Stammdaten

Register
Amtsgericht Oldenburg HRB 2295
Vorher
Rabeneick GmbH
Eingetragen
4.8.1988
Branche
Großhandel mit Fahrrädern, E-Bikes, deren Teilen und ZubehörGroßhandel mit Krafträdern, Kraftradteilen und -zubehörTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Krafträdern, Kraftradteilen und -zubehör
Gegenstand
Der Großhandel und die Fertigung von Zweiradfahrzeugen aller Art sowie Teilen hiervon und ähnlichen Erzeugnissen; ferner Import und Export.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sven Elmers
seit 30.12.2020
Geschäftsführer
Michael Dr. Dorin
seit 10.1.2020
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert0.03% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Firma Kreidler Zweirad-GmbH
0.03%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Kreidler Zweirad-GmbH
Germany
0.03%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Cycle-Union GmbH

Oldenburg

Jahresabschluss zum 30. September 2020

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019/20

CYCLE UNION GMBH, OLDENBURG

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell des Unternehmens

Der Geschäftsbereich der cycle union GmbH ist der Vertrieb von Fahrrädern und E-Bikes/Pedelecs.

Die cycle union GmbH bündelt die Aktivitäten im Fachhandelsgeschäft der Marken ebm ebike-manufaktur, VSF fahrradmanufaktur, Kreidler, Rabeneick und SWYPE.

Für diese Markenprodukte werden Produktentwicklung, Einkauf, Produktion, Lagerung und alle Vertriebs-aktivitäten von der cycle union GmbH durchgeführt.

Die cycle union GmbH beschäftigte im Geschäftsjahr durchschnittlich 174 Mitarbeiter.

1.2 Strategie und Ziele

Die Strategie des Unternehmens ist die nachhaltige Positionierung des Markenportfolios innerhalb des europäischen Zweirad-Fachhandels.

Entsprechend dieser Strategien wurden diverse Ziele definiert:

- Wir investieren vermehrt in eigene Produktentwicklungen, um auf Basis unserer Stärken unsere Position auszubauen. Produktzyklen sollen mehrjährig ausgerichtet sein.

- Unserem Verständnis von "Made in Germany" folgend, ist Qualität das oberste Ziel für unsere Produkte.

- Verlässlichkeit und Integrität sind die obersten Prioritäten für die Zusammenarbeit aller Mitarbeiter. Dies wollen wir fördern.

Aus diesen Zielen werden im Führungskreis kontinuierlich Projekte definiert, die kurz-, mittel- und langfristig zur Erreichung der Ziele und Strategie beitragen.

1.3 Steuerungssystem und finanzielle Leistungsindikatoren

Die konsequente Ausrichtung der cycle union GmbH auf den Mehrwert für den Kunden spiegelt sich auch in unserem internen Steuerungssystem wider. Vorrangiges Ziel ist es, den Unternehmenswert durch die strategische Fokussierung auf den Kundenmehrwert nachhaltig zu steigern. Zur Planung, Steuerung und Kontrolle der Geschäftstätigkeiten setzt die cycle union GmbH daher wertorientierte Kennzahlen ein.

Im Mittelpunkt unserer operativen Steuerung stehen die entsprechenden Treiber, die unmittelbaren Einfluss auf die Wertschöpfung haben. Zur Steuerung des Unternehmens verwendet die Geschäftsführung im Wesentlichen Größen, die sich aus operativen Kennzahlen der bzw. Leistungsindikatoren Gewinn- und Verlustrechnung (Rohertrag beziehungsweise Deckungsbeitrag, EBITDA, EBIT, EBT) sowie aus den finanziellen Leistungsindikatoren Nettoverschuldung und Eigenkapitalquote ableiten. Die bedeutsamsten Kennzahlen für die Steuerung der cycle union GmbH sind insbesondere Rohertrag und EBIT. Weitere Erläuterungen sowie die Zusammensetzung der Kennziffern sind im Rahmen der Ertragslage bzw. der Finanzlage dargestellt.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen sowie Geschäftsverlauf

Die Weltwirtschaft wurde im Jahr 2020 vor allem durch die Corona-Pandemie geprägt. Für das Gesamtjahr erwartet die Bundesregierung einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von - 5,5 %, was den stärksten Wirtschaftseinbruch nach der Finanzkrise 2008/2009 darstellt. Die Fahrradbranche litt, wie die Gesamtwirtschaft, im Frühjahr unter einer mehrwöchigen Unterbrechung der Lieferkette, was zu Produktionsstillständen und einer temporär stark rückläufigen Auslieferung von fertigen Fahrzeugen geführt hat. Die Nachfrage nach E-Bikes wurde durch Covid-19 nicht eingeschränkt, nach Ende des Lockdowns stieg diese sogar massiv an. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) einen Gesamtverkauf einen 1,6 Millionen E-Bikes, was eine Steigerung von 17,6 % gegenüber 2019 bedeutet. Auch waren die Vertriebs-wege Onlinehandel und Verbrauchermärkte von den Corona-bedingten Einschränkungen nicht wesentlich betroffen.

