Stammdaten

Register
Amtsgericht Offenbach am Main HRB 47524
Eingetragen
25.2.2014
Branche
Herstellung von Gipserzeugnissen für den BauHerstellung von Baubedarfsartikeln aus KunststoffenBauträger für Wohngebäude
Gegenstand
Die Entwicklung, der Einkauf und der Vertrieb von Bauprodukten insbesondere im Bereich Revisionsklappen und -türen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stefan Schnell
seit 25.2.2014
Prokura
Christof Rösler
seit 25.2.2014
Geschäftsführer
Uwe Dieter Schmahl
seit 25.2.2014
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

RUG SEMIN GmbH

Langen (Hessen)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

LAGEBERICHT

RUG SEMIN GMBH, LANGEN (HESSEN)

FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

Grundlagen des Unternehmens

Geschäftsmodell

Die RUG SEMIN GmbH ist ein international operierendes Unternehmen, welches auf dem Gebiet der Entwicklung, des Vertriebs und der Distribution von Revisionsverschlüssen sowie weiteren Metallprodukten tätig ist. Das Produktspektrum wird ergänzt um Produkte aus den Bereichen Kamintüren, Dachbleche, Lüftungsflügel und Fliesenrahmen.

Die Gesellschaft ist eine Tochtergesellschaft der Semin SAS, einem inhabergeführten französischen Bauchemiehersteller mit Sitz in Kedange-sur-Canner/Frankreich. Die RUG SEMIN GmbH lässt einen Großteil der Produkte von der eigenen Tochtergesellschaft RUG CZ, s.r.o. in Plzen/Tschechien produzieren. Der Firmensitz in Langen beherbergt sämtliche Zentralfunktionen und fungiert als Zentrallager für den europäischen und außereuropäischen Vertrieb in derzeit 40 Ländern.

Im Bereich Revisionstüren und -klappen ist die Gesellschaft in Deutschland Marktführer und zählt europaweit zu den größten Anbietern. Das Kundenspektrum reicht vom Baufachhandel über den Trockenbaufachhandel über den Baumarktsektor bis hin zur Industrie.

Neben einem umfangreichen Angebot an Standardprodukten werden zusätzlich spezielle Kundenanforderungen im Rahmen von auftragsbezogen produzierten Sonderprodukten erfüllt. Im Angebotsportfolio der Semin-Gruppe bilden die Produkte der RUG SEMIN GmbH einen bedeutenden Teilbereich auf dem Weg zu einer möglichst breiten Abdeckung der im Trockenbau vorhandenen Kundenbedarfe.

Die RUG SEMIN verfolgt - wie die gesamte Semin-Gruppe - eine Wachstumsstrategie mit zunehmender Internationalisierung bei gleichzeitiger Absicherung einer stabilen wirtschaftlichen Ertragslage. Vertriebsziel ist die Erhöhung der Marktabdeckung und des Marktanteils in Europa.

Forschung und Entwicklung

Unsere Entwicklungsaktivitäten orientieren sich stark an den baurechtlichen Anforderungen unserer Absatzmärkte sowie der sich daraus ableitenden bzw. regional üblichen Kundenbedürfnisse. Wie in vielen anderen Branchen auch ist eine zunehmende Individualisierung der Kundenbedürfnisse festzustellen.

Die Entwicklung, Konstruktion und Verbesserung von Produkten folgen dabei stets den Primärzielen eines hohen Qualitätsniveaus, einer wirtschaftlichen Produktionsweise zur Gewährleistung marktgerechter Preise sowie auch der Nachhaltigkeit. Schützenswerte technische Entwicklungen werden über Patente geschützt.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts beschäftigt die RUG SEMIN GmbH drei Mitarbeiter in der Entwicklung.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die für die RUG SEMIN mit Abstand bedeutsamsten Absatzmärkte sind weiterhin Deutschland und Frankreich.

In Deutschland lag das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das Jahr 2023 um 0,3% unter dem Vorjahr (destatis, kalenderbereinigt -0,1%). Die reale Wachstumsdynamik der Vorjahre ist damit vorbei, ein global krisengeprägtes Umfeld belastet die deutsche Wirtschaft und sorgt für eine schwach rezessive Entwicklung (vgl. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 019, 15.01.2024).

Das Verarbeitende Gewerbe schrumpft nun bereits das 2. Jahr in Folge mit -0,4% (Vorjahr -0,3%). Auch die deutschen Exporte von Waren und Dienstleistungen rutschten ab auf -1,8% zum Vorjahr (nach noch +3,3% im Vorjahr). Die Bauinvestitionen lagen ebenfalls preisbereinigt im Minus: -2,1%. Die Bruttowertschöpfung im Baugewerbe konnte sich mit +0,2% noch mal hauchdünn positiv behaupten. Positive Entwicklungen in der Bruttowertschöpfung gab es in einigen Dienstleistungsbereichen (vgl. Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. zur Baukunjunkturellen Lage, Januar 2024).

Für den Baumarktsektor weist der BHB - Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. für das abgelaufene Jahr ein Minus von 3,1% aus, die Nachfrage schwächelte, weil die von den globalen Krisenherden als auch innenpolitischen Richtungsstreitigkeiten verunsicherten Kunden sich gerade bei investiven Gütern zurückhielten. Dazu kamen ungünstige Witterungseinflüsse mit einem im Vergleich zum Vorjahr vergleichsweise langen Winter und einem eher verregneten Sommer (vgl. BHB - Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V., Pressemitteilung 04/2024, 04.03.2024).

