Envirotherm GmbHLiquidiert

Ruhrallee 185, 45136 Essen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Essen HRB 18253
Vorher
KWH Katalysatoren GmbH
Eingetragen
28.10.1960
Branche
Herstellung von Batterien und AkkumulatorenForschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Gegenstand
Die Entwicklung sowie der Einsatz von Technologien auf den Gebieten der Energiegewinung, der Entsorgung und der Gasreinigung, insbesondere im Bereich der Entwicklung und dem Betrieb von Anlagen zur Gaserzeugung sowie der Verbrennung von Reststoffen, und entsprechender Service-Aktivitäten. Gegenstand des Unternehmens ist ferner die Herstellung und der Vertrieb von Katalysatoren aller Art, der Erwerb und die Auswertung von Patenten, Lizenzen und ähnlichen Rechten auf dem Katalysatorengebiet, die Ausarbeitung von katalytischen Verfahren sowie die Vornahme aller sonstigen hiermit zusammenhängenden Geschäfte.

Historie

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Management

NameRolle
Andreas Dr. Brors
seit 6.5.2013
Prokura
Prokura
Prokura
Hansjobst Hirschfelder
seit 30.12.2004
Geschäftsführer
Jörg Dr. Ladenthin
seit 30.12.2004
Geschäftsführer
Georg Dr. Daradimos
seit 30.12.2004
Geschäftsführer

Konzern- und Jahresabschlüsse

Envirotherm GmbH

Essen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011

Lagebericht für 2011

1. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

Allgemeines

Die Envirotherm GmbH (Envirotherm oder Gesellschaft) ist ein planendes und beratendes Ingenieurbüro ohne eigene Herstellkapazitäten, mit Ausnahme der vom Joint Venture Chengdu Dongfang KWH Environmental Protection Catalysts Co., Ltd. (kurz: DKC) hergestellten Wabenkatalysatoren.

Die Envirotherm konzentrierte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr im Wesentlichen auf die Planung und Erstellung von Neuanlagen, Erweiterungen sowie Umbauten. Dies geschah vornehmlich im Zusammenhang mit den von der Gesellschaft angebotenen Technologien. Diese umfassen die

Gaserzeugungstechnologie,

Verbrennungstechnologie und

Gasreinigungstechnologie.

Die wesentlichen Aktivitäten lagen im Bereich Vermarktung und Weiterentwicklung der BGL-Gaserzeugungstechnologie (kurz: British Gas Lurgi) sowie der Projektentwicklung im Bereich der ZWS Technologie für Verbrennung als auch Gaserzeugung.

Entwicklung

In allen von der Gesellschaft bearbeiteten Marktsegmenten konnte eine teilweise konstante Geschäftsentwicklung - außer USA - festgestellt werden:

Revamp- und Neubauprojekte in Europa

Gaserzeugungsaktivitäten

Weiterhin starkes Interesse besteht an der Kohlevergasung (Projekte in China, Indien). Nach erfolgreicher Verschiffung des BGL-Gaserzeugers nach Indien wurde Envirotherm durch den neuen Eigentümer (Shriram epc) auch verstärkt in zusätzliche Projektaktivitäten (Unterstützung bei Abbau und Verschiffung einer Ammoniakanlage aus Portugal) eingebunden. Dieses Projekt wurde im Geschäftsjahr abgeschlossen.

Envirotherm betrachtet die Gaserzeugung als eine ihrer Kerntechnologien und wird diese weiterentwickeln und die Technologiebasis erweitern. Chancen hierzu sind durch ingenieurtechnische Beteiligungen an Projekten wie z.B. Zeropoint/Schwarze Pumpe oder Strohvergasung Gronau gegeben. In diesen Projekten wird Biomasse als Einsatzstoff genutzt. Sie ergänzen bzw. erweitern die vorhandene Technologiebasis.

Die Zusammenarbeit mit dem CUTEC Institut (Universität Clausthal-Zellerfeld) wurde im Bereich ZWS-Gaserzeugung von Biomassen (hier insbesondere: Stroh) verstärkt. Erste Erfindungsmeldungen wurden formuliert.

Katalysatoren und Entstaubung

China ist weiterhin der wichtigste Markt für die Vermarktung der im Joint Venture produzierten Wabenkatalysatoren, wobei der Absatzmarkt in Europa zurückgegangen ist.