Unbestritten ist das Zweirad, insbesondere in Europa das E-Bike, auf dem Weltmarkt ein zunehmend anerkanntes Mobilitätskonzept, welches oftmals Bindeglied zwischen ÖPNV und Bestimmungsort ist oder in urbanen Zentren die Nahmobilität zunehmend dominiert. Auch in aufstrebenden Marktwirtschaften wird das Zweirad zu einem beliebten Freizeitgerät.

Die sich verändernde Wettersituation bringt Unsicherheiten mit sich, im Jahr 2020 war aber der Sommer ein positiver Treiber für den Zweiradmarkt. Der ungebrochene E-Bike-Boom führte zu einem Verkauf von rund 67.207 E-Bikes durch die cycle union GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr. Preislagen, Anwenderfelder und E-Bike-Produkte diversifizieren sich zunehmend.

Auch im Jahr 2020 sind die Grenzen in den vertikalen Handelsstrukturen spürbar aufgeweicht worden. Die Verzahnung von stationärem und Online-Handel ist eine der wichtigsten Herausforderungen der Zweirad-Branche, auch in der Zukunft. Aufgrund der Anbieterstrukturen und der heterogenen Händlerstruktur sind unterschiedlichste Strategien am Markt zu finden. Insgesamt befindet sich vor allem der Fachhandel in einem rapiden Marktumbruch, der für die cycle union GmbH Investitionen in neue Vermarktungskonzepte, aber auch erhöhte Bindung der bestehenden Kundenbeziehungen nötig macht. Der Umgang mit dem digitalen Wandel ist daher Teil unserer Strategie, sowohl intern wie auch extern mit Geschäftspartnern.

Auf dem internationalen Dispositionsmarkt ist die Verunsicherung spürbar, wenn Themen wie Importzölle oder politisch motivierte und veränderte Handelsabkommen die Investitionsentscheidungen von Zulieferern wesentlich beeinflussen. Größte Herausforderung in der Saison 2020 waren jedoch branchenweit Lieferprobleme der asiatischen Zulieferer, sodass Corona-bedingt in regionalen Lockdown-Situationen die Produktion nicht durchgehend sichergestellt werden konnte. Auch die Logistikketten waren aufgrund der Pandemie nicht durchgehend intakt und verursachten ungeplant erhöhte Kosten und führten in Kombination mit den resultierenden Lieferverspätungen oder gar -ausfällen zu Umsatzeinbußen.

Die US-Dollar-Bedarfe wurden, wie in den Vorjahren, frühzeitig und ausreichend gesichert, um eine stabile Kalkulationsbasis zu schaffen. Die Sicherung der US-Dollar-Bedarfe erfolgt über Devisentermingeschäfte. Es ist sichergestellt, dass das US-Dollar-Einkaufsvolumen höher ist als die abgeschlossenen Devisentermingeschäfte, so dass, falls erforderlich, über den Nachweis von Bewertungseinheiten die Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste unterbleibt. Diese werden nicht direkt von der cycle union GmbH abgeschlossen, sondern über die Schwestergesellschaft Prophete GmbH & Co. KG.

Die gesteckten Ziele der cycle union GmbH-Gruppe konnten ergebnisorientiert erreicht werden und den positiven Trend zum Vorjahr bestätigen. Qualitative und strukturelle Ziele wurden durch oben genannte Projekte erreicht und werden im Jahr 2021 weitere positive Auswirkungen haben.

Aufgrund der positiven Marktsituation für E-Bikes, Fahrräder und Fahrradzubehör konnte die im Vorjahresbericht prognostizierte Entwicklung bei Umsatz und Ertrag übertroffen werden.

Die Geschäftsführung beurteilt den Verlauf des Geschäftsjahres 2019/2020 unter Berücksichtigung der Corona-bedingten Einschränkungen als gut.

2.2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Es wurde bei der cycle union GmbH im Geschäftsjahr 2019/20 ein im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr deutlich höherer Umsatz in Höhe von EUR 66,8 Mio. erzielt (Geschäftsjahr 2018/19: EUR 56,4 Mio.). Der Bestand an fertigen Erzeugnissen hat sich um EUR 1,0 Mio. erhöht (Vorjahr: Reduktion um EUR - 0,5 Mio.). Die Umsatzsteigerung von + 18,4 % ist im Wesentlichen auf gestiegene Umsätze mit E-Bikes zurückzuführen.

