Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 109042
Eingetragen
10.11.2011
Branche
Großhandel mit FlachglasGroßhandel mit Geräten der UnterhaltungselektronikGroßhandel mit keramischen Erzeugnissen und Glaswaren
Gegenstand
Import, Export, Vertrieb, Verkauf und Vermarktung von Waren aller Art, insbesondere LCD (Liquid Crystal Display) Produkten, sowie alle damit zusammenhängenden Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Kyungho Song
seit 26.1.2023
Geschäftsführer
Suhyuk Heo
seit 6.1.2023
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
LG Display Co., Ltd.KOR
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
LG Display Co., Ltd.
South Korea
960.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

LG Display Germany GmbH

Eschborn

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.674,50 37.421,52
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 212.057,47 221.731,97 196.738,40 234.159,92
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Waren 69.956.327,67 100.554.338,76
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 138.333.895,03 127.373.599,88
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 10.915.912,13 57.493.763,26
3. Sonstige Vermögensgegenstände 285.087,02 149.534.894,18 240.909,97 185.108.273,11
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 172.750,99 1.035.140,40
219.663.972,84 286.697.752,27
C. Rechnungsabgrenzungsposten 149.051,75 126.423,39
D. Aktive latente Steuern 1.035.713,01 172.623,45
221.070.469,57 287.230.959,03

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 960.000,00 960.000,00
II. Andere Gewinnrücklagen 58.186,77 58.186,77
III. Gewinnvortrag 17.376.459,21 12.633.381,14
IV. Jahresüberschuss 2.608.519,88 4.743.078,07
21.003.165,86 18.394.645,98
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 1.989.116,30 1.122.596,30
2. Sonstige Rückstellungen 1.222.080,15 1.631.905,17
3.211.196,45 2.754.501,47
C. Verbindlichkeiten
- sämtlich mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr -
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 416.576,92 7.986,51
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.755.436,82 1.789.697,43
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 192.207.200,10 263.400.253,40
4. Sonstige Verbindlichkeiten 476.893,42 883.874,24
196.856.107,26 266.081.811,58
221.070.469,57 287.230.959,03

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 883.086.940,94 1.310.650.486,73
2. Sonstige betriebliche Erträge 74.586.041,23 144.229.656,52
- davon aus Währungsumrechnung EUR 74.421.171,98 (i. Vj. EUR 125.928.413,00) -
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Waren -859.307.553,31 -1.285.684.409,97
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -7.480.650,45 -7.046.633,94
b) Soziale Abgaben -1.107.910,46 -630.029,59
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -79.953,72 -172.224,58
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -80.177.594,27 -150.825.815,38
- davon aus Währungsumrechnung EUR 74.586.041,23 (i. Vj. EUR 144.229.656,52) -
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 497.516,41 74.592,44
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 495.496,62 (i. Vj. EUR 74.592,44) -
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -6.302.723,05 -3.858.774,31
- davon an verbundene Unternehmen EUR 6.300.715,66 (i. Vj. EUR 3.858.774,31) -
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.105.593,44 -1.993.769,85
- davon Ertrag (i. Vj. Aufwand) aus der Veränderung aktiver latenter Steuern EUR 863.089,56 (i. Vj. EUR 100.837,00) -
10. Ergebnis nach Steuern 2.608.519,88 4.743.078,07
11. Jahresüberschuss 2.608.519,88 4.743.078,07

Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 109042

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie des GmbH-Gesetzes (GmbHG) aufgestellt worden.

Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen hinsichtlich der Gliederung den §§ 266 bzw. 275 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Zwischen der Gesellschaft und ihrer Gesellschafterin LG Display Co. Ltd ., Seoul/Südkorea, besteht mit Wirkung zum 22. Dezember 2000 (letzte Fassung vom 18. August 2021) ein Vertriebspartnervertrag. Damit stehen der Gesellschaft u. a. Ausgleichsansprüche gegenüber der Gesellschafterin zu, soweit auf Grund der Geschäfts -, Preis- und Kostenentwicklung ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 0,1 % des Umsatzes nicht erzielt wird. Dieser Ausgleichsanspruch erfolgt über die Anpassung der Verrechnungspreise und wird dementsprechend im Materialaufwand ausgewiesen. Ebenso werden Fremdwährungsverluste und -gewinne durch die Gesellschafterin ausgeglichen bzw. an diese abgeführt. Der Ausweis der Fremdwährungsgewinne bzw. -verluste erfolgt jeweils in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sowie das Sachanlagevermögen sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Einschätzung der Nutzungsdauer der abnutzbaren Anlagegegenstände erfolgt auf Basis der erwarteten betriebsgewöhnlichen Nutzung und liegt bei der Anlagenklasse "Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung" gewöhnlich zwischen 3 und 14 Jahren und bei den entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen zwischen 3 und 4 Jahren. Zugänge zum beweglichen Anlagevermögen werden linear und zeitanteilig, bei voraussichtlicher dauernder Wertminderung auch außerplanmäßig abgeschrieben.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis einschließlich EUR 800 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

Die Bewertung der Waren erfolgt zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken sind durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert angesetzt.

Auf Unterschiede zwischen dem handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansatz bei der Berücksichtigung der Zinsaufwendungen (Zinsschranke), der Bewertung des Sachanlagevermögens sowie der Bildung einer Drohverlustrückstellung wurde ein Abgrenzungsposten für aktive latente Steuern gemäß § 274 Abs. 1 HGB gebildet. Der zugrunde gelegte Steuersatz beträgt 27,375 %.

Das Eigenkapital wird mit dem Nennwert angesetzt.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie wurden in der Höhe angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Erfüllung notwendig ist. Langfristige Rückstellungen werden entsprechend abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihren Erfüllungsbeträgen bilanziert.

