LEWA Solutions GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Stefan Götz seit 18.12.2025 | Prokura |
Carolina Bada Nerin seit 30.10.2024 | Prokura |
Joachim Hees seit 25.4.2024 | Prokura |
Jörg Ludwig Holzhammer seit 3.5.2022 | Prokura |
Thomas Geiger seit 2.7.2013 | Prokura |
Florian Kieninger seit 2.7.2013 | Prokura |
Martin Dr. Fiedler seit 12.2.2013 | Geschäftsführer |
Stefan Glasmeyer seit 23.1.2013 | Geschäftsführer |
Uta Madel seit 13.10.2010 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Atlas Copco Aktiebolag | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
LEWA GmbHLeonbergJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die LEWA GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der LEWA GmbH, Leonberg - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der LEWA GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die in Abschnitt "Erklärung der Geschäftsführung der LEWA GmbH zur Festlegung der Zielgrößen gemäß § 289f. Abs. 4 HGB" des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die in Abschnitt "Erklärung der Geschäftsführung der LEWA GmbH zur Festlegung der Zielgrößen gemäß § 289f Abs. 4 HGB" des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensfortführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, 11. Mai 2021 Ernst
& Young GmbH
Kern, Wirtschaftsprüfer Derosa, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31. Dezember 2020Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für 2020
Anhang für 2020Allgemeine Hinweise Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG in Euro aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften i.S. des § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte auf Tausend EUR (TEUR) gerundet. Registerinformation Die Gesellschaft ist unter der Firma LEWA GmbH mit Sitz in 71229 Leonberg im Handelsregister des Amtsgerichtes Stuttgart unter HRB 253329 eingetragen. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (zwischen 3 und 5 Jahren, lineare Methode) vermindert. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen. Sofern bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens eine dauerhafte Wertminderung vorliegen sollte, wird der niedriger beizulegende Wert bilanziert. Die Abschreibungen werden mit nachfolgenden Nutzungsdauern vorgenommen:
Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen wurden in voller Höhe offen von den Vorräten abgesetzt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Bei unfertigen und fertigen Erzeugnissen wurden Fremdkapitalzinsen nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden nicht aktiviert. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. von den voraussichtlichen Verkaufspreisen wurden Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt oder zum niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag bewertet. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Wertberichtigungen Rechnung getragen. Die flüssigen Mittel sind zum Bilanzstichtag mit dem Nennwert angesetzt. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach dem Stichtag darstellen. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach dem ratierlich degressiven Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Für die Abzinsung wurde das Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 S. 2 HGB in Anspruch genommen und pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der letzten 10 Jahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 2,30 % (Vj. 2,71 %) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Des Weiteren wurden bei der Rückstellungsermittlung folgende Rechnungsannahmen zugrunde gelegt:
Da es keine tätigen Pensionsanwärter gibt, waren keine Fluktuation und keine Erwartungen hinsichtlich der Gehaltsentwicklung zu berücksichtigen. Als Rentenanpassungsrate ist ein Satz von 1,0 % p. a. (Vj. 1,0 %) für Pensionsverpflichtungen aus Entgeltumwandlung und von 1,75 % p. a. (Vj. 1,75 %) für Pensionsverpflichtungen für ehemalige Geschäftsführer in die Berechnung der Pensionsverpflichtung eingeflossen. Kongruent rückgedeckte Altersversorgungszusagen, deren Höhe sich somit ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs bestimmt, sind mit diesem bewertet, soweit er den garantierten Mindestbetrag übersteigt. Eine Rückdeckungsversicherung ist als kongruent zu bezeichnen, wenn die aus ihr resultierenden Zahlungen sowohl hinsichtlich der Höhe als auch hinsichtlich der Zeitpunkte mit den Zahlungen an den Versorgungsberechtigten deckungsgleich sind. Der beizulegende Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs besteht aus dem sogenannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsunternehmens zzgl. eines etwa vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sog. Überschussbeteiligung). Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Gemäß §253 Abs.1 Satz 2 HGB sind Sie in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen bewertet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenz werden verrechnet ausgewiesen. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Soweit Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet werden, kommen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Anwendung: Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, in denen sowohl die "Einfrierungsmethode", bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die "Durchbuchungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments bilanziert werden, angewandt werden können, wird die Einfrierungsmethode angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Angaben zum Anteilsbesitz
(1) Anteil am stimmberechtigten Kapital.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände In den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind wie im Vorjahr keine Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Die Forderungen enthalten TEUR 10.988 (Vj. 11.149) aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten sowie Forderungen i.H.v. TEUR 16.724 (Vj. 28.376) gegenüber verbundenen Unternehmen; davon aus Lieferungen und Leistungen TEUR 16.724 (Vj. 21.285). Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Steuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 0 (Vj. TEUR 428) sowie Vorsteuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 0 (Vj. TEUR 437). Aktive latente Steuern Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 29,13 % zugrunde gelegt. Die aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 437 (Vj. TEUR 162) resultieren im Wesentlichen aus folgenden Bilanzdifferenzen:
Der Betrag von TEUR 437 unterliegt grundsätzlich einer Ausschüttungssperre, die aufgrund ausreichender frei verfügbarer Rücklagen nicht zum Tragen kommt. Eigenkapital Das Stammkapital der Gesellschaft ist vollständig erbracht und beträgt zum Bilanzstichtag EUR 5.000.000. Gesellschafterin ist die NIKKISO Pumps Europe GmbH, Leonberg. Pensionsrückstellungen Die Pensionsrückstellungen decken in voller Höhe die nach dem ratierlich degressiven Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") unter Verwendung der Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck und eines Rechnungszinsfußes von 2,30 % (Vj.2,71 %) ermittelten Barwerte der laufenden Ruhegeldverpflichtungen. Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB:
Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB zwischen dem Verpflichtungswert aus den Pensionsverpflichtungen ermittelt mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der Vergangenen 10 Jahre und dem Verpflichtungswert ermittelt mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Jahre beträgt EUR 66.972 und unterliegt grundsätzlich einer Ausschüttungssperre, die aufgrund ausreichender frei verfügbarer Rücklagen nicht zum Tragen kommt. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 9.641 (Vj. TEUR 8.403) wurden im Wesentlichen für ausstehende Rechnungen, Gewährleistungsansprüche, Urlaubsansprüche, variable Vergütungsbestandteile und Gleitzeit gebildet. Die Rückstellungen resultieren im Wesentlichen aus Garantieverpflichtungen, Personalkostenrückstellungen wie bspw. Urlaub, Gleitzeit, Prämien und Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sowie die übrigen Davon-Vermerke sind nachfolgend dargestellt. Verbindlichkeitsspiegel
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Tätigkeitsschwerpunkte sind die Herstellung von Dosierpumpen, Prozess-Membranpumpen sowie kompletten Dosiersystemen und -anlagen. Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:
Periodenfremde Erträge und Aufwendungen Periodenfremde Erträge bestehen in Höhe von TEUR 1.215 (Vj. TEUR 1.874) und resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen TEUR 901 (Vj TEUR 985) und Wertberichtigungen TEUR 314 (Vj. 888). Wesentliche periodenfremde Aufwendungen sind - wie im Vorjahr auch - nicht angefallen. Sonstige betrieblich Erträge und Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen und Kursgewinne aus Warengeschäften. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten, wie in den Vorjahren im Wesentlichen Aufwendungen für Instandhaltungen, Miete- und Leasingaufwendungen, sowie Vertriebs- und Verwaltungskosten. Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens Im Vergleich zum Vorjahr enthält das Ergebnis TEUR 504 (Vj. TEUR 0) aus Abschreibungen auf Vermögensgenstände des Umlaufvermögens. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Der Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" enthält den Zinsanteil der Rückstellungen für Pensionen und Altersteilzeit in Höhe von TEUR 25 (Vj. TEUR 33). GewinnverwendungsvorschlagDie Geschäftsleitung schlägt vor, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Sonstige Angaben Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Zugunsten verbundener Unternehmen bestehen Bürgschaften aus der Haftung für Bankavale. Diese valutieren zum Bilanzstichtag mit insgesamt 21,4 Mio. EUR. Die LEWA GmbH geht Haftungsverhältnisse nur nach sorgfältiger Risikoabwägung und grundsätzlich nur in Zusammenhang mit ihrer eigenen Geschäftstätigkeit oder der Geschäftstätigkeit verbundener Unternehmen ein. Auf Basis einer kontinuierlichen Evaluierung der Risikosituation der eingegangenen Haftungsverhältnisse und unter Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse geht die Geschäftsführung davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweiligen Hauptschuldnern erfüllt werden können. Die Geschäftsführung schätzt daher bei allen oben aufgeführten Haftungsverhältnissen das Risiko einer Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich ein. Es bestehen in Höhe von TEUR 2.138 sonstige finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:
Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2020 und 2026. Die übrigen finanziellen Verpflichtungen, insbesondere das Bestellobligo für Investitionen, liegen im geschäftsüblichen Rahmen. Derivative Finanzinstrumente Die Gesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente (kurz: Derivate) auch zur Abdeckung von Grundgeschäften ein. Sie dienen der Fixierung von Zahlungsströmen aus in fremder Währung valutierenden Geschäften bzw. der Fixierung von Zahlungsströmen aus zinstragenden Verbindlichkeiten. Die Risiken bestehen im Rahmen von potenziell negativen Marktentwicklungen, die im Zuge einer Stichtagsbetrachtung zu Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften führen können. Bei diesen Derivaten handelt es sich um Finanztitel, die ausschließlich außerhalb der Börse zwischen der LEWA GmbH und Kreditinstituten abgewickelt werden (so genannte Over-the-counter (OTC) - Produkte). Der Zeitwert der Finanzinstrumente wurde auf Basis der folgenden Methoden und Annahmen ermittelt: Bei Devisentermingeschäften wurden die Zeitwerte als Barwert der Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweiligen vertraglich vereinbarten Terminkurse und des Terminkurses am Bilanzstichtag ermittelt. Die Zeitwerte der Zinssicherungskontrakte entsprechen dem Rückkaufswert bei vorzeitiger fiktiver Auflösung der abgeschlossenen Derivate am Bilanzstichtag. Sie wurden auf Basis allgemein anerkannter, von den Marktteilnehmern üblicherweise angewandten finanzmathematischen Methoden ("Mark-to-Market") ermittelt. Zum 31. Dezember 2020 bestanden folgende schwebende derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken: Zinssicherungsgeschäfte
Zinsswap Bewertungseinheiten Der Zinsswap bildet mit der zugrunde liegenden Darlehensvereinbarung eine-Bewertungseinheit. Insoweit wird für dieses Geschäft auf die Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste verzichtet. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und nahestehenden Personen Der überwiegende Teil des Lieferungs- und Leistungsvolumens aus dem üblichen Geschäftsverkehr zwischen der LEWA GmbH und nahe stehenden Unternehmen i. S. des § 285 Nr. 21 HGB entfällt auf verbundene Unternehmen und ist für das Berichtsjahr in der folgenden Tabelle dargestellt:
Darüber hinaus stellt das oberste Konzern-Mutterunternehmen NIKKISO Co. Ltd., Tokio, Japan, Sicherheiten und Garantien für die Bankverbindlichkeiten der LEWA GmbH. Diese belaufen sich zum Stichtag auf 18 Mio. EUR. Alle Geschäfte wurden zu marktüblichen Konditionen vorgenommen. Außerbilanzielle Geschäfte Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit wurden zum Stichtag diverse Bankbürgschaften bei mehreren Kreditinstituten und einem Kreditversicherungsunternehmen in Anspruch genommen. Diese stellen schwebende Geschäfte dar.
