Sparkasse Erwitte-AnröchteLiquidiert

Stammdaten

Register
Amtsgericht Paderborn HRA 3763
Eingetragen
9.11.1998
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Betreiben aller banküblichen Geschäfte im Sinne des § 1 der Verordnung zur Regelung des Geschäftsrechts und des Betriebs der Sparkassen in Nordrhein-Westfalen vom 15. Dezember 1995.

Historie

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Management

NameRolle
Vorstandsmitglied
Helmut Franzke
seit 17.2.2004
Vorstandsmitglied

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sparkasse Erwitte-Anröchte

Erwitte

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2015

Aktivseite

EUR EUR EUR EUR 31.12.2014
TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 2.269.614,91 2.489
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 2.309.930,88 2.216
4.579.545,79 4.706
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 11.973.418,94 8.574
b) andere Forderungen 16.242.493,78 3.800
28.215.912,72 12.374
4. Forderungen an Kunden 245.871.640,63 254.877
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 122.383.596,01 (125.510)
Kommunalkredite 17.204.360,82 (19.014)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 16.541.715,99 12.737
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 16.541.715,99 (12.737)
bb) von anderen Emittenten 15.153.293,88 17.639
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 15.153.293,88 (17.639)
31.695.009,87 30.375
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag 0,00 (0)
31.695.009,87 30.375
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 19.297.548,78 19.819
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 6.382.507,31 6.410
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
9. Treuhandvermögen 29.564,99 35
darunter:
Treuhandkredite 29.564,99 (35)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.844,00 7
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
2.844,00 7
12. Sachanlagen 1.976.897,18 2.168
13. Sonstige Vermögensgegenstände 534.406,08 586
14. Rechnungsabgrenzungsposten 154.421,72 290
Summe der Aktiva 338.740.299,07 331.645

Passivseite

EUR EUR EUR EUR 31.12.2014
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 17.262,81 25
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 58.707.960,10 65.282
58.725.222,91 65.307
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 86.620.716,93 85.483
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 24.461.502,81 25.354
111.082.219,74 110.837
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 109.820.038,44 96.026
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 26.158.351,43 28.326
135.978.389,87 124.352
247.060.609,61 235.189
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
0,00 0
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 29.564,99 35
darunter:
Treuhandkredite 29.564,99 (35)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 226.185,50 244
6. Rechnungsabgrenzungsposten 274.592,00 439
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 4.177.527,00 3.646
b) Steuerrückstellungen 291.932,00 0
c) andere Rückstellungen 1.527.056,93 1.600
5.996.515,93 5.246
8. Sonderposten mit Rücklageanteil 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 9.000.000,00 8.000
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 0,00 0
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 17.185.940,36 16.961
cb) andere Rücklagen 0,00 0
17.185.940,36 16.961
d) Bilanzgewinn 241.667,77 225
17.427.608,13 17.186
Summe der Passiva 338.740.299,07 331.645
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 5.793.944,26 6.659
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 0
5.793.944,26 6.659
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 11.991.692,81 12.806
11.991.692,81 12.806

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2015

EUR EUR EUR EUR 01.01.-31.12.2014
TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 9.551.673,63 10.012
darunter: aus der Abzinsung von Rückstellungen 243,58 (0)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 719.564,87 702
10.271.238,50 10.714
2. Zinsaufwendungen 2.832.971,38 3.379
darunter: aus der Aufzinsung von Rückstellungen 211.256,40 (215)
7.438.267,12 7.336
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 519.951,49 429
b) Beteiligungen 174.474,58 165
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0
694.426,07 594
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 2.898.849,67 2.795
6. Provisionsaufwendungen 162.499,40 155
2.736.350,27 2.640
7. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 109.277,08 259
9. Erträge aus der Auflösung von Sonderposten mit Rücklageanteil 0,00 0
10.978.320,54 10.828
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 4.125.696,97 4.189
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.620.648,11 1.484
darunter:
für Altersversorgung 825.188,16 (693)
5.746.345,08 5.673
b) andere Verwaltungsaufwendungen 2.181.846,19 2.324
7.928.191,27 7.997
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 265.914,33 271
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 210.545,15 70
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 89.453,03 863
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 0
89.453,03 863
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 102.015,00 481
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0,00 0
102.015,00 481
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. Zuführungen zum oder Entnahmen aus dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 1.000.000,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 1.382.201,76 1.144
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 39.515,00 49
darunter: Übergangseffekte aufgrund des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes 39.515,00 (49)
22. Außerordentliches Ergebnis 39.515,00 49
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.081.921,34 852
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 19.097,65 18
1.101.018,99 870
25. Jahresüberschuss 241.667,77 225
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
241.667,77 225
27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) aus anderen Rücklagen 0,00 0
0,00 0
241.667,77 225
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) in andere Rücklagen 0,00 0
0,00 0
29. Bilanzgewinn 241.667,77 225

Lagebericht 2015

A. Grundlagen der Sparkasse

Die Sparkasse Erwitte-Anröchte mit Sitz in Erwitte wurde am 1. August 1865 gegründet.

Die Sparkasse ist gemäß § 1 SpkG eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe (SVWL), Münster, und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV), Berlin und Bonn, angeschlossen. Sie ist beim Amtsgericht Paderborn unter der Nummer A 3763 im Handelsregister eingetragen.

Träger der Sparkasse ist der Sparkassenzweckverband, der von der Stadt Erwitte und der Gemeinde Anröchte gebildet wird. Der Sparkassenzweckverband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Erwitte und ist ebenfalls Mitglied des SVWL. Satzungsgebiet der Sparkasse ist das Gebiet des Trägers und der übrigen Städte und Gemeinden des Kreises Soest.

Die Sparkasse ist Mitglied im bundesweiten Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe, der aus Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen besteht.

Am 03.07.2015 trat in Deutschland das Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) in Kraft. Die Sparkassen-Finanzgruppe hat ihr Sicherungssystem an die Vorgaben dieses Gesetzes angepasst. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat es als Einlagensicherungssystem nach EinSiG amtlich anerkannt. Es besteht nun aus einer freiwilligen Institutssicherung und einer gesetzlichen Einlagensicherung.

Die Sparkasse ist ein regionales Wirtschaftsunternehmen mit der Aufgabe, die geld- und kreditwirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft insbesondere im satzungsrechtlichen Geschäftsgebiet sicherzustellen. Daneben ist das soziale und kulturelle Engagement der Sparkasse zu nennen. Im Rahmen der Geschäftsstrategie sind die Grundsätze unserer geschäftspolitischen Ausrichtung zusammengefasst und in die operativen Planungen eingearbeitet. Die übergeordneten Ziele werden im Lagebericht im Folgenden dargestellt. Durch die zielorientierte Bearbeitung der strategischen Geschäftsfelder soll die Aufgabenerfüllung der Sparkasse über die Ausschöpfung von Ertragspotenzialen sowie Kostensenkungen sichergestellt werden. Darüber hinaus hat der Vorstand die Risikostrategie überprüft und den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Die Strategien wurden mit dem Verwaltungsrat der Sparkasse erörtert und innerhalb des Hauses kommuniziert.

B. Wirtschaftsbericht

1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2015

Wirtschaftsentwicklung

Die Weltwirtschaft expandierte im Verlauf des Jahres 2015 nur moderat. Ausschlaggebend war ein schwächeres Wachstum in den Schwellenländern. Der Abschwung der chinesischen Wirtschaft, der Rückgang der weltweiten Rohstoffnachfrage und erhebliche strukturelle Probleme belasteten das Wachstum der aufstrebenden Volkswirtschaften. Deutlich günstiger stellte sich demgegenüber die wirtschaftliche Entwicklung in den Industrieländern dar. In den USA und in Großbritannien setzte sich der konjunkturelle Aufschwung fort. Im Euroraum hat sich die Wirtschaft etwas belebt, was insbesondere auf makroökonomische Anpassungsprozesse in einem Teil der Währungsunion zurückzuführen ist. Ein selbsttragender Aufschwung ist im Euroraum allerdings nicht in Sicht.

Die konjunkturellen Unterschiede zwischen den großen Industrieländern haben die Ausrichtung der Geldpolitik zum zentralen Spannungsfeld der Weltkonjunktur werden lassen. In den Vereinigten Staaten verdichten sich nach einer siebenjährigen Niedrigzinsphase nunmehr die Anzeichen für eine bevorstehende Zinswende. Großbritannien könnte folgen; die amerikanische Notenbank hat im Dezember 2015 mit der Erhöhung des Leitzinses um einen Viertel Prozentpunkt den ersten Zinsschritt vollzogen. Ursächlich für die Verzögerung einer Zinserhöhung sind mögliche Verwerfungen auf den Kapital- und Währungsmärkten sowie negative Auswirkungen auf die Konjunktur.

Bereits in den zurückliegenden Quartalen haben die Rückführung der quantitativen Lockerungsmaßnahmen durch die amerikanische und die britische Zentralbank sowie die gleichzeitige Ausweitung der Lockerungsmaßnahmen durch die EZB und die Bank of Japan zu einer starken Aufwertung des US-Dollar und des britischen Pfund geführt. Die Exporte der USA und Großbritanniens gingen daraufhin zurück. Eine Zinswende könnte zu weiteren Währungsaufwertungen führen und den Aufschwung in den genannten Volkswirtschaften bremsen.

Der seit Jahresmitte 2014 zu beobachtende Verfall der Preise für Rohöl und andere Energieträger wird zum Teil auf Erwartungen der Händler hinsichtlich einer nachlassenden Wachstumsdynamik in China zurückgeführt, aufgrund derer die künftige Ölnachfrage geringer eingeschätzt wird. Gleichzeitig drückte der Anstieg des Angebots - u. a. durch "Fracking" in den USA - die Preise auf den Energiemärkten. Die meisten Industrieländer sind Nettoimporteure von Rohstoffen. Diese Länder profitieren von niedrigen Weltmarktpreisen. Denn sie erhöhen den Ausgabenspielraum von privaten Haushalten, Unternehmen und dem Staat.

Die Wirtschaft im Euroraum hat sich im Verlauf des Jahres 2015 weiter erholt. Nach 0,5 % im ersten Quartal betrug die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal 0,4 % (jeweils im Vergleich zum Vorquartal). Die positive Entwicklung beruht im Wesentlichen auf Sonderfaktoren. Hierzu zählt der erheblich gesunkene Außenwert des Euro, die deutliche Verbesserung der Finanzierungsbedingungen für private Unternehmen und Haushalte, die Halbierung des Ölpreises seit Jahresmitte 2014 und die Einschränkung der Konsolidierungsbemühungen der öffentlichen Haushalte.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem moderaten Aufschwung. Die Belebung, die im Frühjahr 2013 eingetreten war, hat - nach einer kurzen Schwächephase im Sommerhalbjahr 2014 - im Jahr 2015 weiter angehalten. Mit einer Zuwachsrate von 1,7 % hat die reale Wirtschaftsleistung in ähnlichem Tempo zugelegt wie im Vorjahr zuvor (1,6 %). Die Wachstumsimpulse kamen dabei erneut hauptsächlich von der Binnenwirtschaft und dabei in erster Linie vom privaten Konsum.

Die Konsumausgaben der Privathaushalte sind im Jahr 2015 mit einer Rate von 1,9 % und damit deutlich stärker gewachsen als im Vorjahr (0,9 %). Ausschlaggebend ist die weiter steigende Beschäftigung, die dazu geführt hat, dass die Arbeitslosenquote in 2015 auf 6,4 % und damit auf das Niveau vom Anfang der 1990er Jahre zurückgegangen ist. Hinzu kommen höhere Reallöhne. Auch der Ölpreisverfall stärkt die Kaufkraft der privaten Haushalte. Die deutschen Exporte konnten trotz der eher verhaltenen Entwicklung des Welthandels mit einer Zuwachsrate von 6,2 % (Vorjahr: 4,0 %) ebenfalls kräftig expandieren. Dazu beigetragen hat eine deutliche Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Exporteure infolge der Abwertung des Euro. Zudem hat die gute Konjunkturentwicklung in den USA und Großbritannien die Ausfuhren positiv beeinflusst. Darüber hinaus war eine höhere Nachfrage aus dem Euroraum zu verzeichnen, dessen Wirtschaft sich u. a. aufgrund der expansiven Geldpolitik der EZB erholte.

Dass der Konjunkturaufschwung in Deutschland nicht kräftiger ausgefallen ist, ist auf die weiterhin moderate Investitionstätigkeit der deutschen Wirtschaft zurückzuführen. Zwar nahmen die Ausrüstungsinvestitionen mit 4,5 % genauso stark zu wie im Vorjahr. In Anbetracht der guten Konjunktur und des äußerst niedrigen Zinsniveaus ist das aber eine im historischen Vergleich wenig dynamische Entwicklung. Ursächlich ist die seit Mitte des Jahres wieder ansteigende Verunsicherung der Unternehmen, die von den negativen Meldungen über die wirtschaftliche Lage in China und anderen Schwellenländern geschürt wird.

Bei den Bauinvestitionen, die mit einer Zuwachsrate von 1,0 % deutlich weniger dynamisch zulegten als im Vorjahr (2,9 %), machten sich die rückläufige öffentliche Bautätigkeit und abnehmende gewerbliche Bauinvestitionen bemerkbar. Selbst die Zuwachsrate im Wohnungsbau blieb mit 2,7 % (Vorjahr: 3,3 %) in Anbetracht historisch günstiger Finanzierungsbedingungen, einer steigenden Nachfrage nach Wohnungen in größeren Städten und höherer Immobilienpreise relativ schwach. Einer kräftigeren Expansion des Wohnungsbaus standen Engpässe auf der Angebotsseite entgegen. Dies wird an der hohen Kapazitätsauslastung im Bauhauptgewerbe ersichtlich.

Die Inflationsrate beträgt im Jahr 2015 0,2 % (Vorjahr: 0,9 %). Ursächlich für die nahezu stagnierenden Verbraucherpreise sind die stark gefallenen Energiepreise.

Der Konjunkturaufschwung in Westfalen-Lippe wird sich in den Grundtendenzen fortsetzen. Eine stärkere Dynamik ist jedoch nicht zu erwarten. Hauptantriebskräfte der wirtschaftlichen Expansion bleiben der private Konsum und der private Wohnungsbau. Die Exporte werden von der schwachen Entwicklung in zahlreichen Schwellenländern beeinträchtigt. Die Investitionstätigkeit der Unternehmen bleibt zwar aufwärts gerichtet, die Verunsicherung hinsichtlich des internationalen Umfelds wirkt jedoch dämpfend.

Zinsentwicklung

Mit dem Ziel, die Inflationsrate mittelfristig wieder an ihren Zielwert von knapp 2,0 % zu bringen, hat die EZB ihren geldpolitischen Kurs weiter gelockert. Am 22. Januar 2015 gab sie ein umfangreiches Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (Expanded Asset Purchase Programme, EAPP) bekannt, in dessen Rahmen die Notenbank monatlich Wertpapiere in der Größenordnung von 60 Mrd. EUR auf dem offenen Markt ankauft.

Im Zuge der geldpolitischen Lockerung sind die Finanzierungskosten an den Kreditmärkten weiter gesunken. Für neu vergebene Kredite an nicht-finanzielle Unternehmen lag die Verzinsung zuletzt nur noch bei 1,8 %. Dennoch blieb die Kreditvergabe im Euroraum schwach. Zwischen Januar und Juli 2015 nahm das Volumen neu vergebener Kredite an nicht-finanzielle Unternehmen lediglich um 0,1 % zu.

2. Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2015

Seit 2015 wird die Bankenabgabe in Deutschland nach europäischen Vorgaben erhoben. Aufgrund der differenzierten Betrachtung der Risikosituation eines Institutes werden sich die Meldedaten und die Berechnung der Jahresbeiträge im Vergleich zur bisherigen Bankenabgabe für den nationalen Restrukturierungsfonds verändern.

Am 21. März 2016 ist die Wohnimmobilienkreditrichtlinie in Kraft getreten, welche eine europaweite Standardisierung der Immobilienfinanzierungen und den Schutz der Kunden verfolgt. Die Umsetzung der Richtlinie hat erhebliche Auswirkungen auf Kredit- und Kreditfolgeprozesse im Baufinanzierungsbereich und gegebenenfalls in weiteren Finanzierungsbereichen.

Die Überarbeitung der europäischen Regelungen zur Bankenaufsicht sieht weitere Anforderungen für das Eigenkapital, die Erweiterung der Risikobetrachtung, den Kapitalpuffer, die Leverage Ratio (Verschuldungskennziffer), Liquiditätsregeln und das Meldewesen vor.

