Belam-Riga SIA Deutschland
Selbe AdresseBau von Bahnverkehrsstrecken
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Dorothea Ilse Carola Dr. Hennemann seit 22.1.2026 | Geschäftsführer |
Fabian Benedikt Wylenzek seit 13.10.2023 | Geschäftsführer |
Tobias Blasum seit 13.6.2019 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
DB AG | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Deutsche Bahn AktiengesellschaftBerlinKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022KONZERN-LAGEBERICHTÜBERBLICKCorona-PandemieDie Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Verkehrsnachfrage waren im Personenverkehr v. a. im ersten Quartal 2022 noch spürbar. Seit April 2022 zeigt sich aber wieder eine deutliche Erholung. Der Hochlauf der Nachfrage fiel 2022 in den einzelnen Marktsegmenten des deutschen Personenverkehrs allerdings sehr unterschiedlich aus. Während der Schienenpersonenfernverkehr im Laufe des Jahres das Vor-Corona-Niveau weitgehend wieder erreicht hat, blieb der Schienenpersonennahverkehr (mit Ausnahme des Sondereffekts durch das 9-Euro-Ticket) noch spürbar unterhalb des Vor-Corona-Niveaus. Die Nachfrage im Schienengüterverkehr wird bereits seit dem Vorjahr nicht mehr wesentlich durch Corona-Effekte beeinflusst. Das Vor-Corona-Niveau wurde 2022 unverändert annähernd wieder erreicht. Im Bereich Spedition und Logistik profitierte DB Schenker 2022 von einer bis ins vierte Quartal reichenden außergewöhnlich starken Entwicklung von Preisen und Margen, die auch aus coronabedingten Einschränkungen in China resultierte. Die Deutsche Bahn AG (DB AG) hatte 2020 mit der Bundesrepublik Deutschland (Bund) vereinbart, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Deutsche Bahn Konzern (DB-Konzern) gemeinsam zu tragen. Der Bund setzte in diesem Zusammenhang seine Maßnahmen zum partiellen Ausgleich von coronabedingten Schäden 2022 fort:
Wichtige EreignisseBREITES MASSNAHMENPAKET FÜR UKRAINEDer DB-Konzern schnürte ein breites Hilfspaket, um die vom Ukraine-Krieg betroffenen Menschen zu unterstützen. Ein DB-konzernweiter Krisenstab koordinierte die Aktivitäten. Dazu gehörten etwa ein Hilfsfonds für Geflüchtete und die Bereitstellung von Wohnraum. Das kostenlose DB-Ticket »helpukraine« erleichtert Flüchtlingen aus der Ukraine die Weiterreise in Deutschland. Der DB-Konzern hat zudem ein Logistiknetzwerk auf Straße und Schiene aufgebaut, um Hilfsgüter per Lastwagen und Güterzug von Deutschland direkt in die Ukraine zu befördern. 9-EURO-TICKETVon Anfang Juni bis Ende August 2022 gab es das 9-Euro-Ticket in Deutschland. Den Erfolg dokumentieren rund 52 Millionen insgesamt verkaufte 9-Euro-Tickets und rund zehn Millionen Abonnent:innen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), die das vergünstigte Ticket automatisch erhalten haben. Laut dem Verbund Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) haben 10% der Käufer:innen des 9-Euro-Tickets auf mindestens eine ihrer täglichen Autofahrten verzichtet. Dadurch konnten rund 1,8 Mio. t CO2 eingespart werden. Dabei zeigte sich: Die Zufriedenheit der Nutzer:innen mit dem 9-Euro-Ticket war sehr hoch, 88% der Nutzer:innen des 9-Euro-Tickets waren mit der letzten Fahrt zufrieden oder vollkommen zufrieden. Gleichzeitig war das hohe Fahrgastaufkommen eine große Herausforderung für unser Gesamtsystem und für die DB-Mitarbeitenden vor Ort. HOCHLEISTUNGSNETZIm Juni 2022 haben das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) und der DB-Konzern Pläne für ein neues Hochleistungsnetz zur nachhaltigen Erhöhung von Qualität und Zuverlässigkeit der Infrastruktur vorgestellt. Die Hochleistungskorridore sollen die am höchsten belasteten Schienenverbindungen in Deutschland umfassen. AUFSICHTSRAT BESCHLIESST VORBEREITUNGEN FÜR MÖGLICHEN VERKAUF VON DB SCHENKERDer Aufsichtsrat der DB AG hat dem DB-Vorstand den Auftrag erteilt, einen möglichen Verkauf von bis zu 100% der Anteile von DB Schenker zu prüfen und vorzubereiten. Über den konkreten Start eines Verkaufsprozesses sowie die Art und Weise einer Veräußerung wird zu einem späteren Zeitpunkt gesondert entschieden. Erlöse aus einem Verkauf von DB Schenker sollen dem Beschluss des Aufsichtsrats zufolge vollständig im DB-Konzern verbleiben und u. a. zu einer deutlichen Entschuldung des DB-Konzerns beitragen. DB-KONZERNOrganisationsstrukturDer DB-Konzern ist ein führender Anbieter im Bereich Mobilität und Logistik. Im Wesentlichen besteht der DB-Konzern aus dem Systemverbund Bahn sowie den zwei internationalen Großbeteiligungen DB Schenker und DB Arriva. Der Systemverbund Bahn umfasst unsere Personenverkehrsaktivitäten in Deutschland, unsere Schienengüterverkehrsaktivitäten, die operativen Serviceeinheiten sowie die Eisenbahninfrastrukturunternehmen. Der DB-Konzern, mit Sitz der Konzernleitung in Berlin, beschäftigt rund 340.000 Mitarbeitende. Der Fokus der Geschäftstätigkeit liegt auf dem Schienenverkehr in Deutschland. Unser elementares Anliegen ist die Verlagerung von Verkehr auf die klimafreundliche Schiene. Hierfür setzen wir auf einen integrierten Betrieb von Verkehr und Eisenbahninfrastruktur, die ökonomisch und ökologisch intelligente Verknüpfung aller Verkehrsträger sowie die Zusammenarbeit in deutschen und europäischen Netzwerken. In Deutschland betreiben wir das mit rund 33.000km längste Schienennetz Europas. Wir sind auch einer der größten Energieversorger Deutschlands. In unseren relevanten Märkten nehmen wir mit unseren nationalen und internationalen Dienstleistungen führende Marktpositionen ein. Die DBAG ist die Muttergesellschaft des DB-Konzerns. Sie ist seit ihrer Gründung 1994 eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und verfügt dementsprechend über eine duale Führungs- und Kontrollstruktur mit Vorstand und Aufsichtsrat. Alleiniger Eigentümer ist die Bundesrepublik Deutschland. Die Veränderungen in der Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand sind im Bericht des Aufsichtsrats dargestellt. Im DB-Konzern führt die DBAG alle Geschäftsfelder in der Funktion einer operativen Managementholding und unterstützt die Geschäftsfelder durch diverse zentrale Gruppenfunktionen (u. a. Recht, Konzernentwicklung, Bilanzen, Steuern, Versicherungen sowie Finanzen und Treasury) sowie administrative Serviceeinheiten. Zudem erbringen operative Serviceeinheiten als rechtlich selbstständige Beteiligungen der DBAG primär Leistungen für interne Kunden. Dazu gehören u.a. die DB Systel GmbH, die DB Sicherheit GmbH, die DB Services GmbH und die DB Kommunikationstechnik GmbH. ORGANIGRAMM DB-KONZERN
MARKTPOSITIONENPersonenverkehrNr. 2 im Personenverkehr in Europa 1 / auf Umsatzbasis1. Société Nationale des Chemins de fer Français (SNCF) 2. DB-Konzern 3. Transdev 4. First Group 5. Nederlandse Spoorwegen (NS) Nr. 1 im Schienenpersonennahverkehr in Deutschland / auf Basis Zugkilometer1. DB-Konzern 2. NS 3. Transdev 4. Ferrovie dello Stato (FS) 5. BeNex Güterverkehr und LogistikNr. 1 im Schienengüterverkehr in Europa / auf Basis tkm1. DB Cargo 2. Rail Logistics Europe 2) 3. Rail Cargo Group 4. PKP Cargo 5. Mercitalia Rail Nr. 4 in der weltweiten Luftfracht / auf Basis t1. Kuehne + Nagel 2. DHL 3. DSV 4. DB Schenker 5. Expeditors Nr. 3 in der weltweiten Kontraktlogistik / auf Umsatzbasis1. DHL 2. Kuehne + Nagel 3. DB Schenker 4. DSV 5. XPO Logistics Nr. 1 im europäischen Landverkehr /auf Umsatzbasis1. DB Schenker 2. Dachser 3. DHL 4. DSV 5. Kuehne + Nagel Nr. 5 in der weltweiten Seefracht /auf Basis TEU1. Kuehne + Nagel 2. Sinotrans 3. DHL 4. DSV 5. DB Schenker
1) Nur Schienen- und
Straßenverkehrsunternehmen; zum Teil inkl.
Umsätzen außerhalb von Europa.
Die Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) des DB-Konzerns sind rechtlich selbstständige Gesellschaften mit separaten Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen und erfüllen damit alle Entflechtungsvorgaben des europäischen und des nationalen Rechts. Zudem besteht eine sog. funktionale Entflechtung, die unabhängige Entscheidungen der DB Netz AG zu Infrastrukturzugang und -entgelten gewährleistet. Verlässlichkeit und Stabilität sind Basis einer hohen Qualität der Infrastruktur. Wesentliche Eckpfeiler für ein profitables Geschäft sind die nachhaltige Finanzierung der bestehenden Infrastruktur und deren bedarfsgerechter Ausbau. Die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) leistet dabei einen wesentlichen Beitrag, um den Erhalt des Bestandsnetzes zu sichern. Der DB-Konzern fokussiert sich mit der Strategie Starke Schiene auf die Geschäftstätigkeit des Systemverbunds Bahn. Als Voraussetzung für eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene hat die Steigerung der Betriebsqualität und perspektivisch der Kapazität oberste Priorität. Zur Erreichung dieser Ziele sieht der Koalitionsvertrag der Bundesregierung u.a. vor, die Infrastrukturgesellschaften DB Netz AG und DB Station &Service AG innerhalb des DB-Konzerns zu einer neuen, gemein wohlorientierten Infrastruktursparte zusammenzulegen. Wegen der Bedeutung der Starken Schiene für Europa bleibt Europa auch zukünftig das Wirkungsfeld für den DB-Konzern. Internationale Großbeteiligungen werden am Beitrag zur Starken Schiene gemessen:
GeschäftsmodellDer DB-Konzern bietet attraktive, kundenorientierte und umweltfreundliche Mobilitäts-, Transport- und Logistiklösungen und -netzwerke aus einer Hand. Dafür nutzen wir gezielt die Potenziale digitaler Technologien, um unsere operativen und administrativen Prozesse zu verbessern, unsere Angebote für den Kunden stetig weiterzuentwickeln sowie neue Services zu integrieren und Vereinfachungen an der Kundenschnittstelle zu erreichen. Der Systemverbund Bahn stellt den wesentlichen Kern unserer Geschäftsaktivitäten dar. Zudem entwickeln wir sukzessive unser Geschäftsportfolio im Bereich Mobilität und Logistik weiter, um Kundenbedürfnisse besser befriedigen zu können und neuen Markterfordernissen gerecht zu werden.
Als Betreiber von Netzwerken und Anbieter von Leistungen im Personenverkehr, im Bereich Güterverkehr und Logistik sowie in der Schieneninfrastruktur wird unser wirtschaftlicher Erfolg von dem allgemeinen konjunkturellen Umfeld und den Entwicklungen auf den relevanten Märkten beeinflusst:
Das Marktumfeld von DB Cargo wird in besonderem Maße durch die industrielle Produktion beeinflusst. Darüber hinaus steigt die Bedeutung grenzüberschreitender Verkehre innerhalb Europas weiter. Die Entwicklung der aufgeführten Konjunktur- und Frühwarnindikatoren beeinflusst die Steuerung unserer Marktaktivitäten sowie unseren Ressourceneinsatz. Chancen und Risiken werden dadurch frühzeitig erkannt, sodass kurzfristige Steuerungsaktivitäten und langfristige Positionierungen darauf ausgerichtet werden können. Daneben arbeiten wir systematisch an der Optimierung unserer operativen Werttreiber. GESCHÄFTSMODELL DB-KONZERN
1) Schlüsselprodukte und -dienstleistungen.
Das Betreiben von Verkehrsnetzwerken zeichnet sich i. d. R. durch hohe Kapitalbindung, lange Investitionszyklen und ausgeprägte Fixkostenstrukturen aus. Insoweit sind die optimale Auslastung der Netzwerke, das systematische Entwickeln und Integrieren sowie das ressourceneffiziente und kostenoptimale Betreiben dieser Netzwerke von Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des DB-Konzerns. Die Sicherstellung und Verbesserung der Servicequalität für unsere Kunden steht dabei im Zentrum unserer Aktivitäten. Durch den Ausbau unserer Angebote, insbesondere auch digitaler Dienstleistungen und Customer-Loyalty-Programme sowie die Integration neuer Mobilitätsformen und intelligenter Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln wollen wir zusätzliche Kunden gewinnen, um hierüber steigende Volumina und Skaleneffekte realisieren zu können. Die marktbezogene Auslastung unserer Netzwerke und die Marktanteile messen wir i. d. R. anhand von operativen Leistungsdaten. Zur Ermittlung einer relativen Erlösergiebigkeit werden diese auch ins Verhältnis zu den erwirtschafteten Umsätzen gesetzt (spezifische Erlössätze). Mit unseren nationalen und internationalen Tochtergesellschaften sind wir als DB-Konzern in nahezu allen Segmenten des Verkehrsmarktes tätig. Unser umfassendes Leistungsportfolio ermöglicht es uns, unseren Kunden Leistungen kombiniert aus einer Hand anzubieten. Bei DB Regio und DB Arriva hat der Auftragsbestand in Form von langfristig abgeschlossenen Verkehrsverträgen mit den Aufgabenträgern der Bundesländer in Deutschland und den Franchisegebern im europäischen Ausland eine hohe Bedeutung für die Geschäftsentwicklung. Auch in der Sparte Kontraktlogistik von DB Schenker bestehen mehrjährige Vertragsbeziehungen mit Kunden. Die Entwicklung des DB-Konzerns wird maßgeblich von fünf Erfolgsfaktoren getragen, die zentrale Bestandteile unseres Geschäftsmodells sind.
NachhaltigkeitsmanagementDer hohe Stellenwert von Nachhaltigkeit und dabei insbesondere die Bedeutung von Klimaschutz spiegeln sich neben der Verankerung in der Strategie Starke Schiene auch in unserer Nachhaltigkeitsorganisation wider. Die Verantwortung für die Themen Nachhaltigkeit und Umwelt - und somit für klimabedingte Chancen und Risiken - obliegt dem Chief Sustainability Officer (CSO). Das Amt wird vom Vorsitzenden des Vorstands (CEO) der DB AG ausgeübt. Die Perspektive des CSO ist damit bei allen wichtigen Konzernentscheidungen in einer sehr zentralen Rolle mit eingebunden. Auch im Hinblick auf klimarelevante Entscheidungen war der CEO in seiner Doppelfunktion maßgeblich an der Entwicklung der Strategie Starke Schiene beteiligt. Ein zentraler Bestandteil ist die Grüne Transformation des DB-Konzerns in deren Rahmen sukzessive alle Produkte, Dienstleistungen und Betriebsabläufe umweltfreundlicher gestaltet werden. Vorstand und Aufsichtsrat geben die klimabezogenen Ziele für den DB-Konzern sowie für die jeweiligen Tochtergesellschaften vor. Im Rahmen der Mittelfristplanung hat der Vorstand 2022 die Starterpakete für den Dieselausstieg und die Wärmewende beschlossen. Die übergreifende Koordination konzernweiter Nachhaltigkeitsthemen obliegt der zentralen Organisationseinheit Nachhaltigkeit und Umwelt mit ihren fünf Fachabteilungen. Die Leitung Nachhaltigkeit und Umwelt ist die höchste Position mit Zuständigkeit für nachhaltigkeits- und klimarelevante Themen unterhalb des Vorstands und berichtet direkt an den CEO. Zu den spezifischen Aufgaben gehört u. a. die Erstellung von Handlungsempfehlungen für den DB-Konzern und die Geschäftsfelder bzw. Serviceeinheiten. Zudem verantwortet der Bereich u. a. die Planung und das Monitoring der jeweiligen Zielerreichung, bspw. in Bezug auf unsere Klimaschutz- und Lärmschutzziele. Die Geschäftsfelder tragen die Umsetzungsverantwortung der Ziele, Strategien und Maßnahmen. Der Bereich Nachhaltigkeit und Umwelt konzipiert die Grüne Transformation des DB-Konzerns und stellt ihre Umsetzung sicher. Er ist insbesondere für die Definition der integrierten Nachhaltigkeits- und Umweltstrategie, die damit verbundenen konzernweiten Ziele und Kennzahlen sowie für die Planung, Steuerung und Durchführung von konzernweiten Transformationsprojekten verantwortlich. Die inhaltliche Verantwortung für fachspezifische Nachhaltigkeitsthemen obliegt den jeweiligen Fachabteilungen des Bereichs. Übergreifend nutzen wir Umfeldbeobachtungstools wie z. B. eine Watchlist, mit der wir laufende Umweltgesetzgebungsverfahren beobachten, oder einen Newsletter, der wöchentlich aktuelle Entwicklungen rund um das Thema Nachhaltigkeit zusammenfasst. Der Aufbau weiterer Umfeldbeobachtungstools, unser Engagement in Nachhaltigkeitsnetzwerken, die Teilnahme an ESG-Ratings und Rankings sowie unsere Mitarbeit in nationalen und internationalen Netzwerken gewährleistet, dass Trends und Treiber sowie Chancen und Risiken. im Bereich Nachhaltigkeit und Umwelt, inkl. Klimaschutz und Klimaresilienzmanagement, für den DB-Konzern beobachtet sowie strategisch und fachlich bewertet werden. Somit ist der konzernweite Zugang zu Fachwissen für Nachhaltigkeits- und Umwelt- einschließlich Klimaschutzthemen sichergestellt. Die Themen Nachhaltigkeit und Umwelt haben Top-Priorität im Rahmen der Strategie Starke Schiene. Der Aufsichtsrat und der Vorstand werden quartalsweise über den Status des Ausbausteins der Grünen Transformation »Umwelt und 100% Grünstrom« und damit zu Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Klimaschutzthemen informiert. Der Leistungsstand bei der Treibhausgasreduzierung, beim Lärmschutz und zukünftig auch beim Ressourcenschutz wird im Rahmen von unterjährig regelmäßig stattfindenden Performance Review Meetings überprüft, an denen der Vorstand und die Geschäftsfeldleitungen teilnehmen. Der CEO wird zu umweltrelevanten Themen durch regelmäßige Briefings, monatliche Jours fixes mit dem Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit und Umwelt sowie regelmäßige vertiefende Workshops zu Strategien und Zielen im Bereich der Umwelt informiert. Die Ausgestaltung der variablen Vergütung von Vorstandsmitgliedern und leitenden Angestellten sowie von weiteren Mitarbeitendengruppen im DB-Konzern ist wesentlich an Nachhaltigkeitszielen und insbesondere einer spürbaren CO2e-Reduzierung im Verkehrssektor in Deutschland im Einklang mit den verkehrspolitischen Zielen der Bundesregierung ausgerichtet. Maßgeblich hierfür ist eine deutliche Verkehrsverlagerung auf die umweltfreundliche Schiene. Daher wurde 2022 der Beitrag zum Klimaschutz in der langfristigen variablen Vergütung von leitenden Angestellten sowie Vorstandsmitgliedern in Form von Volumenzielen zur Umsetzung der Verkehrsverlagerung berücksichtigt, die sich positiv auf die CO2e-Reduzierung im Verkehrssektor auswirken, aber keine Auswirkungen auf die CO2e-Emissionen des DB-Konzerns haben. Darüber hinaus enthält die kurzfristige variable Vergütung der weiteren Mitarbeitendengruppen in 2022 auch ein explizites Ziel zur Reduzierung der CO2e-Emissionen des DB-Konzerns. Ab 2023 ist auch eine Zielsetzung zum Ausbau des Anteils an erneuerbaren Energien im Bahnstrommix in der langfristigen Vergütung verankert. 2022 wurde das erste konzernweite Traineeprogramm Nachhaltigkeit Nr. 100 ins Leben gerufen. Im ersten Jahrgang nehmen insgesamt zwölf Trainees teil, die in dem 18-monatigen Programm übergreifende Kompetenzen im Nachhaltigkeitsmanagement aufbauen. GRUNDLAGENNachhaltigkeitsberichterstattungDer Integrierte Bericht 2022 bezieht sich auf das Berichts- bzw. Kalenderjahr 2022. Um einen Vergleich der Angaben zu ermöglichen, werden für den Großteil der Kennzahlen auch Werte aus den Geschäftsjahren 2021 und 2020 dargestellt. Der Integrierte Bericht wird jährlich veröffentlicht. Der Integrierte Bericht 2022 wird am 30. März 2023 (Integrierter Bericht 2021: 31. März 2022) veröffentlicht. Der Integrierte Bericht adressiert die wesentlichen Stakeholdergruppen des DB-Konzerns. Durch die Berichterstattung werden alle wesentlichen ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekte abgedeckt. Alle vollkonsolidierten Gesellschaften des DB-Konzerns sind in die Berichterstattung einbezogen. Gibt es Abweichungen von diesem Berichtskreis, ist dies angegeben. Die Erhebungsmethoden und Berechnungsgrundlagen für die Daten im Integrierten Bericht orientieren sich an geltenden Standards:
AUSWAHL NACHHALTIGKEITSTHEMENUnsere Strategie Starke Schiene bildet auch den übergeordneten Rahmen für unsere Berichterstattung. Um unsere Strategie erfolgreich umzusetzen, sind wir auch auf die Unterstützung und die Akzeptanz unserer Stakeholder angewiesen. Wir haben sie deswegen 2019 im Rahmen einer umfassenden Wesentlichkeitsanalyse (Integrierter Bericht 2019) um eine Einschätzung zu den für den DB-Konzern 16 wichtigen Handlungsfeldern der Nachhaltigkeit gebeten. Diese Handlungsfelder bilden die inhaltlichen Schwerpunkte unserer Strategie ab und ergänzen sie um weitere aus Sicht unserer Stakeholder relevante Themen. 2022 wurde aufgrund der überarbeiteten GRI-Standards ein umfassenderer Ansatz als im Vorjahr gewählt, um das wesentliche Themenset zu validieren bzw. zu aktualisieren. Im Rahmen eines stufenweisen Vorgehens wurden zwei sich ergänzende Befragungen durchgeführt:
DB-NACHHALTIGKEITSTHEMEN
Unsere DB-Nachhaltigkeitsthemen setzen sich zusammen aus:
TCFD-EMPFEHLUNGENSeit 2021 umfasst unsere Berichterstattung die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Damit unterstreichen wir unsere transparente Berichterstattung zum Klimaschutz im Rahmen unserer Bestrebungen für den Klimaschutz und unseres Klimaresilienzmanagements und ermöglichen darüber hinaus ein besseres Verständnis darüber, inwieweit unser Geschäft vom Klimawandel betroffen ist und welche Implikationen wir daraus ableiten. Eine entsprechende Übersicht ist im TCFD-Index dargestellt. Wir sind zudem seit 2021 TCFD-Supporter. SUSTAINABLE DEVELOPMENT GOALSWir fühlen uns den Zielen der Agenda 2030 und den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen verpflichtet. Wir haben 2022 die SDGs erneut geprüft und unsere bisherigen fünf Fokus-SDGs um drei erweitert, die große Übereinstimmung mit unseren strategischen Schwerpunkten, Geschäftsaktivitäten und wesentlichen Themen aufweisen. Unsere Fokus-SDGs umfassen die von der International Union of Railways (UIC) für Bahnunternehmen identifizierten wesentlichen SDGs und gehen darüber hinaus:
NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNGDer DB-Konzern hat sich für eine freiwillige Abgabe einer Nichtfinanziellen Erklärung (NFE) entschieden. Im Rahmen unseres integrierten Berichtsansatzes berichten wir umfassend über alle wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen. Aus der Aktualisierung der Wesentlichkeitsanalyse in 2022 ergab sich eine Änderung der wesentlichen Handlungsfelder i.S.d. CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG). Die Themen Klimaschutz und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit haben aufgrund einer niedriger eingeschätzten Signifikanz der Auswirkungen ihre Wesentlichkeit i.S.d. CSR-RUG verloren, werden aber weiterhin als wesentlich gem. den GRI-Standards berichtet. Das Handlungsfeld Kundennutzen und Produktqualität wurde neu als wesentlich eingestuft. Die Inhalte der NFE finden sich in den relevanten Kapiteln des Konzern-Lageberichts und wurden unter Anwendung der GRI-Standards sowie unter Berücksichtigung der Berichtsanforderungen des UNGC erstellt. Darüber hinaus machen wir ergänzende freiwillige Angaben zu weiteren Belangen.
RisikomanagementIm Zusammenhang mit den Vorgaben des CSR-RUG konnten wir keine wesentlichen Risiken, die mit unserer Geschäftstätigkeit und unseren Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen verknüpft sind, identifizieren, die wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die wichtigsten nichtfinanziellen Aspekte (Umwelt-, Sozial-, Arbeitnehmendenbelange sowie die Achtung von Menschenrechten und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung) haben könnten. Mit den Auswirkungen setzen wir uns in diesem Integrierten Bericht intensiv auseinander. Wir berücksichtigen in unserem Risikomanagement auch Auswirkungen auf nichtfinanzielle Aspekte und Sachverhalte. ESG-RATINGSDas Feedback von ESG-(Environmental, Social, Governance-) Rating-Agenturen ist für uns ein wichtiger Maßstab und Indikator für die Anliegen unserer Stakeholder. Weiterführende Informationen sind auf unserer Investor-Relations-Internetseite verfügbar.
Alphabetische Reihenfolge. Veränderungen in 2022:
UmfeldentwicklungenNATIONALES UMFELDDB-KonzernBUNDESHAUSHALT 2022Anfang Juni 2022 wurde der Bundeshaushalt 2022 beschlossen. Für die Schiene gab es im Bundeshaushalt 2022 u. a. folgende wesentliche Entwicklungen:
BUNDESHAUSHALT 2023Ende November 2022 wurde der Bundeshaushalt 2023 beschlossen. Gegenüber dem Regierungsentwurf von 2022 gab es für die Schiene einige Verbesserungen. Wesentlicher Hintergrund hierfür war die Entscheidung des Koalitionsausschusses, im Rahmen des sog. dritten Entlastungspakets die Mittel für die Schiene für 2023 um 500 Mio. € und die Verpflichtungsermächtigungen für die Folgejahre um 1 Mrd.€ zu erhöhen. Gegenüber den Ansätzen für 2022 gibt es u.a. folgende wesentliche Entwicklungen für die Schiene: - Die Mittel für den Aus- und Neubau der Bundesschienenwege werden von 1,9 Mrd. € 2022 auf 2,0 Mrd. € erhöht.
Neben der Erhöhung dieser Schienentitel wurden im Rahmen des im Dezember 2022 beschlossenen Achten Gesetzes zur Änderung des Regionalisierungsgesetzes die Regionalisierungsmittel erhöht. ENTLASTUNGSPAKET DER BUNDESREGIERUNGAngesichts stark gestiegener Energiepreise hat der Bund Entlastungen beschlossen. Hierdurch ist u.a. die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum 1. Juli 2022 entfallen. Die Finanzierung der Förderung der erneuerbaren Energien nach dem EEG erfolgt seit dem 1. Juli 2022 aus dem Bundeshaushalt. Ebenfalls zur Entlastung der Bürger:innen wurden für die Monate Juni, Juli und August 2022 die Energiesteuern auf Mineralöl gesenkt und ein 9-Euro-Ticket zur Nutzung des gesamten öffentlichen Personennahverkehrs eingeführt. In einem weiteren Entlastungspaket hat der Bund Kredit- und Bürgschaftsprogramme für vom Krieg betroffene Unternehmen zur Verfügung gestellt. Außerdem können für »branchenübergreifende große Unternehmen der Realwirtschaft« Eigenkapitalhilfen erfolgen. Energieintensive Unternehmen können zeitlich befristete Zuschüsse aufgrund gestiegener Energiepreise erhalten. Dabei wird die Preisdifferenz oberhalb einer Verdopplung des Erdgas- und Strompreises anteilig bezuschusst. Grundlage ist das Temporary Crisis Framework der Europäischen Kommission. Energieunternehmen, die an Warenterminbörsen tätig sind, sollen Liquiditätshilfen erhalten, um die Sicherheitsforderungen der Energiebörsen bedienen zu können. Im September 2022 beschloss der Koalitionsausschuss ein drittes Unterstützungspaket mit einem Volumen von mehr als 65 Mrd.€. Für die Länder sind jährlich 1,5 Mrd.€ zusätzlich für ein bundesweites Nahverkehrsticket (Deutschland-Ticket) vorgesehen, wenn die Länder mindestens den gleichen Betrag aufbringen. Darüber hinaus sieht das Paket eine Aufstockung der Haushaltsmittel 2023 für die Schiene um 500 Mio.€ und 1 Mrd.€ für Verpflichtungsermächtigungen in den Folgejahren vor. Neben zusätzlichen Mitteln für die Schieneninfrastruktur wird damit auch die Förderung für den Einzelwagenverkehr deutlich aufgestockt. ABWEHRSCHIRM GEGEN DIE FOLGEN DES UKRAINE-KRIEGSMit einem finanziellen »Abwehrschirm« federt der Bund die steigenden Energiekosten und die schwersten Folgen für Verbraucher:innen sowie Unternehmen ab. Hierfür wird der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) mit zusätzlichen Kreditermächtigungen i.H.v. 200 Mrd.€ ausgestattet. Hieraus soll die Finanzierung der Gaspreis- und der Strompreisbremse erfolgen. In einem ersten Schritt wurden Haushalte und Gewerbe entlastet, indem ihnen im Dezember 2022 grundsätzlich ein Zwölftel des Gas- und Wärme-Jahresverbrauchs kostenfrei geliefert wurde. Die Strom- und Gaspreise werden anschließend für ein Grundkontigent des Verbrauchs von Haushalten und Unternehmen befristet gesetzlich begrenzt. Mittel aus dem WSF werden auch dafür genutzt, Zuschüsse für die Strompreisbremse bereitzustellen, sofern die Abschöpfung der Überschusserlöse aus der Stromerzeugung hierfür nicht ausreicht. Die erforderlichen Gesetze (Strompreisbremsegesetz und Erdgas-Wärme-Preisbremsegesetz) sind am 24. Dezember 2022 in Kraft getreten. Der Schienenverkehr wird durch die Energiepreisbremsen ebenfalls entlastet. ECKPUNKTE KLIMASCHUTZ-SOFORTPROGRAMMIm Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist festgehalten, dass das Klimaschutzgesetz 2022 konsequent weiterentwickelt und ein neues Klimaschutz-Sofortprogramm mit allen notwendigen Gesetzen, Verordnungen und Maßnahmen auf den Weg gebracht werden soll. Ende Oktober 2022 wurde die Ressortabstimmung für die Eckpunkte eines Klimaschutz-Sofortprogramms eingeleitet. Mit dem Klimaschutz-Sofortprogramm soll die Einhaltung der Klimaschutzziele 2030 sichergestellt werden. Es beinhaltet Maßnahmen in allen Sektoren. Für den Sektor Verkehr sind neben den Themenfeldern Antriebswechsel Pkw, Antriebswechsel Lkw, erneuerbare Energien und Elektrifizierung Luft- und Seeverkehr, Digitalisierung sowie Raum- und Verkehrsplanung, Mobilitätsmanagement auch das Themenfeld Stärkung Schienenverkehr sowie Stärkung des Stadt- und Regionalverkehrs adressiert. Eine Verständigung darüber soll innerhalb der Bundesregierung bis zum Frühjahr 2023 abgeschlossen werden. KRISE DER ERDGASVERSORGUNGVor dem Hintergrund der stark verminderten Exporte russischen Erdgases in die EU hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) am 23. Juni 2022 die Alarmstufe (zweite Warnstufe) des Notfallplans Gas ausgerufen. Außerdem wurden bereits zahlreiche Gesetzesänderungen zur Sicherung der Energieversorgung beschlossen. Nach dem novellierten Energiewirtschaftsgesetz dürfen Kohlekraftwerke, die bereits stillgelegt waren oder in Kürze hierzu vorgesehen sind, an den Strommarkt zurückkehren. Außerdem kann der Verbrauch von Erdgas zur Verstromung begrenzt werden. Allerdings sind Kraftwerke zur Erzeugung von Fahrstrom für Eisenbahnen aufgrund ihrer Systemrelevanz hiervon auszunehmen. Um einen Krisenfall zu vermeiden, wurde der Bund ermächtigt, eine Verordnung zum schienengebundenen Transport von Energieträgern zu schaffen (Energiesicherungstransportverordnung, EnSiTrV). ENERGIESICHERUNGSTRANSPORTVERORDNUNGAm 30. August 2022 trat die Energiesicherungstransportverordnung (EnSiTrV) in Kraft. Sie hatte zunächst eine Laufzeit von sechs Monaten bis Ende Februar 2023. Mit Zustimmung des Bundesrats wurde die Laufzeit bis zum 31. März 2024 verlängert. Die Verordnung regelt die Repriorisierung von schienengebundenen Verkehren und ermöglicht insbesondere Eingriffe in bestehende Infrastrukturnutzungsverträge zugunsten von Energieträgertransporten wie Kohle. Die DB Netz AG hat zur Umsetzung der Verordnung ihre Nutzungsbedingungen geändert. MASTERPLAN SCHIENENVERKEHR UND DEUTSCHLAND-TAKTDer Masterplan Schienenverkehr ist ein Ergebnis des Zukunftsbündnisses Schiene aus 2020 und beinhaltet als wesentliches Element den Deutschland-Takt. 2021 sind als Ergebnis der Bewertung eines Maßnahmenbündels für den Deutschland-Takt rund 180 Maßnahmen in den vordringlichen Bedarf des Bedarfsplans Schiene aufgerückt. Damit verbunden ist die grundsätzliche Finanzierungsfähigkeit aus dem Bedarfsplantitel. Grundlage der Bewertung ist der durch unabhängige Gutachter des Bundes erstellte Zielfahrplan 2030+. Am 24. Juni 2022 fand die erste Regionalkonferenz zum Deutschland-Takt in Mainz statt. In diesem Rahmen hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing über den Deutschland-Takt und dafür geplante Ausbaumaßnahmen im Südwesten informiert. Weitere drei Regionalkonferenzen folgten in 2022. Zum 1. Juli 2022 wurde die Stabsstelle Deutschland-Takt im BMDV eingerichtet. Ziele sind die interne und externe Bündelung, die transparente Kommunikation und die Sichtbarkeit aller Aktivitäten des BMDV zum Deutschland-Takt. BESCHLEUNIGUNGSKOMMISSION SCHIENEAm 13. Dezember 2022 hat die Beschleunigungskommission Schiene unter der Leitung des BMDV ihren Abschlussbericht vorgestellt. Die Branchenverbände sowie der DB-Konzern waren eingebunden. Die Kommission gibt umfassende Handlungsempfehlungen zur Beschleunigung der Planungs-, Genehmigungs- und Bauprozesse im Schienenverkehr sowie zur Weiterentwicklung von Finanzierungsprozessen. Vorgeschlagen wird dabei die Schaffung eines Hochleistungsnetzes durch die Generalsanierung hochausgelasteter Strecken. Ferner unterstützt die Kommission die von VDV und dem DB-Konzern erarbeitete Liste mit Vorschlägen für kleinere und mittlere Maßnahmen. Schnellere Genehmigungsverfahren speziell für diese Maßnahmen sollen insbesondere durch Gesetzgebung nach Vorbild des Energiesektors erreicht werden. Diese sind v. a. eine gesetzliche Verankerung des überragenden öffentlichen Interesses am Bahnausbau, der Verzicht auf Raumordnungsverfahren sowie die Prüfung von Standards im Artenschutz. Ferner wird empfohlen, den in der vergangenen Legislatur für die Schiene schon geregelten Katalog planrechtsfreier Maßnahmen zu erweitern und die Plangenehmigung zu stärken. Zum schnelleren Planen und Bauen wird u. a. das für das Werk Cottbus bereits angewendete Partnerschaftsmodell Schiene empfohlen. In diesem Modell wird das Know-how der Bauunternehmen bereits in der Planungsphase eingebunden. Die Kommission stellt eine zu hohe Komplexität der Finanzierung der Schieneninfrastruktur fest und empfiehlt daher eine neue Finanzierungsarchitektur. Hierzu sollen v. a. Finanzierungsquellen zusammengefasst werden, was durch Einrichtung von separaten Schieneninfrastrukturfonds umgesetzt werden soll. Zur Stärkung der Bundesmittel sollen dabei grundsätzlich auch Anteile an Mehreinnahmen aus der Lkw-Maut genutzt werden. Zahlreiche Empfehlungen bedürfen Änderungen an Gesetzen. Hierzu wird deren Bündelung in einem Moderne-Schiene-Gesetz empfohlen, das Ende 2023 beschlossen werden soll. NACHFOLGE 9-EURO-TICKETBund und Länder haben sich Ende November 2022 auf die Einführung eines bundesweit gültigen ÖPNV-Tickets (»Deutschland-Ticket«) zum Preis von 49 € pro Monat geeinigt. Das Ticket soll im monatlich kündbaren Abonnement digital vertrieben werden. Bund und Länder beteiligen sich je zur Hälfte an der Finanzierung des Tickets in Höhe von je 1,5 Mrd. € pro Jahr. Die Beteiligten streben eine Einführung des Deutschland-Tickets zum 1. Mai 2023 an. ERHÖHUNG DER REGIONALISIERUNGSMITTELBundestag und Bundesrat haben im Dezember 2022 das Achte Gesetz zur Änderung des Regionalisierungsgesetzes beschlossen. Damit wurden die Regionalisierungsmittel bereits für 2022 um 1 Mrd.€ angehoben. Darüber hinaus wird die bisherige Dynamisierung i. H. v. 1,8% pro Jahr ab 2023 auf 3% angehoben. In Summe führt die Gesetzesänderung im Zeitraum 2022 bis 2031 zu zusätzlichen Regionalisierungsmitteln i. H. v. rund 17,3 Mrd. €. InfrastrukturSCHAFFUNG EINES HOCHLEISTUNGSNETZESBundesverkehrsminister Volker Wissing und der DB-Vorstandsvorsitzende Dr. Richard Lutz haben am 22. Juni 2022 in einer gemeinsamen Pressekonferenz die Entwicklung eines Hochleistungsnetzes angekündigt. Im Rahmen einer Generalsanierung bündelt der DB-Konzern dafür erstmals auf einem hochausgelasteten Korridor alle geplanten Baumaßnahmen der kommenden Jahre innerhalb einer Streckensperrung. MOBILFUNKVERSORGUNG ENTLANG DER SCHIENENWEGEAktuell steht die Umsetzung der Versorgungsauflagen aus der 5G-Auktion 2019 im Fokus. Diese sehen u. a. eine bessere Versorgung entlang der Schienenwege vor. Die Eisenbahnen sind nach den Auktionsbedingungen zur Mitwirkung aufgefordert. Der DB-Konzern hat zur Erfüllung dieser Mitwirkungsobliegenheit das Projekt »Masterplan Konnektivität Schiene« initiiert. Im Austausch mit den Mobilfunkunternehmen werden im Projekt zentrale Mitwirkungsbedarfe offengelegt und Einigungen zum Abruf von Mitwirkungsleistungen getroffen. Auch die DB broadband GmbH zahlt mit ihrem weitreichenden Angebot von Glasfaserkapazitäten entlang der Schienenwege auf die Mitwirkung ein und unterstützt damit das Ziel des Bundes, eine umfassende Glasfaserversorgung bis 2030 sicherzustellen. In seiner Gigabitstrategie schreibt der Bund dazu passende Rahmenbedingungen fest und flankiert mit der Initiative »5G am Gleis« einen synergetischen Mobilfunkausbau entlang der Gleise. Die 2021 verabschiedete Novelle des Telekommunikationsgesetzes regelt die Bedingungen zur Mitnutzung von Eisenbahninfrastruktur und sieht als ein neues Ziel der Frequenzregulierung vor, entlang von Verkehrswegen eine unterbrechungsfreie Konnektivität bis möglichst 2026 zu gewährleisten. 2021 hat sich der DB-Konzern mit der Deutschen Telekom und 2022 auch mit Vodafone auf eine Übererfüllung der Versorgungsauflagen 2019 geeinigt. Es wurde vereinbart, dass die beiden Mobilfunkunternehmen ihr Netz an den DB-Schienenstrecken bis 2026 ausbauen, vorhandene Lücken schließen und die Leistungsfähigkeit ihrer Netze erheblich steigern. Gemeinsam wird ein dreistelliger Millionenbetrag investiert. GüterverkehrMASTERPLAN SCHIENENGÜTERVERKEHRErgänzend zum Zukunftsbündnis Schiene wird die Umsetzung des Masterplans Schienengüterverkehr nach dem bisherigen Verfahren weiterverfolgt. Wichtige Anliegen aus dem Masterplan Schienengüterverkehr finden sich auch im Masterplan Schienenverkehr wieder. Das Bundesprogramm Zukunft Schienengüterverkehr bietet die Basis für eine anteilige Förderung von Projekten in den Bereichen Digitalisierung, Automatisierung und Fahrzeugtechnik. Als weitere Maßnahme zur Stärkung des Schienengüterverkehrs werden seit 2020 die Anlagenpreise im Bereich der Zugbildung gefördert. Die Förderrichtlinie für Gleisanschlüsse wurde evaluiert und mit neuen Fördermöglichkeiten im März 2021 veröffentlicht. Die ebenfalls aus dem Masterplan resultierende Trassenpreisförderung entlastet den Schienengüterverkehr seit 2018. Der Haushaltsansatz wurde für 2023 von 350 Mio. € auf 377 Mio.€ erhöht. Die Förderrichtlinie ist derzeit bis Juni 2023 befristet, soll jedoch nach erfolgter Evaluierung verlängert werden. Die Überarbeitung der Förderrichtlinie findet derzeit statt. Die Kombinierter-Verkehr-(KV-)Förderrichtlinie wurde ebenfalls evaluiert und überarbeitet. Nach erfolgreicher Notifikation bei der Europäischen Kommission wurde die neue Richtlinie am 23. November 2022 veröffentlicht. Wesentliche Neuerung ist die erstmalige Förderung von Ersatzinvestitionen. Daneben wurde die KV-Förderung auch auf weitere, für den KV-Umschlag erforderliche Einrichtungen wie Abstellgleise, Zugbildungsgleise sowie die Anschlussweiche erweitert. Die Förderrichtlinie gilt bis Ende 2026. EUROPÄISCHES UMFELDDB-KonzernDAS EUROPÄISCHE FIT-FOR-55-PAKETDie Europäische Kommission hat am 14. Juli 2021 im Rahmen des Grünen Deals ein umfassendes Gesetzespaket (Integrierter Bericht 2021) vorgelegt. Mit der Trilog-Einigung auf eine Verschärfung des Emissionshandels vom 18. Dezember 2022 wurde der größte Teil des Gesetzespakets ausverhandelt. Zukünftig sollen die Emissionsrechte noch stärker gekürzt werden. Die bestehenden kostenlosen Emissionszertifikate für den Luftverkehr und besonders im internationalen Wettbewerb stehende Industriesektoren sollen schrittweise abgeschafft werden. Auch der Schiffsverkehr soll in den Emissionshandel mit einbezogen werden. Ab 2027 soll ein neues Emissionshandelssystem für Gebäude, Straßenverkehr sowie für die Nutzung fossiler Brennstoffe in bestimmten Industriesektoren geschaffen werden, ähnlich dem deutschen Brennstoffemissionshandel. Mit den Einnahmen aus dem neuen Emissionshandel soll ein Klimasozialfonds finanziert werden, der Maßnahmen für effizientere Gebäude und emissionsärmere Mobilität unterstützen soll. Ferner einigten sich die EU-Institutionen darauf, in der EU ab 2035 keine neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge mehr zuzulassen, die CO2 ausstoßen. ÜBERARBEITUNG DER EU-RICHTLINIE ÜBER DIE ZERTIFIZIERUNG VON TRIEBFAHRZEUGFÜHRER:INNENDie Europäische Kommission nimmt eine Überarbeitung der Richtlinie 2007/59/EG über die Zertifizierung von Triebfahrzeugführer:innen vor. Der Vorschlag zur Revision wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2023 vorliegen. Ziele der Überarbeitung sind die Verbesserung der Mobilität von Triebfahrzeugführer:innen im gesamten Schienennetz der EU sowie die Erleichterung für Arbeitgeber im Hinblick auf die Zuweisung von Triebfahrzeugführer:innen zu Einsätzen in verschiedenen Mitgliedsstaaten. Nach einer umfassenden Sektorkonsultation in mehreren Stufen (Call for Evidence im Januar 2022, öffentliche Konsultation September 2022, Experteninterviews und Anhörungen) lassen sich die kritischen Schwerpunkte der Revision identifizieren. Dies sind im Augenblick die zu definierenden Anforderungen an die Sprachkompetenz, die im Raum stehende Überlegung, eine zweite, europaweite Betriebssprache anzustreben, Änderungen im heute getrennt gehaltenen System von Triebfahrzeugführerschein und Zusatzbescheinigungen sowie das Vorhaben, anstelle einer Richtlinie eine Verordnung zu erlassen. DAS EUROPÄISCHE GREENING TRANSPORT PACKAGEBis 2050 sollen die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 90% reduziert werden. Zur weiteren Ökologisierung innerhalb des europäischen Verkehrs plant die Europäische Kommission ein umfassendes Maßnahmenpaket, das voraussichtlich im zweiten Quartal 2023 vorgelegt werden soll. Mit unmittelbarer Relevanz für die Schiene soll es Vorschläge für ein effizienteres Kapazitäts- und Verkehrsmanagement im grenzüberschreitenden Schienenverkehr, die Überarbeitung der Richtlinie für den Kombinierten Verkehr und die Überarbeitung der Richtlinie höchstzulässiger Maße und Gewichte im Straßengüterverkehr enthalten. Zur Unterstützung der genannten Initiativen soll ein harmonisierter EU-Rahmen für die Berechnung verkehrsbedingter Treibhausgasemissionen implementiert werden. Die Initiativen werden im Folgenden noch einzeln dargestellt. Harmonisierter Europäischer Rahmen zur Erfassung und Bewertung verkehrsbedingter Treibhausgasemissionen (CountEmissions EU) Die im Rahmen des sog. Greening Transport Package vorgesehene Initiative soll sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr Anwendung finden und transparente Informationen liefern, die es ermöglichen, Emissionen zu verringern und zu vergleichen. Sie soll eine Entscheidungshilfe für Nutzer:innen und Bürger:innen sein, um das nachhaltigste Verkehrsmittel zu wählen, und so potenzielles Greenwashing verhindern. Auch ein zukünftiges Ecolabelling soll auf der Systematik aufbauen. Der europäische Schienensektor begrüßt diese Pläne. Die Methodik sollte einheitlich, verbindlich und ohne hohen Aufwand realisierbar sein. Im DB-Konzern finden die im Transportsektor etablierten Tools EcoPassenger und EcoTransIT World bereits seit Jahren Anwendung. Beide entsprechen der vorhandenen unverbindlichen Richtschnur für den Verkehrssektor, dem Standard EN 16258 für die Treibhausgasbilanzierung. Aktuell wird dieser Standard überarbeitet und soll als ISO 14083 auf einen Weltstandard angehoben werden. Dieser Weltstandard ISO 14083 wäre eine wichtige Grundlage für die Initiative »CountEmissions EU«. InfrastrukturREVISION DER VERORDNUNG ÜBER DIE LEITLINIEN DER EU ZUM AUFBAU EINES TRANSEUROPÄISCHEN VERKEHRSNETZESDie Europäische Kommission hat am 14. Dezember 2021 einen Vorschlag zur Überarbeitung der Transeuropäische-Verkehrsnetze-(TEN-V-)Leitlinien vorgelegt. Ziel i. S. d. europäischen Grünen Deals ist es, jetzt die Weichen für eine schnellere Vollendung insbesondere des multimodalen TEN-V-Kernnetzes bis 2030 sowie des TEN-V-Gesamtnetzes bis 2050 (Integrierter Bericht 2021) zu stellen. Mit dem »erweiterten TEN-V-Kernnetz« sollen bis 2040 zwei neue technische Infrastrukturparameter implementiert werden: auf Personenverkehrsstrecken eine Streckengeschwindigkeit von überwiegend mindestens 160 km/h und im Schienengüterverkehr/Kombinierten Verkehr ein Lichtraumprofil mit einem Standard von mindestens P400. Das Lichtraumprofil bezeichnet standardisierte Querschnitte der Infrastruktur, die den Raum gewährleisten, der für die uneingeschränkte Durchfahrt von Fahrzeugen und Ladungen mit bestimmten Eigenschaften und Abmessungen freizuhalten ist. P400 ist ein Profil, das für 4 m hohe Sattelauflieger geeignet ist. Im Hinblick auf eine effizientere Verzahnung mit den europäischen Schienengüterverkehrskorridoren sieht der Entwurf u. a. Anpassungen der Steuerung (Governance) vor. Unter dem Ratsvorsitz Tschechiens wurde Anfang Dezember 2022 die sog. allgemeine Ausrichtung als Voraussetzung für die weiteren Verhandlungen mit Parlament und Kommission angenommen. Das von der Kommission vorgeschlagene neue Netzwerkdesign mit den Zielhorizonten 2030/2040/2050 wird im Kern bestätigt. Zugleich sieht der Kompromiss u. a. weniger strikte Vorgaben bei der Implementierung der TEN-V-Infrastrukturparameter im Vergleich zum Kommissionsentwurf vor. Parallel laufen die Verhandlungen im Parlament. Im Oktober 2022 wurde der Berichtsentwurf vorgelegt. Nach Verabschiedung des TEN-V-Berichts können die Kompromissverhandlungen (Trilogverhandlungen) beginnen. Der Abschluss der TEN-V-Revision ist spätestens im zweiten Halbjahr 2023 vorgesehen. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs hatte die Europäische Kommission am 27. Juli 2022 einen Delegierten Rechtsakt zur Modifizierung des TEN-V-Verordnungsvorschlags vom 14. Dezember 2021 angenommen. Dieser sieht die Umrüstung der Spurbreite (Fokus auf neue Infrastruktur, Ausnahmen über Kosten-Nutzen-Analysen möglich) auf 1.435 mm und Vorlage eines Migrationsplans innerhalb von zwei Jahren vor; eine Streichung Russland/Belarus von den indikativen TEN-V-Maps; die Herabstufung der Verbindungen nach Russland/Belarus (Kernnetz zu Gesamtnetz) sowie eine Verlängerung von vier TEN-V-Korridoren (North-Sea Baltic, Baltic-Black-Aegean Sea, Baltic Sea-Adriatic Sea und Rhine-Danube) in Verbindung mit den sog. Solidarity Lanes. GüterverkehrREVISION DER VERORDNUNG ZUR SCHAFFUNG EINES EUROPÄISCHEN SCHIENENNETZES FÜR EINEN WETTBEWERBSFÄHIGEN GÜTERVERKEHRMit der Verordnung zur Schaffung eines europäischen Schienennetzes für einen wettbewerbsfähigen Güterverkehr wurde 2010 erstmals ein Instrument eingeführt, um den Betrieb der wichtigsten internationalen Eisenbahnstrecken für den Güterverkehr innerhalb der EU sowie mit Drittstaaten zu verbessern. Dazu wurden neun europäische Schienengüterverkehrskorridore (SGV-Korridore) geschaffen. Ebenfalls etabliert wurden zentrale Vertriebsstrukturen, Produkte sowie Gremienstrukturen zum Management der SGV-Korridore. 2017 und 2018 wurden zwei weitere SGV-Korridore eingerichtet. Sechs der nunmehr elf europäischen SGV-Korridore verlaufen durch Deutschland. Zur Umsetzung des europäischen Grünen Deals und der Sustainable and Smart Mobility Strategy der Europäischen Kommission werden auch die SGV-Korridore weiterentwickelt. Im Rahmen der Überarbeitung der TEN-V-Leitlinien sind bereits umfassende Vorschläge zur Änderung der Schienengüterverkehrskorridorverordnung vorgelegt worden. Ziel ist es u. a., die Governance der SGV-Korridore zwischen Mitgliedsstaaten, Infrastrukturbetreibern und beratenden Gruppen (u. a. Eisenbahnverkehrsunternehmen und Terminalbetreibern) zu verbessern sowie die Kunden mit Blick auf die Infrastrukturplanung stärker einzubeziehen. Auch die Rolle des europäischen Koordinators für die Transportkorridore als Vermittler soll gestärkt werden. Die Kommission hat im Jahr 2022 angekündigt, im Rahmen des Greening Transport Package einen ambitionierten Vorschlag für ein verbessertes grenzüberschreitendes Verkehrs- und Kapazitätsmanagement vorlegen zu wollen, der über das Marktsegment Schienengüterverkehr hinausgehen soll. Damit möchte die Europäische Kommission u. a. den Fokus auf betriebliche Aspekte des Schienengüterverkehrs legen. Die Europäische Kommission prüft derzeit verschiedene Maßnahmen einer Optimierung mit Fokus auf Kapazitätsmanagement, Performance, Stakeholdermanagement und Nutzung digitaler Instrumente. Geprüft werden soll auch eine stärkere Zentralisierung auf EU-Ebene. REVISION DER RICHTLINIE ZU MASSEN UND GEWICHTENDie Europäische Kommission plant, im Rahmen des Greening Transport Package die Revision der Richtlinie über die »Festlegung der höchstzulässigen Abmessungen für Straßenfahrzeuge im innerstaatlichen und grenzüberschreitenden Verkehr und Festlegung der höchstzulässigen Gewichte im grenzüberschreitenden Verkehr« vorzulegen. Der Einsatz von emissionsfreien Fahrzeugen mit einer maximalen Länge von 25,25 m und einem Gewicht von 60 t im Kombinierten Verkehr sowie ggf. eine Genehmigung zusätzlicher Ladekapazitäten sollen im Rahmen einer Folgeabschätzung untersucht werden. Auch eine mögliche generelle Anhebung von Maßen und Gewichten, klarere bzw. einheitliche Vorgaben im grenzüberschreitenden Einsatz, verbunden mit Auswirkungen auf Infrastruktur und intermodalen Wettbewerb, möchte die Europäische Kommission prüfen. Wichtig ist aus Sicht des DB-Konzerns, dass bei der Anpassung der Regelungen Rückverlagerungseffekte auf die Straße vermieden werden. REVISION DER RICHTLINIE ZUM KOMBINIERTEN VERKEHRDie Europäische Kommission arbeitet im Rahmen des Greening Transport Package auch an einer Überarbeitung der Richtlinie »über die Festlegung gemeinsamer Regeln für bestimmte Beförderungen im kombinierten Güterverkehr zwischen Mitgliedstaaten« (KV-Richtlinie). Die Europäische Kommission möchte auf neue Ansatzpunkte u. a. im Bereich der Förderfähigkeit (Eligibility) setzen, die sich direkt an der Vermeidung von externen Kosten orientieren sollen. Auch die Ausweitung des KV-Begriffs nicht mehr nur auf den Umschlag von Behältern, sondern auf multimodale Transportketten soll geprüft werden. Aus Sicht des DB-Konzerns ist eine klarere Definition des Kombinierten Verkehrs und deren europaweit einheitliche Auslegung essenziell. Ebenso muss die Förderung kleinerer Terminals, die für den Umschlag von konventionellem und Kombiniertem Verkehr genutzt werden können (Tiny Terminals), in Betracht gezogen werden. Bestehende Privilegien für den Kombinierten Verkehr müssen erhalten und der Hauptlauf nach wie vor auf der Schiene gewährleistet werden. Infrastrukturelle Vorgaben für Terminals, die eine verbesserte Harmonisierung technischer Standards innerhalb Europas vorsehen, sollen innerhalb der überarbeiteten TEN-V-Verordnung gesetzt werden. Rechtliche ThemenVERFAHREN UM WEITERE FINANZIERUNGSBEITRÄGE FÜR STUTTGART 21Ende 2016 haben wir zur Vermeidung verjährungsrechtlicher Risiken Klage gegen die Projektpartner auf weitere Finanzierungsbeteiligung auf Grundlage der sog. Sprechklausel beim Verwaltungsgericht Stuttgart eingereicht. Auf unsere im Juni 2021 eingereichte Triplik haben die Beklagten fristgerecht Anfang 2022 erwidert. Derzeit sind keine weiteren Schriftsätze veranlasst. Das Gericht hat einen Termin für eine mündliche Verhandlung bekannt gegeben. ZIVILVERFAHREN ZU INFRASTRUKTURNUTZUNGSENTGELTENEs sind weiterhin eine Vielzahl an Streitigkeiten zu den Trassen- und Stationsentgelten bei den Zivilgerichten anhängig. Dabei geht es um die Frage, ob und nach welchen Maßstäben die Zivilgerichte die regulierten Entgelte überhaupt einer weiteren zivilgerichtlichen Bewertung unterziehen dürfen. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) 2011 konnten Eisenbahninfrastrukturnutzungsentgelte auf Grundlage der Rechtslage vor Inkrafttreten des ERegG zivilgerichtlich am Maßstab des §315 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) auf ihre Billigkeit überprüft werden, auch wenn sie regulierungsrechtlich wirksam waren. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied 2017, dass eine Billigkeitskontrolle von Wegeentgelten durch Zivilgerichte gem. §315 BGB unvereinbar mit dem europäischen Eisenbahnrecht ist. Der BGH hielt daraufhin aber weiterhin an einer Überprüfung durch die Zivilgerichte am Maßstab des Kartellrechts fest. Mit Urteilen vom 8. Februar 2022 hat der BGH die DB Netz AG erstmals zur Rückzahlung von Regionalfaktorentgelten rechtskräftig verurteilt. Am 27. Oktober 2022 hat der EuGH in einem Vorabentscheidungsverfahren die Anwendbarkeit des Kartellrechts auf Eisenbahninfrastrukturentgelte durch die Zivilgerichte grundsätzlich bejaht, dies allerdings an die Bedingung geknüpft, dass zuvor die Regulierungsbehörde befasst wird, an deren Entscheidung sich die Zivilgerichte orientieren müssen (EuGH, C- 721/20 - DB Station&Service). Unter Bezugnahme auf das Urteil des EuGH hat die BNetzA ein Verfahren zur Überprüfung der in Streit stehenden Altentgelte eröffnet. Der weitere Fortgang der Verfahren ist offen. EUROPÄISCHE KOMMISSION ÜBERPRÜFT UNTERSTÜTZUNGSMASSNAHMEN FÜR DB CARGODie Europäische Kommission führt ein Beihilfeverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland betreffend mögliche Unterstützungsmaßnahmen zugunsten der DB Cargo AG. Mit Beschluss vom 31. Januar 2022 hat sie ein formelles Prüfverfahren eingeleitet. Es geht auf die Beschwerde eines Wettbewerbers zurück. Dieser sieht im Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der DB Cargo AG und der DB AG sowie in bestimmten anderen Maßnahmen wettbewerbsverzerrende Beihilfen. Das nun eingeleitete Prüfverfahren soll die aufgeworfen en Fragen klären. Die Europäische Kommission führt das Verfahren ergebnisoffen. Die Bundesrepublik Deutschland und der DB-Konzern hatten bereits im Vorverfahren die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Maßnahmen enthalten aus ihrer Sicht schon tatbestandlich keine Beihilfen. TEILWEISE GERICHTLICHE VERWALTUNG VON SCHENKER ITALIANA S.P.A.Am 17. Mai 2022 wurde eine Tochtergesellschaft von DB Schenker, die Schenker Italiana S.p.A., Peschiera Borromeo/Italien, unter teilweise gerichtliche Verwaltung gestellt. Es wurde ein Administrator eingesetzt. Es handelte sich dabei nicht um ein strafrechtliches Verfahren gegen die Gesellschaft oder ihr Management, sondern um eine Präventionsmaßnahme, um die Nutzung oder Infiltration des Unternehmens durch externe Akteure zu verhindern. Die gerichtliche Verwaltung wurde am 9. Februar 2023 wieder aufgehoben, nachdem die Gesellschaft spezifische Aspekte ihres internen Kontrollsystems weiter gestärkt hatte. KARTELLRECHTLICHE THEMENMissbrauchsverfahren Bundeskartellamt zum Online-VertriebIn einem seit 2019 durch das Bundeskartellamt (BKartA) geführten Verwaltungsverfahren gegen die DB AG hat das BKartA der DBAG im April 2022 den Entwurf (sog. Abmahnung) einer Untersagungsverfügung übermittelt. Nach seiner vorläufigen Bewertung kommt das BKartA darin zu dem Ergebnis, dass die Ausgestaltung der Beziehung der DB AG zu Online-Vertriebsdienstleistern, die für die DB AG als Handelsvertreter deren Fahrscheine vertreiben, in bestimmten Punkten unzulässig ist. Hierbei geht es um neuartige rechtliche Fragestellungen zum Online-Vertrieb, zu denen es bislang an gefestigter Rechtsprechung und Behördenpraxis fehlt. Die DB AG hat zu den Vorwürfen Stellung genommen und steht hierzu weiterhin im Austausch mit dem BKartA. DB-Konzern geht gegen Schienenkartell in BerufungGegen das Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main vom 3. August 2022 haben DB-Konzernunternehmen aufgrund von gravierenden Fehlern im Sachverhalt und in der rechtlichen Bewertung Berufung vor dem OLG Frankfurt am Main eingelegt. Das Landgericht Frankfurt am Main hatte die Schadenersatzklage der DB Netz AG und anderer DB-Unternehmen gegen Moravia Steel, einen tschechischen Stahlhersteller, und andere Unternehmen wegen Verjährung abgewiesen. Mehrere Schienenlieferanten hatten zwischen 2001 und 2010/2011 rechtswidrig Lieferquoten und Preise für Lieferungen von Schienen an den DB-Konzern abgesprochen. Das Bundeskartellamt verhängte 2012 und 2013 gegen Moravia Steel und andere Kartellanten Bußgelder i. H. v. insgesamt 134,5 Mio. €. Der DB-Konzern hatte im Dezember 2012 eine Schadenersatzklage über mehrere 100 Mio.€ vor dem Landgericht Frankfurt am Main erhoben. STARKE SCHIENEUnser inneres AnliegenEine starke Schiene in Deutschland ist unser inneres Anliegen. Sie hilft unserem Land, existenzielle Herausforderungen zu meistern:
Umsetzung der Starken SchieneWir haben uns zum Ziel gesetzt, die Dimensionen Ökonomie, Soziales und Ökologie unternehmerisch in Einklang zu bringen. Nachhaltigkeit ist handlungsleitend verankert und fester Bestandteil der Unternehmens-DNA. Als Reaktion auf die sich rasant ändernden ökologischen, gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie die internen Herausforderungen haben wir unseren Gestaltungsanspruch - unser inneres Anliegen - formuliert, dessen Kern die Strategie Starke Schiene ist. Mit der Starken Schiene bekennen wir uns ausdrücklich zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung und definieren unseren konkreten Beitrag zur Erreichung der zentralen verkehrs- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung. Zudem fokussieren wir uns mit der neuen strategischen Ausrichtung stärker auf das Kerngeschäft Eisenbahn in Deutschland und tragen damit internen Herausforderungen und steigenden Erwartungen der Stakeholder in Deutschland zur herausgehobenen Verantwortung des DB-Konzerns Rechnung. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, wird alles, was wir als DB-Konzern tun, am Wertbeitrag zu einer starken Schiene gemessen. Dies betrifft auch unsere Beteiligungen. Der Aufsichtsrat der DB AG hat dem DB-Vorstand den Auftrag erteilt, einen möglichen Verkauf von bis zu 100% der Anteile von DB Schenker zu prüfen und vorzubereiten. Gemeinsame operative Initiativen werden sich auf die Erzielung von Synergien innerhalb des integrierten Netzwerks konzentrieren. Beteiligungen ohne strategische Relevanz für die Starke Schiene werden auf den Prüfstand gestellt. Mit der Strategie Starke Schiene haben wir die Weichen für eine Verkehrsverlagerung gestellt und schaffen perspektivisch zusätzliche Kapazitäten, erhöhen die Produktqualität und verbessern die Kundenzufriedenheit. Unsere Strategie bildet ein Rahmenwerk, mit dem wir gleichermaßen sowohl kontinuierlich die internen Voraussetzungen für eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene schaffen als auch mit der Grünen Transformation des DB-Konzerns die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit sicherstellen. Um die system- wie organisationsseitig notwendigen Voraussetzungen für die Verkehrsverlagerung zu legen, haben wir im Rahmen der Starken Schiene drei Ausbaufelder identifiziert:
Für jedes der drei Ausbaufelder haben wir fünf zentrale Themen identifiziert, die sog. Ausbausteine. Zentrales Kriterium für die Auswahl der Ausbausteine ist ihre geschäftsfeldübergreifende Bedeutung für unser Ziel einer starken Schiene in Deutschland und somit für die verkehrs- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung. In Summe ergeben sich daraus 15 Ausbausteine, die uns bei der Organisation der Verkehrsverlagerung helfen. Sie werden durch geschäftsfeldspezifische Ausbausteine ergänzt. Eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene kann jedoch nur dann ihr volles Potenzial entfalten, wenn auch die Eisenbahn ihre Klimafreundlichkeit und die weiteren umweltrelevanten Vorteile weiter stärkt und ausbaut. Die Grüne Transformation des DB-Konzerns ist somit eine zentrale Voraussetzung für die Wirksamkeit der Verkehrsverlagerung. Um der Bedeutung dieser Thematik gerecht zu werden, haben wir einen weiteren übergreifenden Ausbaustein definiert, über den wir die Wirksamkeit der Verkehrsverlagerung sicherstellen wollen. Zusammen bilden diese 15+1 Ausbausteine den strategischen Rahmen unserer Geschäftsausrichtung. AUSBAUSTEINE DER MITARBEITENDENWir beteiligen unsere Mitarbeitenden im Rahmen des Ausbausteins »15 Ausbausteine der Mitarbeitenden« an der Umsetzung der Strategie. Ziel ist die Entwicklung zusätzlicher Ausbausteine, die die zentralen Anliegen der Mitarbeitenden abbilden und die Umsetzung der Strategie unterstützen. Bislang haben über 1.300 Mitarbeitende sich als Ausbauer:innen eingebracht. Die Ausbausteine entstehen in einem halbjährigen Partizipationsprozess. Nach der Wahl eines Ausbausteins übernimmt ein:e Bauleiter:in mit einem Team dessen konkrete Gestaltung und Umsetzung im DB-Konzern. 2022 wurden die drei Ausbausteine zum Wissensmanagement, »Mein Wissen - Dein Wissen - Unser Wissen«, »Kolleg:-innen gehen; ihr Wissen bleibt« und »Wissen, wie Eisenbahn geht«, erfolgreich beendet und in die Linie überführt. Zusätzlich wurden drei weitere Ausbausteine der Mitarbeitenden identifiziert, die im Partizipationsprozess erarbeitet wurden: DIE AUSBAUSTEINE DER STARKEN SCHIENE
KAPAZITÄTSAUSBAU FÜR EINE STARKE SCHIENEDer Kapazitätsausbau der Infrastruktur und Flotten stellt eine weitere wesentliche Einflussgröße für unsere Produktqualität und v. a. auch für unsere Pünktlichkeit dar. Ausbau InfrastrukturZur Umsetzung der verkehrspolitischen Sektorziele der Bundesregierung muss die Netzkapazität deutlich erhöht werden. Die Strategie Starke Schiene sieht für den Personen- und Güterverkehr zusammengenommen eine Steigerung der Betriebsleistung im Netz um rund 350 Mio. Trkm (bezogen auf 2015) und damit um mehr als 30% vor. Das Wachstum wird nach vorliegenden Prognosen überproportional auf den heute schon hochausgelasteten Schienenwegen stattfinden. Parallel zum Ausbau der Infrastruktur besteht die Notwendigkeit, auch in der Ausbauphase eine hohe Zuverlässigkeit und Kapazität des Netzes sicherzustellen. Durch den Kapazitätsausbau des Schienennetzes wird die Grundlage für nachhaltige Verkehre und wirtschaftliche Entwicklung geschaffen. Indirekt wird auch die Mobilität ermöglicht. Eine hohe Leistungsfähigkeit und das Wachstum im Netz können nur gemeinsam mit dem Bund erreicht werden. Hierzu schafft die Bundes- und Landespolitik einen präzisen gesetzlichen Rahmen (z. B. durch LuFV, BSWAG), in dem der DB-Konzern operiert und an der Erfüllung der Zielvorgaben gemessen wird. Es findet ein regelmäßiger Austausch mit den wesentlichen Interessengruppen über die Wirksamkeit der Maßnahmen statt. Mögliche Umwelteinflüsse werden im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben fortlaufend bewertet (z. B. Umwelt-, Arten-, Natur- und Gewässerschutz) sowie Präventiv- und Gegenmaßnahmen zur Minimierung der Umwelteinflüsse laufend weiterentwickelt (z. B. Lärmschutz, Ausgleichsflächen). Die Ergebnisse werden kontinuierlich auf Zielerreichung überprüft. Mit der LUFV wird die Finanzierung des Bestandsnetzes gewährleistet. Darüber hinaus gibt es für die Steigerung der Kapazität des Netzes und die Ermöglichung einer Erhöhung der Betriebsleistung drei wesentliche Hebel:
Ausbau Flotte und WerkeFür eine starke Schiene investieren wir fortlaufend in die Modernisierung und Neuanschaffung von Zügen. Um dem steigenden Instandhaltungsbedarf der wachsenden Flotte gerecht zu werden, bauen wir unsere Instandhaltungswerke aus und investieren in neue Standorte für die betriebsnahe Instandhaltung. Bis Ende 2030 investieren wir knapp 2,4 Mrd.€ in die Instandhaltungswerke von DB Fernverkehr und damit in die Verbesserung von Pünktlichkeit und Qualität der ICE- und Intercity-Züge. Neue Werke, größere Hallen und erweiterte Werkstätten an Bestandsstandorten sowie neue Wartungseinrichtungen an dezentralen Stützpunkten sorgen dafür, dass die Züge künftig schneller und besser instand gehalten werden können. Bei der Planung der neuen ICE-Werke in Nürnberg und Dortmund-Hafen ist die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange wie auch der Menschen vor Ort für uns selbstverständlich. Ergänzend zum Ausbau der Werke optimieren wir unsere Prozesse und nutzen die Chancen der Digitalisierung und Automatisierung auch für die betriebsnahe Instandhaltung. Im Vordergrund stehen dabei die Automatisierung visueller Inspektionen an Zügen durch Kameratechnik und künstliche Intelligenz sowie die Prozessoptimierung aufwendiger Instandhaltungsstufen. Neben unseren Werken investieren wir auch in Fahrzeuge. Bis Ende 2026 wird sich die Fernverkehrsflotte auf über 430 ICE-Züge vergrößern. Darin enthalten sind 137 ICE-4-Züge. Unsere Flotte der ICE-4-Züge ist zu diesem Zeitpunkt komplett ausgeliefert. AUSBAUPLANUNG DER INSTANDHALTUNGSKAPAZITÄTEN FÜR DB FERNVERKEHR
Mit dem ICE3neo wächst die ICE-Flotte weiter. Seit Ende 2022 sind die ersten der insgesamt 73 neuen ICE3neo im Einsatz. Zusätzlich erhalten wir 23 ICE L sowie weitere Intercity 2. Mit der steigenden Anzahl neuer Fahrzeuge erhöhen wir die Zuverlässigkeit unserer Flotte und schaffen zusätzliche Sitzplatzkapazitäten für unsere Reisenden. Darüber hinaus haben wir die Hersteller Alstom Transport Deutschland und Siemens Mobility damit beauftragt, unabhängig voneinander ein neues Fahrzeugkonzept zu entwickeln. Dabei wird der DB-Konzern seine Expertise als Betreiber in die Entwicklung der neuen Zuggeneration einbringen. Nach Abschluss der Konzepterstellung wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2023 eine weitere Ausschreibung folgen, die Entwicklung, Bau und Zulassung der neuen Fahrzeuge beinhalten sowie für weitere Hersteller offen sein wird. Die neue Zuggeneration soll ab Anfang der 2030er-Jahre zum Einsatz kommen und ICE-3-Züge ersetzen sowie die ICE-Flotte erweitern. Dabei setzen wir auf maximal 400m lange, mindestens 300km/h schnelle, einstöckige Züge mit rund 950 Sitzplätzen, die neue Maßstäbe auch bei der Energieeffizienz und der technischen Verfügbarkeit setzen sollen. Zudem läuft die Modernisierung von über 100 Zügen der ICE-1- und ICE-3-Flotte zur Verbesserung der technischen Zuverlässigkeit und für mehr Komfort an Bord. Auch für den ICE T sind zur Stabilisierung der technischen Anlagen mehrere Maßnahmen in der Umsetzung. Hierzu zählen bspw. die Verbesserung von Antriebskomponenten zur Verfügbarkeitssteigerung sowie die Umrüstung auf ETCS Baseline 3, um den Einsatz auf entsprechenden Streckennetzen zu ermöglichen. Mit der Umsetzung der verkehrlichen Ziele der Starken Schiene bei DB Regio wird eine signifikante Erhöhung der Reisendenzahlen angestrebt. In diesem Zusammenhang bedarf es einer Steigerung der Sitzplatzkapazitäten um bis zu 30% bis 2030. Die zusätzliche Nachfrage werden wir sowohl durch eine mittelfristig erhöhte Auslastung der Züge als auch durch einen Kapazitätsaufbau der Fahrzeugflotte bedienen. Auch im Regionalverkehr investieren wir weiter in unsere Flotte und unsere Werke. In den nächsten Jahren erfolgen umfangreiche Modernisierungen an den Fahrzeugen der S-Bahnen Dresden, Köln, Rhein-Main und Stuttgart sowie im Regionalverkehr in den Netzen Elbe-Spree und Nord-Süd (Berlin-Brandenburg). Neben einer Verbesserung der technischen Zuverlässigkeit und des Komforts der Fahrzeuge ermöglichen wir dadurch auch eine höhere Auslastung. Für die Verkehrsverträge der S-Bahnen Berlin, Hamburg, Rhein-Main und Stuttgart ist mit den Aufgabenträgern bis Ende 2026 eine Erweiterung der Fahrzeugflotte vorgesehen. Zusätzlich werden ab 2025 in den Pfalznetzen Batterietriebzüge eingesetzt, die lokal emissionsfrei betrieben werden können und damit einen noch klimafreundlicheren Regionalverkehr ermöglichen. Im Rahmen von gewonnenen Verkehrsverträgen werden zur Bedienung der Mehrleistungen weitere ein- oder mehrstöckige Triebzüge beschafft. Zur Erhöhung der Zugkapazitäten im bestehenden Streckennetz werden Fahrzeuge mit ETCS ausgerüstet. So werden erstmals ab 2023 die Fahrzeuge der S-Bahn Stuttgart mit dieser Technik ausgestattet. Ab 2024 folgt dann die Ausrüstung der Fahrzeuge der S-Bahn Hamburg. Zur Erhaltung und Erweiterung der Instandhaltungskapazitäten in den nächsten Jahren wird auch im Regionalverkehr in die Werkstattinfrastruktur investiert. Schwerpunkte bilden hierbei bis 2025 die Werkstätten für die S-Bahnen in Berlin, Frankfurt am Main, Köln, München, Nürnberg, Tübingen und Ulm. Die Kommunikation zur Umsetzung der Maßnahmen erfolgt über die üblichen Wege, wie bspw. über Presseinformationen. Starke-Schiene-ZieleJedem Ausbaustein der Starken Schiene liegen konkrete Maßnahmen zugrunde. Für die operative Steuerung wurde je Ausbaustein ein:e Bauleiter:in mit Verantwortung für die Ausgestaltung der Maßnahmen sowie deren operative Umsetzung gegenüber dem Vorstand benannt. Die Ausbausteine wurden in der Mittelfristplanung des DB-Konzerns verankert. Den Zielbeitrag steuern wir mit Key Performance Indicators. Diese Messung erfolgt kontinuierlich und wird in der Starke-Schiene-Sitzung, einem eigens dafür geschaffenen Gremium, unter Aufsicht des Vorstands und der Vorsitzenden der Geschäftsfelder des Systemverbunds Bahn gesteuert und gemonitort. Basis sind die verkehrspolitischen Sektorziele der Bundesregierung:
Zusätzlich werden die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung durch Umstellung des Bahnstroms auf 100% erneuerbare Energien, die Elektrifizierung von Bahnstrecken und die Anschaffung von alternativ bzw. hybrid angetriebenen Lokomotiven unterstützt. Wir verfolgen die Zielerreichung der Strategie Starke Schiene anhand von insgesamt zehn DB-spezifischen Zielgrößen. Oberstes Ziel ist dabei unser Beitrag zur Verkehrsverlagerung. Hierfür fokussieren wir uns gleichermaßen auf Wachstum im Schienenpersonen- wie Schienengüterverkehr. TOP-ZIELE DER STRATEGIE STARKE SCHIENE
PRODUKTQUALITÄT UND DIGITALISIERUNGMehr Tempo in der digitalen InstandhaltungZüge sollen rollen und nicht stehen. Die Schlüssel für mehr Effizienz in der Instandhaltung sind Digitalisierung und der breite Einsatz neuer Technologien. Z. B. kommt seit 2022 erstmals eine KI-basierte Materialerkennung zur automatischen Bilderkennung zum Einsatz. Darüber hinaus wurden die ersten 140 Fahrzeuge mit Sensoren für eine zustandsbasierte Instandhaltung ausgerüstet. Schwache PünktlichkeitsentwicklungDie Nutzungsintensität auf dem deutschen Schienennetz hat sich seit 1994 um mehr als 60% erhöht. Die steigende Nachfrage trifft dabei auf eine Infrastruktur, die nicht mitgewachsen ist. Gleichzeitig hat sich der Zustand der Infrastruktur verschlechtert, weil viele Gleise, Weichen, Brücken und Stellwerke alt und damit störanfällig sind. Um die Modernisierung voranzutreiben, wird auf Rekordniveau gebaut. Dies kostet allerdings zusätzliche Kapazität. Künstliche Intelligenz für pünktlichere ZügeDer erstmalige Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Disposition sorgte 2022 für mehr als 58.000 eingesparte Verspätungsminuten. Die Technologie ist bei den S-Bahnen Stuttgart, Rhein-Main und München bereits im Einsatz und erkennt frühzeitig mögliche Störungen im Betriebsablauf, liefert Entscheidungsvorschläge und unterstützt so die Disponent:innen bei ihrer täglichen Arbeit. Kennzahlenübersicht (Schiene in Deutschland)VERKEHRSVERLAGERUNG
1) +>30% im Vergleich zu 2015.
KUNDEN
PÜNKTLICHKEIT
Kunden im Mittelpunkt unseres HandelnsMANAGEMENTANSATZ UND ZIELEEine hohe Produktqualität ist eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Umsetzung unserer Strategie Starke Schiene Zu den größten Hebeln zur Steigerung der Produktqualität zählen eine hohe Pünktlichkeit, der Einsatz moderner Fahrzeuge, eine verlässliche und umfassende Kunden- und Transportinformation, die Qualität und Zuverlässigkeit der angebotenen Dienstleistungen sowie angemessene Beförderungs- und Transportzeiten. Aus diesem Grund investieren wir weiter kontinuierlich in unsere Flotten und die Infrastruktur und optimieren die Zusammenarbeit mit unseren Zulieferern und Branchenpartnern. Dabei werden die Chancen der Digitalisierung intensiv genutzt. Die Verbesserung der Pünktlichkeit hat einen besonders hohen Stellenwert, da sie der maßgebliche Einflussfaktor der Kundenzufriedenheit ist und somit einen positiven Beitrag zur Erfüllung unserer Kundenansprüche auch im Kontext eines steigenden Mobilitätsbedarfs leistet. Nur wenn Züge und Busse nachhaltig mit einem hohen Pünktlichkeitsgrad verkehren, werden Reisende langfristig das Verkehrsmittel Schiene privat und berufsbedingt nutzen und somit den Erfolg der Verkehrsverlagerung garantieren. Darüber hinaus ist die Pünktlichkeit der wesentliche Stabilitätsfaktor der Produktionssysteme. V. a. im Fern- und Güterverkehr führen Unpünktlichkeiten zu gestörten Fahrzeug- und Personalumläufen, die wiederum negativ auf die Instandhaltungszuführung wirken. Dadurch werden Kapazitäten und Ressourcen gebunden, die dringend für das angestrebte Verkehrswachstum sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr benötigt werden. Aus wirtschaftlicher Sicht minimiert ein hohes Pünktlichkeitsniveau zudem das Risiko von Pönalezahlungen im bestellten Personennahverkehr sowie Entschädigungen über Fahrgastrechte im Personenfernverkehr. Der Stellenwert der Pünktlichkeit zeigt sich auch darin, dass sie ein bestimmender Faktor bei der Ermittlung der Höhe der variablen Vergütung der Führungskräfte. ist. Die Verbesserung der Pünktlichkeit bedarf einer kontinuierlichen internen Steuerung. Diese erfolgt auf Basis von Lost Units (Anzahl Verspätungsfälle) und ergänzender Kennzahlen, die u. a. die Netzkapazität und Verfügbarkeiten mitberücksichtigen. Für die Messung der Pünktlichkeit erfassen wir kontinuierlich für jede Zugfahrt/Busfahrt die Ist-Ankunftszeit im Vergleich zur Soll-Ankunftszeit. Ein Halt wird als pünktlich gewertet, wenn die planmäßige Ankunftszeit im Personenverkehr um weniger als sechs bzw. im Güterverkehr weniger als 16 Minuten überschritten wird. Die Ankunft der planmäßigen bzw. der bis zu einer definierten Maximaldauer verspäteten Züge/Busse fassen wir im Pünktlichkeitsgrad zusammen. Die Pünktlichkeitswerte werden täglich erfasst und zusammen mit den Lost Units sowie weiteren Steuerungskennzahlen den Führungskräften und Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt. Die Ist-Entwicklung wird dabei den aus der Strategie abgeleiteten Zielen gegenübergestellt, um negative Abweichungen, aber auch positive Entwicklungen zeitnah zu identifizieren. um Im Rahmen von kaskadierten geschäftsfeldinternen sowie geschäftsfeldübergreifenden Performance-Dialogen, Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen sowie Lageberichten an den Vorstand und Aufsichtsrat wird die Entwicklung der Steuerungskennzahlen dargestellt, um Steuerungsimpulse zu setzen und fokussierte Entscheidungsbedarfe sowie Gegensteuerungsmaßnahmen abzuleiten. Zudem werden der Fortschritt der vereinbarten Maßnahmen und die Maßnahmenwirksamkeit anhand der weiteren Ist-Entwicklung kontinuierlich aufgezeigt. Der DB-Konzern hat mit der Festlegung von langfristigen Pünktlichkeitszielen für den Schienenpersonenfern-, Schienenpersonennah- und Schienengüterverkehr im Rahmen der Strategie Starke Schiene eine eindeutige Verpflichtung zur Weiterentwicklung der Produktqualität abgegeben. Um diesem Bekenntnis und der unternehmerischen Pflicht der Unternehmensplanung hinsichtlich der Qualität Rechnung zu tragen, werden die Top-Maßnahmen zur Sicherstellung der Zielerreichung jährlich in der Mittelfrist- und Langfristplanung festgelegt und durch den Vorstand beschlossen. Neben den unterschiedlichen Facetten der Produktqualität sind die kontinuierlichen Optimierungen des Preis-Leistungs-Verhältnisses und Produktinnovationen insbesondere in der Digitalisierung maßgeblicher Hebel zur Steigerung der Kundenzufriedenheit. Wir arbeiten intensiv an der Erbringung unserer Basisleistung und konzentrieren uns auf die Optimierung der Produkt- und Servicequalität. Unseren Kund:innen bieten wir ein umfassendes Angebot für ihre Informationsbedürfnisse. Ziel ist es, unsere Produkte zu einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten, um die Erwartungen unserer Kund:innen zu erfüllen. Dabei stehen Maßnahmen im Fokus, die die Qualität unserer Leistungen, die Effizienz unserer Prozesse und die Wirtschaftlichkeit steigern. Um den Erfolg der Maßnahmen aus der Sicht unserer Kund:innen zu beurteilen, betrachten wir unmittelbare Indikatoren wie Umsatz, Reisendenzahlen und Zufriedenheit entlang des Reiseerlebnisses. Auch die Ergebnisse regelmäßiger Kundenbefragungen dienen der Erfolgsmessung und zeigen Verbesserungspotenziale auf. KUNDENZUFRIEDENHEITEntwicklung im Berichtsjahr
Eines der Top-Ziele des DB-Konzerns ist es, eine dauerhaft hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen. Dabei spielen im Personenverkehr neben der Entwicklung von betrieblichen Kennzahlen, wie z. B. Pünktlichkeit und Auslastung, der Ticketkauf, das Angebot, die Platzverfügbarkeit, der Komfort und die Informationsbereitstellung eine wichtige Rolle. Die regelmäßige Messung der Kundenzufriedenheit ist von großer Bedeutung. In regelmäßigen Performance-Dialogen werden die Ergebnisse des gesamten Reiseerlebnisses betrachtet und eine effiziente Steuerung der Kundenzufriedenheit sichergestellt. Die Erhebungen erfolgen jeweils anonym und durch unabhängige Marktforschungsinstitute. Ziel ist eine direkte Befragung nach Abschluss der Reise, um Zusammenhänge von Kaufentscheidungen und Wiedernutzung besser bewerten zu können. Die identifizierten Zufriedenheitstreiber werden dabei untereinander in ein Ranking gebracht. Details zur Entwicklung in den einzelnen Geschäftsfeldern finden Sie im Kapitel Entwicklung der Geschäftsfelder. PÜNKTLICHKEITEntwicklung im Berichtsjahr
Für die Messung der Pünktlichkeit erfassen wir kontinuierlich für jede Zug-/Busfahrt die Ist-Zeit im Vergleich zur Soll-Ankunftszeit. Die Ankunft der planmäßigen bzw. bis zu einer definierten Maximaldauer verspäteten Züge/Busse fassen wir im Pünktlichkeitsgrad zusammen.