Im Bereich Katalysatoren konnten im Wesentlichen folgende Aufträge gebucht werden:

StoHaas Marl - Deutschland

ERC für Wesseling - Deutschland

Wesentliche Auftragseingänge im Bereich Entstaubung waren:

DATEK Teerelektrofilter - Türkei

CPPE Durban - Südafrika

Londian LPPJFF Lizenz - China

In den USA konnte von Allied Environmental Solutions, Inc. (kurz: AES) nur ein Auftrag, aufgrund der noch immer eingeschränkten Umweltpolitik, gebucht werden:

Gulf Chemical

Die Betreuung der Lizenznehmer in China erfolgt für die Arbeitsgebiete DeNOx und Entstaubung direkt durch Envirotherm.

Leistungsindikatoren und Erfolgsfaktoren

Die Gesellschaft orientiert sich bei ihrem unternehmerischen Handeln an klassischen ökonomischen Leistungskriterien. Die langfristige Unternehmensentwicklung und deren Wachstum stehen dabei im Vordergrund. Der Unternehmenserfolg wird anhand finanzwirtschaftlicher Kennzahlen gemessen. Hierzu gehören Auftragseingang, Umsatz sowie EBITDA.

Die Auftragseingänge des Geschäftsjahres lagen unterhalb der erwarteten Auftragseingänge. Einem budgetierten Auftragseingang von 35,0 MEUR stand ein erreichter aktueller Wert von 27,1 MEUR gegenüber. Aufgrund der guten Auftragsqualität konnte jedoch die bei den Auftragseingängen geplante Marge in Höhe von 2,1 Mio. EUR mit 2,0 Mio. EUR nahezu erreicht werden. Der im Vergleich zum Budget geringere Auftragseingang hat mit dazu beigetragen, dass der Auftragsbestand zum Bilanzstichtag auf 10,5 MEUR sank. Die abzuarbeitenden Aufträge haben eine Reichweite von bis zu 7 Monaten.

Der budgetierte Umsatz von 41,5 MEUR wurde um 2,7 MEUR auf 44,2 MEUR deutlich gesteigert, ebenso die Gesamtleistung: Ist = 27,1 MEUR (Budget 26,0 MEUR), während das EBITDA gegenüber Budget (= 0,8 MEUR) überproportional um 1,4 MEUR auf ca. 2,2 MEUR stieg.

Wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres

Für die Gesellschaft sind im Geschäftsjahr 2011 folgende Ereignisse zu nennen:

Im Geschäftsjahr 2011 hat sich die Auftragssituation leicht negativer entwickelt als budgetiert (Ist: MEUR 27,1 gegenüber Budget: MEUR 35,0).

Die Umsetzung des BGL-Gaserzeugers Schwarze Pumpe nach Indien ist abgeschlossen, die Wiederinbetriebnahme hat sich auf Kundenseite durch Standortwechsel und ein neues Genehmigungsverfahren auf 2014 verschoben.

Mitarbeiter

Zum 31. Dezember 2011 betrug die Mitarbeiterzahl der Envirotherm GmbH 40 (Vj. 45) sowie die der Tochtergesellschaft AES weitere 22 (Vj. 23).

Forschung, Entwicklung und Anwendungstechnik und Produktionskontrolle

Wesentliche Aktivitäten lagen weiterhin im Bereich Weiterentwicklung der ZWS- und BGL-Vergasungstechnologien.

Qualität, Umweltschutz, Sicherheit

Neben internen Audits wurde in der Zeit vom 12./13. Oktober 2011 ein Überwachungsaudit durch den TÜV Nord zur DIN ISO 9001:2008 (BS OHSAS 18001:2007) und SCC:2006 erfolgreich absolviert. Die nächste Rezertifizierung ist im Jahr 2013 erforderlich.

Protokollierte Arbeitsausschusssitzungen (ASA) sowie Management Review Meetings finden regelmäßig statt, um die Umsetzung der geplanten Maßnahmen sicherzustellen und Entwicklungspotenzial zu ermitteln.

2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage

Trotz des leicht abgeschwächten Auftragseinganges konnte der Umsatz (MEUR 44,2, Vj. MEUR 37,7) im Geschäftsjahr 2011 gesteigert werden, was im Wesentlichen auf die Fertigstellung eines Großprojekts in Portugal zurückzuführen ist. Die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zzgl./abzgl. Bestandsveränderung) sank jedoch von MEUR 38,6 im Vorjahr auf MEUR 27,1 im Geschäftsjahr, was auf die Bestandsminderungen in Höhe von MEUR 17,1 zurückzuführen ist.

Die sonstigen betrieblichen Erträge (MEUR 1,5, Vj. MEUR 0,5) erhöhten sich zum ganz überwiegenden Teil aufgrund gestiegener Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, im Wesentlichen für Gewährleistungen aufgrund des Erreichens des Gewährleistungsendes sowie für nachlaufende Herstellungskosten.

