten Terminkursen. Der barwertigen Ermittlung liegen laufzeitkongruente Diskontkurven zu Grunde. Die Devisentermingeschäfte haben insgesamt eine Laufzeit von 2024 bis 2027.

Die Buchung der Bewertungseinheiten erfolgt nach der so genannten Einfrierungsmethode.

Erhaltene Zahlungen, die Erträge für Folgejahre darstellen, werden als passiver Rechnungsabgrenzungsposten dargestellt.

III. Erläuterungen und ergänzende Angaben zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in dem Anlagenspiegel (Anlage 1 zum Anhang) dargestellt.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Restlaufzeiten der Forderungen sind dem nachfolgenden Forderungsspiegel zum 31.12.2023 zu entnehmen:

Art der Forderung TOTAL 31.12.2023 davon mit einer Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
- aus Lieferungen und Leistungen
Geschäftsjahr 45.656 45.628 28 0
Vorjahr 52.733 52.722 11 0
- gegen verbundene Unternehmen
Geschäftsjahr 611.123 611.123 0 0
Vorjahr 811.177 811.177 0 0
- gegen Gesellschafter
Geschäftsjahr 503 503 0 0
Vorjahr 0 0 0 0
- sonstige Vermögensgegenstände
Geschäftsjahr 981 981 0 0
Vorjahr 2.363 2.363 0 0
TOTAL Forderungen Geschäftsjahr 658.263 658.235 28 0
TOTAL Forderungen Vorjahr 866.273 866.262 11 0

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 10.452 (Vorjahr TEUR 8.222), Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von TEUR 325.717 (Vorjahr TEUR 298.007) sowie Cash-Pooling Forderungen in Höhe von TEUR 274.954 (Vorjahr TEUR 504.948) enthalten.

3. Rückstellungen

2023 2022
TEUR TEUR
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 938 977
Sonstige Rückstellungen
Drohende Verluste 25.509 52.314
Ausstehende Rechnungen 30.047 41.728
Rabatte / Boni 1.013 1.149
Lizenzverpflichtungen 1.142 2.270
Erfolgsbeteiligung / Prämien Personal 1.115 1.521
Autorenrechte / Filmförderung 27.739 34.931
Übrige 3.730 4.076
Total 91.234 138.966

Die übrigen sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Personalkosten, Vertriebsrisiken sowie Prozess- und Rechtsrisiken gebildet.

4. Verbindlichkeiten

Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten sind dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel zum 31. Dezember 2023 zu entnehmen:

Art der Verbindlichkeit TOTAL 31.12.2023 davon mit einer Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
- aus Lieferungen und Leistungen
Geschäftsjahr 176.248 137.516 38.645 87
Vorjahr 148.001 109.132 35.554 3.315
- gegenüber verbundenen Unternehmen
Geschäftsjahr 1.062.604 262.265 800.339 0
Vorjahr 1.044.879 244.647 800.232 0
- gegenüber Gesellschaftern
Geschäftsjahr 229.521 229.521 0 0
Vorjahr 371.082 371.082 0 0
- gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr 0 0 0 0
Vorjahr 6 6 0 0
- Sonstige
Geschäftsjahr 45.883 3.353 0 42.530
Vorjahr 51.895 9.211 0 42.684
TOTAL Verbindlichkeiten Geschäftsjahr 1.514.256 632.655 838.984 42.617
TOTAL Verbindlichkeiten Vorjahr 1.615.863 734.078 835.786 45.999

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen umfassen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 2.615 (Vorjahr TEUR 12.286), Verbindlichkeiten aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von TEUR 229.242 (Vorjahr TEUR 232.257) und langfristige Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 800.000 (Vorjahr TEUR 800.000), sowie mit dem Darlehen im Zusammenhang stehende Zinsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 30.408 (Vorjahr TEUR 104).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern beinhalten Verbindlichkeiten aus dem Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von TEUR 229.521 (Vorjahr TEUR 370.963).

5. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der RTL Television GmbH werden im Wesentlichen in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und der Schweiz erzielt und gliedern sich wie folgt:

2023 2022
in TEUR in TEUR
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Fernsehwerbung 932.050 1.196.578
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Fernsehsenderechten 240.228 287.478
Umsatzerlöse aus der Programmverbreitung 72.297 70.700
Umsatzerlöse aus der Untervermietung von Gebäuden 50.714 46.439
Sonstige Umsatzerlöse 37.591 44.975
TOTAL 1.332.880 1.646.170

6. Sonstige Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 23.920 (Vorjahr TEUR 55.666), Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 9.642 (Vorjahr TEUR 10.271), Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagevermögen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 79.036) und übrige betriebliche Erträge TEUR 1.837 (Vorjahr TEUR 572) enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus Mietaufwendungen für Mobilien und Immobilien in Höhe von TEUR 37.790 (Vorjahr TEUR 34.861), Aufwendungen für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit in Höhe von TEUR 23.423 (Vorjahr TEUR 42.035), sowie aus Aufwendungen für die Verwaltung in Höhe von TEUR 13.990 (Vorjahr TEUR 13.533). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 89 (Vorjahr TEUR 36) enthalten.

Auf Grund der Netto-Buchungstechnik der Inanspruchnahmen der Einzelwertberichtigungen auf Forderungen sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen Aufwendungen aus Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 1.811 (Vorjahr TEUR 1.930) enthalten, denen Erträge aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 2.939 (Vorjahr TEUR 58) gegenüberstehen.

7. Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die Angaben laut § 285 Nr. 11 HGB sind in der Anlage 2 zum Anhang enthalten.

8. Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag weist die Gesellschaft Haftungsverhältnisse in Höhe TEUR 2.711 (Vorjahr TEUR 2.891) aus. Es handelt sich um Zoll- und Mietbürgschaften. Derzeit sind keine Anzeichen für eine Inanspruchnahme erkennbar, da nach unserer Einschätzung die entsprechenden Primärschuldner die Verbindlichkeiten bedienen werden.

IV. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Abs. 3a HGB betragen zum 31. Dezember 2023 TEUR 1.150.486. Sie teilen sich wie folgt auf:

Sonstige finanzielle Verpflichtungen 2024 2025 2026
TEUR TEUR TEUR
Miet- und Leasingverträge 26.255 27.400 23.888
Satellitenverträge 3.696 0 0
Programm- und Dienstleistungsverträge 555.993 115.707 116.211
TOTAL 585.944 143.107 140.099
davon mit verbundenen Unternehmen 336.454 3 0
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 2027 Später Gesamt
TEUR TEUR TEUR
Miet- und Leasingverträge 23.266 51.492 152.301
Satellitenverträge 0 0 3.696
Programm- und Dienstleistungsverträge 117.500 89.078 994.489
TOTAL 140.766 140.570 1.150.486
davon mit verbundenen Unternehmen 0 0 336.457

Verpflichtungen, die in USD bestehen, wurden mit einem Kurs von EUR 1,105 umgerechnet.

Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 153 Mitarbeiter. Davon befanden sich 124 Mitarbeiter in einem unbefristeten und 29 in einem befristeten Anstellungsverhältnis.

Ergebnisabführungsvertrag

Die RTL Television GmbH ist eine 100 % Tochtergesellschaft der RTL Deutschland GmbH, Köln, die ihrerseits eine 100 % Tochtergesellschaft der UFA Film und Fernseh GmbH, Köln, ist.

Mit Vertrag vom 19. November 2014, dem die Gesellschafterversammlung am 20. November 2014 zugestimmt hat, besteht mit Wirkung des 1. Januar 2015 ein Ergebnisabführungsvertrag mit der RTL Deutschland GmbH. Die Gesellschaft führt einen Betrag in Höhe von TEUR 229.521 an die RTL Deutschland GmbH für das Geschäftsjahr 2023 ab.

