vhw Immobilien - Service GmbH
Selbe AdresseVerwaltung von Wohngrundstücken, Wohngebäuden und Wohnungen für Dritte
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Afrotheti Claudia Ferentinos seit 17.10.2025 | Prokura |
Steve Meißner seit 23.7.2024 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
vhw care GmbHHamburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktivseite
Passivseite
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang zum 31. Dezember 2023der vhw care GmbH1 Allgemeine Angaben Die vhw care GmbH hat ihren Sitz in Hamburg und ist eingetragen in das Handelsregister B beim Amtsgericht Hamburg (HRB 103167). Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches und des GmbHG aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. 2 Erläuterungen zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Im Vergleich zum Vorjahr wurden keine Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen. Im Einzelnen wurden bei der Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt: 2.1 Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. 2.2 Die Technischen Anlagen und Maschinen werden über 5 bis 10 Jahre abgeschrieben. Für Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung liegt eine Nutzungsdauer zwischen 5 und 10 Jahren zugrunde. Für die geringwertigen Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten von 250,00 € (netto) bis 1.000,00 € (netto) wird ein Sammelposten gebildet, der über 5 Jahre abgeschrieben wird. 2.3 Die Finanzanlagen (Genossenschaftsanteile an der Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eG (vhw eG)) werden mit den Anschaffungskosten bilanziert. 2.4 Die Bilanzierung der Forderungen, sonstigen Vermögensgegenstände und Guthaben bei Kreditinstituten erfolgt zum Nennwert. Erkennbare Ausfallrisiken werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. 2.5 Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen nach Maßgabe des § 249 HGB. Die Bewertung erfolgte nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrags. Bei der Ermittlung des notwendigen Erfüllungsbetrages für die Jubiläumsrückstellung wurde der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzins der vergangenen 7 Jahre entsprechend der Laufzeit zugrunde gelegt. Die Veränderung der Abzinsungssätze in den Vergleichsjahren wurde im Zinsertrag erfasst. 2.6 Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. 3 Erläuterungen zur Bilanz 3.1 Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem folgenden Anlagengitter:
Die Zugänge bei den technischen Anlagen und Maschinen, sowie bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung entfallen ausschließlich auf die Tagespflege, sowie auf die Wohngruppen in Langenhorn. 3.2 Die Forderungen gegen Gesellschafterin betreffen wie im Vorjahr Forderungen aus der laufenden Verrechnung. Die weiteren Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 2.025,8 T€ (Vorjahr: 943,0 T€) bestehen gegen die vhw eG und betreffen Leistungen aus den zwischen den Gesellschaften geschlossenen Serviceverträgen. 3.3 Es bestehen keine Forderungen mit einer Restlaufzeit von über 1 Jahr. 3.4 in den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen in Höhe von 150,8 T€ gegen die Sozialversicherungsträger bilanziert, welche hauptsächlich auf Erstattungen der gezahlten Säumniszuschläge im Verfahren mit der Deutschen Rentenversicherung entfallen. 3.5 Im Geschäftsjahr wurde, durch Beschluss der Geschäftsführung vom 13.03.2024, der Verlustvortrag in Höhe von 2.846,8 T€ durch Entnahme aus der Kapitalrücklage ausgeglichen. 