Die Veränderung der Materialeinsatzquote (Materialaufwand zu Gesamtleistung) hat sich leicht von 74,5 % auf 73,9 % vermindert. Die Rohertrag (Gesamtleistung abzgl. Materialaufwendungen) sank von MEUR 9,9 im Vorjahr auf MEUR 7,1 im Geschäftsjahr aufgrund der unterschiedlichen Qualität der abgerechneten Projekte.

Die Personalaufwendungen (MEUR 4,2, Vj. MEUR 4,6) sanken u.a. aufgrund geringerer erfolgsabhängiger Vergütungen.

Der Rückgang des EBITDA von MEUR 3,4 des Vorjahres um MEUR 1,2 auf MEUR 2,2 im Geschäftsjahr 2011 ist im Wesentlichen auf den geringeren Rohertrag zurückzuführen.

Das außerordentliche Ergebnis des Vorjahres (-MEUR 0,7) resultierte aus der Anpassung an das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr von MEUR 30,8 auf MEUR 24,7, was vor allem durch einen Rückgang der liquiden Mittel und einen geringeren Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bedingt wird.

Das Anlagevermögen betrug zum Stichtag MEUR 6,3 (Vj. MEUR 6,5) und wurde im Vergleich zum Vorjahr um die planmäßige Abschreibung in Höhe von MEUR 0,4 verringert, aber u.a. um Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung (MEUR 0,1) und immaterielle Vermögenswerte (MEUR 0,1), im Wesentlichen Software, erhöht.

Die Vorräte in Höhe von MEUR 1,3 (Vj. MEUR 18,4) wurden mit den erhaltenen Anzahlungen in Höhe von MEUR 1,3 (Vj. MEUR 18,4) verrechnet. Der Rückgang resultiert u.a. aus der Abrechnung des Projekts Shriram "Ammoniakanlage".

Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen von MEUR 5,3 im Vorjahr auf MEUR 7,5 zum 31. Dezember 2011 resultiert aus Darlehensvergaben an die Schwestergesellschaften Bamag MENA LLC und Bamag GmbH sowie an die Muttergesellschaft Allied Technologies GmbH. Die Verminderung der Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Gj. MEUR 0,5; Vj. MEUR 0,9) resultiert aus der Rückführung von Forderungen auf Basis der bestehenden Rückzahlungsvereinbarung.

Die Verminderung der sonstigen Rückstellungen (Gj. MEUR 1,9; Vj. MEUR 3,5) resultiert im Wesentlichen aus der Auflösung projektbezogener Rückstellungen (nachlaufende Kosten und Gewährleistungen).

Die gesunkenen erhaltenen Anzahlungen (Gj. MEUR 2,5, Vj. MEUR 7,8) sind auf das derzeit geringere Geschäftsvolumen zurückzuführen.

Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Gj. MEUR 1,5, Vj. MEUR 1,8) ist stichtagsbedingt, aber auch auf das derzeit geringere Geschäftsvolumen zurückzuführen.

Finanzlage

Der negative Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 4,7 Mio. EUR (Vorjahr positiver Cashflow 4,8 Mio. EUR) resultiert im Wesentlichen daraus, dass die Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen die Abnahme der Vorräte überkompensiert.

Der negative Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 1,6 Mio. EUR (Vorjahr -2,5 Mio. EUR) resultiert im Wesentlichen aus der Gewährung von Finanzkrediten an verbundene Unternehmen.

Zum 31. Dezember 2011 bestehen von einer Bank und einem Kreditversicherer gewährte Avalkreditlinien in Höhe von insgesamt MEUR 30,0 (Vj. MEUR 15,0). Dieser wurde zum 31. Dezember 2011 in Höhe von MEUR 10,1 (Vj. MEUR 8,5) in Anspruch genommen. Als Sicherheit für den Avalkreditrahmen wurden MEUR 2,6 (Vj. MEUR 1,2) hinterlegt.

Gesamtaussage zur Geschäftstätigkeit

Die Geschäftsführung hat zwar im Geschäftsjahr 2011 ihr erwartetes Ziel im Bereich des Auftragseinganges nicht ganz erreicht, geht aber ab dem Geschäftsjahr 2012 wieder von Erreichung des budgetierten Auftragseingangs als Minimalziel aus, so dass die Auslastung der Gesellschaft auch für die folgenden Geschäftsjahre wiederum als gesichert anzusehen ist.

Die Gesellschaft verfolgt eine stringente Liquiditätspolitik, die insbesondere beim internen Bankenrating als positives Signal zu werten ist. Dies zeigt sich aber auch bei Kundenverhandlungen, die Aufträge vorzugsweise an finanzstarke Partner/ Lieferanten vergeben.