In Frankreich vermeldet die FFB (Fédération Francaise du Bâtiment) für den Bausektor einen leichten Rückgang des Bauvolumens um 0,6%. Der Bereich Wohnungsneubau zeigte in 2023 einen deutlichen Rückgang um real 7,8%, der Nichtwohnungsbau stabilisierte sich mit +0,4%. Im Bereich Bestandsbau/ Instandhaltung gab es erneut einen Zuwachs von +2,6% (vgl. FFB-National, Pressemitteilung vom 24.01.2024).

Mit Ausbruch des Krieges in der Ukraine 2022 kam es zu einer Energiekrise mit einer sich anschließenden Inflationswelle weltweiten Ausmaßes. Der Ukrainekonflikt hält weiter an, hinzu kam mit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 ein wieder verschärfter Nahostkonflikt. Dennoch stabilisierten sich in 2023 die Lieferketten zunehmend, die in 2022 sehr hohe Inflation in Deutschland (+6,9%) sank in 2023 dagegen nur leicht auf immer noch hohe +5,9%. Erst in 2024 entspannt sich der Preisauftrieb voraussichtlich wieder deutlich.

Die von den Zentralbanken langjährig betriebene Niedrigzinspolitik wurde aufgrund der hohen Inflation Mitte 2022 beendet. Stattdessen kam es in Folge zu erheblichen Zinsanstiegen, die mithelfen sollen, die Inflation einzudämmen. Damit verteuerten sich allerdings im gleichen Zuge innerhalb kurzer Zeit auch die Finanzierungskosten in Immobilienprojekten erheblich, was die Investitionsneigung gerade bei privaten Auftraggebern stark dämpfte.

Die zuvor - von der Niedrigzinsphase getriebenen - stark gestiegenen Boden- und Immobilienpreise gerieten aufgrund der deutlich sinkenden Nachfrage etwas unter Druck, die Baukosten selbst bleiben allerdings hoch. In Summe können sich zunehmend weniger Menschen den Kauf eigenen Wohnraums leisten. Die krisen- und inflationsbedingt starke Verunsicherung bezüglich der zukünftigen Aussichten verstärkt den Nachfragerückgang grundsätzlich. Das hat immer stärker erkennbare negative Einflüsse auf die Bautätigkeit als auch auf den Konsum insgesamt.

Die Auftragseingänge der Bauwirtschaft gehen seit dem 2. Halbjahr 2022 real zurück, in 2023 sank der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe real um 4,4% (nominal aufgrund steigender Baupreise gab es noch einen Anstieg von +3,3%). Die weiterhin hohen Infrastrukturinvestitionen im Tiefbau mit einer realen Zunahme des Auftragseingang um 3,0% glichen den stark rückläufigen Hochbau (-11,4%) nur zum Teil aus. In 2023 sanken die Umsätze im Bauhauptgewerbe real um 3,3% (vgl. Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. zur Baukunjunkturellen Lage, Januar 2024).

Im Hinblick auf unsere Hauptmärkte Deutschland und Frankreich kann man feststellen, dass die genannten nachfragebelastenden Faktoren in Deutschland und Frankreich weitgehend gleichsam wirken und die Stimmung in der Baubranche zunehmend belasten.

Der Staat konnte trotz schwächelnder Konjunktur seine Steuereinnahmen in 2023 nochmals leicht steigern, die Neuverschuldung reduzierte sich moderat auf 62 Milliarden Euro, der staatliche Konsum ging in 2023 allerdings um 1,7% zurück und konnte die ebenfalls leicht sinkenden privaten Konsumausgaben also nicht kompensieren.

Deutschland steckt in einer sich verschärfenden Wohnungsbaukrise: In 2023 wurden laut dem Statistischen Bundesamt lediglich 260.000 Wohnungen genehmigt, im Vorjahr waren es noch 354.000, ein deutlicher Rückgang um 26,6%. Damit liegt Deutschland sehr weit unter dem von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag proklamierten Ziel von mittelfristig 400.000 Wohnungen jährlich. Die Zahl der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser sank überproportional um 41,5%, der Mehrfamilienwohnungsbau ging um 25,1% zurück.

Nach den weltweiten Verwerfungen ab Beginn des Ukrainekonflikts Ende Februar 2022 mit rasanten Preisanstiegen im Beschaffungsbereich beruhigte sich die Lage in 2023 wieder etwas. Bei einigen Materialien gingen die Beschaffungspreise wieder zurück, wenn auch nicht mehr auf das Niveau bis 2020. Andere Bereiche hingegen, z.B. energieintensive Produkte oder Dienstleistungen, verteuerten sich weiter. Die Lieferketten stabilisierten sich zunehmend, sodass Lieferengpässe weitgehend abgebaut werden konnten. Nach den Allzeithochs bei den Seefrachten im Jahr 2022 sanken diese bis Mitte 2023 nahezu wieder auf die früher bekannten Niveaus.

Mit den stabileren Lieferketten konnten im abgelaufenen Jahr die in 2022 teilweise deutlich erhöhten Lagerbestände wieder reduziert werden, was gleichermaßen Hersteller wie auch den Handel betraf.

Der US-Dollar notierte gegenüber dem Euro im Jahr 2023 im Durchschnitt um 2,7% schwächer. Bei den für unser Unternehmen im Vergleich bedeutsameren Fremdwährungen gab es eine uneinheitliche Entwicklung: Der Durchschnittskurs des chinesischen Renminbi lag in 2023 um 8,2% schwächer als 2022, die Tschechische Krone dagegen erstarkte im Durchschnitt um 2,3% im Vorjahresvergleich.

Geschäftsverlauf

Für unsere Gesellschaft verlief das vergangene Geschäftsjahr erneut erfolgreich bei nominal identischem Umsatz und gleichzeitig leicht überproportional gesunkenen Aufwendungen.