3.6 Die sonstigen Rückstellungen enthalten insbesondere eine Rückstellung für Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 357,0 T€ für von einer Personalagentur vermittelte freiberufliche Pflegekräfte. Bei der Vermittlungsagentur wurde durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) eine Betriebsprüfung durchgeführt. Die DRV ist der Auffassung, dass es sich bei den vermittelten Pflegekräften um abhängig Beschäftigte handelt und die Agentur daher Sozialversicherungsbeiträge für die Pflegekräfte hätte abführen müssen. Die Agentur ist der Auffassung, dass es sich um selbstständige Pflegekräfte handelt, für die sie keine Sozialversicherungsbeiträge hat abführen müssen. Zwischenzeitlich hat die Agentur Insolvenz angemeldet. Da der vhw care GmbH von dieser Agentur bis Mitte 2014 freiberufliche Pflegekräfte vermittelt wurden, nimmt die DRV die vhw care GmbH für die nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträge in eine Mit- bzw. Nachhaftung. Vor diesem Hintergrund wurde auf Grundlage der an die Agentur für die vermittelten Pflegekräfte bezahlten Honorare eine mögliche Beitragslast zur Sozialversicherung durch die die Gesellschaft vertretene Rechtsanwaltsgesellschaft berechnet und zurückgestellt. Darüber hinaus ist im Zusammenhang mit einer Betriebsprüfung der DRV bei der vhw care GmbH weiterhin eine Rückstellung in Höhe von 73,0 T€ für Sozialversicherungsbeträge für von verschiedenen Personalagenturen im ersten Halbjahr 2014 vermittelten freiberuflichen Pflegekräfte enthalten, da die Prüfung der DRV bis heute nicht abgeschlossen ist. Grund dafür ist, dass zwischen der DRV und der Gesellschaft weiterhin keine Einigkeit hinsichtlich der Beurteilung der Beschäftigungsverhältnisse und in diesem Zusammenhang der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen besteht. Nach Auffassung der DRV sind die vermittelten Pflegekräfte als abhängig Beschäftigte anzusehen und entsprechend wären Sozialversicherungsbeiträge von der Gesellschaft abzuführen. Dagegen vertritt die Gesellschaft die Ansicht, dass die vermittelten Pflegekräfte selbstständig tätig waren und die Gesellschaft somit keine Sozialversicherungsbeiträge abzuführen hat. Weiterhin sind in den sonstigen Rückstellungen Urlaubsrückstellungen in Höhe von 142,1 T€ (Vorjahr: 90,5 T€) enthalten. 3.7 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der vhw Ambulanter Dienst GmbH in Höhe von 267,7 T€ (Vorjahr: 128,9 T€). Zwischen den Unternehmen der genossenschaftlichen Unternehmensgruppe der vhw, bestehend aus der vhw eG, der vhw Immobilien e.G. & Co. KG, der vhw care GmbH, der vhw cook GmbH, der vhw Ambulanter Dienst GmbH, der vhw Immobilien - Service GmbH, der vhw Verwaltungs GmbH und der vhw Beteiligungs GmbH, wurde eine Cash-Management-Vereinbarung geschlossen, nach der sich die Unternehmen untereinander Liquidität zur Verfügung stellen. Danach ergeben sich für die Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 Verbindlichkeiten gegenüber der vhw Beteiligungs GmbH aus dem Cash-Management in Höhe von 903,1 T€ (Vorjahr Forderungen: 571,9 T€). 3.8 Es bestehen nur Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von bis zu 1 Jahr. Die Verbindlichkeiten sind nicht gesichert. 3.9 Verbindlichkeiten, die erst nach dem Bilanzstichtag rechtlich entstehen, bestehen wie im Vorjahr nicht. 4 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 4.1 Die Umsatzerlöse haben sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die aufgrund der geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen im Pflegebereich gestiegenen Personalkosten (12.510,4 T€; Vorjahr: 11.472,8 T€). 