Risiken könnten sich dann ergeben, wenn Rückgriffsansprüche seitens der Avalgeber entstehen sollten. Dies würde bei entsprechender Sachverhaltslage zu einer entsprechenden Zahlungsverpflichtung der Gesellschaft führen. Auf Basis einer kontinuierlichen Evaluierung der Risikosituation der eingegangenen Rechtsgeschäfte und unter Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse sieht die Geschäftsführung eine Zahlungsverpflichtung als nicht wahrscheinlich an. Weitere außerbilanzielle Geschäfte wurden nicht getätigt. Geschäftsführung Als Geschäftsführer der Gesellschaft sind bestellt:
Einzelvertretungsberechtigt mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.
Diese sind gemeinsam mit einem weiteren Geschäftsführer oder Prokuristen vertretungsberechtigt. Gesamtbezüge der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats Die Angaben der Organbezüge unterbleiben unter Inanspruchnahme von § 286 Abs. 4 HGB. Die Pensionen ehemaliger Aufsichtsratsmitglieder beliefen sich auf EUR 47.236,95. Mitarbeiter Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:
Nachstichtagsereignisse Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben, liegen nicht vor. Konzernverhältnisse Die NIKKISO Pumps Europe GmbH, Leonberg, hält 100 % der Anteile der LEWA GmbH. Damit ist die LEWA GmbH verbundenes Unternehmen zur NIKKISO Pumps Europe GmbH und ihren mittelbaren und unmittelbaren Tochterunternehmen. Die NIKKISO Co. Ltd., Tokio, Japan, ist die Muttergesellschaft der NIKKISO Pumps Europe GmbH, Leonberg. Die NIKKISO Co. Ltd. stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf. Dieser wird in die deutsche Sprache übersetzt und im Bundesanzeiger veröffentlicht. Dadurch ist die LEWA GmbH gem. § 292 HGB in Verbindung mit § 1 und 2 KonBefrV von der Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses bei dem kleinsten Kreis von Unternehmen befreit. Der von der NIKKISO Co. Ltd. aufgestellte Konzernabschluss entspricht den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS). Honorar des Abschlussprüfers Das im Geschäftsjahr 2020 als Aufwand erfasste Honorar des Abschlussprüfers stellt sich wie folgt dar:
Leonberg, 11. Mai 2021 Tsunehisa Suita Stefan Glasmeyer Dr. Martin Fiedler Entwicklung des Anlagevermögens 2020
Lagebericht für 2020I. Grundlagen der Gesellschaft Die LEWA GmbH mit Sitz in Leonberg ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Nikkiso Pumps Europe GmbH mit gleichem Firmensitz. Beide Gesellschaften gehören zum Nikkiso Konzern, Japan. Gegenstand der LEWA GmbH ist die Herstellung und der Vertrieb von Dosierpumpen, Prozess Membran Pumpen und Pumpen Ersatzteilen sowie kundenspezifischen Systemen und Anlagen für Dosier- und Mischaufgaben, sowie der Erwerb und/oder die Beteiligung an anderen Unternehmen, die sich in den genannten Gebieten betätigen oder die Verwaltung solcher Unternehmensbeteiligungen. Unser Werteversprechen ist es mit innovativen Technologien die Maßstäbe bei Dosier- und Prozesspumpen sowie bei kompletten Anlagen für vielfältige und herausfordernde Anwendungen zu setzen. Mit dem Kunden im Fokus entwickeln wir sichere, kreative und effiziente Lösungen für höchste Ansprüche und Qualität. Geleitet von unseren Werten und den Kunden im Fokus, halten wir unser Wertversprechen die Nummer 1 in "Creating Fluid Solutions" zu werden. Unser Handeln ist geprägt von wertschätzender Klarheit und Verbindlichkeit gegenüber unseren Kunden und Partnern sowie Integrität. Management Entscheidungen werden im Unternehmen vorrangig auf Grundlage der Kennzahlen Auftragseingang, Gesamtleistung und dem EBIT getroffen. II. Geschäfts- und Rahmenbedingungen Konjunkturelle Lage 2020 Im Jahr 2020 hat das SARS-Cov-2-Virus schlagartig das Zusammenleben der Menschen verändert und die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession gestürzt. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ergriffen die Regierungen weitreichende Schutzmaßnahmen vor allem in Form von Lockdowns und Shutdowns sowie umfangreichen Kontaktbeschränkungen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt den Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung für das Jahr 2020 auf preisbereinigt 3,5 %. Erfreulicherweise war die zweite Jahreshälfte von einer deutlichen wirtschaftlichen Erholung geprägt, und da diese stärker als erwartet war, fiel der Einbruch um 0,9 % geringer aus als noch im Oktober 2020 vom IWF prognostiziert. Dennoch ist 2020 gänzlich anders gelaufen als erwartet worden war. Noch im Januar 2020 hatte der IWF ein globales BIP-Wachstum von 3,3 % prognostiziert. In China begann der Ausbruch der Corona-Pandemie. Entsprechend kam es frühzeitiger als in anderen Ländern zu einem massiven Einbruch der Wirtschaftsleistung, aber auch zu einer schnelleren Erholung. In anderen Ländern erholte sich die Wirtschaft ebenfalls im Jahresverlauf, wenn auch zeitversetzt und nicht so markant. Tiefe wirtschaftliche Spuren gab es global insbesondere im April 2020, als einschränkende Maßnahmen gleichzeitig in einer Vielzahl von Ländern galten. China ist die einzige große Volkswirtschaft, die im Jahr 2020 ein positives Wachstum verzeichnete. Mit energischen Eindämmungsmaßnahmen, fiskalischen sowie monetären Hilfen unterstützte die Regierung den Erholungsprozess.
Quelle: IMF World Economic Outlook Update January 2021 In vielen entwickelten Volkswirtschaften erfuhren die privaten Haushalte und Unternehmen umfangreiche fiskalpolitische Unterstützung. Zudem wurden staatlich verordnete Einschränkungen schrittweise gelockert, und gestörte Liefer- und Wertschöpfungsketten kamen wieder in Gang. In den USA und im Euro-Raum erholte sich die wirtschaftliche Aktivität im Sommer deutlich. Im Herbst kam es in Europa aufgrund ansteigender Infektionszahlen zu erneuten Einschränkungen im wirtschaftlichen Leben, die insbesondere den Dienstleistungssektor trafen und bis dato anhalten. Innerhalb Europas litten Italien, Spanien, Frankreich sowie das Vereinigte Königreich besonders unter der Pandemie. Im Falle von Letztgenannten belastete die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Brexit zusätzlich das Wirtschaftsgeschehen. Der weltweite Warenhandel schrumpfte im Gesamtjahr 2020 um geschätzt 5,3 %. Noch tiefer als in der Industrie war die Rezession im Dienstleistungssektor. Quelle: BIP-Zahlen: WTO, Trade Statistics and Outlook, 31. March 2021, VDMA Vorlage für den Geschäftsbericht für 2020, Stand 8. Februar 2021 Wichtige Märkte Ölpreis und Mittlerer Osten Frühe Anzeichen einer Verbesserung in einem schwierigen Umfeld. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus seit Ausbruch der Pandemie im Jahr 2020 haben die Wirtschaft stark beeinträchtigt, wie die Einkaufsmanagerindizes in mehreren Ländern zeigen. Aufgrund dieser Maßnahmen ging zum Teil das reale BIP des Nahen Ostens, Nordafrikas, Afghanistans und Pakistans (MENAP) im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 5 % zurück. Das Wachstum für den Kaukasus und Zentralasien (CCA) ging, obwohl es weiterhin positiv war, auf 3 zurück % pro Jahr. Obwohl sich die Indizes der Einkaufsmanager in den letzten Monaten etwas erholt haben, bleiben die Indikatoren weitgehend gedämpft. Die Verbrauchernachfrage wurde durch den schwachen Tourismus und des reduzierten Personentransfers belastet, die die Haupteinnahmequellen der Region darstellen. Internationale Flüge haben in vielen Ländern so gut wie aufgehört. Die erdölexportierenden Länder wurden durch den Doppelschlag der Pandemie und dem daraus resultierenden starken Rückgang der Ölnachfrage sowie der niedrigen Ölpreise am härtesten betroffen. Nachdem Absturz des Ölpreises auf ein 20-Jahrestief zwischen März und April 2020, ist der Organisation der erdölexportierenden Länder und anderen großen Ölproduzenten (OPEC+) gelungen die Ölpreise durch Förderkürzungen zu stabilisieren. Angesichts des Einbruchs der Ölpreise und der Ölproduktion deuteten die verfügbaren Daten auf einen Einbruch der Öleinnahmen im ersten Halbjahr 2020 hin, der sich einem Maximum von 50 % (für den Irak) näherte (Figure 1.7). Kurz- und mittelfristig blieben Überangebot und große Lagerbestände besorgniserregend, während die Nachfrage weiterhin durch ein geringes Flugverkehrsvolumen gedämpft wurde. Die Veränderung des realen BIP für die MENAP-Ölexporteure (MENAPOE) wird für 2020 auf -6,6 % prognostiziert. Die Schwäche für 2020 folgt auf ein laues Jahr im Jahr 2019, in dem die Aktivität geringfügig um 0,3 % zurückging, und äußert sich sowohl im Öl als auch im Nicht-Öl Bereiche. Das Öl-BIP wird voraussichtlich um 7,7 % schrumpfen. Dies spiegelt die Vereinbarungen der OPEC + über Produktionskürzungen wider, die durch die schwache externe sowie interne Ölnachfrage und die US-Sanktionen gegen die iranischen Exporte verursacht wurden. Das BIP außerhalb des Ölsektors wurde für 2020 um 5,8 % geringer prognostiziert. Dies ist hauptsächlich auf den Zusammenbruch des Dienstleistungssektors zurückzuführen, der auf einen Rückgang der Inlands- und Auslandsnachfrage zurückzuführen ist.
