Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 213034
Eingetragen
23.3.1995
Branche
BeteiligungsgesellschaftenHerstellung von handgeführten Werkzeugen mit MotorantriebHerstellung von Prüfmaschinen
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von Gasfedern für den Fahrzeug-, Bau- und Schiffsbausektor sowie Industrieanlagen aller Art. Die Gesellschaft darf andere Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art übernehmen, vertreten und sich an solchen Unternehmen beteiligen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jürgen Roland
seit 24.11.2020
Geschäftsführer
Martin Karl Schäfer
seit 26.7.2016
Prokura
Michael Uwe Demuth
seit 23.2.2012
Geschäftsführer
Markus Linder
seit 11.2.2011
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
250.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

HAHN-Gasfedern GmbH

Aichwald

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022

Lagebericht 2021/2022

1. Grundlagen

Die HAHN-Gasfedern GmbH kann mittlerweile auf über ein halbes Jahrhundert an Erfahrungen auf dem Gebiet der Gasfeder-Technologie zurückblicken. HAHN entwickelt, produziert und vertreibt ein breites Spektrum an Gasfedern und Dämpfungsprodukten. Die verschiedenen Produkte wie Gasdruckfedern, Gaszugfedern, Doppelhubgasfedern, blockierbare Gasfedern und Ölbremsen kommen überall dort zum Einsatz, wo Teile ohne Kraftaufwand kontrolliert bewegt oder gebremst werden müssen. Dies kann im Möbelbau, Fahrzeugbau, Schiffsbau, Maschinenbau oder in vielen anderen Bereichen der Fall sein.

Das Verkaufsgebiet von HAHN umfasst in erster Linie Europa, dabei stellt Deutschland weiterhin den wichtigsten einzelnen Markt dar. Darüber hinaus beliefert HAHN weltweit angesiedelte Kunden, z.B. in Asien und Nordamerika.

Das Unternehmen gehört seit 01. Juli 2016 zum international tätigen Stabilus-Konzern mit Sitz in Frankfurt am Main (vormals Luxemburg).

2. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland wird durch die Auswirkungen der hochgeschnellten Gaspreise und Energiekosten zunehmend negativ beeinflusst. Die damit einhergehenden massiven gesamtwirtschaftlichen Kaufkrafteinbußen und die Verschlechterung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen dämpfen nicht nur die noch unvollständige Erholung von der Corona-Krise, sondern drücken die deutsche Wirtschaft in die Rezession. Die gestiegenen Energiepreise verstärken den Preisauftrieb, der bereits in der Corona-Pandemie eingesetzt hat, ausgelöst durch die Störung der internationalen Lieferketten.

Die deutsche Wirtschaftsleistung dürfte im dritten Quartal 2022 bereits leicht gesunken sein; im Winterhalbjahr ist aufgrund der steigenden Kostenbelastung durch Energie, der nachlassenden Konsumnachfrage und der schwächelnden Weltwirtschaft mit einem deutlicheren Rückgang zu rechnen, welcher lediglich in Folge des noch immer bestehenden hohen Auftragspolsters im Verarbeitenden Gewerbe nicht noch stärker ausfällt.

Insgesamt dürfte die Produktion in diesem Jahr trotz des Rückgangs in der zweiten Jahreshälfte noch um 1,4 % ausgeweitet werden, allerdings ist für das kommende Jahr zu erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt um 0,4 % zurückgeht; im Frühjahr erwarteten die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute noch einen Anstieg von 3,1. Für das Jahr 2024 ist die Erwartung, dass sich das Bruttoinlandsprodukt wieder erholt und im Jahresdurchschnitt um 1,9 % wächst.

Die Inflationsrate dürfte sich in den kommenden Monaten weiter erhöhen. Jahresdurchschnittlich wird für das Jahr 2023 mit 8,8 % eine Teuerungsrate erwartet, die sogar noch leicht über dem Wert des laufenden Jahres (8,4 %) liegt.

(Quelle: Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2022 der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute vom 27. September 2022)

Auch die OECD geht von einer Verlangsamung des Wachstums der deutschen Wirtschaft für das laufende Jahr aus. Für dieses Jahr wird nur noch ein geringes Wachstum von 1,2% erwartet; für 2023 prognostiziert die OECD in ihrem aktuellen Ausblick für Deutschland einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,7%.

(Quelle: OECD, Interim Economic Outlook, September 2022)

3. Entwicklung im Geschäftsjahr

3.1 Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Unternehmenssteuerung erfolgt auf Basis detaillierter (Budget-)Planungen und daran anschließender Plan-Ist-Berichte bzw. Abweichungsanalysen. Hierbei werden im Wesentlichen die folgenden Kenngrößen geplant und kontrolliert:

Umsatz

(Roh-)Marge/Rohertrag (Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen)

Betriebsergebnis (EBIT)

3.2 Umsatz- und Auftragsentwicklung

HAHN ist auf nahezu allen Absatzmärkten weltweit vertreten, wobei der Schwerpunkt auf Europa und hier insbesondere auf der DACH/BENELUX Region liegt.

Die Umsatzerlöse betragen 38,7 Mio. Euro, nach 39,9 Mio. Euro im Vorjahr.

Besonders positiv hat sich der Absatz im aktuellen Jahr in Deutschland sowie im EU-Gebiet entwickelt, während sich der Umsatz im übrigen Ausland im Vergleich zum Vorjahr reduziert hat.

