Sieb & Meyer Aktiengesellschaft

Auf dem Schmaarkamp 21, 21339 Lüneburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Lüneburg HRB 1805
Eingetragen
3.4.1998
Branche
BeteiligungsgesellschaftenHerstellung von elektronischen Bauelementen a. n. g.Herstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen Geräten
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung, Vertrieb und Reparatur elektronischer Geräte und Anlagen sowie alle damit im Zusammenhang stehenden Tätigkeiten und Geschäfte. Die Gesellschaft kann gleichartige oder ähnliche Unternehmungen errichten, erwerben und sich an solchen beteiligen sowie sämtliche Geschäfte betreiben, die geeignet sind, die Unternehmungen der Gesellschaft zu fördern. Die Gesellschaft kann Zweigniederlassungen errichten und mit anderen Unternehmen Interessengemeinschaften und Unternehmensverträge abschließen.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Vorstandsmitglied
Markus Meyer
seit 12.10.2005
Vorstandsmitglied

Beteiligungen

NameAnteil
14.06%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sieb & Meyer Aktiengesellschaft

Lüneburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die SIEB & MEYER AG ist ein international agierendes Technologie- und Produktionsunternehmen. Das Geschäft untergliedert sich in zwei Geschäftsbereiche. Zum einen werden komplette CNC-Steuerungssysteme für mechanische Leiterplattenbearbeitungsmaschinen entwickelt, produziert und vertrieben. Im zweiten Geschäftsbereich konzentriert sich die Gesellschaft auf elektrische Antriebsverstärker zum Betrieb von Hochgeschwindigkeits-Motoren sowie für präzise Positionieranwendungen.

Unser Geschäftsmodell basiert auf der langfristig angelegten Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Wir fokussieren unsere Bemühungen auf klar definierte Kundengruppen in Nischenmärkten, deren Anforderungen zu unseren Kompetenzen passen. Diesen Kunden bieten wir abgestimmte Produkte sowie umfassende Serviceleistungen. Zusammen mit unseren Kunden entwickeln wir unsere Kompetenzen gezielt weiter, um zukünftige Anforderungen noch besser erfüllen zu können.

Eigenständige Vertretungen repräsentieren die Gesellschaft in den USA, Japan, Korea, Indien sowie in Europäischen Ländern. Eigene Vertriebsingenieure agieren in Deutschland und in der Schweiz. Hier liegt der Fokus des Geschäftsbereichs Drive Controller. Der strategische Schwerpunkt des Geschäftsbereichs CNC-Steuerungssysteme liegt in China. Dort und in Taiwan agiert die Gesellschaft mit verbundenen Unternehmen. Entwicklung, Vertrieb, Produktion sowie die Administration sind am Hauptsitz in Lüneburg konzentriert.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr in Bezug auf den Heimatmarkt eingetrübt. Diese Entwicklung wirkte sich insbesondere auf den Geschäftsbereich Drive Controllers dämpfend aus. Das Feedback europäischer Maschinenbauer ist durchweg konservativ.

Die branchenbezogenen Rahmenbedingungen im Bereich Leiterplattenproduktion folgten weitgehend der schwachen konjunkturellen Entwicklung in China. Die schwelende Immobilienkrise wirkt sich mit einer schwachen Binnennachfrage negativ auf die Konsumgüterindustrie aus. Diese wiederum schwächt die Investitionszuversicht unserer Kunden. Insgesamt traf eine schwache wirtschaftliche Entwicklung auf hohe Lagerbestände in Folge sich entspannender Lieferketten, sowie massiv ausgeweiteten Leiterplatten-Fertigungskapazitäten aus den starken Vorjahren. Gedreht wurde die Situation zum Jahresende durch einen anziehenden Halbleitermarkt. Als Trigger sind hier insbesondere die KI-Perspektiven anzuführen. Insbesondere die Tendenz, KI-Prozessoren in Rechnern und anderen elektronischen Geräten direkt zu implementieren, um Rechenkapazitäten vor Ort darzustellen, sollte zu weiterer Nachfrage in für die Gesellschaft relevanten Märkten führen. Wie lange der Trend anhält, wird von der praktischen Relevanz der angesprochenen KI-Perspektiven abhängen.

2. Geschäftsverlauf

Die Entwicklung von Umsatz und Gesamtleistung im Berichtsjahr war für die Gesellschaft untypisch. Nach starken Umsätzen vor dem chinesischen Neujahrsfest ging im Hauptgeschäftsbereich der Auftragseingang im zweiten und dritten Quartal stark zurück. Die Umsätze lagen zeitweise unter dem Break Even. Im vierten Quartal zog die Geschäftstätigkeit an und schloss mit starken Umsätzen zum Jahresende. Im Bereich Drive Controllers war der Auftragseingang aufgrund der schwachen konjunkturellen Entwicklung im Durchschnitt des Jahres rückläufig und endete etwa auf dem Vorjahresniveau.

Die Gesellschaft hat das Berichtsjahr positiv abgeschlossen.

Die taiwanesische Tochtergesellschaft sowie die chinesische Enkelgesellschaft konnten das Geschäftsjahr ebenfalls positiv abschließen.

3. Lage

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens ist gut. Die Geschäftsentwicklung ist im Berichtsjahr insgesamt positiv verlaufen. Die Aussichten für 2024 sind positiv. Die weitere Geschäftsentwicklung wird bei Stabilisierung der weltpolitischen Rahmenbedingungen über dem Niveau des Berichtsjahres liegen.