Quelle: IMF Publikation, "Economic Outlook Middle East and Central Asia", Oktober 2020 Flüssiggas Markt (LNG) Die Globale Gasnachfrage fiel um schätzungsweise 2,5 % oder 100 Milliarden Kubikmeter (bcm) im Jahr 2020 - der größte Rückgang aller Zeiten. Inmitten dieses Rückgangs blieb die Gasnachfrage zur Stromerzeugung aufgrund der Kraftstoffumstellung stabil, während die gesamte Lieferkette eine starke Flexibilität bei der Anpassung an Nachfrageschwankungen aufwies. Die Globalisierung des Gashandels schritt mit zunehmender Liquidität voran, während die Preise historische Tiefststände und extreme Volatilität erlebten. Die Covid-19-Krise und ein gut versorgter Markt haben die Investitionen auf Eis gelegt, während die Reformen des Gasmarktes und Initiativen zur Politik für sauberes Gas in den wichtigsten Verbrauchermärkten an Dynamik gewonnen haben. Das Jahr 2021 beginnt mit Preiserholungen in Asien und Europa, da die steigende Nachfrage im Winter das Angebot reduzierte. Es wird jedoch nicht erwartet, dass die Preisspitzen über die kurzfristigen Kälteeinbrüche hinaus anhalten, da die Marktaussichten für 2021 weiterhin fragil sind. Die weltweite Gasnachfrage wird voraussichtlich ihr Niveau von 2019 wieder erreichen, jedoch mit Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung der schnell wachsenden Märkte im Vergleich zu den Kernmärkten. Die branchenspezifische Nachfrage unterliegt andererseits einer Reihe von Risikofaktoren, darunter den Energiewechsel, den langsamen industriellen Aufschwung oder das mildere Wetter. Der globale Gasmarkt gewann 2020 trotz sinkender Nachfrage weiter an Bedeutung und Solvenz. Das spiegelt das wachsende Volumen des am Spotmarkt gehandelten LNGs und einen erheblichen Anstieg des gehandelten Volumens in den regionalen Umschlagplätzen wider. Die kurzfristig gehandelten LNG-Mengen stiegen im Jahr 2020 weiter an. Vorläufige Verschiffungsdaten deuten auf einen Anstieg um fast 8 % hin, der 37 % des weltweiten LNG-Handels ausmacht - den höchsten jemals verzeichneten Anteil. Im Gegensatz dazu ist der Anteil, der im Rahmen langfristiger Verträge gehandelten Mengen zurückgegangen und wurde aufgrund von Frachtstornierungen im dritten Quartal weiter reduziert. Die Vereinigten Staaten waren weiterhin die größte Quelle für flexibles LNG mit einem Anteil von 20 % am Spot- und kurzfristigen Volumen, was mehr als die Hälfte des wachsenden Angebots an Spot- und kurzfristigem LNG ausmacht. Dies ist vor allem durch die Inbetriebnahme von neuen Verflüssigungsanlagen, einschließlich Cameron Train 2 und 3, und der Insel Elba angetrieben. China und Indien blieben mit einem Marktanteil von 20 % bzw. 11 % die weltweit größten Abnehmer von Kurzzeit- und Spot-LNG. Die Käufer in China waren besonders daran interessiert, von den niedrigen Spotpreisen bis 2020 zu profitieren und die Einkäufe im Rahmen von kurzfristigen Verträgen und Spot-LNG im Jahresvergleich um mehr als 50 % zu steigern, wodurch teurere Bezugsquellen, einschließlich Rohrimporte aus Zentralasien, ausgeglichen wurden. Allein auf China fiel 40 % des Bruttowachstums im Spot- und kurzfristigen LNG-Handel. In Europa erhöhte die Türkei die Einkäufe von Kurzzeit- und Spot-LNG um mehr als 50 %, hauptsächlich auf Basis der Rohrimporte aus dem Iran und Russland, insbesondere im ersten Halbjahr 2020. Die Handelsmengen an allen wichtigen regionalen Gasumschlagplätzen nahmen zu. In den USA stieg das am Henry Hub im Jahr 2020 gehandelte Volumen im Jahresvergleich um mehr als 15 %. In Europa stieg in 2020 das an den wichtigsten Umschlagsplätzen gehandelte Gas um 13 %, was hauptsächlich auf die Volumensteigerung von 19 % am TTF-Hub in den Niederlanden zurückzuführen ist. Der Anteil von TTF am gesamten europäischen Gashandel stieg von 66 % auf über 70 % und festigte seine Position als Europas führender Gas Hub weiter. Die an der TTF gehandelten Volumina sind jedoch mehr als zehnmal niedriger als die an der NYMEX gehandelten US-amerikanischen Henry Hub-Volumina. Eine weitere wichtige Entwicklung in Europa war der zunehmende Anteil des an Börsen gehandelten Volumens von einem Drittel im Jahr 2019 auf 38 % im Jahr 2020, die in der Regel standardisierte Produkte anbieten und statt über Händlergeschäfte. In Asien nahm der Handel mit ICE JKM-Derivaten im Jahr 2020 weiter zu und stieg im Jahresvergleich um fast 60 %. Dies zeigt das wachsende Interesse der Marktteilnehmer an einer Diversifizierung der Strategien für das Preisrisikomanagement entlang des anhaltenden Trends der LNG-Kommerzialisierung. Die Verkäufe von Gazprom über Auktionen (für halbjährliche Lieferungen) stiegen 2020 gegenüber 2019 um 30 %, was mehr als 10 % seiner Exporte nach Europa entspricht. Im November 2020 gab Qatar Petroleum die Gründung seines Handelszweigs QP Trading mit dem Auftrag bekannt, ein global diversifiziertes Portfolio aufzubauen und das Preisrisiko über den physischen Handel und den Handel mit Derivaten zu steuern. CO2-neutrales LNG gewann mit mindestens sieben im Jahr 2020 ausgelieferten CO2-Ausgleichsladungen weiter an Bedeutung. Im Pavillon von Singapur fand die weltweit erste LNG-Ausschreibung statt, die die Verpflichtung eines Bieters zur Quantifizierung der mit jeder LNG-Ladung verbundenen Treibhausgasemissionen beinhaltete. Der Auftrag wurde von QP Trading gewonnen, das im November 2020 einen zehnjährigen Produktionsbeteiligungsvertrag unterzeichnete. Quelle: IEA (International Energy Agency) Publication, Gas Market Report Q1-2021, Januar 2021 Chemie Markt Nachdem die chemische Industrie weltweit im Frühjahr 2020 stark ausgebremst wurde, haben sich die dunklen Wolken am Horizont inzwischen weitgehend verzogen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in China und der allmählichen Öffnung vieler wichtigen Volkswirtschaften sieht es für die Branche in der zweiten Jahreshälfte besser aus. So meldet der amerikanische Chemieverband ACC für August eine Zunahme der weltweiten Chemieproduktion um 2,7 % im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt ging die Produktion im Zeitraum Januar bis August um 3,8 % zurück. Die aktuellen Länderberichte der gtai (Germany Trade and Invest) bewerten die Situation für die chemische Industrie in verschiedenen Märkten und informieren über Chancen und Hindernisse vor Ort. Schon seit einigen Jahren ist China der größte Chemieproduzent weltweit. Die chemische Industrie ist nach dem Konjunktureinbruch durch die Coronakrise im 1. Quartal inzwischen wieder auf Erholungskurs. Die Zahlen verbessern sich von Monat zu Monat. Insgesamt blieben die Einnahmen des gesamten Chemiesektors im 1. Halbjahr 2020 rund 10 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Am besten entwickelten sich Arzneimittel mit einem geringen Umsatzrückgang von 2,3 %. Einer Einschätzung des China National Chemical Information Center zufolge dürfte Chinas Gesamtchemiebranche in den nächsten fünf Jahren jährlich durchschnittlich um 3 bis 5 % zulegen. Eher gedämpft optimistisch sind aktuell die Aussichten in Südkorea. Die chemische Industrie des Landes bewegt sich in einem schwierigen Umfeld. Die Exporte chemischer Erzeugnisse sanken ohne den wachsenden Pharmabereich um 10 %. Signifikantes Wachstum gab es nur bei Kosmetika, Reinigungsmitteln, Diagnostik- und Laborreagenzien, Desinfektionsmitteln sowie Separatoren für Akkus. Da zurzeit vor allem die IT-Branche mit Schwerpunkt auf Halbleitern und die Batterieherstellung vergleichsweise gut laufen, kommen aus diesen Bereichen die meisten Impulse. Die Chemieindustrie war im 1. Halbjahr 2020 eine der wenigen Wachstumsbranchen in Russland. Die Unternehmen halten an ihren großen Investitionsvorhaben bis auf Weiteres fest. Trotz Coronakrise stieg die Produktion von Chemikalien von Januar bis Juli 2020 um 5,3 % im Vergleich zur Vorjahresperiode. Positiv wirkte sich der hohe Bedarf an Desinfektionsmitteln und Mineraldünger aus. Die Pharmahersteller verzeichneten sogar einen Produktionsanstieg um über 16 %. Die chemische Industrie ist für Moskau eine strategische Schlüsselbranche, um durch die Verarbeitung von Öl und Gas mehr Wertschöpfung im eigenen Land zu erzielen. Sie soll in den nächsten Jahren massiv modernisiert werden. Aus den Vereinigten Staaten kommen hingegen derzeit sehr unerfreuliche Nachrichten. Bereits vor Ausbruch der Coronakrise hatte sich das Wachstum der US-Chemie verlangsamt, unter anderem wegen des Handelsstreits mit China. Nun schlägt die Corona-Pandemie voll zu. Nach einem minimalen Wachstum 2019 wird die Branche 2020 um 9 bis 15 % schrumpfen, schätzt der Verband American Chemistry Council (ACC) zur Jahresmitte. Die Investitionen in die US-Chemieproduktion dürften um 18 % auf rund 29 Milliarden US-Dollar (US$) zurückgehen. Mit einer kräftigen Erholung rechnet ACC allerdings bereits im kommenden Jahr. Viele US-Chemieunternehmen richteten ihre Kapazitäten auf die Produktion von Gütern zur Bekämpfung von Covid-19 aus. Die Nachfrage bedeutender Abnehmerbranchen wie Kfz und Bau ist eingeknickt. Wegen des Einbruchs der Bohraktivitäten um geschätzt 60 bis 70 % in 2020 Jahr droht der Öl- und Gas-Branche jetzt eine Pleitewelle. Zu den wenigen Lichtblicken im Chemiebereich zählen - im Gegensatz zu vielen anderen Standardkunststoffen - Polypropylen, da es unter anderem für Mikrofasern in der Produktion von Atemschutzmasken benötigt wird, und Polyethylen, welches bei Verpackungen zum Einsatz kommt. Auch ist die Nachfrage nach anderen synthetischen Materialien für persönliche Schutzausrüstung gestiegen. Auch in der Türkei sind die Perspektiven derzeit deutlich eingetrübt. Inlandsnachfrage und Investitionen sind 2020 zurückgegangen. In der Vergangenheit setzten die meisten Unternehmen bei Absatzproblemen auf dem Binnenmarkt auf Exporte. In diesem Zusammenhang zeigt sich der Istanbuler Fachverband türkischer Chemieexporteure aktuell optimistisch. Trotz der Konjunktureinbrüche auf wichtigen Absatzmärkten kann demnach das Exportniveau des Vorjahres voraussichtlich gehalten werden. Langfristig sind höhere Investitionen in den Ausbau der petrochemischen Industrie geplant. Die Corona-Krise und der achtwöchige Lockdown in Frankreich haben auch die Chemieindustrie hart getroffen. Die meisten Firmen waren durch unterbrochene Lieferketten, fehlende Mitarbeiter und Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen gezwungen, ihre Produktion einzuschränken. Die Nachfrage wichtiger Abnehmerbranchen wie Bau- und Kfz-Industrie brach ein. Die starke Exportorientierung der französischen Chemieindustrie erwies sich in der Krise als Nachteil. Farben und Seifen, die vor allem auf Privathaushalte als Abnehmer abzielen, haben nach einem anfänglichen Einbruch kräftig aufgeholt. Andere Bereiche wie Parfums und Körperpflegemittel leiden unter einer anhaltend niedrigeren Nachfrage. Die Agrarchemie hat ihre Umsätze halten können, trotz einer Erntesaison mit schwierigen Witterungsbedingungen. Die