Deutschland stellt somit im Berichtsjahr erneut das umsatzstärkstes Verkaufsgebiet von HAHN dar. Nach Deutschland stellt im Berichtsjahr das EU-Gebiet außerhalb Deutschlands das zweitstärkste Verkaufsgebiet dar, gefolgt vom Intercompany-Geschäft mit Unternehmen der weltweit agierenden Stabilus-Gruppe und den Verkäufen in das übrige Ausland.

Insgesamt zeigt sich im Berichtsjahr, trotz des weiterhin schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds vor allem in Folge der Lieferengpässe und der starken Materialpreisteuerungen auf dem Beschaffungsmarkt, eine zum Vorjahr leicht negative, dennoch jedoch sehr stabile Umsatzentwicklung. Dabei konnten Umsatzrückgänge in einigen Kundensegmenten durch Umsatzzuwächse in anderen Bereichen nicht vollständig, aber überwiegend kompensiert werden. Positiv beigetragen zur Umsatzentwicklung hat dabei u.a. die Verschmelzung von HAHN mit der Stabilus Actio GmbH, welche im Berichtsjahr vorgenommen wurde (siehe dazu weitere Informationen unter Punkt 5).

Die Vergleichbarkeit der Umsatz- und Ergebnis-Zahlen ist aufgrund der Verschmelzung nicht wesentlich beeinträchtigt.

3.3 Personal- und Sozialbereich

Die Belegschaft ist im Geschäftsjahr 2021/2022 auf sehr ähnlichen (im Bereich der gewerblichen Arbeitnehmer) bzw. gleichem Niveau (im Angestellten-Bereich) wie im Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt betrug die Anzahl der Mitarbeiter (ohne Geschäftsführung, Auszubildende und Aushilfen) 228 Personen (Vorjahr: 230), davon 57 Angestellte (Vorjahr: 57) und 171 gewerbliche Arbeitnehmer (Vorjahr: 173).

3.4 Umwelt- und Arbeitsschutz

Das Unternehmen erfüllt die geltenden Umweltschutzvorschriften und achtet auf umweltgerechte Entsorgung entstehender Abfallprodukte. HAHN hat 2012/2013 ein Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001:2009 eingeführt.

Eine entsprechende Re-Zertifizierung nach EN ISO 14001:2015 wurde im Oktober 2021 erfolgreich und ohne Abweichungen absolviert.

Im Oktober 2021 wurde ebenso das zweite Überwachungsaudit für das im Oktober 2016 implementierte Energiemanagementsystem nach DIN EN 50001:2018 erfolgreich und ohne Abweichungen durchgeführt.

Im Oktober 2021 wurde zudem eine entsprechende Re-Zertifizierung erfolgreich und ohne Abweichungen des 2018 eingeführten Arbeitsschutzmanagementsystems nach DIN ISO 45001:2018 durchgeführt.

3.5 Qualitätssicherung

Die produzierten Gasfedern unterliegen einer ständigen Qualitätskontrolle.

Dokumentiert werden diese Maßnahmen durch eine Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001:2015. Das erste Überwachungsaudit wurde im Oktober 2021 ohne Abweichung durchgeführt.

3.6 Forschung und Entwicklung

In der Entwicklungs-Abteilung stehen eigene Räume mit Mess- und Prüfanlagen zur Verfügung, in denen ständig Tests und Analysen hinsichtlich Produktqualität und Sicherheit durchgeführt werden. Zudem wird weiter an verschiedenen Produkt-Entwicklungen gearbeitet, Entwicklungsprojekte zur Marktreife gebracht und neue Produktreihen am Markt platziert.

Als Schnittstelle zwischen Verkauf und Entwicklung dient die Abteilung "Projektmanagement", deren Schwerpunkt darauf ausgerichtet ist, kundenspezifische Anforderungen am Markt aufzunehmen und in künftige HAHN Produkte und Lösungen zu transformieren.

4. Wirtschaftsbericht

4.1 Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme stellt sich im Berichtsjahr mit 24,4 Mio. Euro etwas höher als im Vorjahr dar; die Eigenkapitalquote des Unternehmens liegt daher im Vorjahresvergleich entsprechend niedriger und beläuft sich im aktuellen Jahr auf 43,3%, nach 51,7% im Vorjahr.

Die maschinenbezogenen Investitionen des Geschäftsjahres wurden wie gewöhnlich aus dem operativen Cash Flow finanziert.

Bestehende Leasingverträge wurden planmäßig bedient. Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Leasingverträge werden nur zu festen Konditionen abgeschlossen. Ein Zinsänderungsrisiko besteht somit nicht.

Unter den Finanzanlagen wird ein Anteil an einem verbundenen Unternehmen bilanziert (0,6 Mio. Euro). Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen bestehen in Höhe von TEUR 68.

Der Lagerbestand hat sich im Berichtsjahr von 3,5 Mio. Euro auf 4,2 Mio. Euro erhöht. Die Vorratsintensität liegt mit 17% im Berichtsjahr ebenso leicht niedriger als im Vorjahr (18%).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen 3,4 Mio. Euro und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Mio. Euro erhöht.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 0,1 Mio. Euro auf 0,5 Mio. Euro gesunken.

