Stammdaten

Register
Amtsgericht Ulm HRB 490533
Eingetragen
3.7.1998
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus KunststoffenBearbeitung und Veredlung von Kunststoffwaren
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von synthetischen Produkten, insbesondere Erzeugnissen aus Kunststoff, und von Nebenprodukten, die im Rahmen der Herstellung von synthetischen Produkten anfallen, sowie die Forschung, Entwicklung und Anwendungstechnik von synthetischen Produkten

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Jens Norbert Becker
seit 6.5.2025
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Lena Haubrich
seit 7.10.2024
Prokura
Matthias Franz Peter
seit 13.7.2023
Geschäftsführer
Alexander Sperrle
seit 30.11.2017
Prokura
Andreas Hilmar Fischer
seit 19.12.2016
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

NameAnteil
92.60%
P****** H*****Perlon GmbH+1
7.40%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.600 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Hahl Filaments GmbH

Munderkingen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

A. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Hahl Filaments GmbH, Munderkingen, ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenkriterien ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Die Gesellschaft wird beim Amtsgericht Ulm unter der Nummer HRB 490533 geführt.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurde von den größenabhängigen Erleichterungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften gemäß § 288 Satz 2 HGB teilweise Gebrauch gemacht. Von den Pflichtangaben wurden diejenigen nicht in den Anhang übernommen, die in Ausübung eines Ausweiswahlrechtes bereits in der Bilanz oder in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten sind. Pflichtangaben, zu denen eine Fehlanzeige zu erstatten wäre, werden nicht aufgeführt.

Das Geschäftsjahr umfasst das Kalenderjahr.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierung und Bewertung wurde nach den allgemeinen Bestimmungen der §§ 246 bis 256a HGB unter Berücksichtigung der Vorschriften für Kapitalgesellschaften in den §§ 264 ff. HGB vorgenommen. Darüber hinaus wurden die Vorschriften des GmbHG berücksichtigt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB angewandt.

Die Bilanzierung und Bewertung beruht auf der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Vorjahres werden im Berichtsjahr unverändert fortgeführt.

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen (bei einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von bis zu 15 Jahren), bewertet. Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht aktiviert.

Die Sachanlagen des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen (Nutzungsdauern zwischen zwei und 19 Jahren), angesetzt. Bei den im abgelaufenen Geschäftsjahr angeschafften beweglichen Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens wird ausschließlich die lineare Abschreibungsmethode gewählt. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sind die Gründe für bestimmte, in der Vergangenheit vorgenommene Abschreibungen weggefallen, sind Zuschreibungen bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten vorzunehmen.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800,00 werden im Zugangsjahr vollständig abgeschrieben.

Das Vorratsvermögen wird zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips angesetzt. In den Herstellungskosten sind neben den direkt zurechenbaren Kosten anteilige Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie anteilige Abschreibungen enthalten. Bestandsrisiken, die sich aus der Dauer der Lagerhaltung oder einer geminderten Verwertbarkeit ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Der Grundsatz der verlustfreien Bewertung wurde beachtet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt. Bei den Forderungen werden erkennbare Einzelrisiken und pauschale Risiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Sind die Gründe für die Vornahme einer in der Vergangenheit berücksichtigten Wertberichtigung weggefallen, ist die Wertberichtigung aufzulösen (Wertaufholung).

Die liquiden Mittel werden zum Nennwert aktiviert.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs.2 HGB abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 S. 2 HGB angesetzt.

Die Umrechnung der Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung erfolgt nach den Grundsätzen des § 256a HGB.

C. Angaben zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen im Geschäftsjahr sind dem nachfolgenden Anlagespiegel zu entnehmen.

