EURO PLANT TRAY eG
Stammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Dirk Philippus van der Eijk seit 26.9.2024 | Vorstandsmitglied |
Felix Thun-Hohenstein seit 26.9.2024 | Vorstandsmitglied |
Rupert Fey seit 21.9.2023 | Vorstandsmitglied |
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
EURO PLANT TRAY eGBerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Sitz: Berlin Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg Registernummer: GnR 987 B Bestandteile Jahresabschluss 1. Bilanz 2. Gewinn- und Verlustrechnung 3. Anhang 4. Lagebericht 1. Bilanz zum 31.12.23Aktivseite
Passivseite
2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.23 bis 31.12.23
19.03.2024 Rupert Fey Flora Späth Thomas Berthold Vorstände AnhangAllgemeine Angaben zum Jahresabschluss Der Jahresabschluss der EURO PLANT TRAY eG mit Sitz in Berlin und eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg im Genossenschaftsregister unter der Nummer GnR 987 B für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr: Rumpfgeschäftsjahr vom 23. August 2022 bis zum 31. Dezember 2022) wurde nach den handelsrechtlichen Vorschriften für große Kapitalgesellschaften sowie den einschlägigen Vorschriften des Genossenschaftsgesetzes erstellt. Die Gesellschaft wurde mit Gesellschaftervertrag vom 23. August 2022 gegründet. Die Eintragung als Genossenschaft erfolgte mit Datum vom 17. Februar 2023. Die Genossenschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer kleinen Kapitalgesellschaft nach §§ 267, 267a HGB auf. Die größenabhängigen Erleichterungen nach § 288 Abs. 1 HGB wurden nicht in Anspruch genommen. Die Bilanz wurde nach den Gliederungsvorschriften des § 266 HGB aufgestellt. Sofern im Interesse einer besseren Übersichtlichkeit in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten gemäß § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB zusammengefasst sind, werden diese Posten im Anhang gesondert aufgeführt und erläutert. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Bilanzierung und Bewertung erfolgten unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt: Das Finanzanlagevermögen wird mit den Anschaffungskosten, vermindert um voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen, angesetzt. Das sonstige Anlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der branchenüblichen Nutzungsdauer und in steuerlich zulässiger Höhe. Die Abschreibungen erfolgen linear ab dem Zeitpunkt der Betriebsbereitschaft der erworbenen Güter des Anlagevermögens. Bei den Zugängen von beweglichen Anlagegegenständen wird grundsätzlich die Abschreibung pro rata temporis verrechnet. Die flüssigen Mittel wurden in allen Fällen mit dem Nennwert angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Möglichen Forderungsausfällen wird durch die Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle weiteren bilanzierungspflichtigen Risiken und ungewissen Verpflichtungen, die bis zum Anschlussstichtag entstanden sind und bis zum Tag der Bilanzerstellung erkennbar waren. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrags bemessen. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Angaben zur Bilanz Immaterielle Vermögenswerte Gegenstand der Gesellschaft ist die Entwicklung und Einführung eines europäischen Mehrweg- Pflanzentraysystems. Unter den immateriellen Vermögenswerten sind von der Floritray GmbH, Geldern-Lüllingen erworbene Gebrauchsmuster und Designs ausgewiesen. Diese dienen der Produktion von Mehrwegtrays, die - nach der Erstellung entsprechender Spritzgussformen - ab Mitte 2024 erfolgen soll. Da zum Stichtag die Erstellung der notwendigen Spritzgussformen noch ausstand, erfolgte im Jahr 2023 noch keine Abschreibung. Finanzanlagen Unter den Finanzanlagen sind Anteile an der EURO PLANT TRAY GmbH, Monheim am Rhein, ausgewiesen. Der Ausweis der Beteiligung erfolgt mit dem Nennwert der