3. Risikobericht

Risiken

Für alle im laufenden Geschäft erkennbaren Risiken wurde, soweit die Voraussetzungen für die bilanzielle Berücksichtigung gegeben waren, im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses angemessene Vorsorge betrieben.

Die Entwicklung der Risiken wird von der Geschäftsführung permanent überwacht, um sofortige Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Risiken, die aus der Projektabwicklung resultieren, werden laufend überwacht und soweit erforderlich Gegenmaßnahmen eingeleitet. Soweit aus der Projektabwicklung bereits Risiken erkennbar sind, wurde hierfür eine ausreichende Risikovorsorge getroffen.

Die Risiken im Katalysatorenbereich sind im Wesentlichen Risiken aus dem Bereich der Umweltpolitik. Dies kann zu starken Nachfrageschwankungen führen, welche durch das an Bedeutung gewinnende Refillgeschäft künftig abnehmen wird. Gerade die immer noch verzögerte Gesetzgebung im US-Markt ist ein Beispiel hierfür.

Bestandsgefährdende Forderungsausfallrisiken sind durch ein aktives Forderungsmanagement nicht zu erwarten. Kreditversicherungen bestehen nicht. Forderungen in Fremdwährung, die einem Währungsrisiko ausgesetzt sind, werden regelmäßig durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Zum Abschlussstichtag bestanden keine Fremdwährungsforderungen.

Risiken aus der allgemeinen Geschäftsentwicklung sind nicht erkennbar. Aufgrund der Aktivitäten in China und Russland sind Risiken aufgrund der politischen Rahmenbedingungen nicht völlig auszuschließen.

Risiken im Zusammenhang mit der Stellung als Garantin für Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen insoweit, als ein Verkauf von Finanzanlagevermögen durch die Allied Technologies GmbH nicht kurzfristig erfolgt. Diesem Risiko wird derzeit sowohl von der Gesellschaft als auch von der Allied Technologies GmbH durch bereits stattfindende Verkaufsgespräche über Beteiligungen aktiv begegnet.

Chancen der künftigen Entwicklung

Im Bereich der Kohlevergasung ist weltweit eine Belebung festzustellen. Kohlereiche Länder, insbesondere China und Indien, haben wegen der mittelfristig ansteigenden Gaspreise und der weltweit diskutierten CO2-Problematik ein erhöhtes Interesse, einerseits ihre einheimischen Ressourcen verstärkt zu nutzen, um die Abhängigkeit vom Gasmarkt zu reduzieren, andererseits Verfahren zur Minderung der CO2-Emission einzusetzen, wie sie die Kohlevergasung bietet. Damit verbunden ist auch eine Zunahme von Projektaktivitäten.

In China bestehen Chancen, ein weiteres Kohlevergasungsprojekt (PDP und Lizenz) zu realisieren.

Projekte zur Gaserzeugung aus Biomasse zur energetischen oder rohstofflichen Verwertung werden in Deutschland aktiv verfolgt.

4. Nachtragsbericht

Die Envirotherm GmbH haftet u.a. für Darlehensverbindlichkeiten der Muttergesellschaft Allied Technologies GmbH aus Schuldscheindarlehen in Höhe von MEUR 5,0, das am 20. März 2012 zur Rückzahlung fällig geworden ist. Die Rückzahlung des Schuldscheindarlehens durch die Allied Technologies GmbH sollte aus dem Verkaufserlös wesentlicher Vermögensgegenstände der Bamag GmbH erfolgen. Da der Käufer dieser Vermögensgegenstände die Zahlung des Kaufpreises schuldig geblieben ist, wurde der Verkaufsvorgang Ende Mai 2012 abgebrochen. Die zwischenzeitlich erforderliche Rückzahlung des Schuldscheindarlehens erfolgte in Raten durch die Enviotherm GmbH bis zum 29. Juni 2012. Zur Besicherung ihrer Ansprüche aus der Rückführung des Schuldscheindarlehens gewährte die Allied Technologies GmbH der Envirotherm GmbH die Sicherungsabtretung ihrer Anteile an der Bamag MENA LLC. Die Rückzahlung der von der Envirotherm GmbH gewährten Finanzierung an die Allied Technologies GmbH kann dabei im Wesentlichen nur aus dem Verkauf dieser oder anderer Beteiligungen durch die Allied Technologies GmbH erfolgen. Die Geschäftsführung der Envirotherm GmbH erwartet den Abschluss eines Verkaufs innerhalb des Geschäftsjahrs 2012 und damit auch die Rückzahlung der an die Allied Technologies GmbH gewährten Zahlungsmittel.