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

3.1 Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Jahr 2015 um 7,1 Mio. EUR bzw. 2,1 % auf 338,7 Mio. EUR. Damit wurde das geplante Wachstum von 5,9 % nicht erreicht.

Das aus Kundenaktiva, Kundenpassiva, Eventualverbindlichkeiten, unwiderruflichen Kreditzusagen und den Kundenbeständen im Wertpapiergeschäft bestehende Geschäftsvolumen erhöhte sich um 4,5 Mio. EUR oder 0,8 % auf 579,0 Mio. EUR.

3.2 Kreditgeschäft

Insgesamt verlief die Entwicklung der Forderungen an Kunden gemessen an bilanziellen Werten mit einem Rückgang von 3,5 % deutlich unterhalb der Planung mit einem Anstieg von 3,7 %. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf Sondertilgungen und einen geringeren Bruttoabsatz im Rahmen eines verschärften Konditionenwettbewerbes zurückzuführen. Die Darlehenszusagen belaufen sich im Jahr 2015 auf 48,5 Mio. EUR. Die Darlehenszusagen zur Finanzierung des Wohnungsbaus verminderten sich im Gesamtjahr um 12,1 % auf 17,5 Mio. EUR. Der Strukturanteil der Kundenforderungen an der Stichtagsbilanzsumme verminderte sich entsprechend auf 72,6 % (Vorjahr 76,9

Bei Privatpersonen erfolgte trotz der weiterhin anhaltenden Nachfrage nach langfristigen Darlehen ein Rückgang der Forderungen um 2,8 Mio. EUR. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus machten viele Kunden von ihrem Sondertilgungsrecht Gebrauch. Das zugesagte Kreditvolumen an private Haushalte weist einen Rückgang von 15,5 % auf 16,4 Mio. EUR aus. Im Kreditgeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen verminderte sich das Kreditvolumen infolge der geringeren Investitionsbereitschaft bzw. -bedarfe sowie eines erhöhten Konsortialanteils um 2,1 Mio. EUR. Die Darlehenszusagen stiegen um 38,5 % auf 32,0 Mio. EUR.

3.3 Wertpapiereigenanlagen

Zum Bilanzstichtag erhöhte sich der Bestand an Wertpapiereigenanlagen gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 0,8 Mio. EUR auf 51,0 Mio. EUR. Der Anstieg der Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere in Höhe von rd. 1,3 Mio. EUR erfolgte aufgrund der Liquiditätsanlage. Die Verminderung der Position Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere resultiert aus einer Bewertungsmaßnahme beim Wertpapierspezialfonds in Höhe von rd. 0,5 Mio. EUR.

3.4 Beteiligungen / Anteilsbesitz

Der Anteilsbesitz der Sparkasse Erwitte-Anröchte per 31.12.2015 von 6,4 Mio. EUR (Vorjahr 6,4 Mio EUR) entfiel im Wesentlichen mit 6,3 Mio. EUR auf die Beteiligung am SVWL. Die Stammkapitalherabsetzung des SVWL infolge der Kapitalherabsetzung der dwpbank AG in Höhe von 27 TEUR hat zu keiner bedeutenden Veränderung geführt.

3.5 Geldanlagen von Kunden

Die Sparkasse hatte für 2015 ein Wachstum bei den Geldanlagen von 3,1 % erwartet. Dieses Ziel konnte übertroffen werden. Der Anstieg lag bei 14,8 Mio. EUR bzw. 4,9 %. Sowohl die Entwicklung bei den bilanzwirksamen Kundeneinlagen als auch der Nettoabsatz im Wertpapiergeschäft mit Kunden lag deutlich über den Erwartungen.

Insgesamt sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um 11,9 Mio. EUR oder 5,0 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Die von Kunden unterhaltenen Wertpapierbestände sind unter Berücksichtigung von Kurswertveränderungen um 3,3 Mio. EUR oder 5,1 % gestiegen.

Aktuell verfügt die Sparkasse über einen bilanziellen Einlagenbestand von 247,1 Mio. EUR. Der Bestand an Spareinlagen ist um 0,3 Mio. EUR angewachsen. Sicht- und Termineinlagen sind um insgesamt 12,1 Mio. EUR angestiegen, Sparkassenbriefe hingegen um 0,5 Mio. EUR oder 8,6 % zurückgegangen. Sowohl die Privatkunden als auch die Unternehmen und Selbstständigen erhöhten ihre bilanziellen Einlagenbestände. Der Strukturanteil der Kundeneinlagen an der Stichtagsbilanzsumme erhöhte sich auf 72,9 % (Vorjahr 70,9 %).

3.6 Interbankengeschäft

Die Forderungen an Kreditinstitute erhöhten sich insbesondere durch die Anlage freier liquider Mittel aus fälligen Wertpapieren sowie Liquiditätszuflüssen im Kundengeschäft um insgesamt 15,8 Mio EUR oder 128,0 % auf 28,2 Mio. EUR. Der Bestand setzt sich hauptsächlich aus bei Kreditinstituten unterhaltenen Liquiditätsreserven und Schuldscheindarlehen zusammen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (einschließlich Treuhandverbindlichkeiten) verminderten sich um 6,6 Mio. EUR auf 58,8 Mio. EUR. Bei diesen Beständen handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Weiterleitungsdarlehen.

3.7 Dienstleistungsgeschäft

Das Wertpapiergeschäft wurde im Jahr 2015 maßgeblich von der weiteren Erholung der Kapital- und Aktienmärkte in der ersten Jahreshälfte geprägt. Die Ankündigung der geldpolitischen Lockerung durch die EZB unterstützte die Hausse am Aktienmarkt in den ersten Monaten. Negative Entwicklungen wie der Crash an den chinesischen Börsen im Sommer, der VW-Skandal oder auch der Flüchtlingsstrom trugen neben der Erkenntnis, dass die EZB die hohen Erwartungen an die Ausweitung der ultralockeren Geldpolitik nicht ganz erfüllen konnte, dazu bei, dass der DAX das Kalenderjahr 2015 mit einem Plus von knapp 10 Prozent beendete.

Der Absatzschwerpunkt lag im Jahr 2015 im Bereich der Aktien bzw. aktienorientierten Anlagen. Aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus blieben die Investitionen im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere unter dem Vorjahreswert. Insgesamt hat sich der Nettoabsatz von negativen 0,8 Mio. EUR auf positive 2,9 Mio. EUR stark erhöht. Der Nettoabsatz im Wertpapiergeschäft hat die Erwartungen übertroffen.

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 338 Bausparverträge mit einem Vertragsvolumen von 10,9 Mio. EUR abgeschlossen. Mit diesem Vertriebsergebnis liegen wir bei einer verminderten Stückzahl von 27,6 % auf dem Niveau von 2014 über dem Jahresziel 2015.

Der Absatz von Lebensversicherungen mit der Provinzial-Versicherung konnte gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich verstärkt werden. Im Komposit- und Krankenversicherungsbereich konnten die Vorjahreswerte auf Ebene der Stückzahlen übertroffen werden; das Beitragsvolumen lag jedoch unter den Zahlen des Vorjahres. Die angestrebten Zielwerte für das Kalenderjahr 2015 wurden in allen Teilbereichen erreicht.

Im Bereich der Immobilienvermittlungen hat sich bei einer gesunkenen Anzahl vermittelter Objekte das Vermittlungsvolumen um rd. 18,4 % vermindert. Einer Steigerung in der Vermittlung gebrauchter Immobilien steht ein Rückgang in der Vermarktung von Bauträgermaßnahmen gegenüber.

Das Dienstleistungsgeschäft entwickelte sich - abgesehen von den Immobilienvermittlungen - im Rahmen der Erwartungen bzw. hat die Erwartungen übertroffen.

3.8 Investitionen

Im Jahr 2015 wurden Investitionen zur weiteren Verbesserung unseres Beratungs- und Serviceangebotes in der Hauptstelle und unseren Geschäftsstellen vorgenommen. Darüber hinaus wurden Investitionen in Hard- und Software getätigt. Das SB-Foyer unserer Geschäftsstelle Anröchte wurde grundlegend erneuert.

3.9 Personalbericht

Am 31.12.2015 beschäftigte die Sparkasse Erwitte-Anröchte 108 Mitarbeiter/innen (Vorjahr 113), davon 37 Teilzeitkräfte (Vorjahr 37) und 7 Auszubildende (Vorjahr 9).

Im Jahr 2015 nahmen die Sparkassenmitarbeiter/innen an insgesamt 541 Tagen an fachlichen und vertriebsorientierten Schulungen teil. Hierbei nutzte die Sparkasse sowohl das Fortbildungsangebot der Sparkassenakademie NRW in Münster bzw. Düsseldorf und der Management-Akademie der Sparkassen-Finanzgruppe in Bonn sowie externer Dienstleister. Im Vordergrund standen dabei fachspezifische Schulungen im Vertriebs- und Stabsbereich.

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage

4.1 Vermögenslage

Die zum Jahresende ausgewiesenen Gewinnrücklagen erhöhten sich durch die Zuführung des Bilanzgewinns 2014. Insgesamt weist die Sparkasse vor Gewinnverwendung eine Sicherheitsrücklage von 17,2 Mio. EUR (Vorjahr 17,0 Mio. EUR) aus. Neben der Sicherheitsrücklage verfügt die Sparkasse über weitere Eigenkapitalbestandteile. So verfügt der Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB nach Feststellung des Jahresabschlusses 2015 über ein Volumen in Höhe von 9,0 Mio. EUR.

Darüber hinaus besteht noch eine zusätzliche Vorsorge zur Absicherung des Risikos, das die Sparkasse während der voraussichtlich langfristigen Abwicklungsdauer der "Ersten Abwicklungsanstalt" von 25 Jahren trägt.

Die Eigenkapitalanforderungen der CRR wurden jederzeit eingehalten. Das Verhältnis der angerechneten Eigenmittel, bezogen auf die Summe der Anrechnungsbeträge für Adressenausfall- und operationelle Risiken, übertrifft am 31.12.2015 nach dem Stand zum Geschäftsschluss mit einer Gesamtkapitalquote von 14,5 % (Vorjahr 13,5 %) den vorgeschriebenen Mindestwert von 8,0 % und den im Berichtsjahr als Mindestgröße festgelegten Zielwert von 9,0 % deutlich. Die Kernkapitalquote beträgt 13,0 % (Vorjahr 12,4 %). Die Leverage Ratio weist zum 31.12.2015 einen Wert von 6,7 % auf. Die Sparkasse verfügt damit über eine angemessene Kapitalbasis.

4.2 Finanzlage

Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Die Liquiditätskennzahl der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht wurde stets eingehalten. Die Liquiditätskennzahl (31.12.2015: 2,72) lag im Berichtsjahr durchgängig über dem in der Risikostrategie festgelegten Mindestwert von 1,15. Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) nach EU-VO Nr. 680/2014 weist einen Wert von 490 % aus. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden Guthaben bei der Deutschen Bundesbank geführt. Die Kredit- und Dispositionslinien bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) wurden teilweise in Anspruch genommen. Ein Spitzenausgleich erfolgte durch Tagesgeldaufnahmen bzw. Tagesgeldanlagen ebenfalls bei der Helaba.

4.3 Ertragslage

Zur Analyse der Ertragslage wird für interne Zwecke und für den überbetrieblichen Vergleich der bundeseinheitliche Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation eingesetzt. Zur Ermittlung eines Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge und Aufwendungen um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt, die in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis zugerechnet werden. Auf dieser Basis beträgt das Betriebsergebnis vor Bewertung 0,78 % (Vorjahr 0,73 %) der durchschnittlichen Bilanzsumme des Jahres 2015; es lag damit über dem Planwert von 0,76 %. Im Vergleich mit den Sparkassen im SVWL wird ein unterdurchschnittlicher Wert erzielt. Dies gilt auch für die auf Basis der Betriebsvergleichswerte zur Unternehmenssteuerung eingesetzten Zielgröße Cost-Income-Ratio (Verhältnis von Aufwendungen und Erträgen). Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbesserte sich die Cost-Income-Ratio von 76,7 % auf 74,6 %. Der prognostizierte Wert von 75,3 % konnte leicht unterschritten werden. Im Rahmen der strategischen Ausrichtung wird eine CIR von kleiner 70,0 % angestrebt. Während Zins- und Provisionsüberschuss dem Erwartungswert entsprechen, liegen die Verwaltungsaufwendungen rd. 0,1 Mio. EUR unter dem Planwert in Höhe von 8,0 Mio. EUR.

Die Eigenkapitalrentabilität vor Ertragsteuern (bezogen auf das wirtschaftliche Eigenkapital zum Jahresbeginn) lag mit 11,5 % sowohl über dem Vorjahreswert von 7,1 % als auch über dem Zielwert von mind. 7,0 %.

Die Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Nettogewinn (Jahresüberschuss) und Bilanzsumme, betrug im Geschäftsjahr 2015 0,07 %.

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Gewinn- und Verlustrechnung laut Jahresabschluss sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Die Erträge und Aufwendungen sind nicht um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt.

2015
TEUR
2014
TEUR
Veränderung
TEUR
Veränderung
%
Zinsüberschuss 8.132 7.929 203 2,6
Provisionsüberschuss 2.737 2.640 97 3,7
Sonstige betriebliche Erträge 109 259 - 150 - 57,9
Summe der Erträge 10.978 10.828 150 1,4
Personalaufwand 5.746 5.673 73 1,3
Anderer Verwaltungsaufwand 2.182 2.324 - 142 - 6,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen 516 391 125 32,2
Ergebnis vor Bewertung und Risikovorsorge 2.534 2.440 94 3,9
Ertrag bzw. Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge - 191 - 1.345 1.154 - 85,8
Zuführungen Fonds für allgemeine Bankrisiken 1.000 0 1.000 100,0
Ergebnis vor Steuern 1.343 1.095 248 22,6
Steueraufwand 1.101 870 231 26,6
Jahresüberschuss 242 225 17 7,6
Zinsüberschuss: GuV-Posten Nr. 1 bis 4
Provisionsüberschuss: GuV-Posten Nr. 5 und 6
Sonstige betriebliche Erträge: GuV-Posten Nr. 8 und 20
Sonstige betriebliche Aufwendungen: GuV-Posten Nr. 11, 12, 17 und 21
Ertrag bzw. Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge: GuV-Posten Nr. 13 bis 16
Zuführung zu dem Fonds für allgemeine Bankrisiken GuV-Posten Nr. 18
Steueraufwand: GuV-Posten Nr. 23 und 24

Die wichtigste Ertragsquelle der Sparkasse ist weiterhin der Zinsüberschuss. Dieser erhöhte sich im vergangenen Geschäftsjahr um 2,6 % auf 8.132 TEUR. Wesentliche Entlastungen ergaben sich im Zinsaufwand durch das Auslaufen von Festzinsvereinbarungen im Einlagengeschäft sowie durch ein insgesamt niedrigeres Zinsniveau im Bereich der variablen Produkte. Belastungen bestanden durch das Auslaufen von Festzinsvereinbarungen im Kundenkreditgeschäft sowie durch Fälligkeiten eigener Wertpapiere, die nur noch zu niedrigeren Zinssätzen angelegt werden konnten. Insgesamt ist der Zinsaufwand in seiner Ergebniswirkung höher zurückgegangen, als der Zinsertrag. Die gezahlten negativen Zinsen haben das Zinsergebnis nicht nennenswert belastet.

Während die Erträge aus der Vermittlung von Versicherungen und aus Wertpapiergeschäften im Kundenauftrag gestiegen sind, waren die Erträge aus dem Bauspargeschäft sowie der Immobilienvermittlung in 2015 leicht rückläufig. Insgesamt lag der Provisionsüberschuss um 3,7 % über dem Vorjahreswert.

Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich um 150 TEUR. Dies ist im Wesentlichen auf den Wegfall eines im Vorjahr eingetretenen Einmaleffektes durch die Auflösung von Pensionsrückstellungen zurückzuführen.

Die Personalaufwendungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 73 TEUR oder 1,3 %. Im Wesentlichen sind die zinsbedingt erhöhten Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen für diesen Anstieg verantwortlich. Die anderen Verwaltungsaufwendungen verminderten sich um 6,1 % auf 2.182 TEUR. Der Rückgang ist insbesondere auf verminderte Aufwendungen für sparkassenbetrieblich genutzte Grundstücke und Bauten sowie geringere Beiträge und Gebühren zurückzuführen. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist der Anstieg von 125 TEUR primär durch die Errichtung einer Sparkassenstiftung zu begründen.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen nach Verrechnung mit Erträgen (Bewertung und Risikovorsorge) wurden in Höhe von 191 TEUR (Vorjahr 1.345 TEUR) ausgewiesen.

