Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 199776
Eingetragen
14.9.2018
Branche
Herstellung von PrüfmaschinenHerstellung von TurbinenBetrieb von Kläranlagen
Gegenstand
Die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Membranfiltern sowie die Planung und Erstellung von Anlagen für die Behandlung von Brauch- unol Abwasser, sowie die Montage, Inbetriebnahme und Service für die Anlagen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Carlos Demmerle
seit 13.5.2025
Prokura
Michael Keil
seit 17.12.2024
Prokura
Michael Micke
seit 17.12.2024
Prokura
Michael Langbein
seit 1.11.2023
Prokura
René Brunßen
seit 3.3.2023
Prokura
Michael Harms
seit 16.10.2019
Geschäftsführer
Veikko Ehrsam
seit 16.10.2019
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Mark Richard Grigo
seit 14.9.2018
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
ABIONIK Group GmbH
Germany
300.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

MARTIN Systems GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020

1) Allgemeines

Die Firma MARTIN Systems (MS) wurde im September 2009 gegründet. Unser Unternehmen arbeitet seit ihrer Geschäftsaufnahme mit einem nach ISO zertifizierten Qualitätsmanagement.

Die MS ist ein international agierendes Unternehmen im Bereich der Umwelttechnik mit Sitz in Berlin. Die MS ist vor allem in den Bereichen Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung tätig und liefert dazu Membranfilter, Kompaktanlagen und Kläranlagen zur Schiffsabwasserreinigung.

Unsere Vision "Life is good - with clean water" und die daraus abgeleitete Maxime "Clean water for everyone" sind stete Grundlagen des Handelns von MS.

2) Die MARTIN Systems GmbH

a) Geschäftsmodell

Das Unternehmen entwickelt, projektiert und fertigt Systemlösungen für Kommunen, die Industrie und maritime Anwendungen. Dabei hat die Martin Systems weltweit insgesamt mehr als 72.000 Membranmodule sowie über 290 Schiffskläranlangen installiert (Stand 31.12.20). In Deutschland beschäftigt MS mehr als 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Produktionsstandorten in Sonneberg (Thüringen) und Brüsewitz (Mecklenburg-Vorpommern). Darüber hinaus unterhält die MS einen Standort für Vertrieb und Geschäftsentwicklung in Berlin, ein Service-Center in Brünn, Tschechien und eins in Sleeuwijk, Niederlande sowie ein Joint-Venture in Shanghai, China.

Innerhalb der letzten Jahre entwickelte MS sich zu einem bedeutenden Anbieter für Schiffskläranlagen. Neben Schiffen der deutschen Bundesmarine wurden Forschungsschiffe, Megayachten und vor allem Flusskreuzfahrtschiffe von MS ausgerüstet. Es ist uns in den letzten Jahren gelungen den Markt für Schiffskläranlagen für Seekreuzfahrtschiffe zu erschließen sowie für kleine und mittlere Luxuskreuzfahrtschiffe und Yachten, die überwiegend in den Sondergebieten Antarktis und Karibik fahren, neben der Abwasseranlage mit weitergehenden Reinigungsanforderungen, auch das komplette Waste Management System zu liefern. Für die Aufbereitung von Food Waste wurde ein neuartiges Zerkleinerungssystem für Speisereste, ein Selektor für den biologischen Vorabbau von Speiseresten und ein Schlammstapelsilo entwickelt.

b) Internationale Vernetzung

Aufgrund der jeweiligen regionalen Herausforderungen kooperieren wir weltweit mit namhaften und etablierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

c) Forschung und Entwicklung

Investitionen in die Zukunft und somit Forschung und Entwicklung sind wichtige Bausteine, um die Vision von MS umzusetzen. Kosten die im Rahmen der F&E-Projekte anfallen, betreffen im Wesentlichen Personal sowie Materialaufwand und werden größtenteils über verschiedene Förderprogramme zu 50% gefördert.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden bei Innovationsprojekten die im Geschäftsjahr 2019 gesetzten Kernpunkte bei Forschung und Entwicklung auf Wasseraufbereitung und Industriewasserreinigung weiterverfolgt. Es befinden sich u.a. folgende Projekte in der Bearbeitung bzw. wurden neu gestartet:

REPLAWA - Reduktion des Eintrags von Plastik über das Abwasser in die aquatische Umwelt, mit der TU Berlin, TU Braunschweig, EMSCHER, Lippeverband, u.a., gefördert im Rahmen von Plastik in der Umwelt - Quellen, Senken, Lösungsansätze.

CLEAN - Cruise Liners: Efficient onboard anaerobic digestion of organic wastes for energy recovery, Energiegewinnung durch die anaerobe Behandlung organischer Reststoffe an Bord von Kreuzfahrtschiffen, mit CARINVAL Cruises (AIDA), Uni Hannover, u.a., gefördert im Rahmen von "Maritime Technologien der nächsten Generation".