Die zum 30. Juni 2012 ausgelaufenen Darlehensverträge mit verbundenen Unternehmen wurden stillschweigend verlängert.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, sind uns nicht bekannt.

5. Prognosebericht

Die Envirotherm wird trotz noch leicht anhaltender weltweiter Rezession versuchen, auch in den Folgejahren den positiven Entwicklungstrend abgelaufener Geschäftsjahre in allen Geschäftsbereichen fortzusetzen, um auch weiterhin zu den führenden Technologieanbietern zu gehören.

Für die folgenden Geschäftsjahre plant die Gesellschaft weiterhin positive EBITDA. Basierend auf dem aktuellen Projektstand erwartet die Gesellschaft in den Jahren 2012 und 2013 einen Auftragseingang von durchschnittlich MEUR 33,5. Die aus diesem Zugang resultierende Gesamtleistung wird in den nächsten zwei Jahren auf durchschnittlich MEUR 28,5 geschätzt. Da die Planung auf Annahmen basiert, deren Eintreten nicht sicher ist, können sich bei Nichteintritt dieser Annahmen erhebliche Abweichungen zwischen Planung und tatsächlichem Ergebnis ergeben.

 

Essen, 2. Juli 2012

ENVIROTHERM
Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Die Geschäftsführung

Diplom-Ingenieur Dr. Georg Daradimos

Diplom-Ökonom Dr. Jörg Ladenthin

Diplom-Ingenieur Hansjobst Hirschfelder

Bilanz zum 31. Dezember 2011

Aktiva

EUR EUR 31.12.2010
TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 698.468,66 1.014
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 56.660,70 58
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 205.381,76 179
262.042,46 237
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.164.384,00 1.164
2. Beteiligungen 3.900.000,00 3.900
3. Anzahlungen auf Beteiligungen 230.000,00 180
5.294.384,00 5.244
6.254.895,12 6.495
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 1.308.708,93 18.429
2. abzüglich erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen - 1.308.708,93 - 18.429
0,00 0
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.601.559,67 4.121
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 7.500.727,91 5.279
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 503.360,15 907
4. Sonstige Vermögensgegenstände 2.372.767,26 1.265
11.978.414,99 11.572
III. Kassenbestand, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten 6.223.504,83 12.478
18.201.919,82 24.050
C. Rechnungsabgrenzungsposten 71.200,98 96
D. Aktive latente Steuern 174.118,80 149
24.702.134,72 30.790

Passiva

EUR EUR 31.12.2010
TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 2.045.167,52 2.045
II. Kapitalrücklage 4.800.000,00 4.800
III. Gewinnvortrag 2.129.409,99 781
IV. Jahresüberschuss 903.489,65 1.348
9.878.067,16 8.974
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.994.358,00 2.841
2. Steuerrückstellungen 631.880,00 626
3. Sonstige Rückstellungen 1.930.600,62 3.451
5.556.838,62 6.918
C. Verbindlichkeiten
1. Genussrechtskapital 5.000.000,00 5.000
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.546.292,55 7.755
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.505.968,88 1.818
4. Sonstige Verbindlichkeiten 214.967,51 325
davon aus Steuern EUR 159.217,22 (Vj. TEUR 260)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 1.195,02 (Vj. TEUR 1)
9.267.228,94 14.898
24.702.134,72 30.790

Gewinn- und Verlustrechnung für 2011

EUR EUR 2010
TEUR
1. Umsatzerlöse 44.217.062,50 37.731
2. Verminderung (Vj. Erhöhung) des Bestands
an fertigen und unfertigen Erzeugnissen - 17.120.278,00 855
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.482.048,88 472
davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 1,23 (Vj. TEUR 32)
28.578.833,38 39.058
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren - 1.756.907,70 - 21.710
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen - 18.275.291,43 - 7.019
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter - 3.529.877,96 - 4.011
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung - 712.451,77 - 570
davon für Altersversorgung EUR 157.262,29 (Vj. TEUR 112)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen - 435.921,67 - 411
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen - 2.062.708,10 - 2.293
- 26.773.158,63 - 36.014
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 472.697,69 458
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 447.733,20 (Vj. TEUR 340)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 578.505,19 - 745
- 105.807,50 - 287
10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.699.867,25 2.757
11. Außerordentliche Aufwendungen
= Außerordentliches Ergebnis 0,00 - 689
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 782.139,08 - 688
davon Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern EUR 24.542,40 (Vj. TEUR 149)
13. Sonstige Steuern - 14.238,52 - 32
- 796.377,60 - 720
14. Jahresüberschuss 903.489,65 1.348

Anhang für 2011

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG und des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke erfolgen im Anhang.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die wesentlichen Nutzungsdauern betragen zwischen 3 und 10 Jahren (Vorjahr: 3 bis 10 Jahren).