1) Ab Juli 2022 ohne die durch DB Arriva
verkauften Aktivitäten in Schweden.
Die Pünktlichkeit im Schienenverkehr in Deutschland hat sich deutlich verringert. Gründe für diese Entwicklung waren:
Wesentliche VerbesserungsmaßnahmenDer DB-Konzern hat auch 2022 eine Vielzahl an Maßnahmen umgesetzt, um die Betriebsqualität zu verbessern bzw. zu stabilisieren. Überlagert wurde deren Wirkung jedoch durch negative Struktureffekte (hohe Bautätigkeit auf hochbelasten Schienenwegen mit überalterter sowie störanfälliger Infrastrukturanlagen). Aus diesem Grund werden Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt, die stark in die aktuellen Strukturen eingreifen und über Paradigmenwechsel zu einer nachhaltigen Qualitätssteigerung beitragen. DIGITALER PRODUKTIONSVERBUNDEinen wesentlichen Schwerpunkt der Starken Schiene bildet die Digitalisierung des Bahnbetriebs. Um die Vollständigkeit und Passfähigkeit der Aktivitäten rund um die digitale Transformation im Bahnbetrieb sicherzustellen, wurde im Oktober 2022 die Projekteinheit Digitaler Produktionsverbund (DPV) im Ressort Digitalisierung&Technik geschaffen. Der DPV setzt damit u. a. auf dem Vorprojekt Digitale DB auf. Ziel der Arbeit des DPV ist ein funktionstüchtiger, integrierter und ganzheitlich digitalisierter Systemverbund Bahn. Dieser muss die Harmonisierung der funktionalen und technischen Zielbilder sowie das Ableiten von Projekten und Maßnahmen sicherstellen. Als initialen Schwerpunkt möchte der DPV wesentliche Beiträge zur Erhöhung der Pünktlichkeit und Kapazität, zur Optimierung der Fahrzeugverfügbarkeit sowie zur Senkung der Kosten leisten. Um die Realisierung dieses Ziels wirksam anzugehen, werden 2023 zusätzliche Mittel i. H. v. 135 Mio. € für Digitalisierungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Das mit diesen Mitteln finanzierte Projektportfolio adressiert alle Verbundprozesse. So werden drei Handlungsebenen angesprochen:
Neben den mittel- und langfristigen Effekten setzt der DPV stets auch einen Fokus auf eine schnelle und spürbare Wirkungsentfaltung für unsere Kunden. STEUERUNGSMODELL IM RAHMEN DES UNTERJÄHRIGEN KAPAZITÄTSMANAGEMENTSZur Erreichung der verkehrspolitischen Sektorziele der Bundesregierung muss die Kapazität des Schienennetzes deutlich erhöht werden. Entsprechend sieht die Strategie Starke Schiene den Ausbau der Infrastruktur als zentralen Pfeiler vor. Die damit verbundenen umfangreichen Bauaktivitäten führen in diesen Bereichen zu angespannten Kapazitätssituationen, die in Kombination mit dem prognostizierten starken Verkehrswachstum v. a. bei den bereits vorhandenen Engpässen zu negativen Auswirkungen auf die Betriebsqualität führen können. Ziel ist, die Wachstumsziele mit Blick auf den Ausbau der Infrastruktur zu realisieren und gleichzeitig die Betriebsqualität auf einem guten Niveau zu stabilisieren. Die Planung von großen Baumaßnahmen startet i. d. R. mehr als zehn Jahre vor Baubeginn. Um die Auswirkungen von Baukonstellationen auf die Betriebsqualität zu bewerten, bedarf es belastbarer Daten zu potenziellen Beeinträchtigungen. Die Detailtiefe nimmt dabei immer mehr zu, je näher der Baubeginn rückt - bis hin zu konkreten fahrplanerischen Details etwa 20 Wochen vor Baubeginn. Da zu diesem Zeitpunkt der verbleibende Handlungsspielraum für betriebs- und pünktlichkeitsstabilisierende Maßnahmen stark eingeschränkt ist, werden bereits zum Zeitpunkt der finalen Anmeldung geplanter Baumaßnahmen 31 Wochen vor Baubeginn detaillierte Betrachtungen zur Beurteilung der dann vorherrschenden kapazitiven Situation vorgenommen. Diese erlauben es, betriebliche und qualitative Risiken zu erkennen, zu bewerten und Gegensteuerungsmaßnahmen zu ergreifen. So können Umleiterstrecken rechtzeitig hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit geprüft bzw. verbessert, Angebotsanpassungen aufseiten der Eisenbahnverkehrsunternehmen ergriffen und bei sehr kritischen Baukonstellationen Verlagerungen von einzelnen Baumaßnahmen vorgenommen werden. Davon ausgehend folgen weitere Quality Gates bis zum tatsächlichen Baubeginn. Im Ergebnis wird die bereits mehr als zwei Jahre zuvor erstellte überregionale Beurteilung der Auswirkungen einzelner Baumaßnahmen nun auf drei Hauptverkehrskorridoren des hochausgelasteten Schienennetzes nochmals qualitätsgesichert und wenn notwendig konkretisiert, um insbesondere Beeinträchtigungen langlaufender Linien des Schienenpersonen- und Güterverkehrs zu antizipieren und zu reduzieren. Erste positive Effekte dieser Steuerung werden bspw. zu Ostern 2023 erwartet - ein Zeitraum, der üblicherweise von größeren Qualitätseinbußen (u. a. aufgrund von Bauaktivitäten) gekennzeichnet ist. DigitalisierungMANAGEMENTANSATZ UND ZIELEFokus auf Digitalisierung und TechnikUnsere Digital- und Technikstrategie ist darauf ausgerichtet, bis 2030 ein hochintelligentes Mobilitätsnetzwerk zu entwickeln - vernetzt, automatisiert und kundenzentriert. Reisen sollen sich in Zukunft praktisch »wie von selbst« planen und bei Abweichungen in Echtzeit an veränderte Gegebenheiten anpassen. Dafür müssen unsere Digitalisierungsprozesse als intelligentes Gesamtsystem verstanden und gestaltet werden - eine langfristige Entwicklung, bei der sich drei Kernaufgaben der Starken Schiene benennen lassen:
Die Use Cases zeigen, wo Digitalisierung und Technik der Schlüssel zum Erfolg für die Starke Schiene sind. Einige davon stehen im besonderen Fokus:
Alle Vorhaben sind auf die nachhaltige Steigerung von Kapazität, Effizienz und Qualität ausgerichtet. Die Umsetzung geht mit einer neuen, im Kompass für ein Starkes Miteinander angelegten Kultur einher, die Ideen und Pläne für neue Arbeitswelten unterstützt und Begeisterung für neue Technologien fördert. Die IT-Infrastruktur ist die Basis für die Entwicklung der Digitalisierung. Das Fundament der digitalen Infrastruktur für die Starke Schiene bilden fünf Elemente:
Bis 2030 sollen die Mobilitätssysteme gelernt haben, selbstständig zu erkennen, zu berechnen und zu vernetzen - und damit alles permanent auf aktuellem Stand zu halten. Den Takt dafür bestimmt künstliche Intelligenz (KI), indem sie ein neuartiges Kapazitätsmanagement ermöglicht, Barrieren beseitigt und Anforderungen erfüllt, bevor diese überhaupt erkannt und formuliert werden. Die Fahrzeuge fahren hoch automatisiert, kommunizieren miteinander, updaten sich eigenständig und melden mögliche Defekte, noch bevor sie auftreten, mit neuer Sensorik, Drohnen und Robotern. Über die Schwerpunkte und den Fortschritt bei der Umsetzung sowohl der Use Cases als auch der Fundamente werden die Stakeholder im Rahmen von regelmäßigen Informationsveranstaltungen informiert. Der Fortschritt und die Wirksamkeit der Programm- und Technologieprojekte werden in regelmäßigen Reviews mit den verantwortlichen Geschäftsfeldern und Konzernfunktionen geprüft. Bei Bedarf werden Handlungsoptionen erörtert und beschlossen. ÖKOSYSTEME UND PARTNERSCHAFTENDie Digitalisierung und der globale Wettbewerb sorgen für veränderte Marktbedingungen: Aufgrund stark verkürzter Innovationszyklen entwickeln sich neue Märkte schneller und der Innovationsdruck auf etablierte Marktteilnehmer steigt. Um in diesem Umfeld Wachstumspotenziale zu erschließen und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des DB-Konzerns sicherzustellen, ist die Transformation zu einem ökosystemorientierten Unternehmen erforderlich. Der DB-Konzern öffnet sich deshalb für mehr Innovation durch Partnerschaften und baut systematisch Kooperationen auf. Durch Integration in die Wertschöpfung des DB-Konzerns werden die Innovationskraft und Kompetenzen von Partnern nutzbar gemacht. Entsprechend der Strategie Starke Schiene stehen die Bereiche Produktion und Nachhaltigkeit aktuell besonders im Fokus:
DIGITALE TRANSFORMATIONIm Zentrum der digitalen Transformation steht v. a. die Einbindung und die Befähigung von Mitarbeitenden durch Trainings, neue Arbeitsmethoden und agile Strukturen. 2022 wurde auf den Ausbau digitaler Kompetenzen fokussiert.
INFORMATIONSSICHERHEITEin zunehmend vernetztes globales Umfeld und die rasant fortschreitende Digitalisierung machen Informationssicherheit zur Priorität. Es ist für Unternehmen essenziell, Risiken rechtzeitig zu erkennen, frühzeitig Gegenmaßnahmen zu etablieren und auf Vorfälle schnell und entschieden zu reagieren. Unser oberstes Ziel ist der zukunftsfähige Schutz der informationstechnologischen (IT) und operativ-technologischen (OT) Infrastruktur. Verantwortlich für die Informationssicherheit im DB-Konzern ist der Chief Information Security Officer (CISO). Er berichtet an den Chief Information Officer (CIO) des DB-Konzerns und an den Vorstand. Damit wird die Aufmerksamkeit des Top-Managements für diese Themen sichergestellt. Zentrale Aufgabe sind die Weiterentwicklung der Informationssicherheit im DB-Konzern und der Aufbau einer nachhaltigen Informationssicherheitskultur. Dazu gehört die Etablierung zukunftsfähiger Prozesse, Maßnahmen und Lösungen auf Basis international anerkannter und umsetzbarer Standards, die für neue und bestehende IT-/OT-Projekte gleichermaßen gelten. Alle Lieferanten, die mit uns zusammenarbeiten, müssen zudem fest definierte Sicherheitsanforderungen gewährleisten. Das gilt für die Zusammenarbeit mit großen Cloud-Providern, etwa Microsoft Azure oder Amazon Web Services, ebenso wie für kleine und mittelgroße Lieferanten sowie für alle Zulieferer im Umfeld der Digitalen Schiene Deutschland. Aufgrund der hohen Dynamik des Themas und der rasant fortschreitenden technologischen Entwicklung arbeitet der Bereich Informationssicherheit eng mit Universitäten zusammen, um Forschung und Nachwuchsausbildung zu fördern. Auch die nationale und internationale Vernetzung ist eine der Kernaufgaben des Bereichs, insbesondere im europäischen Eisenbahnverkehr. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der französischen Staatsbahn SNCF, der TU Darmstadt und der TU Berlin. DIGITALISIERUNGSPROJEKTE UND -KONZEPTE IM FOKUSKünstliche Intelligenz im Bahnbetrieb
Digitale Schiene DeutschlandDigitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz sind die zentralen Schlüssel für eine höhere Kapazität und eine optimale Auslastung des Schienennetzes. Das Zielbild der Digitalen Schiene Deutschland Nr. 145 (DSD) umfasst hierbei ein vollständig digitales, hoch automatisiertes Bahnsystem - vom Gleis bis zum Zug sowie von digitalen Stellwerken über das European Train Control System (ETCS) bis hin zu Automatic Train Operation (ATO). Die Züge sollen hierbei zukünftig hoch automatisiert fahren, ihr Umfeld erkennen können und hochpräzise geografisch zu orten sein. Ebenso sollen sie nicht mehr in festen Blockabständen fahren, sondern in flexiblen Blöcken mit optimalen Abständen zwischen den Zügen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist innovatives Denken, Gestalten und Umsetzen im gesamten Bahnsektor notwendig. Zusammen mit der Industrie, den Verbänden und der Forschung stellt die Sektorinitiative Digitale Schiene Deutschland die Weichen für das hoch automatisierte Bahnsystem der Zukunft. Die Umsetzung der DSD hat bereits 2020 begonnen. Im Rahmen des sog. Starterpakets hat die konkrete Planung und Installation von ETCS und digitalen Stellwerken (DSTW) im Kontext des Digitalen Knotens Stuttgart (DKS), der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main und der Durchfahrbarkeit des transeuropäischen Korridors Skandinavien - Mittelmeer (ScanMed) begonnen. Als erste Region Deutschlands wird Stuttgart die digitale Zugsicherungs- und Stellwerkstechnologie implementieren. Zur Unterstützung der korrespondierenden Fahrzeugumrüstung hat das BMDV eine Fahrzeugförderrichtlinie für die betroffenen Fahrzeuge im DKS veröffentlicht, sodass die Fahrzeugausrüstung (Regio- und S-Bahn-Triebzüge) 2022 beginnen konnte. 2022 fanden auch bereits die ersten Inbetriebnahmen im sog. Schnellläuferprogramm (SLP) statt. So wurde auf der Ruhr-Sieg-Strecke nach nur 1,5 Jahren die Stellwerks- und Signaltechnik rundum erneuert. Gleichzeitig gehen die Arbeiten bei den Cluster-2-Projekten des SLP und den Vorserienprojekten voran. In diesen Projekten sollen moderne digitale Stellwerke errichtet werden. Dazu sollen auch umfassende Entwicklungsleistungen bei neuen Marktteilnehmern aus der Eisenbahn- und Technologiebranche erfolgen. Zum Jahresende 2022 ist zudem erstmals auf dem Korridor Rhine-Alpine und im hochbelasteten Bestandsnetz ein erster Streckenabschnitt mit ETCS Level 2 erfolgreich in Betrieb gegangen. Zwischen Darmstadt Süd und Laudenbach (Bergstraße) fahren die Züge nun mit modernstem Zugbeeinflussungssystem. Ebenso wurde das sog. Trackside-Approval-Verfahren (TA-Verfahren) von der Eisenbahnagentur der Europäischen Union (ERA) bewilligt. Mit der Bewilligung wird die Übereinstimmung der Ausrüstung von ETCS Level 2 mit den Interoperabilitätsvorgaben entsprechend der technischen Spezifikation für die Interoperabilität der Teilsysteme Zugsteuerung, Zugsicherung und Signalgebung (TSI ZZS) bestätigt. Es handelt sich um das erste erfolgreich abgeschlossene TA-Verfahren für ein ETCS-Projekt der DB Netz AG und die erste ETCS-Level-2-Genehmigung der ERA in Europa. Schlanke Prozesse und neue Standards bilden im Wesentlichen das Fundament der Beschleunigung. Im Ergebnis werden wertvolle Erkenntnisse für den DSD-Flächenrollout gesammelt. Das gewählte Vorgehen ist hierbei ein wichtiger Baustein für die Digitalisierung des Schienennetzes im Rahmen der DSD. Im »Digitalen Testfeld Bahn« im Erzgebirge wird weiterhin digitale Stellwerkstechnik erprobt und der Aufbau eines 5G-Testnetzes ist zu einer wichtigen Forschungsumgebung mit acht 5G-Funkmasten entlang der Strecke geworden. Nachdem gemeinsam mit den Partnern Nokia und Kontron FRMCS-Testinstallationen realisiert wurden und erste Übertragungen möglich sind, ist die Praxiserprobung verschiedener innovativer Technologien rund um FRMCS/5G in vollem Gange. Zusammen mit der DB Erzgebirgsbahn sowie den Partnern Ericsson und Rohde&Schwarz wurde die weltweit erste Felduntersuchung von Mehrantennen-Funktechnologien im zukünftigen FRMCS-Spektrum bei 1,9 GHz durchgeführt. Die Untersuchung lieferte relevante Erkenntnisse hinsichtlich der Konnektivität zwischen Zug und Infrastruktur und zeigte, dass innovative Antennensysteme das Potenzial von FRMCS bezüglich höherer Übertragungsraten und hoher Zuverlässigkeit ausschöpfen können. Des Weiteren werden aktuell bestehende Gebäude und deren Ausrüstung zu einer Laborzentrale ausgebaut und modernisiert. Gegenwärtig wird die Rolloutplanung auf Basis von klar definierten Ausrüstungsprioritäten adjustiert. Ein frühzeitiger Kapazitätsgewinn soll durch das Vorziehen der Ausrüstung von geschlossenen Verkehrssystemen insbesondere in Knoten realisiert werden, Obsoleszenz und betriebliche Belange sollen berücksichtigt und die Ausrüstung von Basisinfrastruktur vorlaufend begonnen werden. Ebenso 2022 neu hinzugekommen ist die Berücksichtigung der Sanierung des Hochleistungsnetzes im Rolloutplan der DSD. Dafür ist die Digitalisierung des Schienennetzes ein entscheidender und unumgänglicher Schritt. DSD ist ein wesentlicher Hebel dafür, die Verkehrswende in Deutschland voranzubringen. DB-Konzern als Teil von Europe's RailEurope's Rail unterstützt die europäische Initiative zu Forschung und Innovation sowie Systemintegration im Eisenbahnsektor. Partnerschaftlich sollen Kosteneffizienz, Integration und Wettbewerbsfähigkeit des Bahnsektors gestärkt werden, um die übergreifende Vision des europäischen Bahnsystems ohne Systembrüche zu erreichen. So wird u.a. an der Harmonisierung der Systemarchitektur wie auch an den technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI) gearbeitet. Weitere Schwerpunktthemen sind die Digitalisierung des Güterverkehrs mit der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK), die Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik bis hin zum Automatisierten Bahnbetrieb (ATO). Digitale InstandhaltungDurch Digitalisierung und Automatisierung der Instandhaltung wird die Verfügbarkeit der Fahrzeuge und Anlagen erhöht.
Digitalisierung der FahrzeugflotteWir haben das bisher größte Modernisierungsprogramm für unsere Fahrzeugflotte gestartet. Auf der Messe InnoTrans 2022 zeigten wir zahlreiche Innovationen und Neuheiten, wie etwa den DB Regio Ideenzug, den neuen ICE L, die Digitale Automatische Kupplung für Güterzüge oder die Cargo-Zweikraft-Lok. Die Herausforderung der Zukunft, mehr Züge auf die Schiene zu bringen und zugleich pünktlicher und zuverlässiger zu werden, lösen wir mit Digitalisierung und neuen Technologien. In unserem Versuchszug, dem advanced Train-Lab Nr. 159, zeigten wir, wie sich das Know-how aus 180 Jahren Eisenbahn mit neuester Forschung verbindet. WEITERE ANGABENNachhaltigkeitsberichterstattungKonzernsicherheitMANAGEMENTANSATZ UND ZIELESicherheit ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Für unsere Kund:innen ist Sicherheit ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl des Verkehrsmittels. Für unsere Mitarbeitenden ist die Sicherheit am Arbeitsplatz Voraussetzung, zusätzlich tragen wir täglich die Verantwortung für Millionen von Menschen und Gütern. Gerade deshalb ist der Schutz vor Angriffen, Diebstählen und anderen Straftaten entlang von Produktionsabläufen und Reisekette oberstes Anliegen der Sicherheitsorganisation des DB-Konzerns. Die DB-internen Stellen stehen dabei im ständigen Dialog mit den Sicherheitsbehörden. Der konstante Lageaustausch der Konzernsicherheit mit dem Bundespolizeipräsidium ist rund um die Uhr gemeinschaftliche Aufgabe von DB-Konzern und Bundespolizei im Sicherheitszentrum der Bahn. Die sechs Lage- und Einsatzzentralen in den Regionalbereichen der DB Sicherheit koordinieren regionale Sicherheitsthemen und sind 24/7 Ansprechpartner für die Geschäftsfelder, konzernexterne Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) und Behörden. DB-Konzern und Bundespolizei stellen kontinuierlich Mitarbeitende ein und erweitern die Ausbildungskapazitäten. Im September 2022 begannen rund 100 Auszubildende die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Damit decken bundesweit rund 300 junge Menschen im DB-Konzern den Nachwuchsbedarf in diesem Aufgabenfeld. Neben der Ausbildung sind kontinuierliche Fortbildung und Training wesentliche Voraussetzungen für eine stabile Sicherheitslage und einen verantwortungsvollen Einsatz unter Berücksichtigung der Grundrechte jedes einzelnen Menschen. Alle eigenen Sicherheitskräfte der DB Sicherheit werden viermal jährlich geschult. 2022 wurden insgesamt mehr als 93.000 Stunden Fortbildung absolviert. Neben rechtlichen Themen, einschließlich Menschenrechten, Deeskalation und Eigensicherung, steht die Vermittlung interkultureller Kompetenzen mit auf der Tagesordnung. Dabei ist die Vielfalt der Perspektiven und Kulturen bereits durch die Teilnehmenden gegeben: Bei der DB Sicherheit arbeiten Menschen aus mehr als 50 Ländern. Für die Fortbildung der Sicherheitskräfte beauftragter Nachunternehmen gelten dieselben Anforderungen. 2022 ist die Zahl von Straftaten zulasten des DB-Konzerns und seiner Kund:innen insgesamt angestiegen (+20%). Auffällig ist v. a. der Anstieg bei Hausrechtsdurchsetzungen (+35%), der auch auf die verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften in Zügen und Bahnhöfen zurückzuführen ist und im Vorjahresvergleich auch im Kontext der wieder ansteigenden Reisendenzahl sowie der zunehmend schwierigen Durchsetzung der Corona-Regeln zu sehen ist. Auf insgesamt niedrigem Niveau, aber angestiegen, ist die Zahl der Metalldiebstähle (+20%) sowie Fahrkartenautomatenaufbrüche (+6%). Ein leichter Rückgang ist dagegen bei Graffitistraftaten (-1%) zu verzeichnen. Rechtskräftige Verurteilungen von Sicherheitskräften in Zusammenhang mit der Schädigung von Kund:innen oder Reisenden sind nicht bekannt. SICHERHEIT IM DB-KONZERNDer DB-Konzern gibt jährlich rund 180 Mio. € für die Sicherheit von Kund:innen und Mitarbeitenden aus. Im Rahmen der Ordnungspartnerschaft gehen rund 5.500 Beamt:innen der Bundespolizei und rund 4.300 DB-Sicherheitskräfte mit technischer Unterstützung gemeinsam gegen Straftäter:innen und Störer:innen vor, um die Sicherheit der Kund:innen sowie der Mitarbeitenden zu erhöhen. Das konzernweite Programm Sicher unterwegs fokussiert Maßnahmen, die eine spürbare Erhöhung der Sicherheit für Mitarbeitende sowie Kund:innen bewirken. Verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften auf ausgewählten Linien im Fern- und Nahverkehr erhöht die Sicherheit und schreckt Straftäter:innen ab. Besonders im DB-Fernverkehr gab es, gegenüber früheren Jahren, eine deutlich erhöhte Beauftragung der Sicherheitsdienstleistungen. Erstmals gab es diese zusätzlichen Leistungen nicht nur bei besonderen Anlässen wie Fußball-Fanreiseverkehr, sondern auch an frequenzstarken Reisetagen im Regelbetrieb. So profitierten Kund:innen bei DB Regio von insgesamt fast 180.000 Stunden zusätzlicher Präsenz von Sicherheitskräften über die in den Verkehrsverträgen geregelten Einsätze hinaus. In Fernverkehrszügen wurden fast 100.000 zusätzliche Stunden Präsenz erbracht. Das entspricht in beiden Bereichen einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr und belegt damit das Engagement des DB-Konzerns, Forderungen von Mitarbeiten den und Interessenvertreter:innen nachzukommen und die Bahn für Kund:innen und Mitarbeitende sicherer zu machen. Auch 2022 ergaben sich durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie zusätzliche Herausforderungen für DB-Mitarbeitende. Es bestand unverändert die Pflicht, in Verkehrsmitteln des DB-Konzerns eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Wie schon in den Vorjahren gehörte die Durchsetzung dieser Pflicht zu den Aufgaben von Zugpersonal und Sicherheitskräften. Bei insgesamt abnehmender Akzeptanz für die Maskenpflicht hat sich der Anteil von Konflikten, die zu Angriffen auf Mitarbeitende führten, in diesem Kontext erhöht. Neben Eskalationen bei Fahrausweiskontrollen stellen Konflikte aus der Durchsetzung der Maskenpflicht die nächstgrößere Ursache für Angriffe auf Mitarbeitende dar. In die Gestaltung neuer Sicherheitsmaßnahmen und die Beauftragung neuer Einsatzkonzepte haben wir die Interessenvertretungen eingebunden. Dabei zeigte sich eine hohe Zustimmung der Interessenvertretungen zu den definierten und umgesetzten Maßnahmen. Das gemeinsame Ziel: der Schutz unserer Mitarbeitenden und Kund:innen. BEDROHUNGSMANAGEMENT 24/7Seit zwei Jahren steht das Bedrohungsmanagement Mitarbeitenden rund um die Uhr zur Verfügung, um bei Bedrohungen und persönlichen Belastungen Hilfe zu erhalten. Anzahl und Vielfalt der Meldungen bestätigen den Erfolg dieses Instruments. 2022 verzeichnete das Team Bedrohungsmanagement mehr als 50 Fälle, die eine weiterführende Betreuung ergaben. Dutzende weitere Kontakte mit Betroffenen wurden vermittelt oder unterstützt. Ob erlebte Bedrohung vor, während oder nach dem Dienst oder Belastung aus dem persönlichen Umfeld: Speziell geschulte Mitarbeitende nehmen Meldungen auf und entscheiden über eine Intervention. Dabei reicht die Bandbreite der möglichen Maßnahmen vom sofortigen Polizeieinsatz über dispositive Personalmaßnahmen oder die Unterbreitung von Beratungsangeboten bis zur Aufklärung einer unklaren Situation durch Sicherheitskräfte oder andere Expert:innen. KONTINUIERLICHER AUSBAU VON VIDEOTECHNIK IN ZÜGEN UND BAHNHÖFENEin entscheidender Baustein für mehr Sicherheit ist der Einsatz von Videotechnik. Derzeit sind rund 9.000 Kameras an 800 Bahnhöfen im Einsatz. Dies bedeutet einen Anstieg von rund 1.000 Kameras in zwei Jahren. Bis Ende 2024 erhöhen wir die Anzahl der Videokameras auf Bahnsteigen auf rund 11.000 Kameras. Die neuen Kameras zeichnen hochauflösende Bilder auf. Bund und DB-Konzern setzen v. a. auf den Ausbau der Videotechnik und investieren dafür rund 180 Mio. €. Zugriff auf die Aufzeichnungen hat ausschließlich die Bundespolizei. Bis Ende 2024 werden alle großen Bahnhöfe Deutschlands mit moderner Videotechnik ausgestattet. Auch in den Zügen des Regional- und S-Bahn-Verkehrs steigt die Zahl der Kameras: Inzwischen sind mehr als 45.000 Videokameras im Einsatz und sorgen im Fall der Fälle für eindeutiges Beweismaterial. Damit ist der Innenraum von mehr als zwei Dritteln der Nahverkehrsflotte von DB Regio videoüberwacht. PRÄVENTIONSARBEITDie Präventionsarbeit des DB-Konzerns hat 2022 neben inhaltlichen Schwerpunkten im Themenfeld Gefahren an Bahnanlagen viel Aufmerksamkeit bei Behörden, Verbänden und anderen Stakeholdern erfahren. Die Stärkung des Netzwerks und der Aufbau neuer Kommunikationskanäle macht die Prävention sichtbar und erfolgreich. Sechs Präventionsteams sind an Bahnhöfen und Bahnanlagen unterwegs und sensibilisieren zum richtigen Verhalten an Bahnanlagen, klären zu Gefahren des Bahnbetriebs auf und arbeiten gemeinsam mit der Bundespolizei im Bereich der Kriminalprävention. Speziell qualifizierte Mitarbeitende gehen auf Bahnanlagen und in Bahnhöfen in den Dialog mit Personen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit an Schulen. Die Präventionsteams besuchen Schulen und Jugendeinrichtungen, dort koordinieren sie Informationsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche im Bahnbereich. Erstmals wurden in Kooperation mit den Bildungsbehörden der Länder Multiplikatorenschulungen für Lehr personal in das Angebot der gesetzlich vorgeschriebenen Fortbildung für Lehrer: innen aufgenommen. PRÄSENZ UND ENGE ZUSAMMENARBEIT MIT DER BUNDESPOLIZEIWir erhöhen weiterhin kontinuierlich die Präsenz eigener Sicherheitskräfte. Die aus inzwischen rund 4.300 DB-Sicherheitskräften gebildeten Doppelstreifen und Einsatzteams werden in allen Regionen von mobilen Unterstützungsgruppen (MUG) mit besonderer Qualifikation für anspruchsvolle Einsätze ergänzt. Über die verkehrsvertraglichen Vorgaben hinaus werden so die Sicherheitsbedürfnisse in Zügen und Bahnhöfen erfüllt. Im Rahmen der Ordnungspartnerschaft ist die Zusammenarbeit von Sicherheitskräften des DB-Konzerns und Beamt:innen der Bundespolizei weiter intensiviert worden. Gemeinsame Übungen, die Vermittlung von Qualifikationen für den Einsatz im Bahnbereich und die gemeinschaftliche Planung und Bewältigung von besonderen Lagen, z. B. beim Fußball-Fanreiseverkehr, sind Ausdruck der Ordnungspartnerschaft und leisten einen konkreten Beitrag für mehr Sicherheit im Bahnbereich. ÜBERGRIFFE AUF MITARBEITENDEDie Durchsetzung der coronabedingten Verhaltensregeln hat zu anhaltend hohem Konfliktpotenzial für Mitarbeitende im Kontakt mit Kund:innen geführt. Bei steigenden Fahrgastzahlen haben erneut coronabedingte Situationen eine Verlagerung von Schwerpunkten ergeben und die Anpassung der Sicherheitskonzepte erfordert. Unsere Mitarbeitenden sind 2022 bundesweit rund 3.140-mal angegriffen worden (einschließlich Androhungen und Versuchen, +22% gegenüber dem Vorjahr). Etwa ein Viertel der Fälle steht in Zusammenhang mit der Durchsetzung von coronabedingten Verhaltensregeln. Die meistbetroffenen Berufsgruppen sind das Zugbegleitpersonal mit rund der Hälfte sowie die Sicherheits- und Ordnungsdienste mit einem Drittel der Fälle. Der Rückgang der Betroffenheit von Sicherheitskräften (-25%) ist auf weitere gezielte Schulung sowie den Einsatz von Bodycams und Schutzhunden zurückzuführen. Mitarbeitende mit Bodycams oder Schutzhunden wurden so gut wie nicht angegriffen. AUSBAUSTEIN »SICHER UNTERWEGS«Mit dem Ausbaustein der Mitarbeitenden »Sicher unterwegs« haben die Mitarbeitenden Sicherheit als zentrales Handlungsfeld des DB-Konzerns definiert. Durch die Zusammenarbeit der Konzernsicherheit mit den Geschäftsfeldern und in Abstimmung mit Mitarbeitenden werden Maßnahmen umgesetzt, die die Sicherheit für Mitarbeitende und Kund:innen erhöhen. 2022 stand die Entwicklung der konzernweiten Sicherheitsplattform CSP (Corporate Security Platform) im Mittel punkt der Aktivitäten. Die CSP erlaubt schnellere Kenntnis von Gefahrenlagen, schneller und gezielter zu reagieren und durch kontinuierliche Auswertung gewonnene Lageerkenntnisse unmittelbar in Sicherheitsmaßnahmen und langfristig in Sicherheitskonzepte einfließen zu lassen. In mehreren Schritten ist die Plattform seit Herbst 2022 in den Echtzeitbetrieb gegangen. 2023 werden alle Mitarbeitenden mit Kundenkontakt direkten Zugang zur Plattform haben. SICHERHEITSBAHNHOF SÜDKREUZDB-Konzern und Bundespolizei entwickeln ihre Sicherheitskonzepte kontinuierlich weiter. Am Bahnhof Berlin Südkreuz ist das gemeinsame Forschungsvorhaben etabliert worden. Gegenstand von Teststellungen und Erprobungen sind z. B. eine leuchtende Bahnsteigkante zur besseren Orientierung oder eine App, mit der Reisende Unterstützung anfordern können. In einer wissenschaftlichen Studie wird zudem eine Software entwickelt und unter Realbedingungen getestet, die künftig helfen könnte, mögliche Gefahrensituationen und Hilfebedarf von Kund:innen zu erkennen. SICHERHEITSWIRKSAME SOZIALARBEIT IN BAHNHÖFENDer DB-Vorstandsvorsitzende Dr. Richard Lutz, Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing haben eine erweiterte Zusammenarbeit zwischen DB-Konzern, Bundespolizei und den Bahnhofsmissionen vereinbart. Ziel ist das gemeinsame Verständnis einer sicherheitsorientierten Sozialarbeit zur Steigerung von objektiver und subjektiver Sicherheit für alle Bahnhofsnutzer:innen. Die Ausgestaltung der Vereinbarung sieht einen regelmäßigen Dialog und Interessenaustausch der Beteiligten sowie Hospitationen und Fortbildungen zum Perspektivwechsel vor. Auszubildenden der DB Sicherheit werden diese besonderen sozialen Kompetenzen regelmäßig vermittelt. Ziel des Projekts ist es, den oft angenommenen Widerspruch von Sicherheit und Sozialarbeit aufzulösen. GRÜNE TRANSFORMATIONVollständige Kreislaufwirtschaft bis 2040Wir haben den Anspruch, unseren Beitrag für einen nachhaltigen Umgang mit den begrenzten Ressourcen unseres Planeten zu leisten. Dafür streben wir an, bis 2040 DB-konzernweit, mit besonderem Fokus auf dem Systemverbund Bahn, eine vollständige Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Daher gehen wir den Ressourcenschutz erstmals ganzheitlich an, erhöhen bis 2030 den Recyclinganteil beim Materialeinsatz von Schienenstahl, Gleisschotter und Betonschwellen signifikant und halten gleichzeitig unsere Recyclingquote für unsere gesamten Abfälle auf einem hohen Niveau von mindestens 95%. Fortschritte beim DieselausstiegBis 2040 wollen wir klimaneutral sein. Ein starker Hebel zur Zielerreichung ist der Ausstieg aus dem Diesel durch die Nutzung alternativer Kraftstoffe und innovativer Antriebstechnologien. Wir treiben die Verwendung des klimafreundlichen Biokraftstoffs Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) in unseren Geschäftsfeldern voran. Seit 2022 kommt HVO im Sylt-Shuttle von DB Fernverkehr sowie in vier DB Regio-Teilnetzen zum Einsatz und ist für die Dieselflotte von DB Cargo Deutschland freigegeben. Bei Neufahrzeugen testen wir gemeinsam mit Partnern Lösungen für den Betrieb und die Versorgung von Zügen mit grünem Wasserstoff. Seit Dezember 2022 ist im Taunusnetz die weltweit größte mit Wasserstoff betriebene Zugflotte im Einsatz. Neben dem Einsatz von Wasserstoff setzen wir auch auf klimafreundliche Akkutechnologie. DB Regio hat 2022 mit Alstom den ersten Batteriezug im Fahrgastbetrieb erprobt. KennzahlenübersichtGRÜNE TRANSFORMATION
1) Seit 2021 ohne DB Arriva. Ohne
Fuhrparkfahrzeuge, stationäre Bereiche DB Schenker und
DB Arriva sowie einzelne Bereiche von DB Cargo.
Grüne Transformation des DB-KonzernsNachhaltigkeit bedarf einer ganzheitlichen Herangehensweise. Wir stellen unsere nachhaltige Ausrichtung für den DB-Konzern mit der Grünen Transformation sicher. Sie ist deshalb auch in unserer Strategie Starke Schiene verankert. Wir vergrünen nach und nach all unsere Produkte, Dienstleistungen und die Art, wie wir arbeiten. Um die Grüne Transformation voranzutreiben, haben wir vier umweltbezogene Handlungsfelder definiert: Klimaschutz, Naturschutz, Ressourcenschutz und Lärmschutz. Als DB-Konzern bekennen wir uns auch zu unserer sozialen Verantwortung und beziehen unsere Stakeholder in unser Handeln mit ein. Dabei bilden die folgenden vier Haltungen die Grundlage für unser Handeln: die Verantwortung für ein gutes Miteinander, das Engagement für unsere Gesellschaft, die Stärkung von Vielfalt sowie unsere historische Verantwortung. Dabei haben wir insbesondere die Menschen im Blick, die tagtäglich unser Kerngeschäft prägen: unsere Mitarbeitenden, unsere Kund:innen, unsere Geschäftspartner und die Gesellschaft. Das ist grün.Die Umweltmarke »Das ist grün.« steht für die Umweltstrategie des DB-Konzerns, die Grüne Transformation sowie die über 150 dahinterliegenden Maßnahmen aus Klima-, Natur-, Ressourcen- und Lärmschutz. Die einzelnen Maßnahmen belegen, wie der DB-Konzern Nachhaltigkeit in der operativen Wertschöpfungskette fest verankert. KlimaschutzMANAGEMENTANSATZ UND KLIMASCHUTZZIELWir wollen bis 2040 klimaneutral werden. Damit liegt unser angestrebtes Zieljahr fünf Jahre vor dem der Bundesregierung für die Klimaneutralität Deutschlands. Bei der Definition der Klimaneutralität halten wir uns an den Net-Zero-Standard der international an erkannten Science Based Targets initiative (SBTi) und folgen damit einem 1,5°C-Pfad, zu dem wir uns 2022 bekannt haben. Zudem sind wir Teil der UN-Initiative Race to Zero. Eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene ist ein wesentlicher Schlüssel zur Erreichung der Klimaschutzziele Deutschlands. Klimaneutrale DBUm unser Klimaschutzziel zu erreichen, bündeln wir konzernübergreifend die zugehörigen Aktivitäten unter dem Dach »Klimaneutrale DB«. Das Projekt entwickelt Treibhausgasreduzierungspfade (Ausstiegspläne), verbessert die Transparenz zu geplanten Maßnahmen und optimiert die Lösung übergreifender Herausforderungen zur Treibhausgasreduzierung. Neben den Emissionen durch den Verkehrsbetrieb auf Schiene und Straße werden dabei auch die Emissionen von Gebäuden und stationären Anlagen betrachtet. Geschäftsfeldübergreifend werden neue, klimafreundliche Technologien erprobt und pilotiert. Die Umsetzung unserer Starterpakete für Dieselausstieg bzw. Wärmewende wird ebenfalls durch das Projektteam überwacht und gesteuert. Denn der reibungsarme Rad-Schiene-Kontakt wird auch zukünftig in einem elektrifizierten Verkehrssektor die effizienteste Form der Energienutzung sein. Um unser Klimaschutzziel zu erreichen, unsere negativen Auswirkungen auf das Klima zu reduzieren und zukünftig ganz zu vermeiden, haben wir uns anspruchsvolle Etappenziele gesetzt:
Auf unserem Weg hin zur Klimaneutralität stehen wir in stetigem Austausch mit unseren Stakeholdern. Wir kooperieren bspw. mit ausländischen Eisenbahnverkehrsunternehmen, u. a. im Rahmen der Initiative Shift2Rail, die den Fokus auf Zusammenarbeit bei Forschung und Entwicklung legt. Auch tauschen wir uns regelmäßig mit der Politik aus und nehmen an Arbeitsgruppen der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen (CER) teil. Durch einen grünen Ressourceneinsatz sparen wir Treibhausgasemissionen ein. In Cottbus bauen wir derzeit das modernste Instandhaltungswerk Europas. Es setzt neue Maßstäbe bei Bautempo, Innovation, Energieverbrauch und Klimaschutz. Erstmals verwenden wir für den Bau klimafreundlich hergestellten Beton, der im Herstellungsprozess bis zu 30% weniger CO2-Emissionen verursacht. ANTEIL ERNEUERBARER ENERGIEN AM BAHNSTROMMIX
Die Daten entsprechen dem Stand der verfügbaren Erkenntnisse und Einschätzungen im Februar des jeweiligen Jahres. Auch 2022 haben wir den Anteil erneuerbarer Energien am DB-Bahnstrommix in Deutschland gesteigert. Der Ausbau von erneuerbaren Energien in Deutschland bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Statt weniger großer, fossiler Kraftwerke, die konstant Energie liefern, müssen wir unsere Infrastruktur für die zunehmend dezentrale Einspeisung von kleineren, erneuerbaren Stromerzeugern, deren Leistung volatil ist, ertüchtigen. Die LuFV III ermöglicht es uns, notwendige Infrastrukturmaßnahmen im deutschen Bahnstromnetz durchzuführen. Bis 2028 wird z. B. DB Netze Energie sieben neue Umrichter errichten. Um die erhöhte Komplexität im Bahnstromnetz auch künftig mit hoher Versorgungssicherheit zu managen, setzen wir außerdem auf Sensorik und KI. TREIBHAUSGASINTENSITÄTUnseren Fortschritt im Klimaschutz messen wir nicht nur über den Anteil der erneuerbaren Energien am DB-Bahnstrommix in Deutschland, sondern auch über die Entwicklung unseres spezifischen Treibhausgasausstoßes im Vergleich zu 2006.
Seit 2021 ohne DB Arriva. Ohne Fuhrparkfahrzeuge, stationäre Bereiche von DB Schenker, DB Arriva sowie einzelne Bereiche von DB Cargo. Im Rahmen unseres Klimaschutzziels für den DB-Konzern konnten wir 2022 die spezifischen Treibhausgasemissionen weiter reduzieren und liegen dabei deutlich besser als in unserer Prognose aus dem Integrierten Bericht 2021. Dies ist u. a. auf den stärker als erwartet ausgefallenen Anstieg der Reisendenzahl infolge der schnellen Nachfrageerholung zurückzuführen. Unsere absoluten Treibhausgasemissionen sind 2022 gesunken und liegen um rund 2 Mio. t unter dem Vor-Corona-Wert. Insbesondere die verstärkte Umsetzung von Effizienz- und Reduzierungsmaßnahmen im Zuge der Energiekrise haben zu teilweise deutlichen Energieeinsparungen geführt.
Well-to-Wheel (WTW); Scope 1-3; Unternehmen im Schienenverkehr werden mit ihrem eigenen Strommix bzw. europäischen Landesmixen berücksichtigt.
1) Bis einschließlich 2020 ohne
Schienengüterverkehre von/nach China von DB Cargo und
DB Schenker. In 2021 können Doppelbilanzierungen
enthalten sein, sodass die Werte leicht erhöht sein
können.
Um unsere Treibhausgasemissionen weiter zu senken, setzen wir zudem auf den Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen. Neben der Erprobung batteriebetriebener Neufahrzeuge und der Umrüstung von Bestandsfahrzeugen auf Wasserstoffantrieb wird auch der Rollout von Biokraftstoff Nr. 164 vorangetrieben. Wir setzen v. a. auf den Biokraftstoff Hydrotreated Vegetable Oil (HVO), der aus biomassebasierten Rest- und Abfallstoffen hergestellt wird und damit nicht in Konkurrenz mit der Nahrungs- und Futtermittelproduktion steht. Außerdem ist es uns wichtig, dass der genutzte Kraftstoff frei von Palmöl und Palmfettsäure-Destillaten ist. DB Fernverkehr hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 vollständig von fossilen Kraftstoffen auf HVO umzustellen. Seit Mitte 2022 ist HVO für die gesamte Diesellokflotte von DB Cargo Deutschland freigegeben. Auch DB Cargo UK fährt bereits einen Teil der Verkehre mit HVO. Auch beim Thema Wärmewende Nr. 97 sorgen wir für mehr Geschwindigkeit. Langfristig soll die Wärmeversorgung ebenfalls klimaneutral erfolgen und fossile Energieträger wie Heizöl und Erdgas sollen schrittweise abgelöst werden. Ölheizungen werden nun nicht mehr am Ende ihres Lebenszyklus 1:1 ausgetauscht, sondern durch effiziente und die Klimaneutralität unterstützende Alternativen wie bspw. Wärmepumpen oder Biomasseanlagen ersetzt. Für die Top-50-Standorte des DB-Konzerns in Deutschland wurden 2022 neue Energieversorgungskonzepte erstellt. Die jeweiligen Standorte werden nun schrittweise entsprechend umgerüstet. ENERGIEEFFIZIENZDie Erhöhung der Energieeffizienz ist ein weiterer Baustein, über den wir unser Klimaschutzziel erreichen wollen. Wir fokussieren uns kurz- und mittelfristig auch auf den Einsatz von Hybridantrieben Nr. 44 in unseren Lokomotiven und Triebzügen. Darüber hinaus investieren wir kontinuierlich in die Erforschung und Anwendung alternativer Antriebe und setzen dabei auf einen technologieoffenen Ansatz. Zu unseren Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz gehören v. a. die weitere Elektrifizierung unseres Streckennetzes und die Reduzierung unseres Energieverbrauchs.
Well-to-Wheel (WTW); Scope 1-3; Unternehmen im Schienenverkehr sind mit ihrem eigenen Strommix bzw. europäischen Landesmixen einbezogen.
1) Bis einschließlich 2020 ohne
Schienengüterverkehre von/nach China von DB Cargo und
DB Schenker. In 2021 können Doppelbilanzierungen
enthalten sein, sodass die Werte leicht erhöht sein
können.
Die Zugauslastung im Schienenpersonenverkehr ist wieder deutlich angestiegen, jedoch liegt sie weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau. Dementsprechend hat sich wegen der weitergeführten Effizienzmaßnahmen die Energieeffizienz zwar verbessert, liegt aber immer noch unter dem Vor-Corona-Niveau. Wir erwarten, dass mit weiter steigender Auslastung in den nächsten Jahren das Vor-Corona-Niveau übertroffen wird. Da Reisende im DB-Fernverkehr auf der Schiene in Deutschland mit 100% Ökostrom unterwegs sind, blieb der DB-Schienenpersonenfernverkehr auch 2022 das klimafreundlichste Verkehrsmittel. Im Logistikbereich konnten weitere Effizienzverbesserungen erreicht werden. Ein wirksamer Hebel für die Senkung unserer Energieverbräuche im Betrieb ist z. B. die Ausrüstung unserer Lokomotiven mit Fahrassistenzsystemen wie LEADER bei DB Cargo (Integrierter Bericht 2021) und RESY bei DB Regio sowie von Bussen mit der Eco-App bei DB Regio (Integrierter Bericht 2021), da sie das Fahrverhalten der Fahrer:innen positiv beeinflussen können. Wir modernisieren unsere elektrischen Fahrzeugflotten mit neuen Baureihen, die eine höhere Energieeffizienz aufweisen. Unsere modernen elektrischen Lokomotiven und Triebzüge leisten zudem mit der Rückspeisung von umgewandelter Bremsenergie in die Oberleitung einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Energieeffizienz bei der Eisenbahn in Deutschland. 2022 hat sich die Rückspeisequote merklich auf 17,9% erhöht (im Vorjahr: 16,7%). Aktuell wächst die Flotte der rückspeisefähigen Fahrzeuge weiter, bspw. durch den Zugang von weiteren ICE-4-Zügen Stationäre Energieverbräuche
Indem wir den Primärenergieverbrauch ausweisen, berücksichtigen wir auch vorgelagerte Prozesse zur Energiebereitstellung, wie z. B. die Förderung, Aufbereitung und den Transport von Kraftstoffen oder Prozesse zur Stromerzeugung. Unsere rund 5.400 Bahnhöfe, unsere Stellwerke und Betriebseinrichtungen, unsere Werke und Gebäude in Deutschland, die weltweit mehr als 2.100 Standorte von DB Schenker sowie die Standorte von DB Arriva und DB Cargo im europäischen Ausland machen 6,1% des gesamten Primärenergiebedarfs des DB-Konzerns aus. Um Einsparpotenziale fortlaufend zu identifizieren und den Energieverbrauch und damit die Treibhausgasemissionen nachhaltig zu senken, betreiben aktuell zehn DB-Unternehmen, darunter die DB Energie GmbH, die DB Regio AG, die DB Fernverkehr AG und die DB Station&Service AG, ein zertifiziertes Energiemanagementsystem Nr. 78 nach DIN EN ISO 50001. Aufgrund der weltweiten Energiekrise hat der DB-Konzern eine Initiative zum Energiesparen am Arbeitsplatz ins Leben gerufen. Als Anreiz zum Energiesparen und Einreichen von Ideen wurde den DB-Mitarbeitenden im Dezember ein Energiespar-Bonus ausbezahlt. Auch sparen wir durch die kontinuierliche Umstellung auf LED-Beleuchtung Nr. 50 an Bahnhöfen Strom ein. Der Fokus lag 2022 auf kleinen und mittleren Bahnhöfen. ALTERNATIVE ANTRIEBEGemeinschaftsprojekt H2goesRailMit den ersten Testfahrten des neu entwickelten Wasserstoffzugs Mireo Plus H hat das Gemeinschaftsprojekt des DB-Konzerns mit Siemens H2goesRail Nr. 53 einen wichtigen Meilenstein erreicht. Wasserstoffzüge nutzen eine besonders klimafreundliche Antriebstechnologie, denn mit grünem Wasserstoff fahren sie emissionsfrei - bei der Verbrennung entsteht nur Wasserdampf. Während der Tests wird auch der Betankungsvorgang erprobt. Der DB-Konzern hat daher ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem die Betankung eines Wasserstoffzuges erstmalig genauso schnell verläuft wie bei Diesel. Ein wichtiger Aspekt angesichts der eng getakteten Zugumläufe im Schienenpersonennahverkehr. Kooperation zur Entwicklung emissionsfreier MotorenUm die klimaneutrale Mobilität voranzutreiben, haben der DB-Konzern und das australische Energieunternehmen Fortescue Future Industries (FFI) eine umfassende Zusammenarbeit vereinbart. In einem ersten Projekt arbeiten wir daran, Dieselmotoren für Lokomotiven und Triebfahrzeuge erstmals so zu modifizieren, dass sie mit Ammoniak und Wasserstoff betrieben werden können. Neben der Entwicklung von emissionsfreien Antriebstechnologien sieht die Vereinbarung auch eine Zusammenarbeit bei Logistik und Lieferketten für grüne Kraftstoffe vor. Der Ammoniak-Wasserstoffmotor Nr. 56 basiert auf einem vorhandenen Typ von Dieselmotoren. Dieser wird so verändert, dass er mit grünem Ammoniak und grünem Wasserstoff, hergestellt aus erneuerbaren Energien, betrieben werden kann. Oberleitungsinseln für BatteriezügeBeim Einsatz von Batteriezügen Nr. 45 ist statt einer durchgängigen Elektrifizierung nur noch die Elektrifizierung kurzer Streckenabschnitte oder einzelner Bahnhöfe notwendig. In Schleswig-Holstein wurde durch DB Netze Energie und DB Netze Fahrweg mit dem Bau einer innovativen Infrastruktur (Oberleitungsinseln) für die künftige Versorgung von Akkuzügen begonnen. Ab Ende 2023 kommt diese Zukunftstechnologie erstmalig zum Einsatz und hat bundesweit Vorbildfunktion. KLIMARESILIENZIm von German Watch zuletzt 2021 veröffentlichten Globalen Klima-Risiko-Index (KRI) belegte Deutschland weltweit Platz 18. Diese Platzierung im KRI bezieht sich auf eine Durchschnittsbetrachtung des Zeitraums von 2000 bis 2019. Sie zeigt, dass Deutschland von Wetterextremen deutlich stärker betroffen ist als die meisten anderen Länder. Als Infrastrukturbetreiber und mit dem Ziel, durch den Ausbau des Schienenverkehrs die Verkehrsverlagerung voranzutreiben, sind wir in unserem Kerngeschäft, der Eisenbahn in Deutschland, von den Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland besonders stark betroffen. Dies belegen auch die von uns in 2018 und 2021 beauftragten Studien des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Auch 2022 waren wir mit mehreren Extremwetterereignissen in Deutschland konfrontiert: U. a. verschiedene Sturmtiefs haben zu Schäden im DB-Konzern in einer Größenordnung von annähernd 100 Mio. € geführt und die Betroffenheit des Schienenverkehrs von physischen Klimarisiken einmal mehr verdeutlicht. Das unterstreicht die anhaltend hohe Bedeutung des Themas Klimaresilienz für uns. Analyse von Klimaszenarien2021 untersuchte das von uns erneut beauftragte PIK in einer Studie die klimatischen Veränderungen in Deutschland bis 2060 und deren erwartete Auswirkungen auf die DB-Schieneninfrastruktur anhand von zwei Klimaszenarien des Weltklimarats: RCP 2.6 (Einhalten des 2° C-Ziels) und RCP 8.5 (»weiter wie bisher«). Im Ergebnis werden deutlich mehr Hitzetage und weniger harte Winter erwartet. Gleichzeitig werden Wetterextreme wie Starkregen und die Intensität von Sturmereignissen weiter zunehmen. Die Studie weist erstmals auch detaillierte Prognosen zu den klimatischen Auswirkungen in den 34 Verkehrsregionen von DB Netze Fahrweg aus. Diese Erkenntnisse, ebenso wie die angewendete Methodik, bilden eine wichtige Grundlage für weitergehende Klimawirkungsanalysen in den anderen Bereichen der Eisenbahn in Deutschland. Dabei erfassen wir bereits detailliert die finanziellen Auswirkungen von Extremwetterereignissen im Rahmen von Großschadensereignissen. 2022 wurden die spezifischen Anforderungen an die Datengrundlagen formuliert. Diese umfassen neben klimatologischen Parametern wie der Anzahl an Hitzetagen auch betroffene Anlagenarten (Assets) wie z. B. Signaltechnik. Diese unterschiedlichen Anforderungen berücksichtigen wir in den Klimawirkungsanalysen, die im Rahmen des Chancen-Risiko-Managements durchgeführt werden sollen. Im Ergebnis können wir dann konkrete Anpassungsmaßnahmen identifizieren und bewerten, um die Resilienz des DB-Konzerns gegenüber Wetterextremen weiter zu erhöhen. Maßnahmen zur Anpassung an den KlimawandelVor dem Hintergrund der erwarteten zukünftigen Entwicklung von Wetterextremen sowie des gleichzeitigen Ausbaus des Schienenverkehrs in Deutschland setzen wir diverse Maßnahmen um, um die Folgen des Klimawandels auf den DB-Konzern abzumildern: Bei der DB Netz AG befasst sich die Abteilung »Naturgefahrenmanagement« mit Extremwetterereignissen und Klimafolgenanpassung, um negative Auswirkungen auf die Schieneninfrastruktur auf ein Minimum zu reduzieren. Das Naturgefahrenmanagement hat hierfür drei Kernbereiche identifiziert. Neben dem Vegetationsmanagement zur Sturmprävention werden auch das Wintermanagement und die Hitzeprävention strategisch weiterentwickelt. So werden z. B. verschiedene Technologien erprobt, die sensible Bauteile in der Leit- und Sicherungstechnik vor immer längeren und intensiveren Hitzewellen schützen sollen. Außerdem wurde gemeinsam mit der Industrie eine zuggestützte Böschungsbewässerung zur Betriebserprobung freigegeben, die zukünftig die Durchführung von feuergefährlichen Arbeiten wie dem Schweißen von Schienen auch in Dürreperioden sicher ermöglicht. NaturschutzMANAGEMENTANSATZ UND ZIELEFür uns ist der Schutz der Biodiversität eine wichtige Aufgabe, die wir von der Planung über den Bau bis hin zum Betrieb unserer Anlagen berücksichtigen. Bei unseren Aktivitäten, z. B. beim Neu- und Ausbau der Schieneninfrastruktur, werden - sofern der Eingriff nicht vermieden werden kann - adäquate Ausgleichsflächen geschaffen, sodass wir alle gesetzlichen Verpflichtungen des Naturschutzrechts erfüllen. Bspw. war es notwendig, für die Bauarbeiten am letzten Bauabschnitt von Stuttgart 21 rund 8.600 Mauereidechsen in speziell angelegte Ausweichflächen umzusiedeln. Auch im Betrieb setzen wir uns anspruchsvolle Ziele zum Schutz der Biodiversität bei der Vegetationskontrolle. PROJEKT ZU GLYPHOSAT-AUSSTIEGFür uns steht ein sicherer Bahnbetrieb ebenso wie der Umweltschutz an oberster Stelle. Daher planen wir, ab 2023 auf den Einsatz von Glyphosat zu verzichten. Damit arbeitet der DB-Konzern konsequent an der Umsetzung des bereits 2019 angekündigten Ausstiegs aus Glyphosat. Als Alternative gegen den Bewuchs am Gleis setzen wir auf ein gesamthaftes nachhaltiges Vegetationsmanagement, das ein koordiniertes Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen vorsieht. Dazu gehören u. a. die digitale Vegetationskontrolle, der Einsatz mechanisch-manueller Verfahren sowie die Nutzung von Pelargonsäure. Für die Zulassung von Pelargonsäure stehen wir in einem engen und konstruktiven Austausch mit den Behörden. Neben der chemischen Vegetationskontrolle treiben wir verstärkt auch alternative Verfahren voran und stehen dazu in intensivem Austausch mit anderen europäischen Bahnen. So arbeiten wir u. a. an einer technologischen Weiterentwicklung von Mähapparaten. FORSCHUNGSPROJEKT BALINMit dem mehrjährigen Forschungsprojekt BALIN Nr. 61 werden die Auswirkungen nächtlicher Bahnhofsbeleuchtung auf Insekten und potenzielle Gegensteuerungsmaßnahmen erforscht, um daraus Handlungsempfehlungen und Regelwerke erstellen zu können. Durch die Umrüstung auf insektenfreundliche Beleuchtung werden die Auswirkungen auf die Insektenfauna an sechs Bahnhöfen untersucht. Insgesamt wurden 36 Insektenfallen an den Bahnhöfen im Westhavelland angebracht und die Mastleuchten der Bahnsteige umgerüstet. Das Einsammeln der Fallen und die Probenauswertung starteten im September 2022, bis Mitte 2024 sollen sie abgeschlossen sein. FAHRTZIEL NATURSeit über 20 Jahren bringt Fahrtziel Natur Menschen mit der Bahn in die Natur. 2022 fand aus diesem Anlass eine große Jubiläumsfeier statt. Die Kooperation von BUND, NABU, VCD und DB-Konzern engagiert sich dafür, dass Biosphärenreservate, Natur- und Nationalparks in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz autofrei und nachhaltig bereist werden können. Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb wurde 2022 als 24. Gebiet in die Kooperation Fahrtziel Natur Nr. 37 aufgenommen. RessourcenschutzMANAGEMENTANSATZ UND ZIELEJedes Jahr werden weltweit mehr Ressourcen verbraucht, als die Natur im selben Zeitraum regenerieren kann. Wir haben durch unsere Bautätigkeiten einen erhöhten Ressourcenbedarf. Das bedeutet für uns, Rohstoffe behutsam einzusetzen, sie möglichst lange in der Wertschöpfungskette zu halten und - wann immer es geht - unsere Abfälle zu recyceln. Im Rahmen einer von uns 2020 durchgeführten Umfeldanalyse wurde die große Bedeutung des Themas Ressourcenschutz durch unsere Stakeholder bestätigt. Im Rahmen diverser Formate unserer Stakeholderdialoge informieren wir unsere Stakeholder über unsere Ziele, Maßnahmen und deren Fortschritt im Bereich Ressourcenschutz. Wir streben an, bis 2040 DB-konzernweit, mit besonderem Fokus auf dem Systemverbund Bahn, eine vollständige Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Unser besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem zunehmenden Einsatz von Recyclingmaterialien und nachwachsenden Rohstoffen. Darüber hinaus sollen unsere beschafften Produkte maximal recyclingfähig sein. Dafür erhöhen wir bis 2030 signifikant die Recyclinganteile in den von uns beschafften Produkten im Vergleich zu 2019. Für unsere zentralen Ressourcen (Gleisschotter, Betonschwellen und Schienenstahl), die rund 80% des Gesamtmaterialeinsatzes im Systemverbund Bahn darstellen, haben wir uns 2022 verbindliche Ziele gesetzt, um deren Recyclinganteil stetig zu erhöhen. Zudem werden wir unsere Recyclingquote auf einem hohen Niveau von mindestens 95% halten. Damit leisten wir einen Beitrag für zukünftige Generationen, denn mit unseren Ressourcenschutzmaßnahmen vermeiden wir Versorgungsrisiken und schonen aktiv Rohstoffe. Zudem setzen wir als Europas größtes Eisenbahninfrastrukturunternehmen mit unseren Ressourcenschutzzielen einen wichtigen Impuls für eine auf Kreislauf ausgerichtete Wirtschaft. Die Daten für unseren Ressourceneinsatz werden durch die DB Netz AG mithilfe von technischen Systemen erhoben. Flankierend dazu werden wir über den Aufbau einer transparenten Datenwelt einen umfassenderen Überblick über unseren Ressourcenverbrauch erhalten. Um die Entwicklungen von recycelten und recyclingfähigen Produkten voranzutreiben, bauen wir die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Lieferanten auf und aus. Über die aktive Mitarbeit in nationalen und internationalen Verbänden und Gremien wie dem BDI, Eurospec und der UIC sind wir bereits mit verschiedenen Akteuren zum Thema Circular Economy vernetzt. Wir erhöhen den Recyclinganteil bei unseren Hauptressourcen, die rund 80% unseres Verbrauchs ausmachen, bis 2030 signifikant.
Zeitraum 01.10. bis 30.09.
1) Datenstand 2019, Aufbau Datenbasis
voraussichtlich bis Ende 2023.
RESSOURCENSCHONUNG
Zeitraum 01.10. bis 30.09. Für die Instandhaltung des Gleisnetzes haben wir einen Materialkreislauf für Gleisschotter Nr. 51 und Betonschwellen Nr. 73 etabliert:
ABFALLMANAGEMENTIm Rahmen unseres Umweltmanagementsystems Nr. 131 gem. DIN ISO 14001 sind für den Systemverbund Bahn in Deutschland klare Regelungen zur Kreislaufwirtschaft festgelegt. So wird bei Materialien und Stoffen, die nicht mehr benötigt werden, geprüft, ob sie recycelt werden können und über welchen Weg sie den DB-Konzern verlassen. Wir treten grundsätzlich als Abfallerzeuger auf und steuern und verantworten dadurch aktiv die rechtskonforme und ökologische Abfallentsorgung über Dritte bis zur endgültigen Entsorgung. Die vertragliche Gestaltung und Steuerung von externen Entsorgungsleistungen erfolgt zentral für den Systemverbund Bahn durch die Beschaffung. Es werden Entsorgungsfachbetriebe beauftragt, die im Sinne von § 56 Abs. 2 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrwG) über die entsprechenden abfallfachlichen und -wirtschaftlichen Eignungen verfügen. Betrachtet werden alle im Systemverbund Bahn anfallenden Abfälle, die gem. bestehenden Entsorgungsverträgen oder im Rahmen der in Deutschland geltenden kommunalen Überlassungspflicht einer Abfallentsorgung zugeführt werden. Mit unserem internen Abfallmanagement erfassen und entsorgen wir nahezu jede Abfallart getrennt nach Einzelfraktionen. Dadurch können wir die Abfälle wieder dem Kreislauf zuführen und für spezifische Abfälle Erlöse erzielen. Die gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle werden mittels eines zentralen IT-Systems erfasst. Somit besteht Transparenz über die Abfallströme und die Entsorgungswege. Bei DB Schenker ist im umfangreichen Global-Environmental-Management-System verankert, dass die jeweils lokal anwendbaren Rechtsgrundlagen für die Abfallentsorgung als Mindestvoraussetzungen anzusehen sind. Entsprechende vertragliche Regelungen werden auf lokaler Ebene getroffen und überwacht. RECYCLINGQUOTEWir werden unsere Recyclingquote auch weiterhin auf dem hohen Niveau von mindestens 95% halten. Insbesondere bei Bau und Instandhaltung unserer Schieneninfrastruktur und bei unserer Fahrzeugflotte fallen Abfälle an, die wertvolle Ressourcen wie Metalle und mineralische Baustoffe enthalten. Diese werden bereits heute überwiegend einem Recycling zugeführt.
1) Z. B. Farben, Lacke, Schlämme und
weitere Abfälle der Instandhaltung.
Erstmalige Erhebung 2021 gem. neuem GRI-Standard 306 Abfall, daher nur bedingt Vorjahreszahlen vorhanden. Zeitraum 01.10. bis 30.09.; DB Schenker 01.01. bis 31.12. des Vorjahres. Einzelwerte summieren sich rundungsbedingt nicht auf. Ohne DB Arriva. Enthält aus dem Geschäftsfeld DB Cargo nur die DB Cargo AG. Die Abfälle sind durch eigene Aktivitäten angefallen und werden durch Dritte außerhalb des DB-Konzerns gemanagt.
Zeitraum 01.10. bis 30.09.; DB Schenker 01.01. bis 31.12. des Vorjahres. Einzelwerte summieren sich ggf. rundungsbedingt nicht auf. Ohne DB Arriva. Enthält aus dem Geschäftsfeld DB Cargo nur die DB Cargo AG. Von dem 2022 angefallenen Abfall wurden rund 95% (im Vorjahr: rund 95%) als nicht gefährlich eingestuft. Dies umfasst bspw. Siedlungsabfälle und den größten Teil der Bauabfälle. Die restlichen rund 5% umfassen Abfälle, die eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt darstellen - wie bspw. Altöl oder kontaminiertes Altholz. Spezielle Verfahren gewährleisten, dass diese Abfälle sicher entsorgt werden. Wir berücksichtigen auch hierbei einen schonenden Umgang mit Ressourcen sowie Möglichkeiten für das Recycling oder die thermische Verwertung der Abfälle. LärmschutzMANAGEMENTANSATZ UND LÄRMSCHUTZZIELDie weitere Entlastung der Anwohner:innen von Schienenverkehrslärm ist eine wesentliche Voraussetzung für eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene. Deshalb arbeiten wir weiter an der Umsetzung unseres Lärmschutzziels:
Mit unserer Zwei-Säulen-Strategie beim Lärmschutz, Maßnahmen zum einen vor Ort (Infrastruktur) und zum anderen an der Quelle (Fahrzeuge) durchzuführen, verbessern wir die Akzeptanz der Menschen für die Verkehrsverlagerung auf die Schiene.
Das innovative Lärmschutzprojekt I-LENA Nr. 54 ermöglichte es den Herstellern von Lärmschutztechnologien, ihre Innovationen im realen Betrieb auf Teststrecken auf deren akustische Wirksamkeit hin untersuchen zu lassen. Der Abschlussbericht zu I-LENA wurde online veröffentlicht. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) und unseren Partnern aus der Industrie wollen wir die Forschung zu und Entwicklung von Lärmschutzmaßnahmen für Schieneninfrastruktur und -fahrzeuge weiter vorantreiben, um wirksamere Lärmschutzmaßnahmen umsetzen zu können. LÄRMSANIERUNG UND -VORSORGE
Seit Beginn des freiwilligen Lärmsanierungsprogramms an bestehenden Schienenwegen des Bundes 1999 haben wir die Lärmbelastung für die Anwohner:innen reduziert. Durch ortsfeste Lärmschutzmaßnahmen, wie z. B. Schallschutzwände Nr. 25, Schallschutzfenster Nr. 101 oder auch Schalldämmlüfter an Wohngebäuden, sanieren wir die lärmbelasteten Bestandsstrecken. Unser Ziel für die lärmsanierte Strecke haben wir, wie im Integrierten Bericht 2021 prognostiziert, erreicht. Mittelabruf Bundeshaushalt2022 wurden rund 115 Mio.€ aus Mitteln aus dem Bundeshaushalt für aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen des Lärmsanierungsprogramms ausgegeben, womit weitere Schallschutzwände errichtet und zusätzliche Wohnungen mit Schallschutzmaßnahmen ausgestattet wurden. Darüber hinaus werden mit den Mitteln des Bundes weitere Sonderthemen im Lärmschutz, z. B. die Umsetzung der Maßnahmen aus der Machbarkeitsuntersuchung Mittelrheintal, finanziert. Absenkung der AuslösewerteIm Haushaltsgesetz 2021 wurde die Absenkung der Auslösewerte für die Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes um weitere 3 dB(A) auf 54 dB(A) nachts in Wohngebieten festgelegt. Seit Inkrafttreten der überarbeiteten Förderrichtlinie Lärmsanierung zum 1. Juli 2022 kommen die neuen Auslösewerte zur Anwendung. In einem vom Bund in Zusammenarbeit mit dem DB-Konzern erarbeiteten Gesamtkonzept wurde diese Absenkung nun berücksichtigt. Der DB-Konzern setzt die förderfähigen Schallschutzmaßnahmen in den jeweiligen Sanierungsbereichen auf Grundlage einer schalltechnischen Untersuchung und anhand der Priorisierungsfolge im Gesamtkonzept um. WEITERE ANGABENNachhaltigkeitsberichterstattungKlimaschutz | ergänzende InformationenTREIBHAUSGASFUSSABDRUCK IM ÜBERBLICK
Well-to-Wheel (WTW), Scope 1 - 3. Zur Ermittlung der Treibhausgasemissionen verwenden wir den Financial-Control-Ansatz des Greenhouse Gas Protocol. Wir berichten Scope-2-Emissionen entsprechend marktbasiertem Ansatz (»market-based«) und im Scope 3 aufgrund unseres Geschäftsmodells die wesentlichen transportbedingten Emissionen (Kategorie 3.4 nach GHG Protocol).
1) Bis einschließlich 2020 ohne
Schienengüterverkehre von/nach China von DB Cargo und
DB Schenker. In 2021 können Doppelbilanzierungen
enthalten sein, sodass die Werte leicht erhöht sein
können.
Bis einschließlich 2020 ohne Schienengüterverkehre von/nach China von DB Cargo und DB Schenker. In 2021 können bei diesen Doppelbilanzierungen enthalten sein, sodass die Werte leicht erhöht sein können. Vorgelagerte brennstoff- und energiebezogene Emissionen (Scope 3.3 gem. GHG Protocol) werden in Scope 1 und 2 berichtet. Einzelwerte sind gerundet und addieren sich ggf. nicht auf.
1) Mit marktbasiertem Ansatz ermittelt
(»market-based«).
Unser Treibhausgasfußabdruck bildet die Menge der Treibhausgasemissionen ab, die wir in einem Kalenderjahr verursachen. Er setzt sich aus
Die absoluten Treibhausgasemissionen sind die Grundlage für die Berechnung der spezifischen Treibhausgasemissionen und unseres Klimaschutzziels innerhalb der dafür getroffenen Abgrenzungen. Außerdem sind sie Gradmesser für die Effizienzmaßnahmen, die wir umsetzen, und bilden eine Basis, um uns mit anderen Unternehmen zu vergleichen. 2022 sind die absoluten Treibhausgasemissionen insbesondere unserer europaweiten Schienengüter- und Busverkehre infolge deutlicher Effizienzverbesserungen im Betrieb sowie einer rückläufigen Betriebsleistung deutlich zurückgegangen. In der weltweiten Logistik liegen sie leicht unterhalb des Vorjahresniveaus.
METHODIKBasis für die Treibhausgasbilanzierung sind die konzernweit erhobenen und aggregierten Endenergieverbräuche und Leistungsdaten sowie die im DB-Konzern einheitlich verwendeten Emissions- und Energiefaktoren. Quellen für die Faktoren und Methodik sind die DIN EN 16258, das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu), das Bilanzierungstool EcoTransIT World, das Umweltbundesamt (UBA), eigene Berechnungen sowie das GHG Protocol und ISO 14064-1. In der Treibhausgasbilanzierung berücksichtigen wir neben dem mengenmäßig wichtigsten Treibhausgas CO2 die für uns relevanten Treibhausgase Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Die Global-Warming-Potential-(GWP-)Werte basieren auf dem 5. Sachstandsbericht des IPCC (100-year GWP). Naturschutz | ergänzende InformationenVERANTWORTUNG FÜR TIER- UND PFLANZENWELTSchienenwege, Gebäude und Flächen des DB-Konzerns bieten oft einen einzigartigen Lebensraum für geschützte Arten. Dort, wo wir in die Natur eingreifen, entwickeln wir umweltverträgliche Lösungen zum Ausgleich. Für das Bauvorhaben Ausbau Knoten Bamberg werden auf rund 33 ha im Hauptmoorwald z. B. Maßnahmen zur Wiedervernässung, Waldbaumaßnahmen und Artenschutzmaßnahmen für Zauneidechsen und Fledermäuse umgesetzt. Auch beim Rückbau von Gebäuden und Anlagen sorgen wir für geeignete Nistplätze, z. B. mit dem multifunktionalen Schwalbenturm Nr. 154, der neben Schwalben auch anderen Vogelarten und Fledermäusen Platz bietet. Darüber hinaus arbeiten wir aktuell in einem Forschungsprojekt des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung an weiteren Lösungen, um Vögel und Kleintiere an Oberleitungsanlagen noch besser zu schützen. Vogelschutzmaßnahmen2022 haben wir rund 3.300 Kurzschlussereignisse an Oberleitungsanlagen durch Tiere erfasst. Annähernd unverändert stehen davon rund 93% im Zusammenhang mit Vögeln und rund 7% mit kleinen Säugetieren. Im Rahmen der Vollinspektion der Oberleitungen werden zur Verbesserung Vogelschutzmaßnahmen Nr. 33 an den Isolatoren durchgeführt. Auch Bahnstromleitungen werden in Gebieten mit einer hohen Gefahr für Vogelkollisionen sicher gemacht. InsektenschutzgesetzAuf unseren Flächen finden über 50 Millionen Honigbienen Nr. 10 ihren Lebensraum. Für Wildbienen und weitere Insekten werden an ausgewählten Bahnhöfen sog. Archen aufgestellt. Auch an unseren Logistikstandorten in den Benelux-Staaten wurden 50 Bienenstöcke aufgestellt und in Frankreich kommen mehrere Bienenkästen als Nisthilfen zum Einsatz. Zur Umsetzung wildbienenfreundlicher Maßnahmen wurden Arbeitshilfen zur Förderung entwickelt, um die ökologische Qualität z. B. von Kompensationsflächen zu erhöhen. Auch bieten künstlich geschaffene Nist- und Überwinterungshilfen Insekten Unterschlupf. Gemeinsam mit Partnern stellen wir die Weichen für eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Flächen. IT-Systeme zur Dokumentation von Schutzgebieten
Schutzgebiete können sich überschneiden.Wir nutzen geografische Informationssysteme, in denen Daten zu Bahnstrecken und -flächen sowie alle digital verfügbaren Informationen zu Schutzgebieten in Deutschland hinterlegt sind. So können wir schnell Berührungspunkte zwischen Natur und Bahntrassen sowie Flächen des DB-Konzerns ermitteln. In jedem Schutzgebiet gibt es unterschiedliche Einschränkungen und Auflagen, die in Schutzgebietsverordnungen beschrieben werden. Diese sind in unserem System hinterlegt und werden bei Baumaßnahmen berücksichtigt. AUSGLEICHS- UND ERSATZMASSNAHMENBei Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen in der Eisenbahninfrastruktur berücksichtigen wir den Naturschutz. Ziel ist es, Eingriffe in Natur und Landschaft oder Verstöße gegen Arten- und Gebietsschutz möglichst zu vermeiden. Sollten dennoch Beeinträchtigungen und Konflikte auftreten, kompensieren wir diese durch Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen sowie durch Artenschutz- und Kohärenzsicherungsmaßnahmen. Alle Daten zu diesen Kompensationsverpflichtungen dokumentieren wir im webbasierten Fachinformationssystem Naturschutz und Kompensation (FINK) Nr. 59. Damit dokumentieren wir fortlaufend den jeweiligen Stand der Kompensationsverpflichtungen und können somit die gem. Bundesnaturschutzgesetz festgelegte Berichtspflicht an das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) erfüllen. Wir haben seit 2014 bis Ende 2022 8.327 Projekte mit insgesamt 53.020 Kompensationsmaßnahmen im System hinterlegt. Darunter sind 18.941 Maßnahmen zum Artenschutz. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass die Anzahl unserer Projekte mit naturschutzrechtlichen Schutz- und Kompensationsmaßnahmen um rund 1.000 Projekte jährlich zunimmt. VEGETATIONSKONTROLLE2022 lag die Ausbringungsmenge von Herbizidwirkstoffen in unseren Gleisen insgesamt bei 7,3 t (im Vorjahr: 4,9 t). Bei einer Gleislänge von rund 61.000 km wurden rund 19% (im Vorjahr: 16%) der Gleise behandelt. Dies entspricht rund 0,6 kg (im Vorjahr: 0,5 kg) Wirkstoff pro Kilometer behandeltem Gleis. Von 2020 bis 2022 wurden alternative Verfahren und Anwendungsstrategien entwickelt und beprobt. Dadurch kann die Ausbringungsmenge von Glyphosat signifikant variieren. Zudem bringen wir Glyphosat nur dort aus, wo die entsprechenden behördlichen Genehmigungen vorliegen. Auch deshalb kann die Ausbringungsmenge variieren. Mit Flazasulfuron, Flumioxazin und Glyphosat kamen bei der Behandlung ausschließlich Wirkstoffe zum Einsatz, die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) speziell für den Gleisbereich zugelassen sind. In den letzten Jahren haben wir eine Vielzahl alternativer umweltverträglicher Verfahren und Anwendungsstrategien entwickelt und erprobt. Ressourcenschutz | ergänzende InformationenWASSERVERBRAUCHAls Wasserverbrauch gilt im DB-Konzern der Bezug aus der öffentlichen Versorgung. 2022 ist der Wasserverbrauch um 8% gestiegen (im Vorjahr: um 14% gesunken). Ein Anstieg ist sowohl im Systemverbund Bahn als auch bei DB Schenker festzustellen. Hauptsächlich verantwortlich für den Anstieg waren die weitgehende Aufhebung der Corona-Maßnahmen, die wieder zunehmende Betriebs- und Verkehrsleistung im Personenverkehr sowie die wieder zunehmende Anwesenheit von Mitarbeitenden in Büros. Hinzu kommen der Anstieg der Baumaßnahmen bei DB Netze Fahrweg sowie die Optimierung der Datendokumentation bei DB Schenker. Bei DB Arriva ist ein Rückgang zu verzeichnen.
