Stammdaten

Register
Amtsgericht Chemnitz HRB 26251
Vorher
ATF Auer Teilefertigung GmbHWVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH
Eingetragen
7.12.2010
Branche
Herstellung von Werkzeugmaschinen für die MetallbearbeitungHerstellung von handgeführten Werkzeugen mit MotorantriebHerstellung sonstiger Werkzeuge a. n. g.
Gegenstand
Herstellung und Vertrieb von Werkzeugen, Formen und Vorrichtungen aller Art; Herstellung und Bearbeitung von metallischen Prototypen- und Kleinserienteilen sowie Herstellung und Vertrieb von Umform-, Schneid- sowie sonsigen werkzeugfallenden Teilen inklusive der Entwicklung und Verwertung von Technologien der Teilefertigung einschließlich aller damit verbundenen Geschäfte.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Frank Förster
seit 17.7.2023
Prokura
Jens Mogdans
seit 1.12.2022
Geschäftsführer
Torsten Schneider
seit 18.7.2018
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.01% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (4)

NameAnteil
ANDRITZ AGAUT
71.15%
16.44%
ANDRITZ Power & Water GmbHAUT
10.62%
ANDRITZ AGAUT
1.80%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
ANDRITZ AWEBA GmbH
Germany
100.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH

St. Egidien

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020

A Geschäftsverlauf und Lage

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Rezession der Weltwirtschaft in 2020

Die Weltwirtschaft spürt 2020 deutlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie, aber auch Krisen wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China, geopolitische Spannungen und der endgültige Austritt Großbritanniens aus der EU führen zu einer weiteren Anspannung der wirtschaftlichen Lage. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2020 nach Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 3,5 % gesunken (2019: +2,8 %). Die Industrieländer müssen mit einem Minus von 4,9 % rechnen (2019: +1,6 %). Der IWF erwartet für die Schwellen- und Entwicklungsländer eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums um 2,4 % (2019: +3,6 %).

Das BIP der Eurozone nahm im weltweiten Vergleich mit 7,2 % deutlich stärker ab. In Deutschland sank das BIP um vergleichsweise geringe 5,4 %. Durch stärkeren privaten Konsum, geringer Abhängigkeit von der Tourismusbranche und stark gestiegene Exporte blieb die Wirtschaft hier vergleichsweise stabil. Das US-Wirtschaftswachstum sank, ähnlich dem weltweiten Schnitt, um 3,4 %.

In Japan sank das BIP um 5,1 %. China verzeichnet bereits 2020 positive Wachstumsdynamiken, Experten rechnen mit einem Anstieg des BIP um 2,3 %. Diese Dynamik wurde durch umfangreiche Konjunkturpakete und ein starkes Exportvolumen unterstützt. Die Corona-Krise hatte großen Einfluss auf die konjunkturelle Lage in Indien, das BIP sank um 8,0 %. In Brasilien verringerte sich das BIP um 4,5 % im Vergleich zum Vorjahr, und auch in Russland war der Wachstumstrend ähnlich, dort nahm das BIP um 3,6 % ab.

[Quelle: International Monetary Fund (IMF) World Economic Outlook Update, Januar 2021]

Weltautomobilmarkt 2020 deutlich unter niedrigem Vorjahresniveau

Die PKW-Neuzulassungen bewegen sich 2020 nach Einschätzungen des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) weltweit bei einem deutlichen Rückgang von 15,0 % auf 67,7 Millionen PKW. Prägend für die wirtschaftliche Entwicklung weltweit und in den einzelnen Ländern waren die großen Folgen der Corona-Krise.

Der europäische Trend bei den Neuzulassungen 2020 liegt im globalen Vergleich signifikant unter dem weltweiten Durchschnitt. In ganz Europa (EU27+EFTA+UK) war laut VDA ein negatives Wachstum von 24,3 % bei den Neuzulassungen zu beobachten. Verursacht wurden diese historischen Rückgänge im europäischen Raum im Besonderen durch den starken Einfluss der Corona-Pandemie, aber auch die Brexit-Verhandlungen beeinflussten die Zahl der Neuzulassungen nachhaltig.

Die Corona-Krise hat eine neue Mobilitätsdiskussion angestoßen. In Deutschland sieht ein Großteil der Bevölkerung das Auto in Bezug auf eine mögliche Corona-Infizierung als sicherstes Verkehrsmittel an und will unter keinen Umständen auf das Auto verzichten. Daraus resultierte eine starke Wachstumsphase von September bis Dezember 2020, hier lag das Absatzvolumen sogar über dem des Vorjahres. Der Trend wurde durch die Subvention von ganz oder teilweise (hybrid) elektromotorisch angetriebenen Autos sowie der befristeten Umsatzsteuerabsenkung verstärkt. Im Gesamtjahr sank der Absatz in Deutschland nach Angaben des VDA um 19,0 %. In 2020 wurden im Vergleich zum Vorjahr 24 % weniger Autos in das Ausland exportiert. Entsprechend verzeichnete die PKW-Produktion in Deutschland einen ähnlich starken Einbruch mit 25,0 %.

Auch in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) waren in 2020 im Vergleich zum Vorjahr Rückgänge bei den PKW-Zulassungen zu verzeichnen (Brasilien -26,7 %, Indien -17,7 %, Russland -9,1 %). Bemerkenswert ist die Entwicklung auf dem chinesischen Automobilmarkt. Von Januar bis Dezember 2020 entwickelte sich das Absatzvolumen auf 19,8 Millionen Einheiten, was einen Rückgang zum Vorjahr von nur 6,1 % bedeutet. Der Rückgang in China liegt damit deutlich unter dem globalen Marktdurchschnitt.

In den USA blieb das Absatzvolumen mit einem Minus von 16,8 % unter dem Vorjahresniveau von 2019. Mit 3,8 Millionen PKW-Neuzulassungen litt der japanische Markt verhältnismäßig gering (11,4 % unter dem Vorjahresabsatz).

[Quellen: VDA Pressemeldung vom 19. Januar 2021 "Europäischer Pkw-Markt bricht 2020 um ein Viertel ein" und VDA Pressemeldung vom 8. Januar 2021 "Corona-Effekt: Austausch älterer Autos stockt"]

Sinkende Nachfrage nach Werkzeugmaschinen

Die globale Werkzeugmaschinenindustrie erlebte im Jahr 2020 einen empfindlichen Nachfragerückgang. Die Abkühlung der Weltkonjunktur, das zunehmend rauer werdende Handelsklima und der Strukturwandel in der Automobilindustrie führen zusammen mit der Corona-Pandemie zu einem drastischen Preis- und Mengendruck auf die Branche.

Nach den Berechnungen des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) ist die weltweite Werkzeugmaschinenproduktion 2020 gegenüber dem Vorjahr um 23,4 % auf EUR 55,0 Mrd gesunken.

Der deutsche Werkzeugmaschinenbau geriet 2020 in einen kräftigen Abschwung. Die Nachfragesituation verschlechterte sich, und der Auftragseingang ging in Summe um 31,0 % zurück. Die Bestellungen aus dem Inland brachen deutlich ein (-33,0 %), und auch die Auslandsnachfrage lag 31,0 % unter Vorjahresniveau. Das Produktionsvolumen sank um 31,0 % auf rund EUR 10,8 Mrd.

Die Exportquote der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie stieg hingegen gegenüber dem Vorjahr von 64,5 % auf 65,9 % an. Insgesamt waren die Kapazitäten mit 70,9 % wesentlich geringer ausgelastet und lagen dabei um 17,5 Prozentpunkte unter Vorjahresniveau.

[Quelle: Schätzung des VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V. für Schuler anhand Oxford Economics und VDW Daten, Januar 2021]

Die beschriebene Marktentwicklung war in 2020 auch bei WVL feststellbar. Insbesondere die verschobenen bzw. nicht durchgeführten Investitionsentscheidungen der Automobilindustrie, verstärkt durch die Absatzrückgänge bei OEM´s durch die Corona-Pandemie, führten zu deutlichen Auftragsrückgängen. Durch Überkapazitäten auf der Angebotsseite für Investitionsgüter war ein spürbarer Preisverfall bei der Vergabe von Aufträgen zu verzeichnen. Der Auftragsbestand zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres und der Auftragseingang konnten die verfügbaren Kapazitäten nur ungenügend füllen.