Die Umsatzerlöse der RUG SEMIN GmbH erreichten in 2023 mit 28.134 T€ bis auf 0,2% den bisherigen Höchststand des Jahres 2022. Neben Preisrückgängen aus reduzierten Abrechnungen von Seefrachtspitzen in Höhe von ca. 2,5% des Gesamtumsatzes gab es gegenläufig in vergleichbarer Höhe kleinere Mengenzuwächse im Bereich Revisionsverschlüsse.

Auf Deutschland entfallen 41,4% der Gesamtumsätze. Die in den letzten Jahren erreichte hohe Marktdurchdringung konnte in 2023 erneut gehalten werden, die Umsätze liegen um 0,9% über 2022. Während sich der Baumarktsektor preisbedingt leicht rückläufig entwickelte, zeigte sich der Baustoffhandel in Summe moderat wachsend bei erneut uneinheitlicher Entwicklung der verschiedenen Kundengruppen mit Veränderungen zwischen -4% bis +20%. Entgegen den Vorjahren konnten die Umsätze mit Industriekunden in 2023 nicht zulegen sondern sanken konjunktur-/ nachfragebedingt um ca. 3%. Bei weitgehend konstanten Beschaffungskosten blieben die Verkaufspreise in 2023 in der Regel unverändert. Bei ausschließlichem Bezug von Produkten aus Asien reduzierten sich Preise durch sinkende Seefrachten teilweise.

Die Auslandsumsätze sanken in 2023 leicht um 0,9%, ihr Anteil an den Gesamtumsätzen beträgt nun 58,6%. Wachstumstreiber waren im zurückliegenden Geschäftsjahr die sehr erfreuliche Umsatzentwicklung in Spanien, Belgien, Dänemark, Schweden und Polen, während die Umsätze in Österreich, Italien und Kanada zurückgingen. Die vertriebliche Marktbearbeitung vor Ort konnte in 2023 in vollem Umfang geleistet werden. Die Belieferung des für unsere Produkte sehr bedeutsamen französischen Marktes erfolgt seit 2021 weitestgehend über unsere Muttergesellschaft, unserem größten Einzelkunden.

Ertragslage

Das durchschnittliche Preisniveau unserer Verkaufsprodukte blieb im Berichtszeitraum weitestgehend unverändert, es gab keine flächendeckenden Preisanpassungen. Mit den in 2023 wieder deutlich stabileren Lieferketten und auch aufgrund einer teilweise eher rückläufigen Nachfrage normalisierte sich die Geschäftstätigkeit im Vergleich zu 2022. Die Erlösschmälerungsquote in % der Verkaufserlöse stieg leicht aufgrund von Änderungen im Kundenmix.

Der Materialaufwand reduzierte sich im Vergleich zur Umsatzentwicklung überproportional und sank gegenüber dem Jahr 2022 um 5,4%. Ursächlich dafür waren vorrangig die massiv gesunkenen Seefrachten für unsere umfangreichen Asienimporte, die sich dem Niveau 2021 wieder stark annäherten. Aluminium und Stahl wurde in 2023 wieder günstiger, andere Materialbereiche sowie der Dienstleistungssektor haben sich dagegen auch in 2023 verteuert. Ein Großteil der Einkäufe erfolgt in Fremdwährung. Ungünstigen Wechselkursentwicklungen bei den für unser Unternehmen bedeutsamen tschechischen Krone als auch beim US-Dollar stehen leichten Entlastungen beim chinesischen Renminbi gegenüber, teilweise werden diese Effekte durch die anteilig abgeschlossenen Termingeschäfte allerdings ausgeglichen. Grundsätzlich beruhigten sich die Beschaffungsmärkte, auch für Energie im Laufe des Jahres, erreichen allerdings nicht mehr die niedrigen Niveaus von 2020/2021. Über tendenziell sinkende Verrechnungspreise unserer produzierenden Tochtergesellschaft in Tschechien wurden diese Effekte im Materialbereich im 2. Halbjahr 2023 bei der RUG SEMIN erkennbar.

Die RUG SEMIN GmbH beschäftigte zum 31.12.2023 47 Mitarbeiter (Voll- und Teilzeit). Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl in 2023 betrug 47,3 Mitarbeiter. Die Mitarbeiteranzahl stieg im Vorjahresvergleich zum Jahresende somit um drei Mitarbeiter, der Durchschnitt 2023 liegt 0,9% höher als 2022. Der Personalaufwand betrug 3.010 T€, unverändert zum Vorjahr. In unserem Unternehmen kommt der Tarifvertrag der Kunststoffverarbeitenden Industrie Hessen (KVI) zur Anwendung, die zwischen den Tarifparteien ausgehandelte Tariferhöhung ab März 2023 wurde umgesetzt. Im Berichtsjahr wurde in Relation erneut mehr Zeitarbeit eingesetzt, die Aufwendungen lagen mit 317 T€ über dem Vorjahr (265 T€).

Der Jahresüberschuss in Höhe von 1.532 T€ liegt um 329 T€ über dem Vorjahreswert von 1.203 T€. Bei nahezu unverändertem Umsatz führten gesunkene Materialaufwendungen zu einem Anstieg des Rohergebnisses. Bei unverändertem Personalaufwand und leicht ansteigendem betrieblichen Aufwand (insbesondere Zeitarbeit, Grundstück- und Energiekosten sowie Kursdifferenzen) konnte das Betriebsergebnis um 416 T€ auf 2.166 T€ gesteigert werden.

Finanzlage

Aufgrund der Teilthesaurierung von Gewinnen und dem Jahresergebnisbeitrag 2023 stieg die Eigenkapitalquote - trotz leicht moderat gestiegener Bilanzsumme - zum 31.12.2023 auf 59,8%, zum 31.12.2022 betrug die Eigenkapitalquote 57,7%.

Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 2023 3.549 T€ und liegt damit erheblich über dem Vorjahr (444 T€). Der Anstieg ist vorrangig auf den starken Abbau der Vorräte sowie auf niedrigere Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen. Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit ist durch deutlich gestiegene Investitionsausgaben ins immaterielle und Sachanlagevermögen sowie durch die Ausgabe eines Darlehens an die Tochtergesellschaft gekennzeichnet und beträgt für 2023 -1.327 T€ (Vorjahr 1.008 T€). Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit beträgt -804 T€: Darlehenstilgungen in den älteren Kreditverträgen werden ausgeglichen durch eine Neuaufnahme eines Darlehens für das laufende Digitalisierungsprojekt zur Einführung eines neuen ERP-Systems. Hauptbestandteil dieser Kennzahl ist damit die Dividende an den Gesellschafter (800 T€). In Summe ergibt sich somit ein Anstieg der kurzfristig verfügbaren Finanzmittel auf 3.341 T€.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen inkl. verbundener Unternehmen liegen auf Vorjahresniveau, betragen zum 31.12.2023 1.711 T€ und werden stets innerhalb der Zahlungsziele unter Nutzung etwaiger Skontierungen beglichen.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr von 13.067 T€ auf 13.818 T€ gestiegen. Bei den Sachanlagen gab es einen Anstieg um 246 T€, die weitgehend auf Investitionen in Lagertechnik am Standort Langen zurückzuführen sind. Die Finanzanlagen sind um 500 T€ angestiegen: Zur Investitionsfinanzierung wurde ein Mehrjahresdarlehen an die Tochtergesellschaft RUG CZ, s.r.o. vergeben. Die Vorräte liegen mit 2.074 T€ auf einem weitaus niedrigeren Niveau als ein Jahr zuvor. Neben sinkenden Einkaufspreisen, Abbau von in 2022 aufgebauten Überbeständen gibt es zum Jahresende 2023 noch einen Bestandsnachholeffekt, weil der in 2023 modernisierte Bereich des Lagers im 4. Quartal 2023 erst wieder zunehmend in Betrieb genommen wurde. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bzw. gegen verbundene Unternehmen liegen unter dem Vorjahr (-375 T€), weitgehend aufgrund früherer Bezahlung im Jahresvergleich. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind nahezu unverändert. Die liquiden Mittel betragen zum Ende des Jahres 2023 3.341 T€ (+1.418 T€), wovon am Bilanzstichtag 1.914 T€ verzinslich angelegt waren. Der deutliche Zuwachs bei den liquiden Mitteln führt auch zu einem deutlichen niedrigeren Nettoumlaufvermögen (722 T€, somit 1.767 T€ unter dem Vorjahresstand).

Die im Berichtsjahr getätigten Investitionen in das Immaterielle und Sachanlagevermögen in Höhe von 869 T€ entfielen zum Großteil auf IT-Investitionen sowie die Verschieberegalanlage.

Gesamtbeurteilung

Im Jahr 2023 wurden zum Jahr 2022 vergleichbare Umsätze erzielt (-0,2%), die ursprüngliche Planung wurde nominal um 1,4 % übertroffen. Der Jahresüberschuss liegt bei gleichzeitig leicht rückläufigen Gesamtkosten im Materialbereich (inklusive Seefrachten) mit 1.532 T€ über dem Vorjahr (+329 T€). Die positive Ergebnislage wirkte sich erneut grundsätzlich positiv auf die Finanz- und Vermögenslage aus.

Wir schätzen diese damit unverändert als gut ein. Unsere Geschäftsentwicklung und unsere Positionierung im Markt bestätigen die Geschäftspolitik der Geschäftsführung.

Prognosebericht

Gemäß den Vorhersagen der Wirtschaftsforscher, Verbände und verschiedener Institute kommt es im Jahr 2024 in Deutschland zu einer schwachen wirtschaftlichen Entwicklung:

Der IWF rechnet in seiner Prognose aus Januar 2024 für das Jahr 2024 mit einem weltweiten Wachstum von 3,1%, Deutschland bildet im G7-Umfeld erneut das konjunkturelle Schlusslicht mit einem prognostizierten Wachstum des realen BIP um 0,5%. Wirtschaftliche Unsicherheiten und weiterhin hohe Zinsen belasten die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2024.

Branchenbezogen rechnete der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes am Jahresende 2023 für den Umsatz im Bauhauptgewerbe im Jahr 2024 insgesamt mit 154 Mrd. Euro, was einem nominalen Rückgang um 5%, preisbereinigt einem Rückgang von 3% entspricht.

Der starke Rückgang der Bauanträge im Wohnungsbau 2022 und 2023 setzt sich fort und wird sich nochmals verstärkt in den Auftragsbüchern in 2024 manifestieren: Es wird ein realer Rückgang im Wohnungsbau von 13,3% auf nur noch 235.000 neue Wohnungen erwartet. Im Wirtschaftsbau sowie öffentlichen Bausektor wird dagegen real ein Wirtschaftswachstun von jeweils 2,7% erwartet. Dabei stagniert der Wirtschaftshochbau (-1%), während der Wirtschaftstiefbau prosperiert (+7,1%, insbesondere Infrastrukturprojekte). Der deutsche Staat versucht den unverändert hohen Bedarf an Wohnraum sowie an energetischer Sanierung durch Steuererleichterungen, Förderungen oder andere Maßnahmen anzukurbeln, was wahrscheinlich aber erst in 2025 Früchte tragen dürfte.