Beinhaltet jeweils die Verbräuche von DB Schenker aus dem Vorjahr. Luftreinhaltung
Verbrennungsbedingt, Well-to-Wheel (WTW), Scope 1 - 3. Bis einschließlich 2020 ohne Schienengüterverkehre von/nach China von DB Cargo und DB Schenker. Seit 2022 inkl. stationärer Verbrennungsprozesse und Korrektur der rechnerischen Überschätzung der SO2-Reduzierung in der Seefracht. Unsere wichtigste Maßnahme zur Verminderung von Luftschadstoffemissionen ist die stetige Modernisierung unserer Fahrzeugflotte. Einen wichtigen Beitrag leistet auch der hohe Anteil des elektrisch betriebenen Schienenverkehrs, da bei elektrisch angetriebenen Schienenfahrzeugen bis auf Abriebe keine lokalen Luftschadstoffemissionen entstehen, sondern nur bei der Stromerzeugung. Grundlage für die Berechnung sind Kraftstoffverbräuche und die Zusammensetzung unserer Fahrzeugflotte. Seit Mitte 2018 setzen wir auf unseren innerstädtischen Baustellen ausschließlich emissionsarme Baufahrzeuge Nr. 11 und -maschinen ein. Unsere verbrennungsbedingten Schadstoffemissionen werden durch die Seefracht dominiert, bei Rußpartikeln machen sie rund 68% aus. Hier führen wir unsere Zusammenarbeit mit den Carriern in diversen Industrieforen fort, in denen auch der Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen gemeinschaftlich adressiert wird. Zudem gelten in der Schifffahrt weltweit seit Januar 2020 verschärfte gesetzliche Regelungen für den Schwefelgehalt in Kraftstoffen zur Reduzierung von Luftschadstoffen. Durch eine zu optimistische Berücksichtigung dieser gesetzlichen Verschärfung in 2020 und 2021 und deren Korrektur in 2022 kommt es zu einem scheinbaren Anstieg der SO2-Emissionen in 2022. ABGASNORMEN UNSERER FAHRZEUGEUnsere Schienen- und Straßenfahrzeuge erfüllen die aktuellen Euro-Normen und sorgen so für einen niedrigeren Schadstoffausstoß. Unsere für Langstrecken eingesetzten Lkw haben die höchsten Euro-Normen V und VI und unsere komplette Pkw-Flotte verfügt über die Abgasnorm Euro 6. Im Schienenverkehr fahren seit 2020 rund 16% der Fahr zeuge unserer Flotte mit der niedrigsten Schadstoffstufe UIC 0. Der Anteil an Schienenfahrzeugen mit schadstoffarmer Elektrotraktion bleibt mit rund 62% auf einem hohen Niveau. Bei unseren Bussen gab es eine Steigerung des Anteils der Fahrzeuge mit Euro-Norm V und VI auf rund 88% (im Vorjahr: rund 82%). METHODIKBasis für die Bilanzierung sind die konzernweit erhobenen und aggregierten Endenergieverbräuche und Leistungsdaten sowie relevante Emissionsfaktoren (EFA). Für die Berechnung der EFA wird die Verteilung unserer Flotten nach Schadstoffnorm berücksichtigt. Des Weiteren werden Grenzwerte für Schienenfahrzeuge (EU-RL 97/68/EG, EU-RL 2004/26/EG, EU-Verordnung 2016/1628), das Emissionsberechnungsmodell TREMOD, das Bilanzierungstool EcoTransIT World sowie eigene Berechnungen herangezogen. Die Bilanzierung der stationären Emissionen erfolgt unter Zugrundelegung von EFA, die für den DB-Konzern vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) bereitgestellt werden. UmweltmanagementUMWELTMANAGEMENTSYSTEM
Unsere Umweltziele werden durch ein konzernweites Umweltmanagementsystem nach DIN ISO 14001 unterstützt, dessen konforme Verankerung in unserem Konzernregelwerk von einem unabhängigen Institut bestätigt wurde. Darauf aufbauend setzten 2022 78% (im Vorjahr: 77%) unserer 255 umweltrelevanten Konzerngesellschaften ein entsprechendes Umweltmanagementsystem ein. Die Einhaltung und die Weiterentwicklung des konzernweiten Umweltmanagementstandards erfolgen durch den Bereich Nachhaltigkeit und Umwelt. 2022 wurden keine signifikanten Bußgelder oder anderen Strafen wegen Umweltvergehen gegen DB-Konzernunternehmen erlassen. Mitarbeitende für den UmweltschutzWir bieten unseren Mitarbeitenden Umweltfachschulungen zu Themen aus den Handlungsfeldern der Grünen Transformation an. Im Klimaschutz haben Mitarbeitende z. B. die Möglichkeit, sich im Energiemanagement nach DIN 50001 schulen zu lassen. 2022 fanden 80 Veranstaltungen (im Vorjahr: 80) mit rund 1.340 Teilnehmenden (im Vorjahr: rund 1.430) in Deutschland statt. MITARBEITENDEMitarbeitendenzufriedenheitErgebnisse der sechsten konzernweiten Mitarbeitendenbefragung: Das Team DB zeigt Stärke und Zusammenhalt in herausfordernden Zeiten. Die Strategie Starke Schiene wirkt hierbei als wichtiger Anker. Hilfe für die UkraineEin Krisenstab koordiniert direkt nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs schnelle Hilfe einschließlich Sozialberatung und Wohnraumangeboten für geflüchtete Menschen. Personaloffensive weiter erfolgreichDer DB-Konzern rekrutiert erfolgreich auf einem umkämpften Arbeitsmarkt. Die strategische Entscheidung, auch während der Corona-Pandemie weiter einzustellen, erweist sich als vorausschauend und richtig. Rund 5.000 DB-Nachwuchskräfte starteten 2022 in Ausbildung oder Studium. KennzahlenübersichtMITARBEITENDE
Mitarbeitende, die bereits ihren ersten Arbeitstag im DB-Konzern absolviert haben. Managementansatz und ZieleGesellschaftliche Ereignisse, wie die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg oder die Inflation, verbunden mit entsprechenden Zukunftsängsten, haben direkte Auswirkungen auf unser Geschäft, unsere Kunden und insbesondere auch unsere Mitarbeitenden. Die Ziele der Starken Schiene fest im Blick, legen wir auch in diesen herausfordernden Zeiten die Grundlage für eine erfolgreiche Mobilitätswende. Unser strategisches Ziel »100.000 Mitarbeitende« steht für unseren Einsatz, auf einem stark umkämpften Arbeitsmarkt Menschen für die Mitarbeit im DB-Konzern zu begeistern, sie zukunftssicher zu qualifizieren und ihnen eine langfristige Perspektive im DB-Konzern zu bieten. »100.000 Mitarbeitende« steht im Kontext der Starken Schiene auch dafür, die Grüne Transformation gemeinsam zu gestalten. Unsere Personalstrategie gibt uns hierfür einen passenden Rahmen: vorausschauende Personalplanung, innovative Personalgewinnung, ganzheitlicher Ansatz von Führung, Qualifizierung und Transformation, aktive Gestaltung von Arbeit der Zukunft und Diversity. Den DB-Konzern robuster zu machen bedeutet, Personalressourcen vorausschauend zu managen, die richtigen Mitarbeitenden zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben und frühzeitig mögliche Kapazitätsengpässe zu erkennen. Das sind Aufgaben unserer Personalplanungssysteme, die wir weiterentwickeln und im DB-Konzern verankern. Um im umkämpften Arbeitsmarkt potenzielle Mitarbeitende für unsere vielfältigen Berufsbilder und Einstiegsmöglichkeiten zu begeistern, setzen wir auf innovatives Personalmarketing und Recruiting und entwickeln unsere Beschäftigungsbedingungen stetig weiter. Attraktive Beschäftigungsbedingungen helfen uns nicht nur, offene Personalbedarfe trotz des angespannten Arbeitsmarktes zu decken, sondern sorgen auch für eine hohe Mitarbeitendenbindung. Die fachliche Qualifikation unserer Mitarbeitenden ist ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor. Schon im Onboarding-Prozess sorgen wir für schnelle Orientierung im neuen Arbeitsbereich. Langfristig sichern wir die Leistungsfähigkeit und Handlungssicherheit unserer Mitarbeitenden mit zielgerichteten Qualifizierungsprogrammen und -angeboten. Im Rahmen des Konzernprojekts »Lernen@DB« entwickeln wir eine moderne und zukunftsfähige Lerninfrastruktur, die sich an dem Zielbild eines konzernweiten Lernökosystems orientiert. Die Innovationskraft unserer Organisation ergibt sich aus wertschätzender, ergebnisorientierter Zusammenarbeit, die wir mit unserem »Kompass für ein Starkes Miteinander« im DB-Konzern fördern. Der Kompass ist unser kulturgebendes Element zur Orientierung für Führungskräfte und Mitarbeitende und fließt in die Ausgestaltung und Konzeption aller HR-Produkte und Prozesse ein. Vielfalt und Weltoffenheit sind nicht nur unsere Grundprinzipien, sondern auch ein immanenter Kernbestandteil unserer Kultur. Wir wertschätzen unterschiedliche Perspektiven, Werte und Erfahrungen unserer vielfältigen Belegschaft und versuchen stets, als DB-Konzern Zeichen für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen. Hierfür betreiben wir ein aktives Diversity-Management. Im Rahmen der Konzerninitiative »Einziganders.« werden entsprechende Maßnahmen und Aktivitäten im DB-Konzern gebündelt und gefördert. Die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden und den aktuellen Zustand unserer Unternehmenskultur messen wir konzernweit regelmäßig mit unserer Mitarbeitendenbefragung und im Systemverbund Bahn mit unserem Kulturbarometer. Im konzernweiten Prozess der »Mitarbeitenden-Werkstätten« werden die Ergebnisse teamübergreifend ausgewertet und entsprechende Veränderungs- und Verbesserungsmaßnahmen ausgearbeitet. Dass Partizipation und Mitgestaltung bei uns im DB-Konzern einen hohen Stellenwert haben, zeigt sich auch darin, dass 15 Ausbausteine der Mitarbeitenden als Kernbestandteil in der Starken Schiene verankert sind. Um auch zukünftig ein attraktiver und innovativer Arbeitgeber zu sein, beschäftigen wir uns frühzeitig mit Zukunftsthemen wie den Auswirkungen des digitalen Wandels. So versuchen wir wichtige Herausforderungen rechtzeitig und nachhaltig anzugehen. Als Rahmen hierfür dient die Konzerninitiative »Menschen. Machen. Zukunft.« mit ihren Zukunftslabs, Dialogformaten und Kooperationen. Mit dem Transformationsprojekt Smart HR sorgen wir für Standardisierung und Vereinfachung unserer HR-Prozesse und nutzen die Potenziale der Digitalisierung, für mehr Effizienz und Schlagkraft, ganz im Sinne der Starken Schiene. PersonalplanungUm den DB-Konzern robust aufzustellen, benötigen wir eine effektive und effiziente Personalplanung und -steuerung über den gesamten Human-Resource-(HR-)Wertschöpfungsprozess von der differenzierten Planung über die Personalgewinnung, die Qualifizierung und Funktionsausbildung bis hin zur Berücksichtigung der tatsächlichen Leistungswirksamkeit. Als wesentlicher Teil eines ganzheitlichen Ressourcenmanagements arbeiten wir daran, Kapazitäts- und Kompetenzlücken zu schließen und Mitarbeitende optimal einzusetzen. Im Sinne einer performanten Personalsteuerung führen wir eine 18-monatige rollierende Prognose für betriebliche Schlüsselfunktionen im Rahmen eines regelmäßigen Berichtswesens durch. Mit der Strategischen Personalplanung (SPP) verfügen wir über ein Instrument zur Analyse unserer längerfristigen personalpolitischen Herausforderungen. Dies verschafft uns einen systematischen Blick über die nächste Dekade bei den strategisch relevanten Tätigkeiten. Wir arbeiten derzeit an einer Weiterentwicklung unserer SPP. Das Ziel ist, eine robuste und zukunftsfähige SPP zu gestalten. Wichtiger Baustein der zukünftigen SPP und analytische Basis der Personalstrategie ist die Starke Schiene. Wir schaffen Synergien zwischen den unterschiedlichsten zukunftsorientierten Weiterentwicklungsprojekten. PersonalgewinnungARBEITGEBERATTRAKTIVITÄTAuch 2022 haben wir unsere Personaloffensive auf einem engen Arbeitsmarkt fortgesetzt. Es wurden sechs große Imagekampagnen und über 100 Recruitingkampagnen zielgruppenspezifisch für Schüler:innen, Studierende, Akademiker:innen und Fachkräfte ausgespielt. Für die Schüler:innen-Kampagne »#WasInDirSteckt« gewannen wir einen Red Dot Design Award und einen Trendence-Award. Der Deutsche Digital Award zeichnete uns mit Bronze für die Schüler:innen-Kampagne »Kein Stress. Was machen. Bei der Bahn.« aus. Zudem wurde der Launch unserer Arbeitgeberkampagne für 2023 »Was ist dir wichtig?" auf Basis einer neu entwickelten, global geltenden Employer Value Proposition (Arbeitgebermarkenversprechen) vorbereitet. Darüber hinaus haben wir unsere Diversity-Recruiting-Strategie weiterentwickelt. U.a. geben wir durch unser Inklusionszentrum allen Bewerbenden mit Behinderung, d.h. mit SGB-IX-Merkmal, die eine Absage im Regelprozess erhalten, eine zweite Chance auf einen passenden Einstieg im DB-Konzern. Um Diskriminierung im Einstellungsprozess zu verhindern, bieten wir für Recruiter:innen und am Einstellungsprozess beteiligte Personen Unconscious-Bias- und Bewertungsfehlertrainings sowie Diversity- Recruiting-Werkstätten an. Außerdem gehören wir zum Netzwerk der »Fair Company Initiative«, die sich für Fairness in der Arbeitswelt einsetzt. Damit wir als führender Arbeitgeber für Frauen sichtbar sind und das Ziel »30% Frauen in Führung« bis 2024 erreichen, wurde auch 2022 der DB-Weltfrauenmonat als eine Maßnahme unserer Frauenrecruitingstrategie umgesetzt. Im März 2022 haben wir die Rollen getauscht und uns mit der »größten Bewerbung Deutschlands« bei 26 Millionen erwerbstätigen Frauen vorgestellt. Die deutschlandweite Kampagne lief auf reichweitenstarken digitalen Kanälen und in den sozialen Medien. Es gab 20 Recruiting- und Networking-Events, eine Social-Media-Aktion sowie den Livestream »Deutschlands größtes Bewerbungsgespräch« mit rund 1.200 Anmeldungen und rund 500 eingereichten Fragen. Insgesamt konnten wir allein im März 2022 718 Frauen neu einstellen, deutlich mehr als in den anderen Monaten. Für unsere Frauenrecruitingstrategie gewannen wir den Deutschen Personalwirtschaftspreis in der Kategorie »Recruiting und Employer Branding«. Als bester Arbeitgeber für Frauen im Eisenbahnsektor erhielten wir den »Women in Rail Award 2022« der Europäischen Union. Bereits kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs haben wir für Geflüchtete ein umfassendes Beratungsangebot zur Orientierung und zum Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt aufgesetzt. Das Angebot basiert auf drei Säulen:
Insgesamt wurden rund 3.500 geflüchtete Ukrainer:innen beraten. Davon konnten wir 75 als neue Kolleg:innen begrüßen. Für unser Beratungs- und Unterstützungsangebot wurden wir mit einem Trendence-Award in der Sonderkategorie »Unternehmen helfen Menschen« ausgezeichnet. Um auf dem Arbeitsmarkt ein Zeichen für Klimaschutz zu setzen und uns als nachhaltiger Arbeitgeber zu positionieren, haben wir in Kooperation mit dem Bergwaldprojekt e.V. 2022 angefangen, deutschlandweit für alle neuen Mitarbeitenden einen Baum zu pflanzen. Vor ihrem ersten Arbeitstag erhalten Kandidat:innen ihr Pflanzzertifikat. Bei der Ansprache unserer Zielgruppen haben wir weiterhin auf Innovation gesetzt: Ein Beispiel ist die DB Job-Welt. Hier trafen wir Kandidat:innen aller Zielgruppen in den Hauptbahnhöfen Leipzig und Frankfurt am Main vor Ort und haben eine individuelle Beratung zu regionalen Einstiegsmöglichkeiten angeboten. Außerdem wurde unser Karriereportal weiterentwickelt. Durch die Einbindung von Google Maps können Kandidat:innen regional gezielt nach Jobs suchen. Darüber hinaus werden alle Informationen, wie das Einstellungsverfahren abläuft, transparent kommuniziert. Sobald eine Bewerbung über das Karriereportal eingereicht wurde, können Kandidat:innen den Stand ihrer Bewerbung verfolgen und werden auch von den Recruiter:innen per E-Mail oder telefonisch proaktiv darüber informiert. Der DB-Konzern wurde zudem mit weiteren wichtigen Branchenpreisen ausgezeichnet: Für unseren selbst entwickelten Stellenanzeigengenerator »DB Jack - Job Ad Construction Kit« gewannen wir einen Trendence-Award. Der Art Directors Club ehrte uns mit zwei Bronze-Nägeln und einer Auszeichnung in den Kategorien »Digital Product Augmented Reality«, »Motion Design Social Media« und »Dialog Activation Social Media«. Darüber hinaus sind wir vom Frauen-Karriere-Index (FKi) als »DB Impact of Diversity Award«-Gewinner ausgezeichnet worden. NEUEINSTELLUNGEN2022 haben im DB-Konzern in Deutschland rund 26.700 neue Mitarbeitende (inkl. Auszubildender und dual Studierender) ihren ersten Arbeitstag absolviert (im Vorjahr: rund 23.000). Zu diesen Neueinstellungen zählen knapp 4.000 Instandhalter:innen, rund 2.000 Streckenlokomotivführer:innen sowie über 1.500 Stellwerksmitarbeitende.
Ohne Berücksichtigung der Nachwuchskräfte verzeichneten wir 2022 21.810 externe Neueinstellungen in Deutschland (im Vorjahr: 18.450). So leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung unseres zentralen strategischen HR-Ziels und zur Robustheit des DB-Konzerns. Führung, Qualifizierung und TransformationQUALIFIZIERUNG UND AUSBILDUNGWir sind einer der größten Ausbilder in Deutschland und bilden in rund 50 Ausbildungsberufen und 25 dualen Studiengängen aus. So haben junge Menschen bei uns auch in unsicheren Zeiten sichere Berufsperspektiven, denn wir bieten Auszubildenden und dual Studierenden nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung grundsätzlich eine unbefristete Übernahme an.
1) Umfasst alle Ausbildungsjahrgänge (i. d.
R. drei Ausbildungsjahrgänge bei den Auszubildenden
und Studierenden im dualen Studium).
Um die zusätzlichen Mitarbeitenden gut und schnell qualifizieren zu können, erhöhen wir kontinuierlich unsere Kapazitäten.
Angaben zum jeweils angestrebten Berufsziel. 2022 sind rund 4.900 (im Vorjahr: rund 4.500) Auszubildende (ohne »Chance plus«-Teilnehmende) und dual Studierende in ihre Berufsausbildung bzw. ihr Studium im DB-Konzern gestartet. Für die Ausbildungsplätze haben wir 2022 im Systemverbund Bahn rund 110.000 (im Vorjahr: rund 103.000) Bewerbungen erhalten. Das zeigt, dass wir gerade bei jungen Menschen in Zeiten der Diskussionen um Klimawandel, Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein attraktiver Arbeitgeber sind. Nach wie vor starteten die meisten Auszubildenden in den Berufen Eisenbahner:in im Betriebsdienst und Elektroniker:in für Betriebstechnik. Wir beteiligen uns an der sozialpartnerschaftlichen Neuordnung der wichtigsten Ausbildungsberufe im Eisenbahnverkehrswesen. Die Neuordnung des Ausbildungsberufs Eisenbahner:in im Betriebsdienst konnte nach langjähriger intensiver Arbeit 2022 abgeschlossen werden, sodass die entsprechenden Auszubildenden im August 2022 mit aktualisierten Ausbildungsinhalten starten konnten. Weitere Informationen im Abschnitt Nachwuchssicherung. MITARBEITENDENBINDUNG UND -ENTWICKLUNGNeue Ansätze und leistungsfähige Prozesse bei der Mitarbeitendenbindung und -entwicklung sind entscheidend für mehr Verantwortungsübernahme, Zusammenarbeit und Leistungsfähigkeit im DB-Konzern. Wir fördern Mitarbeitende in verschiedenen Themenfeldern:
Für jedes dieser Themenfelder tragen die Mitarbeitenden Verantwortung und werden von der Führungskraft unterstützt. Gemeinsamer Maßstab für diese Themenfelder ist der »Kompass für ein Starkes Miteinander«. Er soll die Richtung zeigen, um Führung, Zusammenarbeit und Kultur im DB-Konzern im Sinne der Starken Schiene zu verändern. Im Kompass stehen die fünf wichtigsten Prinzipien, mit denen jede:r im DB-Konzern mit alltäglichem Verhalten die Starke Schiene erfolgreich machen kann. Die Kompassprinzipien wurden konsequent in Diagnostik, Einstiegsmanagement, Leistungseinschätzung, Karriereentwicklung und Qualifizierung verankert. So wurde der »Kompass für ein Starkes Miteinander« auch in alle Führungskräfteschulungen integriert und erste Auswahlverfahren für Führungskräfte danach ausgerichtet. Weitere Informationen im Abschnitt Personalentwicklung. 15 AUSBAUSTEINE DER MITARBEITENDEN2022 wurden weitere Ausbausteine der Mitarbeitenden identifiziert und ausgearbeitet. In diesem Rahmen werden die wichtigsten Anliegen der Mitarbeitenden priorisiert und mit Vorstandsunterstützung umgesetzt. MITARBEITENDENZUFRIEDENHEIT UND UNTERNEHMENSKULTUR
1) Die Mitarbeitendenzufriedenheit wird alle
zwei Jahre auf einer Skala von 1 bis 5 (bestmöglicher
Wert) erhoben.
Die Mitarbeitendenzufriedenheit wird alle zwei Jahre im Rahmen der Mitarbeitendenbefragung (MAB) ermittelt. Auch im September 2022 hieß das MAB-Motto »Teilnehmen - Teil sein«. Ziel der MAB ist es, konkrete Anhaltspunkte für Verbesserungen auf allen Ebenen zu liefern. An der MAB 2022 haben insgesamt 199.601 Mitarbeitende teilgenommen (2022: 59,2%; 2020: 58,5%). Damit ist die Beteiligungsquote leicht gestiegen. Im Systemverbund Bahn stieg sie deutlich (2022: 58,0%, 2020: 55,8%). Durchgeführt und ausgewertet wurde die Mitarbeitendenbefragung erstmals vom unabhängigen Dienstleister SEMYOU. 2022 blieb die Mitarbeitendenzufriedenheit nach dem sehr starken Anstieg 2020 stabil. Die Befragungsergebnisse zeigen: Die Strategie Starke Schiene bleibt ein wichtiger Anker für das Team DB. Sie könnte allerdings noch bekannter und spürbarer werden: 63% der Mitarbeitenden kennen die Strategie, 59% sind von ihr auch überzeugt. Erkennbar sind die aktuellen globalen, geopolitischen und auch innerbetrieblichen Herausforderungen, die sich in verringerten Zustimmungswerten für Kundenfokus, wahrgenommener Qualität sowie niedrigerem Zukunftsoptimismus widerspiegeln. Die Werte bleiben aber über Vor-Corona-Niveau. Ein klarer Handlungsauftrag ergab sich aus der MAB 2020 in Bezug auf Prozesse und Feedback. In 2022 ist die Zustimmung der Mitarbeitenden in diesen Bereichen gestiegen. So werden das allgemeine Leistungsfeedback mit 45% (2020: 43%) und das Leistungsfeedback durch die Führungskraft mit 68% (2020: 65%) besser beurteilt. Auch bei der Umsetzungsdisziplin (2022: 42%, 2020: 41%) und beim Thema »Unnötiges beenden« (2022: 35%, 2020: 33%) ist eine Verbesserung sichtbar. Die Entscheidungsfindung ist das einzige Handlungsfeld, das eine leichte Verschlechterung zeigte (2022: 32%, 2020: 33%). Wesentlicher Bestandteil in unserem MAB-Prozess ist die Arbeit mit den Ergebnissen im Folgeprozess. DB-Konzernweit erhielten alle Führungskräfte ihre aggregierten MAB-Ergebnisse, auch um sie mit ihren Mitarbeitenden zu teilen. Im Anschluss startete ein zweiter, optionaler Schritt: Identifizierte Themenschwerpunkte werden unter Einbindung von höheren Führungskräften, Inputgeber:innen oder Schnittstellenpartner:innen gemeinsam bearbeitet, mit dem Ziel, gemeinsam Veränderung zu gestalten. Diese Phase soll bis Ende Juli 2023 abgeschlossen sein. In 2023 wird zum zweiten Mal das Kulturbarometer durchgeführt, eine Stichprobenerhebung im Systemverbund Bahn in Deutschland, mit der der Kompassindex gemessen wird. Arbeit der ZukunftUm unsere Innovationsfähigkeit zu stärken und uns zukunftssicher aufzustellen, wollen wir die Arbeit der Zukunft aktiv gestalten. Wichtig ist uns hierbei die Einbeziehung aller Mitarbeitenden, insbesondere derer, die in operativen Tätigkeiten maßgeblich zum Erfolg beitragen. BESCHÄFTIGUNGSBEDINGUNGENWir entwickeln Beschäftigungsbedingungen auf Basis aktueller und zukünftiger gesellschaftlicher Entwicklungen sowie der Erwartungen von Mitarbeitenden und Bewerber:innen an einen modernen Arbeitgeber konsequent weiter. Dabei sind Themen wie Flexibilisierung, Partizipation und Individualisierung wesentlich. Die Weiterentwicklungen werden hierbei adressatengerecht an die Mitarbeitenden kommuniziert und Feedback zu den Aspekten der Beschäftigungsbedingungen ermöglicht. Bei der Weiterentwicklung erfolgt stets die Einbindung der jeweiligen Interessenvertretungen. Tarifliche EntgelterhöhungIm Mai 2020 haben wir das Bündnis für unsere Bahn (Integrierter Bericht 2020) unterzeichnet. Vor diesem Hintergrund haben wir uns im September 2020 mit der EVG auf ein umfassendes Tarifpaket verständigt. Das Gesamtpaket umfasst neben Regelungen für moderate Lohnsteigerungen in 2022 und einer Laufzeit bis Februar 2023 zahlreiche Verabredungen zu relevanten Zukunftsthemen. Nach weiteren Verhandlungen verständigten wir uns mit der EVG im Oktober 2021 auf zusätzliche tarifvertragliche Regelungen, die die Vereinbarungen zum Bündnis für unsere Bahn ergänzen:
Nach mehreren Verhandlungsrunden haben wir uns mit der GDL im September 2021 auf einen Tarifabschluss verständigt:
Flexible Gestaltung der ArbeitszeitWir werden den gesellschaftlichen Veränderungen und den Wünschen der Mitarbeitenden bei der Arbeitszeitgestaltung gerecht. Unsere Bemühungen, Flexibilisierungsmöglichkeiten in der Arbeitszeitgestaltung stetig weiterzuentwickeln, zahlt auf die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität ein und hat somit hohe Bedeutung für die Mitarbeitendenbindung und -rekrutierung.
Weitere Informationen im Abschnitt Sozial- und Nebenleistungen. Mobilitätsleistungen und geförderter WohnraumMit einer digitalen Wohnungsbörse erleichtern wir unseren Mitarbeitenden den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum. Gleichzeitig haben wir die Zusammenarbeit mit Wohnungsgesellschaften intensiviert und vertraglich modernisiert. Wir haben Kooperationsverträge mit sechs Wohnungsunternehmen, die unseren Mitarbeitenden Zugang zu einem Pool von rund 600.000 Wohnungen ermöglichen. Wir achten bei der Auswahl der Kooperationspartner neben der Lage der Wohnungen auch auf die durchschnittlichen Miethöhen. Zusätzlich analysieren wir die Bedarfslage unserer Mitarbeitenden, um künftig konkrete Wohnungsprojekte planen und bei Bedarf umsetzen zu können. Wir streben an, unseren Mitarbeitenden ein vielseitiges, grünes, flexibles und unkompliziertes Mobilitätsportfolio aus v. a. DB-eigenen Diensten anzubieten. Das DB Firmenrad, ein Mitarbeitenden-Tarif für unser Bikesharing-Angebot »Call-a-Bike« oder auch die Fahrvergünstigungen bilden hierbei den Grundstein. Außertarifliche und leitende Angestellte können darüber hinaus unser Carsharing-Angebot Flinkster nutzen und die BahnCard 100 statt eines Firmenwagens wählen. Auch für den Weg zur Arbeit ermöglichen wir unseren Mitarbeitenden Zugang zu günstigen Angeboten für das monatliche Verbund-Jobticket und finanzieren diese - je nach tarifvertraglich geregelter Fallgestaltung - ganz oder teilweise. Modernes GesundheitsmanagementWährend der Corona-Pandemie konnten wir wichtige Mobilitätsangebote durchgehend gewährleisten. Hieran hat insbesondere unsere Krisenstabsarbeit des betrieblichen Gesundheitsmanagements einen wichtigen Anteil. Das betriebliche Gesundheitsmanagement folgt mit seinen Aktivitäten und Schutzmaßnahmen dem deutschen Nationalen Pandemieplan, den Arbeitsschutzregelungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und Vorsorgeempfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Ziele der Krisenstabsarbeit waren u. a. die Minimierung des Infektionsrisikos am Arbeitsplatz, die Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe, der Erhalt der betrieblichen Infrastruktur und die Sicherstellung der Grundversorgung. Ein Beitrag zur Gestaltung moderner Beschäftigungsbedingungen ist in diesem Zusammenhang auch die Digitalisierung von Gesundheitsangeboten. Daneben sind die Folgeerscheinungen der Corona-Pandemie im besonderen Fokus, wie z. B. Long- bzw. Post-Covid oder auch Ergonomie am mobilen Arbeitsplatz. Hierzu und zur ergonomischen Beratung wurden, jeweils mithilfe der Sozialpartnerschaften mit der Stiftungsfamilie BSW&EWH, dem Verband Deutscher Eisenbahner-Sportvereine (VDES), BAHN-BKK sowie der Knappschaft-Bahn-See, Angebote entwickelt. Wir unterstützen die Gesundheit unserer Mitarbeitenden aus einer ganzheitlichen Perspektive und verknüpfen dabei gezielte Angebote für die körperliche, mentale und soziale Gesundheit durch betriebsärztliche und arbeitspsychologische Betreuung. Dies umfasst bspw. Themen wie Stressbewältigung, Bewegung, Ernährung sowie professionelle Unterstützung bei psychischen Erkrankungen. Speziell im Umgang mit berufsbedingten Traumatisierungen nach Arbeitsunfällen verfügen wir über ein differenziertes internes Betreuungsangebot sowie über einen schnellen Zugang zu zeitnaher externer notfallpsychologischer Betreuung. Weitere Informationen im Abschnitt Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement. DB-internes ImpfangebotZur Unterstützung der Corona-Impfkampagne in Deutschland gab es für unsere Mitarbeitenden ein eigenes Impfangebot. Dazu haben wir an zehn zentralen Standorten vorübergehend eigene Impfzentren eingerichtet und diese selbstständig mit Unterstützung durch die betriebsärztlichen Dienstleister PIMA und ASAM prevent betrieben. Des Weiteren bieten wir auch 2023 an 20 Gesundheitszentren unseres betriebsärztlichen Dienstleisters ias AG alle Corona-Impfungen von der Grundimmunisierung bis zur dritten Auffrischungsimpfung gem. STIKO-Empfehlung an. Mobiles ArbeitenWir gehen konsequent weitere Schritte zur Etablierung neuer und flexibler Formen der Zusammenarbeit. Im Sommer 2021 wurde die Grundsatzentscheidung getroffen, für Mitarbeiten de wie Führungskräfte mit Bürotätigkeiten mobiles Arbeiten als festen Bestandteil des Arbeitsalltags zu verankern. Überdies wurden an allen bundesweiten Bürostandorten sukzessive Desksharing und ein tätigkeitsorientiertes Bürokonzept eingeführt. In 2022 wurden Führungskräfte gemeinsam mit ihren Teams in die Verantwortung geholt, den Modus ihrer zukünftigen Zusammenarbeit gemeinsam festzulegen. Hierfür wurde ein entsprechender dezentraler Prozess für Teamvereinbarungen ausgerollt, der mit einer Vielzahl unterschiedlicher Change-Aktivitäten und -Formate in den Geschäftsfeldern begleitet wurde. So unterstützen wir bei der Orientierung in der neuen hybriden Arbeitswelt und stärken die Partizipation. ARBEIT DER ZUKUNFT UND DIVERSITYDie systematische Auseinandersetzung mit Innovationen und Visionen zur Arbeit der Zukunft erfolgt im Rahmen der Konzerninitiative »Menschen. Machen. Zukunft.« Ziel ist es, sich rechtzeitig mit wichtigen strategischen Fragestellungen zu befassen, Wissen auszutauschen und neue Ideen zu testen. Hierfür erarbeiten wir mit der HR-Trendmap regelmäßig eine Übersicht der relevanten HR-Zukunftstrends, die wir auf verschiedenen Ebenen im DB-Konzern diskutieren, um Ableitungen für Maßnahmen, Projekte und Initiativen zu treffen. Auch 2022 wurde wieder unsere innovative Digitalkonferenz »Woche der neuen Arbeit« veranstaltet. Unter dem Motto »Von Mitarbeitenden für Mitarbeitende« wurde ein interaktives Programm mit über 70 virtuellen Programmpunkten organisiert. 2022 stand das Thema »Neue Arbeit für die Grüne Mobilitätswende« im Fokus. Unter dem Dach der Initiative »Menschen. Machen. Zukunft.« arbeiten zwei H-Zukunftslabs, deren Expert:innen es sich zur Aufgabe machen, neue Antworten auf wichtige Zukunftsfragen zu finden:
Das Bekenntnis des DB-Konzerns zur Vielfalt seiner Mitarbeitenden ist in der Strategie Starke Schiene verankert. Jedes Mitglied des Vorstands hat die Pat:innenschaft für eine Diversity-Dimension übernommen, wobei das Thema gesamthaft von Martin Seiler, Vorstand Personal und Recht, verantwortet wird. Darüber hinaus stehen die Diversity-Verantwortlichen der Geschäftsfelder Mitarbeitenden als direkte Ansprechpersonen für Diversity-Themen zur Verfügung. Außerdem werden Mitarbeitende mit spezifischen Diversity-Anliegen von verschiedenen Stellen, wie der Konzernschwerbehindertenvertretung oder dem Projekt »Soziale und kulturelle Integration«, unterstützt. 2022 haben wir unter dem Dach der Initiative »Einziganders.« weiterhin vielfältige Maßnahmen umgesetzt, um die Chancengerechtigkeit der Geschlechter zu sichern und ein inklusives Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden zu schaffen. Dazu zählen u.a. die weitere Flexibilisierung von Arbeitsbedingungen mit der Einführung der »Wo Du Willst-Jobs«, bei denen der Arbeitsort innerhalb Deutschlands frei wählbar ist, oder der Ausbau der konzerninternen Initiative »Frau Dich!«, die eine exklusive Karriereberatung für Frauen bietet. Umfangreiche Materialien und Lernformate sind themenübergreifend und zu verschiedenen Diversity-Dimensionen über das Intranet und die interne Lernplattform allen Mitarbeitenden zeitunabhängig zugänglich. Darüber hinaus sind Live-trainings zu Diversity allgemein und zu verschiedenen Schwerpunkten verfügbar, die auf Abruf durchgeführt werden können. Ein aktives Generationenmanagement baut generationenbezogene Stereotype ab und unterstützt die Integration aller Generationen in den DB-Konzern durch verschiedene Formate wie Reverse Mentoring und Workshops zu generationenübergreifendem Arbeiten. Unter dem Motto »Einziganders. Miteinander für Vielfalt« drehte sich in der Diversity-Woche alles um das Thema Allyship (Solidarität mit marginalisierten Gruppen). Ziel der Veranstaltung war es, Vielfalt im DB-Konzern als Querschnittsthema zu verankern, zu diskutieren und sich zu vernetzen. Konkrete Möglichkeiten, Vielfalt im Arbeitsalltag zu befördern, wurden über verschiedene Formate wie Workshops, Coffee Breaks und Impulsveranstaltungen vermittelt. 30% Frauen in FührungDer DB-Konzern hat das Ziel, den Anteil von Frauen unter den Führungskräften der vom Zweiten Führungspositionen-Gesetz (FüPoG II) betroffenen Gesellschaften bis Ende 2024 auf den Ebenen Aufsichtsräte, Vorstände/Geschäftsführungen, erste und zweite Führungsebene auf insgesamt 30% zu steigern. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen der betroffenen Gesellschaften umfasst bezogen auf die zum 31. Dezember 2022 gültige Organisationsstruktur über alle Ebenen 27,0% (per 31. Dezember 2021: 25,4%). Durch externe Rekrutierung, attraktive Arbeitsbedingungen und interne Bindungs- und Entwicklungsmaßnahmen soll zudem der Anteil von Frauen erhöht werden. TRANSFORMATIONSPROJEKT SMART HRMit Smart HR verfolgen wir die Ablösung unseres aktuellen Personalmanagementsystems durch eine cloudbasierte Lösung, in der Mitarbeitende über digitale Services HR-Produkte jederzeit und ortsunabhängig nutzen können. Wir befinden uns derzeit in der Implementierungsphase, die bis 2024 geht, der Go-live des Systems erfolgt frühestens im November 2023. Mitarbeitendenzahl und -struktur
Zur besseren Vergleichbarkeit werden die Mitarbeitendenzahlen in Vollzeitpersonen (VZP) umgerechnet. Teilzeitbeschäftigte Mitarbeitende werden dabei entsprechend ihrem Anteil an der regulären Jahresarbeitszeit berücksichtigt.
1) Werte für 2021 wegen der konzerninternen
Umhängung des Geschäftsbereichs FLS angepasst.
Die Zahl der Mitarbeitenden ist per 31. Dezember 2022 auf vergleichender Basis gestiegen. Wesentliche Treiber:
Der Anteil der Mitarbeitenden außerhalb Deutschlands blieb per 31. Dezember 2022 mit rund 35% unverändert.
Deutschland (Gesellschaften mit rund 98% der inländischen Mitarbeitenden).
WEITERE ANGABENNachhaltigkeitsberichterstattungPersonalentwicklung | ergänzende InformationenAUS- UND WEITERBILDUNGDer überwiegende Teil der Aus-, Fort- und Weiterbildung erfolgt durch DB Training, Learning&Consulting als konzerninternem Partner für Lern-, Entwicklungs- und Veränderungsprozesse in rund 31.000 Veranstaltungen für rund 290.000 Teilnehmende pro Jahr. Mehr als 3.000 Qualifizierungsangebote richten sich an DB-Mitarbeitende. Qualifizierungen werden in Präsenz, digital oder kombiniert in Blended-Learning-Konzepten angeboten. Eine moderne Infrastruktur ermöglicht Platz für Kreativität, neue Lösungen sowie neue digitale Lernformate, wie Virtual-Reality-(VR-)Trainings. Auch 2022 wurden bestehende Lernformate weiterentwickelt und auf einen stark digitalisierten Arbeitsalltag hin angepasst. Eine praxisnahe Ausbildung spielt eine entscheidende Rolle, damit die Mitarbeitenden gerade in sicherheitsrelevanten Bereichen Handlungssicherheit gewinnen. Vor diesem Hintergrund investieren wir in den Ausbau von Praxisanlagen: In Maschen wurde im Sommer 2022 ein neues Lehrstellwerk in Betrieb genommen, in Delitzsch besteht an einem neuen Praxisstandort seit Anfang September 2022 die Möglichkeit, ein Gesamtverständnis für das System Bahn in seiner Komplexität zu entwickeln. Die DB Akademie verantwortet die Qualifizierung für rund 10.700 Führungskräfte und (Chef-)Expert:innen. Das Portfolio bietet Qualifizierungsangebote entsprechend den individuellen Karriere- und Entwicklungsphasen, um sie zu befähigen, die Anforderungen an Führung und die strategischen Handlungsfelder des DB-Konzerns umzusetzen. DB-Mitarbeitende haben die Möglichkeit, berufsbegleitend zu studieren. Es gibt zwei verschiedene Programme (DB University und DB Masterprogramm), die Bachelor- oder Masterabschlüsse finanzieren und zeitlich unterstützen. DB University richtet sich an Fachkräfte, die ihre Berufserfahrung zur Erlangung eines Bachelor-Abschlusses anerkennen lassen können. Außerdem bietet die DB University Studienunterstützung und interne Weiterbildungskurse während der gesamten Zeit. Das DB Masterprogramm bietet mindestens 30 Mitarbeitenden pro Jahr die Teilnahme an. Die Berufsausbildung ist ein wichtiger Stellhebel, um den Herausforderungen aus dem Fachkräftemangel zu begegnen. Die Ausbildungsplätze im DB-Konzern wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht. Dementsprechend wurden und werden die Ausbildungswerkstätten im gewerblich-technischen Bereich erweitert. Seit 2022 können durch Umzüge in neue Räumlichkeiten mehr als 200 Azubis zusätzlich ausgebildet werden. Darüber hinaus sieht der im August 2022 geschlossene Kooperationsvertrag zwischen dem DB-Konzern und der LEAG vor, dass der DB-Konzern bis 2025 einen Teil seines Nachwuchses unter Federführung der LEAG ausbilden lässt. DB Akademie und DB Training haben darüber hinaus für die Mitarbeitenden und Führungskräfte zusätzliche Online-Angebote zur Unterstützung während der Corona-Pandemie entwickelt. Mit »Gemeinsam in die neue Arbeitswelt« (GinA) haben wir virtuelle Lernangebote zu aktuellen Herausforderungen geschaffen. Das Angebot hat eine hohe Nachfrage und wurde 2022 von 46.387 Nutzer:innen abgerufen. DB-Mitarbeitende leisteten einen wertvollen Beitrag bei der Bewältigung der Flüchtlingsströme aus der Ukraine. Um sie zu unterstützen, bietet DB Training Hilfe für Helfende im Rahmen der konzernweiten psychologischen Unterstützung für betroffene Mitarbeitende an. DB-übergreifend boten vier »CheckIns« für Geflüchtete aus der Ukraine in verschiedenen deutschen Städten schnelle Orientierungs- und Integrationsmöglichkeiten im DB-Konzern. Mit individuellen Beratungsangeboten, Deutschkursen sowie Arbeitsverträgen bei DB Zeitarbeit wurden Perspektiven geschaffen.
Deutschland, inkl. Auszubildenden und Studierenden im dualen Studium.
Deutschland (Gesellschaften mit rund 77% der inländischen Mitarbeitenden). Betrachtet werden die Aus- und Weiterbildungstage nur in kundennahen Jobfamilien für die Stammbelegschaft ohne Auszubildende und Studierende im dualen Studium. Die Aus- und Weiterbildungskosten für unsere Mitarbeitenden sind 2022 erneut auf ein neues Rekordhoch gestiegen. NACHWUCHSSICHERUNG
Deutschland (Gesellschaften mit rund 98% der inländischen Mitarbeitenden). Übernahme nach Abschluss der Ausbildung bzw. des dualen Studiums. Für uns stellen die eigene Ausbildung und das duale Studienangebot ein festes Fundament der Fachkräftesicherung dar. Ergänzt wird dies durch das Berufsvorbereitungsprogramm »Chance plus« für Jugendliche, die Unterstützung beim Arbeitsmarktzugang benötigen.
PERFORMANCE-MANAGEMENTZur Steigerung der individuellen Leistung zielen die Instrumente von »mein Performance Management« sowohl auf berufliche als auch persönliche Weiterentwicklung ab. Durch regelmäßiges, leitfragenbasiertes Feedback aus verschiedenen Perspektiven werden ein Abgleich von Selbst- und Fremdbild sowie die zielgerichtete Selbstreflexion des Arbeitsverhaltens gefördert. Auch die regelmäßige Rückschau auf Kennzahlen und individuelle Beiträge zur Zielerreichung zeigt Einzelnen und Teams Stärken und Entwicklungsfelder auf. Klare Orientierung für die Leistungsentwicklung erhalten Mitarbeitende einmal pro Jahr von ihren Vorgesetzten. 2022 haben wie im Vorjahr über 96% der Mitarbeitenden eine Leistungseinschätzung von ihrer direkten Führungskraft erhalten. Im persönlichen Gespräch werden Entwicklungsperspektiven und -maßnahmen und Nachfolgeplanung gemeinsam besprochen und vereinbart. Ergibt sich aus der jährlichen Gesamteinschätzung ein Anlass für eine weiterführende Kompetenzeinschätzung, kann diese bei Bedarf bezogen auf das jeweilige Kompetenzprofil der Funktion durchgeführt werden. Darüber hinaus bietet ein Tool für spontanes Feedback jederzeit die Möglichkeit, Feedback hierarchieübergreifend anzufragen und zu versenden und auf Wunsch eine visuelle Auszeichnung zu vergeben. MITARBEITENDE ENTWICKELN UND STELLEN BESETZENDas DB-Rollenmodell verbindet aus interner Sicht Anforderungen an unterschiedliche Karrierewege (Führungs-, Experten- und Projektkarrieren), an Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie an die dafür erforderlichen Erfahrungen, Kompetenzen und Haltung. Es bildet u.a. die Grundlage für Besetzungs- und Diagnostikprozesse. Unsere internen Karriereoptionen wurden um einen dritten Karrierepfad erweitert: die DB Fachexpertenkarriere, die internen hochkarätigen Wissensträger:innen mit besonderer Expertise Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Zentrale Elemente unseres Talentmanagements sind der einfache Zugang für Mitarbeitende und Führungskräfte, attraktive Angebote zur Orientierung, Vernetzung und Sichtbarkeit für alle Karrierewege auf Basis von Eigeninitiative und Individualität. Auch die Initiative »Frau Dich!« leistet mit individueller Karriereberatung für Frauen einen Beitrag, Frauen für Führungspositionen zu begeistern und zu motivieren. (WIEDER)EINSTIEG IN DEN JOB2022 haben wir das Produktportfolio des Wiedereinstiegsmanagements weiterentwickelt, um temporär abwesende Mitarbeitende besser unterstützen zu können. Zentrale Elemente sind v. a. die Bereitstellung gebündelter Informationen zur besseren Orientierung, Austausch- und Gesprächsangebote zur Stärkung der eigenen Reflexion sowie Angebote zur persönlichen Weiterentwicklung. Mit der Neuverhandlung der KBV Beruf, Familie und Biografie konnten wir 2022 den betrieblichen Rahmen für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben weiter optimieren. Digitale Lerneinheiten unterstützen v. a. Führungskräfte, aber auch Mitarbeitende in der Anwendung. Als zusätzliche Informationsquelle für die Planung von Familienzeit und Karriere bietet die neue Broschüre »Dein starker Wiedereinstieg« schwangeren Mitarbeiterinnen einen Überblick über anstehende Aufgaben und Fristen, hilfreiche Checklisten sowie DB-Angebote. Mit JobSharing@DB haben wir eine Möglichkeit geschaffen, Führungspositionen auch in Teilzeit besetzen zu können. Zwei Führungskräfte teilen sich dabei die Verantwortung für eine Rolle. WISSENSTRANSFER2022 haben wir das Thema Wissenstransfer aus den 15 Ausbausteinen der Mitarbeitenden übernommen. Neue Arbeitsweisen und -welten erfordern einen anderen Umgang mit Wissen, Fluktuation führt zu Abgang von kritischem Wissen, neue Kolleg:innen benötigen erfolgskritisches Wissen für die Ausübung ihrer Aufgaben, die Zunahme von Digitalisierung erfordert mehr Wissen für mehr Mitarbeitende. Aus diesem Grund stärken wir zum einen anlassbezogen Prozessbeteiligte in der Anwendung von Wissenstransferformaten durch prozessuale Verankerung. Zum anderen fördern wir auch kontinuierlichen Wissenstransfer und unterstützen Führungskräfte und Mitarbeitende dabei, Wissen im eigenen Aufgabenbereich zu identifizieren, zu sichern und zu teilen. BESCHÄFTIGUNGSSICHERUNGZur Vermeidung von Entlassungen im Rahmen von bspw. Restrukturierungen oder Auftragsverlusten bzw. unbefristeter Leistungswandlung einzelner Mitarbeitender gilt im DB-Konzern eine tarifvertraglich verankerte Beschäftigungssicherung. Danach werden betroffene Mitarbeitende zum größten Teil wieder direkt innerhalb des DB-Konzerns vermittelt. Soweit dies nicht gelingt, wechseln die betroffenen Mitarbeitenden unbefristet in die DB JobService GmbH, wo sie im Rahmen einer beruflichen Neuorientierung weiterentwickelt werden, um zu einem späteren Zeitpunkt möglichst wieder auf einen Regelarbeitsplatz vermittelt zu werden. Transformation | ergänzende InformationenDIVERSITYIn Deutschland arbeiten über 221.000 Mitarbeitende aus mehr als 100 Nationen für den DB-Konzern, darunter rund 52.500 Frauen. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen nach Organisationsstruktur, der die vom Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen (FüPoG II) betroffenen Gesellschaften umfasst, lag per 31. Dezember 2022 über alle Ebenen bei 27,0% (per 31. Dezember 2021: 25,4%).
Deutschland (Gesellschaften mit rund 98% der inländischen Mitarbeitenden). Der Anteil der Frauen bei leitenden Angestellten stieg 2022 und belegt unsere Anstrengungen, den Frauenanteil weiter zu erhöhen. Bei den leitenden Angestellten resultierte der Anstieg im Wesentlichen aus der gestiegenen Mitarbeitendenzahl.
Deutschland (Gesellschaften mit rund 98% der inländischen Mitarbeitenden). Der Anteil der Mitarbeitenden über 50 Jahre ist weiterhin hoch (rund 41%).
Deutschland (Gesellschaften mit rund 98% der inländischen Mitarbeitenden). Erfasst werden Mitarbeitende und Auszubildende mit Schwerbehinderung oder Gleichstellung. Die Beschäftigtenquote von schwerbehinderten Mitarbeitenden in Deutschland beträgt 5,4% und liegt damit durchschnittlich oberhalb der gesetzlich geforderten 5%-Quote. Beschäftigungsbedingungen | ergänzende InformationenKOLLEKTIVRECHTLICHE REGELUNGEN
Deutschland (Gesellschaften mit rund 98% der inländischen Mitarbeitenden). Die Arbeitsbedingungen und die Vergütung unserer Mitarbeitenden richten sich weltweit in Ergänzung zu den landesspezifischen gesetzlichen Regelungen überwiegend nach Tarifverträgen, die mit den jeweiligen zuständigen Gewerkschaften vereinbart sind. Grundsätzlich gelten Tarifverträge für die Mitarbeitenden in Deutschland. Die Tätigkeit der Beamt:innen im DB-Konzern beruht auf einer gesetzlichen Zuweisung im Rahmen des Art. 2 §12 ENeuOG. Auf dieser Grundlage werden für die Beamt:innen die tariflichen Bestimmungen innerhalb des DB-Konzerns sinngemäß angewendet, soweit die beamtenrechtlichen Regelungen dem nicht entgegenstehen.
Deutschland (Gesellschaften mit rund 98% der inländischen Mitarbeitenden). Der Anteil der Mitarbeitenden, für die kollektivrechtliche Regelungen gelten, liegt nahezu unverändert auf einem sehr hohen Niveau. SOZIAL- UND NEBENLEISTUNGENDer DB-Konzern bietet allen Mitarbeitenden eine faire, leistungsgerechte und diskriminierungsfreie Vergütung, die regelmäßig überprüft wird. Neben der Vergütung sowie einer arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung und Förderung der Eigenvorsorge bieten wir vielseitige Sozial- und Nebenleistungen. Auch die Sozialpartner (Bahn-Sozialwerk, Bahn-Betriebskrankenkasse, Verband Deutscher Eisenbahner-Sportvereine, DEVK-Versicherungen und Sparda-Banken) bieten Vorteilspakete für DB-Mitarbeitende. In Zusammenarbeit mit der Stiftungsfamilie bieten wir unseren Mitarbeitenden verschiedene Angebote zur Kinderbetreuung und weitreichende Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen an. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
Deutschland (Gesellschaften mit rund 99% der inländischen Mitarbeitenden). Die Anzahl der externen Zeitarbeitnehmenden stieg leicht, liegt aber immer noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau.
Der DB-Konzern bietet verschiedene Teilzeitmodelle an. Dies dient der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Der Anteil der Mitarbeitenden mit unbefristeten Arbeitsverträgen liegt mit rund 94% auf einem sehr hohen Niveau (in Deutschland: rund 96%).
Leitende und außertariflich AngestellteDie variable Vergütung der leitenden Angestellten, tariflichen und außertariflichen Arbeitnehmenden ist an den Starke-Schiene-Zielen ausgerichtet. Die Basis zur Bemessung der variablen Vergütung bildet ein Kennzahlen-Set aus qualitativen und quantitativen Kennzahlen, wie Kundenzufriedenheit, Pünktlichkeit, Mitarbeitendenzufriedenheit, Frauen in Führung, EBIT und - je nach Vertragsstufe - der persönlichen Leistung oder der Reduzierung der CO2e-Emissionen.
Maßnahmen gegen DiskriminierungWir setzen uns für ein Betriebsklima ohne Diskriminierung, Mobbing und sexuelle Belästigung ein. Jeder Vorfall wird konkret und individuell behandelt, um ein korrektes Vorgehen zu gewährleisten und Betroffene vertrauensvoll zu unterstützen. Neben den Regelungen in Konzernbetriebsvereinbarungen (KBV), wie der für Gleichbehandlung und zum Schutz vor Diskriminierung, der KBV Inklusion sowie der Rahmen-KBV zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Biografie, sowie den Richtlinien, wie zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, zum betrieblichen Eingliederungsmanagement oder den Compliance-Richtlinien, steht allen Mitarbeitenden mit der konzerninternen Ombudsstelle kompetente Unterstützung bei der Klärung und Bearbeitung von Konfliktfällen zur Verfügung. Der Fokus richtet sich dabei auf eine unbürokratische und eigenverantwortliche außergerichtliche Konfliktlösung. Die Ombudsstelle koordiniert den konzerninternen Pool von Mediator:innen. Darüber hinaus sind die Themen Vermeidung unbewusster Vorurteile und Umgang mit Diskriminierung im Schulungsangebot der DB Führungskräfte-Akademie verankert. Maßnahmen zur Inklusion und WiedereingliederungDas auf gesetzlicher Grundlage basierende betriebliche Eingliederungsmanagement zur Prävention wird in einer Rahmenrichtlinie durch zwei weitere Verfahren ergänzt. Das betriebliche Eingliederungsmanagement zur Integration und das Verfahren zur befristeten Nichteignung regelt auf tarifvertraglicher Grundlage die Weiterbeschäftigung von dauerhaft oder befristet leistungseingeschränkten Mitarbeitenden. Unsere Grundsätze für eine erfolgreiche Inklusion von Mitarbeitenden mit Behinderung sind in der KBV Inklusion verankert. Darüber hinaus erfassen wir unsere Maßnahmen zur Förderung von Inklusion im Aktionsplan Bahn und setzen damit die Anliegen des Nationalen Aktionsplans sowie der UN-Behindertenrechtskonvention um. ARBEITSSCHUTZ UND GESUNDHEITSMANAGEMENTAls einen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Pandemie haben wir sowohl eigene Impfzentren errichtet als auch Impfangebote beim betriebsärztlichen Dienst aufgebaut. In zehn DB-Impfzentren und 20 weiteren Einrichtungen des betriebsärztlichen Dienstes der ias AG erfolgten bis Ende 2022 insgesamt über 35.000 Impfungen. Nach einer EU-weiten Ausschreibung sind die betriebsärztlichen Leistungen an vier Dienstleister vergeben worden. Im Zuge dieser Neuausrichtung leistet die Digitalisierung der Kapazitäts- und Ressourcensteuerung der betriebsärztlichen Dienstleister einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung eines modernen Arbeitsschutzes und Gesundheitsmanagements. Mit der Einführung einer IT-Plattform, die den betriebsärztlichen Dienst und den Arbeitsschutz, das Unfallmanagement sowie das Gefahrstoffmanagement verzahnt, wurde ein wesentlicher Meilenstein erreicht. Unsere Arbeitsschutzpolitik ist darauf ausgerichtet, die Zahl der Unfallereignisse und die Schwere der Unfälle kontinuierlich zu vermindern. 2022 wurden die geplanten Anpassungen an den Rahmenrichtlinien zum Arbeitsschutz vorgenommen. Die verbindlichen Standards in den Rahmenrichtlinien zum Arbeitsschutz werden über die Konzernrichtlinie Risikominimierung, die im Führungshandbuch hinterlegt ist, festgelegt. In den Rahmenrichtlinien zum Arbeitsschutz werden die wesentlichen Unternehmerpflichten, die gem. §§1 -13 ArbSchG vorgegeben sind, konkretisiert. Bspw. wird in der Rahmenrichtlinie »Arbeitsschutz im DB-Konzern« die Ausgestaltung eines Managementsystems inkl. Einrichtung eines Arbeitsschutzausschusses (ASA) für jede DB-Gesellschaft gefordert. Die Rahmenrichtlinie »Gefährdungsbeurteilung« beschreibt hingegen, dass eine Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung der IT-Anwendung SAP EH&S durchzuführen und zu dokumentieren ist, um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden zu gewährleisten. Die dokumentierte Gefährdungsbeurteilung ist regelmäßig sowie anlassbezogen (z. B. Änderungen von Arbeitsabläufen) zu prüfen. Dabei werden die bisherigen Maßnahmen (z. B. Unterweisung der Mitarbeitenden) nach einem vorgegebenen Verfahren zur Ermittlung und Beurteilung von Gefahren (u. a. einseitige dynamische Arbeit mit Fehlbelastungen, elektrischer Schlag, Stress und Lärmbelastung) festgelegt bzw. aktualisiert. Außerdem wird in einer Rahmenrichtlinie die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge konkretisiert. Neben den Vorgaben zur Pflicht- und Angebotsvorsorge können alle Mitarbeitenden gem. der Rahmenrichtlinie »Arbeitsmedizinische Vorsorge« jederzeit eine Wunschvorsorge anregen, wenn sie eine Wechselwirkung zwischen Arbeit und Gesundheit befürchten. Der Einsatz von Fremdfirmen und Leiharbeitnehmenden (inkl. Unterweisung der externen Personen durch die Fremdfirma, den Ver- oder Entleiher) wird in der Rahmenrichtlinie »Arbeitsschutz beim Einsatz von Fremdfirmen und Leiharbeitnehmenden« behandelt. Die regelmäßige Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel wird in der Rahmenrichtlinie »Arbeiten an oder in der Nähe von elektrischen Anlagen und an Betriebs mitteln« sichergestellt. Zusätzlich wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität des präventiven Arbeitsschutzes für den Systemverbund Bahn i. S. v. Zero Accident in der Arbeitsgruppe Arbeitsschutz weiterentwickelt. U. a. wurde gemeinsam mit dem Projekt Lernen@DB die Lern-Governance erprobt, um ein konzernweites Portfoliomanagement für Qualifizierungen zu den Unternehmerpflichten aufzustellen. Die nachfolgende Bündelung der Schulungsmaßnahmen und die Entwicklung eines Lernangebots für den Systemverbund Bahn verbessert die Qualität, erhöht das Bewusstsein der verantwortlichen Personen mit Unternehmerpflichten und bietet mehr Transparenz in dem Lernökosystem des DB-Konzerns durch eine moderne Lernkultur. Mit der gemeinsamen Arbeitsschutzstrategie Zero Accident wird im Systemverbund Bahn das strategische Ziel »keine Arbeitsunfälle oder arbeitsbedingten Erkrankungen« verfolgt. Höchste Priorität hat dabei die Vermeidung tödlicher und schwerer Arbeitsunfälle sowie von Berufskrankheiten. Wenn trotzdem ein tödlicher oder schwerer Arbeitsunfall eintritt, kooperieren wir eng mit den zuständigen Behörden und tun alles, um vergleichbare Unfallursachen künftig auszuschließen. Wir sind im Zero Accident Forum des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung vertreten. Das Forum ist ein Netzwerk von Unternehmen, um voneinander zu lernen, damit die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle auf null reduziert wird.
Deutschland (Gesellschaften mit rund 98% der inländischen Mitarbeitenden). Eine starke Erkältungs- und Grippewelle sowohl Anfang als auch Ende 2022 sowie die Corona-Pandemie führten auch im DB-Konzern 2022 zu hohen Ausfallzeiten. Zusätzlich führte die Sonderbelastung unserer Mitarbeitenden durch das 9-Euro-Ticket zu einem sehr hohen Krankenstand.
1) Weltweit (Gesellschaften mit rund 98% der
Mitarbeitenden).
Die Einhaltung interner Standards und nationaler Gesetze dient dem Schutz der Mitarbeitenden. Ein wichtiger Beitrag sind eine sichere Arbeitsgestaltung sowie gesunde Mitarbeitende. Das Ziel, die Wahrnehmung der Sicherheit und das Bewusstsein für die eigene Verantwortung zu verbessern, wurde durch digitale Veranstaltungen und eine aktive Kommunikation zum Arbeitsschutz umgesetzt. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Sicherheit zu optimieren. Mit der Unfallhäufigkeit (Lost Time Injury Frequency; LTIF) haben wir eine Steuerungsgröße etabliert, mit dem Ziel, die Unfallhäufigkeit weiter zu reduzieren. Die tödlichen Arbeitsunfälle haben sich 2022 bei der DB Bahnbaugruppe, DB Cargo, DB Fahrwegdienste, DB Regio Bus und DB Services ereignet (im Vorjahr bei: DB Netze Fahrweg und DB Schenker). Tödliche Arbeitsunfälle werden im DB-Konzern in den betroffenen Geschäftsfeldern systematisch untersucht und mögliche prozessuale Verbesserungen sowie weitere Maßnahmen identifiziert und umgesetzt. In die Ermittlung des LTIF werden rund 65 Gesellschaften in Deutschland einbezogen. Bei der genauen Betrachtung des LTIF ergibt sich ein differenziertes Bild, auch im internationalen Vergleich, da alle Tätigkeitsgebiete innerhalb des DB-Konzerns in die Ermittlung einbezogen werden. Im Rahmen der Arbeitsschutzpolitik ist es unser Ziel, den LTIF kontinuierlich und nachhaltig zu senken. Dazu tragen unsere Maßnahmen gem. Zero Accident bei. Wir beziehen die DB-Gesellschaften in der Arbeitsgruppe Arbeitsschutz ein und fördern dadurch eine übergreifende Sicherheitskultur, um die Sicherheit unserer Mitarbeitenden zu gewährleisten. Der LTIF in Deutschland bewegt sich auf Vorjahresniveau. 2023 wollen wir neue digitale Formate vorantreiben (z. B. zur Auswahl und Steuerung des Sortiments für persönliche Schutzausrüstung [PSA]). Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Verantwortung und die Vorbildfunktion von Führungskräften stärker herauszustellen. Daher werden weitere Lernangebote für Führungskräfte innerhalb der Arbeitsschutzstrategie für den Systemverbund Bahn entwickelt. Arbeitsschutzausschüsse im DB-KonzernIn Deutschland ist der Arbeitsschutzausschuss in Betrieben (Produktionsstätte, Niederlassung, Wahlbetrieb) ab einer Betriebsgröße von 20 Mitarbeitenden gesetzlich vorgeschrieben. Im DB-Konzern ist über 75% der Mitarbeitenden in Arbeitsschutzausschüssen vertreten. Mitarbeitendenzahl und -struktur | ergänzende Informationen
1) Werte für 2021 wegen der konzerninternen
Umhängung des Geschäftsbereichs FLS angepasst.
Per 31. Dezember 2022 war die Mitarbeitendenzahl annähernd stabil. NEUEINSTELLUNGEN
Deutschland (Gesellschaften mit rund 98% der inländischen Mitarbeitenden). Nicht enthalten sind Einstellungen und Übernahmen von Auszubildenden und Studierenden im dualen Studium. Die Zahl der Neueinstellungen in Deutschland ist deutlich gestiegen. MITARBEITENDENFLUKTUATION
Deutschland (Gesellschaften mit rund 98% der inländischen Mitarbeitenden). Betrachtet wird die nicht restrukturierungsbedingte Fluktuation der unbefristeten Mitarbeitenden. In der rentenbedingten Fluktuation sind auch die Altersteilzeitfälle enthalten.
Deutschland (Gesellschaften mit rund 98% der inländischen Mitarbeitenden). Betrachtet wird die nicht restrukturierungsbedingte Fluktuation der unbefristeten Stammbelegschaft. In der rentenbedingten Fluktuation sind auch die Altersteilzeitfälle enthalten. Der Anstieg der Fluktuation ist im Wesentlichen im Bereich der arbeitnehmerinitiierten Fluktuation begründet. Hier zeigen sich die gestiegene Flexibilität am Arbeitsmarkt und der Fachkräftemangel. GESCHÄFTSVERLAUFKennzahlenübersichtÖKONOMIE
ÜBERBLICK
1) Werte 2021 wegen der konzerninternen
Umhängung des Geschäftsbereichs FLS angepasst.
UmfeldbedingungenNACHFRAGE NACH MOBILITÄTDie Auswirkungen der Corona-Pandemie haben 2022 deutlich nachgelassen, was sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung ausgewirkt hat. Gleichzeitig kam es durch den Ausbruch des Ukraine-Kriegs zu spürbaren Belastungen. In der Folge haben sich die Umfeldbedingungen unterschiedlich entwickelt. Die Mobilitätsnachfrage stieg deutlich, lag aber noch unter dem Vor-Corona-Niveau. Im Güterverkehr wurde der zu Jahresbeginn noch starke Nachfrageanstieg ab März 2022 deutlich gedämpft. Mit Ausbruch des Ukraine-Kriegs hat sich das Wachstum bei Industrieproduktion und Handel abgeschwächt, mit spürbar negativen Auswirkungen. WELTWIRTSCHAFT
Die preis- und kalenderbereinigten Daten für die Jahre 2020 bis 2022 entsprechen den per Februar 2023 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. Quelle: Oxford Economics Die Weltwirtschaft verzeichnete 2022 trotz zahlreicher negativer Einflussfaktoren ein leichtes Wachstum. Gestützt wurde dieses insbesondere durch Aufholeffekte. Dennoch fiel das globale Wachstum bei Handel und Wirtschaftsleistung deutlich schwächer aus als erwartet, da sich die Kombination aus Ukraine-Krieg, stark gestiegenen Preisen und regionalen Lockdowns in China mit Einschränkungen bei globalen Wertschöpfungsketten negativ auf die weltweite Entwicklung auswirkte. Am stärksten betroffen sind neben Russland und der Ukraine insbesondere die Industrieländer. Bei den Entwicklungsländern ist der Einbruch aufgrund des geringeren Anteils an industrieller Fertigung nicht so deutlich. V. a. der industrielle Sektor war stark durch die Auswirkungen der hohen Energie- und Einkaufspreise sowie gestörte Lieferketten betroffen, in der Folge entwickelte sich die Industrieproduktion in der zweiten Jahreshälfte deutlich schwächer. Aufgrund der hohen Inflation haben die Zentralbanken bereits mit deutlichen Zinserhöhungen reagiert. Stützend wirkte der Dienstleistungssektor, insbesondere in Form des anziehenden Tourismus, der wieder deutlich zulegte und sich spürbar stabilisiert hat. ENERGIEMÄRKTEDie zentrale Sicherungspolitik des DB-Konzerns zielt darauf, Folgen von Energiepreisschwankungen zu reduzieren. Im operativen Geschäft des DB-Konzerns wirkten unsere Sicherungsaktivitäten 2022 spürbar dämpfend. Brentöl
Die Daten entsprechen den per Januar 2023 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. Quelle: Thomson Reuters Das erste Halbjahr 2022 war durch starke Preisaufschläge infolge des Ukraine-Krieges geprägt. Ab Mitte 2022 dämpften Rezessionssorgen, Zinsanhebungen und coronabedingte Einschränkungen (v. a. in China) den Ölpreis wieder deutlich. Insgesamt hat der Ölpreis 2022 auf Dollarbasis um 40% angezogen. Diese Entwicklung wurde für den Euro-Raum durch einen schwachen Euro zusätzlich verstärkt. Die Kraftstoffpreise in Deutschland (+27%) wurden 2022 neben dem Ölpreisanstieg auch durch die Erhöhung der CO2-Steuer getrieben. Steigende Kraftstoffpreise stärken die Wettbewerbssituation der Eisenbahnen. Der motorisierte Individualverkehr profitierte jedoch 2022 weiterhin von einer Präferenz für Individualverkehre sowie dem Tankrabatt von Juni bis August. Strom und Emissionszertifikate
Die Daten entsprechen den per Januar 2023 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. Quelle: Thomson Reuters Die Notierungen am Terminmarkt für Strom legten 2022 sehr stark zu. Treiber waren neben den Preisen für Emissionsberechtigungen (European Allowances im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems) v. a. der starke Preisanstieg für Erdgas sowie Ausfälle französischer Atomkraftwerke. Ertragslage
VERGLEICHBARKEIT ZUM VORJAHRDie Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des DB-Konzerns wurde 2022 wesentlich durch die Lockerungen von Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beeinflusst. Der Wegfall von Corona-Beschränkungen führte zu einer Fortsetzung des Erholungstrends im Personenverkehr. Veränderungen im Konsolidierungskreis haben die Aufwands- und Ertragsentwicklung 2022 nicht wesentlich beeinflusst. UMSATZ
1) Werte für 2021 wegen der konzerninternen
Umhängung des Geschäftsbereichs FLS angepasst.
Der Umsatzanstieg wurde breit über alle Geschäftsfelder getragen. Ganz wesentlich wirkte die Frachtratenentwicklung bei DB Schenker. Auch die Geschäftsfelder im Systemverbund Bahn verzeichneten höhere Umsätze, die insgesamt auch das Vor-Corona-Niveau deutlich überstiegen. Treiber waren v. a. die Nachfrageerholung bei DB Fernverkehr, höhere Bestellerentgelte und Neuverkehre bei DB Regio, marktbedingte Preiseffekte bei DB Netze Energie sowie Zuwächse bei DB Cargo. Bei DB Arriva stieg der Umsatz im Wesentlichen infolge von Corona-Erholungseffekten. Der Verkauf der Aktivitäten in Schweden und Portugal hatte einen dämpfenden Effekt.
Umsatzstruktur
1) Werte für 2021 wegen der konzerninternen
Umhängung des Geschäftsbereichs FLS angepasst.
Infolge der Erholung insbesondere im Schienenpersonenverkehr hat sich die Umsatzstruktur wieder etwas zugunsten des Systemverbunds Bahn verschoben. Der Anteil von DB Schenker macht weiterhin knapp die Hälfte des Konzernumsatzes aus und liegt damit deutlich über dem Vor-Corona-Niveau. AUSSENUMSATZ BEREINIGT NACH REGIONEN / in %
Die regionale Umsatzentwicklung war übergreifend positiv:
ERGEBNISENTWICKLUNGDie wirtschaftliche Entwicklung war geprägt durch die Erholung im Personenverkehr und die starke Entwicklung unserer Transport- und Logistikaktivitäten. Die operativen Ergebnisgrößen entwickelten sich wieder spürbar besser. Im Personen- und Schienengüterverkehr blieb die Situation aber angespannt:
Weitere Informationen im Abschnitt Entwicklung der Geschäftsfelder. Überleitung auf die bereinigte Ergebnisrechnung
Entwicklung im BerichtsjahrDie Ertragsentwicklung war insgesamt sehr positiv:
Auch der Aufwand erhöhte sich v. a. infolge der Geschäftsentwicklung bei DB Schenker sowie gestiegener Energiekosten und höherer Personalaufwendungen im Systemverbund Bahn deutlich, aber im Verhältnis zu den Erträgen insgesamt unterproportional:
Das bereinigte EBIT und das bereinigte EBITDA verbesserten sich entsprechend spürbar. Das bereinigte EBIT war wieder positiv.
Auch das operative Ergebnis nach Zinsen verbesserte sich spürbar und war wieder positiv.
Auch das Ergebnis vor Ertragsteuern war wieder positiv. Die Entwicklung der Ertragsteuerposition belastete die Entwicklung jedoch sehr deutlich:
Das Jahresergebnis (Ergebnis nach Ertragsteuern) erholte sich spürbar, blieb aber negativ. ABWEICHUNGEN ZUR PROGNOSE
↗ oberhalb des Vorjahreswerts → auf Vorjahresniveau ↘ unterhalb des Vorjahreswerts Die Entwicklung der Ertragslage verlief insgesamt etwas besser als im Integrierten Zwischenbericht Januar - Juni 2022 prognostiziert. U. a. infolge der Entwicklung des Marktumfelds war insbesondere die Geschäftsentwicklung von DB Schenker noch besser als erwartet. Umsatz und operatives Ergebnis stiegen in der Folge etwas stärker als angenommen. Finanzlage
ZINSUMFELD
Quelle: Thomson Reuters Mit kräftig gestiegenen Inflationsraten haben die führenden Notenbanken der Welt 2022 ihre Zinspolitik deutlich verschärft. So hat die Europäische Zentralbank den Hauptrefinanzierungssatz von 0,0% auf 2,5% erhöht. Zudem begannen die Notenbanken damit, die diversen Anleihekaufprogramme auslaufen zu lassen, was bei Anleiheemissionen zu einem Nachfragerückgang führte. In der Folge sowie aufgrund von Inflationserwartungen zogen die Kapitalmarktrenditen kräftig an. Infolge von deutlich stärkeren Bewegungen im kurzfristigen Bereich lagen die Renditen für kurz- und mittelfristige über denen für langfristige Euro-Anleihen. FINANZMANAGEMENTSYSTEM
Die finanzwirtschaftliche Steuerung des DB-Konzerns zielt neben einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts auch auf die Einhaltung einer für die Wahrung einer sehr guten Bonitätseinstufung angemessenen Kapitalstruktur. Das Treasury-Zentrum für den DB-Konzern ist in der DB AG angesiedelt. Vor der externen Beschaffung von Finanzmitteln nehmen wir einen Finanzmittelausgleich innerhalb des DB-Konzerns vor. Bei Aufnahmen konzernexterner Finanzmittel beschafft die DB AG kurzfristige Gelder im eigenen Namen und langfristiges Kapital grundsätzlich über die Konzernfinanzierungsgesellschaft Deutsche Bahn Finance GmbH (DB Finance). Die Finanzmittel werden den Konzerngesellschaften durch kurzfristige Kreditlinien, die im Rahmen des Cashpoolings auf internen Kontokorrentkonten und/oder durch feste kurzfristige Kreditausreichungen in Anspruch genommen werden können, oder in Form von langfristigen Darlehen zu risikoadjustierten Konditionen weitergereicht. Vorteile dieses Konzepts liegen in der Bündelung von Know-how, der Realisierung von Synergieeffekten sowie in der Minimierung der Refinanzierungskosten. AnleiheemissionenFür die langfristige Fremdfinanzierung stehen dem DB-Konzern ein European-Debt-Issuance-Programm (EDIP) und ein Australian-Debt-Issuance-Programm (Kangaroo-Programm) zur Verfügung. Unter dem EDIP wurden 2022 neun Senioranleihen (Gesamtvolumen: 3,1 Mrd.€) emittiert und vier Senioranleihen (Gesamtvolumen: 1,6 Mrd.€) getilgt. Die Mittelaufnahme diente der Refinanzierung von fällig werdenden Verbindlichkeiten und der fortlaufenden allgemeinen Konzernfinanzierung. Alle Erlöse von nicht in Euro begebenen Anleihen wurden in Euro geswappt. Die Nachfrage nach unseren Anleihen kam 2022 v.a. von institutionellen Investoren aus Europa und Asien.
Weitere Finanzierungsinstrumente
FahrzeugfinanzierungenFür die Finanzierung von Fahrzeugen im Schienenpersonennahverkehr werden grundsätzlich auch Sale-and-Leaseback-Verträge abgeschlossen. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 gingen drei Verkehrsverträge in Betrieb (insgesamt 36 E-Triebfahrzeuge und fünf Dieseltriebfahrzeuge) denen ein Sale- and-Leaseback-Vertrag zugrunde liegt. KREDITRATING-EINSTUFUNGEN
Die Kreditwürdigkeit des DB-Konzerns wird von den Rating-Agenturen S&P Global Ratings (S&P) und Moody's laufend überprüft und beurteilt. Kreditratings stellen ein unabhängiges und aktuelles Urteil über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens dar. Aufgrund der Eigentümerstruktur der DB AG berücksichtigen die Ansätze der Rating-Agenturen neben der quantitativen und qualitativen Analyse des DB-Konzerns auch eine Bewertung der Beziehung zu unserem Eigentümer (Bund) und der potenziellen Unterstützungsmöglichkeiten des Bundes für die DBAG. Damit sind die Rating-Einstufungen des Bundes auch für die Rating-Einstufungen der DBAG von Bedeutung. S&P hat 2022 die Rating-Einstufungen der DBAG bestätigt und den Ausblick u.a. infolge der Nachfrageerholung und der anhaltend starken Unterstützung durch den Bund wieder von »negativ« auf »stabil« angehoben. Auch Moody's hat 2022 die Rating-Einstufungen der DBAG bestätigt und den Ausblick u.a. infolge der Erwartung, dass sich die Erholung von den Folgen der Corona-Pandemie fortsetzen wird, wieder von »negativ« auf »stabil« angehoben. Weitere Informationen zum Thema Rating und die vollständigen Analysen der Rating-Agenturen zur DBAG sind auf unserer Investor-Relations-Internetseite verfügbar. Ökonomische Steuerungskennzahlen
2022 wurden die ROCE-Zielwerte für den DB-Konzern und den Systemverbund Bahn angepasst:
Wirtschaftlichkeit ist für den DB-Konzern eine wesentliche Voraussetzung für die Finanzierung von Investitionen in das Kerngeschäft, die Weiterentwicklung der Geschäfte und die Nutzung von zukünftigen Wachstumschancen. Im Rahmen unseres Wertmanagements wollen wir den Unternehmenswert langfristig so steuern, dass die Investitionen in das Kerngeschäft finanziert werden können. Die finanzwirtschaftliche Führung und Steuerung des DB-Konzerns - und somit die Erfolgskontrolle unserer wirtschaftlichen Zielsetzungen - erfolgt über ein kennzahlenbasiertes Wertmanagementsystem. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind ein wesentlicher Faktor für die strategische Ausrichtung, Investitionsentscheidungen und die Mitarbeitenden- und Managementvergütung.
ROCE
Der ROCE stieg infolge der Verbesserung des bereinigten EBIT spürbar. Der Zuwachs des Capital Employed resultierte im Wesentlichen aus dem Anstieg des Sachanlagevermögens.
1) Wert jeweils vom Jahresbeginn.
2022 ist die negative Differenz zwischen ROCE und Kapitalkosten weiter zurückgegangen. Die Unterdeckung geht im Wesentlichen auf die anhaltend angespannte, wenn auch deutlich verbesserte Ergebnissituation im Systemverbund Bahn zurück. CAPITAL EMPLOYED
Das Capital Employed. stellt das aus der Bilanz abgeleitete betriebsnotwendige kapitalkostenpflichtige Vermögen dar. Der Zuwachs des Capital Employed resultierte im Wesentlichen aus einem investitionsbedingten Anstieg des Sachanlagevermögens im Systemverbund Bahn. Höhere Forderungen und sonstige Vermögenswerte wurden durch den Anstieg der übrigen und sonstigen Verbindlichkeiten kompensiert. KAPITALKOSTENUm den Änderungen von Marktparametern Rechnung zu tragen, werden die Kapitalkosten jährlich aktualisiert. Dabei berücksichtigen wir die langfristige Ausrichtung des Steuerungskonzepts und glätten kurzfristige Schwankungen. 2022 gingen die Kapitalkosten vor und nach Steuern für den DB-Konzern getrieben durch die Infrastruktur leicht zurück. Die Kapitalkosten des DB-Konzerns ermitteln wir als einen gewichteten Zinssatz der Finanzierungsformen Eigenkapital, Hybridkapital, Netto-Finanzschulden und Pensionsverpflichtungen. Die Feststellung erfolgt einmal jährlich und reflektiert die aktuellen Kapitalmarktparameter, die geltenden steuerlichen Rahmenbedingungen und den Wertanteil der zur Finanzierung des Capital Employed eingesetzten Finanzierungsformen. Bei der Bestimmung der unternehmensunabhängigen Kapitalmarktparameter Marktrisikoprämie und risikoloser Zins werden der langfristigen Ausrichtung unseres Wertsteuerungskonzepts folgend kurzfristige Schwankungen der Renditen an Eigen- und Fremdkapitalmärkten geglättet. Die Parameterbestimmung erfolgt auf Basis des Renditetrends langjähriger Bundesanleihen sowie der langjährigen Durchschnittsverzinsung des deutschen Aktienindex DAX. Zudem erfolgt eine Validierung der verwendeten Parameter über aktuelle Empfehlungen anerkannter Bewertungsexperten. Die unternehmensabhängigen Kapitalmarktparameter Beta und Credit Spread messen das Risiko unserer Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung im Vergleich zu alternativen Anlageformen. Das Beta spiegelt das Risiko des Eigenkapitals relativ zum Risiko der Aktienmärkte wider. Bei der Ermittlung wird dabei auf internationale Vergleichsunternehmen auf Ebene der Geschäftsfelder zurückgegriffen. Der Credit Spread entspricht den Emissionskosten des DB-Konzerns relativ zu Bundesanleihen (Laufzeit zwölf Jahre). Für den Transport- und Logistikbereich erfolgt die Festlegung des Credit Spreads marktgerecht unter Rückgriff auf Kapitalmarktdaten von Unternehmen mit vergleichbarem Bonitätsprofil. ABLEITUNG KAPITALKOSTEN
Die Steuerfaktoren sind auf Basis eines Steuersatzes von 30,5% errechnet. Der Steuerfaktor für Netto-Finanzschulden reflektiert die anfallende Gewerbesteuer auf hinzuzurechnende Dauerschuldzinsen. Die hiernach verbleibenden Steuern werden vollständig den Eigenkapitalkosten zugeordnet. Die Gewichtung der Finanzierungsformen erfolgt marktwertorientiert. Netto-Finanzschulden und Pensionsverpflichtungen gehen zum Buchwert in die Ermittlung ein. Die Ermittlung des Eigenkapitalgewichts folgt anerkannten Methoden zur Unternehmensbewertung. Die Gewichtung der Finanzierungsformen ist einheitlich, da der aus der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Fremdkapitalzinsen resultierende Tax Shield i. d. R. der steuerlichen Organschaft des DB-Konzerns entspringt. TILGUNGSDECKUNG
Die Tilgungsdeckung ist per 31. Dezember 2022 v. a. ergebnisbedingt deutlich gestiegen:
Vermögenslage
KAPITALFLUSSRECHNUNG
NETTO-FINANZSCHULDEN
Die Netto-Finanzschulden sind per 31. Dezember 2022 im Vergleich zum Vorjahresende leicht gesunken. Positiv wirkten die deutlich verbesserte Ergebnissituation und der Mittelzufluss aus Kapitalmaßnahmen des Bundes (Klimaschutzpaket und Corona-Ausgleichszahlungen). Gegenläufig wirkte v. a. ein hoher Mittelbedarf für Investitionen. Der Anstieg der Finanzschulden wurde durch höhere flüssige Mittel (inkl. liquiditätsnaher Geldanlagen) mehr als kompensiert.
Die Fristigkeitsstruktur der Finanzschulden war nahezu unverändert. Die Zusammensetzung der Finanzschulden hat sich etwas in Richtung der Senioranleihen verschoben. Der Anteil der Bankschulden nahm tilgungsbedingt ab. INVESTITIONEN
1) Werte 2021 wegen der konzerninternen
Umhängung des Geschäftsbereichs FLS angepasst.
Die Brutto-Investitionen lagen auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Im Systemverbund Bahn wurden höhere Investitionen v. a. in die Fahrzeugflotte durch etwas geringere Infrastrukturinvestitionen mehr als kompensiert. Der Anstieg der Investitionstätigkeit bei DB Schenker (v. a. Leasingaktivitäten in Europa und Asien) wirkte unterstützend. Die Investitionszuschüsse, die nahezu ausschließlich dem Systemverbund Bahn zuzurechnen sind, gingen auf hohem Niveau infolge geringerer Investitionen in den Neu- und Ausbau des Schienennetzes (im Wesentlichen infolge der Fertigstellung der Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm) zurück. Sie machten unverändert rund 56% (im Vorjahr: rund 59%) der Brutto-Investitionen aus. Die Netto-Investitionen stiegen an. Im Systemverbund Bahn wirkte v. a. der Anstieg von Investitionen in Fahrzeuge bei DB Fernverkehr und DB Regio sowie in den Neubau und den Erhalt von Stationen bei DB Netze Personenbahnhöfe.
Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit liegt unverändert im Systemverbund Bahn für Maßnahmen zur Verbesserung von Leistungsfähigkeit und Effizienz im Bereich der Schieneninfrastruktur sowie zum Ausbau unserer Fahrzeugflotte. Regionale Investitionsschwerpunkte
In der regionalen Verteilung der Brutto-Investitionen lag der Schwerpunkt unverändert in Deutschland. Sie lagen auf dem Niveau des Vorjahres. Die Netto-Investitionen stiegen hingegen deutlich infolge höherer Fahrzeuginvestitionen. INFRASTRUKTURZUSCHÜSSE UND -INVESTITIONEN IN MRD.€
Einzelwerte sind gerundet und addieren sich deshalb ggf. nicht auf.
1) Förderinitiative zur
Attraktivitätssteigerung und Barrierefreiheit von
Bahnhöfen.
In Europa (ohne Deutschland) sind die Investitionen gesunken. Hier wirkten im Wesentlichen niedrigere Investitionen bei DB Cargo infolge von lieferbedingten Verzögerungen bei der Beschaffung von Güterwagen. Die Entwicklungen der Investitionen in den Regionen Asien/Pazifik, Nordamerika und übrige Welt wurde durch die regionalen Entwicklungen bei DB Schenker getrieben.
InvestitionszuschüsseDie wichtigsten Finanzierungsquellen für Investitionen in die Infrastruktur sind Zuschüsse im Wesentlichen vom Bund sowie von Ländern und Gemeinden. Von den Investitionszuschüssen, die der DB-Konzern 2022 erhielt, entfiel der überwiegende Teil auf die Infrastruktur.
Neben den Investitionszuschüssen erhält der DB-Konzern in deutlich geringerem Umfang auch ertragswirksame Zuschüsse, die ebenfalls im Wesentlichen auf die Infrastruktur entfallen. In der Bilanz werden Investitionszuschüsse direkt von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der bezuschussten Vermögenswerte abgesetzt. Alle Zuschüsse werden in einer Weise erfasst, die eine umfassende Prüfung ihrer zweckgerechten und rechtskonformen Verwendung durch die zuständigen Behörden ermöglicht. Eine Beschreibung der verschiedenen Zuschussformen ist online verfügbar. BILANZ
2022 gab es keine wesentlichen Änderungen in den International-Financial-Reporting-Standards-(IFRS-)Vorschriften oder den Konsolidierungs- und Rechnungslegungsgrundsätzen des DB-Konzerns, aus denen sich Veränderungen für den Konzern-Abschluss ergeben haben. Seit 2022 werden Schuldanerkenntnisse zur Erfüllung bestehender Bestellobligos (insbesondere für Fahrzeugbeschaffungen bei DB Regio und DB Fernverkehr), denen Ansprüche in gleicher Höhe gegenüberstehen, bilanziert (Bilanzierung von Schuldanerkenntnissen). Die Bilanzsumme stieg deutlich:
Die Aktivseite blieb strukturell annähernd unverändert, es ergab sich eine ganz leichte Verschiebung zugunsten der kurzfristigen Vermögenswerte. Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital infolge der Eigenkapitalmaßnahmen des Bundes im Zusammenhang mit dem Klimaschutzprogramm (+1.125 Mio. €) sowie zum partiellen Ausgleich von Corona-Schäden (+860 Mio. €) deutlich an. Die Zunahme der in den Rücklagen erfassten Änderungen im Zusammenhang mit der Neubewertung von Pensionen (+2.061 Mio.€) sowie höhere in den Rücklagen erfasste Änderungen im Zusammenhang mit der Marktbewertung von Cashflow-Hedges (+275 Mio. €) wirkten ebenfalls eigenkapitalerhöhend. Das negative Jahresergebnis (-274 Mio. €) wirkte gegenläufig. Der im Vergleich zur Bilanzsumme deutlichere Anstieg des Eigenkapitals führte zu einer erheblichen Verbesserung der Eigenkapitalquote.