Kurzfristige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen wurden zum Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag bewertet.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Eine von den gesamten Anschaffungskosten ausgehende Darstellung der Entwicklung der Posten des Anlagevermögens ist nachfolgend wiedergegeben.

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2023 68.994,44 686.600,25
Zugang 0,00 73.341,98
Abgang 0,00 5.816,21
Stand 31.12.2023 68.994,44 754.126,02
Abschreibungen
Stand 01.01.2023 31.572,92 489.861,85
Zugang 27.747,02 58.022,91
Abgang 0,00 5.816,21
Stand 31.12. 2023 59.319,94 542.068,55
Buchwert 31.12. 2023 9.674,50 212.057,47

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum Stichtag beinhalten Forderungen gegen die Gesellschafterin i. H. v. TEUR 2.669 (i. Vj. TEUR 19.149), die im Wesentlichen aus der Erstattung von Serviceaufwendungen und Verkäufen an die Muttergesellschaft in Paju resultieren. Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen i. H. v. TEUR 8.247 (i. Vj. TEUR 38.345) resultieren aus dem konzerninternen Cashpooling.

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr mit Ausnahme geleisteter Kautionen i. H. v. TEUR 285 (i. Vj. TEUR 241) eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Drohverlustrückstellungen aus einem Mietvertrag, Rückstellungen für die mietfreie Zeit aus einem Mietvertrag, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, Zinsen, Abschlussprüferhonorare sowie für Resturlaub und Mitarbeiterboni.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 37.066 (i. Vj. TEUR 15.533) sowie aus dem konzerninternen Cashpooling in Höhe von TEUR 154.830 (i. Vj. TEUR 247.851).

Die Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin betragen insgesamt TEUR 37.378 (i. Vj. TEUR 15.549) (davon aus Lieferungen und Leistungen TEUR 37.066 (i. Vj. TEUR 15.533)).

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 441 (i. Vj. TEUR 864).

Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

IV. Beträge nach § 268 Abs. 8 HGB

Aus der Bilanzierung aktiver latenter Steuern besteht ein Posten in Höhe von TEUR 1.036 (i. Vj. TEUR 173), der einer Ausschüttungssperre unterliegt.

V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 883 Mio werden zum überwiegenden Teil mit europäischen Kunden erzielt. Der Umsatzanteil der inländischen Kunden betrug für das Geschäftsjahr 2023 5 % (i. Vj. 11 %). Der Anteil der ausländischen Kunden beträgt für das Geschäftsjahr 2023 entsprechend 95 % (i. Vj. 89 %).

Die Umsatzerlöse lassen sich nach Vertriebs- und Produktbereichen wie folgt aufgliedern:

2023 2022
TEUR TEUR
TV 633.287 1.049.842
IT/Monitor/Notebook 12.653 30.418
Mobile/Application 236.325 230.390
Sonstige 822 0
883.087 1.310.650

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen beinhalten hauptsächlich Kursgewinne und Kursverluste. Verluste und Gewinne aus Fremdwährungen werden entsprechend des Vertriebspartnervertrags von der Gesellschafterin ausgeglichen bzw. müssen abgeführt werden. Es wurden in 2023 Erträge für Erstattungen des Saldos von Aufwendungen und Erträgen aus Fremdwährungen von TEUR 165 in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

VI. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Miet- und Leasingverpflichtungen und sind mit TEUR 333 in 2024 zu leisten sowie mit TEUR 622 in den folgenden drei Jahren. Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt TEUR 955.

Mitarbeiterzahl

Während des Geschäftsjahres waren durchschnittlich 66 (i. Vj. 63) Angestellte beschäftigt. Im Durchschnitt waren in der Verwaltung 13 Mitarbeiter, in der Logistik 7 Mitarbeiter, im Vertrieb 22 Mitarbeiter und im Service 24 Mitarbeiter beschäftigt.

Abschlussprüferhonorar

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Honorar für Abschlussprüfungsleistungen beträgt TEUR 160.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen

Lieferungen und Leistungen

Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse mit nahestehenden Unternehmen in Höhe von TEUR 580.267 (i. Vj. TEUR 945.185 ) erzielt. Davon entfallen TEUR 5.298 (i. Vj. TEUR 59.931 ) auf Konzerngesellschaften des LG Display Konzerns und TEUR 574.969 (i. Vj. EUR 885.254) auf Unternehmen der LG Gruppe, die wegen der Beteiligungen auf der Ebene der Muttergesellschaften als nahestehende Personen zu klassifizieren sind.

Es wurden Waren in Höhe von EUR 877 Mio (i. Vj. EUR 1.286 Mio.) von verbundenen Unternehmen bezogen.

Vertriebspartnervertrag

Im Rahmen des Vertriebspartnervertrages stehen der Gesellschaft Ausgleichsansprüche zu, soweit ein Ergebnis in Höhe von 0,1 % vor Steuern nicht erreicht wird. Für das Berichtsjahr resultierte daraus wie im Vorjahr kein Anspruch, da das Vorsteuerergebnis am 31. Dezember 2023 über der garantierten Höhe lag.

Zudem werden im Rahmen dieses Vertrages Fremdwährungsgewinne bzw. -verluste an die Gesellschafterin abgeführt bzw. von dieser ausgeglichen. Der im Geschäftsjahrsende zu erhaltende Ausgleich beläuft sich auf TEUR 165 (i. Vj. zu erhaltender Ausgleich TEUR 18.301).

Cash Pooling

Im Januar 2010 führte die Muttergesellschaft ein globales Cash Pooling ein. Der Pool wird in Singapur von einer Schwestergesellschaft verwaltet. Es findet ein täglicher Transfer der Gelder in den Cash Pool statt. Der Cash Pool wird sowohl für Euro als auch für US-Dollar geführt. Es wird jeweils der Tagessaldo zu Gunsten oder zu Lasten der deutschen Gesellschaft verzinst. Die Zinsabrechnung erfolgt am Monatsende und wird ebenfalls dem Cash Pool zugeführt.