Der Bestand an liquiden Mitteln und Guthaben bei Kreditinstituten ist im Vergleich zum Vorjahr von 1,5 Mio. Euro auf 5,0 Mio. Euro gestiegen.

Das Eigenkapital unterliegt gewöhnlicherweise, aufgrund des Gewinnabführungsvertrages zwischen HAHN und seiner Muttergesellschaft Stabilus Motion Controls GmbH, Langenfeld, keinen Veränderungen. In Folge der im Berichtsjahr vorgenommenen Verschmelzung der Stabilus Actio GmbH, Koblenz, mit der Hahn-Gasfedern GmbH, Aichwald, hat sich das Eigenkapital im Geschäftsjahr 2021/2022 jedoch von 10,0 Mio. Euro auf 10,6 Mio. Euro erhöht.

Die Pensionsrückstellungen haben sich im Wesentlichen auf Grund der Zinssatzänderung auf 3,0 Mio. Euro (Vj. 2,8 Mio. Euro) erhöht. Die sonstigen Rückstellungen liegen mit 1,6 Mio. Euro geringfügig unter dem Vorjahreswert (1,9 Mio. Euro).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern i.H.v. 7,7 Mio. Euro (Vj. 3,7 Mio. Euro) resultieren aus dem Gewinn des Berichtsjahres.

4.2 Ertragslage

HAHN erzielte im Geschäftsjahr 2021/2022 einen Gewinn vor Ergebnisabführung in Höhe von 7,7 Mio. Euro (Vj. 8,5 Mio. Euro). Dieser wird aufgrund des seit dem Geschäftsjahr 2012 bestehenden Gewinnabführungsvertrages zwischen HAHN und dem Mutterunternehmen Stabilus Motion Controls GmbH, ansässig in Langenfeld, an das Mutterunternehmen abgeführt. Die HAHN-Gasfedern GmbH weist somit in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Jahresergebnis i. H. v. 0,0 Euro aus.

Das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) liegt mit 7,7 Mio. Euro ebenfalls etwas unter dem Vorjahresniveau (8,4 Mio. Euro).

Die Materialaufwandsquote (im Verhältnis zur Gesamtleistung, sich zusammensetzend aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen und sonstigen betrieblichen Erträgen) erhöhte sich von 29,9% im Vorjahr auf nun 31,5%, resultierend v.a. aus einer Änderung des Produktmixes. Die Rohmarge hat sich dementsprechend von 70,1% auf 68,5% verringert.

Die Personalaufwandsquote blieb mit 36,5% im aktuellen Geschäftsjahr unverändert zum Vorjahr.

Die Abschreibungen des Anlagevermögens verringerten sich im Berichtsjahr um TEUR 80 im Vergleich zum Vorjahr.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 3,9 Mio. Euro und befinden sich im Vergleich zum Vorjahr auf dem gleichen Niveau.

4.3 Investitionsvorhaben

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 0,5 Mio. Euro in Infrastruktur und Produktionsanlagen investiert.

Die Sachanlagenintensität beträgt im Berichtsjahr 42% (Vj. 56%).

4.4 Gesamtaussage

Die Entwicklung der Vermögens- Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft stellt sich als positiv dar.

5. Chancen- und Risikobericht

Die Darstellung der Risiken erfolgt im Risikobericht nach Umsetzung von Risikobegrenzungsmaßnahmen (Nettodarstellung).

Grundsätzlich ist HAHN den folgenden Risiken ausgesetzt:

Negative gesamtwirtschaftliche Entwicklung,

zunehmender Wettbewerb,

Verlust von wichtigen Kunden,

Verlust von wichtigen Lieferanten,

technische Neuentwicklungen, welche die eigenen Produkte ersetzen können, sowie

unerwartete Forderungsausfälle.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, und dabei insbesondere die Entwicklung des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus, sind für HAHN, als wichtigem Komponentenlieferanten des deutschen Maschinenbaus, von großer Bedeutung. Den Risiken, die von einer negativen Entwicklung der Weltwirtschaft bzw. einzelner regionaler Wirtschaftsräume ausgehen, wirkt HAHN bereits seit vielen Jahren durch die kontinuierliche Verbreiterung seiner Kundenbasis und Absatzmärkte entgegen.

Die Auswirkungen der Corona-Krise und der u.a. daraus resultierenden Störungen der globalen Lieferketten sowie der damit verbundenen, deutlichen Teuerungen auf praktisch allen weltweiten Beschaffungsmärkten waren noch nicht gänzlich überwunden, als sich die globale wirtschaftliche Erholung, in Form des im Februar begonnenen Aggressionskrieges Russlands gegen die Ukraine, mit einer neuen, unerwarteten und unkalkulierbaren Herausforderung konfrontiert sah. Die damit verbundene Energiekrise stellt sich seitdem und in zunehmendem Maße als gravierendstes Problem insbesondere für die deutsche und europäische wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität dar. Die extrem gestiegenen Energiekosten verteuern die Herstellungs- und Dienstleistungskosten in praktisch allen Sektoren; die Weitergabe der Teuerungen entlang der Lieferkette und letztlich and den Endverbraucher mündete in eine außergewöhnlich starke Inflation mit all ihren bekannten negativen Begleiterscheinungen. Da der europäische Markt, und insbesondere Deutschland, den wichtigsten Absatzmarkt für HAHN darstellt, stufen wir das aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung resultierende Risiko - anders als im Vorjahr- nicht mehr als mittel, sondern als hoch ein.