Im Hinblick auf die künftigen Eigenkapitalanforderungen nach Basel III wurde in 2015 der Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB um 1,0 Mio. EUR auf 9,0 Mio. EUR erhöht.

Der Jahresüberschuss erhöhte sich nach Einbeziehung aller Ergebniskomponenten um 17 TEUR und betrug 242 TEUR (Vorjahr 225 TEUR).

Vor dem Hintergrund des intensiven Wettbewerbs und der ertrags- und risikoorientierten Wachstumspolitik des Instituts ist das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2015 zufriedenstellend.

C. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten.

D. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Ziele und Strategien des Risikomanagements

Risiken werden eingegangen, wenn Chancen und Risiken in einem angemessenen Verhältnis stehen. Dies geschieht nach geschäftspolitischen und betriebswirtschaftlichen Vorgaben und unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit der Sparkasse. Zur Risikosteuerung besteht ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Vorstand hat in der Risikostrategie und den untergeordneten Teilrisikostrategien die Rahmengrundsätze des Risikomanagements und die risikopolitische Ausrichtung der Sparkasse im Rahmen eines festgelegten Strategieprozesses überprüft und den aktuellen Rahmenbedingungen angepasst. Für die wesentlichen Risikokategorien der Sparkasse, Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken, operationelle Risiken und Liquiditätsrisiko, wurden die separaten Teilrisikostrategien aktualisiert. Alle Geschäftsbereiche verfolgen die Zielsetzung, bei den eingegangenen Risiken die Wahrscheinlichkeit der Realisation eines Vermögensverlustes zu minimieren. Dies wird durch frühzeitiges Erkennen von Gefahrensituationen und rechtzeitige Gegenmaßnahmen sichergestellt. Das Risikomanagementsystem wird laufend weiterentwickelt.

Aus der zur Verfügung stehenden Risikodeckungsmasse wird ein Risikobudget zur Abdeckung der potenziellen Risiken bereitgestellt. Die eingegangenen Einzelrisiken werden im Rahmen der periodenorientierten Risikotragfähigkeitsrechnung dem Risikobudget gegenübergestellt und eine Auslastungsquote ermittelt. Die Gesamtsumme der Einzelrisiken ist auf die Höhe des Risikobudgets limitiert und wird ebenso wie die Risikodeckungsmasse laufend überprüft. Begrenzt werden die eingegangenen Risiken durch den Umfang des bereitgestellten Risikodeckungspotenzials und des hieraus abgeleiteten gesamten Risikolimits. Darüber hinaus werden aus dem Risikobudget Einzellimite für einzelne Risikoarten in der Risikotragfähigkeit abgeleitet. Daneben bestehen ergänzende Volumenlimite für einzelne Risiken. Der Verwaltungsrat der Sparkasse nimmt die Entwicklung der Risikolage regelmäßig zur Kenntnis.

Gemäß den Anforderungen der MaRisk ist das Risikotragfähigkeitskonzept um einen zukunftsgerichteten Kapitalplanungsprozess ergänzt worden. Damit ist die frühzeitige Identifikation eines zusätzlichen Kapitalbedarfs (im Sinne des Risikodeckungspotenzials) möglich, der sich über den Risikobetrachtungshorizont hinaus zur Deckung künftiger Risiken ergeben könnte. Die frühzeitige Einleitung eventuell erforderlicher Maßnahmen wäre damit möglich. Beim Kapitalplanungsprozess handelt es sich nicht um eine erweiterte Risikotragfähigkeitsbetrachtung im engeren Sinne.

2. Risikomanagementsystem

Zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung der Risiken hat der Vorstand ein Risikomanagement- und -überwachungssystem eingerichtet. Das vorrangige Ziel des Risikomanagementprozesses besteht darin, mögliche Risiken transparent und damit steuerbar zu machen. Das Risikomanagement umfasst die Verfahren zur Identifizierung und Bewertung der Risiken, die Festlegung von geeigneten Steuerungsmaßnahmen sowie die notwendigen Kontrollprozesse. Unter dem Begriff "Risiko" wird dabei eine Verlust- oder Schadensgefahr für die Sparkasse verstanden, die entsteht, wenn eine erwartete künftige Entwicklung ungünstiger verläuft als geplant oder sogar existenzbedrohend wird. Die Verringerung oder das vollständige Ausbleiben einer Chance zur Erhöhung der Erträge oder des Sparkassenvermögens wird nicht als Risiko angesehen. Bei der Betrachtung der Risiken nimmt die Sparkasse eine Nettobetrachtung vor. Das Risikomanagementsystem ist Bestandteil einer ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation gemäß § 25a Abs. 1 KWG und dient dem Vorstand, Verwaltungsrat sowie dem Risikoausschuss zur Überwachung der Risiken aus der geschäftlichen Tätigkeit der Sparkasse.

Für die risikorelevanten Geschäfte im Kreditgeschäft ist die in den MaRisk geforderte Funktionstrennung bis in die Ebene des Vorstands zwischen Markt einerseits und Marktfolge andererseits festgelegt. Damit wird der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) geforderten Funktionstrennung Rechnung getragen. Für die Handelsgeschäfte nehmen wir hinsichtlich der Funktionstrennung die entsprechenden Erleichterungsvorschriften gemäß den MaRisk insofern in Anspruch, als auf eine organisatorische Trennung des Handels von der Abwicklung, Kontrolle und des Risikocontrollings auf der Ebene des Vorstandes verzichtet wird, da sämtliche Geschäfte von beiden Vorstandsmitgliedern bzw. durch Vertreter gemeinsam beschlossen werden.

In Übereinstimmung mit der Risikostrategie klassifiziert sich die Sparkasse als risikoneutral. Risikobehaftete Geschäfte werden nur getätigt, sofern deren Risikogehalt von allen damit befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beurteilt werden kann. Bevor Geschäfte mit neuen Produkten oder auf neuen Märkten regelmäßig abgeschlossen werden, ist im Rahmen einer Testphase das Risikopotenzial dieser Geschäfte zu bewerten und sind die für die Abwicklung notwendigen Prozesse in Arbeitsanweisungen festzulegen.

Die Interne Revision prüft in regelmäßigen Abständen das eingerichtete Risikomanagementsystem. Zielsetzung der Prüfung ist insbesondere die ordnungsgemäße Handhabung der festgelegten Regelungen sowie die Feststellung von Schwachstellen im Risikomanagementsystem und die Überwachung der Umsetzung notwendiger Anpassungen.

Gemäß den MaRisk hat jedes Institut über eine Risikocontrolling-Funktion zu verfügen, die für die unabhängige Überwachung und Kommunikation der Risiken zuständig ist. Der Vorstand der Sparkasse hat die Risikocontrolling-Funktion dem Bereichsleiter Unternehmenssteuerung übertragen. Der Risikocontrolling-Funktion wurden die in den MaRisk geforderten Befugnisse eingeräumt und Aufgaben übertragen.

Der Vorsitzende des Risikoausschusses kann unmittelbar beim Leiter der Risikocontrolling-Funktion Auskünfte einholen. Der Leiter der Risikocontrolling-Funktion muss den Vorstand hierüber unterrichten.

In der Sparkasse ist eine Compliance-Funktion gemäß KWG eingerichtet, deren Aufgaben von Mitarbeitern des Bereiches Unternehmenssteuerung wahrgenommen werden. Der Fachbereichsleiter Planung/Controlling und Risikomanagement ist als Compliance-Beauftragter unmittelbar dem Vorstand unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig. Die Compliance-Funktion gemäß WpHG wird ebenso von Mitarbeitern in der Unternehmenssteuerung wahrgenommen. Die Aufgaben im Zusammenhang mit der Verhinderung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie sonstiger strafbarer Handlungen sind im Bereich Vertriebssekretariat angesiedelt.

3. Risikomanagementprozess

Aus dem Gesamtsystem hat unser Haus einen Managementprozess zur Erkennung und Bewertung von Risiken (strategische, jährliche Risikoinventur) sowie zur Messung, Steuerung und Kontrolle von Risiken (operative, dauerhafte Tätigkeiten) abgeleitet. Anhand von Risikoindikatoren erfolgen eine systematische Ermittlung der Risiken sowie deren Einordnung in einen Risikokatalog. Die Risikomessung erfolgt für die in die Risikotragfähigkeitsrechnung einbezogenen wesentlichen Risiken. Dabei werden in der handelsrechtlichen Sichtweise die Risiken danach gemessen, ob und in welcher Höhe ihr Eintritt Auswirkungen auf den Jahresüberschuss der Sparkasse hat.

Die Ermittlung der Risiken in der periodischen Sichtweise erfolgt auf den Planungshorizont von jeweils einem Jahr. Als Risiko wird in dieser Sichtweise eine negative Abweichung von den Planwerten verstanden.

Daneben werden die aufsichtsrechtlich vorgegebenen Relationen als strenge Nebenbedingung regelmäßig ermittelt und überwacht. Unter Berücksichtigung der laufenden Ergebnisprognose sowie der vorhandenen Reserven wird ein Risikobudget festgelegt. Auf das Risikobudget werden alle wesentlichen Risiken der Sparkasse angerechnet. Mit Hilfe der handelsrechtlichen Betrachtung wird gewährleistet, dass die Auslastung des Risikobudgets jederzeit sowohl aus dem handelsrechtlichen Ergebnis als auch aus vorhandenem Vermögen der Sparkasse getragen werden kann. Die Sparkasse führt in der handelsrechtlichen Sichtweise ab Mitte des Jahres darüber hinaus auch eine Risikotragfähigkeitsrechnung für das Folgejahr durch.

Neben der Risikotragfähigkeitsrechnung werden regelmäßig Stressszenarien berechnet, bei denen die Anfälligkeit der Sparkasse gegenüber unwahrscheinlichen, aber plausiblen Ereignissen analysiert wird. Dabei wird auch das Szenario eines schweren konjunkturellen Abschwungs analysiert sowie ein inverser Stresstest durchgeführt. Die Stresstests berücksichtigen dabei auch Risikokonzentrationen innerhalb einer Risikoart (Intra-Risikokonzentrationen). Für Risikokonzentrationen zwischen einzelnen Risikoarten (Inter-Risikokonzentrationen) werden keine separaten Stresstests durchgeführt, da das Gesamtbankrisiko durch eine Addition der Einzelrisiken ermittelt wird. Durch diese allgemeine Überschätzung des Risikos werden ggf. vorhandene Inter-Risikokonzentrationen ausreichend abgedeckt. Diversifikationseffekte, die das Gesamtrisiko mindern würden, werden nicht berücksichtigt. Die zur Steuerung bzw. Verringerung von Risiken einzusetzenden Instrumente sind vom Vorstand festgelegt worden. Die Bearbeitungs- und Kontrollprozesse sind umfassend in Arbeitsanweisungen beschrieben. Die durchgeführten Maßnahmen zur Steuerung bzw. Verringerung der Risiken werden regelmäßig überprüft. Verbesserungsmöglichkeiten fließen in den Risikomanagementprozess ein.

Die Interne Revision gewährleistet die unabhängige Prüfung und Beurteilung sämtlicher Aktivitäten und Prozesse der Sparkasse sowie von ihr ausgelagerter Bereiche. Sie achtet dabei insbesondere auf die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements und berichtet unmittelbar dem Vorstand.

Über die eingegangenen Risiken wird dem Gesamtvorstand und dem Verwaltungsrat bzw. dem Risikoausschuss der Sparkasse regelmäßig schriftlich im Rahmen eines vierteljährlichen Gesamtrisikoberichts bzw. einer Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse und Analysen und unter Beachtung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben durch die MaRisk berichtet. Eine Ad-hoc-Berichterstattung ist bei Risikoereignissen von wesentlicher Bedeutung vorgesehen.

Der Gesamtrisikobericht enthält neben einer zusammenfassenden Beurteilung der Risiko- und Ertragssituation sowie der Limitauslastungen über ein Ampelsystem auch Handlungsempfehlungen zur Steuerung und Verringerung der Risiken, über die die Geschäftsleitung entscheidet. Dadurch kann zeitnah die Einhaltung der durch die Risikostrategie vorgegebenen Regelungen überprüft werden. Die Berichterstattung enthält auch die Auswirkungen von Stresseinflüssen auf die Risikosituation der Sparkasse. Dadurch soll die Wirkung von unwahrscheinlichen, aber plausibel möglichen Ereignissen auf die Risikotragfähigkeit der Sparkasse analysiert, transparent und steuerbar gemacht werden. Dabei wird auch das Szenario eines schweren konjunkturellen Abschwungs analysiert sowie ein inverser Stresstest durchgeführt. Die dargestellten Stresstests berücksichtigen auch Risikokonzentrationen innerhalb (Intra-Risikokonzentrationen) einzelner Risikoarten. Ferner wird über erkannte Risikokonzentrationen berichtet.

Die Berichterstattung über die wesentlichen Risikoarten wird durch eine Vielzahl regelmäßiger Berichte (ggf. täglich, wöchentlich, monatlich und quartalsweise) zeitnah und umfänglich sichergestellt.

4. Aufgabenzuordnung im Rahmen des Risikomanagementsystems

Für alle Teilschritte des Risikomanagements sind Verantwortlichkeiten festgelegt worden. Die Ergebnisse der Risikoinventur werden zentral vom Risikomanager überprüft. Zu seinen Aufgaben gehören die Analyse und Quantifizierung der Risiken, die Überwachung der Einhaltung der vom Vorstand festgelegten Limite und die Risikoberichterstattung. Der Risikomanager ist auch für die Fortentwicklung des Risikomanagementsystems und die Abstimmung der gesamten Aktivitäten im Risikomanagement verantwortlich. Das Risikomanagementsystem ist in einem Risikohandbuch dokumentiert.

Die folgende Übersicht zeigt die im Risikohandbuch der Sparkasse beschriebenen wesentlichen Risikokategorien:

Aufbauend auf der GuV-orientierten Risikotragfähigkeitsrechnung werden im Rahmen der Gesamtbanksteuerung die wesentlichen Risiken limitiert. Ferner ist der Umgang mit wesentlichen Risiken sowie Risikokonzentrationen in der Risikostrategie und den Teilrisikostrategien beschrieben.

5. Strukturierte Darstellung der wesentlichen Risikoarten

5.1 Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft

Unter dem Adressenausfallrisiko im Kreditgeschäft verstehen wir die Gefahr, dass ein Kreditnehmer die ihm gewährten Kredite nicht bzw. nur eingeschränkt oder nicht vollständig vertragsgemäß zurückzahlen kann oder will. Zur Steuerung der Adressenausfallrisiken hat der Vorstand der Sparkasse eine gesonderte Adressenausfallrisikostrategie festgelegt, die jährlich überprüft wird. Im Rahmen dieser Strategie werden Ziele zur Verbesserung der Risikoposition festgelegt, die schwerpunktmäßig Bonitätsbegrenzungen und Strukturvorgaben für das Kreditneugeschäft betreffen. Grundlage jeder Kreditentscheidung ist eine detaillierte Bonitätsbeurteilung der Kreditnehmer. Im risikorelevanten Kreditgeschäft gemäß MaRisk ist ein zweites Kreditvotum durch den vom Markt unabhängigen Marktfolgebereich notwendig.

Zum 31.12.2015 wurden etwa 54,8 % der zum Jahresende ausgelegten Kreditmittel an Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen sowie 40,6 % an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen vergeben. Während der Anteil der Kredite an Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen über dem Verbandsdurchschnitt liegt, liegt der Wert für Kredite an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen unter dem Verbandsdurchschnitt.

Die Grenze nach Artikel 395 Absatz 1 CRR (Großkredit-Obergrenze) wurde im gesamten Berichtsjahr 2015 nicht überschritten.

Die regionale Wirtschaftsstruktur spiegelt sich auch im Kreditgeschäft der Sparkasse wider. Den Schwerpunktbereich bilden die Ausleihungen an Unternehmen aus den Branchen Handel, Grundstücks- und Wohnungswesen sowie an das Dienstleistungsgewerbe.

