Stammdaten

Register
Amtsgericht Bamberg HRB 2336
Eingetragen
8.2.1993
Branche
BeteiligungsgesellschaftenHerstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen GerätenHerstellung von handgeführten Werkzeugen mit Motorantrieb
Gegenstand
Die Production und der Vertrieb von Nahtmaterialien, Transplantaten und anderen Nahtmaterialien sowie aehnlichen Produkten. Die Gesellschaft darf alle direkten oder indirekten Massnahmen treffen, die geeignet sind, den Gesellschaftszweck zu foerdern. Die Gesellschaft ist berechtigt, ein gleichgeartetes oder ein anderes Unternehmen zu errichten, zu erwerben, oder sich daran zu beteiligen;desweiteren ist sie berechtigt, Vertretungen, Zweigniederlassungen und Tochtergesellschaften innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und im Ausland zu errichten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Anastasia Reinhold
seit 4.11.2025
Prokura
Johannes Jörg
seit 4.11.2025
Prokura
Kevin David Breeden
seit 16.9.2025
Geschäftsführer
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
RTI Surgical IncUSA
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
RTI Surgical Inc
United States
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Tutogen Medical GmbH

Neunkirchen am Brand

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Amtsgericht Bamberg HRB 2336

Lagebericht für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Grundlagen des Unternehmens

Geschäftsmodell

Als pharmazeutisch-medizintechnisches Unternehmen und innovativer Hersteller von regenerativen Bindegeweben oder Knochentransplantaten für die Patientenversorgung verfolgen wir von Tutogen klar definierte Ziele: Gesundheit wiederherstellen und Lebensqualität verbessern. Die Tutogen Medical GmbH mit Sitz im fränkischen Neunkirchen am Brand gehört heute zu den weltweit führenden Anbietern von Gewebetransplantaten und ist seit 2020 Teil der Montagu Private Equity LLP.

Die Implantate der Tutogen Medical GmbH besitzen den Vorteil, den natürlichen Heilungsprozess zu fördern, als kompatible und körperfreundliche Materialien einzuheilen und dabei in körpereigenes Gewebe umgewandelt zu werden. Nach abgeschlossener Umwandlung des Transplantats ist patienteneigenes Gewebe entstanden und Transplantatreste sind darin schlüssig und funktional integriert.

Der Fokus lag im Geschäftsjahr 2023, wie auch in den Vorjahren, auf den Bereichen Orthopädie, Neurochirurgie, HNO, Auftragskonservierung und Hernien-Chirurgie.

Die Tutogen Medical GmbH möchte mit ihren Arzneimitteln und Medizinprodukten Patienten, die sich eine Gewebeverletzung zugezogen haben, helfen, ihre Gesundheit rasch wieder zu erlangen. Bei der Herstellung unserer Arzneimittel und Medizinprodukte legen wir deshalb großen Wert auf Sicherheit und verpflichten uns hohen ethischen Grundsätzen.

Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber den Menschen, die Gewebe spenden, ebenso bewusst wie gegenüber jenen, die Gewebe empfangen. Tutogen steht für einen vertrauensvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit Krankenhäusern und Ärzten ebenso wie mit der eigenen Belegschaft, die derzeit ca. 129 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfasst. Regelmäßiger Meinungs-austausch und gegenseitiges Verständnis sind uns dabei sehr wichtig.

Darüber hinaus nimmt die Tutogen Medical GmbH auch ihre Verantwortung als Unternehmen und Arbeitgeber sehr ernst und setzt sich daher gezielt für soziale Belange, vor allem in der heimischen Region, ein. Die Personalentwicklung besitzt im Unternehmen einen hohen Stellenwert, die Aus-, Fort- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter sind wesentliche Bestandteile unseres Qualitätskonzepts.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Für die Branche war 2023 ein schlechtes Jahr. Insgesamt ging die Chemie- und Pharmaproduktion um 8 Prozent zurück. Rechnet man das Pharmageschäft heraus, liegt der Rückgang bei 11 Prozent. Den Unternehmen fehlten zunehmend die Aufträge. Die Kapazitäten der Branche waren mit durchschnittlich rund 77 Prozent nicht ausgelastet. Damit liegt die Produktion seit neun Quartalen unterhalb der wirtschaftlich notwendigen Grundauslastung von 82 Prozent.

Die Hersteller anorganischer Grundstoffe sowie von Seifen, Reinigungsmitteln und Kosmetika drosselten ihre Produktion um 10 Prozent. In der Fein- und Spezialchemie lag der Produktionsrückgang bei 4 Prozent. Auch die Pharmasparte hatte nach dem Impfstoffboom mit schlechten Standortbedingungen zu kämpfen und büßte 3 Prozent ein.