Bei den Steuerungen für die mechanische Leiterplattenbearbeitung ist die Marktposition im chinesischen Leiterplattenmarkt auf sehr hohem Niveau stabil. Die Marktdurchdringung hängt dabei maßgeblich vom Wachstum weniger Großkunden ab.

Die Diversität von Maschinenkonzepten nimmt insbesondere beim Bohren von Leiterplatten zu. Steigende Lochzahlen erfordern Maschinenkonzepte, die bei gleichem Footprint einen höheren Durchsatz ermöglichen. Aufgrund unseres Hardware- und Softwareportfolios sind wir in der Lage, unseren Kunden den Anforderungen entsprechende Lösungen schnell sowie stabil zur Verfügung zu stellen. Trotz der inzwischen guten Verbreitung der CNC 95.00 wird nach wie vor die Vorgängersteuerung CNC 84.00 stark nachgefragt. Aufgrund der massiven Durchdringung im Markt ist die Vertrautheit maßgebend. Da hohe Lagerbestände maßgeblich auf Rohmaterial für diese Steuerung zurückzuführen sind, wird dieser Situation nicht mit marktsteuernden Maßnahmen entgegengewirkt.

Beim Leiterplattenfräsen konnte der Markt durch die Verbreitung der neuen Frässteuerung CNC 93.00 stabilisiert werden. Hier ist die Wettbewerbssituation zu lokalen Steuerungsherstellern angespannt. Die neue Steuerung wird im Markt angenommen und kann altersbedingte Defizite der Vorgängerin ausgleichen. Zudem soll durch die neue CNC 93.00 CAT der preisliche Abstand im Markt verringert werden.

Über eine digitale Schnittstelle ist es, wie bei der CNC 82 AS, dann möglich, günstige lokale Antriebe zu integrieren.

Service- und Applikationsreisen werden von Mitarbeitenden vor Ort sowie aus Lüneburg umfangreich durchgeführt. Neben dem digitalen Support ist es nach wie vor die effektivste Lösung, um die Anforderungen der Kunden valide abzubilden. Der Einsatz von chinesischen Kollegen wird dabei positiv aufgenommen und verbessert den Informationsfluss ins Unternehmen.

Im Geschäftsbereich Drive Controllers führen Hochgeschwindigkeitsantriebe für das Wafer Dicing nunmehr das Wachstum an. Die weltweit im Bau befindlichen Halbleiterfabriken müssen mit Equipment ausgestattet werden. Vor dem Hintergrund der Unabhängigkeitsbestrebungen der US-amerikanischen Technologie von asiatischen Chiplieferanten, insbesondere aus Taiwan, werden massive Fertigungskapazitäten in der nicht chinesischen Einflusssphäre aufgebaut.

Die Werkzeugmaschine als Zielmarkt tendiert schwächer. Aufgrund zurückgefahrener staatlicher Subventionen im Bereich e-Mobilität ist auch hier die Nachfrage schwächer. Der Anteil von Schraub- und Pressanwendungen am Umsatz leidet unter dieser Entwicklung.

Die geplante verstärkte Fokussierung auf den riesigen chinesischen Antriebsmarkt wurde neu bewertet und steht nicht mehr im Fokus. Stattdessen mehren sich die Anfragen aus den USA. Erste größere Projekte sind in der technischen Abklärung und eröffnen weiteres Wachstumspotential. Hier steht der Multilevelumrichter SD4M für regenerative Anwendungen im Fokus.

Insgesamt hat sich die Kostenstruktur im Materialbereich stabilisiert. Kostensteigerungen sind im Wesentlichen auf den Personalbereich zurückzuführen. Neben den hohen tariflichen Anpassungen tritt das Unternehmen in eine ca. 10-jährige Phase der Stellenneubesetzung aufgrund des Renteneintritts einer Vielzahl von Mitarbeitenden.

In den verbundenen Unternehmen SIEB & MEYER Asia und SIEB & MEYER Shenzhen Trading werden eigene Vertriebsansätze verfolgt. Vereinzelt unterstützen die Gesellschaften bei der Bauteilbeschaffung in China und Taiwan. Der Support der Großkunden in China wird schwerpunkmäßig von unserer Niederlassung in Shenzhen geleistet. Das excellente Know How und die Einsatzbereitschaft der Kollegen vor Ort trägt maßgeblich zur Absicherung der Marktposition bei.

Am 31.12.2023 beschäftigte die Gesellschaft 254 (Vj.: 249) Mitarbeitende am Standort Lüneburg. Der Anstieg zum Jahresende ist dem zu diesem Zeitpunkt wieder anziehenden Geschäft geschuldet.

SIEB & MEYER Asia beschäftigt 4 Mitarbeitende in Taiwan und bei SIEB & MEYER Shenzhen Trading in China sind nun 7 Mitarbeitende beschäftigt.

a) Ertragslage

Der Geschäftsbereich CNC-Steuerungssysteme trägt den Hauptanteil zum Umsatzes der Gesellschaft bei. Der Anteil am Gesamtumsatz liegt bei 58% (Vj.: 62 %). Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz in diesem Geschäftsbereich um 21% (Vj.: 67%) nochmals gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz des Geschäftsbereiches Drive Controllers um 6% gefallen, nachdem er vorher um 17 % gestiegen war. Vor dem Hintergrund der stärkeren Abschwächung im Hauptgeschäftsbereich stieg der Anteil der Drive Controllers am Gesamtumsatz leicht auf 40% (Vj.: 36%).

Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 16% gefallen. Der Materialeinsatz ist bezogen auf die Gesamtleistung stabil (Vj.: +1,6%). Das Ergebnis wurde im Wesentlichen am Standort Lüneburg erwirtschaftet.

Der Personalaufwand ist im Zuge der geringeren Gesamtleistung um 3% (Vj.: -11 %) gesunken. Neben den leicht geringeren Beschäftigungszahlen im Jahresdurchschnitt sind geringere Tantiemen und Boni für den Rückgang verantwortlich. Die Aufwendungen für Zeitarbeit konnten deutlich reduziert werden.

Die Aufwendungen für die Betriebsleistung sind in nahezu allen Bereichen und absolut um ca. 9% (Vj.: -14%) gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Im Berichtsjahr wurde mit 245 Mitarbeitenden (inkl. Zeitarbeit) in Vollzeit auf Basis einer 35 Stunden-Woche (FTE) (Vj.: 247) ein Rohergebnis von TEUR 26.649 (Vj.: TEUR 30.868) erwirtschaftet. Das Ergebnis nach Steuern beträgt TEUR 3.332 (Vj.: TEUR 5.429).

b) Finanzlage

Die Gesellschaft verfügt über eine hervorragende Finanzierungstruktur und operiert weiterhin unabhängig von Bankdarlehen und ohne Nutzung der zur Verfügung stehenden Kreditlinien. Da der Großteil des Umsatzes mit den asiatischen Großkunden per Akkreditiv abgewickelt wird, besteht ein geringes Ausfallrisiko für die Forderungen.

Zum Bilanzstichtag betragen die liquiden Mittel inkl. Wertpapiere TEUR 21.457. Weitere Liquidität ist in Vorräten gebunden. Erstmals nach dem massiven Vorratsaufbau in Folge der Lieferkettenprobleme ist deren Wert nach Abwertung um 7 % gesunken. Nach wie vor entfallen 84 % der bewerteten Vorräte auf die von den massiven Lieferkettenverwerfungen betroffenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Die Summe der bilanzierten Rückstellungen und Verbindlichkeiten beträgt TEUR 4.199 und ist aufgrund von Rückstellungen für Steuerzahlungen deutlich angestiegen. Sämtliche Verbindlichkeiten können stets innerhalb der Zahlungsziele beglichen werden.

c) Vermögenslage

Die Struktur des kurz- und langfristig gebundenen Vermögens und der Verbindlichkeiten ist stabil.

Wesentliche Posten der Vermögens- und Kapitalstruktur stellen sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

2023
TEUR
2022
TEUR
Veränderung
TEUR
Sachanlagen 15.167 16.051 -884
Vorräte 24.641 26.497 -1.856
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.052 7.616 436
Liquide Mittel inkl. Wertpapiere 21.457 17.456 4.001
Eigenkapital 67.994 68.822 -828
Rückstellungen 3.302 2.050 1.252
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 370 481 -111
Bilanzsumme 72.192 71.764 428

4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Eigenkapitalquote beträgt 94 % (Vj.: 96 %).

Das Kapital ist mit 22,0 % (Vj.: 23,6 %) im Anlagevermögen gebunden, in den Vorräten mit 34,1 % (Vj.: 36,9 %) und in den Forderungen inkl. sonstigen Vermögensgegenständen mit 13,8 % (Vj.: 14,7 %). Die Quote der liquiden Mittel inkl. Wertpapiere an der Bilanzsumme liegt bei 29,7 % (Vj.: 24,3 %).

Das Working Capital (Umlaufvermögen abzgl. kurzfristige Verbindlichkeiten) beträgt im Geschäftsjahr TEUR 51.847 .

Im Geschäftsjahr 2023 wurden TEUR 355 (Vj.: TEUR 2.886) in Sachanlagen investiert. Davon TEUR 189 in die IT Ausstattung und TEUR 79 in Prüf- und Testequipment. Die Finanzierung erfolgte durch Eigenmittel. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 8.144.

5. Forschung und Entwicklung

Unsere Kernkompetenz ist das hochdynamische Steuern und Regeln von elektrischen Systemen.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind für beide Geschäftsbereiche weitgehend unabhängig voneinander organisiert. Synergien werden etwa im Bereich der Betriebssysteme und der Antriebsregelung genutzt.

Die Weiterentwicklung der aktuellen Steuerungsgeneration CNC 9x.00 steht im Fokus der Entwicklungsanstrengungen. Alle neuen Maschinenkonzepte und Applikationsanforderungen werden innerhalb dieser modernen Softwarearchitektur umgesetzt. Das Applikationsteam wurde dazu erweitert, neu organisiert und auf vor Ort Präsenz ausgerichtet. Die neuen Maschinenkonzepte ermöglichen insbesondere für die Hardwareentwicklung neue Innovationsräume in Bezug auf funktionale Integration und Kosteneffizienz. Die EtherCat Variante der CNC 93.00 Frässteuerung soll ab dem dritten Quartal 2024 die CNC 82AS ersetzen.

Für die CNC 8x.00 Steuerungsgeneration liegt der Schwerpunkt auf dem Erhalt der Hardware- und Softwarestabilität bei einer dünner werdenden Personaldecke.