Beteiligung, wobei beschlossene, zum Stichtag noch zu leistende Einlagen von der EURO PLANT TRAY eG in Höhe von EUR 45.000,00 dem Nennwert zugerechnet und zugleich als Verbindlichkeit in der Bilanz der EURO PLANT TRAY GmbH ausgewiesen wurden. Die EURO PLANT TRAY eG, Berlin hat mit notariellem Vertrag vom 5. Juni 2023 und Eintragung im Handelsregister vom 13. Juni 2023 die EURO PLANT TRAY GmbH, Monheim am Rhein als Tochtergesellschaft gegründet. Die EURO PLANT TRAY GmbH dient der Umsetzung der Einführung von Mehrwegpflanzentrays für den europäischen Pflanzenhandel. Der Anlagespiegel ist diesem Anhang als Anlage beigefügt. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen entfallen mit EUR 18.500,00 auf Abschluss- und Prüfungskosten und mit EUR 1.000,00 auf Aufbewahrungspflichten. Forderungen und Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen Hinsichtlich einer Genossin bestanden zum Stichtag rückständige fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile, die bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses nicht geleistet waren. Mit Datum vom 5. September 2023 haben die EURO PLANT TRAY eG, Berlin und die EURO PLANT TRAY GmbH, Monheim am Rhein einen Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen. Aus dem Vertrag ist die EURO PLANT TRAY eG verpflichtet, etwaige Verluste der EURO PLANT TRAY GmbH auszugleichen. Aufgrund der Anlaufinvestitionen im Jahr 2023 hat die EURO PLANT TRAY eG eine Verpflichtung zum Ausgleich von EUR 237.429,00. Die EURO PLANT TRAY eG hat beschlossen, die EURO PLANT TRAY GmbH mit einem Eigenkapital von EUR 325.000,00 auszustatten, um den laufenden Betrieb zu finanzieren. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 standen EUR 45.000,00 an Einlagen aus, die nach dem Stichtag geleistet wurden. Ferner bestanden EUR 20.972,37 an Verbindlichkeiten gegen die EURO PLANT TRAY GmbH, die auf Erstattungsansprüche aus Umsatzsteuerlicher Organschaft entfielen. Ihnen stehen entsprechende Ansprüche auf USt-Rückerstattungen an die Finanzverwaltung entgegen, die im ersten Quartal 2024 erfüllt wurden. Sonstige Forderungen und Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen bestanden zum Stichtag 31. Dezember 2023 nicht. Angaben zu Restlaufzeiten Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind, wie im Vorjahr, innerhalb eines Jahres fällig. Die Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 320.000,00 sonstige finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen beinhalten diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Im Rumpfgeschäftsjahr wurden von der EURO PLANT TRAY eG und der EURO PLANT TRAY GmbH noch keine Umsätze erzielt. Umsätze werden in der Gruppe erst ab dem Zeitpunkt der Einführung von Mehrwegtrays in den Markt erzielt werden, was im Jahr 2024 erfolgen soll. Außerplanmäßige Abschreibungen nach § 253 (3) S. 5 und S. 6 HGB fielen nicht an. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen der EURO PLANT TRAY eG setzten sich - gegliedert nach betriebswirtschaftlichen Aspekten - wie folgt zusammen:
Sonstige Angaben Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 0,0. Außerdem wurden 0,0 Auszubildende beschäftigt. Den Mitgliedern der Organe wird für ihre Tätigkeit grundsätzlich keine Vergütung gewährt. Das Vorstandsmitglied Flora Späth erbringt neben ihrer Tätigkeit Beratungsdienstleistungen für die Gesellschaft. Der Gesamtbetrag der diesbezüglichen Vergütungen betrug im Geschäftsjahr 2023 EUR 124.873,25 (zzgl. Reisekosten). Mitglieder des Vorstands
Mitglieder des Aufsichtsrats
Forderungen an Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat Am Bilanzstichtag betrugen die Forderungen an
Mitgliederbewegung
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr durch Eintritte in die Genossenschaft um EUR 1.000.000,00 vermehrt. Ein Geschäftsanteil war zum Bilanzstichtag noch nicht eingezahlt.
