Stammdaten

Register
Amtsgericht Coburg HRB 4461
Vorher
Pyrrha Vierundzwangzigste Vermögensverwaltungs-GmbHPiezo GmbHJohnson Matthey Piezo Products GmbH
Eingetragen
28.3.2008
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Gegenstand geändert, nun: Entwicklung, Konstruktion, Produktion und Vermarktung von Bauteilen basierend auf technischer Keramik. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die geeignet erscheinen, dem Gegenstand des Unternehmens zu dienen. Sie kann zu diesem Zweck auch andere Unternehmen gründen, erwerben oder sich an ihnen beteiligen. Sie kann Unternehmen, an denen sie mehrheitlich beteiligt ist, unter ihrer Leitung zusammenfassen oder sich auf die Ver-waltung der Beteiligung beschränken. Die Gesellschaft kann gegenüber ihren direkten Mutter-, Tochterund Schwesterunternehmen Gelddarlehen und Akzeptkredite gewähren sowie Bürgschaften, Garantien und sonstige Gewährleistungen übernehmen. Die Gesellschaft kann ferner die Verwaltung ihrer Finanzen teilweise oder vollständig auf ein direktes oder indirektes Mutterund/oder Schwesterunternehmen übertragen. Der Gesellschaftszweck kann auch durch die Errichtung, den Erwerb und die Unterhaltung von Niederlassungen und Betrieben im In- und Ausland sowie durch Beteiligungen aller Art verfolgt werden. Die Gesellschaft ist berechtigt, Unternehmensverträge aller Art abzuschließen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Carsten Eberhard Unger
seit 15.12.2025
Prokura
Marcus Grödl
seit 26.3.2025
Prokura
Tobias Furmanowski
seit 5.1.2024
Prokura
Wolfgang Sautter
seit 7.3.2023
Geschäftsführer
Philipp Baldermann
seit 7.3.2023
Geschäftsführer
Michael Thomas Riedel
seit 28.11.2014
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Hoerbiger Holding AGCHE
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Argillon GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Johnson Matthey Piezo Products GmbH

Redwitz

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2020 bis zum 31.03.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. April 2020 bis 31. März 2021

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1 Geschäftsmodell

Die Johnson Matthey Piezo Products GmbH, kurz JMPP, mit Sitz in Redwitz (Bayern) ist seit der Gründung im März 2008 ein Unternehmen der Johnson Matthey Gruppe mit Sitz in London. Das operative Geschäft mit Piezokeramik am Standort Redwitz blickt auf eine bis in die 1970er Jahre reichende Tradition (unter den rechtlichen Vorgängern) zurück.

Die JMPP fertigt piezokeramikbasierte Stellelemente und Systeme für die Einzelfadensteuerung in Textilmaschinen, die Steuerung von Pneumatik-Ventilen in Industrieanwendungen und andere Spezialanwendungen wie zum Beispiel für Blindenlesegeräte und Medizingeräte. Die JMPP vertreibt ihre Erzeugnisse weltweit, mit den Schwerpunkten Europa und Asien. Für den Absatz von Produkten und die Akquisition von Neugeschäft nutzt die Gesellschaft auch externe Handelspartner, vorzugsweise im internationalen Textilmaschinengeschäft

Die wichtigsten finanziellen Steuerungsgrößen des Unternehmens sind die Umsatzerlöse und das Ergebnis vor Ergebnisabführung.

Zur Sicherung zukünftiger Geschäftspotentiale unterhält die JMPP eigene Entwicklungsabteilungen am Standort Redwitz. Diese arbeiten projektbezogen eng mit den Entwicklungsabteilungen von Kunden, und in öffentlich geförderten Projekten mit weiteren Partnern der Industrie und Medizingerätebereich zusammen.

Die Managementsysteme der JMPP sind nach ISO 9001 und ISO 14001, sowie OHRIS zertifiziert. Zusätzlich verfügt die JMPP über ein nach ISO 50001 zertifiziertes integriertes Energiemanagement.

1.2 Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden Mio. EUR 0,4 (einschließlich Material- und Personalkosten) für Forschung und Entwicklung ausgegeben, dies entspricht 3,5 % vom Umsatz. Im Vorjahr wurden Mio. EUR 0,3 bzw. 2,9 % vom Umsatz ausgegeben.

Die JMPP entwickelt derzeit schwerpunktmäßig innovative Mesh-Zerstäuber-Systeme für die medizinische Anwendung in Inhalationsgeräten und Beatmungsgeräten für einen wachsenden Markt. In diesem Zusammenhang beteiligt sich die JMPP an kundenspezifischen und öffentlich geförderten Entwicklungsprojekten.

Weitere Entwicklungsanstrengungen konzentrierten sich auf die folgenden Aufgaben:

Weiterentwicklung vorhandener Piezo-Komponenten für bekannte und neue Anwendungen

Anpassungsentwicklungen für Textilmaschinenmodule

Produktneuentwicklung für Piezokomponenten und -systeme für den Industrie- und Medizingerätemarkt

Fertigung- und Qualifizierung von Prototypen und Kundenbemusterungen von piezokeramischen Biegewandlern und Systemen mit piezokeramischen Komponenten für neue Anwendungen

Prozessentwicklung zur Steigerung der Effizienz von Fertigungsprozessen

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Markt für elektronische Kettenwirk- und Rundstrickmaschinen hat gemessen an den Umsatzanteilen nach wie vor die größte Bedeutung für die JMPP.