Investitionsaussichten haben sich in der Krise stark eingetrübt. Die britische Chemieindustrie kommt im Vergleich dazu gut durch die Krise. Für 2020 erwartet der Industrieverband Make UK einen leichten Rückgang der Chemieproduktion von 3,6 %. Auch 2021 wird die Chemieproduktion laut Make UK noch um 1,8 % zurückgehen. Von der stark gestiegenen Nachfrage nach Desinfektionsmitteln profitieren insbesondere die Reinigungsmittelhersteller, wie zum Beispiel der Branchenriese Reckitt Benckiser, der eine 60-fach gestiegene Weltmarktnachfrage nach Desinfektionsmitteln sieht. Große Sorgen bereitete der Branche die Gefahr eines No-Deal-Brexits. So plant laut einer Chemical Watch-Umfrage vom Juni 2020 jedes fünfte britische Chemieunternehmen Verlagerungen weg von der Insel. Die Aussichten für Brasiliens Chemieindustrie sind weiterhin verhalten. Schon in 2019 lag die Auslastung der Betriebe nur bei 70 %. Im April und Mai 2020 erlebte die Chemieindustrie einen historischen Konjunktureinbruch. Doch es gibt auch Profiteure. So lag die Inlandsnachfrage nach Industriechemikalien in den ersten sieben Monaten sogar 8 % höher als im Vorjahr. Die Produktion von Reinigungsmitteln lief auf Hochtouren. Aufwärts geht es zukünftig weiter für die Agrarchemie. Mit drei Ernteperioden pro Jahr und wachsenden Anbauflächen bleibt Brasilien der weltweit wichtigste Markt für Pflanzenschutzmittel. Quelle: VDMA Bericht vom 12. Oktober 2020, Weltweite Chemiebranche trotzt Corona-Krise (https://arm.cdma.org:443) Globaler Maschinenbau Infolge der Corona-Pandemie sank die globale Maschinenproduktion im zweiten Quartal 2020 drastisch. Analog zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung war der Einbruch in China ein Quartal früher. Im Jahresverlauf erholte sich der Maschinenbau dann weltweit von den Tiefpunkten, jedoch mit unterschiedlicher Dynamik. Der Welt-Maschinenumsatz sank im Jahr 2020 laut Schätzung von Oxford Economics preisbereinigt um 6 %. Allein in China gelang es zügig auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Bereits im zweiten Quartal 2020 wurde das Vorkrisenniveau übertroffen. Der Maschinenumsatz wurde auf Jahresbasis um rund 5 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert. An den anderen großen Standorten war der Jahresabschluss negativ. Auch hier setzt sich das Vereinigte Königreich mit besonders starken Rückgängen negativ von den anderen großen Maschinenherstellern ab. Quelle: VDMA Prognosespiegel international, Dezember 2020, VDMA Vorlage für den Geschäftsbericht für 2020, Stand 8. Februar 2021 Deutsche Konjunktur Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt war im Jahr 2020 nach ersten noch vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 5,0 % niedriger als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft geriet nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona- Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession, ähnlich wie zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Hier enden aber schon die Gemeinsamkeiten. Der konjunkturelle Einbruch fiel im Jahr 2020 den vorläufigen Berechnungen zufolge insgesamt nicht nur etwas weniger stark aus als 2009 mit - 5,7 %. Anders als während der Finanz- und Wirtschaftskrise, als der gesamte Konsum die Wirtschaft stützte, gingen insbesondere die privaten Konsumausgaben im Jahr 2020 im Vorjahresvergleich mit 6,0 % so stark wie noch nie zurück. Die Konsumausgaben des Staates wirkten demgegenüber mit einem preisbereinigten Anstieg von 3,4 % auch in der Corona-Krise stabilisierend, wozu unter anderem die Beschaffung von Schutzausrüstungen und Krankenhausleistungen beitrugen. Die Bruttoanlageinvestitionen verzeichneten preisbereinigt mit -3,5 % den deutlichsten Rückgang seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Dabei legten die Bauinvestitionen entgegen diesem Trend um 1,5 % zu. In Ausrüstungen (Investitionen in Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge) wurden im Jahr 2020 preisbereinigt 12,5 % weniger investiert als im Vorjahr. Die Investitionen in sonstige Anlagen - darunter fallen vor allem Investitionen in Forschung und Entwicklung - fielen ersten Schätzungen zufolge preisbereinigt um 1,1 %. Die Corona-Pandemie wirkte sich vor allem durch massive Störungen der Liefer- und Logistikketten massiv auf den Außenhandel aus: Die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen gingen im Jahr 2020 erstmals seit 2009 zurück, die Exporte preisbereinigt um 9,9 %, die Importe um 8,6 %. Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahresdurchschnitt 2020 von 44,8 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 477.000 Personen oder 1,1 % weniger als 2019. Quelle: Statistisches Bundesamt, VDMA Vorlage für den Geschäftsbericht für 2020, Stand 8. Februar 2021 Deutscher Maschinen- und Anlagenbau Die preisbereinigte Produktion im Maschinenbau in Deutschland hat nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ihr Vorjahresniveau im Jahr 2020 um 12,1 % verfehlt. Im ersten Quartal hatte sich durch ein nur noch geringes Minus von 2 % im Auftragseingang (jeweils Vorjahresvergleiche) sowie positivere Geschäftsklimaindikatoren zwar noch ein Ende der Rezession im Vorjahr 2019 abgezeichnet. Doch ein möglicher Aufschwung wurde rasch durch das Virus vereitelt. Nach ersten Ausfällen in Folge der Pandemie, zunächst in China, rissen vor allem in den Monaten April und Mai viele Lieferketten oder waren zumindest stark angespannt. Die Produktion geriet stark unter Druck. Im Juni konnte in der Fertigung zwar Einiges nachgeholt werden. Doch der Einbruch im Bestelleingang seit April setzte die Produktion von Maschinen nur einen Monat später erneut unter Druck. Zum Jahresende hin lief es weniger schlecht. Ein Zuwachs der Aufträge im vierten Quartal von insgesamt 4 % half hier und da der Maschinenproduktion auf die Sprünge. Die Produktion sank im vierten Quartal noch um 7,2 %. Allerdings spielt hier auch das niedrige Niveau der Vergleichsbasis (4. Quartal 2019) eine nicht zu unterschätzende Rolle. Produktion und Umsatz erreichten ein Niveau von 199 und 203 Mrd. Euro (beides geschätzte Werte). Quelle: Statistisches Bundesamt, VDMA Vorlage für den Geschäftsbericht für 2020, Stand 8. Februar 2021 Konjunkturelle Aussichten 2021 Der Ausblick auf 2021 ist mit großen Unsicherheiten verbunden. Der erneute Anstieg der Infektionen Ende 2020, auch durch Virusmutationen beschleunigt, führte abermals zu einschneidenden Einschränkungen in Teilbereichen des Wirtschaftslebens und umfangreichen Kontaktbeschränkungen bis hin zu Ausgangssperren. Dies wird sich im ersten Quartal 2021 fortsetzen und in Teilbereichen der Wirtschaft die konjunkturelle Erholung, insbesondere in der Euro-Zone, abschwächen. Aufgrund der starken politischen Unterstützung und der voraussichtlich breiten Verfügbarkeit von Impfstoffen im Sommer 2021 ist der Ausblick des IWF für das Gesamtjahr 2021 positiv. Ein weltwirtschaftliches Wachstum von 5,5 % erscheint möglich. Dabei spielt auch der niedrige Basiswert aus 2020 eine Rolle. Die Umsetzung der bereits gefällten Entscheidungen zur Stützung der Konjunktur sowie zur Stärkung eines strukturellen Wachstumsprozesses in wichtigen Absatzregionen, nicht zuletzt in der EU, sowie zusätzliche politische Maßnahmen, vor allem in den USA und Japan befördern die weltwirtschaftliche Entwicklung. Hinzu kommt eine generelle Entspannung der Handelspolitik. Die US-Volkswirtschaft soll demnach um 5,1 % zulegen und in der zweiten Jahreshälfte 2021 das Aktivitäten-Niveau von Ende 2019 erreichen. Für Japan wird ein Plus von 3,1 % vorhergesagt. Für die Euro-Zone (plus 4,2 %) sowie das Vereinigte Königreich (plus 4,5 %) ist der Ausblick weniger optimistisch, denn die Zuwachsraten werden im laufenden Jahr noch nicht die schwere Kontraktion von 2020 ausgleichen. Dies wird erst für 2022 erwartet. Auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern variieren die Erholungspfade. Während China sein Wachstum wenn auch mit verminderter Rate, aber auf hohem Niveau fortsetzt, sollen die aufstrebenden Länder in Asien 2021 das Vorkrisenniveau wieder erreichen. Dagegen ist der Ausblick für Lateinamerika sowie den Nahen Osten und Zentralasien verhalten. Afrika in Summe dürfte das Vorkrisenniveau 2021 erreichen. In den großen Volkswirtschaften Süd-Afrika und Nigeria soll dies erst nach 2022 möglich sein. Quelle: BIP-Zahlen: IMF World Economic Outlook Update January 2021, VDMA Vorlage für den Geschäftsbericht für 2020, Stand 8. Februar 2021 Deutsche Konjunktur, Aussicht 2021 Für das Gesamtjahr 2021 erwartet die Bundesregierung eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von 3,0 %. Es ist davon auszugehen, dass die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal noch deutlich durch die Pandemie beeinträchtigt wird. Im weiteren Verlauf nach Stabilisierung der pandemischen Lage durch die Impfung größerer Bevölkerungsgruppen und der Rücknahme der Einschränkungen des öffentlichen Lebens dürfte die Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen. Grundsätzlich bleibt die Entwicklung der Wirtschaft zunächst jedoch zweigeteilt: Einem von sozialen Kontakten stärker abhängigen und daher durch die Pandemie stärker beeinträchtigten Dienstleistungssektor steht eine sich robust entwickelnde Industrie gegenüber. Im Jahresverlauf ist mit der allmählichen Überwindung der Corona-Pandemie und einer Erholung der Dienstleistungsbereiche zu rechnen. Die vor dem zweiten Lockdown beobachtete positive Entwicklung am Arbeitsmarkt dürfte sich erst im Frühjahr fortsetzen. Steigende Erwerbstätigkeit und Löhne sorgen dann für Einkommenszuwächse und stützen den privaten Konsum. Der staatliche Konsum wird noch einmal expandieren, wenn auch etwas moderater als im vergangenen Jahr. Die Bruttoanlageinvestitionen sollten in diesem Jahr durch die Belebung der Ausrüstungsinvestitionen wieder deutlich steigen. Auch die Investitionen in Bauten werden zunehmen und der deutschen Konjunktur Auftrieb geben. Ebenfalls sollten die Exporte deutlich zulegen. Quelle: Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung, VDMA Vorlage für den Geschäftsbericht für 2020, Stand 8. Februar 2021 Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, Aussicht 2021 Der Maschinenbau in Deutschland wird 2021 von der Erholung der Weltkonjunktur profitieren. Die VDMA-Volkswirte rechnen mit einem Plus in der realen Produktion in Höhe von 4 %. Diese Prognose ist mit höherer Unsicherheit als sonst behaftet, da Vieles noch im Unklaren liegt. Zwar haben zur Jahreswende die Impfungen in vielen Ländern der Erde begonnen, doch sie werden noch Monate, wenn nicht gar Jahre in Anspruch nehmen, Die neuerlichen Lockdowns in vielen Ländern, insbesondere die zunehmenden Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen belasten auch den Maschinenbau, obwohl das Produzierende Gewerbe, der Hauptkunde des Maschinenbaus, in vielen Fällen von administrativen