Die Haftung der Mitglieder ist auf die Höhe des Geschäftsanteils beschränkt. Eine Nachschusspflicht ist ausgeschlossen. Ereignisse nach dem Bilanzierungsstichtag von besonderer Bedeutung Im ersten Quartal wurden bis einschließlich 20. März 2024 insgesamt sechs zusätzliche Genossenschaftsanteile gezeichnet. Die Geschäftsanteile wurden vollständig eingezahlt. Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V. Ludwig-Erhard-Alle 20 40277 Düsseldorf Unterschrift des Vorstands
Berlin, 19. März 2024 sonstige Berichtsbestandteile Angaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 25. April 2024 festgestellt. Anlagenspiegel zum 31.12.2023EURO PLANT TRAY eG Einführung Mehrweg-System Pflanzenmarkt, Berlin
LageberichtGrundlage der Gesellschaft Geschäftsmodell, Ziele und Strategien Die EURO PLANT TRAY eG mit Sitz in Berlin ist eine eingetragene Genossenschaft, die von den Unternehmen der Pflanzenhandelsbranche, ihren Lieferanten und deren Kunden getragen wird. Die Gründung der Gesellschaft erfolgte im Jahr 2022 als Ergebnis eines über die technische Plattform der Stiftung Initiative Mehrweg, Berlin moderierten Prozesses. Dabei stand zunächst die Entwicklung eines tragfähigen, nachhaltigen Geschäftsmodells zur Einführung der Mehrweglösung im Vordergrund. Ziel der Gesellschaft ist die Etablierung einer europäischen Mehrweglösung für den Transport von Pflanzen (Trays) und die weitgehende Ablösung von Einwegtrays. Nach Schätzung der Deutschen Umwelthilfe werden derzeit im europäischen Markt etwa 500 Millionen bis 700 Millionen Einwegtrays für den Transport von Pflanzen eingesetzt. Diese sollen sukzessive durch ein taxonomiekonformes, umweltfreundliches Mehrwegsystem abgelöst werden. Im Berichtszeitraum stand unverändert die Gewinnung von Genossen im Vordergrund der Geschäftsaktivitäten. Daneben wurde die Entwicklung eines Mehrwegtrays vorangetrieben, um spätestens im Jahr 2024 mit der Produktion und Auslieferung von Mehrwegtrays beginnen zu können. Dafür waren Systempartner zu gewinnen, technische Fragestellungen zu lösen und wettbewerbsfähige Gebührenmodelle für den Einsatz der Trays zu entwickeln. In all diesen Aspekten wurden im Jahr 2023 Fortschritte erzielt, so dass Ende 2023 Bestellungen für 1,6 Millionen Mehrwegtrays von mehreren Genossen vorlagen. Die Produktion der ersten Trays konnte im ersten Quartal 2024 beauftragt werden und soll ab dem 3. Quartal 2024 zur Auslieferung kommen. Mit der Inbetriebnahme des Mehrwegsystems wird mit einem weiteren Anstieg der Bestellungen gerechnet, da eine sukzessive Umstellung der Lieferketten von umweltschädlichen Einweg- auf umweltfreundliche Mehrwegsysteme erfolgen wird. Dazu liegen Mehrjahresplanungen der Genossen vor, die weitere Bedarfe von 3,4 Millionen Trays unterlegen. Es wird erwartet, dass sich diese Transformation auch durch die sich nachhaltig verändernden europäischen Rahmenbedingungen beschleunigen wird. Ausdruck fand die nachhaltige Transformation der Wirtschaft bereits in der Taxonomieverordnung, in der Mehrwegsysteme unter bestimmten Bedingungen als nachhaltig eingestuft werden. Die europäische Verpackungsverordnung, die in 2024 verabschiedet werden soll, würde diesen Transformationsprozess noch einmal weiter beschleunigen. Steuerungssystem Die Genossenschaft hat sich eine Governance-Struktur gegeben, die den Anforderungen der Genossen entspricht. Oberstes Organ der Genossenschaft ist die Genossenschaftsversammlung, in der alle wesentlichen, weitreichenden strategischen Entscheidungen von den Genossen in gleichberechtigter Art und Weise getroffen werden. Im Berichtszeitraum fanden drei Genossenschaftsversammlungen statt. Die Genossen werden daneben über weitere drei