In der Struktur der Passivseite hat sich durch den Anstieg des Eigenkapitals eine Verschiebung v. a. zulasten des Anteils des langfristigen Fremdkapitals ergeben. AUSSERBILANZIELLE FINANZIERUNGSINSTRUMENTE UND NICHT BILANZIERTES VERMÖGENNeben dem in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt der DB-Konzern auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente und nicht bilanzierte Vermögenswerte.
Weitere Informationen im Abschnitt Grundlagen und Methoden. ABWEICHUNGEN VON DER PROGNOSE
Die Entwicklung der Netto-Investitionen und der Fälligkeiten verlief im Rahmen unserer Erwartungen. Die Brutto-Investitionen (verzögerungsbedingt) und die Anleiheemissionen lagen etwas unterhalb unserer Erwartungen. Auch die Verschuldung entwickelte sich in der Folge besser als prognostiziert. Beschaffung
EINKAUFSVOLUMENDas Einkaufsvolumen entspricht den Prognosen und der Bedarfsvorschau der Geschäftsfelder sowie den vertraglichen Verpflichtungen, die der DB-Konzern mit Lieferanten eingegangen ist. Bei späterer Realisierung werden diese zu Investitionen oder Aufwand (im Wesentlichen Materialaufwand und sonstiger betrieblicher Aufwand). Das Gesamteinkaufsvolumen betrug 2022 (ohne DB Arriva) 46,7 Mrd. € (im Vorjahr: 40,7 Mrd. €):
Der Anteil des lokalen Einkaufsvolumens in Deutschland lag 2022 bei 21,5 Mrd. € (im Vorjahr: 18,3 Mrd. €).
Das Einkaufsvolumen ist die Summe aller Nettobestellwerte - aus Einzelbestellungen und Abrufen aus Rahmenverträgen -, die abgeschlossen wurden.
1) Ohne DB Schenker, ohne DB Arriva.
WESENTLICHE THEMEN 2022
DIGITALISIERUNG UND INNOVATION IN DER BESCHAFFUNGDie Weiterentwicklung der Beschaffung ist eng mit der Digitalisierung und (Teil-)Automatisierung von Prozessen basierend auf einer modernen, vernetzten IT-Landschaft verbunden. Das Ziel sind durchgehend geführte, intuitive und digitalisierte End-to-End-Prozesse mit einer starken Nutzer:innenorientierung. Die Nutzer:innengruppen sind Bedarfsträger:innen aus allen Konzernunternehmen, Lieferanten der Beschaffung und strategisch sowie operativ Einkaufende. NACHHALTIGKEIT IN DER LIEFERKETTEDen größtmöglichen Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung erzielen wir dank starker Partnerschaften in transparenten Lieferketten. Unsere Lieferanten übernehmen mit ihren Nachhaltigkeitsleistungen und ihrer Innovationskraft eine aktive Rolle für den gemeinsamen Geschäftserfolg. Wir haben unsere soziale und ökologische Verantwortung in zahlreichen Warengruppenstrategien weiterentwickelt und in Vergaben als Eignungs-, Leistungs-, Wertungs- oder Durchführungskriterium verankert. Als Ausgangspunkt für eine nachhaltige Gestaltung der Lieferketten und die konkreten Beschaffungsentscheidungen dienen unser DB-Verhaltenskodex für Geschäftspartner (auch Code of Conduct; CoC) sowie die Beschaffungspolitik. Der CoC wird während der Registrierung von Lieferanten vereinbart. Damit erklären Lieferanten u. a. auch, dass sie die Menschenrechte einschließlich der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) respektieren. Auf dieser Grundlage sowie anhand der gesetzlichen Anforderungen aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) überprüfen wir die Einhaltung der Anforderungen bei unseren strategischen Partnern mit Vor-Ort-Audits, sofern die Branche, das Land des Geschäftssitzes oder die Lieferketten einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Darüber hinaus erweitern wir unser Risikomanagement um die gesetzlichen Anforderungen aus dem LkSG und adaptieren das bestehende Beschwerdeverfahren. Im Oktober 2022 wurde der DB-Konzern mit dem Sustainability Award in der Kategorie »Einkauf« des Berlin Institute Supply Chain Management und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) für ein »herausragendes Nachhaltigkeitskonzept und die Implementierung von Nachhaltigkeitslösungen in die Operations-Strategie« ausgezeichnet. Wir legen großen Wert auf umfassende Nachhaltigkeitsbewertungen unserer Lieferanten hinsichtlich des Managementsystems, ihrer Aktivitäten und Ergebnisse. Wir betrachten die Dimensionen Umwelt, Arbeitsschutz, Menschenrechte, Geschäftspraktiken und Lieferkette. Jede Dimension unterliegt Mindestanforderungen. Darüber hinaus hat der DB-Konzern in 2022 einen Vier-Stufen-Plan verabschiedet, der in Vergabeprozessen unsere Auftragnehmer schrittweise dazu verpflichtet, Nachhaltigkeitsratings vorzulegen und darin definierte Mindestscores zu erreichen:
Mehr als 700 Lieferanten, die 61% (im Vorjahr: 62%) unseres Einkaufsvolumens ausmachen, haben uns bereits Bewertungen vorgelegt. Der überwiegende Teil der erneut bewerteten Lieferanten hat sich in seiner Nachhaltigkeitsleistung verbessert. So reduzieren wir gemeinsam Risiken und steigern die Resilienz in der Versorgung des DB-Konzerns mit Gütern und Dienstleistungen. Unsere Lieferanten profitieren in vielen Warengruppen von einer vereinfachten Qualifizierung, wenn sie eine aktuelle Nachhaltigkeitsbewertung vorlegen (wie z. B. Ecovadis oder vergleichbare). In einem kontinuierlichen Dialog mit den Industrieverbänden und der Initiative Railsponsible setzen wir die Entwicklung von nachhaltigen Leistungs- und Entscheidungskriterien fort. Alle 15 Mitglieder von Railsponsible leisten mit mehr als 3.000 Lieferantenbewertungen einen wichtigen Beitrag zu transparenteren Lieferketten. Strategisch bilden der Klimaschutz und die Absicherung sozialer Mindeststandards die Schwerpunkte rund um verantwortungsvolles Beschaffungsmanagement bei Railsponsible. NATIONALE UND INTERNATIONALE AKTIVITÄTENDer Fokus unserer Beschaffungsaktivitäten liegt unverändert in Europa. Aus wettbewerblichen Gründen und zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit arbeiten wir auch mit Lieferanten außerhalb der EU zusammen. Dort liegt der Schwerpunkt in Asien. Unser International Procurement Office Asia (IPO) in China hat seit seiner Eröffnung über 760 Lieferanten für uns identifiziert und deren Entwicklung sowie Beteiligung an Vergaben entsprechend den geltenden Prozessen begleitet. Darüber hinaus identifiziert das IPO im asiatischen Markt Innovationen für den DB-Konzern, etwa in den Bereichen der Digitalisierung und Elektromobilität. 2022 haben wir bspw. den ersten asiatischen Hersteller für Brennstoffzellenbusse qualifiziert. Insbesondere im Projektgeschäft des Bereichs Fahrzeugersatzteile arbeiten wir regelmäßig partnerschaftlich mit etablierten Lieferanten in China zusammen. DB-Qualitätsmitarbeitende überwachen laufend die Produktion vor Ort. Die zuverlässige Versorgung mit Produkten durch unsere internationalen Lieferanten hat trotz der schwierigen logistischen Bedingungen einen wertvollen Beitrag zum stabilen Betrieb unserer Flotte geleistet. ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTSFELDERGeschäftsfelder im Systemverbund BahnENTWICKLUNGEN AUF DEN RELEVANTEN MÄRKTENDeutscher PersonenverkehrsmarktIm Personenverkehr ist es unser Ziel, unsere starke Marktstellung in Deutschland im Schienen- und im Busverkehrsmarkt langfristig zu erhalten und in Europa ausgewählte Marktchancen zu nutzen.
Die Daten für 2021 und 2022 entsprechen den per Februar 2023 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. Der deutsche Personenverkehr war auch 2022 noch von den Auswirkungen eines veränderten Mobilitätsverhaltens infolge der Corona-Pandemie geprägt. In den drei von der Corona-Pandemie betroffenen Jahren bevorzugten Menschen tendenziell Individualverkehre. Die Verkehrsnachfrage lag insbesondere im ersten Jahresdrittel 2022 unter dem Vor-Corona-Niveau. Im weiteren Jahresverlauf 2022 zog die Verkehrsnachfrage deutlich an. Zusätzlich förderten Maßnahmen wie das 9-Euro-Ticket und der bundesweite Tankrabatt den Personenverkehr in den Sommermonaten. Insgesamt verzeichnet der deutsche Personenverkehrsmarkt 2022 ein spürbares Wachstum. Ausmaß und Dynamik der Entwicklung fielen in den einzelnen Marktsegmenten unterschiedlich aus: - Der motorisierte Individualverkehr (MIV) setzte 2022 seinen Erholungskurs fort. Während 2020 die Verkehrsleistung des MIV gegenüber 2019 um etwa 13% sank, stieg sie 2021 um rund 0,7% und 2022 um rund 3,1% an. Im Jahresverlauf 2022 profitierte der motorisierte Individualverkehr weiterhin von infektionsschutzbedingten Präferenzen für Individualverkehre. Zudem wirkte der von der Bundesregierung beschlossene temporäre Tankrabatt positiv.
Deutscher Güterverkehrsmarkt
Die Daten entsprechen den per Februar 2023 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. Verkehrsleistung Schienengüterverkehr gem. Destatis-Definition als Verkehre mit Hauptfrachtführerschaft. Nach einem von Basiseffekten geprägten starken Auftakt 2022 ebbte das Nachfragewachstum diskontinuierlich ab. Den Beginn des negativen Trends markierte der Ausbruch des Ukraine-Kriegs, wobei die Belastung des Marktumfelds in der Kombination unterschiedlicher Störfaktoren begründet ist. Massive Energie- und Kraftstoffkostensteigerungen beeinträchtigten die Kostenseite von Transporteuren. Energieintensive Branchen passten Produktionsvolumina an, da die gestiegenen Faktorkosten am Markt nicht weitergegeben werden konnten, was zu deutlichen Rückgängen der Transportmengen führte. Starke Zuwächse hingegen zeigten die fossilen Energieträgertransporte infolge des verstärkten Einsatzes in der Stromerzeugung. Die schon in der Corona-Pandemie bestehenden Lieferkettenprobleme sowie daraus resultierende Materialknappheiten v. a. in der Automobil- und Baubranche hielten im ersten Halbjahr 2022 zwar noch an, schwächten sich im Jahresverlauf jedoch deutlich ab. Neben weltpolitischen und konjunkturbedingten Herausforderungen blieb der Personalmangel in der Transportbranche akut. Die Güterverkehrsleistung in Deutschland war schwächer als erwartet und bewegte sich auf Vorjahresniveau. SCHIENENGÜTERVERKEHRNach einem von Aufholeffekten geprägten starken Vorjahr startete die Transportleistung des Schienengüterverkehrs ebenso kräftig in das Jahr 2022, verzeichnete jedoch ab März eine deutliche Eintrübung der Nachfrage. Schwach zeigten sich die v. a. von der Energiekrise betroffenen Chemie- und Papiertransporte, aber auch die Stahlindustrie verzeichnete deutliche Rückgänge. Die erwartete starke Erholung der in den Corona-Jahren um die Hälfte eingebrochenen Automobiltransporte fiel aufgrund des sich erst ab dem zweiten Halbjahr 2022 auflösenden Halbleitermangels schwächer aus. Einen deutlichen Leistungsanstieg verzeichneten hingegen Kohle- und Erd- sowie Mineralöltransporte. Auch Baustofftransporte und der Kombinierte Verkehr zeigten eine moderate Steigerung, wobei im zweiten Halbjahr 2022 eine deutlich abflachende Dynamik erkennbar war. Insgesamt bewegten sich die Güterbahnen leicht über dem Vorjahresniveau und steigerten auch 2022 ihren Marktanteil. Die konzernexternen Bahnen waren Treiber des Wachstums, sie profitierten überdurchschnittlich u. a. vom Wachstum des Kombinierten Verkehrs. Die Gesamtverkehrsleistung der konzerninternen Gesellschaften bewegte sich demgegenüber leicht unter dem Vorjahresniveau, da diese zur Stabilisierung der Betriebssituation Verkehre in größerem Umfang nicht durchgeführt haben. STRASSENGÜTERVERKEHRDer Straßengüterverkehr startete annähernd so stark wie die Schiene in das Jahr 2022. Dies lag neben Basiseffekten an positiven Konjunkturimpulsen sowie hohen Auftragsbeständen der Baubranche. Der weitere Jahresverlauf brachte aufgrund steigender Preise und schwächelnder Nachfrage teils leichte, teils deutlich Rückgänge. Gründe hierfür waren die schwächere Entwicklung in vom Lkw dominierten Branchen wie z. B. Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie, aber auch im Chemiesektor. Die für die Straße bedeutende Baubranche verzeichnete aufgrund der steigenden Zinsen im zweiten Halbjahr 2022 deutliche Auftragsrückgänge. Die im Ausland zugelassenen Lkw entwickelten sich wie bereits im Vorjahr zwar deutlich positiver als die deutschen, insgesamt war die Fahrleistung auf der Straße 2022 jedoch leicht rückläufig und blieb knapp unter dem Vorjahresniveau. Der Marktanteil der Straße ging leicht zurück. BINNENSCHIFFDer intermodale Marktanteil der Binnenschifffahrt sank 2022 auf einen historischen Tiefstand. Das erste Quartal verzeichnete zunächst kräftige Zuwächse in den Branchen Kohle, Erze, Steine und Erden. Auch die auf das Gesamtvolumen weniger Einfluss nehmenden Containertransporte entwickelten sich positiv. Für einen dramatischen Einbruch der Verkehrsleistung sorgten die Auswirkungen des Niedrigwassers im Rhein ab Juli, durch das Schiffe nicht oder nicht mit voller Auslastung fahren konnten. Die Pegelstände erreichten zwar nicht ganz das Niveau des historischen Niedrigstands von 2018, erholten sich jedoch erst ab September wieder so weit, dass ein normaler Betrieb möglich war. Die Verkehrsleistung legte im letzten Quartal durch die starke Nachfrage binnenschiffaffiner Güter zwar wieder deutlich zu, dennoch schließt die Binnenschifffahrt das Gesamtjahr mit deutlichem Minus ab. Europäischer SchienengüterverkehrsmarktDie Entwicklung wurde im Jahresverlauf 2022 spürbar beeinflusst durch die Folgen des Ukraine-Kriegs. Materialknappheit, gestörte Lieferketten, Kostensteigerungen durch hohe Energiepreise und veränderte Transportströme belasteten den Markt v. a. ab dem zweiten Quartal. In der Folge ging die Transportnachfrage v. a. bei den schienenaffinen Branchen wie Stahl und Chemie zurück. Zusätzlich belasteten u. a. die gesunkenen Russlandverkehre den Markt. Aufgrund einer veränderten Energiepolitik in Ländern wie Deutschland, Polen und Tschechien wurde eine starke Zunahme bei den Kohleverkehren verzeichnet. Nach eigenen Berechnungen ging die Verkehrsleistung des europäischen Schienengüterverkehrs (EU 27, Schweiz, Norwegen und Vereinigtes Königreich) insgesamt leicht zurück. Die Verkehrsleistung von DB Cargo in Europa ging ebenfalls leicht zurück, jedoch dank der positiven Entwicklung der DB Cargo-Gesellschaften in Polen, Rumänien und Italien nicht so stark wie der Gesamtmarkt.
Die Daten entsprechen den per Februar 2023 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. GESCHÄFTSFELD DB FERNVERKEHRGeschäftsmodellDB Fernverkehr bietet seinen Fahrgästen komfortables und umweltfreundliches Reisen innerhalb Deutschlands sowie in die angrenzenden Nachbarländer. Der Tageslinienverkehr mit der ICE-/Intercity-/EC-Flotte bildet das Rückgrat des Fernverkehrs. Erweitert wird das Angebot durch Inselverkehre nach Sylt und Wangerooge. Wichtigste Zielgrößen sind die Anzahl der Fahrgäste, die Zufriedenheit der Fahrgäste, die betriebliche Pünktlichkeit, die Mitarbeitendenzufriedenheit und das operative Ergebnis (EBIT). Die Steuerung erfolgt insbesondere anhand der Leistungskennzahlen Betriebsleistung, Verkehrsleistung sowie Sitzplatzauslastung der Züge. Die Kostenseite korreliert stark mit der geplanten Betriebsleistung, die sich aus dem Angebot ableitet. Ein Teil der Kosten, u. a. für Trassen, Stationshalte und Energie, hängt von der tatsächlich erbrachten Betriebsleistung ab. Ressourceneinsätze von Personal und Anlagen werden hingegen auf den Jahresfahrplan ausgerichtet, um die Stückkosten je gefahrenen Zugkilometer zu optimieren. Wesentliche Kostentreiber hierbei sind Personal-, Instandhaltungs- und Infrastrukturaufwendungen, weshalb das Geschäft fixkostenintensiv ist. Nur ein geringer Teil der Aufwendungen variiert mit der Auslastung der Züge. Wichtigste Einnahmequelle für den eigenwirtschaftlich operierenden Fernverkehr sind Erlöse aus Fahrkarten und BahnCards. Maßgeblich für den Erfolg sind unsere Mitarbeitenden, eine moderne Fahrzeugflotte sowie eine qualitativ hochwertige Infrastruktur. Daher sind die konzerninternen Infrastrukturunternehmen und Dienstleister sowie die Fahrzeugindustrie wichtige Partner. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit Partnerbahnen für grenzüberschreitende Verbindungen und Nachtzugverkehre von großer Bedeutung. Märkte und StrategieZentrales Ziel für DB Fernverkehr bleibt die Verdopplung der Reisendenzahl gegenüber dem Jahr 2015 auf 260 Millionen Reisende pro Jahr. Laut Prognosen wird der Fernverkehrsmarkt nach der Corona-Pandemie seinen Wachstumskurs fortsetzen. Zur Erreichung der klimapolitischen Ziele und vor dem Hintergrund eines steigenden Umweltbewusstseins möchte DB Fernverkehr trotz steigenden Wettbewerbs den Marktanteil der Schiene durch attraktive Angebote weiter ausbauen. Die Bevölkerungszahl in urbanen Ballungsräumen wird in Deutschland bis 2050 steigen, sodass schnelle und direkte Verbindungen zwischen den Großstädten immer wichtiger werden. Gleichzeitig soll der direkte Anschluss der Menschen in den Regionen an den Fernverkehr sichergestellt werden. Als integraler Bestandteil der Strategie Starke Schiene leistet DB Fernverkehr so einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Durch zielgruppenspezifische Angebote, Aufbau des Servicepersonals, vielfältige Marketingmaßnahmen sowie Kapazitätsausweitungen der Flotte konnte die Anzahl der Reisenden deutlich gesteigert werden. Zur Erreichung der strategischen Ziele sind einerseits der Ausbau und die Stabilisierung der Produktion und andererseits die Weiterentwicklung eines attraktiven Reiseangebots notwendig. DB Fernverkehr trägt damit wesentlich zur angestrebten Verkehrsverlagerung auf die Schiene und zur Bewältigung des Klimawandels bei. Dabei kommt der Kernidentität von DB Fernverkehr »Unser Antrieb: Menschen verbinden, Distanzen überwinden«, »Unser Anspruch: Die beste Reise - gemeinsam mit Leidenschaft und Exzellenz«, »Unser Versprechen: Ankommen beim Einsteigen« nach wie vor eine besondere Bedeutung zu. Durch die stetige Weiterentwicklung des Projektportfolios entlang der Ausbaufelder der Starken Schiene wurde die Realisierung der strategischen Ziele weiter vorangetrieben.
DB FERNVERKEHR - AUF EINEN BLICKICE (Intercity-Express)
Intercity
EC (Eurocity)
StrukturREISENDE SCHIENE /in %
VERKEHRSLEISTUNG SCHIENE /in %
ICE-FLOTTE (ZÜGE) /in %
Geschäftsmodell
Stand 2022 bzw. per 31. Dezember 2022.
1) Schlüsselprodukte und -dienstleistungen.
Entwicklung FahrzeugflotteFAHRZEUGPROJEKTE UND -BESCHAFFUNGEN
FAHRZEUGVERFÜGBARKEIT2022 konnte die Fahrzeugverfügbarkeit der ICE-Flotte im Vergleich zum Vorjahr weiter gesteigert werden. Die konsequente Modernisierung der Bestandsflotte wirkt sich positiv auf die Stabilität im Betrieb aus. Auch die Zulieferung neuer Fahrzeuge trägt zu der Erhöhung der Fahrzeugverfügbarkeit bei. Um die positive Entwicklung fortsetzen zu können, werden weitere Fahrzeugprojekte umgesetzt. Hierzu zählen der Zulauf von neuen Fahrzeuge sowie kontinuierliche Optimierungsmaßnahmen an den Bestandsflotten, insbesondere mit Blick auf den Ausbau der Diagnosefähigkeiten. Eine positive Entwicklung zeigt sich auch bei der Verfügbarkeit der Komponenten im Fahrgastbereich (z. B. WLAN, Reservierung). Die Anzahl der Funktionsstörungen konnte trotz gestiegener Flottengröße stabil gehalten und somit je eingesetzten Triebzug reduziert werden. Um an die gute Entwicklung anknüpfen zu können, werden neben den oben genannten Projekten die Erkenntnisse auch im Rahmen von neu aufgesetzten Beschaffungsprojekten wie HGV 3.0 berücksichtigt. Zusätzlich werden neue Verfahren auf Basis von KI, Predictive und Condition-based Maintenance genutzt, um mit den bestehenden automatisierten Systemen die Fahrzeugverfügbarkeit noch weiter zu erhöhen. Umweltmaßnahmen
Weitere Ereignisse
Entwicklung im Berichtsjahr
Die Pünktlichkeit von DB Fernverkehr hat sich 2022 deutlich schwächer entwickelt. Ursächlich waren v. a. Kapazitätseinschränkungen durch Baumaßnahmen (u. a. auf der Riedbahn) bei gleichzeitig steigender Betriebsleistung sowie zunehmende Infrastrukturstörungen als Folge von überalterten und störanfälligen Anlagen (u. a. schadhafte Betonschwellen). Zudem führten insbesondere Störungen auf den hochbelasteten Schienenverbindungen zu überproportional hohen Staueffekten, die auf das gesamte Streckennetz ausstrahlten. Darüber hinaus wirkten sich die Sturmserie im Februar, eine Vielzahl von Hitzetagen zwischen Juni und August, die Streckensperrung infolge des Güterzugunfalls in Gifhorn im November sowie weitere externe Einzelereignisse negativ auf die Pünktlichkeit aus. Zudem hatten die zum Teil sehr hohen Krankenstände Auswirkungen auf die Betriebsqualität. Positiv hingegen wirkten die gesteigerte ICE-Fahrzeugverfügbarkeit sowie die Reduzierung von Zugausfällen.
Für die Erfassung der Kundenzufriedenheit wurden 2022 rund 11.000 Kund:innen in sechs Wellen an Bord der Züge zu ihrer Zufriedenheit mit der aktuellen Fahrt befragt. Die Kundenzufriedenheit ist 2022 aufgrund der betrieblichen Rahmenbedingungen gesunken. Insbesondere hat sich die Pünktlichkeit zur Jahresmitte deutlich verschlechtert. Hinzu kommt, dass sich das stark gewachsene Reisendenaufkommen auf die Auslastung und die Kundenzufriedenheit ausgewirkt hat. Nach coronabedingten Rückgängen ist der BahnCard-Bestand wieder gestiegen. Dies betrifft alle BahnCard-Modelle. Der positive Trend hat sich 2022 fortgesetzt, die Leistungsentwicklung erholte sich deutlich und hat seit April 2022 das Vor-Corona-Niveau weitgehend erreicht:
Die wirtschaftliche Entwicklung verbesserte sich deutlich, bleibt aber insgesamt herausfordernd. Getrieben durch einen im Vergleich zu den Aufwendungen überproportionalen Anstieg der Erträge verbesserten sich die operativen Ergebnisgrößen signifikant. Die Erträge stiegen sehr stark:
Der Aufwand stieg spürbar, v. a. infolge der wieder deutlich gestiegenen Verkehrs- und Betriebsleistung sowie von Preissteigerungen.
Die Investitionstätigkeit stieg von einem sehr hohen Niveau und resultierte v.a. aus fortgesetzten Fahrzeugprojekten. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg per 31. Dezember 2022 v.a. leistungsbedingt an. Die Mitarbeitendenzufriedenheit ist im Vergleich zu 2020 gesunken. Die operativen Herausforderungen wirkten sich insbesondere auf die Zufriedenheit in den stark operativ geprägten Berufen aus. Der Frauenanteil war nahezu unverändert. 2022 ist die Änderung des spezifischen Endenergieverbrauchs auf der Schiene im Vergleich zu 2006 (bezogen auf Personenkilometer) gesunken. Diese Verbesserung resultierte aus einer wieder steigenden Auslastung und einer deutlich höheren Energieeffizienz durch die stetige Umstellung der Fernverkehrsflotte auf neue und energieeffizientere Baureihen wie den ICE4. Des Weiteren wurden mithilfe des Fahrassistenzsystems und der auf eine energieeffiziente Zugfahrt abgestimmten Fahrempfehlungen der Energieverbrauch gesenkt und bei 40 ICE1 die Drehstromrichter umgestellt. Zusätzlich wurden die Triebfahrzeugführer:innen umfangreich über die energieeffiziente Fahrweise geschult, und durch eine Anpassung des Regelwerks konnte eine höhere Rückspeisequote bei der Baureihe 147 erreicht werden. GESCHÄFTSFELD DB REGIOGeschäftsmodellDie Kernleistung von DB Regio besteht darin, täglich Millionen Reisende im Regionalverkehr pünktlich, sicher, komfortabel und umweltschonend zum gewünschten Ziel zu bringen und dabei die Vorgaben der jeweiligen Verkehrsverträge zu erfüllen. DB REGIO - AUF EINEN BLICKRegio SchieneBündelt die Aktivitäten im Schienenpersonennahverkehr in Deutschland und umfasst Regional-Express-, Regionalbahn- und S-Bahn-Linien. Die Sparte teilt sich in sieben Regionen (Nord, Nordost, Mitte, Südost, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen), die fünf direkt geführten S-Bahnen Berlin, Hamburg, München, Rhein-Main und Stuttgart, die sechs Regio-Netze sowie die Regionalverkehre Start Deutschland auf. Regio BusBündelt die Aktivitäten im Regional- und Stadtbusverkehr und die Integration von Bedarfsverkehr und des Schienenersatzverkehrs in Deutschland. Die knapp 30 Busgesellschaften sind in sechs Regionen aufgeteilt: Nord, Ost, Mitte, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. StrukturREISENDE /in %
UMSATZ /in %
MITARBEITENDE /in %
GeschäftsmodellINPUTS
Stand 2022 bzw. per 31. Dezember 2022.
1) Schlüsselprodukte und -dienstleistungen.
Unser Angebot umfasst sowohl den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) mit Regional-Express-, Regionalbahn- und S-Bahn-Linien als auch Regional- und Stadtbusverkehre. Damit bieten wir Reisenden umfassende Mobilitätsangebote nicht nur in Metropolen und Ballungsräumen, sondern auch im ländlichen Raum. Unsere regionale Aufstellung gewährleistet ein an den lokalen Kundenbedürfnissen orientiertes Nahverkehrsangebot. DB Regio erbringt seine Leistungen im SPNV i.d.R. im Rahmen des Regionalisierungsgesetzes als Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge und im Auftrag der zuständigen öffentlichen Aufgabenträger. Die Aufgabenträger sind dabei entweder die Bundesländer bzw. eine landeseigene Gesellschaft oder kommunale Zweckverbände. Die Aufgabenträger schließen im Rahmen meist wettbewerblicher Vergaben langjährige Verkehrsverträge und Liniengenehmigungen mit Verkehrsunternehmen. Diese Verträge legen die zu erbringende Betriebsleistung fest und machen detaillierte Vorgaben zu Qualität und Fahrpreisgestaltung. Mit integrierten Verkehrskonzepten, qualitativ überzeugenden Mobilitätsdienstleistungen und zielgerichteten Investitionen in Fuhrpark und Digitalisierung wollen wir unsere führende Marktposition verteidigen und unsere Rolle als Qualitäts- und Innovationsführer im SPNV stärken. Wichtige Leistungskennzahlen sind die Verkehrs- und die Betriebsleistung. Verkehrsverträge referenzieren i. d. R. auf die Betriebsleistung. Neben den Bestellerentgelten sind Erlöse aus Fahrscheinen die wichtigste Einnahmequelle. Von zunehmender Bedeutung sind aber auch solche Verträge, bei denen Fahrgelderlöse direkt beim Besteller verbleiben, während das Verkehrsunternehmen für das gesamte Leistungsangebot vollständig vom Aufgabenträger vergütet wird (sog. Bruttoverträge). Vorgegebene Laufzeiten von Verkehrsverträgen und Liniengenehmigungen in Verbindung mit der Vorhaltung eines umfangreichen Produktionssystems haben eine fixkostenlastige Kostenstruktur zur Folge. Wesentliche Treiber sind Personal-, Instandhaltungs-, Energie- und Infrastrukturaufwendungen. Nur ein geringer Teil der Aufwendungen variiert mit der Auslastung der Züge. Im Bereich Schiene wurden in der Vergangenheit i. d. R. integrierte Angebote aus Fahrzeugbeschaffung, Finanzierung, Flottenmanagement, Betrieb und Instandhaltung durch die Aufgabenträger gefordert. Inzwischen gibt es daneben einzelne fragmentierte Vergabemodelle. Dabei werden nur Teilleistungen oder sogar nur der reine Betrieb ausgeschrieben. Andere Teilleistungen verbleiben in diesen Modellen bei den Aufgabenträgern (z. B. Finanzierung) oder den Fahrzeuglieferanten (z. B. Instandhaltung). Auf Basis seiner Leistungsfähigkeit auf allen Wertschöpfungsstufen ist DB Regio in der Lage, auch Teilleistungen anforderungsgerecht zu konfektionieren und als Nachunternehmer für Wettbewerber erfolgreich am Markt zu agieren. Im nationalen Busmarkt ist der Wettbewerb im Regionalbusmarkt weiterhin hoch, sowohl durch Ausschreibungen als auch im Genehmigungswettbewerb. Im Stadtverkehr werden Busverkehre oftmals in Inhouse-Vergaben an lokale kommunale Unternehmen vergeben. Die größten Herausforderungen liegen im Personalbedarf/Fachkräftemangel, der Preisentwicklung bei den wichtigen Faktorkosten Diesel/Energie und der stärkeren Integration von Linien- und Bedarfsverkehren. Die effiziente Ausgestaltung des Nahverkehrs auf der Straße erfordert künftig den stärker integrierten Einsatz kleinerer Fahrzeuge insbesondere auf gering ausgelasteten Strecken. Diese Entwicklung hat Regio Bus früh erkannt und bietet gesamtheitliche Lösungen auf Basis der Zusammenarbeit mit den internen Partnern ioki und CleverShuttle unter dem Dach von DB Regio Straße an. Märkte und StrategieDer deutsche SPNV- und ÖPNV-Markt erholte sich 2022 langsam von den coronabedingten Einschränkungen. Bereits im ersten Halbjahr 2022 konnte ein sukzessiver Zuwachs der Nachfrage verzeichnet werden. Zudem wirkte die temporäre Einführung des 9-Euro-Tickets positiv. Die Nachfrage stieg während des Aktionszeitraums sehr deutlich. Wir gehen davon aus, dass auch das Deutschland-Ticket als Nachfolger positive Effekte auf die Entwicklung der Fahrgastzahlen und die Tariflandschaft haben wird. Mittelfristig gehen wir davon aus, dass die Trends für ein weiteres Verkehrswachstum im Nahverkehr intakt sind. Hierzu zählen neben der anhaltenden Attraktivität moderner Metropolregionen und dem Zuzug insbesondere von Familien in suburbane Räume, verbunden mit einem beruflichen Pendeln in die Metropolen, auch die weiterhin hohe Bedeutung von Umwelt- und Klimaschutz sowie eine zunehmende Akzeptanz von Sharing-Angeboten. Kurzfristig stabilisierte die Branchenlösung von Bund und Ländern den ÖPNV in der Corona-Pandemie. Mittel- und langfristig schafft nur eine steigende Ausstattung mit Regionalisierungsmitteln Stabilität. Von diesem weiterhin positiven Marktumfeld will DB Regio als größter Anbieter profitieren. DB Regio orientiert sich an der Strategie der Starken Schiene und interpretiert sie für den Nahverkehr unter dem Motto »regionale und urbane Mobilität«. DB Regio versteht Nahverkehr verkehrsträgerübergreifend und bringt SPNV, Bus, On-Demand-, Sharing- und Pooling-Angebote und zukünftig auch ihre Plattformlösungen zusammen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit ioki, CleverShuttle oder Mobimeo. Zur Erreichung der Ziele umfasst die Strategie von DB Regio die strategischen Ausbaufelder der Starken Schiene:
Entwicklung AuftragsbestandVERGABEN
Das Vergabevolumen im Schienenpersonennahverkehr war 2022 geringer. Die Vergabequote (gesamte Vertragslaufzeit) hat sich positiv entwickelt.
In 2021 wurde ein ungewöhnlich hohes Volumen an Busverkehrsleistungen vergeben. 2022 wurde wieder ein niedrigeres Niveau erreicht. Die Gewinnquote war 2022 überdurchschnittlich hoch. DB Regio Bus konnte seinen Marktanteil ausbauen. NEU AUFGENOMMENE UND ABGEGEBENE VERKEHRE
1) Leistungen bzw. Teile des Netzes wurden
vorher von konzernexternen Eisenbahnverkehrsunternehmen
erbracht.
1) Leistungen bzw. Teile des Netzes wurden
vorher durch DB Regio erbracht.
AUFTRAGSBESTAND
Erlöse, die direkt in Zusammenhang mit Verkehrsverträgen oder Konzessionen stehen, sind entweder unabhängig (gesicherte Erlöse, im Wesentlichen Bestellerentgelte) oder abhängig (ungesicherte Erlöse, im Wesentlichen Fahrgelderlöse) von der Zahl der Reisenden. 2022 ist der Auftragsbestand von DB Regio gestiegen. Den Zugängen aus gewonnenen Verkehrsverträgen i. H. v. 8,9 Mrd. € stehen Abgänge - vorwiegend infolge erbrachter Leistungen - von rund 8,8 Mrd.€ gegenüber. Zudem wirkten sich Prämissenänderungen von rund 3,1 Mrd.€ (im Wesentlichen aus Energiepreis- und Tarifentwicklungen) positiv aus. Da die gewonnenen Verkehrsverträge zum Großteil gesicherte Erlöse beinhalten, ist ein Zuwachs im gesicherten Auftragsbestand zu verzeichnen, während die ungesicherten Erlöse infolge erbrachter Leistungen zurückgegangen sind.
Einzelwerte sind gerundet und addieren sich deshalb ggf. nicht auf. Entwicklung FahrzeugflotteAuch in 2022 haben wir umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung unserer Fahrzeugflotte vorgenommen:
In 2022 konnte die Fahrzeugverfügbarkeit erneut verbessert werden. Es kam aber auch zu Verzögerungen und Einschränkungen bei der Auslieferung neuer Züge. Weiterhin wurden 86 neue Triebzüge und eine Rangierlokomotive bestellt. Digitalisierung und Innovation
Umweltmaßnahmen
Entwicklung im Berichtsjahr
Die Pünktlichkeit im Schienenverkehr hat sich verringert. Wesentliche Treiber waren die hohe Netzauslastung, Kapazitätseinschränkungen durch das hohe Bauvolumen sowie Infrastrukturstörungen. Zwischen Juni und August 2022 hat zudem die Einführung des 9-Euro-Tickets zu einer deutlichen Erhöhung von Haltezeitüberschreitungen auf touristischen Strecken sowie am Wochenende im Gesamtnetz geführt. In diesen drei Monaten waren die größten Pünktlichkeitsrückgänge zu verzeichnen. Die Kapazitätsengpässe in Verbindung mit einem hohen Primärstörniveau führten zudem zu einem deutlichen Anstieg der Zugfolgeverspätungen. Die angespannte Personalsituation durch hohe Krankenstände bei betriebskritischen Schlüsselfunktionen hatte ebenfalls einen negativen Einfluss. Die Pünktlichkeit im Busverkehr hingegen hat sich verbessert. Für die jährliche Erfassung der Kundenzufriedenheit wurden rund 26.000 Kund:innen (Schiene) bzw. rund 2.300 Kund:innen (Bus) in zwei Wellen befragt:
1) Methodenänderung seit 2020.
Die Leistungsentwicklung war sehr erfreulich - im Zeitraum Juni bis August 2022 wurde das Vor-Corona-Niveau infolge zusätzlicher Impulse durch die Einführung des 9-Euro-Tickets deutlich überschritten:
Die wirtschaftliche Entwicklung von DB Regio blieb insbesondere in der Sparte Bus durch Belastungen wie Dieselpreissteigerungen unter Druck, auch wenn sich die operativen Ergebnisgrößen insgesamt wieder verbesserten. Angesichts der im Vor-Corona-Vergleich insgesamt immer noch niedrigeren Reisendenzahlen bleiben die Fahrgasterlöse unverändert hinter dem Jahr 2019 zurück. Aufgrund des hohen Anteils an Bruttoverträgen liegt das Umsatzrisiko überwiegend bei den Aufgabenträgern. Die Ertragsentwicklung war positiv:
Auf der Aufwandsseite kam es zu zusätzlichen Belastungen v. a. infolge von nachfrage- und preisbedingten Steigerungen des Materialaufwands sowie eines u. a. tarifbedingt höheren Personalaufwands:
Die Investitionstätigkeit entwickelte sich entsprechend den Anforderungen aus gewonnenen Verkehrsverträgen und stieg deutlich. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg per 31. Dezember 2022, getrieben durch die Übernahme der Abellio-Verkehre. Die Mitarbeitendenzufriedenheit ist im Vergleich zu 2020 leicht gesunken. Dies resultierte u. a. aus den betrieblichen Herausforderungen. Der Frauenanteil lag nahezu auf dem Niveau des Vorjahresendes. 2022 lag der auf die Verkehrsleistung normierte spezifische Endenergieverbrauch auf der Schiene niedriger als im Referenzjahr 2006. Treiber dieser Verbesserung waren zum einen die wieder stark gestiegenen Reisendenzahlen. Zum anderen konnte die Energieeffizienz der Zugfahrt mit weiteren Maßnahmen verbessert werden. In 21 Dieselnetzen wird die Software Regioenergiesparsystem (RESY) genutzt. Im Busverkehr war die Reduzierung des spezifischen Endenergieverbrauchs bezogen auf die Betriebsleistung im Vergleich zu 2006 schwächer als im Vorjahr, da das Angebot deutlich gestiegen ist. SPARTE SCHIENE
Der im Vorjahr begonnene Trend der Nachfrageerholung setzte sich mit dem fortschreitenden Wegfall der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie 2022 fort. Zudem hatten die Übernahme der Abellio-Verkehre sowie die Einführung des 9-Euro-Tickets einen positiven Effekt auf die Verkehrsleistung. Die Zahl der Reisenden und die Verkehrsleistung stiegen in der Folge sehr deutlich. Die Betriebsleistung stieg leicht. Zusätzliche Verkehre in Nordrhein-Westfalen sowie der Wegfall von Streikeffekten aus dem Vorjahr wurden teilweise durch bau- und personalbedingte Reduzierungen des Fahrplans und die Abgabe der Verkehre der S-Bahn Hannover kompensiert. Auch die operativen Ergebnisgrößen entwickelten sich deutlich positiv. Die Erholung der Leistungsentwicklung unterstützte die positive Ertragsentwicklung:
Die Investitionstätigkeit entwickelte sich entsprechend den Anforderungen aus gewonnenen Verkehrsverträgen und war deutlich höher. Die Mitarbeitendenzahl stieg infolge von Betriebsaufnahmen insbesondere der übernommenen Abellio-Verkehre. Verkehrsverluste hatten einen gegenläufigen Effekt. SPARTE BUS
Die deutlich positive Leistungsentwicklung in der Sparte Bus resultierte aus der Nachfrageerholung nach den coronabedingten Einschränkungen, aus Leistungsgewinnen sowie der temporären Einführung des 9-Euro-Tickets. Die operativen Ergebnisgrößen verbesserten sich leicht. Die wirtschaftliche Situation bleibt aber herausfordernd. Die positive Leistungsentwicklung wirkte sich auf die Ertragsentwicklung aus:
Auf der Aufwandsseite kam es v.a. im Material- und Personalaufwand zu zusätzlichen Belastungen:
Der Rückgang der übrigen Aufwandspositionen wirkte gegenläufig dämpfend:
Die Brutto-Investitionen gingen aufgrund von Verzögerungen bei der Fahrzeugauslieferung zurück. Die Netto-Investitionen gingen aufgrund von höheren erhaltenen Förderungen (Umstieg auf alternative Antriebe) noch deutlicher zurück. Die Mitarbeitendenzahl stieg leistungsbedingt an. GESCHÄFTSFELD DB CARGOGeschäftsmodellDB Cargo bietet seinen Kunden in 17 europäischen Ländern Zugang zu einem der größten Schienennetze der Welt bis nach China und ist die Nummer eins im europäischen Schienengüterverkehr. In seinem internationalen Netzwerk
Zusätzlich zur reinen Transportleistung erstellt DB Cargo individuelle Lösungen mit logistischen Zusatzleistungen für seine Kunden. Zur Leistungserstellung werden eigene oder angemietete Triebfahrzeuge und Güterwagen, Terminals und Zugbildungsanlagen sowie eigene Personalressourcen genutzt. Zu den Kunden zählen die produzierende Industrie der Branchen Automotive, Stahl, Recycling und Rohstoffe, Chemie und Mineralöl, Baustoffe, Industrie- und Konsumgüter sowie Reedereien, Speditionen und KV-Operateure in ganz Europa. Kunden entscheiden sich dabei immer öfter bewusst für DB Cargo, um den klimaschädlicheren Transport per Lkw zu ersetzen. Da DB Cargo den Großteil der Erträge durch Transporte von Gütern auf der Schiene erzielt, ist die führende Leistungskennzahl die Verkehrsleistung in Tonnenkilometern. Wesentliche Kostenbestandteile sind neben den Abschreibungen für Lokomotiven und Wagen sowie den Personalkosten die Aufwendungen für Energie, Infrastruktur und Instandhaltung. Die konzerninternen Infrastrukturunternehmen und Dienstleister sind dabei wichtige Lieferanten. Märkte und StrategieMit der Strategie Starke Schiene bekennt sich DB Cargo zu seiner gesellschaftlichen Verantwortung und leistet einen bedeutenden Beitrag zu den verkehrs- und klimapolitischen Zielen in Deutschland und Europa. Ziel von DB Cargo ist es, für seine Kunden Transporte von der Straße auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern. Damit entspricht DB Cargo dem Leitgedanken der Strategie Starke Schiene, d. h. der Verkehrsverlagerung auf die Schiene für eine nachhaltige Klima- und Mobilitätswende. Die Position von DB Cargo nachhaltig auszubauen, um so den notwendigen Zielbeitrag leisten zu können, ist Gegenstand der Strategie Starke Cargo. Der dafür vorgesehene Aktionsplan steht unter dem Leitmotiv »Europa braucht einen starken Bahnlogistiker. Für das Klima und für eine nachhaltige Wirtschaft.« So leistet DB Cargo einerseits einen deutlichen Beitrag zur Erhöhung des Modalanteils der Schiene im deutschen und europäischen Verkehrsmarkt und verbessert andererseits die eigene wirtschaftliche Nachhaltigkeit. 2022 hat DB Cargo deshalb mit der Integration des Geschäftsbereichs Full Load Solutions (FLS) von DB Schenker seine Position als Spezialist für europäische Schienenlogistik ausgebaut. Mit der hohen Fachkompetenz von FLS bietet DB Cargo verstärkt für alle Kunden maßgeschneiderte Logistik- und Servicelösungen und kann damit einen echten Mehrwert für klimafreundliche Lieferketten erzielen. Die Entwicklung der Energiekosten, die weiteren Preissteigerungen sowie die Engpässe der Schieneninfrastruktur in Deutschland setzen die Herausforderungen für die nächsten Jahre. Die Stabilisierung von Produktion und operativem Ergebnis sind dabei zentrale Handlungsfelder für die Strategie Starke Cargo in den drei großen europaweiten Geschäftssegmenten:
DB CARGO - AUF EINEN BLICKGeschäftssegmenteGanzzugverkehr
Einzelwagenverkehr
Kombinierter Verkehr
Full Load Solution (FLS)
SpartenCentral EuropeUmfasst die Aktivitäten in Deutschland, Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Italien sowie DB Cargo Eurasia für den transeurasischen Korridor. Hinzu kommen Gesellschaften, die auf spezielle Märkte ausgerichtet sind. Western EuropeUmfasst die Aktivitäten im Vereinigten Königreich, Frankreich und Spanien. Eastern EuropeUmfasst die Aktivitäten in Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Tschechien. StrukturVERKEHRSLEISTUNG /in %
UMSATZ /in %
MITARBEITENDE /in %
Geschäftsmodell
Stand 2022 bzw. per 31. Dezember 2022.
1) Schlüsselprodukte und -dienstleistungen.
Durch modernes Transportequipment, das den Markt- und den Kundenanforderungen passgenau entspricht, ist DB Cargo in der Lage, sich tief in die Logistikketten der Kunden zu integrieren. DB Cargo treibt daher die Entwicklung seiner Güterwagen intensiv voran. Z. B. werden (neben Güterwagen und Aufbauten) auch Be- und Entladeanlagen sowie Umschlagtechnologien gemeinsam mit Kunden konzipiert und implementiert. DB Cargo setzt sowohl auf eigene Equipment-Entwicklungen als auch auf Kooperationen mit strategischen Partnern. Digitalisierung und InnovationDB Cargo positioniert sich u. a. mit folgenden Maßnahmen am Markt, um Digitalisierung und Innovation voranzutreiben:
UmweltmaßnahmenDB Cargo leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verlagerung von Transporten auf die Schiene und damit zur Erreichung der deutschen und europäischen Klimaschutzziele.
BeteiligungenDer Geschäftsbereich Full Load Solutions (FLS) mit den zugeordneten Bahnlogistikaktivitäten wurde mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2022 von DB Schenker auf DB Cargo übertragen. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Die Transa GmbH und die Multi-Modal-Solutions-(MMS-)Einheiten aus den europäischen Landesgesellschaften von DB Schenker bilden nun die DB Cargo Transa/FLS. Der Transfer aller zu FLS gehörenden Aktivitäten aus den entsprechenden DB Schenker-Landesgesellschaften wird bis zum 1. Januar 2023 vollständig abgeschlossen sein. Entwicklung im Berichtsjahr
Die Pünktlichkeit von DB Cargo ist infolge von Kapazitätseinschränkungen durch Baumaßnahmen, von vermehrten Primärstörungen v.a. im Bereich der Infrastruktur und von hochausgelasteten Güterverkehrskorridoren gesunken. Die betriebliche Situation war in vielen Zugbildungsanlagen sehr angespannt. Die zum Teil hohen Krankenstände haben zudem die Pünktlichkeit belastet. In der Folge kam es zu vermehrten Störungen im Betriebsablauf und einer deutlichen Zunahme von Rückstauzügen. Dies hat sich auch auf die Kundenzufriedenheit ausgewirkt, die 2022 rückläufig war. Die Menge der beförderten Güter und die Verkehrsleistung sind leicht zurückgegangen. Dies wurde ganz wesentlich durch den Rückgang der Stahltransporte im Vereinigten Königreich, eine bau- und störungsbedingt schwierige Betriebssituation insbesondere in Deutschland sowie die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs beeinflusst. Positive Effekte aus der erstmaligen Einbeziehung der Leistungsdaten von DB Cargo Schweiz, der positiven Geschäftsentwicklung intermodaler Verkehre (insbesondere auf dem transeurasischen Korridor zu Jahresbeginn) sowie gestiegenen Automobil-, Holz- und Papiertransporten wirkten teilweise dämpfend. Die wirtschaftliche Entwicklung war schwächer. Die operativen Ergebnisgrößen gingen infolge zusätzlicher Belastungen deutlich zurück. Der Ertragszuwachs wurde überkompensiert. - Umsatz: deutliche Zunahme, getrieben durch die v.a. preisbedingt positive Entwicklung in allen Regionen.
Auf der Aufwandsseite kam es inflations- und qualitätsbedingt zu deutlichen zusätzlichen Belastungen, v.a. getrieben durch Zuwächse im Materialaufwand:
Der Rückgang der Investitionen ist zum einen eine Folge des Ukraine-Kriegs. Zum anderen verzögerten sich die für 2022 vorgesehenen aktivierungspflichtigen Großrevisionen von Lokomotiven, weil die Beschaffungsvorgänge für Material durch einen extremen Kostenanstieg bei den Zulieferern deutlich länger dauerten als in den Vorjahren. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg infolge der weiteren Umsetzung der Rekrutierungsinitiativen für operatives Personal. Die Mitarbeitendenzufriedenheit ist im Vergleich zu 2020 trotz der betrieblichen Anforderungen nahezu unverändert. DB Cargo hat bei seinen Rekrutierungsinitiativen einen Schwerpunkt auf die Rekrutierung von Frauen gelegt. Der Frauenanteil ist infolge dieser gezielten Rekrutierungsmaßnahmen leicht gestiegen. 2022 wurde eine weitere Reduzierung des spezifischen Endenergieverbrauchs Schiene (Traktion, bezogen auf tkm) im Vergleich zu 2006 erreicht. Dies ist wesentlich auf die Modernisierung der Flotte zurückzuführen. Zudem zeigten das energiesparende Fahrassistenzsystem LEADER Nr. 8 und die Start-Stopp-Automatik Nr. 98 auf Rangierlokomotiven Wirkung. REGION CENTRAL EUROPE
Die Leistungsentwicklung in Central Europe lag insgesamt auf Vorjahresniveau. Die positive Geschäftsentwicklung durch den Anstieg intermodaler Verkehre (insbesondere auf dem transeurasischen Korridor zu Jahresbeginn) wurde durch dämpfende Effekte aus bau- und störungsbedingten Einschränkungen der Schieneninfrastruktur, betrieblichen Engpässen sowie den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs (u. a. Einstellung von Verkehren nach Russland sowie Nachfragerückgänge der Stahl- und Chemietransporte) größtenteils aufgezehrt. Ab Oktober wirkten sich zusätzliche Kohleverkehre zur Absicherung der Energieversorgung in Deutschland positiv aus. Die wirtschaftliche Entwicklung ist aufgrund der betrieblichen Lage weiterhin sehr herausfordernd. Die operativen Ergebnisgrößen verschlechterten sich deutlich:
Auf der Aufwandsseite kam es getrieben durch den Materialaufwand zu zusätzlichen Belastungen:
Die Investitionen gingen zurück, da sanktionsbedingt 110 Güterwagen eines russischen Herstellers nicht mehr durch DB Cargo abgenommen wurden. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg leicht. Die Zuführungs- und Qualifizierungsinitiative für operatives Personal wurde fortgesetzt. REGION WESTERN EUROPE
Die Leistungsentwicklung in Western Europe war schwach. Dies ist insbesondere auf die Entwicklung im Vereinigten Königreich zurückzuführen:
Die wirtschaftliche Entwicklung verbesserte sich, blieb aber herausfordernd. Die operativen Ergebnisgrößen stiegen getrieben durch Ertragszuwächse:
Der unterproportionale Anstieg der Aufwendungen wurde getrieben durch den Materialaufwand:
Der Rückgang der übrigen Aufwandspositionen wirkte gegenläufig dämpfend:
Die Investitionen gingen zurück, im Wesentlichen durch eine geringere Investitionstätigkeit bei DB Cargo UK. Dort verzögerten sich die für 2022 vorgesehenen aktivierungspflichtigen Großrevisionen von Lokomotiven, weil die Beschaffungsvorgänge für Material durch extremen Kostenanstieg bei den Zulieferern deutlich länger dauerten als in den Vorjahren. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg insbesondere bei DB Cargo UK zur Kompensation des im Vorjahr aufgetretenen Mangels bei den operativen Personalen deutlich an. REGION EASTERN EUROPE
Die Leistungsentwicklung in Eastern Europe verlief, getrieben durch neue Verkehre (Binnenverkehre bei DB Cargo Polska, Markteintritt in Österreich durch DB Cargo Czechia) sowie die Ausweitung bestehender Verkehre (Chemie-, Koks- und Automotive-Verkehre von DB Cargo Romania sowie neue Produktionskonzepte bei DB Cargo Hungaria), positiv und lag über dem Vor-Corona-Niveau. Die wirtschaftliche Entwicklung war erfreulich: Die operativen Ergebnisgrößen verbesserten sich deutlich. Treiber war die Entwicklung der Erträge:
Auf der Aufwandsseite kam es zu einem leistungsbedingt deutlichen, aber unterproportionalen Anstieg.
Die Brutto-Investitionen sind aufgrund von durch die EU geförderten Lokomotivbeschaffungen in Polen leicht gestiegen. Die Mitarbeitendenzahl stieg in Polen, Tschechien und Rumänien. FLS
Die wirtschaftliche Entwicklung des Bereichs FLS war getrieben durch rückläufige Aufwendungen erfreulich: Die operativen Ergebnisgrößen verbesserten sich deutlich. Auch die Erträge gingen zurück, aber weniger deutlich:
Auf der Aufwandsseite kam es getrieben durch den Materialaufwand zu einem überproportionalen Rückgang.
Die Brutto-Investitionen stiegen aufgrund der Verlängerung bestehender Mietverträge für Logistikcenter (u. a. in Hamburg) deutlich. Die Mitarbeitendenzahl ging v. a. als Folge der Integration der FLS in das Geschäftsfeld DB Cargo zurück, da FLS-Mitarbeitende aus der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Rumänien und Bulgarien den DB Cargo-Landesgesellschaften zugeordnet wurden. INFRASTRUKTUREntwicklung auf den relevanten MärktenIn Deutschland übernehmen wir mit unserer integrierten Konzernstruktur eine doppelte Verantwortung: Wir sind zugleich Betreiber und führender Nutzer der Schieneninfrastruktur. Die damit einhergehende stärkere Kunden- und Effizienzorientierung der Infrastruktur kommt diskriminierungsfrei allen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) zugute. Eine im internationalen Maßstab strenge Regulierung stellt neben den konzerninternen Verhaltensregeln die Wettbewerbsneutralität der Schieneninfrastruktur sicher.
Einzelwerte sind gerundet und addieren sich deshalb ggf. nicht auf. Während sich die Anzahl der Stationshalte etwa auf Vorjahresniveau bewegt, stieg die Trassennachfrage 2022 an. Wesentliche Gründe sind neben den Corona-Aufholeffekten auch die deutlich geringeren Auswirkungen aus Sonderereignissen (bspw. Unwetter oder Wegfall von GDL-Streiks). Durch eine anteilige Verkehrsübernahme der Abellio-Verkehre durch DB Regio und Verkehrsausweitungen bei DB Fernverkehr konnten die konzerninternen Bahnen entgegen dem langjährigen Trend Marktanteile zurückgewinnen. Transformation in ein HochleistungsnetzIm Juni 2022 haben das BMDV und der DB-Konzern Pläne für ein neues Hochleistungsnetz zur nachhaltigen Erhöhung von Qualität und Zuverlässigkeit der Infrastruktur vorgestellt. Das Hochleistungsnetz wird die am höchsten belasteten Schienenverbindungen in Deutschland umfassen. Aufgrund der prognostizierten Verkehrsentwicklung wird die Länge Ende des Jahrzehnts über 9.000km umfassen. Ein Instrument zur Transformation in das Hochleistungsnetz sind sog. Generalsanierungen, bei denen alle überalterten und störanfälligen Anlagen ersetzt und verbessert werden. Für die Generalsanierung der hochbelasteten Korridore gelten drei entscheidende und neue Elemente:
Die Erfahrungen mit der Generalsanierung mit stärkerer Bündelung, verbesserten Ausstattungsstandards und kleinen und mittleren Maßnahmen zur schnellen Kapazitätserweiterung sollen, wo immer möglich und sinnvoll, auch auf das übrige Netz übertragen werden. Die Generalsanierung des ersten Schienenkorridors wird 2024 mit der Riedbahn (Strecke Mannheim-Frankfurt) starten. Für 2025 wurden die Abschnitte Emmerich - Oberhausen sowie Hamburg-Berlin ausgewählt. Die Auswahl der weiteren Sanierungen ab 2026 und die konkrete Umsetzung sollen in enger Abstimmung mit dem Schienensektor und der Wirtschaft erfolgen. Durch die Generalsanierungen werden sich die Zuverlässigkeit und (Rest-)Leistungsfähigkeit der Infrastruktur sukzessive erhöhen und die Pünktlichkeit verbessern. Um die Betriebslage bis zum Start der Generalsanierung unmittelbar zu stabilisieren und zu verbessern, hat der DB-Konzern das jährliche präventive Instandhaltungsbudget um einen dreistelligen Millionenbetrag erhöht. Die benötigten Sperrungen werden vermehrt in vorher getaktete Sperrzeiten integriert, um damit unterjährige Umplanungen und Störungen zu reduzieren. Mit einer früheren Kommunikation sorgt der DB-Konzern für mehr Planbarkeit bei den Aufgabenträgern, den Eisenbahnverkehrsunternehmen und deren Kund:innen. Umsetzung Leistungs- und FinanzierungsvereinbarungDer Erhalt und die Modernisierung der Bestandsinfrastruktur wird mit der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) III fortgeführt, die eine Laufzeit von zehn Jahren bis 2029 und eine Gesamtvolumen von 86 Mrd.€ hat. Ein Investitionsschwerpunkt war 2022 weiterhin die Erneuerung des Oberbaus (Gleise und Weichen). Die aktuellen Preissteigerungen stellen Herausforderungen bei der Umsetzung der Modernisierung der Bestandsinfrastruktur dar. Kostenüberprüfung zu Stuttgart 21Der Aufsichtsrat der DBAG hat am 18. März 2022 über die Ergebnisse der gutachterlich begleiteten Termin- und Kostenüberprüfung für das Projekt Stuttgart 21 beraten. Hintergrund der im Spätherbst 2021 begonnenen Überprüfung waren v.a. die drastisch gestiegenen Preise für Bauleistungen und Rohstoffe. Der Inbetriebnahmetermin von Stuttgart 21 im Rahmen des Fahrplanwechsels im Dezember 2025 wurde bestätigt. Damit werden die Kapazitäten im Knoten Stuttgart deutlich erhöht und die Fahrzeit von Stuttgart nach Ulm im Vergleich zu heute halbiert. Bereits im Dezember 2022 wurden mit der Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm die Fahrzeiten im Fernverkehr in einem ersten Schritt um bis zu 15 Minuten verkürzt. Der Gesamtwertumfang von Stuttgart 21 hat sich um 950 Mio.€ auf 9,15 Mrd.€ erhöht. Der bisherige Gesamtkostenrahmen i. H. v. 8,2 Mrd. € wurde im Januar 2018 durch den Aufsichtsrat festgelegt. Gründe für die aktuelle Entwicklung sind zum einen erhebliche Preissteigerungen bei Baufirmen, Lieferanten und Rohstoffen. Zum anderen schlägt der geologisch anspruchsvolle Untergrund im Stadtgebiet negativ zu Buche. Zusätzlich zum neuen Gesamtwertumfang i. H. v. 9,15 Mrd. € hat der Aufsichtsrat die Bildung einer ergänzenden Vorsorge i. H. v. 640 Mio. € beschlossen, die weitere Risiken und Prognoseunsicherheiten abdecken kann. Erstellung Fahrplan 2023Für den Netzfahrplan 2023 sind rund 91.000 Trassenanmeldungen eingegangen (Steigerung um 7%). Die Situation um die vorhandene Trassenkapazität bleibt daher angespannt. Wie im Vorjahr gab es Anmeldekonflikte, die dadurch gekennzeichnet sind, dass mehrere EVU denselben Zeit-Slot auf derselben Infrastruktur bestellt haben. Während sich die Anzahl der Anmeldekonflikte stabil zeigte, sind 2022 erstmalig Kapazitätskonflikte aufgetreten (insgesamt 68). Ausgelöst durch baubedingte Einschränkungen, führen Kapazitätskonflikte unmittelbar in ein Entscheidungsverfahren mit entsprechend hoher Anzahl an Trassenablehnungen. In der Folge mussten dadurch mehr Trassenanfragen abgelehnt oder eingekürzt werden als im Vorjahr (+40%). Dass der Wettbewerb auf der Schiene weiter steigt, zeigen v. a. die Trassenanmeldungen von konzernexternen EVU. So hat sich ihr Anteil im Schienenpersonenfernverkehr um 10% erhöht, obwohl die Anmeldungen des Sektors gleichzeitig um 5% sanken. Der SPNV hingegen erhöhte seine Anmeldungen insgesamt um 10% (Anmeldungen konzernexterner EVU +12%). Der Fahrplanprozess unterliegt einem strengen regulatorischen Rahmen und wird von der BNetzA überwacht. Der Netzfahrplan für das Jahr 2022/2023 ist fristgerecht fertiggestellt worden. Der Mitte Dezember 2022 vollzogene Fahrplanwechsel war reibungslos. Zugunglück bei Garmisch-PartenkirchenAm 3. Juni 2022 kam es zu einem tragischen Zugunfall in Burgrain bei Garmisch-Partenkirchen, bei dem fünf Menschen starben und mehrere verletzt wurden. Der DB-Konzern ist tief betroffen von dem Unglück; unsere Gedanken gelten den Verstorbenen und Verletzten sowie deren Angehörigen und Freund:innen. Der DB-Konzern unterstützt die ermittelnden Behörden vollumfänglich bei den Untersuchungen der Unfallursache. Zugunfall bei LeiferdeAm 17. November 2022 kollidierten bei Leiferde (Landkreis Gifhorn) zwei Güterzüge konzernexterner Bahnen. Die verursachten Schäden waren so beträchtlich, dass erst ab dem 11. Dezember 2022 wieder Züge auf der betroffenen Strecke verkehren konnten. In beiden Gleisen mussten Schienen, Schwellen und Schotter erneuert, mehrere Oberleitungsmasten neu gesetzt, rund 1,5 km Oberleitung sowie fast 2 km Kabel für die Leit- und Sicherungstechnik neu verlegt werden. Zudem musste in großem Umfang Boden ausgetauscht werden, da die havarierte Lokomotive Öl verloren hatte. Inspektion und Austausch von BetonschwellenVon Juli bis Ende August 2022 hatten Expert:innen des DB-Konzerns innerhalb weniger Wochen vorsorglich bundesweit rund 200.000 Schwellen eines bestimmten Bautyps und Herstellers überprüft. Ende August 2022 wurden diese Sonderinspektionen beendet. Die Arbeiten erfolgten vorsorglich, da im Zusammenhang mit dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen am 3. Juni 2022 auch Schwellen eines bestimmten Bautyps von den ermittelnden Behörden geprüft wurden. Überall dort, wo die Expert:innen Auffälligkeiten entdeckten, hat der DB-Konzern umgehend reagiert: Züge fuhren langsamer über die betroffenen Schwellen. Vereinzelt mussten auch Streckenabschnitte gesperrt werden. Die Erneuerung der als schadhaft identifizierten Schwellen kommt wie geplant voran. Die Ergebnisse der durch den DB-Konzern dahin gehend eingeleiteten materialtechnischen Untersuchungen und technischer Gutachten unabhängiger Prüfinstitute legen nahe, dass ein Herstellungsfehler vorliegen könnte: Die Schwellen weisen teilweise Unregelmäßigkeiten in der Materialbeschaffenheit auf. Weitere Detailuntersuchungen zeigen zudem, dass eine bestimmte Gesteinsart, die zur Produktion der Betonschwellen genutzt wurde, mitursächlich für die Schäden sein könnte. Aufgrund dieser gewonnenen Erkenntnisse untersucht der DB-Konzern derzeit bundesweit weitere Betonschwellen weiterer Hersteller mit der gleichen Gesteinsart. Nach aktueller Einschätzung ist es möglich, dass infolge dieser laufenden Untersuchungen kurzfristig ergänzende Maßnahmen zu den bereits getroffenen Maßnahmen veranlasst werden. Der DB-Konzern ersetzt allen betroffenen EVU den tatsächlich eingetretenen Schaden, der diesen im Zusammenhang mit den Schwelleninspektionen und den daraus resultierenden Maßnahmen entsteht. Entwicklung der Infrastruktur2022 haben wir Investitionen in die Infrastruktur für Ausbau und Erneuerung des Netzes, der Bahnhöfe und der Energieanlagen i. H.v. 10,7 Mrd. € getätigt. Zusätzlich wurden 2,5 Mrd. € für die Instandhaltung aus Eigenmitteln ausgegeben. Negative Auswirkungen aus Materialpreissteigerungen und -engpässen auf laufende Bauvorhaben konnten durch ein effektives Krisenmanagement und eine enge Abstimmung mit der Bauindustrie begrenzt werden. Ein enges Monitoring und gezielte Gegensteuerungsmaßnahmen ermöglichten es, auftretende Störungen gemeinsam mit der Bauindustrie in vielen Fällen zügig aufzulösen. Im Dezember 2022 gingen zwei Großprojekte in Betrieb:
Weitere Meilensteine beim Ausbau und der Erneuerung des Schienennetzes waren 2022 u. a.:
BAUBEGINNE 2022
INBETRIEBNAHMEN 2022
Daneben befanden sich 2022 folgende Bedarfsplan- und GVFG-Projekte im Bau: IM BAU BEFINDLICHE PROJEKTE 2022
Am Jahresende 2022 befanden sich insgesamt 203 Bedarfsplan- und GVFG-Projekte in Planung und Bau. Weitere Informationen zu den Projekten sind im BauInfoPortal verfügbar. Geschäftsfeld DB Netze FahrwegGESCHÄFTSMODELLDB Netze Fahrweg betreibt mit über 33.000 km das größte Streckennetz in Europa. Pro Jahr werden mehr als 1 Mrd. Trkm auf dem Streckennetz gefahren. Wichtigste Einnahmequelle sind Erlöse aus den Trassen (über 90% des Gesamtumsatzes). Die Trassenpreise sind transparent durch ein von der BNetzA reguliertes Trassenpreissystem (TPS) festgelegt. DB Netze Fahrweg strebt eine hohe Infrastrukturqualität und -verfügbarkeit sowie einen diskriminierungsfreien Zugang zu Trassen und Serviceeinrichtungen an und ist für das Management des Infrastrukturbetriebs verantwortlich. Dazu gehören die Fahrplanerstellung in enger Zusammenarbeit mit den Kunden, die Betriebsführung sowie das Baumanagement und die Instandhaltung. Die Kostenstruktur ist fixkostenlastig. Zu den größten Kostentreibern gehört insbesondere das Streckennetz. Der Ressourcenverbrauch für Betrieb und Instandhaltung der Infrastrukturanlagen wird maßgeblich durch spezifische Ausstattungsmerkmale, Anforderungen an betriebliche Öffnungszeiten und den Rationalisierungsgrad in der Betriebsdurchführung beeinflusst. Da sich die Dimensionierung der Infrastruktur nur längerfristig durch Neu- und Ausbaumaßnahmen bzw. gezielten Rückbau verändert, ist eine optimale Auslastung der Infrastruktur für den wirtschaftlichen Erfolg von entscheidender Bedeutung. Die Auslastung wird durch die Betriebsleistung gemessen. Im Sinne einer relativen Netzauslastung lässt sich diese Mengengröße den Streckenkilometern gegenüberstellen. Eine hohe Qualität und Verfügbarkeit erfordert außerdem eine vorausschauende integrierte Investitions- und Instandhaltungsstrategie. Für das angestrebte Wachstumsziel von mehr als 30% bei den Trassenkilometern ist es zudem bedeutend, dass sich Neu- und Ausbauvorhaben gezielt auf die Beseitigung von Engpässen und die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten für Verkehrswachstum auf den Kernachsen und in Ballungsräumen konzentrieren. Im Rahmen des Projekts Netzkonzeption 2040 wird die Nachfrage für 2040 prognostiziert. Aus der Nachfrageprognose ist ersichtlich, dass sich das Wachstum auf die Kernachsen und Ballungsräume konzentrieren wird. Mit der Veröffentlichung des Abschlussberichts zum Deutschland-Takt und der dazu nötigen Infrastrukturmaßnahmen kann bei der Untersuchung des Ausbaubedarfs auch der Zielfahrplan des Deutschland-Takts berücksichtigt werden. Auf dieser Basis entwickelt die Netzkonzeption fahrplanbasiert ein engpassfreies Zielnetz 2040. Anschließend wird unter Berücksichtigung der Branchenabstimmungen zur Etappierung des Deutschland-Takts eine Umsetzungskonzeption erarbeitet, um den für das Zielnetz erforderlichen Infrastrukturausbau zeitlich zu optimieren. Maßgeblich für die Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der Schiene sind insbesondere die Beiträge, die der Bund für die Infrastrukturfinanzierung leistet. Des Weiteren ist die haushalterische Ausstattung insbesondere des Bundes von entscheidender Relevanz für die Finanzierung von Ersatzinvestitionen, aber auch für die Finanzierung von Neu- und Ausbauvorhaben. Für die Realisierung des Deutschland-Takts entsteht erheblicher Infrastrukturausbaubedarf, der deutlich über den bisherigen Bundesverkehrswegeplan hinausgeht. DB NETZE FAHRWEG - AUF EINEN BLICKDB Netz AGBetreibt Europas größte Schieneninfrastruktur. Verantwortlich für Instandhaltung, Modernisierung und Weiterentwicklung des Streckennetzes sowie die Vermarktung von Trassen und Anlagen. DB RegioNetz Infrastruktur GmbHBetreibt in fünf Bundesländern regionale Verkehrsnetze (Erzgebirgsbahn, Kurhessenbahn, Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn, Südostbayernbahn, Westfrankenbahn). Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene-Straße GmbHBetreibt in Deutschland selbstständig oder über die Beteiligungen 25 Umschlagbahnhöfe des Kombinierten Verkehrs an der Schnittstelle zwischen den Verkehrsträgern Schiene und Straße. DB Fahrwegdienste GmbHBietet Systemdienstleistungen für die Instandhaltung von Schienenwegen an. Dazu gehören Vegetationspflege, Umwelt- und Projektmanagement, Sicherung von Gleisbaustellen und gleisgebundene Baustellenlogistik. StrukturBETRIEBSLEISTUNG NACH VERKEHRSART /in %
UMSATZ /in %
GeschäftsmodellINPUTS
Stand 2022 bzw. per 31. Dezember 2022.
1) Schlüsselprodukte und -dienstleistungen.
Des Weiteren ist zur Umsetzung des Zielfahrplans des Deutschland-Takts auch eine Vielzahl von Nahverkehrsprojekten unterstellt, die durch die Länder umzusetzen sind. Daher gehen wir davon aus, dass eine deutliche Erhöhung der Mittel für den Infrastrukturausbau vom Bund, von den Ländern und vom DB-Konzern zu leisten sein wird. MÄRKTE UND STRATEGIEDie Nachfrage im Personen- und Güterverkehr hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und zu einer höheren Nutzungsintensität der Infrastruktur geführt. Es werden ein Nachfragewachstum im Güterverkehr sowie deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen im Personenverkehr und somit ein weiter steigender Kapazitätsbedarf erwartet. Die kunden- und marktgerechte Weiterentwicklung der Infrastruktur soll dem gesamten Eisenbahnverkehrssektor die Ausschöpfung von Wachstumspotenzialen ermöglichen. Mit diesem Ziel sind in die Strategie Starke Schiene die strategischen Schwerpunktthemen von DB Netze Fahrweg eingeflossen. DB Netze Fahrweg soll hierbei die infrastrukturellen und betrieblichen Voraussetzungen für die Realisierung der Starken Schiene als Kapazitätsmanager schaffen. Zielsetzung ist der Betrieb eines hochverdichteten und hochvertakteten, leistungsfähigen Netzes, der durch die konsequente Sanierung, gezielte Ertüchtigung und perspektivische Erweiterung der Netzkapazität gewährleistet werden soll. Hierauf zahlen auch die von DB Netze Fahrweg angestrebte Umsetzung der Digitalen Schiene Deutschland (DSD) die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Organisation sowie die bessere Nutzung und Verfügbarkeit der bestehenden Kapazitäten ein. Zur Erreichung der Ziele umfasst die Strategie von DB Netze Fahrweg im Wesentlichen drei strategische Ausbaufelder:
RAHMENBEDINGUNGENTrassenpreise für 2023 genehmigtMit Beschluss vom 28. Februar 2022 hat die BNetzA die Entgelte für das Trassenpreissystem (TPS) 2023 genehmigt. Die Trassenentgelte werden für den Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) um 4,0%, für den Schienengüterverkehr (SGV) um 2,3% und für den SPNV um 1,8% steigen. Die höheren Dynamisierungsraten im SPFV und SGV ergeben sich daraus, dass nach einer Änderung des §13 AEG entfallene sonstige betriebliche Erträge aus Infrastrukturanschlussverträgen i. H.v. rund 18 Mio.€ in das TPS eingepreist wurden. Der Entgeltgenehmigungsantrag für die Trassenentgelte der Netzfahrplanperiode 2023/2024 wurde Anfang Oktober 2022 durch die DB Netz AG gestellt. Der Bescheid der BNetzA hierzu steht noch aus. Ausgangsniveau und Obergrenze Gesamtkosten festgelegtMit Beschluss vom 15. August 2022 wurde das Ausgangsniveau der Gesamtkosten für die DB Netz AG und die DB RegioNetz Infrastruktur GmbH auf insgesamt 6.421 Mio. € festgelegt (6.285 Mio. € endgültig und 136 Mio. € vorläufig). Am 24. Oktober 2022 hat die BNetzA ein Verfahren zur endgültigen Festlegung der vorläufig festgelegten Kosten eröffnet. Eine Entscheidung ist in diesem Verfahren noch nicht erfolgt. Schlichtungsverfahren Tunnel RastattNach der Havarie in der Oströhre des Tunnels Rastatt laufen seit 2018 vorbereitende Arbeiten zur Sanierung des Tunnels. Seit 2017 läuft außerdem auch das zwischen dem DB-Konzern und der Arbeitsgemeinschaft Tunnel Rastatt vereinbarte Beweiserhebungs- und Schlichtungsverfahren zur Klärung der Ursachen und der damit verbundenen Verantwortlichkeit. Das Verfahren ist auf der Basis eines Zwischenberichts des technischen Schlichtungsgutachters zu den Ursachen der Havarie und einem Vorschlag des juristischen Gutachters zur Verantwortungsverteilung vorläufig für Vergleichsverhandlungen der Parteien ruhend gestellt worden. Die Parteien streben eine Gesamteinigung im Frühjahr 2023 an. Der Weiterbau wurde vom Schlichtungsverfahren entkoppelt. Die Rheintalbahn ist temporär umverlegt, um die havarierte Oströhre sanieren zu können. Mit den von der Streckensperrung infolge der Havarie betroffenen EVU wurden (in Abstimmung mit der ARGE und ihren Versicherungen) erste Vergleiche geschlossen. Die ARGE und ihre Versicherungen tragen die mit den EVU vereinbarten Vergleichszahlungen zunächst in Höhe des Vorschlags des juristischen Gutachters. UMWELTMASSNAHMENDB Netze Fahrweg bildet mit seiner Verantwortung für die Infrastruktur das Rückgrat für die Verkehrswende in Deutschland. Um diese Rolle nachhaltig zu stützen, intensiviert DB Netze Fahrweg seine Umweltschutzbemühungen.
ENTWICKLUNG IM BERICHTSJAHR
Die Pünktlichkeit des DB-Konzerns sowie der Schiene in Deutschland insgesamt entwickelte sich 2022 rückläufig. Ursächlich war hauptsächlich die nicht hinreichende Qualität insbesondere im hochausgelasteten Engpassnetz Gründe hierfür waren v. a. die höhere Bautätigkeit bei gleichzeitig angespannter Infrastrukturkapazität durch wachsende Verkehre, hochausgelastete Schienenwege auch ohne Bautätigkeit sowie der Anstieg von Primärstörungen v. a. im Bereich der Infrastruktur als Folge von überalterten und störanfälligen Anlagen. Zusätzlich wirkten witterungsbedingte Ereignisse sowie Fremdeinwirkungen negativ auf die Pünktlichkeit. Die Kundenzufriedenheit sank 2022 sehr deutlich. Die Rückmeldung von rund 270 Kunden ergab weiterhin kritische Ergebnisse in den Teilbereichen Baumaßnahmen und Infrastrukturverfügbarkeit, wobei sich die Zufriedenheit der Trassenverfügbarkeit noch einmal stark verschlechtert hat. Die Betriebsleistung auf dem Netz stieg weiter. Treiber waren insbesondere weniger coronabedingte Ausfälle von Verkehren und geringere unwetterbedingte Einschränkungen sowie Ausweitungen im Güterverkehr. Die Nachfrage stieg bei konzerninternen noch deutlicher als bei konzernexternen Kunden, was u. a. aus der Übernahme von Verkehren im Regionalverkehr sowie dem Wegfall von negativen Sondereffekten (v. a. Streiks) resultierte. Die operativen Ergebnisgrößen stiegen deutlich. Dies resultierte aus v. a. preis- und leistungsbedingt höheren Erträgen, die die gestiegenen Aufwendungen u. a. für Material und Personal mehr als kompensierten.
1) Konzernexterne und -interne
Eisenbahnverkehrsunternehmen.
Die Ertragsentwicklung war deutlich positiv:
Auf der Aufwandsseite kam es zu spürbaren Zusatzbelastungen insbesondere für Maßnahmen zum Kapazitätsausbau, zur Qualitätsverbesserung und im Zusammenhang mit den Hochwassern aus dem Vorjahr:
Der leichte Rückgang der Abschreibungen (-4,9%/-33 Mio.€) wirkte dämpfend. Die Brutto-Investitionen gingen infolge geringerer Investitionen in das Bestandsnetz auf hohem Niveau leicht zurück, wobei die Netto-Investitionen auf Vorjahresniveau lagen. Die Zahl der Mitarbeitenden ist maßgeblich durch Zugänge zur Bedarfsdeckung und Nachfolgesicherung, insbesondere in den Bereichen Instandhaltung, Bauprojekte sowie Betrieb, gestiegen. Die Mitarbeitendenzufriedenheit blieb stabil auf dem Niveau von 2020. Diese Stabilität in herausfordernden Zeiten ist u.a. bedingt durch die Verbesserungen in den kritischen Handlungsfeldern der vorherigen Mitarbeitendenbefragung. Der Frauenanteil lag etwas höher. Die Gesamtkilometer lärmsanierter Strecke sind durch die weitere Umsetzung von Maßnahmen gestiegen. Geschäftsfeld DB Netze PersonenbahnhöfeGESCHÄFTSMODELLDB Netze Personenbahnhöfe ist der größte Bahnhofsbetreiber Europas. Neben dem Kerngeschäft - der Entwicklung und dem Betrieb von Bahnhöfen - vereint das Geschäftsfeld vielfältige mobilitätsorientierte Dienstleistungen am Bahnhof. Mit rund 866.000 m 2 Mietfläche zählen wir zudem zu Deutschlands größten Gewerbevermietern. An unseren Bahnhöfen halten täglich Züge von rund 125 EVU. Um ein hohes Maß an Qualität sicherzustellen, setzen wir besondere Schwerpunkte in den Bereichen Aufenthaltsqualität und Kundenangebot. Zudem kümmern sich unsere Bahnhofsmanagements vor Ort um den reibungslosen Betriebsablauf. Unser Bahnhofsportfolio zeichnet sich durch eine hohe Flächenpräsenz aus. Die Ausgestaltung der entwickelten Produkte und Dienstleistungen sowie die bauliche Dimensionierung der Bahnhöfe orientieren sich an den Bedürfnissen unserer Kund:innen sowie der wirtschaftlichen Stabilität der Infrastruktur. Umsätze werden im Wesentlichen aus Stationshalten (reguliert, Anteil rund 70%) in den Verkehrsstationen und aus der Vermietung von Gewerbeflächen (nicht reguliert) generiert. Die Aufwandsseite ist durch einen hohen Fixkostenanteil geprägt. Die wichtigsten Partner auf der Regulierungsseite sind die BNetzA und das EBA. DB NETZE PERSONENBAHNHÖFE - AUF EINEN BLICKLeistungsportfolioStationshalteDas Halten von Zügen an den Bahnsteigen zum Aus- und Einsteigen von Personen. Neben Basisleistungen werden je nach Bahnhofskategorie Zusatzleistungen wie Servicemitarbeitende, DB Information oder Wetterschutz angeboten. Für die Leistungen sind Stationsentgelte zu zahlen, die in Stationspreislisten veröffentlicht werden. Vermietung und VerpachtungAngebot von rund 0,87 Mio. m 2 Mietfläche in Bahnhöfen und Stationen. Damit zählt DB Netze Personenbahnhöfe zu Deutschlands größten Gewerbevermietern. Weitere AngeboteAngebot weiterer Dienstleistungen an Bahnhöfen und Stationen (u. a. das Betreiben von Schließfächern und Parkhäusern sowie digitale und analoge Angebote für Anschlussmobilität und Reisendenversorgung). StrukturSTATIONSHALTE NACH VERKEHRSART /in %
STATIONSHALTE /in %
UMSATZ /in %
GeschäftsmodellINPUTS
Stand 2022 bzw. per 31. Dezember 2022.
1) Schlüsselprodukte und -dienstleistungen.
MÄRKTE UND STRATEGIEWir stehen vor einem großen Wandel. Der Mobilitätsmarkt wird wachsen und sich verändern. Digitale Lösungen beschleunigen diese Entwicklung. Neue Mobilitätsformen entstehen und der Autoverkehr wird hinterfragt. Strukturen in der Gesellschaft erneuern sich: Die Altersschere geht weiter auseinander; Städte wachsen und stoßen an ihre infrastrukturellen Grenzen; ländliche Räume schrumpfen und müssen zugleich Zugang zu Mobilität erhalten. Wir haben daher die Strategie von DB Netze Personenbahnhöfe in wesentlichen Punkten weiterentwickelt. Grundlage für die Strategieumsetzung ist die Neuausrichtung der Organisation: Die gesamte Aufbau- und Ablauforganisation wird an Reisenden und Besucher:innen ausgerichtet und zahlt auf die Strategie Starke Schiene ein.