Im Geschäftsbereich Drive Controllers findet die neue Antriebsblattform SD4 zunehmend Anwendung im gesamten Produktportfolio.

Der kompakte Niedervoltantrieb SD4B hat seine Serienreife erreicht und fließt in den Markt ein. Die Abrundung der SD4S Produktpalette durch die 230V Geräte ist abgeschlossen. Erste 400V Geräte sind umgesetzt und weitere Leistungsklassen werden sukzessive umgesetzt. Im Bereich der Multileveltechnologie ist es das Ziel, die SD4M Serie schrittweise in 2024 umzusetzen. Zudem steht die Erweiterung der Funktionalität in Richtung diverser Feldbussysteme im Fokus.

Die Gesamtausgaben für Forschung- und Entwicklung sind unter Berücksichtigung der umsatzabhängigen Komponenten wie Boni und Sonderzahlungen um 1% (Vj.: -9%) gesunken. Im Verhältnis zum geringeren Umsatz haben sich die Ausgaben von 19% im Vorjahr auf 22% vom Umsatz erhöht.

Von den Möglichkeiten zur Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen (auf die Entwicklungsphase entfallende Herstellungskosten) wurde wie bisher kein Gebrauch gemacht. Im Geschäftsjahr wurden im Bereich Forschung und Entwicklung 78 (VJ.: 75) Mitarbeitende beschäftigt.

III. Prognosebericht

Für das Berichtsjahr wurde ein Rückgang von Umsatz und Ergebnis prognostiziert.

Grundlage dieser Annahme war ein sich abzeichnender, deutlich abschwächender Markt für Investitionsgüter. Zudem waren aus China aufgrund der anhaltenden Wachstumsschwäche keine positiven Impulse zu erwarten. Diese Einschätzung wurde insgesamt bestätigt.

Die Prognose für das Jahr 2024 basiert auf folgenden Annahmen für den Bereich der Steuerungssysteme. Die Investitionen entwickeln sich weitgehend parallel zur Halbleiterindustrie und werden nach wie vor zyklisch geprägt sein. Die Halbleiterindustrie ist zum Ende des Berichtsjahres aufgrund des KI-Booms in Schwung gekommen. Die Bedarfe wirken sich gleichsam positiv auf Investitionen in neue Maschinen der Leiterplattenindustrie aus. Die positive Entwicklung wird gedämpft durch den hohen Bestand an Produktionskapazitäten aus den Jahren Ende 2018 - 2022. Die Schwächephase des Marktes sollte daher bis in das Jahr 2024 andauern. Ab dem zweiten Quartal des Prognosejahres rechnen wir mit einem Anziehen der Geschäftstätigkeit, so dass insgesamt in diesem Geschäftsbereich eine Steigerung gegenüber dem Berichtsjahr erwartet wird.

Im Geschäftsbereich Drive Controller wirken sich die schlechten konjunkturellen Rahmenbedingungen zunehmend aus. Insbesondere im allgemeinen Maschinenbau als wichtiger Absatzmarkt zeigen sich deutliche konjunkturell bedingte Einbrüche. Aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus kann eine solche Phase zudem Insolvenzen von einzelnen Kunden bedingen. Ein erster Fall zeichnet sich zu Beginn des Prognosezeitraums ab und kann in seiner Folge zum Verlust von Umsatzanteilen führen.

Positiv wird sich die Einführung der neuen Drive-Plattform SD4x bei den Kunden auswirken. Neben Neukunden erwarten wir den Ausbau unserer Marktanteile am Portfolio verschiedener Kunden.

Insgesamt erwarten wir im Geschäftsbereich Drive Controller ein stabiles Umsatzniveau. Nach schwächeren Monaten zum Jahresbeginn sollte im Verlauf einer konjunkturellen Erholung zum Jahresende der Umsatz steigen.

In Summe beider Geschäftsbereiche wird der Umsatz, nach einer kurzen Spitze zum Jahresbeginn, im Verlauf des zweiten Quartals anziehen und insgesamt deutlich über dem Berichtsjahr liegen. Wir erwarten ein deutlich höheres Rohergebnis im Vergleich zum Vorjahr.

Der nach wie vor sehr hohe Bestand an Vorräten wird aufgrund des erwarteten Umsatzes sinken. In dessen Folge wird das Umlaufvermögen insgesamt sinken. Die Forderungen sollten aufgrund der Ausweitung des Akkreditivgeschäftes leicht steigen. Die freie Liquidität wird vor dem Hintergrund des Abbaus des Rohmateriallagers und dem Ansteigen der Forderungen nur leicht steigen. Insgesamt werden die Aufwendungen für das Personal insgesamt sowie pro Mitarbeitendem steigen. Aufgrund des Fachkräftemangels ist es zudem ratsam, den Personalbestand auch in schwächeren Phasen auf einem vergleichsweise hohen Niveau zu halten. Insgesamt erwarten wir für 2024 ein deutlich steigendes Ergebnis nach Steuern. Das Working Capital sollte im Prognosejahr leicht sinken. Es wird ein positiver Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit erwartet. Die Eigenkapitalquote wird weiterhin auf einem sehr hohen Niveau über 90% der Bilanzsumme geplant.