informelle Plenumssitzungen und die Beteiligung an Arbeitsgruppen über die Entwicklung der Genossenschaft informiert und an wichtigen Entscheidungen, z.B. zur Konzeption der Mehrwegtrays oder der Ausgestaltung von Pfandsystemen, beteiligt. Die Genossenschaftsversammlung hat einen Aufsichtsrat und einen Vorstand gewählt. Der Vorstand steuert die Genossenschaft im Tagesgeschäft. Der Aufsichtsrat überwacht die Tätigkeit des Vorstands. Für die Steuerung der Gesellschaft werden monatliche Zwischenabschlüsse erstellt. Die EURO PLANT TRAY eG, Berlin hat mit notariellem Vertrag vom 5. Juni 2023 und Eintragung im Handelsregister vom 13. Juni 2023 die EURO PLANT TRAY GmbH, Monheim am Rhein als Tochtergesellschaft gegründet. Die EURO PLANT TRAY GmbH dient der Umsetzung der Einführung von Mehrwegpflanzentrays für den europäischen Pflanzenhandel. Die Tätigkeit der EURO PLANT TRAY GmbH ("EPT GmbH") wird durch regelmäßige Berichterstattungen des Geschäftsführers der EPT GmbH an Vorstand und Aufsichtsrat der EURO PLANT TRAY eG ("EPT eG") überwacht. Dazu fanden im Berichtszeitraum Sitzungen auf zumindest monatlicher Basis statt. Forschung und Entwicklung Die Gesellschaft schloss im Berichtszeitraum die Entwicklung der ersten Mehrwegtrays ab. Weitere Entwicklungen werden in 2024 und den Folgejahren vorangetrieben. Dazu wurden mit Datum vom 14./15. August 2023 von der Floritray GmbH, Geldern-Lüllingen Gebrauchsmuster und Designs erworben, die für die Zwecke der EURO PLANT TRAY in enger Abstimmung mit den Genossen weiterentwickelt und verprobt wurden. Im Jahr 2024 soll zumindest das erste Trayformat zur Produktion beauftragt werden. Nach jetziger Sicht wird mindestens ein weiteres Trayformat in 2024 folgen. Daneben werden weitere Formate für Mehrwegtrays entwickelt, um mit möglichst wenigen Trayformaten einen möglichst großen Teil des Traymarktes bedienen und Einwegtrays ablösen zu können. Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das gesamtwirtschaftliche Umfeld in dem für die EPT eG wichtigen deutschen Markt war im Jahr 2023 durch eine weiterhin hohe Inflation und ausbleibendes Wirtschaftswachstum geprägt. Gemäß statista ging das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2023 um 0,3% zurück. Das Statistische Bundesamt ermittelte für 2023 nach vorläufigen Werten eine Inflationsrate von 5,9% (Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber Vorjahr). Für die Nutzer der Mehrwegtrays haben die ökonomischen Rahmenbedingungen für den europäischen Pflanzenhandel eine große Bedeutung. Gemäß Angaben von statista betrug der Großhandel mit Blumen und Pflanzen in der Europäischen Union im Jahr 2021 etwa 29,0 Mrd. Euro. Gegenüber diesem Höhepunkt waren die Umsätze in den Jahren 2022 und 2023 eher rückläufig. So schätzt Statista, dass der Umsatz im Gesamtmarkt Garten in Deutschland im Jahr 2022 einen Rückgang von 5,4% zu verzeichnen hatte, in 2023 von weiteren 3,2%. Die europäische Nachhaltigkeitsregulierung hat sich im Jahr 2023 weiterentwickelt und wurde immer konkreter. So sind die Kriterien, nach denen zu beurteilen ist, ob ein Mehrwegsystem in der europäischen Union als nachhaltig (taxonomiekonform) gilt, mittlerweile klar definiert. Die von der EURO PLANT TRAY entwickelten Systeme werden diese Anforderungen einhalten. In 2024 erfolgt die Einführung einer Einwegplastiksteuer in Form einer Abgabe auf bestimmte Einwegprodukte in Deutschland, die ab 2025 zu entrichten ist. Entgegen den Erwartungen sind Einwegverpackungen für Pflanzen bisher in Deutschland nicht in Einwegkunststofffondsgesetz aufgenommen worden. Bei der durch die Bundesregierung für den 1. Januar 2025 angekündigten Plastiksteuer zur Umlage der an die EU