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer auf der Grundlage steuerlich anerkannter Höchstsätze abgeschrieben. Soweit steuerlich zulässig, wird für bewegliche Anlagegüter die degressive Abschreibungsmethode angewandt. Zur linearen Methode wird in dem Jahr, für welches die lineare Methode erstmals zu höheren Jahresabschreibungsbeträgen führt, übergegangen. Die übrigen Anlagegüter werden linear abgeschrieben.

Für geringwertige Anlagegüter zwischen EUR 150 und EUR 1.000 wird entsprechend der steuerlichen Regelung ein Sammelposten gebildet, der über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben wird (Buchwert zum 31.12.2011: TEUR 20; Vorjahr: TEUR 31). Die Abschreibungen auf Zugänge des Anlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden darüber hinaus vorgenommen, wenn voraussichtlich eine dauerhafte Wertminderung vorliegt.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteils- und Anwartschaftsrechte zu Anschaffungskosten angesetzt.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. In den Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie degressive Abschreibungen einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden gemäß § 255 Abs. 3 Satz 3 HGB mit TEUR 24 (Vorjahr: TEUR 102) in die Herstellungskosten einbezogen. Aufwendungen der allgemeinen Verwaltung und für freiwillige soziale Leistungen sowie für betriebliche Altersversorgung werden nicht aktiviert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach der Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung der aktuellsten Heubeck'schen Richttafeln von 2005 (2005 G) ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren in Höhe von 5,14 % (Vorjahr: 5,15 %) gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Erwartete Rentensteigerungen wurden mit 1,5 % (Vorjahr: 1,0 %) berechnet.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge aus sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Die Allied Environmental Solutions, Inc. (AESI) mit Firmensitz in Columbia, Maryland/USA, eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der Envirotherm GmbH, weist zum 31. Dezember 2011 ein Eigenkapital von TEUR 3.658 (TUSD 4.737; Wechselkurs: 0,7723 USD/EUR) (Vorjahr: TEUR 3.642) und einen Jahresfehlbetrag von TEUR 52 (Vorjahr: TEUR 19) aus.

Die Beteiligungsgesellschaft Chengdu Dongfang KWH Environmental Protection Catalysts Co., Ltd., Chengdu/Volksrepublik China, (DKC), an der eine 15,7 %-ige Beteiligung besteht, weist ein Eigenkapital von TEUR 29.244 (TCNY 240.490; Wechselkurs: 0,1216 CNY/EUR) (Vorjahr: TEUR 29.654) und einen Jahresfehlbetrag von TEUR 2.255 (= TCNY 18.545) (Vorjahr: Jahresüberschuss: TEUR 2.835) aus.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Restlaufzeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.602 (Vorjahr: TEUR 4.121) beträgt wie im Vorjahr bis zu einem Jahr.

Forderungen gegen verbundenen Unternehmen

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen mit TEUR 3.758 (Vorjahr: TEUR 3.214) auf Forderungen gegenüber der Gesellschafterin Allied Technologies GmbH. Ferner sind Forderungen in Höhe von TEUR 2.732 gegenüber der Bamag GmbH (Vorjahr: TEUR 2.127), in Höhe von TEUR 920 (Vorjahr: TEUR 27) gegenüber der Bamag MENA LLC, in Höhe von TEUR 20 (Vorjahr: TEUR 0) gegenüber der Bamag International GmbH und in Höhe von TEUR 71 (Vorjahr TEUR 0) gegenüber der Tochtergesellschaft Allied Environmental Solutions, Inc., enthalten. Die Forderungen betreffen mit TEUR 6.829 (Vorjahr: TEUR 5.037) Darlehens- und Zinsforderungen, mit TEUR 573 (Vorjahr: TEUR 180) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und mit TEUR 98 (Vorjahr: TEUR 331) sonstige Forderungen. Im Vorjahr waren Verbindlichkeiten aus der Leistungsverrechnung mit TEUR 269 enthalten. Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben Darlehensforderungen in Höhe von TEUR 2.000 (Vorjahr: TEUR 2.000) eine Laufzeit von mehr als einem Jahr.

Sonstige Vermögensgegenstände

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben TEUR 1.592 (Vorjahr: TEUR 92) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten u.a. Kautionen für herausgelegte Bürgschaften in Höhe von TEUR 1.500 bei Euler Hermes.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält u.a. ein Disagio in Höhe von TEUR 49 (Vorjahr: TEUR 74).