IV. Chancen- und Risikobericht

Wesentliche Chancen:

Die wesentliche Kompetenz des Unternehmens liegt in der Entwicklung und Produktion eines überaus stabilen Gesamtsystems, um Produktionsmaschinen unter höchsten Anforderungen im 24/7-Betrieb zu steuern. Aus dieser Position heraus sind wir in der Lage, auf die Anforderungen nach neuen Anwendungen und Maschinen aus einem Hardware-Baukastensystem und auf der Basis einer modernen und flexiblen Softwarearchitektur schnell und zielgenau zu reagieren. Einerseits wächst der Zielmarkt aufgrund der technologischen Entwicklung stabil, andererseits zeichnen sich immer differenziertere Maschinenkonzepte ab, um die unterschiedlichsten Anwendungen in der Leiterplattenbearbeitung erfüllen zu können. Kennzeichnend ist eine enorme Zunahme der Bohrlochzahl vor dem Hintergrund des KI-Booms, die eine noch effizientere Abarbeitung bei absoluter 0-Fehlertoleranz erfordert. Trotz der drängenden Konkurrenz, insbesondere aus China, gehen wir in diesem Bereich von weiterem Wachstumspotential im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt aus.

Unsere Drive Controller zeichnen sich durch eine ausgezeichnete Performance bei hoher Energieeffizienz bezogen auf die Zielmärkte aus. Im Bereich der Hochgeschwindigkeitsantriebe genießen unser Drive Controller einen ausgezeichneten Ruf. Diese Marktposition wird durch einen exzellenten Kundenservice unterstützt, der es gerade Kunden mit herausfordernden Anwendungen ermöglicht, sich in ihrem Markt erfolgreich zu entwickeln. Auf Basis dieser Kompetenzen ermöglicht die weltweite Entwicklung hin zu Effizienzsteigerung, Automatisierung und steigendem Einsatz elektrischer Systeme interessantes Wachstumspotential in diesem Geschäftsbereich.

Wesentliche Risiken:

Diverse Konfliktherde, der weiterhin schwelenden Konflikt um Taiwan sowie die anstehenden Wahlen in den USA machen die weltpolitische Lage zunehmend fragiler. Die wirtschaftliche Entwicklung ist kaum noch absehbar, Investitionsentscheidungen werden kurzfristig oder sogar reaktiv getroffen. Eine strategische Planung für ein zulieferndes Unternehmen mit mittelständischen Strukturen wird aufgrund der mangelnden Einflussnahme auf die Märkte geradezu unmöglich. Obwohl valide Informationskanäle in die Märkte bestehen, werden die verwertbaren Aussagen immer kurzfristiger und ungenauer. Kurzfristige positive Entwicklungen sind genauso möglich wie massive Rückgänge des Marktes, dabei kaum planbar und nur durch weitere Flexibilisierung der Prozesse sowie durch höhere Lagerbestände auf allen Ebenen abbildbar.

Die hohe Abhängigkeit vom chinesischen Markt sowie dort von wenigen Großkunden bleibt ein wesentliches Risiko der Gesellschaft.

Marktverschiebungen zu Lasten Chinas in neue Produktionsländer haben bisher nicht nennenswert stattgefunden. Nach wie vor hat die weltweite Leiterplattenproduktion in China ihr Zentrum, das durch eingespielte Lieferketten und gesicherte Rohstoffversorgung vorerst gefestigt erscheint.

Die räumliche sowie kulturell- /sprachliche Entfernung der Gesellschaft zum Zielmarkt ist eine zentrale Schwäche unserer Gesellschaft. Dieser Nachteil wird insbesondere im Vergleich zu den Mitbewerbern vor Ort deutlich. Während die eigenen Kommunikationskanäle durch Brüche gekennzeichnet sind, agieren die Mitbewerber direkt am Kunden und sind in der Lage, Lösungen sehr kurzfristig bereit zu stellen. Zahlreiche lokale Steuerungslösungen drängen auf den Markt und gefährden die Marktposition. Andererseits zwingt uns die kommunikative Herausforderung zur Professionalisierung des Anforderungsmanagements, was der Softwarestruktur und insgesamt der Stabilität des Produktes zu Gute kommt. Applikationslösungen dauern im Verständnis und in der Umsetzung länger, sind dann aber durch eine hohe Stabilität und langfristige Anpassungsfähigkeit gekennzeichnet.

Der Fachkräftemangel wirkt sich zunehmend auf die Entwicklungsgeschwindigkeit und die Überlastung einzelner Leistungsträger aus. Trotz des massiven Ausbaus und der Professionalisierung des Recruitings wird es immer kritischer, offene Stellen in der Entwicklung durch passendes Personal zu besetzten. Zunehmend kennzeichnend ist die fehlende Grundgesamtheit. Hochqualifizierte Ingenieure sind in unserer Region einfach nicht ausreichend verfügbar. Mitarbeitende aus anderen Kulturkreisen bieten den Vorteil der geringen regionalen Gebundenheit und bereichern zunehmend das kreative Potential des Unternehmens.

Das Unternehmen ist bisher vor wesentlichen Auswirkungen im Bereich Cyber-Crime verschont geblieben. Ein effektiver Versicherungsschutz besteht. Da ein Cyber-Security-Versicherungsschutz nur unter erheblichen Sicherheitsauflagen möglich ist, wird das Sicherheitsniveau in Abstimmung mit unserem Versicherungsträger ständig weiterentwickelt.