weiterzuleitenden Finanzmittel werden nach jetzigem Stand jedoch auch B2B Systeme erfasst, was zu einer erheblichen Preissteigerung bei Einwegtrays führen würde. Die von der EURO PLANT TRAY angebotenen Mehrwegsysteme wären von dieser Kunststoffabgabe nach heutiger Einschätzung nicht betroffen. In anderen europäischen Ländern besteht eine Abgabe auf Einwegtrays bereits. Der Einsatz von Mehrwegsystemen bei der Belieferung dieser Länder sorgt somit nicht nur für eine Reduzierung von Abfall, sondern bietet den Lieferanten auch finanzielle Vorteile Die Einführung von Mehrwegtrays wird die Unternehmen der Pflanzenindustrie dabei unterstützen, eine nachhaltige Mehrwerglösung für den Transport von Pflanzen umzusetzen und einen wichtigen Schritt zur Reduzierung von Plastikmüll und CO 2 zu gehen. Hinsichtlich der Weiterentwicklung der europäischen Packaging and Packaging Waste Regulation (EU-Verpackungsverordnung) wurden Fortschritte im Gesetzgebungsverfahren gemacht. Sollte die EU-Verpackungsverordnung in der Anfang 2024 diskutierten Form verabschiedet werden, wäre eine Umstellung von Transportverpackungen auf Mehrwegsysteme in Europa vorgeschrieben. Diese Umstellung soll teilweise ohne Umsetzungsfristen in Kraft treten. Die EURO PLANT TRAY würde diesbezüglich eine effektive Möglichkeit zur Einführung eines Mehrwegsystems im Pflanzenhandel bieten. Geschäftsverlauf Der Geschäftsverlauf der Gesellschaft war geprägt durch das Bemühen um die Gewinnung von Genossen aus der Pflanzenhandelsbranche, um mit möglichst breiter Unterstützung eine gemeinsame, neutrale Lösung für den Transport von Topfpflanzen zu erarbeiten. Die Gesellschaft wurde mit Datum vom 23. August 2022 durch acht Genossen geründet. Zum Jahresende 2022 hatte die Gesellschaft 11 Genossen. Bis zum Jahresende 2023 konnten 18 weitere Genossen gewonnen werden, von denen sich jeder verpflichtet hatte, zumindest einen Geschäftsanteil über EUR 50.000,00 zu zeichnen. Mit Eintragung im Handelsregister vom 13. Juni 2023 wurde die EPT GmbH als 100%ige Tochtergesellschaft der EPT eG gegründet. Für die EPT GmbH wurden Geschäftsräume in Monheim am Rhein angemietet und ein Geschäftsführer eingestellt. Es ist beabsichtigt, dass die Anschaffung und Bewirtschaftung der Mehrwegtrays über die operativ tätige EPT GmbH erfolgen wird. Im Jahr 2023 konnte die Entwicklung der Mehrwegtrays abgeschlossen werden. Die EPT GmbH erhielt in 2023 Bestellungen für rund 1,6 Millionen Mehrwegtrays, die ab dem zweiten Halbjahr 2024 an die Nutzer ausgeliefert werden sollen. Aus der Vermietung der Mehrwegtrays wird die EPT GmbH ab dem zweiten Halbjahr 2024 Umsatzerlöse erzielen. Bis zum Erreichen der Gewinnschwelle trägt die EPT eG - neben ihren eigenen Verwaltungsaufwendungen - auch die Anlaufinvestitionen der EPT GmbH. Dazu haben die EPT eG und die EPT GmbH mit Datum vom 5. September 2023 einen Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen. Für das Jahr 2023 betragen die zu übernehmenden Anlaufinvestitionen auf Ebene der EPT GmbH, die von der EPT eG zu tragen sind, EUR 237.429,00. Ertragslage Die Gesellschaft erzielte im Berichtszeitraum keine Umsätze. Unter den sonstigen betrieblichen Erträge sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 17 enthalten. Sonstige betriebliche Aufwendungen fielen in Höhe von TEUR 674 an. Hinzu traten Aufwendungen aus der Übernahme des Verlustes der EPT GmbH in Höhe von TEUR 237. Nach wirtschaftlichen Kriterien lassen sich die Aufwendungen insgesamt wie folgt gliedern:
Finanzlage Der Gesellschaft flossen im Berichtszeitraum TEUR 1.000 aus der Ausgabe von Genussrechten zu. Darüber hinaus stand zum 31. Dezember 2023 die Einzahlung weiterer TEUR 50 durch einen Genossen aus. Verbindlichkeiten bestanden zum Stichtag 31. Dezember 2023 gegenüber der EPT GmbH für die Übernahme des Verlustes des Geschäftsjahres 2023 sowie noch ausstehende Einlagen und Rückerstattungen von Umsatzsteuerzahlungen, sowie gegen verschiedene Berater. Rückstellungen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten gebildet, insbesondere für noch ausstehende Jahresabschlussarbeiten und Abschlussprüfung. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 bestanden liquide Mittel in Höhe von TEUR 206. Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war jederzeit gegeben. Vermögenslage Das Vermögen der Gesellschaft setzt sich zum Stichtag 31. Dezember 2023 wie folgt zusammen: Dem Anlagevermögen sind immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 75 zugeordnet. Sie entfallen auf Gebrauchsmuster und Designs, die von der Floritray GmbH, Geldern-Lüllingen erworben wurden. Sie bilden die Grundlage für die ersten zu produzierenden Mehrwegtrays. Den immateriellen Vermögenswerten steht in gleicher Höhe eine Verbindlichkeit gegen die Verkäuferin entgegen, die mit dem Start der Produktion der Trays sukzessive getilgt wird. Im Finanzanlagevermögen wird die Beteiligung an der EURO PLANT TRAY GmbH, Monheim am Rhein, ausgewiesen. Die EPT GmbH wurde mit einem Stammkapital von TEUR 25 gegründet. Um die laufenden Aufwendungen decken zu können, wurden weitere TEUR 300 in die Kapitalrücklage eingestellt, wovon TEUR 45 zum 31. Dezember 2023 noch zu leisten waren (die Zahlung erfolgte im ersten Quartal 2024). Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände betragen TEUR 83 und entfallen weitestgehend auf Forderungen auf Umsatzsteuerrückgewähr (Vorsteuer). Es wurden liquide Mitteln über TEUR 206 gehalten, die bei der Volksbank Berlin gehalten werden. Darüber hinaus bestanden Ansprüche aus fälligen Einzahlungen in das Genossenschaftskapital von TEUR 50. Aufgrund des Jahresfehlbetrags von TEUR 894 und unter Berücksichtigung des Verlustvortrags von TEUR 350 beendete die Genossenschaft das Rumpfgeschäftsjahr mit einem Eigenkapital von TEUR 306. Zum Stichtag sind mehr als 50% des Genossenschaftskapitals aufgebraucht. Im Ersten Quartal 2024 wurde die Zeichnung von insgesamt 6 weiteren Genossenschaftsanteile von Genossen zur Sicherstellung der Finanzierung der Anfangsinvestitionen zugesagt. Eine Nachschusspflicht der Genossen besteht nicht. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Im Bereich der nichfinanziellen Leistungsindikatoren ist für die Genossenschaft entscheidend, dass über die Bereitstellung und Einführung leistungsfähiger Mehrwegtrays die Genossen in die Lage versetzt werden, Einwegtrays einzusparen. Dies wird zu einem Rückgang des Plastikverbrauchs und damit auch zu erheblichen CO 2 -Einsparungen führen. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 waren planungskonform noch keine Trays in den Markt eingeführt. Entsprechend konnten noch keine Einwegtrays ersetzt und noch keine Einsparungen erzielt werden. Umsatzerlöse wurden planungskonform noch nicht erzielt. Daher steht bezüglich der finanziellen Leistungsindikatoren noch die Liquiditätssteuerung und insbesondere eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund. Das Bankguthaben betrug zum Stichtag 31. Dezember 2023 TEUR 206. Prognose-, Chancen- und Risikobericht Prognosebericht Die Gesellschaft sieht einen hohen Bedarf, Einwegtrays im Pflanzenhandel durch eine zukunftsfähige Mehrweglösung zu ersetzen. Die EURO PLANT TRAY eG befindet sich dazu, unterstützt durch wesentliche Unternehmen und Verbände der Pflanzenhandelsbranche, in einem fortgeschrittenen Entwicklungsprozess. Mehrwegsysteme sind erfolgreich, wenn sie einen hohen