Mit rund 230 Milliarden Euro lag der Branchenumsatz 12 Prozent niedriger als im Vorjahr. Besonders kräftig fiel der Rückgang im Inlandsgeschäft aus. Die Verkäufe sanken um 16 Prozent auf 86 Milliarden Euro. Der Auslandsumsatz lag mit 144 Milliarden Euro 10 Prozent niedriger als im Vorjahr. Zum Umsatzrückgang haben auch rückläufige Chemikalienpreise beigetragen. Die Erzeugerpreise für chemisch-pharmazeutische Produkte waren 2023 durchschnittlich rund 1 Prozent günstiger als im Vorjahr.

Ausblick 2024: Erholung lässt auf sich warten

Zum Jahresende herrscht in der Branche weiterhin Rezessionsstimmung. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate sind negativ. Damit dürften weiter Aufträge im Chemiegeschäft fehlen. Der VCI geht deshalb für das kommende Jahr nicht davon aus, dass die Chemieproduktion wieder ansteigt. Beim Branchenumsatz wird ein Minus von 3 Prozent erwartet.

Diese Prognose bestätigen auch die Ergebnisse der aktuellen Mitgliederumfrage: Die Unternehmen rechnen kurzfristig nicht mit einem Aufschwung. 45 Prozent rechnen frühestens 2025 mit einer Besserung.

Quelle: https://www.vci.de/presse/pressemitteilungen/stuermische-zeiten-fuer-die-branche.jsp ¹

Geschäftsverlauf

Von dem Ukrainekonflikt ist die Gesellschaft in 2023 kaum betroffen. Es besteht keine wesentliche Exponierung zu den Ländern im Kunden- oder Lieferantenbereich. Auch liefen die bestehenden Energieverträge noch das gesamte Jahr 2023.

¹ Die Quelle ist nicht vom Prüfungsurteil zum Lagebericht erfasst.

Für das Drittkundengeschäft war in 2023 im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Umsatzwachstum zu verzeichnen. Neben einem gewissen Mixeffekt sind hier auch die weitergeführten Preissteigerungen als Reaktion auf die Inflation zu sehen. Das Intercompany-Geschäft mit der US-Muttergesellschaft hingegen hat sich im Vergleich zu 2022 etwas verringert. Grund hierfür ist eine Umstellung in der Transferpreisverrechnung. Die abgesetzte Menge an die Muttergesellschaft hat sich vor allem im bovinen Bereich erhöht.

Ertragslage

Die Umsätze im Geschäftsjahr 2023 betrugen Mio. EUR 18,7 und lagen damit um Mio. EUR 0,3 unter den Vorjahresumsätzen von Mio. EUR 19,0. Die Umsatzerlöse im Inland stiegen von Mio. EUR 5,0 auf Mio. EUR 5,6. Im Ausland mit Dritten sanken die Umsatzerlöse von Mio. EUR 7,7 auf Mio. EUR 7,4 und im Konzernverbund von Mio. EUR 6,3 auf Mio. EUR 5,7. Außerdem ist der Umsatzrückgang im Konzernverbund durch eine verringerte Ausgleichszahlung im Rahmen des Transferpreiskonzeptes in der Gruppe begründet.

Der Materialaufwand ist um Mio. EUR 0,6 von Mio. EUR 2,2 auf Mio. EUR 2,8 gestiegen. Der Materialanteil zum Umsatz veränderte sich hierdurch von 12 % auf 15 %. Hintergrund ist einerseits ein gestiegener Transfer an die USA, andererseits ein Effekt an der Bezugsbasis der Materialaufwandsquote: Durch eine Verringerung von in den Umsatzerlösen enthaltenen Transferpreisausgleichen steigt der Materialaufwand überproportional.

Der Personalaufwand verringerte sich um Mio. EUR 0,3 von Mio. EUR 10,0 auf Mio. EUR 9,7. Dies ist im leichten Rückgang der Mitarbeiterzahl bei gleichzeitig regelmäßigen Gehaltsanpassungen begründet.

Die sonstigen betrieblichen Aufwände sind um Mio. EUR 0,2 von Mio. EUR 4,4 auf Mio. EUR 4,2 gesunken. Hauptreiber ist der weiterhin hohe aber im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Aufwand für die Umstellung auf MDR (Medical Device Regulation).

Insgesamt ist das Ergebnis nach Steuern mit Mio. EUR 0,8 zum Vorjahr um Mio. EUR 0,8 gesunken. Dies resultiert vorwiegend aus Veränderungen im Verrechnungspreiskonzept mit der Muttergesellschaft.

Finanzlage

Zum 31. Dezember 2023 beträgt das Eigenkapital Mio. EUR 17,3 (Vorjahr Mio. EUR 16,5).

Vom Fremdkapital von Mio. EUR 6,1 (Vorjahr Mio. EUR 5,0) entfallen Mio. EUR 3,5 (Vorjahr Mio. EUR 2,8) auf Verbindlichkeiten gegenüber der Konzernmutter. Haupttreiber für diese Erhöhung waren die Lieferungen von Rohmaterial aus den USA.