KEYS - Smart technologies for sustainable water management in urban catchments as key contribution to sponge cities. KEYS unterstützt das in China mit großer Energie verfolgte "Schwammstadt"-Konzept. Die Zielsetzung von KEYS ist, bedarfsgerecht Hilfestellung bei der konkreten Umsetzung mit deutschen Vorreitertechnologien und deutschem Know-how an den wegweisenden Standorten Peking und Shenzhen zu leisten und in den Kontext einer nachhaltigen urbanen Wasserwirtschaft einzubetten und sichtbar zu machen.

PeTrA - Papierbasiertes, elektrochemisches Schnelltestsystem für die Trinkwasseranalytik. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines papierbasierten Schnelltestsystems für vor-Ort Untersuchungen in der Trinkwasseranalytik. Die entscheidende technologische Innovation ist dabei, das Signal auf Basis einer elektrochemischen Reaktion zu detektieren und auszulesen. Nachdem wir in der Sondierungsphase die Projektidee ausgearbeitet und auf der Basis erster Voruntersuchungen einen Entwicklungsplan für das Schnelltestsystem erstellt und validiert haben, soll nun die technische Machbarkeit demonstriert werden.

MBR 4.0 - Im Rahmen des Projektes MBR 4.0 wird ein dreistufiger Ansatz entwickelt, welcher einen transparenten, intelligenten und vorausschauenden MBR verwirklicht. Damit wird die Digitalisierung der MBR-Technik Schritt für Schritt vorangetrieben und so die Wettbewerbsfähigkeit von deutschen membran-technologischen Unternehmen verbessert.

ViWaT - Im ViWat Projekt sollen ganzheitliche Lösungskonzepte für prioritäre Problemfälle entwickelt werden, welche zeigen, wie durch innovative Konzepte eine sichere Wasserversorgung und Abwassernutzung trotz der schwierigen Bedingungen im Mekong Delta realisiert werden kann. Das Projekt wird im Rahmen des CLIENT II Programms in Zusammenarbeit mit dem BMBF und dem vietnamesischen Wissenschaftsministerium MOST durchgeführt.

Im Geschäftsjahr 2020 wurde folgendes Projekt abgeschlossen:

EARNINGS - Energiearme nutzungsorientierte Grauwasseraufbereitung, Bodenfilter mit AQUA CUBE Nachfiltration, mit TU Berlin, gefördert im Rahmen von KMU-innovativ, Förderbereich nachhaltiges Wassermanagement.

Übersicht der Forschungs- und Entwicklungsprojekte der letzten Jahre:

FuE Projekt Zeitraum Projektvolumen
(TEUR)
SINOWASSER (Megawasser Projekt) 2015-2019 223
IBAS 2016-2019 522
CUBE mini 2017-2019 508
REMEMBER 2016-2016 460
EARNINGS 2018-2020 301
REPLAWA 2018-2020 312
CLEAN 2017-2021 581
PeTrA 2018-2021 179
KEYS 2018-2021 342
MBR 4.0 2019-2021 399
ViWaT 2019-2021 248
Gesamtvolumen 4.075

3. Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in 2020 waren geprägt von der Corona-Pandemie und den damit verbunden gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erwartet eine um 5,1% niedrigere Wirtschaftsleistung in Deutschland in 2020 gegenüber dem Vorjahr, im Euro-Raum um -7,0%.

Zusätzlich zu den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen, war der Tourismus, u.a. durch Reisebeschränkungen, besonders betroffen. Die Welttourismusorganisation prognostiziert in 2020 einen Rückgang der internationalen Besucher um 60 %. Dies führte im Segment der Kreuzfahrtschiffe zu einer geringeren Nachfrage nach Neu- und Umbauten.

Gleichzeitig beobachtete Martin Systems eine stabile bis positive Entwicklung in anderen Segmenten, speziell bei Schiffen der öffentlichen Hand (Marine und Forschungsschiffe) sowie Offshore Plattformen für Energieversorger, und sieht einen weiterhin bestehenden Trend zu Investitionen in die Abwasserwirtschaft.

Nach wie vor steht die Wasser- und Abfallwirtschaft vor großen Herausforderungen. Gründe dafür sind Veränderungen der natürlichen und strukturellen Rahmenbedingungen wie Klimawandel und demografische Veränderungen. Umweltpolitische Vorgaben der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland sowie der Bundesländer spielen ebenfalls eine erhebliche Rolle. In Deutschland fordert die Energiewende vielfache Anstrengungen auch in der Wasserwirtschaft.

Im internationalen Bereich sind die Probleme der Wasser- und Abfallwirtschaft gravierend:

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist für große Teile der Weltbevölkerung, vor allem in Entwicklungsländern, nicht gesichert.

Die sanitäre Grundversorgung fehlt für Milliarden von Menschen.

Die Behandlung des Abwassers zur Verbesserung der Gewässer ist in vielen Regionen der Welt dringend erforderlich.

Wasserwiederverwendung wird nicht im ausreichenden Umfang oder nicht sachgerecht praktiziert.

Der Umgang mit dem Grundwasser erfolgt vielfach z. B. durch Übernutzung nicht nachhaltig.