Der Markt für Kettenwirkmaschinen zeigte sich im Geschäftsjahr 2020/21 auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Jahr 2019/20. Die von dem Kunden prognostizierte Markterholung für das Kalenderjahr 2020 blieb aufgrund der noch immer anhaltenden Corona-Pandemie aus. Die weltweiten Fertigungskapazitäten (insbesondere in China) waren für das niedrige Nachfrageniveau ausreichend. Der Wettbewerbsdruck aus China ist durch die markttypische Niedrigpreispolitik unverändert hoch. Um in diesem Markt erfolgreich Marktanteile zu gewinnen, ist es für europäische Anbieter notwendig, kostengünstigere Maschinen mit erhöhter Performance anzubieten.

Die Nachfrage nach elektronischen Rundstrickmaschinen entwickelte sich ebenfalls zunächst nur schwach. Erst ab Herbst 2020 zeigte sich ein erster Aufschwung mit erhöhten Bestelleingängen bei JMPP, die sich im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 weiter steigerten. Dies ist zum einen zurückzuführen auf eine Markterholung und zum anderen auf eine Erweiterung unserer Kundenpalette im chinesischen Markt.

In anderen Geschäftsfeldern konnten sich piezokeramische Biegewandler als technisch überlegene Nischenlösungen weiter behaupten, wie zum Beispiel in Industrie-Anwendungen für die Prozessautomation oder im Medizinmarkt sowie für Blindenlesegeräte. Die Covid-19 Pandemie hat zu einem gesteigerten Bedarf an Beatmungsgeräten geführt. Dort kommen unsere Piezo-Biegewandler ebenfalls zur Anwendung, was zu einer erhöhten Nachfrage führte, die sogar den sinkenden Absatz bei Industrieventilen überkompensierte.

2.2 Geschäftsverlauf

Die JMPP erzielte einen Gesamtumsatz von Mio. EUR 11,9 und verzeichnete damit trotz Covid-19 einen Anstieg um 14,3 % gegenüber dem Vorjahresumsatz von Mio. EUR 10,4.

Gründe für den Anstieg im Gesamtumsatz sind im Wesentlichen gestiegene Bedarfe in medizinischen Anwendungen. So waren gegen Beginn des Geschäftsjahres gesteigerte Bedarfe für die Anwendung in Beatmungsgeräten zu verzeichnen. Die Umsätze am deutschen Markt konnten unter anderem dadurch um 21,3 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Der Anteil am Gesamtumsatz erhöhte sich von 34,9 % auf 37,0 %.

Im zweiten Halbjahr zeigte sich eine Belebung im Rundstrick-Textilmaschinenmarkt. In dieser Produktanwendung ist mittlerweile Asien der größte Absatzmarkt. Hier konnten die Umsätze deutlich um 49,0 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Der Gesamtanteil am Umsatz stieg von 28,4 % auf 37,0 %.

Im übrigen Europa hatten sich gestiegene Bedarfe für unsere Module im Rundstrick-Maschinenmarkt noch nicht gezeigt. Hier ist eine verzögerte Geschäftserholung zu erwarten. Die Umsätze gingen um 13,9 % zurück. Auch der Anteil am Gesamtumsatz fiel von 33,3% auf 25,1 %.

In der Region Amerika wirkte sich die Umstellung der Lieferkette eines Kunden im Bereich Medizin von USA auf Europa immer noch aus. Die Umsätze gingen um 70,8 % zurück, was jedoch für die Gesellschaft nicht von wesentlicher Bedeutung ist, da der Anteil am Gesamtumsatz bei 0,9% liegt (Vorjahr 3,4 %).

Der im Lagebericht 2019/20 der Gesellschaft prognostizierte leichte Anstieg im Gesamtumsatz ist folglich eingetroffen, und mit einer Steigerung von deutlich 14,3 % ausgefallen. In Vorbereitung auf weiter steigende Umsätze wurde auch das Produktionsvolumen darüber hinausgehend um 17,9 % gesteigert.

Die Gesellschaft hatte mit einer leichten Zunahme des Ergebnisses vor Ergebnisabführung gerechnet. Tatsächlich konnte das Ergebnis vor Ergebnisabführung um Mio. EUR 0,8 gesteigert werden. Der Verlust vor Ergebnisübernahme reduzierte sich von Mio. EUR -1,0 auf Mio. EUR -0,2. Darin enthalten ist die Bildung einer Rückstellung für Restrukturierungskosten in Höhe von Mio. EUR 0,7 für ein umfangreiches Transformationsprojekt. Das Ziel des Transformationsprojektes ist, die strategische Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft zu sichern vor dem Hintergrund der Verschärfung des Wettbewerbs um die langfristig verbleibenden Marktchancen.