2. Langfristige Sicherung der Geschäftstätigkeit

Der umfassende Maschinenpark und die Personalentwicklung auf der einen Seite sowie die Stärkung der Vertriebsaktivitäten und die zunehmende Vernetzung mit AWEBA haben WVL zu einem leistungsfähigen Partner der Automobilindustrie heranwachsen lassen. WVL ist als ein Komplettanbieter im Werkzeug- und Vorrichtungsbau am Markt positioniert und kann mit einem breiten Produktspektrum anspruchsvollen Aufgabenstellungen aus der Automobilindustrie gerecht werden. Die Palette reicht von Umform-, Schneid- und IHU-Werkzeugen bis hin zu Vorrichtungen für hochkomplexe Anwendungen im Bereich Maschinenausrüstung.

Mit dieser Ausrichtung ist die WVL nicht nur Lieferant der Automobilindustrie, sondern auch deren Entwicklungspartner. Ziel ist es, den Kunden die durchgehende Kompetenz parallel zu deren gesamten Herstellungsprozessen durch die dazugehörenden Werkzeuge, Mess-, Bearbeitungs-, Schweiß- und Montagevorrichtungen bieten zu können. Gleichzeitig garantiert die Konzeption, Konstruktion und Lieferung von Werkzeugen für die Produktherstellung sowie Vorrichtungen zur Qualitätssicherung und Weiterverarbeitung im Paket prozessübergreifend abgestimmte Produktionsmittel aus einem Guss. Geringere Aufwendungen für kundenseitige Betreuung und Projektleitung sind positive Folgen dieser Paketlösung.

Aus Sicht von WVL teilt sich der Markt seit längerem in Einfach-Werkzeuge, die überwiegend preisgünstig aus Niedriglohnländern bezogen werden und in den High-end-Werkzeugbau, einem Segment, in dem Mitteleuropa eine führende Rolle einnimmt. WVL produziert mit modernsten Maschinen und Messmitteln Präzisionswerkzeuge im Toleranzbereich weniger Mikrometer. Sämtliche Werkzeuge und Vorrichtungen werden in voller Verantwortung im eigenen Unternehmen hergestellt. WVL ist es gelungen, in kurzer Zeit vom Spezialisten zum weltweit gefragten Komplettanbieter namhafter OEMs und Tier 1-Zulieferer aufzusteigen.

Das Geschäftsfeld der Prototypen- und Kleinserienproduktion, welches per Asset Deal über das Vermögen der Metall-Konstruktions- und Betriebsmittelbau Zwickau GmbH & Co. KG in 2018 entstanden ist, wurde vollständig in die Organisation der WVL eingebunden. Vertriebs- und produktionsseitig bildet das Werk 2 in Zwickau eine eigenständige strategische Geschäftseinheit.

3. Auftrags- und Umsatzsituation

Auftragseingang, Auftragsbestand, Umsatz und das operative Ergebnis vor Steuern sind unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren und Steuerungsgrößen.

In der Vorjahresprognose für das Geschäftsjahr 2020 ist die Geschäftsführung davon ausgegangen, dass sich der Auftragsbestand nahezu unverändert zum Vorjahr bleibt. Es wurde geplant, dass der Umsatz des neuen Geschäftsjahres das Niveau von 2019 deutlich unterschreitet. Der Auftragseingang sollte leicht über dem Vorjahr liegen. Insgesamt begründeten sich die Planungsprämissen auf einer anziehenden Nachfragetätigkeit im Geschäftsbereich Werkzeuge nach Beendigung des Shut-Downs und Nachholeffekten aus verschobenen Entwicklungsprojekten aus 2019. Zudem sollte bei der WVL das begonnene Restrukturierungsprogramm in 2020 weiter umgesetzt werden, um die Kapazitäten weiter an die Nachfrage anzupassen. Hieraus sollten im Geschäftsjahr 2020 spürbar positive Ergebniseffekte erkennbar sein.

Tatsächlich wurde ein stichtagsbezogener Auftragsbestand zum 31. Dezember 2020 in Höhe von TEUR 8.469 (i. Vj. TEUR 5.078), Auftragseingänge von TEUR 13.828 (i. Vj. TEUR 13.049) und Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 10.485 (i. Vj. TEUR 15.880) erzielt. Das operative Ergebnis vor Ertragsteuern beträgt für 2020 TEUR -3.351 (i. Vj. TEUR -2.446). Die Erwartungen des Vorjahres nach einem deutlich verbesserten, aber immer noch negativen Ergebnis vor Steuern konnten damit nicht erfüllt werden. Ausschlaggebend hierfür sind die unter Punkt A.1. gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen, die zu einer deutlichen Verschlechterung der Umsatz- und Ertragssituation der WVL im Vergleich zum Vorjahr führten.

Mit einem Auftragsbestand zum Jahresende 2019 von TEUR 5.078 (i. Vj. TEUR 7.909) bestand eine unzureichende Basis für die Beschäftigung im Berichtsjahr. Zusammen mit den beschriebenen gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen war die WVL nicht in der Lage, den für 2020 erwarteten Leistungsrückgang mit entsprechenden Kostensenkungsmaßnahmen zu kompensieren und damit das das Ergebnis vor Steuern spürbar zu verbessern. In 2020 verschärfte sich die negative Geschäftsentwicklung aus 2019 nochmals.

Mit konsequenter strategischer Ausrichtung des Unternehmens auf die Kundenanforderungen ist beim Auftragseingang ein leicht positiver Trend gegenüber 2019 erreicht wurden. Der Auftragseingang von TEUR 13.828 (i. Vj. TEUR 13.049) ist eine Steigerung von 6,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die Auftragseingänge des Seriengeschäftes betrugen TEUR 2.137 (i. Vj. TEUR 2.378). Der Bereich Werkzeugbau erreichte Auftragseingänge von TEUR 5.283 (i. Vj. TEUR 5.079), der Vorrichtungsbau TEUR 4.074 (i. Vj. TEUR 5.123) und die Lohnfertigung TEUR 2.159 (i. Vj. TEUR 238).

Aus dem Auftragseingang im Berichtsjahr resultiert ein Auftragsbestand zum 31. Dezember 2020 von TEUR 8.469 (i. Vj. TEUR 5.078), dies entspricht einer Steigerung von 66,8 %. Damit ist für 2021 eine deutlich bessere Ausgangssituation für die Auslastung der Kapazitäten gegeben als noch im Vorjahr.

Im Berichtsjahr hat WVL einen Umsatz von TEUR 10.485 (-34,0 % ggü. Vorjahr) erzielt. Davon entfallen auf die Geschäftsbereiche Werkzeugbau TEUR 4.383 (-30,7 % ggü. Vorjahr), Vorrichtungsbau TEUR 3.531 (-46,5 % ggü. Vorjahr), Prototypenbau/Kleinserienfertigung TEUR 2.137 (-12,4 % ggü. Vorjahr) und Lohnfertigung TEUR 211(-27,7 % ggü. Vorjahr).

Der Anteil des Exportumsatzes lag im Berichtsjahr bei TEUR 1.023 (i. Vj. TEUR 618). Dies entspricht einer Exportquote von 9,8 % (i. Vj. 3,9 %).

In EU-Ländern wurden Werkzeuge, Vorrichtungen und Kleinserienteile für TEUR 929 (i. Vj. TEUR 507) abgesetzt. Auf Drittländer entfallen TEUR 95 (i. Vj. TEUR 111). Die wesentlichen Exportländer waren Österreich, Spanien, Ungarn, Italien und die Türkei.

4. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Ertragslage

Das niedrige Auftragsvolumen Ende 2019 und die unterjährig stark schwankenden Auftragseingänge in 2020 haben im Berichtsjahr zu einer Unterauslastung in allen Unternehmensbereichen geführt. Die Umsatzerlöse sind im Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 5.395 bzw. 34,0 % auf insgesamt TEUR 10.485 (i. Vj. TEUR 15.880) gesunken. In der Vorjahresprognose wurde für das Geschäftsjahr 2020 bereits von einem deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen. Zu diesem Zeitpunkt war die quantitative Auswirkung der Corona-Pandemie nicht abschließend möglich. Die gegenüber 2019 schon deutlich reduzierten Umsatzerwartungen wurden durch die Pandemie nochmals deutlich verfehlt. Da die Pandemie in allen Zielmärkten der WVL zu signifikanten Einbrüchen der Produktion führte, waren auch alle strategischen Geschäftsbereiche der WVL betroffen.

Zusammen mit einer Bestandsveränderung von TEUR 806 wurde im Geschäftsjahr 2020 eine Gesamtleistung in Höhe von TEUR 11.291 (i. Vj. TEUR 15.395) erreicht. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 26,7 %. Für das Geschäftsjahr 2021 wird mit einer deutlichen Steigerung gerechnet.

Der Materialaufwand sank im Vergleichszeitraum um 30,4 % auf TEUR 3.397 (i. Vj. TEUR 4.881). Der Abbau der Kosten lässt sich mit dem verminderten Volumen der Betriebsleistung erklären. Auf kapazitative Fremdvergaben wurde weitgehend verzichtet.