Der gesamte Zinsertrag in 2023 betrug TEUR 498 (i. Vj. TEUR 75). Davon resultieren TEUR 495 aus Cash Pooling und TEUR 2 aus sonstigem Zinsertrag. Zinsaufwendungen wurden in Höhe von TEUR 6.241 (i. Vj. TEUR 1.309) gebucht.

Purchasing Discount

Mit Wirkung vom 15. Juli 2009 führte die Muttergesellschaft eine Verzinsung der Lieferantenforderungen an ihre Tochtergesellschaften ein. Zahlungen vor dem Fälligkeitsdatum werden verzinst, für Zahlungen nach dem Fälligkeitsdatum wird entsprechend ein Aufschlag berechnet. Im Geschäftsjahr waren hieraus Zinszahlungen an die Muttergesellschaft in Höhe von TEUR 60 (i. Vj. TEUR 2.550) zu leisten.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Factoring einschließlich damit verbundener Vorteile

Im Juni 2010 initiierte die Muttergesellschaft ein neues Factoring-Programm für die LG Display Germany GmbH. Hierzu wurden mit der finanzierenden Bank in enger Abstimmung mit der Muttergesellschaft Verträge geschlossen. Das Factoring-Programm erstreckt sich auf einige ausgewählte Kunden. Zum Stichtag wurden TUSD 54.992 (i. Vj. TUSD 125.000) Forderungen verkauft. Insgesamt sind für das Factoring-Programm in 2023 Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.632 (i.Vj. TEUR 2.035) entstanden. Die Muttergesellschaft übernimmt aufgrund der Vertriebsvereinbarung die Kosten der Finanzierung. Der schnellere Geldeingang wird in der Regel dazu benutzt, Verbindlichkeiten aus Einkäufen von der Muttergesellschaft schneller zu bezahlen. Zwischenzeitlich überschießende Beträge werden im sogenannten Cash Pool in Singapur gehalten.

Geschäftsführung

Zum Geschäftsführer der Gesellschaft sind bzw. waren bestellt:

Herr Kyoung Shik Kim, Kaufmann, Kronberg im Taunus (bis 1. Januar 2023)

Herr Kyungho Song, Kaufmann, Kriftel (seit 1. Januar 2023)

Bezüglich der Angaben zu den Geschäftsführerbezügen wird von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Angaben zum Konzernabschluss

Alleinige Gesellschafterin ist die LG Display Co. Ltd., Seoul/Südkorea. Der Jahresabschluss der LG Display Germany GmbH wird in den Konzernabschluss der LG Display Co. Ltd., Seoul/ Südkorea, einbezogen, der am Sitz der Gesellschaft verfügbar ist. Die LG Display Co. Ltd. stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen auf.

Ergebnisverwendung

Die Geschäftsleitung schlägt vor, dass der Gewinnvortrag sowie der Jahresüberschuss zum 31. Dezember 2023 auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

 

Eschborn, den 9. Mai 2025

LG Display Germany GmbH

Kyungho Song, Geschäftsführer

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

A. Grundlagen der Gesellschaft

A.1. Geschäftsmodell

LG Display Germany GmbH (LGD Germany) ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der LG Display Co. Ltd., Seoul/Südkorea (LGD Südkorea). Seit Juli 2004 ist die Muttergesellschaft an der New York Stock Exchange gelistet.

LGD Germany begann ihre Geschäftstätigkeit am 1. November 1999 als Joint Venture der LG Gruppe und der Philips Gruppe. 2008 senkte Philips seinen Anteil an der Muttergesellschaft auf unter 20 % und der Name der Gesellschaft wurde entsprechend auf LG Display Germany GmbH geändert. In 2009 verkaufte Philips seine verbliebenen Anteile.

Die Gesellschaft betreibt mit einer starken Unterstützung der Muttergesellschaft den Absatz und in eingeschränktem Maße auch das Marketing der TFT-LCD und der neueren, qualitativ hochwertigeren, im Premiumsegment liegenden OLED Produkte für die Kunden im europäischen Raum einschließlich der Türkei. Die Produkte sind LCD Panels in den Größen von 7 Zoll bis 98 Zoll sowie OLED Panels in den Größen 30 Zoll bis 83 Zoll. Die größten Umsatzträger sind TV-Panels in den Größen von 55 Zoll bis 77 Zoll.

LGD Germany bietet den Kunden Just-in-time (JIT) Lieferungen und einen On-Site-Qualitätssicherungs-Service an.

TFT-LCD (Thin Film Transistor-Liquid Crystal Display) ist ein High-Tech Produkt der Bildschirmtechnik und hat die herkömmlichen Röhrenmonitore (CRT-Cathode Ray Tube) im Bereich der PC-Monitore und im Fernsehbereich ersetzt.

OLED (Organic Light Emitting Diode) ist ein leuchtendes Dünnschichtbauelement aus organischen halbleitenden Materialien.

Die OLED-Technik wird für Bildschirme in Smartphones, Tablet-Computern wie auch in großflächigen Fernsehern und Computermonitoren eingesetzt. Ein weiteres Einsatzgebiet ist im Automobilbereich. Aufgrund der hohen Auflösung und Materialeigenschaften ist auch eine Verwendung der OLEDs als biegsamer Bildschirm möglich.