RAHMENBEDINGUNGENGenehmigungsverfahren der Stationsentgelte 2023Am 21. September 2022 erfolgte, nach geänderter Rechtslage (ERegG-Novelle), die Entgeltgenehmigung für die Stationspreise 2023 durch Beschluss der BNetzA. Die Behörde genehmigte die Stationspreise 2023 mit wenigen Kürzungen. Gesamthaft wurden durchschnittliche Preissteigerungen i. H. v. 2,34% (SPNV) und 4,54% (SPFV) genehmigt. BahnhofsprogrammAufbauend auf den Erfahrungen aus dem Konjunktur- und Handwerker:innenprogramm 2020 und 2021 wurde 2022 ein Bahnhofsprogramm konzipiert, das derzeit bezüglich der Realisierung mit den relevanten Partnern besprochen wird. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre wird deutlich, dass die Kund:innenzufriedenheit am deutlichsten durch ganzheitliche Aufwertungs- und Entwicklungsmaßnahmen gesteigert werden kann. Dies schließt die eigentliche Verkehrsinfrastruktur, das Empfangsgebäude sowie auch die Anschlussmobilität am Vorplatz ein. Die Maßnahmen sind auch erforderlich, um den hohen Sanierungsrückstand zu reduzieren. ENTWICKLUNG DER INFRASTRUKTURKapazitäts- und FrequenzmanagementDas Kapazitätsmanagement gewinnt weiter deutlich an Bedeutung. Um das prognostizierte Reisendenwachstum zu ermöglichen, muss die Leistungsfähigkeit der kapazitätskritischen Bahnhöfe sichergestellt werden. Hier fließt der Deutschland-Takt maßgeblich in die Reisendenprognose 2040 ein, die die Grundlage für die Kapazitätseinordnung der Stationen ist. Dazu wurden seit 2021 bereits über 200 Stationen mittels eines Kapazitäts-Checks analysiert und für mögliche Engstellen Maßnahmen abgestimmt. Des Weiteren wurden Simulationen durchgeführt, um die Ergebnisse zu verifizieren und zu untersetzen. 2022 wurde ein videobasiertes Frequenzmanagementsystem am Pilotbahnhof Hamburg Hauptbahnhof erfolgreich implementiert und abgeschlossen. Der Rollout an weiteren Stationen für 2023/24 wird umgesetzt. Modernisierung, Inbetriebnahme und Neubau von Bahnhöfen
DIGITALISIERUNG UND INNOVATIONReisendeninformation der ZukunftDie »Reisendeninformation der Zukunft (IRIS+)« wird sukzessive die Fahrgastinformationsanlagen an den Bahnhöfen steuern. In Kombination mit der Reisendeninformations-(RI-) Plattform erhalten Reisende über diese Plattform die nötigen Informationen rund um ihre Reise. 2022 wurden mehr als 300 Bahnhöfe umgestellt (insgesamt 720 bis Ende 2022). Neben den Umstellungen von Bahnhöfen werden gegenwärtig Innovationen in der Kund:inneninformation vorbereitet. Hervorzuheben sind hierbei bspw. die Auslastungsanzeige und Störungskarten für die Reisendeninformation im S-Bahn-Verkehr. Diese Neuerungen werden voraussichtlich noch im ersten Quartal 2023 in den S-Bahn-Netzen Stuttgart und Rhein-Main eingesetzt. Ziel ist auch, die Reisendeninformation qualitativ zu verbessern. Hierfür werden v. a. im datenliefernden System RI-Plattformen zusätzliche Eingangssignale und eine verbesserte Konsolidierung der verschiedenen Datenlieferungen umgesetzt, um die Zuverlässigkeit der Reisendeninformation zu erhöhen. Erste Verbesserungen sind seit Sommer 2022 bereits sichtbar. Gleichzeitig laufen im Kontext der Kund:inneninformation gegenwärtig auch die Vorbereitungen zur Einführung der neuen Systeme an den kleineren Bahnhöfen: Die nächste Generation des Dynamischen Schriftanzeigers (DSA+) am Bahnhof soll ebenfalls über die neue Plattform laufen und befindet sich in der Einführung. WLAN an BahnhöfenEnde Dezember 2022 stand unseren Kund:innen und Bahnhofsbesucher:innen ein kostenloses WLAN-Angebot an über 600 Bahnhöfen zur Verfügung. Dies beinhaltet sowohl DB-eigene als auch Partnernetzwerke. Unser WLAN-Netzwerk »WIFI@DB« wird aktuell an 144 Bahnhöfen ausgestrahlt. Damit erreichen wir bereits jetzt mehr als die Hälfte aller Reisenden pro Tag und decken fast alle größeren Verkehrsknotenpunkte ab. Weitere 800 Bahnhöfe sollen schrittweise an das Netzwerk angebunden werden. Neuausrichtung der Online-KanäleMit einem Neuaufsatz der Online-Kanäle leisteten wir 2022 einen wichtigen Beitrag zum modernen Kund:innenerlebnis. Dabei fungiert das bereits bestehende Portal bahnhof.de als zentrales, digitales Zugangstor zum Ökosystem Bahnhof: Es konsolidiert digitale Produkte an einem Ort und informiert über Infrastruktur und Services an Verkehrsstationen. Informationen und Services sind für Interessierte leichter auffindbar. Das sorgt für mehr Kund:innenzufriedenheit. Ferner wird die Reichweite der Digitalangebote deutlich erweitert und der Vertrieb unterstützt. Smart City bei DB Station&ServiceMit Smart City | DB wollen wir den Lebensalltag der Menschen durch intelligente und umweltfreundliche Angebote verbessern und Bahnhöfe besser in Kommunen und Städte integrieren. 2022 konnten wir weitere Maßnahmen umsetzen:
Verstetigung des Zukunftsbahnhof-AnsatzesDie ganzheitliche Entwicklung der Bahnhöfe hat 2022 weiter Fahrt aufgenommen. Neu gestaltete Innenbereiche, funktionale Sitzgelegenheiten, erweiterte Wegeleitsysteme und attraktive Vorplätze sind einige Aspekte, die wichtig sind, um Zukunftsbahnhöfe zu schaffen, an denen sich die Kund:innen wohlfühlen. Abgeleitet aus umfassenden Erkenntnissen wurden dementsprechend für jede Produktlinie Qualitätsstandards entwickelt, die den Zukunftsbahnhof beschreiben und in den nächsten Jahren an zahlreichen Bahnhöfen umgesetzt werden sollen. Mit dem strukturierten Angang der Zukunftsbahnhöfe und den dahinterliegenden Standards wird eine ganzheitliche Betrachtung unserer Bahnhöfe sichergestellt. An rund 70 Stationen wurden 2022 dafür weitere kund:innenvisible Maßnahmen umgesetzt, u. a. mit Mitteln aus dem Sofortprogramm des Bundes. Dabei wird auch das Angebot für Familien mit Kindern erweitert: Im November 2022 wurde der mit Ravensburger entstandene Warte- und Spielebereich am Hauptbahnhof Dresden eröffnet. Der Coburger Hauptbahnhof wurde 2022 von der Allianz pro Schiene e. V. als Bahnhof des Jahres ausgezeichnet. Der ganzheitlich aufgewertete Bahnhof überzeugte v. a. durch besonderen Komfort, außergewöhnliches Design und durchdachte Funktionalität für die Reisenden. Neue Automatenangebote für ReisendeUnter der Testmarke ZUGVOGEL erhalten Reisende an sechs Münchener Bahnhöfen, am Berliner Ostbahnhof sowie am Hauptbahnhof Hannover frisches, gesundes Essen aus einem smarten Automaten. Damit testen wir ein zusätzliches Angebot an Bahnhöfen, wo viele Pendler:innen unterwegs sind und Mikroflächen zur Verfügung stehen. UMWELTMASSNAHMEN
ENTWICKLUNG IM BERICHTSJAHR
Die Anlagenqualität blieb unverändert.
Die Kundenzufriedenheit der Reisenden und Besucher:innen war rückläufig. Die Anzahl der Befragungen liegt bei rund 80.000 Interviews pro Jahr. Die Kundenzufriedenheit der Mieter hat sich auf einem hohen Niveau stabilisiert. Die Zufriedenheit der Eisenbahnverkehrsunternehmen und Aufgabenträger war leicht rückläufig. Die Stationshalte lagen auf Vorjahresniveau. Positive Effekte resultierten im Wesentlichen aus der Wiederaufnahme von Verkehren, die coronabedingt reduziert worden waren. Die Nachfrage im Regionalverkehr lag nahezu auf Vorjahresniveau. Bauliche Einschränkungen wirkten dämpfend. Die wirtschaftliche Entwicklung war erfreulich, die operativen Ergebnisgrößen verbesserten sich deutlich. Treiber waren insbesondere die Erholung des Vermietungsgeschäfts sowie Preiseffekte. Höhere Aufwendungen v.a. für Personal wirkten gegenläufig teilweise kompensierend:
Auf der Aufwandsseite kam es zu Zusatzbelastungen insbesondere im Personalaufwand:
Bedingt durch höhere Brutto-Investitionen überwiegend in die Modernisierung bestehender sowie den Bau neuer Verkehrsstationen, stiegen bei rückläufigen Investitionszuschüssen die Netto-Investitionen deutlich an. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg infolge eines Personalzuwachses insbesondere im Bereich Baumanagement. Die Mitarbeitendenzufriedenheit blieb auf dem hohen Niveau von 2020. Trotz betrieblicher Herausforderungen hat besonders das gegenseitig wahrgenommene Engagement im Team die Gesamtzufriedenheit gestützt. Der Frauenanteil ist auf einem relativ hohen Niveau nahezu unverändert geblieben. Mit der weiteren Reduzierung des absoluten Primärenergieverbrauchs der Bahnhöfe im Vergleich zu 2010, u. a. durch den Einsatz energiesparender Technologien, setzte sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort. Geschäftsfeld DB Netze EnergieGESCHÄFTSMODELLDB Netze Energie bietet branchenübliche Energieprodukte rund um Traktionsenergie sowie stationäre Energieversorgung an. Dazu gehören neben Bahnstrom und Diesel auch Versorgungslösungen für alternative Antriebe und Kraftstoffe im Schienenverkehr. Bahnhöfe und weitere Liegenschaften des DB-Konzerns werden mit Strom, Gas und Wärme versorgt. Abgerundet wird das Leistungsspektrum durch energiewirtschaftliche und technische Dienstleistungen. Das Bahnstromnetz ist das technische Rückgrat der Bahnstromversorgung, für das DB Netze Energie als Netzbetreiber die Versorgungssicherheit auf einem hohen Niveau gewährleistet. Der erforderliche Strom wird in Bahnstromkraftwerken aus fossilen und erneuerbaren Energieträgern erzeugt bzw. über Umrichter/Umformer eingespeist. Zur Versorgung von Dieseltriebfahrzeugen steht ein deutschlandweites Tankstellennetz bereit, das zum Teil auch von Straßenfahrzeugen genutzt werden kann. Um auf oberleitungsfreien Abschnitten künftig auch einen klimaneutralen Schienenverkehr zu ermöglichen, realisiert DB Netze Energie Energieversorgungslösungen für Schienenfahrzeuge mit alternativen Antrieben und alternativen Kraftstoffen. Darüber hinaus betreibt DB Netze Energie 50-Hz-Mittelspannungsnetze für die Energieversorgung in Bahnhöfen und bietet Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge auf der Straße an. Die Infrastruktur von DB Netze Energie unterliegt in unterschiedlichen Ausprägungen der Regulierung durch die BNetzA. MÄRKTE UND STRATEGIEDB Netze Energie ist für die ökonomisch und ökologisch effiziente Energiebeschaffung sowie die zuverlässige Energiebereitstellung für Eisenbahnverkehrsunternehmen verantwortlich. Zusätzlich verfügt DB Netze Energie über eine leistungsfähige Infrastruktur zur Strom- und Kraftstoffversorgung von mobilen und stationären Verbrauchern.
RAHMENBEDINGUNGENFestlegungsverfahren zum BahnstromnetzzugangDas bereits 2019 von der BNetzA eingeleitete Festlegungsverfahren zur Weiterentwicklung der Geschäftsprozesse für den Zugang zum Bahnstromnetz ist Ende Juni 2022 mit der Festlegung zum Abschluss gekommen. Zuvor hatte die BNetzA dem Markt zwei Fassungen für die zukünftigen automatisierten Geschäftsprozesse zur öffentlichen Konsultation gestellt. Mit der Festlegung werden Transparenz und Verbindlichkeit der Zugangsregeln bewirkt und die Datenformate und Kommunikationsfristen für alle Marktpartner (Stromlieferanten, EVU, Fahrzeughalter und Bahnstromnetzbetreiber) verbessert. Auch hat die BNetzA die Verantwortung der Halter der Fahrzeuge gestärkt. Um den Bahnstromnetzbetreiber fristgerecht mit verbindlichen Nutzungsdaten zu versorgen, müssen diese Informationen zukünftig durch die Halter der Fahrzeuge bereitgestellt werden. Hierdurch werden Qualität und Geschwindigkeit der Zugangsprozesse bis hin zur Abrechnung verbessert. In der Rolle des Bahnstromnetzbetreibers begrüßt DB Netze Energie diese Weiterentwicklung. Die Marktteilnehmer sind nun gehalten, die Festlegung bis zum 1. Juli 2026 in ihren IT-Systemen umzusetzen. DB NETZE ENERGIE - AUF EINEN BLICKProdukteTraktionsstromVersorgung von Zügen mit Energie. Den 16,7-Hz-Bahnstrom stellen wir deutschlandweit rund um die Uhr über ein eigenes durchgeschaltetes Stromnetz zur Verfügung. Durchleitung TraktionsenergieDurchleitung von durch Eisenbahnverkehrsunternehmen extern eingekauftem Strom im Netz von DB Netze Energie zur Versorgung von Zügen. Stationäre EnergieVersorgung von Bahnhöfen, Werken, Stellwerken und Bürogebäuden mit Strom und Wärme. Stationäre Anlagen des Zugbetriebs, z. B. Zugvorheizanlagen und Weichenheizungen, werden mit Strom versorgt. DieselkraftstoffVersorgung mit Dieselkraftstoff über Schienentankstellen im 24-Stunden-Selbstbedienungsbetrieb. Zum Angebot gehören zudem Hilfs- und Betriebsstoffe, Heiz- und Motoröl sowie AdBlue®. StrukturTRAKTIONSSTROM /in %
STATIONÄRE ENERGIE /in %
DIESELKRAFTSTOFF /in %
GeschäftsmodellINPUTS
Stand 2022 bzw. per 31. Dezember 2022.
1) Schlüsselprodukte und -dienstleistungen.
UMWELTMASSNAHMENAusbau erneuerbarer Energien im BahnstromportfolioDer Aufbau eines diversifizierten Portfolios für die wirtschaftliche und sichere Energieversorgung bei wachsendem Anteil von erneuerbaren Energien (EE) ist Kernelement unserer Vergrünungsstrategie:
Energieversorgung für alternative AntriebeErgänzend zur weiteren Elektrifizierung des Streckennetzes realisiert DB Netze Energie Versorgungslösungen für Schienenfahrzeuge mit alternativen Antrieben. Hierbei verfolgt DB Netze Energie verschiedene Technologieansätze:
ENTWICKLUNG IM BERICHTSJAHR
Das hohe Niveau der Versorgungssicherheit konnte weiterhin gehalten werden. Die Kundenzufriedenheit lag insgesamt stabil auf einem sehr guten Niveau. Mit dem Mitarbeitendenverhalten, der Leistungsqualität und der Abrechnung sind die konzerninternen Kunden sehr zufrieden. Bei den konzernexternen Bahnstromkunden war die Bewertung schwächer, insbesondere aufgrund der schwierigen und angespannten Energiemarktsituation. Die Mengenentwicklung war differenziert:
Die wirtschaftliche Entwicklung war schwächer. Die Zuwächse auf der Ertragsseite wurden durch gestiegene Energiebezugsaufwendungen mehr als aufgezehrt. Die operativen Ergebnisgrößen gingen deutlich zurück. Die Erträge nahmen spürbar zu:
Auf der Aufwandsseite ergab sich v. a. ein preisbedingter Anstieg:
Die übrigen Aufwandspositionen gingen leicht zurück:
1) Vorläufiger ungerundeter Wert.
Die Brutto-Investitionen gingen zurück. Hintergrund waren der Wegfall eines Einmaleffekts aus der Aktivierung eines Leasingvertrags im Vorjahr sowie ein rückläufiges Projektvolumen aus Verbundprojekten. Die Investitionszuschüsse gingen infolge von Stichtagseffekten und höheren eigenfinanzierten Investitionen überproportional zurück. In der Folge stiegen die Netto-Investitionen an. Die Zahl der Mitarbeitenden ist v. a. zur Umsetzung des höheren Projektvolumens aus der LuFV III gestiegen. Die Mitarbeitendenzufriedenheit liegt stabil auf dem hohen Niveau von 2020. Der Frauenanteil ist gestiegen. Der Anteil erneuerbarer Energien am DB-Bahnstrommix in Deutschland hat weiter zugenommen. Beteiligungen/SonstigeDer Bereich Beteiligungen/Sonstige umfasst die Governance-Funktionen sowie die rechtlich unselbstständigen Serviceeinheiten der Holdinggesellschaft DBAG. Darüber hinaus werden in diesem Segment die rechtlich selbstständigen Serviceeinheiten des DB-Konzerns sowie die selbstständigen Operational Services gebündelt. Hierbei handelt es sich um Serviceeinheiten, die insbesondere als interne Dienstleister im Auftrag der Geschäftsfelder des DB-Konzerns tätig werden. DB E.C.O. GROUPDie DB E.C.O. Group bietet das Engineering-, Consulting- und Operations-Know-how des DB-Konzerns aus einer Hand. Dazu gehören die DB Engineering&Consulting (DB E&C), die DB International Operations (DB IO), die infraView, die ESE und die inno2grid. DB Engineering&Consulting
DB International Operations
infraView
ESE Engineering und Softwareentwicklung
BETEILIGUNGEN/SONSTIGE - AUF EINEN BLICKPortfolioDB Business Services
DB Operational Services
Sonstige
StrukturUMSATZ /in %
MITARBEITENDE /in %
Stand 2022 bzw. per 31. Dezember 2022. DB NEW MOBILITYDas Business Ökosystem DB New Mobility entwickelt flexible und digitale Lösungen, mit denen der ÖPNV nahtlos, einfach und bequem von Tür zu Tür gestaltet werden kann. Dazu gehören die Angebote von ioki, Mobimeo, CleverShuttle sowie die Produkte Call a Bike, Flinkster, Bonvoyo und Curbside Management von DB Connect. Die DB New Mobility wendet sich mit diesem Angebot an öffentliche Aufgabenträger wie Kommunen und Verkehrsverbünde. Für ein integriertes Mobilitätsangebot arbeiten ioki und CleverShuttle verstärkt mit DB Regio Bus als DB Regio Straße zusammen. DB Connect entwickelt Lösungen für vernetzte Mobilität seit dem 1. August 2022 im Vorstandsressort Infrastruktur.
ENTWICKLUNG IM BERICHTSJAHR
Der Anstieg des Gesamtumsatzes wurde getrieben durch höhere Umsätze mit konzerninternen Kunden von Gesellschaften der DB Operational Services. Dies resultierte im Wesentlichen aus einem höheren Bedarf an Lösungen für Digitalisierung und Cybersecurity (DB Systel), Bauprojekten (DB Bahnbau-Gruppe und DB E.C.O.-Gruppe) sowie Fahrzeugprojekten (DB Fahrzeuginstandhaltung). Zudem stiegen die Leistungen von DB Vertrieb, DB Connect, DB Services sowie DB Sicherheit infolge der Nachfrageerholung im Personenverkehr. Die Umsätze mit konzernexternen Kunden stiegen auf niedrigem Niveau deutlich an. Dies resultierte im Wesentlichen aus einem gestiegenen Projektgeschäft (DB Bahnbau-Gruppe, DB E.C.O.-Gruppe, DB Kommunikationstechnik) sowie erholungsbedingten Zuwächsen bei der DB Connect und der DB Vertrieb. Die operativen Ergebnisgrößen des Bereichs Sonstige werden maßgeblich geprägt durch Funktionen der Konzernleitung, die für die Geschäftsfelder erbracht werden. Eine Weiterbelastung an die Geschäftsfelder über eine Konzernumlage fand 2022 nicht statt. Die operativen Ergebnisgrößen bereinigtes EBITDA und bereinigtes EBIT entwickelten sich deutlich schwächer, da die Zuwächse auf der Ertragsseite durch Aufwandssteigerungen mehr als aufgezehrt wurden. Belastungen resultierten u.a. aus höheren Aufwendungen für Personal (tarifbedingt sowie infolge des Anstiegs der durchschnittlichen Mitarbeitendenzahl) und IT (DB Systel) sowie gestiegenen Energiekosten. Auch die Mietaufwendungen lagen über dem Vorjahresniveau. Bei der DB Fahrzeuginstandhaltung belasteten zudem höhere Effekte aus der Wertberichtigung von Lagermaterial sowie gestiegene Projektkosten (Werkeinfrastruktur) die Entwicklung. Gegensteuerungsmaßnahmen sowie die positive Geschäftsentwicklung u.a. bei der DB Connect konnten die Effekte teilweise kompensieren. Der Rückgang der Investitionen resultierte im Wesentlichen aus in Summe geringeren Effekten aus der Verlängerung und Anpassung bestehender Miet- und Leasingverträge bei der DB Immobilien. Insbesondere bei der DB Connect führten Lieferengpässe von Fahrzeugen zu einer geringeren Investitionstätigkeit. Gegenläufig stiegen die Investitionen v.a. in die Werkeinfrastruktur bei der DB Fahrzeuginstandhaltung. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg v.a. getrieben durch einen Personalaufbau bei Gesellschaften der DB Operational Services, insbesondere bei der DB E.C.O.-Gruppe, der DB Systel, der DB Fahrzeuginstandhaltung und der DB Bahnbau-Gruppe infolge von ausgeweiteten Digitalisierungs- und Qualitätsmaßnahmen sowie der Erhöhung der Eigenfertigungstiefe. Gegenläufig sank hingegen die Zahl der Mitarbeitenden bei den Personaldienstleistern des DB-Konzerns sowie in der Konzernleitung. Geschäftsfeld DB ArrivaENTWICKLUNGEN AUF DEN RELEVANTEN MÄRKTENNachdem ab März 2022 die Corona-Restriktionen in den einzelnen europäischen Ländern nach und nach aufgehoben wurden, stieg die Nachfrage im Personenverkehr wieder an. Der Nachholbedarf bei Reisen wirkte sich v. a. im Fernverkehr und bei grenzüberschreitenden Verkehren positiv aus. Temporäre Angebotseinschränkungen wurden zurückgenommen und gleichzeitig erfolgte in einigen Ländern eine sukzessive Angebotsausweitung, v. a. bei Freizeit verkehren zu touristischen Zielen. Im Sommer 2022 lag die Nachfrage im Fernverkehr bei vielen Verbindungen wieder über dem Vor-Corona-Niveau. Der Schienenpersonennahverkehr hat in weiten Teilen das Vor-Corona-Niveau noch nicht wieder ganz erreicht. Der übergreifend in Europa bestehende Inflationsdruck, auch getrieben durch Auswirkungen der Energiekrise, führte zu Druck auf die Löhne. 2022 kam es daher zu Herausforderungen durch Streikmaßnahmen, u. a. auch im Vereinigten Königreich und in den Niederlanden. Vereinigtes Königreich
Frankreich
Mainland Europe
DB ARRIVA - AUF EINEN BLICKSpartenUK BusDrittgrößter Anbieter von Busverkehren in regionalen Märkten im Vereinigten Königreich mit ländlichen, städtischen und überregionalen Verkehren sowie wichtiger Betreiber in London. Angebot in England und Wales. UK TrainsBetreiber von drei Schienenverkehrsverträgen (Cross-Country, Chiltern und Arriva Rail London Overground) sowie eines Open-Access-Vertrags (Grand Central) im Vereinigten Königreich. Mainland EuropeFührender privater Anbieter in den meisten seiner Märkte in elf europäischen Ländern. Betreibt neben Zügen und Bussen auch Wasserbusse und Carsharing-Angebote. Corporate CenterFachliche Unterstützung der Sparten in den Bereichen IT, Beschaffung, HR, Vertrieb und Finanzen, um die besten Lösungen übergreifend anzuwenden. StrukturREISENDE /in %
UMSATZ /in %
MITARBEITENDE /in %
GeschäftsmodellINPUTS
Stand 2022 bzw. per 31. Dezember 2022.
1) Schlüsselprodukte und -dienstleistungen.
GESCHÄFTSMODELLDB Arriva fokussiert sich auf Transportdienstleistungen mit Bussen und Zügen. Das Geschäft von DB Arriva gliedert sich in die drei Sparten UK Bus, UK Trains und Mainland Europe. Wichtige Leistungskennzahlen sind die Betriebs- und die Verkehrsleistung. Neben den Fahrgelderlösen sind Zuschüsse von nationalen Regierungen und Bestellerorganisationen eine wichtige Einnahmequelle. Kommerzielle Einnahmen werden hauptsächlich über Ticketverkäufe/Fahrpreise generiert. Daneben erzielt DB Arriva in vielen Märkten auch Umsätze aus Privatvermietungen, die das kommerzielle Geschäft ergänzen. Vorgegebene Laufzeiten von Verkehrsverträgen, Konzessionen und Liniengenehmigungen in Verbindung mit der Vorhaltung eines umfangreichen Produktionssystems führen zu einer Kostenstruktur mit einem hohen Anteil an fixen oder halbfixen Kosten (produktionsbezogene Kosten, die etwas Zeit brauchen, bevor sie an Produktionsschwankungen angepasst werden können, wie z. B. Personalaufwendungen). Neben den Investitionen und Abschreibungen sind Personal-, Instandhaltungs-, Energie- und Infrastrukturzugangsaufwendungen (bei Schienenverkehren) wesentliche Treiber. In vielen Märkten, in denen DB Arriva aktiv ist, kann die schnelle Anpassung an Änderungen der Bus- und Zugkapazitäten herausfordernd sein. Europaweit arbeitet DB Arriva mit lokalen, regionalen und nationalen Behörden zusammen, um Kunden neue und verbesserte Leistungen anzubieten. Durch seine regionale Präsenz ist DB Arriva in der Lage, schnell auf Veränderungen, insbesondere neue regulatorische Anforderungen und veränderte Kundenerwartungen, zu reagieren. DB Arriva arbeitet eng mit seinen Kunden zusammen, um effiziente, zuverlässige, sichere und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Kunden schätzen insbesondere die Erfahrung, die DB Arriva beim Betreiben verschiedener Transportlösungen hat, und das Engagement von DB Arriva, qualitativ hochwertige, zuverlässige, effiziente und kostengünstige Transportdienstleistungen zu erbringen. MÄRKTE UND STRATEGIEDB Arriva konzentriert sich weiterhin auf sein Programm zur Transformation und Leistungsverbesserung, um eine wettbewerbsfähige Kostenbasis und eine verbesserte betriebliche Effizienz sicherzustellen. Dies führte auch 2022 zu guten Ergebnissen, mit Kostensenkungen und einer verbesserten wirtschaftlichen Steuerung, um die besten Verträge auszuwählen und ein langfristigeres nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten. 2022 verbesserte DB Arriva seine Organisationsstruktur, um einen neuen, an Kernkennzahlen orientierten Ansatz zur übergreifenden Steuerung der betrieblichen und finanziellen Leistung zu unterstützen. DB Arriva hat außerdem einen neuen Ausschreibungs- und Vertragsmanagementprozess eingeführt. Bei der strategischen Überprüfung von DB Arriva in 2020 wurden Kernmärkte identifiziert, in denen das Geschäftsfeld auch in Zukunft erfolgreich sein und wachsen kann. Bei dieser Überprüfung wurden zudem Portfolioanpassungen in Märkten festgelegt, die als »nicht zum Kerngeschäft gehörend« eingestuft wurden. Bei der Fokussierung wurden gute Fortschritte erzielt und u. a. der Verkauf der Aktivitäten in Schweden und Portugal abgeschlossen. DB Arriva hat außerdem Verträge über den Verkauf der Aktivitäten in Dänemark und Serbien sowie des Busgeschäfts in Polen vereinbart. Der Abschluss dieser Transaktionen wird in 2023 erwartet. Diese Transaktionen sind Teil der Neuausrichtung des Portfolios von DB Arriva, die ein entscheidendes Element der zukunftsorientierten Strategie von DB Arriva ist. Ziel ist langfristig ein stärkeres, wettbewerbsfähigeres Geschäft aufzubauen. Das ermöglicht mehr Innovationen und nachhaltiges Wachstum und gleichzeitig richtet sich DB Arriva eng an den Bedürfnissen seiner Kunden, der Reisenden und der Gemeinden, die DB Arriva bedient, aus. Die Kunden stehen im Mittelpunkt des Transformationsprogramms, um stärkere und tiefere Beziehungen aufzubauen. Dafür hat DB Arriva u. a. einen strukturierten Ansatz für das Key-Account-Management eingeführt, bei dem Daten genutzt und Erkenntnisse gewonnen werden, um engere und tiefere Beziehungen zu Kunden aufzubauen. Bis Ende 2022 wurden mehr als 95% der vertraglich gebundenen Einnahmen durch strukturierte Key-Account-Management-Pläne untermauert, was zu einer verbesserten Qualität der Kundengespräche führt und einen besseren Einblick in Kundenbedürfnisse und -erwartungen bedeutet. Nachhaltigkeit steht bei DB Arriva im Fokus, denn das Geschäftsfeld strebt Klimaneutralität an. Jede Aktivität in den einzelnen Ländern hat klar definierte Ziele, um zu dem Geschäftsfeldziel beizutragen. Es wurden vier Arbeitsgruppen eingerichtet: Null-Emissions-Busse, Null-Emissions-Züge, ESG-Kreislaufwirtschaft (einschließlich Gebäuden) sowie Vielfalt und Inklusion. Zudem hat DB Arriva 2022 das Zero Emission Institute gegründet, um den Übergang zu emissionsfreien Busflotten zu unterstützen. Im Oktober 2022 hat DB Arriva als Teil seiner Fokussierung auf Nachhaltigkeit seine neue Inklusionsstrategie vorgestellt, die einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem integrativeren Arbeitgeber darstellt. Die Strategie, die unter Mitwirkung von Mitarbeitenden aus allen Bereichen von DB Arriva entwickelt wurde, enthält eine Reihe klarer Ziele und Vorgaben, die jede der DB Arriva-Aktivitäten in den kommenden Jahren erreichen muss. Zu diesen Zielen gehören die Erhöhung der Anzahl von Führungskräften aus unterrepräsentierten Gruppen und die Erhöhung des Anteils an weiblichen Führungskräften. Es wurden Schwerpunktbereiche entwickelt, um die Belegschaft, den Arbeitsplatz und die Erfahrung der Fahrgäste zu verbessern und um sicherzustellen, dass DB Arriva bestehende Kundenbeziehungen zu Gemeinden fortsetzen kann. DB Arriva führte 2022 die zweijährliche DB-konzernweite Mitarbeitendenbefragung als Teil seiner Aktivitäten zum Mitarbeitendenengagement durch. Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden ist stabil geblieben, wobei fünf Geschäftsbereiche von DB Arriva nun den externen Benchmark übertreffen. Ein wichtiger Motivationstreiber für die Mitarbeitenden von DB Arriva ist der Kundenfokus, der unverändert eine Stärke ist. Die Mitarbeitenden sind zunehmend daran interessiert, mit Unterstützung von DB Arriva, in ihre persönliche Entwicklung zu investieren. AUFTRAGSBESTANDGewonnene Verkehrsverträge
1) Rundungsdifferenzen möglich.
1) Rundungsdifferenzen möglich.
Wesentliche Neuinbetriebnahmen
1) Leistungen wurden vorher nicht von DB Arriva
erbracht.
Wesentliche Vertragsbeendigungen
1) Leistungen wurden vorher nicht von DB Arriva
erbracht.
1) Leistungen wurden vorher nicht von DB Arriva
erbracht.
Auftragsbestand
Erlöse, die direkt in Zusammenhang mit Verkehrsverträgen oder Konzessionen stehen, sind entweder unabhängig (gesicherte Erlöse, im Wesentlichen Bestellerentgelte) oder abhängig (ungesicherte Erlöse, im Wesentlichen Fahrgelderlöse) von der Zahl der Reisenden. Insgesamt war der Auftragsbestand 2022 rückläufig. Den Zugängen aus erhaltenen Verkehrsverträgen i. H. v. rund 2,0 Mrd. € standen Abgänge i. H. v. rund 3,4 Mrd. € gegenüber, die im Wesentlichen auf erbrachte Leistungen und Änderungen der Annahmen i. H. v. -1,2 Mrd. € zurückzuführen sind. Die Änderungen der Annahmen beinhalten hauptsächlich den Verkauf der Aktivitäten in Schweden und Portugal.
DIGITALISIERUNG UND INNOVATION
UMWELTMASSNAHMEN
WEITERE EREIGNISSE
1) Ab Juli 2022 ohne die verkauften
Aktivitäten in Schweden.
BETEILIGUNGEN
ENTWICKLUNG IM BERICHTSJAHR
Die Entwicklung 2022 wurde von zwei wesentlichen Faktoren beeinflusst:
Die Pünktlichkeit im Schienenpersonenverkehr ist gesunken, was v.a. auf extreme Wetterereignisse, Infrastrukturausfälle und Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie auf die Auswirkungen von Streiks im Vereinigten Königreich zurückzuführen ist. Die Kundenzufriedenheit bei UK Trains blieb unverändert. Die niedrigere Kundenzufriedenheit bei UK Bus ist auf Streiks im Rahmen der Tarifverhandlungen und die anhaltenden Auswirkungen des Fahrer:innenmangels zurückzuführen, die sich auf das Serviceniveau und die Pünktlichkeit ausgewirkt haben. Die Leistungsentwicklung hat sich wieder stark erholt, aber das Vor-Corona-Niveau ist noch nicht wieder erreicht worden. Insgesamt führten die Erholungseffekte zu einem Anstieg der Fahrgastzahlen (Bus und Schiene) und der Betriebsleistung. Dämpfende Effekte ergaben sich aus dem Verkauf von Nicht-Kernaktivitäten. Die wirtschaftliche Entwicklung hat sich v.a. aufgrund des anhaltenden Erholungsprozesses deutlich verbessert, bleibt aber weiterhin angespannt. Das laufende Transformationsprogramm (mit dem ein Rahmen für das aktive Management des Geschäfts und des Portfolios geschaffen wurde), gezielte und fokussierte Investitionen und der Verkauf von Aktivitäten in Märkten, die weniger attraktiv sind und nicht zum Kern der Wachstumsstrategie gehören (Nicht-Kernaktivitäten), hatten einen zusätzlichen positiven Effekt. Die Einkommensentwicklung war insgesamt positiv:
Die Aufwandsseite blieb weitgehend unverändert. Positive Verkaufseffekte wurden durch höhere Treibstoffpreise, leistungsbezogene Aufwandssteigerungen und negative Wechselkurseffekte fast vollständig kompensiert:
Der deutliche Anstieg des Materialaufwands kompensierte die Entwicklung fast vollständig:
Die Investitionen gingen infolge des Wegfalls hoher Investitionen in den Niederlanden und der Slowakei im Vorjahr zurück. Der Verkauf von Nicht-Kernaktivitäten hatte ebenfalls einen reduzierenden Effekt Die Zahl der Mitarbeitenden ging in allen Sparten zurück, v.a. in Mainland Europe aufgrund von Verkaufseffekten. Die Umstrukturierung der Geschäftsfeldzentrale begann 2022 und führte auch zu einer Verringerung der Mitarbeitendenzahl. Im Vergleich zu 2020 blieb die Mitarbeitendenzufriedenheit stabil. Der Anteil der Frauen ist leicht gestiegen. Die spezifischen CO2e-Emissionen bezogen auf das Referenzjahr 2006 haben sich im Schienenverkehr v.a. infolge des Verkaufs elektrifizierter Verkehre in Schweden leicht verschlechtert. Im Busverkehr hat sich das Niveau hingegen deutlich verbessert, im Wesentlichen infolge der Außerbetriebnahme alter, ineffizienter Busse. Sparte UK Bus
UK Bus verzeichnete einen Anstieg der Fahrgastzahlen nach dem Wegfall von coronabedingten Einschränkungen wie z. B. Shutdowns Anfang 2021. Die Fahrpläne wurden an das aktuelle Leistungsniveau angepasst, wodurch das Regionalverkehrsangebot reduziert wurde. Die wirtschaftliche Entwicklung hat sich verbessert. Umsatzwachstum und niedrigere Aufwendungen übertrafen die negativen Effekte der rückläufigen staatlichen Corona-Unterstützungsmaßnahmen und von Kostensteigerungen. Die operativen Ergebnisgrößen haben sich verbessert. Die Ertragsentwicklung war insgesamt positiv:
Auf der Aufwandsseite führten v.a. geringere Personalaufwendungen zu einem Rückgang:
Der Aufwandsrückgang wurde durch den Anstieg der Abschreibungen teilweise kompensiert:
Die Investitionen stiegen deutlich an, was v.a. auf ein Projekt für ein neues Depot und den Anstieg der Investitionen in Gesundheit und Sicherheit sowie auf die Neubewertung von Vermögenswerten (IFRS 16) zurückzuführen ist. Die Zahl der Mitarbeitenden ging aufgrund der geringeren Betriebsleistung und der anhaltenden Herausforderungen im Zusammenhang mit Krankheit und Betriebsabläufen spürbar zurück. Sparte UK Trains
Die Leistungsentwicklung bei UK Trains ist hauptsächlich auf Corona-Erholungseffekte zurückzuführen. Die wirtschaftliche Entwicklung hat sich verbessert. Die positiven Auswirkungen durch die Corona-Erholung wurden nur teilweise durch geringere staatliche Unterstützungsmaßnahmen und zusätzliche Ausgaben kompensiert. Infolgedessen stiegen die operativen Ergebnisgrößen. Die Ertragsentwicklung war deutlich besser:
Auf der Aufwandsseite führten preis- und mengenbedingte Aufwandssteigerungen sowie Wechselkurseffekte zu höheren Aufwendungen:
Der Rückgang der Abschreibungen kompensierte dies teilweise:
Die Investitionen stiegen, v. a. aufgrund deutlich höherer Zuschüsse für Investitionen in rollendes Material bei Chiltern Railways im Zusammenhang mit dem neuen National Rail Contract. Die Zahl der Mitarbeitenden ging aufgrund von freiwilligen Abfindungsregelungen und Rückgängen in der Bordgastronomie leicht zurück. Sparte Mainland Europe
2022 wurden einige Länderaktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, verkauft (Schweden und Portugal) oder für den Verkauf vorbereitet (Dänemark, Serbien und das polnische Busgeschäft). Daraus resultiert eine eingeschränkte Vergleichbarkeit mit Vorjahren. Die Leistungsentwicklung war differenziert. Positive Effekte, die auf eine Erholung der Nachfrage zurückzuführen sind, wurden durch die Auswirkungen der Verkäufe ausgeglichen:
Die wirtschaftliche Entwicklung wurde v. a. durch die Verkäufe, ein effektives Portfoliomanagement und die Corona-Erholung getrieben. Das bereinigte EBITDA sank, während das bereinigte EBIT deutlich stieg:
Die Aufwandsseite wurde stark durch Rückgänge infolge der Verkäufe von Nicht-Kernaktivitäten beeinflusst, die teilweise durch höhere Energiekosten und Erholungseffekte ausgeglichen wurden:
Der signifikante Anstieg des Materialaufwands hatte eine dämpfende Wirkung:
Der Rückgang der Investitionen resultierte aus den Verkäufen von Nicht-Kernaktivitäten sowie aus dem weitestgehenden Abschluss von Investitionsprojekten im Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeitenden ging aufgrund der Verkäufe von Nicht-Kernaktivitäten sowie des Reviews des Geschäfts in Dänemark deutlich zurück. Geschäftsfeld DB SchenkerENTWICKLUNG AUF DEN RELEVANTEN MÄRKTENLandverkehrEUROPA
AMERICAS
ASIEN/PAZIFIK
LuftfrachtNach einem starken Start in 2022, in dem im ersten Quartal die starken Vorjahreszahlen noch übertroffen wurden, konnte sich die Luftfracht im weiteren Jahresverlauf den allgemeinen Umfeldbedingungen nicht entziehen. V. a. die rückläufige Transportnachfrage, der Ukraine-Krieg und Corona-Beschränkungen in China beeinflussten den Markt negativ. Insgesamt ging das transportierte Volumen in der Luftfracht 2022 zurück (‒4,6%). Bereits in den Sommermonaten 2022 waren Anzeichen für eine Abschwächung der Nachfrage zu beobachten. Dieser Trend setzte sich fort und beschleunigte sich im letzten Quartal 2022. Bei gleichzeitiger Zunahme der Kapazitäten verschoben sich so die Marktgleichgewichte von Angebot und Nachfrage auf den meisten Relationen. In diesem zunehmend herausfordernden Marktumfeld verzeichnete DB Schenker einen Volumenrückgang leicht oberhalb des Gesamtmarktes. SeefrachtNach erfolgreichem ersten Halbjahr 2022 war das zweite Halbjahr 2022 durch stark sinkende Seefrachtraten und Mengen charakterisiert. Der Ukraine-Krieg setzte die Energiekosten in Europa unter Druck. Auch die gestiegene Inflation sowie voll ausgelastete Lager schwächten über sinkende Importmengen die Transportnachfrage. Bei gleichzeitig steigenden Transportkapazitäten sanken die Frachtraten: Seit dem Höchststand im Januar 2022 sind die Frachtraten auf allen Haupthandelsrouten von Asien ausgehend um 80% gefallen, das Ratenniveau befand sich Anfang 2023 fast wieder auf Vor-Corona-Niveau. Die beendeten Streiks sowie die Auflösung der Staus vor den Häfen steigerten die Zuverlässigkeit der Reedereien und die Pünktlichkeit der Transporte. Infolge der auftretenden Herausforderungen waren die Volumina bei DB Schenker rückläufig, die Entwicklung war aber auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb. KontraktlogistikNach der Erholung auf das Vor-Corona-Niveau setzte der Markt für Kontraktlogistik 2022 sein Wachstum fort. Positiv entwickelten sich dabei die Bereiche E-Commerce (Omnichannel), Gesundheitswesen, Elektronik (5G, Cloud, Mikrochips) und Konsumgüter. Die Automobilindustrie hingegen entwickelte sich unterdurchschnittlich. Trotz hoher Investitionen in den vergangenen Jahren ist eine weltweite Verknappung von freien Lagerflächen zu beobachten, größtenteils zurückzuführen auf das coronabedingte Wachstum in den Bereichen E-Commerce und Gesundheitswesen. Die Investitionen in neue Lagerkapazitäten entwickeln sich aufgrund stark gestiegener Preise für Baumaterialien, knapper Bauflächen, steigender Material- und Finanzierungskosten gegenwärtig rückläufig. DB SCHENKER - AUF EINEN BLICKSpartenLandverkehr
Luft- und Seefracht
Kontraktlogistik
SonstigeUnterstützung der Sparten durch zentrale Funktionen wie Produktion, Vertrieb, Finanzen, Personal und IT StrukturUMSATZ /in %
EBIT /in %
MITARBEITENDE /in %
GeschäftsmodellINPUTS
Stand 2022 bzw. per 31. Dezember 2022.
1) Schlüsselprodukte und -dienstleistungen.
DB Schenker konnte durch sein geografisch und nach Marktsektoren diversifiziertes Portfolio übergreifend eine leichte Zunahme seiner Marktanteile verzeichnen, v.a. in den Regionen Mittlerer Osten und Afrika und Asien/Pazifik. GESCHÄFTSMODELLAls integrierter Transport- und Logistikdienstleister bedient DB Schenker etablierte Märkte und aufstrebende Volkswirtschaften mit einem weltweiten Netzwerk:
DB Schenker verfügt über eine weltweite Kundenbasis mit breitem Branchenmix und einem Fokus auf Industriekunden. Der Vertical-Market-Ansatz verfolgt das Ziel, branchenspezifische Lösungen zu entwickeln. Wichtige Großkunden werden mit maßgeschneiderten Lösungen betreut. In der Luft- und Seefracht agiert DB Schenker ausschließlich als Spediteur ohne eigene Flugzeuge und Schiffe, im Bereich der Luftfracht jedoch mit einer zeitlich diversifizierten Charterstrategie auf den Main Tradelanes. Dagegen werden in Teilen des Landverkehrs eigene Fahrzeuge und Ladegefäße verwendet. Umschlagterminals sowie Lagerhäuser sind meist unser Eigentum oder längerfristig angemietet. Wichtige Partner sind neben Fluggesellschaften und Reedereien in der Luft- und Seefracht auch im Landverkehr Subunternehmer für die Durchführung von Transporten. Das Leistungsvolumen wird in Abhängigkeit von der Sparte gemessen:
DB Schenker hat eine relativ geringe Kapitalintensität und Wertschöpfungstiefe. Rund 70% des Umsatzes der Transportsparten werden über Vorleistungen zugekauft. Die Optimierung dieser Einkaufsbeziehungen und das Ausbalancieren über verschiedene Einflussfaktoren wie Transportrelationen, Volumen, Gewichte und Verkehrsmodus stellen daher einen wichtigen Erfolgsfaktor und Werttreiber dar. Gleiches gilt für das Management von Schwankungen bei Frachtraten und den spezifischen Zuschlägen auf diese Frachtraten. Unterhalb des Rohertrags ist v. a. ein effektiver und effizienter Personaleinsatz essenziell. Dies gilt insbesondere für die Kontraktlogistik. Hier sind industriebezogenes Know-how und Erfahrung in der optimalen Gestaltung innerbetrieblicher Logistikprozesse wesentliche Erfolgsfaktoren. Darüber hinaus ist eine effektive IT-Unterstützung von besonderer Bedeutung. Die wichtigsten Einnahmequellen sind Transport- und Logistikdienstleistungen, einschließlich Dienstleistungen mit zusätzlicher Wertschöpfung, die sich auf die strategischen Bereiche Aftermarket, Cloud, Finished Goods Fulfillment, Omnichannel und medizinische Geräte konzentrieren, wobei der Schwerpunkt auf der Betreuung der Elektronik-, Gesundheits-, Industrie- und E-Mobilitäts-Branche liegt. MÄRKTE UND STRATEGIEDB Schenker ist in allen relevanten Marktsegmenten gut aufgestellt. Die Vision von DB Schenker ist es, der weltweit führende integrierte Transport- und Logistikanbieter zu sein. Um dies zu erreichen, will DB Schenker seine Marktpositionen weiter stärken und ausbauen. Mit der neuen UNLEASH-Strategie will DB Schenker seine Organisation zukunftssicher machen: durch Kundenorientierung, leistungsfähige Mitarbeiter und dynamisches Wachstum - und v. a., indem wir den Kunden in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen. Anfang 2022 wurde ein umfassendes Transformationsprogramm initiiert, um den Wandel voranzutreiben und sich dabei auf fünf kritische Erfolgsfaktoren zu konzentrieren: Marktkompetenz, Arbeitskultur, unternehmerische Nachhaltigkeit, digitale und prozessuale Exzellenz sowie wirtschaftliche Stärke. Diese fünf Erfolgsfaktoren werden durch ehrgeizige ESG-Ziele ergänzt, um bis 2040 klimaneutral zu werden. Darüber hinaus gewinnt die Digitalisierung als Treiber der Disruption in der Logistikbranche zunehmend an Bedeutung. DB Schenker konzentriert sich daher darauf, die effektivsten Tools und Prozesse zu entwickeln, um seine Kunden zu bedienen. Hier werden Initiativen wie datengesteuerte Geschäftsmodelle, Online-Plattformen und technische Innovationen auf globaler Ebene gefördert. Fortschritte bei der Umsetzung der UNLEASH-Strategie2022 wurden zahlreiche Initiativen umgesetzt:
DIGITALISIERUNG UND INNOVATION
UMWELTMASSNAHMEN
WEITERE EREIGNISSE
BETEILIGUNGEN
ENTWICKLUNG IM BERICHTSJAHR
Für die Erfassung der Kundenzufriedenheit wurden Kunden in 30 Ländern befragt. Die Befragung mit mehr als 200.000 Einladungen wird jährlich durchgeführt. Die Kundenzufriedenheit konnte 2022 gesteigert werden. Die Volumenentwicklung war insgesamt rückläufig. Der Wegfall von coronabedingten Nachholeffekten aus dem Vorjahr sowie die allgemein schwache Marktentwicklung u.a. infolge von coronabedingten Einschränkungen in Asien sowie Störungen in den Lieferketten konnten nur teilweise ausgeglichen werden. Die wirtschaftliche Entwicklung war, getrieben durch die Luft- und Seefracht, sehr erfreulich: Die operativen Ergebnisgrößen stiegen in allen Regionen sehr deutlich. Entsprechend verbesserte sich auch der Rohertrag spürbar (+16,7%). Währungskursbereinigt war der Anstieg etwas schwächer. Die Ertragsentwicklung war sehr positiv, getrieben durch starke Umsatzzuwächse:
Die Aufwandsseite wurde v.a. getrieben durch die Frachtratenentwicklung. Effekte aus Maßnahmen zur Verbesserung der Produktivität wirkten gegenläufig senkend:
Die Investitionstätigkeit hat zugenommen. Der Zuwachs resultierte überwiegend aus Leasingaktivitäten. Investitionsschwerpunkte waren die Regionen Europa und Asien. Währungskursbereinigt war der Anstieg noch etwas deutlicher. Die Mitarbeitendenzahl stieg leicht. Coronabedingt komplexere Arbeitsabläufe führten zu zusätzlichen Neueinstellungen insbesondere im Landverkehr und in der Luft- und Seefracht. Die Mitarbeitendenzufriedenheit ist im Vergleich zu 2020 leicht gestiegen. Verantwortlich sind hierfür die Verbesserungen im Kundenfokus und der Qualität. Die spezifischen CO2-Emissionen konnten im Vergleich zum Referenzjahr 2006 übergreifend reduziert werden:
Sparte Landverkehr
Im Landverkehr ging die Nachfrage getrieben durch Rückgänge v.a. bei den Paket- und Systemverkehren zurück, nachdem das Vorjahr durch coronabedingte Aufholeffekte geprägt war. Der Rückgang in den Sendungszahlen der Direktverkehre ist zu einem großen Teil auf den Effekt der FLS-Transaktion zurückzuführen Die wirtschaftliche Entwicklung war hingegen sehr erfreulich: Die operativen Ergebnisgrößen entwickelten sich infolge eines überproportionalen Ertragswachstums positiv:
Die Entwicklung auf der Aufwandsseite wurde geprägt durch coronabedingt kostenintensivere Prozesse in den Bereichen Direkt-, System- und Spezialverkehre. Im Vergleich zu den Erträgen war der Anstieg aber deutlich unterproportional:
Die Mitarbeitendenzahl stieg v.a. aufgrund der Akquisition von USA Truck deutlich. Sparte Luft- und Seefracht
Die Leistungsentwicklung war rückläufig:
Die wirtschaftliche Entwicklung war hingegen sehr erfreulich: Die bereinigten Ergebnisgrößen verbesserten sich durch den deutlichen Ertragszuwachs:
Auf der Aufwandsseite machte sich v.a. die Frachtratenentwicklung bemerkbar:
Die Mitarbeitendenzahl stieg. Coronabedingt komplexere Arbeitsabläufe führten zu zusätzlichen Neueinstellungen. Sparte Kontraktlogistik
Die Entwicklung in der Kontraktlogistik folgte dank ihres geografisch und nach Marktsektoren diversifizierten Portfolios dem Gesamtmarkt. Die Entwicklung in Europa war trotz Restrukturierungsmaßnahmen und Einflüssen des Ukraine-Kriegs positiv. Die wirtschaftliche Entwicklung verlief in einem herausfordernden Marktumfeld sehr erfreulich: Die bereinigten Ergebnisgrößen stiegen, v.a. getrieben durch überproportionale Ertragszuwächse:
Auf der Aufwandsseite machte sich v. a. die Nachfrageerholung bemerkbar:
Die Entwicklung des Materialaufwands wirkte teilweise kompensierend gegenläufig:
Die Mitarbeitendenzahl ging u.a. infolge einer höheren Produktivität sowie eines angespannten Arbeitsmarktes zurück. CHANCEN- UND RISIKOBERICHTChancen- und Risikomanagement im DB-KonzernDas Chancen- und Risikomanagement des DB-Konzerns umfasst die systematische Identifikation, Bewertung und Steuerung von Chancen und Risiken. Das primäre Ziel des Chancen- und Risikomanagements besteht in der nachhaltigen Existenzsicherung des DB-Konzerns. Die Grundsätze des Chancen- und Risikomanagements werden von der Konzernleitung vorgegeben und konzernweit umgesetzt. Im Rahmen unseres Früherkennungssystems wird dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der DBAG dreimal jährlich zur Chancen- und Risikosituation berichtet. Die Risikoberichterstattung umfasst den Mittelfristzeitraum (fünf Jahre). Für außerhalb des Berichtsturnusses auftretende wesentliche Risiken besteht eine unmittelbare Berichtspflicht. Akquisitionsvorhaben unterliegen zusätzlich einer besonderen Überwachung. Aus dem Prüfungsstandard IDW PS 340 (»Die Prüfung des Risikofrüherkennungssystems«) ergeben sich zusätzliche Anforderungen an das Risikomanagement des DB-Konzerns. Gegenüber dem Status quo ist eine Bestandsgefährdung auf Basis einer definierten Risikotragfähigkeit zu bewerten. In unserem Risikomanagementsystem (RMS) wird die Gesamtheit der Chancen und Risiken unter Berücksichtigung von Wesentlichkeitsgrenzen in einem Chancen- und Risikoportfolio sowie einer detaillierten Einzelaufstellung abgebildet. Ein Katalog mit Chancen- und Risikokategorien dient einer möglichst vollständigen Identifikation der relevanten finanziellen und nachhaltigkeitsbezogenen Chancen und Risiken. Dazu gehören auch Risiken, die für Unternehmen im Zusammenhang mit dem Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft entstehen (Transitionsrisiken), wie auch physische Risiken gem. Definition der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Die im Risikobericht erfassten Chancen und Risiken sind kategorisiert und nach Eintrittswahrscheinlichkeiten klassifiziert. Die Analyse umfasst neben den möglichen Auswirkungen auch Ansatzpunkte und Kosten von Gegenmaßnahmen (Brutto- und Nettoausweis). Chancen und Risiken werden im RMS ausgewiesen in Abhängigkeit von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwellenwert (≥50 Mio.5). Eine Ausnahme gilt nur für Regulierungssachverhalte. Die Bewertung der Chancen und Risiken erfolgt dabei gegen die Mittelfristplanung des DB-Konzerns, die dem Aufsichtsrat der DBAG grundsätzlich in seiner jeweils letzten Sitzung eines Jahres vorgelegt wird. Sie umfasst einen Zeitraum von fünf Jahren. Nicht im RMS erfasst werden dementsprechend die Themen, die bereits in unsere Mittelfristplanung einbezogen wurden. Als Teil des Planungsprozesses werden Prämissen definiert, bspw. zu Preis-, Nachfrage- oder Kostenentwicklungen. ÜBERBLICK CHANCEN UND RISIKEN
Zudem werden Maßnahmen definiert, wie z.B. für die Wärmewende oder den Ausbau der ICE-Flotte. Zwar unterliegen künftige Entwicklungen grundsätzlich einer gewissen Unsicherheit, aber die Planung umfasst alle Themen, die zum Planungszeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten oder realisiert werden. Das Risikomanagement umfasst hingegen auch die Themen mit geringerer Wahrscheinlichkeit und kann dementsprechend auch als Ergänzung zur Planung verstanden werden. Auf Basis des Chancen- und Risikoportfolios wird mittels stochastischer Simulation auch eine Gesamtrisikoposition ermittelt, die zur Einschätzung von bestandsgefährdenden Entwicklungen dient. Organisatorisch ist das Konzerncontrolling die zentrale Koordinationsstelle für unser Chancen- und Risikomanagement. Unser strategisches Chancen- und Risikomanagement leiten wir im Wesentlichen aus den Zielen und Strategien der Geschäftsfelder ab. Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und regelmäßige Identifizieren, Analysieren und Managen von strategischen Chancen und Risiken liegt primär beim operativen Management und ist ein integraler Bestandteil der konzernweiten Planungs- und Steuerungssysteme. Parallel zur Mittelfristplanung wird auch die Perspektive für einen längeren Zeitraum skizziert. Grundsätzlich basiert auch hier der Planungsprozess auf Prämissen und Maßnahmen, die eine Fortsetzung der Fünfjahresplanung darstellen, wobei mit zunehmendem Zeithorizont auch auf einem höheren Aggregationsniveau geplant wird. Im Gegenzug werden dabei größere Entwicklungen, wie z. B. der Trend zur nachhaltigen Mobilität und Verlagerung auf die Schiene, besonders relevant. Wir beschäftigen uns dazu mit detaillierten Markt- und Konkurrenzanalysen, Marktszenarien, den relevanten Kostentreibern und kritischen Erfolgsfaktoren, auch in unserem politischen und regulatorischen Umfeld. Das Geschäftsumfeld des DB-Konzerns verändert sich stetig. Um Chancen zu nutzen und Risiken frühzeitig zu begegnen, beobachten wir im »DB.Trend.Radar« die für den DB-Konzern wichtigsten externen Entwicklungen. Im Fokus steht dabei die Fragestellung, wie sich Veränderungen aus den Bereichen Gesellschaft, Politik, Technologie und Wirtschaft auf unsere Märkte auswirken. Die einzelnen Themen sind stark miteinander vernetzt und von hoher Bedeutung für die Zukunft des DB-Konzerns. Das DB.Trend.Radar unterstützt den DB-Konzern dabei, seine Geschäfte zukunftsfähig auszurichten und Chancen aktiv zu nutzen. Im Zusammenhang mit der strikt am operativen Geschäft ausgerichteten Konzernfinanzierung obliegen die Limitierung und die Überwachung der hieraus resultierenden Kreditrisiken, Marktpreisrisiken und Liquiditätsrisiken dem Konzern-Treasury. Durch den zentralen Abschluss entsprechender Geschäfte (Geldmarktgeschäfte, Wertpapiergeschäfte, Devisengeschäfte, Geschäfte mit Derivaten) werden die möglichen Risiken zentral gesteuert und begrenzt. Das Konzern-Treasury ist in Anlehnung an die für Kreditinstitute formulierten Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) organisiert und erfüllt mit den daraus abgeleiteten Kriterien alle Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). WESENTLICHE MERKMALE DES IKS UND DES RMS IM HINBLICK AUF DEN KONZERNRECHNUNGSLEGUNGSPROZESSUnser konzernweit eingerichtetes internes Kontrollsystem (IKS), das auch die rechnungslegungsbezogenen Prozesse einschließt, ist integraler Bestandteil des RMS. Soweit die Einhaltung für sachgerecht erachtet wird, berücksichtigt die Ausgestaltung unseres IKS die empfohlenen Handlungsweisen des vom Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) herausgegebenen »Internal Control - Integrated Framework« in der überarbeiteten Fassung aus dem Jahr 2013. Ausgehend hiervon ist unser IKS - insbesondere im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess - ein kontinuierlicher Prozess, der sich auf grundlegende konzerneinheitliche Prinzipien und Kontrollmechanismen wie z.B. systemtechnische und manuelle Abstimmungen, die Trennung und klare Definition von Funktionen sowie auf die Überwachung der Einhaltung und Weiterentwicklung von konzernweit anzuwendenden Richtlinien und speziellen Arbeitsanweisungen stützt. Zu den von uns eingesetzten rechnungslegungsbezogenen Kontrollmechanismen zählen über die zuvor dargestellten Instrumente hinaus u. a. eine konzernweit einheitliche Berichterstattung und die regelmäßige Aktualisierung der entsprechenden Bilanzierungsrichtlinien und der rechnungslegungsbezogenen Systeme. Einem verbindlichen Terminplan folgend, werden die Geschäftsvorfälle der abschlussrelevanten Einheiten nach den Grundsätzen der IFRS unter Beachtung der konzerneinheitlich geltenden Vorgaben aufbereitet und in das zentrale Konsolidierungssystem gemeldet. Die Prüfungshandlungen der Konzernrevision, die ein weiteres Element unserer Kontrollmechanismen darstellen, zielen u. a. auf die Beurteilung der Angemessenheit und Wirksamkeit unseres IKS ab. Ergänzend zu unseren Überwachungsmechanismen befasst sich der Prüfungs- und Compliance-Ausschuss bzw. der Aufsichtsrat mit der Wirksamkeit des IKS. BEWERTUNG DER RISIKOPOSITION NACH KATEGORIENCHANCEN- UND RISIKOPORTFOLIO GESCHÄFTSJAHR 2023 PER 31.12.2022 / in Mrd. €
CHANCEN- UND RISIKOPORTFOLIO GESCHÄFTSJAHR 2022 PER 31.12.2021 / in Mrd. €
Ohne mögliche Auswirkungen der laufenden Tarifverhandlungen. Über einen quartalsweise durchgeführten internen Meldeprozess bestätigt das Management der zum Vollkonsolidierungskreis des DB-Konzerns gehörenden Gesellschaften und der einzelnen Geschäftsfelder u.a. die Vollständigkeit und Richtigkeit der abschlussrelevanten Berichtsdaten. Zusätzlich wird durch das jeweils verantwortliche Management die Einhaltung der konzernweit gültigen IKS-Vorgaben bestätigt, die erforderlichenfalls durch gesellschaftsspezifische dokumentierte Steuerungs- und Überwachungsinstrumente ergänzt sind. BEURTEILUNG DER RISIKOSITUATIONDie Einschätzung der Risikosituation erfolgt auf Basis unseres RMS. Sehr wahrscheinliche Chancen und Risiken (Eintrittswahrscheinlichkeit>70%) sind bereits in der Prognose der EBIT-Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 verarbeitet worden. Das System ist entlang der Anforderungen des KonTraG ausgerichtet und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Per 31. Dezember 2022 lagen die Risikoschwerpunkte (wahrscheinliche Risiken) des DB-Konzerns in der Kategorie Konjunktur, Markt und Wettbewerb, in der Corona-Pandemie, der Kategorie Produktion und Technik und der Kategorie Beschaffungs- und Energiemarkt. Risiken resultieren v.a. aus der Marktentwicklung in der Logistik (insbesondere der Entwicklung der Luft- und Seefrachtraten), der weiteren Entwicklung der Beschaffungs- und Energiepreise sowie der Inflation insgesamt. Darüber hinaus resultieren weitere Risiken aus der Nachfrageentwicklung im Personenverkehr und aus möglichen Rückschlägen bei der Überwindung der Auswirkungen der Corona-Pandemie, im Zusammenhang mit ETCS-Projekten sowie der Entwicklung der betrieblichen Qualität. Für die Prognose der EBIT-Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 bestehen unter Berücksichtigung von Gegensteuerungsmaßnahmen Risiken i. H.v. 1,7 Mrd. € (davon sehr wahrscheinlich: 0,0 Mrd.€). Die Realisierung der anfänglichen Tarifforderungen der EVG würde zu einer erheblichen zusätzlichen Belastung führen. Chancen über die EBIT-Prognose hinaus bestehen i. H.v. 0,3 Mrd.€ (davon sehr wahrscheinlich: 0,3 Mrd.€). Diese Chancen bestehen v.a. im Bereich Beschaffungs- und Energiemärkte. In der Risikobewertung sind keine Risiken aus den Tarifverhandlungen in 2023 enthalten. Die höheren Energiepreise können 2023 nicht mehr umfassend durch Sicherungsmaßnahmen ausgeglichen werden. Ein wichtiger Indikator für die Gesamtrisikoeinschätzung ist auch eine Bewertung durch Dritte. Neben der internen Risikobewertung werden die Bonität und das aggregierte Ausfallrisiko des DB-Konzerns durch Kreditrating-Agenturen eingeschätzt. Deren externe Bewertungen zur Gesamtrisikoposition des DB-Konzerns werden in den guten Kreditrating-Einstufungen reflektiert. Im Bereich Nachhaltigkeit werden mögliche Risiken von ESG-Rating-Agenturen extern eingeschätzt und bewertet. Organisatorisch haben wir Voraussetzungen geschaffen, um mögliche Risiken frühzeitig erkennen zu können. Unser kontinuierliches Risikomanagement und die aktive Steuerung der wesentlichen Risikokategorien tragen zur Risikobegrenzung bei. Wesentliche strategische Chancen und Risiken wurden auf Geschäftsfeldebene identifiziert und im weiteren Verlauf des Strategieprozesses und zur Operationalisierung mit Maßnahmen hinterlegt. Als Ergebnis unserer Analysen von Chancen und Risiken, Gegenmaßnahmen, Absicherungen und Vorsorgen sowie nach Einschätzung des Vor stands sind auf Basis der gegenwärtigen Risikobewertung und unserer Mittelfristplanung keine Risiken vorhanden, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des DB-Konzerns bestandsgefährdend beeinträchtigen könnten. Chancen- und RisikokategorienKONJUNKTUR, MARKT UND WETTBEWERBDie Nachfrage nach unseren Mobilitäts- und insbesondere nach unseren Transport- und Logistikdienstleistungen ist u. a. abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung:
Risiken bestehen übergreifend in einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Ein wesentlicher Hebel, um uns im Wettbewerb behaupten zu können, sind Verbesserungen der Leistungsqualität. Dafür setzen wir im Systemverbund Bahn die Strategie Starke Schiene und bei DB Schenker die UNLEASH-Strategie um. Wesentliche Chancen zur Leistungsverbesserung resultieren aus dem Trend zur Digitalisierung:
Mittelfristig können sich Veränderungen im Wettbewerbsumfeld u. a. aus folgenden Entwicklungen ergeben:
Um den daraus resultierenden Chancen und Risiken angemessen zu begegnen, setzen wir unsere Digitalisierungsstrategie um. Auf Chancen und Risiken aus verändertem Nachfrageverhalten oder aus der Verlagerung von Verkehrsströmen reagieren wir zudem konzernübergreifend mit einer intensiven Marktbeobachtung sowie einer kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Portfolios und unserer Produkte. Die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen ist zum Teil auch abhängig von der Entwicklung unserer Kunden:
PRODUKTION UND TECHNIKIm Personenverkehr verschlechtert eine Beeinträchtigung der Produktionsqualität (insbesondere der Pünktlichkeit) die Qualität der Dienstleistung und kann zu Kundenverlusten führen. Auslieferungsverschiebungen von Neufahrzeugen können Erlösausfälle und Mehrkosten z. B. durch Ersatzverkehre oder Pönalezahlungen verursachen. Die Verfügbarkeit, die Kapazität und der Zustand der Schieneninfrastruktur sind wesentliche Voraussetzungen für einen leistungsfähigen Schienenverkehr. Zum langfristigen Erhalt der Zukunftsfähigkeit der Schiene ist es auch notwendig, die Infrastruktur zu digitalisieren und zu automatisieren. Die Nutzungsintensität auf dem deutschen Schienennetz hat sich deutlich erhöht. Die steigende Nachfrage trifft dabei auf eine Schieneninfrastruktur, die nicht in einem entsprechenden Maße kapazitativ erweitert wurde. Gleichzeitig hat sich der Zustand der Infrastruktur verschlechtert, weil viele Gleise, Weichen, Brücken und Stellwerke störanfällig geworden sind. Um die Modernisierung voranzutreiben, wird auf einem sehr hohen Niveau gebaut. Diese Baumaßnahmen kosten allerdings zusätzliche Kapazität. Mit steigender Auslastung wachsen Staueffekte und Unpünktlichkeit exponentiell an. Die Intensität der Bautätigkeit im Netz hat bereits spürbar zugenommen und wird voraussichtlich weiter zunehmen. Das kann auch starke Auswirkungen auf die Betriebsprogramme und die Produktionsqualität der Transporteure haben, die teilweise nicht kompensiert werden können. Das Angebot und die Qualität unserer Leistungen hängen in hohem Maße auch von der Verfügbarkeit und der Zuverlässigkeit der eingesetzten Produktionsmittel, der zugekauften Vorleistungen sowie der Leistungsqualität von Partnern ab. Hierzu führen wir einen intensiven Qualitätsdialog mit den relevanten Lieferanten und Geschäftspartnern. Dies gilt insbesondere für die Fahrzeugindustrie. Eine ausreichende Verfügbarkeit unserer Fahrzeugflotte ist besonders kritisch. Signifikante Einschränkungen gefährden den fahrplangemäßen Betrieb. Im Regionalverkehr besteht zusätzlich das Risiko von Pönalen im Fall von Zugausfällen oder unzureichender Pünktlichkeit. Wir versuchen diesem Risiko durch Vorsorgemaßnahmen entgegenzuwirken und die Folgen bei Eintreten z. B. durch die Stellung von Ersatzfahrzeugen oder die Einrichtung von Ersatzverkehren zu minimieren. Die technischen Produktionsmittel im Schienenverkehr müssen den geltenden und sich möglicherweise ändernden Normen und Anforderungen entsprechen, sodass es zur technischen Beanstandung von Fahrzeugen kommen kann. Hier besteht das Risiko, dass einzelne Baureihen oder Wagentypen gar nicht oder nur unter Auflagen wie geringeren Geschwindigkeiten, kürzeren Wartungsintervallen oder geringeren Radsatzlasten eingesetzt werden dürfen. Zudem können neue Fahrzeuge, die mit Mängeln behaftet sind oder keine Zulassung bekommen, von uns nicht abgenommen werden. Infolge von technischen Defekten oder Auflagen kann es zu Umrüstungserfordernissen an Fahrzeugen kommen, die zu erheblichen Einschränkungen der Verfügbarkeit oder sogar zu temporären Einsatzverboten führen können. Im Regionalverkehr kann ein Risiko aus der Freisetzung von Fahrzeugen nach dem Auslaufen oder der Neuvergabe eines Verkehrsvertrags resultieren. Als Gegenmaßnahme werden alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft. Die zunehmende Digitalisierung führt dazu, dass das Ausmaß der Abhängigkeit von rund um die Uhr verfügbarer und sicherer IT zunimmt. Daraus resultieren IT-, Telekommunikations- und Cyberrisiken wie die Unterbrechung der Verfügbarkeit von IT-Systemen, die zu schwerwiegenden Geschäftsunterbrechungen führen können, oder der unautorisierte Zugang Dritter zu Kundendaten. Dem begegnen wir durch ein vorausblickendes Informationssicherheitsmanagement, das für die notwendige Absicherung der informationsgestützten Geschäftsprozesse sorgt. Ein hierfür wesentliches Instrument ist das Risikomanagement für Informationen, IT-Anwendungen und IT-Infrastrukturen/-Services. Die relevanten Risiken werden identifiziert, analysiert, bewertet und reduziert. Die verbleibenden Risiken werden dokumentiert sowie ggf. an entsprechende Stellen gemeldet und überwacht. Unser Informationssicherheitsmanagement folgt internationalen Standards gem. ISO 27001/ 27002:2022 sowie dem NIST Cyber Security Framework. Um kritische technische Sicherheitslücken zu minimieren, werden zahlreiche Gegenmaßnahmen (wie Firewalls, Verschlüsselung und abgeschottete Serverbereiche, zeitnahes Einspielen von Softwareaktualisierungen) eingesetzt. Angemessene Redundanz der IT-Systeme (auch über mehrere Standorte hinweg) erhöht die allgemeine Ausfallsicherheit kritischer Geschäftsprozesse, Applikationen und Infrastrukturen. Auch die Netzwerkinfrastruktur ist dort redundant ausgelegt, wo Informationssicherheit und Geschäftskontinuität dies erfordern. Für die wichtigsten Prozesse und IT-Anwendungen werden systematisch und regelmäßig Penetrationstests und Red-Team-Stresstests durchgeführt, um Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Insgesamt reduzieren diese Maßnahmen das Risiko von Angriffen, den daraus resultierenden Ausfällen von IT-Systemen, der Störung von Kommunikation oder des Diebstahls vertraulicher Informationen. Im Schienengüterverkehr ist die Pünktlichkeit für unsere Kunden ein wesentliches Kriterium bei der Verkehrsträgerwahl. Zusätzlich können sich in der Geschäftsabwicklung Unregelmäßigkeiten ergeben, wie z. B. Zollverstöße und Diebstähle. Dem begegnen wir u. a. durch die Einbindung qualifizierter Zollkoordinatoren sowie mit einem Sofortmeldesystem bei Steuerbescheiden. PERSONALFür die Umsetzung der Strategie Starke Schiene sind wir auf eine adäquate Ausstattung mit qualifizierten Fachkräften angewiesen. Der DB-Konzern hat einen hohen jährlichen Neueinstellungsbedarf. Dieser wird verstärkt durch das altersbedingte Ausscheiden zahlreicher Mitarbeitender sowie durch das tariflich vereinbarte Wahlmodell zur Arbeitszeit. In 2023 anstehende Tarifverhandlungen bergen Risiken im Zusammenhang mit Arbeitskampfmaßnahmen und außerplanmäßigen Tarifsteigerungen. Der Fachkräftemangel, verstärkt durch den demografischen Wandel, ist ein Kernrisiko für unser Geschäft. Es wird immer schwieriger und aufwendiger, offene Stellen mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Daraus wiederum resultieren Risiken wie eine niedrige Personaldeckung zur Absicherung des laufenden Geschäfts sowie langfristig auch Wissensverlust, insbesondere bei bahnspezifischen Berufen. Diesen Risiken wirken wir insbesondere durch Weiterentwicklung unserer Beschäftigungsbedingungen entgegen. Sie erhöhen die Bindung unserer aktuellen Mitarbeitenden und signalisieren unsere Attraktivität als Arbeitgeber im umkämpften Arbeitsmarkt. Durch die Weiterentwicklung unserer Lerninfrastruktur im Sinne eines offenen, konzernweiten Lernökosystems, den Ausbau und die Digitalisierung der Qualifizierungskapazitäten, die Neugestaltung von Ausbildung und Funktionsausbildung (Umschulung) und die Maßnahmen zur strategischen Nachfolgeplanung sorgen wir für ein nachhaltiges und effektives Wissensmanagement und wirken dem Risiko eines Wissensverlusts entgegen. Zur erfolgreichen Umsetzung der Strategie Starke Schiene ist die grüne und digitale Transformation des DB-Konzerns erfolgskritisch. Die Kompetenzen, Qualifizierungen und Spezialisierungen, die wir brauchen, rechtzeitig und in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung zu stellen, ist eine Herausforderung, der wir durch die Weiterentwicklung unseres Strategischen Workforce Managements und unseren Foresight-Ansatz »Lab1-Berufe der Zukunft« entgegenwirken. Hieraus leiten wir frühzeitig Implikationen für Rekrutierung, Nachführung und Qualifizierung ab. Eine wichtige Herausforderung ist hierbei, die digitale Transformation im engen Schulterschluss mit den Mitarbeitenden und den Stakeholdern zu gestalten. Unser Ziel ist es, allen Mitarbeitenden eine langfristige und nachhaltige Perspektive im DB-Konzern anzubieten. Entsprechende Maßnahmen für generationenübergreifende und interkulturelle Zusammenarbeit sowie Rahmenbedingungen zur Angleichung der Teilhabe aller Geschlechter erhöhen die Arbeitgeberattraktivität und vermindern Risiken, die sich aus Veränderungen der Mitarbeitendenstruktur und ungleicher Partizipation der Mitarbeitendengruppen ergeben können. Hier setzt unser Diversity-Management mit der Konzerninitiative »Einziganders.« und dem strategischen Vorgehen zur Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen an. Risiken entstehen auch, wenn wir aufgrund unflexibler Arbeitsweisen nicht schnell genug auf die sich verändernden Anforderungen eines volatilen Marktumfelds reagieren könnten und so auch nicht den Ansprüchen unserer Mitarbeitenden an eine moderne Arbeitswelt entsprechen würden. Dem begegnen wir, indem wir moderne Arbeitswelten im Rahmen zahlreicher Programme, Initiativen und Communitys im DB-Konzern vorantreiben. Um auch unsere Führungskräfte weiterhin mit den passenden Kompetenzen und Methoden auszustatten, um in modernen, digitalisierten Arbeitswelten erfolgreich zu wirken, entwickeln wir das in der DB Akademie verortete Aus- und Weiterbildungsprogramm für Führungskräfte permanent weiter. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Krisen mit unklaren Perspektiven spielt die Personalkostenstruktur eine wichtige Rolle. Daher ist es unser Ziel, mit Blick auf den Arbeitsmarkt und den Verkehrsmarkt wettbewerbsfähige Tarifverträge abzuschließen. Aus dem verstärkten Preisauftrieb ist mit hohem zusätzlichen Druck auf die Tarifentwicklung zu rechnen. Vor diesem Hintergrund versuchen wir in den anstehenden Neuverhandlungen mit der EVG und der GDL Tarifverträge abzuschließen, die einerseits die Wertschätzung für die Mitarbeitenden ausdrücken und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit des Systemverbunds Bahn absichern. REGULIERUNGVeränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler oder europäischer Ebene können Risiken für unser Geschäft zur Folge haben. Aus dem allgemeinen Regulierungsrisiko können sich daher spürbare Umsatz- und Ergebnisauswirkungen ergeben. Gegenstand der Regulierung sind u.a. die einzelnen Komponenten der von unseren Eisenbahninfrastrukturunternehmen verwendeten Preissysteme und Nutzungsbedingungen. Hier bestehen Risiken der Beanstandung und des Eingriffs. Maßnahmen, die die Erzielung einer angemessenen Rendite in unseren Infrastrukturgeschäftsfeldern gefährden oder sogar verhindern (z. B. durch einen Eingriff in die Preissysteme), können Finanzierungsbeiträge aus DB-Mitteln für Infrastrukturinvestitionen gefährden. Politische Risiken betreffen insbesondere die Verschärfung geltender Normen und Vorschriften des Eisenbahnwesens. Auch die Struktur des DB-Konzerns ist potenziell regulatorischen Risiken ausgesetzt. Hinsichtlich Risiken aus veränderten rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen auf nationaler wie internationaler Ebene bringen wir unsere Position in die vorausgehenden Beratungen und Diskussionen aktiv ein. Treten politische bzw. regulatorische Risiken ein, werden auf unternehmerischer Ebene, soweit möglich, Gegensteuerungsmaßnahmen umgesetzt, um die potenziellen negativen Auswirkungen auf die unternehmerischen Ziele und das Verkehrswachstum zu minimieren. Chancen resultieren aus der Förderung von grüner Mobilität, u.a. zur Erreichung staatlicher Klimaschutzziele wie z. B. des Klimaschutz-Sofortprogramms. BESCHAFFUNGS- UND ENERGIEMARKTJe nach Marktsituation können die Einkaufspreise für Rohstoffe, Energie sowie Transport- und Bauleistungen stark schwanken. Seit Ende 2022 beobachten wir nach den sehr starken Anstiegen seit 2020 wieder eine Beruhigung der Rohstoff- und Transportpreise. Weiterhin sehr hohe und volatile Energiepreise schlagen andererseits zunehmend in den Erzeugerpreisen direkt oder mittelbar durch und treffen den DB-Konzern auf vielen Ebenen. Besonders betroffen sind energieaffine Bereiche mit besonderem Fokus auf Materialien im Infrastrukturbereich (u. a. wegen der energieintensiven Produktion von Stahl, Zement, Beton). Durch den Ukraine-Krieg und insbesondere die infolgedessen verhängten Sanktionen gegen Russland und Reaktionen Russlands darauf ist es zu erheblichen Preissteigerungen v.a. bei Gas und Öl, aber auch bei Rohstoffen gekommen. Diese Entwicklungen könnten sich in Abhängigkeiten von der weiteren Entwicklung noch weiter verschärfen. Daraus können zusätzliche Risiken in Bezug auf Energiekosten und Baupreise resultieren. Dem Risiko von weiteren Energiepreissteigerungen begegnen wir u.a. durch eine stringente Preisanpassungsstrategie und den Abschluss langfristiger Beschaffungsverträge. Diese Sicherungsmaßnahmen wirken allerdings nur zeitlich begrenzt und müssen gegenüber möglichen Chancen aus wieder fallenden Energiepreisen abgewogen werden. In Abhängigkeit von der Markt- und Wettbewerbssituation ist es kurzfristig nicht oder nur eingeschränkt möglich, Kostensteigerungen an Kunden weiterzugeben, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Margen. Aus der Bündelung von Bedarfen und der Optimierung langfristiger Mengenzusagen resultieren Chancen, auch in anspruchsvollem Marktumfeld Potenziale bei den Beschaffungspreisen zu heben. KAPITALMARKT UND STEUERNAus unserem internationalen Geschäft resultiert ein Währungsrisiko. Dieses ist allerdings weitgehend auf das sog. Translationsrisiko begrenzt, da i.d. R. eine hohe regionale Kongruenz zwischen Produktions- und Absatzmarkt besteht. Zins- und Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft sichern wir u.a. durch originäre und derivative Finanzinstrumente Ihr Einsatz ist im DB-Konzern nur zu Absicherungszwecken erlaubt. Es besteht das Risiko, dass sich diese Absicherungen nicht oder nicht wie beabsichtigt materialisieren. Zur Vermeidung des Adressenausfallrisikos bei Finanz- und Energiederivaten schließen wir für alle längerfristigen Sicherungsgeschäfte Besicherungsanhänge (Credit Support Agreements; CSA) ab. Aufgrund der langfristigen Kapitalbindung setzen wir i.d. R. auch langfristige, festverzinsliche Finanzinstrumente ein. Ein Risiko aus steigenden Zinsen besteht daher nur für Neuemissionen. Ein Teil der Verpflichtungen aus Pensions- und anderen pensionsähnlichen Leistungszusagen ist durch Planvermögen gedeckt, das aus Aktien, Immobilien, festverzinslichen Wertpapieren und anderen Vermögensanlagen besteht. Wertverluste bei diesen Anlagen verringern die Abdeckung der Pensionsverpflichtungen durch Planvermögen und können unter Umständen Zuführungen erforderlich machen. Daneben bestehen potenziell Risiken aus Steuernachzahlungen für offene Betriebsprüfungen und aus Änderungen der Steuergesetze. Um steuerliche Risiken zu minimieren, verfolgen wir eine zeitnahe Abwicklung der steuerlichen Betriebsprüfungen und haben ein Tax-Compliance-Management-System im DB-Konzern eingeführt. RECHT UND VERTRÄGEInfolge von verzögerten Fahrzeugauslieferungen und Fahrzeugmängeln können sich Betriebserschwernisse im Regional- und Fernverkehr ergeben. Im Regionalverkehr können daraus Vertragsverletzungen oder Nichterfüllungen gegenüber den Bestellerorganisationen resultieren. Höhere Aufwendungen und Pönalezahlungen bei gleichzeitig geringerem Fahrgeld sind dann die Folge. Gegenüber den Herstellern werden sich daraus ergebende Ausgleichsansprüche verfolgt. Darüber hinaus können sich Risiken, insbesondere aus Gewährleistungs- und sonstigen Haftungsregelungen, auch aus anderen vertraglichen Beziehungen ergeben. Dies betrifft bspw. die Veräußerung von Unternehmen, Immobilien oder anderen wesentlichen Vermögenswerten. Für bestehende rechtliche und vertragliche Risiken wurden unter Abschätzung der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten Rückstellungen gebildet. Die Einhaltung von geltendem Recht, Unternehmensrichtlinien und anerkannten regulatorischen Standards ist Aufgabe und Verpflichtung aller Mitarbeitenden des DB-Konzerns. Zur Sicherstellung regelkonformen Verhaltens dient die Compliance-Organisation. Der DB-Konzern ist mit seinem sehr hohen Einkaufsvolumen und rund 20.000 Lieferanten einer der größten Einkäufer in Deutschland. Insbesondere die Infrastrukturgeschäftsfelder sind angesichts umfangreicher Investitionen großen Risiken ausgesetzt, Ziel und Opfer von Korruption, Kartellabsprachen oder Betrug zu werden. Auch der Bund als Zuschussgeber stellt mit seiner Antikorruptionsrichtlinie hohe Compliance-Anforderungen an den DB-Konzern. Chancen resultieren aus der Aufdeckung von Kartellen aus der Vergangenheit und der Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen gegen die Kartellanten. Der DB-Konzern verfolgt in über zehn Fällen Schadenersatzansprüche. Dabei geht es u.a. um Kartelle bei Lkw, Pkw (sog. Pkw-Kartell und Abgasskandal), Schienen, Luftfracht, Aufzügen und Fahrtreppen, Spannstahl und Girocard. In über zehn weiteren Fällen ermittelt der DB-Konzern noch, ob ein Schaden entstanden ist. Der DB-Konzern hat ein innovatives Kartellscreening-Tool entwickelt, das seit Anfang 2022 im Einsatz ist. Das Tool identifiziert seither auffällige Muster im Preissetzungs- oder Bieterverhalten und kann wertvolle Hinweise auf rechtswidrige Lieferantenabsprachen geben. Die Ergebnisse im ersten Jahr waren vielversprechend: 2022 wurden mehr als 2.500 laufende bzw. neue Vergaben in diesem automatisierten, digitalen Verfahren gescreent. Bei 120 Vergaben erfolgte eine Zweitprüfung. In einem Fall erhärtete sich dabei der Verdacht, sodass eine Meldung an das Bundeskartellamt erfolgte. Der DB-Konzern steht zu diesem neuartigen Ansatz in der Kartellprävention und -aufdeckung mit diversen Wettbewerbsbehörden und der OECD im Austausch. Es bestehen zudem Risiken aus laufenden Verfahren (nationaler Behörden bzw. der Europäischen Kommission) gegen Gesellschaften des DB-Konzerns oder die Bundesrepublik Deutschland, deren Ausgang und mögliche Folgen daraus noch nicht absehbar sind. BESONDERE EREIGNISSEUnsere Aktivitäten basieren auf einem technologisch komplexen, vernetzten Produktionssystem. Dem Risiko von Betriebsstörungen begegnen wir generell mit systematischer Wartung und dem Einsatz qualifizierter Mitarbeitender sowie mit kontinuierlicher Qualitätssicherung und Verbesserung unserer Prozesse. Der Natur des Eisenbahngeschäfts als offenem System entsprechend, können bestimmte Faktoren (wie Naturereignisse, Unfälle, Anschläge, Cyberangriffe oder Diebstähle), die sich potenziell negativ auf den Betriebsablauf auswirken, von uns nur bedingt beeinflusst werden. Hier gilt unser Bemühen der Minimierung möglicher Auswirkungen. Allerdings können hieraus auch Kostenrisiken aus Gegenmaßnahmen resultieren. Zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung der öffentlichen Sicherheit u.a. in den Personenbahnhöfen, z.B. durch Ausbau der Videoüberwachung, können zu zusätzlichen Aufwandsbelastungen führen. UMWELTMANAGEMENTEin elementarer Bestandteil des konzernweiten Umweltmanagementsystems nach DIN ISO 14001 ist eine Chancen- und Risikobetrachtung. Sie ist Ausgangspunkt für die umweltbezogene Risikovorsorge des DB-Konzerns. Künftig wird das Prinzip der Vorsorge durch das Risikomanagement der Sorgfaltspflichten entlang unserer Lieferketten ergänzt. Gleichzeitig ist es unserer Strategie ureigen, schonend mit den (natürlichen) Ressourcen unseres Wirtschaftens umzugehen (Ressourcenschutzziele). KLIMABEDINGTE CHANCEN UND RISIKENKlimabedingte transitorische Chancen und Risiken, die sich aus dem Übergang zu einer dekarbonisierten Wirtschaft ergeben, und Risiken, die sich aus dem Klimawandel ergeben, werden in unserem RMS erfasst und bei Überschreiten bestimmter Schwellenwerte und Eintrittswahrscheinlichkeiten in den betroffenen Risikokategorien ausgewiesen. Klimarisiken werden im Rahmen des RMS und unserer Mittelfristplanung wie andere Risiken behandelt. Durch den Einsatz von Szenarioanalysen wie z.B. im Rahmen der PIK-Studie und der strategischen Weiterentwicklung eines Klimaresilienzmanagements ist der DB-Konzern auf dem Weg zu einem vorausschauenden Management von akuten sowie chronischen physischen klimawandelbedingten Risiken. 2021 hatten wir eine weitere externe Studie beauftragt, die physische und transitorische Risiken gem. den TCFD-Empfehlungen in einer ersten Impact-Analyse auf die Aktivitäten des DB-Konzerns für zwei Extremszenarien identifiziert hat. Das Ergebnis zeigt u. a., dass transitorische Risiken aus den Kategorien Politik, Markt und Technologie gem. der TCFD-Kategorisierung als relevant für den DB-Konzern einzustufen sind. Im Folgenden zeigen wir Beispiele für klimabedingte Chancen und Risiken gem. der TCFD-Einteilung in transitorisch und physisch, die kurz-, mittel- und langfristig sind:
Um den Risiken entgegenzuwirken, treiben wir den Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen voran. Dabei können Technologieentwicklungen hin zu anderen klimafreundlichen Mobilitätsangeboten abseits der Schiene aber auch ein Risiko für uns darstellen.