Die auf der nächsten Seite folgende Darstellung enthält den Gesamtbetrag der Forderungen zum Bilanzstichtag, aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Forderungsarten und verteilt auf geografische Hauptgebiete, Hauptbranchen und vertragliche Restlaufzeiten. Die bilanziellen Geschäfte werden mit ihren Buchwerten nach Abzug der Risikovorsorge und vor Kreditrisikominderung ausgewiesen. Die Sparkasse hat keine außerbilanziellen Geschäfte. Die Ermittlung der Zahlen wird gemäß den Vorgaben der CRR (gegliedert nach Forderungsarten) vorgenommen.

Die Forderungsarten verteilen sich wie folgt:

Kredite und Zusagen

TEUR
Gesamtbetrag der Forderungen 351.674
Verteilung der Forderungsarten nach geografischen Hauptgebieten
Deutschland 351.242
EU 52
Sonstige 380
Verteilung der Forderungsarten nach Hauptbranchen
Banken 28.960
Investmentfonds --
Privatpersonen 122.793
Öffentliche Haushalte * 16.873
Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen 175.702
- Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Aquakultur 15.679
- Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 17.805
- Verarbeitendes Gewerbe 18.360
- Baugewerbe 17.391
- Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 41.046
- Verkehr und Lagerei, Nachrichtenübermittlung 2.077
- Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 7.352
- Grundstücks- und Wohnungswesen 28.108
- Sonstiges Dienstleistungsgewerbe 27.884
Organisationen ohne Erwerbszweck 470
Sonstige 6.876
Verteilung der Forderungsarten nach vertraglichen Restlaufzeiten
< 1 Jahr 114.391
1 Jahr bis 5 Jahre 46.629
> 5 Jahre bis unbefristet 190.654

*) Zu Hierbei handelt es sich um "öffentliche Haushalte" im Sinne der Kundensystematik der Deutschen Bundesbank. Darunter fallen die Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts, kommunale Zweckverbände, Regie-/Eigenbetriebe, die Sondervermögen des Bundes und die Sozialversicherung.

Die Verteilung der Forderungsarten nach Hauptbranchen enthält bei den Banken 21,0 Mio. EUR und bei den öffentlichen Haushalten 1,0 Mio. EUR Schuldscheindarlehen bzw. Tages- und Termingelder, die wir den Handelsgeschäften zuordnen (vgl. D 5.3.1).

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Größenklassenstruktur im Kundenkreditgeschäft. Unter Berücksichtigung der Größe der Sparkasse ist das Volumen des Kundenkreditgeschäftes in den Größenklassen 3 und 4 mit einem Anteil von 33,1 % bedeutend.

Größenklasse 1 2 3 4
in Mio. € bis 0,5 0,5 bis 1,0 1,0 bis 2,5 ab 2,5
Anzahl in % 98,3 0,8 0,7 0,2
Volumen in % 56,0 10,9 22,4 10,7

Quelle: Risikobericht zum 31.12.2015

Die Adressenausfallrisikostrategie ist ausgerichtet auf Kreditnehmer mit guten Bonitäten bzw. geringeren Ausfallwahrscheinlichkeiten 1. Dies wird durch die Neugeschäftsplanung unterstützt.

1 Die Auswertung erfolgt auf Basis von Wirtschaftsverbünden. Der Wirtschaftsverbund geht über den § 19.2 KWG-Verbund hinaus und stellt eine Zusammenfassung von wirtschaftlich abhängigen Personen dar. Die Ratingnoten basieren auf der DSGV-Masterskala. Die Note 1 stellt dabei die bestmögliche Note dar. Ab der Note 16 beginnen die Ausfallkategorien.

Ratingklasse Anzahl
in %
Volumen
in %
1 bis 9 88,7 81,4
10 bis 15 10,1 14,6
16 bis 18 1,2 4,0

Quelle: Risikobericht zum 31.12.2015

Konzentrationen bestehen im Kreditportfolio in folgendem Bereich: Bei den Kreditsicherheiten haben wir eine Konzentration im Bereich der Grundschulden auf Objekte im Ausleihbezirk. Bei der Bewertung legen wir vorsichtige Maßstäbe an, so dass sich in Verbindung mit der guten Ortskenntnis nur überschaubare Bewertungsrisiken ergeben. Diese Konzentration ist systembedingt und damit strategiekonform. Bemerkenswerte Risikokonzentrationen in Branchen sind nicht erkennbar.

Das Länderrisiko, das sich aus unsicheren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen eines anderen Landes ergeben kann, ist für die Sparkasse im Kundenkreditgeschäft von untergeordneter Bedeutung. Das an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland ausgelegte Kundenkreditvolumen betrug am 31.12.2015 0,1 % des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19 Abs. 1 KWG.

Für die Risikoklassifizierung setzen wir die von der Sparkassen-Finanzgruppe entwickelten Rating- und Scoringverfahren ein. Mit diesen Verfahren werden die einzelnen Kreditnehmer zur Preisfindung und zur Steuerung des Gesamtkreditportfolios entsprechend ihren individuellen Ausfallwahrscheinlichkeiten einzelnen Risikoklassen zugeordnet. Auf dieser Basis ermittelt die Sparkasse die Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft. Die Abschirmung der Adressenausfallrisiken ist im Rahmen unserer Risikotragfähigkeitsrechnung durch das zugewiesene Risikodeckungspotenzial sichergestellt.

Zur Steuerung des Gesamtkreditportfolios werden die gerateten Kreditnehmer einzelnen Risikoklassen zugeordnet. Das Gesamtrisiko unseres Kreditportfolios wird auf der Grundlage der Risikoklassifizierungsverfahren ermittelt. Den einzelnen Risikoklassen werden jeweils vom DSGV validierte Ausfallwahrscheinlichkeiten zugeordnet. Die Verlustverteilung des Kreditportfolios wird in einen "erwarteten Verlust" und einen "unerwarteten Verlust" unterteilt. Der "erwartete Verlust" als statistischer Erwartungswert wird im Rahmen der Kalkulation als Risikoprämie in Abhängigkeit von der ermittelten Ratingstufe und den Sicherheiten berücksichtigt. Der "unerwartete Verlust" (ausgedrückt als Value-at-Risk) spiegelt die möglichen Verluste wider, die unter Berücksichtigung eines Konfidenzniveaus von 99 % innerhalb der nächsten zwölf Monate voraussichtlich nicht überschritten werden. Mit Hilfe dieser Informationen werden auch die Veränderungen des Kreditportfolios analysiert.

Insgesamt halten wir die Strukturen unseres Kreditportfolios nach Branchen und nach Ratinggruppen für vertretbar. Das Größenklassenrisiko ist jedoch nicht unbedeutend.

Zur frühzeitigen Identifizierung der Kreditnehmer, bei deren Engagements sich erhöhte Risiken abzuzeichnen beginnen, wird das "OSPlus-Frühwarnsystem" eingesetzt. Im Rahmen dieses Verfahrens sind quantitative und qualitative Indikatoren festgelegt worden, die eine Früherkennung von Kreditrisiken ermöglichen.

Soweit einzelne Kreditengagements festgelegte Kriterien aufweisen, die auf erhöhte Risiken hindeuten, werden diese Kreditengagements einer gesonderten Beobachtung unterzogen (Intensivbetreuung). Kritische Kreditengagements werden von spezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der Grundlage eines Sanierungs- bzw. Abwicklungskonzeptes betreut (Problemkredite). Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet. Eine Ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren. Die Kreditstruktur und ihre Entwicklung im Jahr 2015 entsprechen der vom Vorstand vorgegebenen neutralen Risikoeinstellung.

Von dem Gesamtbetrag an Einzelwertberichtigungen und Rückstellungen entfällt der überwiegende Teil auf Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Personen. Die Direktabschreibungen, Eingänge auf abgeschriebene Forderungen, Kredite in Verzug (ohne Wertberichtigungsbedarf) und Nettozuführungen / Auflösungen von EWB entfallen nahezu ausschließlich auf im Inland ansässige Privatpersonen und Unternehmen. Der Anteil von Forderungen in Verzug (ohne Wertberichtigungen) außerhalb Deutschlands ist von untergeordneter Bedeutung. Wechselkursbedingte und sonstige Veränderungen lagen zum Berichtsstichtag nicht vor.

Entwicklung der Risikovorsorge:

Art der Risikovorsorge Anfangsbestand per 01.01.2015
TEUR
Zuführung
TEUR
Auflösung
TEUR
Verbrauch
TEUR
Endbestand per 31.12.2015
TEUR
EWB 2.842 379 1.214 402 1.605
Rückstellungen 82 10 -- -- 92
PWB 491 -- 309 -- 182
Gesamt 3.415 389 1.523 402 1.879

Nach Art. 178 Abs. 1 CRR liegt ein Ausfall eines Schuldners vor, wenn er mit einem wesentlichen Teil seiner Gesamtverbindlichkeiten gegenüber der Sparkasse an mehr als 90 aufeinanderfolgenden Kalendertagen überfällig ist oder die Sparkasse es als unwahrscheinlich ansieht, dass der Schuldner seine Verbindlichkeiten in voller Höhe begleichen wird, ohne dass die Sparkasse auf Maßnahmen wie Verwertung von Sicherheiten zurückgreift.

Liegt ein Ausfall bei einem Engagement vor, wird nicht nur das einzelne Konto, bei dem der Ausfall aufgetreten ist, als Ausfall berücksichtigt, sondern sämtliche Forderungen gegenüber dem Kunden. Kredite, für die Risikovorsorgemaßnahmen (Einzelwertberichtigungen und Teilabschreibungen) getroffen wurden bzw. die sich in Abwicklung befinden, werden als notleidend bezeichnet.

Die Sparkasse verfügt über Steuerungsinstrumente, um frühzeitig Adressenausfallrisiken bei Kreditengagements zu erkennen, diese zu steuern und zu bewerten sowie im Jahresabschluss durch Risikovorsorge (Einzelwertberichtigungen, Rückstellungen) abzuschirmen.

Die Kreditengagements werden regelmäßig dahingehend überprüft, ob Risikovorsorgebedarf, d. h. Bedarf an spezifischen Kreditrisikoanpassungen, besteht. Eine außerordentliche Überprüfung erfolgt, wenn der Sparkasse Informationen vorliegen, die auf eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse hinweisen. Die Höhe der im Einzelfall zu bildenden spezifischen Kreditrisikoanpassungen orientiert sich zum einen an der Wahrscheinlichkeit, mit der der Kreditnehmer seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Basis hierfür ist die Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse und das Zahlungsverhalten des Kunden. Darüber hinaus erfolgt eine Bewertung der Sicherheiten mit ihren wahrscheinlichen Realisationswerten, um einschätzen zu können, welche Erlöse nach Eintritt von Leistungsstörungen noch zu erwarten sind.

Für latente Ausfallrisiken bildet die Sparkasse Pauschalwertberichtigungen. Darüber hinaus bestehen allgemeine Kreditrisikoanpassungen in Form von Vorsorgereserven für allgemeine Bankrisiken nach § 340f HGB.

Berechnungsweisen sowie die Prozesse zur Genehmigung der Risikovorsorge sind in den Organisationsrichtlinien der Sparkasse geregelt.

Die Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft bewegten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr innerhalb der vorgegebenen und auf die Risikotragfähigkeit der Sparkasse abgestimmten Grenzen.

5.2 Adressenausfallrisiken der Beteiligungen

Unter dem Adressenausfallrisiko aus Beteiligungen verstehen wir die Gefahr einer bonitätsbedingten Wertminderung des Unternehmenswertes. Für die Beteiligungen besteht eine eigenständige Strategie. Die Adressenausfallrisiken der Beteiligungen werden gesondert untersucht. Zur Überwachung der wirtschaftlichen Entwicklung der Beteiligungsunternehmen werden jährlich die Jahresabschlüsse ausgewertet und beurteilt. Die Risiken aus Beteiligungen beziehen wir in unser Risikomanagement ein.

Aus der Beteiligung am SVWL resultieren Risiken hinsichtlich der weiteren Wertentwicklungen der Beteiligungen des SVWL, die wir in unser Risikomanagement einbeziehen. Zum 31.12.2015 bestätigten die eingeholten Unternehmensbewertungsgutachten für die einzelnen Beteiligungen des SVWL den handelsrechtlichen Wertansatz. Außerdem haftet die Sparkasse entsprechend ihrem Anteil am Stammkapital des SVWL für unerwartete Risiken aus dem Auslagerungsportfolio "Erste Abwicklungsanstalt" (EAA), in das strategisch nicht notwendige Vermögenswerte der ehemaligen WestLB AG zwecks Abwicklung übertragen wurden und stellt dazu Teile ihres Jahresüberschusses in eine zweckgebundene Ansparrücklage ein.

Die Sparkasse unterhält eine Beteiligung an der Erwerbsgesellschaft des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes als Eigentümerin der Landesbank Berlin Holding AG (LBBH). Eine Bewertungsmaßnahme war für diese Beteiligung in diesem Jahr nicht erforderlich.

Der Buchwert der strategischen Beteiligungen beläuft sich auf 6,4 Mio. EUR (Vorjahr 6,4 Mio. EUR).

5.3 Adressenausfallrisiken und Marktpreisrisiken aus Handelsgeschäften

Zu den Handelsgeschäften werden alle in den MaRisk festgelegten Geschäftsarten gezählt.

5.3.1 Adressenausfallrisiken aus Handelsgeschäften

Unter dem Adressenausfallrisiko aus Handelsgeschäften verstehen wir die Gefahr von Bonitätsverschlechterungen oder dem Ausfall eines Emittenten, Kontrahenten oder eines Referenzschuldners. Für die Limitierung des Adressenausfallrisikos aus Eigenanlagegeschäften setzt die Sparkasse individuelle Emittenten- und Kontrahentenlimite fest. Darüber hinaus existiert ein übergreifendes Limit für die Adressenausfallrisiken aus Handelsgeschäften. Hierbei werden externe Ratings und die damit verbundenen einjährigen Ausfallwahrscheinlichkeiten berücksichtigt.

Die Wertpapieranlagen der Sparkasse verteilen sich auf folgende geografische Hauptgebiete, Hauptbranchen und Restlaufzeiten. Für die Zuordnung des Wertpapierspezialfonds zu den geografischen Hauptgebieten wird auf das Sitzland der Kapitalanlagegesellschaft abgestellt. Die Zuteilung zu der Kategorie Wertpapiere entspricht den Vorgaben der CRR. Die Ermittlung der Zahlen wird ebenfalls gemäß den Vorgaben der CRR (gegliedert nach Forderungsarten) vorgenommen.

Wertpapiere

TEUR
Gesamtbetrag der Forderungen 51.076
Verteilung der Forderungsarten nach geografischen Hauptgebieten
Deutschland * 48.536
EU 2.540
Sonstige --
Verteilung der Forderungsarten nach Hauptbranchen
Banken 15.232
Investmentfonds ** 19.298
Privatpersonen --
Öffentliche Haushalte *** 16.546
Verteilung der Forderungsarten nach vertraglichen Restlaufzeiten
< 1 Jahr 7.550
1 Jahr bis 5 Jahre 15.287
> 5 Jahre bis unbefristet 28.239

*) Zu Dieser Position wird u.a. der international ausgerichtete Wertpapierspezialfonds zugeordnet. Die Anlagen in Renten (93,4 % des Fondsvermögens) entfallen mit 17,5 % auf Deutschland, mit 67,7 % auf die EU und mit 8,2 % auf Andere.
**) Zu Hierbei handelt es sich um den Wertpapierspezialfonds der Sparkasse. Dieser ist im Verhältnis zu den Marktwerten mit einem Anteil von 63,36 % in Unternehmensanleihen investiert.
***) Zu Hierbei handelt es sich um "öffentliche Haushalte" im Sinne der Kundensystematik der Deutschen Bundesbank. Darunter fallen die Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts, kommunale Zweckverbände, Regie-/Eigenbetriebe, die Sondervermögen des Bundes und die Sozialversicherung.

Daneben haben wir 8,5 Mio. EUR Schuldscheindarlehen (davon 7,5 Mio. EUR an Banken) den Handelsgeschäften zugeordnet. Die Kreditnehmer der Schuldscheindarlehen stammen alle aus Deutschland.

Weiterhin bestehen zum Bilanzstichtag Tages- und Termingelder in Höhe von 13,5 Mio. EUR bei deutschen Banken, die den Handelsgeschäften zugeordnet werden.