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
1. Jan. 2022 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31. Dez. 2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.004.148,51 26.423,25 100.890,00 0,00 1.131.461,76
2. Geschäfts- oder Firmenwert 641.000,00 0,00 0,00 0,00 641.000,00
1.645.148,51 26.423,25 100.890,00 0,00 1.772.461,76
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 36.899,91 0,00 0,00 0,00 36.899,91
2. Technische Anlagen und Maschinen 12.366.123,48 193.439,16 21.741,08 0,00 12.581.303,72
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.534.015,46 193.180,27 170.146,35 38.997,65 4.858.344,43
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 390.893,43 39.198,56 -292.777,43 0,00 137.314,56
17.327.932,28 425.817,99 -100.890,00 38.997,65 17.613.862,62
18.973.080,79 452.241,24 0,00 38.997,65 19.386.324,38
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN
1. Jan. 2022 Zugänge Abgänge 31. Dez. 2022
EUR EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 940.256,51 66.079,25 0,00 1.006.335,76
2. Geschäfts- oder Firmenwert 641.000,00 0,00 0,00 641.000,00
1.581.256,51 66.079,25 0,00 1.647.335,76
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.503,91 3.863,00 0,00 8.366,91
2. Technische Anlagen und Maschinen 10.868.472,48 570.137,24 0,00 11.438.609,72
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.914.037,46 170.821,62 8.814,65 4.076.044,43
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
14.787.013,85 744.821,86 8.814,65 15.523.021,06
16.368.270,36 810.901,11 8.814,65 17.170.356,82
NETTOBUCHWERTE
31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 125.126,00 63.892,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
125.126,00 63.892,00
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 28.533,00 32.396,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.142.694,00 1.497.651,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 782.300,00 619.978,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 137.314,56 390.893,43
2.090.841,56 2.540.918,43
2.215.967,56 2.604.810,43

2. Forderungen

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Forderungen beinhalten Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von TEUR 658 (Vorjahr: TEUR 638). Alle übrigen Forderungen sind kurzfristig fällig.

3. Rückstellungen

In den sonstigen Rückstellungen sind Rückstellungen für Personalkosten in Höhe von TEUR 713 (Vorjahr: TEUR 894) enthalten sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen über TEUR 180 (Vorjahr: TEUR 452).

4. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Mit einer Restlaufzeit von
Stand 31.12.2022 bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.188 4.161 27 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (ohne debitorische Kreditoren) 1.087 1.087 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 9.714 8.428 1.286 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 319 319 0 0
15.308 13.995 1.313 0

Vorjahreswerte

Mit einer Restlaufzeit von
Stand 31.12.2021 bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.348 5.219 129 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (ohne debitorische Kreditoren) 1.112 1.112 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.544 6.115 1.429 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 460 460 0 0
14.464 12.906 1.558 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch eine Buchgrundschuld der Hahl Verwaltungsgesellschaft mbH in Höhe von TEUR 6.000, Sicherungsübereignungen, Globalzessionen sowie durch Bürgschaft der Perlon GmbH, Munderkingen, in Höhe von TEUR 7.000 gesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin Perlon GmbH in Höhe von TEUR 5.746 (Vorjahr: TEUR 3.382).

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus kreditorischen Debitoren in Höhe von TEUR 246 (Vorjahr: TEUR 381) und Verbindlichkeiten aus Lohnsteuern in Höhe von TEUR 72 (Vorjahr: TEUR 78).

5. Sonstige finanzielle Verpflichtungen/nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Aufgrund von langfristigen Miet- und Leasingverträgen ergeben sich finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.057, die innerhalb eines Jahres fällig sind.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus dem mit der Hahl Verwaltungsgesellschaft mbH geschlossenen Mietvertrag. Die jährliche Verpflichtung an Nettomietzins beträgt üblicherweise TEUR 682, bis zum Laufzeitende des Mietvertrages betragen die Mietverpflichtungen ebenfalls insgesamt TEUR 682. Daneben bestehen übrige Miet- sowie Leasingverpflichtungen von TEUR 1.400. Leasing wird als Finanzierungsinstrument zur Verringerung der Kapitalbindung genutzt und belässt das Investitionsrisiko beim Leasinggeber.

Ferner erfolgt wie im Vorjahr ein Factoring von Forderungen. Zum Stichtag wurden Forderungen in Höhe von TEUR 1.483 (Vorjahr: TEUR 1.280) zediert. Unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden lediglich die verbleibenden nicht zedierten Kundenforderungen ausgewiesen.

Die außerbilanziellen Geschäfte verringern insbesondere die Kapitalbindung und verbessern die Liquidität, führen aber während der Laufzeit auch zur Bindung an die Factoringgesellschaft.

D. Angaben zu Gewinn und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse untergliedern sich im Wesentlichen in die Sparten Borsten Filamente in Höhe von TEUR 11.242 (Vorjahr: TEUR 10.531), Abrasive (Schleifborsten) in Höhe von TEUR 8.349 (Vorjahr: TEUR 8.489), Monofile in Höhe von TEUR 13.333 (Vorjahr: TEUR 11.634) und Regranulierung in Höhe von TEUR 1.671 (Vorjahr: TEUR 1.444).