Der Rohertrag konnte im Berichtszeitraum von EUR 8,0 Mio. (Geschäftsjahr 2018/19) um EUR + 2,7 Mio. auf EUR 10,7 Mio. gesteigert werden. Die Rohertragsquote stieg im Vergleich zum Vorjahr von 13,9 % auf 15,6 %. Diese Steigerung wurde zum einen durch Preisanpassungen erreicht, welche aufgrund des attraktiven Produktportfolios und der hohen Nachfrage am Markt durchgesetzt werden konnten. Weiterhin wurden Qualitäts- und Lieferproblemen mit Lieferanten behoben. Durch eine dedizierte Qualitätssicherung wurde die Qualität insgesamt erhöht, um so die Notwendigkeit kostspieliger Nachbesserungen aufgrund von Qualitätsmängeln zu reduzieren. Gegenläufig wirkte der Verkauf von Altbeständen mit fehleranfälligen Continental-Antrieben aus Vorjahresproduktionen negativ auf den Rohertrag, da diese E-Bikes weitestgehend mit stark eingeschränkten Garantieverpflichtungen veräußert wurden.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) konnte im Geschäftsjahr 2019/20 um EUR + 3,4 Mio. auf EUR - 5,9 Mio. gesteigert werden (Vorjahr: EUR - 9,3 Mio.). Durch die Neueinstellungen stiegen die Personalkosten um EUR + 0,3 Mio., bedingt durch Lohnerhöhungen und Investitionen in wichtige Schlüsselfunktionen mit dem Zweck, den Turnaround dauerhaft erfolgreich zu gestalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um EUR+ 0,8 Mio., bedingt durch höhere Fracht- und Logistikkosten aufgrund des gestiegenen Umsatzes sowie restrukturierungsbedingte Rechts- und Beratungskosten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten außergewöhnliche Aufwendungen von rd. EUR 1,5 Mio, die im Zusammenhang mit Reorganisations- und Finanzierungsmaßnahmen entstanden sind. Die Geschäftsführung erwartet im kommenden Geschäftsjahr einen Rückgang der Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten aufgrund der erfolgreich verlaufenden Restrukturierung.

Im Geschäftsjahr 2019/20 erzielte das Unternehmen ein EBITDA von EUR - 4,1 Mio. (Vorjahr: EUR - 7,9 Mio.):

2019/2020
TEUR
2018/2019
TEUR
Gesamtleistung 68.425 57.175
EBITDA - 4.118 - 7.933
EBITDA-Marge % - 6,0% - 14,2 %
AfA - 757 - 719
EBIT - 4.875 - 8.653
Finanzergebnis - 1.015 - 602
EBT - 5.890 - 9.256

Die Bilanzsumme zum 30. September 2020 liegt mit EUR 44,2 Mio. über dem Niveau von 2018/19 (EUR 35,0 Mio.). Die gestiegene Bilanzsumme ist auf der Aktivseite im Wesentlichen auf die im Vergleich zum Vorjahr höheren Vorräte zurückzuführen. Auf der Passivseite der Bilanz sind im Wesentlichen die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr auf EUR 18,2 Mio. (EUR +12,8 Mio. im Vergleich zum Vorjahr) gestiegen. Gegenläufig wirkte sich auf der Passivseite die Reduktion der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten i. H. v. EUR - 3,8 Mio. und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen i. H. v. EUR - 1,7 Mio. aus.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen bei EUR 6,0 Mio. im Geschäftsjahr 2019/20 (Vorjahr: EUR 7,3 Mio.).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen bei EUR 3,7 Mio.im Geschäftsjahr 2019/20 (Vorjahr: EUR 5,5 Mio.).

Die Nettoverschuldung beträgt zum 30. September 2020 EUR 17,2 Mio. (Vorjahr: EUR 19,4 Mio.) und berechnet sich wie folgt:

30.9.2020
TEUR
30.9.2019
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 17.646 21.508
Kassenbestand, Bankguthaben 410 2.143
Nettoverschuldung 17.236 19.365

Mit den im Jahr 2019/20 bestehenden Finanzschulden von EUR 17,6 Mio. wurde ein Verhältnis von Finanzschulden zur Bilanzsumme von 39,9 % erreicht (Vorjahr: 61,4 %).

Hinsichtlich der Gesellschafterverhältnisse gab es Veränderungen durch die Rechtsnachfolge des verstorbenen Gesellschafters Matthias Prophete durch seinen Sohn Moritz Prophete.

Die Gesellschaft weist in ihrer Bilanz einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von EUR 10,9 Mio. aus. Dem gegenüber stehen EUR 14,3 Mio. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen, wobei es sich um die Prophete GmbH & Co. KG in Rheda-Wiedenbrück handelt. Die Unternehmensgruppe Prophete/cycle union befindet sich in einer gemeinsamen Restrukturierung mit einer Finanzierungszusage der Gesellschafter und der beteiligten Banken bis zum 30.09.2022. Das gesamtheitliche Eigenkapital der Unternehmensgruppe Prophete/cycle union übersteigt den ausgewiesenen Fehlbetrag. Vor dem Hintergrund des sehr positiven Marktumfelds und des langfristigen Trends zur Steigerung des E-Bike-Verkaufs wird die Gesellschaft ab dem Geschäftsjahr 2021/22 nachhaltig signifikant positive Jahresüberschüsse erwirtschaften und so die Überschuldung mindestens mittelfristig, wenn nicht bereits im übernächsten Geschäftsjahr, beseitigen.

Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr signifikante Fortschritte bei der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage erzielt. Diese positive Trend soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden, mit den Schwerpunkten auf der Optimierung des Working Capitals sowie der konsequenten Fortsetzung der Turnaround-Projekte, die auf die Umsatzqualität (Rohertragsmarge) und auf die Produktivität abzielen.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Die finanzielle Lage der cycle union GmbH hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr verbessert. Die im Turnaround definierten Zwischenziele wurden für das Geschäftsjahr 2019/20 trotz der Auswirkungen der Corona-Krise erreicht, wobei auch im letzten Jahr ein planmäßiger Verlust erzielt wurde.