Des Weiteren besteht eine harte Patronatserklärung der RTI Surgical Inc. zugunsten der Tutogen bis zum 31. Dezember 2025. Eine bestehende Kreditlinie von Mio. EUR 20 von der Muttergesellschaft bleibt weiterhin ungenutzt. Die unterjährige Finanzierung der Gesellschaft erfolgt durch laufende Begleichung von Forderungen durch die Gesellschafterin.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit zeigte sich im Geschäftsjahr 2023 positiv. Zum Stichtag lag der Finanzmittelfonds bei Mio. EUR 0,3 (Vorjahr Mio. EUR 1,0).

Vermögenslage

Die Aktivseite der Bilanz besteht mit Mio. EUR 3,6 (Vorjahr Mio. EUR 3,5) aus Anlagevermögen, das entspricht 15,5 % der Bilanzsumme. Mio. EUR 2,1 entfallen auf die im Eigentum der Tutogen Medical GmbH stehenden Produktions-, Lager- und Fertigungsgebäude in Neunkirchen am Brand. Die Erhöhung des Anlagevermögens in Höhe von Mio. EUR 0,1 beruht im Wesentlichen auf leicht über die Abschreibungen hinausgehenden Erhaltungsinvestitionen.

Das Umlaufvermögen ist mit Mio. EUR 19,6 um Mio. EUR 1,8 höher als im Vorjahr und entspricht 84,0 % der Bilanzsumme. Mio. EUR 6,4 entfallen auf Vorräte und Mio. EUR 12,9 auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände. Der Bestand an unfertigen Erzeugnissen verringert sich um Mio. EUR 0,3, während der Bestand an Rohware um Mio. Euro 0,1 anstieg. Der Bestand an fertigen Erzeugnissen sank gegenüber dem Vorjahr um Mio. EUR 0,2.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Vergleich zum Vorjahr um Mio. EUR 0,2 gestiegen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen im Jahr 2023 um Mio. EUR 2,0. Es wird auf die Ausführungen im Abschnitt "Finanzlage" verwiesen.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft

Die Geschäftsführung beurteilt die Geschäftsentwicklung der Tutogen Medical GmbH zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts als ausgeglichen. Nach der Übernahme durch die Montagu Private Equity LLP ('Montagu') 2020 hat sich auf Konzernebene ein stärkerer Fokus auf den xenogenen Bereich entwickelt. Dies führt zu gezielten Investitionen und Projekten in diesen Geschäftsbereich der Gesellschaft. Daher beurteilen wir die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage im Geschäftsjahr insgesamt als zufriedenstellend. Die Prognose der Geschäftsführung im Vorjahres-Lagebericht wurde hinsichtlich Umsatzerlösen und Jahresergebnis leicht übertroffen.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Bei den finanziellen Leistungsindikatoren liegt der Fokus auf den Umsatzerlösen und dem Jahresergebnis. Die Umsatzerlöse lagen im Geschäftsjahr mit Mio. EUR 18,7 im Plan von Mio. EUR 18,7. Der Jahresüberschuss lag mit Mio. EUR 0,8 leicht über dem Planwert von Mio. EUR 0,6.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Risikobericht

Risiken für den Absatz von Produkten aus humanen (Allografts und Autografts), bovinen und porcinen Geweben bestehen immer durch Veränderungen nationaler wie internationaler Gesetze, Zulassungs-beschränkungen und der Akzeptanz biologischer Produkte durch den Kunden. Für jedes xenogene Produkt ist eine CE-Zertifizierung sowie eine Zulassung in dem jeweiligen Vertriebsland erforderlich. Somit kann es zu Vertriebsbehinderungen oder Erschwernissen kommen, deren Behebung zu erheblichen Verzögerungen und Kosten führen kann. Das Risiko hieraus wird aber als gering eingeschätzt.

Die Beschaffung von humanem Spendergewebe ist ausschließlich unter abgesicherten rechtlichen Bedingungen und einer zuverlässig bestehenden Vertragssituation möglich. Gewebespenden werden nur angenommen, wenn eine aktive Zustimmung des Spenders oder seiner Familie sowie ein ausführliches medizinisches Protokoll und eine Bewertung der Lebensumstände, basierend auf einem Gespräch mit dem Spender oder den Angehörigen, vorliegen. Wenn die Bereitschaft zur Gewebespende nicht vorhanden ist, kann dies zu Engpässen in der Versorgung führen. Das Risiko hieraus wird daher als mittelhoch eingeschätzt.

Die Beschaffung von Geweben tierischen Ursprungs (Xenografts) folgt den europäischen Richtlinien. Für Xenografts gelten vergleichbar strenge Auswahlkriterien analog dem humanen Gewebe. Studien zeigen, dass Xenografts über vergleichbare biomechanische Eigenschaften wie Allografts verfügen und auch die Umwandlung in patienteneigenes Gewebe ähnlich verläuft. Wesentlicher Vorteil der Xenografts ist die sehr gute Verfügbarkeit der benötigten Gewebe, dennoch besteht ein Risiko in der Akzeptanz von Geweben tierischen Ursprungs beim Kunden. Das Risiko hieraus wird daher als mittelhoch eingeschätzt.