Die ungeordnete Abfallentsorgung, insbesondere in den Entwicklungsländern, hat gravierende Auswirkungen auf Boden, Wasser und Klima.

b) Steuerungssystem

Aus unserer Strategie des nachhaltig profitablen Wachstums leiten sich Umsatzwachstum, EBITDA, Operating Cash-Flow, Investitionen, Net Working Capital und ROCE als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren für MS ab. Das Wachstum messen wir anhand der organischen Umsatzveränderung von MS und seiner Geschäftsbereiche.

Unsere Profitabilität ermitteln wir in erster Linie anhand des EBITDA. Dies setzt sich zusammen aus dem Betriebsergebnis vor Zinsen und Abschreibungen, bereinigt um die Positionen einmalige Aufwendungen und Erträge.

Wir legen großen Wert darauf, einen positiven Cash-Flow zu erzielen. Wir messen dies anhand des Operating Cash-Flows, der sich wie folgt errechnet: EBITDA zuzüglich bzw. abzüglich der Veränderung des Net Working Capitals (Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltene/geleistete Anzahlungen). Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist die konsequente Steuerung der Investitionen. Wir bewerten jedes Projekt in jeder Geschäftseinheit nach den gleichen Zielparametern. Das Net Working Capital stellt einen weiteren Leistungsindikator der MS dar. Dabei ist die Senkung des berechneten durchschnittlichen Net Working Capitals unser Ziel, um so den Kapitaleinsatz dauerhaft zu minimieren. Durch die Fokussierung auf EBITDA, Investitionen (und damit indirekt auch auf die Abschreibungen) sowie Net Working Capital haben wir die wesentlichen operativen Stellgrößen des ROCE im Blick.

Dieser definiert sich bei MS als EBITA im Verhältnis zum durchschnittlichen Kapitaleinsatz, also Eigenkapital plus verzinsliches Fremdkapital abzüglich liquider Mittel bzw. alternativ berechnet als Bilanzsumme abzüglich unverzinslicher Verbindlichkeiten und liquider Mittel. Neben den oben genannten Kennzahlen stellt der ROCE eine wichtige mittel- bis langfristige Zielgröße für uns dar. Neben den Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklungen spielen auch nicht finanzielle Steuerungsgrößen eine wesentliche Rolle für den Erfolg unseres Unternehmens. Aus unserer Sicht ist hier die Innovationsbereitschaft, die Lösungskompetenz sowie insbesondere die Attraktivität für hoch qualifizierte Mitarbeiter und deren Bindung an das Unternehmen für uns von zentraler Bedeutung.

c) Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2020 stand im Zeichen der Abarbeitung bestehender Aufträge und eines hohen Serviceumfangs, der weiteren Angebotsbearbeitung in Projekten sowie des Umgangs mit der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen.

Umsatzentwicklung/ Entwicklung der Gesamtleistung

Der Umsatz lag mit TEUR 16.579 in 2020 über dem des Vorjahres (TEUR 15.044). Dies ist vor allem durch die Abrechnung eines Großauftrags geschuldet, siehe im Vergleich dazu die Entwicklung der Gesamtleistung. Die gesteckten Ziele bezüglich der Umsatz- bzw. Gesamtleistungsentwicklung konnten in 2020 nicht erfüllt werden, da die Corona-Pandemie mit ihrem Einfluss auf Neuaufträge und der verzögerten Abwicklung von Projekten dem entgegenstand.

Die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderungen) betrug im Geschäftsjahr TEUR 15.056 nach TEUR 17.826 im Vorjahr.

Das umsatzstärkste Segment ist das Maritimgeschäft (Neu- und Umbauten von Anlagen für Marine-Schiffe und Flussschiffe) mit einem Umsatz von 7,9 Mio. EUR (Vorjahr: 7,5 Mio. EUR), mit circa 2 Mio. EUR beeinflusst durch die Abrechnung eines Großauftrags, gefolgt vom Servicegeschäft (Instandhaltung der verbauten Anlagen) mit 7,4 Mio. EUR Umsatz (Vorjahr: 6,3 Mio. EUR).

Entwicklung der Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2020 erwirtschaftete MS mit TEUR 3.845 EBITDA, welches das Niveau des Vorjahres um 13% übertraf.

Erfreulich ist die Entwicklung der generierten Fördermittel aus dem F&E-Bereich. Diese betrugen TEUR 501 (Vorjahr: TEUR 478).

Die Rohertragsquote stieg auf 60% (nach 50% im Vorjahr) und wurde durch den Rückgang der Bestandsveränderungen sowie einen hohen Anteil des rohmargenstarken Servicegeschäfts beeinflusst. Der Personalaufwand konnte absolut gesenkt werden, jedoch stieg die Personalaufwandquote um 3 Prozentpunkte gegenüber 2019 auf Grund der gesunkenen Gesamtleistung.

Entwicklung der Vermögenslage

Die Bilanzsumme zum 31.12.2020 beträgt TEUR 15.810 nach TEUR 13.086 im Vorjahr. Die Bilanzverlängerung ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der Forderungen im Verbund sowie höhere Bankguthaben zurückzuführen.

Das Anlagevermögen bliebt weitestgehend stabil mit TEUR 3.257 gegenüber TEUR 3.508 im Vorjahr. Das Anlagevermögen ist, nach den Investitionen in 2017-2019, zukunftsfähig aufgestellt und benötigte keine signifikanten Erweiterungen.