Durch die Unterbrechung der Lieferkette während der Hauptsaison im Frühjahr 2020 war die cycle union GmbH von einem mehrwöchigen Produktions- und Lieferstopp betroffen. Die während des Lockdowns ausgefallenen Umsätze konnten nach dem Wiederöffnen des Fachhandels in kurzer Frist wieder aufgeholt werden. Aufgrund des Nachfrage-Booms nach hochwertigen Fahrrädern und E-Bikes konnten die Umsatzziele des Geschäftsjahres 2019/20 deutlich übertroffen werden. Zugleich zeigten die von der Geschäftsführung getroffenen Maßnahmen (Verschlankung des Produktportfolios, Verlängerung des Produktlebenszyklus', Reduktion von Komplexität, Optimierung der Produktionssteuerung und Erhöhung der Qualität, Aufbau Führungspersonal in Produktion, Einkauf und Logistik, Überarbeitung und Stärkung der Prozess- und ITLandschaft) gute Ergebnisse, die in großen Teilen erst in 2021 und 2022 ihre volle Wirkung entfalten. Zudem wurde die Geschäftsführung mit geschäftsmodelladäquater Expertise neu geordnet.

Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch einen Abverkauf von Altware, insbesondere von Modellen mit Continental-Antrieben. Die Abverkaufsmaßnahmen des Geschäftsjahres 2019/20 haben sich zwar negativ auf Rohertrag und Ergebnis ausgewirkt, führten jedoch zu einer Bereinigung des Lagers und einer Verbesserung des Working Capitals. Die Reorganisation der Markenbetreuung im Außendienst hat den Vertrieb verbessert und insgesamt die Potentiale erhöht.

Vor diesem Hintergrund haben Gesellschafter und Finanzierungspartner für die kommenden Jahre eine Finanzierungszusage gegeben. Die resultierende finanzielle Sicherheit bietet eine exzellente Basis, die Weiterentwicklung der cycle union GmbH Schritt für Schritt voranzutreiben, was sich bereits jetzt in einer deutlichen Erholung der Ergebnisse widerspiegelt.

Für die cycle union GmbH sehen wir die Chance, auf Basis der neuen Maßnahmen einen Wettbewerbsvorteil zu generieren. Dies gilt vor allem gegenüber Wettbewerbern mit Konzern-Strukturen, die nicht die mittelständische Schnelligkeit und Anpassungsfähigkeit mitbringen. Die entscheidenden Voraussetzungen wurden geschaffen, mit einem neuen Führungsteam Prozesse, Abläufe und IT-Systeme Schritt für Schritt auf ein exzellentes Niveau zu bringen. Im Team mit den Handelspartnern wird die cycle union GmbH die Chancen ergreifen, welches das sehr gute Marktumfeld derzeit bietet.

Die Aussichten für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft bleiben sehr unsicher. Das Jahr 2020 stand klar im Zeichen der Corona-Krise. Für das Jahr 2021 besteht Hoffnung hinsichtlich einer erfolgreichen Impfkampagne. Bis jedoch eine ausreichende Anzahl an Menschen immunisiert ist, sind noch für einen unbestimmten Zeitraum deutliche Einschränkungen aufgrund der Infektionslage zu erwarten. Insgesamt erwartet die Bundesregierung einen Anstieg des Bruttoinlandprodukts um 4,4 %. Die Fahrradbranche wird aufgrund des langfristigen Trends zum E-Bike und des grundsätzlich geänderten Mobilitätsverhaltens überproportional wachsen, was sich positiv auf die Prophete-Gruppe auswirken wird.

Weiterhin können politische Unsicherheiten wie die Auswirkungen des Brexits oder auch unter einem neuen US-Präsidenten nicht zu lösende Zollstreitigkeiten zwischen den großen Handelsblöcken Auswirkungen auf Währungen und Wirtschaftsdaten haben. Aus diesem Grund treffen wir frühzeitig absichernde Maßnahmen in unserer Finanzierungs-, Wechselkurssicherungs- und Beschaffungspolitik.

Die aktuell volatilen Währungsrisiken veranlassen uns zu noch früheren und absichernden Maßnahmen in der Finanzierungs- und Lagerpolitik.

Die Export-Aktivitäten sind im Ergebnis hinter den Erwartungen geblieben. Der für Deutschland spürbare Umbruch im Handel führt dazu, dass wir unsere Exportstrategie anpassen und individueller pro Land gestalten.

Vor allem E-Bikes aus deutschen und europäischen Produktionen sind aktuell und zukünftig gefragt. Der von der europäischen Kommission ausgesprochene Anti-Dumping-Zoll auf E-Bike-Importe aus China bieten der cycle union GmbH als europäischem Produzenten gute Chancen.

Die Lieferkette der Prophete-Gruppe war ab März 2020 massiv beeinträchtigt, was zu Produktionsunterbrechungen während der Hauptsaison des Geschäftsjahres 2019/20 geführt hat. Im Zuge der Verschärfung der Corona-Krise war die cycle union GmbH von der vollständigen Schließung des Fachhandels betroffen. Nach Beendigung des Lockdowns konnte ein regelrechter Ansturm auf Fahrrad-Fachhandelsgeschäfte verzeichnet werden, da das Fahrrad unter Corona-Bedingungen eine sichere und gesundheitsförderliche Alternative zum ÖPNV darstellt. In Anbetracht von vielfach stark eingeschränkten Reisemöglichkeiten haben viele Konsumenten in einem besonderen Maße das Fahrrad als Möglichkeit der Urlaubs- und Freizeitgestaltung entdeckt, nicht zuletzt gefördert durch gutes Wetter bis weit in den Herbst hinein.