2.3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

2.3.1 Ertragslage

Die im Geschäftsjahr erbrachte Gesamtleistung beträgt Mio. EUR 12,0 und resultiert aus:

2020/21 Vorjahr
Umsatz Mio. EUR 11,9 10,4
Bestandsveränderung fertiger und unfertiger Erzeugnisse Mio. EUR -0,1 -0,1
Sonstige betriebliche Erträge Mio. EUR 0,2 0,1

Die Umsatzveränderung war im Berichtsjahr beeinflusst durch gesteigerte Absätze für Anwendungen in der Medizin und Industrie. Zur Optimierung des Umlaufvermögens wurden Erzeugnisbestände weiter abgebaut, was wie im Vorjahr zu einer negativen Bestandsveränderung führte.

Der Aufwand des Geschäftsjahres ohne Steuern und Finanzaufwendungen entfällt auf:

2020/21 Vorjahr
Materialaufwand Mio. EUR 3,5 3,2
Personalaufwand Mio. EUR 4,8 4,9
Abschreibungen Mio. EUR 1,0 0,9
Sonstige betr. Aufwendungen Mio. EUR 2,8 2,2

Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand in Relation zur Gesamtleistung) verbesserte sich von 30,9 % im Vorjahr auf 29,3 %, im Wesentlichen durch Veränderungen im Produktmix.

Die Personalaufwandsquote (Personalaufwand in Relation zur Gesamtleistung) sank auf 40,2 %, nach 47,5 % im Vorjahr. Ein Grund für die gesunkene Personalaufwandsquote ist die im Umsatz enthaltene Weiterverrechnung von Entwicklungsleistungen in Höhe von Mio. EUR 0,3 (Vorjahr EUR 0), und der Abbau von Mitarbeitern im indirekten Bereich.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist auf die Bildung einer Restruktuierungsrückstellung in Höhe von Mio. EUR 0,7 zurückzuführen.

Es verbleibt ein Ergebnis vor Ergebnisabführung in Höhe von Mio. EUR -0,2.

2.3.2 Vermögenslage

Sachanlagen/Investitionen

Insgesamt sind im Geschäftsjahr 2020/21 Mio. EUR 0,2 in Sachanlagen investiert worden (im Vorjahr Mio. EUR 0,0). Die geringe Investitionstätigkeit ist mit anhaltender Zurückhaltung bei Ausgaben zu begründen.

Der Anteil der Sachanlagen mit Mio. EUR 3,2 an der Bilanzsumme beträgt im Berichtsjahr 29,3 % (Vorjahr 39,0 %).

Umlaufvermögen

Bei den Vorräten ist ein leichter Anstieg von Mio. EUR 3,0 auf Mio. EUR 3,1 zu verzeichnen. Die Veränderung um Mio. EUR 0,1 verteilt sich mit einem Anstieg um Mio. EUR 0,2 auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, und mit einer Reduzierung von Mio. EUR -0,1 auf Erzeugnisse.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich von Mio. EUR 1,8 auf Mio. EUR 2,2 erhöht.

Eigenkapital

Das Eigenkapital liegt aufgrund der Ergebnisabführung unverändert bei Mio. EUR 3,9. Die Eigenkapitalquote an der Bilanzsumme von Mio. EUR 10,9 liegt bei 35,6%.

2.3.3 Finanzlage

Aus der operativen Tätigkeit konnte ein deutlich positiver Kapitalfluss generiert werden. Dabei ist die Liquidität der JMPP grundsätzlich durch den Einbezug in das Cash-Pooling der Johnson Matthey Plc gesichert. Die Cash-Pool-Bestand erhöhte sich aus dem Kapitalfluss gegenüber Vorjahr von Mio. EUR -0,3 auf Mio. EUR 1,7.

Zum Stichtag existierte eine besicherte Avalkreditlinie bei der UniCredit AG, München, in Höhe von Mio. EUR 14,0. Davon nahm die Gesellschaft Mio. EUR 0 in Anspruch.

Die Gesellschaft ist ihren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen.

2.3.4 Gesamtaussage

Obwohl die Konjunktur insgesamt durch die Pandemie negativ beeinflusst war, konnte die Geschäftslage der Gesellschaft durch zusätzliche Aufträge von Biegewandlern für Beatmungsgeräte, Neuaufträge für Braille-Module sowie dem Aufschwung und Erweiterung der Kundenpalette bei Rundstrickmodulen deutlich verbessert werden.

Der Preisdruck durch den chinesischen Wettbewerb ist unverändert hoch. Um dem entgegen zu wirken, wurden Kostensenkungsprogramme eingeleitet und weiter vorangetrieben. Kunden- und marktspezifische Neuentwicklungen im Industrie- und Medizinbereich zeigen gute technische Fortschritte und haben das Potential für ein zukünftiges nachhaltiges Geschäft.

2.4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

2.4.1 Produktionsvolumen

Im Berichtsjahr stellte die JMPP über das gesamte Produktspektrum ein Volumen von Mio. 3,3 Stück Biegewandlern und Keramiken her. Dies entspricht einer Steigerung um 17,9 % gegenüber dem Vorjahreswert von Mio. 2,8 Stück. Mit der vorhandenen Fertigungskapazität sind weitere Umsatzsteigerungen möglich.