Der unverändert hohe Sanierungsstau im Hochbau (inkl. energetischer Sanierungen) - als auch Tiefbau im öffentlichen Bereich wird weiterhin - bei stabilen Steuereinnahmen - die Nachfrage im Bausektor stützen. Somit ist erneut eine leichte Verschiebung vom Neubau hin zu Bestandsmaßnahmen erkennbar.

Für den Bausektor in Frankreich, dem zweitgrößten Absatzmarkt der RUG SEMIN GmbH, rechnet das FFB (Fédération Francaise du Bâtiment) preisbereinigt mit einer rezessiven Entwicklung und einem Umsatzrückgang um 5,5%. Der Wohnungsbau wird deutlich zurückgehen (-21,3%), aber auch der Nichtwohnungsbau schwächelt (-6,0%), die rückläufigen Baugenehmigungen zeigen Wirkung. Lediglich die Instandhaltungen zeigen eine leicht positive Entwicklung mit +1,6%.

Auf Basis dieser tendenziell eher ungünstigen Rahmenbedingungen und erwarteten Marktentwicklungen plant die RUG SEMIN für 2024 preisbereinigt dennoch ein Umsatzwachstum im untersten einstelligen Bereich. Wesentliche Beiträge zur Stabilisierung der an sich leicht rückläufigen Marktentwicklung sollen Neuprodukte, ein breiterer Absatz von Brandschutzprodukten im Ausland sowie der Ausbau im Bereich Industriekunden sein.

Die konjunktur- und branchenspezifische Entwicklung in Deutschland und Frankreich in den letzten Jahren mit einer jahrelang wachsenden Bautätigkeit auf mittlerweile hohem Niveau führten grundsätzlich zu einem positiven Marktumfeld für unser Unternehmen. Nach Überwindung der pandemiebedingten Belastungen bis einschließlich 2022 schätzen wir - analog der Verhältnisse in 2023 - auch für 2024 die Risiken für einen fortgesetzten Rückgang der Bautätigkeit durchaus hoch ein.

In Summe halten wir die Unsicherheiten im Markt auf der Beschaffungs- als auch Absatzseite für vergleichbar mit dem Vorjahr.

Zum Zeitpunkt der Lageberichterstellung liegen die Umsätze auf Vorjahresniveau. Die Geschäfts-entwicklung 2024 folgt bisher unseren Planungen und lässt aus heutiger Sicht ein Erfüllen der moderaten Wachstumsziele erwarten.

Beschaffungsseitig erwarten wir für 2024 in vielen Materialsparten konstante Einkaufspreise auf hohem Niveau, in einigen Bereichen im Vergleich zum Durchschnitt 2023 aber auch leicht steigende Einkaufspreise, darüber hinaus steigende Dienstleistungskosten und Abgabenlasten. Bei den Währungsrelationen erwarten wir in Summe bei den für unser Unternehmen relevanten Fremdwährungen nahezu konstante Verhältnisse zu 2023. Die Seefrachtraten für Importe aus Asien sind seit Jahresbeginn aufgrund des Huthi-Konflikts deutlich angestiegen und normalisieren sich im März 2024 derzeit wieder etwas, werden aber nach unserer Einschätzung in 2024 nicht gänzlich auf das günstige Niveau des 2. Halbjahres 2023 zurückkehren.

Insgesamt rechnet unser Unternehmen für 2024 bei konstanter Mitarbeiterzahl mit einem erneut positiven Jahresüberschuss, ungefähr auf Niveau des Vorjahres.

Chancen- und Risikobericht

Im Rahmen der Unternehmensführung ist es Ziel unseres Risikomanagements permanent wesentliche, bestehende oder entstehende Risiken zu identifizieren, mögliche Konsequenzen für unser Unternehmen abzuschätzen und durch Maßnahmen diese Risiken zu reduzieren, zu minimieren oder abzuwälzen. Dieses risikobewusste Steuern dient der Reduzierung potentieller Vermögens- und/oder Ertragsschäden und insbesondere dem Ausschluss existenzgefährdender Risiken.

Unser Unternehmen strebt eine starke Marktposition auf einer Vielzahl von Absatzmärkten in Europa und angrenzender Märkte in Nordafrika und Vorderasien an. Diese regionale Diversifizierung reduziert die Risiken aus ungünstigen Marktentwicklungen einzelner Regionen.

Es gibt wie im Vorjahr weltpolitische Risiken für die Geschäftstätigkeit der RUG SEMIN wozu neben dem Krieg in der Ukraine derzeit der Nahostkonflikt zählt. Der Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der RUG SEMIN GmbH bleibt hier schwer absehbar und ist abhängig vom weiteren Verlauf dieser Konflikte. Die Festlegung angemessen hoher Sicherheitsbestände bei wichtigen Einkaufsteilen ist eine vorsorgliche Maßnahme, die die RUG SEMIN ergriffen hat.

Kundenseitig bestehen die üblichen Absatzrisiken im Wesentlichen in Margenverlusten (z. B. im Rahmen von Preisnachlässen bei Ausschreibungen) oder in Kundenverlusten bei Lieferantenwechsel. Die Absatzmärkte sind von hoher Wettbewerbsintensität und starkem Preisdruck gekennzeichnet. Auf den Märkten mit hohem Marktanteil hat unser Unternehmen bei einer Vielzahl der jeweils marktprägenden, oft international operierenden Handelskunden den A-Lieferantenstatus. Für eine vertrauensvolle, langfristige Zusammenarbeit mit unseren Kunden pflegen wir unsere Kundenbeziehung proaktiv und konstruktiv unter permanenter Anpassung an Kundenbedarfe und Marktgegebenheiten. Die internationale Wachstumsstrategie hilft uns eine übermäßige Kundenkonzentration zu vermeiden und in Ländern mit einer aktuell guten Baukonjunktur die Absatzchancen zu nutzen.