Dienstleistungsverträge

Die Gesellschaft unterhält keine eigene IT-Abteilung, Programmverbreitung, Sendeabwicklung oder sonstiges technisches Equipment, sondern hat stattdessen diverse Dienstleistungsverträge mit der RTL Technology GmbH, Köln, die diese Leistungen für die RTL Television GmbH erbringt. Für diese Leistungen sind im Geschäftsjahr 2023 Aufwendungen von insgesamt TEUR 21.010 angefallen. Ferner besteht ein Kooperationsvertrag mit der RTL Deutschland GmbH bzw. mit der RTL Group Financial Services GmbH, Köln, über die Erbringung diverser Dienstleistungen (Programmeinkauf, Synchronisation, Finanz- und Rechnungswesen, Entgeltabrechnung, Rechtsberatung, Medienforschung und Marketing). Im Geschäftsjahr 2023 waren Aufwendungen für diese Leistungen von insgesamt TEUR 51.250 zu verzeichnen.

Die Gesellschaft unterhält keinen eigenen Vertrieb, eigene Auslandsstudios und Newsdesks, sondern hat stattdessen Dienstleistungsverträge mit anderen Konzernunternehmen, die diese Leistungen für die RTL Television GmbH erbringen.

Sämtliche innerhalb des Konzerns verrechneten Leistungen werden auf Basis von Cost-Plus-Verträgen abgerechnet und entsprechen marktüblichen Preisen.

Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft ist ein verbundenes Unternehmen der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh. Sie wird über den IFRS Konzernabschluss der RTL Group S.A., Luxemburg/Luxemburg (kleinster Konsolidierungskreis), ebenfalls in den Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh (größter Konsolidierungskreis), einbezogen. Der Konzernabschluss der RTL Group S.A., Luxemburg/Luxemburg, wird in Luxemburg beim Registre de Commerce et des Sociétés - RCS hinterlegt (Registernummer B 10.807). Die Hinterlegung wird im Amtsblatt (Memorial) veröffentlicht. Der Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh, (HRB 9194) wird im Unternehmensregister bekannt gemacht.

In den befreienden Konzernabschlüssen werden abweichend vom deutschen Recht die folgenden wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ausgeübt:

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung sowie die für Sicherungszwecke abgeschlossenen Devisentermingeschäfte werden nach IAS 21 bzw. IFRS 9 bilanziert. Latente Steuern werden auf Grundlage von IAS 12, die Pensionsrückstellungen gemäß IAS 19 ermittelt. Langfristige Miet- und Leasingverpflichtungen werden nach IFRS 16 bewertet.

Honorar Abschlussprüfung

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft. Das Honorar in Höhe von TEUR 216 betrifft ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.

Organe

Geschäftsführung der Gesellschaft:

 

Andreas Fischer (bis 01. März 2023), Chief Operating Officer (COO) der RTL Deutschland GmbH

 

Inga Leschek (seit 01. März 2023), Chief Content Officer (CCO) der RTL Deutschland GmbH

 

Stephan Schmitter (seit 01. März 2023), Chief Executive Officer (CEO) der RTL Deutschland GmbH

Herr Andreas Fischer und Herr Stephan Schmitter nehmen bzw. nahmen neben ihrer Tätigkeit als Geschäftsführer der Gesellschaft noch weitere Geschäftsführerposten in der Unternehmensgruppe RTL Group wahr.

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Die Geschäftsführer der Gesellschaft haben im Geschäftsjahr keine Bezüge von der Gesellschaft erhalten.

Für Pensionszusagen an ehemalige Geschäftsführer besteht eine Pensionsverpflichtung (TEUR 3.361), die mit dem Aktivwert einer verpfändeten kongruenten Rückdeckungsversicherung (TEUR 3.225) saldiert wird.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Beendigung des Geschäftsjahres

Es haben sich nach dem Bilanzstichtag keine wesentlichen Sachverhalte mit Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für die Gesellschaft ereignet.

 

Köln, 16. Mai 2024

RTL Television GmbH

Inga Leschek, Geschäftsführerin

Stephan Schmitter, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.760.865,95 0,00 0,00 3.760.865,95
3.760.865,95 0,00 0,00 3.760.865,95
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund- stücken 13.822.001,48 3.909.154,45 0,00 17.731.155,93
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.890.508,45 6.292,96 4.580,07 2.892.221,34
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.698.173,67 1.281.660,62 493.487,44 9.486.346,85
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 6.269,86 0,00 6.269,86
25.410.683,60 5.203.377,89 498.067,51 30.115.993,98
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.084.252.259,53 5.805,93 4.467.757,81 1.079.790.307,65
2. Beteiligungen 61.980,82 0,00 0,00 61.980,82
3. Anteile an assoziierten Unternehmen 3.280.881,58 206.299,39 0,00 3.487.180,97
4. Sonstige Ausleihungen 3.053.451,69 500.000,00 2.835.700,00 717.751,69
1.090.648.573,62 712.105,32 7.303.457,81 1.084.057.221,13
1.119.820.123,17 5.915.483,21 7.801.525,32 1.117.934.081,06
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Zugänge Zuschreibungen Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.746.796,95 69,00 0,00 0,00 3.746.865,95
3.746.796,95 69,00 0,00 0,00 3.746.865,95
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund- stücken 9.657.135,48 871.376,45 0,00 0,00 10.528.511,93
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.851.740,45 13.036,96 0,00 4.580,07 2.860.197,34
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.532.262,67 768.009,62 0,00 493.487,44 7.806.784,85
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
20.041.138,60 1.652.423,03 0,00 498.067,51 21.195.494,12
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 94.806.420,65 0,00 0,00 4.467.757,81 90.338.662,84
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Anteile an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Sonstige Ausleihungen 20.451,68 0,00 0,00 0,00 20.451,68
94.826.872,33 0,00 0,00 4.467.757,81 90.359.114,52
118.614.807,88 1.652.492,03 0,00 4.965.825,32 115.301.474,59
Restbuchwerte
31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 14.000,00 14.069,00
14.000,00 14.069,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund- stücken 7.202.644,00 4.164.866,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 32.024,00 38.768,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.679.562,00 1.165.911,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.269,86 0,00
8.920.499,86 5.369.545,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 989.451.644,81 989.445.838,88
2. Beteiligungen 61.980,82 61.980,82
3. Anteile an assoziierten Unternehmen 3.487.180,97 3.280.881,58
4. Sonstige Ausleihungen 697.300,01 3.033.000,01
993.698.106,61 995.821.701,29
1.002.632.606,47 1.001.205.315,29

Aufstellung des Anteilsbesitzes

Beteiligungsquote Eigenkapital zum 31.12.2023 Jahresüberschuss/ -fehlbetrag 2023
% Euro Euro
99 pro media GmbH, Leipzig (1) (2) 100,0 3.125.160,15 0,00
Addressable TV Initiative GmbH, Frankfurt am Main (1) (3) 50,0 183.459,53 -41.540,47
Berliner Pool TV Produktionsgesellschaft mbH, Berlin (1) 50,0 418.424,65 59.946,51
Deutscher Fernsehpreis GmbH, Köln 20,0 217.106,70 -12.853,76
EUROPEAN NEWS EXCHANGE S.A., Luxemburg (3) 25,0 1.509.295,00 157.884,00
RTL NEWS GmbH, Köln (1) (2) 100,0 1.412.351,72 0,00
RTL MUSIC PUBLISHING GmbH, Köln (1) (2) 100,0 26.636,88 0,00
RTL STUDIOS GmbH, Köln (1) (2) 100,0 25.000,00 0,00
ntv Nachrichtenfernsehen GmbH, Köln (2) 100,0 145.000,00 0,00
RTL Hessen GmbH, Frankfurt am Main (1) (2) 100,0 26.415,85 0,00
RTL Hessen Programmfenster GmbH, Bad Vilbel (1) 60,0 537.805,74 37.199,54
RTL Journalistenschule GmbH, Köln (1) (2) 90,0 24.385,03 0,00
RTL interactive GmbH, Köln (1) (2) 100,0 25.000,00 0,00
RTL interactive GmbH-Beteiligungen:
Checkout Charlie GmbH, Berlin (1) (2) 100,0 4.222.110,21 0,00
RTL Nord GmbH, Hamburg (1) (2) 100,0 51.650,12 0,00
RTL WEST GmbH, Köln (1) (2) 75,0 69.714,07 0,00
VOX Holding GmbH, Köln (1) (2) 100,0 339.382.341,25 0,00
VOX Holding GmbH-Beteiligung:
VOX Television GmbH, Köln (2) 99,7 19.062.277,79 0,00
RTL 2 Fernsehen GmbH & Co. KG, Grünwald (3) 8,5 15.338.756,00 41.590.000,00
RTL 2 Fernsehen Geschäftsführungs GmbH, Grünwald (3) 8,6 662.181,00 402.181,00
CLT-UFA Germany GmbH, Köln (1) (2) 100,0 70.861.109,47 0,00
CLT-UFA Germany-Beteiligungen:
SUPER RTL Fernsehen GmbH, Köln (2) 100,0 38.322.445,68 0,00
RTL 2 Fernsehen GmbH & Co. KG, Grünwald (3) 27,0 15.338.756,00 41.590.000,00
RTL 2 Fernsehen Geschäftsführungs GmbH, Grünwald (3) 27,3 662.181,00 402.181,00

(1) Die Angaben sind untestiert

(2) Es bestand zum Stichtag ein Ergebnisabführungsvertrag. Die ausgewiesenen Jahresergebnisse verstehen sich nach Gewinnabführung und Verlustübernahme.