Auf Grund der rechtlichen Veränderungen muss nun eine Umstellung der CE-Zertifikate von MDD (Medical Device Directive) auf MDR (Medical Device Regulation), eine Richtlinie für Medizinprodukte, erfolgen. Diese Veränderung bringt eine weitere Erhöhung der Anforderungen mit sich und stellt eine Neuzulassung dar. Hierbei besteht das Risiko, das einzelne Anwendungsgebiete durch die Neuzulassung wegfallen könnten. Das Risiko wird im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 nunmehr als als niedrig eingeschätzt. In 2023 wurden Einreichungen für bestimmte Produktlinien abgeschlossen und es wird davon ausgegangen, dass in 2024 sämtliche MDR Zertifikate erteilt werden.

In Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten ist folgendes festzustellen: Die wesentlichen Finanzinstrumente der Tutogen Medical GmbH betreffen Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und gegenüber verbundenen Unternehmen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden laufend hinsichtlich Ausfallrisiken überwacht. Aufgrund des Kundenstammes und der Branche werden diese als gering eingestuft, erkennbaren Risiken wird mittels Wertberichtigung Rechnung getragen. Dem allgemeinen Forderungsausfallrisiko wird durch ein effizientes Mahnwesen und Lieferstopps Rechnung getragen. Nicht ausgeschlossen werden kann auch ein Währungsrisiko durch den Kurs des Euro zum US-Dollar, das wir aufgrund der zügigen Leistungsabwicklung jedoch nicht für wesentlich erachten. Das Risiko hieraus wird daher als gering eingeschätzt.

Unser Erfolg als international agierendes Unternehmen beruht auf höchster Integrität, Vertrauen, Respekt und gesetzeskonformem Verhalten. Ein Verhaltenskodex definiert die hohen Standards und eine ethische Geschäftspolitik, die bei der Tutogen Medical GmbH für die Prozesse innen wie außen maßgeblich sind. Diese Standards verpflichten uns zu einem verantwortungsvollen Miteinander und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Dennoch kann es durch mangelnde Akzeptanz und Einführung neuer gesetzlicher Bestimmungen zu Absatzproblemen kommen. Das Risiko hieraus wird daher als gering eingeschätzt.

Finanzwirtschaftlich betrachtet haben sich die Strukturen der Gesellschaft im Berichtsjahr nicht wesentlich geändert. Die Risikopotenziale bewegen sich grundsätzlich weiterhin im vertretbaren Rahmen und werden mit unveränderter Sorgfalt sowohl von der Gesellschaft selbst als auch im Rahmen des monatlichen Controllings durch die Konzernmutter RTI Surgical Inc. analysiert und bewertet. Mit der bestehenden, zum Bilanzstichtag noch nicht in Anspruch genommene Darlehens-zusage wird die erforderliche finanzielle Unterstützung durch die Konzernmutter sichergestellt. Das Liquiditätsrisiko wird daher als gering eingeschätzt.

Das aktuell herrschende Spannungsverhältnis am Arbeitsmarkt, welches sich in der Problematik der fehlenden Passung zwischen Angebot und Nachfrage sowie einem stark verschobenen Kräfte-verhältnis zugunsten qualifizierter Bewerber begründet, stellt auch uns zunehmend vor die Heraus-forderung, die geeigneten Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu binden. So ist es unsere Aufgabe, personalwirtschaftliche Veränderungen und Risiken proaktiv zu erkennen, um rechtzeitige Interventionsmaßnahmen einzuleiten. Dies erfordert eine strategische Personalplanung, hat Auswirkungen auf die Implementierung und Umsetzung individueller Personalentwicklungs-programme und verlangt vielfältige Personalbindungsmaßnahmen. Aus diesem Grund sind auch dies die Fokusthemen, mit welchen sich unsere Personalabteilung täglich beschäftigt. Wir können daher resümieren, dass wir durch aufgezeigte Maßnahmen, auf die oben genannten Risiken angemessen reagieren, um so die Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens- und Ertragslage zu dämpfen. Das Risiko hieraus wird daher als gering eingeschätzt.

Die Sicherheit unserer Informationssysteme hat für uns einen hohen Stellenwert. Unser Ziel ist es, unsere IT-Systeme vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. Damit unsere Prozesse stets reibungslos funktionieren, müssen die dafür benötigten IT-Systeme dauerhaft verfügbar sein. Unsere gesamte Software wird regelmäßig aktualisiert, um mögliche Sicherheitslücken zu schließen. Zur Datensicherheit und zum Schutz gegen Datenverlust oder den Diebstahl von Daten nutzen wir entsprechende Viren- und Zugangsschutzsysteme sowie geeignete Verschlüsselungssysteme. Zusammenfassend halten wir fest, dass IT-Risiken in Zukunft einen unwesentlichen negativen Einfluss auf die Geschäfts-, Vermögens- und Ertragslage haben könnten. Die Eintrittswahrscheinlich-keit sehen wir aus heutiger Sicht als gering an.