Das Zahlungsverhalten und die Bonität unserer Kunden werden permanent überwacht. Die stagnierende, teilweise leicht rückläufige Baukonjunktur in 2023 führte bei unseren Kunden bisher zu keinen oder zumindest nicht nennenswerten Veränderungen in deren Bonität, insbesondere in Deutschland. Dem Risiko einer Zahlungsunfähigkeit von Kunden wird durch Absicherung des konzernexternen Kundengeschäfts im Rahmen von Warenkreditversicherungen, im internationalen Geschäft teilweise durch Vorkasseregelungen, Einsatz von Dokumentenakkreditiven sowie durch Einholen von Wirtschaftsinformationen und dem Monitoring von Kunden bei Ratingdiensten Rechnung getragen.

Beschaffungsseitig bestehen die Risiken zum einen in temporärer Nichtverfügbarkeit als auch in Rohstoffpreisanstiegen sowie unerwarteten Rohstoffpreisschwankungen vornehmlich im Bereich Stahl, Aluminium und Gips sowie in ungünstigen Wechselkursveränderungen des Euro zu den Währungen Tschechische Krone, US-Dollar und chinesischem Renminbi. Dem Wechselkursrisiko wird durch den Abschluss von Devisentermingeschäften für einen nennenswerten Teil der Fremdwährungsbedarfe mit einem Zeithorizont zwischen 1 und 12 Monaten Rechnung getragen.

Rohstoffpreisrisiken wird, wenn möglich, durch Preisanpassungsklauseln in den Kundenverträgen begegnet, sodass zumindest mit einem mehrmonatigen Zeitversatz größere Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite weitgehend an den Markt weitergegeben werden können, sofern im Wettbewerbsumfeld durchsetzbar.

Mit Ende der Corona-Pandemie Anfang April 2023 normalisierten sich die geschäftlichen Aktivitäten weiter, zuvor vorgenommene spezielle organisatorische Anpassungen und Vorkehrungen waren nicht mehr erforderlich. Gleichwohl zeigt sich der Krankenstand - nach einer Spitze in 2022 - immer noch erhöht gegenüber dem Niveau vor der Corona-Pandemie.

Liquiditätsrisiken können durch Bankguthabenreserven und zusätzlich durch ausreichende Kreditlinien maßgeblich reduziert werden. Langfristige Bankverbindlichkeiten zur Immobilienfinanzierung sind für die Gesamtlaufzeit oder die ersten 10 Jahre festverzinslich vereinbart und unterliegen damit keinen Zinsänderungsrisiken.

Zusätzlich werden umfangreiche Versicherungslösungen genutzt, um Risiken zu minimieren bzw. abzuwälzen, insbesondere auf den Gebieten Sachversicherung, Betriebsunterbrechung, Cyberrisiken, Transport, Betriebs- und Produkthaftpflicht.

 

Langen, den 19. April 2024

gez. Uwe Schmahl, Christof Rösler


BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023

RUG SEMIN GMBH, LANGEN (HESSEN)

A K T I V A

31.12.2023 
EUR
31.12.2022 
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 5.215.661,91 4.154.949,61
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 381.420,19 66.512,50
II. Sachanlagen 4.175.541,72 3.929.737,11
III. Finanzanlagen 658.700,00 158.700,00
B. UMLAUFVERMÖGEN 8.466.628,03 8.793.482,99
I. Vorräte 2.074.493,48 3.417.755,29
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.050.716,79 3.452.536,98
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 595.835,63 1.092.633,12
- davon gegen Gesellschafter: EUR 360.838,01 (Vorjahr: EUR 682.700,11)
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.341.417,76 1.923.190,72
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 46.194,74 38.330,55
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 89.304,89 79.789,95
13.817.789,57 13.066.553,10

P A S S I V A

31.12.2023 
EUR
31.12.2022 
EUR
A. EIGENKAPITAL 8.265.974,49 7.533.499,32
I. Gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000.000,00
II. Gewinnvortrag 5.733.499,32 5.330.069,23
III. Jahresüberschuss 1.532.475,17 1.203.430,09
B. RÜCKSTELLUNGEN 671.491,96 847.420,25
C. VERBINDLICHKEITEN 4.878.239,81 4.683.550,21
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 3.779.767,89 (Vorjahr: EUR 3.522.283,69)
- davon mit einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren: EUR 1.060.228,52 (Vorjahr: EUR 1.046.571,35)
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.488.876,60 1.465.069,20
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 390.404,68 (Vorjahr: EUR 303.802,68)
- davon mit einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren: EUR 1.060.228,52 (Vorjahr: EUR 1.046.571,35)
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.362.777,55 1.136.843,46
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 1.362.777,55 (Vorjahr: EUR 1.136.843,46)
- davon gegenüber Gesellschaftern: EUR 810.732,81 (Vorjahr: EUR 643.085,79)
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 2.083,31 2.083,32
13.817.789,57 13.066.553,10

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

2023 
EUR
2022 
EUR
1. Rohergebnis 10.077.469,76 9.484.546,09
2. Personalaufwand 3.009.657,03 3.011.820,61
a) Löhne und Gehälter 2.537.924,84 2.532.584,69
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 471.732,19 479.235,92
- davon für Altersversorgung: EUR 45.663,53 (Vorjahr: EUR 47.125,56)
3. Abschreibungen 308.246,17 286.082,03
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 308.246,17 286.082,03
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.592.831,33 4.436.378,92
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 320.421,49 (Vorjahr: EUR 265.217,87)
5. Betriebsergebnis 2.166.735,23 1.750.264,53
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 41.931,60 4.464,40
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 10.305,56 (Vorjahr: EUR 4.464,40)
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 27.365,88 30.717,49
8. Finanzergebnis 14.565,72 -26.253,09
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 628.414,43 503.239,91
- davon aus latenten Steuern: EUR 9.514,94 (Vorjahr: EUR 10.863,86)
10. Ergebnis nach Steuern 1.552.886,52 1.220.771,53
11. Sonstige Steuern 20.411,35 17.341,44
12. Jahresüberschuss 1.532.475,17 1.203.430,09