Nach der Hochkonjunktur der Jahre 2018 bis 2022 und dem rückläufigen Markt in 2023 ist ein durchschnittliches Marktniveau bezogen auf die Stückzahlen an Leiterplattenbearbeitungsmaschinen kaum abschätzbar. Dennoch muss die Produktionskapazität für die gesamte potentielle Schwankungsbreite des Marktes vorgehalten werden. Es fehlt schlichtweg die Erfahrung, welche Stückzahlen beim Hochlaufen des Markts möglich wären. Diese Situation stellt sich bei näherer Betrachtung als nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Die Sicherung der Marktposition ist wesentlich von der Verfügbarkeit der Steuerung in einem engen Marktumfeld abhängig. Die Kapazitäten am Standort sind beschränkt und durch das aktuelle Marktniveau gut ausgelastet. Ein weiteres Anziehen des Marktes muss durch das Einbinden von Zulieferern abgesichert werden, hat aber durch die Menge an Material im Produktionsprozess eine natürliche Obergrenze. Diese werden zudem vom Wachstum im Bereich Drive Controllers begrenzt. Die erhebliche Erweiterung der Kapazitäten ist im Grunde nur durch bauliche Maßnahmen an einem neuen Standort inklusive der kompletten Verlagerung der Produktion abbildbar. Auch wenn das Grundstück vorhanden ist, bieten die aktuellen weltpolitischen Rahmenbedingungen kaum eine Basis für ein solch umfangreiches Investment.

Gesamtaussage:

Im Rahmen des Risikomanagements erfolgt keine quantitative Erfassung und Bewertung der möglichen Risiken und Chancen. Die wesentlichen Risiken sind dargestellt. Darüber hinaus verfügt die Gesellschaft über ein effektives Risikomanagementsystem, in dem die Risiken umfänglich erfasst werden. Die Auswirkung der möglichen Risiken sind nach ihrer Bedeutung für die weitere Entwicklung der Gesellschaft geordnet erfasst. Wesentliche Herausforderungen und Risiken resultieren aus Sicht des Vorstands aus den für die Gesellschaft relevanten und nicht beeinflussbaren Strukturen und Mechanismen der entsprechenden Märkte und Marktregionen. Die Gesellschaft hat die aus ihrer Sicht zu erkennenden Risiken erfasst. Nicht beeinflussbare Entwicklungen werden mit der hohen wirtschaftlichen Stabilität des Unternehmens abgefangen. Andere Risiken werden bewusst eingegangen, da sie untrennbar mit den strukturellen Wachstumschancen verbunden sind. Die Gesamtperspektive stellt sich aufgrund zukunftsorientierter Produkte und antizipierter Marktentwicklungen als positiv dar. Geopolitische Handelsbeschränkungen, die sich insbesondere aus der US-Wahl im November ergeben könnten, haben potentiell negative Auswirkungen auf die Perspektiven der Gesellschaft.

V. Risikobericht über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen und Guthaben bei Kreditinstituten sowie sonstige Verbindlichkeiten.

Die Gesellschaft verfügt über einen solventen Kundenstamm. Forderungsausfälle sind die absolute Ausnahme. Zudem wird ein Großteil der Forderungen über Akkreditive abgewickelt.

Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsziele beglichen.

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Gesellschaft ist die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Beim Management der Finanzpositionen wird eine konservative Risikopolitik verfolgt.

Zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko werden Liquiditätspläne erstellt.

Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein adäquates Debitorenmanagement.

Es sind keine Risiken aus Finanzinstrumenten erkennbar, die für die Lage oder die voraussichtliche Entwicklung von Bedeutung sind. Derivative Finanzinstrumente werden nicht eingesetzt.

VI. Bericht über Zweigniederlassungen

Zweigniederlassungen werden von der Gesellschaft nicht unterhalten.

 

Lüneburg, den 2. Mai 2024

Der Vorstand

gez. Markus Meyer

gez. Torsten Blankenburg

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 15.861.957,90 16.896.568,25
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 174.273,71 325.846,71
1. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 174.273,71 325.846,71
II. Sachanlagen 15.167.403,82 16.050.441,17
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.849.118,49 10.074.434,99
2. technische Anlagen und Maschinen 2.660.602,00 3.005.927,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.517.368,00 2.796.073,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 140.315,33 174.006,18
III. Finanzanlagen 520.280,37 520.280,37
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 153.709,05 153.709,05
2. Beteiligungen 366.571,32 366.571,32
B. Umlaufvermögen 56.045.704,65 54.486.332,84
I. Vorräte 24.640.521,40 26.497.130,99
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 9.947.759,29 10.533.576,14
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 645.824,12 622.305,43
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 21.457.423,96 17.455.625,71
C. Rechnungsabgrenzungsposten 284.779,85 380.894,45
Bilanzsumme, Summe Aktiva 72.192.442,40 71.763.795,54

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 67.993.570,47 68.821.953,93
I. gezeichnetes Kapital 2.700.000,00 2.700.000,00
II. Gewinnrücklagen 38.957.561,83 38.957.561,83
III. Bilanzgewinn 26.336.008,64 27.164.392,10
B. Rückstellungen 3.301.866,76 2.049.726,47
C. Verbindlichkeiten 897.005,17 892.115,14
1. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 240.870,49 78.276,16
Bilanzsumme, Summe Passiva 72.192.442,40 71.763.795,54

