Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH

Wiesenmühle 1, 95632 Wunsiedel, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hof HRB 6240
Vorher
Pfisterer Verwaltungs-GmbH
Eingetragen
27.5.1982
Branche
Herstellung von Isolatoren und Isolierteilen aus KeramikHerstellung von elektrischem InstallationsmaterialHerstellung von Baubedarfsartikeln aus Kunststoffen
Gegenstand
Die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Composite-Isolatoren und anderen elektrotechnischen Spezialartikeln und ähnlichen Produkten und entsprechenden Dienstleistungen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Martin Kořinek
seit 15.10.2024
Prokura
Geschäftsführer
Johannes Linden
seit 13.2.2023
Geschäftsführer
Hans Jörgen Svahn
seit 10.12.2020
Prokura
Thomas Martin Bachmann
seit 10.12.2020
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
62.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH

Wunsiedel

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0
0,00 0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 757.788,12 625
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.284.782,20 1.167
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 442.538,14 621
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 20.535,22 4
2.505.643,68 2.505.643,68 2.416
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.061.237,22 3.432
2. Unfertige Erzeugnisse 1.937.914,92 1.794
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 1.512.404,40 560
4. Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 0,00 0
6.511.556,54 5.786
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.862.266,12 1.653
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.553.989,98 1.811
3. Sonstige Vermögensgegenstände 814.703,83 478
4.230.959,93 3.942
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 379.234,24 1.788
11.121.750,71 11.517
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3.155,03 1
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 449.925,50
14.080.474,92 13.933

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 62.000,00 62
II. Bilanzverlust (Vorjahr: Bilanzgewinn) -511.925,50 67
III. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 449.925,50 0
0,00 129
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 491.153,26 459
2. Steuerrückstellungen 147.598,52 0
3. Sonstige Rückstellungen 2.985.258,11 1.951
3.624.009,89 2.410
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 242,17 0
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 902.881,19 187
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.532.868,31 1.666
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.959.830,36 9.492
5. Sonstige Verbindlichkeiten 60.643,00 48
- davon aus Steuern: EUR 59.310,66 (Vorjahr: TEUR 48)
10.456.465,03 11.394
14.080.474,92 13.933

Gewinn- und Verlustrechnung

2023 Vorjahr
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 26.103.545,42 22.754
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1.070.128,20 26
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 103.559,28 0
27.277.232,90 22.780
4. Sonstige betriebliche Erträge
davon aus Währungsumrechnung: EUR 62.167,16 (Vorjahr: TEUR 125) 825.047,74 465
28.102.280,64 23.246
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -14.217.856,08 -12.159
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.323.674,46 -15.541.530,54 -740
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -6.008.993,88 -5.187
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.151.703,83 -1.024
davon für Altersversorgung: EUR -20.727,00 (Vorjahr: TEUR -20) -7.160.697,71
7. Abschreibungen auf Sachanlagen -352.055,53 -438
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.640.217,07 -3.667
davon aus Währungsumrechnung: EUR -70.766,99 (Vorjahr: TEUR -180)
407.779,79 31
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.244,23 94
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 86)
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -665.682,66 -223
davon aus Aufzinsung: EUR -11.991,00 (Vorjahr: TEUR -14)
davon an verbundene Unternehmen: EUR -520.358,64 (Vorjahr: TEUR -152)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -321.967,85 0
12. Ergebnis nach Steuern -573.626,49 -99
13. Sonstige Steuern -5.574,06 -5
14. Jahresfehlbetrag -579.200,55 -104
15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 67.275,05 171
16. Bilanzverlust (Vorjahr: Bilanzgewinn) -511.925,50 67

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Inhalt

I. Grundlagen des Jahresabschlusses

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

III. Erläuterungen zur Bilanz

IV. Sonstige Angaben

Anlagen Anlagengitter

I. GRUNDLAGEN DES JAHRESABSCHLUSSES

Sitz der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH ist Wunsiedel. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 6240 im Register des Amtsgerichtes Hof eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Gemäß § 267 HGB gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften. Erleichterungsvorschriften für mittelgroße Gesellschaften wurden in Anspruch genommen.

Der Abschluss wurde zum 31. Dezember 2023 für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 aufgestellt.

Die Gliederung der Bilanz entspricht den Vorschriften des § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Die allgemeinen Grundsätze der Gliederung, in § 265 HGB formuliert, fanden Beachtung.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Aufgrund anhaltender Verluste ist das Eigenkapital aufgebraucht und ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag wird ausgewiesen. Die Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH nimmt am Cash Pool der Pfisterer Holding SE (Cash-Pool-Führer) teil. Mit Schreiben vom 15. April 2024 hat die Pfisterer Holding SE bestätigt, dass diese nicht beabsichtigt, den bestehenden Cash-Pool-Vertrag im Zeitraum bis zum 30. Juni 2025 zu kündigen. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass die Liquidität mindestens bis 30. Juni 2025 gesichert ist, weshalb wir den Jahresabschluss unter der Annahme der Unternehmensfortführung (§252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) aufgestellt haben. Ein bestandsgefährdendes Risiko für die Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH liegt vor, wenn die Pfisterer Holding SE, entgegen unseren Erwartungen, den Cash-Pool Vertrag kündigt oder diesen nach dem 30. Juni 2025 nicht aufrechterhält.

II. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden, soweit nichts Abweichendes vermerkt ist, unverändert zum Vorjahr angewendet.

Dem Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde gelegt:

(1) Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, solche mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt.

Die Abschreibung der immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt in der Regel linear. Dabei wird für Software eine Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren, für Patente von 10 Jahren und für Lizenzen von 3 bis 16 Jahren unterstellt.

Das Grundstück ist ein nicht abnutzbarer Vermögensgegenstand und wird somit nicht planmäßig abgeschrieben. Gebäude und Außenanlagen hingegen unterliegen einer planmäßigen Abschreibung von 4 bis 50 Jahren.

Technische Anlagen und Maschinen werden mittels der linearen Abschreibungsmethode abgeschrieben. Bei der linearen Methode werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten gleichmäßig auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 2 bis 38 Jahren verteilt.

Die Abschreibung der anderen Anlagen und der Betriebs- und Geschäftsausstattung erfolgte unter Berücksichtigung der individuellen geschätzten Nutzungsdauern, die zwischen 3 und 29 Jahren betragen. Es wird die lineare Abschreibungsmethode angewandt.

Die beweglichen und unbeweglichen Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden im Zugangsjahr "pro rata temporis" abgeschrieben. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten von EUR 250,00 bis EUR 800,00 (Geringwertige Anlagegüter) werden innerhalb des Anschaffungsjahres voll abgeschrieben.