In den sonstigen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 66 (Vorjahr: TEUR 84) sowie diverse sonstige Erträge aus Vorjahren in Höhe von TEUR 96 (Vorjahr: TEUR 85) enthalten. Daneben werden Erträge aus Zuschüssen im Rahmen des staatlichen Energiekostendämpfungsprogramms (EKDP) von TEUR 378 ausgewiesen. Mit einer Rückzahlung der Zuschüsse wird nicht gerechnet, weshalb diese in 2022 vollständig ergebniswirksam gebucht wurden.

E. Sonstige Angaben

1. Geschäftsführung

Geschäftsführer der Gesellschaft sind:

Herr Florian Kisling, Chief Executive Officer

Herr Michael Holzmann, Chief Financial Officer

Herr Matthias Peter, Chief Operating Officer (ab 1. Juli 2023)

Die Geschäftsführer erhalten für ihre Tätigkeit von der Gesellschaft keine Bezüge.

2. Beschäftigte Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

2022 2021
Gewerbliche Arbeitnehmer 130 131
Angestellte 37 38
Auszubildende 6 7
Geringfügig Beschäftigte 7 9
180 185

3. Nachtragsbericht

Vorgänge nach dem Abschlussstichtag von besonderer Bedeutung sind nicht eingetreten.

4. Konzernzugehörigkeit

Die Hahl Filaments GmbH wird in den freiwillig aufgestellten Konzernabschluss der Perlon GmbH, Munderkingen, (kleinster Kreis von Unternehmen) und in den der Serafin GmbH, München, (größter Kreis von Unternehmen) einbezogen.

Der Konzernabschluss der Serafin GmbH wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

 

Munderkingen, 7. September 2023

Hahl Filaments GmbH

Geschäftsführung

Florian Kisling

Michael Holzmann

Matthias Peter

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Hahl Filaments GmbH, Munderkingen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Hahl Filaments GmbH, Munderkingen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Hahl Filaments GmbH, Munderkingen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltuna. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, 7. September 2023

RLT Ruhrmann Tieben & Partner mbB
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Zweigniederlassung Düsseldorf

Oliver Graß, Wirtschaftsprüfer

Ralf Tibbe, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31.12.2022

AKTIVA

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 125.126,00 63.892,00
II. Sachanlagen 2.090.841,56 2.540.918,43
2.215.967,56 2.604.810,43
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte 5.592.339,59 4.910.159,53
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 10.600.290,82 9.242.725,61
- davon gegen verbundene Unternehmen: EUR 8.511.097,84 (Vorjahr: EUR 6.920.201,44)
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 823,58 1.215,10
16.193.453,99 14.154.100,24
C. NICHT DURCH EIGENKAPITAL GEDECKTER FEHLBETRAG 0,00 0,00
18.409.421,55 16.758.910,67

PASSIVA

A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 25.600,00 25.600,00
II. Kapitalrücklage 473.461,73 473.461,73
III. Gewinn-/Verlustvortrag 312.982,99 -1.228.243,56
IV. Jahresüberschuss-/fehlbetrag 918.019,48 1.541.226,55
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00
1.730.064,20 812.044,72
B. RÜCKSTELLUNGEN 1.371.069,11 1.483.015,09
C. VERBINDLICHKEITEN 15.308.288,24 14.463.850,86
- davon gegenüber Kreditinstituten 4.188.287,09 5.348.176,97
- davon gegenüber verbundenen Unternehmen 9.713.953,99 7.543.862,12
18.409.421,55 16.758.910,67

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

2022 2021
EUR EUR
1. Rohergebnis 16.217.023,26 16.470.377,92
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -7.548.556,59 -7.756.105,29
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.779.772,09 -1.773.054,63
- davon für Altersversorgung: EUR 170.491,49 (Vorjahr: EUR 190.221,97)
-9.328.328,68 -9.529.159,92
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -810.901,11 -873.689,48
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.881.430,35 -4.362.772,44
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 29.223,06 (Vorjahr: EUR 19.187,63)
5. Betriebsergebnis 1.196.363,12 1.704.756,08
6. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,00 0,00
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 262.551,48 236.339,84
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 262.488,06 (Vorjahr: EUR 236.339,84)
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -209.770,12 -313.193,37
- davon aus Abzinsung: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 64,63)
- davon an verbundene Unternehmen: EUR 56.317,59 (Vorjahr: EUR 178.664,28)
9. Finanzergebnis 52.781,36 -76.853,53
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -328.700,00 -83.950,00
11. Ergebnis nach Steuern 920.444,48 1.543.952,55
12. Sonstige Steuern -2.425,00 -2.726,00
13. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 918.019,48 1.541.226,55