4.2 In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden insbesondere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 116,4 T€ (Vorjahr: 35,3 T€), sowie Erstattungen aus Lohnfortzahlungen in Höhe von 65,9 T€ (Vorjahr: 105,7 T€) ausgewiesen. 4.3 Aufgrund des am 29. Mai 2017 mit der vhw Verwaltungs GmbH mit Wirkung zum 1. Januar 2017 geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages (Handelsregistereintragung am 2. Juni 2017) fallen keine laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag an. 5 Vorgänge von besonderer Bedeutung Ab dem Geschäftsjahr 2024 wird die Gesellschaft die Pflege - und Betreuungsdienstleistungen, die bisher lediglich im Rahmen der Personalgestellung für die vhw eG geleistet wurde, als Träger unter eigenem Namen und für eigene Rechnung erbringen. Maßgeblich für diese Änderung ist eine nach über 30 Jahren mehr als überraschende steuerlich andere Qualifizierung des Betriebs von Pflegeeinrichtungen im Rahmen einer Betriebsprüfung bei der vhw eG. Die Einrichtungsgegenstände für den Betrieb der Seniorenwohnanlagen und -residenzen wurden zum 01.01.2024 in Höhe von 563,0 T€ mittels Sacheinlage in die Gesellschaft eingebracht. 6 Sonstige Angaben 6.1 Die Zahl der im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:
(in Klammern: davon Teilzeitbeschäftigte) 6.2 Zum 31. Oktober 2016 hatte die vhw care GmbH ihre Pensionsverpflichtungen mit einem Verkehrswert von 9.757,5 T€ im Wege eines Schuldbeitritts mit Erfüllungsübernahme im Innenverhältnis auf die vhw Verwaltungs GmbH übertragen (gesamtschuldnerische Haftung). 6.3 Die vhw Verwaltungs GmbH in Hamburg, Hohenfelder Allee 2, 22087 Hamburg, ist alleinige Gesellschafterin der vhw care GmbH. 6.4 Mitglieder der Geschäftsführung: Annika Kleine, Kauffrau, Hamburg (ab 16.06.2023) Rainer Quasnitza, Kaufmann, Hamburg Martin Thoß, Kaufmann, Lüneburg (bis 31.12.2023) 6.5 Die Geschäftsführung schlägt unter Beachtung des Ergebnisabführungsvertrages vor den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von 163.471,35 € mit dem Verlustvortrag zu verrechnen und den, nach der Entnahme aus der Kapitalrücklage, verbleibenden Bilanzverlust in Höhe von 0,00 € festzustellen.
Hamburg, den 13. März 2024 vhw care GmbH Geschäftsführung Annika Kleine Rainer Quasnitza Lagebericht 2023der vhw care GmbH1 Allgemeine wirtschaftliche Lage 1.1 Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam 2023 nach bisher vorliegenden Zahlen in einem nach wie vor durch den Ukraine Krieg, den Krieg der HAMAS gegen Israel und zunehmende geopolitische Spannungen krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2023 um 0,3 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Nach wie vor lasten hohe Preise in allen Wirtschaftsstufen auf der Konjunktur. Seit Gründung der Bundesrepublik ist es das 9. Mal, dass das reale BIP im Jahresschnitt gesunken ist. Laut Destatis war die Rezession 2023 breit basiert. Der private Konsum sank in Folge der hohen Inflation (5,9 %) um 0,8 %, obgleich die Kaufkraft der Haushalte nach den vorläufigen Angaben 2023 nicht weiter gesunken ist. Die verfügbaren Einkommen stiegen 2023 ebenfalls um 5,9 %. 1.2 Diese Entwicklungen belasten auch die Betreiber von Senioreneinrichtungen sowie deren Bewohner. Dabei steht der Markt für Seniorenwohnen und -pflege bereits seit Jahren aufgrund spezifischer Schwierigkeiten vor besonderen Herausforderungen. Diese haben sich durch die Corona-Pandemie sowohl aus personeller als auch aus wirtschaftlicher Sicht weiter verschärft. Zudem kommen neben den allgemeinen Kostensteigerungen die Ausweitung der gesetzlichen Regulatorik und eine restriktive Position der staatlichen Akteure hinsichtlich der sich ergebenden Kostensteigerungen hinzu, die die ganze Branche nachhaltig belasten. 