Vom Ukrainekrieg ist die Gesellschaft kaum direkt betroffen, da es nur geringe Geschäftsaktivitäten nach Russland oder in die Ukraine gab. Die angespannte Situation am Energiemarkt führt für 2023 zu höheren Energiekosten. Durch kurzfristige Überbrückung mit Spotpreisverträgen konnten wir günstigere Verträge im ersten Halbjahr 2023 abschließen. Hierdurch fällt der Effekt nicht so groß aus wie ursprünglich erwartet.

Gesamtbeurteilung der Risikosituation

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir keine wesentlichen Einzelrisiken festgestellt, die allein oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdet hätten. Bei Eintritt unvorhersehbarer, außergewöhnlicher Risiken ist ein Einfluss auf die Leistungs- und Ergebnisentwicklung nicht auszuschließen. Die Einschätzung zur Risikosituation ist im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr.

Chancenbericht

Durch den Verkauf des OEM-Geschäfts (im Juli 2020) und damit mittelbar der Anteile an der Tutogen Medical GmbH an Montagu Private Equity LLP ('Montagu'), ein führendes europäisches Private-Equity-Unternehmen, werden die Vertriebs- und Marketingaktivitäten stärker auf Kundengruppen fokussiert. Durch diese stärkere Konzentration auf Bedürfnisse spezieller Kundengruppen und Vertriebskanäle erwartet man eine bessere Kundenbindung und einen Ausbau der Umsatzerlöse an den jeweiligen Märkten. Klare Verantwortungsbereiche und Spezialisierung der Mitarbeiter auf eine spezielle Kundengruppe sollen zu einem höheren Servicelevel für den Kunden führen sowie eine Effizienzsteigerung bei den internen Prozessen erzeugen. Außerdem erhofft man sich durch weitere Investitionen einen Auf- und Ausbau von Geschäftsfeldern und eine Förderung von Innovationen.

Der Ausbau der Umsatzmärkte für porcine Produkte wurde auch im Jahr 2023 weiter vorangetrieben. An dem Ausbau des Nordamerikanischen Marktes wird weitergearbeitet. In diesem Markt wird weiterhin ein Wachstumspotenzial gesehen.

Des Weiteren wird auch an einer Strategie gearbeitet, um den Anteil der xenogenen Produkte am Gesamtumsatz zu steigern. Hier wird weiteres Potential durch eine Weiterentwicklung des Geschäfts mit OEM Kunden gesehen.

Prognosebericht

Geplant wurden für das Geschäftsjahr 2024 ein Gesamtumsatz von Mio. EUR 16,9 mit einem Gesamtergebnis von Mio. EUR 0,6. Laut aktualisiertem Forecast (Stand IST Juli mit Prognose zum Jahresende) werden im Geschäftsjahr 2024 Umsatzerlöse in Höhe von Mio. EUR 19,4 erwartet. Im Bereich des Drittumsatzes wird mit einer Steigerung der Umsatzerlöse aufgrund von Preissteigerungen und Abverkäufen einer auslaufenden Produktfamilie gerechnet, wohingegen sich die Intercompany-Umsätze mit der US-Muttergesellschaft etwas reduzieren werden. Insgesamt wird laut genanntem Forecast ein Jahresüberschuss in Höhe von ca. Mio. EUR 0,7 für das Geschäftsjahr 2024 erwartet.

Bilanz zum 31. Dezember 2023

A k t i v a

Vorjahr
EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte
4.307,89 7
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen,
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
65.868,71 100
70.176,60 107
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
2.143.822,40 2.233
2. Technische Anlagen und Maschinen 77.389,04 72
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.127.686,88 969
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 200.664,17 157
3.549.562,49 3.431
3.619.739,09 3.538
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.633.480,92 1.515
2. Unfertige Erzeugnisse 3.445.707,06 3.706
3. Fertige Erzeugnisse 1.332.649,87 1.485
6.411.837,85 6.706
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.725.821,68 1.557
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 10.355.771,70 8.319
3. Sonstige Vermögensgegenstände 784.632,69 298
12.866.226,07 10.174
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 339.627,87 955
19.617.691,79 17.834
C. Rechnungsabgrenzungsposten 132.621,74 177
23.370.052,62 21.549

P a s s i v a

Vorjahr
EUR EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 255.646,00 256
II. Kapitalrücklage 15.203.874,68 15.204
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 69.094,41 69
IV. Gewinnvortrag (Vj. Verlustvortrag) 988.294,14 -631
V. Jahresüberschuss 783.329,26 1.620
17.300.238,49 16.517
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 79.596,00 88
2. Steuerrückstellungen 447.274,80 174
3. Sonstige Rückstellungen 1.080.637,27 1.150
1.607.508,07 1.412
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 489.166,24 589
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.515.571,82 2.780
3. Sonstige Verbindlichkeiten 428.332,73 220
3. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern:
EUR 108.487,74 (Vj. TEUR 127)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
EUR 19.550,08 (Vj. TEUR 30)
4.433.070,79 3.589
D. Rechnungsabgrenzungsposten 29.235,27 31
23.370.052,62 21.549

Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Vorjahr
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 18.714.584,93 19.032
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -412.659,99 -637
3. Sonstige betriebliche Erträge 104.941,81 491
davon aus Währungsumrechnung EUR 0,00 (Vj. TEUR 7)
4. Materialaufwand
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -2.824.849,36 -2.214
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -8.205.331,34 -8.413
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.532.866,17 -1.597
davon für Altersversorgung EUR 137.428,08 (Vj. TEUR 144)
-9.738.197,51
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -495.729,50 -466
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.218.583,74 -4.417
davon aus Währungsumrechnung EUR 12.189,92 (Vj. TEUR 0)
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.460,58 1
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (Vj. EUR 0)
davon aus Abzinsung EUR 1.460,58 (Vj. TEUR 1)
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -335.100,64 -145
10. Ergebnis nach Steuern 795.866,58 1.635
11. Sonstige Steuern -12.537,32 -15
12. Jahresüberschuss 783.329,26 1.620

Anhang

I. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuches erstellt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB.

Die Gliederung der Bilanz entspricht § 266 HGB, die Gewinn- und Verlustrechnung wurde bis 31. Dezember 2022 nach dem Umsatzkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 3 HGB aufgestellt, seit diesem Geschäftsjahr nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB. Der Wechsel des Gliederungsschemas erfolgte zur Anpassung an konzerneinheitliche Grundsätze, wobei dadurch auch die Beurteilung der Ertragslage verbessert wird. Vorjahresbeträge wurden vollumfänglich ebenfalls nach dem Gesamtkostenverfahren dargestellt, um eine Vergleichbarkeit herzustellen.

Die Ansatz-, Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten. Dies schließt auch das Wahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 HGB zur Aktivierung von selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten und Werten ein.

Der Anhang enthält die gesetzlich erforderlichen Angaben, wobei von dem Wahlrecht nach § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht wurde.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 Satz 1 und 2 und Abs. 2a HGB aktiviert und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer sowie bei Vorliegen einer voraussichtlichen dauernden Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben. Zu den in die Herstellungskosten einbezogenen Bestandteile verweisen wir auf die Ausführungen zu den Vorräten.

Die entgeltlich erworbenen Konzessionen, gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten sind zu Anschaffungs-kosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Patente sowie der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Software, bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei Vorliegen einer voraussichtlichen dauernden Wertminderung vorgenommen. Die Nutzungsdauern der Warenzeichen, die dem Arzneimittelgesetz unterliegen, wurden mit 15 Jahren angesetzt. In den Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen waren beizubehalten.

Die Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden bei Vorliegen einer voraussichtlichen dauernden Wertminderung vorgenommen. Die laufenden Abschreibungen werden nach der linearen Methode entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vorgenommen. Diese beträgt je nach Anlagegut zwischen drei und 40 Jahren. Geringwertige Anlagegüter, deren Anschaffungskosten EUR 800,00 nicht überschreiten, werden im Jahr des Zugangs sofort erfolgswirksam abgeschrieben, ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau sind zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Rohstoffe sind mit fortlaufend ermittelten durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Bezüge in Fremdwährung werden zum aktuellen Devisenkassamittelkurs erfasst, Kursdifferenzen werden bei Zahlung berücksichtigt. Der Reichweite sowie einer fehlenden Verwertbarkeit der Rohwaren wird durch Bewertungsabschläge Rechnung getragen.

Die Unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 HGB aktiviert. In die Herstellungskosten werden die Einzelkosten, angemessene Teile der Materialgemein-kosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, einbezogen. Die Zuordnung der Fertigungsgemeinkosten erfolgt nach Fertigungsstufen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Für Artikel mit geringer Umschlagshäufigkeit werden Bewertungsabschläge zur Berücksichtigung der Verfallsdaten im erfor-derlichen Umfang vorgenommen. Ferner werden Abschläge aufgrund Überalterung, Reichweite, fehlender Verwertbarkeit sowie der verlustfreien Bewertung vorgenommen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten, vermindert um notwendige Einzel- und Pauschalwertberichtigungen, angesetzt. Der als sonstiger Vermögensgegenstand ausgewiesene Rückdeckungsanspruch aus Pensionssicherungen ist mit dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital zuzüglich einer Überschussbeteiligung bewertet.

Die Liquiden Mittel sind mit ihren Nominalwerten ausgewiesen. Bankguthaben oder -verbindlichkeiten in Fremdwährung sind mit dem zum Stichtag maßgebenden Devisenkassamittelkurs bewertet.

Das Gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der Projected Unit Credit Method (PuC-Methode) unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze mit einem Zinsfuß von 1,82 % p.a. auf Basis der am 20. Juli 2018 veröffentlichten Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck berechnet. Rückstellungen für Altersversorgungs-verpflichtungen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen werden nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dabei wurde der Berechnung im Berichtsjahr eine jährliche Rentenanpassung von 2,00 % p.a. zugrunde gelegt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren (1,82 %) und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren (1,74 %) beläuft sich auf EUR 586 (Vj. EUR 2.880). Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB unterliegt einer Ausschüttungssperre.