Das Working Capital konnte um TEUR 798 auf TEUR 3.387 gesenkt werden und ist somit relativ zur Gesamtleistung nahezu stabil. Die Vorräte, speziell die unfertigen Leistungen, sanken im Zusammenhang mit dem abgewickelten ersten Seekreuzfahrtauftrag signifikant auf TEUR 4.596 (nach TEUR 5.727 in 2019). Gleichzeitig sanken die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 1.414 auf TEUR 639.

Entwicklung der Finanzlage

Im Geschäftsjahr 2020 wurde innerhalb der ABIONIK Gruppe ein Cashpooling umgesetzt, welches zum Stichtag jedoch ausgesetzt war. Zum 31.12.2020 kann Martin Systems Liquide Mittel in Höhe von M€ 2,5 ausweisen, die im Wesentlichen auf ein Darlehen (M€ 2,0) der ABIONIK Group GmbH zurückzuführen sind. Die bestehenden Darlehen gegenüber Kreditinstituten wurden planmäßig reduziert (von TEUR 2.005 auf TEUR 1.457) und die Kontokorrentlinien wurden zum 31.12.2020 mit TEUR 293 ausgenutzt. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen insgesamt auf TEUR 7.787 (nach 3.241 TEUR in 2019) bedingt durch zwei Darlehen der ABIONIK Group GmbH.

Die Liquidität war zu jeder Zeit sichergestellt. Im Hinblick auf die gute Ertragslage und der ausreichenden Kreditlinien ist damit zu rechnen, dass auch künftig alle finanziellen Verpflichtungen jederzeit erfüllt werden können. Unsere Finanzierungsstruktur bewerten wir als solide.

d) Investitionen

In den Jahren 2017-19 hat die MS erhebliche Investitionen in Kapazitätserweiterungen, Erhöhung der Fertigungstiefe, Lagerhaltung sowie Automatisierung an den Standorten Brüsewitz und Sonneberg getätigt. Als Resultat waren in 2020 vergleichsweise geringe Investitionen erforderlich. Ein Bereich in den jedoch investiert wurde, ist die Produktion von CPA-Masken zum Infektionsschutz (voraussichtlich Ende April 2021 auch FFP2-zertifizierte Masken).

4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

a) Prognosebericht

Nachdem die Gesamtwirtschaft in 2020 in Deutschland und der Euro-Zone schrumpfte (um 5,1% bzw. 7,0%), wird für das Jahr 2021 mit einem Wachstum von 3,7% respektive 4,9% gerechnet.

Für den Tourismussektor, als ein wesentlicher Treiber für den Maritimen Geschäftsbereich von (Fluss-) Kreuzfahrten der MARTIN Systems, prognostiziert das Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes in seinem "realistischen Szenario" ab Mitte des Jahres 2021 eine Rückkehr zu 80% des Umsatzes mit Inlandstouristen gegenüber dem Vorjahr. Weitere Szenarien zeigen ein positiveres oder negativeres Bild. In Summe zeigt sich, dass das Infektionsgeschehen sowie die daraus resultierenden Beschränkungen für den Tourismus sehr dynamisch und dadurch die Entscheidungen unserer Kunden im Tourismusbereich kurzfristig kaum zu prognostizieren sind. Auftragseingänge im Tourismusbereich im Q1 2021 geben jedoch einen positiven Ausblick, ebenso wie hohe Buchungen sobald Lockerungen in Aussicht gestellt werden, z.B. in Großbritannien.

Gleichzeitigt zeigt sich in anderen wesentlichen Segmenten der MARTIN Systems, speziell dem Marinegeschäft, aber auch dem mit (Mega-) Yachten, dass COVID-19 keinen wesentlichen Einfluss hat.

Zum Ende des ersten Quartals 2021 beläuft sich unser Auftragsbestand im Projektgeschäft auf über 35 Mio. EUR (VJ: 33 Mio. EUR). Die Aufträge sind mit einer Abwicklung von 2021 bis 2023 geplant und beinhalten einen Großauftrag für Kläranlagen für Seekreuzfahrtschiffe. Zum Auftragsbestand hinzu kommen Aufträge für Serviceleistungen deren Abrechnung nach der jeweiligen Leistungserbringung erfolgt.

Wir gehen für 2021 von einem Wachstum der Gesamtleistung auf M€ 18,1 und einem EBITDA von M€ 2,5 aus. In Summe ergibt sich durch die drastischen und sehr dynamischen Entwicklungen im gesamtwirtschaftlichen Umfeld und der unvorhersehbaren besonderen Situation, die durch die COVID-19 Pandemie und die damit verbundenen unbekannten Zeitabläufe ausgelöst wurde, ein unsicheres Umfeld. Aus diesem Grund wird die Unternehmensplanung für die folgenden Geschäftsjahre kontinuierlich überwacht und angepasst.

b) Risikobericht

Als international tätiger Lieferant für Produkte zur Wasser-Abfallaufbereitung und Abwasserreinigung ist die MS gesamtwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Die Corona-Pandemie hat bekanntermaßen erhebliche gesamtwirtliche Auswirkungen, als auch Effekte auf spezielle Branchen.