1.3.1 Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland erhöht sich zunehmend. Bis zum Jahresende 2021 ist sie bereits auf 4,96 Mio. angestiegen und hat sich damit gegenüber der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt. Bei der starken Zunahme der Pflegebedürftigen zeigen sich weiterhin Effekte durch die Einführung des weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriffs zum 1. Januar 2017. Seither werden mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft als zuvor. Die Zunahme von Pflegebedürftigkeit spiegelt sich dabei vor allem in einer kontinuierlich steigenden gesamtgesellschaftlichen Pflegequote wider. Lag sie im Jahr 2001 noch bei 2,5 Prozent, beläuft sie sich in 2023 auf gut 6 Prozent. Etwa ein Drittel der Pflegebedürftigen ist hochbetagt und der Frauenanteil überwiegt. Rund vier von fünf Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause versorgt. Meist erfolgt die Pflege durch Angehörige, unterstützt durch ambulante Pflegedienste. Bewohner in Pflegeheimen machen rund ein Fünftel der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland aus. Laut Prognose des Statistischen Bundesamts wird die Zahl Pflegebedürftiger auch künftig weiter steigen. Bis zum Jahr 2050 prognostizieren die Experten einen Anstieg auf deutschlandweit 7,2 Mio. pflegebedürftige Menschen. Ursache hierfür ist vor allem die stetig wachsende Zahl älterer Menschen infolge einer besser werdenden medizinischen Versorgung. Der überwiegende Anteil der Pflegebedürftigen ist älter als 60 Jahre. Die Pflegequote steigt von rund 17 Prozent in der Altersgruppe der über 75-Jährigen auf rund 81 Prozent bei den über 90-Jährigen. 1.3.2 Mit der Zahl der Pflegebedürftigen wächst der Bedarf an Pflegedienstleistungen, so dass auch der Bedarf an Pflegepersonal und Pflegefachkräfte größer wird. Das Angebot stellt sich hier jedoch bereits seit Jahren als zu gering dar. Stellenangebote für examinierte Altenpflegefachkräfte sind im Bundesdurchschnitt 212 Tage unbesetzt. Auf 100 gemeldete Stellen kommen rechnerisch lediglich 33 Arbeitslose. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln könnten in Deutschland in der stationären Versorgung bis zum Jahr 2035 rund 307.000 Pflegekräfte fehlen. Die Versorgungslücke insgesamt könnte sich bis zu diesem Jahr auf insgesamt knapp 500.000 Fachkräfte vergrößern. 1.3.3 Während der Corona-Pandemie hat sich der Mangel an Pflegekräften weiter verschärft. Von besonderer Tragweite hat sich beim Pflegepersonal die staatlich verordnete einrichtungsbezogene Impfpflicht erwiesen. Die angespannte Personalsituation hat sich dadurch noch einmal verschärft, da sich einige Pflegekräfte gegen eine Impfung entschieden hatten und dauerhaft den Beruf aufgegeben haben. Darüber hinaus haben auch Pflegekräfte, die ohnehin unter sehr schwierigen Arbeitsbedingungen ihrer Tätigkeit nachgehen, als Reaktion auf diese Verordnung ihren Beruf aufgegeben und sind in andere Bereiche gewechselt. Im Zusammenhang mit der mehr als angespannten Personalsituation in der Pflege hat der Staat mit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht der Branche einen Bärendienst erwiesen, und das zu einem Zeitpunkt, in dem wissenschaftlich erwiesen war, dass die Impfung eine Übertragung des Virus nicht verhindert und damit keine zusätzliche Gefahr für die Pflegebedürftigen durch nicht geimpfte Pflegekräfte ausging. Unabhängig davon binden die zunehmende Bürokratie, umfassende Dokumentationsvorschriften und diverse externe Prüfungen enorme personelle Ressourcen, die am Ende nicht mehr für die Betreuung und Pflege der Menschen zur Verfügung stehen. 