Die Steuerrückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken aus ungewissen Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Bei der Bewertung des Erfüllungsbetrages von sonstigen Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden Kostensteigerungen in Höhe von 2,0 % berücksichtigt, die Abzinsung erfolgt mit fristadäquaten Zinssätzen, wie sie von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben werden. Die zum 31. Dezember 2023 verwendeten Zinssätze betragen je nach Restlaufzeit zwischen 0,99 % und 1,80 %.

Bei der versicherungsmathematischen Berechnung der Jubiläumsrückstellung nach der Anwart-schaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Method) werden zukünftig erwartete Gehalts-entwicklungen mit 2,0 % sowie die erwartete Mitarbeiterfluktuation nach Heubeck-Standard-fluktuation berücksichtigt. Zur Bestimmung des Rechnungszinses wurde eine Restlaufzeit von zehn Jahren unterstellt. Der zugrunde gelegte Rechnungszinsfuß betrug zum 31. Dezember 2023 1,74 %. Als Rechnungsgrundlagen dienten die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten in Fremd-währung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstich-tag bewertet. Alle Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Die Rechnungsabgrenzungsposten sind zum Nennwert ausgewiesen. Sie beinhalten Auszahlungen bzw. Einzahlungen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand bzw. Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Die Berechnung der Latenten Steuern beruht auf den temporären Unterschieden zwischen den Bilanzposten aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Betrachtungsweise gemäß § 274 HGB. Aufgrund des Aktivüberhangs im Geschäftsjahr werden latente Steuern in Ausübung des Wahlrechts nach § 275 HGB nicht angesetzt.

Die Realisierung von Umsatzerlösen richtet sich nach dem aufgrund der Allgemeinen Geschäftsbedingungen bzw. einzelvertraglich festgelegten Gefahrenübergang der Waren und Erzeugnisse.

Aufwendungen und Erträge werden in dem Geschäftsjahr erfasst, in dem sie wirtschaftlich angefallen sind.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag gemäß § 256 a HGB umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip und das Anschaffungskostenprinzip beachtet.

III. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz

Die Gliederung und Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel.

Zum Bilanzstichtag bestehen Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte in Höhe von TEUR 4 (Vj. TEUR 7). In Höhe dieses Betrages besteht nach § 268 Abs. 8 HGB eine Ausschüttungssperre. Im Geschäftsjahr sind keine Forschungs- und Entwicklungskosten angefallen, sodass auch keine Aktivierung von Entwicklungskosten erfolgte.

Planmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen in Höhe von TEUR 496 (Vj. TEUR 466) wurden vorgenommen.

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen TEUR 10.356 (Vj. TEUR 8.318) auf die Forderungen gegen den Gesellschafter RTI Surgical Inc., Delaware, USA. Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 4.921 (Vj. TEUR 3.331) aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von TEUR 5.435 (Vj. TEUR 4.987) aus sonstigen Forderungen.

In den Sonstigen Vermögensgegenständen ist der Aktivwert der Rückdeckungsversicherung in Höhe von TEUR 30 (Vj. TEUR 32) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten, eine Saldierung mit der Pensionsverpflichtung nach § 246 Abs. 2 HGB war nicht vorzunehmen, weil Tutogen den Versorgungsberechtigten kein Pfandrecht eingeräumt hat. Die Rückdeckungsversicherung stellt kein Planvermögen dar. Des Weiteren besteht eine Gewerbe- und Körperschaftsteuerüberzahlung für 2023 in Höhe von TEUR 285 (Vj. TEUR 7). Ferner sind Kautionen in Höhe von TEUR 8 (Vj. TEUR 8) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Sämtliche restlichen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind unverändert innerhalb eines Jahres fällig.

Das Gezeichnete Kapital beträgt EUR 255.646,00.

Die Sonstigen Rückstellungen in Höhe von insgesamt TEUR 1.081 (Vj. TEUR 1.150) betreffen vor-wiegend Aufwendungen für ausstehenden Urlaub sowie die üblichen Verpflichtungen gegenüber dem Personal in Höhe von TEUR 486 (Vj. TEUR 612). Daneben wurden Rückstellungen für ausstehende Rechnungen von gesamt TEUR 380 (Vj. TEUR 282), für Abschluss- und Prüfungskosten in Höhe von TEUR 88 (Vj. TEUR 127) und aufgrund der gesetzlichen Pflicht zur Aufbewahrung von Unterlagen in Höhe von TEUR 127 (Vj. TEUR 129) gebildet.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 3.516 (Vj. TEUR 2.780) und sind, wie im Vorjahr, vollumfänglich innerhalb eines Jahres fällig.

Es bestehen keine Kreditlinien.

IV. Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse unterteilen sich wie folgt:

2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Inland 5.556 4.967
Ausland 13.159 14.065
18.715 19.032

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 386 gesunken. Sie enthalten u.a. periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 0 (Vj. TEUR 76). Außerdem sind Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von TEUR 0 (Vj. TEUR 372) enthalten.