Der Rückgang im Personalaufwand von TEUR 8.925 um TEUR 1.412 bzw. 15,8 % auf TEUR 7.517 ist im Wesentlichen bedingt durch Stellenkürzungen auf Basis des Restrukturierungsplanes aus 2019, sowie die Nutzung temporärer Aufwandssenkungsmaßnahmen wie Kurzarbeit. Im Berichtsjahr beschäftigte die Gesellschaft durchschnittlich 107 (i. Vj. 133) gewerbliche Mitarbeiter, 51 (i. Vj. 57) Angestellte und 14 (i. Vj. 12) Auszubildende.

Die planmäßigen Abschreibungen haben sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um TEUR 100 auf TEUR 993 verringert.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (ohne periodenfremde Effekte) in Höhe von TEUR 2.675 (i. Vj. TEUR 2.896) sanken um 7,6 % gegenüber dem Vorjahr. Ursächlich sind gesunkene Aufwendungen aus Forderungsverlusten, für Verbrauchswerkzeuge, Gebäudeinstandhaltungen und Reparaturen, Fahrzeugkosten, Reisekosten, Ausgangsfrachten, Aufwandsumlagen Konzern, Fortbildungs- und sonstige Personalkosten, sowie Bankspesen. Erhöhend haben sich Einzelwertberichtigungen auf Forderungen, Heizkosten, Versicherungen und Rechts- und Beratungskosten ausgewirkt.

Die periodenfremden Erträge und Aufwendungen ergaben im Saldo einen Ertrag von TEUR 19. Dabei stehen periodenfremden Erträgen von TEUR 29 (i. Vj. TEUR 51) periodenfremden Aufwendungen von TEUR 10 (i. Vj. TEUR 5) gegenüber. Die periodenfremden Erträge resultieren insbesondere aus Abgängen des Sachanlagevermögens, Eingängen aus abgeschriebenen Forderungen und Rückstellungsauflösungen.

Das Finanzergebnis wird hauptsächlich durch Zinsaufwendungen an die Schuler AG beeinflusst und beträgt TEUR -98 (i. Vj. TEUR -102).

Nach einem operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern von TEUR -2.344 in 2019 schließt das Geschäftsjahr 2020 mit einem operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern von TEUR -3.252 ab.

Die Ertragslage der WVL hat sich gegenüber dem Vorjahr signifikant verschlechtert.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme liegt mit TEUR 12.505 um TEUR 514 über dem Vorjahresbetrag von TEUR 11.991.

Das Anlagevermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 789 verringert. Dem Werteverzehr über planmäßige Abschreibungen (TEUR 993) stehen Investitionen (TEUR 228) gegenüber.

Das Umlaufvermögen (inkl. Rechnungsabgrenzungsposten) hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 17 bzw. 0,3 % auf TEUR 6.269 leicht verringert. Das Vorratsvermögen stieg gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.014 auf TEUR 4.677. Grundlage hierfür bildete die durchgeführte Ermittlung des Festwertes für maschinengebundene Werkzeuge und die gestiegenen Bestände an fertigen- und unfertigen Erzeugnissen aufgrund des stark erhöhten Auftragsbestandes zum Jahresende 2020. Durch das geringe Umsatzvolumen reduzierte sich der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 1.202 auf TEUR 781. Der Liquiditätsbestand stieg um TEUR 62 auf TEUR 602.

Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 0 (i. Vj. TEUR 2.032) unter Berücksichtigung eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages von TEUR 1.320. Damit ist das komplette Eigenkapital aufgezehrt. Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 0,0 % (i. Vj. 16,9 %). In diesem Zusammenhang wurde am 27. Januar 2021 eine Rangrücktrittserklärung mit der Schuler AG in Höhe des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages abgeschlossen. Mit der Erklärung tritt die Schuler AG im Rahmen der Cash-Pool Vereinbarung abgerufenen Darlehen gemäß § 19 Abs. 2 Satz 2 InsO im Rang hinter sämtliche Forderungen anderer bestehender und künftiger Gläubiger in der Weise zurück, dass Tilgung des Darlehens nur nachrangig nach allen anderen Gläubigern im Rang des § 39 Abs. 1 bis 5 InsO, also im Rang des § 39 Abs. 2 InsO, verlangt werden können. Ein Verzicht auf die Forderung wurde nicht vereinbart. Die Rangrücktrittserklärung kann mit einer Frist von zwei Wochen zum Monatsende gekündigt werden, frühestens zum 30. Juni 2022. Im Berichtsjahr blieb die Höhe der Einlage der AWEBA als Gesellschafter unverändert.

Hinsichtlich des Fremdkapitals (TEUR 12.505, i. Vj. TEUR 9.959) ist insbesondere ein Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen festzustellen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um TEUR 1.803 auf TEUR 10.508 an. Ursächlich hierfür ist vor allem die im Vergleich zum Vorjahr höhere Inanspruchnahme von Kontokorrentkrediten der Schuler AG (Saldo aus Aufnahme und Tilgung) in Höhe von TEUR 1.900 zur Finanzierung von Vorräten sowie dem Ausgleich von Liquiditätsengpässen, begründet aus den operativen Verlusten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden planmäßig abgebaut und betragen zum Bilanzstichtag TEUR 20 (i. Vj. TEUR 113). Die Verbindlichkeiten betreffen zukünftige Tilgungsverpflichtungen aus Mietkaufverträgen. In Höhe von TEUR 875 (i. Vj. TEUR 188) wurden im Berichtsjahr Anzahlungen vereinnahmt, die zum Bilanzstichtag nicht durch Leistungsfortschritt in den jeweiligen Aufträgen gedeckt waren und daher als Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen zum Bilanzstichtag abgegrenzt werden. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen von TEUR 380 in 2019 um TEUR 281 auf TEUR 661.

Die Vermögenslage der WVL hat sich gegenüber dem Vorjahr signifikant verschlechtert.

Finanzlage

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt TEUR -1.457 und wird hauptsächlich vom negativen Periodenergebnis beeinflusst. Positiv wirken vor allem die Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens und Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Passiva.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist mit TEUR -187 negativ und resultiert insbesondere aus Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlage- und Finanzanlagevermögen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit stellt sich positiv in Höhe von TEUR 1.706 dar. Im Saldo wurden insbesondere Finanzmittel bei der Schuler AG in Höhe von TEUR 1.900 aufgenommen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 93 getilgt.

Seitens der Schuler AG wurden zum Bilanzstichtag Kontokorrentkredite ohne Laufzeitvereinbarungen in Höhe von TEUR 10.500 (i. Vj. TEUR 8.600) gewährt. Es wird von einem voraussichtlichen Rückzahlungszeitpunkt größer fünf Jahren ausgegangen. Grundlage der in Anspruch genommenen Kontokorrentkredite ist eine Cash Pool Vereinbarung vom 20. Dezember 2019 zwischen der Schuler AG, Göppingen, und der WVL. Diese Vereinbarung kann von jeder Vertragspartei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden.

Unter Berücksichtigung der bestehenden Kreditlinie verfügte die WVL im Berichtsjahr über eine ausreichende Liquiditätsreserve. Die Liquidität der Gesellschaft war im Berichtsjahr stets gesichert.

5. Gesamtaussage

Abschließend kann festgestellt werden, dass die getroffenen Prognosen hinsichtlich der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage aus dem Vorjahr grundlegend nicht bestätigt werden konnten. Die quantitativen Auswirkungen der Corona-Pandemie waren zum Prognosezeitpunkt nicht abschätzbar. Die negativen Auswirkungen sind als hoch einzuschätzen. Die Vermögenslage ist deutlich verschlechtert. Die Liquidität im Geschäftsjahr war stets gesichert. Die Ertragslage wird als nicht zufriedenstellend eingeschätzt.

6. Investitionen

Im Geschäftsjahr 2020 wurden TEUR 228 in das Anlagevermögen bei einem Abschreibungsvolumen von TEUR 993 investiert.

7. Werkzeugherstellung

WVL erfüllt mit einem breiten Spektrum an Werkzeugen eine Vielzahl an Kundenwünschen. Die Produktpalette umfasst Folgeverbund-, Transfer- sowie Innen-Hochdruck-Umformwerkzeuge; daneben werden Spann- und Schweißvorrichtungen sowie werkzeugnahe Automatisierungseinrichtungen hergestellt. Eine hohe Fertigungstiefe garantiert die Einhaltung entsprechender Qualitätsstandards. Für die Serienfertigung stehen diverse Pressen, Laser- und Schweißanlagen zur Verfügung. Hierauf können sowohl einfache Pressteile als auch hochkomplexe Zusammenbauten realisiert werden.