1.3.4 Die Betreiber von Seniorenpflegeeinrichtungen leiden neben dem Fachkräftemangel unter hohen Kostensteigerungen, insbesondere bei Energie sowie Sach- und Lebensmitteln. Einen zusätzlichen Kostendruck lösen zudem die stark gestiegenen Personalkosten nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) zum 01.09.2022 aus. Obwohl die Sozialgesetzgebung ein Kostenerstattungsprinzip, insbesondere für die Personalkosten in tariflicher Höhe, vorsieht, gelingt es den meisten Betreibern im Rahmen der Verhandlungen mit den Kostenträgern nicht, vollständig ihre Kosten in den Pflegeentgelten unterzubringen und stellt sie damit vor große wirtschaftliche Herausforderungen. Neben den Betreibern sehen sich entsprechend auch die Bewohner von Seniorenpflegeeinrichtungen durch die staatlichen Maßnahmen und weitere wirtschaftliche Rahmenbedingungen mit sehr hohen Kostensteigerungen konfrontiert. Bereits in den letzten Jahren lagen die Steigerungen der Kostensätze für die Pflege mit etwa 8 bis 10 Prozent deutlich über den Rentenanpassungen. Die massiven Kostensteigerungen werden dafür sorgen, dass die Anzahl der Sozialhilfeempfänger weiter ansteigen wird, da sich mehr Menschen Pflege nicht mehr leisten können. Dies wird die Kommunen stark belasten, denn dort sind die Sozialhilfeempfänger angesiedelt. Aktuell liegt der Anteil der Sozialhilfeempfänger bei 40 Prozent - Tendenz steigend. Damit geht eine zunehmend restriktive Position der staatlichen Akteure in Hamburg einher, wenn es darum geht, inflations - oder regulatorische bedingte Kostensteigerungen in der Refinanzierung der Kostensätze sachgerecht abzubilden. Die Bundesregierung ist daher nach wie vor dringend angehalten, mittelfristig eine umfassende Pflegereform einzuleiten, die gleichzeitig Qualität und Bezahlbarkeit von Pflege für alle Seiten sicherstellt. 2 Geschäftsgrundlagen und Geschäftsverlauf 2.1 Geschäftsgrundlagen Gegenstand der vhw care GmbH ist die Pflege von Menschen sowie alle damit im Zusammenhang stehenden oder diesem Zweck dienenden Geschäfte. Die Gesellschaft führt auf dieser Grundlage im Wesentlichen die Pflege- und Betreuungsdienstleistungen für die Bewohner der Seniorenwohnanlagen und -residenzen der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eG (vhw eG) durch. Grundlage hierfür sind zwei Serviceverträge, in denen der Leistungsumfang und die Vergütung geregelt sind. Diese Serviceverträge enden für die stationären Pflegebereich mit dem 31.12.2023. Ab dem Geschäftsjahr 2024 wird die Gesellschaft diese Pflege - und Betreuungsdienstleistungen als Träger unter eigenem Namen und für eigene Rechnung erbringen. Maßgeblich für diese Änderung ist eine nach über 30 Jahren mehr als überraschende steuerlich andere Qualifizierung des Betriebs von Pflegeeinrichtungen im Rahmen einer Betriebsprüfung bei der vhw eG. Darüber hinaus betreibt die Gesellschaft seit November 2023 eine Einrichtung der Tagespflege in der Seniorenwohnanlage Langenhorn. 2.2 Geschäftsverlauf 2.2.1 Unter Berücksichtigung der allgemeinen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist der betriebsgewöhnliche Geschäftsverlauf der vhw care GmbH für das Jahr 2023 insgesamt als zufriedenstellend zu bezeichnen. 