In den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind u.a. Aufwendungen aus der Zuführung der Einzelwertberichtigung und Pauschalwertberichtigung von Forderungen in Höhe von TEUR 36 (Vj. TEUR 0) enthalten. Außerdem finden sich hier Kosten für Wartung und Instandhaltung in Höhe von TEUR 608 (Vj. TEUR 695) und Zulassungskosten in Höhe von TEUR 628 (Vj. TEUR 819) wieder.

Die Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von TEUR 335 (Vj. TEUR 145) bestehen aus laufendem Körperschaftsteueraufwand in Höhe von TEUR 197 (Vj. TEUR 104) und Gewerbesteueraufwand in Höhe von TEUR 138 (Vj. TEUR 41).

V. Sonstige Angaben

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich wie folgt:

Gesamt davon fällig
in 1 Jahr
davon fällig
zwischen 2 und 5 Jahren
davon fällig
nach 5 Jahren
TEUR TEUR TEUR TEUR
Büro- und Lagermieten 206 86 120 0
Gerätemieten 75 46 29 0
Kfz-Leasing 104 52 52 0
Bestellobligo 300 300 0 0
Wartungsverträge 759 625 133 1
1.444 1.109 334 1

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr 2023 betrug 131 (Vj. 134), davon gewerbliche Arbeitnehmer 52 (Vj. 52) und Angestellte 79 (Vj. 82).

Einziger Geschäftsführer der Gesellschaft ist Herr Stefan Puskeppelies (kaufmännischer Geschäftsführer).

Die Angaben bezüglich der Bezüge der Geschäftsführung unterbleiben mit Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB.

Direkte Muttergesellschaft ist die RTI Surgical Inc. mit Sitz in Delaware, USA.

Die Tutogen Medical GmbH wird in den Konzernabschluss der Ardi Aggregator LP, Delaware, USA, zum 31. Dezember 2023 einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Für den Konzernabschluss besteht keine gesetzliche Offenlegungspflicht in USA.

VI. Nicht zu marktüblichen Konditionen abgeschlossene Geschäfte mit nahestehenden Personen

Die jederzeit fälligen Forderungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber der Muttergesellschaft RTI Surgical Inc., Delaware, USA, werden nicht verzinst. Zum Stichtag bestehen Nettoforderungen gegenüber der Muttergesellschaft in Höhe von rund Mio. EUR 6,8.

VII. Vorschlag zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss von EUR 783.329,26 zusammen mit dem bestehenden Verlustvortrag auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Neunkirchen am Brand, den 8. August 2024

Geschäftsführer:
Stefan Puskeppelies

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Vortrag Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 984.406,03 0,00 0,00 0,00 984.406,03
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.131.363,75 16.442,71 0,00 0,00 7.147.806,46
8.115.769,78 16.442,71 0,00 0,00 8.132.212,49
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.038.161,44 48.533,44 0,00 0,00 7.086.694,88
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.280.464,06 20.892,62 0,00 0,00 1.301.356,68
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.098.048,26 448.404,59 0,00 -35.589,69 10.510.863,16
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 157.013,23 43.650,94 0,00 0,00 200.664,17
18.573.686,99 561.481,59 0,00 -35.589,69 19.099.578,89
26.689.456,77 577.924,30 0,00 -35.589,69 27.231.791,38
Abschreibungen
Vortrag Zugänge Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 977.618,75 2.479,39 0,00 980.098,14
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.031.346,30 50.591,45 0,00 7.081.937,75
8.008.965,05 53.070,84 0,00 8.062.035,89
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.805.214,90 137.657,58 0,00 4.942.872,48
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.208.555,92 15.411,72 0,00 1.223.967,64
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.129.176,61 289.589,36 -35.589,69 9.383.176,28
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
15.142.947,43 442.658,66 -35.589,69 15.550.016,40
23.151.912,48 495.729,50 -35.589,69 23.612.052,29
Buchwerte
31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 4.307,89 6.787,28
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 65.868,71 100.017,45
70.176,60 106.804,73
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.143.822,40 2.232.946,54
2. Technische Anlagen und Maschinen 77.389,04 71.908,14
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.127.686,88 968.871,65
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 200.664,17 157.013,23
3.549.562,49 3.430.739,56
3.619.739,09 3.537.544,29

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Tutogen Medical GmbH, Neunkirchen am Brand

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Tutogen Medical GmbH, Neunkirchen am Brand, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmetho-den - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Tutogen Medical GmbH, Neunkirchen am Brand, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesell-schaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermö-gens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deut-schen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf-grund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwor-tung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzu-geben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belan-gen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsme-thoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsäch-lichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeit-planung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Nürnberg, den 8. August 2024

Deloitte GmbH
IronMaidenWarhammer.0815Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Andreas Kiefer
Wirtschaftsprüfer
Stefan Saber
Wirtschaftsprüfer

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