(3) Werte Jahresabschluss 31.12.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

I. Grundlage des Unternehmens

Das Geschäftsmodell der RTL Television GmbH (nachfolgend "RTL") umfasst im Wesentlichen die Produktion und die Ausstrahlung von werbefinanzierten Fernsehprogrammen (RTL Television, NITRO, RTLup, VOXup, NOW!) und von vier Pay-TV Programmen (RTL Crime, RTL Living, RTL Passion, GEO Television), die Produktion von Fernsehprogrammen, den Erwerb von Fernsehsenderechten, deren Weiterveräußerung und die Wahrnehmung aller damit in Zusammenhang stehenden Rechte. Sie hält Beteiligungen unter anderem an der ntv Nachrichtenfernsehen GmbH, der RTL2 Fernsehen GmbH & Co. KG, der VOX Holding GmbH und der RTL interactive GmbH mit dem Streaming Portal RTL+.

II. Wirtschaftsbericht

1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

1.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Geschäftsjahr 2023 war geprägt durch die anhaltend hohe Inflation, ein gestiegenes Zinsumfeld sowie eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Infolgedessen konnte sich die deutsche Wirtschaft noch immer nicht von dem durch die Corona-Pandemie entstandenen Markteinbruch erholen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der private Konsum preisbereinigt um -0,8 % rückläufig entwickelt. Im Vergleich zum Jahr 2019 vor der Coronapandemie beträgt der Rückgang -1,5%. Grund dafür waren die hohen Verbraucherpreise einhergehend mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 5,9 %. 1 Besonders stark erhöhten sich die Preise für Nahrungsmittel mit einer Steigerung von 12,4 % im Vergleich zum Vorjahr. 2

1 Pressemitteilung des statistischen Bundesamts vom 15. Januar 2024 - 019/24

2 Pressemitteilung des statistischen Bundesamts vom 16. Januar 2024 - Nr. 020

Die Auswirkungen der schwachen Konjunktur haben sich auch auf dem Arbeitsmarkt abgezeichnet. So ist die Arbeitslosenquote von 5,3 % im Vorjahr auf 5,7 % gestiegen 3.

3 Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Eckwerte des Arbeitsmarktes - Jahreszahlen

Die hohe Inflation, das gestiegene Zinsniveau, sowie die erhöhte Arbeitslosenquote und die verminderten Nachfragen insbesondere auch im privaten Bereich hatten im Geschäftsjahr 2023 einen wichtigen Einfluss auf den Werbemarkt und die Geschäftszahlen von RTL.

Das Gesamtwerbemarktvolumen (Brutto vor Rabatten) ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,7% auf ein Volumen von EUR 36.993 Mio. gestiegen. Mit Ausnahme des Werbemarktes für Fernsehen (EUR -598 Mio.) und Werbesendungen (EUR -23 Mio.), verzeichneten alle anderen Bereiche einen Anstieg des Bruttowerbevolumens. So stieg der Bereich Out of Home um EUR 282 Mio., Print um EUR 162 Mio., der Bereich Kino um EUR 22 Mio. und Radio um EUR 57 Mio. Der Onlinebereich mit den Medien Mobile und Desktop stieg um insgesamt EUR 356 Mio. im Vergleich zum Vorjahr.

Werbemarkt 2023 2022 4
in Mio. Euro in % in Mio. Euro in %
Print 8.522,2 23,0% 8.359,8 22,8%
Fernsehen 16.548,7 44,7% 17.146,4 46,7%
Radio 1.973,6 5,3% 1.916,5 5,2%
Out of Home 2.904,6 7,9% 2.622,2 7,1%
Kino 118,0 0,3% 96,5 0,3%
Werbesendungen 2.500,7 6,8% 2.523,7 6,9%
Desktop 2.701,6 7,3% 2.480,7 6,7%
Mobile 1.723,7 4,7% 1.588,4 4,3%
Gesamtmarkt 36.993,1 100,0% 36.734,2 100,0%
Werbemarkt Abweichung
in Mio. Euro in %
Print 162,4 1,9%
Fernsehen -597,7 -3,5%
Radio 57,1 3,0%
Out of Home 282,4 10,8%
Kino 21,5 22,3%
Werbesendungen -23,0 -0,9%
Desktop 220,9 8,9%
Mobile 135,3 8,5%
Gesamtmarkt 258,90 0,7%

4 Die Werte aus dem Jahr 2022 wurden nach Erstellung des Lageberichts 2022 von Nielsen Media Research unterjährig bereinigt.

Quelle: Nielsen Media Research

1.2. Programm- und Zuschauermarktanteile

Die Free-TV-Sender RTL, VOX, ntv, NITRO, SUPER RTL, RTLZWEI, RTLup, TOGGO Plus und VOXup konnten im Geschäftsjahr 2023 ihren Marktanteil um 0,5 Prozentpunkte auf 27,1 Prozentpunkte in der Kernzielgruppe der 14- bis 59-Jährigen deutlich ausbauen. Fast alle Sender der RTL Deutschland Gruppe hielten ihre Marktanteile bzw. hatten leichte Zuwächse.

Der Vorsprung zu den Sendern von ProSiebenSat.1 betrug 5,5 Prozentpunkte.

RTL kam bei den 14- bis 59-jährigen Zuschauern auf einen Jahresmarktanteil von 9,4% und war damit der Sender mit den höchsten Marktanteilen vor der ARD (8,7%), dem ZDF (9,2%), den Dritten (8,1%), SAT.1 (6,0%), VOX (6,2%), ProSieben (5,4%), Kabel 1 (4,5%) und RTLZWEI (3,6%). NITRO kam 2023 auf einen Zuschauerjahresmarktanteil von 2,2%, SUPER RTL auf 1,4%, RTLup auf 2,1%, ntv auf 1,2%, VOXup auf 0,7% und der Timeshift Sender TOGGO Plus auf 0,2% Marktanteil jeweils in der Zielgruppe der 14-59-jährigen Zuschauer.