2.4.2 Mitarbeiter, Aus- und Weiterbildung

Am 31. März 2021 beschäftigte die JMPP insgesamt 879 eigene Mitarbeiter. Im März des Vorjahres waren 86 Mitarbeiter, darunter 1 Auszubildender, beschäftigt. Die Reduzierung der eigenen Mitarbeiter ist im Wesentlichen durch die Anpassung an die Corona bedingte Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr bedingt. Dahingegen stieg das Produktionsvolumen in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres, und es fand ein Aufbau von Leiharbeitern statt. Zum 31. März 2021 waren somit zusätzlich zu den eigenen Mitarbeitern 10 Leiharbeitnehmer tätig.

Die Mitarbeiter nahmen an zahlreichen internen und externen Weiterbildungsmaßnahmen teil. Aufgrund von Covid-19 wurden die Schulungen online durchgeführt. Nach wie vor hat das Programm zum Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz (EHS) sowie die Ethikrichtlinie eine zentrale Bedeutung im Konzern. Die JMPP fördert mit diesen langfristig angelegten Programmen die Kultur der kontinuierlichen Verbesserung in allen Bereichen nachhaltig und stärkt hiermit die Motivation und Zusammenarbeit der Mitarbeiter zur Mitverantwortung und zur Mitgestaltung der eigenen Arbeitsplätze.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1 Prognosebericht

Die Gesellschaft ist durch die anhaltende Infektionskrankheit COVID-19 zunächst unmittelbar betroffen. Sie schützt die eigenen Mitarbeiter und unterstützt die Dämpfung der Ausbreitung der Pandemie durch strikte Überwachungs- und Absicherungsmaßnahmen, wie Einrichtung eines Covid-19-Krisenstabes, Reisebeschränkungen und -verbote, Quarantäne bei angezeigten und Verdachtsfällen einer Infektion, regelmäßige Mitarbeiterinformationen, Einführung von Mundschutz und Abstandsregeln, Verstärkung von Hygienevorkehrungen, Anordnung von Heimarbeit für alle Büroarbeiter und andere Maßnahmen in Abstimmung mit den Vorgaben der zentralen EHS-Leitung des Konzerns und im Einklang mit den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen. Durch die frühzeitig ergriffenen und konsequent angewendeten Schutzmaßnahmen konnte eine Werksschließung wegen Ausbruchs einer Infektion bis zum Stand der Erstellung dieses Lageberichtes verhindert werden.

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind auch aus heutiger Sicht noch schwer abzuschätzen. Aktuell wird für den zyklischen Textilmaschinenmarkt, nach bzw. mit Covid-19, eine weitere Markterholung im Geschäftsjahr 2021/22 erwartet. Daraus zeigt die Planung der Gesellschaft für das Folgejahr eine deutliche Zunahme des Gesamtumsatzes und des Ergebnisses vor Ergebnisabführung im Vergleich zum Berichtsjahr.

Darüber hinaus hat die Gesellschaft die Erwartung, durch Gewinnung neuer Kunden und Anwendungen und aus der technischen Umsetzung der laufenden Entwicklungs-Projekte das Geschäft mittelfristig weiter zu steigern, speziell in medizintechnischen Anwendungen wie Braille-Module und Zerstäuber. Weitere Umsatz- und Ergebnissteigerungen in den Folgejahren können in weiteren Nischenanwendungen, wie z.B. der Drucktechnik erwartet werden. Eine dauerhafte Veränderung durch die Covid-19 Pandemie ist aktuell nicht zu erwarten.

3.2 Chancen und Risiken/Risikomanagement

Für das Risikomanagement ist die JMPP im Rahmen ihrer unternehmerischen Verantwortung für das Weltgeschäft zuständig und verantwortlich. Die vorhandenen Managementsysteme, Strukturen und Prozesse stellen sicher, dass Risiken, die sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens auswirken und ggf. den Fortbestand des Unternehmens gefährden, frühzeitig identifiziert werden. Die Risikoinventur wird regelmäßig durchgeführt und unterstützt diesen Prozess. Das interne Kontrollsystem berücksichtigt die aktuelle Risikolage.

Ein wesentliches Risiko besteht nach wie vor in der starken Abhängigkeit vom Textilmaschinenmarkt, insbesondere derzeit vom Rundstrickmaschinenmarkt. Zur Abmilderung wurden Markstudien betrieben und Projekte zur Identifikation für Neugeschäft abgeschlossen. Daraus abgeleitet wurden Entwicklungsprojekte gestartet, sowie das Geschäft im Rundstrickmaschinenbereich regional weiter ausgebaut. Aufgrund dessen soll durch weitere Diversifikation der Anwendungen und der Märkte das Risiko der hohen Volatilität im Textilbereich verringert werden.

Ein weiteres Risiko stellt die Preisentwicklung und die Lieferfähigkeit von Materialien und Rohstoffen, die strategische Bedeutung für die Gesellschaft haben, dar. Zur Risikoabsicherung dienen zum einen der Abschluss langfristiger Verträge mit Lieferanten und zum anderen Maßnahmen zur Qualifizierung von Zweit- und ggf. Drittlieferanten.

Um dem Risiko eines Verbotes von Blei in Piezokeramiken durch die EU-Kommission zu begegnen, hat die Gesellschaft im Rahmen eines dreijährigen Entwicklungsprojektes in Zusammenarbeit mit einer Universität mögliche Optionen für bleifreie Keramiken untersucht und ist damit auf entsprechende mögliche gesetzliche Regelungen vorbereitet, welche jedoch kurz- und mittelfristig bei den Anwendungen der Gesellschaft nicht erwartet werden.

