Care Beteiligungsgesellschaft mbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Melanie, geb. Thomann Thomann-Bopp seit 4.4.2024 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
apetito AktiengesellschaftRheineKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht 2022apetito AGGrundlagen des apetito AG KonzernsGeschäftsmodell des apetito AG Konzerns Die Basis für die Geschäftstätigkeit des apetito AG Konzerns bilden die Gemeinschafts- und Individualverpflegung (Systemgeschäft) und das Retailgeschäft. Das Familienunternehmen apetito betreibt sein Geschäft international in verschiedenen Ländergesellschaften in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Kanada, Spanien, Österreich, Frankreich, Dänemark und den USA. Gemeinschafts- und Individualverpflegung (Systemgeschäft) In allen internationalen Gesellschaften erhalten Kindertagesstätten, Schulen, Unternehmen, Kliniken, Senioreneinrichtungen und "Essen auf Rädern"-Mahlzeitendienste von apetito spezifische Verpflegungslösungen in Form von tiefgekühlten oder gekühlten Produkten und Systemen. Auch Endkunden werden von apetito beliefert - direkt nach Hause, konventionell oder über Onlineshops bei apetito bestellt. Retailgeschäft Das Tochterunternehmen COSTA Meeresspezialitäten GmbH & Co. KG bietet im deutschen Lebensmitteleinzelhandel als führender Anbieter Meeresfrüchte, Fisch und Fischfilets sowie Fischgerichte an. In Frankreich agiert die COSTA France SAS mit Sitz in Paris als Vertriebsgesellschaft. Standorte Der Hauptsitz des apetito AG Konzerns liegt in Rheine, Deutschland. Weitere Standorte befinden sich in Emden (Deutschland) sowie in Denekamp (Niederlande), Trowbridge (Großbritannien), Ottawa (Kanada), Barcelona (Spanien), Wien (Österreich), Paris (Frankreich), Kopenhagen (Dänemark) und Boston (USA). Forschung und Entwicklung Im zurückliegenden Geschäftsjahr hat der apetito AG Konzern insgesamt rund 6 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Im Vordergrund standen dabei innovative Produktkonzepte, digitale Servicebausteine und der Trend zu mehr Nachhaltigkeit. Der apetito AG Konzern versteht es als seinen gesellschaftlichen Auftrag, Menschen in verschiedensten Lebenssituationen jeden Tag mit einem guten Essen zu versorgen - ob jung oder alt, krank oder gesund, ob allein zuhause lebend oder in Gemeinschaft essend. Sich immer wieder ändernde Rahmenbedingungen bringen es deshalb mit sich, das Verpflegungsangebot kontinuierlich anzupassen. So hatte die andauernde Corona-Pandemie veränderte Verpflegungsgewohnheiten zur Folge, bedingt durch neue Lebens- und Arbeitsbedingungen. New Work ist ein Stichwort. Der Fachkräftemangel in Küchen und Service wurde im zurückliegenden Jahr immer deutlicher. Und angesichts eines allgegenwärtigen steigenden Kostendrucks waren wirtschaftliche Lösungen gefragt. Die im Berichtsjahr für die verschiedenen Systemmärkte neu entwickelten Produktkonzepte mussten daher vor allem drei Dinge leisten: Sie müssen einfach zu handhaben sein, gastronomisch hochwertig und wirtschaftlich sicher. Das Angebotssystem "CompactX" für Kliniken in Deutschland ist ein Beispiel dafür. Für diesen Markt entwickelte apetito zudem mit dem Havariekonzept ein auf Notsituationen ausgerichtetes Verpflegungsangebot. Sowohl Corona als auch Umweltkatastrophen hatten die Notwendigkeit dafür deutlich gemacht - zumal die Kunden hier zur so genannten kritischen Infrastruktur zählen. Eine digitale Unterstützung der von apetito angebotenen Produktkonzepte haben vor allem das Ziel, Bestell- und organisatorische Prozesse für Küche und Service in der Gemeinschaftsverpflegung zu erleichtern. Verschiedenene Apps, moderne Onlineshops und ein in Deutschland neu aufgelegtes Kundenportal bieten entsprechenden Mehrwert. Die noch junge amerikanische apetito Gesellschaft führte im Berichtsjahr ein neues Menübringdienst-Modell ein, das die Zustellung von Mahlzeiten an über 75-Jährige beinhaltet. Ein erfolgreicher Start im 4. Quartal im Osten der USA lässt auf großes Potenzial hoffen. Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit schlägt sich ebenfalls in den Angebotssystemen nieder. So hat die apetito AG in Deutschland eine neue Papierschale für die Betriebsverpflegung auf den Markt gebracht. Die britische Gesellschaft hat erstmals einen geschlossenen Kreislauf für das Recycling von PET-Menüschalen installiert, die bei den Direktkunden von Wiltshire Farm Foods eingesetzt werden. Als Ausbaustufe ist ein Test mit von Klinikkunden zurückgegebenen Tabletts bereits angelaufen. Auch die Produktsortimente verändern sich in den internationalen Gesellschaften: Der Trend zu vegetarischen Gerichten verstärkt sich. Entsprechend unterstützt apetito den Wunsch vieler Kunden und Tischgäste, weniger Fleisch essen zu wollen. So beträgt der Anteil an vegetarischen Gerichten am Gesamtsortiment im deutschen Systemgeschäft von apetito derzeit 53 Prozent. Gemeinsam mit Ernährungswissenschaftlern wurde in Deutschland sogar eine spezielle vegetarische Ernährungspyramide entwickelt. Im Berichtsjahr wurde zudem die Sortimentserweiterung von Fair Trade-Produkten angestoßen und Anfang 2023 umgesetzt. COSTA hat im Berichtsjahr sein Sortiment um drei Produkte aus biologischer Herkunft erweitert. WirtschaftsberichtRahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Im vergangenen Jahr hat sich die Weltwirtschaft stabilisiert und eine Erholung von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gezeigt. Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im vergangenen Jahr um 4,6% gewachsen, was auf eine Kombination aus gestiegenen Konsumausgaben, Investitionen und Handel zurückzuführen ist. (Quelle : Weltweites Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2027 | Statista) Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht derzeit nicht von einer weiteren Eintrübung der Konjunkturaussichten für das Jahr 2023 aus. Seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft belässt der IWF bei 2,9 Prozent für 2023. Damit liegt es unter dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2019 (+3,8 Prozent). Das Wachstum wird sich laut IWF2023 aber weiter verlangsamen. Für 2022 hatte der Währungsfonds vorhergesagt, dass das globale Bruttoinlandsprodukt um 3,2 Prozent zunimmt.2023 werde ein weiteres schwieriges Jahr für die Weltwirtschaft sein, und die Inflation bleibe hartnäckig. Der IWF geht davon aus, dass die Verlangsamung des globalen Wachstums die Talsohle erreicht und sich gegen Ende 2023 und Anfang 2024 umkehrt. Die Weltwirtschaft wird laut IWF weiter von der Anhebung der Zentralbankzinsen zur Bekämpfung der Inflation und Russlands Krieg in der Ukraine belastet. Die rasche Ausbreitung von COVID-19 in China habe das Wachstum im Jahr 2022 gedämpft, aber die kürzlich erfolgten Lockerungen hätten den Weg für eine schnelle Erholung geebnet. Die globale Inflation wird laut IWF voraussichtlich von 8,8 Prozent im Jahr 2022 auf 6,6 Prozent im Jahr 2023 und 4,3 Prozent im Jahr 2024 sinken. Sie läge damit weiter über dem Niveau der Jahre 2017 bis 2019 (3,5 Prozent). Allerdings gibt es nach Ansicht des IWF nach wie vor große Ungewissheiten - darunter die Gefahr eines bedeutenden Klimaereignisses, einer großen Cyberattacke oder einer weiteren Eskalation des russischen Krieges in der Ukraine durch den Einsatz von Atomwaffen. (Quellen: Infografik: IWF hebt Prognose für Wirtschaftswachstum | Statista und Aussichten der Weltwirtschaft: IWF erwartet keine globale Rezession | tagesschau.de). Für die Eurozone prognostiziert der IWF ein Wachstum von 0,7 Prozent in diesem Jahr - ein um 0,2 Prozentpunkte höheres Wachstum als zuvor angenommen. In Deutschland soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2023 nur noch um 0,1 Prozent wachsen - das ist allerdings eine Anhebung der Schätzung um 0,4 Prozentpunkte. Im kommenden Jahr soll die Wirtschaft in Deutschland dann um 1,4 Prozent wachsen - das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als zuvor erwartet. Entgegen früheren Prognosen könnte Deutschland doch eine Rezession vermeiden. (Quellen: Prognose für 2023: IWF rechnet mit weniger Wachstum, aber sieht auch Trendwende | ZEIT ONLINE) Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich im Jahresdurchschnitt 2022 um 7,9 % gegenüber 2021 erhöht. Nach Angaben des Statistisches Bundesamtes (Destatis) lag die Jahresteuerungsrate damit deutlich höher als in den vorangegangenen Jahren. So hatte sie im Jahr 2021 noch bei +3,1 % gelegen. Die Jahresteuerungsrate wurde vor allem von den extremen Preisanstiegen für Energieprodukte und Nahrungsmittel seit Beginn des Kriegs in der Ukraine getrieben. Im Dezember 2022 lag die Inflationsrate − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat - bei +8,6 %. Sie schwächte sich damit zum Jahresende ab, blieb aber auf einem hohen Stand. Krisen- und kriegsbedingte Sondereffekte wie Lieferengpässe und deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen prägten den gesamten Jahresverlauf. Auch wenn diese Preiserhöhungen nicht vollständig an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurden, wurden für sie besonders Energie und Nahrungsmittel spürbar teurer. (Quelle: Inflationsrate im Jahr 2022 bei +7,9 % - Statistisches Bundesamt (destatis.de)) Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sind in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2022 um mehr als 13 Prozent gestiegen. Ein Faktor, der die Höhe der Verbraucherpreise bestimmt, sind die Erzeugerpreise. Erhöhte Tierschutz- und Nachhaltigkeitsstandards bei tierischen Produkten etwa resultieren dabei für gewöhnlich in höheren Produktionskosten für den Landwirt - und spiegeln sich auch in den Verbraucherpreisen wider. (Quelle: Verbraucherpreise von Nahrungsmitteln in Deutschland nach Warengruppen 2022 | Statista) Der Verband der britischen Industrie (CBI) hat seine Prognose für das britische Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr deutlich gesenkt. Statt von einem leichten Zuwachs geht der Verband nun von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,4 Prozent aus. Die Rezession werde bis Ende des Jahres 2023 andauern. Hauptgrund für die schwachen wirtschaftlichen Entwicklungen ist die hohe Inflation. Im Oktober hatte sie mit 11,1 Prozent vorerst ihren Höhepunkt erreicht. Die britische Notenbank geht allerdings davon aus, dass die Inflation noch lange über der Zielmarke von 2 Prozent liegen wird. Selbst wenn die Wirtschaft wieder wachse, blieben die Aussichten trübe, weil Produktivität und Investitionen schwach seien. (Quelle: Industrieverband senkt Prognose: Großbritannien droht lange Rezession | tagesschau.de) Nach Prognosen der Europäischen Kommission erreicht die niederländische Inflation 2022 im Jahresmittel 11,6 Prozent. Problematisch sind die Unterbrechungen internationaler Lieferketten, weil die Niederlande eine äußerst offene Volkswirtschaft sind. Trotz dieser Widrigkeiten wächst nach Schätzungen der Europäischen Kommission das niederländische Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2022 real um 4,6 Prozent und 2023 um 0,6 Prozent. Die niederländischen Verbraucher weiten ihren realen Konsum trotz steigender Preise geringfügig weiter aus. (Quelle: Bruttoinlandsprodukt steigt moderat weiter | Wirtschaftsausblick | Niederlande (gtai.de)) Frankreichs Wirtschaft zeigt sich trotz weltwirtschaftlicher Verwerfungen resilient. Nach Prognosen der Zentralbank wird das Land im Jahr 2022 ein reales Wachstum von 2,6 Prozent erreichen. Der Ukrainekrieg sowie Energiekrise, Inflation und weiterhin bestehende Nachschubprobleme werfen jedoch ihren Schatten auf 2023. Die Zentralbank hält ein leichtes Wachstum von bis zu 0,8 Prozent für möglich. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten wirken sich dämpfend auf die Investitionsbereitschaft von Unternehmen und Verbrauchern aus. (Quelle: Unsichere Aussichten für 2023 | Wirtschaftsausblick | Frankreich (gtai.de)) Um 5,5 Prozent legte die spanische Wirtschaft im Jahr 2022 zu. Damit steht das südeuropäische Land besser da als die meisten nordeuropäischen Staaten. Es ist das größte Konjunkturplus, das in Spanien seit 20 Jahren registriert wurde - Tourismus und Bauindustrie sind die Lokomotiven. Für 2023 und 2024 sagt der Internationale Währungsfonds (IWF) den Spaniern ebenfalls ein überdurchschnittliches Wachstum voraus. (Quelle: Spanien trotzt Inflation mit Wirtschaftsboom und Wohltaten | Wirtschaft | DW | 06.02.2023) Das dänische Wirtschaftswachstum hat nach dem starken Vorjahr bereits Anfang 2022 an Fahrt verloren. Nach Prognosen der Nationalbank könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 4. Quartal 2022 sogar unter dem Niveau des gleichen Vorjahreszeitraums liegen. Treiber dieser Entwicklung sind die weltweit wachstumshemmenden Faktoren Inflation und Lieferengpässe. Trotzdem dürfte das BIP-Wachstum 2022 bis zu 3 Prozent betragen. Im kommenden Jahr scheint dann ein Nullwachstum als bestmöglicher Ausgang. (Quelle: Positive und negative Einflüsse halten sich 2023 die Waage | Wirtschaftsausblick | Dänemark (gtai.de)) Kanadas reales Bruttoinlandsprodukt (BIP) verzeichnete im 3. Quartal 2022 ein schmales Wachstum von 0,7 Prozent zum Vorquartal. Die Geschäftsbanken erwarten im 1. Halbjahr 2023 einen deutlichen Abschwung mit einem schrumpfenden BIP. Dass die kanadische Wirtschaft schwächer als erwartet dasteht, ist eine späte Einsicht. Die Rezession hatte sich bereits vor einem halben Jahr angekündigt. (Quelle: Konjunktureinbruch für 2023 wahrscheinlich | Wirtschaftsausblick | Kanada (gtai.de)) In den USA ist die Rezessionsgefahr noch nicht gebannt. Der Wiederanstieg des Wirtschaftswachstums im 3. Quartal 2022 um real 2,6 Prozent hatte der Diskussion zwar den Wind aus den Segeln genommen. Doch 2023 dürfte für die Weltwirtschaft insgesamt ein schweres Jahr werden. Ein Faktor ist die hohe Inflation von derzeit über 8 Prozent. (Quelle: USA bleiben 2023 wichtiger Zielmarkt für deutsche Firmen | Wirtschaftsausblick | USA (gtai.de)) Branchenspezifische Rahmenbedingungen in Deutschland Mitte Januar 2023 stellte die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) ihre Jahresschätzung für 2022 vor. Demnach zeigte sich das Jahr 2022 wegen stark gestiegener Preise bei Rohstoffen, Energie und anhaltender Lieferkettenprobleme als bislang schwerstes Jahr für die deutsche Ernährungsindustrie. Aufgrund einer Inflation bei den Produktionskosten von nie dagewesenen Ausmaßen gingen die verkauften Mengen ein weiteres Jahr in Folge zurück. Das Absatzminus belief sich auf 1,8 Prozent. Auch der Absatz im Ausland - sonst Wachstumsmotor - hatte mit deutlichen Einbußen zu kämpfen und sank um 5,5 Prozent. Der Preisanstieg im Segment Nahrungsmittel lag im Berichtsjahr bei plus 45 Prozent. Auch der Index für Energierohstoffe erreichte 2022 Rekordhöhen und stieg im Vergleich zum Vorjahr um 158 Prozent. Hinzu kamen weitere Belastungen durch erhebliche Kostensteigerungen bei Logistik und Transport, Verpackungsmaterial sowie zusätzliche Bürokratieanforderungen, die Ressourcen in den Unternehmen binden. Diese Kostensteigerungen spiegelten sich nur teilweise in den von den Herstellern erzielten Verkaufspreisen beim Handel wider. So stiegen die Verkaufspreise um 18 Prozent im Inland und um 20,9 Prozent im Ausland. Der Umsatz der Branche belief sich der BVE-Schätzung zufolge auf 216,3 Milliarden Euro, davon entfielen 75,8 Milliarden Euro auf den Export. Der Blick in die Zukunft fällt pessimistisch aus. Sowohl der GfK-Konsumklimaindex als auch der ifo-Geschäftsklimaindex erreichten im Herbst 2022 Rekordtiefs. Dabei ist insbesondere die Erwartung der zukünftigen Geschäftsentwicklung sehr negativ. (Quelle: BVE - BVE-Jahresschätzung 2022: Sinkender Absatz belastet Ernährungsindustrie schwer (bve-online.de)) In der Ernährungsindustrie erwirtschaften rund 6.150 Betriebe einen jährlichen Umsatz von 186 Mrd. Euro. Mit über 638.000 Beschäftigten ist diese Branche der viertgrößte Industriezweig Deutschlands. (Quelle: BVE - BVE-Konjunkturreport 02-23: (bve-online.de)) Für das Jahr 2022 meldet das Deutsche Tiefkühlinstitut (dti) erneut eine Steigerung beim Absatz von Tiefkühlkost (TK). Der Pro-Kopf-Verbrauch von Tiefkühlprodukten in Deutschland lag im Berichtsjahr bei 47,7 kg (Vorjahr: 46,1 kg). Grund für den Anstieg ist ein Anhalten der Konsumneigung sowie eine weitere Stabilisierung der Außer-Haus-Märkte angesichts einer zunehmend entspannten Corona-Lage. (Quelle: Tiefkühl-Rekorde im Jubiläumsjahr (tiefkuehlkost.de)) Geschäftsverlauf Gleich mehrere krisenhafte und kritische Entwicklungen wirkten sich im Berichtsjahr 2022 auf die Geschäftsaktivitäten des apetito AG Konzerns aus. Als Wesentlichste lassen sich benennen: Der Ukrainekrieg mit einer daraus folgenden Energieunsicherheit, Lieferengpässe, die hohe Inflation und die anhaltende Corona-Pandemie. Mitte des zurückliegenden Jahres war der apetito AG Konzern zudem Ziel eines kriminellen Cyberangriffs. Die Folgen der damit verbundenen Betriebsunterbrechung in Verbindung mit den genannten globalen wirtschaftlichen Umwälzungen prägten den Jahresverlauf aller Konzerngesellschaften. Vor diesem Hintergrund erreichte der apetito AG Konzern am Jahresende zwar insgesamt ein Umsatzplus, das operative Ergebnis lag dagegen deutlich unter Vorjahresniveau. Preiseffekte sind Hauptgrund für diese Entwicklung. Im Berichtsjahr erfolgte der Zukauf einer neuen Ländergesellschaft, der dänischen "Det Danske Madhus". Damit baute der apetito AG Konzern sein Kerngeschäft, das internationale Systemgeschäft in Europa, weiter aus. Das dänische Unternehmen ist vorrangig im Markt der zuhause lebenden Seniorinnen und Senioren tätig, zudem werden Senioreneinrichtungen beliefert. Das Angebotskonzept basiert auf dem sogenannten "Cook & Chill" System. Im Detail ergaben sich folgende Effekte in den Konzerngesellschaften: Die apetito AG konnte im deutschen Systemgeschäft den Umsatz basierend auf dem niedrigeren Corona-Vorjahresniveau wieder auf ein gewohntes Niveau steigern, wobei die Märkte der Gemeinschaftsverpflegung (Kitas und Schulen, Senioreneinrichtungen und Kliniken sowie die Betriebsverpflegung) gut zulegten, die Individualverpflegung dagegen Umsatzrückgänge notierte. Die britische Konzerngesellschaft apetito Ltd. verbesserte ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr leicht. Umsatzzuwachs verzeichneten jeweils auch die apetito Österreich, die spanische Gesellschaft ARCASA apetito, die kanadische Gesellschaft apetito HFS Ltd. sowie die amerikanische Gesellschaft apetito US. In den Niederlanden lagen die Erlöse der apetito B.V. unter Vorjahresniveau. Im Retailgeschäft notierte die COSTA Meeresspezialitäten GmbH & Co. KG einen Umsatzrückgang. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageGeschäftsentwicklung apetito AG Konzern Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren sind der Konzernumsatz und das operative Ergebnis, das als Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Sondereffekten definiert wird. Sondereffekte stellen unter anderem periodenfremde Erträge und Aufwendungen sowie sonstige Einmalaufwendungen ohne direkten Bezug zum operativen Geschäft dar. Ertragslage Der apetito AG Konzern blickt erneut auf ein Jahr mit differenzierten Entwicklungen zurück. Folgende Darstellung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung nach betriebswirtschaftlichen Kriterien verdeutlicht die Entwicklung:
Umsatzentwicklung Nach 760 Mio. € im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz des apetito AG Konzerns in 2022 um rund 2 % auf 777 Mio. EUR und liegt damit unter unseren Erwartungen. Die jeweilige Umsatzentwicklung der operativ tätigen Gesellschaften verlief dabei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sehr unterschiedlich. Während die B-to-C-Märkte nach zwei Corona Jahren nun unter Druck geraten, entwickelten sich die B-to-B-Märkte wieder positiv, da sie nicht mehr durch Corona-Einschränkungen beeinflusst waren. Wechselkursbereinigt ist der Umsatz des apetito AG Konzerns um 1,6 % im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr wurden im apetito AG Konzern 55,3 % des Umsatzes in Deutschland, 40,4 % im EU-Ausland und 4,3 % in Nordamerika erzielt. Der Anstieg des europäischen Umsatzanteils ist insbesondere auf eine Erweiterung des Geschäftes nach Dänemark zurückzuführen. Mit Vertrag vom 24. Juni 2022 erwarb die apetito AG die 100 % der Anteile an der dänischen Gesellschaft "Det Danske Madhus". Die Daten der Ertragslage beinhalten 6 Monate des dänischen Geschäftes. Ergebnisentwicklung Im Berichtsjahr wurde eine um 23,1 Mio. € gestiegene Gesamtleistung und ein um 19 Mio.€ gestiegener Rohertrag erzielt. Diese Entwicklung ist wesentlich auf die oben genannte Umsatzentwicklung zurückzuführen, da der Materialaufwand mit 39 % der Gesamtleistung stabil war. Der Personalaufwand erhöhte sich im Berichtsjahr von 200 Mio. € auf 217 Mio. €, was zu einer leichten prozentualen Steigerung bezogen auf die Gesamtleistung von 26 % auf 28 % führte. In verschiedenen Konzerngesellschaften trug neben tarifbedingten Erhöhungen auch die Zahlung von Inflationsausgleichs-Prämien bei. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen enthalten Abschreibungen auf die Beteiligung an der "Eat clever UG (haftungsbeschränkt)", von der man sich in 2022 getrennt hat. Neben den bisher dargestellten Effekten sind insbesondere die Kosten für Frachten und Energie von Bedeutung. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist vor allem auf sonstige Aufwendungen wie Transport-, Lager- und Energiekosten zurückzuführen, die inflationsbedingt deutlich gestiegen sind. In diesem Jahr sind hier ebenfalls erhöhte Beratungs- und IT-Kosten im Zusammenhang mit dem kriminellen Hackerangriff im Sommer zu verzeichnen. Das operative Ergebnis lag relativ und absolut deutlich unterhalb des Vorjahres. Dies ist insbesondere auf eine deutlich erhöhte Inflation zurückzuführen. Das Ergebnis 2022 liegt daher unter unseren Erwartungen. Die bisher "at equity"-bilanzierte Beteiligung der operativ tätigen ARCASA & apetito S.L., wurde in 2022 erstmals vollkonsolidiert, da nun die Mehrheit der Anteile vom apetito AG Konzern gehalten wird. Weitere Gesellschaften, die "at equity" in das Beteiligungsergebnis einfließen, sind die apetito Leasing GmbH sowie apetito kids & schools GmbH, an denen die apetito AG jeweils 50 Prozent der Anteile hält. Der Ertragssteueraufwand liegt aufgrund des geringeren Ergebnisses unterhalb des Vorjahresniveaus. Der Konzernjahresüberschuss verringerte sich aufgrund der oben genannten Effekte von 40 Mio. Euro auf 15 Mio. Euro. Finanzlage Die Finanzlage des Konzerns hat sich deutlich verändert. Das Eigenkapital hat sich um 2 Mio.€ auf nun 433 Mio.€ erhöht. Infolge des Anstiegs der lang- und kurzfristigen Schulden von in Summe 57 Mio. € verringert sich die Eigenkapitalquote von 76 % in 2021 auf 69 % in 2022. Unser Ziel ist es, die für Wachstum und Investitionen erforderlichen Mittel aus eigener Kraft zu erwirtschaften. Dies war in 2022 aufgrund des großen Investitionsvolumens nicht vollumfänglich möglich. Es wurden daher in 2022 externe Finanzmittel aufgenommen. Die Kapitalflussrechnung stellt sich wie folgt dar:
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sank im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Dies folgte insbesondere aus den geringeren Ergebnissen der Einzelgesellschaften und der Veränderung des Working Capitals. Der Investitions-Cashflow ist im Wesentlichen geprägt durch den Kauf der dänischen Gesellschaft "Det Danske Madhus" und durch Investitionen in das Anlagevermögen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthält sowohl die Aufnahme der externen Finanzmittel, die an Aktionäre ausgezahlte Dividende und die Tilgung der Leasingverbindlichkeiten aus IFRS 16. Insgesamt lag der Zahlungsmittelbestand Ende 2022 mit 21 Mio. € um 112 Mio. € unter dem Vorjahr. Vermögenslage Die Vermögensstruktur des Konzerns entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr folgendermaßen:
Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 59 Mio. € auf 623 Mio. €. Die Investitionen in Finanzanlagen, Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen 87,1 Mio. €. Die Investitionssumme wurde im Wesentlichen aufgewandt für Ersatzinvestitionen. Das langfristig gebundene Vermögen erhöhte sich deutlich um 113 Mio. €. Das kurzfristig gebundene Vermögen liegt nun bei 40 % der Bilanzsumme und ist im Berichtsjahr geprägt durch die Veränderungen der liquiden Mittel von -112 Mio.€ und der Vorräte von +27 Mio. €. Die Kapitalstruktur des Konzerns wird in der folgenden Tabelle dargestellt:
Das langfristige Fremdkapital lag im Jahr 2022 mit 63 Mio. € rund 18 Mio. € über dem Vorjahr, da die Finanzschulden und auch die latenten Steuern deutlich gestiegen sind. Das kurzfristige Fremdkapital ist ebenfalls gestiegen und liegt mit 38 Mio.€ über dem Vorjahr, wesentliche Position sind hier die Lieferantenverbindlichkeiten, die Finanzschulden sowie die Sonstigen Schulden. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Die wesentlichen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren zur internen Unternehmenssteuerung sind weiterhin die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit sowie Nachhaltigkeit. Kundenbelange Um eine größtmögliche Kundenzufriedenheit zu erzielen, besteht eine unserer wesentlichen Aufgaben als Verpflegungsspezialist darin, die passenden Produkte und Leistungen für unsere verschiedenen Kundengruppen bereitzustellen. Angesichts eines hohen Preisbewusstseins vor allem in den deutschen Märkten gehen wir hinsichtlich unseres Kostenmanagements sensibel vor. Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Situation waren im Berichtsjahr Preisanpassungen allerdings unumgänglich, deren Durchsetzung je nach Markt sehr unterschiedlich. So bestehen beispielsweise im Markt Kitas und Schulen über Ausschreibungen mit kommunalen Trägern oft langfristige Preisbindungen, die kaum Flexibilität ermöglichen. Wir schätzen den intensiven Dialog mit unseren Kunden und nutzen dafür unterschiedlichste Kanäle. Im dritten Pandemie-Jahr standen dabei erneut digitale Kanäle im Vordergrund. So wurden Online-Seminar-Angebote von den Kunden intensiv genutzt. Die Zufriedenheit der Kunden mit apetito als Verpflegungspartner ist weiterhin hoch. Das zeigen zahlreiche Kundenfeedbacks, die persönlich, schriftlich und digital an uns übermittelt werden. Eine neue Methodik zur systematischen Befragung unserer Kundengruppen wird im laufenden Jahr erarbeitet. Ein weiterer Beleg für die hohe Zufriedenheit unserer Kunden mit apetito als Partner sind die oft langjährigen Kundenbeziehungen. In Deutschland feierten wir im Berichtsjahr mit 492 unserer Kunden Jubiläen der Zusammenarbeit. Darunter waren 18 Einrichtungen und Unternehmen, die seit 40 Jahren apetito Kunde sind; 6 Kunden sind dies sogar schon ein halbes Jahrhundert. Im Retailgeschäft steht die digitale Kommunikation mit Endverbrauchern weiterhin im Vordergrund. COSTA nutzt in Deutschland dazu beispielsweise Kanäle wie Facebook, Instagram und YouTube und macht gute Erfahrungen. Bloggerkooperationen und Online-Aufrufe zur Teilnahme an Produkttests bieten weiteren Zugang zu den kulinarischen Welten der COSTA Meeresfrüchte und Fischspezialitäten. Die daraus resultierenden Bewertungen sind durchweg überaus positiv. In Frankreich erreichte COSTA zum wiederholten Mal für einige Produkte die Verbraucherauszeichnung "Saveur de l'année". So konnte COSTA im Berichtsjahr in Deutschland und in Frankreich seine führende Marktposition bestätigen. In Deutschland ist COSTA weiter Marktführer in den Subkategorien Naturfisch und Meeresfrüchte und verfügt in den Segmenten Fischfilets, Garnelen und Tintenfisch über die umsatzstärksten Produkte im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. (Quelle: IRI, LEH Total, Umsatz, Kategorien TK Fisch & Meeresfrüchte und TK Gerichte, FY 2022). In Frankreich hat COSTA seine Marktführerschaft im Bereich TK-Meeresfrüchte behauptet und konnte im Bereich Fisch Marktanteile hinzugewinnen. (Quelle: IRI, Total HM+SM, Umsatz, Kategorien Frozen Fruits de mer, Frozen Poissons, Frozen Plats cuisinés, Frozen Entrées, FY 2022). Nachhaltigkeit Als verantwortungsbewusstes und zukunftsorientiertes Familienunternehmen steht apetito für Verlässlichkeit und Kontinuität. Wir wachsen, sind profitabel und investieren in unsere Märkte und Standorte. Dabei richten wir unseren Blick verstärkt auf Mensch, Natur und Umwelt. apetito versteht langfristiges Nachhaltigkeitsengagement als Grundprinzip seines Handelns in allen Unternehmensbereichen. Die Verpflichtung zu ethischem und nachhaltigem Handeln ist integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Entsprechend des eigenen Anspruchs von apetito, unser Umfeld positiv zu beeinflussen und einen relevanten Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung zu leisten, haben wir bei der der Formulierung unserer Konzernziele auch die Agenda 2030 sowie die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen einbezogen. Mit unseren Nachhaltigkeitszielen und -aktivitäten möchten wir einen relevanten Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der SDGs leisten - entsprechend unserer Geschäftstätigkeit fokussieren wir uns insbesondere auf die SDGs 2,3,8 sowie 12 bis 15. Die definierten Konzern-Nachhaltigkeitsziele 2030 bilden den Rahmen für die Nachhaltigkeitsaktivitäten der einzelnen Gesellschaften im apetito AG Konzern, die daraus ihr kurz-, mittel- bis langfristiges Zielprogramm ableiten. 2023 erarbeitet der apetito AG Konzern eine Novellierung der Konzernziele Nachhaltigkeit. Unter dem Dach der Mission "apetito. Einfach immer besser" sind Qualität, Produkt- und Arbeitssicherheit, Umweltschutz, die Förderung von Gesundheit und Lebensqualität integrierte Bestandteile der regelmäßig von der Geschäftsleitung bewerteten Managementsysteme. Das zentrale Nachhaltigkeitsmanagement der apetito AG in Rheine ist vom TÜV Rheinland nach ZNU-Standard "Nachhaltiger Wirtschaften" zertifiziert (ZNU: Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung, Universität Witten/Herdecke); jährlich finden Überwachungs- bzw. Wiederholungsaudits statt. Das für das Berichtsjahr im Januar 2023 durchgeführte Hauptaudit wurde erfolgreich absolviert, sodass die apetito AG bis 2026 weiter ZNU-zertifiziert ist. Beim Thema Klimaschutz ermittelte die apetito AG im Berichtsjahr 2022 erstmals einen vollständigen CO 2 -Fußabdruck aller direkten und indirekten Emissionen (Scope I bis III) auf Basis des Jahres 2020. In der Folge steht nun die Ausarbeitung einer Klimaschutzstrategie in den emissionsstarken Fokusbereichen an mit dem Ziel, ein Klimaschutzziel gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen zu formulieren. Im laufenden Jahr plant die apetito AG die erneute Aufnahme aller direkten und indirekten Emissionen (Scope I bis III) auf Basis des Jahres 2021 bis 2022. Dasselbe gilt für COSTA in Emden. Im Bereich Logistik sind bereits erste E-LKW und Auslieferfahrzeuge im Zulauf. Ethisches und nachhaltiges Wirtschaften ist auch bei der apetito Ltd. in Großbritannien fest in den Werten verankert. Gemäß dem Leitgedanken "Making a real difference" wird der gesellschaftliche Auftrag umfassend definiert: von der sorgfältigen Auswahl der Zutaten über eine nachhaltige Beschaffung bis hin zum Servieren hochwertiger Gerichte, die Gesundheit und Wohlbefinden unterstützen. Die britische apetito Gesellschaft setzt sich auf vielfältige Weise dafür ein, das Leben seiner Kunden auf nachhaltige Weise zu bereichern. Im Fokus der Nachhaltigkeitsaktivitäten stand 2022 die Weiterentwicklung der unternehmerischen Klimaziele. Mit Hilfe der erarbeiteten "Science Based Targets" trägt apetito Ltd. aktiv zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens bei. Bis 2040 soll das Netto-Null-Emissionsniveau der eigenen Geschäftstätigkeit erreicht werden. Große Fortschritte hat die britische Gesellschaft zudem im Bereich Verpackung erzielt. Nach der Umstellung auf 100 % recycelbare PET-Schalen führte apetito UK im Berichtsjahr das weltweit erste geschlossene Schalenrecycling-System für Fertiggerichte ein. Dabei werden die Menüschalen bei den Direktkunden des Geschäftsbereichs Wiltshire Farm Foods eingesammelt und an den Hersteller zurückgeschickt, wo sie vollständig zu neuen Schalen recycelt werden. Ein weiterer Schritt auf dem Weg, der nachhaltigste Lebensmittelhersteller Großbritanniens zu werden. Für COSTA ist der Schutz der Meere und ein schonungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen von zentraler Bedeutung. Die Sicherung der Fischbestände ist Voraussetzung, um den Kunden langfristig und kontinuierlich Produkte von erstklassiger Qualität und unbedenklicher Herkunft anzubieten. Eine nachhaltige Sortimentsgestaltung ist daher seit Jahren aktiver Bestandteil der Unternehmenspolitik, angefangen bei einer besonders sorgfältigen Auswahl der Quellen. Bis 2030 will COSTA 90 % seines Sortimentes auf ASC-, MSC, GGN- oder Bio-zertifizierte Produkte umstellen. Aktuell liegt der Anteil bei 65 %. 2022 wurden die Standorte der apetito Gruppe von unabhängigen Stellen zertifiziert. In Rheine erfolgte die jährliche Überwachung des QM-Systems nach DIN EN ISO 9001. Das Lebensmittelsicherheitskonzept wurde in Rheine nach HACCP-Anforderungen zertifiziert. Zum ersten Mal wurden auch in Rheine Teilbereiche wie die Metzgerei und Herstellung der Fleischkomponenten nach dem FSSC 22000 Standard für Lebensmittelsicherheit zertifiziert. Die IFS-Zertifizierung für den Standort Emden erfolgte im Januar 2022. Darüber hinaus absolvierten wir MSC- und ASC-Zertifizierungen an den Standorten in Emden und Rheine, ein Bio-Audit in Rheine und Emden sowie eine RSPO-Zertifizierung in Emden und Rheine mit Erfolg. Überprüft wurde hierbei der Einsatz von nachhaltig erzeugtem Palmöl nach den Grundsätzen des "Roundtable on Sustainable Palm Oil". Zertifizierungen nach "KAT-Ei" am Standort Rheine sowie nach dem BRC Global Standard for Food Safety und OHSAS 18001 im britischen Trowbridge komplettierten die Liste der internationalen Qualitätsprüfungen. Erneut belegten die positiven Prüfungsergebnisse das professionelle Qualitätsmanagement von apetito. Die Produktzertifizierung der Artikel mit Fairtrade-Reis und Fairtrade-Kakao erfolgt durch die unabhängige Zertifizierungsstelle FLOCERT. Die Auditierung des Werks Rheine wurde im März 2022 erfolgreich absolviert. Im Bereich Umweltmanagement erfolgte die Validierung nach EMAS III in Rheine sowie die jährliche Überwachung nach DIN EN ISO 14001 in Emden und Trowbridge. Zudem wurde am Standort Emden das Energiemanagementsystem gemäß DIN EN ISO 50001 erfolgreich absolviert. Aktuelle Informationen zu den Nachhaltigkeitsmaßnahmen und -fortschritten der apetito AG werden jährlich im Online-Nachhaltigkeitsbericht, orientiert am Standard der Global Reporting Initiative, veröffentlicht. Die Prüfer bescheinigten dem Unternehmen eine weitere Verbesserung der Qualitäts-, Umwelt- und Hygieneleistungen auf beispielhaftem gutem Niveau. Einzelne Verbesserungsvorschläge nahmen wir zum Anlass, noch anspruchsvollere Ziele zu definieren. Belange unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Im Berichtsjahr waren im Jahresdurchschnitt insgesamt 4.965 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Unternehmen des apetito AG Konzerns tätig (Vorjahr: 4.477). Davon arbeiteten 2.468 in Deutschland und 2.497 in den internationalen Gesellschaften. In den deutschen Gesellschaften des apetito AG Konzerns sind anteilig rund 43 % Frauen und 57 % Männer beschäftigt. Die Fluktuationsrate bei der apetito AG liegt mit 10,8 % unter dem Vorjahr (11,2 %). Der Anteil an befristeten Arbeitsverträgen beträgt in der apetito AG rund 14 %. Bei der apetito AG waren im Berichtsjahr 53 Zeitarbeitnehmer beschäftigt (Vorjahr: 64). Die traditionell lange durchschnittliche Betriebszugehörigkeit in der apetito AG ist mit rund 13 Jahren weiter auf hohem Niveau. Das Durchschnittsalter liegt mit 44,1 Jahren auf dem Niveau der Vorjahre. Im Fokus unserer Personalarbeit stand die Professionalisierung unserer Recruitingaktivitäten. So konnten wir zur effektiveren Kandidatengewinnung unsere Active Sourcing-Strategie erfolgreich ausbauen und somit dem Fachkräftemangel insbesondere in Expertenfunktionen entgegenwirken. Allein bei der apetito AG wurden im Berichtsjahr mehr als 300 neue Mitarbeitende eingestellt. Die Personalarbeit in den internationalen Gesellschaften fokussierte sich im Wesentlichen auf die Bewältigung der Pandemie und den Folgen daraus. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Personalarbeit ist im Berichtsjahr insbesondere für das im Vorjahr noch stark betroffene Systemgeschäft der internationalen Konzerngesellschaften erheblich zurückgegangen. Als operative Herausforderung erwies sich in Großbritannien der Ausbau der Produktionskapazitäten vor dem Hintergrund des starken Umsatzwachstums. Neben der Anschaffung neuer Produktionstechnik zählte das Einführen einer neuen Wochenendschicht zu den personellen Maßnahmen. Gezielte Employer Branding Maßnahmen gewannen auch an den deutschen Standorten an Bedeutung, um die benötigten Fachkräfte zu gewinnen. Für die Logistik am Standort Rheine wurde eigens eine Taskforce eingerichtet, die eine Recruiting-Kampagne für LKW-Fahrer entwickelte. Diese wird in 2023 umgesetzt. Den ersten Meilenstein dabei verzeichnete apetito bereits im März des laufenden Jahres: Der erste Absolvent einer neuen verkürzten und bezahlten Qualifikation zum Berufskraftfahrer absolvierte seine Prüfung. Die so genannte beschleunigte Grundqualifikation ist ein einzigartiges Konzept in Deutschland. Es wird in dieser Form von apetito seit Oktober 2022 für jeden ab 28 Jahren angeboten. Innerhalb von drei Monaten durchlaufen die Absolventen die voll bezahlte Weiterbildung zum Berufskraftfahrer. Dabei ist keine vorherige Qualifikation erforderlich. Die vielfältigen Herausforderungen der Krisenjahre 2021 und 2022 zeigten in besonderer Weise die starke Unternehmenskultur bei allen internationalen apetito Gesellschaften, die von einer ausgeprägten Solidarität und einer hohen Flexibilität der Mitarbeitenden gekennzeichnet war. Die deutsche apetito AG hat diesen positiven Schwung im Berichtsjahr zur Entwicklung einer Initiative genutzt, die im Jahr 2023 ausgerollt wird. Dabei wollen wir mit vielen KollegInnen diskutieren, wie wir die Werte, die uns alle verbinden, in die Zukunft tragen und lebendig halten. Eine neue Mitarbeiterbefragung für alle Mitarbeitenden der deutschen Gesellschaften ist für Ende 2023 geplant. In den deutschen Gesellschaften des apetito AG Konzerns wurden im zurückliegenden Jahr 84 junge Menschen (Vorjahr: 90) in 15 verschiedenen Berufen ausgebildet. Das Ausbildungsangebot reichte von der Fachkraft für Lebensmitteltechnik über kaufmännische Berufe bis hin zum Fachinformatiker oder Berufskraftfahrer. Vorrangiges Ziel unserer Ausbildungsaktivitäten ist es, eigene Fachkräfte auszubilden und weiter zu beschäftigen. Bei den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren haben wir unsere Ziele erreicht, indem wir das hohe Niveau der Vorjahre halten konnten. Chancen- und RisikoberichtDie Chancen und Risiken werden in abnehmender Bedeutung angegeben. Wesentliche Risiken Für apetito als lebensmittelverarbeitender Konzern bestehen die größten Herausforderungen darin, die Qualität und Sicherheit der Produkte zu erhalten und weiter zu verbessern. Dies umfasst sowohl die Beschaffung als auch die Verarbeitung der Zutaten. Diesen Herausforderungen stellt sich der apetito AG Konzern mit einem umfassenden Qualitätsmanagementsystem, einem global agierenden Einkauf, einer starken Einbindung und Kontrolle der Lieferpartner sowie langfristigen Lieferpartnerschaften. Im Berichtsjahr 2022 wurden die wesentlichen Risiken aus der Inventur 2021 gemonitort, neu bewertet und entsprechende Maßnahmen nachverfolgt. Die Corona-Pandemie schwächte sich im dritten Pandemie-Jahr deutlich ab, Herausforderungen waren für die internationalen Konzerngesellschaften kaum mehr spürbar. In Deutschland, Großbritannien und Kanada koordinierten die Corona-Krisenteams weiterhin die Kommunikation zu den Maßnahmen und waren die Ansprechpartner für alle Mitarbeitenden. Das Hauptaugenmerk aller Aktivitäten galt weiter dem Gesunderhalten der Beschäftigten und das zuverlässige Sicherstellen unserer Angebote und Serviceleistungen für unsere Kunden. Zum Ende des Berichtsjahres wurden analog zu den internationalen gesetzlichen Regelungen die Corona-Maßnahmen zugunsten einer starken Eigenverantwortung eines jeden einzelnen beendet. In Deutschland stellt apetito den Mitarbeitenden weiterhin Tests und Masken zur Verfügung. Das Thema IT-Sicherheit hatte und hat für uns eine sehr hohe Priorität. Das deutsche Innenministerium warnt angesichts des andauernden Angriffskriegs in der Ukraine vor einer hohen Gefahr unter anderem durch Sabotage. So hätten die Angriffe global agierender Hacker im Internet zugenommen. Auch der Versicherer Allianz sieht in einem Anfang 2023 veröffentlichten Risikobarometer die Aktivitäten von kriminellen Hackern als größte Gefahr für Unternehmen an. Diese Spitzenposition im Ranking