Latente Steuern

Die latenten Steueransprüche resultieren aus Differenzen bilanzieller Wertansätze für Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Der Berechnung wurde ein Steuersatz in Höhe von 30 % (Vorjahr 30 %) zugrunde gelegt.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Risiken aus Personalverpflichtungen in Höhe von TEUR 922 (Vorjahr TEUR 1.204), nachlaufenden Kosten TEUR 190 (Vorjahr TEUR 1.281) sowie Gewährleistungen in Höhe von TEUR 404 (Vorjahr TEUR 780).

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt.

Verbindlichkeitenspiegel in TEUR

31.12.2011 31.12.2010
Restlaufzeit gesichert/ mit
in TEUR
gesamt
in TEUR
Restlaufzeit gesichert/ mit
in TEUR
gesamt
in TEUR
bis 1 Jahr
in TEUR
über 5 Jahre
in TEUR
bis 1 Jahr
in TEUR
über 5 Jahre
in TEUR
Art der Verbindlichkeit
1. Genussrechtskapital 0 0 ------ 5.000 0 0 ------ 5.000
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.546 0 ------ 2.546 7.755 0 ------ 7.755
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.506 0 ------ 1.506 1.818 0 ------ 1.818
4. Sonstige Verbindlichkeiten 215 0 ------ 215 325 0 ------ 325

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht in Höhe von TEUR 82 (Vorjahr TEUR 212).

Genussrechtskapital

Die Gesellschaft hat ein Genussrechtskapital in Höhe von TEUR 5.000 aufgenommen. Die Verzinsung des Genussrechtskapitals erfolgt mit einem festen Zinssatz von 7,1 % p.a. und einem variablen Zinssatz von 0,25 % p.a. des Nennkapitals des Genussrechtskapitals. Die variable Verzinsung ist abhängig von der Höhe des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Das Genussrechtskapital ist nachrangig.

Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestehen Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften in Höhe 9,3 Mio. EUR und aus Gewährleistungsverträgen in Höhe von 19,6 Mio. EUR.

Die Envirotherm haftet gegenüber Dritten in Höhe von 5,7 Mio. EUR (AES: 0,7 Mio. EUR, BAMAG: 4,3 Mio. EUR; Bamag MENA: 0,7 Mio. EUR) für die Inanspruchnahme der eigenen Avallinie durch verbundene Unternehmen.

Die Envirotherm bürgt gegenüber Dritten für die von der BAMAG zum Bilanzstichtag Inanspruch genommenen Avale. Die Inanspruchnahme der BAMAG beträgt 20,1 Mio. EUR, die durch die BAMAG mit einer Barhinterlegung in Höhe von 10,8 Mio. EUR abgesichert sind, so dass eine Haftung der Envirotherm in Höhe von 9,3 Mio. EUR (netto) verbleibt.

Die Envirotherm haftet gegenüber Dritten für ein von der ATG bei der Deutsche Bank AG aufgenommenes Schuldscheindarlehen in Höhe von 5 Mio. EUR als Garant. Das Schuldscheindarlehen ist in 2012 zur Rückzahlung fällig.

Die Envirotherm haftet gegenüber Dritten für die Inanspruchnahme der AES Avallinie in Höhe von 11,5 Mio. USD (8,9 Mio. EUR).

Das Risiko einer Inanspruchnahme aus der Hinterlegung von Sicherheiten und der Gewährung von Bürgschaften für verbundene Unternehmen wird aufgrund der stabilen Vermögens-, Finanz- und/oder Ertragslage der betreffenden Gesellschaften als gering eingeschätzt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt TEUR 1.509. Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen u.a. folgende Sachverhalte:

TEUR
Mietverträge 173
Leasingverträge 366
Bestellobligo 970

Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen ein und fünf Jahren.

Ausschüttungssperre

Gemäß § 268 Abs. 8 HGB ergibt sich aus der Aktivierung latenter Steuern eine Gewinnausschüttungssperre in Höhe von TEUR 174.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

2011
TEUR
% 2010
TEUR
%
Umsatzerlöse
- Verbrennungstechnologie 1.160 2,6 5.931 15,7
- Gasreinigungstechnologie/Service 3.642 8,2 12.804 33,9
- Gaserzeugungstechnologie 39.340 89,0 18.927 50,2
- Sonstiges 75 0,2 69 0,2
44.217 100,0 37.731 100,0
- Deutschland 1.450 3,3 16.409 43,5
- Asien 41.360 93,5 20.008 53,0
- Europa 692 1,6 1.264 3,4
- Afrika 515 1,2 0 0,0
- Amerika 200 0,5 50 0,1
44.217 100,0 37.731 100,0

Sonstige betriebliche Erträge

Die periodenfremden Erträge in Höhe von TEUR 1.087 (Vorjahr: TEUR 119) betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In den Steuern vom Einkommen und Ertrag sind latente Steuererträge in Höhe von TEUR 26 (Vorjahr: TEUR 149) und Steueraufwendungen in Höhe von TEUR 807 enthalten.