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 26.648.984,82 30.867.190,93
2. Personalaufwand 16.469.714,09 16.992.780,84
a) Löhne und Gehälter 13.944.249,71 14.455.522,38
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.525.464,38 2.537.258,46
3. Abschreibungen 1.449.202,89 1.474.879,26
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.449.202,89 1.474.879,26
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 3.916.733,11 5.541.363,22
5. Erträge aus Beteiligungen 28.125,00 1.305.712,25
davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 1.242.431,00
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 402.500,63 20.742,23
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 351,00 57.415,82
8. Steuern vom Einkommen und Ertrag 1.885.278,22 2.665.018,40
a) Ertrag aus der Veränderung latenter Steuern 0,00 164.400,00
9. Ergebnis nach Steuern 3.358.331,14 5.462.187,87
10. sonstige Steuern 26.714,60 33.278,96
Jahresüberschuss 3.331.616,54 5.428.908,91

Anhang

I. Allgemeine Angaben zum Unternehmen

Die Sieb & Meyer Aktiengesellschaft hat ihren Sitz in Lüneburg. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Lüneburg unter HRB 1805 eingetragen.

II. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Die Gesellschaft ist nach Ausübung des Wahlrechts, die Schwellenanhebung zur Ermittlung der Größenklassenkriterien bereits für das Geschäftsjahr 2023 zu berücksichtigen, zum Bilanzstichtag eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB.

Der vorliegende Jahresabschluss ist unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungsgrundsätzen nach den für mittelgroße Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt.

Die Gliederung der Bilanz erfolgt nach den Vorschriften der §§ 266 ff. HGB, die der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB.

III. Bilanzierung- und Bewertungsmethoden

Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden übernommen werden.

Die Bewertung der einzelnen Vermögens- und Schuldposten erfolgt entsprechend den handelsrechtlichen Vorschriften.

Im Einzelnen gelten folgende Grundsätze:

Die Bewertung des Anlagevermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Soweit ein niedrigerer Wert am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen.

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt.

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet und werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer zum Teil linear, zum Teil degressiv abgeschrieben. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu Anschaffungskosten von EUR 800,00 wurden im Jahr des Zugangs aktiviert und voll abgeschrieben.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, sofern keine außerplanmäßigen Abschreibungen wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung erforderlich sind.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert. Eigenerzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Sie enthalten neben Einzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Auf nicht gängige Teile sind durch Berücksichtigung von Marktrisiken Gängigkeitsabschläge vorgenommen worden.

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden unter Beachtung von § 256a HGB mit dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenkassamittelkurs bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken sind durch Wertberichtigungen berücksichtigt; dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.

Die Guthaben bei Kreditinstituten wurden zum Nennwert angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden nur solche vor dem Bilanzstichtag geleisteten Ausgaben aktiviert, die Aufwand für eine kalendermäßig bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr und Vorjahre betreffende, noch nicht veranlagten Steuern.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

IV. Angaben zu Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 ist im folgenden Anlagenspiegel dargestellt.

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.498.581,10 71.894,31 22.595,82
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 2.498.581,10 71.894,31 22.595,82
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 17.562.420,45 199,50 0,00
technische Anlagen und Maschinen 4.835.290,75 84.000,00 83.743,87
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.416.093,37 174.453,72 109.887,18
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 174.006,18 96.376,01 0,00
Summe Sachanlagen 29.987.810,75 355.029,23 193.631,05
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 153.709,05 0,00 0,00
Beteiligungen 516.571,32 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 670.280,37 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 33.156.672,22 426.923,54 216.226,87
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2023
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 2.547.879,59
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 2.547.879,59
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 17.562.619,95
technische Anlagen und Maschinen 36.000,00 4.871.546,88
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 94.066,86 7.574.726,77
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -130.066,86 140.315,33
Summe Sachanlagen 0,00 30.149.208,93
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 153.709,05
Beteiligungen 0,00 516.571,32
Summe Finanzanlagen 0,00 670.280,37
Summe Anlagevermögen 0,00 33.367.368,89
Abschreibungen Geschäftsjahr
EUR
kumulierte Abschreibungen 31.12.2023
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 223.467,31 2.373.605,88
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 223.467,31 2.373.605,88
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 225.516,00 7.713.501,46
technische Anlagen und Maschinen 452.994,00 2.210.944,88
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 547.225,58 5.057.358,77
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 1.225.735,58 14.981.805,11
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
Beteiligungen 0,00 150.000,00
Summe Finanzanlagen 0,00 150.000,00
Summe Anlagevermögen 1.449.202,89 17.505.410,99
Buchwert 31.12.2023
EUR
Buchwert 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 174.273,71 325.846,71
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 174.273,71 325.846,71
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.849.118,49 10.074.434,99
technische Anlagen und Maschinen 2.660.602,00 3.005.927,00
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.517.368,00 2.796.073,00
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 140.315,33 174.006,18
Summe Sachanlagen 15.167.403,82 16.050.441,17
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 153.709,05 153.709,05
Beteiligungen 366.571,32 366.571,32
Summe Finanzanlagen 520.280,37 520.280,37
Summe Anlagevermögen 15.861.957,90 16.896.568,25

Anteilsbesitz

Die Gesellschaft hält folgende Anteile:

Name, Sitz Beteiligungsquote
%
Eigenkapital (umgerechnet)
TEUR
Letztes Jahresergebnis (umgerechnet)
TEUR
SIEB & MEYER ASIA CO., LTD., Taiwan 100,00 1.802 470
INENSUS GmbH, Goslar 14,06 1.449 307

Für beide Gesellschaften liegt der Jahresabschluss zum 31.12.2022 vor.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden mit dem Nennwert bilanziert. Erforderliche Einzelwertberichtigungen, die sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko richten, sind mit TEUR 49 (Vj.: TEUR 19) berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wurde durch eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von einem Prozent auf den restlichen Forderungsbestand Rechnung getragen.