A.2. Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erfolgen auf Konzernebene bei den Werken in Paju/Südkorea. Darüber hinaus wurden in der Gruppe unsere Forschungs- und Entwicklungsressourcen durch die Zuweisung einiger Ressourcen weiter ausgebaut. LG Science Park, der sich im Westen von Seoul/Südkorea befindet und seinen Betrieb in Dezember 2017 aufnahm, beherbergt Forscher verschiedener mit der LG Gruppe verbundener Unternehmen mit Fachkenntnissen in den Bereichen Elektrotechnolgie, Nanotechnologie, Display-Fertigung, Biowissenschaften und Erforschung und Entwicklung neuer Technologien.

B. Wirtschaftsbericht

B.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Displaybranche trifft auf Marktbedingungen, die häufig außerhalb der Kontrolle einzelner Hersteller liegen. Die Ertragslage kann aufgrund von Marktfaktoren, wie saisonalen Nachfrageschwankungen und der Weltwirtschaft von Zeit zu Zeit von erheblichen Schwankungen und Auswirkungen auf Lieferketten, steigende Produktionskapazitäten und technologische Veränderungen beeinflusst werden. Die Displaybranche wuchs signifikant durch Kostensenkungen und Produktverbesserungen, welche die Nachfrage auf dem Markt bestimmt. Während TFT-LCD Panels zum großen Teil auf dem Display-Markt der herrschende Standard sind, hat die Branche in den letzten Jahren alternative Panels weiterentwickelt und auf den Markt gebracht, die auf neueren Technologien basieren, wie z. B. OLED Panels.

Die Gesellschaft hat eine Reihe von Mitbewerbern, im Wesentlichen aus Asien, wie Samsung Display, AU Optronics, Innolux, CPT, Hannstar, Japan Display und Foxconn.

B.2. Geschäftsverlauf

Für den Konzern und seine weltweiten Tochtergesellschaften war das Geschäftsjahr 2023 kein erfolgreiches Jahr. Der Gesamtkonzernumsatz sank von 26.152 Mrd. Won im Jahr 2022 um 18 % auf 21.331 Mrd. Won (ca. 16.441 Mio. USD). Der Umsatzrückgang resultiert sowohl aus gesunkenen Stückpreisen als auch aus dem Rückgang der Anzahl der verkauften Stückzahlen von Panels für Fernseher, Mobiltelefone und Desktop Monitore. Während im Geschäftsjahr 2022 ein Konzernverlust in Höhe von 3.196 Mrd. Won erzielt worden ist, konnte die Gruppe im Geschäftsjahr 2023 den Konzernverlust auf 2.576 Mrd. Won reduzieren.

Trotz dieser rückläufigen Entwicklung ist LG Display Südkorea einer der führenden Anbieter im weltweiten Display-Markt. Das Unternehmen ist bekannt für seine innovativen Technologien, insbesondere im Bereich der OLED-Displays, die in Fernsehern, Smartphones und anderen Geräten verwendet werden. LG Display hat sich einen starken Ruf für die Herstellung hochwertiger Bildschirme erarbeitet und konkurriert eng mit anderen großen Herstellern wie Samsung Display und BOE. Die Position von LG Display wird durch kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie durch strategische Partnerschaften weiter gestärkt. LG Display Südkorea möchte den Marktanteil durch enge Kooperationen mit seinen Kunden festigen.

Die Verkaufspreise in US-Dollar sind in 2023 im Durchschnitt um 9 % (i. Vj. um 11 %) gesunken. Unser Augenmerk ist auch weiterhin auf Kostenreduzierung und technische Weiterentwicklung gerichtet.

B.3. Lage der Gesellschaft

Die Umsatzerlöse sind gegenüber dem Vorjahr um insgesamt EUR 428 Mio. gesunken (-33 % (i. Vj. -16 %)). Der Rückgang im Jahr 2023 ist auf die stark gesunkene Absatzmenge von 9 Mio. auf 6 Mio. zurückzuführen.

Der Umsatz innerhalb des Geschäftsjahres 2023 entwickelte sich uneinheitlich. So lag der Umsatz im ersten Quartal noch bei EUR 191 Mio. (i. Vj. EUR 343 Mio.) und das zweite Quartal zeigte mit Umsätzen von EUR 224 Mio. (i. Vj. EUR 241 Mio.) den zweithöchsten Umsatz des Jahres. Im dritten Quartal verzeichneten wir einen starken Rückgang auf EUR 179 Mio. (i. Vj. EUR 310 Mio.) Das letzte Quartal wies mit Umsatzerlösen von EUR 289 Mio. (i. Vj. EUR 417 Mio.) den höchsten Umsatz des Jahres aus.

Die Umsatzerlöse reduzierten sich aufgrund geringerer Stückzahlen. Die Stückzahlen reduzierten sich insgesamt von 9 Mio. im Jahr 2022 auf 6 Mio im Jahr 2023. Dies entspricht einem Rückgang von 33 %. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus der gesunkenen Nachfrage für TV-Geräte nach der Corona-Pademie. Mit der Abschaffung bzw. Rücknahme von Corona- Maßnahmen, wie z. B. Home Office, Reiserestriktionen und Kontaktbeschränkungen sank der Bedarf und die Nachfrage nach TV-Geräten.

Der IT/Monitor/Notebook-Bereich verzeichnete eine Steigerung der abgesetzten Stückzahl von ca. 0,21 Mio. Stück. Eine rückläufige Menge war sowohl im Bereichen TV (minus 2,85 Mio Stück) und Mobile/Application (minus 0,04 Mio. Stück) zu verzeichnen.

Wie bereits in den Jahren zuvor, erzielte der TV-Bereich trotz des Umsatzrückgangs den größten Umsatzanteil und macht 72 % des Umsatzes aus (2022 80 %). LGD Germany verkaufte im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 1,9 Mio. TV-Panels (2022 4,7 Mio. Panels). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen mengenmäßigen Rückgang von 60 %. Aus dem Rückgang der abgesetzten Stückzahlen resultierte ein Umsatzrückgang von EUR 417 Mio.