Mehr als 15 Entwickler und Konstrukteure, 40 Mitarbeiter an Werkzeugmaschinen, 25 Mitarbeiter in der Serienproduktion und über 15 Werkzeugmacher stehen für Qualität aus dem Vorerzgebirge und produzieren Werkzeuge, Vorrichtungen sowie Serienteile für die Automobil- und Elektroindustrie, die technologisch und wirtschaftlich Benchmark setzen. WVL beherrscht das Umformen von hochkomplexen Aluminiumbauteilen mit Standardverfahren und im Innenhochdruck sowie die Herstellung von Tubenteilen. Damit unterstützt WVL die Automobilhersteller bei ihren großen Herausforderungen, dem automobilen Leichtbau und der Verbesserung der Bauteilfestigkeit durch Erhöhung der Bauteilkomplexität bei gleichzeitiger Reduktion notwendiger Produktionsmittel, als Wegbegleiter für Zukunftstechnologien.

8. Entwicklung und Konstruktion

Mit dem Erwerb des Hohenstein Vorrichtungsbaus im Jahr 2014 hat die WVL eine erhebliche Anzahl an Patenten erworben. Diese werden genutzt, um den Entwicklungs- und Innovationsvorsprung gegenüber der Konkurrenz zu halten. Zur Entwicklung werden branchenspezifische Softwarelösungen eingesetzt, die dem aktuellen Standard entsprechen. Personell wurden junge Nachwuchskräfte weiterentwickelt. Das Knowhow sowohl für Werkzeuge als auch für Vorrichtungen entspricht höchsten Anforderungen.

9. Personal- und Sozialbereich, Organisation

Zum Stichtag beschäftigte die Gesellschaft 96 (i. Vj. 127) gewerbliche Mitarbeiter, 44 (i. Vj. 57) Angestellte. Als Anpassung auf die gesamtwirtschaftliche Lage wurde von Neueinstellungen weitgehend abgesehen. Auf den Ausgleich altersbedingter Abgänge wurde verzichtet.

In Kooperation mit AWEBA hat WVL die Qualifizierung des eigenen Nachwuchses ausgebaut und beschäftigt in 2020 durchschnittlich 14 Auszubildende. Dies entspricht einer Quote von 9,1 %. Zur Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen und zur Erhöhung der Arbeitszufriedenheit dienen nebenberufliche Weiterbildungen zum Meister/Techniker und zum Technischen Betriebswirt ebenso wie die Förderung der fremdsprachlichen Qualifikation der Mitarbeiter durch individuelle Lehrgänge.

Das Durchschnittsalter bei WVL liegt bei 42,5 Jahren. Die Altersstruktur zeigt ein gleichmäßiges Bild von jüngeren qualifizierten Mitarbeitern sowie berufserfahrenen Fachkräften. Das Unternehmen zeichnet sich durch eine hohe Betriebszugehörigkeit ihrer Mitarbeiter von durchschnittlich 14,8 Jahren aus.

WVL bildet in den Berufen Werkzeug- und Zerspanungsmechaniker aus. Da das Unternehmen auf einem sehr modernen technologischen Stand produziert, profitiert auch die Berufsausbildung von den umgesetzten Programmen, sodass WVL in ihrer Außenwirkung als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird.

Die übergeordneten Personal- und Organisationsziele der WVL erstrecken sich im Kern auf die Steigerung der Unternehmensattraktivität, effiziente Bewältigung von Abläufen sowie Gestaltung und Verbesserung von Prozessen.

B Prognosebericht

Erholung von der tiefen, kurzen Rezession 2020 ist im Gange

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in seiner Januar-Prognose für 2021 mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 5,5 % und korrigiert damit seine Prognose von Oktober um 0,3 Prozentpunkte nach oben.

Politische Unterstützung in einigen großen Volkswirtschaften und die Verteilung der Impfstoffe heben den Ausblick für 2021 an. Das anhaltende Wachstum des privaten Konsums, finanzielle Unterstützungen und die Weiterentwicklung von Therapiemöglichkeiten für das Virus geben aus Sicht der Experten Gründe für einen optimistischeren Ausblick.

Jedoch weist der IWF in seinem Ausblick auf eine ungewisse Ausgangslage für 2021 hin. Die Verteilung der Impfmittel findet global sehr unterschiedlich statt und nur eine gemeinsame Lösung könne die Spannungen aufheben. Auch das Auftreten von Mutationen des Covid-19 Virus und steigende Infektionszahlen sorgen für Schwierigkeiten, da unter Umständen Eindämmungsmaßnahmen trotz Impfstoff nicht weiter aufgehoben werden können.

Die Konjunktur in den Industrienationen dürfte um 4,3 % zulegen (2020: -4,9 %). Der IWF rechnet für die Eurozone mit einem Anstieg des BIP um 4,2 %. Deutschland soll um 3,5 % wachsen. Für die US-amerikanische Volkswirtschaft wird ein Anstieg des BIP um 5,1 % erwartet. In Japan ist 2021 mit einem Zuwachs von 3,1 % zu rechnen. Die konjunkturelle Dynamik in den Schwellen- und Entwicklungsländern gewinnt 2021 an Tempo. Der IWF erwartet für diese Ländergruppe ein Wachstum von 6,3 % (2020: -2,4 %). Das Wachstum in China wird sich 2021 deutlich steigern. Die Experten gehen trotz des Wachstums in 2020 von einem weiteren Anstieg des BIP um 8,1 % aus. Auch in Indien erwartet der IWF eine positive konjunkturelle Entwicklung mit einem Anstieg des BIP um 11,5 %. Aufgrund des Wachstums von 3,6 % dürfte sich die wirtschaftliche Lage in Brasilien wieder entspannen. Für Russland rechnen die Experten mit einem Anstieg des BIP um verhaltene 3,0 %.

[Quelle: International Monetary Fund (IMF) World Economic Outlook Update, Januar 2021]

Weltautomobilmarkt 2021 mit langsamer Verbesserung der Marktlage

Aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung und der Nachholeffekte wird in der Automobilbranche ein Wachstum für 2021 prognostiziert. Das Vorkrisenniveau wird trotzdem nur langsam wieder erreicht werden, so warnt der VDA.

Eine Ausnahme ist der chinesische Automobilmarkt. 2021 soll das Vorkrisenniveau mit einer Gesamtzahl von 21,4 Millionen Neuzulassungen und einem Plus von 8,0 % übertroffen werden. Nicht zuletzt die Hoffnung auf eine erfolgreiche Impfstrategie unterstützen positive Trendprognosen in den BRIC-Staaten. Auf dem europäischen Markt soll 2021 ein moderates Wachstum von 12,0 % erreicht werden (13,4 Millionen Neufahrzeuge). In den USA bleibt das Wachstum weiterhin relativ gering bei 9,0 % und 15,8 Millionen Neuzulassungen. Der japanische PKW-Absatz soll 2021 im Besonderen durch Nachholeffekte wachsen. Für den Weltmarkt ist ein Plus des Absatzvolumens von 9,0 % prognostiziert, dies entspricht 73,8 Millionen Neuzulassungen.

[Quelle: VDA Pressemeldung vom 19. Januar 2021 "Europäischer Pkw-Markt bricht 2020 um ein Viertel ein"]

Werkzeugmaschinenindustrie besonders stark von der Corona-Krise gezeichnet

Experten gehen nach den historisch starken Einbrüchen aus dem Vorjahr von einer Erholung in der Werkzeugmaschinenindustrie aus. Das weltweite Investitionsvolumen in den acht wichtigsten Abnehmerbranchen der Werkzeugmaschinenindustrie wird voraussichtlich einen Anstieg von 5,1 % im Jahr 2021 aufweisen können, so die Hochrechnungen von VDW/Oxford Economics. Den größten Zuwachs verzeichnet der europäische Raum mit einem Wachstum von 13,7 % für das Jahr 2021. Das Investitionsvolumen Amerikas soll im einstelligen Wachstumsbereich bei 6,2 % liegen. Für Asien wird das Investitionsvolumen 2021 um 4,5 % ansteigen und verzeichnet das geringste Wachstum. Trotz eines weiterhin schwierigen, durch die Pandemie geprägten Geschäftsjahres erwartet der VDW eine weltweite Absatzsteigerung an Werkzeugmaschinen von 17,7 % (EUR 64,7 Mrd). Mit einem Verbrauchszuwachs für Europa von 21,0 % ist mit deutlich positiveren Entwicklungen als im Vorjahr zu rechnen. Für Amerika wird mit einem Werkzeugmaschinenverbrauch von +19,9 % gerechnet. Asien weist mit einem Plus von 15,5 % ein etwas geringeres Wachstum auf, hier war der Rückgang im Vorjahr aber auch vergleichsweise gering. Die Erholungen erfolgen hauptsächlich aufgrund von Nachholeffekten.