Marktanteile in %

Zuschauer 14-59 Jahre
2023 2022 Abw.
RTL 9,4 9,1 0,3
VOX 6,2 6,2 0,0
RTLZWEI 3,6 3,7 -0,1
NITRO 2,2 2,2 0,0
SUPER RTL 1,4 1,3 0,1
RTLup 2,1 1,9 0,2
ntv 1,2 1,4 -0,2
TOGGO Plus 0,2 0,2 0,0
VOXup 0,7 0,6 0,1
Summe 27,1 26,6 0,5
ProSiebenSat.1 Gruppe
SAT.1 6,0 6,5 -0,5
ProSieben 5,4 5,8 -0,4
Kabel 1 4,5 4,2 0,3
SIXX 1,2 1,2 0,0
Sat1 Gold 2,1 2,2 -0,1
Pro7 Maxx 1,2 1,3 -0,1
Kabel 1 Doku 1,1 1,1 0,0
Summe 21,6 22,3 -0,7
öffentlich rechtliche Sender (ÖR)
ARD 8,7 9,1 -0,4
ZDF 9,2 9,3 -0,1
Dritte 8,1 7,9 0,2
Sonstige ÖR *) 9,2 9,5 -0,3
Summe 35,2 35,8 -0,6
restliche Sender 16,1 15,3 0,8
Total 100,0 100,0 0,0
Zuschauer 3+
2023 2022 Abw.
RTL 7,9 7,4 0,5
VOX 4,7 4,7 0,0
RTLZWEI 2,4 2,6 -0,2
NITRO 1,8 1,9 -0,1
SUPER RTL 1,2 1,2 0,0
RTLup 2,5 2,2 0,3
ntv 1,1 1,2 -0,1
TOGGO Plus 0,2 0,2 0,0
VOXup 0,5 0,5 0,0
Summe 22,2 21,9 0,3
ProSiebenSat.1 Gruppe
SAT.1 4,7 5,1 -0,4
ProSieben 3,0 3,3 -0,3
Kabel 1 3,2 3,0 0,2
SIXX 0,8 0,8 0,0
Sat1 Gold 2,1 2,2 -0,1
Pro7 Maxx 0,7 0,8 -0,1
Kabel 1 Doku 0,8 0,8 0,0
Summe 15,3 16 -0,7
öffentlich rechtliche Sender (ÖR)
ARD 12,2 12,2 0,0
ZDF 14,5 14,5 0,0
Dritte 13,4 13,4 0,0
Sonstige ÖR *) 10,1 10,2 -0,1
Summe 50,3 50,3 0,0
restliche Sender 12,2 11,8 0,4
Total 100,0 100,0 0,0

*) 3SAT, ARTE, PHOENIX, KIKA; ZDF INFO, ZDF NEO; ONE, TAGESSCHAU 24; ARD Alpha gerundet auf eine Nachkommastelle

Quelle: AGF in Zusammenarbeit mit GfK / DAP videoSCOPE / DATA Alliance

Auch beim Gesamtpublikum (Zuschauer ab 3 Jahre) konnten die Sender von RTL Deutschland den Abstand auf 6,9 (VJ 5,9) Prozentpunkten zu ProSiebenSat.1 wieder deutlich aufbauen.

Bei den Zuschauern ab 3 Jahren kam RTL 2023 auf einen Jahresmarktanteil von 7,9% und lag damit hinter dem ZDF (14,5%), hinter den Dritten (13,4%), und der ARD (12,2%). Auf den weiteren Plätzen folgten SAT.1 (4,7%), VOX (4,7%), Kabel 1 (3,2%), ProSieben (3,0%) und RTLup (2,5%). RTLZWEI erzielte einen Marktanteil von 2,4%, Nitro kam auf 1,8%, SUPER RTL erzielte einen Zuschaueranteil von 1,2%, ntv erreichte einen Jahresmarktanteil von 1,1%, VOXup von 0,5 % und TOGGO Plus von 0,2%.

Im Jahr vor der Europameisterschaft in Deutschland zählen die Live-Spiele der Fußball-Nationalmannschaft ungebrochen zu den Programmhighlights bei RTL. Die Premiere des neuen Bundestrainers Julian Nagelsmann war mit insgesamt 7,47 Millionen Zuschauern (MA 30,3 %) die meistgesehene Sendung des Jahres bei RTL. In der Kernzielgruppe der 14- bis 59-Jährigen erreichten die fünf Länderspiele im Jahresschnitt herausragende Marktanteile von 30,3 Prozent bei RTL. Auch im Europapokal zeigt sich mit Quoten von bis zu 3,63 Millionen Zuschauern pro Spiel das ungebrochene Interesse der Fußballfans an internationalem Spitzenfußball.

Bereits in der ersten Saison als neuer Free-TV-Partner der NFL konnte RTL große Quotenerfolge verbuchen: Nach zwölf Wochen der Regular Season ist es gelungen, sowohl in der Gesamtreichweite als auch in allen relevanten Zielgruppen den Schnitt der Vorjahressaison zu übertreffen. Zusätzlich setzte RTL neue Bestmarken: Die NFL-Liveübertragung der Partie Chicago Bears @ Detroit Lions sorgte mit insgesamt 850.000 Fans für die höchste Gesamtreichweite eines NFL Regular Season Games (19 Uhr) im deutschen Free-TV. Mit einem Marktanteil von 20,3 Prozent konnte RTL mit American Football vor allem bei den jungen Männern (14-29 Jahre) punkten und damit diese Zielgruppe wieder im linearen TV erreichen. Erfolgreich ist auch der crossmediale Ansatz mit neu konzipierten Audio-Inhalten, TV-Magazinen sowie Streaming-Angeboten rund um die NFL.

"RTL Aktuell" ist mit einem Marktanteil von 17,8 Prozent auch 2023 die erfolgreichste Nachrichtensendung in der Zielgruppe 14-59. Einen rekordreichen Start in das Jahr verbuchte "RTL Direkt" am 26. Januar. Mit hervorragenden 30,0 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 59-Jährigen, 35,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen und 22,1 Prozent beim Gesamtpublikum (3+) erzielte die Nachrichtensendung in allen Zielgruppen neue Bestwerte seit Sendestart. Das Mittagsmagazin "Punkt 12" erreichte am 15. Juni mit 15,5 Prozent bei den 14- bis 59-Jährigen und sogar 21,0 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen die besten Marktanteile seit der Verlängerung auf drei Stunden im Juli 2021. "RTL EXTRA" mit Moderatorin Mareile Höppner erzielte am 19. September mit einem starken Marktanteil von 15,1 Prozent (14-59) einen neuen Bestwert seit 2020.

"Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" erreichte im Frühjahr im Schnitt 4,14 Millionen Zuschauer ab 3 Jahre. Der Marktanteil lag bei 29,2 Prozent (14-59 Jahre) und 33,7 Prozent (14-49 Jahre): Damit war die 16. Staffel der Dschungelshow erfolgreicher als im Vorjahr. Die 16. Staffel von "Let's Dance" war ein voller Erfolg: Durchschnittlich 4,17 Millionen Zuschauer ab 3 Jahre (MA: 17,5 %) begeisterten sich 2023 Woche für Woche für das Tanzduell der Stars - bester Marktanteil seit 2014. Durchschnittlich sahen sehr gute 18,1 Prozent der 14- bis 59-jährigen Zuschauer die 13 erfolgreichen "Let's Dance"-Shows (einschließlich der "Kennenlernshow"). Bei den 14- bis 49-Jährigen waren es 20,3 Prozent. Mit diesen Werten verzeichnet "Let's Dance" sowohl bei 14-59 als auch bei 14-49 die höchsten Einschaltquoten seit 2020. Großer Erfolg für die regulären Folgen von "Wer wird Millionär?" und die Specials. 4,99 Millionen Zuschauende (20 % MA) ab 3 Jahre erreichte die Quizshow am 6. Januar 2023. Die Folge im Rahmen der 3-Millionen-Woche verbuchte damit die stärkste Reichweite nach Fußball und Dschungelcamp. Der Marktanteil bei den 14- bis 59-Jährigen lag bei starken 19,9 Prozent. Das Prominenten-Special im Rahmen des Spendenmarathons erreichte einen Marktanteil von 17,6 Prozent (14-59 Jahre) bei 3,67 Millionen Zuschauer ab 3 Jahre. "Ninja Warrior Germany" performt 2023 stärker als vor zwei Jahren: Die laufende Staffel liegt im Schnitt bei 12,3 Prozent Marktanteil (14-59 Jahre) und beim jungen Publikum (14 bis 49 Jahre) bei 15,3 Prozent. "Die Verräter" mit Moderatorin Sonja Zietlow erreichte als neue Marke aus dem Stand einen durchschnittlichen MA von 9,0 Prozent (14-59 Jahre). "Das Sommerhaus der Stars" erreichte im Schnitt einen sehr guten Marktanteil von 11,0 Prozent MA bei den 14- bis 59-Jährigen und 13,2 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen.