Der Bestand der Wertpapiere entfällt auf Schuldverschreibungen und Anleihen (31,8 Mio. EUR) und den Wertpapierspezialfonds (19,3 Mio. EUR). Für die im Wertpapierspezialfonds gehaltenen Anlagen bestehen Anlagerichtlinien, die insbesondere das Anlageuniversum, Mindestratings und Laufzeiten definieren. Darüber hinaus wird der Geschäftsumfang durch die vom Vorstand vorgegebene Marktpreisrisikostrategie und durch Rahmengrundsätze begrenzt.

Das Adressenausfallrisiko aus Handelsgeschäften wird über Mindestratings und Limite für einzelne Emittenten bzw. Kontrahenten begrenzt. Das Limitsystem dient u. a. der Steuerung von Konzentrationsrisiken. In der internen Steuerung werden zur Berechnung des Adressenausfallrisikos die Ausfallwahrscheinlichkeiten auf Grundlage des Ratings der Ratingagenturen Moody's oder Standard & Poor's zugrunde gelegt. Falls einzelne Papiere über kein Rating verfügen, greifen definierte Regeln, um das Adressenausfallrisiko abzubilden.

Die von der Sparkasse direkt angelegten und die in dem Wertpapierspezialfonds (Anteile an Sondervermögen größer 10 %) gehaltenen verzinslichen Wertpapiere und Schuldscheindarlehen verteilen sich auf folgende Ratingstufen:

Bonität Moody's Standard & Poor's auf Basis Tageswerte
31.12.2015
in %
31.12.2014
in %
exzellent, praktisch kein Ausfallrisiko Aaa AAA -- --
sehr gut bis gut Aa1 - Aa3 AA+ - AA- 44,1 22,0
gut bis befriedigend A1 - A3 A+ - A- 40,7 36,4
befriedigend bis ausreichend Baa1 - Baa3 BBB+ - BBB- 13,4 20,9
mangelhaft, anfällig für Zahlungsverzug Ba1 - Ba3 BB+ - BB- 1,0 --
Mangelhaft, stark anfällig für Zahlungsverzug B1 - B3 B+ - B- 0,8 --
ohne Rating -- 20,7
100,0 100,0

Die von uns gehaltenen Wertpapiere und Schuldscheindarlehen weisen grundsätzlich ein Rating aus dem Investmentgradebereich auf. Der Eigenanlagenanteil im Non-Investmentgradebereich entfällt auf zwei im Wertpapierspezialfonds gehaltene Rentenfonds.

Konzentrationen bestehen hinsichtlich der Forderungen an Emittenten innerhalb des Haftungsverbundes der S-Finanzgruppe, die zum Jahresende rund 32,0 % ergaben. Diese Konzentration ergibt sich als Folge der Mitgliedschaft in der Sparkassenorganisation.

Länderrisiko Länderrating auf Basis Tageswerte
Moody's Standard & Poor's 31.12.2015
in %
31.12.2014
in %
inländische Emittenten 73,7 71,2
ausländische Emittenten
exzellent, praktisch kein Ausfallrisiko Aaa AAA 0,1 --
sehr gut bis gut Aa1 - Aa3 AA+ - AA- 16,3 19,5
gut bis befriedigend A1 - A3 A+ - A- -- --
befriedigend bis ausreichend Baa1 - Baa3 BBB+ - BBB- 9,9 9,3
mangelhaft, anfällig für Zahlungsverzug Ba1 - Ba3 BB+ - BB- -- --
100,0 100,0

Zum Stichtag 31.12.2015 hatte die Sparkasse Staatsanleihen der PIIGS-Staaten in Höhe von 2,5 Mio EUR Nominalwert im Bestand; die italienischen sowie spanischen Staatsanleihen werden ausschließlich im Wertpapierspezialfonds gehalten. Von griechischen Emittenten (Staatsanleihen, sonstige) begebene Anleihen befanden sich zum Stichtag nicht im Bestand der Wertpapiereigenanlagen der Sparkasse.

Die Adressenausfallrisiken aus Handelsgeschäften bewegten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr innerhalb der vorgegebenen und auf die Risikotragfähigkeit der Sparkasse abgestimmten Grenzen. Im Hinblick auf das überwiegende Management der ausländischen Titel im Wertpapierspezialfonds und der grundsätzlich guten Länderratings der Wertpapiere von Emittenten mit Sitz im Ausland ist das Länderrisiko aus dem Handelsgeschäft zu vertreten.

5.3.2 Marktpreisrisiken aus Handelsgeschäften

Marktpreisrisiken aus Handelsgeschäften beschreiben die Gefahr negativer Entwicklungen der Geld- und Kapitalmärkte für die Sparkasse. Diese ergeben sich aus Veränderungen der Marktpreise von z. B. Wertpapieren, Währungen, Immobilien und Rohstoffen sowie aus Schwankungen der Zinssätze. Zur Steuerung der Marktpreisrisiken hat der Vorstand der Sparkasse eine gesonderte Handels- und Marktpreisrisikostrategie festgelegt, die mindestens jährlich überprüft wird.

Der Bestand der bilanzwirksamen Handelsgeschäfte hat sich zum Bilanzstichtag wie folgt entwickelt:

Anlagekategorie Buchwerte
31.12.2015
Mio. EUR
31.12.2014
Mio. EUR
1) Tages- und Termingelder 13,5 --
2) Schuldscheindarlehen 8,5 6,0
3) Schuldverschreibungen und Anleihen 31,8 30,4
4) Wertpapierspezialfonds 19,3 19,8
73,1 56,2

Die Ermittlung der Marktpreisrisiken der bewertungsrelevanten Handelsgeschäfte (Position 3 und 4) erfolgt anhand von Overnight- und Value-at-Risk-Szenarien, letztere mit einer fest vorgegebenen Haltedauer von 63 Tagen. Darüber hinaus wird eine laufend aktualisierte Bewertung zu Marktpreisen (Mark-to-Market) durchgeführt. Durch die Vorgabe verschiedener Parameter ist es auch in einer Phase nicht funktionierender Märkte möglich, realistische Kurse zu ermitteln. Der Risikoermittlung liegt eine historische Simulation zugrunde, die es erlaubt, den Wert des Portfolios mit unterschiedlichen Eintrittswahrscheinlichkeiten zu berechnen. Im Normalfall werden die Risiken mit einer 99 %-igen Eintrittswahrscheinlichkeit berechnet. Die historische Simulation stützt sich jeweils auf die vergangenen 500 Handelstage.

Die Überwachung des Marktpreisrisikos wird im Bereich Unternehmenssteuerung mit Hilfe des Systems SimCorp Dimension (SCD) unter strenger Beachtung der Funktionstrennung zum Handel wahrgenommen. Es wird täglich geprüft, ob sich die Adressenausfall- und Marktpreisrisiken innerhalb der vorgegebenen handelsrechtlichen Limite bewegen. Bei Überschreitung von Limiten bzw. der vordefinierten Frühwarngrenzen ist vorgesehen, dass der Gesamtvorstand über Maßnahmen zur Verringerung der Adressenausfall- bzw. Marktpreisrisiken entscheidet.

Der Gesamtvorstand wird wöchentlich über die Ergebnisse und die Risikosituation unterrichtet. Die Wertveränderungen aus Marktpreisrisiken an den Kapitalmärkten bewegten sich in Summe unter den von uns vorgegebenen und auf die Risikotragfähigkeit der Sparkasse abgestimmten Limiten.

5.4 Zinsänderungsrisiken

Unter dem Zinsänderungsrisiko wird in der periodisch orientierten Sichtweise die negative Abweichung des Zinsüberschusses von einem zuvor erwarteten Wert verstanden. Die Abschreibungsrisiken für festverzinsliche Wertpapiere berücksichtigen wir in den Marktpreisrisiken aus Handelsgeschäften.

Die Messung und Steuerung des Zinsänderungsrisikos erfolgt in periodenorientierter Sicht. Der ermittelte Risikobetrag wird im Rahmen einer handelsrechtlichen Risikotragfähigkeitsbetrachtung berücksichtigt. Anhand verschiedener Szenariobetrachtungen werden, u. a. im Rahmen von Stresstests, für die Sparkasse besonders belastende bzw. günstige Konstellationen ermittelt.

Auf Basis des Rundschreibens 11/2011 der BaFin vom 09.11.2011 (Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch; Ermittlung der Auswirkungen einer plötzlichen und unerwarteten Zinsänderung) haben wir zum Stichtag 31.12.2015 die barwertige Auswirkung einer Ad-hoc-Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um + bzw. - 200 Basispunkte nach dem Ausweichverfahren errechnet. Die Verminderung des Barwertes gemessen an den regulatorischen Eigenmitteln betrug 16,21 % und lag damit unterhalb der Meldeschwelle von 20 %. Vor dem Hintergrund der angemessenen Kapitalausstattung und der damit verbundenen Risikotragfähigkeit sowie der entspannten Risikolage halten wir das Zinsänderungsrisiko für vertretbar.

Währung Zinsänderungsrisiken
Zinsschock (+200/ -200 Bp)
Vermögensrückgang Vermögenszuwachs
TEUR 4.568 4.568

Das Zinsänderungsrisiko der Sparkasse lag im Jahr 2015 innerhalb der vorgegebenen Limite.

Wir haben die gesamte Zinsposition des Bankbuchs nach den Vorgaben der IDW-Stellungnahme RS BFA 3 im Rahmen einer periodenorientierten Berechnung untersucht. Das Bankbuch umfasst - entsprechend dem internen Risikomanagement - alle bilanziellen zinsbezogenen Finanzinstrumente außerhalb des Handelsbestands. Bei der Beurteilung werden alle Zinserträge aus zinsbezogenen Finanzinstrumenten des Bankbuchs sowie die voraussichtlich noch zu deren Erwirtschaftung erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungskosten, Standard-Risikokosten, Verwaltungskosten) berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt auf Basis der Zinsstrukturkurve. Die Berechnungen zeigen keinen Verpflichtungsüberschuss. Eine Drohverlustrückstellung ist nicht erforderlich.

5.5 Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt ihrer Fälligkeit nicht oder nicht vollständig erfüllt werden können (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne), zusätzliche Refinanzierungsmittel nur zu erhöhten Marktzinsen beschafft werden können (Refinanzierungsrisiko) oder vorhandene Vermögenswerte nur mit Preisabschlägen verwertet werden können (Marktliquiditätsrisiko). Das Liquiditätsrisiko wird durch eine angemessene Liquiditätsvorsorge und eine ausgewogene Strukturierung der Fälligkeiten der Aktiva und Passiva gesteuert. Die Überwachung und Steuerung der Liquidität erfolgt im Rahmen der täglichen Liquiditätsdisposition. Darüber hinaus werden monatlich die Zahlungsmittel und Zahlungsverpflichtungen der Sparkasse mit Fälligkeit innerhalb der nächsten Jahre in einer Liquiditätsübersicht gegenübergestellt und die Entwicklung sowie zu treffende Maßnahmen mit dem Vorstand besprochen. Zusätzlich wird die Streuung der Liquiditätsquellen vierteljährlich überprüft und werden die Liquiditätsressourcen der Sparkasse in der Liquiditätsliste erfasst.

Die durch § 11 KWG in Verbindung mit der Liquiditätsverordnung und den MaRisk vorgegebenen Anforderungen über eine ausreichende Liquidität wurden zu jedem Zeitpunkt eingehalten. Im Hinblick auf die Ausstattung mit liquiden Mitteln, die erwarteten Liquiditätszuflüsse sowie die Kredit- und Refinanzierungsmöglichkeiten ist dies auch für die Zukunft gewährleistet. Die Liquiditätskennzahl (Quotient aus den liquiden Aktiva und den Liquiditätsabflüssen für den folgenden Monat) lag stets deutlich über dem erforderlichen Mindestwert von 1,0. Sie bewegte sich im Betrachtungszeitraum zwischen einem Wert von 1,82 und 2,72. Ferner werden zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften entsprechende Guthaben bei der Deutschen Bundesbank unterhalten.

Infolge der Finanzkrise führte die Aufsicht neue Liquiditätskennzahlen für Kreditinstitute ein. Während mit der Liquidity Coverage Ratio (LCR) das kurzfristige Liquiditätsrisiko bewertet werden soll, dient die Net Stable Funding Ratio (NSFR) dazu, das strukturelle Liquiditätsrisiko zu messen. Die LCR wird stufenweise eingeführt. Ab dem 1. Oktober 2015 muss der Bestand an hochliquiden Aktiva den Nettomittelabfluss unter Stress zu 60 % abdecken, ab 2016 zu 70 % und 2017 zu 80 %. Ab 2018 gilt die LCR vollumfänglich, die hochliquiden Aktiva müssen dann 100 % der Nettomittelabflüsse im Stressszenario abdecken. Im laufenden Jahr hat die Sparkasse bereits zu jedem Meldestichtag die geforderte Mindestquote von 100 % eingehalten. Die NSFR befindet sich noch in der Beobachtungsphase.

Die vierte MaRisk-Novelle forderte von Kreditinstituten die Einführung eines Liquiditätskostenverrechnungssystems. Ein Institut muss u. a. in der Lage sein, entstehende Liquiditätskosten und -nutzen zu quantifizieren. Die Aufsicht erwartet, dass die Liquiditätsbeiträge nicht nur ermittelt, sondern auch der Preis für die Liquiditätsbindung separat ausgewiesen und in der Deckungsbeitragsrechnung berücksichtigt wird. Die Sparkasse hat ein "einfaches Kostenverrechnungssystem" (BTR 3.1 TZ 5, Erläuterung) implementiert.

Die Vorgaben zur Steuerung der Liquiditätsrisiken hat der Vorstand in der Risikostrategie festgelegt. Über die Festlegung einer internen Mindestliquiditätskennzahl wird die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sichergestellt. In die tägliche Berechnung des internen Liquiditätsgrundsatzes fließen ausgewählte Zahlungsmittel und Zahlungsverpflichtungen ein. Ihr Fokus liegt auf Zahlungsmitteln, die über eine hohe (Markt-) Liquidität verfügen. Bei der Disposition werden entsprechende Reserven berücksichtigt, die außergewöhnliche Liquiditätsabflüsse abdecken. Es wird auf eine ausgewogene Strukturierung der Fälligkeiten der Tages- und Termingeldeinlagen sowie der eigengemanagten Wertpapiere geachtet. Darüber hinaus bestehen zur Abdeckung eines kurzfristig auftretenden Liquiditätsbedarfs umfangreiche Refinanzierungsmöglichkeiten bei der Deutschen Bundesbank und anderen Kreditinstituten. Zu diesem Zweck führt die Sparkasse eine interne Liquiditätsliste.

Um mögliche Liquiditätsengpässe frühzeitig erkennen zu können, hat die Sparkasse ein Frühwarnsystem eingerichtet, welches Gefahrenquellen identifiziert und das Einleiten entsprechender Gegensteuerungsmaßnahmen ermöglicht.

Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

5.6 Operationelle Risiken

Operationelle Risiken werden als Gefahr von Schäden verstanden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder infolge externer Einflüsse eintreten. Die Bestimmung der regulatorischen Eigenkapitalunterlegung für operationelle Risiken basiert auf dem Basisindikatoransatz gem. Artikel 315 und 316 CRR und beläuft sich zum Berichtsstichtag auf einen Anrechnungsbetrag von 20,4 Mio. EUR.

Zur Steuerung der betrieblichen Risiken dienen Arbeitsanweisungen, Kontrollen und automatisierte Sicherheitsmaßnahmen. Eventuelle Schadensfälle sind zum Teil durch Versicherungen gedeckt. Rechtliche Risiken werden durch die sorgfältige Prüfung der Vertragsgrundlagen und den Einsatz von Standardverträgen reduziert. Verhaltensrisiken, die durch Betrug, Irrtum oder Fahrlässigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder Dritten hervorgerufen werden, begegnet die Sparkasse mit angemessenen Kontrollsystemen, deren Funktionsfähigkeit laufend von den Führungskräften der jeweiligen Betriebsstellen überwacht und von der Internen Revision geprüft wird. Für technische Risiken hat die Sparkasse Notfallkonzepte entwickelt, die die Funktionsfähigkeit des Betriebsablaufs auch bei unvorhersehbaren Ereignissen sicherstellen. Die Sparkasse setzt zudem eine Schadensfalldatenbank ein, in der Schadensfälle systematisch erfasst und regelmäßig ausgewertet werden. Der Vorstand wird vierteljährlich über Art und Umfang eingetretener Schadensfälle und die eingeleiteten Maßnahmen unterrichtet. Es ist geregelt, dass bedeutende Schadensfälle im Sinne der MaRisk Ad-hoc berichtet und unverzüglich analysiert werden.