Sämtliche Forderungen sowie sonstige Vermögensgegenstände haben wie auch im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt TEUR 646 (Vj.: TEUR 622) stammen ausschließlich aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 0 (Vj.: TEUR 1.242)

Das gezeichnete Kapital der Sieb & Meyer Aktiengesellschaft liegt unverändert bei EUR 2.700.000,00 und ist eingeteilt in 1.040.000 nennwertlose Stückaktien.

Angaben zur Ergebnisverwendung gem. § 158 Abs. 1 AktG:

2023
EUR
2022
EUR
Jahresüberschuss gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 3.331.616,54 5.428.908,91
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 23.004.392,10 21.735.483,19
Einstellung in die Gewinnrücklagen
- in andere Gewinnrücklagen 0,00 0,00
Bilanzgewinn 26.336.008,64 27.164.392,10

Die anderen Gewinnrücklagen werden im Geschäftsjahr unverändert zum Vorjahr mit EUR 38.687.561,83 ausgewiesen.

Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie auch im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt TEUR 241 (Vj.: TEUR 78) stammen ausschließlich aus Lieferungen und Leistungen.

Die Erträge aus Währungsumrechnung betragen TEUR 42 (Vj.: TEUR 13), die Aufwendungen aus Währungsumrechnung TEUR 9 (Vj.: TEUR 147).

V. Sonstige Angaben

1. Honorar des Abschlussprüfers

Das berechnete Honorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2023 beträgt TEUR 59.

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in folgender Höhe:

2024
TEUR
2025 - 2028
TEUR
Service- und Wartungsverträge 348 48
Miet- und Leasingverträge 153 25

3. Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Aufwendungen für Organe

Dem Vorstand gehörten im Geschäftsjahr an:

Herr Markus Meyer, Lüneburg; Diplom-Psychologe

Herr Torsten Blankenburg, Bienenbüttel; Diplom-Ingenieur

Die Angabe der Vergütung für die Mitglieder des Vorstands unterbleibt gem. § 286 Abs. 4 HGB.

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr an:

Herr Michael Semrau, Lüneburg (Vorsitzender), Rechtsanwalt

Herr Prof. Dr. Matthias Meyer, St. Augustin (stellvertretender Vorsitzender)

Geschäftsführer des Verbandes der Diözesen Deutschlands, Bonn

Herr Prof. Dr. Andreas Köster, Hamburg,

Geschäftsführer Tropag Oscar H. Ritter Nachf. GmbH

Die Bezüge des Aufsichtsrats betrugen TEUR 38.

4. Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer des Unternehmens beträgt 231 (Vj.: 232). Die Mitarbeitenden sind in den folgenden Bereichen tätig.

Forschung und Entwicklung 77
Produktion 93
Vertrieb 31
Verwaltung 19
Logistik 11
231

5. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag liegen nicht vor.

6. Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, den im Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2023 ausgewiesenen Bilanzgewinn von EUR 26.336.008,64 wie folgt zu verwenden:

EUR
- Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen 25.868.008,64
- Verteilung an die Aktionäre 468.000,00

Dies entspricht einer Dividende von EUR 0,45 pro Aktie.

 

Lüneburg, den 2. Mai 2024

Der Vorstand

gez. Markus Meyer

gez. Torsten Blankenburg

Bericht des Aufsichtsrats

Die Sitzungen des Aufsichtsrates haben im Berichtsjahr stattgefunden am 21.06.2023 und 11.12.2023. In den Sitzungen hat der Vorstand den Aufsichtsrat über die Lage der Gesellschaft und über den Geschäftsverlauf unterrichtet. Außerdem wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand vierteljährlich schriftlich über diese Themen informiert.

Die Hauptversammlung vom 21.06.2023 hatte die AMP GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Lüneburg, zum Abschlussprüfer für den Abschluss der Sieb & Meyer AG zum 31.12.2023 bestimmt. Dieser Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat der Aufsichtsrat daher den Prüfungsauftrag erteilt. Die Prüfung hat im ersten Halbjahr 2024 stattgefunden. Dem Aufsichtsrat liegt der entsprechende Prüfungsbericht vor. In der Aufsichtsratssitzung vom 17.06.2024 hat der Prüfer den Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses 31.12.2023 vorgetragen und erläutert. Fragen des Aufsichtsrates wurden vom Abschlussprüfer eingehend beantwortet. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung des Aufsichtsrats sind Einwendungen nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat billigte den Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses einstimmig.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und allen Mitarbeitern seinen Dank für die im Jahr 2023 geleistete sehr erfolgreiche Arbeit aus.

 

Lüneburg, den 17.06.2024

Der Aufsichtsrat

Vorsitzender

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 08.05.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Der folgende unabhängige Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss ohne Inanspruchnahme von Offenlegungserleichterungen.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Sieb & Meyer Aktiengesellschaft

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Sieb & Meyer Aktiengesellschaft - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sieb & Meyer Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Lüneburg, 3. Mai 2024

AMP GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Petersen, Wirtschaftsprüfer

gez. Behrens, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.