Die neuen Krimis unter dem Label "Tödlicher-Dienst-Tag" begeisterten im Frühjahr 2023 ein großes Publikum. "Dünentod" mit Hendrik Duryn erreichte 3,73 Millionen Zuschauer ab 3 Jahre. Der Marktanteil lag bei 14,3 Prozent (14-59 Jahre). Auch der zweite Film des Nordsee-Krimis war mit 3,55 Millionen Zuschauern (ab 3 Jahre) und 14,1 Prozent MA (14-59 Jahre) sehr stark. "Gute Freunde - Der Aufstieg des FC Bayern" war sowohl bei RTL mit durchschnittlich 9,3 Prozent Marktanteil (14-59 Jahre) als auch auf RTL+ erfolgreich, wo es gut gestartet ist und die weiteren drei Folgen exklusiv abrufbar sind.

"Barbara Salesch - Das Strafgericht" liegt im Schnitt bei 9,2 Prozent (14 bis 59 Jahre) und "Ulrich Wetzel" bei 9,2 Prozent. "Das Jugendgericht" liegt bei 10,2 Prozent (14 bis 59 Jahre) im Schnitt.

Sport war bei NITRO auch 2023 ein Erfolgsgarant, egal ob auf dem Rasen oder auf dem Asphalt: Mit einer Reihe von NFL-Highlights, wie der Übertragung der "Thanksgiving Games" am 23. November (Kickoff 22:30 Uhr, 8,7 % Marktanteil, Männer 30-49 J.), sowie einem erfolgreichen "ADAC TotalEnergies 24h-Rennen" am 20. und 21. Mai (6,4 % MA, M. 30-49 J.) und dem Finale der UEFA Europa Conference League am 7. Juni (6,1 % MA, M. 30-49 J.) feierte NITRO zahlreiche sportliche Quotenerfolge.

2023 überzeugten auch Eigenproduktionen: Bis zu 11,1 Prozent Marktanteil erreichten "Die Tuning Profis" bei den Männern im Alter zwischen 30 bis 49 Jahre. Die RTL+ Serie "Legend of Wacken" feierte bei NITRO Free-TV-Premiere und erzielte mit bis zu 3,8 Prozent einen hervorragenden Marktanteil in der Männerzielgruppe.

Bei RTLup ist der Schlager auch weiterhin Trumpf: Die "Schlagernacht des Jahres 2023", das größte Open-Air-Event der Schlagerszene, punktete in der RTLup-Kernzielgruppe der 40- bis 64-jährigen Frauen mit einem Marktanteil von 2,3 Prozent. Auch die neuen Eigenproduktionen "Die Landtierärzte - 24/7 im Einsatz" und "Die Hundefriseure - Profis für alle Felle" konnten sich im RTLup-Programm behaupten.

Jamie Oliver fand bei VOXup in diesem Jahr seine neue Free-TV-Heimat: Mit "Jamie Oliver: Geniale One Pot Gerichte" feierte der Star-Koch erfolgreich bei VOXup seinen Einstand. Der Sender toppte am 5. September mit 2,2 Prozent bei den 14- bis 59-jährigen Frauen seine Bestmarke als stärkster Tag in der Sendergeschichte. Grund hierfür waren unter anderem die starken US-Fiction-Serien wie "Rizzoli & Isles", "Chicago Fire", "Chicago Med" und "Chicago P.D.".

2023 ist ein absolutes Rekordjahr für RTL+. Seit Launch der All Inclusive Entertainment App im August erzielt der Streamingdienst von RTL Deutschland einen Rekord-Monat nach dem Nächsten. Besonders die starken Video-Inhalte sorgen mit so vielen Gesamt-Sendungsstarts wie noch nie für Alltime Highs auf RTL+. So katapultiert sich der Oktober zum stärksten Monat jemals in der Geschichte von RTL+, dicht gefolgt von November und September auf Platz 2 und 3. Insgesamt verbuchen die Gesamt-Sendungsstarts von Januar bis einschließlich November 2023 im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 23 Prozent. Neben den erfolgreichen Bewegtbild-Inhalten ist auch die Nutzung im Audio-Bereich stark gestiegen. Seit Integration von Musik, Hörbüchern und Podcasts in der RTL+ App im August sind die Audio-Streamstarts um hervorragende 48 Prozent gewachsen. Auch die nach Launch der All Inclusive Entertainment App nach und nach integrierten Online-Magazine tragen zur starken Nutzung des crossmedialen RTL+ Angebots bei.

Im Januar 2022 erwarb die RTL Deutschland GmbH von der Bertelsmann SE & Co. KGaA 100 Prozent der Anteile an dem Verlagshaus Gruner + Jahr. Hiermit wird RTL Deutschland GmbH zum führenden Entertainment Anbieter über alle Mediengattungen TV, Streaming, Print, Digital, Radio und Podcast ausgebaut und die Position im Markt gestärkt.

1.3. Lage der Gesellschaft

1.3.1 Ertragslage

Die Umsatzerlöse von RTL sanken im Vergleich zum Vorjahr auf EUR 1.333 Mio. (VJ EUR 1.646 Mio.). Der Umsatzrückgang resultiert aus rückläufigen Erlösen aus dem Verkauf von Fernsehwerbung (EUR -265 Mio.), geringeren Erlösen aus dem Verkauf von Fernsehsenderechten (EUR -47 Mio.) sowie gesunkenen sonstigen Umsatzerlösen (EUR -2 Mio.).

Bei den sonstigen Umsatzerlösen handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzerlöse aus der Bürovermietung, Untervermietung von Satellitentransponderkapazität sowie um Umsatzerlöse aus der Programmverbreitung und aus Telefonmehrwertdiensten.

Die Umsatzerlöse von RTL werden im Wesentlichen in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und der Schweiz erzielt und gliedern sich im Detail wie folgt auf:

Umsatzerlöse im Detail 2023 2022 Abweichung
in TEUR in TEUR in TEUR
Umsatzerlöse Fernsehwerbung 932.050 1.196.578 -264.528
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Fernsehsenderechten 240.228 287.478 -47.250
Sonstige Umsatzerlöse 160.602 162.114 -1.512
Summe 1.332.880 1.646.170 -313.290

Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich im Berichtszeitraum um EUR -110 Mio. Ursache hierfür ist ein Rückgang der Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (EUR -32 Mio.) und dem Rückgang der Erträge aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des Finanzanlagevermögens (EUR -79 Mio.).

Die Materialaufwendungen verringerten sich im Berichtsjahr um EUR +291 Mio. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus geringeren Aufwendungen für Vermarktungs- und Agenturprovisionen für den Bereich TV in Deutschland um EUR +190 Mio. Durch die Umstellung vom Kommissionsmodell auf den Eigenhandel entfallen diese Kosten in dem Geschäftsjahr 2023. Darüber hinaus verringerten sich die Aufwendungen für Auftragsproduktionen und Synchronisationen (EUR +53 Mio.). Auch der Wareneinsatz für den Verkauf von Fernsehsenderechten hat sich im Vergleich zum Vorjahr verringert (EUR +39 Mio.)

Dem Rückgang der Materialaufwendungen, steht eine Bestandsveränderung an vorproduzierten Eigenprogrammen in Höhe von EUR +96 Mio. (VJ EUR+114 Mio.) gegenüber. Diese im Vergleich zum Vorjahr um EUR -18 Mio. geringere Bestandserhöhung ergibt sich im Wesentlichen aus höheren plan- und außerplanmäßigen Abschreibungen des kurzlebigen Eigenprogramms (EUR -37 Mio.), denen als gegenläufiger Effekt höhere Investitionen im Bereich des kurzlebigen Eigenprogramms (EUR +14 Mio.) entgegenstehen. Die Bestandsveränderung im Bereich des langlebigen Eigenprogramms hat sich um EUR -4 Mio. verringert.

Die Aufwendungen für die Ausstrahlung von Programmvermögen stiegen um EUR -17 Mio. Dieser Anstieg resultiert überwiegend aus höheren Aufwendungen für die planmäßigen Abschreibungen von Fremdprogrammen (EUR -15 Mio.), denen geringere außerplanmäßige Abschreibungen von Fremdprogrammen (EUR +2 Mio.) entgegenstehen. Die Aufwendungen für Ausstrahlung im Bereich des langlebigen Eigenprogramms haben sich um EUR -6 Mio. erhöht.