Die operationellen Risiken sind nach unserer derzeitigen Einschätzung für die künftige Entwicklung der Sparkasse von untergeordneter Bedeutung. Das vorgegebene Risikolimit wurde jederzeit eingehalten.

6. Gesamtbeurteilung der Risikolage

Die Sparkasse nimmt am Risikomonitoring des SVWL teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich. Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet. Jede Sparkasse wird insgesamt bewertet und einer von drei Monitoringstufen zugeordnet. Die Sparkasse war zu allen Erhebungsterminen der besten Bewertungsstufe zugeordnet.

Die Risikotragfähigkeitsberechnungen zeigen ein angemessenes Verhältnis zwischen eingegangenen Risiken und vorhandener Risikodeckungsmasse. Die Risikotragfähigkeit war und ist in der handelsrechtlichen Betrachtung gegeben. Die aus der Risikotragfähigkeit abgeleiteten Limite für die wesentlichen Risiken wurden im Jahr 2015 eingehalten. Die Risikotragfähigkeit war und ist auch in den von der Sparkasse simulierten Stresstests gegeben. Die Sparkasse ist somit in der Lage, die simulierten Krisenszenarien zu verkraften. Risiken der künftigen Entwicklung, die für die Sparkasse bestandsgefährdend sein können, sind nach der Risikoinventur nicht erkennbar.

Die zur Deckung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen vorhandenen Eigenmittel übertreffen die Anforderungen. Die Gesamtkapitalquote gemäß Artikel 92 CRR beträgt zum Bilanzstichtag 14,53 %.

Insgesamt beurteilen wir unsere Risikolage unter Würdigung und Abschirmung aller Risiken als ausgewogen.

7. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken (Prognosebericht)

Die nachfolgenden Einschätzungen haben Prognosecharakter. Insofern können die tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen.

7.1 Geschäftsentwicklung

Der Konjunkturaufschwung in Deutschland wird sich im Jahr 2016 fortsetzen. Mit einer Zuwachsrate des Inlandsprodukts in Höhe von 1,6 % dürfte die wirtschaftliche Dynamik in etwa der des Jahres 2015 entsprechen. Treibende Kraft bleibt der private Konsum. Zwar werden die positiven Realeinkommenseffekte seitens der gefallenen Energiepreise voraussichtlich auslaufen. Jedoch dürfte die weiterhin steigende Beschäftigung zu Tarifabschlüssen deutlich über der Inflation führen. Hinzu kommt, dass die Ausweitung der monetären Sozialleistungen infolge der hohen Zuwanderung an Flüchtlingen nahezu vollständig in den privaten Verbrauch fließen dürfte. Insgesamt ist für das kommende Jahr ein Anstieg des privaten Konsums von 1,8 % zu erwarten. Die deutschen Exporte sollten im Jahr 2016 zwar weiter zunehmen, das Wachstumstempo wird mit 4,5 % jedoch schwächer ausfallen als in 2015. Ursächlich ist die nachlassende Wirkung der Euro-Abwertung. Zudem gehen von der Wirtschaftsentwicklung im Ausland, allen voran in den Schwellenländern, geringere Impulse auf die deutschen Ausfuhren aus. Aufgrund der schwächeren Expansion der Exportnachfrage ist davon auszugehen, dass auch die Ausrüstungsinvestitionen der privaten Unternehmen weniger stark ansteigen werden als im Vorjahr. Diese dürften trotz weiterhin sehr günstiger Finanzierungsbedingungen im Jahr 2016 lediglich mit einer Rate von 3,4 % zulegen. Die Bauinvestitionen sollten im kommenden Jahr eine Zuwachsrate von 2,0 % erreichen und damit gegenüber dem Vorjahr leicht anziehen. Die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau bleiben günstig. So führt die gute Arbeitsmarktsituation zu steigenden Einkommen. Zudem bleiben die Finanzierungskosten für Wohnungsbaukredite außerordentlich niedrig. Darüber hinaus ist mit der Flüchtlingsmigration eine hohe Nachfrage nach kostengünstigem Wohnraum verbunden. Im kommenden Jahr dürfte die Inflationsrate mit 1,2 % deutlich höher ausfallen als im abgelaufenen Jahr. Maßgeblich dafür ist, dass der Verbraucherpreisanstieg wieder stärker durch den binnenwirtschaftlichen Kostenanstieg bestimmt wird; denn von den Energiepreisen gehen kaum noch preisdämpfende Effekte aus.

Es wird mit einem weiter historisch niedrigen Zinsniveau gerechnet.

Für das Jahr 2016 gehen wir daher von einer leicht positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aus. Aufgrund dieser Entwicklung rechnen wir mit einem Anstieg im Kreditgeschäft von 4,3 %. Der Anteil der bilanziellen Forderungen an Kunden an der Bilanzsumme wird sich nicht wesentlich verändern. Im gewerblichen Kreditgeschäft gehen wir von einem Wachstum von 5,8 % für 2016 aus. Ein Wachstum von 2,5 % im Kreditgeschäft mit Privatpersonen wird im langfristigen Kreditgeschäft, insbesondere im privaten Wohnungsbau und Weiterleitungsdarlehen, erwartet.

Im Einlagengeschäft setzt sich der über Konditionen geführte Wettbewerb, im Rahmen des historischen Niedrigzinsniveaus, fort. Die Sparquote wird vor dem Hintergrund der erwarteten konjunkturellen Entwicklung sowie des Niedrigzinsniveaus leicht abnehmend sein. In Anbetracht dieses Umfeldes wollen wir mit der an den Kundenbedürfnissen ausgerichteten ganzheitlichen Beratung sowie dem umfassenden Produktangebot und der fortwährenden Marktbeobachtung Kundengelder halten. Insgesamt erwarten wir für 2016 im Bereich der bilanzwirksamen Kundeneinlagen einen leichten Rückgang von 0,6 %.

Bei der Bilanzsumme erwarten wir aufgrund der vorgenannten Entwicklungen im Kredit- und Einlagengeschäft für das Folgejahr einen Anstieg auf rd. 346 Mio. EUR.

Im Dienstleistungsgeschäft gehen wir für 2016 von einem ähnlichen Vermittlungserfolg wie in 2015 aus. Während wir im Wertpapiergeschäft von einer weiteren Belebung des Geschäfts ausgehen, dürften die Ergebnisse im Versicherungsgeschäft sowie aus der Vermittlung von Bausparverträgen leicht unter Vorjahresniveau auslaufen.

Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

Die Risiken liegen - neben den in der Risikoberichterstattung dargestellten unternehmerischen und banküblichen Gefahren - hauptsächlich im nicht geplanten Verlauf der weltwirtschaftlichen Dynamik. Ferner kann nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Schocks im Finanzsystem oder geopolitische Krisen die realwirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen können. Die weiterhin nervöse Reaktion der Finanzmärkte auf die Verschuldungssituation einiger Euro-Mitgliedsländer und die möglichen Konsequenzen des dortigen Engagements deutscher Banken haben gezeigt, dass in der aktuellen Situation im Finanzsektor weiterhin nicht von einer Stabilisierung gesprochen werden kann. Gleichwohl können die wirtschaftliche Entwicklung in China, die Flüchtlingsproblematik und die Geldpolitik der EZB ebenso Einfluss auf die prognostizierten Ergebnisse haben.

Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

Chancen sehen wir weiterhin vor allem in einer schneller als erwarteten wirtschaftlichen Erholung in Europa, insbesondere in den Krisenländern, sowie in den Schwellenländern. Aufgrund der daraus folgenden steigenden Absatzaussichten exportorientierter Unternehmen wird die Investitionsdynamik weiter zunehmen und sich die Nachfrage nach gewerblichen Finanzierungen ebenfalls erhöhen.

Über die Folgewirkung auf den Arbeitsmarkt und progressiven Tarifabschlüssen wird der Erwerb oder Neubau von Immobilien privater Bauherren mit entsprechender Nachfragewirkung nach Baufinanzierungskrediten forciert werden. Eine über die Kreditnachfrage steigende Bilanzsumme wird dazu beitragen, die negativen Folgen der Niedrigzinsphase auf den Zinsüberschuss der Sparkasse zumindest teilweise zu kompensieren. Ebenfalls dürfte sich dann das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft weiterhin auf einem niedrigen Niveau bewegen.

Weiterhin sehen wir Chancen im Zinsbuch bei einer steileren Zinsstrukturkurve, die durch höhere Sätze insbesondere in längeren Laufzeiten Zusatzerträge durch das Eingehen von Fristentransformation ermöglicht.

7.2 Finanzlage

Für das Jahr 2016 sind Investitionen auf dem Niveau der Vorjahre geplant. Die aus technischen und organisatorischen Gründen erforderlichen Ersatzinvestitionen werden berücksichtigt.

Die Entwicklung der Bilanzsumme wird durch das geplante Wachstum im Kreditgeschäft getragen. Sofern die Refinanzierung des Kundenkreditgeschäfts durch Zuwächse im Einlagengeschäft mit Kunden nicht oder nicht vollständig gelingt, kann der Kapitalbedarf über Mittelaufnahmen am Kapitalmarkt oder durch den Verkauf eigener Wertpapiere gedeckt werden.

Nach unseren Planungen wird die Liquiditätskennzahl durchgängig über dem in der Risikostrategie festgelegten Mindestwert von 1,15 % und somit auch über dem aufsichtsrechtlichen geforderten Mindestwert von 1,00 % liegen.

7.3 Ertragslage

Die Entwicklung des Betriebsergebnisses vor Bewertung wird maßgeblich durch den Zinsüberschuss geprägt. Der Zinsüberschuss wird durch die Zinsentwicklung und die Zinsstruktur am Geld- und Kapitalmarkt wesentlich beeinflusst. Insofern ist die Zinsstrukturkurve, die sich im Vergleich zum Jahresultimo 2015 nach unserer Erwartung nicht wesentlich verändern wird, mit der damit verbundenen Möglichkeit der Fristentransformation von maßgeblicher Bedeutung. Im Zusammenhang mit der sich leicht verbessernden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist davon auszugehen, dass es im Jahr 2016 zu einem Fortgang der konjunkturellen Aufwärtsbewegung kommen wird. Um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren rechnet die Sparkasse nicht damit, dass die Europäische Zentralbank im Verlauf des Jahres 2016 Zinserhöhungen vornehmen wird. Chancen bestehen insbesondere in einer steileren Zinsstrukturkurve mit der damit verbundenen Möglichkeit, Erträge aus Fristentransformation zu erzielen. Eine stärkere Verflachung der Zinsstrukturkurve hätte dagegen schmälernde Auswirkungen auf den Zinsüberschuss der Sparkasse.

Basis für die Aussagen zur künftigen Ertragslage bildet der bundeseinheitliche Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation (vgl. B.4.3), der für unsere Mittelfristplanung maßgeblich ist.

Aufgrund des intensiven Wettbewerbs im Kreditgewerbe erwarten wir derzeit weiter rückläufige Konditionsbeiträge aus dem Kundengeschäft. Unter der Prämisse eines unverändert historisch niedrigen Zinsniveaus erwarten wir einen Rückgang der Zinsspanne um 0,18 %-Punkte auf 2,10 % der DBS. Aus den vorgenannten Effekten resultiert für das kommende Jahr per Saldo voraussichtlich ein unter dem Zinsüberschuss 2015 liegender Zinsüberschuss in Höhe von 7,3 Mio. EUR.

Im Provisionsüberschuss gehen wir mit 2,7 Mio. EUR für das nächste Jahr von einem Wert auf dem Niveau des Jahres 2015 aus.

Die Verwaltungsaufwendungen werden sich nach unseren Planungen im Jahr 2016 um rd. 0,2 Mio. EUR auf rd. 7,7 Mio. EUR (Personalaufwand 5,3 Mio. EUR, Sachaufwand 2,4 Mio. EUR) vermindern. Trotz der kalkulierten Tariferhöhung wird der Personalaufwand bei einem verringerten Personalbestand auf Basis von Betriebsvergleichszahlen um rd. 0,05 %-Punkte sinken. Mittels weiterer Anstrengungen im Sachkostenbereich soll der Sachaufwand gleichwohl weiter sinken. Insgesamt erwarten wir für 2016 einen Sachaufwand um rd. 70 TEUR unterhalb des Vorjahreswertes. Wir planen unter den vorgestellten Annahmen für das Jahr 2016 mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung von rd. 0,69 % der jahresdurchschnittlichen Bilanzsumme von rd. 346 Mio EUR.

Infolge der möglichen Risiken aus unserem Wertpapierspezialfonds sowie Kursschwankungen aufgrund von Marktbewegungen haben wir derzeit ein negatives Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft von rd. 0,15 % der Durchschnittsbilanzsumme in unserer Planung berücksichtigt. Das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft ist aufgrund der konjunkturellen Entwicklung nur mit großen Unsicherheiten zu prognostizieren. Entgegen des positiven Bewertungsergebnisses im abgelaufenen Geschäftsjahr rechnen wir aufgrund unserer strukturellen Ausrichtung im Jahr 2016 mit einem negativen Bewertungsergebnis von rd. 0,12 % der Durchschnittsbilanzsumme. Unter dem sonstigen Bewertungsergebnis haben wir Bewertungsaufwendungen von rd. 0,06 % der Durchschnittsbilanzsumme für bestehende Beteiligungen eingeplant. Unsere Limits für Marktpreisrisiken und Adressenausfallrisiken bilden aus unserer Sicht einen ausreichenden Puffer für schwankende Marktentwicklungen bzw. die notwendige Abschirmung von Adressenausfallrisiken. Den Risiken steht ein ausreichendes Risikodeckungspotenzial gegenüber. Mittels aktiven Kreditrisikomanagements sind wir bestrebt, erkannte Risiken zu mindern und neue Risiken zu vermeiden.

Aufgrund der regulatorischen Verschärfungen für die Finanzwirtschaft (Vereinheitlichung der Einlagensicherung, Basel III-Regelungen, Meldewesen) können sich Belastungen auf die Ergebnis- und Kapitalentwicklung der Sparkasse ergeben.

Die Sparkasse richtet sich an den in der "Geschäftsstrategie der Sparkassen" des DSGV definierten Zielgrößen (u. a. Eigenkapitalrentabilität und Cost-Income-Ratio) sowie der Risikoaufwandsquote aus. Für 2016 erwarten wir gemäß dieser Definition eine Eigenkapitalrentabilität von 4,7 %. Diese liegt oberhalb des in der DSGV-Strategie genannten Orientierungswertes. Bei der CIR erwarten wir für 2016 ein Verhältnis von 77,0 %.

Bei der prognostizierten Entwicklung der Ertragslage sollte eine angemessene Eigenkapitalzuführung gesichert sein. Die intern festgelegte Mindestkernkapital- bzw. Gesamtkapitalquote in Höhe von 9,0 % bzw. 9,625 %, die über dem aktuell vorgeschriebenen Mindestwert der CRR von 8,625 % liegt, wird mit einem Wert von zurzeit 14,5 % deutlich überschritten. Dies bietet eine hinreichende Grundlage für künftiges qualifiziertes Kreditgeschäft.

Anhang

VORBEMERKUNG

Der Jahresabschluss zum 31.12.2015 wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuchs (HGB) unter Beachtung der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt.

A. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewendeten Ansatz- und Bewertungsmethoden werden stetig angewendet. Sofern sich Abweichungen ergeben haben, wird in den jeweiligen Abschnitten darauf hingewiesen.

Die Bilanzierung und Bewertung der Vermögensgegenstände und der Verbindlichkeiten erfolgt gemäß den §§ 246 ff. und §§ 340 ff. HGB.

Forderungen

Forderungen an Kunden und Kreditinstitute haben wir zum Nennwert bilanziert. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien werden kapitalanteilig auf die Dauer der Festzinsvereinbarung bzw. über die gesamte Darlehenslaufzeit verteilt. Von Dritten erworbene Schuldscheindarlehen, die dem Geldanlagezweck dienen, werden mit den Anschaffungskosten angesetzt.

Erkennbaren Risiken aus Forderungen wurde durch deren Bewertung nach den Grundsätzen kaufmännischer Vorsicht ausreichend Rechnung getragen. Für latente Risiken im Forderungsbestand bestehen Pauschalwertberichtigungen und Vorsorgereserven.

Wertpapiere

Die Wertpapiere werden zu den Anschaffungskosten bewertet, soweit die beizulegenden Werte am Bilanzstichtag nicht niedriger sind (strenges Niederstwertprinzip). Dies gilt auch für die Wertpapiere des Anlagevermögens.