In Zusammenarbeit mit den Stabsstellen in England werden laufend Patent- und Markstudien durchgeführt, um frühzeitig Chancen und Risiken von alternativen Technologien und Anwendungen erkennen zu können.

Mittelfristig zeigen sich für die Gesellschaft Chancen zur Verbreiterung der Produktpalette und Ausweitung des Geschäfts, beispielsweise neu entwickelte bzw. in Entwicklung befindliche Piezomodule für industrielle Anwendungen in der Dosiertechnik für Fluide, Piezomodule für Blindenlesegeräte, sowie kundenspezifische Entwicklungen von neuen Komponenten und Geräten für die Zerstäubung von Flüssigkeiten in medizinischen Anwendungen.

Ein weiteres Potential wird im Bereich der Mikro-Aktorik mit Piezomotoren in Medizingeräten gesehen. Hier kann die Piezotechnik ihre Vorteile hinsichtlich Miniaturisierung, Energiebedarf und präzises Schalten gegenüber traditionellen Antrieben nutzen.

Ausfallrisiken von Forderungen werden durch ein aktives Forderungsmanagement, und der Vereinbarung von Anzahlungen und Festlegung von Kreditlimits begegnet.

Das Unternehmen reagierte und reagiert weiterhin wie beschrieben mit umfangreichen und gezielten Maßnahmen zur Begrenzung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Geschäftsentwicklung. Die Versorgungssicherheit, insbesondere mit Elektronikbausteinen, aber auch Metallen und Kunststoffgranulaten ist schwer abschätzbar und kann durchaus noch weiterhin andauern. Die Materialversorgung hat sich als eklatantes Geschäftsrisiko entpuppt und hat sich erst nach Berichtsjahr in seiner potenziellen Dimension gezeigt. Daher wird die Gesellschaft das Thema im Rahmen der Risikominimierung erhöhte Aufmerksamkeit schenken.

Der Versicherungsschutz wird in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Konzernbereichen jährlich überprüft und an veränderte Haftungs- und operative Risiken angepasst.

Aus heutiger Sicht sind keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden können. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bewertung der Risiken und Chancen nicht wesentlich verändert.

Generell ist die zukünftige Entwicklung der JMPP zum einen von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung in Asien (Textil) und Europa (Industrieanwendungen) und zum anderen vom Grad der Diversifikation und dem Wachstum in neue Märkte (Medizin) abhängig.

 

Redwitz, im November 2021

Alastair Judge, Geschäftsführer

Herbert Drechsel, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. März 2021

Aktiva

31.3.2021 31.3.2020
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.902,00 4.437,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 2.781.958,00 3.486.564,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 399.339,00 462.725,00
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.070,41 3.185.367,41 4.070,41 3.953.359,41
3.187.269,41 3.957.796,41
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.353.270,10 1.182.871,39
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 1.505.882,16 1.666.617,01
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 213.671,14 3.072.823,40 116.167,98 2.965.656,38
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.168.470,55 1.786.660,64
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.749.217,71 6.891,29
3. Forderungen gegen Gesellschaftern 173.161,06 998.884,59
4. Sonstige Vermögensgegenstände 528.551,32 4.619.400,64 415.824,90 3.208.261,42
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 971,42 1.346,18
7.693.195,46 6.175.263,98
C. Rechnungsabrenzungsposten 2.631,12 13.376,09
10.883.095,99 10.146.436,48

Passiva

31.3.2021
EUR
31.3.2020
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.500,00 25.500,00
II. Kapitalrücklage 3.850.581,43 3.850.581,43
III. Gewinnvortrag 2.668,52 2.668,52
3.878.749,95 3.878.749,95
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 4.599.733,00 4.309.246,00
2. Sonstige Rückstellungen 1.487.407,23 573.879,23
6.087.140,23 4.883.125,23
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 43.444,54 653.213,51
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 213.239,28 80.576,41
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 509.276,92 494.332,02
4. Sonstige Verbindlichkeiten 151.245,07 156.439,36
davon aus Steuern EUR 51.245,17 (i. Vj. EUR 57.733,11)
917.205,81 1.384.561,30
10.883.095,99 10.146.436,48

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. April 2020 bis 31. März 2021

2020/21 2019/20
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 11.893.178,96 10.403.271,45
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -63.231,68 -121.870,17
3. Sonstige betriebliche Erträge 169.535,47 84.745,88
11.999.482,75 10.366.147,16
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -3.064.279,82 -2.881.636,31
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -451.220,92 -3.515.500,74 -329.168,66 -3.210.804,97
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -3.813.798,41 -3.739.496,27
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.005.550,07 -4.819.348,48 -1.189.049,30 -4.928.545,57
davon für Altersversorgung EUR 255.517,26 (i. Vj. EUR 299.729,90)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -963.542,51 -936.485,72
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.773.254,77 -2.166.535,56
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 13.619,27 4.729,99
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 13.619,27 (i. Vj. EUR 4.729,99)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -111.486,60 -126.688,38
davon an verbundene Unternehmen EUR 355,60 (i. Vj. EUR 5.770,93)
davon Aufzinsung langfristiger Rückstellungen EUR 111.131,00 (i. Vj. EUR 120.904,00)
10. Ergebnis nach Steuern -170.031,08 -998.183,05
11. Sonstige Steuern -3.129,98 -1.021,00
12. Jahresergebnis vor Verlustübernahme -173.161,06 -999.204,05
13. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages
übernommener Verlust 173.161,06 999.204,05
14. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 1. April 2020 bis 31. März 2021