Die Personalaufwendungen sind mit einem Rückgang von EUR +1 Mio. ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres geblieben.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich um EUR +8 Mio., wobei sich die Aufwendungen für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit um EUR +19 Mio. verringerten. Mit einem Anstieg von EUR -6 Mio. haben sich die Aufwendungen für die Filmförderungen und sonstige Verwaltung, sowie die Aufwendungen aus Miet- und Leasingverträgen um EUR -3 Mio. gegenläufig entwickelt. Die übrigen sonstigen Aufwendungen bewegen sich nahezu auf dem Vorjahresniveau.

Aufgrund des Rückgangs der Umsatzerlöse (EUR -313 Mio.), der geringeren Bestandserhöhung an vorproduzierten Eigenprogrammen (EUR -18 Mio.), geringeren sonstigen betrieblichen Erträgen (EUR -110 Mio.), geringeren Materialaufwendungen (EUR +291 Mio.), höheren Ausstrahlungskosten für Programmvermögen (EUR -17 Mio.), gesunkenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen (EUR +8 Mio.) sowie konstanten Personalkosten und Abschreibungen für das Anlagevermögen, liegt das operative Ergebnis mit EUR 145 Mio. (VJ EUR 305 Mio.) unter dem Vorjahresergebnis (EUR -160 Mio.).

Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 35 Mio. Dies ist hauptsächlich begründet durch die im Jahr 2023 erstmalig durchgeführte Gewinnabführung der CLT-UFA Germany GmbH, der das erstmalig nicht mehr an die RTL Television GmbH abgeführte Ergebnis der Ad Alliance GmbH sowie insgesamt niedrigere Ergebnisse aus den anderen Gesellschaften entgegenstehen.

Das Zinsergebnis, der Saldo aus Zinsaufwendungen und Zinserträgen, verschlechterte sich um EUR -17 Mio.

Der Gewinn vor Ergebnisabführung verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR -141 Mio. auf EUR 230 Mio. (VJ EUR 371 Mio.). Er wird aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages an die RTL Deutschland GmbH abgeführt.

Die Zusammensetzung der Programmaufwendungen hat sich seit 2019 wie folgt entwickelt:

Programmaufwand 2019 - 2023
Geschäftsjahr Eigenprogramm Fremdprogramm Summe
in Mio. EUR in Mio. EUR in Mio. EUR
2019 643 128 771
2020 562 159 721
2021 625 134 759
2022 660 123 783
2023 626 121 747

1.3.2 Kennzahlen

Die Steuerung des Unternehmens erfolgt nach IFRS Kenngrößen. Das Ergebnis nach IFRS (EBITA) weicht nicht wesentlich vom hier beschriebenen handelsrechtlichen Ergebnis ab. Ein weiterer Leistungsindikator ist der Cash-Flow. Neben den finanziellen Steuerungsgrößen sind als nicht-finanzielle Größen u.a. die Zuschauermarktanteile relevant. Von Bedeutung ist dabei die werberelevante Zielgruppe der erwachsenen Zuschauer im Alter von 14 bis 59 Jahren.

Die Kennzahlen von RTL haben sich wie folgt entwickelt:

Kennzahlen 2020 2021 2022 2023
in Mio. EUR in Mio. EUR in Mio. EUR in Mio. EUR
Umsatz 1.591 1.697 1.646 1.333
Nettowerbeumsatzerlöse 1) 1.024 1.071 981 905
EBITA 640 655 504 363
Ergebnis vor Abführung 447 507 371 230
Cash-Flow nach DFVA / SG 2) 650 658 504 380
Kennzahlen Veränderung zum Vorjahr
in Mio. EUR in %
Umsatz -313 -19,0
Nettowerbeumsatzerlöse 1) -76 -7,7
EBITA -141 -28,0
Ergebnis vor Abführung -142 -38,0
Cash-Flow nach DFVA / SG 2) -124 -24,6

1) Bruttowerbeerlöse abzüglich Rabatte Agentur-, Vermarktungsprovision und Skonto

2) Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung zuzüglich Abschreibungen Sachanlagevermögen und Ausstrahlungsaufwand

Für die Steuerung des Unternehmens sind die nachfolgenden Kennzahlen die bedeutenden Leistungsfaktoren Umsatz, EBITA, Cash-Flow und Zuschauermarktanteile.

1.3.3 Vermögens- und Finanzlage

Bilanz RTL Television GmbH 2023 und 2022

2023 2022
AKTIVA in Mio. EUR in % in Mio. EUR in %
Anlagevermögen 1.003 50% 1.001 47%
Programmvermögen 327 16% 263 12%
Konzernfinanzierung 275 14% 504 24%
übrige Aktiva 387 19% 373 17%
Bilanzsumme 1.992 100% 2.141 100%
Abw.
AKTIVA in Mio. EUR in %
Anlagevermögen 2 0%
Programmvermögen 64 24%
Konzernfinanzierung -229 -45%
übrige Aktiva 14 4%
Bilanzsumme -149 -7%
2023 2022
Passiva in Mio. € in % in Mio. € in %
Eigenkapital 385 19% 385 18%
Rückstellungen 91 5% 139 6%
Konzerndarlehen 800 40% 800 37%
Verbindlichkeiten und übrige Passiva 716 36% 817 39%
Bilanzsumme 1.992 100% 2.141 100%
Abw.
Passiva in Mio. EUR in %
Eigenkapital 0 0%
Rückstellungen -48 -35%
Konzerndarlehen 0 0%
Verbindlichkeiten und übrige Passiva -101 -12%
Bilanzsumme -149 -7%

Die Bilanz zum 31. Dezember 2023 weist eine Bilanzsumme von EUR 1.992 Mio. aus und liegt damit um EUR 149 Mio. unter dem Vorjahreswert.

Der Rückgang der Aktiva resultiert im Wesentlichen aus einer niedrigeren Konzernfinanzierung (EUR -229 Mio.), der höheres Programmvermögen (EUR +64 Mio.) und höhere übrige Aktiva (EUR +14 Mio.) gegenüberstehen. Das Anlagevermögen befindet sich mit einem Anstieg von EUR +2 Mio. in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Anstieg der übrigen Aktiva ist im Wesentlichen begründet durch höhere Forderungen aus Ergebnisabführungen (EUR +28 Mio.), denen geringere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Fremde (EUR -7 Mio.) entgegenstehen. Der Rückgang der Konzernfinanzierung resultiert aus dem Rückgang der Forderung aus dem Cash-Pooling mit der RTL Group Financial Services GmbH (EUR -229 Mio.).

Die Programmbestände hingegen sind um EUR +64 Mio. gestiegen. Dieser Anstieg resultiert aus höheren Beständen von Fremdprogramm (EUR +58 Mio.) und höheren Beständen an kurz- und langlebigem Eigenprogramm (EUR+6 Mio.). Das Anlagevermögen erhöhte sich um EUR +2 Mio., hervorgerufen im Wesentlichen durch den Anstieg im Bereich der Bauten auf fremden Grundstücken sowie der sonstigen Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung um EUR +4 Mio., dem ein Rückgang der sonstigen Ausleihungen (EUR -2 Mio.) gegenüberstand.

Der Rückgang der Passiva resultiert im Wesentlichen aus geringeren Rückstellungen (EUR -48 Mio.), sowie aus geringeren Verbindlichkeiten (EUR -101 Mio.). Der Rückgang der Rückstellungen ist im Wesentlichen begründet durch den Rückgang der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (EUR -12 Mio.) und Drohverluste (EUR -27 Mio.). Der Rückgang der Verbindlichkeiten ist im Wesentlichen begründet durch den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter aus der Ergebnisabführung (EUR -142 Mio.), sowie dem Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten (EUR -6 Mio.), denen höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (EUR 28 Mio.) und höhere Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (EUR 18 Mio.) gegenüberstehen.

Die Gesellschaft wird weitestgehend konzernintern durch die RTL Group Financial Services GmbH und über ein Darlehen der RTL Group Markenverwaltungs GmbH (EUR 800 Mio.) finanziert.