Das Produktionsvolumen in der deutschen Werkzeugmaschinenbranche wächst nach Expertenmeinung des VDW/Oxford Economics 2021 um 8,0 %, wobei der Inlandsverbrauch 2021 um ganze 14,0 % wachsen soll. Die Auftragseingänge sollen Schätzungen zufolge dieses Jahr um 29,0 % steigen und damit deutlich über dem Vorjahresniveau liegen. Das Wachstum der Auftragseingänge ist besonders auf ausländische Aufträge zurückzuführen (+36,0 %). Die inländischen Auftragseingänge liegen mit einem Plus von 16,0 % deutlich unter den ausländischen Bestellungen.

[Quellen: VDW und Oxford Economics - Global Outlook Autumn 2020 und Appendix, 15. Oktober 2020]

Aussichten WVL 2021

Das stark dem Konjunkturzyklus unterliegende Mengengeschäft der Automobilindustrie ist für die WVL wenig relevant. Treiber des Werkzeug- und Vorrichtungsbaus sind vor allem Modellwechsel, Variantenvielfalt und Innovationen der OEM. Als Folge dieser Marktgegebenheiten hat die Geschäftsleitung der WVL durch eine Neustrukturierung des Geschäftsmodells und die Umsetzung von prozess- und marktorientierten Maßnahmen das Unternehmen neu ausgerichtet und den künftigen Zielmärkten angepasst. Parallel dazu wurde WVL als Marke bei den Kunden aufgebaut und etabliert. Gemeinsam mit der Schuler AG ergibt sich eine Vielzahl an Synergien, beispielsweise in den Bereichen des Marktzugangs und der Marktdurchdringung.

Die künftigen Zielmärkte werden weiterhin die Automobilindustrie sowie der Maschinenbau sein. Aus Sicht WVL sind diese Branchen jeweils grundsätzlich - d. h. ohne Berücksichtigung der gegenwärtigen unsicheren besonderen Einflüsse der Coronavirus-Pandemie - Wachstumsmärkte. Dies ist begründet durch wieder ansteigende Stückzahlen, neue Antriebskonzepte, Reduzierung des CO 2 -Flottenverbrauchs, wachsende Modellvielfalt, neuer Werkstoffe und Energieeffizienzklassen sowie weiterentwickelte Maschinenkonzepte.

WVL hat sich in diesen Branchen eine exzellente Positionierung als technologisch führender Werkzeug- und Vorrichtungsbauer höchster Qualität und Leistungsfähigkeit aufgebaut und steht als Entwicklungspartner namhaften OEMs und Tier-1 bzw. Tier-2-Zulieferern in definierten Verfahren und Teilespektren zur Seite. Gleichwohl genügt es dem Unternehmen nicht, das Erreichte als Maximum im täglichen Handeln anzusehen. Neue Geschäftsfelder in Form des Prototypenbaus und der Serienfertigung werden ausgebaut, um den beständig wechselnden Anforderungen der Kunden gerecht zu werden.

Eine Weiterentwicklung der Geschäftsstrategie in den nächsten Jahren umfasst den Ausbau des Leistungsangebotes auf den Produktlebenszyklus der Kunden sowie Prototypenentwicklung und Serienfertigung. Zudem ist ein systematischer Ausbau des Servicegeschäftes, auch international, geplant.

Die Unternehmensgröße und das Verfahrensportfolio erlauben es, marktbedingte zyklische Schwankungen zwischen den einzelnen Geschäftsfeldern auszugleichen. Ein weiterer Vorteil des Unternehmens liegt in der Nutzung von Synergien vor allem aus der zentralen Produktion und den hiermit verbundenen Auslastungsoptionen.

Die gesteigerte Exportquote von 2020 könnte aufgrund ungeklärter außenpolitischer Konflikte und der Reiserestriktionen durch die Corona-Pandemie wieder unter Druck geraten. Vor dem Hintergrund der Internationalisierung der Automobilindustrie beabsichtigt WVL das Exportgeschäft trotz der aufgeführten Beeinflussungsfaktoren auf dem Niveau des Vorjahres fortzuführen. Die Belebung der Konjunktur in 2021 hängt stark davon ab, inwieweit die Industrie von Lockdown-Maßnahmen verschont bleibt. Auf die Entwicklungen der Corona-Pandemie wird auch in 2021 zu achten sein. Bestätigen sich die positiven Prognosen des VDA für die Automobilindustrie und des VDW für den Maschinenbausektor kann auch die WVL davon positiv partizipieren. Die Binnennachfrage bildet einen großen Anteil am Umsatzvolumen der WVL. Auf dem heimischen Markt waren in der Vergangenheit gute Ergebnisse erzielbar und es wird angestrebt, dass dies auch zukünftig in diesem Maße möglich sein wird. Hierbei wird regelmäßig auf die weltweite bzw. im Zielland herrschende politische Lage zu achten sein.

Das Geschäftsjahr 2020 startete mit einem Auftragsbestand von TEUR 8.469 (i. Vj. TEUR 5.078. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 66,8 %. Dieses Volumen und der erwartete Auftragseingang lassen die verabschiedeten Ziele für die betriebliche Leistung und den Umsatz in 2021 realistisch erscheinen. Allein der Auftragsbestand trägt mit 65 % zur Umsatzzielerreichung bei. Es wird erwartet, dass der Auftragseingang des neuen Geschäftsjahres 2021 das Niveau des Vorjahres marginal unterschreiten wird. Unter Beachtung des Auftragsbestandes zum Beginn des Geschäftsjahres 2021, den erwartenden Auftragseingängen und den betriebsüblichen Durchlaufzeiten ergibt sich für das Geschäftsjahr 2021 eine Umsatzerwartung deutlich über Vorjahresniveau.

Im Ergebnis der gestiegenen Umsatzerwartung wird im Geschäftsjahr 2021 von einer deutlich höheren betrieblichen Leistung im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen. Die bereits in 2019 eingeleiteten und 2020 weiter umgesetzten Maßnahmen zur Kostensenkung werden die Ertragslage erheblich verbessern. In 2021 werden noch letzte Maßnahmen des Restrukturierungsprogramms umgesetzt, die aber nur geringen Einfluss auf die Ertragslage haben. Insgesamt wird von einem gegenüber 2020 deutlich verbesserten, wenngleich noch negativen Ergebnis vor Steuern ausgegangen.

Die im Geschäftsjahr 2021 geplanten Investitionen in Maschinen und technische Anlagen werden über entsprechende Finanzierungsformen mit der Konzernmutter abgesichert.

Das Geschäftsjahr 2021 wird geprägt sein durch eine deutlich bessere Auftragslage und der angepassten Kostenstruktur als Folge des größtenteils umgesetzten Restrukturierungsprogramms. Hieraus werden nachhaltig spürbare positive Ergebniseffekte resultieren. Weitere Aufwendungen von außergewöhnlicher Bedeutung für Strukturanpassungen sind gegenwärtig nicht geplant.

C Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Allgemein

WVL ist als international tätiges Unternehmen in verschiedenen Kernmärkten und Regionen tätig. Daraus ergeben sich zahlreiche Chancen, aber auch geschäftsspezifische Risiken. Ziel unseres unternehmerischen Handelns ist es, potenzielle Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren.

Die operativen Chancen und Risiken werden im Rahmen der monatlichen Berichterstattung und der quartalsweisen Prognose-(Forecast-)Erstellung erhoben. Dadurch ist frühzeitig ein Überblick über die Entwicklung von Auftragseingang, Auslastung und Fortschritt der Projekte gegeben. Durch einen strukturierten Projektcontrolling-Ansatz ist sichergestellt, das projektspezifische Risiken kontinuierlich überwacht und gesteuert werden.

Ein strukturierter Strategieprozess stellt die Nutzung von Chancen sicher. Die Ausrichtung des Unternehmens auf langfristige Entwicklungen im Markt-, Kunden- und Technologieumfeld erfolgt im Rahmen einer jährlich durchgeführten Mittelfristplanung. Hier werden die Auswirkungen der sich ergebenden Chancen und deren Nutzung für das Unternehmensergebnis prognostiziert.