ANHANG

RUG SEMIN GMBH, LANGEN (HESSEN)

FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

I. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSS

Die RUG SEMIN GmbH hat ihren Sitz in Langen (Hessen) und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Offenbach am Main unter dem Registerzeichen HRB 47524 eingetragen.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 2 HGB auf.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Dritten Buches des Handelsgesetzbuches sowie der ergänzenden Bestimmungen des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung erstellt. Die Gliederung des Jahresabschlusses erfolgt nach den Vorschriften §§ 266 ff. HGB.

Soweit für Pflichtangaben Wahlrechte bestehen, diese in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang darzustellen, sind diese aus Gründen der Übersichtlichkeit im Anhang dargestellt.

Die Ausweisstetigkeit wurde grundsätzlich gewahrt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

II. ANGABEN ZU DEN BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Bilanzierungswahlrechte werden nicht in Anspruch genommen, mit Ausnahme des Wahlrechts nach § 268 Abs. 1 HGB sowie nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB.

Die Bewertungsmethoden werden unverändert gegenüber dem Vorjahr angewandt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zum Euroreferenzkurs am Transaktionstag erfasst. Am Bilanzstichtag ausgewiesene, auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten von einem Jahr oder weniger werden mit dem Euroreferenzkurs am Bilanzstichtag bewertet. Bei Vermögensgegenständen mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr nach Abschlussstichtag erfolgt die Bewertung mit dem niedrigeren Kurs am Abschlussstichtag sowie bei den Verbindlichkeiten mit dem höheren Kurs am Bilanzstichtag. Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften werden erfolgswirksam erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen.

Sachanlagen

Die entgeltlich erworbenen Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen aktiviert. Hergestellte Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden auf Einzelkostenbasis zuzüglich angemessener Gemeinkostenzuschläge, soweit diese für die Herstellung notwendig sind, bewertet. Fremdkapitalzinsen sind nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Für abnutzbare Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vorgenommen.

Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.

Soweit Vermögensgegenständen ein niedrigerer Wert beizulegen ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis EUR 800,00 werden im Zeitpunkt des Zugangs voll abgeschrieben und deren sofortiger Abgang unterstellt.

Die Nutzungsdauer der jeweiligen Vermögensgegenstände entspricht den amtlichen Abschreibungstabellen.

Finanzanlagen

Die Bewertung des Finanzanlagevermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungskosten, Ausleihungen werden mit ihren Nennbeträgen angesetzt. Wertminderungen wird durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Vorräte

Die Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe und Handelswaren werden zu Anschaffungspreisen einschließlich Nebenkosten abzüglich Preisnachlässen bewertet, die unter Beachtung des Niederstwertprinzips nicht über den Wiederbeschaffungskosten am Bilanzstichtag liegen.

Dem Prinzip der verlustfreien Bewertung wurde durch absatzmarktorientierte Abschläge Rechnung getragen.

Forderungen und sonstige Aktiva

Die Bewertung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt zum Nennwert. Dem allgemeinen Kreditrisiko sowie dem internen Zinsverlust wird durch eine Pauschalwertberichtigung des um die einzelwertberichtigten Forderungen bereinigten Nettoforderungsbestandes, zweifelhaften Forderungen wird durch angemessene Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Der Bestand an liquiden Mitteln wird mit Nominalwerten bewertet.

Der Ansatz der sonstigen Aktiva erfolgt zu Nennwerten.

Latente Steuern

Latente Steuern werden auf zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen gebildet, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Im Fall einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 S. 2 HGB Gebrauch gemacht.

Rückstellungen

Die Rückstellungen werden mit den nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbeträgen angesetzt. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden erwartete Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Diese Rückstellungen werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Verbindlichkeiten

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt zum Erfüllungsbetrag.

Haftungsverhältnisse

Die Haftungsverhältnisse gemäß §§ 251, 268 Abs. 7 HGB werden nach den für Verbindlichkeiten geltenden Grundsätzen unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme ausgewiesen. Die Risikoeinschätzung der Inanspruchnahme erfolgt auf der Grundlage vernünftiger kaufmännischer Beurteilung.

III. ANGABEN ZU DEN POSTEN DER BILANZ

Anlagevermögen

Die Summe der Bruttowerte (kumulierte Anschaffungs- und Herstellungskosten) und der kumulierten Abschreibungen je Anlageposten sowie die Zugänge und Abgänge des Berichtsjahres ergeben sich aus dem Anlagenspiegel (ebenso sind dem Anlagenspiegel die Abschreibungen des Geschäftsjahres zu entnehmen).

Anteilsbesitz

Name Sitz Anteil am Kapital Eigenkapital Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
RUG CZ, s.r.o. Plzen 100% 66.524 TCZK 7.962 TCZK

Rechnungsabgrenzungsposten

Der Aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält ein Disagio in Höhe von TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 1).

Latente Steuern

Im Geschäftsjahr 2023 wurden aktive latente Steuern für Bewertungsunterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Bewertungsansätzen in Höhe von EUR 89.304,89 bilanziert. Bei einem unternehmensindividuellen Steuersatz von 29,13% verteilen sich die Latenzen auf die Bilanzpositionen Grundstücke/Gebäude EUR 81.248,39 und Sonstige Rückstellungen EUR 8.056,50.

Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt EUR 1.000.000,00. Der Gesellschafter leistete im Geschäftsjahr 2020 eine zusätzliche Einlage in Höhe von EUR 725.000,00. Der Eintrag im Handelsregister erfolgte am 19.02.2020.

Die Aktivierung aktiver latenter Steuern führt zu einem ausschüttungsgesperrten Betrag in Höhe von EUR 89.304,89.

Rückstellungen

Die ausgewiesenen Buchwerte zum Bilanzstichtag entsprechen den ermittelten notwendigen Erfüllungsbeträgen der Rückstellungen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben in Höhe von EUR 38.243,40 (Vorjahr: EUR 114.695,17 ) eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren und sind in Höhe von EUR 1.488.556,08 (Vorjahr: EUR 1.465.069,20 ) durch Pfandrechte und ähnliche Rechte besichert.

Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestanden Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB ausschließlich in Form von Gewährleistungsverträgen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 607. Die gesamte Inanspruchnahme der betreffenden Kontokorrentlinien beläuft sich auf TEUR 257. Die Inanspruchnahme aus den bestehenden Haftungsverhältnissen wird aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Begünstigten als gering eingeschätzt.

IV. SONSTIGE ANGABEN

A. Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus mittel- und langfristigen Miet- und Leasingverträgen.

Finanzielle
Verpflichtungen
Gesamtbetrag

mit Restlaufzeit
bis zu einem Jahr
mit Restlaufzeit
zwischen einem und fünf Jahren
mit Restlaufzeit
von mehr als fünf
Jahren
EUR EUR EUR EUR
Miet- und Leasingverpflichtungen 371.896,39 156.844,81 196.086,58 18.965,00

B. Finanzinstrumente

Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag Devisentermingeschäfte in Höhe von EUR 8.136.340,12 abgeschlossen. Drohende Verluste werden nicht erfasst, da eine Bewertungseinheit der Devisentermingeschäfte mit Einkaufsvorgängen in der jeweiligen Fremdwährung und vergleichbarer Fristigkeit besteht. Die Devisentermingeschäfte gleichen sich zum 31.12.2024 aus.

C. Organe, Organkredite und Aufwendungen für Organe

Geschäftsführer:

Uwe Schmahl Dipl.Wirtschaftsingenieur (TH)

Christof Rösler Einzelhandelskaufmann

Die Schutzklausesl des § 286 Abs. 4 HGB wird in Anspruch genommen.

D. Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer

Leitende Angestellte   3
Kaufm./Techn. Angestellte  30
Gewerbliche Arbeitnehmer  14

E. Sonstige Pflichtangaben

Mutterunternehmen für den kleinsten Konsolidierungskreis ist die Semin SAS, mit Sitz in Kédange/ Frankreich. In den Konzernabschluss zum 31.12.2023 der Semin SAS wird die Gesellschaft nach den Vorschriften der Vollkonsolidierung einbezogen. Dieser wird beim Handels- und Unternehmensregister (RCS) offengelegt.

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2023

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
1. Jan. 2023 Zugänge Abgänge 31. Dez. 2023
EUR EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE 173.325,02 352.104,47 16.103,50 509.325,99
II. SACHANLAGEN
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.655.413,22 5.594,43 0,00 4.661.007,65
Technische Anlagen und Maschinen 44.347,12 0,00 137,98 44.209,14
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 690.589,51 511.369,57 64.379,88 1.137.579,20
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 27.578,25 0,00 0,00 27.578,25
5.417.928,10 516.964,00 64.517,86 5.870.374,24
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 158.700,00 0,00 0,00 158.700,00
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 500.000,00 0,00 500.000,00
158.700,00 500.000,00 0,00 658.700,00
5.749.953,12 1.369.068,47 80.621,36 7.038.400,23
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN
1. Jan. 2023 Zugänge Abgänge 31. Dez. 2023
EUR EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE 106.812,52 37.196,78 16.103,50 127.905,80
II. SACHANLAGEN
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.145.095,36 184.611,43 0,00 1.329.706,79
Technische Anlagen und Maschinen 24.481,12 4.100,00 137,98 28.443,14
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 318.614,51 82.337,96 64.269,88 336.682,59
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
1.488.190,99 271.049,39 64.407,86 1.694.832,52
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
1.595.003,51 308.246,17 80.511,36 1.822.738,32
NETTOBUCHWERTE
31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE 381.420,19 66.512,50
II. SACHANLAGEN
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.331.300,86 3.510.317,86
Technische Anlagen und Maschinen 15.766,00 19.866,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 800.896,61 371.975,00
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 27.578,25 27.578,25
4.175.541,72 3.929.737,11
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 158.700,00 158.700,00
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 500.000,00 0,00
658.700,00 158.700,00
5.215.661,91 4.154.949,61

 

Langen, den 19. April 2024

gez. Uwe Schmahl, Christof Rösler

Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers bezieht sich auf den Jahresabschluss in der aufgestellten Form. Die Offenlegung erfolgt in verkürzter Form gemäß §§ 325 ff. HGB.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die RUG SEMIN GmbH, Langen (Hessen)

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der RUG SEMIN GmbH, Langen (Hessen), - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der RUG SEMIN GmbH, Langen (Hessen), für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 23. April 2024

Prüfungs- und Treuhand GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

( G. Biller )
Wirtschaftsprüferin
( J. Kohler )
Wirtschaftsprüfer


Der Jahresabschluss wurde mit Gesellschafterversammlungsbeschluss vom 13.06.2024 festgestellt.

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