(2) Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren sind mit den Anschaffungskosten oder gleitenden bzw. gewogenen Durchschnittspreisen unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Unfertige und fertige Erzeugnisse sind auf Basis von Einzelkalkulationen zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten sowie Sondereinzelkosten auch angemessene Material- sowie Fertigungsgemeinkosten angesetzt wurden.

Vom Wahlrecht des Einbezugs von allgemeinen Verwaltungskosten wurde kein Gebrauch gemacht. Fremdkapitalkosten, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen, wurden nicht einbezogen.

Soweit erforderlich, wurden Wertberichtigungen in angemessenem Umfang wegen technischer Alterung und geringer Umschlagshäufigkeit bzw. niedrigeren Tagespreisen zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Geleistete Anzahlungen werden mit dem Nennwert angesetzt. Erhaltene Anzahlungen sind auf Passivseite ausgewiesen.

(3) Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und flüssige Mittel

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und flüssige Mittel sind mit den Nennbeträgen erfasst. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden grundsätzlich unter Abzug von Einzelwertberichtigungen bewertet. Es wurde eine pauschale Wertberichtigung vorgenommen. Die pauschale Wertberichtigung umfasst den Forderungsbestand ohne die individuell abgewerteten Forderungen und beträgt pauschal 1 % des Nettoforderungswertes.

(4) Rechnungsabgrenzungsposten

Die Abgrenzungsposten entsprechen den zeitanteiligen Vorleistungen.

(5) Aktive latente Steuern

Die Berechnung der latenten Steuern beruht auf den temporären Differenzen zwischen den Bilanzposten aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Betrachtungsweise nach § 274 HGB. Das Wahlrecht, keine aktiven latenten Steuern zu bilanzieren, wird in Anspruch genommen.

(6) Eigenkapital

Da das Eigenkapital durch Verluste aufgebraucht ist und sich ein Überschuss der Passivposten über die Aktivposten ergeben hat, wird dieser Betrag gemäß § 268 Abs. 3 HGB am Ende der Bilanz auf der Aktivseite unter dem Posten "Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" gesondert ausgewiesen.

(7) Rückstellungen

Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrags, d.h. unter Berücksichtigung künftiger Kosten- und Preissteigerungen angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Die Bewertung der Jubiläums- und Pensionsrückstellungen erfolgte nach der Projected Unit Credit Method auf Grundlage eines Rechnungszinssatzes von 1,92 % (Vorjahr: 1,92%) (10- Jahres-Durchschnitt) sowie 1,81 % (Vorjahr: 1,52 %) (7-Jahres-Durchschnitt) für die Pensionsrückstellungen sowie 1,39 % (Vorjahr: 1,45 %) für die Jubiläumsrückstellungen und den Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck. Ein aus der Umstellung des Bewertungsverfahrens noch nicht erfasster Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 41). Die erwarteten Lohn- und Gehaltssteigerungen wurden mit 2,5 % p.a. (Vorjahr: 2,5 %) und die erwartete Rentensteigerung mit 2,0 % p.a. (Vorjahr: 2,0 %) berücksichtigt. Die Fluktuation blieb, wie im Vorjahr, unberücksichtigt, da es sich um eine geschlossene Pensionsordnung handelt.

Die Umstellungsdifferenz aus der erstmaligen Anwendung des BilMoG wurde gemäß Art. 67 Abs. 1 EGHGB zu einem Fünfzehntel (TEUR 4) im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 2 HGB beträgt zum 31. Dezember 2023 TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 8).

Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Abzinsungssatzes werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden pauschal in Höhe von 0,5 % (Vorjahr: 0,1 %) der (gewährleistungspflichtigen) Umsatzerlöse des Geschäftsjahres gebildet sowie für bekannte Einzelfälle. Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften wurden nach dem Teilkostenansatz gebildet. Hier sind vor allem Vertriebskosten sowie direkte Verwaltungskosten angesetzt.

(8) Verbindlichkeiten

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt zu den Erfüllungsbeträgen.

(9) Fremdwährungsumrechnung

Die kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten in ausländischer Währung sind mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in der Anlage 1 zum Anhang dargestellt.

Im Rahmen des Asset Deals zum 01.01.2021 wurden die Bruttowerte der Anschaffungskosten sowie der Abschreibungen der übernommenen Vermögensgegenstände anstatt der Nettobuchwerte im Anlagevermögen der Pfisterer Wunsiedel GmbH als Zugang erfasst.

Zum 31.12.2023 wurde dieser Sachverhalt in laufender Rechnung korrigiert, indem die jeweils zu hoch ausgewiesenen kumulierten Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen der betroffenen Vermögensgegenstände erfolgsneutral eliminiert wurden. Die Korrektur ist gesondert im Anlagenspiegel dargestellt.

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.541 (Vorjahr: TEUR 1.810) und um sonstige Forderungen gegen den Gesellschafter in Höhe von TEUR 13 (Vorjahr: TEUR 0).

(3) Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 2.985 (Vorjahr: TEUR 1.951) umfassen im Wesentlichen mit TEUR 204 (Vorjahr: TEUR 218) Jubiläumszuwendungen, mit TEUR 208 (Vorjahr: TEUR 207) Ansprüche aus Urlaub und Zeitkonten, mit TEUR 177 (Vorjahr: TEUR 139) Ansprüche aus Bonusvereinbarungen, mit TEUR 144 (Vorjahr: TEUR 514) ausstehende Rechnungen, mit TEUR 122 (Vorjahr: TEUR 81) Abschlusskosten, mit TEUR 181 (Vorjahr: TEUR 226) unterlassene Instandhaltungen sowie mit TEUR 1.203 (Vorjahr: TEUR 512) Gewährleistungen.

Darüber hinaus sind Rückstellungen für drohende Verluste in Höhe von TEUR 655 (Vorjahr: TEUR 28) enthalten.

(4) Verbindlichkeiten

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 917 (Vorjahr: TEUR 2.712) sowie Verbindlichkeiten aus Cashpool gegenüber dem Gesellschafter in Höhe von TEUR 2.073 (Vorjahr: TEUR 1.670) und Darlehen von dem Gesellschafter in Höhe von TEUR 5.110 (Vorjahr: TEUR 5.110).

Sämtliche Verbindlichkeiten haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Sämtliche Verbindlichkeiten sind nicht gesichert.

IV. SONSTIGE ANGABEN

(1) Angaben über Mitarbeiter

Die Zahl der Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Praktikanten) betrug durchschnittlich nach § 267 Abs. 5 HGB:

2023
Gewerbliche 76
Angestellte 44
120

(2) Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen neben Verpflichtungen aus dem Bestellobligo für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Waren, Anlagevermögen und sonstigem Verbrauchsmaterial auch Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen für verschiedene Wirtschaftsgüter der Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie des Fuhrparks.