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

Allgemeine Erläuterungen

Die Hahl Filaments GmbH extrudiert Filamente aus thermoplastischen Standardpolymeren wie Polyolefinen, Polyamiden und Polyestern sowie auf der Basis von Hochleistungspolymeren wie Polyphenylene Sulfide, Polyetheretherketon u. a.

Diese spinnextrudierten Filamente werden in vier unterschiedlichen Marktsegmenten vertrieben bzw. verarbeitet:

Segment Borsten: Bürstenindustrie mit den Untersegmenten Haushalt, Hygiene sowie technische Bürstenindustrie
Segment Abrasive: Abrasive Filamente für den technischen Werkzeugbau (Schleiffilamente)
Segment Monofile: Endlosmonofile für technische Webereien und konsumnahe Anwendungen
Segment Recytec: Mit dem eigenen Recyclingwerk ist die Hahl Filaments in der Lage, auch eigene Rohstoffe zu entwickeln und vor allem eigene Abfallprodukte und damit den Ausschuss der Produktion (mit Ausnahme der abrasiven Filamente) weitgehend einer Wiederverwendung zuzuführen. Darüber hinaus werden sortenreine Wertstoffe von Kunden und Wettbewerbern verarbeitet.

Die vier Segmente bieten eine sehr solide Grundlage hinsichtlich der Produktvielfalt sowie der geringen Abhängigkeit von nur einer einzelnen Branche. Die Kundenstruktur ist sehr unterschiedlich mit großen, multinationalen Kunden und vielen kleineren, mittelständischen Unternehmen.

Geschäftsverlauf

a) Markt- und Absatzentwicklung

Das Bruttoinlandsprodukt der Weltwirtschaft stieg weltweit um ca. 4,1 %.

In Deutschland stieg das Bruttoinlandsprodukt in 2022 lediglich um 1,8 %.

Das kunststoffverarbeitende Gewerbe in Deutschland hat in 2022 eine starke Umsatzsteigerung erzielt (GKV 2022). Der Umsatz der Branche ist im Vergleich zum Vorjahr um 12,6 % auf EUR 78,9 Mrd. gestiegen (2021 = EUR 70,0 Mrd. / 2020 = EUR 61,5 Mrd.). Im Inland stieg der Umsatz um 7,6 % auf EUR 46,2 Mrd. Der Umsatz mit dem Ausland stieg um 19,7 % auf EUR 32,7 Mrd. Die Umsatzsteigerungen resultieren allerdings ausschließlich aus Preisanpassungen. Denn die verarbeitete Menge sank im Jahr 2022 um 3,0 % auf 13,6 Mio. t.

Im Jahr 2022 waren 326.608 Beschäftigte (Vorjahr: 321.529 Beschäftigte) in der kunststoffverarbeitenden Industrie in Deutschland tätig.

Die Hahl Filaments GmbH strebt in ihren Tätigkeitsfeldern weiterhin eine führende Marktposition an und konzentriert sich weitgehend auf attraktive Marktnischen.

Im Segment Borsten verfügt Hahl Filaments GmbH bei technischen Anwendungen in Europa über einen starken Marktanteil, während der Haushaltsbereich eine strategisch untergeordnete Rolle spielt. Im Jahr 2022 stieg der Bruttoumsatz (Umsatzerlöse vor Erlösschmälerungen) um 6,8 % gegenüber dem Vorjahr.

Das Segment Schleiffilamente (Abrasive) bedient über unsere Kunden überwiegend Anwendungen in der Stahl-, Automobil- und Textilindustrie sowie der Stein- und Industriebödenbearbeitung. Der Bruttoumsatz sank im Geschäftsjahr leicht (1,6 %) gegenüber dem Vorjahr.