Einschränkungen weitgehend freigestellt ist. In dem Maße, wie die Freizügigkeit wiederhergestellt wird, und vor dem Hintergrund der Erfahrung, dass die Wirtschaft recht schnell Tempo aufnimmt, wird die Nachfrage nach Maschinen und Anlagen expandieren und für zusätzliches Umsatz- und Produktionswachstum sorgen. Gleichwohl erwarten die VDMA-Volkswirte nicht, dass der Maschinenbau in Deutschland bereits 2021 sein ohnehin bescheidenes Produktionsniveau des Jahre 2019 wieder erreichen kann. Dafür war der Rückgang 2020 zu hoch, und der Start ins Jahr 2021 ist nicht unbelastet genug. Zudem sorgt der Strukturwandel, insbesondere im Fahrzeugbau, sicher auch weiterhin für Herausforderungen im Maschinenbau. Auf der internationalen Bühne hat sich dagegen einiges zum Positiven gewandelt: So ist zwischen der EU und UK ein Handels- und Kooperationsabkommen unter Dach und Fach. Das Corona-Konjunkturpaket der EU und der mittelfristige Haushalt der EU konnten nach Widerständen seitens Polen und Ungarn verabschiedet werden. Außerdem haben sich die EU und China auf ein Investitionsabkommen geeinigt, dass den Marktzugang verbessern und die Wettbewerbsbedingungen der EU-Unternehmen in China angleichen soll. Die USA haben ein weiteres riesiges Konjunkturpaket (900 Mrd. US-Dollar) verabschiedet und werden mit dem neuen Präsidenten wieder stärkere Focus auf den Umweltschutz legen. All diese Facetten entfalten ihre komplette Schlagkraft sicher nicht in einem einzigen Jahr. Doch dürften sie - gemeinsam mit dem Impfstart - ein gutes Maß an Optimismus versprühen. Quelle: VDMA (Originaltext), VDMA Vorlage für den Geschäftsbericht für 2020, Stand 8. Februar 2021 III. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft Auftragseingang und Ertragslage Im Geschäftsjahr 2020 konnten wir einen Auftragseingang in Höhe von 110,7 Mio. EUR erzielen. Der Auftragseingang des Geschäftsjahres 2020 lag somit 15 % unter dem Vorjahresniveau (Vj. 130,1 Mio. EUR), der bislang den besten Wert in der Unternehmensgeschichte darstellte, und rund 11 % unter dem Planwert von 124,1 Mio. EUR. Im Wesentlichen ist der Auftragsrückgang gegenüber dem Vorjahr den Geschäftssegmenten Öl und Gas (-15,2 Mio. EUR) sowie der Prozessindustrie (-8,6 Mio. EUR) zuzuordnen und kann auf den niedrigeren Auftragseingang im Projektgeschäft zurückgeführt werden. Erfreulich ist, dass wir trotz der Covid-19 bedingten Einschränkungen in den restlichen Segmenten "Odorierung", "Clean Markets" als auch im Ersatzteilgeschäft gegenüber dem Vorjahr weiter zulegen konnten. Leicht rückläufig entwickeln sich die Umsatzerlöse; im Vergleich zur Vorjahresmarke von 125,2 Mio. EUR mussten wir einen Umsatzrückgang um 6,3 % auf 117,3 Mio. EUR hinnehmen. Der Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die niedrigeren Absatzzahlen im Bereich von Pumpen zurückzuführen Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2020 beträgt 48,8 Mio. EUR (Vj. 52,2 Mio. EUR), was eine solide Ausgangsbasis für das neue Geschäftsjahr darstellt. Die erzielte Gesamtleistung (Umsatzerlöse plus Bestandsveränderung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse) beträgt 123,0 Mio. EUR. Dies entspricht einer leichten Abnahme um rund 3,9 % gegenüber dem Vorjahr (128,0 Mio. EUR). Die Materialaufwandsquote (Verhältnis Materialaufwand zur Gesamtleistung) konnte konstant auf dem Vorjahreswert von 38,5% gehalten werden. Die Personalkosten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresniveau um 2,1 %, im Wesentlichen bedingt durch das im Geschäftsjahr beschlossene freiwillige Abfindungsprogramm. Die Abschreibungen aus dem Anlagevermögen liegen im laufenden Jahr mit 3,6 Mio. EUR leicht unter dem Niveau des Vorjahres (Vj. 3,9 Mio. EUR). Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen betrug minus 18,5 Mio. EUR im Vergleich zu minus 19,3 Mio. EUR im Vorjahr. Insgesamt erzielten wir im abgelaufenen Jahr ein unbereinigtes EBIT (= Ergebnis vor Beteiligungs- und Finanzergebnis und Ertragsteuern) von 5,1 Mio. EUR (Vj. 8,3 Mio. EUR). Das neutrale Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres beläuft sich auf rund 1,5 Mio. EUR (Vj. 1,9 Mio. EUR) und besteht im Wesentlichen aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen und den in Vorjahren vorgenommenen Wertberichtigungen auf Forderungen sowie aus dem Buchgewinn resultierend aus dem Verkauf von Anteilen an verbundenen Tochterunternehmen. Das Zinsergebnis beträgt minus 0,3 Mio. EUR und ist rund 56 TEUR niedriger als im Vorjahr (Vj. minus 0,4 Mio. EUR) aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert niedrigen Marktzinsumfelds und im Jahresdurchschnitt niedrigeren Netto-Verschuldung aufgrund der planmäßigen Rückführung der Bankverbindlichkeiten. Das Beteiligungsergebnis von 6,8 Mio. EUR beinhaltet Dividendenzahlungen von verschiedenen Tochtergesellschaften. Im Vorjahr konnten 5,4 Mio. EUR vereinnahmt werden. Insgesamt betrug das Jahresergebnis 9,7 Mio. EUR nach 10,4 Mio. EUR im Vorjahr. Vermögens- und Finanzlage Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2020 erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Mio. EUR und beträgt nun 174,9 Mio. EUR (Vj. 167,2 Mio. EUR). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf einen leichten Aufbau im Anlagevermögen (plus 2,5 Mio. EUR) sowie im Umlaufvermögen (plus 4,5 Mio. EUR) zurückzuführen. Im Anlagevermögen verzeichneten wir bei leicht rückläufiger Wertentwicklung bei den Sachanlagen einen Anstieg bei den Finanzanlagen um 4,6 Mio. EUR. Hauptursache dafür war, dass wir einen Teil der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in ein langfristiges Darlehen mit einer ratierlich jährlichen Rückführung gewandelt haben (5,7 Mio. EUR). Im Rahmen der Veränderungen in der Beteiligungsstruktur sind Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 1,1 Mio. EUR abgegangen. Gleichzeitig wurden langfristige Ausleihungen in Höhe von 2,6 Mio. EUR an eine Tochtergesellschaft bei dieser in Eigenkapital umgewandelt. Im Umlaufvermögen steht hauptsächlich der Reduzierung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von rund 11,7 Mio. EUR ein Anstieg der liquiden Mittel um 16,8 Mio. EUR entgegen. Die Entwicklung bei dem Stand der Intercompany-Forderungen ist im Wesentlichen zum einen auf die oben beschriebene neu strukturierte Fristigkeit der Forderungen (5,7 Mio. EUR), zum anderen auf die plangemäße Rückführung der kurzfristigen Darlehensfinanzierung im Konzernverbund (5,0 Mio. EUR) zurückzuführen. Bezüglich der Veränderung der flüssigen Mittel von plus 16,8 Mio. EUR (Vj. plus 0,4 Mio. EUR) verweisen wir auf die Erläuterungen zur Liquiditätslage. Im Stichtagsvergleich haben sich auf der Passivseite der Bilanz Veränderungen bei den sonstigen Rückstellungen (plus 1,2 Mio. EUR), bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (minus -0,9 Mio. EUR) sowie bei den Verbindlichkeiten gegen Verbundene Unternehmen (minus 1,4 Mio. EUR) ergeben. Die Verbindlichkeiten im Intercompany-Bereich erhöhten sich im Wesentlichen aufgrund der Vereinnahmung von flüssigen Mitteln von den Tochtergesellschaften in Höhe von 1,6 Mio. EUR im Rahmen unseres Cash-Pooling-Systems. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden weiterhin planmäßig um 3,9 Mio. EUR vermindert. Das Eigenkapital erhöhte sich durch den Jahresüberschuss in Höhe von 9,7 Mio. EUR auf 134,9 Mio. EUR (Vj. 125,2 Mio. EUR). Dies entspricht einer soliden Eigenkapitalquote von 77,1 % der Bilanzsumme. Investitionen Das Investitionsvolumen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände betrug im laufenden Geschäftsjahr 2,0 Mio. EUR (Vj. 2,1 Mio. EUR) und bestand vorwiegend aus Investitionen im Bereich der Lagertechnik im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen, vollautomatischen Warenwirtschaftssystems (0,3 Mio. EUR), im Bereich der Maschinen und Anlagen (0,2 Mio. EUR) sowie der Betriebs- und Geschäftsausstattung (1,0 Mio. EUR). Forschung und Entwicklung Die LEWA GmbH zeigt weltweit seine Kompetenz in der Flüssigkeitsdosierung, insbesondere mit Membranpumpentechnik in kritischen Verfahren und sicherheitsrelevanten Anwendungen. Die LEWA GmbH arbeitet intensiv an der weiteren Stärkung der Innovationskraft. Der Fokus auf Innovation ist durch eine organisatorische Zusammenführung der beteiligten Kernfunktionen seit Q4/2020 in einem eigenen Bereich gestärkt worden. Alle wesentlichen Funktionen von Market Intelligence, Produktmanagement, Diversifikation, Technical Consulting bis zu Technical Standards, Research & Development sowie produktbezogener Digitalisierung arbeiten jetzt unter einem organisatorischen Dach zusammen. Wir werden in den Folgejahren erhebliche Synergieeffekte aus der organisatorischen und räumlichen Zusammenführung ziehen können. Strategisch werden alle auf den Innovationsbereich wirkende Projekte zur Verbesserung von Prozessen, Organisation und Effizienz vorangetrieben. Neben der erfolgreichen Produkteinführung der Prozesspumpe LDZ wird an der Entwicklung einer leistungsgesteigerten, kompakten Prozessmaschine im unteren Leistungssegment der Prozesspumpen gearbeitet. Im unteren Leistungsbereich der Dosiermembranpumpen ist die Entwicklung einer ergänzenden Serie mit klar abgegrenzten Leistungsmerkmalen in der Validierungsphase. Die neuen Pumpen zeichnen sich durch gute Detaillösungen und eine kompakte, modulare Bauweise mit bewährten, aber für diese Leistungsklasse bisher nicht verfügbaren Produktfeatures aus. Neben der Entwicklung von neuen Pumpenmodellen im Dosier- und Prozesspumpensegment werden aktuell mehrere Produktlösungen für Prozessdatenerfassung, Monitoring, Datenanalyse sowie die Einbindung in Überwachungssysteme entwickelt bzw. weiterentwickelt, Stichwort: Industrie 4.0. Im Jahr 2021 werden Produkte mit digitalen Funktionen und darauf aufbauende Services angeboten werden können. Die Entwicklungsaufwendungen des laufenden Jahres belaufen sich auf rund 3,6 Mio. EUR (Vj. 3,3 Mio. EUR). Die jährliche, kontinuierliche Steigerung der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen wird auch in den Folgejahren weitergeführt werden. Mitarbeiter Die Mitarbeiterzahl betrug 2020 zum Jahresende 549 Mitarbeiter (Abnahme um 36 Mitarbeiter gegenüber Vorjahr 585). Die vorgenannte Anzahl exkludiert 33 Auszubildende. Im Jahresdurchschnitt waren 535 Mitarbeiter (zusätzlich 30 Auszubildende) beschäftigt. Erklärung der Geschäftsführung der LEWA GmbH zur Festlegung der Zielgrößen gemäß § 289f Abs. 4 HGB Aufgrund des am 01. Dezember 2015 in Kraft getretenen Gesetzes "Gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst-Gesetz" waren bei der LEWA GmbH bis zum 30. Juni 2022 zu erreichende Zielgrößen für die Geschäftsführung und die Führungsebenen 1 und 2 unter der Geschäftsführung neu festzulegen. Die bis zum 30.06.2022 zu erreichenden Zielgrößen wurden für die Geschäftsführung mit 0 % und für die Führungsebenen 1 und 2 unter der Geschäftsführung mit 12,5 % bzw. 