Risiken werden vom Unternehmen darin gesehen, dass bei nachlassender Konjunktur der Preisdruck im Werkzeugbau ansteigen kann. Es sollte auch künftig mit einer Volatilität in der Auslastung von Fertigungsbereichen und damit einhergehenden nachlassenden Erträgen gerechnet werden. Mit Blick auf starken Margendruck, engen Terminstellungen und hohen kundenseitigen Erwartungen an die Vorfinanzierung von Aufträgen sind technologische und wirtschaftliche Lösungsansätze zu finden, die eine hohe Anpassungsbereitschaft an veränderte Marktbedingungen gewährleisten. Dies verlangt vom Unternehmen eine systematische interne Risiko- und Kostenoptimierung in Anlehnung an die jeweiligen Vertragsbedingungen.

Zur Begrenzung des Risikos von Forderungsausfällen erfolgt bereits in der Angebotsphase eine Bonitätsprüfung der Kunden. Zusätzlich begrenzt wird das Ausfallrisiko durch ein aktives Forderungsmanagement und dem Instrument der Warenkreditversicherung.

Um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben, sind permanente Produktinnovationen unerlässlich. Technische Neuerungen werden zum Teil durch Patente oder andere Schutzrechte geschützt.

Im Kundenbereich sind die europäischen OEMs direkt oder indirekt wichtige Geschäftspartner für WVL. Nachfragerückgänge bei einzelnen OEMs mit ggf. Ausstrahlungswirkung auf ihre Zulieferer könnten sich negativ auf WVL auswirken. Das Risiko ist bei sich leicht erholender Konjunktur als mittel einzuschätzen.

Die Geschäftsentwicklung von WVL hängt maßgeblich von der allgemeinen Wirtschaftslage, der konjunkturellen Entwicklung und dem Investitionsklima ab. Aufgrund der sehr hohen Abhängigkeit vom Automotive-Bereich spielen das Investitionsverhalten und die Entwicklung der Automobil- und Zulieferindustrie eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der WVL. Als global agierendes Unternehmen profitieren wir grundsätzlich vom Freihandel. Abschottungstendenzen, Handelskonflikte, der Brexit oder eine Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise stellen potenzielle Risiken dar und können sich negativ auf die Geschäfte im Heimatmarkt auswirken. Insgesamt ist das Branchenrisiko als mittel einzuschätzen.

Liquiditätssicherung

Zu den zentralen Aufgaben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gehört die Gewährleistung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit durch die Bereitstellung ausreichender Mittel und die Sicherung der Ertragskraft durch Steuerung der finanziellen Risiken.

Die Gesellschaft weist in erheblichem Umfang innerhalb des Prognosezeitraums fällige Verbindlichkeiten, insbesondere gegenüber verbundenen Unternehmen, auf. Möglich ist, dass im Prognosezeitraum Auswirkungen der Corona-Pandemie die Ertragsaussichten belasten. Eine mögliche sich daraus für den Prognosezeitraum ergebende Liquiditätslücke könnte die Gesellschaft nicht aus dem operativen Geschäft schließen. Sie ist vielmehr darauf angewiesen, dass die Schuler AG die bestehende Finanzierung auch künftig aufrechterhält. Zur Finanzierung ist die Gesellschaft in ein Cash Pooling eingebunden, wobei die Cash Pool Vereinbarung mit der Schuler AG, datierend vom 20. Dezember 2019, von jeder Vertragspartei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden kann. Diese Ereignisse und Gegebenheiten deuten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko darstellt. Die Höhe des Kreditrahmens ist mit der Schuler AG als Konzernobergesellschaft im Rahmen der Liquiditätsplanung/Disposition abzustimmen. Die Verzinsung erfolgt unter Drittvergleichsbetrachtung nach marktgerechten Zinssätzen. Die Cash Pool Vereinbarung findet auch auf die seitens der Schuler AG bereits vor Inkrafttreten der Vereinbarung zur Verfügung gestellten Kontokorrentkredite (zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 TEUR 10.500, i. Vj. TEUR 8.600) entsprechend Anwendung. Die Vereinbarung ist auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Auf der Grundlage dieser Cash Pool Vereinbarung und anhand einer durchgeführten Finanzplanung wurde mit der Schuler AG bis auf weiteres, aber mindestens bis 31. Mai 2022, ein Kreditrahmen (Cash-Pool Limit) in Höhe von TEUR 12.500 vereinbart. Das Cash-Pool Limit wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Eine absehbare Überschreitung ist seitens der WVL der Schuler AG anzuzeigen und ist genehmigungspflichtig.

Coronavirus-Pandemie

Das wirtschaftliche Umfeld wird derzeit durch das Coronavirus beeinflusst. Der Verlauf der Pandemie kann die Erholung der Weltwirtschaft erschweren, die globalen Finanzmärkte belasten und gegebenenfalls auch die wirtschaftliche Entwicklung von WVL beeinflussen. Der zu erwartende Impffortschritt in den Industrieländern lässt vermuten, dass sich die Risiken aus der Corona-Pandemie im Laufe des Jahres 2021 abnehmen. Durch Virusmutationen können aber neue Risiken entstehen. Insgesamt wird das Risiko der Corona-Pandemie für die Auftrags-, Liquiditäts- und Ertragssituation der WVL als mittel eingeschätzt.

Trotz der bestehenden Unsicherheiten in Bezug auf die Ertrags- und Liquiditätssituation der Gesellschaft durch die Coronavirus-Pandemie geht die Geschäftsführung aufgrund der bisher eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen sowie der Cash Pool Vereinbarung mit der Schuler AG weiterhin davon aus, dass die Unternehmensfortführung nicht gefährdet ist.

Die Geschäftsführung sieht derzeit keine weiteren Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft im Jahr 2021 gefährden könnten.

Aus der Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken leitet die Geschäftsführung die Erwartung ab, ein auftragsmäßig deutlich verbessertes Geschäftsjahr 2021 mit stark ansteigenden Ertragsaussichten zu haben.

 

St. Egidien, den 2. Juli 2021

Udo Binder, Geschäftsführer

Rüdiger Drewes, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2020

Aktiva

31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 66.649,00 99.781,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 86.147,00 152.796,00 119.298,00 219.079,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.863.775,90 1.975.169,90
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.017.992,00 2.508.906,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 216.784,89 4.098.552,79 448.999,89 4.933.075,79
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.700,00 4.700,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 659.707,51 548.684,54
3. Sonstige Ausleihungen 17,19 664.424,70 17,19 553.401,73
4.915.773,49 5.705.556,52
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.657.005,84 1.438.258,65
2. Unfertige Erzeugnisse 3.267.849,68 2.583.107,14
3. Fertige Erzeugnisse 1.066.032,60 944.477,05
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -1.313.803,40 4.677.084,72 -1.302.994,94 3.662.847,90
II. Forderungen und sonstige Vermögens gegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 780.515,64 1.982.749,71
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 22.204,92 3.929,38
3. Sonstige Vermögensgegenstände 127.281,28 930.001,84 47.777,64 2.034.456,73
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 601.978,10 539.731,89
6.209.064,66 6.237.036,52
C. Rechnungsabgrenzungsposten 60.017,68 48.855,62
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1.319.669,26 0,00
12.504.525,09 11.991.448,66

Passiva

31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100.000,00
II. Kapitalrücklage 12.808.395,20 12.808.395,20
III. Verlustvortrag -10.876.593,86 -8.434.648,49
IV. Jahresfehlbetrag -3.351.470,60 -2.441.945,37
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1.319.669,26 0,00
0,00 2.031.801,34
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 380.678,34 450.560,17
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 20.060,91 112.933,40
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 875.275,35 188.421,06
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 661.098,35 380.444,09
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 10.508.169,81 8.705.332,60
5. Sonstige Verbindlichkeiten 59.242,33 121.956,00
- davon aus Steuern EUR 58.332,76 (i. Vj. EUR 110.215,39) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 868,98 (i. Vj. EUR 843,98) -
12.123.846,75 9.509.087,15
12.504.525,09 11.991.448,66

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

2020 2019
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 10.485.352,44 15.880.387,44
2. Erhöhung (i. Vj. Verminderung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 806.298,09 -484.607,76
3. Sonstige betriebliche Erträge 49.058,00 11.340.708,53 51.881,01 15.447.660,69
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.080.773,14 2.761.919,50
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.316.084,04 3.396.857,18 2.119.220,96 4.881.140,46
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.316.625,71 7.478.953,59
b) Soziale Abgaben 1.200.345,79 7.516.971,50 1.450.603,09 8.929.556,68
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 993.063,47 1.092.685,65
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.685.757,87 2.887.845,05
14.592.650,02 17.791.227,84
-3.251.941,49 -2.343.567,15
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.368,13 1.806,67
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.963,65 (i. Vj. EUR 1.806,67) -
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 101.002,30 104.579,89
- davon an verbundene Unternehmen EUR 99.809,15 (i. Vj. EUR 81.855,94) -
-98.634,17 -102.773,22
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 894,94 -4.395,00
11. Ergebnis nach Steuern -3.351.470,60 -2.441.945,37
12. Jahresfehlbetrag -3.351.470,60 -2.441.945,37

Anhang für das Geschäftsjahr 2020

I. Allgemeine Angaben

Die WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH (im Folgenden auch "Gesellschaft" oder "WVL" genannt) hat ihren Sitz in St. Egidien und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Chemnitz (HRB 26251).

Dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 liegen die Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbHG zugrunde.

Die Gesellschaft erfüllt die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den Vorschriften der §§ 266 sowie 275 Abs. 2 HGB. Von größenabhängigen Erleichterungen wurde teilweise Gebrauch gemacht. Ergänzende Vorschriften des GmbHG werden berücksichtigt.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Soweit Angaben wahlweise in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gemacht werden können, erfolgen diese Angaben weitestgehend im Anhang.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Geschäftsjahres 2019 wurden weitestgehend unverändert beibehalten. Ausnahmen werden an der jeweiligen Stelle gesondert dargestellt.

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten, vermindert um lineare Abschreibungen, bewertet.

Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie notwendige Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu zählen die fertigungsbedingten Abschreibungen, anteilige Verwaltungskosten sowie die anteiligen Kosten des sozialen Bereichs. Fremdkapitalkosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von unter EUR 250,00 (i. Vj. EUR 250,00) werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und in der Anlagenentwicklung als Abgang gezeigt. Für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- und Herstellungskosten mehr als EUR 250,00 (i. Vj. EUR 250,00) und nicht mehr als EUR 1.000,00 betragen, findet im Zugangsjahr eine Gruppenbewertung statt. Diese Wirtschaftsgüter werden mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von fünf Jahren linear abgeschrieben.

Als Nutzungsdauer der Immateriellen Vermögensgegenstände und abnutzbaren Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens sind zugrunde gelegt:

Posten Abschreibungsdauer Jahre
Immaterielle Vermögensgegenstände 3 bis 10
Bauten 7 bis 15
Außenanlagen 8 bis 9
Technische Anlagen und Maschinen 2 bis 21
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 15

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten ausgewiesen.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Soweit erforderlich, sind Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgt.

Dem Wert der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen und der fertigen Erzeugnisse liegen die Herstellungskosten zugrunde. Diese umfassen neben dem Fertigungsmaterial, den Fertigungslöhnen und angemessenen Teilen der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie dem Werteverzehr des Anlagevermögens auch Kosten der allgemeinen Verwaltung, soweit sie auf die Herstellung entfallen. Erforderliche Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert wurden vorgenommen. Vom Bilanzwert der Vorräte werden die je Auftrag erhaltenen Anzahlungen offen abgesetzt.

Forderungen sind zu Nominalbeträgen, vermindert um eine angemessene Pauschalwertberichtigung auf die nicht einzelwertberichtigten Nettoforderungen und gegebenenfalls erforderliche Einzelwertberichtigungen, angesetzt. Der für die Pauschalwertberichtigung anzuwendende Prozentsatz ist an entsprechende Fälligkeiten gebunden und beträgt zwischen 0,33 % und 10,58 %. Bei einer objektiven Betrachtung von Kundenstruktur, Ausfallwahrscheinlichkeit und Kreditrisiko ergibt sich ein durchschnittlicher Prozentsatz von 1,00 % (i. Vj. 0,38 %) bei der Berechnung der Pauschalwertberichtigung.

Die sonstigen Vermögensgegenstände und flüssigen Mittel sind zu Nennwerten angesetzt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die einen Aufwand für das folgende Geschäftsjahr darstellen.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Die innerhalb der sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen Verpflichtungen für Dienstjubiläen werden nach den Vorschriften des § 253 Abs. 2 HGB unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Die Rückstellungsbewertung für Dienstjubiläen erfolgte auf der Grundlage eines durch einen Gutachter zum Zeitpunkt der Erstellung des Jubiläumsgutachtens geschätzten Rechnungszinses zum 31. Dezember 2020 von 1,61 % (i. Vj. 1,97 %, 31. Dezember 2019) für eine Restlaufzeit von 15 Jahren (durchschnittlicher Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre). Der von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2020 veröffentlichte Rechnungszins betrug 1,60 %. Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurden jeweils ein Entgelttrend sowie ein Trend der Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherungen von 2,00 % unterstellt.

Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Dabei werden zukünftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Zur Adaption auf sich stark verschlechternde wirtschaftliche Rahmenbedingungen wurde im Bereich der sonstigen Rückstellungen eine Rückstellung für Restrukturierungen gebildet. Grundlage bildet ein verabschiedetes Programm zur Absenkung der personellen Ressourcen. Die Rückstellungshöhe richtet sich nach individuell zu erwartenden Abfindungsregelungen. Die Abfindungshöhen wurden anhand von personenspezifischen Entgelthöhen multipliziert mit einem Faktor von 0,5 und den entsprechenden Betriebszugehörigkeiten bestimmt. Die Rückstellung hat eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Auf eine Abzinsung der Verpflichtungen wurde verzichtet.

Der Ansatz der Verbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Aktiva

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Jahr 2020 ist im Anlagenspiegel gemäß § 284 Abs. 3 HGB (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Gemäß § 285 Nr. 28 HGB bestehen ausschüttungsgesperrte Beträge i. S. d. § 268 Abs. 8 HGB durch die Inanspruchnahme des Wahlrechts nach § 248 Abs. 2 S. 1 HGB und den Ausweis der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 67.

Die Zugänge im Anlagevermögen betreffen im Wesentlichen nachträglich erhobene Grunderwerbssteuer (TEUR 61) aufgrund der Verschmelzung der WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH und der ATF Auer Teilefertigung GmbH zum 1. Januar 2018.

Die WVL ist an der Dabaki Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG mit Sitz in Mainz in Höhe von 94 % beteiligt. Das Festkapital der Dabaki Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG beträgt EUR 5.000,00. Der vorläufige Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2020 dieses Unternehmens beträgt EUR 1.643,56 (i. Vj. Jahresfehlbetrag EUR 981,40).

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen (TEUR 660) betreffen Mieterdarlehen.

Umlaufvermögen

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 22 (i. Vj. TEUR 4) betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen die Schuler Pressen GmbH und die Schuler AG. Alle Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

2. Passiva

Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt TEUR 100 (i. Vj. TEUR 100).

Die Kapitalrücklage ist mit TEUR 12.808 gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die Entwicklung der Verlustvortrages stellt sich wie folgt dar:

EUR
1. Januar 2020 -8.434.648,49
Jahresfehlbetrag 2019 -2.441.945,37
31. Dezember 2020 -10.876.593,86

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich aus Rückstellungen für Restrukturierungen (TEUR 229), Personalkosten (TEUR 41), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 40), Schwerbehindertenausgleichsabgabe (TEUR 24), für Jubiläumszahlungen (TEUR 23), Rückstellungen für Jahresabschluss-, Prüfungs- und Beratungskosten (TEUR 13), Beiträge zur Berufsgenossenschaft (TEUR 8) sowie Rückstellungen für Gewährleistung (TEUR 2) zusammen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind in der nachstehenden Übersicht, die auch die Restlaufzeiten enthält, dargestellt:

31.12.2020
Restlaufzeiten Gesamt
bis ein Jahr
TEUR
zwischen ein und fünf
Jahren TEUR
mehr als fünf Jahre
TEUR
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 20 0 0 20
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 875 0 0 875
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 661 0 0 661
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8 0 10.500 10.508
Sonstige Verbindlichkeiten 59 0 0 59
1.623 0 10.500 12.123
31.12.2019
Restlaufzeiten Gesamt
bis ein Jahr
TEUR
zwischen ein und fünf
Jahren TEUR
mehr als fünf Jahre
TEUR
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 93 20 0 113
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 188 0 0 188
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 381 0 0 381
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 105 0 8.600 8.705
Sonstige Verbindlichkeiten 122 0 0 122
889 20 8.600 9.509

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden unter Berücksichtigung der Darlehensprolongation nach Auslauf der Zinsbindungsfrist ermittelt. Planmäßige Tilgungen sind in die Berechnung der Salden eingeflossen. Die Verbindlichkeiten sind nicht besichert.

Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 10.508 (i. Vj. TEUR 8.705) handelt es sich Wesentlichen um die Bereitstellung von Kontokorrentkrediten der Schuler AG (TEUR 10.500; i. Vj. TEUR 8.600) ohne Laufzeitvereinbarungen. Es wird von einem voraussichtlichen Rückzahlungszeitpunkt größer fünf Jahren ausgegangen. Grundlage der in Anspruch genommenen Kontokorrentkredite ist eine Cash Pool Vereinbarung vom 20. Dezember 2020 mit der Schuler AG. Die Vereinbarung kann von jeder Vertragspartei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden.