Die Tourismusbranche ist, u.a. durch Reisewarnungen und -Beschränkungen, stark betroffen, was wiederum Investitionsentscheidungen beeinflussen kann. Wir begegnen diesem Risiko durch eine enge Abstimmung mit unseren Kunden, einem starken Fokus auf stabile Kundenbranchen wie Marine sowie die Erstellung von Szenarien.

Dem bestehenden Risiko des Fachkräftemangels wurde durch eine weitsichtige Personalpolitik (zukunftsgerichtete Einstellung von Mitarbeitern) und Ausbau der Digitalisierung (z.B. für Homeoffice) begegnet.

Die Geschäftsleitung sieht für die MS auf absehbarer Zeit keine Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnte.

c) Chancenbericht

Um Auswirkungen aus der Corona-Pandemie zu kompensieren, sehen wir Chancen durch Konjunkturmaßnahmen, unter anderem aufgrund vermehrter öffentlicher Aufträge für Marineschiffskläranlagen und Filteranlagen für die öffentliche Hand.

Im Segment Service erwarten wir eine jährliche Steigerung. Durch jede Neuauslieferung kann mit zusätzlichem Servicegeschäft gerechnet werden.

Bedingt durch den begrenzten Lebenszyklus unserer Membrane Filter (nach ca. 7 Jahren ist ein Austausch erforderlich) können wir zudem von vermehrten Ersatzaufträgen ausgehen.

Durch die vermehrte Zusammenarbeit mit anderen Gesellschaften der ABIONIK Group planen wir weitere Synergiepotentiale zu heben.

Als mittelfristige Ertragschance sieht die MS den Markteintritt in asiatische Märkte, insbesondere China und Indien mit neuen und/oder bestehenden ABIONIK Joint Venture Gesellschaften .

Zudem bieten die zunehmende Sensibilisierung zu Umweltthemen auch in aufstrebenden Ländern und die zunehmende Wasserknappheit in bestimmten Gebieten weitere Ertragschancen.

Fazit:

Auf Grund der guten Auftragslage und der in den Vorjahren getätigten Investitionen und Personaleinstellungen sehen wir die MARTIN Systems GmbH für 2021, trotz der Corona-Pandemie, auf absehbare Zeit gut aufgestellt. Wir sehen auf absehbarer Zeit keine Gefährdungspotentiale, die für den Fortbestand der Gesellschaft eine Gefahr bilden.

 

Berlin

MARTIN Systems GmbH

Geschäftsführung

Crawford

Grigo

Harms

Ehrsam

Bilanz

Aktiva

31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
A. Anlagevermögen 3.257.551,00 3.508.185,67
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 35.156,00 74.646,00
1. EDV-Software 35.156,00 74.646,00
II. Sachanlagen 2.962.395,00 3.172.595,00
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.738.367,00 1.816.701,00
2. technische Anlagen und Maschinen 619.616,00 687.074,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 604.412,00 668.820,00
III. Finanzanlagen 260.000,00 260.944,67
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 260.000,00 260.000,00
2. Beteiligungen 944,67
B. Umlaufvermögen 12.507.973,20 9.513.615,17
I. Vorräte 4.595.717,58 5.727.006,23
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.160.326,59 2.324.400,89
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 2.409.893,18 3.611.908,92
3. fertige Erzeugnisse und Waren 150.983,72 472.561,17
4. geleistete Anzahlungen 249.132,08 234.240,00
5. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (offen aktivisch abgesetzt) 374.617,99 916.104,75
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5.401.798,10 2.873.516,67
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 718.295,77 1.870.927,02
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.494.189,68 508.419,17
3. sonstige Vermögensgegenstände 189.312,65 494.170,48
III. Wertpapiere 150,00 150,00
1. sonstige Wertpapiere 150,00 150,00
IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.510.307,52 912.942,27
C. Rechnungsabgrenzungsposten 25.518,36 32.275,31
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 18.510,00 32.336,84
Summe Aktiva 15.809.552,56 13.086.412,99

Passiva

31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
A. Eigenkapital 3.982.210,06 3.982.210,06
I. Gezeichnetes Kapital / Kapitalkonto / Kapitalanteile 300.000,00 300.000,00
1. Gezeichnetes Kapital 300.000,00 300.000,00
II. Kapitalrücklage 2.688,00 2.688,00
III. Gewinnrücklagen/Ergebnisrücklagen 68.198,92 68.198,92
1. gesetzliche Rücklage 30.000,00 30.000,00
2. andere Gewinnrücklagen 38.198,92 38.198,92
IV. Bilanzgewinn 3.611.323,14 3.611.323,14
B. Rückstellungen 532.690,40 629.057,51
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 95.662,76 77.687,07
2. Steuerrückstellungen 14.097,94 30.392,32
3. sonstige Rückstellungen 422.929,70 520.978,12
C. Verbindlichkeiten 11.294.652,10 8.475.145,42
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.750.063,18 2.114.938,87
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 788.303,73 827.191,92
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 638.678,41 2.267.162,25
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.787.084,68 3.026.871,62
5. sonstige Verbindlichkeiten 330.522,10 238.980,76
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 6.384,52 6.920,93
a. übrige sonstige Verbindlichkeiten 324.137,58 232.059,83
Summe Passiva 15.809.552,56 13.086.412,99