UMSETZUNG VON PROJEKTENMit unseren Maßnahmen sind teilweise hohe Investitionsvolumina sowie eine Vielzahl hochkomplexer Projekte verbunden. Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, Verzögerungen in der Umsetzung (u. a. durch umfangreichere Bürgerbeteiligungen), notwendige Anpassungen während der häufig mehrjährigen Laufzeiten, Abweichungen von der mit dem Bund vereinbarten Hochlaufkurve der Investitionsmittel oder Veränderungen der Einkaufspreise können zu Projekt- und Liquiditätsrisiken führen. Diese haben aufgrund der vernetzten Produktionsstrukturen auch geschäftsfeldübergreifende Auswirkungen. So sind z. B. geplante Verkehrsverlagerungen von der Straße auf die Schiene dann nicht realisierbar. Wir tragen dem durch ein intensives Monitoring der Projekte Rechnung. Bei der Realisierung von geplanten Maßnahmen aus verschiedenen Programmen, wie z. B. der Strategie Starke Schiene für den Systemverbund Bahn oder der UNLEASH-Strategie von DB Schenker, besteht das Risiko, dass die geplanten Effekte entweder gar nicht oder nur in geringerem Umfang realisiert werden können und/oder verzögert eintreten. Gleichzeitig besteht allerdings auch die Chance, die geplanten Effekte zu übertreffen. INFRASTRUKTURFINANZIERUNGFür das Bestandsnetz haben wir mit dem Bund Anfang 2020 eine Vereinbarung abgeschlossen, die die Finanzierung bis zum Jahr 2029 festschreibt. Die LuFV III und die damit verbundene langfristige Sicherung von Infrastrukturqualität und -verfügbarkeit verbessern die Attraktivität des Schienenverkehrs, die über Mehrverkehr auch zu höheren Erlösen bei den Infrastrukturgesellschaften führt. Risiken resultieren aus einer möglichen Nichterreichung der in der LuFV festgelegten Vertragsziele und aus möglichen Rückforderungen des Bundes durch die Prüfung der zweckentsprechenden Mittelverwendung. Aufgrund der stark steigenden Baukosten sind die Mengenziele der LuFV mit dem bisherigen Mittelansatz nicht mehr erreichbar. Neuverhandlungen mit dem Bund wurden angestoßen. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit von aus Eigenmitteln geleisteten Investitionen oder Finanzierungsbeiträgen zu Investitionsprojekten ist essenziell, um die Investitionsfähigkeit des DB-Konzerns langfristig zu sichern. Des Weiteren ist die haushalterische Ausstattung insbesondere des Bundes von entscheidender Relevanz für den Ausbau der Infrastrukturkapazität zur Umsetzung einer Verkehrswende in Deutschland. Für die Realisierung des Deutschland-Takts entsteht erheblicher Infrastrukturausbaubedarf, der deutlich über den bisherigen Bundesverkehrswegeplan hinausgeht. Daher gehen wir davon aus, dass eine deutliche Erhöhung der Mittel für den Infrastrukturausbau vom Bund erforderlich ist. Sollten die Bundesmittel für die Infrastruktur nicht deutlich aufgestockt werden, würden sich erhebliche Risiken für Netzqualität, Transportleistung und wirtschaftliche Entwicklung materialisieren. GOVERNANCELeistungs- und Finanzbeziehungen im DB-KonzernInnerhalb des DB-Konzerns ergeben sich aufgrund der starken operativen Verflechtungen und Abhängigkeiten zwischen der Managementholding DB AG und den Geschäftsfeldern wie auch zwischen den einzelnen Geschäftsfeldern Leistungs- und Finanzbeziehungen. Diese lassen sich in vier Gruppen gliedern:
Als grundlegendes Merkmal der Ausgestaltung von Leistungsbeziehungen gilt dabei die Marktüblichkeit (At-Arm's-Length-Prinzip), d. h., die Vergütung orientiert sich immer an marktüblichen Preisen. Im DB-Konzern gilt dies für die Verrechnung von operativen Leistungsbeziehungen, Serviceeinheiten und die Konzernfinanzierung. Konzerninterne Kunden zahlen die gleichen Trassennutzungspreise wie konzernexterne Kunden. Die Preise für konzernintern bezogene Dienstleistungen werden regelmäßig auf Basis von Marktstudien auf Marktkonformität überprüft. Die Konditionen für Finanzierungstransaktionen basieren auf aktuellen Marktkonditionen am Geld- und Kapitalmarkt. Governancefunktionen nehmen steuernde und überwachende Aufgaben wahr. Diese Leistungen werden grundsätzlich nicht verrechnet. Die Leistungen der Serviceeinheiten werden in aller Regel leistungsgerecht mit den internen Leistungsempfängern verrechnet. Gründe und Motivation für die marktgerechte Ausgestaltung der Leistungsbeziehungen im DB-Konzern sind:
Die aus den Ergebnisabführungs- und Beherrschungsverträgen innerhalb des DB-Konzerns resultierenden Ergebnis- und Zahlungswirkungen sind keine Leistungsbeziehungen, sondern Konsequenz der Gestaltung des DB-Konzerns als inländischer Vertragskonzern und der damit verbundenen Rechte und Pflichten aller eingeschlossenen inländischen Gesellschaften. OPERATIVE LEISTUNGSBEZIEHUNGENDie umfangreichsten operativen Leistungsbeziehungen entstehen aus der Nutzung der Schieneninfrastruktur und aus dem Bezug von Energie. Die Verrechnung der Infrastrukturnutzung erfolgt wie bei konzernexternen Kunden auf Basis der veröffentlichten Preissysteme (Trassenpreissystem, Anlagenpreissystem und Stationspreissystem). Der Energiebezug umfasst sowohl Traktionsenergie (Dieselkraftstoff, Bahnstrom) als auch Strom für stationäre Anlagen (z. B. Weichenheizungen und Zugvorheizanlagen). Die wesentlichen konzerninternen Leistungsbeziehungen im Bereich der Infrastrukturnutzung sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
WESENTLICHE OPERATIVE LEISTUNGSBEZIEHUNGEN (SYSTEMVERBUND BAHN)
LEISTUNGSBEZIEHUNGEN MIT DER KONZERNLEITUNGIn der Konzernleitung sind verschiedene Governance- und Servicefunktionen angesiedelt, die ihre Aufgaben mit einigen regulatorisch bedingten Ausnahmen für den gesamten DB-Konzern wahrnehmen. Die Kosten für Governancefunktionen wurden bis 2022 grundsätzlich nicht an die Geschäftsfelder weiterverrechnet (keine Konzernumlage). Ab 2023 wird es wieder eine Verrechnung geben. Eine Weiterverrechnung der Kosten für die DB Business Services erfolgt bisher nur bei direkten Leistungsbeziehungen mit den Geschäftsfeldern bzw. Aufwendungen, bei denen eine konkrete Leistungserbringung gegeben ist. Dies betrifft insbesondere Aufwendungen für Immobilienüberlassungen, zentrale Serviceleistungen für Einkauf und Technik sowie die zentral gebündelten Versicherungsaufwendungen. LEISTUNGSBEZIEHUNGEN MIT DER KONZERNLEITUNG
Eine wichtige zentrale Funktion ist der Konzernarbeitsmarkt. Die DB JobService GmbH beschäftigt Mitarbeitende, deren Arbeitsplätze in deutschen Gesellschaften des DB-Konzerns entfallen, mit dem Ziel, sie konzernintern weiterzuvermitteln. Sie ist damit wesentlich für das Funktionieren des konzerninternen Arbeitsmarktes. KONZERNFINANZIERUNGDie Finanzierung des DB-Konzerns ist im Konzern-Treasury der DBAG gebündelt. Hierdurch stellen wir sicher, dass alle Konzerngesellschaften zu optimalen Bedingungen Finanzmittel aufnehmen und anlegen können. Vor der externen Beschaffung von Finanzmitteln nehmen wir einen Finanzmittelausgleich innerhalb des DB-Konzerns vor. Bei Aufnahme konzernexterner Finanzmittel beschafft die DBAG kurzfristige Gelder im eigenen Namen und langfristiges Kapital grundsätzlich über die Konzernfinanzierungsgesellschaft DB Finance. Die Finanzmittel werden durch kurzfristige Kreditlinien, die im Rahmen des Cashpoolings auf internen Kontokorrentkonten und/oder durch feste kurzfristige Kreditausreichungen in Anspruch genommen werden können, oder in Form von langfristigen Darlehen an die Konzerngesellschaften weitergereicht. Das Konzern-Treasury operiert wie eine hausinterne Bank, allerdings als Dienstleister und nicht als Profit-Center. Die Konzerngesellschaften unterhalten Geschäftsbeziehungen (Devisengeschäfte, Cashpooling, Geldanlage und Darlehensaufnahmen) mit dem Konzern-Treasury. Die Konditionen werden nach dem At-Arm's-Length-Prinzip marktgerecht festgelegt. Dabei werden zeitpunktaktuelle Zinssätze vereinbart, wie sie auch von Banken quotiert würden, wenn diese keine Gewinnerwartung hätten. Marktgerecht heißt auch, dass die Kreditmargen entsprechend der Bonität differenziert werden: Die Kreditmarge für die Infrastrukturgesellschaften entspricht im Wesentlichen den Kreditmargen der DBAG am Geld- und Kapitalmarkt. Die Kreditmargen für Nicht-Infrastrukturunternehmen liegen höher und ergeben sich aus einer internen, kennzahlenbasierten Bonitätseinschätzung und den am Kapitalmarkt quotierten Kreditmargen. Die Bündelung der Konzernfinanzierungsfunktion bei der DBAG gewährleistet einen einheitlichen Marktauftritt am Geld- und Kapitalmarkt, Skaleneffekte und Kostenvorteile. Außerdem ermöglicht eine zentrale Konzernfinanzierung eine adäquate Überwachung der Finanzgeschäfte und ein gesamthaftes Risikomanagement. KONZERNFINANZIERUNG
ERGEBNISABFÜHRUNGS- UND BEHERRSCHUNGSVERTRÄGEGewinnabführungen und Verlustausgleiche zwischen Gesellschaften in Deutschland sind keine Leistungsbeziehungen. Vielmehr wird durch den Ergebnisabführungsvertrag (EAV) die Frage der Höhe der Gewinnausschüttung bzw. eines erforderlichen Verlustausgleichs nicht jedes Jahr neu gestellt, sondern erfolgt automatisch. Der Zahlungsfluss begründet sich im Recht des Gesellschafters auf die Gewinne oder in seiner Verpflichtung zum Ausgleich von Verlusten. Dessen ungeachtet sorgt der DB-Konzern dafür, dass Konzerngesellschaften über eine angemessene Eigenkapitalausstattung verfügen - trotz der übernommenen Verpflichtung, mögliche Verluste einzelner Konzerngesellschaften auszugleichen. Kapitalgeber sind nur bereit, Kapital zur Verfügung zu stellen, wenn Amortisation und Verzinsung gewährleistet sind. Eine rein schuldenbasierte Finanzierung ist nicht marktfähig, da mit zu hohen Risiken verbunden. Gewinne sind essenziell, um die Investitionsfähigkeit des DB-Konzerns zu erhalten. Die erwirtschafteten Gewinne werden entweder thesauriert oder an den Alleingesellschafter Bund ausgeschüttet. Der im DB-Konzern verbleibende (thesaurierte) Anteil des Gewinns erhöht die Investitions- und Verschuldungskapazität. ERGEBNISABFÜHRUNGS- UND BEHERRSCHUNGSVERTRÄGE
(+) Mittelzufluss (-) Mittelabfluss Regelwerk im DB-KonzernUm koordiniertes und zielgerichtetes Handeln im DB-Konzern zu gewährleisten, sind allgemeingültige Vorgaben für alle Mitarbeitenden notwendig. Ein verwendetes Format dafür sind Richtlinien, in denen überwiegend Zielregeln enthalten sind und die verbindliche Rahmenvorgaben für einen definierten Geltungsbereich vorschreiben. Der Vorstand gibt das innere Anliegen, die Konzerngrundsätze und die Konzernrichtlinien als Basis für das weiterführende Regelwerk vor. INNERES ANLIEGEN, KONZERNGRUNDSÄTZE UND KONZERNRICHTLINIENKonzernrichtlinien enthalten die wesentlichen Festlegungen für konzernweit relevante Führungs- und Steuerungsthemen. Sie werden vom Vorstand beschlossen und sind Bestandteil des Führungshandbuchs. Das Führungshandbuch umfasst das innere Anliegen, vier Konzerngrundsätze (Strategie, Management, Starkes Miteinander und Ethik/Code of Conduct) und zehn Konzernrichtlinien (Organisation, Personalmanagement, Finanzen, Marketing, Kommunikation, Informationstechnik und Telekommunikation, Beschaffung, Wettbewerb und Regulierung, Risikominimierung, Systemverbund Bahn in Deutschland) sowie die Grundstruktur des DB-Konzerns und die Prozesslandkarte. In den Konzerngrundsätzen Ethik bspw. ist u. a. festgehalten, dass der DB-Konzern im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit die international anerkannten Menschenrechte und Grundfreiheiten gem. den im UN Global Compact festgehaltenen Grundsätzen achtet. Die Konzernrichtlinie Risikominimierung legt fest, dass sich der DB-Konzern zu regelkonformem Handeln insbesondere auch in Bezug auf ethische Maßstäbe (Grundsätze und Werte), Menschenrechte, Corporate Governance, Wettbewerbsverhalten, Integrität, Datenschutz und Datensicherheit sowie Umweltschutz bekennt und für eine konsequente Prävention, Aufklärung und Ahndung von Korruption, Kartell- und Exportkontrollverstößen sowie Wirtschaftskriminalität steht. Die Aktualisierung des Führungshandbuchs erfolgt zweimal jährlich und wird von der Konzernorganisation koordiniert. Das Führungshandbuch wird in der Konzernregelwerksdatenbank veröffentlicht, was über die Geschäftlichen Mitteilungen, das interne DB-Management-Portal zu konzernweiten Regelungen der Aufbau- und Ablauforganisation, und das Intranet kommuniziert wird. RAHMENRICHTLINIENDie Konzernrichtlinien werden von Rahmenrichtlinien untersetzt. Dies sind von der Konzernleitung herausgegebene Richtlinien, die in mehreren Geschäftsfeldern bzw. Serviceeinheiten gelten. Sie detaillieren in einzelnen Richtlinien die Regeln zu Themen wie bspw. Spenden, Umweltmanagement, Arbeitsschutz oder auch dem Datenschutz. Bei Einführung, Aktualisierung und Außerkraftsetzung von Rahmenrichtlinien erfolgt die Einbindung der Regelwerkskoordinatoren aller betroffenen Geschäftsfelder bzw. Serviceeinheiten. ComplianceMANAGEMENTANSATZ UND ZIELEFür uns ist Compliance integraler Bestandteil der Unternehmenskultur. Im Rahmen der vom Vorstand 2019 beauftragten Initiative für eine starke Compliance wurde auch 2022 das Compliance-Management-System (CMS) im DB-Konzern weiterentwickelt, um weiterhin State of the Art zu bleiben und eine gute Compliance nachhaltig zu prägen. Compliance ist in der Strategie Starke Schiene verankert. Unser CMS basiert auf nationalen und internationalen rechtlichen Anforderungen und etablierten Standards wie dem Wirtschaftsprüfungsstandard IDW PS 980. Der DB-Konzern wendet zudem die Richtlinie der Bundesregierung zur Korruptionsprävention in der Bundesverwaltung sinngemäß an. Das CMS soll sicherstellen, dass Compliance-Risiken frühzeitig erkannt und entsprechende Gegensteuerungsmaßnahmen implementiert werden. Die Wirksamkeit unseres CMS überprüfen wir kontinuierlich und nehmen ggf. erforderliche Anpassungen vor. Compliance ist Bestandteil des internen Kontrollsystems (IKS). Die Konzernrevision prüft daher u.a. das CMS im DB-Konzern als Teil der IKS-BilMoG-Prüfungen. 2022 wurde die im Vorjahr begonnene konzernweite unabhängige Untersuchung des CMS des DB-Konzerns hinsichtlich Korruption und Wirtschaftskriminalität in Form von Betrug und Untreue durch eine Prüfungs- und Beratungsgesellschaft fortgesetzt und Anfang 2023 abgeschlossen. Während die vorangegangenen Prüfungen auf Angemessenheit und Implementierung abzielten, umfassten die 2021 und 2022 durchgeführten CMS-Prüfungen eine weitere Stufe: Neben Angemessenheit und Implementierung wurde auch die Wirksamkeit des CMS bewertet. Zudem erfolgt insbesondere für international tätige Geschäftsfelder eine Zertifizierung nach der Norm ISO 37001. Die Wirksamkeitsprüfungen wurden in den Geschäftsfeldern (mit Ausnahme des Geschäftsfelds DB Arriva, bei dem letzte Prüfungshandlungen noch ausstanden) und in der Konzernleitung mit uneingeschränktem Prüfungsurteil abgeschlossen. Vorliegende Empfehlungen werden genutzt, um bestehende Prozesse detailliert zu analysieren und ggf. zu verbessern. Die ISO-Zertifizierungsverfahren laufen teilweise noch. Aufbau- wie ablauforganisatorisch ist das Compliance-Management des DB-Konzerns durch eine Verbindung von zentralen und dezentralen Elementen gekennzeichnet. Der Chief Compliance Officer (CCO) steuert die Weiterentwicklung unseres CMS und berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Bei seinen Aufgaben wird der CCO von mehr als 250 Compliance-Zuständigen (in Vollzeit oder arbeitsanteilig) unterstützt. Die Compliance-Tätigkeit in der Konzernleitung fokussiert sich insbesondere auf ihre zentrale Governance-Tätigkeit. In den Geschäftsfeldern und Serviceeinheiten wird die operative Verantwortung wahrgenommen. Der intensive Austausch zentraler wie dezentraler Compliance-Zuständiger wird durch unterschiedliche Formate wie z.B. eine Fachtagung, monatliche Compliance Officer Meetings, die Verwendung eines Compliance Cockpits als Arbeitsplattform sowie mindestens vierteljährlich stattfindende virtuelle Informationsveranstaltungen für Compliance Officer und Manager gewährleistet. Der DB-Konzern engagiert sich im nationalen und internationalen Umfeld zu Compliance-Themen. Denn insbesondere Korruption kann u.a. das Vertrauen der Bürger in die Funktionsfähigkeit des Staates und seiner Einrichtungen beschädigen sowie zu finanziellen Schäden auch für den Staat führen. An der Erarbeitung von Präventionsstrategien zu Korruption ist der DB-Konzern im »Initiativkreis Korruptionsprävention Bundesverwaltung/Wirtschaft« des Bundesministeriums des Inneren und für Heimat sowie durch die Zusammenarbeit mit dem DICO (Deutsches Institut für Compliance) beteiligt. Des Weiteren ist der DB-Konzern aktives Mitglied von Transparency International. Auch beteiligt sich der DB-Konzern am regelmäßigen Erfahrungsaustausch zu Compliance-Themen mit anderen, international agierenden Unternehmen. COMPLIANCE-INSTRUMENTEZielgerichtete Compliance-Instrumente wurden zum Schutz des DB-Konzerns, der Mitarbeitenden und Führungskräfte entwickelt. Dazu gehören bspw. verbindliche Compliance-Regelungen, Risiko- und Prozessanalysen, ein Compliance-Berichtswesen, Kommunikations- und Trainingsmaßnahmen sowie ein Hinweismanagementsystem. Der Verhaltenskodex des DB-Konzerns bildet das Kernstück unseres CMS. Er definiert Standards und Erwartungen an das tägliche Handeln unserer Organe, Führungskräfte und Mitarbeitenden und wird über die Konzernregelwerksdatenbank und einschlägige Seiten im Intranet den Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt. Außerdem ist das Compliance-Regelwerk Bestandteil einer App, die auf alle zentral gemanagten dienstlichen Mobilgeräte im DB-Konzern aufgespielt wird. I.d.R. ist der Verhaltenskodex seit 2018 ebenfalls Teil der Arbeitsverträge der Mitarbeitenden des DB-Konzerns. Auf der Internetseite des DB-Konzerns ist der Verhaltenskodex ebenfalls in Deutsch und Englisch veröffentlicht. Ergänzt wird der Verhaltenskodex durch verbindliche Richtlinien, die geltende rechtliche Vorschriften im internationalen wie nationalen Geschäftsverkehr und Kontakt mit Kund:innen konkretisieren. 2022 wurde die Richtlinie zu Spenden überarbeitet und an aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen angepasst. Compliance-Risikoanalysen sind wesentlicher Bestandteil der Risikosteuerung im DB-Konzern und werden durch die Geschäftsfelder und Serviceeinheiten durchgeführt. Es erfolgt eine konzernweite Bestandsaufnahme der Compliance-Risiken gem. den von der Konzernleitung gemachten Governance-Vorgaben. Das verbindliche Rahmenkonzept enthält Mindestvorgaben zu Planung, Durchführung, Berichterstattung und Follow-up. Innerhalb eines Dreijahreszyklus sind alle Konzerngesellschaften mit operativem Geschäft auf Korruptionsrisiken hin zu prüfen. Auf Ebene der Geschäftsfelder ist jährlich nach einem vorgegebenen Format zu den einschlägigen Compliance-Risiken zu berichten. Der Vorstand wird durch einen kompakten Jahresbericht Compliance über Compliance-Risiken bei geschäftlichen Aktivitäten des DB-Konzerns informiert. Differenziert werden die Risikolagen der Geschäftsfelder, Serviceeinheiten sowie Konzernleitungsfunktionen beschrieben sowie vorhandene risikoreduzierende Faktoren und Gegensteuerungsmaßnahmen aufgezeigt. Auch unterjährig wird der Vorstand regelmäßig über den weiteren Ausbau des Compliance-Programms sowie wesentliche Compliance-Fälle informiert. Der CCO berichtet zudem mindestens einmal pro Quartal in dem vom Aufsichtsrat gebildeten Prüfungs- und Compliance-Ausschuss zu Compliance-Themen, einschließlich konzernerheblicher sowie kritischer Themen. Unabhängig davon berichtet die Konzernrevision im März die wesentlichen Erkenntnisse des jeweiligen Geschäftsjahres - einschließlich der wesentlichen Feststellungen der Prüfbereiche und des Abwicklungsstandes des Prüfungsprogramms - an den Prüfungs- und Compliance-Ausschuss und stellt in der Dezember-Sitzung die Prüfungsplanung der Konzernrevision für das kommende Geschäftsjahr vor. Der Chef-Syndikus des DB-Konzerns berichtet in der März-Sitzung über wesentliche Rechtsfälle. Je nach Sachverhalt werden die Gremien im Einzelfall auch unmittelbar über konzernerhebliche und kritische Sachverhalte informiert. Um unsere Compliance-Ziele nachhaltig zu erreichen, verbessern wir unsere Instrumente kontinuierlich und beraten in Compliance-Fragen. Dies setzt voraus, dass Compliance-Fachkräfte über aktuelle fachliche Entwicklungen informiert sind. Zu ihrer regelmäßigen Qualifizierung steht mit der Compliance Academy ein innerhalb der DB-eigenen Lernplattform implementierter Lernbereich als zentrales Instrument der Wissensvermittlung zur Verfügung. Die Absolvierung definierter Kurse ist obligatorisch vorgeschrieben. Bei der Prägung unserer Unternehmenskultur kommt den Führungskräften eine besondere Rolle zu. Um diese zu regelkonformem Verhalten zu schulen, um den Konzern und sich vor Compliance-Risiken zu schützen, wurden verschiedene Programme implementiert. Das verpflichtende Schulungsprogramm für das Top-Management wurde 2022 weiterentwickelt. Es ergänzt das etablierte, durch die Leiter der Konzernfunktionen Compliance, Revision und Recht durchgeführte Compliance-Coaching. Im Rahmen des Personalauswahlverfahrens wurden 2022 auch unterhalb der Ebene des Top-Managements Bewerberüberprüfungen (»Pre Employment Checks«) durchgeführt. Das Compliance-Sensibilisierungskonzept folgt einem risiko- und bedarfsorientierten Ansatz, der vorgibt, in welchem Turnus alle Führungskräfte und Mitarbeitenden zu schulen sind. Mittels Teilnahme an Präsenzveranstaltungen oder Durchführung von E-Learnings kann über einen Zeitraum von zwei bis zweieinhalb Jahren eine nahezu vollständige Trainingsabdeckung von Führungskräften und Mitarbeitenden mit mittlerem und hohem Risiko bzw. Bedarf erreicht werden. Allein an Veranstaltungen mit Trainer:innen nahmen zum Thema Korruptionsprävention 2022 rund 42.000 Führungskräfte und Mitarbeitende teil, seit 2020 rund 117.000. Auch E-Learning-Module kamen in erheblichem Umfang zum Einsatz. Gemeinsam mit bei DB Schenker und DB Arriva spezifisch entwickelten E-Learnings wurden rund 106.000 E-Learning-Einheiten zur Korruptionsprävention absolviert, seit 2020 beläuft sich die Anzahl auf rund 299.000 Einheiten. Ein Beratungsschwerpunkt lag 2022 wegen der nach dem russischen Angriff auf die Ukraine verhängten Wirtschafts- und Finanzsanktionen auf außenwirtschaftsrechtlichen Themen. Im Zuge dessen wurden Prozesse angepasst und es wurden neue Sensibilisierungsmaßnahmen eingeführt; hierbei wurde u. a. auch das E-Learning »Exportkontrolle, Embargos und Sanktionen« überarbeitet. Um Informationen über mögliche Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften oder interne Regelungen zu erhalten, besteht ein konzernweites Hinweissystem. Der Umgang mit eingehenden Hinweisen ist detailliert geregelt. Die implementierten Prozesse schützen die Hinweisgeber:innen. Den Interessen der betroffenen Personen wird u. a. durch klar definierte Anforderungen an Schlüssigkeit und Erheblichkeit eines Hinweises Rechnung getragen. Hinweisgeber:innen stehen verschiedene Wege zur Abgabe eines Hinweises offen. Hierzu gehören neben den Compliance-Teams in der Konzernleitung sowie in den Geschäftsfeldern und Serviceeinheiten auch drei Vertrauensanwält:innen, die gesetzlich zur Verschwiegenheit verpflichtet sind. Hinzu kommt ein konzernweit verwendetes elektronisches Hinweissystem, das auch eine anonyme Abgabe von Hinweisen ermöglicht. Es kann in 22 Sprachen genutzt werden und steht neben Mitarbeitenden auch Kunden, Lieferanten sowie anderen Stakeholdern zur Verfügung. 2022 gingen über das Hinweissystem Hinweise auf Korruptionsfälle im einstelligen Bereich zentral ein. 2022 gab es keine Bestätigungen von Vorwürfen von vom Unternehmen ausgehender Korruption. Dementsprechend wurden insoweit keine arbeitsrechtlichen Maßnahmen gegenüber Mitarbeitenden ergriffen. Auch gab es 2022 keine laufenden Gerichtsverfahren zu derartigen Korruptionsvorfällen. Die Prozesse des Hinweismanagementsystems wurden 2022 analysiert. Dies erfolgte durch eine Prüfungs- und Beratungsgesellschaft, die nicht an der oben beschriebenen CMS-Untersuchung beteiligt war. Die Analyse ergab keinen Handlungsbedarf in Bezug auf die bestehenden Soll- und Ist-Prozesse. Mit Blick auf die verabschiedete europäische Richtlinie für einen besseren Schutz von Hinweisgeber:innen und das zu erwartende deutsche Umsetzungsgesetz wurde ein Projekt zur Analyse der Auswirkungen und Implementierung der Anforderungen aufgesetzt. Des Weiteren wurde 2022 eine Vereinbarung über eine weitere mehrjährige Zusammenarbeit mit einem marktführenden Anbieter für elektronische Hinweissysteme geschlossen. Bei Fragestellungen zu Compliance werden Führungskräfte und Mitarbeitende durch Kolleg:innen der Compliance-Organisation beraten. Zu diesem Zweck betreibt der DB-Konzern schon seit vielen Jahren einen Compliance-Helpdesk. GESCHÄFTSPARTNER-COMPLIANCEFür eine erfolgreiche und nachhaltige Geschäftstätigkeit ist es auch notwendig, Geschäftspartner und Lieferanten sorgfältig auszuwählen und über die Werte und Mindestanforderungen des DB-Konzerns zu informieren. Der DB-Konzern hat unterschiedliche Formate entwickelt, um seine Geschäftspartner zu sensibilisieren und nachhaltiges Handeln in der Lieferkette stärker zu verankern. Frei im Internet zugänglich ist das E-Learning zum DB-Verhaltenskodex für Geschäftspartner, der wie der interne Verhaltenskodex vom Vorstand beschlossen wurde. Es informiert über das Thema Integrität, einzuhaltende rechtliche Standards und ethische Fragen und formuliert klare Compliance-Anforderungen, wie sie sich auch in unserem Verhaltenskodex für Geschäftspartner widerspiegeln. Anhand von Beispielen aus der Praxis wird gezeigt, wie unsere Prinzipien anzuwenden sind. Verträge und Vertragspartner werden auf Compliance-Risiken geprüft. Mittels der in den allgemeinen Einkaufsbedingungen enthaltenen Integritätsklauseln wird potenziellen Compliance-Risiken entgegengesteuert. Risikoabhängig werden weitere Compliance-Regelungen vereinbart. Dies gilt etwa für die Beauftragung von Intermediären. Bei Vorliegen schwerer Verfehlungen entscheidet der Entscheiderkreis Vergabesperre auf Basis festgelegter transparenter Kriterien über den Umgang mit dem Auftragnehmer oder Lieferanten. Kommt es zu einer Sperre, kann frühestens nach Ablauf der festgelegten Sperrfrist oder nach einem vom Auftraggeber als hinreichend bewerteten und oft viele Jahre in Anspruch nehmenden Selbstreinigungsprozess der Firma eine Geschäftspartnerschaft neu aufgebaut bzw. fortgesetzt werden. 2022 wurden neun Vergabesperren verhängt, darunter war kein Fall aufgrund von Korruptionsverstößen. 2022 wurde ein neu entwickeltes Konzept für konzernweite, standardisierte und IT-unterstützte Compliance-Prüfungen von Geschäftspartnern einem sog. Proof of Concept unterzogen. Hierbei wurden mehr als 70.000 Lieferantendatensätze zum Zwecke der Aufdeckung von Auffälligkeiten und Risiken in einem mehrstufigen Prozess geprüft und analysiert, und ggf. wurden bzw. werden konkrete lieferantenbezogene Maßnahmen ergriffen. KARTELLRECHTS-COMPLIANCE UND KARTELLSCHADENSPRÄVENTIONIm Rahmen von Schulungen mit Trainer:innenpräsenz werden Führungskräfte und Mitarbeitende fortlaufend für das Thema Kartellrecht sensibilisiert. Die Trainingsformate sind individuell auf die Anforderungen der Geschäftsfelder und der zentralen Einheiten zugeschnitten. Zielgruppe sind alle Führungskräfte und Mitarbeitenden, die Kontakt mit Wettbewerbern haben oder in anderen wettbewerblich sensiblen Funktionen tätig sind. Ergänzt werden die Trainings insbesondere durch geschäftsfeldspezifische Regelwerke und eine enge (kartell-) rechtliche Beratung. Ein wichtiger Bestandteil der kartellrechtlichen Compliance sind auch Maßnahmen der Kartellschadensprävention. Wir betreiben zu diesem Zweck ein umfassendes Kartellschadenspräventionssystem. Ein wichtiger Teil des Systems ist es, auf kartellgeneigten Märkten Vertragsbedingungen einzusetzen, die die Lieferanten zur Einführung bzw. Beibehaltung von kartellrechtlichen Compliance-Programmen verpflichten. MenschenrechteMANAGEMENTANSATZ UND ZIELEFür uns sind der Schutz und die Förderung von Menschenrechten von größter Bedeutung. Über die Wahrung von Menschenrechten in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Nichtdiskriminierung sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz innerhalb des DB-Konzerns berichten wir insbesondere im Kapitel Mitarbeitende. Von unseren Geschäftspartnern erwarten wir, dass sie die Menschenrechte respektieren. Unsere diesbezüglichen Anforderungen sind u.a. im DB-Verhaltenskodex für Geschäftspartner formuliert. Dieser nimmt Bezug auf die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), etwa zum Schutz gegen Kinder- und Zwangsarbeit und vor Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf. Er enthält Regelungen zu einer angemessenen Entlohnung, zu geregelten Arbeitszeiten sowie zur Präferenz von regulären Beschäftigungsverhältnissen. In Verträgen mit Geschäftspartnern kann das Recht zur Auditierung vereinbart werden, samt negativen Rechtsfolgen bei Nichteinhalten des Kodex. Der DB-Verhaltenskodex ist Teil der vertraglichen Verpflichtungen unserer Geschäftspartner. Für unsere eigenen Mitarbeitenden und Führungskräfte stellen die Konzerngrundsätze Ethik entsprechende Anforderungen auf. Diese sind arbeitsrechtlich verbindlich. Wir lehnen jegliche Form moderner Sklaverei ab, sei es Zwangs- oder Pflichtarbeit, Leibeigenschaft, Menschenhandel oder Kinderarbeit, und berichten hierzu auch gem. den Vorgaben des UK Modern Slavery Acts und ab dem Geschäftsjahr 2023 gem. dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG). Für die weltweiten Aktivitäten von DB Schenker gelten eigens entwickelte Social Minimum Standards. Dieses Regelwerk spezifiziert den übergeordneten Verhaltenskodex des DB-Konzerns und bietet insbesondere im internationalen Kontext Mindeststandards auch für Situationen, in denen nationale und internationale Gesetze keine angemessenen Sozialmaßnahmen vorsehen. Die Einhaltung der Social Minimum Standards wird regelmäßig in Stichproben an ausgewählten Standorten von der Konzernrevision überprüft. Bei Anhaltspunkten zu Verstößen gegen Menschenrechte stehen Mitarbeitenden, Kund:innen, Lieferanten und weiteren potenziell Betroffenen, auch anonym, verschiedene Kanäle für Meldungen zur Verfügung. Das zentrale Hinweismanagement, dessen Ausgestaltung mit dem Konzernbetriebsrat bezüglich der Belange der Mitarbeitenden abgestimmt wurde, kann auch für menschenrechtsbezogene Sachverhalte genutzt werden. Ein Kanal ist unser elektronisches Hinweissystem. Daneben stehen auch der postalische Weg sowie Vertrauensanwält:innen zur Verfügung. DB-Mitarbeitende können sich zudem an die Ombudsstelle Personal wenden. 2022 wurden über das Hinweissystem Verdachtsfälle im Bereich Menschenrechte im mittleren zweistelligen Bereich gemeldet (überwiegend Fälle möglicher problematischer Arbeitsbedingungen sowie potenzieller Diskriminierung). UMSETZUNG LIEFERKETTENSORGFALTSPFLICHTENGESETZDas Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitenden, ab dem 1. Januar 2023 menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken im eigenen Geschäftsbereich und in den Lieferketten zu vermeiden bzw. zu minimieren. Ziel des Gesetzes sind die Verbesserung der internationalen Menschenrechtssituation, die Sicherung des Umweltschutzes und die Vermeidung von Umweltschäden, die Stärkung der sozialen und unternehmerischen Verantwortung und die Schaffung von Durchsetzungspotenzialen in Lieferketten. Im DB-Konzern wird die Umsetzung des LkSG durch ein konzernübergreifendes Projekt vorbereitet, das durch den Bereich Nachhaltigkeit und Umwelt gesteuert und verantwortet wird. Die Leitung der Abteilung Strategie &Reporting Nachhaltigkeit und Umwelt überwacht als LkSG-Beauftragte die Umsetzung der gesetzlichen Verpflichtungen. 2022 stand insbesondere die Vorbereitung der konzernweiten Risikoanalyse im Fokus, um sowohl im eigenen Geschäftsbereich als auch in der Lieferkette mehr Transparenz über menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken zu schaffen. Zudem wurde das bestehende Hinweismanagement auf Grundlage der Anforderungen des LkSG geprüft und weiterentwickelt und ist seit dem 1. Januar 2023 für alle LkSG-Themen zugänglich. Hierdurch besteht die Möglichkeit, auf menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken sowie auf Verletzungen menschenrechts- und umweltbezogener Pflichten hinzuweisen. Um die Durchführung präventiver Maßnahmen zu ermöglichen, wurden 2022 außerdem Vorbereitungen getroffen wie z. B. die Anpassung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen zur Beschaffung im DB-Konzern, insbesondere die der Allgemeinen Einkaufsbedingungen. DatenschutzMANAGEMENTANSATZ UND ZIELEDatenschutz und informationelle Selbstbestimmung sollen als Grundlage von freien und demokratischen Gesellschaften vorangetrieben werden. Wir wollen im DB-Konzern einen vorbildlichen, innovativen und nachhaltigen Datenschutz etablieren sowie ein hohes Datenschutzniveau als Qualitätsmerkmal positionieren und dadurch erreichen, dass der DB-Konzern von den Mitarbeitenden, Kund:innen und Geschäftspartnern im datenschutzrechtlichen Kontext mit Vertrauen, Respekt, Transparenz und Integrität in Verbindung gebracht wird. Dabei erfüllen wir die datenschutzrechtlichen Vorgaben, insbesondere die der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie der internen Datenschutzregelwerke. Um unsere Vision entsprechend umzusetzen, verfolgen wir engagiert und nachdrücklich das übergeordnete Ziel, einen datenschutzkonformen Datenverkehr innerhalb und mit Stellen außerhalb des DB-Konzerns sicherzustellen. Dies schaffen wir u.a. durch die Verankerung des Datenschutzes im breiten Bewusstsein des DB-Konzerns, insbesondere durch Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeitenden, vielfältige digitale und analoge Awareness-Maßnahmen und eine hohe fachliche Qualität in unserer Datenschutzberatung. Auch der Ausbau von internen und externen Netzwerken zur Verbesserung der Außenwahrnehmung des DB-Konzerns im Themenbereich Datenschutz bildet einen Schwerpunkt. Darüber hinaus setzen wir auf Innovation, die Weiterentwicklung von bestehenden Instrumenten und Methoden und die Standardisierung von Prozessen für ein professionelles Datenschutzmanagement. Für die handlungssichere Anwendung und Umsetzung des Datenschutzes im DB-Konzern betreiben wir ein Datenschutzmanagementsystem, um die Informations- und Auskunftsansprüche sowie Nachweispflichten jederzeit transparent und rechtssicher erfüllen zu können. Zudem sorgen regelmäßige Datenschutzaudits für eine hohe datenschutzrechtliche Qualität. Diese Ziele setzen wir durch eine schlagkräftige Datenschutzorganisation um. Sie gliedert sich im DB-Konzern in die zentrale und dezentrale Organisation: Zentral gibt es das Team Konzerndatenschutz, das die Konzernunternehmen bei der Einhaltung des Datenschutzes unterstützt und berät, insbesondere in konzernrelevanten Fragestellungen im Themenfeld des Datenschutzes. Innerhalb der zentralen Datenschutzorganisation gibt es vier Abteilungen, davon zwei für den Mitarbeitenden- und Kundendatenschutz mit unterschiedlichen Verantwortungsbereichen (Administration bzw. Training sowie Kommunikation und die Leitung des Konzerndatenausschusses). Eine weitere Abteilung kümmert sich um Audit, den technischen Datenschutz sowie die datenschutzinternen Systeme. Die vierte verantwortet die globale sowie die nationale Richtlinie zum Datenschutz und führt die gesamte dezentrale Datenschutzorganisation. Diese besteht national aus Fachkräften für Datenschutz, den Vertrauenspersonen für Datenschutz sowie international aus den Privacy Managern. Die dezentralen Datenschutzexpert:innen in den DB-Unternehmen weltweit stehen den Mitarbeitenden und Verantwortlichen bei Fragen und Anliegen zum Datenschutz zur Verfügung und sorgen für eine gesetzeskonforme Um- und Durchsetzung der Regeln. Der Datenschutz-Beirat des DB-Konzerns besteht aus renommierten Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Verbänden, unabhängigen Organisationen sowie Arbeitnehmendenvertreter:innen, sichert die Berücksichtigung datenschutzrelevanter Interessen und berät den Vorstand zu strategischen und zentralen Fragen des Datenschutzes. Kund:innen, Mitarbeitende und Bewerber:innen können sich daher darauf verlassen, dass wir bspw. bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie bei der Einführung und Änderung der Verarbeitung von personenbezogenen Daten ein hohes Datenschutzniveau sicherstellen. DATENSCHUTZ IM DB-KONZERNNeben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gab es neue oder geplante Gesetze und Vorschriften mit Anforderungen und Auswirkungen auf den Datenschutz im nationalen und internationalen Bereich. Damit wurde die Regelungsdichte größer und komplexer. Insbesondere die Ausgestaltung der Inhalte der DSGVO durch Datenschutzaufsichtsbehörden und Gerichte in Deutschland und Europa sowie die Entscheidung des EuGH-Urteils zum grenzüberschreitenden Datentransfer (»Schrems II«) führten zu einem verstärkten internen Beratungsbedarf durch die Datenschutzorganisation. DatenschutzmanagementsystemZu einer der zentralen Aufgaben des Konzerndatenschutzes gehört die Optimierung und Weiterentwicklung des Datenschutzmanagementsystems (DSMS) des DB-Konzerns. Das DSMS ist ein systematisches Zusammenspiel aus Rollen und Verantwortlichkeiten für den Datenschutz, systematischen Prozessen, detaillierten Vorgaben, intensiver Schulung, Beratung der Fachseiten und Kontrolle der Umsetzung. Es besteht aus vielen kleinen und großen Bausteinen vom Kurzpapier als Handlungshilfe bis zum Top-Beratungsprojekt. Um die Integration des Datenschutzes in Geschäftsprozesse weiter zu vereinfachen, begleitete der Think Tank DSMS auch 2022 schwerpunktmäßig die Umsetzungen der jährlichen Fokusthemen. Der Think Tank unterstützt als Ideenschmiede und begleitet den kontinuierlichen Verbesserungsprozess des DSMS, etwa durch die Mitentwicklung der Themenschwerpunkte (2022: Kundendatenschutz). DatenschutzschwerpunkteZum Datenschutzprogramm 2022 gehörte u.a. das Thema Kundendatenschutz als einer der Schwerpunkte. Hierzu wurden viele verschiedene Maßnahmen beraten, begleitet und mit den Verantwortlichen umgesetzt. Insbesondere das Thema »Ausgestaltung und Umgang mit Betroffenenrechten aus zentraler Governance sowie operativer Sicht« stand im Fokus. Das Thema »konzernweit einheitliches Einwilligungs- und Analysemanagement auf Internetseiten und mobilen Apps« sowie die Nutzung von Cloud-Dienstleistern für konzerninterne sowie externe Verfahren, Prozesse, Services und IT-Anwendungen bildeten den Beratungsschwerpunkt. Auch wenn 2022 durch die sukzessive Zurücknahme von gesetzlichen Pflichten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie geprägt war, musste auf vielfältige Gesetzesänderungen insbesondere auf Länderebene reagiert werden, um Rechtssicherheit in der Umsetzung der Corona-Verordnungen innerhalb des DB-Konzerns zu geben. Zudem betrachten wir auch weiterhin kontinuierlich unsere internen Prozesse und passen sie entsprechend den Entwicklungen und Gegebenheiten an, um optimal in den Bereichen des Kunden- und Mitarbeitendendatenschutzes positioniert zu sein. 2022 beinhaltete auch verschiedene internationale Themen. Zum einen standen die chinesischen Datenschutzgesetze im Fokus und es wurde geprüft, inwiefern aufgrund deren strenger Vorgaben Anpassungen an wichtigen Systemen und Prozessen des DB-Konzerns und der betroffenen Konzernunternehmen notwendig sind. Entsprechende Anpassungen wurden identifiziert und an die Verantwortlichen adressiert und befinden sich nun in der schrittweisen Umsetzung und der fortlaufenden Überprüfung. Zum anderen lag ein Schwerpunkt weiterhin auf den Auswirkungen des EuGH-Urteils zum grenzüberschreitenden Datentransfer (»Schrems II«). Diese Auswirkungen äußerten sich darin, dass konzernweit dort, wo grenzüberschreitender Datentransfer stattfindet, notwendige Aktualisierungen bis Ende 2022 umgesetzt werden mussten. Dies betraf sowohl vertragliche Vereinbarungen als auch teilweise die Umsetzung stärkerer technisch-organisatorischer Maßnahmen. Die notwendigen Aktualisierungen insbesondere in Form des Austauschs der EU-Standardvertragsklauseln wurden an alle Verantwortlichen und Beteiligten adressiert. Gleichzeitig wurden Vorlagen für die neuen EU-Standardvertragsklauseln, Transfer Impact Assessments und Checklisten zur Prüfung der Supplementary Measures erstellt und verteilt. Es wurden ferner Trainings zum rechtmäßigen Umgang mit diesen Vorlagen durchgeführt, sodass alle Beteiligten in die Lage versetzt wurden, die notwendigen Anpassungen fristgemäß vorzunehmen. Des Weiteren stand die Awareness aller Mitarbeitenden im Fokus. So wurde verstärkt auf eine Mitarbeitendensensibilisierung durch konzernweite Kampagnen in Zusammenarbeit mit den Bereichen Konzernsicherheit, Informationssicherheit und Compliance gesetzt (z. B. die digitalen Tagesveranstaltungen »Tag der Sicherheit« und »Daten- und Cyber-Snacks« oder die Vortragsreihe »Einfach sicher ...«). Ebenfalls zahlt die Bereitstellung eines neuen E-Learnings zum Thema »Datenschutz beim mobilen Arbeiten« hierauf ein. Zusätzlich wurden die Mitarbeitenden zum Thema »Datenschutz beim mobilen Arbeiten« in diversen Formaten (z. B. Lunch&Learn) sensibilisiert. In der technischen Datenschutzberatung lagen 2022 die Schwerpunkte v. a. auf den Themen Big Data, Tracking und Analytics. Darüber hinaus ist das Thema Microsoft Office 365 durch Weiterentwicklung und Einführung neuer Funktionen insbesondere im Innenverhältnis mit laufender technischer Beratung verbunden. Die Begleitung der Ausschreibungen für Telekommunikationsdienstleister, das Advocacy Tool im Bereich Personalmarketing, für die Media- und Marktforschungsagenturen sowie die Cloudvergabe stellten den technischen Datenschutz vor herausfordernde Beratungsaufgaben. Ebenfalls stellte die datenschutzrechtliche Betreuung der neuen Plattform SEMYOU für Mitarbeitendenbefragungen einen Beratungsschwerpunkt dar. Letztere wurde im Vorfeld der konzernweiten Einführung durch das Datenschutzauditteam auch geprüft. Weitere Prüfschwerpunkte lagen 2022 in der Auditierung zentraler Verfahren im Kundendatenschutz (BahnCard, Marketinganalysetool bei MarTech) und Mitarbeitendendatenschutz (Zeiterfassungssystem KANDIS sowie Personalpostprozesse). Das neue Personalmanagementsystem SMART HR wird bis zur Einführung in 2023 fortlaufend und begleitend auditiert. Zudem wurden zahlreiche Apps geprüft, die für Kund:innen und Mitarbeitende entwickelt wurden (bspw. DB Navigator, BahnBonus, Flinkster). Bei den App-Prüfungen standen die Nutzung von Cookies, der Umfang und die Verarbeitung personenbezogener Daten sowie die technische Absicherung der Datenübertragungen und -speicherung im Fokus. Hierbei hat sich die intensive Zusammenarbeit mit dem Team von Mobile Security im Bereich der Prüfungen für Apps bewährt und der Prüfprozess für Mobile Apps wurde aktualisiert. Der App-Bereitstellungs- und Qualitätssicherungsprozess wurde aus datenschutzrechtlicher und -technischer Sicht beraten. Ein wesentliches Augenmerk lag dabei immer auch auf der Verbesserung von Prozessen und der datenschutzrechtlichen Selbstbefähigung der verantwortlichen Stellen. Darüber hinaus wurde die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Prüfeinheiten der IT-Revision und des Bereichs Information Security intensiviert, sodass es hier regelmäßige Abstimmungen zu Prüfprogrammen und aktuellen Trends gab. Hierbei standen der Austausch zu relevanten Findings zu den Prüfungen zwischen den Bereichen und die Sicherstellung der Beratung (z. B. Identity Access Management, AIP - Umgang mit streng vertraulichen Dokumenten - sowie Regelung des Zugriffsmanagements auf die einzelnen Unternehmens-Tenants) im Fokus. Datenschutz-BeiratDer Datenschutz-Beirat unterstützt den Stakeholderdialog zum Thema Datenschutz im DB-Konzern. Die Mitglieder des Gremiums beraten den Vorstand zu den aktuellen strategischen und zentralen Fragen des Datenschutzes. Ziel ist die Förderung der datenschutzrelevanten Interessen aller Beteiligten, insbesondere der Mitarbeitenden und der Kunden. Das Gremium leistet dabei einen wichtigen Beitrag zu einem möglichst vorbildlichen Datenschutz im DB-Konzern. Die Beratungen zu den datenschutzrelevanten Aspekten des digitalen Wandels sowie zu den Vorgaben und Ableitungen aus der Strategie Starke Schiene dienen dem Schutz der berechtigten Interessen der Betroffenen. Im Fokus stehen dabei die Herausforderungen für einen modernen, effizienten und v. a. guten Datenschutz im DB-Konzern. Im Rahmen der Diskussionen und Beratungen mit dem Vorstand, den Vertreter:innen der Fachabteilungen und der Datenschutzorganisation findet ein regelmäßiger und intensiver Austausch zu den entsprechenden datenschutzrelevanten Aspekten statt. Dazu gehören die zahlreichen Anwendungen und Digitalisierungsprojekte im DB-Konzern, so auch zum DB Navigator und zur DB EnterpriseCloud. Weitere Beratungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Kommunikation&Training, Betroffenenrechte, Informationssicherheit sowie Data Governance im DB-Konzern. Der Datenschutz-Beirat hat zum achten Mal in Folge den Datenschutz-Award ausgelobt, einen Preis für Mitarbeitende, die einen hervorragenden Beitrag zu einem innovativen und vorbildlichen Datenschutz im DB-Konzern leisten. Das Projektteam Pandemiestab wurde mit dem Datenschutz-Award 2022 in Gold ausgezeichnet. Ihm ist es unter besonders herausfordernden Rahmenbedingungen gelungen, eine optimale Verbindung von Gesundheitsschutz und Mitarbeitendendatenschutz während der Corona-Pandemie sicherzustellen. Der Datenschutz-Award ist ein wichtiger Awareness-Beitrag für die Belange des Datenschutzes im DB-Konzern. Corporate Governance BerichtCorporate-Governance-Regelungen sollen eine gute, verantwortungsvolle und wertorientierte Unternehmensführung sicherstellen. Die Bundesregierung hat den Public Corporate Governance Kodex des Bundes (PCGK) zu Grundsätzen guter Unternehmens- und Beteiligungsführung mit Beschluss vom 16. September 2020 novelliert. Der PCGK enthält wesentliche Bestimmungen geltenden Rechts zur Leitung und Überwachung von nicht börsennotierten Unternehmen, an denen die Bundesrepublik Deutschland mehrheitlich beteiligt ist, sowie international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Ziel des PCGK ist es, die Unternehmensführung und -überwachung transparenter und nachvollziehbar zu machen und die Rolle des Bundes als Anteilseigner klarer zu fassen. Zugleich soll das Bewusstsein für eine gute Corporate Governance erhöht werden. Wir sind davon überzeugt, dass eine gute Corporate Governance eine wesentliche Grundlage für den Erfolg des DB-Konzerns ist. Es ist unser Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und dabei die Interessen von Kunden, Geschäftspartnern, Investoren, Mitarbeitenden und der Öffentlichkeit zu fördern sowie das Vertrauen in den Deutsche Bahn Konzern (DB-Konzern) zu bewahren und auszubauen. Für Konzerne unter einheitlicher Leitung sollen die Organe der Muttergesellschaft die Entsprechenserklärung für die Konzernmutter und die unter ihrer einheitlichen Leitung stehenden Gesellschaften, die den Kodex anwenden sollen, zusammen abgeben. Die Deutsche Bahn AG (DBAG) entspricht nachfolgend dieser Empfehlung. Die gemeinsame Entsprechenserklärung ist essenzieller Teil des Corporate Governance Berichts, der daher ebenfalls gesamthaft auf Ebene der Konzernmutter erstattet wird. ENTSPRECHENSERKLÄRUNGI.Aufsichtsrat und Vorstand der DBAG erklären, dass seit Abgabe der letzten Erklärung am 30. März 2022 den von der Bundesregierung am 16. September 2020 verabschiedeten Empfehlungen zum PCGK mit den nachstehenden Ausnahmen entsprochen wurde. 1. ZIFF. 3.1 S.1Eine Klausel zur Anwendung des PCGK in der jeweils geltenden Fassung wurde im Berichtszeitraum in die jeweiligen Gesellschaftsdokumente aufgenommen. Bei einer Gesellschaft konnte dieser Prozess bis zum Berichtsstichtag noch nicht endgültig abgeschlossen werden. 2. ZIFF. 3.2 S.1 BIS 4Für einige der Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHs) innerhalb des DB-Konzerns fanden Gesellschafterversammlungen nicht wie vom PCGK empfohlen einmal jährlich in Präsenz statt, sondern wurden in Übereinstimmung mit § 48 GmbHG im Wege der schriftlichen Beschlussfassung durchgeführt. Diese Gesellschaften befinden sich in unmittelbarem bzw. mittelbarem alleinigem Anteilsbesitz der DBAG und sind über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag in den DB-Konzern eingebunden. Im Konzernverbund wären in den genannten Gesellschaften Präsenz-Bilanzsitzungen mit nur einer als Gesellschaftervertreter:in anwesenden Person ohne inhaltlichen Mehrwert, würden aber einen unverhältnismäßigen administrativen und kostenmäßigen, z. B. durch Anwesenheit des Wirtschaftsprüfers veranlassten, Mehraufwand verursachen. 3. ZIFF. 4.1.2 ABS. 1Eine Klausel zur Anwendung des PCGK in der jeweils geltenden Fassung wurde im Berichtszeitraum in die jeweiligen Gesellschaftsdokumente aufgenommen. Bei einer Gesellschaft konnte dieser Prozess bis zum Berichtsstichtag noch nicht endgültig abgeschlossen werden. 4. ZIFF. 4.1.3 ABS.2 S.1 UND ZIFF. 4.1.3 ABS.4Eine vom PCGK für die erfassten Gesellschaften empfohlene kontinuierliche quartalsweise Berichterstattung in analoger Anwendung des §90 AktG wird für vier GmbHs (Abs. 2) bzw. sechs GmbHs (Abs. 4) nicht umgesetzt. In diesen Gesellschaften hat sich der bisherige Turnus einer halbjährlichen Berichterstattung bewährt. Die ordnungsgemäße, zeitnahe und umfassende Information des Überwachungsorgans ist auch unter Beibehaltung des aktuellen Berichtsturnus von mindestens einer Sitzung pro Kalenderhalbjahr weiterhin effektiv sichergestellt. Bei zusätzlich auftretenden Ereignissen kann durch schriftliche Berichterstattung des Vorstands oder mittels außerordentlicher Sitzungen des Aufsichtsrats den Berichtserfordernissen an den Aufsichtsrat weiterhin Rechnung getragen werden. 5. ZIFF. 4.1.3 ABS.5 S.4 UND 5In den jeweiligen Geschäftsordnungen der vom Anwendungsbereich des PCGK erfassten Gesellschaften ist grundsätzlich geregelt, dass für die Einberufung des Aufsichtsrats unter Mitteilung der Tagesordnungspunkte eine 14-tägige Frist zu wahren ist. Ergänzungen sollten spätestens eine Woche (Nachversand) vor der Sitzung mitgeteilt werden. In begründeten Ausnahmefällen können kurzfristige Ergänzungen der Tagesordnung oder die Nachreichung von Unterlagen erforderlich sein, damit der Aufsichtsrat auch in Eilfällen kurzfristig informiert werden oder auch entsprechende Entscheidungen treffen kann. Im Berichtszeitraum wurden bei einigen vom PCGK erfassten Gesellschaften in Einzelfällen Unterlagen mit kürzerer als 14-tägiger Frist vorgelegt. Die Gesellschaften streben an, die 14-tägige Frist grundsätzlich einzuhalten. 6. ZIFF. 4.3.2 S.2Dem vom PCGK empfohlenen Selbstbehalt für Mitglieder von GmbH-Geschäftsführungen in der D&O-Versicherung in den vom PCGK erfassten Gesellschaften entspricht der DB-Konzern nicht. Die DBAG hat eine konzernweite D&O-Versicherung für sämtliche Organmitglieder in vollkonsolidierten Gesellschaften abgeschlossen. Ein Selbstbehalt für GmbH-Geschäftsführer ist gesetzlich nicht vorgegeben. Für eine etwaige Absicherung eines solchen Selbstbehalts durch die Geschäftsführer gibt es daher anders als bei Vorständen von Aktiengesellschaften, bei denen der Selbstbehalt gesetzlich vorgegeben ist, kaum entsprechende Versicherungsangebote am Markt. Die DBAG beobachtet den Versicherungsmarkt kontinuierlich. Bei Vorhandensein entsprechender Angebote am Markt wird die DBAG anstreben, diese Empfehlung des PCGK umzusetzen. 7. ZIFF. 4.3.2 S.3Ein Selbstbehalt für die Mitglieder der Überwachungsorgane in der D&O-Versicherung besteht nicht. Die DBAG hat eine konzernweite D&O-Versicherung für sämtliche Organmitglieder in vollkonsolidierten Gesellschaften abgeschlossen, von dem auch die Mitglieder der Überwachungsorgane erfasst sind. Ein Selbstbehalt erschwert die Gewinnung entsprechend qualifizierter Kandidaten für Mitglieder der Überwachungsorgane, zumal ohnehin vergleichsweise geringe Vergütungen gezahlt werden. Vom Bund entsandte/auf Veranlassung des Bundes gewählte Vertreter:innen in Überwachungsorganen des DB-Konzerns führen ihre Vergütungangabe gemäß zu einem wesentlichen Teil an die Bundeskasse ab, sofern sie nicht gänzlich auf die Vergütung verzichten. Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmendenvertretung führen ihre Vergütungangabe gemäß ebenfalls in wesentlichen Teilen ab, hier an die Hans-Böckler-Stiftung. DB-Führungskräfte, die Aufsichtsratsmandate im DB-Konzern wahrnehmen, erhalten keine gesonderte Vergütung für DB-konzerninterne Aufsichtsratsmandate. Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht sachgerecht, Mitglieder der Überwachungsorgane an Risiken aus Organhaftungssachverhalten mit zu beteiligen. 8. ZIFF. 5.1.2 S.4Der DB-Konzern hat der Empfehlung des PCGK, die für Compliance zuständige Stelle unmittelbar der Geschäftsführung zu unterstellen, bis auf drei Ausnahmen, entsprochen. In einer Gesellschaft ist der Compliance-Beauftragte mittelbar der Geschäftsführung unterstellt, die Wahrnehmung der Compliance-Funktion hat nur einen geringen Anteil an der Gesamttätigkeit. Ein direktes Berichtsrecht an die Geschäftsführung und die fachliche Unabhängigkeit ist dennoch gegeben, sodass in diesem Fall die mittelbare Unterstellung als vertretbar angesehen wird. In einem weiteren Fall ist die Verantwortung für Compliance dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung zugewiesen. Der diesem zugeordnete Compliance-Officer verantwortet Compliance-Fragen übergreifend für eine Reihe von Gesellschaften dieses Geschäftsfelds. Im Ergebnis der Abwägung und Prüfung wurde die dargelegte übergreifende Vorgehensweise als effizienter und damit vorzugswürdig gegenüber der Etablierung von Compliance-Officern in den jeweiligen Einzelgesellschaften, die dann den dortigen Geschäftsleitungen unmittelbar unterstellt sind, erachtet. In einer weiteren Gesellschaft ist die unmittelbare Unterstellung unter die Geschäftsleitung nicht umsetzbar, da die Gesellschaft keine Mitarbeiter hat, sondern nur aus den Mitgliedern der Geschäftsleitung und dem Überwachungsorgan besteht. 9. ZIFF. 5.2.2 S.1 UND 3Im Zuge der Umsetzung der PCGK-Empfehlungen wurden ein Standardverfahren/Musterdokumente für ein transparentes Auswahlverfahren entwickelt und im Berichtszeitraum sukzessive zur Anwendung gebracht. Da die Etablierung unterjährig erfolgte, wurden die Musterdokumente noch nicht in allen Gesellschaften während des gesamten Berichtszeitraums genutzt. In Gesellschaften mit Minderheitsbeteiligungen bestehen zum Teil für einzelne Geschäftsleitungsmandate Entsenderechte des Minderheitsgesellschafters. In diesen Fällen besteht für die Anwendung eines strukturierten Auswahlverfahrens durch die DBAG kein Raum. 10. ZIFF. 5.2.4 S.3In einer Gesellschaft ist im Berichtszeitraum die Wiederbestellung eines Mitglieds der Geschäftsführung 1,5 Jahre vor Ende des Bestellzeitraums bei gleichzeitiger Beendigung des laufenden Mandats erfolgt. Dies war erforderlich, um Kontinuität in der Geschäftsführung sicherzustellen. 11. ZIFF. 5.3.2 ABS. 1 UND 2Den Empfehlungen nach Ziff. 5.3.2 S.1 und 2 des PCGK, nach denen die Vergütung der Geschäftsleitungen durch das zuständige Unternehmensorgan zu beschließen ist, wird zum größten Teil entsprochen. In Einzelfällen bestehen historisch bedingt noch laufende Konzernanstellungsverträge. In diesen Fällen, in denen nicht das Unternehmensorgan, sondern die DB-Konzernleitung Vertragspartner ist, wird während der Laufzeit dieser Konzernanstellungsverträge von den Empfehlungen dieser Ziffer abgewichen. Neuabschlüsse von Konzernanstellungsverträgen sind zukünftig nicht vorgesehen. 12. ZIFF. 5.3.2 ABS.5Der Empfehlung zur Etablierung von Malus-Clawback-Klauseln in den Anstellungsverträgen der Mitglieder der Geschäftsleitung beabsichtigt die DBAG zu entsprechen. Diese Empfehlung wird vorwiegend im Kontext von Neu- und Wiederbestellungen in die vertraglichen Regelungen integriert. Eine flächendeckende Entsprechung dieser Empfehlung in den vom PCGK erfassten Unternehmen wird demnach erst über einen mehrjährigen Zeitraum erreicht werden. 13. ZIFF. 5.3.3 UND 5.3.4Den Empfehlungen nach Ziff. 5.3.3 und 5.3.4 des PCGK in Bezug auf die Festlegung variabler Vergütungskomponenten durch das zuständige Unternehmensorgan wird zum größten Teil entsprochen. In Einzelfällen bestehen historisch bedingt noch laufende Konzernanstellungsverträge. In diesen Fällen, in denen nicht das Unternehmensorgan, sondern die DB-Konzernleitung Vertragspartner ist, wird während der Laufzeit dieser Konzernanstellungsverträge von den Empfehlungen dieser Ziffer abgewichen, da die Ziele in diesen Fällen mit der Konzernleitung vereinbart werden. Neuabschlüsse von Konzernanstellungsverträgen sind zukünftig nicht vorgesehen. Die variable Vergütung/Erfolgsbeteiligung im DB-Konzern wurde im Geschäftsjahr 2022 methodisch neu gefasst. Die etablierte Methodik erfüllt die Anforderungen des PCGK. 14. ZIFF. 6.1.1 ABS.1Der Empfehlung des PCGK, ein Überwachungsorgan im Gesellschaftsvertrag auch dort zu verankern, wo dies nicht ohnehin gesetzlich vorgesehen ist, entspricht der DB-Konzern im Falle der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH nicht. Im Jahr 2013 bestand zwischen Vorstand und Aufsichtsrat Einvernehmen, die Projektgesellschaft DB Projekt Stuttgart - Ulm GmbH zur Umsetzung der Großprojekte Stuttgart 21/Wendlingen - Ulm zu etablieren und zur Begleitung der Gesellschaft einen Beirat aus Fachexpert:innen einzurichten. Dem Beirat der DB Projekt Stuttgart - Ulm GmbH kommen keine Aufgaben, Rechte und Pflichten i. S. d. Aktienrechts zu. Der Beiratsvorsitzende bringt die Positionen des Gremiums jedoch regelmäßig in die Beratungen des Aufsichtsrats der DB AG zum Projekt Stuttgart 21 ein. Zudem erfolgt eine regelmäßige, unabhängige Begleitung und quartalsweise Berichterstattung durch den Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) und das Ingenieurbüro Emch + Berger zum Projektstatus im Prüfungs- und Compliance-Ausschuss der DB AG. Die Einrichtung eines gesonderten Aufsichtsrats für die DB Projekt Stuttgart - Ulm GmbH ist daher auch weiterhin nicht beabsichtigt. 15. ZIFF. 6.1.7Die Streichung entsprechender Delegationsklauseln aus den Gesellschaftsdokumenten ist zum Großteil erfolgt. Bis auf eine Ausnahme, bei der die Streichung zum nächstmöglichen Zeitpunkt vorgesehen ist, wird dem PCGK damit entsprochen. 16. ZIFF. 6.5 ABS.1Der Empfehlung, in allen vom PCGK erfassten Gesellschaften regelmäßig eine Sitzung des Kontrollorgans im Kalendervierteljahr abzuhalten, entspricht die DBAG nicht bei allen Gesellschaften. Ein geringerer Sitzungsturnus hat sich insbesondere bei kleineren Gesellschaften nach Einschätzung der DB AG bewährt und stellt - vor dem Hintergrund der Größe der Gesellschaften und der im Vergleich zu großen Gesellschaften geringeren Themenvielfalt bzw. berichtenswerten Geschäftsvorfällen - eine ordnungsgemäße Überwachung der Geschäftsführung dar. Die ordnungsgemäße, zeitnahe und umfassende Information des Überwachungsorgans ist auch unter Beibehaltung des aktuellen Berichtsturnus von mindestens einer Sitzung pro Kalenderhalbjahr weiterhin effektiv sichergestellt. Bei zusätzlich auftretenden Ereignissen kann durch schriftliche Berichterstattung des Vorstands oder mittels außerordentlicher Sitzungen des Aufsichtsrats den Berichtserfordernissen an den Aufsichtsrat weiterhin Rechnung getragen werden. 17. ZIFF. 6.5 ABS.2Umlaufbeschlüsse wurden bislang in gesonderter Beschlussfeststellung dokumentiert. Eine zusätzliche Berücksichtigung in der Niederschrift der darauffolgenden Sitzung des Überwachungsorgans wurde etabliert. Bei drei Gesellschaften wurde das Vorgehen unterjährig eingeführt und in diesen noch nicht für den vollständigen Berichtszeitraum umgesetzt. 18. ZIFF. 7.2.1 UND 7.2.2Der Empfehlung, die Vergütung der Organe der vom PCGK erfassten Tochtergesellschaften individualisiert im Corporate Governance Bericht offenzulegen, folgt die DBAG nicht. Eine Veröffentlichung der Vergütungen der jeweiligen Mitglieder der Geschäftsleitungen wäre, insbesondere ohne deren Einwilligung, in Bezug auf den Datenschutz bedenklich. Entsprechende Einwilligungen sind für die Mitglieder der Geschäftsleitungen mit Ausnahme des DB-Konzernvorstands vertraglich derzeit nicht vereinbart. II.Aufsichtsrat und Vorstand der DB AG erklären weiter, dass die Konzernmutter und die unter ihrer einheitlichen Leitung stehenden Gesellschaften, die den Kodex anwenden sollen, den von der Bundesregierung am 16. September 2020 verabschiedeten Empfehlungen zum PCGK 2020 mit den vorgenannten Ausnahmen grundsätzlich entsprechen werden. ZUSAMMENWIRKEN VON VORSTAND UND AUFSICHTSRATAls deutsche Aktiengesellschaft unterliegt die DB AG mit Vorstand und Aufsichtsrat einer zweistufigen Führungs- und Überwachungsstruktur. Diese beiden Gremien sind sowohl hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft als auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener gemeinschaftlicher Verantwortung. Der Aufsichtsrat überwacht die Vorstandstätigkeit und ist für die Bestellung und Abberufung des Vorstands zuständig. Im Interesse einer bestmöglichen Unternehmensleitung legen wir großen Wert darauf, dass Vorstand und Aufsichtsrat in einem kontinuierlichen Dialog miteinander stehen und zum Wohl des Unternehmens vertrauensvoll und effizient zusammenarbeiten. Der Vorstand nimmt, soweit dies vom Aufsichtsrat als erforderlich angesehen wird, an den Sitzungen des Aufsichtsrats teil und informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen, insbesondere der Planung, Geschäftsentwicklung, Risikolage und des Risikomanagements sowie des internen Kontrollsystems. Eine Übersicht über die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der DB AG einschließlich der von ihnen wahrgenommenen Mandate ist im Konzern-Anhang enthalten. VorstandDer Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener gemeinschaftlicher Verantwortung. Er ist an das Unternehmensinteresse gebunden und der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet. Er konkretisiert die Unternehmensziele und legt die Strategien fest, mit denen diese Ziele erreicht werden sollen. Der Vorstand entscheidet über alle Angelegenheiten von grundsätzlicher und wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 23. Juni 2022 entschieden, das bisherige Ressort Personenverkehr aufzulösen und sowohl den Personenfernverkehr als auch den Regionalverkehr jeweils in ein eigenständiges Vorstandsressort zu überführen. Für den Zeitraum vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2025 sind Frau Evelyn Palla zum Mitglied des Vorstands der DB AG für das neue Ressort Regionalverkehr und Herr Dr. Michael Peterson für das neue Ressort Personenfernverkehr bestellt worden. Das Ressort Infrastruktur wird seit dem 1. Juli 2022 von Herrn Berthold Huber geführt, der damit auf Ronald Pofalla folgt, der mit Ablauf des 30. April 2022 aus dem DB-Konzern ausgeschieden ist. Für alle Organmitglieder besteht, basierend auf den Empfehlungen des Public Corporate Governance Kodex und damit korrespondierenden Regelungen in den Gesellschaftsdokumenten, eine Anzeigepflicht bei Interessenkonflikten. In der jährlich abzugebenden Entsprechenserklärung werden aufgetretene Interessenkollisionen jeweils berichtet. Demgemäß legen die Vorstandsmitglieder auftretende Interessenkonflikte unverzüglich dem Aufsichtsrat gegenüber offen und informieren ihre Vorstandskolleg:innen darüber. Im Berichtszeitraum ist kein derartiger Fall aufgetreten. AufsichtsratDer Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Dem Aufsichtsrat der DB AG gehören entsprechend den Vorgaben des Mitbestimmungsgesetzes 20 Mitglieder an, wovon zehn Mitglieder Anteilseignervertreter:innen und zehn Mitglieder Arbeitnehmendenvertreter:innen sind. Die Anteilseignervertreter:innen werden teils entsandt und teils durch die Hauptversammlung gewählt. Der Auswahlprozess für die Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgt gem. den gesetzlichen Regelungen durch den Eigentümer. Die Mitglieder der Arbeitnehmendenseite werden nach den Vorgaben des Mitbestimmungsgesetzes gewählt. Ausführliche Angaben hinsichtlich eines Auswahlverfahrens oder etwaigen zugrunde gelegten Kriterien (u. a. Diversitätsmerkmale) sind der Gesellschaft daher nicht möglich. Eine Übersicht der amtierenden Aufsichtsratsmitglieder nebst deren Funktionen bzw. Berufsbezeichnungen ist im Konzern-Abschluss abgebildet. In der laufenden Amtsperiode hat Herr Christian Schmidt sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum Ablauf des 30. April 2022 niedergelegt, ebenso haben Frau Kirsten Lühmann und Herr Eckhardt Rehberg ihr jeweiliges Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum Ablauf des 15. Juni 2022 niedergelegt. Mit Wirkung zum 16. Juni 2022 wurden Herr Stefan Gelbhaar (MdB), Frau Dorothee Martin (MdB) und Herr Bernd Reuther (MdB) zu Mitgliedern des Aufsichtsrats der DB AG in der außerordentlichen Hauptversammlung am 16. Juni 2022 gewählt. Mit Wirkung zum Ablauf des 15. Juni 2022 haben jeweils Herr Enak Ferlemann und Frau Elisabeth Winkelmeier-Becker ihre Aufsichtsratsmandate niedergelegt. Mit Wirkung zum 16. Juni 2022 wurden Frau Staatssekretärin Susanne Henckel, Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), und Frau Staatssekretärin Anja Hajduk, Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), für die verbleibende Bestellperiode in den Aufsichtsrat der DB AG entsandt. Herr Michael Odenwald, Staatssekretär a. D., hat sein Mandat und damit verbunden auch das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden mit Wirkung zum Ablauf des 22. Juli 2022 niedergelegt. Ebenso hat Frau Ingrid Hengster ihr Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum 19. August 2022 niedergelegt. In der Sitzung des Aufsichtsrats am 28. September 2022 wurde Herr Staatssekretär Werner Gatzer in das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 29. September 2022 wurden Frau Daniela Mattheus mit Wirkung zum 1. Oktober 2022 und in der außerordentlichen Hauptversammlung vom 7. Dezember 2022 Herr Michael Sven Puschel jeweils mit sofortiger Wirkung für die verbleibende Amtszeit in den Aufsichtsrat der DB AG gewählt. Herr Jürgen Beuttler und Herr Mario Reiß haben ihre Aufsichtsratsmandate jeweils mit Wirkung zum Ablauf des 31. Juli 2022 niedergelegt. Herr Klaus-Dieter Hommel hat sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum Ablauf des 30. September 2022 und Herr Jürgen Knörzer hat sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum Ablauf des 31. Oktober 2022 niedergelegt. Im Wege der gerichtlichen Bestellung des Amtsgerichts Charlottenburg wurden mit Wirkung zum 13. September 2022 Herr Alexander Kaczmarek und Herr Klaus-Peter Schölzke zu Mitgliedern des Aufsichtsrats der DB AG bestellt. Ebenfalls im Wege der gerichtlichen Bestellung mit Wirkung zum 8. Dezember 2022 wurden Herr Ralf Damde und Herr Manfred Scholze zu Mitgliedern des Aufsichtsrats der DBAG bestellt. In der Sitzung des Aufsichtsrats am 15. Dezember 2022 wurde Herr Martin Burkert zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Persönliche oder geschäftliche Beziehungen einzelner Aufsichtsratsmitglieder zur Gesellschaft werden im Konzern-Anhang angegeben. Für alle Organmitglieder besteht, basierend auf den Empfehlungen des Public Corporate Governance Kodex und damit korrespondierenden Regelungen in den Gesellschaftsdokumenten, eine Anzeigepflicht bei Interessenkonflikten. In der jährlich abzugebenden Entsprechenserklärung werden aufgetretene Interessenkollisionen jeweils berichtet. Somit müssen auch die Aufsichtsratsmitglieder etwaige Interessenkonflikte unverzüglich dem Aufsichtsrat gegenüber offenlegen und den Aufsichtsrat hierüber informieren. Im Berichtszeitraum ist kein derartiger Fall aufgetreten. Geschäfte von grundlegender Bedeutung sowie andere Vorstandsentscheidungen mit wesentlichem Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat der DB AG wird vom Vorstand mindestens vierteljährlich über die Geschäftsentwicklung und über die Lage des DB-Konzerns informiert. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat auch regelmäßig über die im Unternehmen ergriffenen Maßnahmen zur Einhaltung von Gesetzen und den unternehmensinternen Regularien (Compliance). In den Aufgabenbereich des Aufsichtsrats fallen außerdem die Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses der Gesellschaft und die Prüfung des Lageberichts der Gesellschaft, des Konzern-Abschlusses sowie des Konzern-Lageberichts der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat befasst sich darüber hinaus mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung. Der Aufsichtsratsvorsitzende steht mit dem Vorstand und insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden in regelmäßigem Kontakt und berät mit diesem die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens. Über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, wird der Aufsichtsratsvorsitzende regelmäßig durch den Vorstandsvorsitzenden informiert. Zwischen den Mitgliedern des Aufsichtsrats und der DB AG bestanden im Berichtsjahr keine Beraterverträge und sonstigen vergleichbaren Dienstleistungs- und Werkverträge. AufsichtsratsausschüsseUm seine Überwachungstätigkeit bestmöglich wahrnehmen zu können, hat der Aufsichtsrat der DB AG von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, neben dem nach dem Mitbestimmungsgesetz einzurichtenden Vermittlungsausschuss weitere Ausschüsse zu bilden, und einen Präsidialausschuss, einen Prüfungs- und Compliance-Ausschuss sowie einen Personalausschuss gebildet. Eine Übersicht über die Mitglieder der Ausschüsse finden Sie im Konzern-Anhang. Über die Arbeit der Ausschüsse im Berichtsjahr informiert der Aufsichtsrat in seinem Bericht. Eine Funktionsbeschreibung der einzelnen Ausschüsse finden Sie auf unserer Internetseite. Frauenanteil in Vorstand und AufsichtsratDem Aufsichtsrat der DB AG gehörten zum Berichtsstichtag 31. Dezember 2022 und auch gegenwärtig sieben Frauen (35,0%) an. Für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der DBAG wurde eine bis zum Stichtag 30. Juni 2027 zu erreichende Zielgröße von 50% festgelegt. Dem Vorstand der DB AG gehören zum Berichtsstichtag 31. Dezember 2022 und auch derzeit drei Frauen (37,5%) an. Für den Frauenanteil im Vorstand der DB AG wurde bis zum Stichtag 30. Juni 2027 eine Zielgröße von ebenfalls 50% festgelegt. In der DB AG soll bis zum 31. Dezember 2024 auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands ein Frauenanteil von 31,7% und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands ein Frauenanteil von 40,2% erreicht werden. Zum 31. Dezember 2022 wurde auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands ein Frauenanteil von 21,6% realisiert. Auf der zweiten Unterstellungsebene konnten 36,4% erreicht werden. Der DB Konzern bekennt sich zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen und hat auf Basis des Gesetzes für alle betroffenen Tochtergesellschaften über alle Ebenen (Aufsichtsräte, Vorstände/Geschäftsführungen, erste und zweite Führungsebene) eine gesamthafte Zielgröße von 30% Frauen in Führung bis zum 31. Dezember 2024 beschlossen. Zu den Diversity- und Nachhaltigkeitsaktivitäten des DB-Konzerns wird ergänzend auf die umfassenden Erläuterungen im Nichtfinanziellen Teil des Integrierten Berichts verwiesen. TRANSPARENZAuf unserer Internetseite stellen wir alle wichtigen Informationen zum Konzern- und Jahresabschluss, den Halbjahresbericht, den Finanzkalender sowie Informationen zu meldepflichtigen Wertpapiergeschäften zur Verfügung. Darüber hinaus informieren wir im Rahmen unserer Investor-Relations-Aktivitäten und Unternehmenskommunikation regelmäßig über aktuelle Entwicklungen. RISIKOMANAGEMENTGute Unternehmensführung beinhaltet auch den verantwortungsbewussten Umgang mit Chancen und Risiken, die im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit entstehen. Für Vorstand und Aufsichtsrat ist deshalb die frühzeitige Identifizierung und Begrenzung von geschäftlichen Risiken von großer Bedeutung. Es ist Aufgabe des Vorstands, ein angemessenes Risikomanagement und dessen Überwachung im Unternehmen sicherzustellen und beides kontinuierlich weiterzuentwickeln. Durch das Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) wurden die Aufgaben des Aufsichtsrats im Hinblick auf die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems präzisiert. Damit der Aufsichtsrat diese Aufgabe erfüllen kann, müssen ihm geeignete Informationen zur Verfügung gestellt werden, anhand derer er sich ein Urteil über die Angemessenheit und Funktionsfähigkeit der Systeme bilden kann. Zum internen Kontrollsystem erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung an den Prüfungs- und Compliance-Ausschuss über dessen Angemessenheit und Wirksamkeit. Daneben berichtet der Vorstand dem Prüfungs- und Compliance-Ausschuss über Risiken von wesentlicher Bedeutung für die Konzerngesellschaften sowie deren Behandlung durch den Vorstand. Er kontrolliert auch, ob das Risikofrüherkennungssystem den Anforderungen des § 91 Abs. 2 AktG entspricht. COMPLIANCECompliance ist ein integraler Bestandteil der Unternehmens- und Führungskultur des DB-Konzerns. Für uns bedeutet Compliance die Übereinstimmung unserer geschäftlichen Aktivitäten mit den hierfür maßgeblichen Gesetzen und Regelungen. Der Schwerpunkt unserer Compliance-Arbeit liegt auf der Prävention von Korruption und sonstiger Wirtschaftskriminalität sowie deren konsequenter Bekämpfung. Verbindliche Richtlinien hierzu dienen dem Schutz des DB-Konzerns, der Mitarbeitenden und der Führungskräfte. Von großer Bedeutung bleibt weiterhin die Sensibilisierung unserer Mitarbeitenden und Führungskräfte, denn nur risikobewusste Mitarbeitende können Risiken erkennen und diese auch erfolgreich vermeiden oder zumindest reduzieren. Die Compliance-Arbeit des DB-Konzerns umfasst u. a. das frühzeitige Erkennen von Compliance-Risiken sowie die entsprechende Einleitung von Gegenmaßnahmen. Dazu zählen auch die Durchführung von Compliance-Programmen, die kontinuierliche Kommunikation sowie Prozessverbesserungen. RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNGDie Hauptversammlung der DB AG hat am 30. März 2022 die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), Berlin, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 bestellt. Der Prüfungs- und Compliance-Ausschuss hat die Vorschläge des Aufsichtsrats zur Wahl des Abschlussprüfers vorbereitet und nach dessen Wahl durch die Hauptversammlung mit dem Abschlussprüfer die Prüfungsschwerpunkte festgelegt. Mit dem Abschlussprüfer wurde auch in diesem Geschäftsjahr vereinbart, dass der Vorsitzende des Prüfungs- und Compliance-Ausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe unverzüglich unterrichtet wird. Es wurde zudem vereinbart, dass der Ausschussvorsitzende vom Abschlussprüfer über gesonderte Feststellungen und etwaige Unrichtigkeiten der Entsprechenserklärung unverzüglich informiert wird. EFFIZIENZPRÜFUNG DES AUFSICHTSRATSDer Aufsichtsrat überprüft regelmäßig die Effizienz seiner Tätigkeit. Die letzte Effizienzprüfung fand im Geschäftsjahr 2021 statt. VERGÜTUNGSBERICHTDer Vergütungsbericht beschreibt die Vergütungssystematik und stellt die individuellen Vergütungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats dar. Das Vergütungssystem des VorstandsDas Vergütungssystem für den Vorstand der DB AG zielt darauf ab, die Vorstandsmitglieder entsprechend ihren Aufgaben- und Verantwortungsbereichen angemessen zu vergüten. Die Angemessenheit der Vergütung wird regelmäßig in einem Vergütungsvergleich überprüft. Im Rahmen dieser Überprüfung wird die Höhe der Vorstandsvergütung sowohl im Vergleich zum externen Markt (horizontale Angemessenheit) als auch zu den sonstigen Vergütungen im Unternehmen (vertikale Angemessenheit) gewürdigt. Sollte sich hieraus die Notwendigkeit einer Veränderung des Vergütungssystems oder der Vergütungshöhe ergeben, legt der Personalausschuss des Aufsichtsrats, in dem die involvierten Stake- und Shareholder durch die dort vertretenen Anteilseigner- und Arbeitnehmendenvertreter:innen paritätisch vertreten sind, dem Aufsichtsrat entsprechende Vorschläge zur Beschlussfassung vor. Die letzte Überprüfung der Angemessenheit der Vergütung der Vorstandsmitglieder erfolgte im Geschäftsjahr 2021. VERGÜTUNGSBESTANDTEILEDie Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einer fixen Grundvergütung, einer erfolgsabhängigen Jahrestantieme (Short-term Incentive; STI) und einem langfristigen Bonusprogramm mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage (Long-term Incentive Plan). Die Gesamtvergütung umfasst daneben auch die Versorgungszusagen, die sonstigen Zusagen sowie die Nebenleistungen. Die fixe Grundvergütung ist eine auf das Geschäftsjahr bezogene Barvergütung, die sich an dem Verantwortungsumfang und der Erfahrung des jeweiligen Vorstandsmitglieds orientiert. Das individuell festgelegte Fixeinkommen wird in zwölf gleichen Teilen ausgezahlt. Im Dezember 2021 hat der Aufsichtsrat eine methodische Modifikation der STI-Methodik verabschiedet, die erstmalig für das Geschäftsjahr 2022 zur Anwendung kam. Diese wurde im Sinne einer transparenten und einheitlichen Regelung zur Erfolgsbeteiligung im Systemverbund Bahn, soweit möglich, ebenfalls ab dem Jahr 2022 bei weiteren Konzerntöchtern und für unterschiedliche Führungsebenen etabliert. Die methodische Neufassung des STI berücksichtigt insbesondere Empfehlungen des 2020 novellierten Public Corporate Governance Kodex des Bundes. Wesentlicher Fokus der etablierten STI-Methodik liegt auf der betrieblichen Performance und der Kundenzufriedenheit, berücksichtigt dabei aber auch die Ertragslage und jeweils ressortspezifische Fragestellungen. Die Jahrestantieme errechnet sich aus der Summe von fünf jeweils gleich gewichteten Einzelzielen. Drei dieser Ziele betreffen die Sphären »Kunde«, »Qualität« und »Mitarbeitende«, ein weiteres Ziel stellt auf das wirtschaftliche Ergebnis des DB-Konzerns ab. Die genannten vier Ziele sind allen Vorständen gemeinsam. Ferner wurde für jedes Vorstandsmitglied ein ressortspezifisches Ziel vereinbart. Nach Ermittlung des rechnerischen Ergebnisses des STI besteht die Möglichkeit, das rechnerische Ergebnis mittels eines Ermessensfaktors zu modifizieren und so unterjährig aufgetretene, außergewöhnliche und zu Beginn des Bemessungszeitrums nicht vorhersehbare Ereignisse über einen Modifikator in die Zielerreichung eingehen zu lassen. Der STI kommt ferner nur dann zur Auszahlung, wenn die Dividendenfähigkeit der DBAG gegeben ist. Ist dies nicht der Fall, fällt der STI vollständig aus (Knockout). Die STI-Auszahlung kann insgesamt nicht mehr als 200% des STI-Zielbonus betragen. Entsprechend den Empfehlungen des PCGK wurden zudem mit den Organmitgliedern Malus- und Clawback-Regelungen vereinbart. Die wirtschaftlichen und persönlichen Ziele der Vorstandsmitglieder werden jährlich auf Basis einer Empfehlung des Personalausschusses vom Aufsichtsrat beschlossen und mit den Vorstandsmitgliedern schriftlich vereinbart. Gemeinsam mit der vom Aufsichtsrat verabschiedeten Planung bilden die persönlichen Ziele die Bemessungsgrundlage für die Jahrestantieme. Damit stehen zu Beginn des Geschäftsjahres alle wesentlichen Parameter für die Gesamtvergütung fest. Nach Abschluss eines Geschäftsjahres werden auf Basis der Konzernergebnisse für jedes Vorstandsmitglied die Zielerreichungsgrade ermittelt. Das Zieleinkommen wird erreicht, wenn jedes Ziel zu 100% erfüllt wird. Die abschließende Festlegung dazu erfolgt durch den Aufsichtsrat und wird vom Personalausschuss vorbereitet. Im Fokus des Long-term Incentives (LTI) für den Vorstand stehen sowohl langfristige verkehrs- und klimapolitische Ziele sowie die nachhaltige Bonität und Rentabilität des DB-Konzerns. Nach Ende der jeweiligen Planlaufzeit von vier Jahren wird die Zielerreichung des LTI am Ende der Tranche über die durchschnittliche Zielerreichung der einzelnen Jahre gemessen. Der Auszahlungsgrad des Long-term Incentive Plans ist nach oben begrenzt und kann zwischen 0% und 200% liegen. Der Anspruch aus der Long-term-Incentive-Zusage ist vererblich. Die Vorstandsmitglieder haben einen Anspruch auf eine angemessene Abfindung bei Beendigung der organschaftlichen Bestellung vor dem vertraglich festgelegten Zeitpunkt, wenn kein von ihnen zu vertretender wichtiger Grund vorliegt. Die Abfindung orientiert sich an der Restlaufzeit des Vertrags, dem vereinbarten Zielgehalt und ggf. den bereits in der Restlaufzeit des Vertrags von der DB AG zu erfüllenden Ruhegeldansprüchen. Entsprechend den Empfehlungen des PCGK ist in allen Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder der DBAG ein Abfindungscap enthalten. Danach dürfen Zahlungen an ein Vorstandsmitglied aufgrund vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund i.S.d. §626 BGB den Wert von zwei Jahresgehältern einschließlich variabler Gehaltsbestandteile nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten. Für die Wahrnehmung von Mandaten in Kontrollgremien von Konzern- und Beteiligungsgesellschaften wird den Mitgliedern des Vorstands keine zusätzliche Vergütung gezahlt. Konzernweite Vergütungssystematik für FührungskräfteDie im Dezember 2021 vom Aufsichtsrat der DBAG für den Vorstand verabschiedete modifizierte STI-Methodik wurde im Sinne einer transparenten und einheitlichen Regelung zur Erfolgsbeteiligung im Systemverbund Bahn in 2022 für weitere Konzerntöchter und Führungsebenen umgesetzt. Die Vergütungssystematik für leitende Angestellte zielt v.a. auf eine enge Kopplung der Vergütung an den nachhaltigen Unternehmenserfolg i.S d. Geschäftserfolgs des Systemverbunds Bahn und des DB-Konzerns sowie die Ausrichtung aller Bereiche auf dieses Ziel. Die Jahrestantieme für die leitenden Angestellten und außertariflichen Arbeitnehmenden im Systemverbund Bahn wird als Erfolgsbeteiligung ausgestaltet. Persönliche Ziele werden dann im Rahmen eines regelmäßigen Prozesses mit den Führungskräften vereinbart. Die Zielerreichungen bzw. die persönlichen Leistungsbeurteilungen werden dann sowohl bei der Erfolgsbeteiligung als auch bei Entscheidungen zur Erhöhung der Grundvergütung regelmäßig in die Bewertung mit einbezogen. Soweit die Führungskräfte Organe von Tochtergesellschaften der DBAG sind, wird sich der jeweilige Aufsichtsrat der Tochtergesellschaft mit den persönlichen Zielen möglichst bereits zum Ende eines Geschäftsjahres befassen. Die Beschlussfassung dazu erfolgt dann ggf. nachgelagert zu der Aufsichtsratssitzung der DBAG, in der die Mittelfristplanung und die Ziele für den Vorstand verabschiedet werden. Diese zeitliche Abfolge der Behandlung der persönlichen Ziele in den Aufsichtsräten der Tochtergesellschaften ist der Konzernstruktur der DBAG geschuldet. Für die DB Netz AG gelten vor dem Hintergrund der regulatorischen Anforderungen zum Teil gesonderte Regelungen, die den Geschäftserfolg der DB Netz AG noch stärker in den Blick nehmen. RuhegeldansprücheDer Aufsichtsrat der DBAG hat festgelegt, dass dem Vorstand keine Mitglieder angehören sollen, die die Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung überschritten haben. Die Mitglieder des Vorstands haben nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen einen Anspruch auf Ruhegeldzahlungen. Die bereits vor 2017 amtierenden Vorstandsmitglieder haben spätestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres Anspruch auf ein lebenslanges Ruhegeld, wenn das Dienstverhältnis wegen dauernder Dienstunfähigkeit endet oder der Vertrag vor dem vereinbarten Beendigungstermin endet oder nicht verlängert wird, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt, oder das Vorstandsmitglied die Fortsetzung des Dienstvertrags zu gleichen oder für ihn günstigeren Bedingungen ablehnt. Die Systematik der Versorgungszusagen für die Vorstandsmitglieder wurde 2017 modifiziert. 2017 neu bestellte und auch künftige Vorstandsmitglieder erhalten eine beitragsorientierte Versorgungszusage, bei der für das Vorstandsmitglied während dessen Dienstzeit ein Kapitalstock angespart und bei Erreichen der Altersgrenze ausgezahlt wird. Die Zusage wird in Form eines Kapitalkontenplans mit einem jährlichen Beitrag gewährt, der sich als fester Prozentsatz aus der Grundvergütung ableitet. Die betrieblichen Versorgungszusagen für die bereits zuvor amtierenden Vorstandsmitglieder belaufen sich auf einen Prozentsatz des Grundgehalts, der sich nach der Dauer der Zugehörigkeit des Vorstandsmitglieds zum Unternehmen richtet. Die Versorgungszusagen sehen lebenslange Alters- und Hinterbliebenenrenten vor. Ein Kapitalwahlrecht besteht nicht. Für vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossene Vorstandsverträge wurden ferner Rückdeckungsversicherungen für die betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen. Vertragliche NebenleistungenAls vertragliche Nebenleistungen haben die Vorstandsmitglieder u.a. Anspruch auf einen Dienstwagen mit Fahrer zur dienstlichen und privaten Nutzung, eine persönliche BahnCard 100 First sowie den üblichen Versicherungsschutz. Für dienstlich veranlasste Zweitwohnungen wird ein Mietzuschuss gewährt. Diese Sachbezüge unterliegen, soweit sie nicht steuerfrei gewährt werden können, als geldwerter Vorteil der Versteuerung durch die Vorstandsmitglieder. Den Vorstandsmitgliedern ist es wie allen Führungskräften freigestellt, am Deferred-Compensation-Programm des Unternehmens teilzunehmen. Für die Mitglieder des Vorstands besteht im Hinblick auf die mit der Geschäftstätigkeit der DBAG verbundenen Risiken eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sog. D&O-Versicherung). Die Versicherung war im Berichtsjahr als Gruppenversicherung mit dem gesetzlich vorgesehenen Selbstbehalt ausgestaltet und dient dem Schutz vor Vermögensschäden, die bei der Ausübung der Tätigkeit der Vorstände entstehen können. Der Versicherungsschutz der bestehenden D&O-Versicherung gilt für einen Zeitraum von fünf Jahren nach Beendigung der Vorstandstätigkeit weiter. VERGÜTUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022Vorstand DBAGDie Tantieme für das abgelaufene Geschäftsjahr wird mit dem Ende des Monats, in dem die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft stattfindet, fällig. Für ihre Tätigkeit im Berichtsjahr erhalten die Mitglieder des Vorstands der DBAG folgende Vergütung:
Einzelwerte sind gerundet und addieren sich deshalb ggf. nicht auf.