Bereits am 29.01.2020 hat die Geschäftsführung eine Task Force zur Abwendung der Folgen der Corona-Krise ins Leben gerufen. Mit dem erarbeiteten Konzept konnten Finanzpartner, Gesellschafter und die Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachen von der Zukunftsfähigkeit der Gruppe überzeugt werden. So hat die Gesellschaft im Mai 2020 (Land Nordrhein-Westfalen) bzw. Juni 2020 (Land Niedersachsen) einen positiven Bescheid aufgrund der Beantragung einer Landesbürgschaft erhalten. Dank dieser Bürgschaft haben auch die Banken ihre Bereitschaft erklärt, dem Unternehmen weiterhin einen ausreichenden Finanzierungsrahmen bis mindestens September 2022 zu gewähren. Somit ist die Finanzierung gesichert und die Fortführung des Unternehmens gewährleistet.

Gleichwohl verbleiben aus der aktuell unsicheren Corona-Situation gewisse Risiken, die nicht ausgeschlossen werden können. Finanzwirtschaftliche Risiken mit bedeutsamer Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft bestehen im Falle einer Erfüllung eines vertraglichen Kündigungsgrundes der Finanzierungsverträge, zu denen unter anderem die Nichteinhaltung der definierten Covenants zählt. Bei einer Kündigung durch die Finanzierer ist die Finanzierung sofort fällig und rückzahlbar. Daher ist die Erreichung der Unternehmensplanung erforderlich, um die Covenants und den Schuldendienst aus den Finanzierungen einhalten zu können. Gemäß des zweiten Nachtrags zur Sanierungsvereinbarung vom 31.07.2020 ist die Überprüfung der Covenants bis zum 30.09.2020 ausgesetzt und soll zum 31.12.2020 wieder aufgenommen werden. Die neuen Covenants leiten sich aus der Planung für das Budget 2020/21 sowie die beiden Folgejahre ab, welche im Januar 2021 mit den Banken abgestimmt wird.

Auf Basis der Saison 2020 und der Vororder für 2021 wird der Ausblick auf 2021 positiv bewertet. Einschränkungen in dieser Bewertung können sich aufgrund der nicht abschließend als sicher zu bezeichnenden Belieferungssituation durch die in erster Linie asiatischen Zulieferer ergeben. Insgesamt erlebt die Branche einen bislang nicht erlebten Boom, was zu Verwerfungen auf dem Beschaffungsmarkt führt. In vielen Ländern ist ein Trend zum Fahrrad und E-Bike erkennbar - nicht zuletzt aufgrund der Pandemie - was gravierende Auswirkungen auf die pünktliche Verfügbarkeit von Komponenten hat. So erhöhen sich die Vorlaufzeiten bei einzelnen Lieferanten auf bis zu 18 Monate. Die Geschäftsführung hat Gegenmaßnahmen getroffen, indem die Vorlaufzeiten für Bestellungen ebenfalls deutlich erhöht worden sind. Es bleibt aber ein Risiko, ob tatsächlich alle Komponenten rechtzeitig beschafft werden können, um die Wachstumsziele zu erreichen.

Aufgrund der unklaren Entwicklung der Corona-Krise ist eine konkrete Angabe von Prognosen für das Geschäftsjahr 2020/21 nur schwer möglich. Die Geschäftsführung geht allerdings auf Basis von aktuellen Erkenntnissen von einem Umsatzwachstum um etwa 5 % sowie einem gegenüber dem Vorjahr positiven operativen Ergebnis von etwa EUR 0,5 Mio. aus, wodurch sich die oben genannten finanziellen Leistungsindikatoren weiter verbessern werden.

 

Oldenburg, den 15. Januar 2021

Die Geschäftsführung

BILANZ ZUM 30. SEPTEMBER 2020

CYCLE UNION GMBH, OLDENBURG

AKTIVA

30.9.2020
EUR
30.9.2019
TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 3.836.387,58 3.886
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.394.061,86 1.012
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 120.312,50 55
2. geleistete Anzahlungen 1.273.749,36 957
II. Sachanlagen 2.439.261,72 2.871
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.074,00 5
2. technische Anlagen und Maschinen 1.404.741,00 1.527
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 990.855,01 1.224
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 39.591,71 115
III. Finanzanlagen 3.064,00 3
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1,00 0
2. Beteiligungen 2.563,00 3
3. Genossenschaftsanteile 500,00 0
B. UMLAUFVERMÖGEN 29.292.025,58 26.017
I. Vorräte 21.384.992,05 14.144
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 14.552.115,53 9.314
2. fertige Erzeugnisse und Waren 5.875.992,92 4.830
3. geleistete Anzahlungen 956.883,60 0
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 7.497.487,39 9.730
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.014.710,06 7.268
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 315.676,68 977
3. sonstige Vermögensgegenstände 1.167.100,65 1.485
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 409.546,14 2.143
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 46.498,31 41
D. NICHT DURCH EIGENKAPITAL GEDECKTER FEHLBETRAG 10.955.831,50 5.058
44.130.742,97 35.002