Der Geschäftsbereich Mobile/Application, welcher das Automotivebusiness beinhaltet, verzeichnet eine Umsatzsteigerung von EUR 6 Mio. auf EUR 236 Mio. gegenüber EUR 230 Mio. im Vorjahr. Der Geschäftsbereich weist hiermit eine Steigerung auf und hat einen Umsatzanteil von 27 % erreicht.

Der Umsatzbeitrag des Bereichs IT/Monitor/Notebook ist mit EUR 12,7 Mio. gegenüber dem Vorjahr um EUR 18 Mio. gesunken. Dieser Bereich beschränkte sich in den vergangenen Jahren in Europa überwiegend auf das Ersatzteilgeschäft. Der Anteil am Gesamtumsatz liegt bei 1 %.

Die größten Kunden im vergangenen Geschäftsjahr waren die LG Electronics Produktionsstätten in Polen. Weitere bedeutende Kunden mit hohen Umsätzen sind Vestel in der Türkei und Continental und Bosch mit verschiedenen Produktionsgesellschaften in Europa. Die Großkunden haben insgesamt einen Anteil von 94 % am Gesamtumsatz.

Ertragslage

In 2023 erzielte LGD Germany ein Ergebnis vor Ertragssteuern in Höhe von EUR 3,7 Mio. (i. Vj. EUR 6,7 Mio.) und einen Jahresüberschuss von EUR 2,6 Mio. (i. Vj. EUR 4,7 Mio.). Die erzielte Rohmarge erhöhte sich von 1,90 % auf 2,69 %.

Die Personalaufwendungen stiegen in 2023 um EUR 0,9 Mio. von EUR 7,7 Mio. im Vorjahr auf EUR 8,6 Mio. Im Jahr 2023 wurden 4 zusätzliche Mitarbeiter von der Muttergesellschaft nach Deutschland entsandt, um insbesondere die Automobil-Bereich und den TV Bereich zu verstärken.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken gegenüber dem Vorjahr um EUR 69,6 Mio. von EUR 144,2 Mio. auf EUR 74,6 Mio. Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen enthalten Kursgewinne und Kursverluste (einschließlich des Ausgleichs von Wechselkursgewinnen und -verlusten durch die Muttergesellschaft) in Höhe von jeweils EUR 74,6 Mio. (i. Vj. EUR 144,2 Mio.). Die Kursgewinne und -verluste werden von der Muttergesellschaft auf Jahresbasis über eine FX-Forderung bzw. Verbindlichkeit ausgeglichen.

Ohne Berücksichtigung der Kursverluste minderten sich die sonstigen operativen Aufwendungen, bestehend aus Personalaufwand und sonstigen betrieblichen Aufwendungen (ohne Effekt aus Währungsumrechnung) um EUR 0,4 Mio. auf EUR 13,9 Mio. in 2023. Dabei sanken die Logistikaufwendungen um EUR 0,7 Mio. auf EUR 1,0 Mio. Diese Verminderung ist bedingt durch die gesunkenen Lager- und Transportkosten. Die Prüfungs-, Rechts- und Beratungskosten betrugen EUR 0,9 Mio und lagen damit nahezu auf Vorjahresniveau. Zusätzlich sind, bedingt durch die komplette Rücknahme der Corona-Einschränkungen, die Reisekosten und Bewirtungsaufwendungen um EUR 0,1 Mio. gestiegen. Die Versicherungskosten sind durch eine neue Kalkulierung auf Basis des Umsatzes um EUR 0,2 Mio. gestiegen.

Neben der Kostenentwicklung wird das Ergebnis der Gesellschaft durch die Vertriebsvereinbarung mit der Gesellschafterin LG Display Co. Ltd., Seoul/Südkorea, bestimmt. Aufgrund der Vereinbarungen steht LGD Germany ein Ausgleichsanspruch gegenüber der Gesellschafterin zu, soweit aufgrund der Geschäfts-, Preis- und Kostenentwicklung das Ergebnis vor Steuern weniger als 0,1 % des Umsatzes beträgt. Da das Ergebnis vor Steuern am 31. Dezember 2023 oberhalb dieser Grenze lag, war keine Anpassung notwendig. Zudem werden Fremdwährungsverluste und -gewinne ausgeglichen bzw. müssen erstattet werden, so dass Effekte aus Wechselkursveränderungen vollständig ausgeglichen werden. Zum Stichtag resultierte daraus eine Forderung in Höhe von EUR 0,2 Mio. (i. Vj. Forderung in Höhe von EUR 18,3 Mio.)

Der durchschnittliche Personalbestand der Gesellschaft betrug 66 Mitarbeiter (2022: 63 Mitarbeiter). Am Jahresende waren 67 Mitarbeiter beschäftigt. Die organisatorische Struktur blieb jedoch ansonsten unverändert. LGD Germany dankt allen Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatzwillen und die geleistete Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Vermögens- und Finanzlage

Der Bestand an liquiden Mitteln ist von EUR 1,0 Mio. im Vorjahr auf EUR 0,2 Mio. gesunken. Am Jahresende bestand eine Cash-Pool-Einlage auf Dollar-Basis in Höhe von umgerechnet EUR 8,2 Mio. (i. Vj. EUR 38,3 Mio.) und eine Verbindlichkeit in Höhe von EUR 154,8 Mio. (i. Vj. EUR 247,2 Mio.).