1) Vorbehaltlich des Aufsichtsratsbeschlusses.
Kein Mitglied des Vorstands der DBAG hat im Berichtsjahr Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten. Versorgungsansprüche des Vorstands für das Geschäftsjahr 2022Im Berichtsjahr wurde den Pensionsrückstellungen ein Betrag i. H.v. 1.769 T€ zugeführt.
Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Vorstandsmitglieder sind als Gesamtsumme im Konzern-Anhang ausgewiesen. Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2022Die Vergütung des Aufsichtsrats der DBAG wurde zuletzt durch Hauptversammlungsbeschluss vom 21. September 2010 geregelt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der DBAG erhalten neben der Erstattung ihrer baren Auslagen und der jeweils auf die Vergütung und Auslagen anfallenden Umsatzsteuer jeweils eine feste jährliche Vergütung von 20.000€ sowie eine erfolgsorientierte jährliche Vergütung. Die erfolgsabhängige Vergütung bemisst sich nach dem Verhältnis des im Konzern-Abschluss ausgewiesenen operativen Ergebnisses (EBIT) des Geschäftsjahres im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr sowie dem Erreichen bestimmter operativer Leistungskennziffern. Die erfolgsabhängige Vergütung ist auf maximal 13.000 € begrenzt. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Doppelte, sein Stellvertreter das Eineinhalbfache der Vergütung. Diese Vergütung erhöht sich außerdem für jede Mitgliedschaft in einem Aufsichtsratsausschuss um ein Viertel. Für den Vorsitz im Präsidialausschuss und im Prüfungs- und Compliance-Ausschuss erhöht sich die Vergütung um das Einfache, für den Vorsitz im Personalausschuss um die Hälfte der Vergütung. Die Mitgliedschaften und der Vorsitz in dem nach §27 Abs.3 MitbestG zu bildenden Ausschuss bleiben unberücksichtigt. Darüber hinaus erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats der DBAG für jede Sitzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, an der sie teilnehmen, ein Sitzungsgeld von 250€. Die Aufsichtsratsmitglieder haben zudem die Wahl zwischen einer persönlichen BahnCard 100 First oder fünf Freifahrtscheinen. Für die Mitglieder des Aufsichtsrats besteht im Hinblick auf die mit der Geschäftstätigkeit der DBAG verbundenen Risiken eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sog. D&O-Versicherung). Die Versicherung ist als Gruppenversicherung ohne Selbstbehalt ausgestaltet und dient dem Schutz vor Vermögensschäden, die bei der Ausübung der Tätigkeit der Aufsichtsräte entstehen können. Ferner besteht für die Aufsichtsratsmitglieder eine Gruppenunfallversicherung. Die Prämie für die genannten Versicherungen entrichtet die Gesellschaft. Die Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nur während eines Teils des jeweiligen Geschäftsjahres angehören, erhalten für jeden angefangenen Monat ihrer Mitgliedschaft ein Zwölftel der Vergütung. Entsprechendes gilt für die Erhöhung der Vergütung für den Aufsichtsratsvorsitzenden und seinen Stellvertreter sowie für die Erhöhung der Vergütung für Mitgliedschaft und Vorsitz in einem Aufsichtsratsausschuss. Die Zahlung der Vergütung erfolgt nach Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das vorangegangene Geschäftsjahr beschließt. Die Vergütung einschließlich der persönlichen BahnCard 100 First und der fünf Freifahrtscheine ist von den Aufsichtsratsmitgliedern eigenständig zu versteuern. Die Mitglieder des Aufsichtsrats halten derzeit weder Aktien der Gesellschaft noch Optionsrechte, die zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft berechtigen. Nach Beschlussfassung der Hauptversammlung am 28. März 2023 über die Entlastung des Aufsichtsrats erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats der DBAG für ihre Tätigkeit im Berichtsjahr folgende Vergütung:
Einzelwerte sind gerundet und addieren sich deshalb ggf. nicht auf.
1) Einige Aufsichtsratsmitglieder geben an, ihre
Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen
Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung
abzuführen.
Pensionsverpflichtungen für Mitglieder des Aufsichtsrats bestehen nicht. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine Vergütungen für persönlich erbrachte Leistungen erhalten. NACHTRAGSBERICHTAnleiheemissionÜber die DB Finance haben wir im Januar 2023 eine Senioranleihe emittiert:
Einführung des Deutschland-TicketsDer Start des Deutschland-Tickets, das zu einem Einführungspreis von 49 € pro Monat im monatlich kündbaren Abonnement angeboten werden soll, ist einen weiteren Schritt vorangekommen. Das Bundeskabinett brachte Anfang Februar 2023 mit der Neunten Änderung des Regionalisierungsgesetzes einen Gesetzentwurf auf den Weg, der u. a. die finanzielle Beteiligung des Bundes regelt. Der Gesetzentwurf muss von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Auch die Europäische Kommission muss dem Vorhaben zustimmen. Das bundesweit im öffentlichen Personennahverkehr gültige Deutschland-Ticket soll am 1. Mai 2023 starten und ab dem 3. April zum Verkauf stehen. Wie zwischen Bund und Ländern vereinbart, stellt der Bund den Ländern 1,5 Mrd.€ jeweils für die Jahre 2023 bis 2025 zusätzlich zur Verfügung. Die Länder zahlen die andere Hälfte der Kosten. Etwaige Mehrkosten, die den Unternehmen im Einführungsjahr durch Mindereinnahmen entstehen, werden Bund und Länder je zur Hälfte ausgleichen. Nach einer Auswertung soll es 2025 ein erneutes Gesetzgebungsverfahren zur weiteren Finanzierung des Tickets geben. Verfahren um weitere Finanzierungsbeiträge für Stuttgart 21Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat den Termin für die mündliche Verhandlung bekannt gegeben. Diese wird voraussichtlich am 8. Mai 2023 stattfinden. Bundestag beschließt InfrastrukturbeschleunigungsgesetzAm 10. Februar 2023 beschloss der Bundestag das Gesetz zur Beschleunigung von verwaltungsgerichtlichen Verfahren im Infrastrukturbereich (VwGO), wodurch die Dauer von Gerichtsverfahren bei Vorhaben mit einer »hohen wirtschaftlichen oder infrastrukturellen Bedeutung« künftig deutlich reduziert werden soll. Dazu zählen der Ausbau des Schienennetzes, Windenergieanlagen, größere Gasversorgungsleitungen, Fernstraßen und Hochspannungsleitungen. Insgesamt soll das VwGO mehr Flexibilität für die Gerichte und straffere Verfahren ermöglichen. PROGNOSEBERICHTTrotz des derzeitigen klaren Aufwärtstrends bestehen weiter große Unsicherheiten v. a. über die weitere Entwicklung des Ukraine-Kriegs und der Inflation. Unsere Prognosen basieren auf der Annahme, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das wirtschaftliche Leben weiter abnehmen und zudem keine wesentliche weitere Verschärfung der geopolitischen Lage auftritt. Nicht abzuschätzen ist zudem, ob, in welchem Umfang und mit welchen Auswirkungen es zu Arbeitskampfmaßnahmen im Geschäftsjahr 2023 kommen könnte. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Entwicklung durch die UnternehmensleitungNachdem zum Jahresbeginn 2022 die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa noch von den Auswirkungen der Corona-Pandemie gedämpft wurde, ließen diese im weiteren Jahresverlauf nach. Negative Effekte gingen hingegen 2022 vom Ukraine-Krieg aus. Beeinträchtigungen der Lieferketten, Unsicherheiten bei der Energieversorgung und hohe Inflationsraten, die zu massiven Kostenerhöhungen führen und den privaten Konsum belasten, lassen trotz Fortschritten bei der Eindämmung der Corona-Pandemie für 2023 eine Stagnation der Wirtschaftsleistung erwarten. Neue Arbeitsformen (z. B. mobiles Arbeiten) und die Substitution von Geschäftsreisen durch Online-Formate haben sich während der Corona-Pandemie in großem Maßstab etabliert. Im Personenverkehr rechnen wir daher noch nicht überall mit einer Rückkehr auf den Vor-Corona-Wachstumspfad. Im Güterverkehr wird mit einer nur schwachen Erholung des Wachstums gerechnet. Auch wenn die Corona-Erholung im Personenverkehr länger dauert, werden mittel- und langfristig die Treiber des Wachstums des öffentlichen Verkehrs wieder wirken. So sind die klimapolitischen Ziele Europas und Deutschlands ohne eine Verkehrswende zugunsten des öffentlichen Verkehrs nicht erreichbar. Probleme, die der Straßengüter- und -personenverkehr mit sich bringen, werden nach dem Überwinden der schwierigen Umfeldbedingungen wieder stärker auf der politischen Agenda an Bedeutung gewinnen. Hierzu zählt neben der Belastung mit Schadstoffen v. a. der hohe Flächenverbrauch, den viele Städte nicht mehr bereit sind, dem Auto zuzugestehen. Beleg für den politischen Gestaltungswillen zugunsten des öffentlichen Verkehrs ist u. a. die Einführung eines deutschlandweit gültigen Nahverkehrstickets (Deutschland-Ticket). Aus den genannten Gründen wird der zur Umsetzung der Wachstumsziele der Strategie Starke Schiene erforderliche Investitionshochlauf fortgesetzt. Dies gilt insbesondere im Bereich der Infrastruktur, wo sich Investitionen oftmals erst nach vielen Jahren durch schnellere und stabilere Verbindungen auszahlen. Die weitere Entwicklung des globalen Warenhandels und v. a. der Frachtraten in Luft- und Seefracht ist mit hohen Unsicherheiten verbunden und kann die Ergebnisentwicklung erheblich beeinflussen. Für 2023 bestehen weiterhin Risiken aus den noch nachwirkenden Folgen der Corona-Pandemie. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass mit evtl. wieder steigenden Infektionszahlen oder neu auftretenden Varianten erneut Maßnahmen ergriffen werden, die sich negativ auf die Nachfrage nach Mobilitäts- und Transportleistungen auswirken könnten. Zudem sind die weiteren möglichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs kaum abschätzbar. Auch die mittelfristige Entwicklung der derzeit stark erhöhten Inflation ist schwer abschätzbar. Der derzeit starke Preisauftrieb führt zu hohen Kostenrisiken. Zudem sind auch die Auswirkungen der 2023 anstehenden Tarifverhandlungen derzeit kaum abschätzbar. Der DB-Konzern hat aus Sicht des Vorstands Maßnahmen eingeleitet, um aktuelle Risiken zu dämpfen und mögliche Chancen nutzen zu können. Ausrichtung des DB-KonzernsDie im Juni 2019 vorgestellte Strategie Starke Schien definiert unverändert die zukünftige Ausrichtung des DB-Konzerns. KÜNFTIGE ABSATZMÄRKTEIm deutschen Personenverkehrsmarkt sind unsere Wachstumsmöglichkeiten einerseits aufgrund der hohen Wettbewerbsintensität und kartellrechtlicher Einschränkungen begrenzt. Andererseits mehren sich positive Signale seitens der Entscheidungsträger, die den umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene mit gezielten Maßnahmen unterstützen möchten. Unser Fokus liegt daher weiterhin auf dem Ausbau der Kapazitäten und somit auf der Verteidigung unserer starken Marktstellung sowie der Anteilssteigerung der Schiene im intermodalen Wettbewerb. Im deutschen Personenverkehrsmarkt erwarten wir mittelfristig nach wie vor einen Wandel hin zu bedarfsorientierten Verkehren auf der Straße. Bspw. wird das autonome Fahren dazu führen, dass immer weniger Menschen einen eigenen Pkw besitzen müssen. Gleichzeitig bieten autonome Verkehre auf der Straße das Potenzial, den öffentlichen Verkehr in gewissen Teilen unabhängig von Haltestellen und Fahrplänen und damit flexibler zu gestalten. Im Schienengüterverkehr liegt unser Fokus unverändert auf dem europäischen Markt. Wir verfügen über eine gute Position auf allen zentralen europäischen Achsen und bieten Verbindungen bis nach China an. Konjunkturelle Aussichten
Stand Februar 2023. Prognosen für 2023 auf halbe Prozentpunkte gerundet. Quelle: Oxford Economics Für 2023 wird im Gesamtjahr global ein Wachstum der Wirtschaftsleistung erwartet. Insbesondere in den Industriel ändern wirkt sich jedoch die Energiekrise spürbar auf die Entwicklung aus, gestützt wird das globale Wachstum voraussichtlich v. a. durch eine positive Entwicklung in den Schwellenländern. Auch der Welthandel ist von der abgeschwächten Konjunkturentwicklung betroffen und entwickelt sich in der Folge 2023 vorausichtlich leicht rückläufig. Das hohe Niveau bei Energie- und auch Einkaufspreisen belastet das Wachstum der Wirtschaftsleistung insbesondere in der ersten Jahreshälfte 2023. Im Euro-Raum und in Deutschland wirkt sich dies aufgrund des hohen Anteils industrieller Fertigung stark aus. Es wird weiterhin sowohl von angebots-als auch nachfrageseitigen Disruptionen ausgegangen. Auf der Angebotsseite belasten die hohen Kosten Unternehmen und zwingen diese teilweise, ihre Produktion einzuschränken. Auf der Nachfrageseite sinkt die Kaufkraft privater Haushalte infolge sinkender Reallöhne bzw. schwächt sich die Investitionsneigung von Unternehmen aufgrund der hohen Unsicherheit und des Kostendrucks ab. Eine spürbare Erholung der konjunkturellen Entwicklung wird frühestens für die zweite Jahreshälfte 2023 erwartet. VerkehrsmärktePERSONENVERKEHR
Stand Februar 2023. Prognose für 2023 auf halbe Prozentpunkte gerundet. 2022 erholte sich der deutsche Personenverkehrsmarkt spürbar, blieb allerdings weiterhin deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. Die Erholungseffekte werden sich 2023 voraussichtlich in abgeschwächter Form fortsetzen. Die Entwicklung der Verkehrsnachfrage hängt stark vom Infektionsgeschehen, regulatorischen Maßnahmen und der konjunkturellen Entwicklung sowie dem damit einhergehenden Mobilitätsverhalten der Bevölkerung ab. Pendlerverkehre und Geschäftsreisen werden langfristig und spürbar durch mobiles Arbeiten und digitale Kommunikation ersetzt.
Auch die Entwicklung des europäischen Personenverkehrs wird verkehrsträgerspezifisch und regional differenziert ausfallen. Strategische Neuausrichtungen der Anbieter machen eine Konsolidierung des Mobilitätsmarktes wahrscheinlich. Eine progressive Klimapolitik der EU und ihrer Mitgliedsstaaten bleibt jedoch langfristiger Motor für die Entwicklung klimafreundlicher öffentlicher Mobilität - und damit insbesondere auch des Schienenpersonenverkehrs. GÜTERVERKEHR UND LOGISTIK
Stand Februar 2023. Prognosen für 2023 auf halbe Prozentpunkte gerundet. Nach einer Stagnation der Güterverkehrsleistung 2022 wird 2023 in Deutschland ein leichtes Wachstum erwartet. Insbesondere die unsicheren Energie- und hohen Einkaufspreise können sich weiter auf die Entwicklung des Güterverkehrs auswirken. V.a. in der ersten Jahreshälfte 2023 wird noch von einer rückläufigen Nachfrageentwicklung bei einem Großteil der Industrie- und Konsumgüter ausgegangen, eine Erholung ist frühestens ab der zweiten Jahreshälfte zu erwarten. Noch 2022 bestehende Lieferengpässe sollten sich im Jahresverlauf 2023 weiter abschwächen bzw. auflösen. Der Markt wird weiterhin durch einen anhaltenden Wettbewerbsdruck gekennzeichnet sein. Neben dem Preis wird die Transportqualität zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Hohe Energiepreise und Inflation werden die wirtschaftliche Entwicklung und den Außenhandel auch 2023 voraussichtlich noch belasten, sodass für den europäischen Schienengüterverkehr nur geringes Wachstum erwartet wird. Aufholeffekte und eine konjunkturelle Erholung werden voraussichtlich ab 2024 zu moderatem Wachstum führen.
INFRASTRUKTURFür die Trassennachfrage wird 2023 eine positive Entwicklung prognostiziert. Neben einer weiteren Entspannung nach der Corona-Pandemie führen die geplanten Erhöhungen der Regionalisierungsmittel im Schienenpersonennahverkehr und die Angebotsausweitungen im Zuge der Fernverkehrsoffensive im Schienenpersonenfernverkehr zu einer steigenden Nachfrage. Im Schienengüterverkehr wird aufgrund des makroökonomischen Umfelds sowie der Bedeutung der Schiene für Energietransporte ein Marktwachstum erwartet. Auswirkungen aus dem weiterhin anhaltenden Ukraine-Krieg können das Marktwachstum bremsen. Engpässe und Sanierungsrückstand lassen allerdings keine spürbare Steigerung der Betriebsleistung auf dem Netz zu. Die Zahl der Stationshalte dürfte sich 2023 weiter stabilisieren, Gleiches gilt für die Nachfragestruktur bei den Stationshalten. Der Umsatz der Vermietung in den Bahnhöfen sollte sich infolge der Corona-Erholung 2023 positiv entwickeln und über dem Niveau von 2022 liegen. BeschaffungsmärkteAls Basisszenario erwarten wir für 2023 weiterhin kaum physische Engpässe auf der Beschaffungsseite für den DB-Konzern. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die weiterhin hohen Energiepreise und die stark volatilen Rohstoffmärkte in der Produktion auf die Preise auswirken. Die Erzeugerpreise verharren aktuell auf einem deutlich höheren Level, bedingt durch Inflation und Rohstoffpreise. Prognosen sehen eine Stabilisierung der Märkte für 2023 auf einem deutlich höheren Niveau als vor dem starken Anstieg in 2021 voraus. Die Klimaschutzbestrebungen beschleunigen den Strukturwandel im Energiesektor. Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien dürfte Preisausschläge am Stromspotmarkt aufgrund ihrer eingeschränkten Prognostizierbarkeit weiter verstärken. Während auf der Produktionsseite der Ausstieg aus der Kernkraft- und Kohleverstromung das Potenzial für höhere Preise birgt, werden die Entwicklungen im Mobilitätssektor die Nachfragedynamik maßgeblich beeinflussen. Auf lange Sicht sollte nach erfolgreicher Umstellung auf erneuerbare Energien eine günstige Energiequelle zur Verfügung stehen, der jedoch die Aufwendungen für den dringend erforderlichen Ausbau der Netze und der Speicher gegenüberstehen. Für 2023 bleibt abzuwarten, ob sich der Nachfragerückgang bei den Erzeugern aufgrund der Inflation Ende 2022 weiter fortsetzt und welche Auswirkungen hieraus entstehen. Zu erwarten ist außerdem ein weiterhin bestehendes verknapptes Angebot bei Schlüsselprodukten wie z. B. Chips und Rohstoffen (bspw. Eisenerz, Papier). Die Lage am Gasmarkt in Deutschland und Europa wird voraussichtlich angespannt bleiben. Aufgrund des Ukraine-Kriegs besteht das Risiko eines weiteren Anstiegs der Preise für Strom, Kohle und Rohöl nach wie vor. Ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht absehbar. Auf der Förderseite könnte es zu Ausfällen und damit einer weiteren Angebotsverknappung kommen. Bei den Preisen für Emissionsberechtigungen (CO2-Zertifikate) sollte wenig Spielraum für nachhaltig sinkende Notierungen vorhanden sein. Der politische Wille der Bundesregierung und auch der Europäischen Kommission zu einem raschen klimaneutralen Umbau der Energieversorgung sollte sich hier bemerkbar machen. Insgesamt ist eine deutliche Entspannung an den Energiemärkten in 2023 nicht zu erwarten. Am Strommarkt werden die Spotpreise deutlich von Temperaturverlauf und Windaufkommen beeinflusst werden. FinanzmärkteBei insgesamt hoher Unsicherheit gehen wir davon aus, dass das allgemeine Zins- und Renditeniveau nicht mehr so stark ansteigt wie in 2022. Bei günstiger Entwicklung sind auch wieder niedrigere Zinsen und Renditen möglich. Eine Korrektur dürfte sich eher auf der kurzen Seite der Zinsstrukturkurve auswirken, da in diesem Bereich zuvor die höchsten Zuwächse zu verzeichnen waren. Aufgrund der Einstellung der Nettoanleihekäufe der Europäischen Zentralbank sowie der Rezessionssorgen wird das Finanzierungsumfeld insgesamt herausfordernder. Entwicklung des DB-Konzerns
Unsere Prognosen für die Entwicklung des DB-Konzerns und der Geschäftsfelder im Geschäftsjahr 2023 basieren auf unseren Erwartungen zu Markt-, Wettbewerbs- und Umfeldentwicklungen sowie dem Umsetzungserfolg von geplanten Maßnahmen. Die Geschäftsentwicklung des DB-Konzerns wird 2023 voraussichtlich maßgeblich durch Belastungen aus der Umsetzung von zusätzlichen Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätserhöhung insbesondere in der Schieneninfrastruktur geprägt sein. Diese Belastungen resultieren u.a. auch daraus, dass die Verhandlungen zur zukünftigen Finanzierung der Schieneninfrastruktur mit dem Bund noch nicht abgeschlossen sind, Maßnahmen aber bereits 2023 umgesetzt werden und der DB-Konzern damit in Vorleistung geht. Zudem wird das Geschäftsjahr 2023 durch die Entwicklung der Inflation (insbesondere höhere Energiekosten) sowie die Normalisierung der Frachtraten bei DB Schenker deutlich belastet werden. Gegensteuerungsmaßnahmen werden teilweise kompensierend wirken. TOP-ZIELE STARKE SCHIENE
ZUSÄTZLICHE KENNZAHLEN ZUR ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE
Die ökonomische Entwicklung des DB-Konzerns wird 2023 ganz wesentlich von zusätzlichen Belastungen aus der Umsetzung von zusätzlichen Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätserhöhung, höheren Energiepreisen sowie der Tarifentwicklung geprägt sein. Zudem erwarten wir eine Normalisierung des Frachtratenniveaus bei DB Schenker sowie zusätzliche Belastungen aus der Inflationsentwicklung. Eine weitere Nachfrageerholung im Schienenpersonenverkehr sowie die Umsetzung von Gegensteuerungsmaßnahmen wirken teilweise kompensierend. Die Umsatzentwicklung dürfte daher 2023 wesentlich schwächer sein und könnte auch zu einem leichten Rückgang führen. Die Ergebnisentwicklung wird deutlich negativ sein. Unsere Qualitäts- und Investitionsoffensive für den Systemverbund Bahn wollen wir mit hohen Investitionen weiter fortführen. Wir wollen damit unsere Qualität und die Kundenzufriedenheit verbessern, die Digitalisierung (inkl. Verbesserung der IT-Sicherheit) vorantreiben und unsere Leistungsfähigkeit steigern. Die Investitionen werden 2023 voraussichtlich deutlich oberhalb des Niveaus von 2022 liegen. Hier machen sich v.a. höhere Fahrzeuginvestitionen bei DB Fernverkehr und höhere Investitionen in die Schieneninfrastruktur sowie der Maßnahmen zur Sicherung der Qualität und Erhöhung der Kapazität bemerkbar. Ein effizientes Liquiditätsmanagement hat auch 2023 eine hohe Priorität für uns. Wir konzentrieren uns darauf, den Mittelfluss aus der betrieblichen Tätigkeit kontinuierlich zu prognostizieren, da dieser die Hauptquelle für liquide Mittel darstellt. Die Liquiditätsprognose erfolgt monatsweise rollierend anhand eines Liquiditätsplans für zwölf Monate. 2023 haben wir fällig werdende Finanzverbindlichkeiten (ohne kurzfristige Bankverbindlichkeiten) in vergleichbarer Höhe zu 2022 zu tilgen. Der Finanzmittelbedarf daraus wird durch die Emission von öffentlichen und nicht öffentlichen Anleihen gedeckt. Emissionsbegleitend sind Roadshows in Europa und Asien geplant. Zudem werden wir in 2023 voraussichtlich auch kurzfristige Darlehen zur Vorfinanzierung der Maßnahmen zur Stabilisierung der Betriebsqualität der Infrastruktur aufnehmen. Die Gespräche mit dem Bund zur zukünftigen Finanzierung der Schieneninfrastruktur sind aktuell noch nicht abgeschlossen. Für unsere Kapitalmarktaktivitäten verfügen wir unverändert über einen angemessenen Finanzierungsspielraum aus unseren Debt-Issuance-Programmen sowie unserem Commercial-Paper-Programm. Die garantierten Kreditfazilitäten dienen als Rückfallebene im Fall einer Störung des Kapitalmarktzugangs. Zu Jahresbeginn 2023 haben wir über die DB Finance eine Senioranleihe emittiert. Die kurz- und mittelfristige Liquiditätsversorgung ist auch 2023 sichergestellt. Die Brutto-Investitionen werden auch 2023 zum überwiegenden Teil durch Investitionszuschüsse abgedeckt. Zudem ist eine weitere Eigenkapitalmaßnahme des Bundes im Rahmen des Klimaschutzprogramms des Bundes geplant. Die vom DB-Konzern zu finanzierenden Netto-Investitionen werden voraussichtlich auch 2023 nicht vollständig aus der Innenfinanzierung abgedeckt werden können. Es ist unverändert geplant, DB Arriva mittelfristig zu desinvestieren. Die Netto-Finanzschulden dürften per 31. Dezember 2023 unter Berücksichtigung der gestiegenen Netto-Investitionen und der Maßnahmen zur Sicherung der Qualität und Erhöhung der Kapazität in der Schieneninfrastruktur deutlich ansteigen. Unsere M&A-Aktivitäten werden wir auch 2023 selektiv und fokussiert fortführen. ZUSÄTZLICHE KENNZAHLEN ZUR GRÜNEN TRANSFORMATION
Zukunftsbezogene AussagenDieser Lagebericht enthält Aussagen und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des DB-Konzerns, seiner Geschäftsfelder und einzelner Gesellschaften beziehen. Diese Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde liegenden Annahmen nicht eintreffen oder Risiken - wie sie bspw. im Risikobericht genannt werden - eintreten, können die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse von den derzeitigen Erwartungen abweichen. Der DB-Konzern übernimmt keine Verpflichtung, die hierin enthaltenen Aussagen zu aktualisieren. Querverweise im LageberichtDieser Lagebericht enthält Querverweise auf weiterführende Informationen, die nicht Teil dieses Lageberichts sind. Die entsprechenden Stellen sind im Bericht mit dem Symbol Begriff gekennzeichnet und sind nicht Gegenstand des Lageberichts. Konzern-Abschluss31. Dezember 2022Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungFür den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember
Konzern-GesamtergebnisrechnungFür den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember
Konzern-BilanzAktiva
Konzern-KapitalflussrechnungFür den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember
1) Einschließlich Zuführungen zu den
sonstigen Rückstellungen.
Konzern-Eigenkapitalspiegel
Konzern-AnhangSegmentinformationen nach GeschäftssegmentenFür den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember bzw. per 31. Dezember
1) Im ersten Halbjahr 2022 wurden
Trassenpreisförderungen von 207 Mio. € abweichend
zum Konzern-Abschluss 2021 im bereinigten EBIT erfasst.
Informationen nach RegionenFür den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember
1) Angabe erfolgt zum Abschlussstichtag.
Grundlagen und MethodenGrundlegende InformationenDie Deutsche Bahn AG (DB AG) sowie ihre Tochtergesellschaften (zusammen DB-Konzern) erbringen Dienstleistungen in den Bereichen Personenverkehr sowie Transport und Logistik und betreiben eine umfangreiche Eisenbahninfrastruktur, die auch konzernexternen Nutzern diskriminierungsfrei zur Verfügung steht. Während die Geschäftsaktivitäten in der Eisenbahninfrastruktur maßgeblich im Heimatmarkt Deutschland stattfinden, sind die Geschäftsaktivitäten im Personen- und Güterverkehr europaweit und im Bereich Logistik weltweit aufgestellt. Die DB AG, Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin, ist eine Aktiengesellschaft, deren Anteile vollständig von der Bundesrepublik Deutschland (Bund) gehalten werden. Im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg wird die Gesellschaft unter der Nummer HRB 50000 geführt. Der DB-Konzern hat Wertpapiere i. S. d. § 2 Abs. 1 Satz 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) emittiert, die an organisierten Märkten gem. § 2 Abs. 11 WpHG gehandelt werden. Dieser Konzern-Abschluss wurde durch den Vorstand aufgestellt und wird dem Aufsichtsrat für die Aufsichtsratssitzung am 29. März 2023 vorgelegt. Grundlagen der AbschlusserstellungDer Konzern-Abschluss wird auf der Grundlage des § 315e HGB und in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und deren Auslegung durch das IFRS Interpretations Committee erstellt. Die Rechnungslegungsnormen wurden über die gesamte Berichtsperiode hinweg und grundsätzlich unverändert zum Vorjahr stetig angewendet. Das Geschäftsjahr der DB AG und ihrer einbezogenen Tochtergesellschaften entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzern-Abschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, soweit nicht anders angegeben, in Millionen Euro (Mio. €) ausgewiesen. Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und VerlustrechnungVermögenswerte und Schulden werden in der Bilanz entsprechend ihrer Fristigkeit als kurz- oder langfristige Posten dargestellt. Vermögenswerte und Schulden werden als kurzfristig klassifiziert, sofern sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Ende des Berichtsjahres realisiert werden oder fällig sind. Die Erläuterungen zur Bilanz berücksichtigen die Anforderungen der Verordnung über die Gliederung des Jahresabschlusses von Verkehrsunternehmen. Die Gewinn- und Verlustrechnung folgt der Gliederung des Gesamtkostenverfahrens. Konsolidierungsmethodena) Grundsätze der KonsolidierungIm Konzern-Abschluss der DB AG werden die DB AG und alle Unternehmen (Tochtergesellschaften) ab dem Zeitpunkt, zu dem die DB AG die Möglichkeit der Beherrschung (Control) erlangt, nach IFRS 10 vollkonsolidiert. Die verbundenen Unternehmen haben zum Zweck der einheitlichen Bilanzierung die Bilanzierungsrichtlinien des Mutterunternehmens angewendet. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt entsprechend IFRS 3 nach der Erwerbsmethode. Das Eigenkapital der Konzernaktionäre wird getrennt von den nicht beherrschenden Anteilen am Eigenkapital von Tochtergesellschaften ausgewiesen. Die Höhe dieses Anteils ergibt sich aus den nicht beherrschenden Anteilen im Zeitpunkt der Erstkonsolidierung sowie der auf diesen Anteil entfallenden Änderung des Eigenkapitals nach diesem Zeitpunkt. Die nicht beherrschenden Anteile ergeben sich anteilig aus den zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewerteten Vermögenswerten, Schulden und Eventualverpflichtungen. Konzerninterne Schuldverhältnisse bzw. Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen vollkonsolidierten Gesellschaften werden vollständig eliminiert. b) UnternehmenszusammenschlüsseAlle nach dem 31. Dezember 2002 erworbenen Tochtergesellschaften sind nach der Erwerbsmethode im Sinne des IFRS 3 konsolidiert worden. Ein Differenzbetrag zwischen den Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses und dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten erworbenen Vermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) ausgewiesen. Sollte der Kaufpreis unter dem beizulegenden Zeitwert des erworbenen Vermögens liegen, wird der Differenzbetrag nach nochmaliger Prüfung unmittelbar erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Erwerb und der Verkauf von Anteilen an einem bereits vollkonsolidierten Unternehmen, die zu keiner Änderung der Beherrschungsmöglichkeit führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Es ergeben sich insofern keine Buchwertänderungen der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden aus solchen Transaktionen. c) Gemeinschaftsunternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten und assoziierte UnternehmenAls Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) gelten Unternehmen, die von der DB AG direkt oder indirekt gemeinschaftlich mit einer anderen Partei geführt werden und bei der die Partner Rechte am Nettovermögen des Unternehmens besitzen. Als gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation) gelten Vereinbarungen, die von der DB AG direkt oder indirekt gemeinschaftlich mit einer anderen Partei geführt werden und bei der die gemeinschaftlich Tätigen Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden haben. Assoziierte Unternehmen sind Beteiligungen, bei denen der DB-Konzern einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann. Der maßgebliche Einfluss beruht regelmäßig darauf, dass die DB AG direkt oder indirekt 20 bis 50 % der Stimmrechte an diesen Unternehmen innehat und die damit verbundene Assoziierungsvermutung nicht widerlegt wird. In Ausnahmefällen werden auch Gesellschaften, an denen der DB-Konzern weniger als 20 % der Stimmrechte hält, als assoziierte Unternehmen eingestuft. Maßgeblicher Einfluss besteht hier trotz geringerer Anteilsquote z.B. aufgrund verschiedener Mitbestimmungsrechte in wesentlichen Fragen der Geschäftspolitik oder weil Mitglieder der Geschäftsführung durch den DB-Konzern gestellt werden. Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen werden im Rahmen der At-Equity-Bilanzierung nach IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) einbezogen. Abweichend hiervon werden sie nach IFRS 5 bewertet, soweit die Anteile als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden. Zwischenergebnisse aus Transaktionen mit assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen werden anteilig eliminiert. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten sind die Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen anteilig zu bilanzieren. WährungsumrechnungDie Währungsumrechnung erfolgt nach dem Konzept der funktionalen Währung nach IAS 21 (Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse) bzw. nach IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) bei Jahresabschlüssen von Tochtergesellschaften, die ihren Sitz in einem Hochinflationsland haben. Im Berichtsjahr und im Vorjahr hatte kein wesentliches Tochterunternehmen seinen Sitz in einem Hochinflationsland. Der Konzern-Abschluss wird in Euro aufgestellt (Berichtswährung); die Abschlüsse von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach IAS 21 in die Berichtswährung umgerechnet. Für die Währungsumrechnung wurden u.a. folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:
Kritische Schätzungen und BeurteilungenDer Konzern-Abschluss basiert auf Einschätzungen und Annahmen, die die Zukunft betreffen. Ausgehend von historischen Erfahrungen und vernünftigen Erwartungen zukünftiger Ereignisse werden die abgeleiteten Schätzungen und Beurteilungen kontinuierlich überprüft und gegebenenfalls adjustiert. Dennoch entsprechen die Schätzungen nicht immer den späteren tatsächlichen Gegebenheiten. Schätzungen und Annahmen, die innerhalb des nächsten Geschäftsjahres ein signifikantes Risiko in Form wesentlicher Anpassungen der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden mit sich bringen könnten, werden bei den jeweiligen Posten erörtert. Vergleichbarkeit zum VorjahrDie Vergleichbarkeit der für das Berichtsjahr vorgelegten Finanzinformationen mit dem Vorjahr ist bei Berücksichtigung der nachfolgend beschriebenen Sachverhalte (insbesondere i.Z.m. der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs) gegeben. Bilanzierungs- und Bewertungsmethodena) Standards, Überarbeitungen von Standards und Interpretationen, die erstmalig verbindlich für Berichtsperioden ab dem 1. Januar 2022 anzuwenden sind oder vorzeitig angewendet werdenIm Berichtsjahr wurden im Konzern-Abschluss alle neuen und überarbeiteten Standards und Interpretationen berücksichtigt, die erstmalig verbindlich ab dem 1. Januar 2022 anzuwenden sind, darüber hinaus Relevanz für den DB-Konzern besitzen und nicht bereits in Vorperioden vorzeitig angewendet wurden. Die Änderungen der Standards wurden entsprechend den Übergangsvorschriften berücksichtigt. Die Auswirkungen aus den neuen Regelungen werden als unwesentlich eingeschätzt. b) Standards, Überarbeitungen von Standards und Interpretationen, die zum Berichtsjahresende verabschiedet waren, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und nicht vorzeitig angewendet werdenVerschiedene neue Rechnungslegungsstandards und Interpretationen wurden veröffentlicht, sind jedoch für Berichtsperioden bis zum 31. Dezember 2022 nicht verpflichtend und wurden vom DB-Konzern nicht vorzeitig angewendet. Die Auswirkungen aus den neuen Regelungen werden als unwesentlich eingeschätzt. Veränderungen in der SegmentzuordnungZum 1. Januar 2022 wurde der Geschäftsbereich »Full Load Solutions« (FLS; Bündelung von großvolumigen Komplettladungsverkehren im europäischen Landverkehrsnetz) von DB Schenker an DB Cargo übertragen. Diese Übertragung betrifft im Wesentlichen die Transa Spedition GmbH und die Hangartner Terminal S.r.l., Verona/Italien. Die Vorjahreszahlen in den »Segmentinformationen nach Geschäftssegmenten« wurden entsprechend angepasst. Angaben zu wesentlichen Ereignissen und Geschäftsvorfällen i.Z.m. der Corona-PandemieIm DB-Konzern sind die Umsatzerlöse im Berichtsjahr auf 56.296 Mio. € angestiegen (im Vorjahr: 47.075 Mio. €). Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten alle Segmente eine positive Umsatzentwicklung, wobei das Wachstum insbesondere durch das Segment DB Schenker 1) getrieben wurde. Auch der Umsatz der übrigen Segmente hat das Vor-Corona-Niveau, bereinigt um Konsolidierungskreisänderungen, wieder erreicht bzw. überschritten.
1 Vorjahreszahlen angepasst; siehe
»Veränderung in der Segmentzuordnung«,
Seite 14.
Im Rahmen von verschiedenen staatlichen Unterstützungsprogrammen wurden dem DB-Konzern weiterhin staatliche Zuschüsse i.Z.m. der Corona-Pandemie bewilligt. Diese Zuschüsse wurden einzelnen Tochtergesellschaften des DB-Konzerns bspw. für die Aufrechterhaltung des Personenverkehrs gewährt, insbesondere in den Segmenten DB Fernverkehr, DB Regio und DB Arriva. Diese Zuschüsse wurden, soweit es sich nicht um Bestellerentgelte handelt, im DB-Konzern im Wesentlichen unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Im Berichtsjahr 2022 verminderten sich die Erträge aus staatlichen Zuschüssen insgesamt auf 1.779 Mio. € (im Vorjahr: 3.583 Mio. €; Anhangziffer (3), Seite 27). Darüber hinaus wurde der DB AG eine Einzahlung in die Kapitalrücklage durch den Bund zur Kompensation von Fahrgeldausfällen i.H.v. 860 Mio. € gewährt, von der 215 Mio. € an die DB Station&Service AG, DB Netz AG und DB Energie GmbH weitergereicht wurden (Anhangziffer (25), Seite 66). Zudem wurde die im Rahmen des Finanzierungskreislaufs zur Durchführung von Ersatzinvestitionen im Rahmen der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung vorgesehene Dividendenzahlung der DB AG (650 Mio. €) durch zusätzliche Bundesmittel ersetzt. Aufgrund der weiteren positiven Geschäftsentwicklung sowie der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen hat sich das EBIT im Geschäftsjahr auf 1.268 Mio. € deutlich verbessert (im Vorjahr: -298 Mio. €); der operative Cashflow hat sich auf 5.644 Mio. € deutlich erhöht (im Vorjahr: 3.900 Mio. €). Angaben zu wesentlichen Auswirkungen und Geschäftsvorfällen i.Z.m. dem Ukraine-KriegDie im Rahmen des Ukraine-Kriegs gestiegenen Energiepreise konnten trotz Preisabsicherungen nicht vollständig kompensiert werden und führten zu einem höheren Materialaufwand. Wir sehen i.Z.m. mit den zusätzlichen wirtschaftlichen Belastungen aus dem Ukraine-Krieg derzeit keine Anhaltspunkte für eine Wertminderung auf Ebene der Cash-generating Units. Energiepreisabsicherungen, eine Weitergabe der Preisanstiege an unsere Kunden sowie langfristige Chancen aus der Verkehrswende konnten bisher die Risiken des Ukraine-Kriegs kompensieren. Schätz- und PrognoseunsicherheitenAufgrund der Corona-Pandemie sowie des Ukraine-Kriegs und der bis zum Berichtsjahresende nur schwer absehbaren Folgen unterliegen Schätzungen und Prognosen im Berichtsjahr in besonderem Maße Unsicherheiten. Dies gilt z.B. für die Ermittlung von Rückstellungen für verlustträchtige Personenverkehrsverträge (Anhangziffer (6), Seite 31), die Bewertung zweifelhafter Forderungen (Anhangziffer (19), Seite 53) oder für die Prüfung möglicher Wertminderungen bei Vermögenswerten (Anhangziffer (32), Seite 82). Liquiditätssteuerung und UnternehmensfortführungIm Berichtsjahr erfolgten neben Zuzahlungen in die Kapitalrücklage der DB AG durch den Bund weitere Begebungen von Senioranleihen (Anhangziffer (28), Seite 67). Aufgrund des uneingeschränkten Zugangs des DB-Konzerns zum Kapitalmarkt und der vereinbarten Finanzierungszusagen für Infrastrukturinvestitionen ist die Unternehmensfortführung des DB-Konzerns auf absehbare Zeit ohne Einschränkungen sichergestellt. Verpflichtungen aus LieferbeziehungenEs bestehen bei einzelnen Lieferbeziehungen eigenständige Schuldanerkenntnisse zur Erfüllung des Bestellobligos, denen Ansprüche in gleicher Höhe, abgesichert durch Bürgschaften von Banken und Versicherungen mit hoher Bonität, gegenüberstehen. Diese Verpflichtungen und Ansprüche werden in der Bilanz seit dem Berichtsjahr ausgewiesen. Dadurch ergibt sich eine Bilanzverlängerung von insgesamt 771 Mio. € in den Positionen »Forderungen und sonstige Vermögenswerte« (langfristig) und »Sonstige Forderungen und Vermögenswerte« (kurzfristig) sowie in den Positionen »Übrige Verbindlichkeiten« (langfristig) und »Sonstige Verbindlichkeiten« (kurzfristig). Konsolidierungskreis und Beteiligungen an anderen Unternehmena) TochtergesellschaftenNach IFRS 3 bestimmen sich die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses nach den beizulegenden Zeitwerten der entrichteten Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden werden, unabhängig von eventuellen nicht beherrschenden Anteilen, nach IFRS 3 mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Abweichend hiervon werden erworbene langfristige Vermögenswerte bzw. Gruppen von Vermögenswerten, die gem. IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden, mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Fair Value less Costs to Sell) ausgewiesen. Der Vollkonsolidierungskreis des DB-Konzerns hat sich wie folgt entwickelt:
Zugänge von Unternehmen und UnternehmensteilenDer DB-Konzern hat im Berichtsjahr 288 Mio. € (im Vorjahr: 52 Mio. €) für Unternehmenskäufe nach IFRS 3 aufgewendet. Es handelte sich um nachfolgend dargestellte Gesellschaften:
Die Zugänge enthielten darüber hinaus vier Gründungen sowie zwei Erwerbe, bei denen kein Geschäftsbetrieb im Sinne von IFRS 3 erworben wurde; ein Unternehmenszusammenschluss im Sinne von IFRS 3 liegt hier nicht vor. Die Erwerbe mit Ausnahme von USA Truck waren aus Sicht des DB-Konzerns nicht wesentlich. Die im Berichtsjahr erstmalig bilanzierten Goodwills ergaben sich folgendermaßen:
Der Firmenwert von USA Truck i.H.v. 51 Mio. € berücksichtigt erwartete Synergien und neue Geschäftsmöglichkeiten durch die strategische Erweiterung der Landtransportkapazitäten auf dem nordamerikanischen Markt sowie nicht ansetzbare immaterielle Vermögenswerte (Mitarbeitendenstamm). Der Firmenwert wurde vollständig dem Segment DB Schenker zugeordnet. Er ist nicht steuerlich absetzbar. Am 24. Juni 2022 hat der DB-Konzern den Abschluss einer Vereinbarung zum Erwerb aller Aktien der USA Truck für 31,72 US-Dollar pro Aktie in bar bekanntgegeben. Bedingte Kaufpreisbestandteile wurden nicht vereinbart. Die Transaktion wurde am 15. September 2022 abgeschlossen. Die Kaufpreisallokation stellte sich wie folgt dar:
Ein Betrag von 11 Mio. € wurde für den Teil von aktienbasierten Vergütungsmodellen aufgewendet, die noch nicht erdient waren. Er ist im Personalaufwand enthalten. Der beizulegende Zeitwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belief sich auf 97 Mio. €, darin waren Wertberichtigungen von 0 Mio. € enthalten. Für den Zeitraum vom 15. September 2022 bis zum 31. Dezember 2022 hat USA Truck einen Betrag i.H.v. 194 Mio. € zum DB-Konzernumsatz beigetragen. Das Ergebnis von -23 Mio. € resultierte v.a. aus höheren Abschreibungen infolge der bei der Kaufpreisallokation identifizierten und neubewerteten Vermögenswerten. Hätte USA Truck bereits zum 1. Januar 2022 zum DB-Konzern gehört, wäre der Konzernumsatz um 534 Mio. € höher ausgefallen. Die Prognose eines hypothetischen Ergebnisses für diesen Zeitraum war nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich, da sich dann eine signifikant andere Kaufpreisallokation ergeben hätte und Annahmen über die (zum Teil aktienbasierte) Vergütung des damaligen Managements hätten getroffen werden müssten. Ab dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung hat Bitergo einen Umsatz von 0 Mio. € und ein Ergebnis von 0 Mio. € sowie Triporteurs einen Umsatz von 1 Mio. € und ein Ergebnis von 0 Mio. € erwirtschaftet. Abgänge von Unternehmen und UnternehmensteilenBei den Abgängen aus dem Konsolidierungskreis handelt es sich um zwölf Verschmelzungen, sieben Liquidationen sowie 23 Verkäufe. Aus den Verkäufen ergab sich ein Zahlungsmittelzufluss von 47 Mio. € (im Vorjahr: keine), der insbesondere den Verkauf der MTS-Markentechnik-Gruppe, Rülzheim, der EVAG Emder Verkehrs und Automotive Gesellschaft mbH, Emden, und der Arriva Sverige AB-Gruppe, Nacka/Schweden betraf. Im Berichtsjahr gab es wie im Vorjahr keine wesentlichen Ergebnisauswirkungen aufgrund des Verlusts der Beherrschung. Die Ergebnisse werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (Anhangziffer (7), Seite 36) bzw. sonstigen betrieblichen Erträgen (Anhangziffer (3), Seite 27) ausgewiesen. Auswirkungen auf die Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungInsgesamt waren die Auswirkungen aus den im Vergleich zum Vorjahr eingetretenen Veränderungen des Konsolidierungskreises auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nicht wesentlich. Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasst die Auswirkungen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung aus den gegenüber dem Vorjahr eingetretenen Veränderungen des Konsolidierungskreises:
Die Umsatzerlöse aus Konsolidierungskreisänderungen betrafen:
1) Im Vorjahr unterjährig erworben.
b) Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen und Unternehmen mit gemeinsamer Geschäftstätigkeit
Sämtliche Gemeinschaftsunternehmen, assoziierten Unternehmen und Unternehmen mit gemeinsamer Geschäftstätigkeit sind aus Sicht des DB-Konzerns sowohl einzeln als auch zusammen betrachtet unwesentlich. Kapitalmanagement im DB-KonzernDie finanzwirtschaftliche Steuerung des DB-Konzerns zielt außer auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts auf die Einhaltung einer für die Wahrung einer sehr guten Bonitätseinstufung angemessenen Kapitalstruktur. Als zentraler Bestandteil des Wertmanagementkonzepts wird auf Basis des bereinigten EBIT als Kennzahl ein Return on Capital Employed (ROCE) errechnet. Das Capital Employed stellt dabei den im DB-Konzern gebundenen und mit Renditeerwartungen versehenen Kapitaleinsatz von Eigen- und Fremdkapitalgebern dar. Die Ableitung erfolgt auf Basis der jeweiligen Schlussbilanz des Berichtsjahres. Die folgende Tabelle zeigt die aktivische Herleitung des Capital Employed unter Zugrundelegung der in der Bilanz ausgewiesenen Aktiv- und Passivpositionen.
Zur weiteren Berechnung werden in der folgenden Tabelle das bereinigte EBIT und das bereinigte EBITDA aus dem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen operativen Ergebnis (EBIT) hergeleitet. Die entsprechenden Angaben auf Segmentebene wurden nach der gleichen Methodik abgeleitet.
Im Berichtsjahr wurden im EBIT Sondereffekte von insgesamt -43 Mio. € (im Vorjahr: -1.293 Mio. €) bereinigt. Diese resultierten überwiegend aus temporären Trassenpreisabsenkungen für den Schienenpersonenfernverkehr im Rahmen der Umsetzung der corona-bedingten Unterstützungsmaßnahmen des Bundes für den Zeitraum Juni bis Dezember 2022. Die Trassenpreisförderung Januar bis Mai 2022 wurde nicht als Sondereffekt bereinigt, da sie vor Beginn des Geschäftsjahres genehmigt war. Gegenläufig wirkten Abschreibungen auf Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden. Im Wesentlichen betraf dies Gesellschaften des Segments DB Arriva, die nicht zu den definierten Kernmärkten gehörten und sich in laufenden Verkaufsprozessen befinden. I.Z.m. der Havarie eines Tunnels konnten teilweise Vergleiche abgeschlossen werden, sodass Rückstellungen teilweise aufgelöst wurden und anteilige Versicherungserstattungen erfolgt sind. Weitere Sondereffekte resultierten aus der Bildung von Rückstellungen für Verpflichtungsüberschüsse aus Beschäftigungsverhältnissen (Segment Beteiligungen/Sonstige). Des Weiteren wurde die Amortisation von Kunden- und Franchiseverträgen aus dem EBIT umgegliedert, die infolge der Aktivierung als immaterielle Vermögenswerte im Rahmen von Kaufpreisallokationen (Purchase Price Allocation; PPA) im Wesentlichen bei DB Arriva über die Restdauer der jeweiligen Verträge abgeschrieben werden (28 Mio. €; im Vorjahr: 39 Mio. €). Die erfassten Sondereffekte entfallen auf folgende Segmente:
Aus dem Capital Employed und dem bereinigten EBIT ergeben sich folgende Werte für den Return on Capital Employed (ROCE):
Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungGrundsätzlich sind alle Aufwendungen und Erträge unsaldiert ausgewiesen, es sei denn, die Rechnungslegungsvorschriften gem. IFRS erlauben oder verlangen eine Saldierung. Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam. Bei den unter den Erträgen und Aufwendungen (»Insgesamt«) dargestellten Sondereffekten handelt es sich um Sachverhalte, die dem Grunde und/oder der Höhe nach als außergewöhnlich gelten. Unabhängig von deren Höhe werden hierunter Buchgewinne und -verluste aus Transaktionen mit Beteiligungen/Finanzanlagen sowie Abschreibungen auf langfristige Kundenverträge, die im Rahmen der Kaufpreisallokation bei Unternehmenskäufen aktiviert wurden, ausgewiesen. Darüber hinaus werden unter den Sondereffekten Einzelsachverhalte ausgewiesen, sofern sie außerordentlichen Charakter haben, buchhalterisch abgrenzbar sind, bewertet werden können und ihrer Höhe nach wesentlich sind. Neben den Sondereffekten werden Konsolidierungskreis- und Währungskurseffekte gesondert angegeben. Bei der Summe »Insgesamt - vergleichbar« handelt es sich nicht um IFRS-Werte, sondern um zusätzliche Angaben nach dem internen Berichtswesen. (1) UmsatzerlöseDie im DB-Konzern erwirtschafteten Erlöse betreffen die Erbringung von Beförderungs-, Transport- und Logistikleistungen, die Bereitstellung der Eisenbahninfrastruktur, den Verkauf von Gütern und sonstige, insbesondere i.Z.m. dem Eisenbahngeschäft stehende Dienstleistungen abzüglich Umsatzsteuer, Rabatten und gegebenenfalls Preisnachlässen. Außerdem werden Erlöse aus der Vermietung von eisenbahnnahen Vermögenswerten wie Bahnhofsflächen ebenfalls innerhalb der Umsatzerlöse ausgewiesen, während sonstige Vermietungserlöse innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge bilanziert werden. Im Personenverkehr werden Umsätze aus Einzeltickets vereinfachend mit dem ersten Gültigkeitstag des Fahrtickets erfasst. Umsätze aus Zeitkarten werden über den Gültigkeitszeitraum erfasst. In den Segmenten DB Regio und DB Arriva hat die Auftragsabwicklung in Form von langfristig abgeschlossenen Verkehrsverträgen mit den Auftraggebern der Bundesländer in Deutschland und den Franchisegebern im europäischen Ausland eine hohe Bedeutung für die Geschäftsentwicklung. Auch in der Sparte Kontraktlogistik im Segment DB Schenker, die rund 6 % der Konzernumsätze erzielt, bestehen mehrjährige Vertragsbeziehungen mit Kunden. Der Umsatz wird entsprechend über die Vertragslaufzeit des jeweiligen langfristigen Vertrags realisiert. Die Umsatzrealisierung gem. IFRS 15 basiert auf dem Grundsatz, dass Umsatzerlöse erfasst werden, wenn die Verfügungsgewalt über eine Ware oder Dienstleistung auf die Kunden übergeht. Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen werden mit dem Betrag erfasst, der als Gegenleistung erwartet wird, die ein Unternehmen im Austausch für die Übertragung zugesagter Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden voraussichtlich erhalten wird (Transaktionspreis).
Die Umsatzerlöse aus Transport- und Beförderungsleistungen wurden im Wesentlichen durch Gesellschaften aus den Segmenten DB Schenker, DB Regio, DB Fernverkehr, DB Cargo und DB Arriva erbracht. Sie enthielten in einem geringen Umfang Erlöse aus Sub-Operate-Lease-Verträgen im Segment DB Schenker. Umsatzerlöse aus dem Betreiben von Schieneninfrastruktur betrafen die Segmente DB Netze Fahrweg und DB Netze Personenbahnhöfe. Umsatzerlöse aus Vermietung und Verpachtung wurden im Wesentlichen im Segment DB Netze Personenbahnhöfe und Umsatzerlöse aus Warenverkäufen im Wesentlichen in den Segmenten DB Netze Energie und DB Schenker erwirtschaftet. Die sonstigen Umsatzerlöse betrafen nahezu alle Segmente. Im Berichtsjahr stiegen die Umsatzerlöse des DB-Konzerns um 9.221 Mio. € auf 56.296 Mio. € (+19,6 %). Der Umsatzzuwachs resultierte ganz wesentlich aus der starken Umsatzentwicklung in den Segmenten DB Schenker und DB Fernverkehr. Treiber bei DB Schenker waren v.a. deutlich gestiegene Frachtraten in der See- und Luftfracht sowie bei DB Fernverkehr die Erholung der Nachfrage, die seit April 2022 das Vor-Corona-Niveau weitgehend erreicht hat. Deutliche Umsatzanstiege verzeichneten auch die Segmente DB Regio (u.a. infolge gestiegener Bestellerentgelte) und DB Energie (v.a. infolge von Preiseffekten sowie höherer Umsätze aus Energiehandel). In den Umsatzerlösen waren positive Währungskurseffekte von 829 Mio. € überwiegend aus dem Segment DB Schenker enthalten. Dies resultierte v.a. aus einer im Vergleich zum Euro starken Entwicklung des US-Dollar sowie des chinesischen Renminbi. Im Anstieg der Umsatzerlöse aus Warenverkäufen haben sich deutlich höhere Erlöse bei der DB Energie GmbH ausgewirkt. Dämpfend wirkte der Verkauf der MTS-Markentechnik-Gruppe. Auch bereinigt um Sonder-, Konsolidierungskreis- und Währungskurseffekte lagen die Umsatzerlöse deutlich über dem Vorjahresniveau (+8.309 Mio. €; +17,7 %). Die Entwicklung der Umsatzerlöse nach Geschäftssegmenten und Regionen ist aus den »Segmentinformationen nach Geschäftssegmenten«, Seite 8 ff, ersichtlich. Erlösschmälerungen aus langfristigen Verkehrsverträgen (Pönale) wurden wie im Vorjahr direkt mit den Umsatzerlösen aus Transport- und Beförderungsleistungen verrechnet. Der Rückgang ergab sich aus Wegfall einer im Vorjahr erfolgten Rückstellungsbildung. Der Auftragsbestand aus Kundenverträgen mit vertraglich fest bestimmten ausstehenden Erlösen (sog. gesicherte Erlöse) verteilte sich wie folgt:
Der wesentliche Teil des gesicherten Auftragsbestands wird innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren mit über den Zeitablauf abnehmenden Anteilen erfüllt. Der Anstieg des Auftragsbestands bei den Personenverkehrsverträgen betraf neben dem Segment DB Regio im Wesentlichen das Segment Beteiligungen/Sonstige durch den Abschluss langfristiger Verträge im Ausland. Rückläufig entwickelte sich der Auftragsbestand im Segment DB Arriva. Bei den übrigen Verträgen war wieder ein deutlicher Anstieg im Segment Beteiligungen/Sonstige zu verzeichnen. Die Erleichterungsvorschrift des IFRS 15.121 (a) wurde für die Logistikverträge und übrigen Verträge in Anspruch genommen. Variable Gegenleistungen aus Verkehrsverträgen wie Preisgleitklauseln oder Pönale werden bei der Schätzung der gesicherten Erlöse nur berücksichtigt, sofern sie hochwahrscheinlich sind. Ansprüche aus vertraglichen Vermögenswerten 1) wurden zusammen mit den sonstigen Forderungen und Vermögenswerten bilanziert und haben sich wie folgt entwickelt:
In den sonstigen Änderungen war insbesondere die Verrechnung der erhaltenen Anzahlungen enthalten. Ein Betrag i.H.v. 24 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 9 Mio. €) entfiel auf langfristige vertragliche Vermögenswerte. Zu den vertraglichen Verbindlichkeiten im DB-Konzern zählen erhaltene Anzahlungen sowie andere, vorzeitig erhaltene Einzahlungen auf Erlöse für Folgeperioden (z.B. für Zeitkarten). Verpflichtungen aus vertraglichen Verbindlichkeiten wurden unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und den passiven Abgrenzungen ausgewiesen und haben sich wie folgt entwickelt:
Der überwiegende Teil der vertraglichen Verbindlichkeiten wird im Folgejahr erfüllt. (2) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen
Investive Eigenleistungen fallen maßgeblich i.Z.m. dem Bau- und Projektgeschäft in der Eisenbahninfrastruktur sowie bei der Modernisierung von Fahrzeugen und der Aufarbeitung entsprechender Fahrzeugersatzteile an. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultierte aus einem höheren Bauvolumen in der Schieneninfrastruktur. (3) Sonstige betriebliche Erträge
Bereinigt um Sonder-, Konsolidierungskreis- sowie Währungskurseffekte lagen die sonstigen betrieblichen Erträge über dem Niveau des Vorjahres (+379 Mio. €). Der Rückgang vor Bereinigung der Sonder-, Konsolidierungskreis- sowie Währungskurseffekte entfiel nahezu vollständig auf Erträge aus übrigen staatlichen Zuschüssen. Die Zuschüsse enthielten v.a. temporäre Trassenpreisförderungen des Bundes zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie für den Schienenpersonenfernverkehr (519 Mio. €; im Vorjahr: 2.098 Mio. €). Des Weiteren wurden Tochtergesellschaften des DB-Konzerns coronabedingte Zuschüsse u.a. zum Ausgleich von fehlenden Fahrgeldeinnahmen gewährt, insbesondere in den Segmenten DB Regio und DB Arriva. Darüber hinaus entfielen 170 Mio. € auf Kompensationsleistungen der Öffentlichen Hand im Rahmen des sog. 9-Euro-Tickets im Segment DB Regio. Bei staatlichen Zuschüssen, für die zum Berichtsjahresende der Beantragungs- und Bewilligungsprozess zum Erhalt der Corona-Hilfen bzw. zur Kompensation des 9-Euro-Tickets noch nicht abgeschlossen waren, wurden mit dem voraussichtlich erwarteten Förderbetrag bilanziert. Bei der endgültigen Bewilligung können sich Abweichungen vom Schätzwert ergeben. Zahlungen des Bundes an den DB-Konzern wurden als staatliche Zuschüsse bilanziert, sofern diese Zahlungen nicht aufgrund der gesellschaftsrechtlicher Stellung des Bundes als Gesellschafter des DB Konzerns geleistet wurden und insoweit als Kapitalerhöhungen zu bilanzieren sind. Der Anstieg der Erträge aus dem Verkauf von Material und Energie ergab sich hauptsächlich durch höhere Erlöse aus Schrottverkäufen i.Z.m. Baumaßnahmen (DB Netze Fahrweg) aufgrund gestiegener Schrottpreise. Die Erträge aus Leasing, Vermietung, Verpachtung enthielten Untermieterträge von 31 Mio. € (im Vorjahr: 35 Mio. €). Der Anstieg der Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten war v.a. auf den Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Grundstücken zurückzuführen. Die sonstigen übrigen Erträge betrafen neben der Auflösung von Verbindlichkeiten eine Vielzahl einzelner Sachverhalte, die einzeln von untergeordneter Bedeutung sind. (4) Materialaufwand
Bereinigt um Sonder-, Konsolidierungskreis- sowie Währungskurseffekte stieg der Materialaufwand gegenüber dem Vorjahr um 4.682 Mio. € (+16,6 %). Die im Materialaufwand erfassten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen betrugen 24 Mio. € (im Vorjahr: 43 Mio. €). Zuschreibungen wurden i.H.v. 25 Mio. € (im Vorjahr: 3 Mio. €) insbesondere aufgrund von Schätzungsänderungen bei der Materialbewertung vorgenommen. Die Aufwendungen für Energie stiegen im Berichtsjahr aufgrund von Preis- und Mengeneffekten. Die stark gestiegenen Marktpreise haben sich aufgrund langfristiger Beschaffungsverträge und Sicherungsgeschäfte im Berichtsjahr nur zum Teil zu zusätzlichen Belastungen geführt. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 3.891 Mio. € (+20,4 %) an. Die eingekauften Transportleistungen lagen v.a. aufgrund stark gestiegener Frachtraten in der See- und Luftfracht sowie Währungskureffekten bei DB Schenker über dem Niveau des Vorjahres. Die Aufwendungen für Instandhaltung und Erstellung stiegen um 287 Mio. € (+5,5 %) und entstanden im Wesentlichen in den Segmenten DB Netze Fahrweg und Beteiligungen/Sonstige. (5) Personalaufwand und Beschäftigte
Im Personalaufwand (»Soziale Abgaben«) waren Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne von 1.353 Mio. € (im Vorjahr: 1.293 Mio. €) enthalten. Der Betrag zur Personalanpassung umfasste im Wesentlichen Aufwendungen aus Restrukturierungen, aus Verpflichtungsüberschüssen im Rahmen von Beschäftigungsverhältnissen sowie aus Abfindungs- und Altersteilzeitvereinbarungen. Die Aufwendungen zur Altersversorgung erstreckten sich auf aktive sowie nicht mehr im DB-Konzern beschäftigte Personen bzw. deren Hinterbliebene. Sie resultierten primär aus dem Dienstzeitaufwand, den Arbeitgeberanteilen zur betrieblichen Zusatzversorgung sowie den Beiträgen zum Pensions-Sicherungs-Verein aG. Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen und der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Detaillierte Erläuterungen zur Entwicklung der Pensionsverpflichtungen unter Anhangziffer (31), Seite 76 ff. Die Tätigkeit der Beamt:innen im DB-Konzern beruht auf einer gesetzlichen Zuweisung im Rahmen des Eisenbahnneuordnungsgesetzes (ENeuOG), Art. 2 § 12. Für die Arbeitsleistung der zugewiesenen Beamt:innen erstattet die DB AG dem Bundeseisenbahnvermögen (BEV) die Kosten, die anfallen würden, wenn anstelle der zugewiesenen Beamt:innen jeweils eine Tarifkraft als Arbeitnehmer:in beschäftigt werden würde (Als-ob-Abrechnung). Die Erhöhung der Löhne und Gehälter in Deutschland wurde maßgeblich geprägt durch den Tarifabschluss 2020/2021: ab 1. Januar 2022 erfolgte eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 1,5%. Für den Zeitraum Januar bis März 2022 wurde - zusätzlich zu der in 2021 erfolgten Zahlung eine Corona-Beihilfe i.H.v. 400 bis 500 € (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft [EVG]: 500 €; Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer [GDL]: 400 €) vereinbart, die im März 2022 ausgezahlt wurde. Des Weiteren wurde im Dezember 2022 ein Energiebonus i.H.v. 150 € je Mitarbeitenden ausgezahlt. Zusätzlich aufwandssteigernd wirkten erhöhte Rückstellungsbildungen für Tantiemen, Urlaubsrückstände und Arbeitsmehrleistungen. Die Entwicklung der Beschäftigtenzahl im DB-Konzern, jeweils auf Vollzeitpersonen (VZP) umgerechnet, wird in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:
Im Fall von Veränderungen des Konsolidierungskreises werden die Mitarbeitenden bis zum Entkonsolidierungszeitpunkt bzw. ab dem Datum der Erstkonsolidierung zeitanteilig einbezogen. Zum Ende des Berichtsjahres lag die Beschäftigtenzahl im DB-Konzern über dem Niveau des Vorjahresendes. Im Segment Beteiligungen/Sonstige resultiert der Zuwachs insbesondere aus gestiegenen Geschäftsaktivitäten im In- und Ausland der DB E.C.O. Group. Bei DB Systel bedingte der Ausbau innovativer Themenfelder und die gestiegene Fertigungstiefe die höhere Mitarbeitendenzahl. Der Anstieg im Segment DB Netz Fahrwege ist auf den Mitarbeitendenaufbau v.a. im Bauprojektmanagement zurückzuführen. Der Personalanstieg bei DB Cargo resultierte insbesondere aus der Übernahme von FLS von DB Schenker. Bei DB Schenker wurde der Anstieg durch die Sparte Land Transport getrieben (infolge der Akquirierung von USA Truck) sowie durch die positive Geschäftsentwicklung in der Sparte Luft- und Seefracht. Gegenläufig wirkte eine geringere Zahl an Mitarbeitenden im Segment DB Arriva im Wesentlichen durch den Verkauf der Arriva Transportes Sul do Tejo S.A.-Gruppe, Alma-da/Portugal und der Arriva Sverige AB-Gruppe, Nacka/Schweden. Die Entwicklung der Beschäftigten nach Anzahl der natürlichen Personen (NP) ergibt folgendes Bild:
(6) Planmäßige Abschreibungen, Amortisationen und WertminderungenBei den Sachanlagen erfolgen planmäßige Abschreibungen linear über die erwartete Nutzungsdauer bzw. bei gemieteten Vermögenswerten über die kürzere Vertragsdauer. Folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern werden für die wesentlichen Gruppen des Sachanlagevermögens zugrunde gelegt:
Die Angemessenheit der gewählten Abschreibungsmethode und der Nutzungsdauern wird jährlich überprüft. Ebenso werden unsere Erwartungen hinsichtlich des Restwerts jährlich aktualisiert. Bei den immateriellen Vermögenswerten erfolgen planmäßige Amortisationen linear. Folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern werden der planmäßigen Amortisation zugrunde gelegt:
Die Angemessenheit der Amortisationsmethode und der Nutzungsdauer wird jährlich überprüft. Goodwills ergeben sich als positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten für den Erwerb der Anteile und den beizulegenden Zeitwerten der einzelnen erworbenen Vermögenswerte, übernommenen Schulden und Eventualverbindlichkeiten. Sie werden, wie auch Markennamen, nicht planmäßig abgeschrieben, sondern unterliegen dem jährlichen Impairment-Test. Impairment-Verluste auf Goodwills werden nicht wieder aufgeholt. Wertminderungen von VermögenswertenIAS 36 regelt die Werthaltigkeitsprüfung materieller und immaterieller Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer, die mithilfe eines sog. indikatorbasierten Asset-Impairment-Tests durchgeführt wird. Ein solcher Asset-Impairment-Test ist dann durchzuführen, wenn Indikatoren (sog. Triggering Events) einen möglichen Wertverlust anzeigen. Ferner sind gem. IAS 36 Goodwills sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer mindestens einmal jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung zu unterziehen. Abgrenzung der Cash-generating UnitsWerthaltigkeitsprüfungen im Rahmen des Asset-Impairment-Tests sind grundsätzlich auf Ebene einzelner Vermögenswerte durchzuführen. Sofern für einzelne Vermögenswerte keine weitgehend unabhängigen zukünftigen Cashflows festgestellt werden können, sind sog. zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash-generating Units; CGUs) als Aggregation von Vermögenswerten, deren zukünftige Cashflows voneinander abhängen, zu bilden. Die CGU-Struktur entspricht, unverändert zum Vorjahr, vollständig der Planungs- und Berichtsstruktur des DB-Konzerns. Durch die Kongruenz zwischen Führungsstruktur und Legalstruktur bestehen die identifizierten CGUs zudem immer aus mindestens einer rechtlichen Einheit. Dadurch können die für den Asset-Impairment-Test notwendigen Daten aus Jahresabschluss- und Planungsdaten abgeleitet werden. Es wird unabhängig vom Vorliegen von Indikatoren für eine Wertminderung ein jährlicher Asset-Impairment-Test auf Ebene der Gruppen von CGUs durchgeführt, welche den operativen Segmenten der DB AG entspricht. Des Weiteren wird eine Überprüfung vorgenommen, wenn aktuelle Erkenntnisse aus der Geschäftsentwicklung oder Prämissenänderungen eine wesentliche Verschlechterung des Nutzungswerts vermuten lassen. Die Werthaltigkeitsprüfung von Goodwills wird auf Ebene der Gruppe von CGUs durchgeführt, der ein Goodwill zugeordnet worden ist. Diese entspricht ebenfalls den operativ tätigen Segmenten. Wesentliche Goodwills bestehen derzeit in der CGU DB Schenker. Zum Ausweis der Goodwills je CGU verweisen wir auch auf die »Segmentinformationen nach Geschäftssegmenten«, Seite 8. Methodisches VorgehenBeim Impairment-Test nach IAS 36 ist der Buchwert (Carrying Amount) eines Vermögenswerts oder einer CGU mit dem entsprechenden erzielbaren Betrag (Recoverable Amount) zu vergleichen. Ist der positive Buchwert nicht mehr durch den erzielbaren Betrag gedeckt, führt dies zu einem entsprechenden Wertminderungsbedarf. Der Buchwert einer CGU ergibt sich durch die Addition der Buchwerte der Vermögenswerte abzüglich der Verbindlichkeiten, die mit den einbezogenen Vermögenswerten verbunden sind (Nettoposition). Darüber hinaus sind bei der Bestimmung des Buchwerts einer CGU auch gemeinschaftlich von mehreren CGUs genutzte Vermögenswerte (Corporate Assets) und Verbindlichkeiten (Corporate Liabilities) anteilig zu berücksichtigen sowie das für die entsprechende CGU notwendige Umlaufvermögen (Working Capital). Der erzielbare Betrag ist definiert als der höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung (Fair Value less Costs of Disposal) und dem Nutzungswert (Value in Use). In den im DB-Konzern durchgeführten Impairment-Tests wird der erzielbare Betrag grundsätzlich durch den Nutzungswert repräsentiert. Der Nutzungswert ermittelt sich als Barwert der aus der Fortführung einer CGU zu erwartenden Free Cashflows vor Zinsen und nach Steuern. Die angesetzte pauschale Steuerquote beträgt für die CGUs des Systemverbunds Bahn unverändert zum Vorjahr 30,5 %. Da die tatsächlichen Steuerquoten im Ausland mitunter stark von der angesetzten Steuerquote i.H.v. 30,5 % abweichen, wurden die Steuerquoten für die beiden im Schwerpunkt international tätigen CGUs im Geschäftsjahr 2022 angepasst. Demnach wird für DB Arriva eine Steuerquote von 23,0 % und für DB Schenker 22,0 % angesetzt. Die Prognose der Cashflows spiegelt vergangene Erfahrungen wider und berücksichtigt die Erwartungen der Unternehmensführung hinsichtlich zukünftiger Marktentwicklungen. Basis dieser Cashflow-Prognose ist die vom Vorstand der DB AG beschlossene Mittel- und Langfristplanung, deren Planungshorizont bis in das Jahr 2030 reicht. Für Cashflow-Prognosen über den Planungshorizont hinaus wird ein nachhaltiger Free Cashflow abgeleitet und auf Basis einer an der spezifischen Marktentwicklung orientierten Wachstumsrate fortgeschrieben. Um den gestiegenen Inflationserwartungen Rechnung zu tragen, wird für die Transporteure DB Fernverkehr, DB Regio und DB Cargo von einer Wachstumsrate des Free Cashflows i.H.v. +1,5 % p.a. ausgegangen. Für die international tätigen CGUs DB Arriva und DB Schenker wird aufgrund der weltweit höheren Wachstumsraten und Expansionsmöglichkeiten von einem nachhaltigen Wachstum des Free Cashflows i.H.v. +2,0 % p.a. ausgegangen. Bei den übrigen CGUs der Eisenbahninfrastruktur steht die langfristige Wachstumsrate im Einklang mit der Ableitungsmethode der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA) für die Kapitalkosten unverändert zum Vorjahr +1,0 %. Zur Diskontierung der Free Cashflows wird ein gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital; WACC) herangezogen, der den Verzinsungsanspruch des Kapitalmarktes für die Überlassung von Fremd- und Eigenkapital gegenüber der jeweiligen CGU widerspiegelt. Aufgrund der ermittelten Free Cashflows nach Steuern wird auch ein WACC nach Steuern verwendet. Risiken der Free Cashflows werden durch einen risikoäquivalenten Kapitalisierungszinssatz berücksichtigt. Die jeweils zum Jahresabschluss 2021 bzw. 2022 gültigen WACCs für die jeweiligen CGUs sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
Die Veränderungen der WACCs im Vergleich zum Vorjahr resultieren aus aktuellen Erwartungen der mittel- bzw. langfristigen Entwicklung des Kapitalmarktes. Für die CGUs der Eisenbahninfrastruktur, DB Netze Fahrweg und DB Netze Personenbahnhöfe wird zur Diskontierung der Cashflows seit diesem Jahr der von der BNetzA ermittelte WACC herangezogen. Im Vergleich zum Vorjahr sinken die WACCs der CGUs DB Netze Fahrweg und DB Personenbahnhöfe durch diese Änderung deutlich. Aus der Absenkung der WACCs resultierte eine Entlastung des Nutzungswerts durch die geringere Diskontierung der Cashflows. Asset-Impairment-TestZur Durchführung des Asset-Impairment-Tests wurden Prozesse implementiert, die den spezifischen Anforderungen des IAS 36 gerecht werden. Die im Rahmen des Asset-Impairment-Tests angesetzte Nutzungsdauer orientiert sich für die einzelnen CGUs an der Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder einer Gruppe homogener Vermögenswerte, der oder die für die betreffende CGU am bedeutsamsten ist. Darüber hinaus werden im Rahmen der Nutzungswertermittlung Vermögenswerte bzw. künftige Cashflows, die sich aus wesentlichen künftigen strukturellen Veränderungen, Desinvestitionen oder Erweiterungsinvestitionen ergeben, nicht berücksichtigt. Die hieraus abgeleiteten Anpassungen der originären Planungen betreffen grundsätzlich v.a. die in der Infrastruktur geplanten größeren Neu- und Ausbauvorhaben, deren Bauzeit sich über den Betrachtungszeitraum (2030) hinaus erstreckt und deren geplante Eigenmittel noch nicht im Wesentlichen investiert wurden. In den Cashflow-Prognosen sind konzerninterne Transferpreise auf Basis marktgerechter Einschätzungen der beteiligten Gesellschaften berücksichtigt. Bei Leistungsbeziehungen zwischen Transport- und Infrastrukturbereichen gelten die veröffentlichten Infrastrukturpreise, wobei im Prognosezeitraum auch Preissteigerungen berücksichtigt werden. Bei den CGUs DB Netze Fahrweg und DB Cargo liegt zum Bilanzstichtag eine Unterdeckung des Nutzungswerts als dem höheren der beiden Werte aus Nutzungswert beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung im Vergleich zum Buchwert des eingesetzten Vermögens vor. Der Wertminderungsbedarf beträgt bei DB Netze Fahrweg -14.455 Mio. € und bei DB Cargo -1.522 Mio. €. Im Anschluss wurde geprüft, in welcher Höhe die ermittelte Unterdeckung auf einzelne Vermögensgegenstände allokiert werden kann. Bei der CGU DB Netze Fahrweg wurde zunächst der auf die CGU allokierte Goodwill vollständig abgeschrieben werden (siehe im Folgenden »Goodwill-Impairment-Test«). Da für alle übrigen Vermögenswerte der CGU DB Netze Fahrweg eine weitere Erfassung der berechneten Wertminderung der Buchwert der einzelnen Vermögenswerte unterhalb des jeweiligen beizulegenden Zeitwerts sinken würde, wurde auf eine weitere Abwertung im Einklang mit IAS 36.105 verzichtet. Für die Vermögenswerte der CGU DB Cargo gilt ebenfalls, dass bei einer Erfassung der berechneten Wertminderung auf Ebene der einzelnen Vermögenswerte der Buchwert der Vermögenswerte unterhalb ihres jeweils beizulegenden Zeitwerts absinken würde. Auch hier wurde auf eine weitere Abwertung im Einklang mit IAS 36.105 verzichtet. Im betrachteten Zeitraum konnten alle übrigen CGUs ihre Buchwerte mit dem Nutzungswert (Value in Use) decken. Unabhängig von den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen der CGUs werden einzelne Vermögenswerte wertgemindert, die nicht mehr in vollem Umfang nutzbar sind. Diese Wertminderungen sind unter den Angaben zu der jeweiligen Bilanzposition dargestellt. Goodwill-Impairment-TestFür alle CGUs, denen ein Goodwill zugeordnet werden kann, muss jährlich ein Goodwill-Impairment-Test durchgeführt werden. Da die im DB-Konzern aufgrund erfolgter Akquisitionen entstandenen Goodwills einer CGU zugeordnet sind, ist dieser Goodwill-Impairment-Test integraler Bestandteil des ohnehin jährlich für alle CGUs durchgeführten Asset-Impairment-Tests. Wertminderungen ergaben sich mit 13 Mio. € aus der Übertragung des FLS-Geschäfts von der CGU DB Schenker auf die CGU DB Cargo. Der Nutzungswert (Value in Use) der CGU DB Cargo beträgt zum Bilanzstichtag 2,1 Mrd. €. Der entsprechende erzielbare Betrag wird dabei grundsätzlich durch den Nutzungswert der CGU repräsentiert, der wiederum aus der Planung des jeweiligen Segments abgeleitet wurde. Die oben dargestellten methodischen Ausführungen zum Asset-Impairment-Test gelten daher analog. Kritische Schätzungen und BeurteilungenWertminderungsbedarf bei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash-generating Units; CGUs)Im Rahmen des Impairment-Tests wurden die wesentlichen Prämissen und Annahmen, die Einfluss auf die Werthaltigkeit einer CGU haben, in Form standardisierter Sensitivitätsanalysen überprüft. Bei der CGU DB Cargo erfolgte die Sensitivitätsanalyse bezogen auf den ermittelten beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung der wesentlichen Assets. Analog zum Vorjahr ergibt sich auch bei einem Abschlag i.H.v. 10 % auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung kein Wertminderungsbedarf. Bei der CGU DB Netze Fahrweg ist davon auszugehen, dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung keinen Spielraum für Sensitivitäten aufweist. Die in den methodischen Ausführungen skizzierte Ableitungsmethode des beizulegenden Zeitwerts sorgt für eine Korrelation zwischen erzielbarer Rendite und Kapitalkosten, wodurch ein Wertminderungsbedarf für die Assets der Eisenbahninfrastruktur unwahrscheinlich ist. Generell bestehen auch bei den CGUs der Eisenbahninfrastruktur unverändert Risiken aus dem Umfang der langfristigen Baukostenzuschüsse für Ersatzinvestitionen ins Bestandsnetz und der damit zusammenhängenden Höhe an Eigenmitteln aufseiten der Infrastrukturunternehmen. Die in der Mittel- und Langfristplanung hinterlegten Baukostenzuschüsse basieren auf der vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV; ehemals Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur [BMVI]) und dem DB-Konzern unterzeichneten Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung sowie dem zwischen dem Bund und dem DB-Konzern vereinbarten Projekt- und Finanzierungskonzept zur Hinterlegung der Ziele des Klimaschutzprogramms 2030. Die hier im folgenden ausgewiesenen Sensitivitäten beziehen sich lediglich auf einen Impairment-Test auf Basis des Nutzungswerts. Kommt es im Rahmen der Szenarioanalysen zu einer Unterdeckung hat dies noch nicht zwangsläufig einen Wertminderungsbedarf zur Folge. Würde die in der jeweiligen Szenarioanalyse zugrunde gelegte Prämisse eintreten, müsste in einem zweiten Schritt die Deckung der Buchwerte über den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Fair Value Less Costs of Disposal) - analog zu DB Cargo und DB Netze Fahrweg - untersucht werden. Eine Szenarioanalyse des Fair Value wird nur dann vorgenommen, wenn der Fair Value im Geschäftsjahr die relevante Bewertungsgröße darstellt. EBIT-MargeFür die Szenarioanalyse aus Ergebnisunterschreitungen wurde das Risiko einer um 10 % reduzierten EBIT-Marge betrachtet. Diese Modellrechnung ergab eine Unterdeckung bei den CGUs DB Fernverkehr (-979 Mio. €) und DB Regio (-665 Mio. €), d.h. der Nutzungswert (Value in Use) dieser CGUs lieferte also keine ausreichende Deckung mehr für den Buchwert des betriebsnotwendig eingesetzten Kapitals (Carrying Amount). Die CGU DB Fernverkehr hält einer Absenkung der EBIT-Marge um bis zu 5,8 % und DB Regio um bis zu 5,5 % stand. Die übrigen CGUs zeigen auch bei einer Absenkung der EBIT-Marge um 10 % eine stabile Überdeckung. Durchschnittliche reale Wachstumsrate der CashflowsZur Prüfung der Sensitivität des Impairment-Test-Ergebnisses in Bezug auf das angenommene langfristige Wachstum der Cashflows wurde eine Reduzierung der langfristigen Wachstumsrate um 10 % simuliert. Analog zum Vorjahr ergab sich in diesem Szenario für keine der betrachteten CGUs ein Wertminderungsbedarf. Gewichtete KapitalkostenRisiken aus den Annahmen zum Kapitalisierungszinssatz, der standardmäßig zur Barwertberechnung des Nutzungswerts herangezogen wird, sind durch die Simulation der Werthaltigkeit je CGU bei einem Kapitalkostenaufschlag von 10 % untersucht worden. Die Basis für diese Simulation bildeten die aktuell angesetzten gewichteten Kapitalkosten (nach Steuern). In dieser Modellrechnung ergab sich für die CGU DB Fernverkehr (-495 Mio. €) eine Unterdeckung. Der maximale Kapitalkostenaufschlag, bis zu dem DB Fernverkehr eine Überdeckung aufweist, beträgt 7,0 %. Nutzungsdauer und RestwertBezüglich der Annahmen zur Nutzungsdauer bzw. zum Restwert wurde die Wirkung eines um 10 % geminderten Restwerts am Ende der Nutzungsdauer (Terminal Value) geprüft. In dieser Modellrechnung ergaben sich für alle betrachteten CGUs eine Unterdeckung. Die Abschreibungen setzten sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
Die Abschreibungen lagen im Berichtsjahr leicht über dem Vorjahreswert und betrafen überwiegend die als Eisenbahninfrastruktur genutzten Vermögenswerte des Sachanlagevermögens sowie Schienenfahrzeuge. Sie wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung vermindert um die im Berichtszeitraum vorgenommenen Wertaufholungen ausgewiesen. Die erfassten Wertaufholungen betrafen mit 23 Mio. € Zuschreibungen bei Gleisanlagen im Segment DB Netze Fahrweg. Weitere Erläuterungen zur Entwicklung des Sachanlagevermögens bzw. der immateriellen Vermögenswerte unter den Anhangziffern (13), Seite 42 und (14), Seite 46. (7) Sonstige betriebliche Aufwendungen
1) Einschließlich Zahlungseingänge
auf im Vorjahr ausgebuchte Forderungen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind insgesamt nur geringfügig um 61 Mio. € (+1,1 %) gestiegen. Im Wesentlichen standen preisbedingte Kostensteigerungen in nahezu allen Aufwandsarten geringeren Aufwendungen infolge des Wegfalls von Sondereffekten aus dem Vorjahr bei den sonstigen übrigen Aufwendungen und den Aufwendungen aus Schadenersatz gegenüber. Der Rückgang der Aufwendungen aus Schadenersatz resultierte aus Effekten aus dem Wegfall von Rückstellungsbildungen im Vorjahr i.Z.m. einer Havarie (Segment DB Netze Fahrweg). Der Rückgang der sonstigen übrigen Aufwendungen ergab sich v.a. aus einer Rückstellungszuführung aus der Neubewertung von ökologischen Altlasten (Segment Beteiligungen/Sonstige) im Vorjahr. Die Aufwendungen aus Leasing, Mieten, Pachten sind um 133 Mio. € (+17,7 %) gestiegen und betrafen neben dem Serviceanteil für aktivierte Leasingverhältnisse auch kurzfristige Leasingverträge (213 Mio. €; im Vorjahr: 210 Mio. €) sowie Leasinggegenstände von geringem Wert (69 Mio. €; im Vorjahr: 58 Mio. €). Der Anstieg resultierte zudem aus höheren Mieten für Schienenfahrzeuge bei DB Regio, DB Fernverkehr und DB Cargo, Software sowie Miet-Nebenkosten. Die Reise- und Repräsentationskosten sind nach den coronabedingten Einschränkungen in den Vorjahren wieder auf das Vor-Corona-Niveau gestiegen. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Steuern im Berichtsjahr resultierte aus einer teilweisen Auflösung von Rückstellungen für Umsatzsteuern von 40 Mio. €. Zu den Wertminderungen aus der Aufgabe von Veräußerungsgruppen siehe Anhangziffer (23), Seite 65. (8) Ergebnis aus at Equity bilanzierten UnternehmenAus Anteilen an Unternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann bzw. die gemeinschaftlich geführt werden, sind folgende Ergebnisbeiträge in die Gewinn- und Verlustrechnung einbezogen:
(9) Zinsergebnis
Zinserträge und Zinsaufwendungen werden nach der Effektivzinsmethode in der Periode, in der sie entstehen, erfolgswirksam erfasst. Der Anstieg der sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge war insbesondere auf erhöhte Zinserträge gegenüber Kreditinstituten durch gestiegene Marktzinsen zurückzuführen. Der Anstieg der Zinserträge aus der Auflösung passiver Abgrenzungen und übrigen Zinserträge resultierte überwiegend aus der Anpassung des Diskontierungszinssatzes bei den sonstigen Rückstellungen. Der Anstieg des Nettozinsaufwands für Pensionsrückstellungen resultierte aus einem gestiegenen Rechnungszinssatz. (10) Übriges Finanzergebnis
Dividendenerträge werden in dem Zeitpunkt erfasst, in dem das Recht auf den Empfang der Zahlung entsteht. Das Ergebnis aus Währungskurseffekten resultierte aus der erfolgswirksamen Umrechnung von Fremdwährungsverbindlichkeiten und -forderungen zum Stichtagskassakurs (IAS 21). Das Ergebnis aus Währungskurseffekten ist mit dem Ergebnis aus währungsbezogenen Derivaten saldiert zu betrachten. Die Währungskursschwankungen im Berichtsjahr resultierten zum größten Teil aus der Kursentwicklung des Euro gegenüber dem britischen Pfund und dem Schweizer Franken. Das Ergebnis aus währungsbezogenen Derivaten enthält Reklassifizierungen erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasster währungsinduzierter Fair Value-Änderungen von Cashflow-Hedges. Das Ergebnis aus sonstigen Derivaten betrifft die Fair Value-Entwicklung der Derivate, die nicht als wirksame Sicherungsgeschäfte nach IFRS 9 (Finanzinstrumente) qualifiziert sind. Die Fair Value-Änderungen von Finanzinstrumenten betrafen die positive Wertentwicklung aus der Fair Value-Bewertung sonstiger Beteiligungen (Anhangziffer (17), Seite 51). (11) Ertragsteuern
Die tatsächlichen Ertragsteuern fielen im Berichtsjahr ganz überwiegend bei ausländischen Konzerngesellschaften an. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr resultierte aus gestiegenen Ergebnisbeiträgen einiger ausländischer Konzerngesellschaften. Bei den latenten Steuern ergab sich ein Aufwand (im Vorjahr: Ertrag). Dieser resultierte aus der deutlich niedrigeren erwarteten künftigen Nutzung steuerlicher Verlustvorträge, während sich im Vorjahr ein latenter Steuerertrag aus einer erhöhten erwarteten künftigen Nutzung ergab. Beginnend mit dem Ergebnis des DB-Konzerns vor Ertragsteuern und den bei einer kalkulatorischen Steuerquote von 30,5 % darauf entfallenden rechnerischen Ertragsteuern, wird nachfolgend die steuerliche Überleitungsrechnung zu den tatsächlichen Ertragsteuern dargestellt:
Im Berichtsjahr entstanden neue steuerliche Verlustvorträge, auf die nicht in vollem Umfang aktive latente Steuern gebildet wurden, da bereits für die im Vorjahr vorhandenen Verlustvorträge und temporären Differenzen im Prognosezeitraum nicht mit ausreichend zu versteuerndem Ergebnis gerechnet wurde. Der Überleitungsbetrag i.S.d. IAS 12.33 bezog sich ausschließlich auf steuerliche Mehrabschreibungen, die daraus resultierten, dass steuerfreie Zuschüsse im IFRS-Abschluss direkt von den Anschaffungskosten der Vermögenswerte abgesetzt wurden. Auf diese temporären Unterschiede dürfen keine latenten Steuern gebildet werden. Die übrigen Effekte enthielten im Berichtsjahr insbesondere Auswirkungen aus der Abweichung bei den Bemessungsgrundlagen unterschiedlicher Ertragsteuerarten und zusätzlicher lokaler Ertragsteuern im Ausland. (12) Ergebnis je AktieDas unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich nach IAS 33 (Ergebnis je Aktie) aus der Division des den Aktionären der DB AG zustehenden Jahresergebnisses des DB-Konzerns und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während des Berichtsjahres ausgegebenen Aktien. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem verwässerten Ergebnis je Aktie.