2023 Unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Bestellobligo 430 0 0 430
davon verbundene Unternehmen 13 0 0 13
Leasingverträge 479 793 0 1.272
Mietverträge 503 998 0 1.501
1.411 1.791 0 3.203

Eingegangene Verpflichtungen aus Haftungsverhältnissen bestehen in der gesamtschuldnerischen Haftung aus dem Konsortialkreditvertrag der Pfisterer Holding SE mit einem Nominalvolumen von EUR 90 Mio. und einer Laufzeit von drei Jahren bis Dezember 2025.

Die Gesellschaft haftet hieraus zusammen mit anderen Gesellschaften der Pfisterer Gruppe (Pfisterer Holding SE, Pfisterer Kontaktsysteme GmbH, Pfisterer Switzerland AG, Pfisterer s.r.o., Pfisterer North America Inc.) als Garant. Als weitere Sicherheiten dienen die Abtretung von Rückgewähransprüchen für Grundschulden bei einer Schwestergesellschaft sowie die Verpfändung von Bankguthaben des Kreditnehmers sowie der Garanten auf inländischen Konten der beteiligten Banken, die im Februar 2023 bestellt wurden. Zum Bilanzstichtag valutiert der Konsortialkredit mit EUR 48,7 Mio. sowie einer weiteren Inanspruchnahme durch Avale in Höhe von EUR 8,8 Mio. Das Risiko einer Inanspruchnahme wurde auf Basis der zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bestehenden Erkenntnisse als gering eingestuft.

(3) Außerbilanzielle Geschäfte

Im Oktober 2016, sowie in 2017 wurde mit der SüdFactoring GmbH, Stuttgart vertraglich eine Vereinbarung über den Ankauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geschlossen. Gemäß dieser Vereinbarung verkauft die Gesellschaft fortlaufend originäre Handelsforderungen unter Berücksichtigung eines Kaufpreisabschlags an die Factoringgesellschaft bis zu einem maximalen Nominalbetrag von EUR 14,0 Mio. Dieser vereinbarte maximale Nominalbetrag umfasst die Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH und die Pfisterer Kontaktsysteme GmbH, wobei der maximale Nominalbetrag flexibel den Gesellschaften abhängig von der Inanspruchnahme zugeordnet wird und zum Stichtag insgesamt in Höhe von EUR 10,6 Mio. in Anspruch genommen ist. Der zum Stichtag in Anspruch genommene Betrag durch die Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH beträgt TEUR 3.045. Die Vorteile beruhen i.W. auf einer verbesserten Kapitalstruktur. Aufgrund der Versicherung der Forderung und des Übergangs des Ausfallrisikos, bestehen die Risiken in Höhe des Selbstbehalts (10% der Forderungssumme).

(4) Geschäftsführung

Mitglieder der Geschäftsführung waren:

Johannes Linden, Geschäftsführer der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH und Vorstand der Pfisterer Holding SE, Winterbach, (seit 13.02.2023)

Steffen Straub, Geschäftsführer der Pfisterer Insulators Wunsiedel (vom 06.06.2023 bis 18.01.2024)

Dr. Konstantin Kurfiß, Geschäftsführer der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH und Vorstand der Pfisterer Holding SE, Winterbach, (bis 18.03.2023 seit 18.01.2024)

Auf die Angaben gemäß §285 Nr.9a HGB wird unter Hinweis auf §286 Abs.4 HGB verzichtet.

(5) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Abschluss des Geschäftsjahres hat es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung gegeben, die weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt wurden.

(6) Angaben zum Mutterunternehmen und Konzernabschluss

Der Jahresabschluss der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH wird in den Konzernabschluss der Pfisterer Holding SE als kleinster und zugleich als größter Konzernkreis einbezogen. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 der Pfisterer Holding SE, Winterbach, wird im Unternehmensregister veröffentlicht.

 

Wunsiedel, den 15. Mai 2024

Johannes Linden

Dr. Konstantin Kurfiß

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
1.1.2023 Korrektur Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 138.801,09 -133.840,77 0,00 3.862,50 -8.822,82 0,00
138.801,09 -133.840,77 0,00 3.862,50 -8.822,82 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.250.163,72 -475.423,17 176.840,36 0,00 -75.920,16 875.660,75
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.597.494,10 -2.128.803,55 251.249,47 0,00 -1.794.978,69 1.924.961,33
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.669.461,52 -1.241.743,24 92.076,01 0,00 -759.443,82 760.350,47
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.862,50 0,00 20.535,22 -3.862,50 0,00 20.535,22
9.520.981,84 -3.845.969,96 540.701,06 -3.862,50 -2.630.342,67 3.581.507,77
9.659.782,93 -3.979.810,73 540.701,06 0,00 -2.639.165,49 3.581.507,77
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2023 Korrektur Zugänge Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 138.801,09 -133.840,77 0,00 -4.960,32 0,00
138.801,09 -133.840,77 0,00 -4.960,32 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 624.963,88 -475.423,17 32.206,46 -63.874,54 117.872,63
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.430.806,77 -2.172.855,20 177.206,25 -1.794.978,69 640.179,13
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.048.820,26 -1.241.743,24 142.642,82 -631.907,51 317.812,33
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
7.104.590,91 -3.890.021,61 352.055,53 -2.490.760,74 1.075.864,09
7.243.392,00 -4.023.862,38 352.055,53 -2.495.721,06 1.075.864,09
Buchwerte
31.12.2023 Vorjahr
EUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0
0,00 0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 757.788,12 625
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.284.782,20 1.167
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 442.538,14 621
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 20.535,22 4
2.505.643,68 2.416
2.505.643,68 2.416

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

A. GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFT

Der Geschäftsbereich der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH umfasst die Entwicklung, die Herstellung und den Vertrieb von Kunststoff Isolatoren und anderen elektrotechnischen Spezialartikeln und ähnlichen Produkten und entsprechenden Dienstleistungen.

Die Geschäftsfelder gliedern sich in Cable HV (Prüfungen für Hochspannung) und Composite (Silikon Isolatoren) auf.

Die Geschäftsführung der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH steuert das Unternehmen auf Basis verschiedener Leistungsindikatoren. Verwendet werden die wesentlichen Finanzkennzahlen Umsatz sowie EBT (Ergebnis vor Steuern), wodurch eine laufende Kontrolle der Geschäftsentwicklung gewährleistet ist.

B. DARSTELLUNG DES GESCHÄFTSVERLAUFS

1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Energiekrise, anhaltenden Kämpfe in der Ukraine und das Risiko eines langwierigen Konflikts im Nahen Osten haben in Europa und insbesondere in Deutschland deutliche Spuren hinterlassen. Die deutsche Wirtschaftsleistung liegt derzeit nahezu auf demselben Niveau wie zu Beginn der Corona-Pandemie vor knapp vier Jahren und verzeichnet damit das geringste Wachstum aller Volkswirtschaften des Euro-Raums. Zwar kam Deutschland zunächst noch vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie. Während der Energiekrise entwickelte sich die deutsche Wirtschaft jedoch sehr schwach. Gegenüber dem Vorjahr schrumpft die deutsche Wirtschaftsleistung im aktuellen Jahr.