PASSIVA

30.9.2020
EUR
30.9.2019
TEUR
A. EIGENKAPITAL 0,00 0
I. Gezeichnetes Kapital 895.000,00 895
II. Kapitalrücklage 1.099.277,55 1.099
III. Bilanzverlust -12.950.109,05 -7.052
IV. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 10.955.831,50 5.058
B. RÜCKSTELLUNGEN 3.303.698,87 2.007
1. Steuerrückstellungen 150.000,00 335
2. sonstige Rückstellungen 3.153.698,87 1.672
C. VERBINDLICHKEITEN 40.827.044,10 32.995
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 17.646.331,66 21.508
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 10.646.331,66 (Vorjahr: TEUR 18.874)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren: EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.783.072,90 5.512
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 3.783.072,90 (Vorjahr: TEUR 5.512)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.827.349,28 3.544
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 3.827.349,28 (Vorjahr: TEUR 3.544)
4. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehende Unternehmen 14.369.458,08 1.859
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 14.369.458,08 (Vorjahr: TEUR 1.859)
5. sonstige Verbindlichkeiten 1.200.832,18 572
- davon aus Steuern: EUR 408.034,43 (Vorjahr: TEUR 385)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 3.403,17 (Vorjahr: TEUR 9)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 1.119.987,64 (Vorjahr: TEUR 572)
44.130.742,97 35.002

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019/20

2019/20
EUR
2018/19
TEUR
1. Umsatzerlöse 66.898.598,36 56.492
2. Erhöhung (i.Vj. Verminderung) des Bestands an fertigen Erzeugnissen 1.045.513,03 -483
3. sonstige betriebliche Erträge 269.263,86 684
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 267)
4. Materialaufwand -57.507.010,24 -50.751
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -56.284.097,39 -48.606
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.222.912,85 -2.145
5. Personalaufwand -7.271.331,79 -7.029
a) Löhne und Gehälter -6.270.678,08 -6.058
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.000.653,71 -971
6. Abschreibungen -939.668,74 -719
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -756.668,74 -719
b) Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten -183.000,00 0
7. sonstige betriebliche Aufwendungen -7.370.060,80 -6.847
8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 9.247,81 17
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.024.715,49 -620
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.083,45 -155
11. Ergebnis nach Steuern -5.891.247,45 -9.411
12. sonstige Steuern -6.633,00 -7
13. Jahresfehlbetrag -5.897.880,45 -9.418
14. Verlustvortrag (i.Vj. Gewinnvortrag) aus dem Vorjahr -7.052.228,60 2.366
15. Bilanzverlust -12.950.109,05 -7.052

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019/20

CYCLE UNION GMBH, OLDENBURG

A. Anlagenspiegel

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
1.10.2019
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
30.9.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 517.106,27 45.223,50 67.681,95 0,00 630.011,72
2. geleistete Anzahlungen 957.027,30 384.404,01 -67.681,95 0,00 1.273.749,36
1.474.133,57 429.627,51 0,00 0,00 1.903.761,08
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.851,53 0,00 0,00 0,00 5.851,53
2. technische Anlagen und Maschinen 3.534.725,82 0,00 73.636,41 12.315,64 3.596.046,59
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.984.145,55 315.395,92 2.075,46 127.619,66 4.173.997,27
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 115.303,58 0,00 -75.711,87 0,00 39.591,71
7.640.026,48 315.395,92 0,00 139.935,30 7.815.487,10
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 0,00 0,00 0,00 25.000,00
2. Beteiligungen 2.563,00 0,00 0,00 0,00 2.563,00
3. Genossenschaftsanteile 500,00 0,00 0,00 0,00 500,00
28.063,00 0,00 0,00 0,00 28.063,00
9.142.223,05 745.023,43 0,00 139.935,30 9.747.311,18
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN
1.10.2019
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
30.9.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 462.326,77 47.372,45 0,00 509.699,22
2. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
462.326,77 47.372,45 0,00 509.699,22
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.193,53 584,00 0,00 1.777,53
2. technische Anlagen und Maschinen 2.008.000,32 194.286,41 10.981,14 2.191.305,59
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.759.991,04 514.425,88 91.274,66 3.183.142,26
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
4.769.184,89 709.296,29 102.255,80 5.376.225,38
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 24.999,00 0,00 0,00 24.999,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Genossenschaftsanteile 0,00 0,00 0,00 0,00
24.999,00 0,00 0,00 24.999,00
5.256.510,66 756.668,74 102.255,80 5.910.923,60
NETTOBUCHWERTE
30.9.2020
EUR
30.9.2019
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 120.312,50 54.779,50
2. geleistete Anzahlungen 1.273.749,36 957.027,30
1.394.061,86 1.011.806,80
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.074,00 4.658,00
2. technische Anlagen und Maschinen 1.404.741,00 1.526.725,50
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 990.855,01 1.224.154,51
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 39.591,71 115.303,58
2.439.261,72 2.870.841,59
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1,00 1,00
2. Beteiligungen 2.563,00 2.563,00
3. Genossenschaftsanteile 500,00 500,00
3.064,00 3.064,00
3.836.387,58 3.885.712,39

B. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Oldenburg und wird beim Amtsgericht Oldenburg im Handelsregister, Abteilung B, unter der Nummer HRB 2295 geführt.