Die Sparte Monofile konnte ein gutes Ergebnis erzielen. Die Nachfrage in den Bereichen Filtration und Papiermaschinenbespannungen erhöhte sich deutlich. Der Umsatz in diesem Segment stieg um 14,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Entwicklung auf den internationalen Rohstoffmärkten wurde im gesamten Jahr 2022 durch die Nachwirkungen der globalen Covid-19-Pandemie aufgrund der veränderten Absatz- und Erzeugungsketten sowie dem Ukraine-Krieg dominiert. Das Preisniveau ist auf den für uns relevanten Rohstoffmärkten gegenüber dem Vorjahr sehr stark gestiegen. Die Rohstoffverfügbarkeit war in 2022 teilweise angespannt.

Größter Treiber des Materialaufwandes waren neben den Rohstoffpreisen die exorbitant gestiegenen Strom- und Gaspreise in 2022.

Die Bündelung der Einkaufsaktivitäten innerhalb der Perlon-Gruppe führt zu Einkaufssynergien und ermöglicht eine noch sorgfältigere Beobachtung der Preisentwicklung in diesem Bereich.

b) Umsatz- und Auftragsentwicklung

Ab Beginn des Jahres konnten wir stetig über Plan liegende Umsatzerlöse erzielen. Zum Jahresende liegen diese um EUR 2,5 Mio. über den geplanten Werten. Der Ist-Umsatz konnte um TEUR 2.486 auf TEUR 35.001 gesteigert werden. Ursächlich für den Anstieg sind allerdings starke Preissteigerungen. Die Verkaufsmenge ging um 7,7 % gegenüber dem Vorjahr zurück und liegt bei 4.985 t nach 5.399 t im Vorjahr. Die geplante Verkaufsmenge von 5.213 t wurde in 2022 insoweit um 228 t unterschritten. Der Auftragsbestand lag Ende des Jahres mit 1.245 t über dem Vorjahr mit 762 t (2021).

c) Ertragslage

Die Umsatzsteigerung ist hinsichtlich gesunkener Verkaufsmengen preisinduziert. Die Gesamtleistung 1 liegt mit TEUR 35.633 um TEUR 2.625 über dem Vorjahr. Der Anstieg der Materialaufwendungen um TEUR 3.202 bzw. 19 % in 2022 resultiert aus dem Anstieg der Einkaufspreise für Rohstoffe und Energie und überkompensiert die Umsatzentwicklung, so dass das Rohergebnis um TEUR 253 bzw. 1,5 % im Vergleich zu 2021 zurückgegangen ist.

In Höhe von TEUR 378 wurden Zuschüsse aus dem staatlichen Energiekostendämpfungsprogramm (EKDP) unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Die korrespondierenden Forderungen von TEUR 198 wurden unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

Hinsichtlich der gesunkenen Mitarbeiterzahl von durchschnittlich 185 auf 180 sanken die Personalaufwendungen gegenüber dem Vorjahr um TEUR 201 auf TEUR 9.328; im Verhältnis zur Gesamtleistung machen diese 26,2 % nach 28,9 % im Vorjahr aus. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um TEUR 519 auf TEUR 4.881. Die Mietaufwendungen mit der Hahl Verwaltungsgesellschaft mbH waren im Vorjahr aufgrund Corona reduziert worden. In 2022 wurden die Mieten wieder in voller Höhe gezahlt. Daneben trugen umsatzbedingt gestiegene Frachtkosten und erhöhte Aufwendungen für Leiharbeitnehmer wesentlich zum Anstieg der sonstigen Aufwendungen bei.

Das EBIT in 2022 lag mit TEUR 1.196 um TEUR 508 unter dem des Vorjahres. Das EBITDA 2 sank in 2022 von TEUR 2.579 im Vorjahr auf TEUR 2.007.

d) Vermögenslage

Der Anstieg der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2022 um TEUR 1.651 auf TEUR 18.409 ist auf der Kapitalseite durch den Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen verursacht. Auf der Vermögensseite folgt der Anstieg aus einer Erhöhung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen und einem gestiegenen Vorratsvermögen, die überwiegend auf gestiegene Preise auf dem Rohstoff- und Energiemarkt zurückzuführen sind. Aufgrund der gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise bestand ein erhöhter Liquiditätsbedarf, welcher über das gruppeninterne Cashpooling bedient werden konnte. Liquidität wurde aber auch wieder an andere verbundene Unternehmen abgegeben.