Der Warenbestand in der Bilanz, inklusive Service Buffer Stock, ist im Vergleich zum Vorjahr um EUR 30,6 Mio. auf EUR 70,0 Mio. gesunken. Hiervon waren EUR 40,3 Mio. (i. Vj. EUR 29,4 Mio.) einkaufsseitig unterwegs befindliche Waren, die zum Stichtag als Direktlieferung noch nicht bei unseren Kunden oder unseren Lägern angekommen waren. Der sich im Lager befindliche Warenbestand beträgt EUR 30,0 Mio. (i. Vj. EUR 71,2 Mio.). Das Verhältnis des Warenbestandes auf Lager und der unterwegs befindlichen Ware unterliegt starken Schwankungen, da LGD Germany an verschiedenen Produktionsstandorten einkauft.

Die Finanzierung der Gesellschaft wird maßgeblich durch die Zahlungsmodalitäten gegenüber der Muttergesellschaft beeinflusst. Bei der Festlegung von Zahlungsfristen wird sowohl die Lagerumschlagsdauer als auch die Zahlungsweise der Kunden in Betracht gezogen. Die Zahlungsströme sind auf die durchschnittlichen Forderungslaufzeiten und die Umschlagshäufigkeit der Vorräte abgestimmt.

Seit Juni 2010 startete LGD Südkorea mehrere neue Factoring Programme zur Beschleunigung der Zahlungszuflüsse im LGD Konzern. Im Rahmen dieser Programme werden die Forderungen der Gesellschaft auf monatlicher Basis veräußert. Zum Jahresende 2023 waren Forderungen in Höhe von USD 55,0 Mio. verkauft.

Grundsätzlich wird die Finanzierung der Gesellschaft über den Cash-Pool der Gruppe gesteuert und sichergestellt. Hier werden formlos täglich Überschüsse angelegt und Überziehungen ausgeglichen. Die Fähigkeit, allen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, war im Geschäftsjahr stets sichergestellt.

Zusammenfassende Beurteilung des Geschäftsjahres

Zusammenfassend schätzen wir das Geschäftsjahr 2023 als nicht zufriedenstellend ein.

B.4. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Für uns wesentliche Leistungsindikatoren sind die Umsatzerlöse (in US-Dollar) und die Anzahl der abgesetzten Einheiten. Wir hatten für 2023 Umsatzerlöse von USD 999 Mio. (EUR 932 Mio.) und 5,4 Mio. verkaufte Einheiten erwartet. Tatsächlich haben wir Verkaufserlöse (ohne sonstige Umsatzerlöse) in Höhe von USD 946 Mio. (EUR 882 Mio.) erzielt und dabei 6,0 Mio. Panels verkauft.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Umsatzerlöse trotz der gestiegenen Verkaufszahlen hinter den prognotizierten Zahlen zurückgeblieben sind. Ursache hierfür ist ein durchschnittlicher Preisrückgang von 9 % im umsatzstärksten Geschäftsbereich TV.

C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

C.1. Chancen und Risiken der Gesellschaft

Umfeld- und Branchenrisiken

Die Bedeutung von Risiken wird auf Basis der möglichen negativen Auswirkung auf die prognostizierten finanziellen Ziele, verbunden mit der Eintrittswahrscheinlichkeit des jeweiligen Risikos, ermittelt. Risiken werden gemäß dieser beiden Faktoren als "hoch", "mittel" oder "gering" klassifiziert.

Ein generelles Risiko der zukünftigen Entwicklung unserer Vertriebsorganisation ist insbesondere die Preisentwicklung in der LCD-Industrie. Ein in der Anpassung befindlicher LCD-Markt und wachsende Einsatzbereiche für OLED führen zu unterschiedlichen Kapazitätsauslastungen. Die Nachfragesituation kann sogar von Produktgröße zu Produktgröße unterschiedlich sein. Insgesamt konnten wir in 2023 einen leichten Anstieg der Absatzpreise von durchschnittlich 4 % (in US-Dollar) bzw. 1 % (in EUR) verzeichnen. Im Vorjahr hatten wir einen Rückgang der Absatzpreise von durchschnittlich 16 % (in US-Dollar) bzw. 5 % (in EUR) verzeichnet. Die Preisentwicklung stellt somit für die Vertriebseinheit ein hohes Risiko dar, auch wenn die Gesellschaft lokal durch eine Vertriebsvereibarung abgesichert ist. Als Vertriebs-Drehscheibe übernimmt LGD Germany die Logistik und Vertriebsabwicklung in Europa und wird aufgrund der Vertriebsvereinbarung mit einer angemessenen Marge auf den Umsatz vergütet. Die Muttergesellschaft LGD Südkorea übernimmt für die Tochtergesellschaft die Absicherung des Währungsrisikos, so dass sich Währungsgewinne und -verluste nicht auswirken. Die Währungsentwicklung stellt für die Gesellschaft folglich nur ein geringes Risiko dar. Ein weiteres, als hoch einzustufendes Risiko besteht in der Abhängigkeit von wenigen Großkunden, mit denen insgesamt ca. 94 % des Gesamtumsatzes erzielt werden.

Durch den russischen Angriff auf die Ukraine im Frühjahr 2022 ergaben sich weitreichende Sanktionen von der Europäischen Union und den USA gegenüber Russland. Im Rahmen der Wirtschaftssanktionen hat die Europäischen Union eine Reihe von Einfuhr- und Ausfuhrbeschränkungen gegen Russland verhängt. LG Display Deutschland GmbH hatte eine Geschäftsbeziehung mit LG Electronics Russia, unserem einzigen Kunden in Russland. Die Geschäftsbeziehung wurde in 2023 eingestellt.

Weiterhin wirkten sich die in 2022 und 2023 stark gestiegenen Energiepreise, die hohe Inflation sowie die restriktive Geldpolitik der Zentralbanken belastend auf das globale Wachstum aus. Diese Risiken werden als mittlere Risiken eingestuft.