Zur Sicherung seiner Wettbewerbsposition und des eigenen Unternehmenserfolgs arbeitet HAHN kontinuierlich an der Verbesserung der Produkte sowie der internen Prozesse. Das Risiko wird hier als gering eingestuft.

Grundsätzlich verfügt HAHN über eine sehr breite Kundenbasis und vertreibt seine Produkte an eine Vielzahl an Kunden im In- und Ausland; darunter befinden neben sehr vielen kleinen und mittelgroßen Abnehmern auch größere Kunden, welche zum Teil nicht unwesentlich zum Gesamtumsatz beitragen. Das Risiko des Verlusts von wichtigen Kunden wird durch eine ständige Überprüfung und Verbesserung der internen Prozesse und ein kundenbedarfsorientiertes Key Account Management reduziert und wird als gering eingestuft.

Dem Risiko des Verlustes strategischer Lieferanten wirkt HAHN durch ein nachhaltiges Lieferanten- und Supply Chain-Management entgegen. Die bereits im Vorjahr aufgetretenen, weltweiten Verknappungen von verschiedensten Rohmaterialien und Vorprodukten führten jedoch bei HAHN auch im Berichtsjahr noch zu Verzögerungen in der Lieferkette, die Auswirkungen auf Produktion und Absatz konnten jedoch geringgehalten werden. Insbesondere aufgrund der in den vergangenen Monaten bereits eingetretenen extremen Energiepreisteuerungen und der unkalkulierbaren weiteren Auswirkungen der Energiekrise sowie deren Konsequenzen für die Beschaffungsmärkte schätzen wir das aus Supply-Chain-Problemen resultierende Risiko jedoch auch weiterhin als mittel ein.

Dem aus technischen Neuentwicklungen erwachsenden, potenziellen Risiko tritt das Unternehmen entgegen, indem HAHN mit seinen Kunden maßgeschneiderte technische Lösungen entwickelt und somit sein Know-how im Bereich der Gasfederntechnik stetig erweitert. Eine ständige Marktbeobachtung, Messetätigkeit, Patentüberwachung, Fachliteratur-Recherchen und Wettbewerbsbeobachtung ermöglichen HAHN, schnell und rechtzeitig auf entsprechende Risiken zu reagieren und das eigene Produktportfolio zielgerichtet zu ergänzen. Das Risiko wird hier weiterhin als gering eingestuft.

Das Risiko aus unerwarteten Forderungsausfällen wird bei HAHN generell als gering eingestuft. Aufgrund der bereits oben erwähnten starken Inflation auf praktisch allen wirtschaftlichen Sektoren gehen wir jedoch kurz- und mittelfristig von einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen aus, da es nicht allen Unternehmen möglich sein wird, die Teuerungen in Einkauf und Wertschöpfung in ausreichendem Maße an die Kunden weiterzugeben. Nach heutiger Einschätzung wird das Risiko aus unerwarteten Forderungsausfällen bei HAHN aktuell nicht mehr wie im Vorjahr als gering, sondern nun als mittel eingestuft.

Hinweise auf weitere Risiken, die einen bestandsgefährdenden Einfluss auf die Unternehmensfortführung haben können, sind derzeit nicht bekannt.

Neben den dargestellten Risiken existieren für das Unternehmen erhebliche Chancen. So wird HAHN seine Position als Spezialist für Gasfedern und Dämpfer durch innovative Produkte und weitere Verbesserungen des Kundenservice in den kommenden Jahren weiter ausbauen; die sich daraus ergebenden Chancen, neue Marktanteile zu gewinnen, werden als mittel eingestuft. Durch die seit Mitte 2016 bestehende Zugehörigkeit zur Stabilus-Gruppe, die weltweiter Marktführer im Bereich der Gasfedern ist, bestehen in den kommenden Jahren zudem weiter sehr gute Voraussetzungen für eine nachhaltige internationale Expansion und die Gewinnung neuer Kunden und Vertriebspartner. Insbesondere auf wichtigen Märkten wie beispielsweise Asien, auf denen HAHN bislang deutlich weniger stark präsent ist als in seinem europäischen Kernmarkt, eröffnen sich für das Unternehmen durch die zunehmende Nutzung des internationalen Stabilus-Vertriebsnetzwerks wesentliche mittel- und langfristige Wachstums-Möglichkeiten.

Zudem wurde das Produktportfolio im Berichtsjahr erweitert durch die konzerninterne Verlagerung des Geschäftsbereichs der Montage und des Vertriebs von höhenverstellbaren Tischbeinen von der Stabilus Actio GmbH auf HAHN. Mit Verschmelzung der Stabilus Actio GmbH auf die Hahn-Gasfedern GmbH per 01.07.2022 hat HAHN das entsprechende Produktportfolio und den existierenden Kundenstamm übernommen. Der neue Geschäftsbereich wurde operativ und organisatorisch in den Standort von HAHN in Aichwald integriert und stellt somit einen weiteren, wichtigen Baustein für die langfristige Sicherung und den nachhaltigen Ausbau des Standortes dar.