Die cycle union GmbH weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer großen Kapitalgesellschaft gem. § 267 Abs. 3 HGB auf.

Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Die Gesellschaft wendet bei der Gliederung der Bilanz die für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften der §§ 266 ff. HGB an.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde im Berichtsjahr nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 HGB aufgestellt.

Das Bilanzgliederungsschema gemäß § 266 HGB wurde gemäß § 265 Abs. 5 HGB um die Posten "Genossenschaftsanteile" und "Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen" erweitert.

C. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen wurden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, bewertet.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bilanziert, oder zum niedrigeren beizulegenden Wert und die Ausleihungen zum Nennwert bilanziert.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren werden mit den Einstandskosten oder zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Das strenge Niederstwertprinzip wird durch Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert zum Stichtag beachtet.

Fertige Erzeugnisse werden mit den aktivierungspflichtigen Herstellungskosten aktiviert. Dabei werden neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten, Fertigungsgemeinkosten und der Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Herstellung der Erzeugnisse veranlasst ist, einbezogen. Weitere Kosten werden nicht einbezogen.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden mit den Nennwerten angesetzt. Zur Berücksichtigung erkennbarer Einzelrisiken wurden Einzelwertberichtigungen gebildet. Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos wurde eine Pauschalwertberichtigung gebildet.

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung sind zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet worden.

Die Bewertung der Kassenbestände sowie der Salden bei Kreditinstituten erfolgt zum Nennwert.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurden gebildet für Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die erst nach dem Bilanzstichtag aufwandswirksam werden. Die Auflösung erfolgt periodengerecht über die entsprechenden Aufwandskonten.

Die Rückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrages bemessen, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen Rechnung trägt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

D. Angaben zur Bilanz

Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens wird im Einzelnen im Anlagenspiegel (Anlage 1, Blatt 3) dargestellt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Unter den sonstigen Vermögensgegenständen wird ein Sperrkonto der Factoringgesellschaft in Höhe von TEUR 476 (Vorjahr: TEUR 486) ausgewiesen; im Vorjahresabschluss erfolgte der Ausweis unter Guthaben bei Kreditinstituten.

Die Gesellschaft weist in ihrer Bilanz einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von EUR 10,9 Mio aus. Dem gegenüber stehen EUR 14,3 Mio Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen, wobei es sich um die Prophete GmbH & Co. KG in Rheda-Wiedenbrück handelt. Die Unternehmensgruppe Prophete/cycle union befindet sich in einer gemeinsamen Restrukturierung mit einer Finanzierungszusage der Gesellschafter und der beteiligten Banken bis zum 30.09.2022. Das gesamtheitliche Eigenkapital der Unternehmensgruppe Prophete/cycle union übersteigt den ausgewiesenen Fehlbetrag. Vor dem Hintergrund des sehr positiven Marktumfelds und des langfristigen Trends zur Steigerung des E-Bike-Verkaufs wird die Gesellschaft ab dem Geschäftsjahr 2021/22 nachhaltig signifikant positive Jahresüberschüsse erwirtschaften und so die Überschuldung mindestens mittelfristig, wenn nicht bereits im übernächsten Geschäftsjahr, beseitigen.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Personalverpflichtungen, Gewährleistungen, Kundenboni, Rechts- und Beratungskosten, Haftungsrisiken, Rechtsstreitigkeiten, sowie ausstehende Rechnungen.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich vor allem um kurz- und mittelfristige Darlehen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch die Sicherungsübereignung des Warenlagers, die Globalabtretung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Abtretung von Schutzrechten besichert.

Als Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden Verpflichtungen gegenüber Lieferanten bilanziert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von EUR 3.615.602,38 (Vorjahr: EUR 3.544.487,93).

Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen betreffen die Prophete GmbH & Co. KG. Im Vorjahr erfolgte der Ausweis unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die Vorjahreswerte in der Bilanz wurden entsprechend angepasst.

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten wurden im Wesentlichen Verpflichtungen aus dem Lohn- und Gehaltsbereich und Steuern ausgewiesen.

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten werden lt. Bilanz ausgewiesen.

Passivierungspflichtige latente Steuern wurden mit aktiven latenten Steuern saldiert. Ein Ausweis von latenten Steuern ist gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB unterblieben.

E. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse entfallen fast vollständig auf die Herstellung, den Vertrieb und den Handel mit Zweirädern und Ersatzteilen sowie Grundstückserträgen. Von den Umsatzerlösen entfallen EUR 0,6 Mio. auf das Ausland.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 269) und darüber hinaus periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 268 (Vorjahr: TEUR 154) aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen enthalten.

Im Geschäftsjahr ergab sich eine außerordentliche Abschreibung in Höhe von TEUR 183 auf geleistete Anzahlungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen im Sinne des § 285 Nr. 31 HGB in Höhe von rd. EUR 1,5 Mio, die im Zusammenhang mit Reorganisations- und Finanzierungsmaßnahmen entstanden sind.

Das Ergebnis aus der Auf- und Abzinsung der Rückstellung für Gewährleistung ist in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0,5) in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten.