Unsere Wertpapiere haben wir daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt besteht oder der Markt als inaktiv anzusehen ist.

Für die an einem aktiven Markt gehandelten Wertpapiere wurde der Börsen-/Marktpreis zum Abschlussstichtag verwendet.

Die Märkte für einen Anteil von EUR 7,5 Mio (Nominalwerte) unseres zinsbezogenen Wertpapierbestands waren zum Bilanzstichtag als nicht aktiv anzusehen. In diesen Fällen haben wir ein Bewertungsmodell verwendet.

Der beizulegende Wert wurde auf der Grundlage eines Discounted Cashflow Verfahrens (DCF Modell) ermittelt. Die aus den verzinslichen Wertpapieren erwarteten Cashflows werden mit einem laufzeit- und risikoadäquaten Zinssatz auf den Bewertungsstichtag abgezinst. Die durch das DCF Modell ermittelten Werte lagen in allen Fällen über den in unserem System eingestellten indikativen Kursen und wichen hiervon nicht in nennenswertem Umfang ab. Daher haben wir für die Bewertung die indikativen Kurse der verzinslichen Wertpapiere herangezogen.

Für Anteile an Investmentvermögen haben wir als beizulegenden Wert den investmentrechtlichen Rücknahmepreis angesetzt.

Die unternehmensindividuelle Festsetzung wesentlicher Bewertungsparameter ist mit Ermessensentscheidungen verbunden, die trotz sachgerechter Ermessensausübung im Vergleich mit aktiven Märkten zu deutlich höheren Schätzunsicherheiten führen. Bei der Bewertung unserer Wertpapiere haben wir die Anforderungen aus dem Rechnungslegungshinweis des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) e.V. "Umwidmung und Bewertung von Forderungen und Wertpapieren nach HGB" (IDW RH HFA 1.014) beachtet.

Anteilsbesitz

Anteile an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bzw. zum beizulegenden Wert bilanziert. Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die immateriellen Anlagewerte und die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer, bilanziert. Aus Vereinfachungsgründen werden in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen Vermögensgegenstände von geringerem Wert (bis EUR 150) sofort als Sachaufwand erfasst und geringwertige Vermögensgegenstände (bis EUR 1.000) in einen Sammelposten eingestellt, der über einen Zeitraum von fünf Jahren gewinnmindernd aufgelöst wird.

Wir haben die entgeltlich erworbene Software nach den Vorgaben der IDW-Stellungnahme zur Rechnungslegung "Bilanzierung entgeltlich erworbener Software beim Anwender" (IDW RS HFA 11) unter dem Bilanzposten "Immaterielle Anlagewerte" ausgewiesen.

Die planmäßigen Abschreibungen werden für Gebäude überwiegend linear, in Einzelfällen degressiv vorgenommen.

Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung einschließlich Betriebsvorrichtungen werden linear abgeschrieben. Im Jahr der Anschaffung wird die zeitanteilige Jahresabschreibung verrechnet.

Gemäß Artikel 67 Abs. 4 Satz 1 EGHGB führen wir für die bisher nach steuerrechtlichen Vorschriften bewerteten Vermögensgegenstände, die zu Beginn des Geschäftsjahres 2010 vorhanden waren, die Wertansätze unter Anwendung der für sie bis zum Inkrafttreten des BilMoG geltenden Vorschriften fort.

Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Vermögensgegenständen über dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.

Soweit die Gründe für die außerplanmäßigen Abschreibungen nicht mehr bestehen, werden Zuschreibungen vorgenommen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden zu ihrem Erfüllungsbetrag bewertet. Aufgewendete Disagien werden in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten, erhaltene Agioerträge in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt und über die Laufzeit planmäßig abgeschrieben bzw. vereinnahmt.

Rückstellungen

Die Rückstellungen werden in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Ersterfassung erfolgt nach der Nettomethode. Rückstellungen mit einer Ursprungslaufzeit von einem Jahr oder weniger werden nicht abgezinst. Die übrigen Rückstellungen werden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem der Restlaufzeit entsprechenden Zinssatz der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst.

Die Pensionsrückstellungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen auf der Grundlage der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck entsprechend dem Teilwertverfahren ermittelt. Pensionsrückstellungen und Rückstellungen für Beihilfen werden unter Wahrnehmung des Wahlrechtes gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Bei den Pensionsrückstellungen werden künftige jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,00 % unterstellt. Tarifsteigerungen nach TVöD werden berücksichtigt. Diese Parameter haben sich auch auf die Ermittlung der Rückstellungen für Beihilfen ausgewirkt.

Aufgrund des langfristig niedrigen Zinsniveaus vermindert sich der für die Bewertung der Pensionsrückstellungen heranzuziehende Abzinsungssatz gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung weiter stetig. Daher wurde abweichend zum Vorjahr der Berechnung der Pensionsrückstellungen nicht der Abzinsungssatz gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 30.09.2015 sondern vom Jahresende 2015 zugrunde gelegt. Aus dieser Bewertungsänderung ergibt sich insgesamt eine Erhöhung der Pensionsrückstellungen um TEUR 91.

Für die Pensionsrückstellungen haben wir im Rahmen der Umstellung auf das BilMoG von dem Wahlrecht gemäß Artikel 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch gemacht, den Zuführungsbetrag auf bis zu 15 Jahre zu verteilen.

Altersteilzeitverträge wurden in der Vergangenheit auf der Grundlage des Altersteilzeitgesetzes, des Tarifvertrages zur Regelung der Altersteilzeit und ergänzender betrieblicher Vereinbarungen abgeschlossen. Bei den hierfür gebildeten Rückstellungen werden künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,00 % angenommen. Die Restlaufzeit der Verträge beträgt bis zu 3 Jahre. Die Abzinsung erfolgt mit dem der individuellen Restlaufzeit der Verträge entsprechenden Zinssatz.

Die Rückstellungen für Jubiläumszahlungen werden nach den Bestimmungen des TVöD und einer internen Betriebsvereinbarung ermittelt.

Bei der Ermittlung der Rückstellungen und den damit in Zusammenhang stehenden Erträgen und Aufwendungen haben wir unterstellt, dass eine Änderung des Abzinsungssatzes erst zum Ende der Periode eintritt. Entsprechendes gilt für die Veränderung des Verpflichtungsumfangs bzw. des zweckentsprechenden Verbrauchs. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes zwischen zwei Abschlussstichtagen oder Zinseffekte einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden in der betroffenen GuV-Position ausgewiesen.

Bewertung des Bankbuchs (Zinsbuchs)

Wir haben die gesamte Zinsposition des Bankbuches nach den Vorgaben der IDW-Stellungnahme RS BFA 3 im Rahmen einer periodenorientierten Berechnung untersucht. Das Bankbuch umfasst - entsprechend dem internen Risikomanagement - alle bilanziellen und außerbilanziellen zinsbezogenen Finanzinstrumente außerhalb des Handelsbestandes. Bei der Beurteilung werden alle Zinserträge aus zinsbezogenen Finanzinstrumenten des Bankbuchs sowie die voraussichtlich noch zu deren Erwirtschaftung erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungskosten, Standard-Risikokosten, Verwaltungskosten) berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinsstrukturkurve. Die Berechnungen zeigen keinen Verpflichtungsüberschuss. Eine Rückstellung gemäß § 249 Abs. 1 Satz 1, 2. Alternative HGB ist nicht zu bilden.

Währungsumrechnung

Die Währungsumrechnung erfolgt nach § 256a HGB bzw. § 340h HGB. Der Gesamtbetrag der auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände beträgt TEUR 6.

B. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Forderungen an die eigene Girozentrale

Forderungen an die bzw. Verbindlichkeiten gegenüber der Helaba, Frankfurt am Main und Erfurt, als Girozentrale sind in dem folgenden Bilanzposten enthalten:

31.12.2015
TEUR
31.12.2014
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 13.694 7.046

Wertpapiere

Die in den folgenden Bilanzposten enthaltenen Wertpapiere sind nach börsennotierten und nicht börsennotierten Papieren wie folgt aufzuteilen:

insgesamt
TEUR
börsennotiert
TEUR
nicht börsennotiert
TEUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 31.695 29.155 2.540
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 19.298 --- 19.298

Anteile an Sondervermögen

Die Sparkasse hält mehr als 10 % der Anteile am nachfolgenden Sondervermögen im Sinne des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB):

Investmentfonds
(in Mio EUR):
Buchwert Marktwert Differenz Buchwert zu Marktwert Ausschüttungen
in 2015
tägliche Rückgabe möglich unterlassene Abschreibungen
ERWAN-Fonds 19,3 19,3 - 0,5 ja nein

Die Anteile am Wertpapier-Spezialfonds sind der Liquiditätsreserve zugeordnet.

Zweck der Anlage ist die Erzielung einer überdurchschnittlichen Performance bei gleichzeitiger Risikostreuung. Gemäß den Anlagerichtlinien investiert der Wertpapier-Spezialfonds überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere. Zum 31.12.2015 sind die Mittel des Wertpapier-Spezialfonds zu etwa 7 % im Geldmarkt, zu etwa 30 % in Staats- bzw. Quasi-Staatsanleihen und kurzlaufenden besicherten Anleihen sowie zu etwa 63 % in Unternehmensanleihen sowie aus Unternehmensanleihen bestehenden Investmentfonds investiert.

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2015

Anschaffungskosten
(in TEUR)
Zugänge
(in TEUR)
Abgänge
(in TEUR)
Zuschreibungen
in 2015
(in TEUR)
1. Finanzanlagen
a) Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 17.532
b) Beteiligungen 8.374
Veränderungen saldiert *
2. Immaterielle Anlagewerte 76 --- ---
3. Sachanlagen
a) Grundstücke und Bauten 8.985 --- ---
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.331 73 255
Abschreibungen
in 2015
(in TEUR)
Abschreibungen
kumuliert
(in TEUR)
1. Finanzanlagen
a) Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
b) Beteiligungen
Veränderungen saldiert * - 1.074
2. Immaterielle Anlagewerte (4) 73
3. Sachanlagen
a) Grundstücke und Bauten (173) 7.267
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung (88) 2.890
Buchwert
31.12.2015
(in TEUR)
Buchwert
31.12.2014
(in TEUR)
1. Finanzanlagen
a) Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 18.449 17.532
b) Beteiligungen 6.383 6.410
(24.832) (23.942)
2. Immaterielle Anlagewerte 3 7
3. Sachanlagen
a) Grundstücke und Bauten 1.718 1.891
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung 259 277

* Es wurde von der Zusammenfassungsmöglichkeit des § 34 Abs. 3 RechKredV Gebrauch gemacht. Die Grundstücke und Bauten werden von der Sparkasse im Rahmen ihrer eigenen Tätigkeit genutzt.

Treuhandgeschäfte

Das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten betreffen jeweils in voller Höhe die Forderungen an Kunden bzw. die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Rechnungsabgrenzungsposten

In den Rechnungsabgrenzungsposten sind enthalten:

31.12.2015
TEUR
31.12.2014
TEUR
Aktivseite
Disagio aus Verbindlichkeiten 103 224
Passivseite
Disagio aus Forderungen 183 331

Rückstellungen

Der Unterschiedsbetrag bei den Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 606, der sich aus der Differenz zwischen der alten HGB-Berechnung und der neuen Berechnung gemäß BilMoG ergibt, ist bis zum 31.12.2024 in jedem Geschäftsjahr zu mindestens einem Fünfzehntel anzusammeln. Zum Bilanzstichtag bestand eine Unterdeckung von TEUR 356.

Verpflichtungen gemäß Artikel 28 EGHGB

Die Sparkasse Erwitte-Anröchte ist aufgrund des Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes verpflichtet, für ihre Beschäftigten eine zu einer Betriebsrente führende Versicherung bei einer Zusatzversorgungskasse abzuschließen. Sie ist deshalb Mitglied der Kommunalen Zusatzversorgungskasse Westfalen-Lippe (kvw-Zusatzversorgung). Trägerin der kvw-Zusatzversorgung sind die Kommunalen Versorgungskassen Westfalen-Lippe (kvw). Die kvw-Zusatzversorgung ist eine rechtlich unselbstständige, aber finanziell eigenverantwortliche Sonderkasse der kvw.

Aufgabe der kvw-Zusatzversorgung ist es, den Beschäftigten ihrer Mitglieder neben der gesetzlichen Rente eine zusätzliche Versorgung im Alter, bei Erwerbsminderung und für die Hinterbliebenen zu gewähren. Die gezahlten Renten werden jeweils am 01.07. eines Jahres um 1,0 % angepasst.

Die Finanzierung der Leistungen der kvw-Zusatzversorgung erfolgt nach dem Abschnittsdeckungsverfahren. Die Höhe der Einzahlungen wird deshalb alle drei Jahre nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Dabei wird ein unendlicher Deckungsabschnitt in den Blick genommen, der es ermöglicht, die Entwicklung der Auszahlungsverpflichtungen langfristig abzuschätzen und die erforderlichen Umlage- und Sanierungsgeldeinnahmen zu ermitteln. Der Hebesatz beträgt im Jahr 2015 7,75 %. Die an die kvw-Zusatzversorgung geleisteten Zahlungen der Sparkasse betrugen im Jahr 2015 TEUR 308.

Wenn ein Mitglied die kvw-Zusatzversorgung verlassen will, ist eine vom verantwortlichen Aktuar der Kasse nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelte Ausgleichszahlung für die bei der kvw-Zusatzversorgung verbleibenden Zahlungsverpflichtungen erforderlich. Im Falle des Austritts der Sparkasse zum 31.12.2014 hätte die Ausgleichszahlung TEUR 9.402 betragen. Nach § 15a der Satzung der kvw-Zusatzversorgung entspricht die Ausgleichszahlung dem Barwert der zum Zeitpunkt der Beendigung der Mitgliedschaft bestehenden Verpflichtungen zuzüglich einer Verwaltungskostenpauschale von 2 % des Barwerts.

Der Barwert ist auf der Grundlage des zum Zeitpunkt der Beendigung der Mitgliedschaft gültigen Höchstrechnungszinses gemäß § 2 Abs. 1 der Deckungsrückstellungsverordnung zu ermitteln, höchstens mit einem Zinssatz von 2,75 %. Dieser beträgt derzeit 1,25 %. Weitere Einzelheiten zur Ermittlung des Ausgleichsbetrags (z. B. biometrische Grundlagen im Einzelnen, Berücksichtigung von Rentenanpassungen und Hinterbliebenenversorgung) regeln die "Durchführungsvorschriften zu §§ 15a und 15b kvw-Satzung". Eine Angabe zu einer möglichen Ausgleichszahlung zum 31.12.2015 kann von der kvw-Zusatzversorgung erst im dritten Quartal 2016 gemacht werden, da die entsprechenden versicherungsmathematischen Berechnungen zur Ermittlung des Ausgleichsbetrages erst durchgeführt werden können, wenn alle Jahresmeldungen der Mitglieder vorliegen und verarbeitet sind.

Verbindlichkeiten, für die Vermögensgegenstände als Sicherheit übertragen sind

Für folgende Posten der in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind Vermögensgegenstände als Sicherheit übertragen:

31.12.2015
TEUR
31.12.2014
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 56.647 62.437

Beziehungen zu Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

31.12.2015
TEUR
31.12.2014
TEUR
Forderungen an Kunden 108 57

Fristengliederung

mit einer Restlaufzeit von mit unbestimmter Laufzeit
(in TEUR)
im Jahr 2016 fällig
(in TEUR)
bis drei Monate
(in TEUR)
mehr als drei Monate bis ein Jahr
(in TEUR)
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre
(in TEUR)
mehr als fünf Jahre
(in TEUR)
Aktivposten
3. Forderungen an Kreditinstitute
b) andere Forderungen (ohne Bausparguthaben) 10.000 2.500 --- 3.476
4. Forderungen an Kunden 13.088 24.386 93.268 113.626 1.425
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 7.500
Passivposten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 1.472 4.347 23.655 29.220
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 1.503 19.964 2.935 37
b) andere Verbindlichkeiten
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 18.392 3.206 3.328 1.220

Anteilige Zinsen werden nach § 11 Satz 3 RechKredV nicht in die Fristengliederung einbezogen.

C. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften bzw. Zinsaufwendungen

Die für aufgenommene bzw. erhaltene Gelder von der Sparkasse empfangenen Negativzinsen werden im GuV-Posten 2 in Höhe von TEUR 3 ausgewiesen.