8,3 % festgelegt. Diese Zielgrößen wurden bereits erreicht und betrugen zum 31. Dezember 2020 in der Geschäftsführung 0 % und auf den Führungsebenen 1 und 2 unter der Geschäftsführung 12,5% bzw. 10,9%. Der geringe Frauenanteil in den technischen Berufen und die sich daraus auch für die LEWA GmbH ergebenden Schwierigkeiten, Frauen als Mitarbeiterinnen und insbesondere für Führungspositionen bei der LEWA GmbH zu gewinnen, sind der Alleingesellschafterin bewusst. Um dem entgegenzuwirken, ist die LEWA GmbH auch weiterhin darum bemüht Maßnahmen zu unternehmen, mit denen gezielt Stellenbewerberinnen angesprochen und Mitarbeiterinnen auch im Hinblick auf Führungspositionen gefördert werden. Naturgemäß braucht es eine gewisse Zeit, bis solche Maßnahmen insbesondere im Hinblick auf Führungspositionen Wirkung zeigen. IV. Risiko- und Chancenbericht Durch unternehmerisches Handeln sollen Unternehmenserfolg und damit auch der Unternehmenswert kontinuierlich erhöht werden. Erreicht wird dies durch konsequentes Verwerten sich bietender Chancen. Unternehmerisches Handeln bedeutet gleichzeitig jedoch auch Eingehen von Risiken. Durch frühzeitiges Erkennen und Bewerten versuchen wir jedoch stets diese durch proaktive Steuerung weitgehend zu vermeiden und zu begrenzen. Dies war gerade in dem fordernden Jahr 2020, in dem sich das Umfeld durch Corona und dem erstmals negativen Ölpreis stark verändert hat, eine wichtige Prämisse unseres Handelns. Die LEWA GmbH hat daher auf Managementebene ein systematisches und effizientes Chancen- und Risikomanagement implementiert, um das Verhältnis von Risiken und Chancen zugunsten einer positiven und nachhaltigen Geschäftsentwicklung zu optimieren. Risikomanagement Sämtliche Unternehmensbereiche bzw. direkten und indirekten Funktionsbereiche sind in das Risikomanagementsystem der LEWA GmbH integriert. Flache Hierarchien und schnelle Kommunikationswege unterstützen uns dabei, auf jeder Unternehmens- bzw. Funktionsebene Risiken zeitnah zu erkennen, zu beurteilen und ihnen mit wirksamen Maßnahmen zu begegnen. In 2020 fand nochmals eine Überarbeitung des Risikomanagements im Bereich der Risikoerkennung und Beurteilung statt. Dazu werden drei wichtige Abstimmungsgespräche definiert und dann monatlich durchgeführt:
Diese drei Besprechungsplattformen erlauben es dem Management-Team alle Entwicklungen beginnend vom Markttrend über klar definierte KPIs auf monatlicher Basis zu besprechen und erforderliche Maßnahmen zu vereinbaren bzw. zu priorisieren. Die gewählten KPIs erlauben dem Management einen 360°-Blick auf die Unternehmensentwicklung einschließlich Chancen und Risiken. Das monatliche Berichtswesen sowie ein internes Kontrollsystem helfen uns, Risiken in unserem alltäglichen Handeln zu identifizieren. Wir haben in 2020 unser Risiko-Monitoring-System durch eine Software basierte Business Intelligence Lösung ergänzt. Darauf aufbauend haben wir auf Top Managementebene ein regelmäßiges, monatliches Reporting auf Basis der ausgewerteten KPIs (Key Performance Indikatoren) etabliert. Dies ist eine erhebliche Verbesserung unseres systematischen Risikomanagements und hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen sowie notwendige Gegenmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten. Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf den Prozessen, die den Erfolg der LEWA GmbH wesentlich beeinflussen. Systemfehler, menschliches Unvermögen und Verstöße gegen die internen Richtlinien werden durch Kontrollen wesentlich reduziert. Risikomanagement in Bezug auf die Rechnungslegung Das Kontrollsystem beinhaltet auch Maßnahmen, die sich auf das Risikomanagement im Bereich Rechnungslegung konzentrieren. Eine ordnungsgemäße Rechnungslegung stellen bei der LEWA GmbH existierende interne Richtlinien und Organisations-anweisungen sicher, die von den Mitarbeitern befolgt werden und die regelmäßig überarbeitet werden. Bei der Aktualisierung werden die Neuerungen von Gesetzen und Vorschriften berücksichtigt. Dabei wird im Bedarfsfall von den jeweiligen Fachverantwortlichen auch auf die Beratung durch externe Ansprechpartner zurückgegriffen. So gewährleisten wir, dass die handelsrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften in unserer Rechnungslegung angewandt werden. Kontinuierliche Beobachtungen der Prozesse, welche einen wesentlichen Einfluss auf die Rechnungslegung haben, helfen Risiken aufzudecken, zu bewerten und zu vermeiden. Zudem werden die Richtlinien und Kontrollen weiter optimiert, um Fehler von vornherein zu vermeiden. Zum Beispiel wird in wichtigen Bereichen für eine erhöhte Sicherheit das Vier-Augen-Prinzip angewandt während ein integriertes ERP-System dafür Sorge trägt, dass die Datenqualität erhöht wird. Chancenmanagement Als Gegenpol zum Risikomanagement der LEWA GmbH gehört ein ebenso wirkungsvolles Chancenmanagement, da Risiken und Chancen oft eng verflochten sind. Eine Risikobewertung berücksichtigt daher gleichzeitig das eventuelle Vorhandensein von Chancen. Das Abwägen der möglichen Chancen gegen die entsprechenden Risiken sowie eine ausführliche Analyse der Wechselwirkungen führt uns zu der Entscheidung, welche Risiken eingegangen werden. Dies sind nur Risiken, welche als kontrollierbar eingestuft und durch die möglichen Chancen kompensiert werden. Einen Überblick über die gesamt- und branchenwirtschaftlichen Chancen erhalten wir durch umfangreiche Markt- und Wettbewerbsanalysen, die wir sehr detailliert mit unseren Tochtergesellschaften erarbeiten und für Entscheidungen nutzen. Die Abstimmung mit unseren Potenzialen nutzen wir, um unseren Marktanteil weiter auszubauen. Gleichzeitig wollen wir durch frühzeitiges Erkennen von Trends und Veränderungen am Markt diesen aktiv mitentwickeln. Dabei spielt neben einem detaillierten Berichtswesen mit Abweichungsanalysen und Entwicklungsprognosen auch eine intensive Kommunikation mit unseren Kunden eine wesentliche Rolle. Unser globales Vertriebsnetz ermöglicht uns auch auf weltweite Entwicklungen rasch zu identifizieren und reagieren zu können. Unser Produktmanagement mit dem Ansatz der Diversifikation haben wir mit Ende 2020 in den neuen Bereich Innovation integriert. Dadurch wollen wir Trends und Chancen am Markt noch besser nutzen und für die LEWA GmbH wichtige Anwendungen konsequent identifizieren und weltweit ausrollen. Risiken Gesamtwirtschaft Für weltweit operierende Unternehmen wie die LEWA GmbH ist eine breite Aufstellung im Bereich von Industrien und Anwendungen, Kundengruppen, aber auch Ländern/ Regionen extrem wichtig. In den letzten Jahren ist es gelungen, mögliche Risiken weiter zu verteilen. Das hat sich in 2020 für die LEWA Gruppe nochmals ausgezahlt. 2020 war sicher wirtschaftlich das schwierigste Jahr in den letzten Jahrzehnten. Trotzdem ist es uns gelungen, den massiven Einbruch im Öl & Gas-Bereich zum Vorjahr durch andere Anwendungsgebiete teilweise zu kompensieren. Unsere Aktivitäten im Odor-Bereich haben in diesem Segment zum besten Auftragseingang in der Firmengeschichte geführt. Auch für die Herstellung von Impfstoffen gegen Covid-19 konnten wir uns als Lieferant bei namhaften Unternehmen platzieren. Gleichzeitig konnten wir weiterhin von den sehr guten Investitionen im Segment der Prozessindustrie profitieren. Dabei helfen uns die vielfältigen, zum Teil sehr anspruchsvollen Anwendungen, in der breit gefächerten Prozessindustrielandschaft. Die weltweiten Informationen, die in der Abteilung ,Internationale Projektkoordination' zusammenlaufen, erlauben uns, Trends frühzeitig zu erkennen und vorhandene Marktpotentiale bestmöglich für die LEWA GmbH zu nutzen. Auch hier zahlt sich die sehr strukturierte Arbeit jedes Jahr für uns aus. Eine gute Hit-Rate bei Projekten und die bestmögliche Koordinierung der Projekte unter Nutzung der globalen Organisation sind weitere wichtige Bausteine unsere Arbeit. Um das konjunkturelle Risiko weiter zu verringern, wird die monatliche Entwicklung sehr genau bewertet. Kosten und Kapazitäten können entsprechend der Entwicklung sehr zeitnah und flexibel angepasst werden. Hierbei helfen die vorhandenen flexiblen Arbeitszeitmodelle. Technologie und Innovation Innovation und Qualität bei Pumpen, Anlagen und Service sind bei der LEWA GmbH wichtige Erfolgsfaktoren und damit umgekehrt auch ein Risikofaktor. Wir bauen stark auf Kunden- und Marktnähe, aus deren Bedürfnissen wir die im Abschnitt Forschung und Entwicklung benannten neuen Entwicklungsprojekte herleiten. Unsere Investitionen in Innovation sowie die Konzentration auf einen hohen Qualitätsstandard sind unsere Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Technologie für die Zukunft. Wir haben begonnen unseren Quality Gate Prozess zu überarbeiten und weiter an die heutigen Bedürfnisse anzupassen, so dass z.B. auch die Aspekte der Diversifikation von bestehenden Produkten bzgl. ausgewählter interessanter Anwendungen konkret berücksichtigt werden. Damit erreichen wir, dass unsere Entscheidungen alle technischen, rechtlichen, aber auch wirtschaftlichen Gesichtspunkte berücksichtigen. Soweit alternative und neuartige Technologien sichtbar werden, sammeln wir frühzeitig entsprechende Informationen, um zu einer Einschätzung in ihrer Bedeutung für künftige Märkte und ggf. zu geeigneten Reaktionen darauf zu gelangen. Für eine gute Vorbereitung auf neue Trends haben wir begonnen, das Feld der Grundlagenentwicklung zu stärken. Die Übereinstimmung der Produkte und Dienstleistungen der LEWA GmbH mit den Markt- und Kundenbedürfnissen spielt bei unseren hochtechnologischen Produkten eine wichtige Rolle. Unter Berücksichtigung der Anforderungen unserer Kunden streben wir für die optimale Lösung den Einsatz der jeweils bestmöglichen Technologie an. Aus einem flexibel aufgestellten Produktbaukasten können fallbezogen Produkte konfiguriert werden. Darüber hinaus können anforderungsoptimale, kundenindividuelle engineered Lösungen angeboten werden, die im Auftragsfall als einzelfallspezifische Projektentwicklungen realisiert werden. Die Lösungsvielfalt wird auch um die in Entwicklung befindlichen, digitalen Produkte erweitert werden. Grundlage für kundenspezifisch angepasste Angebote ist ein großer Erfahrungs- und Wissenshintergrund bzgl. der Applikationen unserer Kunden und deren Prozesse. Neben der Hardware liefern wir ebenso eine individuelle Dokumentation unserer Einzelentwicklungen. Auf diese Weise bauen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und unseren Bekanntheitsgrad - auch in enger Zusammenarbeit innerhalb der NIKKISO-Gruppe - weiter aus. Daher schätzen wir das technologische Risiko als gering ein. Supply Chain: Beschaffung und Produktion Die Covid-19-Pandemie wirkte bislang auf den Beschaffungsmärkten einerseits durch das Entstehen von Überkapazitäten und dadurch verbesserten Lieferzeiten und erhöhter Nachfragemacht, andererseits schwächt diese Situation die wirtschaftliche Lage vieler Lieferanten, die teilweise zu Kurzarbeit gezwungen sind. Hierdurch verknappen sich verfügbare Kapazitäten, was sich wiederum durch verlängerte Lieferzeiten auswirkte. Diesen Effekten begegnen wir durch aufmerksames Lieferanten-Management, begleitet von einer permanenten Risiko-/Liquiditätsanalyse unserer Lieferanten. Generell betrachtet bewirken die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie ein Überdenken der Internationalisierungsstrategie im Rahmen der Beschaffung, was sich zukünftig durch eine rückläufige Tendenz bei der Globalisierung des Sourcings zeigen kann. Traditionell verfügt die die LEWA GmbH jedoch über ein stabiles europäisches Lieferantennetzwerk. Die Nutzung gruppenweiter Ressourcen unterstützt zusätzlich bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen. Die Lage am Beschaffungsmarkt ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