F. Sonstige Angaben

1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zukünftige sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mietverträgen bestehen in Höhe von TEUR 939. Davon entfallen TEUR 752 auf das Geschäftsjahr 2020/21 und TEUR 187 auf das Geschäftsjahr 2021/22.

2. Honorar des Abschlussprüfers

Das als Aufwand berücksichtigte Honorar für Abschlussprüfungsleistungen betrug TEUR 23 sowie für Steuerberatungsleistungen TEUR 6.

3. Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft haftet gesamtschuldnerisch gemäß wechselseitiger Haftungserklärung für sämtliche bestehenden und zukünftigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten der Prophete-SI- und cycle union-Gruppe bis zur Höhe der jeweils jährlich eingeräumten Kreditlinien. Hierfür haften auch die von der Gesellschaft gestellten Sicherheiten (Sicherungsübereignung des Warenlagers, die Globalabtretung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Abtretung bzw. Verpfändung von Schutzrechten). Diese Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag insgesamt EUR 30,4 Mio. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus diesen Haftungsverhältnissen wird als gering eingeschätzt, da durch Vereinbarung mit den Kreditinstituten die Finanzierungsmittel gewährleistet sind und die Prognosen die wirtschaftliche Situation der Unternehmen positiv einschätzen.

4. Beteiligungsbesitz

Die Gesellschaft hält zum Bilanzstichtag 100 % der Anteile an der Cycle Unie Benelux b.v., Drachten-Niederlande. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag des Tochterunternehmens betrug zum 30.09.2019 TEUR 2.085; der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2018/2019 betrug TEUR 443. Der Jahresabschluss zum 30.09.2020 lag bei Erstellung dieses Jahresabschlusses noch nicht vor.

5. Außerbilanzielle Geschäfte

Mit einer Factoringbank ist ein Factoringvertrag über den Verkauf von Forderungen (echtes Factoring) zum Zwecke der Optimierung der Liquiditätsplanung geschlossen worden. Die Gesellschaft hat den Vorteil, dass die Factoringbank das Delkredererisiko (Ausfallrisiko) übernommen hat. Die Gesellschaft trägt für die verkauften Forderungen weiterhin das Risiko des Nichtbestehens. Die finanzielle Auswirkung des Factorings ist ein positiver Effekt auf die Liquiditätslage des Unternehmens, welcher zum Bilanzstichtag 30.09.2020 TEUR 5.681 (Vorjahr: TEUR 3.815) beträgt.

6. Ergebnisverwendung

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 5.897.880,45 wird auf neue Rechnung vorgetragen.

7. Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr vom 1.10.2019 bis 30.09.2020 durchschnittlich 174 (Vorjahr: 175) Arbeitnehmer, davon 64 (Vorjahr: 66) kaufmännische Angestellte, 88 (Vorjahr: 85) gewerbliche Arbeitnehmer und 22 (Vorjahr: 24) Auszubildende.

8. Beirat

Die Gesellschaft hat einen Beirat, der sich wie folgt zusammensetzt:

- Herr Michael Lanik, Kaufmann (seit 26.11.2019)

- Herr Oliver F. Gosemann, Berater (seit 26.11.2019)

- Herr Dr. Jens Eric Gotthardt, Rechtsanwalt und Steuerberater (seit 26.11.2019)

- Herr Rudolf Menningen, Unternehmensberater und Interim Manager (vom 26.11.2019 bis 30.06.2020)

- Frau Severine Lönne, Kauffrau (vom 26.11.2019 bis 30.06.2020)

Auf die Angabe der Bezüge wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

9. Geschäftsführung

Die Geschäftsführung erfolgte durch die alleinvertretungsberechtigten und von den Beschränkungen des §181 BGB befreiten Geschäftsführer:

- Herr Felix Schwabedal, CEO (HR-Eintragung vom 15.11.2019)

- Herr Michael Dorin, CFO (HR-Eintragung vom 10.01.2020)

- Herr Frank Aeschbacher, CSO/CMO (HR-Eintragung vom 12.10.2020)

Ausgeschiedene Geschäftsführer:

- Frau Severine Lönne, Kauffrau (HR-Eintragung vom 15.11.2019)

- Herr Eberhard Dörr, Kaufmann (HR-Eintragung vom 07.02.2020)

Die Angaben der Gesamtbezüge unterbleiben gemäß § 286 Abs. 4 HGB.

10. Nachtragsbericht gemäß § 285 Nr. 33 HGB

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag, über die zu berichten wäre, liegen nicht vor.

 

Oldenburg, den 15. Januar 2021

cycle union GmbH

gez. Felix Schwabedal

gez. Michael Dorin

gez. Frank Aeschbacher

Hinweis zur Feststellung des Jahresabschlusses nach § 328 Abs. 1a Satz 1 HGB: Der Jahresabschluss der cycle union GmbH, Oldenburg wurde in der Gesellschafterversammlung vom 19. 1.2021 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die cycle union GmbH, Oldenburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der cycle union GmbH, Oldenburg, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der cycle union GmbH, Oldenburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bielefeld, den 15. Januar 2021

Dr. Stückmann und Partner mbB
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Kastrup, Wirtschaftsprüfer

gez. Schröder, Wirtschaftsprüfer

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