Inhaltsübersicht

I. Grundlagen des Jahresabschlusses

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

III. Kapitalverhältnisse

IV. Erläuterungen zur Bilanz

V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

VI. Sonstige Angaben

Anlage Anlagenspiegel

I. Grundlagen des Jahresabschlusses

Die Kapitalgesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Gesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf.

Der Jahresabschluss der Johnson Matthey Piezo Products GmbH, Redwitz, (eingetragen beim Registergericht Coburg, HRB 4461) wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der aktuellen Fassung unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Soweit Wahlrechte für Angaben in der Bilanz oder im Anhang ausgeübt werden können, wurde der Vermerk im Wesentlichen im Anhang gewählt.

Die Gliederung der Bilanz entspricht den Vorschriften des § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Die allgemeinen Grundsätze der Gliederung, im § 265 HGB formuliert, fanden Beachtung.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Das Geschäftsjahr weicht vom Kalenderjahr ab und geht vom 1.4. bis zum 31.3. des Folgejahres.

Aufgrund von kaufmännischen Rundungsregeln kann es vorkommen, dass sich einzelne Zahlen nicht genau zur angegebenen Summe runden lassen oder Rundungsdifferenzen enthalten sind.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Dabei wurden die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des HGB beachtet.

1. Anlagevermögen

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten angesetzt.

Das Sachanlagevermögen wird mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bewertet.

Die Abschreibung von i mmateriellen Vermögensgegenständen erfolgt linear. Dabei wird für Software eine Nutzungsdauer von drei Jahren, für Patente zehn Jahre, für Lizenzen drei bis acht Jahre unterstellt.

Die technischen Anlagen und Maschinen werden mittels der linearen Abschreibungsmethode abgeschrieben. Bei der linearen Methode werden die Anschaffungs-/Herstellungskosten gleichmäßig auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (in der Regel zehn Jahre) verteilt. Für bestimmte Maschinen wird eine leistungsabhängige Abschreibung angewendet.

Die Abschreibung der anderen Anlagen und der Betriebs- und Geschäftsausstattung erfolgt linear und unter Berücksichtigung der individuellen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern, die zwischen zwei und acht Jahren betragen.

Die geleisteten Anzahlungen sind zu deren Nennwert bewertet.

Die Anlagen im Bau sind zu deren Anschaffungskosten bewertet, diese entsprechen dem beizulegenden Wert.

Die abnutzbare Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden im Zugangsjahr "pro rata temporis" abgeschrieben.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei Vermögengenständen des Anlagevermögens grundsätzlich vorgenommen, wenn eine Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist. Wurde auf einen Vermögensgegenstand eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen, so wird, wenn die Gründe für die Abschreibung zu einem späteren Bilanzstichtag nicht mehr vorliegen, zugeschrieben.

Geringwertige Wirtschaftsgüter wurden bis zum 31. Dezember 2017 mit einem Anschaffungspreis bis EUR 150,00 sofort erfolgswirksam erfasst und Vermögensgegenstände mit einem Anschaffungspreis von EUR 150,01 bis EUR 1.000,00 über fünf Jahre linear abgeschrieben. Seit dem 01.01.2018 gelten die neuen GWG-Grenzen. Vermögensgegenstände bis zu einem Betrag von EUR 250 werden seitdem sofort als Aufwand erfasst. Bei Vermögensgegenständen, deren Anschaffungskosten zwischen EUR 250,01 und EUR 1.000 liegen, erfolgt eine Aktivierung und lineare Abschreibung über fünf Jahre.

2. Vorräte

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h. soweit die voraussichtlichen Verkaufspreise abzüglich der bis zum Verkauf anfallenden Kosten zu einem niedrigeren beizulegenden Wert führen, wurden entsprechende Abwertungen vorgenommen.

Die Ermittlung der Anschaffungskosten bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt anhand des Durchschnittswertverfahrens.

Die fertigen und unfertigen Leistungen und Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit den Nennbeträgen erfasst. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter Abzug von Einzelwertberichtigungen bewertet. Neben der Bildung von Wertberichtigungen für konkrete Einzelrisiken wurden zusätzlich Pauschalwertberichtigungen für den mehr als 30 Tage überfälligen Forderungsbestand in Höhe von 10 % des Nettoforderungswertes gebildet.

4. Flüssige Mittel

Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks werden zu Nennwerten bilanziert.

5. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

6. Rückstellungen

Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet.