Grad der Marktabdeckung erreichen. Dadurch können Transportwege verkürzt werden, Lagerflächen minimiert und Leerzeiten optimiert werden. Durch die breite Unterstützung der Pflanzenhandelsbranche befindet sich die EURO PLANT TRAY eG in einer einmaligen Position, in kürzester Zeit ein funktionierendes und ökologisch sowie ökonomisch erfolgreiches Mehrwegsystem aufzubauen. Für das Jahr 2024 erwartet die Gesellschaft, dass die Tochtergesellschaft EPT GmbH erste Umsätze aus der Vermietung von Mehrwegtrays erzielen wird. Dazu sollen im ersten Quartal 2024 die ersten Bestellungen bei den Produzenten der Trays aufgegeben werden. Mit der Auslieferung wird an dem 3. Quartal 2024 gerechnet. Da die EPT GmbH die Mieten buchhalterisch nur zeitanteilig vereinnahmen wird, ist davon auszugehen, dass auch in 2024 noch ein Fehlbetrag in der GmbH anfallen wird, der von der eG auszugleichen sein wird. Ab dem Jahr 2025 wird in der EPT GmbH ein Jahresüberschuss angestrebt. Zur Finanzierung der Anlaufinvestitionen sollen im ersten Quartal 2024 auf Ebene der eG weitere Genossenschaftsanteile platziert werden. Für das zweite Quartal wird eine Fremdkapitalaufnahme durch die EPT GmbH vorbereitet, die auch der Finanzierung der Anschaffung von Trays dient. Dazu sind entsprechende Verträge mit Emissionsbegleitenden Finanzdienstleistern ausverhandelt und erste Investoren wurden gewonnen. Für die Folgejahre wird ein sukzessiver Ausbau des Pools an Trays angestrebt. Risikobericht Das Risikomanagementsystem der Gesellschaft befand sich im Berichtszeitraum noch in Entwicklung. In der Gründungsphase ist das Risikomanagement der Gesellschaft zunächst ausgerichtet auf:
Wesentliche Risiken wurden im Berichtszeitraum insbesondere in Bezug auf rechtliche Risiken identifiziert. Zum Management der Risiken wurde insbesondere auf eine anwaltliche Begleitung in der Vereinbarung von Rahmenverträgen und kartellrechtliche Begleitung wesentlicher Sitzungen gesetzt. Die Liquiditätslage ist durch die Zeichnung von Anteilscheinen der Genossen zunächst gesichert. In 2024 werden weitere Kapitalerhöhungen und eine externe Finanzierung zur Umsetzung der Wachstumspläne erforderlich sein. Zur Steuerung der Liquiditäts- und Ertragsrisiken hat die Gesellschaft ein monatliches Reporting umgesetzt, das in 2023 auch den Abgleich der Ist-Kosten mit der Budgetplanung umfasste. Diese Steuerung erfolgt sowohl auf Ebene der GmbH, auf Ebene der eG und auf konsolidierter Ebene. Die Fortführung dieses Controllings ist auch für 2024 vorgesehen. Chancenbericht Nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe werden in Europa aktuell bis zu 700 Millionen Einwegtrays pro Jahr im Pflanzenhandel eingesetzt. Durch die Einführung eines Mehrwegsystems besteht die Chance, substantiell zur Reduzierung von Plastikmüll und der Einsparung von CO 2 beizutragen. Die EURO PLANT TRAY eG bietet ihren Mitgliedern einen wertvollen Baustein zur Erreichung ihrer Umweltziele an. Darüber hinaus lassen sich Mehrwegsysteme wirtschaftlicher betreiben und können den Nutzern erhebliche Einsparungspotentiale eröffnen. Mit der breiten Unterstützung aus der Pflanzenbranche ist die EURO PLANT TRAY eG bestens positioniert, die bestehenden Chancen zu nutzen und ein europäisches Mehrwegtraysystem für den Pflanzenhandel einzuführen. Das Engagement der Branchenteilnehmer sowie die bisher erarbeiteten Resultate wurden in 2023 mit dem Innovationspreis der Deutschen Umwelthilfe ausgezeichnet. Ausserdem erhielt die EURO PLANT TRAY eG im Januar 2024 den Innovationspreis des BGI. Unterschrift des Vorstands
Berlin, 19. März 2024 Rupert Fey Flora Späth Thomas Berthold Vorstände |
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