Durch Lieferungen an Kunden in anderen Staaten in der Europäischen Union besteht das Risiko, dass es aus der unterschiedlichen Interpretation lokaler steuerlicher Vorschriften zu Diskussionen mit lokalen Finanzbehörden kommt, was in Steuermehrbelastungen resultieren kann. Das Risiko wird als gering eingestuft.

Als Chance sehen wir, aufgrund der technologischen Fortentwicklung, auch weiterhin, einen erheblichen Marktanteil an den in Europa verkauften TV-Displays erzielen zu können. Hier bieten sich durch die hochwertigeren OLED-Produkte auch weiterhin Wachstumschancen. Eine weitere Chance für die OLED-Vermarktung sehen wir in der engen Zusammenarbeit mit der deutschen Automobil- und Automobilzulieferindustrie.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Gewährleistungsrisiken für die verkauften Produkte werden an die Produktionsgesellschaften weiterbelastet und stellen für die Gesellschaft folglich nur ein geringes Risiko dar.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Ein Forderungsausfallrisiko ist für die Gesellschaft nur begrenzt vorhanden. Die Großkunden, im Allgemeinen weltweit arbeitende Konzerne, werden nicht gegen Forderungsausfälle versichert. Ausfälle müssten gegebenenfalls von LGD Südkorea übernommen werden. Für die lokalen Kunden werden die Forderungsausfallrisiken durch Kreditversicherungen und Akkreditivvereinbarungen gering gehalten. Die Gesellschaft verfügt über eine ausgezeichnete Kundenstruktur und wendet zusätzlich geeignete Sicherungsmaßnahmen an, die vor Forderungsausfällen schützen. Das Risiko wird daher als gering eingestuft. Risiken aus Zahlungsmittelzuflussschwankungen begegnen wir durch Überwachung der Zahlungstermine und durch den Verkauf von Forderungen an eine Factoringgesellschaft.

Die Finanzierung der Gesellschaft wird maßgeblich durch die Zahlungsmodalitäten gegenüber der Muttergesellschaft beeinflusst. Bei der Festlegung von Zahlungsfristen wird sowohl die Lagerumschlagsdauer als auch die Zahlungsweise der Kunden in Betracht gezogen. Die Zahlungsströme sind auf die durchschnittlichen Forderungslaufzeiten und die Umschlagshäufigkeit der Vorräte abgestimmt.

Da die wesentlichen wirtschaftlichen Risiken aufgrund der Vertriebsvereinbarung ausgeschlossen und somit insgesamt als geringe Risiken eingestuft werden, konzentriert sich LGD Germany auf die Abwicklung der Warenflüsse und die Steuerung des Cash Flows.

Risiko-Management-System

Die Steuerung der Gesellschaft und der Geschäftsprozesse erfolgt über einen Business Plan der jährlich neu festgesetzt wird. Daneben haben die monatliche Kontrolle der Geschäftszahlen und die regelmäßige Überwachung der internen Abläufe eine wichtige Funktion. Auch die Kundenzufriedenheit wird über Rücklaufquoten und Befragungen regelmäßig bewertet. Für jedes Geschäftsjahr wird ein Business Plan erstellt, der sowohl die Kostenseite als auch die Verkaufszahlen budgetiert. Im monatlichen Reporting an die Muttergesellschaft werden Kennzahlen wie z. B. Umsatzentwicklung, Preisentwicklung, Cash Flow und Lagerbestände dargestellt. Plan/Ist-Abweichungen werden erläutert. Die Bruttomarge wird ermittelt und für die Preisplanung mit der Muttergesellschaft eingesetzt.

Ein wichtiger Punkt der Risikoüberwachung im Geschäftsjahr 2023 war erneut die Erfüllung der Sarbanes Oxley Anforderungen für börsennotierte Kapitalgesellschaften in den USA. Durch den Börsengang der Muttergesellschaft an die New York Stock Exchange sind diese Anforderungen auch für Tochtergesellschaften relevant. Das konzernweit gesteuerte Risiko-Management umfasst die Analyse, die Dokumentation und das Testen der in den Geschäftsprozessen implementierten Kontrollen der Muttergesellschaft und der Tochtergesellschaften. Im Berichtsjahr wurde die Prozessdokumentation aktualisiert und die anschließende Testphase erfolgreich beendet. Die in den Prozessen implementierten Kontrollen müssen weiterhin regelmäßig überwacht und getestet werden.

Die Arbeit des Risiko-Management Teams des LGD-Konzerns konzentrierte sich im Jahr 2023 auf die Überprüfung der Wirksamkeit des Risiko-Management-Systems in den Tochtergesellschaften. Das unternehmensweit wirksame interne Kontrollsystem wurde aufgrund des angepassten COSO Rahmenkonzepts (Committee of Sponsoring Organizations of Treadway Commission) und den Empfehlungen des PCAOB erneut überarbeitet. Das System der operativen Kontrollaktivitäten basiert auf dem in 2009 eingeführten gruppenweiten ERP-System.

C.2. Marktentwicklung und zukünftige Entwicklung der Gesellschaft

Die Folgen der globalen Krisen wie der Krieg in der Ukraine und steigende Zinsen haben die deutsche Wirtschaft belastet. Beeinflusst durch diese Belastungen erholte sich die Wirtschaftsleistung Deutschlands nach 2022 nicht. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 % gesunken. Im vorangegangenen Jahr war das preisbereinigte BIP um 1,4 % gestiegen. Die längerfristige Betrachtung zeigt, dass das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 unter dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre von +1,2 % liegt.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde auf Basis des vorliegenden Abschlusses ein Umsatz von USD 946 Mio. bzw. EUR 883 Mio. erzielt, der (in EUR) um ca. 33 % unter dem Vorjahr liegt. Die abgesetzte Menge sank von 9,0 Mio. Einheiten auf 6,0 Mio. Einheiten. Der Jahresüberschuss 2023 betrug EUR 2,6 Mio. gegenüber EUR 4,7 Mio. im Vorjahr.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank preisbereinigt auch 2024 (-0,2 %). Die Erholung der Wirtschaft in Deutschland wurde durch die steigenden Energiepreise, steigende Inflation und den fortdauernden Krieg in der Ukraine weiterhin verzögert.