Personal Bis Mitte des Jahres war durch die gute Konjunkturlage in den letzten Jahren in der Region der Wettbewerbsdruck auf qualifiziertes technisches Personal hoch. Auf Grund der Covid-19 Pandemie veränderte sich der Arbeitsmarkt für Arbeitgeber dahingehend, dass es deutlich mehr Bewerber gab. So konnten ab Mitte des Jahres auch schwierigere Positionen im Unternehmen schneller mit qualifiziertem Personal besetzt werden. Der hohe technologische Grad unserer Pumpen, Systeme und Anlagen sowie der große Anteil an Dienstleistungen zu unseren Produkten machen ein herausragendes Humankapital unverzichtbar. Durch eine Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg sowie eine eigene, gut ausgerüstete Lehrwerkstatt, durch Qualifizierungsmaßnahmen und Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation und -bindung schaffen wir einen gut ausgebildeten und engagierten Mitarbeiterstamm sowie ausreichende Nachwuchskräfte. Die Studenten und die vielen Auszubildenden werden nach Möglichkeit in feste Arbeitsverhältnisse übernommen. Durch den Einsatz von externen Zeitarbeitskräften in bestimmten Bereichen - wie in der Fertigung & Montage und bei einfacheren Konstruktionsarbeiten - können wir Auslastungsrisiken minimieren. Das Anbieten und Umsetzen von sehr flexiblen Arbeitszeitmodellen erhöht zusätzlich unsere Attraktivität als Arbeitgeber. Die Fluktuationsrate ist aufgrund unserer Maßnahmen zur Bindung qualifizierten Personals im letzten Jahr trotz Wettbewerbsdruck geringfügig gesunken und liegt jetzt bei 1,70 % (Vj. 2,6 %). Das Risiko der Abwanderung wird weiter aufmerksam zu beobachten sein und weitere Maßnahmen zur Personalbindung (Mitarbeiterbefragung/Führungskräfteschulung wertschätzende Kommunikation) werden getroffen. Informationstechnologie Wie jedes Unternehmen ist auch die LEWA GmbH IT-Risiken ausgesetzt. Hierzu gehören vor allem die Gefahren von Systemausfällen, Datenverlusten, Viren- oder Hackerangriffen, die zu einer Unterbrechung der Geschäftstätigkeit führen können. Diese sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Gefahr von Computerviren und Hackerangriffen wird als größtes Risiko der Informationstechnologie gesehen, wenngleich nicht höher als in der Branche. Die in Deutschland wachsende Anzahl an geplanten Angriffen mit anschließenden Erpressungsversuchen sowie immer trickreicheren Social Engineering Angriffen birgt potenzielle Schäden in Millionenhöhe. Der Einsatz von regelmäßig aktualisierten Virenscannern und Firewalls ist bei der LEWA GmbH zwar für den grundlegenden Schutz gegeben, doch in vielen Fällen suchen die Angreifer den Zugang über menschliches Versagen und Unachtsamkeit, z.B. durch Phishing Emails. Das Management verfolgt das Risiko mit hoher Priorität und leitet weitere Maßnahmen ein, wie z.B. verbindliche Aufklärungsschulungen für alle Mitarbeiter und die Bereitstellung weiterer IT-Experten. Zudem werden Versicherungsoptionen geprüft. Die Gefahr von Datenverlusten wird durch die regelmäßige Sicherung unserer kompletten Unternehmensdaten auf ein Minimum reduziert. Die Aufbewahrung der Datensicherung erfolgt an sicheren, gegen Brand geschützten Orten. Zudem bietet unser ERP-System, mit dem die Produktion, die Materialwirtschaft, die Auftragsabwicklung, die Finanzbuchhaltung und die Kostenrechnung integrativ abgewickelt werden, einen hohen Sicherheitsstandard. Systemausfallzeiten werden durch den Einsatz eines eigenen Supportteams auf ein geringes Maß reduziert. Das IT-Sicherheitsgesetz und die NIS Richtlinie könnten nach den aktuell in der Politik diskutierten Gesetzesentwürfen in wenigen Jahren auch auf die die LEWA GmbH in der Kategorie "important entity" seine Anwendung finden. Der Entwurf und daraus resultierenden Anforderungen an die IT-Sicherheit wird weiterverfolgt, so dass eine vorzeitige Beachtung möglich wird. Die sich aus der Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ableitenden Anforderungen konnten durch das im Unternehmen etablierte DSGVO-Team samt zugehöriger Prozesse erfüllt werden. Regelmäßige Überprüfungen und fortlaufende Tätigkeiten erhöhen die Prozesssicherheit und den Schutz persönlicher Daten. Das Risiko bewerten wir als gering, obgleich hohe Bußgelder verhängt werden können. Währungs- und Zinsänderungsrisiken Bei der Umrechnung von Fremdwährungspositionen in Euro können im Währungsbereich sogenannte Translationsrisiken eintreten. Deshalb wurden bis 2018 bei wesentlichen Transaktionen in Fremdwährungen vereinzelt Devisentermingeschäfte abgeschlossen, um negative Kurseinflüsse aus der zukünftigen Entwicklung der Währungskurse zu minimieren. Fremdwährungsforderungen bestehen schwerpunktmäßig in US-Dollar. Neben den Währungsrisiken aus dem US-Dollar bestehen für die LEWA GmbH keine weiteren wesentlichen Währungsrisiken, da die Fakturierung weitestgehend in Euro erfolgt. Auf der Einkaufsseite wird der Großteil der benötigten Einsatzgüter vor Ort in Landeswährung eingekauft oder lokal produziert. In 2020 wurden keine einzelnen Absicherungsgeschäfte mehr abgeschlossen. Mögliche Zinsänderungsrisiken im Zusammenhang mit zinstragenden Verbindlichkeiten haben wir im Wesentlichen durch Sicherungsgeschäfte in Form von einem Zins-Swap abgedeckt. Risiken für die Ertragslage können sich aus einer unseren Annahmen zuwiderlaufenden negativen Entwicklung ergeben, welche zu negativen Marktwerten der Sicherungsgeschäfte führen könnte. Wir verweisen diesbezüglich auch auf unsere Angaben im Anhang. Liquiditätslage Unabhängig von der konjunkturellen Lage besteht immer ein Risiko in der Zahlungsunfähigkeit eines Kunden. Liquiditätsrisiken bestehen ganz allgemein darin, den erforderlichen Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht nachkommen zu können. Durch das von der LEWA GmbH seit Langem betriebene konsequente Forderungsmanagement und die Überwachung des Zahlungsverhaltens der Kunden werden Bonitätsrisiken und damit Forderungsausfälle minimiert. Darüber hinaus ist die Abhängigkeit von einzelnen Kunden begrenzt. Trotz der planmäßigen Rückführung von Bankverbindlichkeiten um 3,9 Mio. EUR erhöhten sich die frei verfügbaren Zahlungsmittel im Vergleich zum Vorjahr um 16,8 Mio. EUR. Trotz der weiteren leichten Zunahme bei den Vorräten und Erhöhung des Forderungsbestands bei vornehmlich stichtagsbezogen Reduktion der Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsbezug betrug der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit rund 27,3 Mio. EUR (Vj. 6,6 Mio. EUR). Nach Abschluss der wesentlichen Investitionstätigkeiten am Standort im letzten Jahr haben wir im laufenden Jahr Finanzmittel in Höhe von rund minus 2,0 Mio. EUR (Vj. minus 2,3 Mio. EUR) für Investitionen verwendet. Es wurden parallel Bankdarlehen in Höhe von 3,9 Mio. EUR (Vj. 3,9 Mio. EUR) zurückgeführt. Die zum Stichtag existierenden Bankverbindlichkeiten (18,2 Mio. EUR; Vj. 22,1 Mio. EUR) haben zum Teil langfristigen Charakter (4,2 Mio. EUR) und sind durch Bürgschaften und Sicherheiten durch die Konzernmuttergesellschaft NIKKISO Co. Ltd., Tokio, Japan, langfristig abgesichert. Zum 31. Dezember 2020 standen uns flüssige Mittel in Höhe von 25,5 Mio. EUR zur Verfügung. Im Geschäftsjahr 2020 war unsere Gesellschaft jederzeit in der Lage die finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Rechtslage und internationale Konflikte Grundsätzlich können rechtliche Risiken aufgrund der internationalen Geschäftstätigkeit der LEWA GmbH entstehen. Aus den Bereichen der nationalen und internationalen Vertragsgestaltung und Besteuerung können sich unmittelbare Auswirkungen auf die Ertrags- oder die Vermögenslage ergeben. Standardisierte Auftrags- und Geschäftsbedingungen helfen uns dabei, die Risiken aus Liefer- und Leistungsverträgen zu reduzieren. Bei besonderen wesentlichen Verträgen erfolgt die Prüfung des Vertragswerks zunächst unternehmensintern und gegebenenfalls unter Hinzuziehung eines externen Rechtsberaters. Das zur Beurteilung des täglichen Geschäfts erforderliche Fachwissen wird durch unsere qualifizierten Mitarbeiter eingebracht. Bei komplexen Fragestellungen der nationalen und internationalen Besteuerung bedienen wir uns der Hilfe externer Steuerberater. Zudem ist die LEWA GmbH als international tätiges Unternehmen auch in Ländern mit einem unsicheren politischen Umfeld engagiert. Unruhen, weltweite Sanktionen bzw. kriegerische Auseinandersetzungen können somit einen direkten und/oder indirekten Einfluss auf bestehende und/oder zukünftige Geschäftsbeziehungen mit diesen Ländern haben. Derzeit bestehen diesbezüglich keine wesentlichen Forderungen, deren Ausfall sich in nennenswertem Umfang auf die Ertrags- oder Vermögenslage auswirken könnte. Daher sehen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit entsprechender Risiken als geschäfts- und branchenüblich an. Wir sehen somit insgesamt keine bestandsgefährdenden Risiken. Chancen Technologie und Innovation Für die Weiterentwicklung unseres Geschäfts ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Kunden unabdingbar. Ein enger Kundenkontakt und Informationsfluss bzgl. Prozessen und Anforderungen der Kunden ist ein entscheidender Faktor für die richtige Ausprägung des Produktportfolios. Mit diesen und weiteren Informationen aktualisieren wir derzeit unsere komplette Produkt Roadmap für die nahe und mittlere Zukunft. Unser Produktmanagement und das Diversifikationsteam haben die Aufgabe Trends, aber auch Möglichkeiten zur Erweiterung unserer Produktpalette frühzeitig zu erkennen und in konkrete Entwicklungsprojekte zu übertragen. Diese Aufgabe wird durch die Bearbeitung von einer nennenswerten Anzahl ausgewählter, konkreter Anwendungen wahrgenommen. Durch die langjährige Erfahrung ist die LEWA GmbH erfolgreich darin, marktgerechte und qualitativ hochwertige Produkte, Systeme und Dienstleistungen zu entwickeln und verstärkt als Lösungsanbieter aufzutreten. Neben der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der LEWA-Gruppe in Leonberg spielt auch das auftragsbezogene Engineering, welches kundenspezifische