1 Summe aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderung und aktivierten Eigenleistungen
2 Ergebnis vor Steuern zzgl./abzgl. Zinsaufwand/-ertrag zzgl. Abschreibungen

e) Finanzlage

Das Unternehmen kommt seinen Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht nach und nutzt Skonti, sofern die Zahlungsbedingungen der Lieferanten es vorsehen. Die laufenden Zahlungen können aus dem operativen Cashflow gedeckt werden.

Die Hahl Filaments GmbH verfügt zusammen mit der Pedex GmbH (ein Unternehmen der Perlon-Gruppe) über eine gemeinsame paritätische Gruppenkontokorrentlinie; dadurch wird die aktuelle und zukünftige kurzfristige Liquidität sichergestellt. Zusätzlich wird Factoring als Finanzierungsinstrument genutzt. Das Unternehmen verfügt insgesamt über eine gute eigene Liquiditätsausstattung und ist darüber hinaus Teil der wesentlich größeren Serafin Unternehmensgruppe.

Die Finanzierung ist durch Gesellschafter- und Bankdarlehen auch für das Jahr 2023 sichergestellt.

Das Geschäftsjahr 2022 verlief insgesamt zufriedenstellend.

Investitionen

Die Hahl Filaments GmbH investierte im Jahr 2022 TEUR 452. Dies beinhaltete im Wesentlichen die Erweiterung und Modernisierung der Produktionsanlagen.

Personal

Zum 31. Dezember 2022 beschäftigte das Unternehmen 184 Mitarbeiter (davon 131 gewerblich, 38 kaufmännisch, 8 Auszubildende und 7 geringfügig entlohnte Beschäftigte). Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt 180 Mitarbeiter und 10 Leiharbeitnehmer tätig.

In Aus- und Weiterbildung wurden in 2022 insgesamt TEUR 28,2 investiert.

Forschung und Entwicklung

Im Segment SBF (Synthetic Brush Filaments) lag der Schwerpunkt auf der Performance Verbesserung vorhandener Polymere durch Additivierung.

Mit der Gestaltung und Inbetriebnahme eines kleinen Extruders wurde eine Möglichkeit geschaffen, dort effizient Grundlagenversuche und kleinere Produktionen durchzuführen. Nachhaltigkeit ist aktuell ein zentral wichtiges Thema, hier sind die Themen biobasierte und biologisch abbaubare aber immer mehr auch recycelte Polymere. Für die Ausweisung von Carbon Footprint Werten an Kunden wurden Berechnungstools entwickelt. Verschiedene Möglichkeiten eines Rohstoffkreislaufs und dessen Marketing wurden ausgewertet.

Im Segment Abrasive wurde an einer Schutzbeschichtung, Hochtemperatur-Polymeren und ebenfalls eine Performance Optimierung durch Additivierung geforscht.

Zahlreiche Kundenanfragen wurden mit Kleinprojekten erfüllt.

Im Segment Monofile lag der Fokus weiter auf hochtemperaturbeständigen Filamenten und Prozessoptimierungen. Daneben wurden in vielen kleineren Projekten bestehende Typen nach Kundenwunsch adaptiert.

Risiken und Chancen

Die Volatilität der Rohstoffkosten ist und bleibt weiterhin eine große Herausforderung. Um sich vor signifikanten Rohstoffpreisschwankungen abzusichern, hat das Unternehmen mit den wichtigsten Kunden Preisgleitklauseln abgeschlossen. Damit werden Zu- oder Abschläge automatisch vorgenommen. Zur Absicherung der Versorgung mit den wichtigsten Rohstoffen hat die Hahl Filaments GmbH Mehrjahresverträge mit dem größten Rohstofflieferanten abgeschlossen.

Eine Absicherung der Währungsrisiken, insbesondere des USD, ist in 2022 nicht erfolgt. Da auch überwiegend in Euro fakturiert wird, liegen besondere Währungsrisiken in Bezug auf die zukünftigen Geldströme nicht vor.

Als Kreditrisiken versteht die Hahl Filaments GmbH das Risiko von Vermögensverlusten aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner.

Von den zinstragenden Verbindlichkeiten sind 100 % fix verzinst, so dass keine bedeutsamen Zinsrisiken bestehen.

Die Forderungen verteilen sich auf eine Vielzahl von Kunden. Der größte Einzelkunde erreicht einen Anteil am Umsatz von rd. 10,65 %, so dass die Auswirkungen aus der Insolvenz eines einzelnen Kunden für die Gesellschaft kalkulierbar bleiben.