Kernstück und Basis für die positive Unternehmensentwicklung sind und bleiben weiterhin die hervorragend ausgebildeten Mitarbeiter und das im Unternehmen befindliche Know-how. Mit den vorhandenen Produktionskapazitäten bestehen auch weiterhin die strukturellen Voraussetzungen für die Realisierung eines weiteren, nachhaltigen Unternehmenswachstums am Standort Aichwald in den kommenden Jahren.

In einer Gesamtbetrachtung ist zu konstatieren, dass HAHN, wie auch in den vergangenen Jahren, durch seine sehr breit gefächerte Kundenbasis und die überregionale Präsenz eine hohe Risikostreuung erreicht. Gleichzeitig stehen den überschaubaren Risiken wesentliche Chancen aus der hervorragenden Marktposition sowie aus der o. g. Zugehörigkeit zur Stabilus-Gruppe gegenüber.

Es sind z. Z. keine Gerichts- oder Untersuchungsverfahren gegen unsere Gesellschaft anhängig oder eingeleitet, die bestandsgefährdend sein könnten oder wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.

6. Prognosebericht

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem aktuellen Ausblick vom 11. Oktober 2022 die Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr auf 3,2% gesenkt. Für 2023 rechnet der IWF lediglich noch mit einem Wachstum von 2,7%. Dies stellt die niedrigste Wachstumsprognose dar seit 2001, ausgenommen die akuten Phasen der weltweiten Finanzkrise 2008/2009 und der Corona-Pandemie 2020/2021. Als Hauptgründe werden die sehr hohe globale Inflation, die damit einhergehenden stark gestiegenen Lebenshaltungskosten und enger werdender finanzieller Spielräume in vielen Ländern und Regionen, die Invasion Russlands in die Ukraine sowie die weiterhin spürbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie genannt.

Hierbei hat sich der Ausblick sowohl für die entwickelten Volkswirtschaften als auch für die Schwellen- und Entwicklungsländer erheblich verschlechtert, insbesondere in Europa und in den USA sowie in Lateinamerika. Für Deutschland korrigierte der IWF seine Prognose für dieses Jahr auf nur noch 1,5%; für 2023 rechnet der IWF sogar mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,3% (vergangenes Jahr ging der IWF noch von einem Wachstum von 4,6% aus). Die Prognose für die Eurozone senkte der IWF für 2022 auf 3,1%, für 2023 auf nur noch 0,5%. Die Wachstumsprognose für die USA senkte der IWF für dieses Jahr auf 1,6% und für 2023 auf 1,0%.

(Quelle: IWF, World Economic Outlook, 11. Oktober 2022)

HAHN erwartet mittel- und langfristig eine Fortführung der erfolgreichen und nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Trotz der weiterhin bestehenden Unsicherheiten in Bezug auf die kurz- und mittelfristige gesamtwirtschaftliche Entwicklung sieht HAHN auch in der Budgetplanung für das Geschäftsjahr 2022/2023 einen deutlichen Anstieg des Umsatzes sowie von Roh-Marge und EBIT vor, wobei hierzu auch die Erweiterung des Produktportfolios in Form des neu übernommenen Geschäftsfelds der höhenverstellbaren Tischbeine beiträgt.

Das künftige, mittel- und langfristige Unternehmenswachstum soll auch weiterhin sowohl durch ein stabiles Wachstum bei den Kernprodukten (Gasdruckfedern, Gaszugfedern und blockierbare Gasfedern) als auch durch den weiteren Ausbau des Volumens an kundenspezifischen Projekten erreicht werden.

Regional betrachtet wird der wesentliche Wachstumsschub für die Folgejahre im europäischen und nicht-europäischen Ausland erwartet. Die internationale Marktpräsenz soll auch in 2023 durch die weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit internationalen Vertriebspartnern ausgebaut werden, insbesondere durch die verstärkte Koordinierung der Vertriebsaktivitäten innerhalb der weltweit tätigen Stabilus-Gruppe, zu der HAHN seit 2016 gehört, und der forcierten Nutzung der weltweit vorhandenen Vertriebsstrukturen.

 

Aichwald, den 15. November 2022

Jürgen Roland, Geschäftsführer

Michael Demuth, Geschäftsführer

Bilanz zum 30. September 2022

Aktiva

30.09.2022
30.09.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
1. Patente und Schutzrechte 115.500,23 148.500,35
2. Software 17.662,34 32.286,90
133.162,57 180.787,25
II. Sachanlagevermögen
1. Grundstücke und Bauten 7.330.502,11 7.427.309,62
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.815.088,17 1.931.010,59
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 992.983,84 1.043.049,46
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 222.144,45 420.452,68
10.360.718,57 10.821.822,35
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 614.109,05 530.218,00
2. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherung 68.304,35 65.826,62
682.413,40 596.044,62
11.176.294,54 11.598.654,22
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.895.895,57 1.461.374,65
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 2.026.055,68 1.811.724,09
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 259.255,37 248.482,69
4.181.206,62 3.521.581,43
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.368.226,96 2.041.715,26
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 507.176,64 595.752,67
3. Sonstige Vermögensgegenstände 42.621,26 33.661,76
3.918.024,86 2.671.129,69
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
5.035.280,86 1.493.246,92
13.134.512,34 7.685.958,04
C. Rechnungsabgrenzungsposten 111.145,68 108.179,64
24.421.952,56 19.392.791,90