Die Liquiditätssteuerung und Zahlungen von Verbindlichkeiten aller wesentlichen Gesellschaften der RTL Deutschland Gruppe werden zentral durch die RTL Group Financial Services GmbH im Geschäftsjahr 2023 vorgenommen. Sämtliche Zahlungsmittelströme werden im Rahmen eines Cash-Pooling-Verfahrens in der RTL Group Financial Services GmbH zusammengeführt und an die RTL Group GmbH/ Bertelsmann SE & Co. KGaA weitergegeben. RTL ist hierbei allerdings über die RTL Group Financial Services GmbH direkt in das Cash Pooling der RTL Group / Bertelsmann SE & Co. KGaA integriert, so dass eine immer ausreichende Liquiditätsversorgung im Geschäftsjahr sichergestellt war.

Die Kreditlinien bei deutschen Geldinstituten belaufen sich auf EUR 6,0 Mio. Davon waren EUR 3,8 Mio. zum 31.12. nicht ausgenutzt.

RTL fungiert für die Sender der RTL Deutschland GmbH und die Streaming Plattform RTL+ als zentrale Einkaufsgesellschaft insbesondere in dem Bereich Programmvermögen. Hierdurch fließen Programmrechte für die Sender der RTL Deutschland GmbH als Investitionen bei RTL zentral ab und es erfolgt eine konzerninterne Weitergabe von Programmrechten.

Aus langfristigen Programmversorgungsverträgen mit amerikanischen Filmstudios, Auftrags-produktionen sowie Sportübertragungsrechten resultieren zum 31.12.2023 finanzielle Verpflichtungen in Höhe von EUR 994.489 Mio.

Die Summe aus Eigenkapital, langfristigem Fremdkapital in den übrigen Passiva und Pensionsverpflichtungen in den Rückstellungen deckt die Summe aus Anlage- und Programmvermögen annähernd zu 100 % ab, und stellt somit eine langfristige Stabilität des Unternehmens sicher.

1.4. Wesentliche Entwicklungen der Beteiligungen von RTL im Geschäftsjahr 2023

Die VOX Television GmbH (nachfolgend "VOX"), die über die VOX Holding GmbH gehalten wird, musste auf Grund des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes des abgelaufenen Geschäftsjahres einen Rückgang der Umsatzerlöse verzeichnen (EUR -146 Mio.). Auf Grund dieser Erlössituation erwirtschaftet die VOX Television GmbH im Geschäftsjahr 2023 ein geringeres Jahresergebnis in Höhe von EUR 262 Mio. (VJ EUR 271 Mio.) und konnte aber trotz des stark fragmentierten Zuschauermarktes ihren Marktanteil von 6,2% (VJ 6,2%) in der für die Werbewirtschaft wichtigen Zielgruppe konstant halten.

Im Geschäftsjahr 2023 wieder sehr erfolgreich war auch die ntv Nachrichtenfernsehen GmbH (nachfolgend "ntv"), insbesondere mit ihren Nachrichten, den umfangreichen Sondersendungen zum Ukraine Krieg, der Wirtschaftsberichterstattung, interessanten Dokumentationen und Talk Shows. Wesentlich zum Erfolg beigetragen hat auch die sehr erfolgreiche kostenlose werbefinanzierte ntv App. Sie bietet seriöse, schnelle und kompetente Nachrichten in Text-, Video- und Audio-Formaten, sowie aktuelle Breaking News.

Im Geschäftsjahr 2023 hat die Gesellschaft einen Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung in Höhe von EUR 4 Mio. (VJ EUR 5 Mio.) erwirtschaftet.

Die RTL interactive GmbH betreibt die Sender-Websites und das Video-on-Demand Portal "RTL+" von RTL und den übrigen Sendern der Gruppe und hält u.a. Beteiligungen an der Checkout Charlie GmbH. Unter der neuen Dachmarke RTL+ entwickelt und betreibt die RTL Interactive GmbH ihr Bewegtbildangebot im Internet. Das Angebot bietet Formate aller Sender von RTL Deutschland GmbH zum zeitversetzten Abruf in voller Länge und im Livestream. Viele neue Formate und auch Sport Events von RTL werden auch zukünftig vor Ausstrahlung im Fernsehen online komplett zu sehen sein, auch in HD-Qualität.

Auch aufgrund der Anlauf- und Weiterentwicklungskosten des Streaming Portals RTL+ beläuft sich das Ergebnis der RTL interactive GmbH auf EUR - 228 Mio. (VJ EUR -225 Mio.).

1.5. Personal

Im Jahresdurchschnitt wurden 126 (VJ 130) Ganztageskräfte bei RTL beschäftigt. Teilzeitarbeitskräfte wurden anteilig in Ganztageskräfte umgerechnet und Auszubildende in voller Höhe mit einbezogen. Nicht sozialversicherungspflichtige Beschäftigte wurden nicht berücksichtigt.

Ein seit 1992 bestehendes Mitarbeiter-Erfolgsbeteiligungsmodell beteiligt die Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens. Im Geschäftsjahr wurden für diese Zwecke EUR 1 Mio. (VJ EUR 1 Mio.). zurückgestellt.

III. Chancen- und Risikobericht

Risiko-Management-System

Das Risiko-Management-System ("RMS") der Gesellschaft ist über die RTL Group S.A. in das RMS des Mehrheitsgesellschafters Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh, einbezogen. Dabei sind die RTL Group S.A. und ihre Tochterunternehmen über eine Konzernrichtlinie auf die Einhaltung eines definierten Standards verpflichtet.

Risiken und Chancen der zukünftigen Entwicklung der Gesellschaft

Nachfolgend sind die Risiken absteigend nach ihrer Bedeutung für die Gesellschaft angegeben:

Im Fernseh- und Streaming-Markt nimmt das Angebot von Bewegtbild weiter zu. US-Studios beginnen bereits, ihre Inhalte restriktiver anderen Marktteilnehmern zu verkaufen bzw. teilweise ganz auf den Vertrieb von Programmrechten zu verzichten, um ihre eigenen Streaming Plattformen zu stärken.

Insbesondere der Konsum von Bewegtbild befindet sich aktuell in einem grundlegenden Wandel, der sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen wird. Die non-lineare Nutzung über Streaming gewinnt weiter an Bedeutung, während die lineare Nutzung über klassisches TV rückläufig ist. Neue Streaming Anbieter drängen in den Markt und kämpfen um die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Nahezu alle US-Studios versuchen sich mit eigenen Plattformen im Markt zu etablieren.

Der Free-TV Markt wird auch im Geschäftsjahr 2024 und in den Folgejahren weiter hart umkämpft sein. Die Schnelllebigkeit von Formaten und die verstärkte Konkurrenz wird durch neue Marktteilnehmer wachsen.

Allgemeine Branchenrisiken und -chancen

RTL strebt im Jahr 2024 erneut die Marktführerschaft in der Zielgruppe der 14- bis 59- jährigen Zuschauer an. Hierfür sind entsprechende Entwicklungsbudgets vorgesehen. Fremdprogramm wird im Geschäftsjahr 2024 und den Folgejahren wiederum ein wichtiger Programmbestandteil sein, wenngleich mit leicht abnehmender Bedeutung. Die Zugänge im Fremdprogramm sind durch langfristige Programmversorgungsverträge weitestgehend abgesichert.

Es besteht ein generelles Risiko, dass erworbene Auftragsproduktionen, Fremdprogramme und Sportrechte nicht die erwarteten Marktanteile oder Deckungsbeiträge realisieren. Hierfür wird fallweise eine entsprechende Risikovorsorge getroffen. Zum 31. Dezember 2023 wurden in diesem Zusammenhang Drohverlustrückstellungen von EUR 24 Mio. bilanziert.

Im August 2023 wurde die neue "All Inclusive Entertainment App" RTL+ gelauncht, in der alle bestehenden digitalen Mediengattungen gebündelt angeboten werden. RTL+ ist damit das erste deutsche All Inclusive Entertainment Paket. Möglich machen dies einzigartig entwickelte Inhalte, die Zusammenführung von Gruner + Jahr und RTL, sowie eine Partnerschaft mit Deezer für Musik. Damit ist die RTL Deutschland Gruppe gut positioniert, auch in Zukunft der führende Bewegtbildanbieter in Deutschland zu sein. Zum 31. Dezember 2023 hatte RTL+ einen Stand von 4,9 Mio. Nutzern.