Das Ausfallrisiko wird durch eine Kreditversicherung auf das Minimum des Selbstbehaltes reduziert, sofern die individuellen Kundenlimits nicht temporär überschritten werden.

Das versicherte Limit unterliegt einer laufenden Überprüfung, so dass frühzeitig Vorsorge getroffen werden kann, sobald eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation bei einzelnen Kunden eintritt. Bei Limitreduzierungen werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet, Risikokunden erhalten nur gegen Vorauskasse ihre Lieferungen.

Zusätzlich haben wir über die Kundenforderungen "echtes" Factoring abgeschlossen, um das Zahlungsausfallrisiko noch weiter zu minimieren und die Möglichkeit zu schaffen, frühzeitig Liquidität zu generieren.

Verstärktes Einsetzen von Recyclaten und Feststoffkondensaten wird den hohen Kostenanteil der polymeren Rohstoffe dämpfen bzw. reduzieren. Durch unsere Recycling-Anlage in Rottenacker sind wir bei recycelter Ware kapazitätsmäßig sehr gut aufgestellt, so dass die interne Versorgung gesichert ist.

Chancen für zusätzliches Neugeschäft erwarten wir aus dem Ausbau der Synergien innerhalb der Serafin Unternehmensgruppe, insbesondere aus der Bündelung und dem Austausch von Einkaufskonditionen aber auch aus stetiger Entwicklung neuer Produkte.

Ausblick

Für das Jahr 2023 rechneten wir mit einem leicht steigenden Umsatzniveau im Vergleich zum Jahr 2022. Wir gingen davon aus, dass das EBIT und das EBITDA etwa auf dem Niveau von 2022 liegen wird.

Die Realisierung der Planungsergebnisse hängt jedoch entscheidend von der Entwicklung der Rohstoffpreise sowie der Entwicklung der Energiekosten ab. Die Preise für Rohstoffe sind im ersten Halbjahr 2023 größtenteils gesunken. Auch die Energiepreise sind gefallen, liegen aber immer noch weit über den Preisen von 2021. Eine Prognose der weiteren Entwicklung, auch in Hinsicht auf den weiterhin existierenden Ukraine-Krieg, ist nicht möglich.

Hohe Rohstoffkosten, steigende Konsumentenpreise und höhere Zinsen belasten die Nachfrage weltweit. Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass wir unsere Planungsziele weit verfehlen werden. Mit einer Verbesserung der Marktsituation ab dem 3. Quartal 2023 wird gerechnet.

Probleme sehen wir in der zurzeit bestehenden zurückhaltenden Kundennachfrage in der gesamten Kunststoffbranche. Die rückläufige Nachfrage ist auch auf die unsicheren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen. Auch verbleiben die hohen Rohstoff- und Energiepreise aktuell weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und können das Betriebsergebnis 2023 negativ beeinflussen.

Auch die Rohstoffverfügbarkeit und die Auswirkungen durch den Ukraine-Krieg könnten Einfluss auf das Ergebnis 2023 haben.

Aktuell geht der Internationale Währungsfonds (IWF) von einer weiteren Erholung der globalen Wirtschaft in 2022 aus. Im Juli 2023 rechnet der IWF mit einem Plus von 3,0 % für das Jahr 2023. Für Deutschland wird allerdings ein Rückgang von 0,3 % erwartet.

Die Corona-Situation hat sich entspannt und es gibt nahezu keine Auswirkungen und Einschränkungen mehr.

Leider konnte der Ukraine-Krieg bis zum heutigen Tag nicht beendet werden. Wie sich die Situation hier verändern wird, kann nicht vorausgesagt werden.

Aktuell sind wir, trotz der Beeinflussungen durch den Ukraine-Krieg auf der Beschaffungsseite, in der Lage unsere Rohstoffe für die Produktion in ausreichender Menge zu beziehen.

 

Munderkingen, 7. September 2023

Hahl Filaments GmbH

Geschäftsführung

Florian Kisling

Michael Thomas Holzmann

Matthias Peter

Der Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers bezieht sich auf den unverkürzten Jahresabschluss.

Die Feststellung des Jahresabschlusses erfolgte am 18. Oktober 2023.

Der Jahresüberschuss in Höhe von EUR 918.019,48 wird auf neue Rechnung vorgetragen.

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