2.2.2 Die Gesellschaft hat im Jahr 2020 in den sonstigen Rückstellungen eine Rückstellung für Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 357,0 T€ für von einer Personalagentur vermittelte freiberufliche Pflegekräfte gebildet. Bei der Vermittlungsagentur wurde durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) eine Betriebsprüfung durchgeführt. Die DRV ist der Auffassung, dass es sich bei den vermittelten Pflegekräften um abhängig Beschäftigte handelt und die Agentur daher Sozialversicherungsbeiträge für die Pflegekräfte hätte abführen müssen. Die Agentur ist der Auffassung, dass es sich um selbstständige Pflegekräfte handelt, für die sie keine Sozialversicherungsbeiträge hat abführen müssen. Zwischenzeitlich hat die Agentur Insolvenz angemeldet. Da der vhw care GmbH von dieser Agentur bis Mitte 2014 freiberufliche Pflegekräfte vermittelt wurden, nimmt die DRV die vhw care GmbH für die nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträge in eine Mit- bzw. Nachhaftung. Vor diesem Hintergrund wurde auf Grundlage der an die Agentur für die vermittelten Pflegekräfte bezahlten Honorare eine mögliche Beitragslast zur Sozialversicherung durch die die Gesellschaft vertretene Rechtsanwaltsgesellschaft berechnet und zurückgestellt. Da in diesem Fall neben der vhw care GmbH auch andere Betreiber von Pflegeeinrichtungen betroffen sind, dauert die Klärung der DRV weiterhin an. 3 Wirtschaftliche Lage 3.1 Ertragslage 3.1.1 Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr von 12.269,1 T€ auf 13.691,3 T€ gestiegen. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Pflegebereich auf 12.510,4 T€ gestiegenen Personalkosten (Vorjahr: 11.427,8 T€), welche vertragsgemäß weiterberechnet wurden. 3.1.2 Aufgrund des am 29. Mai 2017 mit der vhw Verwaltungs GmbH mit Wirkung zum 1. Januar 2017 geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages (Handelsregistereintragung am 2. Juni 2017) fallen keine laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag an. 3.1.3 Der im Geschäftsjahr 2022 ausgewiesene Verlustvortrag steht im Zusammenhang mit dem im Rahmen der Übertragung der Pensionsverpflichtungen entstandenen Einmalaufwand im Jahr 2016. Mit der für das Geschäftsjahr 2024 geplanten Übernahme der Trägereigenschaft für den Betrieb der stationären Pflege, die naturgemäß neue Chancen, aber auch Risiken mit sich bringt, ist dieser Verlustvortrag im Wesentlichen durch Entnahme aus der Kapitalrücklage ausgeglichen worden. 3.1.4 Insgesamt hat die Gesellschaft einen Jahresüberschuss in Höhe von 163,5 T€ erwirtschaftet, der zum weiteren Verlustausgleich zu verwenden ist. 3.2 Vermögenslage 3.2.1 Der Vermögensaufbau und die Kapitalstruktur stellen sich per 31. Dezember 2023 im Vergleich zum Vorjahr wie in Abbildung 1 aufgezeigt dar.
(Abb. 1) 3.2.2 Die technischen Anlagen und Maschinen sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung entfallen auf eine Wohneinrichtung für Senioren-Wohngruppen, mit der die Gesellschaft in 2024 an den Markt gehen wird, sowie die im Oktober 2023 eröffnete und durch die Gesellschaft betriebene Tagespflege jeweils in der Seniorenwohnanlage Langenhorn. 3.2.3 Im langfristigen Bereich der Aktivseite werden unter den Anteilen an verbundenen Unternehmen die Anteile an der vhw eG ausgewiesen. 3.2.4 Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten insbesondere Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 2.034,3 T€ (Vorjahr: 1.523,8 T€) und beziehen sich mit 2.025,8 T€ (Vorjahr: 943,0 T€) auf die mit der vhw eG geschlossenen Serviceverträge. 3.2.5 Im langfristigen Bereich der Passivseite hat sich das Eigenkapital um den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von 163,6 T€ erhöht. Gemäß Gesellschafterbeschluss vom 13. März 2024 wurde der Verlustvortrag in Höhe von 2.846,8 T€ durch Entnahme aus der Kapitalrücklage verrechnet. 3.2.6 Unter der Position Langfristige Rückstellungen werden zum 31. Dezember 2023 wie im Vorjahr die Jubiläumsrückstellungen und die Rückstellung für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen ausgewiesen. 