Passiva

30.09.2022
30.09.2021
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 250.000,00 250.000,00
II. Kapitalrücklage 5.761.575,85 5.200.000,00
III. Gewinnvortrag 4.572.261,78 4.572.261,78
10.583.837,63 10.022.261,78
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3.037.781,00 2.759.323,00
2. Steuerrückstellungen 261.227,00 0,00
3. Sonstige Rückstellungen 1.588.407,38 1.921.500,68
4.887.415,38 4.680.823,68
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen für Bestellungen 76.145,53 96.835,28
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 704.211,11 545.685,35
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 107.620,20 30.635,64
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 7.749.898,04 3.718.134,45
5. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern TEUR 304 (i. Vj. TEUR 275) 312.824,67 298.415,72
8.950.699,55 4.689.706,44
24.421.952,56 19.392.791,90

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022

2021/2022
2020/2021
1. Umsatzerlöse 38.659.231,96 39.903.915,47
2. Erhöhung (i. Vj. Verminderung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 225.104,27 -275.549,80
3. Sonstige betriebliche Erträge 207.417,75 147.259,02
39.091.753,98 39.775.624,69
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs,- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -10.182.826,71 -9.793.903,65
b) Aufwendungen für bezogenen Leistungen -2.130.102,92 -2.097.791,76
-12.312.929,63 -11.891.695,41
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -11.752.747,36 -11.830.076,16
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alterversorgung und für Unterstützung -2.521.380,24 -2.685.760,74
davon für Altersversorgung EUR 244.769,54 (VJ. TEUR 493) -14.274.127,60 -14.515.836,90
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -964.201,39 -1.044.229,30
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.878.225,47 -3.931.398,17
7.662.269,89 8.392.464,91
8. Erträge aus Beteiligungen 184.502,50 136.725,50
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -59.887,89 -56.437,05
davon Aufwendungen aus der Abzinsung EUR 56.908,00 (VJ. TEUR 55)
davon an verbundene Unternehmen EUR 2.979,89 (VJ. TEUR 0)
10. Ergebnis nach Steuern 7.786.884,50 8.472.753,36
11. Sonstige Steuern -36.986,46 -22.593,30
12. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführte Gewinne -7.749.898,04 -8.450.160,06
13. Jahresergebnis 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2021/2022

I. Allgemeines

Firma: HAHN-Gasfedern GmbH
Sitz: Aichwald
Registergericht: Amtsgericht Stuttgart
Handelsregister-Nummer: HRB Nr. 213034

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie unter Berücksichtigung der besonderen Ansatz- und Bewertungsvorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften und der ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

Das Geschäftsjahr der Gesellschaft geht vom 1. Oktober bis zum 30. September des Folgejahres.

Im Berichtsjahr wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2022 die Stabilus Actio GmbH, Koblenz, auf die Hahn-Gasfedern GmbH, Aichwald, verschmolzen.

Die Gesellschaft als übernehmender Rechtsträger hat bei der Verschmelzung das Wahlrecht-nach § 24 UmwG gewählt, und die übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden (Anschaffungsvorgang) mit den Buchwerten des übertragenden Rechtsträgers angesetzt (Buchwertverknüpfung).

Die Vergleichbarkeit der Zahlen des Jahresabschlusses des Berichtsjahres mit denen des Vorjahres ist hierdurch nicht wesentlich eingeschränkt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, die sich aus der voraussichtlichen Nutzungsdauer (zwischen 3 und 7 Jahren) ergeben, bewertet.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt, die sich ebenfalls aus der voraussichtlichen Nutzungsdauer (zwischen 3 und 30 Jahren) ermitteln lassen. Das Sachanlagevermögen wird linear abgeschrieben. Angeschaffte Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von mehr als 250 EUR bis 1.000 EUR werden als Sammelposten Geringwertige Wirtschaftsgüter erfasst und handelsrechtlich analog der gesetzlichen Vorschrift des § 6 Abs. 2a EStG über 5 Jahre linear abgeschrieben.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös, abzüglich der geschätzten noch anfallenden Kosten.

Der Ermittlung der Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Waren und Ersatzteile liegen aktuelle Beschaffungspreise zugrunde. Unfertige und fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet, in die neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie der Wertverzehr des Anlagevermögens einbezogen sind. Fremdkapitalzinsen wurden nicht einbezogen. Die Bestandsrisiken, die sich aus Lagerdauer, geminderter Verwendbarkeit und Auftragsverlusten ergeben, werden durch zusätzliche Abwertungen berücksichtigt.

Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände werden, abzüglich angemessener Pauschalwertberichtigung zum Nennwert bewertet.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert angesetzt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind in Höhe der Ausgaben angesetzt, sofern diese Aufwand des folgenden Geschäftsjahres darstellen.

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen werden mittels des versicherungsmathematischen Verfahrens der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC) berechnet. Als biometrische Rechnungsgrundlagen dienten die Richttafeln 2018G der Heubeck - Richttafeln GmbH. Der Rechnungszins wurde zum Stichtag 30. September 2022 mit 1,77 % (Vj. 2,01 %) p.a. angenommen. Der Zinssatz entspricht dem von der Deutschen Bundesbank im Monat August 2022 bekannt gegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre bei einer Restlaufzeit der Pensionsverpflichtungen von 15 Jahren. Es wurde eine nach Betriebszugehörigkeit gestaffelte Fluktuationswahrscheinlichkeit unterstellt. Der Rententrend wurde mit 2,00 % (Vj. 2,00 %) p.a. angenommen. Ein Gehaltstrend wurde mit 0,00 % (Vj. 0,00 %) p.a. angenommen.