und/ oder projektspezifische Package-Lösungen entwickelt, eine wichtige Rolle. Am Standort Leonberg ist ein großer Umfang an Expertenwissen aus Mechanik, Elektrotechnik, Prozess- und Verfahrenstechnik sowie im Bereich Fluide und Strömungsmechanik konzentriert. Dieses Wissen fließt in innovative Produkte und Engineering-Dienstleistungen ein, mit denen neben den bestehenden Märkten auch neue Anwendungen bedient werden können. Vertrieb Die im Jahr 2018 gegründete eigenständige Vertriebsgesellschaft für den deutschen Markt hat in 2020 die erwarteten Ergebnisse gezeigt. Diese Gesellschaft arbeitet ausschließlich auf Kommissionsbasis und ist für den Vertrieb aller LEWA-Produkte, der Nikkiso-Spaltrohrmotorpumpen und diverser Partnerprodukte zuständig. Dadurch ist es uns gelungen, die Vertriebseffizienz und Transparenz zu erhöhen. Unterstützt wurde es durch die Einführung eines CRM Systems. Seit 2018 ist die LEWA GmbH verantwortlich für den Vertrieb und den After Sales der Nikkiso-Spaltrohrmotorpumpe im europäischen Markt. In dem Zusammenhang wurde in Leonberg ein Kompetenzcenter aufgebaut, um für existierende Kunden und ein auszubauendes Neugeschäft eine bestmögliche Unterstützung leisten zu können. Dies ist in vielen Bereichen gelungen. Des Weiteren wurde durch Nikkiso die für den deutschen Markt wichtige ISO-Hydraulik entwickelt. Hier gelangen uns, basierend auf einer verbessert aufgestellten Vertriebsmannschaft, die ersten Vertriebserfolge. Dies ist ein wichtiger Meilenstein für die Umsetzung unserer Regionalstrategie. Des Weiteren wurden in 2018 die Regionalstrategien mit den einzelnen Tochtergesellschaften vollständig überarbeitet und in 2020 systematisch verfolgt. Hierdurch wurde eine hohe Synchronisation aller Gruppenaktivitäten erreicht. Der eingeschlagene Weg, immer mehr Vertriebs- und Servicekompetenz in den Tochtergesellschaften, nah bei unseren Kunden, wurde in 2020 weiter fortgesetzt. Dies hilft uns, schnell und kompetent in den unterschiedlichsten Zeitzonen und Kulturkreisen unsere Kunden bestmöglich zu bedienen. In 2020 fiel die Entscheidung, zwei Tochtergesellschaften zu verkaufen. Nach jahrelangen Verlusten in unserer norwegischen Vertriebsgesellschaft haben wir die Gesellschaft an einen norwegischen Partner veräußert. In Russland wurde die lokale Gesellschaft von unserem Schwesterunternehmen in der Nikkiso Industriedivision übernommen. Dies hing damit zusammen, dass wir in den letzten Jahren den größten Teil unseres Geschäftes mit den Produkten dieses Schwesterunternehmens generiert haben und der Aufbau einer lokalen Produktion in Russland geplant ist. Supply Chain: Produktion und Logistik In der laufenden Periode orientieren sich die Aktivitäten in der Supply Chain und der Produktionslogistik stark an den besonderen Herausforderungen, die durch die Pandemie bzw. im Öl- und Gasmarkt entstanden sind. Im Wesentlichen werden wir uns darauf konzentrieren, in diversen Projekten unsere Effizienz und Qualität weiter zu verbessern. Die Kernprojekte sind:
Zusätzlich wollen wir durch Verbesserung der Flexibilität in den jeweiligen Produktionsbereichen unsere Reaktionsgeschwindigkeit / Robustheit gegenüber Markteinflüsse weiter erhöhen. Personal Hoch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind essentiell wichtig, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und um den Vertrieb unserer Produkte in einem technisch extrem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld und die Verwaltung eines international tätigen Unternehmens zu ermöglichen. Technische und betriebswirtschaftliche Herausforderungen, eine marktgerechte Vergütung, flexible Arbeitszeitmodelle sowie flache Hierarchien gestützt auf ein sehr gutes Ausbildung- und Weiterbildungskonzept machen die LEWA GmbH zu einem attraktiven Arbeitgeber. Wir sehen uns daher auch zukünftig gerüstet, den Bedarf an qualifizierten Fachkräften und Hochschulabsolventen decken zu können und Leistungsträger an das Unternehmen langfristig zu binden. Gesamteinschätzung und Prognose Nach einem Rekordjahr 2019 im Auftragseingang startete das Jahr 2020 im ersten Quartal mit einer gleichbleibend hohen Aktivität. Wir konnten in den ersten 3 Monaten jeweils Spitzenwerte im Auftragseingang verbuchen. Dann kamen in sehr kurzfristigen Abständen zwei Ereignisse zusammen, die den Markt für das vergangene Jahr nachhaltig beeinflussen sollten. Am 20. April 2020 rutschte der Ölpreis je Fass bis auf 40 USD, bevor er sich erholte und die aufkommende COVID-19-Pandemie verunsicherte weltweit die Kundenbasis. Dies hat dazu geführt, dass sich Projektentscheidungen im Öl & Gas-Geschäft zum Teil verschoben haben und sich gleichzeitig der Wettbewerb bei den verbliebenden Projekten deutlich verschärfte. Für das Gesamtjahr hat dies zu einem Rückgang des Auftragseinganges in dem Bereich Oil & Gas von 44 % geführt. Die COVID-19-Pandemie führte dazu, dass kundenseitig bereits geplante Investitionen überprüft und nicht durchgeführt wurden. Dies spiegelte sich im zweiten Quartal in einen Rückgang des Auftragseinganges im Vergleich zum ersten Quartal in Höhe von ca. 40 % wider. Erst zur zweiten Jahreshälfte stellte sich mehr Planungssicherheit im Markt ein, was zu einer Normalisierung der Geschäfte führte. Hierbei ist zu erwähnen, dass gewisse Branchen und auch Aktivitäten völlig entkoppelt oder sogar positiv von diesen Entwicklungen beeinflusst waren. So erreichten wir im Odor-Bereich den besten Wert in der Firmengeschichte. Des Weiteren gewinnen unsere Aktivitäten im pharmazeutischen Bereich immer mehr an Bedeutung. So spielt die LEWA GmbH bei der Herstellung von Impfstoffen oder auch Schutzkleidung gegen Covid-19 eine wichtige Rolle. Vielfach mussten unsere weltweiten Vertriebsaktivitäten im Neugeschäft direkt bei den Kunden komplett eingestellt werden. Sicher konnten wir weiterhin unsere bestehende Kundenbasis mit leichten Einschränkungen "remote" unterstützen. Eine wichtige Entwicklung von Neukunden war aber nur sehr eingeschränkt möglich. Ähnlich verhielt es sich mit Serviceaktivitäten. Grenzüberschreitende Reisen waren kaum möglich. Hier zahlte sich die Qualifizierungsarbeit über die letzten 5 Jahre aus. Somit konnten wir mit unseren 80 zertifizierten Servicetechnikern für all unsere weltweiten Kunden Lösungen finden, um wichtige Instandhaltungs- oder Reparaturarbeiten durchführen zu können. Die Einschränkungen haben zwar im Service zu einer deutlich reduzierten Aktivität geführt, waren aber ein wichtiger Baustein, um in unserem weltweiten After Sales Geschäft den Bestwert zu erreichen. In der LEWA GmbH hat die oben beschriebene Marktsituation zu einem Auftragseingang von nur knapp 111 Mio. EUR geführt. Für den Umsatz und die Gesamtleistung in 2020 konnten wir in der LEWA GmbH einen guten Wert realisieren. Dies war bedingt durch einen exzellent guten Auftragsbestand Anfang 2020, einen starken Auftragseingang im ersten Quartal, trotz der Pandemie keinen nennenswerten Auftragsstornierungen und einer sehr fokussierten Abwicklung der vorhandenen Aufträge. Das insgesamt erreichte Betriebsergebnis 2020 (EBIT= Ergebnis inklusive der neutralen Aufwendungen und Erträgen vor Beteiligungs- und Finanzergebnis und Ertragsteuern) war zufriedenstellend. Die größten Kostenpositionen blieben die Personal- und Materialkosten. Die Geschäftsführung beurteilt den Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2020 insgesamt als positiv und deutlich besser, als zu Beginn der Pandemie anzunehmen war. Die größten Abweichungen zum geplanten Geschäftsjahr 2020 sehen wir im Auftragseingang. Nach einem extrem guten Start in das vergangene Jahr hatte sich das Geschäftsklima im zweiten Quartal vollständig geändert. Hier hat die massive Verunsicherung der Märkte durch die Pandemie und den eingebrochenen Ölpreis zu einem deutlich reduzierten Auftragseingang bei größeren Projekten geführt. Bei den Personalkosten und bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen hatten wir klare Einsparvorgaben für 2020 gesetzt. Die Abschreibungen werden sich aufgrund der weitgehend abgeschlossenen Investitionen auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Am Standort Leonberg haben wir das Jahr 2020 genutzt, um mit Horvath & Partners, München, einer externen Beratungsgesellschaft, unsere strategische Ausrichtung für 2025 zu schärfen. Wichtige Ergebnisse dieser Arbeit sind die Zusammenführung aller Innovationsaktivitäten in einem neu gegründeten Innovations-Campus, die Formierung eines Projekt-Campus und die tiefgreifende Analyse und Detaillierung der Funktionsstrategien und der damit verbundenen Funktionskosten. Nach einem für die LEWA GmbH wirtschaftlich erfolgreichen Jahr 2020 waren die ersten zwei Monate in 2021 geprägt von einem soliden Auftragseingang bei unseren Pumpen, Systemen und After Sales. In Kombination mit dem zum Vorjahr reduzierten Auftragsbestand zum Jahresbeginn erwarten wir einen Rückgang bei Umsatz und EBIT für 2021. Eine konkrete Einschätzung zu den Auswirkungen zum weiteren Verlauf der Corona Krise auf unsere weltweiten Aktivitäten und damit auch auf die LEWA GmbH ist zum jetzigen Zeitpunkt nur bedingt möglich. Wir werden sicher weiterhin von der breiten Aufstellung über unterschiedlichste Industrien profitieren. Daneben erwarten wir weiterhin einen positiven Einfluss unserer asiatischen Tochtergesellschaften. Hier ist neben Korea und Singapur vor allem China zu nennen. In der Öl- & Gas-Industrie, einem für die LEWA Gruppe immer noch wichtigen Markt erwarten wir durch den sich auf über 60 US$ stabilisierenden Ölpreis möglicherweise eine leichte Erholung zur Jahresmitte. Ein klares und vollständiges Bild haben wir hier trotz der internationalen Projektkoordination nicht. Die Entwicklungen sind immer noch sehr dynamisch und können sich im Monatsrhythmus ändern. Aufgrund der Unsicherheit über die weiteren Auswirkungen der Corona-Epidemie auf die Weltwirtschaft kann kein verlässlicher Ausblick auf das Geschäftsjahr 2021 gegeben werden. Zum jetzigen Zeitpunkt erwarten wir in der LEWA GmbH einen Auftragseingang im Bereich von 110 Mio. EUR und eine geplante Gesamtleistung (Umsatzerlöse plus Bestandsveränderung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse) in gleicher Höhe. Beim Umsatz rechnen wir mit einem Rückgang von -3,5% bis -4%. Durch die erwartete niedrigere Gesamtleistung wird ein dennoch positiver EBIT-Beitrag erwartet. Für die weiteren Entwicklungen gibt es auch aus den aus 2020 verfügbaren Erfahrungswerten keine wirkliche Klarheit. Sich ausbreitende Virusmutationen können hier weiterhin zu massiven Veränderungen führen. Daher gilt der oberste Fokus auf der Sicherung der Liquidität, einer strengen Kostenkontrolle bei gleichzeitiger bestmöglicher Nutzung der sich ergebenden Marktchancen.
Leonberg, 11. Mai 2021 Die Geschäftsführung Tsunehisa Suita Stefan Glasmeyer Dr. Martin Fiedler |
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