Außerordentliche Aufwendungen

Aus der Anwendung von Art. 66 und Art. 67 Abs. 1 bis 5 EGHGB (Übergangsvorschriften zum BilMoG) resultieren im Vorjahr außerordentliche Aufwendungen aus der Zuführung zu Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 689.

Sonstige Angaben

Geschäftsführung

 

Dr. Georg Daradimos, Dipl.-Ing., Geschäftsführer Operation, Ratingen(Vorsitzender)

 

Hansjobst Hirschfelder, Dipl.-Ing., Geschäftsführer Vertrieb, Ratingen

 

Dr. Jörg Ladenthin, Dipl.-Ökonom, Geschäftsführer Finanzen, Wesel

Beirat

 

Dr. Heinz C. Schimmelbusch, Kaufmann, Paoli, USA (Vorsitzender)

 

Dr. Karlheinz Arras, Dipl.-Ing., Frankfurt am Main (stellv. Vorsitzender)

 

Jürgen Kremer, Dipl.- Math., Darien, USA

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung im Geschäftsjahr 2011 betrugen TEUR 1.016 (Vorjahr: TEUR 901). Für Pensionsansprüche ausgeschiedener Geschäftsführer wurden zum Bilanzstichtag Rückstellungen in Höhe von TEUR 726 (Vorjahr: TEUR 664) gebildet.

Gesamtbezüge des Beirats

Die Gesamtbezüge des Beirates im Geschäftsjahr 2011 betrugen TEUR 46 (Vorjahr: TEUR 46).

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der beschäftigten angestellten Mitarbeiter betrug im Geschäftsjahr 2011 41 (Vorjahr: 45).

Konzernverhältnisse

• Der Jahresabschluss der Envirotherm wird in den Konzernabschluss der Allied Technologies GmbH, Frankfurt, einbezogen.

• Zur Erstellung eines Konzernabschlusses war die Envirotherm GmbH zum 31. Dezember 2011 nicht verpflichtet, da die Allied Technologies GmbH, Frankfurt, in ihrer Eigenschaft als deutsche Konzernleitung zum 31. Dezember 2011 einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht mit befreiender Wirkung für die Envirotherm GmbH erstellt; dieser wird im elektronischen Bundesanzeiger (www.unternehmensregister.de) erhältlich sein.

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Das für das Geschäftsjahr berechnete Honorar des Abschlussprüfers braucht nicht angegeben zu werden, da es in die Angaben im Konzernabschluss der Allied Technologies GmbH einbezogen wird.

 

Essen, 2. Juli 2012

ENVIROTHERM
Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Die Geschäftsführung

Diplom-Ingenieur Dr.- Ing. Georg Daradimos

Diplom-Ökonom Dr. Jörg Ladenthin

Diplom-Ingenieur Hansjobst Hirschfelder

Entwicklung des Anlagevermögens 2011

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2011
EUR
Zugänge
EUR
31.12.2011
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.611.864,20 41.811,35 3.653.675,55
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 58.105,02 0,00 58.105,02
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 605.810,51 104.100,00 709.910,51
663.915,53 104.100,00 768.015,53
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.164.384,00 0,00 1.164.384,00
2. Beteiligungen 3.900.000,00 0,00 3.900.000,00
3. Anzahlungen auf Beteiligungen 180.168,07 49.831,93 230.000,00
5.244.552,07 49.831,93 5.294.384,00
9.520.331,80 195.743,28 9.716.075,08
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2011
EUR
Zugänge
EUR
31.12.2011
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.598.303,33 356.903,56 2.955.206,89
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 347,88 1.096,44 1.444,32
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 426.607,08 77.921,67 504.528,75
426.954,96 79.018,11 505.973,07
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00
3. Anzahlungen auf Beteiligungen 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00
3.025.258,29 435.921,67 3.461.179,96
Buchwerte
31.12.2011
EUR
31.12.2010
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 698.468,66 1.014
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 56.660,70 58
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 205.381,76 179
262.042,46 237
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.164.384,00 1.164
2. Beteiligungen 3.900.000,00 3.900
3. Anzahlungen auf Beteiligungen 230.000,00 180
5.294.384,00 5.244
6.254.895,12 6.495

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Envirotherm GmbH, Essen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Mannheim, 2. Juli 2012

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Fluck, Wirtschaftsprüfer

Horn, Wirtschaftsprüfer

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