Nachdem das BIP-Wachstum in nahezu allen relevanten Wirtschaftsräumen leicht anstieg, flachte es im Euroraum aufgrund der eingetrübten Rahmenbedingungen im Vergleich zum Vorjahr ab. So stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union im Jahr 2023 um 0,6% (Vorjahr: 3,3%).

Einige der unmittelbaren Belastungen durch die globale Energiekrise haben nachgelassen, aber die Energiemärkte, die Geopolitik und die Weltwirtschaft sind instabil und das Risiko weiterer Störungen ist ständig präsent. Die Preise für fossile Brennstoffe sind gegenüber ihren Höchstständen von 2022 gesunken, aber die Märkte sind angespannt und volatil. Die makroökonomische Stimmung ist schlecht, mit einer hartnäckigen Inflation, höheren Finanzierungskosten und einem hohen Schuldenstand.

Quellen: BMF Monatsbericht Dezember 2023, Kennzahlen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (bundesfinanzministerium.de); World Energy Outlook 2023

2. Auftragsentwicklung

Der Auftragseingang im Berichtsjahr belief sich auf 31,7 Mio. € (Vorjahr: 20,8 Mio. €). Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2023 betrug 21,8 Mio. € (Vorjahr 14,6 Mio. €).

3. Produktion

Die Produktionssituation war aufgrund des Ukraine-Krieges angespannt. Die teilweise erhebliche Beeinträchtigung der weltweiten Transportrouten, insbesondere aus Richtung China, wirkten sich negativ aus. Engpässe bei der Versorgung mit Silikon und Schirmen führten teilweise zu Verzögerungen bei den Kundenauslieferungen. Damit ergaben sich ungeplante Kapazitäts- und Umsatzeffekte.

4. Beschaffung

Bedingt durch die gesamtwirtschaftlichen Ereignisse kam es zu Versorgungsengpässen, Verzögerungen und Mehrkosten insbesondere bei Metallteilen aus China.

5. Investitionen

Im Berichtszeitraum wurden 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €) in Sachanlagen investiert. Die wesentlichen Zugänge sind bei Grundstücken und Bauten sowie den technischen Anlagen. Wie in den Vorjahren wurde erneut in den Ausbau bzw. Ersatz von Fertigungsanlagen investiert.

6. Personal- und Sozialbereich

Zum 31. Dezember 2023 waren 125 (Vorjahr: 110) Mitarbeiter beschäftigt (inklusive Auszubildende).

C. DARSTELLUNG DER LAGE

1. Vermögenslage

Das Anlagevermögen liegt am Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 bei 2,5 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €). Den Investitionen des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von 0,5 Mio. € standen Abschreibungen in Höhe von 0,3 Mio. EUR entgegen.

Das Trade Working Capital stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Vorräte 6.512 5.786
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.862 1.653
Forderungen verbundene Unternehmen 1.554 1.811
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -1.533 -1.666
Trade Working Capital 8.395 7.584

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen gegen die deutsche, schweizerische, tschechische und amerikanische Schwestergesellschaft.

Das Eigenkapital zum Ende des Geschäftsjahres ist negativ in Höhe von 450 TEUR (Vorjahr positiv: 129 TEUR), dies resultiert durch den Jahresfehlbetrag von 579 TEUR.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten gegenüber der deutschen, schweizerischen und tschechischen Schwestergesellschaft sowie gegenüber Gesellschaftern aus Cashpool und sonstigen Leistungen. Mit Wirkung zum 22. Dezember 2022 schloss die Muttergesellschaft einen neuen Konsortialkreditvertrag in Höhe von EUR 90 Mio. mit einer Laufzeit von 3 Jahren ab. In diesem Zusammenhang bestehen für die Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH Haftungsverpflichtungen aus der, neben anderen Gesellschaften der Pfisterer Gruppe, eingegangenen gesamtschuldnerischen Haftung. Zum Bilanzstichtag beläuft sich der aktuell unter dem Konsortialkreditvertrag in Anspruch genommene Betrag auf 48,7 Mio. €. Zudem ist die Konsortialkreditlinie über den genannten Betrag hinaus in Höhe von 8,8 Mio. € für Avale ausgenutzt. Der Vertrag sieht zudem eine Besicherung durch die Abtretung der Rückgewähransprüche von Grundschulden auf Grundstücken einer Schwestergesellschaft sowie die Verpfändung von inländischen Konten des Kreditnehmers sowie der Garanten bei den beteiligten Banken vor, diese Sicherheiten wurden im Februar 2023 bestellt.

Es besteht mit einer Factoringgesellschaft eine Vereinbarung über den Ankauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Gemäß dieser Vereinbarung verkauft die Gesellschaft fortlaufend originäre Handelsforderungen unter Berücksichtigung eines Kaufpreisabschlags an die Factoringgesellschaft. Die Vorteile beruhen im Wesentlichen auf einer verbesserten Kapitalstruktur. Die Risiken bestehen in Höhe des Selbstbehalts von 10 % der Forderungssumme.

2. Finanzlage

Die Finanzierung sowie Zugriff auf die zentrale Gruppenfinanzierung war während des Geschäftsjahres auf Basis der IC-Betriebsmittellinie durch die Muttergesellschaft Pfisterer Holding SE sowie Zugriff auf die vereinbarten Kreditlinien durch die Pfisterer Holding SE jederzeit gesichert. Die Ausnutzung zeigte unterjährig geringe Volatilität.

Der Mittelabfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt 1,4 Mio. € (Vorjahr: Mittelabfluss 2,6 Mio. €), der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit beträgt 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €) und der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit beträgt EUR 0,4 Mio. € (Vorjahr: 3,9 Mio. €).

Lieferantenrechnungen wurden - sofern skontierfähig - unter Skontoausnutzung beglichen.

3. Ertragslage

Die Gesellschaft hatte im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 579 TEUR (Vorjahr: 104 TEUR) zu verzeichnen. Das Rohergebnis beträgt im Geschäftsjahr 2023 12,6 Mio. € (Vorjahr: 10,3 Mio. €). Bei gestiegenen Umsätzen gegenüber dem Vorjahr, deren Anstieg die Prognose des Vorjahrs übertroffen hat, sowie Zuführung zu Drohverlustrückstellungen und negativen Effekten im Materialbereich, konnte die Prognose für 2023 hinsichtlich des Ergebnisses vor Steuern erreicht werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind gegenüber dem Vorjahr um 360 TEUR gestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus Auflösungen von Rückstellungen für Mietnebenkosten sowie aus dem Ertrag aus dem Verkauf von technischen Anlagen.

Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Umsatzerlöse beträgt im Geschäftsjahr 2023 59,5% (Vorjahr: 56,7%). Der Personalaufwand in Höhe von 7,2 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €) führt zu einer Personalaufwandsquote von 27,4% (Vorjahr: 27,3%).

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe 973 TEUR gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Aufwendungen für Leiharbeitnehmer sowie aus der Zuführung zur Gewährleistungsrückstellung.

Die Ertrags- und Finanzlage der Gesellschaft entsprach im Berichtsjahr unseren Erwartungen.

D. RISIKO- UND CHANCENBERICHT

1. Vorausschauende Aussagen

Dieses Dokument enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellen Einschätzung künftiger Vorgänge. Wörter wie annehmen, glauben, einschätzen, erwarten, beabsichtigen, können/könnten, planen und ähnliche Begriffe kennzeichnen solche vorausschauenden Aussagen.

Die Einschätzung der Risiken für das Geschäftsjahr 2024 wird durch die weitere Entwicklung der Ukraine-Krise sowie die geopolitischen Risiken zwischen den USA und China sowie dem Nahost-Konflikt und deren Auswirkungen für die Lieferwege geprägt. Es bestehen Risiken für einige Länder in Form einer reduzierten Wirtschaftsleistung bis hin zu einer Rezession bei hohen Inflationsraten.

Die Gesellschaft ist u.a. aufgrund ihrer Internationalität ebenso einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die mit dem unternehmerischen Handeln in den Produktsegmenten verbunden sind oder sich durch externe Einflüsse ergeben. Unter Risiko verstehen wir dabei mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer negativen Abweichung von Prognosen bzw. Zielen des Unternehmens führen können.

Gleichzeitig ist es für die Gesellschaft wichtig, Chancen zu identifizieren und zu nutzen. Chancen sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer positiven Abweichung von Prognosen bzw. Zielen des Unternehmens führen können.

2. Organisation des Risikomanagements und deren Verantwortlichkeiten

Das Risiko- und Chancenmanagementsystem der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH ist im Hinblick auf bestandsgefährdende Tatsachen in das Werte-, Führungs- und Planungssystem des PFISTERER Konzerns integriert.

Ziel des Risikomanagements ist die optimale Risikobewältigung durch das Verständnis der Zusammenhänge von Risikopotenzialen, insbesondere die Sicherung finanzieller Risiken jeglicher Art. In der PFISTERER Gruppe sorgen kurze Informationswege und flache Hierarchien für eine effektive Kommunikation im Hinblick auf Risiken und Chancen.

Zur Identifikation und Bewertung wesentlicher Risiken hat der PFISTERER Konzern ein Kontroll- und Risikomanagementsystem implementiert. Es erfolgt fortlaufend eine Anpassung an neue Erkenntnisse, die Gesamtverantwortung für das Risikomanagementsystem trägt der Vorstand der Pfisterer Holding SE.

Die Interne Revision bringt, sofern vorhanden, wesentliche Feststellungen und Risiken über das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem mit in das Risikomanagementsystem ein.

Die Berichterstattung von Risiken und Chancen im Lagebericht bezieht sich grundsätzlich auf ein Jahr.

Die Bewertung der Dimensionen Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliches Ausmaß beruht auf den folgenden Tabellen:

Häufigkeit Beobachtung in einem Jahr
selten 1 bis 2 mal in 20 Jahren
unwahrscheinlich 2 bis 5 mal in 20 Jahren
möglich 5 bis 10 mal in 20 Jahren
wahrscheinlich 10 bis 20 mal in 20 Jahren
sehr wahrscheinlich 20 bis 80 mal in 20 Jahren

Bei der Bewertung des Ausmaßes eines Risikos wird die potentielle Auswirkung auf das Konzerneigenkapital betrachtet:

Eigenkapitalwirkung
Bewertung in EUR Mio.
gering 1,0 bis 2,0
mittel 2,0 bis 4,0
hoch 4,0 bis 6,0
kritisch 6,0 bis 8,0
existenziell 8,0 bis 10,0

Als Ergebnis dieses Bewertungsprozesses werden Risiken gemäß ihrer Eintrittshäufigkeit und der potenziellen Auswirkung gewichtet dargestellt.

3. Risiken

Volkswirtschaftliche Risiken

Wir sehen erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der globalen Konjunkturaussichten. Eine weitere Eskalation des handelspolitischen Konflikts zwischen den USA und China, insbesondere im Zusammenhang mit Taiwan, würde die globalen Wachstumsaussichten erheblich verschlechtern. Der Krieg in der Ukraine und mögliche Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf werden aufmerksam beobachtet. Die geltenden Restriktionen, insbesondere bedingt durch internationales Sanktionsrecht sind in der Prognose berücksichtigt. Aufgrund des Anstiegs der Inflation im aktuellen und im Vorjahr werden sich auch im folgenden Jahr höhere Kosten für Personal ergeben.

Länderrisiken

Die politischen Risiken vor allem im Mittleren Osten oder wirtschaftliche Risiken, wie z.B. in Argentinien, sind weitere Unsicherheitsfaktoren. Auch das Ausmaß und die langfristigen Auswirkungen protektionistischer Tendenzen in Form von Zöllen oder Handelsbeschränkungen, insbesondere aus den wachsenden Handelskonflikten zwischen den USA und China, sind bisher noch nicht vollständig absehbar.

Unternehmensspezifische Risiken

Aus Sicht des Managements und im Sinne des DRS 20 wurden folgende unternehmensspezifische Risiken bewertet:

• Cyber- und Informationssicherheit

Die Cybersicherheit deckt die Informationstechnologie unseres gesamten Unternehmens ab. PFISTERER hat entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen, dennoch bleiben die Systeme potentiell anfällig für Cyberangriffe. Diese Angriffe können zu Produktionsausfällen und Lieferengpässen führen, mit eventuell negativen Auswirkungen auf unsere Reputation, unsere Wettbewerbsfähigkeit und das Geschäftsergebnis.

• Umsatzverlust durch Lieferengpässe

Die Ergebnisse der Pfisterer Wunsiedel GmbH hängen von einer zuverlässigen und effektiven Steuerung der Versorgungskette für Materialen und Komponenten ab. Kapazitätsbeschränkungen und Lieferengpässe können zu Produktionsengpässen, Lieferverzögerungen und Qualitätsproblemen und damit zusätzlichen Kosten führen. Bei der Versorgung mit Vorprodukten, Material und Dienstleistungen sind wir häufig auf Fremdanbieter angewiesen. Obwohl wir eng mit unseren Lieferanten zusammenarbeiten, um versorgungsbezogene Probleme zu vermeiden, kann nicht garantiert werden, dass wir in Zukunft nicht in Versorgungsschwierigkeiten geraten. Weiterhin kann eine Verknappung der Transportkapazitäten auf Kernrouten der Weltwirtschaft zu einem enormen Preisanstieg und signifikanten Verzögerungen führen. Diese werden oftmals erst kurzfristig kommuniziert, so dass eine Anpassung der Transportplanung meist nicht mehr möglich ist. Die Pfisterer Wunsiedel GmbH wirkt diesem Risiko durch eine vorausschauende Absicherung von Kapazitäten und Preisen bestmöglich entgegen.