spiegele die Bedeutung der heutigen digitalen Wirtschaft, die sich entwickelnde Bedrohung durch Ransomware und Erpressung sowie geopolitische Rivalitäten und Konflikte wider. (Quelle: Allianz Risikobarometer | AGCS) Der apetito AG Konzern hat auch angesichts eigener Erfahrungen im Berichtsjahr ein umfassendes Aktionsprogramm zur IT-Sicherheit aufgesetzt, das im laufenden Jahr weiter umgesetzt wird. Erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen sind dafür notwendig. Ziel ist eine starke Resilienz bei möglichen Angriffen auf die IT-Systeme des Unternehmens. Auch Awareness-Kampagnen in Richtung Mitarbeitende zählen zu den Maßnahmen. Wir sehen uns damit zunehmend gut gerüstet für kriminelle Angriffe von außen. Zu den beschaffungsmarktbezogenen Risiken zählen für den apetito AG Konzern volatile Märkte mit teilweise schwankenden Rohwarenverfügbarkeiten und im Berichtsjahr deutlich angestiegenen Preisen. Hervorzuheben sind die im Berichtsjahr noch andauernden Corona-bedingten Störungen in der Lieferkette sowie der Krieg in der Ukraine mit seinen Auswirkungen auf Energie- und Rohstoffpreise. Die Inflation in Europa ist anhaltend hoch. Die Auswirkungen der Dürre in Europa bleiben als Risiko bestehen. Diese wirkt sich weiter aus, vor allem auf die Verfügbarkeit von Gemüse. Zu den Markt- und Absatzrisiken führt der apetito AG Konzern regelmäßig ein Monitoring durch. Als flexibles und kundenorientiertes Unternehmen versetzen wir uns mithilfe von Marktforschung und einer ausgezeichneten Kundennähe in die Lage, zeitnah auf Marktanforderungen zu reagieren; durch eine breite Kundenbasis in diversifizierten Geschäftsfeldern ist die Gefahr von Abhängigkeiten eher gering. Den Preisdruck bei öffentlichen und sozialen Einrichtungen bei gleichzeitig deutlich ansteigenden Preisen schätzen wir weiterhin als kritischen Faktor ein. Die Pandemie hat in unseren internationalen Systemmärkten teils zu andauernden Veränderungen geführt, die nach neuen Lösungen verlangen. Auch Nachhaltigkeitsaspekte wie Klimaschutz oder die Suche nach alternativen plastikfreien Verpackungsformen wirken sich auf den Bereich Lebensmittel und somit auf unsere Branche direkt aus. In Deutschland setzt sich die Verschiebung einiger Geschäftsmodelle hin zu einer dezentralen Abwicklung weiter fort. Die dafür ausgelegte Logistik-Strategie "Neue_Wege" zur Zukunftsausrichtung der Distribution auf der letzten Meile wurde im Berichtsjahr in der größten Pilotregion erfolgreich umgesetzt. Im Rahmen einer umfassenden Bewertung wird im laufenden Jahr über eine bundesweite Umsetzung entschieden. Das weitere Unternehmenswachstum in den kommenden Jahren macht auch eine Ausweitung der Kapazitäten in den Bereichen Lager und Kommissionierung erforderlich. Dazu sind konkrete Erweiterungsprojekte angestoßen. Zur finanziellen Steuerung des apetito AG Konzerns trägt der Bereich Treasury & Risk bei. Wesentliches Ziel der Steuerungsmaßnahmen ist die jederzeitige Sicherstellung einer ausreichenden Liquiditätsausstattung aller Konzernunternehmen über eine optimierte Liquiditätsplanung. In Bezug auf die Liquiditätslage bestanden 2022 keine Risiken. Ausfallrisiken werden bei apetito als gering eingeschätzt. Durch ein straffes Debitorenmanagement und ein sehr organisiertes Mahnwesen konnten wir größere Zahlungsausfälle vermeiden. Insolvenzen blieben im großen Umfang bei Lieferanten und Kunden aus. Den Wechselkursrisiken begegnen wir mit einer konservativen Absicherungsstrategie und einem aktiven Währungsmanagement, das zentral gesteuert wird und sich im abgelaufenen Geschäftsjahr vor dem Hintergrund deutlicher Währungsschwankungen bewährt hat. Zu den Maßnahmen zählen sowohl zusätzliche Grundgeschäfte, um offene Währungspositionen zu vermindern bzw. zu schließen, als auch die üblichen Kurssicherungsinstrumente. Trotz übersichtlicher Risiken arbeiten wir konsequent an der Weiterentwicklung unserer Controlling-Instrumente. Diese Instrumente haben sich besonders im 2. Jahr der Coronapandemie sehr bewährt. Checks, Überwachungen und Limitvorgaben führten dazu, dass es weiterhin keine wesentlichen Beeinträchtigungen für den apetito Konzern gab. Das Themenfeld Arbeitssicherheit haben wir im Berichtsjahr konsequent weiterentwickelt und forcieren den Arbeitsschutz insbesondere dadurch, dass wir unsere Mitarbeitenden für das sogenannte BBS (Behavior Based Safety), also die verhaltensbedingte Unfallprävention, sensibilisieren und qualifizieren. In Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft werden die Führungskräfte zu den relevanten Arbeitsschutzthemen kontinuierlich geschult. Im laufenden Jahr 2023 streben wir eine Zertifizierung unseres Arbeitsschutz-Managementsystems nach den Standard-Vorgaben "Sicher mit System" durch die Berufsgenossenschaft an. Beim Thema Brandschutz arbeitet der apetito AG Konzern sehr eng mit einem Versicherungsmakler und den jeweiligen Brandschutzversicherern zusammen, um auch weiterhin den Stand der Technik abzubilden. So wollen wir eine nachhaltige Absicherung des Unternehmens gewährleisten. Diesem Zweck dient auch die konzernweite Brandschutzrichtlinie. Eine mittel- und langfristig ausgelegte Investitionsplanung unterstützt das Brandschutzprogramm von apetito. Regelmäßige Audits finden in den produzierenden Konzerngesellschaften fortlaufend statt. Die Beratungs- und Revisionsgesellschaft "apetito assist & service GmbH " unterstützte das Management der apetito Gruppe wie im Vorjahr bei der Beurteilung von unternehmensinternen Prozessen mit Fokus auf der effizienten Überprüfung und Weiterentwicklung unseres internen Kontrollsystems. Die Corona-Pandemie birgt auch im laufenden Jahr für die Business Units im apetito AG Konzern kaum noch Herausforderungen. Der Krieg in der Ukraine mit seinen weltweiten Auswirkungen dagegen birgt weiter erhebliche Risiken. Das bezieht sich auf die Versorgungssicherheit unserer direkten Materialien, auf die anhaltende Energieunsicherheit an unseren Produktionsstandorten und die weiterhin ansteigenden Preise für Rohwaren und Energie. Wesentliche Chancen In den internationalen Märkten der Gemeinschafts- und Individualverpflegung und auch im Retailgeschäft erwarten wir nach Corona weiter positive Geschäftsentwicklungen, da sich das Bestreben nach sicherer und convenienter Ernährung, die die Angebote von apetito und COSTA bieten, vor allem im häuslichen Umfeld und bei Senioren weiter fortsetzen wird. Langfristiges Wachstumspotenzial sieht apetito weiterhin in dem Trend zur "alternden Gesellschaft", was oft mit gesundheitlichen Einschränkungen der Senioren und einer steigenden Nachfrage nach spezifischen Kostformen einhergeht. apetito verfügt über umfassendes Know-how zu solch spezifischen Ernährungsfragen und bietet so seinen Kunden einen echten Mehrwert - auch mit Blick auf eine hohe hygienische Sicherheit unserer Produkte und Angebotssysteme. Vor dem Hintergrund des andauernden Fachkräftemangels und knappen Kassen insbesondere in den Care-Märkten sehen Kunden die Pluspunkte der so genannten entkoppelten Systeme von apetito, die ihnen sowohl wirtschaftliche als auch Prozess-Vorteile bieten. Der erfolgreiche Ausbau der Sortimente vor allem für die deutschen und britischen Care-Märkte zeigt das Potenzial, das diese Märkte sowohl im Hinblick auf die B-to-B-Märkte als auch auf die Direktbelieferung zu Hause lebender Senioren bieten. Wir erwarten, dass der Anteil an älteren Menschen in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Demzufolge wird auch der Bedarf an professionellen Ernährungslösungen speziell für diese Zielgruppe weiter zunehmen. In Deutschland bestehen Wachstumsperspektiven auch im Markt für Kindertagesstätten und Schulen. Mit neuen Sortimentsangeboten, zeitgemäßen Verpackungslösungen und auch mit unseren digitalen Vermarktungsangeboten sehen wir uns gut gerüstet. In Großbritannien und Kanada steht Endkundenvermarktung für weiteres Wachstumspotenzial, da das Interesse daran in beiden Ländern weiter zunimmt. Unsere noch junge Gesellschaft in den USA ermöglicht uns weitere Wachstumsperspektiven im dortigen Kerngeschäft. Gesamtbeurteilung der Risiko- und Chancensituation Die Gesamtsituation der erläuterten Einzelrisiken stellt sich für den apetito AG Konzern durch das Risikomanagementsystem als transparent und steuerbar dar. Von den vorgenannten Risiken sind aktuell die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sowie Qualitätsrisiken und Preissteigerungsrisiken im Bereich Beschaffung als am bedeutendsten einzustufen. Zudem gewinnen IT-Risiken im Zusammenhang mit möglichen Hacker-Attacken weiter an Bedeutung. Es sind erhebliche Anstrengungen erforderlich, dem entgegenzuwirken. Als relevanteste Chancen bewerten wir die demografischen Entwicklungen sowie die Möglichkeiten der Digitalisierung. PrognoseberichtTrotz positiver Umsatzentwicklung lag die angestrebte positive Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr deutlich unter den Erwartungen. Gründe dafür liegen erneut in den zwar für die Geschäftsfelder und Business Units unterschiedlichen, in Summe jedoch gravierenden Auswirkungen des Ukraine-Krieges. In unserer Konzernstrategie, der wir angesichts der global wirkenden Entwicklungen im Berichtsjahr im laufenden Jahr einem Review unterziehen, haben wir uns bis 2025 ambitionierte Wachstums- und Ertragsziele gesetzt. Die einzelnen Konzerngesellschaften haben dazu ihre jeweiligen Strategien formuliert. Um unsere Konzernstrategie umzusetzen, haben wir für die mittlere Zukunft weiterhin umfassende Investitionen insbesondere an den Standorten in Großbritannien, Deutschland und Kanada geplant. Für die Geschäftsjahre 2023 und folgende streben wir eine positive Geschäftsentwicklung mit einem wechselkursbereinigten Umsatzwachstum von etwa 7-8 % an. Mit Blick auf das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Sondereffekten wollen wir in 2023 wieder anknüpfen an die Entwicklung der Vorjahre und deutlich wachsen. Damit wollen wir unsere bestehende strategische Zielvorgabe - nachhaltig profitables Wachstum - weiter festigen. Allerdings sind Planungen mehr denn je unsicher und abhängig von den Rahmenbedingungen. Wir reagieren darauf mit einem konsequenten Monitoring der wesentlichen Parameter. Unsere Lieferketten sehen wir durch die aktuellen Krisen stark betroffen. Die dadurch verursachten erheblichen Auswirkungen auf die Preisentwicklung für Energie und Rohstoffe werden weiter nachhaltig wirken. Ein hohes Vertrauen der Stakeholder in die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des Unternehmens ist Basis für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit. Themen rund um eine verantwortliche Unternehmensführung spielen dabei eine wesentliche Rolle. Unter anderem mit einem soliden Qualitätsmanagement, einem fundierten Nachhaltigkeitsengagement und einer breit aufgestellten Weiterentwicklung im Bereich Digitalisierung sehen wir uns dafür konzernweit gut gerüstet. Als verantwortungsbewusstes Familienunternehmen wird apetito seine Geschäftspolitik auch künftig langfristig ausrichten und zukunftsorientiert wachsen. Sowohl das Management als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen dazu bei, den gesellschaftlichen Auftrag von apetito zu realisieren - nämlich für Menschen in verschiedensten Lebenssituationen jeden Tag gutes Essen anzubieten. Dafür fokussieren sich alle Business Units des apetito AG Konzerns auf ihre wesentlichen und erfolgversprechenden Themen. Daran arbeiten wir gemeinsam im "Team apetito". Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Konzerngewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzerngesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzerneigenkapitalspiegel
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022Die apetito Aktiengesellschaft mit Sitz in Rheine/Deutschland (Bonifatiusstraße 305) stellt als oberste Muttergesellschaft den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht auf. Die Gesellschaft ist eingetragen im Handelsregister B des Amtsgerichts Steinfurt (HR B 4040). Der apetito-Konzern produziert und vertreibt tiefgekühlte und gekühlte Fertiggerichte im In- und Ausland. Die Auslandsaktivitäten erstrecken sich auf Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Österreich, Spanien, Irland und Nordamerika. 1. Grundlagen der RechnungslegungDer Konzernabschluss der apetito AG zum 31. Dezember 2022 wurde in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsstandards des International Accounting Standards Board (IASB) - den International Accounting Standards (IAS) bzw. den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind - aufgestellt. Dabei wurden sämtliche zum 31. Dezember 2022 in der Europäischen Union anzuwendenden IAS bzw. IFRS sowie die entsprechenden Interpretationen des Standing Interpretation Committee (SIC) bzw. des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) beachtet. Die Anforderungen der vorstehenden Vorschriften wurden vollständig erfüllt, so dass der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, und Ertragslage sowie der Zahlungsströme des Geschäftsjahres vermittelt. Der Konzernabschluss nach IFRS wird auf der Grundlage von § 315e Abs. 3 HGB aufgestellt; die Voraussetzungen des § 315e HGB für die Befreiung von der Erstellung eines Konzernabschlusses nach deutschen Rechnungslegungsnormen sind erfüllt. Um die Gleichwertigkeit mit einem nach handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellten Konzernabschluss sicherzustellen, werden alle über die Regelungen des IASB hinausgehenden gesetzlichen Angabe- und Erläuterungspflichten erfüllt. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind - soweit nicht anders vermerkt - in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Der Konzernabschluss basiert auf historischen Anschaffungskosten und wird in Übereinstimmung mit den nachfolgend erläuterten Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Dabei wird von der Fortführung der Geschäftstätigkeit ausgegangen. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Anhang entsprechend erläutert. Vermögenswerte und Schulden sind entsprechend ihrer Restlaufzeit in langfristig (bei Fälligkeiten über einem Jahr) und kurzfristig aufgegliedert. Pensionsrückstellungen und latente Steuern werden generell als langfristig ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. 2. Konsolidierung2.1 Konsolidierungsgrundsätze In den Konzernabschluss wurden alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, die durch die apetito AG beherrscht werden. Diese Beherrschung ergibt sich aus Rechten auf veränderliche Renditen sowie der Möglichkeit, auf diese Renditen durch Machtausübung über einen Investitionsempfänger Einfluss zu nehmen. Die Abschlüsse aller einbezogenen Gesellschaften werden gemäß IFRS 10 nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Tochterunternehmen werden von dem Zeitpunkt an vollkonsolidiert, an dem die Beherrschung auf das Mutterunternehmen übergegangen ist. Sie werden endkonsolidiert, wenn die Beherrschung endet. Diese Tochterunternehmen werden nach der Methode der Vollkonsolidierung erfasst. Dabei wird der Beteiligungsbuchwert dem anteiligen konsolidierungspflichtigen Eigenkapital des Tochterunternehmens zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile (Erwerbsmethode) nach IFRS 3 gegenübergestellt. Das Eigenkapital ist dabei zwingend nach der Neubewertungsmethode zu ermitteln. IFRS 3 wird für sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse nach dem Übergangszeitpunkt (1. Januar 2006) angewendet. Gemäß IFRS 3 werden im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten bei der Erstkonsolidierung mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Transaktionszeitpunkt bewertet. Übersteigen die Anschaffungskosten der Anteile das zum beizulegenden Zeitwert bewertete erworbene anteilige Nettovermögen, so wird ein Geschäfts- und Firmenwert ("Goodwill") angesetzt. Der Geschäfts- und Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern wird mindestens einmal jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Beteiligungen an Joint Ventures werden gemäß IFRS 11 i.V.m. IAS 28 nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Zwischenergebnisse, konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen wurden eliminiert. 2.2 Konsolidierungskreis Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Konsolidierungskreis wie folgt geändert: In den Konzernabschluss wurde die Beteiligung am Teilkonzern Det Danske Madhus, Dänemark, zum 8. Juli 2022 erstkonsolidiert. Darüber hinaus wurde mit zusätzlichem Anteilserwerb vom 6. April 2022 an der Arcasa & apetito S.L., Barcelona, Spanien, diese Gesellschaft erstmals vollkonsolidiert, gleichzeitig erfolgt hier durch die Minderheitenanteile ein entsprechender Ausweis in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung. Mit Datum vom 9. Dezember 2022 wurden die Anteile an der Beteiligung EATCLEVER UG, Hamburg, veräußert. Zum 8. Juli 2022 wurden 100% der P-DDM Holding 2019 A/S, Dänemark, 49% der Anteile an der DDM Invest 2014 ApS, Dänemark, sowie die Anteile von 0,38%, die dem Management bzw. Arbeitnehmern gehörten, erworben. Diese Gesellschaften wurden zum 31.12.2022 auf die operative Gesellschaft Det Danske Madhus A/S, Alberslund, verschmolzen. Das dänische Unternehmen ist vorrangig im Markt der zuhause lebenden Seniorinnen und Senioren tätig und beliefert zudem Senioreneinrichtungen basierend auf dem sogenannten "Cook & Chill" System. Der Goodwill ergibt sich aus dem gezahlten Kaufpreis nach Abzug der immateriellen und materiellen Vermögensgegenstände und Schulden aufgrund erwarteter Synergien und Wachstumspotenziale. Der Zeitwert der Gegenleistung beträgt € 54,9 Mio. Das Nettovermögen der Det Danske Madhus zum Erstkonsolidierungszeitpunkt stellt sich wie folgt dar:
Das Nettovermögen der Arcasa & apetito S.L. zum Erstkonsolidierungszeitpunk stellt sich wie folgt dar:
Eine Aufstellung sämtlicher einbezogener Gesellschaften ist als Anlage beigefügt. Die in den Konzernabschluss einbezogene Personenhandelsgesellschaft
nimmt gemäß § 264b HGB Erleichterungen im Hinblick auf die Aufstellung und Offenlegung eines Jahresabschlusses und Lageberichts nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften in Anspruch. Folgende in den Konzernabschluss einbezogene Gesellschaften nehmen gemäß § 264 Abs. 3 HGB die Befreiung in Anspruch, den Jahresabschluss nicht entsprechend § 325 HGB offenzulegen:
2.3 Konzernabschlussstichtag Die Konzernbilanz ist auf den 31. Dezember, den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens, aufgestellt, der zugleich auch Bilanzstichtag aller einbezogenen Tochtergesellschaften ist. 2.4 Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen Die Vermögenswerte und Schulden von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden gemäß IAS 21 zum am Stichtag geltenden Währungskurs umgerechnet. Die Umrechnung des Eigenkapitals erfolgt zu historischen Kursen. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zu Durchschnittskursen des abgelaufenen Geschäftsjahres umgerechnet. Die aus der Umrechnung resultierenden Währungsdifferenzen werden erfolgsneutral in der Rücklage für Fremdwährungsumrechnung erfasst. Für die Umrechnung wurden folgende Wechselkurse berücksichtigt:
3. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze3.1 Aufwands- und Ertragsrealisierung Erlöse aus dem Verkauf von Waren und Erzeugnissen sowie aus dem Verkauf von Küchen- und Gerätetechnik werden erfasst, wenn die geschuldete Lieferung erbracht wurde und der Gefahrenübergang erfolgt ist. Kundenskonti und -rabatte sowie Warenrückgaben werden periodengerecht umsatzmindernd entsprechend den zugrundeliegenden Grundsätzen verbucht. Daneben erzielt der Konzern Dienstleistungsumsätze u.a. aus der Vermietung von Küchen- und Gerätetechnik. Diese werden erfasst, sobald die Dienstleistung erbracht ist. Bei Vermietung werden die Umsätze periodengerecht übereinstimmend mit den jeweiligen Vertragsbedingungen erfasst. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam. Zinsen werden im Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand bzw. Ertrag erfasst. 3.2 Geschäfts- und Firmenwerte ("Goodwill") Der Beteiligungsbuchwert wird dem konsolidierungspflichtigen Eigenkapital des Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt nach der Erwerbsmethode (IFRS 3) gegenübergestellt. Der Unterschiedsbetrag zwischen übertragener Gegenleistung und anteiligem Nettovermögen wird dem Geschäfts- und Firmenwert zugeordnet. Bei vor dem Übergangszeitpunkt stattgefundenen Unternehmenszusammenschlüssen wurde gemäß IFRS 1 die Konsolidierungsmethode nach HGB beibehalten. Es erfolgt keine planmäßige Abschreibung auf Geschäfts- und Firmenwerte; die Bewertung wird gemäß IFRS mindestens jährlich anhand eines Wertminderungstests (IAS 36) überprüft und der Geschäfts- und Firmenwert gegebenenfalls aufwandswirksam abgeschrieben. 3.3 Immaterielle Vermögenswerte Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen erfolgen nach der linearen Methode über folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern:
Im apetito-Konzern werden Entwicklungskosten aktiviert, sofern die Voraussetzungen des IAS 38 erfüllt sind. 3.4 Sachanlagen Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden gemäß IAS 16 zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer bilanziert. Die Abschreibungen werden linear vorgenommen. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen konzernweit einheitlich über die folgenden Nutzungsdauern:
Erhaltene Investitionszuschüsse sowie Investitionszulagen mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Finanzierungskosten sind im Fall qualifizierter Vermögenswerte Bestandteil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Kosten für die Reparatur von Sachanlagen werden grundsätzlich aufwandswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des Vermögenswertes führen. Die zu aktivierenden Vermögenswerte werden für Zwecke der Abschreibungsbemessung getrennten Betrachtungen unterzogen, wenn wesentliche Bestandteile unterschiedliche wirtschaftliche Nutzungsdauern haben. Die Kosten selbsterstellter Sachanlagen umfassen alle Einzelkosten sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens. Der Konzern erfasst als Leasingnehmer grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen zu Barwerten. Leasingverträge bestehen im Wesentlichen für Fahrzeuge, Softwarelizenzen und Mietverhältnisse. Nutzungsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:
Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über den Zeitraum des Vertragsverhältnisses vorgenommen. Für Leasinggegenstände von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht, so dass die Zahlungen linear als Aufwand in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden in den sonstigen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen. 3.5 Wertminderung von Vermögenswerten ("Impairment-Test") Immaterielle Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, werden nicht planmäßig abgeschrieben; sie werden jährlich sowie anlassbezogen auf Wertminderungsbedarf überprüft. Die übrigen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen werden nach den Vorschriften des IAS 36 auf die Notwendigkeit außerplanmäßiger Abschreibungen überprüft, sobald Ereignisse oder veränderte Umstände darauf schließen lassen, dass Wertminderungen vorliegen ("Triggering-Event"). Eine außerplanmäßige Abschreibung wird vorgenommen, wenn der Buchwert des betroffenen Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag überschreitet. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert. 3.6 Finanzinstrumente Finanzinstrumente sind Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Finanzinstrumenten werden als sonstige Erträge oder Aufwendungen erfasst. Wertminderungsaufwendungen werden als sonstige Aufwendungen und sonstige Ergebnisse aus Finanzinstrumenten - im Wesentlichen Zinsen - im Finanzergebnis erfasst. 3.6.1 Originäre finanzielle Vermögenswerte Originäre finanzielle Vermögenswerte, die von apetito gehalten werden, sind der Kategorie "Ausgereichte Kredite und Forderungen" zugeordnet. Hierunter fallen originäre und erworbene Darlehen und Forderungen mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt gehandelt werden. Zu dieser Kategorie zählen bei apetito insbesondere kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie langfristige Forderungen aus der Veräußerung von Küchen- und Gerätetechnik. "Ausgereichte Kredite und Forderungen" werden erstmals zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind, bewertet. Die Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt bei marktüblichem Kauf oder Verkauf zum Erfüllungstag, also zu dem Tag, an dem der Vermögenswert geliefert wird. Niedrig- oder unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung einer angemessenen Verzinsung mit dem diskontierten Betrag angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode, soweit der beizulegende Zeitwert nicht darunter liegt. Bei Vorliegen objektiver Hinweise für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes wird die Wertminderung auf Basis der zu erwartenden Cashflows geschätzt und mit demjenigen Zinssatz kapitalisiert, der bei der erstmaligen Aktivierung zugrunde lag. Ergibt sich beim Vergleich mit dem Buchwert als Differenz ein Verlustbetrag, so wird dieser ergebniswirksam erfasst. Vermögenswerte für die zu erwartende Verluste nach dem Expected Loss Modell im Sinne des IFRS 9 abzubilden sind, werden in Abhängigkeit von möglichen künftigen Verlustereignissen einer von drei Stufen zugeordnet (3-Stufen-Konzept). Bei allen Stufen erfolgt generell eine Wertberichtigung. Beim erstmaligen Bilanzansatz sind alle finanziellen Vermögenswerte der Stufe 1 zuzuordnen. Davon ausgenommen sind finanzielle Vermögenswerte, die bereits im Zugangszeitpunkt wertgemindert sind. Stufe 1 Der Umfang der Erfassung erwarteter Verluste wird danach differenziert, ob sich das Ausfallrisiko der finanziellen Vermögenswerte seit ihrem Zugang wesentlich verschlechtert hat oder nicht. Liegt eine wesentliche Verschlechterung vor und ist das Ausfallrisiko am Stichtag nicht als niedrig einzustufen, sind ab diesem Zeitpunkt sämtliche Verluste über die gesamte Laufzeit zu erfassen (Stufen 2 und 3). Andernfalls sind nur die über die Laufzeit der Forderung zu erwartenden Verluste zu berücksichtigen, die aus künftigen, möglichen Verlustereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate resultieren. Stufe 2 Sollte das Kreditrisiko nach dem Zugangszeitpunkt signifikant ansteigen, erfolgt ein Transfer des Finanzinstruments in Stufe 2. Bei Berechnung der Risikovorsorge müssen die erwarteten Verluste der gesamten Restlaufzeit des finanziellen Vermögenswertes berücksichtigt werden. Stufe 3 Der finanzielle Vermögenswert ist der Stufe 3 zuzuordnen, wenn sich dessen Kreditqualität weiter verschlechtert hat und objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen. Ein Vertragsbruch oder erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners können z.B. einen objektiven Hinweis darstellen. Die Bemessung der Risikovorsorge erfolgt analog zu Stufe 1 und 2; allerdings muss die Ermittlung der effektiven Zinserträge auf den Nettobuchwert (nach Abzug der Risikovorsorge) angepasst werden. Vereinfachter Ansatz Ausnahmeregelungen bestehen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte nach IFRS 15. Das Stufenmodell kommt im Rahmen des vereinfachten Ansatzes nicht zur Anwendung. Der Konzern wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu bemessen. Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis gemeinsamer Kreditrisikomerkmale und Überfälligkeitstage zusammengefasst. Die erwarteten Verlustquoten beruhen auf den Zahlungsprofilen der Umsätze über eine Periode von 24 Monaten vor dem 31. Dezember 2021 und den entsprechenden historischen Ausfällen in dieser Periode. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Der Konzern hat das Bruttoinlandsprodukt und die Arbeitslosenquoten der Länder, in denen er Produkte und Dienstleistungen verkauft, als relevanteste Faktoren identifiziert und passt die historischen Verlustquoten aufgrund der erwarteten Veränderungen bei diesen Faktoren an. Der Konzern unterteilt seine Forderungen in zwei Risikoklassen und zwar in die Bereiche B2B und B2C mit unterschiedlichen Wertberichtigungsquoten:
Wertminderungen auf Forderungen werden auf einem gesonderten Wertberichtigungskonto erfasst. Eine Ausbuchung der Forderungen erfolgt, sobald die entsprechende Forderung endgültig ausgefallen ist. Spätere Wertaufholungen werden erfolgswirksam erfasst. Bei den kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den sonstigen kurzfristigen Forderungen geht die Gesellschaft davon aus, dass der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Der beizulegende Zeitwert der ausgereichten langfristigen Kredite und Forderungen wird, da kein aktiver Markt für diese Vermögenswerte existiert, durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsflüsse mit dem Marktzinssatz ermittelt. 3.6.2 Originäre finanzielle Verbindlichkeiten Bei apetito umfassen die originären finanziellen Verbindlichkeiten insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Gesellschaftern, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16. Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Bewertung mit ihrem beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung der Transaktionskosten, die direkt der Aufnahme der finanziellen Verbindlichkeit zuzurechnen sind, bewertet. Nach dem erstmaligen Ansatz werden die finanziellen Verbindlichkeiten gemäß IAS 39.47 mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Finanzielle Verbindlichkeiten - oder Teile davon - werden ausgebucht, sobald die Verbindlichkeit getilgt ist, d.h., wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen beglichen oder aufgehoben sind. Gewinne und Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die finanzielle Verbindlichkeit ausgebucht wird. Die Amortisation von Transaktionskosten wird ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei den kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten geht die Gesellschaft davon aus, dass der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Der beizulegende Zeitwert der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten wird, da kein aktiver Markt für diese Verbindlichkeiten existiert, mittels finanzmathematischer Methoden durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsflüsse mit dem Marktzinssatz ermittelt. Der Konzern erfasst als Leasingnehmer grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten gemäß IFRS 16.26. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen:
Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Es wird ein einziger Abzinsungssatz auf ein Portfolio ähnlich ausgestalteter Leasingverträge (betrifft europäische Gesellschaften) angewendet. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, auf eine Trennung dieser Komponenten zu verzichten. Eine Reihe von Leasingverträgen, insbesondere von Immobilien, enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen bieten dem Konzern eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeiten werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind. 3.6.3 Derivative Finanzinstrumente An derivativen Finanzinstrumenten werden Devisentermingeschäfte genutzt, um Wareneinkäufe oder Verkäufe in Fremdwährungen abzusichern. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden unter Anwendung der zum Abschlussstichtag relevanten Marktbedingungen bezüglich der Wechselkurse, Zinssätze und Bonitäten ermittelt. Der beizulegende Zeitwert entspricht damit dem Betrag, den die Konzerngesellschaften bei Fälligstellung des Finanzinstrumentes zum Abschlussstichtag entweder erhalten oder zahlen müssten. Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von derivativen Finanzinstrumenten werden sofort ergebniswirksam erfasst. Positive Marktwerte der Finanzinstrumente werden unter den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und negative Marktwerte unter den übrigen kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. 3.7 Latente Steuern Gemäß IAS 12 werden aktive und passive latente Steuern unter Verwendung der Verbindlichkeiten-Methode für alle temporären Differenzen zwischen Buchwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld in der Bilanz nach Rechnungslegungsstandards des IASB und der steuerlichen Basis sowie für die zukünftige Nutzung steuerlicher Verlustvorträge gebildet. Aktive latente Steuern werden nur dann angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass diese gegen zukünftiges zu versteuerndes Einkommen genutzt werden können. Latente Steueransprüche und Schulden werden unter Anwendung der Steuersätze und der Gesetze, die am Bilanzstichtag bereits gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung des latenten Steueranspruchs bzw. der Begleichung der latenten Steuerschuld erwartet wird, bewertet. Latente Steuerverbindlichkeiten aus zu versteuernden temporären Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen werden nicht angesetzt, da das Mutterunternehmen in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen zu steuern, und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarerer Zeit nicht umkehren werden. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, sofern diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und sich auf dasselbe Steuersubjekt beziehen. 3.8 Vorräte Vorräte sind zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Handelswaren wurden nach der Methode des gleitenden Durchschnitts ermittelt und ergeben sich aus den Einkaufspreisen zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen. Die Herstellungskosten umfassen neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch dem Produktionsprozess zuzurechnende Gemeinkosten einschließlich angemessener Abschreibungen auf Produktionsanlagen unter der Annahme einer Normalauslastung. Fremdkapitalzinsen werden, sofern sie nicht einem qualifizierten Vermögenswert direkt zuzuordnen sind, nicht in die Vorratsbewertung einbezogen, sondern in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Abwertungen für Bestandsrisiken werden in angemessenem und ausreichendem Ausmaß vorgenommen. Soweit erforderlich, wird der niedrigere Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte erzielbare Verkaufspreis abzüglich geschätzter Kosten bis zur Fertigstellung und notwendiger Vertriebskosten. Bei Wegfall der Gründe für eine Abwertung wird eine entsprechende Wertaufholung vorgenommen. 3.9 Zahlungsmittelbestand Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen und andere hoch-liquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten. 3.10 Pensionsrückstellungen Gemäß IAS 19 unterscheidet die Gesellschaft zwischen beitrags- und leistungsorientierten Plänen zur Altersversorgung. Die Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Pläne sind durch versicherungsmathematische Gutachten belegt. Die Rückstellungen wurden nach der Methode der laufenden Einmalprämie ("projected unit credit method") gemäß IAS 19 berechnet. Dabei wurden ein Zinssatz von 3,8 % (Vorjahr: 1,00 %) p.a., die Heubeck-Richttafeln 2018 G und Trendannahmen für die zukünftige Steigerung der Gehälter (0,0 %, Vorjahr 0,0 %) und Renten (2,0 %, Vorjahr 2,0 %) zugrunde gelegt. Der Rechnungszinssatz orientiert sich hierbei an erstklassigen festverzinslichen Industrieanleihen vergleichbarer Laufzeit am Bewertungsstichtag. Der laufende Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand erfasst. Der Ausweis der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste erfolgt gemäß IAS 19.120 (c) erfolgsneutral im Eigenkapital. Der in den Pensionsaufwendungen enthaltene Zinsanteil ist in den Finanzaufwendungen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. 3.11 Sonstige Rückstellungen Die Rückstellungen umfassen alle erkennbaren rechtlichen und faktischen Verpflichtungen des Konzerns gegenüber Dritten, deren Erfüllung wahrscheinlich ist und deren Höhe zuverlässig eingeschätzt werden kann. Die Bewertung erfolgt gemäß IAS 37 zum erwarteten Erfüllungsbetrag. Als Eventualverpflichtungen im Anhang angegeben werden mögliche oder bestehende Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen, bei denen der Ressourcenabfluss aber nicht als wahrscheinlich eingeschätzt wird. Zu den langfristigen Rückstellungen zählen Jubiläumszahlungen gegenüber Arbeitnehmern. Langfristige Rückstellungen werden auf Grundlage entsprechender Marktzinssätze mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert. 3.12 Transaktionen in Fremdwährungen Einkäufe und Verkäufe in Fremdwährungen werden mit dem zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Tageskurs umgerechnet. Monetäre Bilanzposten in fremder Währung werden zum Mittelkurs des Bilanzstichtags angesetzt; dabei auftretende Währungsgewinne und -verluste werden ergebniswirksam erfasst. 3.13 Verwendung von Schätzungen Die Aufstellung des IFRS-Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen, die Einfluss auf den Ausweis von Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von Eventualverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie auf den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen haben. Wesentliche Schätzungen und Annahmen sind insbesondere hinsichtlich der Festlegung der Abschreibungsdauern, der versicherungsmathematischen Parameter bei der Bewertung von Pensions-, Jubiläums- und Altersteilzeitrückstellungen, Prüfung des Goodwills auf Werthaltigkeit sowie der Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern getroffen worden. Die tatsächlichen Beträge können von den Beträgen abweichen, die sich aus diesen Schätzungen und Annahmen ergeben. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. Bezüglich der Buchwerte dieser Positionen zum Stichtag und weiterer Angaben verweisen wir auf die Abschnitte 5.8, 6.2 bis 6.4, 6.14 und 6.16. 4. Anwendung neuer und geänderter IFRS-StandardsDie angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Die folgenden Standards waren im Geschäftsjahr 2022 erstmals anzuwenden:
Es wurden alle ab diesem Geschäftsjahr verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen umgesetzt. Aus der Erstanwendung der oben genannten Standards/Änderungen haben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ergeben. Das IASB und das IFRS IC haben folgende neue und geänderte Standards und Interpretationen veröffentlicht, die im Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren, aber bereits von der EU übernommen ("endorsed") waren.
Standards, deren Anwendungszeitpunkt erst nach dem Bilanzstichtag liegt, wurden nicht vorzeitig angewendet. Standards, Interpretationen und Änderungen zu veröffentlichten Standards, die noch nicht durch die EU übernommen wurden:
Die erstmalige Anwendung dieser Standards und Interpretationen werden vorbehaltlich der Übernahme durch die EU zum Zeitpunkt der erstmaligen verpflichtenden Anwendung erfolgen. Die Auswirkungen dieser neuen Regelungen auf die laufende oder auf künftige Berichtsperioden sowie auf absehbare Transaktionen werden vom Konzern als nicht wesentlich angesehen. 5. Erläuterungen zur Konzerngewinn- und Verlustrechnung5.1 Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse wurden, wie im Vorjahr im Wesentlichen im Inland mit Tiefkühlartikeln sowie aus dem Verkauf von Gütern und in untergeordnetem Umfang aus Dienstleistungen erzielt. Die Konzernumsatzerlöse verteilen sich wie folgt:
5.2 Materialaufwand In folgender Zusammensetzung:
5.3 Personalaufwand Der Personalaufwand unterteilt sich wie folgt:
Der in der Zuführung zur Pensionsrückstellung enthaltene Zinsanteil wird in den Zinsaufwendungen ausgewiesen. Im apetito-Konzern waren durchschnittlich beschäftigt:
In den Gemeinschaftsunternehmen waren im Durchschnitt des Jahres 2022 56 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr 66). 5.4 Planmäßige Abschreibungen In folgender Zusammensetzung:
5.5 Sonstige Aufwendungen In folgender Zusammensetzung:
In den übrigen sonstigen Aufwendungen sind Verluste aus der Fremdwährungsumrechnung in Höhe von TEUR 3.400 (Vorjahr: TEUR 72) enthalten. 5.6 Sonstige Erträge Die sonstigen Erträge betreffen im Wesentlichen Kostenweiterbelastungen an Joint Ventures, Versicherungserstattungen, sowie Erträge aus dem Verkauf von Vermögenswerten des Anlagevermögens und Mieterträge. Gewinne aus der Fremdwährungsumrechnung belaufen sich auf über TEUR 2.822 (Vorjahr: TEUR 1.864). 5.7 Finanzergebnis Zinserträge und Zinsaufwendungen setzen sich folgendermaßen zusammen:
Von den Zinserträgen entfallen TEUR 157 (Vorjahr: TEUR 8) auf finanzielle Vermögenswerte, die als nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft sind. Von den Zinsaufwendungen entfallen TEUR 287 (Vorjahr: TEUR 141) auf finanzielle Verbindlichkeiten, die als nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft sind. 5.8 Ertragsteuern Die Ertragsteuern setzen sich zusammen aus Gewerbe- und Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und den ausländischen Ertragssteuern. Die Steueraufwendungen gliedern sich nach Herkunft wie folgt:
Der erwartete Ertragssteueraufwand, der sich bei Anwendung des Steuersatzes der Konzernmuttergesellschaft apetito AG in Höhe von 30,5 % (Vorjahr: 30,5 %) auf das IFRS-Konzernergebnis vor Steuern ergeben hätte, lässt sich wie folgt auf die Ertragsteuern laut Gewinn- und Verlustrechnung überleiten:
Bei in Deutschland ansässigen Konzerngesellschaften werden 15,0 % für die Körperschaftsteuer und 5,5 % für den Solidaritätszuschlag der geschuldeten Körperschaftsteuer abgeführt. Zusätzlich unterliegen diese Gesellschaften der Gewerbesteuer, deren Höhe sich in Abhängigkeit gemeindespezifischer Hebesätze bestimmt. Die Auswirkungen abweichender ausländischer Steuersätze sind in der Überleitungsrechnung gesondert ausgewiesen. Die aktiven und passiven latenten Steuern ergeben sich aus folgenden Effekten:
Zum Stichtag bestanden noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge von TEUR 14.176 (Vorjahr: TEUR 8.075). Von diesen Verlustvorträgen sind TEUR 518 zeitlich unbegrenzt nutzbar und es wird auch mit einer zeitnahen Nutzung gerechnet. Darüber hinaus sind die übrigen Verlustvorträgen zeitlich unbegrenzt nutzbar, jedoch wird nicht mit einer zeitnahen Nutzung gerechnet. Daneben sind in der Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus den Pensionsrückstellungen aktive latente Steuern von TEUR 3.231 (Vorjahr: TEUR 4.516) enthalten. Damit ist im sonstigen Ergebnis aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten ein Aufwand aus latenten Steuern von TEUR 1.285 (Vorjahr: TEUR 308) enthalten. 6. Erläuterungen zur KonzernbilanzZur Entwicklung des Konzernanlagevermögens verweisen wir auf die Anlage zum Anhang. 6.1 Geschäfts- und Firmenwerte Die Geschäfts- und Firmenwerte haben sich aufgrund von Zugängen im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 38.342 erhöht. Der Firmenwert zum 31. Dezember 2022 setzt sich aus folgenden Einzelpositionen zusammen:
Gemäß IAS 36 wird der Geschäfts- und Firmenwert mindestens jährlich auf eine Wertminderung ("Impairment-Test") geprüft. Dabei wird der erzielbare Betrag im Sinne eines Nutzungswertes auf Basis von Cashflow-Prognosen aus dem internen Berichtswesen ermittelt. Diesen liegen die jeweiligen Planungen der CGU mit Planungshorizonten von fünf Jahren zugrunde. Bezüglich der Cashflows nach den Detail-Planungsrechnungen wird eine CGU-spezifische Wachstumsrate von 1 % (Vorjahr 1 %) unterstellt. Es wurde ein CGU-spezifischer WACC von 5,88 % für Deutschland, 7,06% für UK, 5,14% für Dänemark sowie 5,26% für Kanada (Vorjahr 3,56 %) vor Steuern verwendet. Aus der Werthaltigkeitsprüfung hat sich kein Abwertungsbedarf ergeben. Die Unternehmensleitung ist der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich mögliche Änderung einer der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten "Costa", "Canada" und "UK" getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren erzielbaren Wert wesentlich übersteigt. Eine tatsächliche Änderung des WACC um 1 %-Punkt oder der Wachstumsrate um 1 %-Punkt führte zu keinem Abschreibungsbedarf. 6.2 Sonstige immaterielle Vermögenswerte Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Herstellungskosten (Entwicklungskosten) aktiviert, sofern die Voraussetzungen gemäß IAS 38 erfüllt sind. Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen, bewertet. 6.3 Grundstücke und Gebäude In den Nutzungsrechten der Sachanlagen werden Gebäude in Höhe von TEUR 17.888 (Vorjahr: TEUR 10.009) und sonstige Sachanlagen in Höhe von TEUR 13.575 (Vorjahr: TEUR 13.092) ausgewiesen. 6.4 Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen Die Beteiligungen betreffen die 50 %-igen Kapitalanteile an den Gemeinschaftsunternehmen apetito kids & schools GmbH, Rheine, sowie der apetito Leasing GmbH, Rheine. Der Konzern übt aufgrund der Beteiligungshöhe bei den Gemeinschaftsunternehmen die Führung gemeinsam aus, da die Tätigkeiten der Gemeinschaftsunternehmen die Zustimmung der anderen beteiligten Parteien erfordern. Die Beteiligungen werden anhand der Equity-Methode bilanziert. Durch die Gemeinschaftsunternehmen wird die Vertriebsaktivität des Konzerns in jeweils abgegrenzten Teilbereichen gebündelt und erweitert. In Bezug auf die Anteile an den Gemeinschaftsunternehmen sind dem Konzern folgende Posten zuzurechnen:
6.5 Langfristige sonstige Vermögenswerte Die langfristigen sonstigen Vermögenswerte setzen sich folgendermaßen zusammen:
Die Lieferforderungen resultieren überwiegend aus dem Verkauf von Küchen- und Gerätetechnik der apetito AG. Die maximale Vertragslaufzeit beläuft sich auf 96 Monate. Für die Abzinsung werden marktübliche Zinssätze angewendet. Bei Zugang werden alle Finanzinstrumente grundsätzlich in Stufe 1 eingeordnet. Der zu erfassende Wertminderungsaufwand bemisst sich auf dieser Stufe nach dem sog. erwarteten 12-Monats-Verlust. Darunter ist der Barwert der Zahlungsausfälle zu verstehen, der sich aus möglichen Ausfallereignissen in den kommenden zwölf Monaten nach dem Stichtag ergibt. Hat sich das Kreditrisiko gegenüber dem Zugangszeitpunkt signifikant erhöht, erfolgt ein Transfer auf Stufe 2 des Wertminderungsmodells. Dies hat zur Folge, dass fortan eine Risikovorsorge in Höhe des Barwerts, der über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Verluste zu bilden ist. Als Indikator für eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos kann bspw. ein verschlechtertes Bonitätsrating des Schuldners gelten. Liegen objektive Hinweise auf eine Wertminderung vor (z.B. Insolvenzgefahr des Schuldners), ist der Vermögenswert schließlich in Stufe 3 einzuordnen. Die Ermittlung der zu erfassenden Risikoversorge ist dabei unverändert zu Stufe 2. Die Vereinnahmung von Zinserträgen im Rahmen der Effektivzinsmethode darf für diese Finanzinstrumente jedoch nur noch auf Basis des (wertgeminderten) Nettobuchwerts erfolgen. 6.6 Vorräte Das Vorratsvermögen setzt sich wie folgt zusammen:
Soweit erforderlich, wurde der niedrigere Nettoveräußerungswert unter Berücksichtigung noch anfallender Vertriebs- und Herstellungskosten angesetzt. Die im Aufwand erfassten Wertminderungen auf Vorräte betragen TEUR 37 (Vorjahr: TEUR 245). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Wertberichtigungen aus dem Vorjahr von TEUR 944 (Vorjahr: TEUR 31) aufgelöst, da die entsprechenden Bestände noch verwertet bzw. veräußert werden konnten. Ein geringer Teil des Vorratsbestands wird zu Festwerten bilanziert (TEUR 2.448; Vorjahr: TEUR 2.572). 6.7 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Der Bilanzwert setzt sich folgendermaßen zusammen:
Die Wertberichtigungen entwickelten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt:
Die Wertberichtigung aufgrund von IFRS 9 setzt sich wie folgt zusammen:
6.8 Kurzfristige Ertragsteuerforderungen und Ertragsteuerverbindlichkeiten Der Ausweis der Ertragsteuerforderungen von TEUR 11.260 (Vorjahr: TEUR 5.460) betrifft hauptsächlich Steuerüberzahlungen in Deutschland und UK. Die ausgewiesenen Ertragsteuerverbindlichkeiten von TEUR 229 (Vorjahr: TEUR 1.172) betreffen hauptsächlich erwartete Nachzahlungen in UK. Der Ausweis erfolgt jeweils zum Nennwert. 6.9 Kurzfristige sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte Der Bilanzwert setzt sich folgendermaßen zusammen:
6.10 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Der Bilanzausweis, der dem Finanzmittelfonds laut Kapitalflussrechnung entspricht, setzt sich folgendermaßen zusammen:
Im Berichtsjahr sind Zahlungsmittelabflüsse gemäß IFRS 16.53 (g) in Höhe von TEUR 15.890 (Vorjahr TEUR 11.021) entstanden. 6.11 Eigenkapital Die Veränderungsrechnung des Konzern-Eigenkapitals ist als Anlage II.5 beigefügt. Das Gezeichnete Kapital ist mit TEUR 8.500 im Handelsregister eingetragen und in voller Höhe eingezahlt. Bei einer Anzahl von 300.000 auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Aktien besteht wie im Vorjahr ein rechnerischer Anteil von EUR 28,34 je Aktie. Gegenüber dem Vorjahr blieb das gezeichnete Kapital unverändert. Das gezeichnete Kapital laut Konzernbilanz liegt um TEUR 721 (Vorjahr: TEUR 721) unter dem eingetragenen Kapital. Grund hierfür war eine Saldierung mit eigenen Anteilen, die zum Zeitpunkt der Umstellung auf IFRS im Jahr 2007 bestanden und später eingezogen wurden. In der Rücklage für Fremdwährungsumrechnung werden die Unterschiede aus der Währungsumrechnung der britischen, kanadischen und US-amerikanischen Tochtergesellschaften erfasst. In der Rücklage für Pensionen werden die Auswirkungen aus Zinssatzänderungen sowie der Änderung von Trendannahmen bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen sowie die darauf entfallenden anteiligen latenten Steuern ausgewiesen. Das Kapitalmanagement des apetito-Konzerns umfasst das gesamte bilanzielle Eigenkapital von TEUR 433.024 (Vorjahr: TEUR 430.911). Ziel des Kapitalmanagements ist es, eine ausreichende Kapitalausstattung des Konzerns sicherzustellen, um die Geschäftstätigkeit auszuüben und ggf. Akquisitionen tätigen zu können. Der Konzern unterliegt keinen externen Kapitalanforderungen. Das Management überprüft die Kapitalstruktur des Konzerns vierteljährlich anhand geeigneter Kennzahlen. 6.12 Pensionsrückstellungen Rückstellungen für Pensionen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen aufgrund von Einzelzusagen an ehemalige und aktive Mitarbeiter, Vorstände und Geschäftsführer des apetito-Konzerns sowie für deren Hinterbliebene gebildet. Pensionsansprüche bestehen insbesondere für Führungskräfte einschließlich Vorständen und Geschäftsführern in Form von Einzelzusagen. Daneben wurden im Zuge von Unternehmenskäufen Pensionsverpflichtungen aus bestehenden Plänen übernommen. Bei ausländischen Konzerngesellschaften bestehen Pensionszusagen nur in geringem Umfang. Für alle Mitarbeiter von Konzerngesellschaften in Deutschland besteht ein beitragsorientierter Plan im Rahmen der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung, in die der Arbeitgeber in Höhe des derzeit gültigen Beitragssatzes von 9,3 % (Arbeitgeber-Anteil) die rentenbeitragspflichtige Vergütung einzuzahlen hat. Ähnliche gesetzliche Verpflichtungen von untergeordneter Bedeutung bestehen in Frankreich, UK und Kanada. Die für diese Pläne geleisteten Beträge sind in der Erläuterung des Personalaufwands (Punkt 5.3) gesondert aufgeführt. Darüber hinaus bestehen in geringem Umfang defined contribution plans für einzelne Personen. Die Summe der Aufwendungen für diese Einzelzusagen ist für den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Die übrigen Versorgungssysteme innerhalb des Konzerns sind nahezu ausschließlich leistungsorientiert ("defined benefit plans"). Sämtliche Pläne sind nicht über Planvermögen finanziert. Da kein Planvermögen besteht, trägt der Konzern das Investitionsrisiko zur Bedienung der Pensionsansprüche. Weiterhin ist der Konzern durch die leistungsorientierten Pläne vor allem dem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Darüber hinaus besteht in geringerem Umfang ein Gehalts- sowie Langlebigkeitsrisiko. Zinsänderungsrisiko: Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung aus dem Plan wird unter Verwendung eines Abzinsungssatzes ermittelt, der auf der Grundlage erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen bestimmt wird. Ein Rückgang des Anleihezinssatzes führt zu einer Erhöhung der Planverbindlichkeit. Gehaltsrisiko: Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung aus dem Plan wird - soweit dies jeweils vereinbart ist - auf Basis der zukünftigen Gehälter der begünstigten Arbeitnehmer ermittelt. Somit führen Gehaltserhöhungen der begünstigten Arbeitnehmer zu einer Erhöhung der Planverbindlichkeit. Langlebigkeitsrisiko: Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung aus dem Plan wird auf Basis der bestmöglichen Schätzung der Sterbewahrscheinlichkeit der begünstigten Arbeitnehmer sowohl während des Arbeitsverhältnisses als auch nach dessen Beendigung ermittelt. Eine Zunahme der Lebenserwartung der begünstigten Arbeitnehmer führt zu einer Erhöhung der Planverbindlichkeit. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen für die leistungsorientierte Altersversorgung erfolgt gemäß IAS 19 auf der Grundlage folgender versicherungsmathematischer Annahmen:
Die versicherungsmathematischen Annahmen hinsichtlich der Lebenserwartung basieren auf den Richttafeln "2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Im Geschäftsjahr entstanden folgende Aufwendungen für Pensionen:
Die Pensionsrückstellungen in der Bilanz stimmen mit dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen überein und entwickelten sich wie folgt:
Die versicherungsmathematischen Verluste resultieren aus Änderungen der finanzmathematischen Annahmen sowie erfahrungsbedingten Anpassungen der übrigen versicherungsmathematischen Annahmen. Die kumulierten nach IAS 19.120 (c) erfassten versicherungsmathematischen Verluste belaufen sich auf TEUR 6.410 (Vorjahr: TEUR 14.811). Die folgende Sensitivitätsanalyse in Form einer Szenarioanalyse zeigt, wie die leistungsorientierten Verpflichtungen durch mögliche Änderungen des Rechnungszinssatzes beeinflusst werden:
1 ) DBO: "Defined Benefit Obligation". Versicherungsmathematischer Barwert der Ansprüche auf künftige Pensionsleistung. Die Duration der Pensionsverpflichtung beträgt ca. 9 Jahre (Vorjahr: ca. 12 bis ca. 18 Jahre). Für die nächste jährliche Berichtsperiode werden für die leistungsorientierten Pläne TEUR 562 (Vorjahr: TEUR 295) Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung, davon TEUR 24 (Vorjahr: TEUR 191) Dienstzeitaufwand und TEUR 538 (Vorjahr: TEUR 104) Zinsaufwand, erwartet. Weiterhin werden Rentenzahlungen in Höhe von TEUR -1.106 (Vorjahr: TEUR 1.052) erwartet. 6.13 Finanzielle Verbindlichkeiten Der Konzern weist zum Bilanzstichtag Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 34.096 aus.