Provisionserträge

Etwa 41 % der Provisionserträge entfallen auf für Dritte erbrachte Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung, insbesondere die Vermittlung von Produkten der Verbundpartner (Versicherungen, Bausparverträge, Immobilien, Investmentzertifikate) und die Verwaltung von Treuhandkrediten.

D. SONSTIGE ANGABEN

Latente Steuern

Nennenswerte Unterschiedsbeträge entfallen auf folgende Bilanzpositionen:

Positionen

Aktive latente Steuern Erläuterung der Differenz
Forderungen an Kreditinstitute Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB
Forderungen an Kunden Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere steuerliche Ausgleichsposten
Beteiligungen steuerlich nicht zu berücksichtigende Abschreibungen
Pensionsrückstellungen unterschiedliche Parameter
andere Rückstellungen unterschiedliche Parameter bzw. steuerrechtlich nicht anerkannt

Der Berechnung wurden ein Körperschaftsteuersatz (einschließlich Solidaritätszuschlag) von 15,825 % und ein Gewerbesteuersatz von 15,342 % zugrunde gelegt. Mit Ausnahme der Differenzen bei den Personengesellschaften, für die lediglich der Körperschaftsteuersatz (einschließlich Solidaritätszuschlag) relevant ist, macht der gesamte Ertragssteuersatz bei den übrigen Unterschieden 31,167 % aus.

Saldiert ergibt sich ein Überhang aktiver latenter Steuern, für den das Aktivierungswahlrecht nicht genutzt wurde.

Der Unterschied zwischen dem ausgewiesenen, auf der Grundlage der steuerlichen Regelungen ermittelten Steueraufwand, und dem aus der handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung erwarteten Steueraufwand ist im Wesentlichen auf die Veränderung der Vorsorgereserven und die steuerlich nicht berücksichtigten Abschreibungen zurückzuführen.

Nicht aus der Bilanz ersichtliche Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Sparkasse ist dem bundesweiten Sicherungssystem der deutschen Sparkassenorganisation angeschlossen, das elf regionale Sparkassenstützungsfonds durch einen überregionalen Ausgleich miteinander verknüpft. Zwischen diesen und den Sicherungseinrichtungen der Landesbanken und der Landesbausparkassen besteht ein Haftungsverbund. Durch diese Verknüpfung steht im Stützungsfall das gesamte Sicherungsvolumen der Sparkassen-Finanzgruppe zur Verfügung.

Am 03.07.2015 trat in Deutschland das Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) in Kraft. Die Sparkassen-Finanzgruppe hat ihr Sicherungssystem an die Vorgaben dieses Gesetzes angepasst. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat es als Einlagensicherungssystem nach EinSiG amtlich anerkannt. Es besteht nun aus:

1. Freiwillige Institutssicherung

Primäre Zielsetzung des Sicherungssystems ist es, die angehörenden Institute selbst zu schützen und bei diesen drohende oder bestehende wirtschaftliche Schwierigkeiten abzuwenden. Auf diese Weise soll ein Entschädigungsfall vermieden und die Geschäftsbeziehung zum Kunden dauerhaft und ohne Einschränkungen fortgeführt werden.

2. Gesetzliche Einlagensicherung

Das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe ist als Einlagensicherungssystem nach EinSiG amtlich anerkannt. In der gesetzlichen Einlagensicherung haben die Kunden gegen das Sicherungssystem neben bestimmten Sonderfällen einen Anspruch auf Erstattung ihrer Einlagen bis zu TEUR 100. Dieser gesetzliche Entschädigungsfall ist jedoch eine reine Rückfalllösung für den Fall, dass die freiwillige Institutssicherung ausnahmsweise nicht greifen sollte.

Auf der Grundlage des verbindlichen Protokolls vom 24.11.2009 wurde mit Statut vom 11.12.2009 zur weiteren Stabilisierung der ehemaligen WestLB AG, Düsseldorf, die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) gemäß § 8a Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetz errichtet. Der Sparkassenverband Westfalen-Lippe (SVWL), Münster, ist entsprechend seinem Anteil an der EAA von 25,03 % verpflichtet, liquiditätswirksame Verluste der EAA, die nicht durch das Eigenkapital der EAA ausgeglichen werden können, bis zu einem Höchstbetrag von EUR 2,25 Mrd. zu übernehmen. Indirekt besteht für die Sparkasse entsprechend ihrem Anteil am Verband eine aus künftigen Gewinnen zu erfüllende Verpflichtung, die nicht zu einer Belastung des am Bilanzstichtag vorhandenen Vermögens führt. Daher besteht zum Bilanzstichtag nicht die Notwendigkeit zur Bildung einer Rückstellung.

Für die mit der Auslagerung des Portfolios der ehemaligen WestLB AG auf die EAA verbundene indirekte Verlustausgleichspflicht sammelt die Sparkasse seit dem Geschäftsjahr 2010 über einen Zeitraum von 25 Jahren aus künftigen Gewinnen bis zu EUR 7,3 Mio an. Zum 31.12.2015 hat die Sparkasse EUR 1,5 Mio der Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB für die indirekte Verlustausgleichspflicht gebunden.

Nach Ablauf von 7 Jahren findet unter Einbeziehung aller Beteiligten eine Überprüfung des Vorsorgebedarfs statt. Sofern künftig aufgrund der Verpflichtung eine Inanspruchnahme droht, werden wir in entsprechender Höhe eine Rückstellung bilden.

Die Sparkasse ist nach § 32 SpkG des Landes Nordrhein-Westfalen Mitglied des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe (SVWL). Der Anteil der Sparkasse am Stammkapital des Verbandes beträgt zum Bilanzstichtag 0,34104 %. Der Verband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und hat die Aufgabe, das Sparkassenwesen bei den Mitgliedssparkassen zu fördern, Prüfungen bei den Mitgliedssparkassen durchzuführen und die Aufsichtsbehörde gutachterlich zu beraten. Zu diesem Zweck werden auch Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen des Finanzsektors gehalten. Für die Verbindlichkeiten und sonstigen Verpflichtungen des Verbandes haften sämtliche Mitgliedssparkassen. Am 15.12.2015 hat die Verbandsversammlung des SVWL eine zum Bilanzstichtag noch nicht eingeforderte Stammkapitalerhöhung beim Verband in Höhe von EUR 150,0 Mio. zur Beteiligung an der Kapitalerhöhung bei der LBS Westdeutsche Landesbausparkasse (LBS West) beschlossen. Die Stammkapitalerhöhung erfolgte am 19.02.2016. Auf die Sparkasse entfällt ein Anteil von EUR 0,512 Mio. Der Verband erhebt nach § 23 der Satzung des Verbands eine Umlage von den Mitgliedssparkassen, soweit seine sonstigen Einnahmen die Geschäftskosten nicht decken.

Angabe des vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechneten Gesamthonorars gemäß § 285 Nr. 17 HGB

TEUR
Abschlussprüferleistungen 128
Andere Bestätigungsleistungen 16
Gesamtbetrag 144

Bezüge und Altersversorgung der Mitglieder des Vorstands sowie die Bezüge der Aufsichtsgremien

Bezüge der Mitglieder des Vorstands

Für die Verträge mit den Mitgliedern des Vorstands ist der Verwaltungsrat zuständig. Er orientiert sich dabei an den Empfehlungen der nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände zu den Anstellungsbedingungen für Vorstandsmitglieder und Stellvertreter.

Mit den Mitgliedern des Vorstands bestehen auf fünf Jahre befristete Dienstverträge. Neben den festen Bezügen (Grundgehalt und Allgemeine Zulage von 15 %) kann den Mitgliedern des Vorstands als variable Vergütung eine Leistungszulage von bis zu 8,3 % des Grundgehalts gewährt werden. Die Leistungszulage wird auf der Grundlage der Nebenabrede vom 19.12.2007 bzw. gemäß Dienstvertrag festgelegt und deren Auszahlung jährlich vom Verwaltungsrat beschlossen. Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung sind nicht enthalten. Auf die festen Gehaltsansprüche wird die Tarifentwicklung des öffentlichen Dienstes angewendet.

Vorstand 2015
Grundbetrag und Allgemeine Zulage
TEUR
Leistungszulage
TEUR
Sonstige Vergütung
TEUR
Gesamtvergütung
TEUR
Franzke, Helmut Vorsitzender 211 9 7 227
Weber, Frank T. Mitglied 186 8 10 204
Summe 397 17 17 431

Die sonstigen Vergütungen betreffen im Wesentlichen Sachbezüge aus der privaten Nutzung von Dienstfahrzeugen sowie Umlagen zur Zusatzversorgungskasse (kvw-Zusatzversorgung).

Im Falle einer Nichtverlängerung des Dienstvertrages hat Herr Sparkassendirektor Helmut Franzke Anspruch auf Ruhegehaltszahlungen mit seinem Ausscheiden, sofern die Nichtverlängerung nicht von ihm zu vertreten ist. Der Anspruch von Herrn Sparkassendirektor Helmut Franzke beträgt 50 % der festen Bezüge. Im Falle einer Nichtverlängerung des Dienstvertrages hat Herr Sparkassendirektor Frank T. Weber Anspruch auf eine Abfindungszahlung in Höhe eines halben Jahresgrundbetrages, sofern die Nichtverlängerung nicht von ihm zu vertreten ist.

Altersversorgung der Mitglieder des Vorstands

Im Falle der regulären Beendigung ihrer Tätigkeit haben die im Geschäftsjahr bei der Sparkasse tätigen Mitglieder des Vorstands Anspruch auf Ruhegehaltszahlungen. Der Anspruch von Herrn Sparkassendirektor Helmut Franzke beträgt dann 55 % und der von Herrn Sparkassendirektor Frank T. Weber 45 % der festen Bezüge. Auf die Pensionsansprüche wird ab Beginn der Ruhegehaltszahlungen die Tarifentwicklung des öffentlichen Dienstes angewendet.

Vorstand Im Jahr 2015 der Pensionsrückstellung zugeführt
TEUR
Barwert der Pensionsansprüche 31.12.2015
TEUR
Franzke, Helmut Vorsitzender 225 * 1.627
Weber, Frank T. Mitglied 98 922
Summe 323 2.549

* Im Zuführungsbetrag sind TEUR 14 enthalten, die auf die Umstellung der Berechnung nach den Vorschriften des BilMoG zurückzuführen sind.

Pensionsrückstellungen und -zahlungen für bzw. an frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene

An frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene wurden TEUR 152 gezahlt; die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis betrugen am 31.12.2015 TEUR 2.525.

Bezüge der Mitglieder der Aufsichtsgremien

Den Mitgliedern des Verwaltungsrats, des Bilanzprüfungsausschusses und des Risikoausschusses der Sparkasse (einschließlich lediglich beratender Teilnehmer) werden ein Sitzungsgeld von EUR 150 je Sitzung gezahlt; die Vorsitzenden erhalten jeweils den doppelten Betrag. Erfolgsbezogene Anteile, Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung sowie Ansprüche bei vorzeitiger oder regulärer Beendigung der Tätigkeit bestehen nicht.

In Abhängigkeit von der Sitzungshäufigkeit und -teilnahme ergaben sich damit im Geschäftsjahr 2015 folgende Bezüge der einzelnen Mitglieder der zuvor genannten Gremien:

Name TEUR Name TEUR
Bürger, Mattias 1,5 Meinberg, Hans-Alfred 1,2
Deimel, Ludwig 1,1 Metzner, Klaus 0,9
Fischer, Martin 0,8 Niehaus, Martin 0,2
Gerwin, Thomas 0,3 Sellmann, Thomas 0,5
Holtkötter, Heinrich 1,1 Schwarz, Ulrike 1,1
Kaufmann, Tobias 0,2 Schmidt, Alfred 0,3
Kleere, Thorsten 0,2 Strauch, Lothar 0,8
Knoche, Hans-Peter 1,1 Wessel, Peter 2,6
Lehmenkühler, Torsten 0,8
Lohoff, Rüdiger 1,2
insgesamt 15,9

Kreditgewährungen an den Vorstand und den Verwaltungsrat

Die Sparkasse hatte Mitgliedern des Vorstands zum 31.12.2015 Kredite in Höhe von TEUR 341 und Mitgliedern des Verwaltungsrats in Höhe von TEUR 1.232 gewährt.

Mitarbeiter/innen

Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

2015 2014
Vollzeitkräfte 55 56
Teilzeit- und Ultimokräfte 40 40
95 96
Auszubildende 6 8
Insgesamt 101 104
Verwaltungsrat Stellvertreter Verwaltungsrat
Wessel, Peter
Vorsitzendes Mitglied
Bürgermeister der Stadt
Erwitte
Meinberg, Hans-Alfred
1. Stv. des vors. Mitglieds
techn. Landesbeamter i. R.
Kleere, Thorsten
Dipl.-Ingenieur,
Geschäftsführer,
Ingenieurbüro für dezentrale Energieversorgung
Zawischa, Manfred
selbstst. Versicherungsfachmann
Lohoff, Rüdiger
2. Stv. des vors. Mitglieds
staatl. gepr. Betriebswirt,
Geschäftsführer,
Maschinenfabrik
Spiegel, Carsten
Dipl.-Betriebswirt,
Controller,
IT-Unternehmen
Brinkmann, Hermann-Josef
selbstst. Apotheker
Deimel, Ludwig
Dipl.-Finanzwirt,
selbstst. Steuerberater
Knoche, Hans-Peter
Dipl.-Kaufmann,
Geschäftsbereichsleiter,
IT-Dienstleistungsunternehmen
Gerwin, Thomas
Verwaltungsbeamter,
Immobilienmanagement
Kreis Soest
Meyer, Uwe
Außendienstmitarbeiter,
Großhandel für Haushaltswaren u. Gartenmöbel
Fischer, Martin
Oberstudiendirektor
Metzner, Klaus
Einkaufsleiter,
Automobilzulieferer
Niehaus, Martin
Prozessplaner,
Automobilzulieferer
Knoop, Theodor
Verwaltungsfachangestellter,
Landesbetrieb Straßenbau
NRW
Bürger, Mattias
Polizeibeamter
Lehmenkühler, Torsten
Sparkassenangestellter
Reen, Rolf
Industriemeister,
Metallwarenfabrik
Bremeier, Sabine
Sparkassenangestellte
Schwarz, Ulrike
Dipl.-Kauffrau,
zz. Familienzeit
Sellmann, Thomas
Sparkassenangestellter
Kaufmann, Tobias
Sparkassenangestellter
Strauch, Lothar
Studiendirektor
Holtkötter, Heinrich (bis 20.10.2015)
beratend teilnehmender Hauptverwaltungsbeamter,
Bürgermeister der Gemeinde Anröchte
Schmidt, Alfred (ab 12.11.2015)
beratend teilnehmender Hauptverwaltungsbeamter,
Bürgermeister der Gemeinde Anröchte

Vorstand

 

Franzke, Helmut

Vorsitzender

 

Weber, Frank T.

Mitglied

 

Erwitte, 12. April 2016

Der Vorstand

Helmut Franzke

Frank T. Weber

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2015

("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Sparkasse Erwitte-Anröchte hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Erwitte-Anröchte besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren. Die Sparkasse Erwitte-Anröchte definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2015 TEUR 16.969.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in zum Jahresende Vollzeitäquivalenten beträgt 74,89. Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 1.343.

Unter Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag von TEUR 1.082 sowie der Sonstigen Steuern von TEUR 19 ergibt sich ein Nettogewinn von TEUR 242. Die Steuern betreffen laufende Steuern. Die Sparkasse Erwitte-Anröchte hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Sparkasse Erwitte-Anröchte für das Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis 31.12.2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Sparkasse. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Sparkasse sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Münster, 10.05.2016

Sparkassenverband Westfalen-Lippe
Prüfungsstelle

Thiemann, Wirtschaftsprüfer

Verwendung des Bilanzgewinns 2015

Der Verwaltungsrat hat am 02.06.2016 gem. § 24 SpkG einstimmig beschlossen, der Zweckverbandsversammlung vorzuschlagen, den Jahresüberschuss in Höhe von 241.667,77 EUR vollständig der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

Die Zweckverbandsversammlung der Stadt Erwitte und der Gemeinde Anröchte ist am 22.06.2016 dieser Empfehlung gefolgt und hat die vollständige Zuführung des Jahresüberschusses zur Sicherheitsrücklage entsprechend beschlossen.

 

SPARKASSE ERWITTE-ANRÖCHTE

DER VORSTAND

Helmut Franzke

Frank T. Weber

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