• Risiken durch Haftung für fehlerhafte Produkte

Risiken aus Garantie- und Kulanzfällen könnten bei der Pfisterer Wunsiedel GmbH entstehen, wenn die Qualität der Produkte nicht den Anforderungen entspricht oder auch Vorschriften nicht oder nicht vollständig eingehalten werden. Auch Qualitätsprobleme bei Zulieferteilen können zu finanziellen Belastungen führen.

Wir begegnen diesem Risiko durch die ständige Verbesserung des Qualitätsmanagements, Schulung der Vertriebsabteilung im Bereich Haftungsrisiken sowie durch Vertragsprüfungen zur Begrenzung eventueller Haftungsansprüche.

• Versorgungsrisiko durch Lieferanten

Die Rohmaterialpreise im Jahr 2023 waren wie bereits im Vorjahr von teilweise starken Anstiegen geprägt. Rohstoffmärkte können generell durch weltpolitische Ereignisse (wie z.B. Ukraine-Krise) oder der Einführung von Zöllen beeinflusst werden.

In 2023 hat sich im Vergleich zu 2022 die Preissituation bei Schlüsselmaterialien und - dienstleistungen entspannt; es wurde aber das Preisniveau aus der Zeit vor dem Ukrainekrieg nicht wieder erreicht. Wir beziehen nicht unmittelbar Waren aus der Ukraine, dennoch können sich Engpässe im Zusammenhang mit der Verlagerung von Bezugsquellen Dritter ergeben. Ferner können Verknappungen bzw. Materialpreiserhöhungen bei bestimmten Metallen oder Kunststoffen nicht ausgeschlossen werden.

Die Abhängigkeit von zertifizierten Lieferanten, z.B. in Asien, kann die ausreichende Versorgung der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH mit Rohmaterialen gefährden. Um das Risiko zu minimieren, wird in der PFISTERER Gruppe evaluiert, inwieweit zusätzliche Lieferantenstrukturen aufgebaut werden können. So wurde in 2023 eine Initiative zum Aufbau von indischen Lieferanten als Alternative zur Bezugsregion China gestartet. Insgesamt sind der Weitergabe von Roh- und Materialpreissteigerungen durch Erhöhung der Verkaufspreise in den Märkten der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH enge Grenzen gesetzt. Trotzdem konnten die extremen Materialpreissteigerungen zuletzt teilweise an den Kunden weitergegeben werden.

• Risiken aus Produktion und Technologie

Generell besteht die Gefahr, dass aufgrund von geringer Anlagenverfügbarkeit oder Ausfällen bei Produktionsanlagen Lieferengpässe entstehen. Weiterhin können Engpasssituationen in Phasen temporär hoher Produktionsauslastungen in bestimmten Monaten entstehen, die dann eine angemessene Liefertreue negativ beeinflussen. Zur Vermeidung solcher Engpasssituationen wurde im überarbeiteten Planungs-/Budgetierungsprozess auf eine Abstimmung zwischen Einkauf, Produktion und Vertrieb Wert gelegt.

Die Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH unterliegt dem Risiko, dass die Gesellschaft sich nicht flexibel genug die Organisation und Fertigungslandschaft anpassen kann, um schnell auf sich ändernde Marktbedingungen reagieren zu können.

● Risiken aus Wandel im Einsatz von elektronischen Medien

Der Einsatz elektronischer Medien hat sich über die letzten Jahre stetig gewandelt. Hier könnte die Gefahr bestehen, dass die Gesellschaft durch nicht vollumfänglichen Einsatz elektronischer Medien als weiteren Absatzkanal möglicherweise Umsatzpotential verloren gehen würde.

Die PFISTERER Gruppe begegnet diesem Risiko, in dem PFISTERER AppLand geboren wurde. Es handelt sich hierbei um eine digitale Landschaft, welche den Weg der Elektrizität von der Erzeugung zum Verbrauch veranschaulicht. Mit diesem Tool können Anwender die Lösungen interaktiv erkunden und deren Bedarf im umfangreichen Angebotsportfolio der PFISTERER Gruppe für sich definieren.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Im Dezember 2022 wurde ein neuer Konsortialkreditvertrag abgeschlossen. Aus der Neugestaltung der Finanzierung der PFISTERER Gruppe ergeben sich neben den Risiken, die Vorgaben des Vertrages nicht erfüllen zu können, auch Chancen, die Finanzierungskosten mittelfristig zu senken.

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Guthaben bei Kreditinstituten. Die Gesellschaft verfügt über ein effizientes Mahnwesen. Im Berichtsjahr wurden Forderungsausfälle in nur geringer Höhe verbucht.

Die Finanzierungskonditionen orientieren sich am Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA) sowie an der Eigenkapitalquote. Ein höherer Verschuldungsgrad bzw. eine rückläufige Eigenkapitalquote könnte eine Verschlechterung der Finanzierungskonditionen nach sich ziehen. Der geänderte Konsortialkreditvertrag ist an die Einhaltung der Financial Covenants gebunden. Eine Nichteinhaltung der Covenants könnte die sofortige Fälligkeit und somit die Rückzahlung der Bankverbindlichkeiten nach sich ziehen. Der Vorstand der Pfisterer Holding SE begegnet diesem Risiko mit einer fortlaufenden Überwachung der Covenants sowie mit der Einleitung geeigneter Maßnahmen zur Vermeidung einer möglichen Verletzung der Covenants. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung der Gruppe sehen wir derzeit das Risiko einer möglichen Verletzung der Covenants als eher gering ein.

Die Entwicklung der Währungen, insbesondere des Euro in Relation zu den anderen Währungen, bleibt eine ungewisse Größe. Die Entwicklung von Währungsrisiken wird regelmäßig durch den Bereich Treasury analysiert und bewertet. Ansonsten wird diesen Risiken in Einzelfällen mit geeigneten Maßnahmen wie z.B. Devisenkasse- und Devisentermingeschäfte, sowie ggf. Natural Hedging durch Netting begegnet.

Risiken im Zusammenhang mit Pensionsplänen

Die Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH hat in der Vergangenheit Pensionszusagen gewährt, die nicht durch Planvermögen gedeckt sind. Der Bewertung der Pensionsverpflichtungen liegen in die Zukunft gerichtete Annahmen zugrunde.