6.14 Rückstellungen Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Jubiläumszahlungen erfolgen in den deutschen Konzerngesellschaften bei 10-, 25- und 40-jähriger Betriebszugehörigkeit von Mitarbeitern. Bei den Jubiläumsrückstellungen wird der erwartete Zahlungsmittelabfluss des Folgejahres als kurzfristig ausgewiesen. Die Rückstellungen für drohende Verluste wurden für bereits abgeschlossene Liefer- und Abnahmeverpflichtungen gebildet, bei denen die Erlöse nicht die Selbstkosten decken. Die Entwicklung der Rückstellungen im Geschäftsjahr ergibt sich wie folgt:
6.15 Kurzfristige sonstige Schulden und Abgrenzungen Die kurzfristigen sonstigen Schulden und Abgrenzungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden betreffen Boni und sonstige Rückvergütungen. Unter den Verbindlichkeiten gegenüber Personal werden ausstehende Lohn- und Gehaltszahlungen sowie Ansprüche aus Resturlaub, Boni, Tantiemen und Abfindungen ausgewiesen. Die Abgrenzungen wurden unter anderem für ausstehende Rechnungen gebildet. 7. Sonstige Angaben7.1 Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten Es bestehen keine nennenswerten Haftungsverhältnisse. Zum Stichtag bestanden Eventualverbindlichkeiten aus Miet- und Vertragserfüllungsbürgschaften in Höhe von TEUR 1.382 (Vorjahr: TEUR 795). In der Vergangenheit und zum 31.12.2022 ist die Gesellschaft aus derartigen Bürgschaften nicht in Anspruch genommen worden, so dass die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme und ein damit verbundenes Risiko als sehr gering eingestuft werden. 7.2 Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Gesamtaufwendungen aus Mietverträgen beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 8.824. 7.3 Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen Nahestehende Personen Nahestehende Personen gemäß IAS 24 sind das Management in Schlüsselpositionen. Dies sind im apetito Konzern die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der apetito AG. Mitglieder des Vorstands der apetito AG:
Mitglieder des Aufsichtsrats der apetito AG
Sonstige nahestehende Unternehmen gemäß IAS 24 Die Schwestergesellschaft apetito catering B.V. & Co. KG, Rheine, ist gemäß den Vorschriften des IAS 24 als nahestehendes Unternehmen zu klassifizieren. Im Einzelnen bestanden folgende Beziehungen:
Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Geschäftsbeziehungen aus Lieferungen und Dienstleistungen. Die apetito kids & schools GmbH, Rheine, ist als Gemeinschaftsunternehmen gemäß den Vorschriften des IAS 24 als nahestehendes Unternehmen zu klassifizieren. Im Einzelnen bestanden folgende Beziehungen:
Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Geschäftsbeziehungen aus Dienstleistungen. Die apetito Leasing GmbH, Rheine, ist als Gemeinschaftsunternehmen gemäß den Vorschriften des IAS 24 als nahestehendes Unternehmen zu klassifizieren. Im Einzelnen bestanden folgende Beziehungen:
Es handelt sich hierbei um Geschäftsbeziehungen aus Dienstleistungen. Die Menüpartner GmbH, Berlin, ist gemäß den Vorschriften des IAS 24 als nahestehendes Unternehmen zu klassifizieren. Im Einzelnen bestanden folgende Beziehungen:
Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Geschäftsbeziehungen aus Lieferungen und Dienstleistungen. Darüber hinaus hat die apetito AG einen Kundenstamm von der Menüpartner GmbH übernommen. Die apetito catering Education B.V. & Co. KG, Rheine, ist gemäß den Vorschriften des IAS als nahestehendes Unternehmen zu klassifizieren. Es bestanden Forderungen zum Stichtag in Höhe von TEUR 273. 7.4. Bezüge von Vorstand und Aufsichtsrat (a) kurzfristig fällige Leistungen: Die Gesamtbezüge der aktiven Vorstandsmitglieder aus Festgehalt, Nebenleistungen und kurzfristiger erfolgsabhängiger Tantieme belaufen sich für das Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 2.324 (Vorjahr: TEUR 2.211). Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr TEUR 835 (Vorjahr: TEUR 696). (b) Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses: Für Pensionsverpflichtungen gegenüber aktiven Vorstandsmitgliedern sind im Konzernabschluss TEUR 194 (Vorjahr: TEUR 1.169) zurückgestellt. (c) Leistungen nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses: Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsleitung der apetito Karl Düsterberg KG sowie Vorstandsmitgliedern sind im Jahresabschluss TEUR 15.081 (Vorjahr: TEUR 10.604) zurückgestellt. Die laufenden Bezüge dieses Personenkreises betrugen im Geschäftsjahr 2022 TEUR 984 (Vorjahr: TEUR 801). 7.5. Finanzinstrumente Zum 31. Dezember 2022 in folgender Zusammensetzung
Zum 31. Dezember 2021 in folgender Zusammensetzung:
*) Freistehende Derivate Die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten der Kategorie ausgereichte Kredite und Forderungen betreffen im Wesentlichen die erfolgswirksamen Veränderungen der Wertberichtigungen von TEUR 130 (Vorjahr: TEUR 11). Alle übrigen Nettogewinne und -verluste sind von untergeordneter Bedeutung. Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entsprechen in etwa ihren Buchwerten. Auch bei den übrigen Finanzinstrumenten entsprechen die beizulegenden Zeitwerte in etwa den Buchwerten. Kreditrisiko: Zur Vermeidung von Zahlungsausfällen werden Kreditauskünfte und historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung herangezogen. Für erkennbare Einzelrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Für deren Bewertung wurden als Bewertungsfaktoren der Zeitraum der Überfälligkeit der Forderung, das Zahlungsverhalten des Kunden sowie sonstige Bonitätsindikatoren verwendet. Zusätzlich werden im Produktgeschäft Teile des Ausfallrisikos über Warenkreditversicherungen abgedeckt. Die liquiden Mittel werden bei Großbanken angelegt. Ein signifikantes Ausfallrisiko besteht nicht. Zum Stichtag waren Forderungen gegen Kunden von insgesamt TEUR 10.624 (Vorjahr: TEUR 7.894) überfällig. Der überwiegende Teil dieser Forderungen ist weniger als 30 Tage überfällig und wird daher als voll werthaltig angesehen. Der Buchwert der ausgewiesenen Forderungen spiegelt das maximale Ausfallrisiko in etwa wider. Gegen den größten Einzelkunden des Konzerns bestehen Forderungen von TEUR 4.848 (Vorjahr: TEUR 5.582). Zinsrisiko: Der Konzern hält verzinsliche Vermögenswerte. Die Größenordnung der daraus resultierenden Zinserträge ist für Jahresgewinn und -Cashflow nicht von wesentlicher Bedeutung. Insofern sind Änderungen des Marktzinses unwesentlich. Kurzfristige Kontokorrentkredite werden nur vereinzelt in Anspruch genommen, so dass kein wesentliches Risiko aufgrund von Zinssteigerungen besteht. Eine angenommene Zinssatzänderung von +/-50 Basispunkten würde etwa zu einem Ergebniseffekt von +/- TEUR 101 (Vorjahr: TEUR 663) führen. Bilanzielle Eigenkapitaleffekte entstehen hieraus nicht. Fremdwährungsrisiko: Auf der Absatzseite konzentriert sich die Geschäftstätigkeit des apetito-Konzerns ganz überwiegend auf den Euro-Raum sowie Großbritannien. Auf der Einkaufsseite werden Lieferungen hauptsächlich aus der Euro-Zone sowie aus Übersee auf Dollarbasis bezogen. Fremdwährungsrisiken sind sowohl auf der Absatz- wie auf der Beschaffungsseite als gering einzuschätzen. Eine Schwankung des USD-Kurses gegenüber dem Euro um +/-10 % würde aufgrund der sehr geringen Fremdwährungsverbindlichkeiten zu keinem nennenswerten Ergebniseffekt führen. Es ergeben sich keine bilanziellen Eigenkapitaleffekte. Dennoch sichern wir unsere geplanten Einkäufe in USD zu einem großen Teil mit Devisentermingeschäften ab. In den kurzfristigen sonstigen Vermögenswerten sind zum Bilanzstichtag TEUR 173 (Vorjahr: TEUR 327) positive Marktwerte aus diesen Geschäften aktiviert. Die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts der Devisentermingeschäfte beträgt TEUR -724 (Vorjahr: TEUR -114) und wird in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Die beizulegenden Zeitwerte der Devisentermingeschäfte werden auf Basis der Marktbedingungen zum Bilanzstichtag anhand beobachtbarer Marktpreise (Inputfaktoren der Stufe 2) bestimmt. Liquiditätsrisiko: Im apetito-Konzern werden kurz-, mittel- und langfristige Cashflow-Planungsrechnungen erstellt. Darüber hinaus erfolgen unterjährig Prognoserechnungen für das laufende Geschäftsjahr. Die erwarteten Liquiditätsabflüsse aus bestehenden Schulden setzen sich wie folgt zusammen:
Im Vorjahr bestanden folgende erwartete Liquiditätsabflüsse aus Schulden:
Als Liquiditätsreserve bestehen zudem offene Kreditlinien und Darlehen in Höhe von Mio. EUR 60,9 (Vorjahr: Mio. EUR 16,2). 7.6 Mitteilungspflichten nach § 20 AktG Aktionäre der apetito AG, die interessenmäßig durch einen Stimmbindungs- und Poolvertrag verbunden sind, haben der Gesellschaft vorsorglich eine Mitteilung nach § 20 Abs. 1 AktG gemacht. Die Aktien stehen im jeweiligen Alleineigentum der Aktionäre. 7.7 Honorar des Abschlussprüfers Im vorliegenden Konzernabschluss sind Aufwendungen für Abschlussprüfung i.H.v. TEUR 180 (Vorjahr: TEUR 156), Steuerberatungsleistungen i.H.v. TEUR 13 (Vorjahr: TEUR 123) und sonstige Leistungen des Abschlussprüfers i.H.v. TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 1) erfasst. 7.8 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Es liegen keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahrs eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt wurden, vor. 7.9 Genehmigung des Abschlusses Am 12. April 2023 hat der Vorstand der apetito AG den Konzernabschluss zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben. 7.10 Gewinnverwendung der apetito AG Der Vorstand der apetito AG schlägt vor, aus dem aufgelaufenen Bilanzgewinn von EUR 295.564.254,51 im Jahresabschluss der apetito AG eine Dividende von EUR 5.100.000 (EUR 17 pro Aktie) auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Rheine, den 26. April 2023 Der Vorstand Dr. Jan-Peer Laabs Paul Freeston Jörg Baumgart Christian Kessy Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2022
Entwicklung des Konzernanlagevermögens
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die apetito Aktiengesellschaft, Rheine Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der apetito Aktiengesellschaft, Rheine, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der apetito Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Osnabrück, den 26. April 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Dr. Achim Lienau, Wirtschaftsprüfer ppa. David Benjamin Lecomte, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, das Jahr 2022 war geprägt durch krisenhafte und kritische Entwicklungen, die gravierende Auswirkungen hatten und haben - global wie auch bezogen auf apetito. Gerade angesichts dieser Herausforderungen hat apetito ein hohes Maß an Flexibilität bewiesen, verbunden mit einem starken Zusammenhalt innerhalb der gesamten Firmengruppe. Die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat der apetito AG war intensiv und von Vertrauen geprägt. Lösungsorientiertes Denken und Handeln standen in den Abstimmungen im Vordergrund, mit einem klaren Fokus auf die wesentlichen Themen, die die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand im abgelaufenen Geschäftsjahr gemäß den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben kontinuierlich überwacht und beratend begleitet. Er wurde dabei durch regelmäßige schriftliche und mündliche Berichte des Vorstandes umfassend über den Gang der Geschäfte sowie grundsätzliche Fragen der Unternehmenspolitik unterrichtet und war in alle wesentlichen Entscheidungen des Vorstandes eingebunden. Insbesondere zu den Auswirkungen der Folgen des Ukrainekriegs auf das Geschäft standen Vorstand und Aufsichtsrat in ständigem, intensivem Austausch. Weitere Themen betrafen laufende Investitionsvorhaben an den Produktionsstandorten und die digitale Transformation, sowie die Bewältigung von Risikothemen, wie der IT-Sicherheit. Der Aufsichtsrat befasste sich intensiv mit einem kriminellen Cyber-Angriff. In zwei Sitzungen des Aufsichtsrats wurden Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit durch Veränderungen in der Organisationsstruktur sowie durch zusätzliche technische Optimierung der IT-Infrastruktur beschlossen. In vier Sitzungen, je eine pro Quartal, wurden alle wichtigen Entwicklungen eingehend mit dem Vorstand erörtert. Der Aufsichtsrat wurde zudem regelmäßig durch Quartalsberichte zeitnah über die wesentlichen Kennzahlen des Unternehmens informiert. Darüber hinaus hat er nach entsprechender Prüfung und Beratung über Budgetplanungen, Vertragsabschlüsse mit wesentlicher Bedeutung und zustimmungspflichtige Geschäfte entschieden. Auf anstehende Beschlüsse bereitete sich das Aufsichtsgremium regelmäßig anhand von Unterlagen vor, die der Vorstand vorab zur Verfügung gestellt hat. Außerdem wurde der Aufsichtsrat über besondere Vorgänge in Kenntnis gesetzt. Der Jahresabschluss und der Lagebericht der apetito AG sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 wurden von der vom Aufsichtsrat beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG, Osnabrück, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat an der Aufsichtsratssitzung vom 12. Mai 2023, in der über die Feststellung des Jahresabschlusses 2022 zu beschließen war, teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung berichtet. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und Lagebericht der apetito AG sowie den Konzernabschluss und Konzernlagebericht geprüft und sich mit ihrem Inhalt sowie mit dem Bericht des Abschlussprüfers einverstanden erklärt. Nach abschließendem Ergebnis dieser Prüfung sind Einwände nicht zu erheben. Dem vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss 2022 der apetito AG stimmt der Aufsichtsrat zu, so dass er nach § 172 AktG festgestellt ist. Dem Konzernabschluss stimmt der Aufsichtsrat ebenfalls zu. Dem Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des Bilanzgewinns 2022 schließt sich der Aufsichtsrat an. Im Berichtszeitraum hat sich keine Veränderung in der Zusammensetzung des Aufsichtsrates ergeben. Der langjährige Vorstandssprecher Guido Hildebrandt ist zum Jahresende aus dem Unternehmen ausgeschieden. Bereits im März 2022 hatte er mitgeteilt, für eine weitere Vertragsverlängerung nicht mehr zur Verfügung zu stehen. In seiner Sitzung vom 7. Dezember 2022 hat der Aufsichtsrat Herrn Dr. Jan-Peer Laabs mit Wirkung zum 1. März 2023 zum neuen Vorstandssprecher ernannt. Im Namen des Aufsichtsrats danke ich den Mitgliedern des Vorstands sehr herzlich. Ausdrücklich möchte ich mich im Namen des gesamten Aufsichtsrats bei Guido Hildebrandt bedanken, der die erfolgreiche Unternehmensentwicklung maßgeblich begleitet hat. Besonders danken möchte ich zudem allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement im Geschäftsjahr 2022. Ihre Arbeit ist die Grundlage für den Erfolg des apetito AG Konzerns.
Rheine, 12. Mai 2023 Der Aufsichtsrat Thomas Hinderer, Vorsitzender des Aufsichtsrats Auszug aus dem Protokoll der Ordentlichen Hauptversammlung der apetito AGPunkt 3 der Tagesordnung: Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns der apetito Aktiengesellschaft zur Ausschüttung einer Dividende Der Vorsitzende stellte den Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Abstimmung, der lautet:
Die Abstimmung ergab: einstimmige Annahme ohne Stimmenthaltung Der Vorsitzende gab das Ergebnis der Abstimmung bekannt, stellte den Beschluss fest und verkündete ihn. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 12. Mai 2023 gebilligt. |
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