Durch dieses neue allumfassende Entertainment Angebot mit allen bestehenden digitalen Mediagattungen, ist RTL über seine Tochtergesellschaft RTL interactive GmbH für die Zuschauer und Werbekunden immer und überall präsent, um entsprechende Umsatz- und Ertragschancen zu nutzen.

Währungsrisiken

Da ein Großteil der Einkäufe von Fremdprogrammen in Fremdwährung abgewickelt wird, unterliegt die Gesellschaft Fremdwährungsrisiken. Um Ergebnisvolatilitäten aufgrund eventuell entstehender Kursschwankungen zu vermeiden, werden bestehende Abnahme-verpflichtungen gemäß der vorgegebenen Kurssicherungsstrategie der RTL Group S.A. abgesichert. Diese Strategie sieht vor, bestehende und zukünftig entstehende Fremdwährungsverbindlichkeiten entsprechend der jeweiligen Fälligkeit pro Jahr prozentual abzusichern. Demzufolge sind die bestehenden Fremdwährungsverpflichtungen der Folgejahre bereits weitgehend abgesichert.

Liquiditätsrisiken

Die Zahlungsfähigkeit und Liquidität von RTL wird durch eine kontinuierliche Liquiditätsplanung und -sicherung, sowie die Einbindung in ein konzernweites Cash-Pooling der RTL Group S.A. und der Bertelsmann SE & Co. KGaA für die absehbare Zukunft jederzeit sichergestellt.

Rechts- und Prozessrisiken

RTL, VOX, Super RTL, ntv und Ad Alliance (vormals IP Deutschland) sind Beklagte in einem vor dem Landgericht Düsseldorf anhängigen Klageverfahren. In diesem Klageverfahren macht RTLZWEI Auskunftsansprüche geltend und begehrt Feststellung einer Schadensersatzpflicht der Gesellschaften. Der Schadensersatzanspruch von RTLZWEI wird darauf gestützt, dass im Rahmen, der Ad Alliance im Auftrag der vier Sender in den Jahren bis 2007 betriebenen Vermarktung von Werbezeiten kartellrechtlich unzulässige Rabattgewährungen praktiziert worden seien. RTLZWEI hat eine gleichlautende Klage gegen die Sender und die Vermarktungsgesellschaft der ProSiebenSat.1 Media SE erhoben. Das Landgericht Düsseldorf hat einen Gutachter bestellt und ihm die Frage vorgelegt, ob aus sachverständiger Sicht der sichere Schluss möglich sei, dass die vom Bundeskartellamt geahndeten Rabatte wahrscheinlich zu einem Schaden bei RTLZWEI geführt haben. In dem im Februar 2018 vorgelegten Gutachten beantwortet der Gutachter diese Frage negativ. RTLZWEI hat mittlerweile umfassend zu dem vorgenannten Gutachten Stellung genommen und ein Parteigutachten vorgelegt, wonach der gerichtlich bestellte Gutachter die Beweisfrage falsch beantwortet habe. Am 16. Februar 2020 ist der gerichtlich bestellte Gutachter überraschend verstorben. Das Landgericht Düsseldorf hat die Klage im September 2023 insgesamt abgewiesen, ebenso die Parallelklage gegen ProSiebenSat.1. RTLZWEI hat gegen die Urteile Berufung beim OLG Düsseldorf eingelegt. Für September 2024 hat das OLG Düsseldorf eine mündliche Verhandlung angesetzt. Für Anwalts- und Gerichtskosten des Berufungsverfahrens wurde eine Rückstellung gebildet.

Haftungsrisiken

Die Gesellschaft verfügt über umfassenden Versicherungsschutz, der finanzielle Folgen aus Schadensfällen und Haftungsrisiken ausschließt bzw. begrenzt. Auch wenn der Versicherungsschutz nicht alle erdenklichen Risiken abdecken kann, ist das Management überzeugt, dass durch Schadens- oder Haftungsfälle eine Bestandsgefährdung der Gesellschaft unwahrscheinlich ist. Das Haftungsrisiko ist für die Gesellschaft von geringer Bedeutung.

Abschließende Gesamtaussagen zu der Risiko- und Chancensituation

Die Chancen und Risiken für die kommenden Geschäftsjahre entsprechen im Wesentlichen denen, die bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr vorlagen.

Die zuvor genannten Risiken wurden im Jahresabschluss angemessen berücksichtigt. Darüber hinaus sieht die Geschäftsführung keine weiteren wesentlichen Risiken, die den Bestand der Gesellschaft gefährden oder die Prognose für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des kommenden Geschäftsjahres in Frage stellen könnten.

Das Geschäftsjahr 2023 war geprägt durch die anhaltend hohe Inflation, ein gestiegenes Zinsumfeld sowie eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Infolgedessen konnte sich die deutsche Wirtschaft noch immer nicht von dem, durch die Corona-Pandemie entstandenen Markteinbruch erholen.

Die Geschäftsführung geht derzeit davon aus, dass dies mittel- bis langfristig nicht zu nachhaltigen und schwerwiegenden Veränderungen in der Werbewirtschaft führen wird, die zu weiteren über die beschriebenen Risiken hinausgehenden Risiken führen werden.

IV. Prognosebericht

1. Vorjahresprognose und tatsächliche Entwicklung

Die im Jahr 2022 für das Geschäftsjahr 2023 im Lagebericht gestellte Prognose leicht sinkender Umsatzerlöse, verbesserten Cash-Flow und eines leicht geringeren operativen Ergebnisses (EBITA) gegenüber dem Geschäftsjahr 2022, ist auf Grund der ungünstigen Wirtschaftsfaktoren im Geschäftsjahr 2023 und dessen Auswirkungen auf die Werbemärkte verstärkt eingetreten. Sowohl die Umsatzerlöse als auch das das realisierte EBITA und Cash-Flow lagen deutlich unter dem Vorjahreswert.

2. Prognose 2024

Nach einer Prognose der Deutschen Bundesbank wird sich die deutsche Wirtschaft ab dem Geschäftsjahr 2024 voraussichtlich wieder erholen und auf einen Expansionspfad einschwenken. Das kalenderbereinigte reale Bruttoinlandsprodukt wird laut Schätzung um 0,4 Prozent wachsen, die Inflationsrate soll auf 2,7 Prozent sinken. Außerdem werden steigende Exporte und aufgrund von einem stabilen Arbeitsmarkt, steigender Löhne und rückläufiger Inflation werden erhöhte Konsumausgaben der privaten Haushalte erwartet. Jedoch werden die privaten Investitionen zunächst noch sinken und sich erst im Jahr 2026 vollständig erholen. 5

5 Deutschland-Prognose der Bundesbank: Sinkende Inflation, aber noch keine Entwarnung | Deutsche Bundesbank

Trotz der Erwartungen bzgl. einer weiterhin rückläufigen Fernsehnutzung und einer moderaten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet RTL in seinen Planungen damit, dass es zu einer leicht positiven Entwicklung des Werbemarktes kommen wird, die zu höheren Werbeerlösen führen wird. Höhere (Programm-)Kosten werden das operative Ergebnis allerdings negativ beeinflussen.

Daher rechnet RTL mit leicht höheren Umsatzerlösen und einem leicht rückläufigen Ergebnis (EBITA), jedoch mit einem stark ansteigenden Cash-Flow gegenüber dem Vorjahr 2023. Für die nicht finanzielle Steuerungsgröße "Zuschauermarktanteile" in der für die Werbewirtschaft relevanten Zielgruppe der 14 bis 59-jährigen Zuschauer erwartet RTL einen Marktanteil leicht über dem Vorjahresniveau.

 

Köln, 16. Mai 2024

RTL Television GmbH

Inga Leschek, Geschäftsführerin

Stephan Schmitter, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die RTL Television GmbH, Köln

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der RTL Television GmbH, Köln, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der RTL Television GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Köln, den 22. Mai 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Zander, Wirtschaftsprüfer

Benecke, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde von den Gesellschaftern am 03. Juni 2024 festgestellt.

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