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der sog. "Projected-Unit-Credit-Methode" (PUC-Methode). Der Rückstellungsbetrag gemäß PUC-Methode ist definiert als versicherungsmathematischer Barwert der Pensionsverpflichtungen, der von den Mitarbeitern bis zu diesem Zeitpunkt gemäß Rentenformel und Unverfallbarkeitsregelung auf Grund ihrer in der Vergangenheit abgeleisteten Dienstzeiten verdient worden ist.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz, der sich im Falle von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und im Falle sonstiger Rückstellungen aus den vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt, abzuzinsen. Abweichend davon darf bei Pensionsverpflichtungen gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt werden (sog. Vereinfachungsregel). Der Abzinsungssatz der Pensionsverpflichtungen beträgt für das Geschäftsjahr 2020/21 2,19 % (Vorjahr 2,60%) gemäß § 253 Abs. 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 10 Jahren. Der Rückstellungsbetrag ist unter Einbeziehung von Trendannahmen hinsichtlich des zukünftigen Gehalts- (2,00 %, Vorjahr 2,00 %) bzw. Rentenniveaus (1,60 %, Vorjahr 1,60 %) sowie eventueller Fluktuationswahrscheinlichkeiten ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" (Vorjahr "Richttafeln 2018 G") von Professor Dr. Klaus Heubeck verwendet.

Für die Ermittlung der Jubiläumsrückstellungen wurden die Parameter der Pensionsrückstellungen verwendet. Der Diskontierungszinssatz beträgt 1,51 % (Vorjahr 1,88 %).

7. Verbindlichkeiten

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt zu Erfüllungsbeträgen.

Die erhaltenen Anzahlungen sind zu deren Nennwert angesetzt.

8. Fremdwährungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

9. Rechnungsabgrenzungsposten

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

III. Kapitalverhältnisse

Alleiniger Anteilseigner der Johnson Matthey Piezo Products GmbH ist die Johnson Matthey Holding GmbH, Redwitz. Mit Datum 14. November 2014 wurde ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Anteilseignerin abgeschlossen.

IV. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel als Anlage zu diesem Anhang dargestellt.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Wertberichtigungen in Höhe von EUR 300 enthalten.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen mit TEUR 7 (Vorjahr TEUR 7) aus dem gewöhnlichen Liefer- und Leistungsaustausch. Darüber hinaus binhaltet der Posten eine Cash-Pool Forderung gegen Johnson Matthey Plc, London, Großbritannien in Höhe von TEUR 1.743. Im Vorjahr bestand eine Cash-Pool Verbindlichkeit in Höhe von TEUR 295. Sämtliche Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind kurzfristig.

Die Forderungen gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 173 (Vorjahr TEUR 999) resultiert in voller Höhe aus der Verlustübernahme der Gesellschafterin auf Grund des im Jahr 2014 abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrages.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Berichtsjahr wie im Vorjahr debitorische Kreditoren. Weiterhin ist in den sonstigen Vermögensgegenständen das Edelmetallkonto in Höhe von TEUR 463 enthalten.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben - wie im Vorjahr - Restlaufzeiten unter einem Jahr.

3. Rückstellungen

Die Pensionsrückstellung in Höhe von TEUR 4.600 (Vorjahr TEUR 4.309) ist gemäß § 253 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz, der sich aus den vergangenen 10 Geschäftsjahren ergibt, abzuzinsen. Der Unterschiedsbetrag zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz, der sich aus den vergangenen 7 Geschäftsjahren ergibt, beträgt TEUR 546 und unterliegt einer theoretischen Ausschüttungssperre. Aufgrund der frei verfügbaren, für Ausschüttungen auflösbaren Rücklagen (Kapitalrücklage) können die ausschüttungsgesperrten Beträge entsperrt werden.

Die sonstigen Rückstellungen lassen sich wie folgt aufteilen:

31.3.2021
TEUR
31.3.2020
TEUR
Übrige personalbezogene Rückstellungen 1.162 289
Ausstehende Rechnungen 208 174
Übrige 117 111
1.487 574

Hintergund für den signifikanten Anstieg der personalbezogenen Rückstellungen ist insbesondere das im Lagebericht beschriebene Transformationsprojekt "Fit-for-future" und die damit verbundenen Kosten.

4. Verbindlichkeiten

Restlaufzeiten
Gesamt
TEUR
< 1 Jahr
TEUR
> 1 Jahr
TEUR
Davon ≥ 5 Jahre
TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 43 43 0 0
(Vorjahr) (653) (653) (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 213 213 0 0
(Vorjahr) (81) (81) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 509 509 0 0
(Vorjahr) (494) (494) (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 151 151 0 0
(Vorjahr) (156) (156) (0) (0)
917 917 0 0
(Vorjahr) (1.384) (1.384) (0) (0)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 509 (Vorjahr TEUR 199).

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich zusammen aus:

31.3.2021
TEUR
31.3.2020
TEUR
Verbindlichkeiten aus einbehaltener Lohnsteuer 51 58
Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer 0 0
Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 3 3
Sonstige 97 95
151 156

5. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

TEUR
Bürgschaften/-garantien für Avalkredite einer Schwestergesellschaft 8.490
Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus dem Mietvertrag 1.204
Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Leasing / Mieten 3
9.697

Nach aktueller Einschätzung besteht kein wesentliches Risiko der Inanspruchnahme aus o.g. Garantien und Bürgschaften, da derzeit keine Anzeichen von Vertragsverletzungen o. ä. in diesem Zusammenhang vorliegen.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus dem Mietvertrag resultieren aus Verpflichtungen gegenüber der Johnson Matthey Redwitz Real Estate (Germany) B. V. & Co. KG, Redwitz, in Höhe von TEUR 1.204.