Compliance und rechtliche Risiken

• Compliance

Compliance ist für die Geschäftsführung der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH von zentraler Bedeutung. Compliance beschreibt solche Maßnahmen, die gewährleisten, dass die Leitungsorgane und die Mitarbeiter sich rechtmäßig verhalten. Als ein Unternehmen mit globalem Geschäft sind wir unterschiedlichen produkt- und länderbezogenen Risiken ausgesetzt. Die allgemeingültigen Compliance-Risiken "Korruption durch PFISTERER-Angehörige" sowie "Kartellrechtsverstöße" sind nach regelmäßiger Risikobewertung bei dem Geschäftsmodell der PFISTERER-Gruppe konkret nicht in erhöhtem Maße betroffen. Im Jahr 2023 wurden keine Compliance-Verstöße oder Verdachtsfälle von Compliance-Verstößen im o.g. Sinne gemeldet.

Um allen Beschäftigten und gemäß den gesetzlichen Regelungen auch Externen die Möglichkeit zu geben, potenzielle Compliance Sachverhalte auf Wunsch auch anonym zu melden, wurden Whistleblowing-Kanäle eingerichtet, welche im Intranet sowie - für Externe - auch über die PFISTERER-Homepage detailliert beschrieben sind. Dort befindet sich auch die Definition eines Compliance-Verstoßes. Diese umfasst auch Verstöße gegen Umweltvorschriften und Menschenrechte. Die Meldekanäle bestehen sowohl zu der PFISTERER-internen Compliance-Organisation (lokale Compliance Officer sowie Group Compliance), als auch zu einem Ombudsmann - einem neutralen Vertrauensanwalt. Über diese Meldekanäle haben Hinweisgeber jederzeit die Möglichkeit, Sachverhalte, die möglicherweise einen Compliance-Fall darstellen, zu melden (auf Wunsch auch anonym). Eine besondere Vertraulichkeit wird bei Meldungen an den Ombudsmann gewährleistet.

• Außenwirtschaft und Sanktionen

Im Hinblick auf die internationale Ausrichtung der Pfisterer-Gruppe betreffen regulatorische Risiken und potenzielle Sanktionen schwerpunktmäßig Exportkontrollregulierungen, Embargos und Handelsbeschränkungen, die durch die EU, die USA oder andere Länder auferlegt wurden. Für diese Themen "Außenwirtschaftsrecht und Sanktionen" gibt es in der PFISTE- RER-Gruppe den Bereich "Customs & Export Control" der dem Bereich "TAX" zugeordnet ist. "Customs & Export control" wird durch eine global verantwortliche Person verantwortet.

• Gesetze und Regelungen zu Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit

Wir sind in einigen stark regulierten Branchen tätig. Die Einhaltung der bestehenden Gesetze und Regulierung wird von uns regelmäßig überprüft, dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Verletzung dieser Gesetze und Regulierungen durch uns selbst oder durch unsere Lieferanten erfolgen, die letztendlich der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH zugeordnet werden könnten. Zu einer umfassenden Überprüfung der Lieferanten auf Einhaltung von Menschenrechts- und Umweltrisiken wurde die Compliance-Software "JARDIN" eingeführt, die zum Zeitpunkt der Entscheidung über die Einführung die aus unserer Sicht verlässlichste Softwarelösung war. Trotzdem entschied sich der Provider dieser Software sehr überraschend dafür, JARDIN nicht weiter anzubieten. Pfisterer suchte unverzüglich nach Alternativen und steht aktuell kurz vor Abschluss des Auswahlprozesses.

Steuerliche Risiken

Für steuerliche Auswirkungen, die sich bei Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH im Wesentlichen aus gesellschaftsrechtlichen Veränderungen oder Anpassungen von Prozessen und Abläufen ergeben können, werden nach Bedarf Rückstellungen gebildet. Weiterhin können die Rechtsprechung und die Auslegung der Finanzbehörden dazu führen, dass gebildete Rückstellungen nicht ausreichend sind und das Jahresergebnis dadurch negativ beeinflusst wird.

Änderungen im Steuerrecht werden durch die Steuerabteilung der Muttergesellschaft kontinuierlich überwacht und - gegebenenfalls unterstützt durch externe Berater - bearbeitet. Bei Bedarf werden entsprechende Maßnahmen ausgearbeitet und umgesetzt.

4. Chancen

Kernkompetenz von der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH ist die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Kunststoff Isolatoren und anderen elektrotechnischen Spezialartikeln und ähnlichen Produkten und entsprechenden Dienstleistungen in der Hochspannungsprüfung. Um diese Positionen zu halten und auszubauen, investiert Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH in entsprechende Einrichtungen für Prüffelder z.B. für einen Stoßstromgenerator und ein Hochspannungsprüfsystem 1200 kV für die Hochspannungsprüfung und in die Produktionstechnologie der Silikonverarbeitung. Die Geschäftsführung wird den Fokus auf den Ausbau der bestehenden Kernkompetenzen beibehalten, um sowohl bestehende Absatzmärkte erfolgreich zu bearbeiten als auch neue Absatzmärkte erfolgreich zu erschließen. Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH erwartet, dass sich die nachfolgenden Markttrends und Chancen der relevanten Endanwendermärkte positiv auf den weiteren Geschäftsverlauf auswirken können.

Mittel- bis langfristig

Bedarfe an Hochspannungsisolatoren auf Grund bereits genehmigter Hochspannungsleitungen in Deutschland und in Europa bedingt durch die Energiewende

Durchführung von Tests für externe Kunden an Hochspannungsisolatoren inklusive des Kettenzubehörs im Hochspannungslabor (Hochvolthaus Selb)

5. Gesamtbetrachtung der Risiken- und Chancensituation

Das Gesamtbild der Risiko- und Chancensituation der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH setzt sich aus den dargestellten Einzelrisiken und Chancen zusammen. Bestandsgefährdende Risiken liegen aus unserer Sicht nur für den Fall vor, wenn die Pfisterer Holding SE, entgegen unseren Erwartungen, den Cash-Pool Vertrag kündigt oder diesen nach dem 30. Juni 2025 nicht aufrechterhält.

Das Eigenkapital der Gesellschaft ist vollständig verbraucht, daher ergibt sich der Ausweis des nicht durch Eigenkapitals gedeckten Fehlbetrags auf der Aktivseite in Höhe von 450 TEUR. Wir erwarten für 2024 einen positiven Ergebnisbeitrag, der den nicht gedeckten Fehlbetrag in entsprechender Höhe ausgleicht.