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2020 - 31.12.2020
EUR
1.1.2019 - 31.12.2019
EUR
1. Betriebsergebnis 3.459.854,59 2.941.061,74
a) Rohergebnis 9.867.149,19 9.591.771,31
b) Personalaufwand 3.658.575,16 3.774.386,55
Löhne und Gehälter 2.914.578,12 3.029.960,69
soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 743.997,04 744.425,86
soziale Abgaben 703.284,04 698.963,86
davon Aufwendungen für Altersversorgung 40.713,00 45.462,00
c) Abschreibungen 465.049,56 487.612,28
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 465.049,56 487.612,28
d) sonstige betriebliche Aufwendungen 2.283.669,88 2.388.710,74
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 15.749,88 9.311,58
2. Finanz- und Beteiligungsergebnis -184.767,46 -126.876,49
a) sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 26.516,01 1.522,65
b) Zinsen und ähnliche Aufwendungen 211.283,47 128.399,14
3. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 14.256,29 -30.637,22
4. Ergebnis nach Steuern 3.260.830,84 2.844.822,47
5. sonstige Steuern 79.828,40 13.520,48
6. Verlust- bzw. Gewinnabführung (Tochter) -3.181.002,44 -2.831.301,99
a) aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 3.181.002,44 2.831.301,99
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2020

Einleitung

Die MARTIN Systems GmbH hat ihren Sitz in Berlin und ist beim Amtsgericht Charlottenburg in der Abteilung B des Handelsregisters unter der Nummer 199776 B eingetragen.

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss unserer Gesellschaft wurde zum 31.12.2020 nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften, des GmbH-Gesetzes sowie des Gesellschaftsvertrages aufgestellt.

Zu der ABIONIK Group GmbH mit Sitz in Berlin (Amtsgericht Charlottenburg, B 204291) besteht eine Konzernzugehörigkeit. Die MARTIN Systems GmbH ist in deren Konzernabschluss einbezogen.

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss unserer Gesellschaft wurde zum 31.12.2020 nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften, des GmbH-Gesetzes sowie des Gesellschaftsvertrages aufgestellt.

Zu der ABIONIK Group GmbH mit Sitz in Berlin (Amtsgericht Charlottenburg, B 204291) besteht eine Konzernzugehörigkeit. Die MARTIN Systems GmbH ist in deren Konzernabschluss einbezogen.

Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen

Aktiva

Anlagevermögen

Die Bewertung der Immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt zu Anschaffungskosten. Die immateriellen Vermögensgegenstände werden über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von bis zu 7 Jahren, um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Einbeziehungswahlrechte werden nicht ausgeübt. Auch Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert.

Für die Abschreibungen gelten grundsätzlich die § 7 EStG. Die der Abschreibungsberechnung zugrunde gelegten Abschreibungsätze entsprechen den betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern. Die Abschreibungen erfolgen linear im Rahmen der steuerlichen Vorschriften. Abnutzbare unbewegliche und bewegliche Anlagegüter (über EUR 800,00) werden im Jahr des Zugangs pro rata temporis und geringwertige Anlagegüter voll abgeschrieben.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert.

Finanzanlagen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen dienen, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen saldiert. Ein daraus verbleibender aktiver Saldo wird in der Bilanz gesondert als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen.

Umlaufvermögen

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet.

Unfertige sowie fertige Erzeugnisse werden zu durchschnittlichen Herstellungskosten bewertet. Diese enthalten die direkt zurechenbaren Kosten (Einzelkosten) und anteilsmäßig Material- und Fertigungsgemeinkosten. Es wurden keine Zinsen in die Herstellungskosten einbezogen.

Die erhaltenen Anzahlungen sind in den Bilanzen zum 31. Dezember 2019 und 31. Dezember 2020, soweit nach § 268 Abs. 5 Satz 2 HGB zulässig, offen vom Vorratsvermögen abgesetzt worden. Die erhaltenen Anzahlungen sind zu Nennwerten bilanziert.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zu Nominalwerten bilanziert. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden durch angemessene Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen ausreichend Rechnung getragen.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Gesellschafter werden, soweit vorhanden, zu Nennwerten angesetzt.

Kassenbestände und Bankguthaben werden ebenfalls jeweils zum Nennwert angesetzt.

Passiva

Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der "Projected-Unit-Credit-Methode" ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Den Berechnungen liegen folgende Annahmen zu Grunde; Rechnungszins 2,34% (Vorjahr 2,71%), Rententrend 2%. Fluktuationsraten werden aufgrund des engen Personenkreises der Begünstigten sowie der Art der Zusagen nicht berücksichtigt.