In allen Fällen handelt es sich um sog. Operating-Lease Verträge, die zu keiner Bilanzierung der Objekte bei der Gesellschaft führen. Der Vorteil dieser Verträge liegt in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden könnten, wozu es derzeit keine Anzeichen gibt.

V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurde ein Umsatz von TEUR 11.893 erzielt.

Die Umsatzerlöse wurden in folgenden Ländern bzw. Regionen erzielt:

TEUR Anteil
%
Deutschland 4.406 37,0
Übrige Länder Europas 2.983 25,1
Asien 4.400 37,0
Amerika 103 0,9
Australia & New Zealand 1 0,0
11.893 100,00

2. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten außerordentliche Aufwendung für das Transfortmationsprojekt "Fit-for-future" in Höhe von TEUR 711 (Vorjahr TEUR 0 .

3. Fremdwährungsergebnis

Die Fremdwährungsgewinne belaufen sich gemäß § 277 Abs. 5 HGB auf TEUR 26 (Vorjahr TEUR 12) und die Fremdwährungsverluste auf TEUR 32 (Vorjahr TEUR 12).

VI. Sonstige Angaben

Personal

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2020/21 durchschnittlich 82 Mitarbeiter, darunter durchschnittlich 48 Gewerbliche und 34 Angestellte.

Ergebnisabführungsvertrag

Auf der Grundlage des zwischen der Gesellschaft und der Johnson Matthey Holding GmbH, Redwitz, bestehenden Ergebnisabführungsvertrages wird der Verlust in Höhe von TEUR 173 des Geschäftsjahres 2020/21 von der Alleingesellschafterin ausgeglichen (Vorjahr Verlust in Höhe von TEUR 999).

Zwischen beiden Gesellschaften besteht eine steuerliche Organschaft, mit der Johnson Matthey Piezo Products GmbH, Redwitz, als Organgesellschaft und der Johnson Matthey Holding GmbH, Redwitz, als Organträgerin.

Mitglied der Geschäftsführung der Johnson Matthey Piezo Products GmbH ist:

Alastair Judge, Sector Finance Director, Geschäftsführer, seit 11. Januar 2021

Peter Nemmert, Werksleiter, Geschäftsführer bis 11. Januar 2021

Herbert Drechsel, kaufmännischer Leiter, Geschäftsführer

Die Geschäftsführer haben im Berichtsjahr keine Bezüge von der Gesellschaft erhalten.

Angaben zum Mutterunternehmen und Konzernabschluss

Die Johnson Matthey Plc, London, Vereinigtes Königreich, hält mittelbar über die Johnson Matthey GmbH & Co. KG, Sulzbach /Ts., sowie deren Tochtergesellschaft, die Johnson Matthey Holding GmbH, Redwitz, alle Anteile (100 %) an der Gesellschaft.

Zum Bilanzstichtag sind alle Konzernunternehmen der Johnson Matthey Plc, London, Vereinigtes Königreich, im Verhältnis zur Gesellschaft verbundene Unternehmen gemäß § 271 Abs. 2 HGB.

Die Johnson Matthey Piezo Products GmbH, Redwitz, wird in den nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss der Johnson Matthey Plc, London, Vereinigtes Königreich, einbezogen, die den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss der Johnson Matthey Plc, London, Vereinigtes Königreich, in englischer Sprache wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Nachtragsbericht

Wesentliche Ereignisse haben sich nach Beendigung des Geschäftsjahres nicht ereignet.

 

Redwitz, den 22. November 2021

Alastair Judge, Geschäftsführer

Herbert Drechsel, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. April 2020 bis 31. März 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 40.131,09 0,00 0,00 40.131,09
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 12.061.870,19 96.674,45 25.863,55 12.132.681,09
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.596.421,65 99.053,95 18.637,17 2.676.838,43
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.070,41 0,00 0,00 4.070,41
14.662.362,25 195.728,40 44.500,72 14.813.589,93
14.702.493,34 195.728,40 44.500,72 14.853.721,02
Kumulierte Abschreibungen
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 35.694,09 2.535,00 0,00 38.229,09
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 8.575.306,19 798.567,56 23.150,66 9.350.723,09
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.133.696,65 162.439,95 18.637,17 2.277.499,43
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
10.709.002,84 961.007,51 41.787,83 11.628.222,52
10.744.696,93 963.542,51 41.787,83 11.666.451,61
Buchwerte
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.902,00 4.437,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 2.781.958,00 3.486.564,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 399.339,00 462.725,00
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.070,41 4.070,41
3.185.367,41 3.953.359,41
3.187.269,41 3.957.796,41

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Johnson Matthey Piezo Products GmbH, Redwitz

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Johnson Matthey Piezo Products GmbH, Redwitz, - bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Johnson Matthey Piezo Products GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. März 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 22. November 2021

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Daniel Spengemann, Wirtschaftsprüfer

ppa. René Reichmann, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31. März 2021 wurde am 22. November 2021 festgestellt.

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