Unter Inanspruchnahme des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB wird der sich aus der Änderung der Rückstellungsbilanzierung nach §§ 249 Abs. 1 Satz 1, 253 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 HGB durch das BilMoG ergebende Zuführungsbetrag über den Höchstzeitraum von 15 Jahren verteilt. Der in der Bilanz nicht ausgewiesene Rückstellungsbetrag beträgt TEUR 22.

Der Unterschiedsbetrag aus der Bewertung der Pensionsrückstellung mit dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz beträgt zum 30. September 2022 TEUR 312. Dieser Betrag ist entsprechend § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB durch frei verfügbare Rücklagen gedeckt.

Zur Berechnung der Jubiläumsrückstellung wurde das zeitratierliche Anwartschaftsbarwertverfahren verwendet. Eine Bewertung erfolgte für alle Mitarbeiter, soweit sie nach Bewertungsstichtag und bis zur Vollendung des rechnungsmäßigen Pensionierungsalters noch mindestens ein Jubiläum erreichen können. Als Zeitraum für die versicherungsmathematische Gleichverteilung des Aufwandes wurde für jedes einzelne Jubiläum die Zeit vom Eintritt bis zum jeweiligen Jubiläum angenommen. Den Berechnungen wurde als rechnungsmäßiges Pensionierungsalter das Alter 65 zugrunde gelegt. Die Abzinsung der Rückstellung erfolgte gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB auf Basis einer pauschal angenommenen Restlaufzeit (Duration) von 15 Jahren. Der diesbezügliche Rechnungszins wurde zum Stichtag 30. September 2022 mit 1,39 % (Vj. 1,41 %) p.a. angenommen. In diese Rechnungsgrundlagen wurden zusätzliche, aus Erfahrungswerten gewonnene Fluktuationswahrscheinlichkeiten eingerechnet, die einen leistungsfreien Abgang vor Eintritt des Versorgungsfalles berücksichtigen.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

III. Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem diesem Anhang als Anlage beigefügten Anlagenspiegel zu entnehmen.

Als Teil des Anlagevermögens ist seit dem GJ 2019/2020 eine Unternehmensbeteiligung zu verzeichnen. Im Rahmen eines Joint Ventures wurden zum 01.11.2019 50% der Anteile an der holländischen YAKIDO B.V., mit Sitz in Zwijndrecht, Niederlande, übernommen. Der letzte zur Verfügung stehende niederländische Jahresabschluss der YAKIDO B.V. datiert vom 31.12.2021 und zeigt ein Eigenkapital von TEUR 394 sowie ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von TEUR 369.

Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen für Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitarbeitern bestehen zum Stichtag 30.09.2022 in Höhe von TEUR 68 (Vj. TEUR 66).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 3.368 (Vj. TEUR 2.042) sind innerhalb eines Jahres fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen belaufen sich auf TEUR 507 (Vj. TEUR 596) und resultieren aus Forderungen, die aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit verbundenen Unternehmen resultieren. Diese sind innerhalb eines Jahres fällig.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind in Höhe von TEUR 16 (Vj. TEUR 16) Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit über einem Jahr enthalten.

Das Eigenkapital hat sich aufgrund der Verschmelzung von TEUR 10.000 zum 30.09.2021 auf TEUR 10.584 zum 30.09.2022 erhöht.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.588 (Vj. TEUR 1.922) beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Bonuszahlungen an Mitarbeiter TEUR 312 (Vj. TEUR 395), für Urlaubsansprüche der Mitarbeiter TEUR 253 (Vj. TEUR 248), für Weihnachtsgeldzahlungen an Mitarbeiter TEUR 249 (Vj. TEUR 231) und für ausstehende Eingangsrechnungen TEUR 378 (Vj. TEUR 374).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 108; Vj. TEUR 31) resultieren aus dem Liefer- und Leistungsverkehr.

Es bestehen Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von TEUR 7.750 (Vj. TEUR 3.718). Diese Verbindlichkeiten betreffen Verbindlichkeiten aus der Ergebnisabführung.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 304 (Vj. TEUR 275).

Sämtliche Verbindlichkeiten haben (wie zum Vorjahresstichtag) eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Es bestehen (wie zum Vorjahresstichtag) keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit über fünf Jahren.

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus Fremdwährungsumrechnungen in Höhe von TEUR 7 (Vj. TEUR 3).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen für Ausgangsfrachten in Höhe von TEUR 472 (Vj. TEUR 473), Stromkosten von TEUR 377 (Vj. TEUR 439), Aufwendungen für Fremdarbeiten in Höhe von TEUR 242 (Vj. TEUR 226), Wartungskosten für Maschinen TEUR 341 (Vj. TEUR 284), Reisekosten (inkl. Fuhrpark) in Höhe von TEUR 231 (Vj. TEUR 203). Enthalten sind zudem Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnungen in Höhe von TEUR 1 (Vj. TEUR 4) und Aufwendungen aus der Anwendung des Art. 67 Abs. 1 und 2 EGHGB in Höhe von TEUR 11 (Vj. TEUR 11).