Der Erfüllungsbetrag der entsprechenden Pensionsverpflichtungen beträgt insgesamt EUR 732.086,00. Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen beläuft sich auf EUR 27.908,00, dieser wurde mit Zinserträgen aus dem Deckungsvermögen von EUR 8.651,87 verrechnet. Der ausschüttungsgesperrte Betrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt zum Stichtag EUR 110.065,00. Die Pensionsverpflichtung wurde mit Vermögensgegenständen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen, unbelastet und insolvenzsicher sind, sowie ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Pensionsverpflichtungen dienen (Deckungsvermögen), verrechnet. Das Deckungsvermögen ist zum beizulegenden Zeitwert mit insgesamt EUR 654.933,24 bewertet.

Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags passiviert.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Angaben und Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Gliederung und Entwicklung des Anlagevermögens sind im Anlagenspiegel dargestellt.

Unter den Finanzanlagen ist eine 50%-ige Beteiligung am chinesischen Joint Venture Mating Mo über EUR 260.000,00 bilanziert.

ANLAGESPIEGEL ZUM 31. DEZEMBER 2020

Anschaffungskosten
1.1.2020 Zugänge Abgänge 31.12.2020
Immaterielle Vermögensgegenstände
Software 167.917,73 19.715,03 -,-- 187.632,76
167.917,73 19.715,03 -,-- 187.632,76
Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 207.1658,1 -,-- -,-- 207.1658,1
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.350.266,4 121.119,04 -,-- 1.471.385,44
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.087.894,89 74.525,49 -,-- 1.162.420,38
4.509.819,39 195.644,53 -,-- 4.705.463,92
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternhemen 260.000,00 -,-- -,-- 260.000,00
2. Beteiligungen 944,67 -,-- 944,67 -,--
260.944,67 -,-- 944,67 260.000,00
TOTAL 4.938.681,79 215.359,56 944,67 5.153.096,68
Abschreibungen
1.1.2020 Zugänge Abgänge 31.12.2020
Immaterielle Vermögensgegenstände
Software 93.271,73 59.205,03 -,-- 152.476,76
93.271,73 59.205,03 -,-- 152.476,76
Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 254.957,1 78.334,00 -,-- 333.291,10
2. Technische Anlagen und Maschinen 663.192,4 188.577,04 -,-- 851.769.44
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 419.074,89 138.933,49 -,-- 558.008,38
1.337.224,39 405.844,53 -,-- 1.743.068,92
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternhemen -,-- -,-- -,-- -,--
2. Beteiligungen -,-- -,-- -,-- -,--
-,-- -,-- -,-- -,--
TOTAL 1.430.496,12 465.049,56 -,-- 1.895.545,68
Buchwert
31.12.2020 31.12.2019
Immaterielle Vermögensgegenstände
Software 35.156,00 74.646,00
35.156,00 74.646,00
Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 1.738.367,00 1.816.701,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 619.616,00 687.074,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 604.412,00 668.820,00
2.962.395,00 3.172.595,00
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternhemen 260.000,00 260.000,00
2. Beteiligungen -,-- 944,67
260.000,00 260.944,67
TOTAL 3.257.551,00 3.508.185,67

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen gegenüber Gesellschaftern von EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 25.492,73) und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen von EUR 384.949,21 (Vorjahr EUR 7.822,48) enthalten.

Es bestehen Forderungen aus der Überzahlung von Gewerbesteuern über EUR 0,00 (Vorjahr EUR 52.002,34), die unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen sind.

Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen von EUR 4.494.190 (Vorjahr: EUR 541.734) bestehen im Wesentlichen aus Forderungen ggü. der ABIONIK Group GmbH die im Rahmen eines seit 2020 bestehenden Cash Pooling entstanden sind.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Kassenbestände und Bankguthaben werden zum Nennwert angesetzt. Durch die Einführung eines Cashpoolings werden statt Bankguthaben Forderungen gegenüber der Abionik Group GmbH aufgebaut.

Aktive Rechnungsabgrenzung

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen; die Auflösung des Postens erfolgt linear pro rata temporis.

Aktivischer Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Der Aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung entfällt bei einer Anwartschaft und einem laufenden Fall aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Zeitwert des verpfändeten Deckungsvermögens (EUR 245.347,84) und dem Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen (EUR 226.837,00).

Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 300.000,00 EUR.

Rückstellungen

Die in der Bilanz ausgewiesene Pensionsrückstellung besteht für eine Verpflichtung von EUR 409.586,24 bei einem Deckungsvermögen von EUR 505.249,00.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Zum 31.12.2020 entfallen sie im Wesentlichen auf Verpflichtungen für nicht genommenen Urlaub (110 TEUR), auf Garantieverpflichtungen (165 TEUR) sowie auf die Jahresabschlussprüfung (40 TEUR).