Darüber hinaus werden in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen insbesondere Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer aus der umsatzsteuerlichen Organschaft mit der Gesellschafterin AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue, Aue (TEUR 5; i. Vj. TEUR 102) ausgewiesen.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Die Umsatzerlöse setzen sich nach Tätigkeitsbereichen wie folgt zusammen:

TEUR
Werkzeugbau 4.383
Vorrichtungsbau 3.531
Prototypenbau/Serienfertigung 2.137
Lohnfertigung 211
Sonstige 286
abzüglich
Erlösschmälerungen (aus Skonti, Boni und Reklamationen) -63
Gesamt 10.485

Von den Umsatzerlösen wurden TEUR 1.023 (i. Vj. TEUR 618) im Ausland erzielt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge (TEUR 49) enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 29, davon TEUR 16 aus Anlagenabgängen, TEUR 8 aus Eingängen von abgeschriebenen Forderungen und TEUR 5 aus der Auflösung von Rückstellungen.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 2.686) sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 10 enthalten.

Die im Jahresabschluss ausgewiesenen Zinserträge über TEUR 2 betreffen im Wesentlichen Zinserträge mit verbundenen Unternehmen.

Die im Jahresabschluss ausgewiesenen Zinsaufwendungen über TEUR 101 beinhalten mit TEUR 100 Zinsen für Betriebsmittellinien der Schuler AG.

V. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestehen nicht frei verfügbare Guthaben von TEUR 200 (i. Vj. TEUR 200).

Leasing beweglicher Wirtschaftsgüter

Zum Stichtag 31. Dezember 2020 bestanden Leasingverträge für insgesamt neun Kraftfahrzeuge und eine Maschine. Die jährlichen Leasingraten des Jahres 2020 belaufen sich auf insgesamt TEUR 91. Die Restschuld aus den Leasingverträgen zum 31. Dezember 2020 beträgt insgesamt TEUR 193.

Leasing unbeweglicher Wirtschaftsgüter

Zwischen der Gesellschaft und der Dabaki Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG besteht ein Immobilienleasingvertrag. Leasingobjekte sind die Produktions- und Verwaltungsgebäude sowie die Grundstücke am Standort Buchenstraße 15, 09356 St. Egidien. Die Mietzeit beträgt insgesamt 30 Jahre und ist unterteilt in zwei Mietperioden von jeweils 15 Jahren. Die jährliche Miete des Jahres 2020 beträgt TEUR 121 zuzüglich eines Verwaltungskostenbeitrages in Höhe von TEUR 30. Für die Restmietzeit ergibt sich demnach ein Gesamtbetrag von TEUR 1.455.

Die Leasingverbindlichkeiten für unbeweglichen Wirtschaftsgüter sind zum 31. Dezember 2020 in Höhe von TEUR 400 durch Höchstbetragsbürgschaften der AWEBA und in Höhe von TEUR 200 durch Verpfändung von Guthaben besichert. Für Leasingverbindlichkeiten beweglicher Wirtschaftsgüter besteht zudem seit dem 21. Januar 2016 eine selbstschuldnerische Bürgschaft gegenüber der GEFA Gesellschaft für Absatzfinanzierung, Wuppertal, über TEUR 114 der AWEBA.

Bestellungen

Zum 31. Dezember 2020 besteht ein Bestellobligo von TEUR 295.

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestehen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 nicht.

Konzernabschluss

Die WVL ist Enkelgesellschaft der ANDRITZ AG, Graz, Österreich, und wird in deren Konzernabschluss einbezogen. Mutterunternehmen i. S. v. § 285 Nr. 14 HGB ist die AWEBA Werkzeugbau GmbH, Aue. Die AWEBA Werkzeugbau GmbH, Aue, nebst ihren Tochtergesellschaften ist von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss zu erstellen, nach § 291 HGB befreit. Die ANDRITZ AG, Graz, Österreich, als oberstes Mutterunternehmen veröffentlicht den nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellten Konzernabschluss beim Firmenbuchgericht, Graz, und beim Bundesanzeiger, Berlin. Der Konzernabschluss ist zudem über die Homepage der ANDRITZ AG verfügbar (www. andritz. com).

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung bestand im Geschäftsjahr 2020 aus den Herren:

Udo Binder, Dipl.-Ing (TH), Endingen,

Rüdiger Drewes, Dipl.-Betriebswirt, Aue.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführer wird unter Hinweis

auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2020 einschließlich zwei Geschäftsführer durchschnittlich 158 Mitarbeiter (davon 107 Arbeiter und 51 Angestellte). Darüber hinaus begleitet die Gesellschaft die Ausbildung für durchschnittlich 14 Auszubildende und Studierende.

Abschlussprüferhonorar

Das zulasten des Geschäftsjahres verbuchte Honorar für den Abschlussprüfer beträgt insgesamt TEUR 26 und betrifft die Jahresabschlussprüfung.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den ausgewiesenen Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2020 in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2020 sind keine weiteren Ereignisse, die für die Beurteilung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der WVL von wesentlicher Bedeutung wären eingetreten.

Bestandsgefährdende Risiken

Hinsichtlich der Ereignisse und Gegebenheiten, die auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hindeuten, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann, wird auch auf die entsprechenden Darstellungen im Lagebericht unter Abschnitt C. "Chancen- und Risiken der künftigen Entwicklung" verwiesen.

 

St. Egidien, den 2. Juli 2021

Udo Binder, Geschäftsführer

Rüdiger Drewes, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2020
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 154.356,31 0,00 0,00 -17.765,00 136.591,31
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 651.322,28 0,00 0,00 17.765,00 669.087,28
805.678,59 0,00 0,00 0,00 805.678,59
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.360.605,13 60.734,00 0,00 0,00 2.421.339,13
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.758.868,56 10.774,00 297.999,91 0,00 7.471.642,65
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.247.900,13 23.304,47 35.357,61 0,00 2.235.846,99
12.367.373,82 94.812,47 333.357,52 0,00 12.128.828,77
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unter nehmen 4.700,00 0,00 0,00 0,00 4.700,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 548.684,54 133.134,24 22.111,27 0,00 659.707,51
3. Sonstige Ausleihungen 17,19 0,00 0,00 0,00 17,19
553.401,73 133.134,24 22.111,27 0,00 664.424,70
13.726.454,14 227.946,71 355.468,79 0,00 13.598.932,06
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2020
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 54.575,31 15.367,00 0,00 69.942,31
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 532.024,28 50.916,00 0,00 582.940,28
586.599,59 66.283,00 0,00 652.882,59
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 385.435,23 172.128,00 0,00 557.563,23
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.249.962,56 500.932,00 297.243,91 5.453.650,65
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.798.900,24 253.720,47 33.558,61 2.019.062,10
7.434.298,03 926.780,47 330.802,52 8.030.275,98
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unter nehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
8.020.897,62 993.063,47 330.802,52 8.683.158,57
Buchwerte
31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 66.649,00 99.781,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 86.147,00 119.298,00
152.796,00 219.079,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.863.775,90 1.975.169,90
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.017.992,00 2.508.906,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 216.784,89 448.999,89
4.098.552,79 4.933.075,79
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unter nehmen 4.700,00 4.700,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 659.707,51 548.684,54
3. Sonstige Ausleihungen 17,19 17,19
664.424,70 553.401,73
4.915.773,49 5.705.556,52

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH, St. Egidien

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH, St. Egidien, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben unter Abschnitt V. "Sonstige Angaben" im Anhang und auf die Angaben im Abschnitt C "Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung" im Lagebericht. Dort beschreiben die gesetzlichen Vertreter, dass die Gesellschaft in erheblichem Umfang innerhalb des Prognosezeitraums fällige Verbindlichkeiten, insbesondere gegenüber verbundenen Unternehmen, aufweist. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass im Prognosezeitraum die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Ertragsaussichten belasten. Die sich daraus für den Prognosezeitraum ergebende Liquiditätslücke kann die Gesellschaft nicht aus dem operativen Geschäft schließen. Sie ist vielmehr darauf angewiesen, dass die Schuler AG die bestehende Finanzierung auch künftig aufrechterhält. Zur Finanzierung ist die Gesellschaft in ein Cash Pooling eingebunden, wobei die Cash Pool Vereinbarung mit der Schuler AG von jeder Vertragspartei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden kann. Wie in Abschnitt V. "Sonstige Angaben" im Anhang und auf die Angaben im Abschnitt C. "Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung" des Lageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Dresden, den 16. Juli 2021

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Möller, Wirtschaftsprüfer

Kolditz, Wirtschaftsprüfer

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