V. Sonstige Angaben

1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 634 (Vj. TEUR 701) betreffen im Wesentlichen Verpflichtungen aus Mietverträgen über Brandmeldeanlagen (TEUR 187), KFZ-Leasingverträgen (TEUR 193) und Pedelec-Leasingverträgen (TEUR 107) sowie aus Gebäudemietverträgen (TEUR 99).

Zum Stichtag bestand ein Bestellobligo bei Lieferanten in Höhe von TEUR 144.

Insgesamt ergeben sich somit sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 778.

Die Miet- und Leasinggeschäfte dienen der Liquiditätssicherung und der Verbesserung der Bilanzstruktur; weitere Vorteile oder Risiken sind damit nicht verbunden.

2. Angaben zu den Organen der Gesellschaft

Geschäftsführer waren im Berichtsjahr:

Herr Michael Demuth, Geschäftsführer, Baltmannsweiler

Herr Jürgen Roland, Vice President and Head of Stabilus Business Unit Industrial, Mettmann

Unter Inanspruchnahme der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB wird auf eine Angabe der Geschäftsführerbezüge verzichtet.

Arbeitnehmer (Jahresdurchschnitt)

2020/2021 2020/2021
Angestellte 1) 57 57
Gewerbliche Arbeitnehmer 1) 171 173
228 230

1) Ohne Einbeziehung von Geschäftsführern und Auszubildenden.

Honorar des Abschlussprüfers

Auf die Angabe des Honorars des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr wird unter Inanspruchnahme von § 288 Abs. 2 HGB verzichtet.

Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft ist in den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) der Stabilus SE, Frankfurt am Main (vormals Stabilus S.A., Luxemburg), einbezogen (kleinster und größter Kreis). Der IFRS-Konzernabschluss der Stabilus SE, Frankfurt am Main (vormals Stabilus S.A., Luxemburg) wird entsprechend den gesetzlichen Vorschriften veröffentlicht und beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers in deutscher Sprache eingereicht.

Haftungsverhältnisse

Die in den Vorjahren bestehenden Haftungsverhältnisse aus den Kreditlinien der Stabilus-Gruppe bestanden zum Bilanzstichtag nicht mehr.

Gewinnverwendung

Der erwirtschaftete Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 7.750 (Vj. TEUR 8.450) wird entsprechend der Gewinnabführungsvereinbarung an die Stabilus Motion Controls GmbH, Langenfeld, abgeführt.

Nachtragsbericht

Vorgänge, die für den Jahresabschluss von Bedeutung sind, traten nach Schluss des Geschäftsjahres nicht auf.

 

Aichwald, den 15. November 2022

Jürgen Roland, Geschäftsführer

Michael Demuth, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Anschaffungskosten
01.10.2021
Zugänge
Umbuchungen
Abgänge
30.09.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
1. Patente und Schutzrechte 600.000,00 0,00 0,00 0,00 600.000,00
2. Software 1.369.185,31 4.155,00 0,00 0,00 1.373.340,31
1.969.185,31 4.155,00 0,00 0,00 1.973.340,31
II. Sachanlagevermögen
1. Grundstücke und Bauten 9.836.833,93 72.167,43 50.299,56 0,00 9.959.300,92
2. Technische Anlagen und Maschinen 10.633.627,51 30.318,99 360.434,65 0,00 11.024.381,15
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.385.275,23 136.405,52 0,00 0,00 2.521.680,75
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 420.452,68 212.425,98 -410.734,21 0,00 222.144,45
23.276.189,35 451.317,92 0,00 0,00 23.727.507,27
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 530.218,00 83.891,05 0,00 0,00 614.109,05
2. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherung 65.826,62 2.477,73 0,00 0,00 68.304,35
596.044,62 86.368,78 0,00 0,00 682.413,40
25.841.419,28 541.841,70 0,00 0,00 26.383.260,98
Abschreibungen
01.10.2021
Zugänge
Abgänge
30.09.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
1. Patente und Schutzrechte 451.499,65 33.000,12 0,00 484.499,77
2. Software 1.336.898,41 18.779,56 0,00 1.355.677,97
1.788.398,06 51.779,68 0,00 1.840.177,74
II. Sachanlagevermögen
1. Grundstücke und Bauten 2.409.524,31 219.274,50 0,00 2.628.798,81
2. Technische Anlagen und Maschinen 8.702.616,92 506.676,06 0,00 9.209.292,98
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.342.225,76 188.500,80 2.029,65 1.528.696,91
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
12.454.366,99 914.451,36 2.029,65 13.366.788,70
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherung 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
14.242.765,05 966.231,04 2.029,65 15.206.966,44
Restbuchwerte
30.09.2022
30.09.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
1. Patente und Schutzrechte 115.500,23 148.500,35
2. Software 17.662,34 32.286,90
133.162,57 180.787,25
II. Sachanlagevermögen
1. Grundstücke und Bauten 7.330.502,11 7.427.309,62
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.815.088,17 1.931.010,59
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 992.983,84 1.043.049,46
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 222.144,45 420.452,68
10.360.718,57 10.821.822,35
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 614.109,05 530.218,00
2. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherung 68.304,35 65.826,62
682.413,40 596.044,62
11.176.294,54 11.598.654,22

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die HAHN-Gasfedern GmbH, Aichwald

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der HAHN-Gasfedern GmbH, Aichwald, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der HAHN-Gasfedern GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 28. November 2022

KPMG AG
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