Verbindlichkeiten

Die Fristigkeiten gliedern sich wie folgt:

davon mit einer Restlaufzeit
Art der Verbindlichkeiten Insgesamt
EUR
bis 1 Jahr
EUR
von 1 Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.750.063 785.396 964.667 -
Vorjahr 2.114.939 656.878 1.458.061 -
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 788.304 788.304 - -
Vorjahr 827.192 827.192 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 636.678 636.678 - -
Vorjahr 2.052.612 2.052.612 - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.787.085 7.787.085 - -
Vorjahr 3.241.422 3.241.422 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 330.522 330.522 - -
Vorjahr 238.981 238.981 - -
-davon aus Steuern 67.622 67.622 - -
Vorjahr 37.095 37.095 - -
Gesamt 11.294.652 1.032.985 964.667 -
Vorjahr 8.475.146 7.017.085 1.458.061 -

Unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betreffen EUR 146.824 (Vorjahr: EUR 214.551) Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

Die Reduktion der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zum Stichtag 31.12.2020 resultiert aus der planmäßigen Tilgung der Laufzeitdarlehen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind überwiegend durch Grundpfandrechte und Sicherungsübereignungen der finanzierten Anlagen/ Maschinen und Abtretung des diverser Warenlagerbestände besichert. In der Finanzierung des Mutterunternehmens ABIONIK Group GmbH wurde u.a. die Martin Systems GmbH in gesamtschuldnerische Mithaftung genommen. Darüber hinaus wurden als Sicherheit alle bestehenden und zukünftigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an die Bank abgetreten.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von EUR T€ 320 pro Jahr.

Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird, analog dem Vorjahr, nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen

Die Sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus öffentlichen Fördermitteln im Rahmen von Forschung- und Entwicklungsaktivitäten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entfallen vornehmlich auf Leasingraten, Kraftfahrzeugkosten, Reisekosten, Messekosten, Ausgangsfrachten sowie eine Reihe von weiteren Einzelaufwendungen.

Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr wurden insgesamt durchschnittlich 65 Mitarbeiter (inklusive 0,5 Auszubildender) beschäftigt. Zum Jahresende waren insgesamt 64 Mitarbeiter beschäftigt. Die bereinigte durchschnittliche Anzahl an Mitarbeiter (ohne Auszubildenden, geringfügig Beschäftigten, Praktikanten/ Werkstudenten) betrug 59,25 (zum Jahresende 61). Die Struktur der Mitarbeiter gliedert sich zum Stichtag 31.12.2020 in 32 Angestellte und 29 gewerbliche Arbeitnehmer (Durchschnitt 31,5 / 27,75).

Geschäftsführung

Im Geschäftsjahr gehörten die folgenden Herren der Geschäftsführung an:

Dipl.-Kfm. Daniel Crawford, Berlin,

Dipl.-Ing. Mark Grigo, Lippetal,

Veikko Ehrsam, Sonneberg,

Michael Harms, Dörfles-Esbach.

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wurde im Hinblick auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Jahresüberschuss wird an die Muttergesellschaft ABIONIK Group GmbH abgeführt.

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Es sind folgende Vorgänge von besonderer Bedeutung zu vermerken, die nach dem Schluss des Geschäftsjahrs eingetreten und die weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind:

Die weiterhin bestehende COVID-19-Pandemie und deren konjunkturellen Auswirkungen beeinflusst das Servicegeschäft der MARTIN Systems GmbH. Durch u.a. Reisebeschränkungen wurden Kreuzfahrtschiffe im Jahr 2020 nicht so stark ausgelastet wie in den Vorjahren. Dadurch ist der Serviceaufwand geringer was zu einem verschobenen und reduzierten Servicegeschäft, welches typischerweise in November bis März abgewickelt würde, führt. Die daraus entstehenden Effekte wurden in der Finanzplanung berücksichtigt und durch operative Maßnahmen gegengesteuert. Es findet eine kontinuierliche Überwachung der politischen und wirtschaftlichen Optionen zur Überwindung der Krise und verstärkte Kommunikation mit allen Stakeholdern, insbesondere den Mitarbeitern und Kunden statt.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres mit Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung oder die Bilanz des Stichtags haben sich nicht ergeben.

 

Berlin, 14. April 2021

Geschäftsführung

Crawford

Grigo

Harms

Ehrsam

Beschlüsse

Gesellschafterbeschluss der zu Berlin bestehenden Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Firma MARTIN Systems GmbH (Amtsgericht Charlottenburg, HRB 199776 B)

Die unterzeichnete alleinige Gesellschafterin der MARTIN Systems GmbH, die ABIONIK Group GmbH mit Sitz in Berlin (Amtsgericht Charlottenburg, HRB 204291 B) hält hierdurch eine Gesellschafterversammlung ab und beschließt unter Verzicht auf alle durch Gesetz oder Gesellschaftsvertrag vorgeschriebenen Fromen und Fristen:

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 in der von AC Christes & Partner GmbH vorliegenden Fassung vom 30. April 2021 wird nach Berücksichtigung einer Ergebnisabführung i.H.v. EURO 3.181.002,45 - basierend auf dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag vom 7. Dezember 2018 - mit einem Jahresüberschuss von EURO 0,00 festgestellt.

 

Berlin, den 6. Dezember 2020

ABIONIK Group GmbH

Vertreten durch

Kerstin Seiler

Daniel Crawford

Bestätigungsvermerk

In dem vorstehenden, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB zutreffend teilweise in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht haben wir den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die MARTIN Systems GmbH, Berlin

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der MARTIN Systems GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 sowie den Anhang zum 31. Dezember 2020, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MARTIN Systems GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter- falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

erlangen wir Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

Hamburg, 30. April 2021

AC CHRISTES & PARTNER GmbH
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Gez. Christes, Wirtschaftsprüfer

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