Im Geschäftsjahr 2024 wurde auf Basis des vorläufigen Abschlusses ein Umsatz von USD 1.106 Mio. bzw. EUR 1.022 Mio. erzielt. Das erste Quartal war mit USD 222 Mio. bzw. EUR 205 Mio. das Schwächste in 2024. Anders als im Geschäftsjahr 2023 gab es jedoch eine kontinuierliche Steigerung des Umsatzes durch das Jahr hinweg. USD 243 Mio. bzw. EUR 225 Mio. im zweiten Quartal, USD 280 Mio. bzw. EUR 259 Mio. im dritten Quartal und abschließend USD 361 Mio. bzw. EUR 334 Mio. im vierten Quartal, welches den höchsten Umsatz ausweist. Dies ist eine Steigerung von rund 17 % in USD bzw. rund 25 % in EUR gegenüber dem Vorjahr. Der Absatz in 2024 erzielte 7,2 Mio Einheiten. Die abgesetzte Menge stieg von ursprünglich geplanten 7,0 Mio. Einheiten auf 7,2 Mio. Einheiten, aber der erwartete Umsatz von USD 1.124 Mio bzw. EUR 1.038 Mio. konnte mit USD 1.106 Mio bzw. EUR 1.022 Mio. nicht ganz erreicht werden. Dies beruht im Wesentlichen auf dem leichten Rückgang des durchschnittlichen Verkaufsstückpreises (-2 %) bei 1,2 Mio. mehr abgesetzten Einheiten im Vorjahresvergleich.

Es ist weiterhin zu erwarten, dass die Nachfrage nach OLED-Modulen in Zukunft aufgrund der Vorteile gegenüber der LCD Technologie in einigen Einsatzbereichen weiter steigen wird. Daher beabsichtigen wir nach wie vor, die Segmente UHD, OLED TV innerhalb des TV Bereichs und den Bereich Automotive in Deutschland weiterhin zu stärken und in Zukunft auszubauen.

LGD Südkoreas erklärtes Ziel ist es, die Profitabilität zu optimieren und im operativen Bereich kosteneffizient zu sein. Dazu ist es wichtig, im TV-Geschäft, insbesondere in OLED-Bereich, weiterhin eine Vorreiterrolle einzunehmen und eine starke Präsenz in der Automotive-Industrie zu zeigen. Zusätzlich werden die LCD-Geschäfte in geringem Umfang weiter fortgeführt.

Die Fokussierung im Konzern auf OLED-Technologie, auch auf TV-Displays in großen Größen, kann sich kurz- bis mittelfristig auch negativ auf die deutsche Vertriebsgesellschaft auswirken und wegen des hohen Anteils von LCD-Produkten am Gesamtumsatz zunächst zu Umsatzrückgängen führen.

Im Rahmen dieser Gesamtstrategie sollte LGD Germany jedoch im europäischen Markt weiterhin eine führende Rolle spielen. Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir trotz der weltweiten Wirtschaftsflaute und der weiterhin bestehenden politischen Anspannungen aufgrund verschiedener Konflike (Ukraine, Nahost, etc.) leicht höhere Umsatzerlöse als im Vorjahr in Höhe von etwa USD 1.172 Mio (EUR 1.078 Mio (bei einem durchschnittlichen US Dollar-Kurs von 0,92 USD/EUR)) und ein leicht geringeres Absatzvolumen von 6,7 Mio. Stück. Im Fall von wesentlichen Rückgängen der Umsatzerlöse muss das Ergebnis vor Steuern durch eine höhere Rohmarge erreicht werden. Das Jahresergebnis 2025 wird sich bei leicht höheren Umsätzen am Vertriebsvertrag der Gesellschaft orientieren, welcher ein Mindestergebnis vor Steuern von 0,1 % der Umsatzerlöse vorsieht.

Die wesentlichen strategischen Aufgaben und Ziele sind in 2025:

Konzentration auf die neuen Applikationen, wie Autodisplays und die OLED Technologie,

Verstärkung und Verbesserung des logistischen Services und schnelle Bearbeitung in der Qualitätssicherung,

Steigerung der High-End-Produkte am Gesamtumsatz,

Erhaltung der Marktführerschaft im TV-Bereich in Europa in Zusammenarbeit mit unseren strategischen Partnern,

Weitere Verbesserung der internen Systeme und Prozesse hin zu größerer Effizienz,

Stärkung der europäischen Organisation durch bessere Kommunikation und Training,

Fokussierung auf Kostenreduzierung und Kosteneffektivität.

Mit dieser Strategie und unseren langjährigen Erfahrungen werden wir versuchen in 2025 eine führende Position als OLED-Lieferant beizubehalten und weiter auszubauen. Insgesamt sind wir als Vertriebs- und Serviceunternehmen sehr stark abhängig von der strategischen Einbindung und den Entscheidungen unseres Mutterkonzerns sowie Entscheidungen der Großkunden hinsichtlich ihrer Produktionsstandorte.

 

Eschborn, 9. Mai 2025

Kyungho Song

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die LG Display Germany GmbH, Eschborn

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der LG Display Germany GmbH, Eschborn, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der LG Display Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 9. Mai 2025

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Henryk Zoller, Wirtschaftsprüfer

Andreas Kraus, Wirtschaftsprüfer

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