3.2.7 Im kurzfristigen Bereich haben sich insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöht. Zwischen den Unternehmen der genossenschaftlichen Unternehmensgruppe der vhw, bestehend aus der vhw eG, der vhw Immobilien e.G. & Co. KG, der vhw care GmbH, der vhw cook GmbH, der vhw Ambulanter Dienst GmbH, der vhw Immobilien - Service GmbH, der vhw Verwaltungs GmbH und der vhw Beteiligungs GmbH, wurde eine Cash-Management-Vereinbarung geschlossen, nach der sich die Unternehmen untereinander Liquidität zur Verfügung stellen. Danach ergeben sich für die Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 Verbindlichkeiten aus dem Cash-Management gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 901,3 T€ (Vorjahr: Forderungen 570,1 T€). 3.3 Finanzlage 3.3.1 Die Entwicklung des Finanzmittelfonds ist in der nachfolgenden Kapitalflussrechnung (Abbildung 2) dargestellt. Die Gesellschaft konnte hiernach ihre finanziellen Verpflichtungen im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit fristgerecht erfüllen. Nach der mittelfristigen Wirtschafts- und Finanzplanung wird die Gesellschaft auch künftig ihre finanziellen Verpflichtungen jederzeit fristgerecht erfüllen können.
4 Personalwesen 4.1 Die Zahl der durchschnittlich Beschäftigten hat sich im Vergleich zum Vorjahr, wie in Abbildung 3 dargestellt, wie folgt entwickelt:
(in Klammern: davon Teilzeitbeschäftigte) (Abb.3) 4.2 Mit durchschnittlich 354 Mitarbeitern im Jahresverlauf 2023 ist der Personalbestand im Vergleich zum Vorjahr um 42 Mitarbeiter angestiegen (+13,5%). 4.3 Zur Sicherung unseres Qualitätsanspruchs setzen wir auf eine nachhaltige Qualifizierung der in unserer Gesellschaft beschäftigten Mitarbeiter. Dabei orientieren sich sowohl die internen als auch die externen Weiterbildungsmaßnahmen an den gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie an den Anforderungen der täglichen Arbeit, um für die Bewohner der Senioreneinrichtungen einen hohen Dienstleistungsstandard zu sichern. 5 Chancen- und Risikobericht 5.1 Die vhw care GmbH ist in das Risikomanagementsystem der vhw eG eingebunden und wird hierüber kontinuierlich gesteuert und überwacht. 5.2 Risiken, die den Bestand der Gesellschaft gefährden oder einen entwicklungsbeeinträchtigenden Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind hiernach derzeit nicht erkennbar. 5.3 Die wesentlichen Chancen und Risiken, die erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können, werden nachfolgend aufgezeigt. 5.4 Die Gesellschaft wird ab dem 1.1.2024 als Träger das bisherige Angebot der stationären Pflege der vhw eG in den Seniorenwohnanlagen Lokstedt, Neuwiedenthal, Walddörfer und Kiefhörn sowie in der Seniorenresidenz Neugraben fortführen. Chancen und Risiken des Betriebes dieser Einrichtungen liegen nunmehr nicht mehr bei der vhw eG, sondern bei der Gesellschaft. Da die bisherigen Mitarbeiter und Teams schon für die vhw eG diese Chancen und Risiken eines Betriebes operativ gesteuert und verantwortet haben, erscheint das unternehmerische Risiko des Wechsels der Trägerschaft beherrschbar. Zudem wird mittels einer Sacheinlage der betrieblichen Einrichtungsgegenstände von 563 T€ die Kapitalbasis der Gesellschaft in 2024 deutlich gestärkt. 5.5 Daneben betreibt die Gesellschaft in der Seniorenwohnanlage Langenhorn seit November 2023 eine Einrichtung der Tagespflege und wird ergänzend dazu im Jahr 2024 dort mit einer Wohneinrichtung für Senioren - Wohngruppen mit insgesamt 4 Gruppen und jeweils 12 Plätzen sowie einem eigenen Ambulanten Dienst ein modernes, eigenständiges Angebot auf den Markt bringen. Angesichts der demographischen Schichtung und des geringen Angebotes in Langenhorn und der angrenzenden Stadt Norderstedt in Schleswig-Holstein erwarten wir für diese Kombination in Verbindung mit den 119 Servicewohnungen eine sehr gute Nachfrage und deutlich mehr Chancen als Risiken. 