Erzeugerseitig erfordert der höhere und multidirektionale Transportaufwand im Netz sowie der steigende Anteil der Stromgewinnung aus "Erneuerbaren Energien" durch deren natürliche Volatilität eine höhere Nachfrage nach hoch qualitativen Produkten. Verbraucherseitig erfordert der steigende Energiebedarf im Zuge der Elektromobilität die Erneuerung der Verteilnetze. Beide Entwicklungen eröffnen erhebliche Marktchancen im internationalen Umfeld für die Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden aktuellen Handelskonflikte, dem Ukraine- und Nahost- Konflikt sowie von bestehenden Branchen- und gesamtwirtschaftlichen Risiken, können Rückschläge auf dem Weg zu nachhaltigem Umsatzwachstum und Profitabilität nicht ausgeschlossen werden.

Neben den beschriebenen Risikokategorien gibt es unvorhersehbare Ereignisse, die Einkaufs-, Produktions- und Vertriebsprozesse stören können, wie zum Beispiel politische Veränderungen oder Naturkatastrophen. Um diesen Risiken soweit als möglich angemessen entgegentreten zu können, wurden Maßnahmen definiert sowie Versicherungen abgeschlossen.

Risiken in Verbindung mit Compliance werden ebenfalls in das Risikomanagementsystem mit einbezogen und kontinuierlich überwacht.

Die weltweit zunehmenden protektionistischen Tendenzen (insbesondere der Handelsstreit zwischen den USA und China) haben zudem die Eintrittswahrscheinlichkeit von zollrechtlichen und geopolitischen Risiken erhöht.

Um Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen und der aktuell bestehenden Risiko- und Chancensituation erfolgreich zu begegnen, wird seit dem Geschäftsjahr 2019 das bestehende Risikomanagementsystem mittels der implementierten Software kontinuierlich weiterentwickelt. Zusätzliche Risiken, die uns derzeit noch nicht bekannt sind, oder Risiken, die wir derzeit noch als unwesentlich einschätzen, können unsere Geschäftsaktivitäten ebenfalls negativ beeinflussen.

Die Dekarbonisierung bedingt eine weltweit zunehmende Elektrifizierung mit einhergehenden Investitionen in die Technologie der Erzeugung (Renewables). Das Stromnetz muss deutlich ausgebaut werden und führt zu großen Herausforderungen in Energieübertragung und - verteilung. Strom muss in Folge über weitere Strecken von den Stromerzeugern zu den Verbrauchern gelangen (Hochspannungsgleichstromnetzte, HV/DC), was technische Änderungen und mehr sowie neue Stromnetze bedarf. Zudem führen die Erneuerbaren Energien zu einer wesentlich komplexeren Struktur, primär im Bereich der Lastenregelung, der Spannungshaltung im Verteilnetz und zur Aufrechterhaltung der Netzstabilität. Aufgrund der Marktpositionierung von Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH im Strominfrastrukturbereich bestehen Wachstumspotentiale für Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH bei den Netzkomponenten im Gleichstrombereich wie auch im Renewables-Bereich. Verbraucherseitig erfordert der steigende Energiebedarf im Zuge der Elektromobilität die Erneuerung der Verteilnetze.

Die genannten Entwicklungen eröffnen für die Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH Marktchancen im internationalen Umfeld. Das Management erfasst den Stand der Entwicklungen periodisch und bewertet diese hinsichtlich möglicher Wertbeitrage für den Konzern. Dadurch wird eine effiziente Ressourcenallokation in der Pfisterer-Gruppe bei gleichzeitig fortgesetzt verfolgter Wachstumsstrategie erreicht. Für den Fall auch zukünftig positiver Bewertungen gehen wir heute davon aus, dass sich o.a. Chancen nach und nach in den Geschäftsplänen Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH wiederfinden werden, um so positiv auf die kurz- wie auch die mittel- bis langfriste Unternehmensentwicklung einzuzahlen.

E. PROGNOSEBERICHT

Der Ausbau der Energieerzeugung aus "Erneuerbaren Energien" stellt neue Herausforderungen an die Energienetze. Bisher wurde der Strom zentral in Kraftwerken erzeugt und über die Übertragungs- und Verteilnetze an die dezentralen Abnehmer geleitet. In Zukunft wird der Strom zunehmend dezentral auch in kleinen Einheiten wie Windparks, Biogas- und Photovoltaik-Anlagen, erzeugt. Die Errichtung der Off- aber auch der Onshore-Windanlagen eilt dabei dem notwendigen Ausbau der Transportnetze voraus.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Der Sachverständigenrat erwartet für das Jahr 2024 in seinem im November 2023 veröffentlichen Jahresgutachten 2023-24 ein Aufhellen der Konjunktur. Er geht für das Jahr 2024 von einem Wachstum der Weltproduktion auf 2,2% (2023: 1,9%).

Absatz

Die Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH hat sich im Geschäftsjahr 2023 abgesehen von Sondereinflüssen weitgehend stabil gegen die gesamtwirtschaftlichen Ereignisse gezeigt. Diese Erkenntnis und der bestehende Auftragsbestand bilden eine solide Grundlage für eine positive Absatzentwicklung der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH im Geschäftsjahr 2024. Durch die weiterhin angespannte gesamtwirtschaftliche Lage muss jedoch eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Entwicklungen in 2024 mit einkalkuliert werden.

Umsatz und Ergebnis

Für das Geschäftsjahr 2024 erwarteten wir ein Wachstum der Umsatzerlöse im oberen einstelligen Prozentbereich und einen leicht positiven, gegenüber dem Vorjahr verbesserten EBT.

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung

Unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2024 basiert auf der Annahme eines anhaltenden Wachstums des weltweiten Bruttoinlandsprodukts sowie einem gesunden Wachstum in unserem Marktumfeld.

Ferner unterstellen wir, dass Herausforderungen für unsere Geschäfte hinsichtlich der Engpässe in den Versorgungsketten im Verlauf des Geschäftsjahres weiter nachlassen werden. Unter diesen Voraussetzungen und ausgehend von unserem Geschäftsjahr 2023 erwarten wir, dass unsere Geschäftsfelder im Bereich Rodurflex und Modular weiter wachsen werden. Im Hochvolthaus ist die Abnahme der Wechselspannungskaskade im Februar 2024 erfolgt. Aufgrund dessen erwarten wir ein Wachstum der Umsatzerlöse im oberen einstelligen Prozentbereich und einen leicht positiven, gegenüber dem Vorjahr verbesserten EBT.

Die Geschäftsleitung überprüft laufend die sich entsprechend den Chancen und Risiken in den jeweiligen Produktbereichen ergebende Geschäftsentwicklung und passt erforderlichenfalls die Struktur an die geänderten Rahmenbedingungen an.

 

Wunsiedel, den 15. Mai 2024

Johannes Linden

Dr. Konstantin Kurfiß

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH, Wunsiedel

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH, Wunsiedel - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Pfisterer Insulators Wunsiedel GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, 16. Mai 2024

BDO AG
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