5.6 Schwierig bleibt vor dem Hintergrund des Pflegefachkräftemangels weiterhin die Beschaffung von qualifiziertem Personal. Dieser Situation begegnen wir mit umfassenden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie einer leistungsgerechten Vergütung. 6 Prognosebericht 6.1 Der Krieg in der Ukraine und zwischen der HAMAS und Israel, die relativ schwache Entwicklung der Weltwirtschaft, anhaltend hohe Energiepreise und Inflation sowie die sich ausweitenden regulatorischen Eingriffe der Bundesregierung belasten die deutsche Konjunktur weiterhin negativ. Von einem signifikanten wirtschaftlichen Aufschwung ist daher im Jahr 2024 nicht auszugehen. 6.2 Auch die Bundesregierung erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozent zulegt, wie aus dem Jahreswirtschaftsbericht hervorgeht. 6.3 Diese Entwicklungen und der Fachkräftemangel machen sich nach wie vor deutlich in der Pflegebranche bemerkbar. Neben den steigenden Personalkosten aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Tarifbindungen schlagen wirtschaftlich insbesondere die hohen Energie- und Lebensmittelpreise zu Buche. Entscheidend wird in dieser Situation für die Betreiber und Bewohner von Seniorenpflegeeinrichtungen die Refinanzierung durch die Kostenträger sein. Insoweit bleibt wiederum abzuwarten, wie sich diese in den nächsten Verhandlungsrunden für die Pflegeentgelte verhalten und welche Kosten sie für die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen für angemessen halten. Eine zunehmende restriktive Position der staatlichen Akteure ist aber zu befürchten. 6.4 Der Pflegemarkt ist trotz dieser Schwierigkeiten aufgrund der steigenden Anzahl an Pflegebedürftigen in Deutschland weiterhin ein Wachstumsmarkt mit immer noch einer Vielzahl an Betreibern von Senioreneinrichtungen. Allerdings scheiden zurzeit aufgrund von Insolvenzen zahlreiche Wettbewerber aus diesem Markt aus, so dass zumindest in Hamburg die Nachfrage nach Pflegeangeboten größer als das Angebot ist. Dies bedeutet zunächst aber nur, dass der Wettbewerbsdruck nach wie vor bedeutend sein wird, aber abnimmt. 6.5 Vor diesem Hintergrund werden wir uns auch weiterhin für die Finanzier- und Bezahlbarkeit einer qualitativ hochwertigen Pflege engagieren und gehen dabei von einer starken Unterstützung durch die Pflegeverbände aus. 6.6 Vor diesem Hintergrund muss aufgrund des wachsenden Fachkräftemangels auch zukünftig besonderen Wert auf eine ausreichende und gute Ausbildung von Pflegekräften sowie deren Weiterqualifizierung gelegt werden. 6.7 Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen erwarten wir aufgrund unseres hohen Dienstleistungsstandards, des zeitgemäßen Angebotes und der guten Nachfrage für das Geschäftsjahr 2024 einen positiven Geschäftsverlauf und ein positives Jahresergebnis in Höhe von rund 433,0 T€. Allerdings ist der Geschäftsverlauf weiterhin den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und im Nahem Osten sowie der restriktiven Verhandlungspositionen staatlicher Akteure in Hamburg, betreffend die Finanzierung der Seniorenpflege, Unwägbarkeiten ausgesetzt, wodurch keine abschließende Aussage zum Gesamtergebnis gemacht werden kann.
Hamburg, den 13. März 2024 vhw care GmbH Geschäftsführung Rainer Quasnitza Annika Kleine |
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