Erläuterungen zur Bilanz(13) SachanlagenDie Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten nach IAS 16 (Sachanlagen). Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten direkt zurechenbare Gemeinkosten. Sind für die Herstellung eines Vermögenswerts notwendigerweise mindestens zwei Jahre erforderlich, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen, so werden direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten als Herstellungskosten des Vermögenswerts aktiviert. Sofern kein direkter Bezug hergestellt werden kann, wird der durchschnittliche Fremdkapitalkostensatz des Berichtsjahres herangezogen. I.Z.m. der Anschaffung oder Herstellung von Sachanlagen anfallende Umsatzsteuer wird nur insoweit aktiviert, als die Berechtigung zum Vorsteuerabzug nicht gegeben ist. Nachträgliche Kosten werden aktiviert, wenn die Aufwendungen den wirtschaftlichen Nutzen der Sachanlage erhöhen und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Andere Reparaturen oder Wartungen werden dagegen grundsätzlich als Aufwand erfasst. Im Verhältnis zu den gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten wesentliche Komponenten einer Sachanlage werden separat bilanziert und linear über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Investitionszuschüsse werden direkt von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der bezuschussten Vermögenswerte abgesetzt. Nutzungsrechte aus LeasingverträgenFür gemietete und geleaste Vermögenswerte wird, soweit diese unter den Anwendungsbereich des IFRS 16 fallen, ein Nutzungsrecht (gem. IFRS 16.24) und eine Leasingverbindlichkeit angesetzt, sobald die Vermögenswerte dem DB-Konzern zur Nutzung zur Verfügung stehen. Die Abschreibung erfolgt linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder die kürzere Laufzeit des Leasingverhältnisses. Davon ausgenommen sind Leasingverträge für Vermögenswerte von geringem Wert (bis zu einschließlich 5.000 €) und kurzfristige Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten, deren Aufwand linearisiert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wird. Komponenten von Leasingraten, die nicht die Nutzung des Vermögenswerts betreffen, werden nicht in die Bemessung des Nutzungsrechts und die Leasingverbindlichkeit einbezogen. Kritische Schätzungen und BeurteilungenBei der Festlegung der Vertragslaufzeit berücksichtigt das Management alle Tatsachen und Umstände, die Einfluss auf die mögliche Ausübung einer Verlängerungsoption oder Kündigungsoption haben. Diese Einschätzung wird regelmäßig überprüft. Vermietete VermögenswerteDer DB-Konzern stuft jedes Leasingverhältnis, bei dem er Leasinggeber ist, entweder als Operate-Lease oder als Finanzierungsleasing ein. Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing eingestuft, wenn es im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen überträgt. Ist dies nicht der Fall, wird es als Operate-Lease-Verhältnis eingestuft. Sachanlagenper 31. Dezember 2022
Sachanlagenper 31. Dezember 2021
Die Zugänge zu den Fremdkapitalkosten enthielten einen durchschnittlichen Fremdkapitalkostensatz von 1,34 % (im Vorjahr: 1,44 %). Die Wertminderungen von 5 Mio. € (im Vorjahr: 12 Mio. €) betrafen im Wesentlichen Fahrzeuge für den Personen- und Güterverkehr. Wertaufholungen von 24 Mio. € (im Vorjahr: 91 Mio. €) entfielen im Wesentlichen auf Gleisanlagen der DB Netz AG. In den Buchwertabgängen der Anlagen im Bau waren im Berichtsjahr positive Buchwertabgänge von 75 Mio. € (im Vorjahr: 7 Mio. €) enthalten. Diese resultierten aus der Rückzahlung von bereits in Vorjahren erhaltenen und aktivisch abgesetzten Investitionszuschüssen. Beschränkungen an Verfügungsrechten über Sachanlagevermögen (per 31. Dezember 2022: 28 Mio. €; per 31. Dezember 2021: 34 Mio. €) bestanden im Wesentlichen bei der Arriva Italia s.r.l, Mailand/Italien. Nutzungsrechte aus Leasingverträgen (IFRS 16)Anmietungen des DB-Konzerns umfassen im Wesentlichen Immobilien. Im Vergleich zur Anschaffung dieser Vermögenswerte ermöglicht das Leasing eine deutlich höhere Flexibilität und eine geringere Kapitalbindung. Durch die regelmäßige Vereinbarung von Verlängerungsoptionen partizipiert der DB-Konzern gleichzeitig an positiven Marktentwicklungen. Daneben mietet der DB-Konzern rollendes Material insbesondere dann an, wenn die wirtschaftliche Nutzungsdauer die Laufzeit des Verkehrsvertrags, für den das rollende Material bestimmt ist, erheblich übersteigt. In den Sachanlagen sind Nutzungsrechte aus Leasingverträgen enthalten, die in der nachfolgenden Übersicht gesondert ausgewiesen werden:
Weitere Angaben zu leasingbezogenen Verbindlichkeiten, Aufwendungen, sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten die Anhangziffern (6) Seite 31, (7) Seite 36, (9) Seite 38, (28) Seite 67 und (35) Seite 104 sowie die »Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung« (Seite 88). Verminderungen von Buchwerten für Fahrzeuge für den Personen- und Güterverkehr ergaben sich im Wesentlichen im Segment DB Arriva. Bei den Geschäfts-, Betriebs- und anderen Bauten führten neben neuen auch Laufzeitverlängerungen bestehender Immobilienverträge zu einer Erhöhung der Buchwerte. Vermietete VermögenswerteDie Vermietungsaktivitäten des DB-Konzerns betreffen im Wesentlichen Flächen in Bahnhöfen sowie die Gebrauchsüberlassung überschüssiger Lokomotiven- und Waggonkapazitäten. Vereinbarungen zur Absicherung etwaiger Restwerte werden regelmäßig nicht getroffen. Untervermietungen werden in geringem Ausmaß hauptsächlich im Segment DB Schenker getätigt. Gegebenenfalls werden Lagerflächen nur für den Zweck angemietet, einen Logistikvertrag mit einem bestimmten Kunden zu erfüllen. Sofern diese Kunden die wirtschaftlichen Chancen und Risiken bezüglich der Mietflächen übernehmen, erfolgt keine erfolgswirksame Erfassung der Untermieterträge, sondern eine Abbildung als Subfinanzierungsleasing. Aus der Weitervermietung wurden Erlöse von (31 Mio. €; im Vorjahr: 35 Mio. €) erzielt. Die zum Teil auf der Grundlage retrograder Ermittlungen und durchgeführter Erhebungen ermittelten Vermögenswerte, die im Wege des Operate Lease vermietet werden, weisen nachfolgende Restbuchwerte aus:
Aus der Vermietung der Vermögenswerte werden Miet- und Leasingeinzahlungen in zukünftigen Jahren gem. nachfolgender Übersicht erwartet:
(14) Immaterielle VermögenswerteEntgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit den Anschaffungskosten nach IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte) angesetzt. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden, wenn die Ansatzkriterien erfüllt sind, zu ihren Herstellungskosten bilanziert und betreffen größtenteils Software. Die Herstellungskosten enthalten im Wesentlichen Kosten für Material und Dienstleistungen, Lohn- und Gehaltskosten sowie zuzurechnende Gemeinkosten. Die Folgebewertung der immateriellen Vermögenswerte (außer den Goodwills und der Marke Arriva) erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Amortisationen und Wertminderungen zuzüglich Wertaufholungen. Immaterielle Vermögenswerteper 31. Dezember 2022
Immaterielle Vermögenswerteper 31. Dezember 2021
Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte enthielten im Umfang von 340 Mio. € (im Vorjahr: 2 Mio. €) Ansprüche aus Investitionen, die für einen Verkehrsvertrag getätigt wurden und die nach IFRIC 12 zu bilanzieren sind. Des Weiteren werden unter dieser Position Software (Bilanzwert per 31. Dezember 2022: 92 Mio. €; per 31. Dezember 2021: 103 Mio. €), Konzessionen und Rechte (Bilanzwert per 31. Dezember 2022: 69 Mio. €; per 31. Dezember 2021: 51 Mio. €) und erworbene Kunden- und Franchiseverträge (Bilanzwert per 31. Dezember 2022: 54 Mio. €; per 31. Dezember 2021: 79 Mio. €) ausgewiesen. Für die erworbene Marke Arriva (Bilanzwert per 31. Dezember 2022: 27 Mio. €; per 31. Dezember 2021: 32 Mio. €) liegen keine sonstigen rechtlichen, regulatorischen, vertraglichen, wettbewerbsbedingten, wirtschaftlichen oder anderen Faktoren vor, die die Nutzungsdauer beschränken. Wertminderungen von 17 Mio. € (im Vorjahr: 2 Mio. €) erfolgten in den Segmenten DB Cargo, DB Regio und Beteiligungen/Sonstige. Die Zuordnung der ausgewiesenen Goodwills zu den Segmenten ist in den »Segmentinformationen nach Geschäftssegmenten«, Seite 8, enthalten. (15) Anteile an at Equity bilanzierten UnternehmenAnteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen werden nach IAS 28 at Equity bilanziert. Aufbauend auf den Konzernanschaffungskosten im Erwerbszeitpunkt wird der Wertansatz jeweils in Höhe der auf die Anteile des DB-Konzerns entfallenden Eigenkapitalveränderung bei dem at Equity bilanzierten Unternehmen fortgeschrieben. Die Anteile an den at Equity bilanzierten Unternehmen haben sich wie folgt entwickelt:
Der Bilanzansatz per 31. Dezember 2022 entfiel im Wesentlichen auf die an den assoziierten Unternehmen EUROFIMA Europäische Gesellschaft für die Finanzierung von Eisenbahnmaterial, Basel/Schweiz, und Trieste Trasporti S.P.A., Triest/Italien, gehaltenen Anteile. Die Anteile an der EUROFIMA sind hinsichtlich ihrer Veräußerbarkeit eingeschränkt; neue Aktionäre müssen Eisenbahnverwaltungen sein, die zusätzlich eine Garantie ihres jeweiligen Staates benötigen, der ihre Verpflichtungen garantiert. (16) Latente SteuernLatente Steuern werden gem. IAS 12 (Ertragsteuern) bilanziert. Zur Ermittlung der latenten Steuern bei inländischen Gesellschaften wird der kalkulatorische Ertragsteuersatz für Kapitalgesellschaften von 30,5 % herangezogen. Der Ertragsteuersatz berücksichtigt den Körperschaftsteuersatz zuzüglich Solidaritätszuschlag sowie einen durchschnittlichen Gewerbesteuersatz. Ausländische Tochtergesellschaften verwenden für die Berechnung der latenten Steuern die jeweiligen lokalen Steuersätze. Ein latenter Anspruch wird in Anwendung von IAS 12.24 bzw. IAS 12.34 angesetzt, soweit es nach Abzug entsprechender passiver latenter Steuern wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis verfügbar ist. Als Grundlage hierfür wird die Mittelfristplanung sowie ein weiteres Jahr unter Berücksichtigung ergänzender Abschätzungen für die inländischen Gesellschaften herangezogen. Die ausländischen Gesellschaften berücksichtigen grundsätzlich die Mittelfristplanung als Grundlage. Aktive latente Steuern auf nach dem Prognosezeitraum erzielbare Erträge werden als nicht zuverlässig abschätzbar nicht angesetzt. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, deren Gültigkeit für die Periode, in der die latente Steuer realisiert wird, aufgrund bestehender oder im Wesentlichen verabschiedeter Gesetze erwartet werden kann. Kritische Schätzungen und BeurteilungenDer Bestimmung der aktiven latenten Steuern liegt die Mittel- und Langfristplanung zugrunde. Sollte sich die Summe der geplanten Jahresüberschüsse bei ansonsten unveränderten steuerlichen Parametern um 10 % verringern, wären die aktiven latenten Steuern um 14 Mio. € (im Vorjahr: 100 Mio. €) zu vermindern. Die aktiven latenten Steuern setzten sich wie folgt zusammen:
Auf folgende Verlustvorträge und temporäre Differenzen wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet:
Die Verlustvorträge resultieren primär aus der steuerrechtlichen Behandlung der in der Vergangenheit geleisteten Zuwendungen des Bundes an die DB AG nach § 21 Abs. 5 und § 22 Abs. 1 Deutsche Bahn Gründungsgesetz (DBGrG) als Einlage sowie aus den in den letzten Jahren entstandenen weiteren steuerlichen Verlusten. Die inländischen Verlustvorträge sind nach dem derzeitigen Gesetzesstand dem Grunde und der Höhe nach unbegrenzt abzugsfähig. Die temporären Differenzen, die dem Ansatzverbot nach IAS 12.33 unterliegen, betreffen ausschließlich steuerliche Mehrabschreibungen aus früher erhaltenen steuerfreien Investitionszuschüssen. Auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzpositionen und auf steuerliche Verlustvorträge entfielen die nachfolgenden bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern:
1) Soweit zulässig gem. IAS 12
(Ertragsteuern).
Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden saldiert, sofern sie gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen, fristenkongruent sind und dasselbe Steuersubjekt betreffen. Von den aktiven latenten Steuern i.H.v. 618 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 1.474 Mio. €) werden voraussichtlich 147 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 177 Mio. €) innerhalb der nächsten zwölf Monate realisiert. Von den passiven latenten Steuern i.H.v. 349 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 337 Mio. €) werden voraussichtlich 11 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 16 Mio. €) innerhalb der nächsten zwölf Monate realisiert. Im Bilanzansatz der latenten Steuern waren aktive latente Steuern aus erfolgsneutraler Bildung i.H.v. 71 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 222 Mio. €) sowie passive latente Steuern aus erfolgsneutraler Bildung i.H.v. 8 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 7 Mio. €) enthalten. (17) Sonstige Beteiligungen und WertpapiereSonstige Beteiligungen werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, soweit die relevanten Informationen ableitbar sind. Erfolgsneutrale Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden in der Rücklage »Fair Value Wertpapiere und Beteiligungen« gezeigt. Lang- oder kurzfristige Wertpapiere werden zum Bilanzstichtag - soweit vorhanden - mit ihren Fair Values angesetzt. Änderungen des Fair Value werden erfolgsneutral in der Rücklage aus der Fair Value-Bewertung von Wertpapieren berücksichtigt. Die sonstigen Beteiligungen und Wertpapiere haben sich wie folgt entwickelt:
Im Berichtsjahr ergaben sich Fair Value-Änderungen bei den sonstigen Beteiligungen i.H.v. insgesamt 30 Mio. € (im Vorjahr: 31 Mio. €). Diese betrafen wie im Vorjahr fast ausschließlich die Neubewertung der Anteile an der Volocopter GmbH, Bruchsal. Die Zugänge bei den zum Fair Value bilanzierten sonstigen Beteiligungen betrafen mit 2 Mio. € die Teralytics Holding AG, Zürich/Schweiz, sowie mit jeweils 1 Mio. € die Liefergrün GmbH, Münster, die Versorger-Allianz 450 Beteiligungs GmbH & Co. KG, Bonn, die Maniv Mobility II A, L.P., Santa Clara/USA, und die Brighter Al Technologies GmbH, Berlin. Die Zugänge innerhalb der Wertpapiere betrafen im Wesentlichen Erwerbe von Geldmarktfonds durch die DB AG. Geldmarktfonds sind täglich verfügbar und vergleichbar liquide wie flüssige Mittel; aufgrund möglicher Wertänderungsrisiken werden sie unter den sonstigen Beteiligungen ausgewiesen. (18) VorräteAls Anschaffungskosten der Vorräte werden alle Kosten aktiviert, die mit dem Beschaffungsvorgang in direkter Beziehung stehen. Die Bestimmung der Anschaffungskosten von fungiblen und homogenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt auf Basis der Durchschnittsmethode. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten die direkt zurechenbaren Gemeinkosten; Fremdkapital- und Leerkosten werden nicht aktiviert, sondern in der Periode ihres Anfalls als Aufwand erfasst. Zum Bilanzstichtag werden die Vorräte mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert (Lower of Cost or Net Realisable Value) bewertet. In den Vorräten werden ebenfalls CO 2 -Zertifikate ausgewiesen. Die Vorräte setzten sich wie folgt zusammen:
Die Erhöhung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe entfiel u.a. auf Preissteigerungen für CO 2 -Zertifikate. Der Rückgang der Fertigerzeugnisse und Waren entstand im Wesentlichen im Segment DB Schenker durch dem Verkauf der MTS-Markentechnik-Gruppe sowie im Segment DB Regio. (19) Forderungen und sonstige VermögenswerteDie Bewertung von Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten erfolgt im Regelfall zu fortgeführten Anschaffungskosten. Forderungen aus Finanzierungsleasing, geleistete Anzahlungen und Plan Assets nach IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) sind keiner Kategorie des IFRS 9 zuzuordnen. Zu den Bewertungskategorien nach IFRS 9 (»Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten«, Seite 101). Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet der DB-Konzern den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die Risikovorsorge für die erwarteten Kreditverluste zu bemessen. Demzufolge werden für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste erfasst. Hierzu wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zunächst auf Basis gemeinsamer Kreditrisikomerkmale verschiedenen Kollektiven zugeordnet. Die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste erfolgte dann mithilfe von Wertberichtigungssätzen, die vergangenheitsbezogene Daten sowie länderspezifische zukunftsbezogene Risikomerkmale berücksichtigen. Für Forderungen aus Finanzierung sowie sonstige finanzielle Forderungen und vertragliche Vermögenswerte wendet der DB-Konzern den allgemeinen Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste zu bemessen. Für solche Forderungen, für die objektive Hinweise für eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine individuelle Wertminderung. Vorgenommene Wertberichtigungen werden aktivisch von den finanziellen Vermögenswerten abgesetzt. Liegen die Gründe für eine Wertminderung nicht mehr vor, wird eine Wertaufholung vorgenommen. Im DB-Konzern werden die Fälligkeiten der Forderungen und die Ausfallrisiken laufend überwacht. Einige Verkehrsverträge sehen eine Übergabeverpflichtung bezüglich der eingesetzten, im Eigentum des DB-Konzerns stehenden Vermögenswerte am Vertragsende vor. Andere Verkehrsverträge beinhalten die Anmietung der eingesetzten Vermögenswerte von der Bestellerorganisation oder die Abgabe von Kapitaldienstgarantien durch die Besteller für die Anmietung bei unabhängigen Finanzdienstleistern. In Übereinstimmung mit IFRIC 12 (Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen) werden die entsprechenden Investitionen unter Separierung der garantierten Restwerte am Vertragsende als Forderungen aus Verkehrskonzessionen aktiviert. Die Tilgung dieser Forderungen erfolgt aus dem Bestellerentgelt, sodass nicht das gesamte Bestellerentgelt zu Umsatzerlösen führt. Die Restwertforderungen werden zum Barwert unter den Forderungen aus Finanzierung ausgewiesen. Kritische Schätzungen und BeurteilungenDie Ermittlung erwarteter Kreditverluste umfasst in erheblichem Maß Einschätzungen und Beurteilungen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, aktuellen Konjunkturentwicklungen und der Analyse historischer Forderungsausfälle auf Portfoliobasis beruhen. Soweit die Vorsorge für erwartete Kreditverluste aus historischen Ausfallraten auf Portfoliobasis abgeleitet wird, führt ein Rückgang des Forderungsvolumens zu einer entsprechenden Verminderung solcher Vorsorgen und umgekehrt. Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte enthielten im Einzelnen:
Verpflichtungen und Ansprüche aus eigenständigen Schuldanerkenntnissen werden seit dem Berichtsjahr in der Bilanz ausgewiesen. Dadurch ergab sich eine Bilanzverlängerung von insgesamt 771 Mio. € bei den Übrigen Vermögenswerten. Die Verpflichtungen korrespondieren mit betragsgleichen Forderungen aus Lieferverträgen, abgesichert durch Bankbürgschaften, im Falle einer Inanspruchnahme. Der DB-Konzern hat Factoring-Vereinbarungen mit einer Bank geschlossen, wonach diese zum revolvierenden Ankauf von kurzfristig fälligen, auf Euro und schwedische Kronen lautenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Gesellschaften des Segments DB Schenker bis zu einem maximalen Forderungsvolumen von 695 Mio. € (im Vorjahr: 703 Mio. €) verpflichtet ist und im Rahmen derer Rechte oder Verpflichtungen beim DB-Konzern verbleiben. Die Laufzeit der Vereinbarung ist zeitlich unbefristet. Der DB-Konzern übernimmt im Auftrag der Bank bis auf Widerruf weiterhin die Debitorenbuchhaltung und das Mahnwesen. Die für die Risikobeurteilung relevanten Risiken hinsichtlich der verkauften Forderungen sind das Kreditrisiko sowie das Risiko verspäteter Zahlung (Spätzahlungsrisiko). Der Kaufpreis entspricht dem Nominalbetrag. Der DB-Konzern trägt aus den verschiedenen Tranchen kreditrisikobedingte Ausfälle sowie Spätzahlungsrisiken jeweils bis zu einer bestimmten Höhe. Die übrigen kreditrisikobedingten Ausfälle übernimmt die Bank. So gut wie alle mit den Forderungen verbundenen Chancen und Risiken wurden weder übertragen noch zurückbehalten (Aufteilung der wesentlichen Risiken zwischen DB-Konzern und Bank). Für einen Teil der Forderungen ging die Verfügungsgewalt über die verkauften Forderungen auf die Bank über, da sie über die tatsächliche Fähigkeit zum Weiterverkauf verfügt. Für diese Forderungen erfolgt eine vollständige Ausbuchung. Angaben zum anhaltenden Engagement des DB-Konzerns bei vollständig ausgebuchten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:
1) Entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden
Zeitwert.
Den übrigen Teil der im Rahmen von Factoringvereinbarungen übertragenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, bei denen die Verfügungsgewalt nicht auf die Bank übergeht, bilanziert der DB-Konzern weiterhin in Höhe seines anhaltenden Engagements, d.h. in Höhe des Höchstbetrags, mit dem der DB-Konzern noch für das Kreditrisiko und das Spätzahlungsrisiko der verkauften Forderung haftet, und passiviert eine korrespondierende Verpflichtung innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten (continuing involvement). Die Forderungen und die verbundene Verbindlichkeit werden in dem Umfang ausgebucht, in dem sich das anhaltende Engagement des DB-Konzerns, auf Grund von Zahlungseingängen der Kunden, reduziert. Angaben zum anhaltenden Engagement des DB-Konzerns bei teilweise ausgebuchten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:
1) Die beizulegenden Zeitwerte der Forderungen
sowie der damit verbundenen Verbindlichkeit entsprechen im
Wesentlichen ihren Buchwerten.
Von der Bank erhaltene Kaufpreiszahlungen erhöhten im Berichtsjahr den operativen Cashflow. In den Finanzforderungen und zweckgebundenen Bankguthaben waren mit den Aufgabenrägern von Verkehrsverträgen vereinbarte Restwerte im Umfang von 470 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 321 Mio. €) enthalten. Diese Restwertforderungen betreffen hauptsächlich Schienenfahrzeuge, die zum Ende des Verkehrsvertrags an den Aufgabenträger oder an einen von ihm benannten Dritten zu einem fixierten Preis veräußert werden. Darüber hinaus wurden unter den Finanzforderungen und zweckgebundenen Bankguthaben Finanzierungsleasingforderungen von 340 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 323 Mio. €), sowie zweckgebundene Zahlungsmittel von 27 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 35 Mio. €) ausgewiesen, die lediglich für Beiträge für bestimmte Altersvorsorgepläne verwendet werden können. Weitere 142 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 83 Mio. €) betreffen Barsicherheiten in Form von Besicherungsanhängen (Credit Support Agreements; CSA). In den sonstigen Vermögenswerten waren Vertragserfüllungskosten von 6 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 13 Mio. €) enthalten. Die bilanzierten Wertberichtigungen für die entsprechend IFRS 7 klassifizierten Finanzinstrumente haben sich wie folgt entwickelt:
Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sanken im Berichtsjahr auf 50 Mio. € (im Vorjahr: 51 Mio. €). Erträge aus dem Zahlungseingang auf ausgebuchte Forderungen und sonstige Vermögenswerte beliefen sich auf 4 Mio. € (im Vorjahr: 5 Mio. €). Die erwarteten Kreditverluste beliefen sich per 31. Dezember 2022 auf 32 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 31 Mio. €):
Per 31. Dezember 2022 wurde für Forderungen aus Finanzierung, sonstige finanzielle Forderungen und vertragliche Vermögenswerte eine Risikovorsorge i.H.v. 3 Mio. € gebildet (per 31. Dezember 2021: 3 Mio. €). In der nachfolgenden Übersicht wird die Fälligkeitsstruktur der Forderungen für die entsprechend IFRS 7 klassifizierten Finanzinstrumente und die geleisteten Anzahlungen dargestellt:
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem Vorjahr leicht vermindert. Der Rückgang im Segment DB Schenker wurde durch Anstiege in den Segmenten DB Regio, DB Cargo und Beteiligungen/Sonstige teilweise kompensiert. Der Anstieg der kurzfristigen übrigen Vermögenswerte resultiert insbesondere aus der erstmaligen Aktivierung von Ansprüchen aus eigenständigen Schuldanerkenntnissen sowie einem Anstieg im Segment Beteiligungen/Sonstige. Aufgrund der großen Anzahl von Kunden in den jeweiligen operativen Segmenten ist bei den Lieferungs- und Leistungsforderungen keine Konzentration von Kreditrisiken festzustellen. Die beizulegenden Zeitwerte der Bilanzpositionen Forderungen und sonstige Vermögenswerte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte entsprechen im Wesentlichen den Buchwerten. Das maximale Ausfallrisiko entspricht im Wesentlichen jeweils dem Buchwert. Sicherheiten werden regelmäßig nicht gehalten. Zum Abschlussstichtag lagen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Schuldner der weder wertgeminderten noch überfälligen Forderungen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. (20) Forderungen aus ErtragsteuernDie Forderungen aus Ertragsteuern betrafen geleistete Vorauszahlungen und anrechenbare Quellensteuern. (21) Derivative FinanzinstrumenteDerivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss generell als Sicherungsinstrument zur Absicherung der Zahlungsströme aus vertraglichen Verpflichtungen oder aus erwarteten Geschäftsvorfällen (Cashflow-Hedge) klassifiziert. Cashflow-HedgesMit Cashflow-Hedges werden Schwankungen der Cashflows von finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten oder erwarteten Geschäftsvorfällen abgesichert. Bei Sicherung der zukünftigen Zahlungsströme wird die Bewertung der Sicherungsinstrumente ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen. Bewertungsänderungen werden zunächst erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und erst zu dem Zeitpunkt erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt, zu dem die korrespondierenden Verluste oder Gewinne aus dem Grundgeschäft erfolgswirksam werden oder die Geschäfte auslaufen. Auftretende Ineffektivitäten werden gem. IFRS 9 erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht. Fair-Value-HedgesMit Fair-Value-Hedges werden bilanzierte Vermögenswerte oder Schulden gegen das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwertes abgesichert. Die Ergebnisse aus den Sicherungsinstrumenten werden in dem Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Derivative Finanzinstrumente, die nicht den Anforderungen zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften gem. IFRS 9 entsprechenSofern Sicherungsgeschäfte, die betriebswirtschaftlich der Zins-, Währungs- oder Preissicherung dienen, nicht die Anforderungen des IFRS 9 für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllen, werden die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ermittlung des beizulegenden ZeitwertsDer Zeitwert von Finanzinstrumenten, die in einem aktiven Markt gehandelt werden, ergibt sich aus dem Börsenkurs zum Bilanzstichtag. Zur Ermittlung des Zeitwerts von Finanzinstrumenten, die nicht in einem aktiven Markt gehandelt werden, werden gängige Bewertungsmethoden wie Optionspreis- oder Barwertmodelle angewendet. Sofern bewertungsrelevante Parameter nicht direkt am Markt beobachtbar sind, werden Prognosen zu Hilfe genommen, denen vergleichbare, in einem aktiven Markt gehandelte Finanzinstrumente zugrunde liegen, die mit Auf- bzw. Abschlägen auf Basis historischer Daten versehen werden. Dabei wird der Mittelwert aus Geld- und Briefkurs verwendet. Die DB AG betreibt ihr Geschäft mit langlaufenden Finanzderivaten grundsätzlich auf besicherter Basis und nimmt für besicherte Transaktionen keine Kreditrisikoadjustierung des beizulegenden Zeitwerts vor. Für kurzfristige Derivate wird aufgrund von Wesentlichkeitsgründen auf eine Kreditrisikoadjustierung verzichtet. Sofern eine Kreditrisikoadjustierung erfolgt, werden die anzuwendenden Abschläge aus den am Markt beobachtbaren Credit-Default-Swap-(CDS-)Werten abgeleitet. Sämtliche im DB-Konzern eingesetzten Derivate werden mit gängigen Methoden wie Optionspreis- oder Barwertmodellen bewertet, da ihre beizulegenden Zeitwerte nicht in einem aktiven Markt gehandelt werden. Es werden keine Parameter aus nicht beobachtbaren Märkten für die Bewertung herangezogen. Das Volumen der abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte ergibt sich aus der folgenden Übersicht der Nominalwerte:
Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken wurden Zinsswaps abgeschlossen. Die Veränderungen der Bestände an Devisenswaps und -forwards variieren mit den entsprechenden Sicherungsbedürfnissen der Tochtergesellschaften. Der Nominalwert der Zins-Währungs-Swaps stieg um 744 Mio. €, v.a. infolge von Emissionen von Fremdwährungsanleihen im Berichtsjahr, deren Zahlungsströme in Euro getauscht wurden. Der Umfang der Dieselabsicherungen stieg aufgrund höherer Sicherungsgrade moderat an. Der Bestand der Kohlesicherungen lag per 31. Dezember 2022 unverändert bei 1,4 Mio. t. Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Sicherungspreise/Sicherungskurse der wesentlichen derivativen Sicherungsinstrumente des DB-Konzerns je Währung:
Grundsätzlich unterliegen sämtliche derivativen Finanzinstrumente einer stichtagsbezogenen Marktbewertung. Die nachfolgende Gesamtübersicht stellt die Aufgliederung des Bilanzausweises nach der Art des zugrunde liegenden Sicherungsgeschäfts dar:
Cashflow-HedgesZur Minimierung des Zins- und Wechselkursänderungsrisikos werden sowohl Fremdwährungsemissionen als auch konzerninterne Fremdwährungsdarlehen grundsätzlich in Euro transformiert und variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten i.d.R. in festverzinsliche Finanzverbindlichkeiten umgewandelt. Energiepreissicherungen dienten der Verringerung der Preisschwankungen beim Energiebezug. Die Wertentwicklung der Zins-Währungs-Swaps basierte überwiegend auf der Entwicklung der Zinsen in den einzelnen Währungen insbesondere gegenüber dem Schweizer Franken und der norwegischen Krone sowie der Abwertung des Euro gegenüber dem Schweizer Franken. Teilweise kompensierend wirkte die Aufwertung des Euro gegenüber dem britischen Pfund und der schwedischen Krone. Die positive Marktbewertung der Energiepreisderivate spiegelte die Entwicklung an den zugrunde liegenden Rohstoffmärkten wider. Die Fair Values der Cashflow-Hedges werden wie folgt unter den Vermögenswerten und Schulden ausgewiesen:
Die Cashflow-Hedges sind keiner Kategorie des IFRS 9 zuzuordnen. Die gesicherten Cashflows der Grundgeschäfte werden voraussichtlich in den Jahren 2023 bis 2042 (Zins- und Tilgungszahlungen) bzw. in den Jahren 2023 bis 2026 (Zahlungen für Energie) eintreten und ergebniswirksam. Die Grund- und Sicherungsgeschäfte sowie die Hedge-Rücklage von Cashflow-Hedges haben sich wie folgt entwickelt:
Bei Zins- und Zins-/Währungssicherungen wird die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung mit der Critical-Terms-Match-Methode überprüft. Diese wird angewendet, da jeweils alle wesentlichen Bewertungsparameter von Grund- und Sicherungsgeschäften übereinstimmen. Die Bestimmung von Ineffektivitäten erfolgt zu jedem Bilanzstichtag durch die Anwendung der Hypothetische-Derivate-Methode. Bei dieser Methode wird die Wertentwicklung des tatsächlich abgeschlossenen Sicherungsgeschäfts mit der Wertentwicklung eines fiktiven Sicherungsgeschäfts, bei dem alle bewertungsrelevanten Parameter mit dem Grundgeschäft übereinstimmen, verglichen. Bei Energiepreisderivaten wird die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung mithilfe der linearen Regression überprüft. Die Ineffektivität wird unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode ermittelt. Hierbei werden die Fair Value-Änderungen des Grundgeschäfts den Fair Value-Änderungen des Sicherungsinstruments gegenübergestellt. Der hieraus ermittelte Quotient bestimmt die Ineffektivität. Die erfolgswirksam erfassten Ineffektivitäten aus Cashflow-Hedges der Energiepreisderivate waren im Berichtsjahr wie im Vorjahr unwesentlich. Fair-Value-Hedge-DerivateDie Fair Values werden unter den Vermögenswerten und Schulden wie folgt ausgewiesen:
Die Zinsswaps dienten der Absicherung von begebenen Senioranleihen (Ausweis im Bilanzposten »Finanzschulden«) mit einem Nominalwert von 800 Mio. €. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wurde mit der Critical-Terms-Match-Methode überprüft. Im Berichtsjahr ergab sich keine Ineffektivität. Die Wertentwicklung der Zinsswaps ist neben gestiegenen Zinssätzen im Euroraum auf den Abschluss von Zinsswaps im Berichtsjahr zurückzuführen. Non-Hedge-DerivateZur Absicherung des operativen Geschäfts getätigte Devisenforwards werden grundsätzlich als Non-Hedge-Derivate klassifiziert. Die Fair Values der Non-Hedge-Derivate werden unter den Vermögenswerten und Schulden wie folgt ausgewiesen:
Die Zins-Währungs-Swaps beruhen auf einer Redesignierung von Hedge-Beziehungen aufgrund der Übertragung von Geschäften zwischen Banken. Die Konditionen inkl. der Zahlungsströme der Derivate blieben dabei unverändert, somit ist die wirtschaftliche Absicherung weiterhin gegeben. Der Rückgang resultierte aus der Auflösung der redesignierten Beträge entsprechend den Restlaufzeiten der Swaps. Die Non-Hedge-Derivate sind der Kategorie »Zu Handelszwecken gehalten (Held for Trading)« des IFRS 9 zugeordnet. (22) Flüssige MittelDie flüssigen Mittel umfassen Kassen- und Scheckbestände, Guthaben bei Kreditinstituten mit täglicher Fälligkeit sowie Festgelder mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten. Die flüssigen Mittel werden zum Nennwert (at amortised Cost/fortgeführte Anschaffungskosten) angesetzt. Die flüssigen Mittel enthielten:
Die Zinssätze für kurzfristige Bankeinlagen lagen in einem Korridor zwischen -0,58 % und 2,00 % (im Vorjahr: zwischen -0,67 % und 0,01 %) und resultierten aus Geldanlagen in Euro. Die Laufzeiten der Geldanlagen bewegen sich zwischen einem Tag und drei Monaten. Zur Definition des Finanzmittelbestands siehe »Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung«, Seite 88. (23) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen VermögenswertenLangfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte nach IFRS 5 klassifiziert, wenn ihr Buchwert durch Verkauf realisiert werden soll und nicht durch fortgesetzte Nutzung. Es kann sich dabei um einen einzelnen Vermögenswert, eine Veräußerungsgruppe oder einen Geschäftsbereich eines Unternehmens handeln. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und Fair Value abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten bewertet. Die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten haben sich wie folgt entwickelt:
Die Vermögenswerte und Schulden betrafen die zur Veräußerung gehaltenen Gesellschaften aus den Segmenten DB Arriva (in Dänemark, Polen und Serbien) und DB Schenker (in Russland). In diesem Zusammenhang entstanden Wertminderungsaufwendungen von insgesamt 198 Mio. €, die innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen wurden. (24) Gezeichnetes KapitalDas Grundkapital der DB AG beträgt 2.150 Mio. €. Es ist eingeteilt in 430.000.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien. Sämtliche Anteile werden vom Bund gehalten. (25) Rücklagena) KapitalrücklageBei der Kapitalrücklage handelt es sich um Rücklagen, die kein Ergebnisbestandteil waren. Im Berichtsjahr erfolgten aufgrund der von der EU-Kommission genehmigten Schadenskompensationen für Corona-Pandemie Schäden in den Jahren 2020 und 2021 Zuzahlungen vom Bund in die Kapitalrücklage. Für Schäden bei der DB Cargo AG kam es zu einer Zuzahlung i.H.v. 88 Mio. €, für Schäden bei den Infrastrukturgesellschaften DB Netz AG, DB Station&Service AG und DB Energie GmbH zu einer Zuzahlung i.H.v. 215 Mio. € und für Schäden bei der DB Fernverkehr AG zu einer Zuzahlung i.H.v. 557 Mio. €. Des Weiteren wurden 1,1 Mrd. € an die DB Netz AG aus Mitteln des Klimaschutzpaketes gezahlt. Darüber hinaus erfolgte eine Entnahme i.H.v. 413 Mio. € aus der Kapitalrücklage der DB AG zur Herstellung eines Bilanzgewinns im handelsrechtlichen Jahresabschluss der DB AG, die im erwirtschafteten Ergebnis berücksichtigt wurde. b) Rücklage aus erfolgsneutraler BewertungRücklage für Unterschiede aus WährungsumrechnungDie sich aufgrund der Methode der funktionalen Währung (IAS 21) ergebenden Währungsumrechnungseffekte werden separat als Bestandteil des Konzerneigenkapitals ausgewiesen. Rücklage für die Fair Value-Bewertung von Wertpapieren und BeteiligungenBestandteil der Rücklage sind die erfolgsneutral zu berücksichtigenden Fair Value-Änderungen von Finanzinstrumenten. Die Rücklage ist bei Veräußerung oder bei Fälligkeit bzw. Reklassifizierung eines Finanzinstruments erfolgswirksam aufzulösen bzw. auszubuchen. Rücklage aus der Fair Value-Bewertung von Cashflow-HedgesDie Entwicklung der Rücklage wird nachfolgend dargestellt:
Rücklage für die Neubewertung von PensionenDie sich aus der Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne nach IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) ergebenden Effekte werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Sonstige Veränderungen in den RücklagenUnter dieser Position werden im Wesentlichen Beträge, die aus Transaktionen in Bezug auf Reduzierungen oder Erhöhungen von nicht beherrschenden Anteilen zwischen den Aktionären der DB AG und den nicht beherrschenden Anteilen resultieren, abgebildet. (26) Erwirtschaftete ErgebnisseDas erwirtschaftete Eigenkapital enthält die gesamten erwirtschafteten Jahresergebnisse seit dem 1. Januar 1994 abzüglich der unter HGB bis zum 31. Dezember 2002 verrechneten Goodwills und der an den Aktionär gezahlten Dividenden. Unter dieser Position werden auch die Eigenkapitalauswirkungen durch die erstmalige Anwendung der IFRS ausgewiesen, soweit sie nicht unter die Rücklagen aus erfolgsneutraler Bewertung fallen. (27) Nicht beherrschende Anteile und HybridkapitalDie nicht beherrschenden Anteile enthielten den Anteil Dritter am Reinvermögen konsolidierter Tochterunternehmen. Die Anteile Dritter an der Währungsrücklage betrugen -19 Mio. € (per 31. Dezember 2021: -13 Mio. €). Im Oktober 2019 hat die Deutsche Bahn Finance GmbH (DB Finance) zwei nachrangige Hybridanleihen mit einem Gesamtvolumen von 2 Mrd. € emittiert. Die Hybridanleihen haben unbegrenzte Laufzeiten mit einem ersten Kündigungsrecht für die Emittentin nach 5,5 Jahren (Kupon: 0,95 %) bzw. zehn Jahren (Kupon: 1,6 %); die Emissionserlöse betrugen 997 Mio. € bzw. 995 Mio. €. Die beiden Anleihen sehen keine Rückzahlungsverpflichtung und kein Kündigungsrecht zugunsten der Gläubiger vor. Außerdem müssen gegebenenfalls thesaurierte Zinszahlungen erst bei Ausschüttung einer Dividende geleistet werden. Nach IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung) sind die Hybridanleihen daher vollständig als Eigenkapital zu klassifizieren, da weder eine reguläre Rückzahlungsverpflichtung der Hybridanleihen noch ein Kündigungsrecht der Anleihengläubiger besteht. Zu leistende Zinszahlungen an die Anleiheninhaber werden, vermindert um die Ertragsteuern, direkt im Eigenkapital erfasst. Im Berichtsjahr erfolgten Zinszahlungen i.H.v. 25 Mio. € (im Vorjahr: 26 Mio. €). (28) FinanzschuldenDie erstmalige Bewertung von Finanzschulden und anderen langfristigen Verbindlichkeiten erfolgt nach IFRS 9 grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten bzw. Agien/Disagien. In der Folge werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode angesetzt. Die Unterschiedsbeträge zwischen Auszahlungsbetrag abzüglich Transaktionskosten und Rückzahlungsbetrag werden über die Laufzeit ergebniswirksam erfasst. Zinslos gewährte Darlehen, die mit Investitionen in die Infrastruktur in Zusammenhang stehen, werden mit dem Barwert der Rückzahlungsbeträge erfasst und über die Laufzeit auf ihren nominalen Rückzahlungsbetrag aufgezinst. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem nominalen Darlehensbetrag und dem Barwert wird als gewährter Zinsvorteil in den passiven Abgrenzungen ausgewiesen. Die Erträge aus der zeitanteiligen Auflösung dieser passiven Abgrenzungen werden als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst. Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen, für die nach IFRS 16 ein Nutzungsrecht zu erfassen ist, werden mit dem Barwert der folgenden Leasingzahlungen passiviert: feste Zahlungen abzüglich erhaltener Zahlungen des Leasinggebers, variable, auf einem Index basierende Zahlungen, erwartete Zahlungen für Restwertgarantien, der Kaufpreis für wahrscheinlich ausgeübte Kaufoptionen, wahrscheinliche Entschädigungszahlungen bei vorzeitiger Kündigung. In der Bewertung der Leasingverbindlichkeit sind darüber hinaus Leasingzahlungen aufgrund einer hinreichend sicheren Inanspruchnahme von Verlängerungsoptionen berücksichtigt. Die Leasingraten werden in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufgeteilt. Der Zinsanteil der Leasingrate wird aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der verwendete Zinssatz entspricht dem impliziten Zinssatz des Leasingvertrags oder, wenn dieser nicht bekannt ist, dem laufzeitabhängigen Grenzfremdkapitalzinssatz. Leasingverbindlichkeiten sind keiner Kategorie des IFRS 9 zuzuordnen. Einige Verkehrsverträge beinhalten die Anmietung insbesondere von Schienenfahrzeugen von Aufgabenträgern oder unabhängigen Finanzdienstleistern, wobei diese vom Aufgabenträger eine Kapitaldienstgarantie, eine Wiedereinsatzgarantie oder Ähnliches erhalten. Der Barwert dieser Zahlungsverpflichtungen wird unter den Finanzierungsverbindlichkeiten aus Verkehrskonzessionen ausgewiesen. Unter den Finanzschulden werden alle verzinslichen Verbindlichkeiten einschließlich der zum Barwert angesetzten Zinslosen Darlehen ausgewiesen. Die Finanzschulden weisen folgende Fälligkeitsstruktur auf:
In Gegenüberstellung zu den Buchwerten ergeben sich zusammengefasst folgende Fair Values:
Die Unterschiede zwischen den Buchwerten und den Fair Values der Finanzschulden sind in den zumeist veränderten Marktzinssätzen für Finanzschulden mit vergleichbarem Risikoprofil begründet. Die sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten weisen infolge kurzer Laufzeiten und demzufolge einer marktnahen Verzinsung keine materiellen Abweichungen zwischen den Buchwerten und den Fair Values auf. Die Zinslosen Darlehen ergaben sich weiterhin fast ausschließlich aus Finanzierungen des Bundes für Investitionen in den Ausbau und den Ersatz der Schienenwege. Grundlage hierfür bildet die im Grundgesetz verankerte und im Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSWAG) konkretisierte Verantwortung für die Verkehrsbedürfnisse der Allgemeinheit (Art. 87e Abs. 4 GG). Die Tilgung der Darlehen ist in Einzel- und Sammelfinanzierungsvereinbarungen geregelt. I.d.R. werden die Darlehen in jährlich gleichen Raten zurückgezahlt, deren Höhe sich an den entsprechenden jährlichen Abschreibungsbeträgen der finanzierten Vermögenswerte orientiert. Die Zinslosen Darlehen haben sich wie folgt entwickelt:
Die begebenen Senioranleihen setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Im Berichtsjahr wurden zwei festverzinsliche börsennotierte Senioranleihen der DB Finance über 500 Mio. € und 400 Mio. GBP (495 Mio. €) sowie zwei variabel verzinsliche börsennotierte Senioranleihen über jeweils 300 Mio. € im Gesamtwert von 1.595 Mio. € planmäßig getilgt. Im Berichtsjahr wurden von der DB Finance neun festverzinsliche börsennotierte Senioranleihen mit einem Gesamtwert von 3.102 Mio. € emittiert. Dabei handelt es sich um Emissionen über 300 Mio. AUD (191 Mio. €), 200 Mio. €, 750 Mio. €, 900 Mio. €, 550 Mio. SEK (52 Mio. €), 300 Mio. CHF (308 Mio. €), 500 Mio. NOK (50 Mio. €), 500 Mio. € und 150 Mio. CHF (151 Mio. €) Ein Teil der neu begebenen EUR-Anleihen wurde von festverzinslich in variabel verzinslich geswapt. Daraus resultierte in der Bewertung des Anleihebestands eine Reduktion der Buchwerte um 84 Mio. € (per 31. Dezember 2021: keine). Die Bankschulden werden in der nachfolgenden Tabelle detailliert dargestellt:
Der Rückgang der Bankschulden per 31. Dezember 2022 resultierte im Wesentlichen aus der vollständigen planmäßigen Rückführung von zwei langfristigen Darlehen und einer kurzfristigen Kreditfazilität. Der Anstieg der sonstigen Bankschulden war insbesondere auf einen Anstieg der kurzfristig fälligen Sicherheiten (per 31. Dezember 2022: 525 Mio. €; per 31. Dezember 2021: 272 Mio. €) zurückzuführen, die aus Sicherungsvereinbarungen im Rahmen von Derivatetransaktionen resultierten. Verbindlichkeiten werden im DB-Konzern grundsätzlich nicht besichert. Dem DB-Konzern standen per 31. Dezember 2022 weitere garantierte Kreditfazilitäten mit einem Gesamtvolumen von 4.589 Mio. € zur Verfügung (per 31. Dezember 2021: 4.577 Mio. €). Davon entfielen 2.000 Mio. € auf Back-up-Linien für das 3,0-Mrd.-€-Commercial-Paper-Programm der DB AG (per 31. Dezember 2021: 2.080 Mio. €). Keine dieser Back-up-Linien war am 31. Dezember 2022 in Anspruch genommen. Globale Kreditfazilitäten über insgesamt 2.589 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 2.497 Mio. €) dienen der Working-Capital- und Avalfinanzierung der weltweit tätigen Tochtergesellschaften, überwiegend in den Segmenten DB Schenker und DB Arriva. Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen (Anhangziffer (13), Seite 42) werden durch Rechte der Leasinggeber an den Leasinggegenständen gesichert. Die Leasinggegenstände hatten per 31. Dezember 2022 einen Buchwert von 4.692 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 4.619 Mio. €). Die Nominalwerte der Leasingverbindlichkeiten verteilten sich wie folgt:
Die Finanzierungsverbindlichkeiten aus Verkehrskonzessionen gem. IFRIC 12 sind in der folgenden Übersicht detailliert ausgewiesen:
Zur Erfüllung der Schienenpersonennahverkehrsleistungen wurden diverse Triebfahrzeuge von den verantwortlichen Bestellerorganisationen angemietet. Im Vorjahr ist die zweite Betriebsstufe für die S-Bahn Rhein-Neckar mit einer Laufzeit bis 2034 hinzugekommen. Finanzierungsverbindlichkeiten aus Verkehrskonzessionen stehen Forderungen aus Verkehrskonzessionen gegenüber (Anhangziffer (19), Seite 53). Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen Finanzschulden werden den folgenden Bewertungshierarchien zugeordnet:
Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Zinslosen Darlehen werden durch eine Abzinsung der in Laufzeitscheiben aufgeteilten Nominalwerte der Zinslosen Darlehen mit der DB-Zinskurve (Marktzinskurve plus aktueller DB-Spread; Quelle: Thomson Reuters bzw. Bloomberg) ermittelt. Für Senioranleihen der DB Finance, die als Level 1 eingestuft werden, werden Marktpreise aus einem aktiven Markt herangezogen, multipliziert mit den Fremdwährungskursen am Bilanzstichtag. Die Quellen für die Notierungen sind u.a. Thomson Reuters und Bloomberg. Die Senioranleihen, bei denen die Marktaktivität den Anforderungen eines aktiven Marktes nicht entspricht, wurden dem Level 2 zugeordnet. Für die Ermittlung der Fair Values dieser Senioranleihen wurden bindende Angebote u.a. bei Thomson Reuters und Bloomberg zugrunde gelegt, die anhand der Bewertungsmodelle unter Einbeziehung der am Markt beobachtbaren Parameter wie Zinskurven und Wechselkurse verifiziert wurden. Der beizulegende Zeitwert der Leasingverträge sowie der Finanzierungsverbindlichkeiten aus Verkehrskonzessionen wird durch eine Abzinsung der noch ausstehenden Leasingraten mit der DB-Zinskurve (Marktzinskurve plus aktueller Spread; Quelle: Thomson Reuters bzw. Bloomberg) ermittelt. (29) VerbindlichkeitenDie erstmalige Bewertung von Verbindlichkeiten erfolgt nach IFRS 9 grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten bzw. Agien/Disagien. In der Folge werden langfristige Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode angesetzt. Die Unterschiedsbeträge zwischen Auszahlungsbetrag abzüglich Transaktionskosten und Rückzahlungsbetrag werden über die Laufzeit ergebniswirksam erfasst. Die beizulegenden Zeitwerte der Bilanzpositionen Übrige Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstige Verbindlichkeiten entsprechen im Wesentlichen den Buchwerten. Abfindungsverpflichtungen für zum Bilanzstichtag bereits geschlossene Vereinbarungen werden als sonstige Verbindlichkeiten und - sofern sie einzelvertraglich noch nicht fixiert und Teil einer Restrukturierungsverpflichtung nach IAS 37 sind - als sonstige Rückstellungen ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:
Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entfiel mit 228 Mio. € auf das Segment DB Regio, ein Anstieg ergab sich im Segment Beteiligungen/Sonstige (+134 Mio. €). Bei den übrigen und sonstigen Verbindlichkeiten ergaben sich Anstiege bei den Segmenten DB Regio (+617 Mio. €) und DB Fernverkehr (+467 Mio. €). Im Übrigen wird auf die »Segmentinformationen nach Geschäftssegmenten«, Seite 8, verwiesen. Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten und erhaltene Anzahlungen sind keiner Kategorie des IFRS 9 zuzuordnen. Die übrigen und sonstigen Verbindlichkeiten betrafen im Einzelnen:
Der Anstieg der personalbezogenen Verbindlichkeiten resultierte insbesondere aus gestiegenen sonstigen Personalverpflichtungen i.Z.m. der Abgeltung von Pensionsverpflichtungen in Schweden und aufgrund der Erhöhung der leistungsabhängigen Zulagen im Segment DB Schenker. Die Verbindlichkeiten waren per 31. Dezember 2022 unverändert mit 0 Mio. € besichert. In den übrigen und sonstigen Verbindlichkeiten waren Risiken aus Factoring-Vereinbarungen enthalten. Verpflichtungen aus begebenen eigenständigen Schuldanerkenntnissen werden seit dem Berichtsjahr in der Bilanz ausgewiesen. Dadurch ergab sich ein Anstieg bei den übrigen und sonstigen Verbindlichkeiten von 771 Mio. €. Die Verpflichtungen korrespondieren mit betragsgleichen Forderungen aus Lieferverträgen, die für den Fall einer Inanspruchnahme durch Bankbürgschaften abgesichert sind. (30) ErtragsteuerschuldenDie Ertragsteuerschulden per 31. Dezember 2022 betrafen insbesondere Verpflichtungen gegenüber den Steuerbehörden im Vereinigten Königreich, in Indien und in Deutschland. (31) PensionsverpflichtungenDer DB-Konzern gewährt seinen Mitarbeitenden in zahlreichen Ländern Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Ausgestaltung der Pensionszusagen richtet sich nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes. Im DB-Konzern bestehen sowohl leistungsorientierte (Defined Benefit) als auch beitragsorientierte (Defined Contribution) Altersversorgungssysteme. Die Bewertung und Bilanzierung der leistungsorientierten Zusagen erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 19. Wesentliche Pensionsverpflichtungen bestehen nur in Deutschland sowie im Vereinigten Königreich. Aus diesem Grund werden auch nur diese im Folgenden näher beschrieben. DeutschlandPensionsverpflichtungen des DB-Konzerns in Deutschland umfassen sowohl solche für Beamt:innen als auch für Arbeitnehmende. Die den Gesellschaften des DB-Konzerns zugewiesenen Beamt:innen erhalten nach ihrer Pensionierung Ruhestandsbezüge durch das BEV nach dem Beamtenversorgungsgesetz. Nur während der aktiven Tätigkeit der zugewiesenen Beamt:innen für den DB-Konzern werden Zahlungen an das BEV im Rahmen der Als-ob-Abrechnung wie für neu eingestellte Arbeitnehmende (§ 21 Abs. 1 DBGrG) geleistet. Hierin enthalten sind auch fiktive Anteile für gesetzliche Rentenversicherungsbeiträge sowie fiktive Aufwendungen nach den Tarifverträgen über die betriebliche Zusatzversorgung (ZversTV) und die betriebliche Altersvorsorge (bAV-TV) der Arbeitnehmenden der DB AG. Bei den Zahlungen an das BEV für die Altersversorgung der Beamt:innen handelt es sich um beitragsorientierte Altersversorgungspläne. Die Pensionsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmenden betreffen überwiegend folgende Regelungen: a) Arbeitnehmende, die vor der Gründung der DB AG (1. Januar 1994) zur Deutschen Bundesbahn gehörten, verfügen über eine fortwirkende Zusatzversorgung im Rahmen ihrer damaligen Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst. Der Anspruch der Arbeitnehmenden auf Leistungen dieser Renten-Zusatzversicherung richtet sich gegen die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS). Die KBS hat als Behörde nicht nur die Führung und Zahlung der gesetzlichen Rente von Arbeitnehmenden des DB-Konzerns übernommen, sondern führt für die anspruchsberechtigten übergeleiteten Arbeitnehmenden die Renten-Zusatzversicherung fort. Während des aktiven Arbeitsverhältnisses erfolgt für diese Arbeitnehmenden ebenfalls eine Als-ob-Kostenerstattung an das BEV. Mit dem Ausscheiden der Arbeitnehmenden entfällt diese gegenüber dem BEV. Das BEV trägt die Kosten für diese Zusatzversorgung, reduziert um die Selbstbeteiligung der Arbeitnehmenden (§ 14 Abs. 2 DBGrG). Für die DB AG entstehen daher keine Rückstellungen für diese Versorgung durch die öffentliche Hand. b) Arbeitnehmende der ehemaligen Deutschen Reichsbahn und die nach dem 1. Januar 1994 bis zum 31. Dezember 2021 eingestellten Arbeitnehmenden erhalten eine betriebliche Zusatzversorgung durch die DB AG im Rahmen des ZversTV. Bei dieser betrieblichen Zusatzversorgung handelt es sich um eine leistungsorientierte Altersversorgungsordnung, die gehalts- und dienstzeitabhängig ist. Die Anpassung der laufenden Rentenleistungen erfolgt jährlich nach den Vorschriften des Betriebsrentengesetzes. Als Leistungen werden Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen in Form einer lebenslänglichen Rente gewährt. Für diesen Plan wird kein Planvermögen gebildet. Darüber hinaus erhalten die Arbeitnehmenden in den meisten Konzerngesellschaften einen monatlichen Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge i.H.v. 3,3 % des Monatstabellenentgelts sowie der meisten in dem Monat gezahlten Entgeltbestandteile. Der monatliche Beitrag wird in einen Pensionsfonds (DEVK-Pensionsfonds) gezahlt. Rückstellungen müssen hierfür nicht gebildet werden. c) Gegenüber Führungskräften im DB-Konzern, die eine Führungskraftzusage vor dem 1. Januar 2007 erhalten haben, bestehen unterschiedliche leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen. Die Höhe dieser Leistungen hängt grundsätzlich von der Dienstzeit und dem Gehalt ab. Im Allgemeinen werden Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen in Form einer lebenslänglichen Rente gewährt. Mit Ausnahme einer geringen Anzahl von Rückdeckungsversicherungen besteht kein Planvermögen. d) Führungskräften des DB-Konzerns, die eine Führungskraftzusage nach dem 31. Dezember 2006 erhalten haben, wird grundsätzlich eine Altersversorgung in Form einer beitragsorientierten Leistungszusage gewährt. Hierbei wird in jedem Dienstjahr ein Versorgungsbaustein ermittelt, der von Gehalt und Alter der Berechtigten abhängt. Die Finanzierung dieser Leistungen erfolgt über eine Treuhandstruktur (Contractual Trust Arrangement; CTA), den Deutsche Bahn Pension Trust e.V. Die Leistungshöhe richtet sich grundsätzlich nach der Rendite des CTA, wobei eine Mindestverzinsung garantiert wird (Zusagen bis einschließlich 2014: 2,25 % p.a., Zusagen ab 2015: lediglich Beitragserhalt). Langlebigkeitsrisiken werden dadurch vermieden, dass die Leistungen grundsätzlich in Form einer fünfjährigen Ratenzahlung gewährt werden. Bei dem Vermögen des CTA handelt es sich um Planvermögen. Durch den wirtschaftlichen Gleichlauf von Pensionsverpflichtung und Planvermögen bei entsprechender Wertentwicklung des CTA werden Anlagerisiken minimiert. Es bestehen weder rechtliche noch regulatorische Mindestdotierungsverpflichtungen des Deutsche Bahn Pension Trust e.V. Die Anlage der Beiträge erfolgt entsprechend der grundsätzlichen Prämisse, dass die zugesagte Versorgungsleistung durch eine entsprechende Garantiekomponente gewährleistet wird. Dazu wird bei jeder Einzahlung einzeln je Versorgungsanwärter:in ein altersabhängiger Anlagebetrag in Nullkuponanleihen (Zerobonds) bester Bonität investiert. Der nach Dotierung der Garantiekomponente verbleibende Anlagebetrag wird renditeoptimierend vorrangig in passiv verwaltete europäische Aktien- und Rentenfonds (bzw. vergleichbare Produkte) investiert. e) Für Führungskräfte besteht die Möglichkeit, an einem Entgeltumwandlungsprogramm (Deferred-Compensation-Programm) teilzunehmen. Diese durch Arbeitnehmende finanzierte Form der betrieblichen Altersversorgung stellt eine leistungsorientierte Pensionsverpflichtung dar. Vereinigtes Königreicha) Bei der betrieblichen Altersversorgung der DB Cargo (UK) Holdings Limited handelt es sich im Wesentlichen um einen leistungsorientierten Pensionsplan (gehalts- und dienstzeitabhängig) innerhalb des britischen Railway Pension Scheme. Die Planvermögenswerte werden von einem unabhängigen Treuhänder verwaltet. Die Erhebung der Mitgliederdaten im Plan zum Zweck der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen gegenüber den Planmitgliedern erfolgt i.d.R. alle drei Jahre. Zu den dazwischenliegenden Bewertungsstichtagen erfolgt die Bewertung der Verpflichtungen im Plan anhand der entsprechend fortgeschriebenen Bestandsdaten. Der Pensionsplan ist endgehaltsabhängig, als Leistungen werden lebenslängliche Renten gewährt. Die Pensionsverpflichtungen sind im Wesentlichen durch Planvermögen gedeckt. Die Kapitalanlage wird durch den Treuhänder des Planvermögens in Abstimmung mit dem DB-Konzern vorgenommen. b) Bei DB Arriva bestehen hauptsächlich leistungsorientierte Altersversorgungszusagen. Bedeutende leistungsorientierte Versorgungspläne (entgelt- und dienstzeitabhängig) bestehen für Mitarbeitende von DB Arriva innerhalb des Railway Pension Scheme im Vereinigten Königreich. Hierbei handelt es sich um andere Sektionen als den DB Cargo UK Plan innerhalb des Railway Pension Scheme. Die Kosten der Pensionspläne werden in einem 60:40-Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmenden getragen und anteilig bilanziert. Die Pensionspläne sind endgehaltsabhängig, als Leistungen werden lebenslängliche Renten gewährt. Die entsprechenden Pensionsverpflichtungen sind weitgehend durch Fondsvermögen gedeckt. Die Kapitalanlage wird durch den Treuhänder des Planvermögens in Abstimmung mit dem DB-Konzern vorgenommen. Einige Gesellschaften leisten im Rahmen einer Franchisevereinbarung für die während der Dauer der Vereinbarung (Franchisedauer) angestellten Arbeitnehmenden Beiträge an den britischen Railway Pension Scheme. Die Verpflichtungen gegenüber diesen Mitarbeitenden sowie das Planvermögen werden nach Abzug des durch die Arbeitnehmenden finanzierten Teils (40 %) vollständig bilanziert. Im Rahmen der Bilanzierung des Effekts aus Franchisevereinbarungen verbleibt als in der Bilanz erfasste Nettoschuld der Barwert der für die Dauer der Franchisevereinbarungen zu entrichtenden Beiträge zum Abbau eines Plandefizits. Als Personalaufwand werden die laufenden Beiträge zum Versorgungsplan ausgewiesen. Ferner gewähren vereinzelte Gesellschaften von DB Arriva ihren Mitarbeitenden beitragsorientierte Altersversorgungszusagen. Hierbei geht der Arbeitgeber über die Entrichtung von Beitragszahlungen an einen externen Versorgungsträger hinaus keine weiteren Verpflichtungen ein. Die Höhe der zukünftigen Pensionsleistungen richtet sich ausschließlich nach der Höhe der an den externen Versorgungsträger gezahlten Beiträge, einschließlich der Erträge aus der Anlage dieser Beiträge. Außerdem werden vereinzelt Beiträge zu sozialen Pensionsfonds im Rahmen gesetzlicher Bestimmungen geleistet (staatliche Pläne). Kritische Schätzungen und BeurteilungenBei den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen im In- und Ausland liegen die versicherungsmathematischen Risiken beim DB-Konzern. Die Bewertung leistungsorientierter Pensionszusagen sowie pensionsähnlicher Leistungszusagen und der hieraus resultierenden Aufwendungen und Erträge erfolgt mittels versicherungsmathematischer Methoden. Den Bewertungen liegen versicherungsmathematische Annahmen zugrunde. Versicherungsmathematische Risiken, die als typisch für Unternehmen mit leistungsorientierten Plänen zu erachten sind, bestehen in folgender Weise: Zinsrisiko: Die angesetzten Abzinsungsfaktoren spiegeln die Zinssätze unter Berücksichtigung der Verpflichtung zugrunde liegenden Duration wider, die am Bilanzstichtag für hochwertige festverzinsliche Senioranleihen mit entsprechender Laufzeit erzielt werden. Ein Wechsel des Rechnungszinses führt zu einer Veränderung des Barwerts der Gesamtverpflichtung (DBO). Inflationsrisiko: Ein Teil der Pensionsverpflichtungen, insbesondere aufgrund von Anpassungen laufender Renten, ist an die Entwicklung der Inflation geknüpft. Langlebigkeitsrisiko: Ein Langlebigkeitsrisiko kann sich aufgrund zukünftig steigender Lebenserwartung in Form verlängerter Rentenauszahlungszeiträume konkretisieren. Investitionsrisiko: Im Falle extern finanzierter Pensionspläne basieren die Werte des zugehörigen Planvermögens bzw. der Erstattungsansprüche auf den Fair Values zum Bilanzstichtag. Die Kapitalanlage ist grundsätzlich mit zahlreichen Risiken behaftet, die sich in der Zeitwertbilanzierung des Planvermögens auswirken können. Im Falle von Pensionsplänen mit einer Dotierungsverpflichtung kann durch das Investitionsrisiko die Höhe der künftigen Beiträge beeinflusst werden. Schlüsselprämissen für Aufwendungen und Erträge aus Pensionszusagen und pensionsähnlichen Leistungszusagen basieren teilweise auf aktuellen Marktverhältnissen. Aufwendungen und Erträge aus Pensionszusagen und pensionsähnlichen Leistungszusagen können sich aufgrund von Änderungen dieser zugrunde liegenden Schlüsselprämissen verändern. Der Bilanzansatz der Pensionsrückstellungen wird in nachfolgender Tabelle unterlegt:
Die Gesamtverpflichtung der Versorgungszusagen entwickelte sich wie folgt:
Die im Vorjahr unter den Zahlungen für Abgeltungen ausgewiesenen Beträge der oben stehenden und der nachfolgenden Tabellen betreffen überwiegend die Abgeltung von Pensionsverpflichtungen bei der Arriva plc, Sunderland/Vereinigtes Königreich. Die Entwicklung des Planvermögens ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:
Bei dem angesetzten Planvermögen handelte es sich um:
Die Veränderung der Nettopensionsrückstellung ist nachfolgend dargestellt:
Alle übrigen Beträge wurden im Personalaufwand ausgewiesen. Die der Bewertung des überwiegenden Teils der Pensionsrückstellung zugrunde liegenden versicherungsmathematischen Parameter werden nachfolgend gezeigt:
Bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen für die deutschen Konzernunternehmen fanden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck unverändert Anwendung. Bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen für die übrigen Konzernunternehmen wurden länder- oder versorgungsplanspezifische Sterbetafeln verwendet. Sensitivitäten und zusätzliche Angaben:
Die Angaben zur Sensitivität wurden unter Anwendung des Verfahrens ermittelt, das bei der Berechnung des Verpflichtungsumfangs eingesetzt wurde. Dabei wurde jeweils eine Annahme unter Beibehaltung der übrigen Annahmen geändert, sodass Interdependenzen zwischen den einzelnen Annahmen unberücksichtigt geblieben sind. (32) Sonstige RückstellungenSonstige Rückstellungen werden gebildet, wenn eine rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht, die aus einem vergangenen Ereignis resultiert, deren Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme größer als 50 % ist und die zu einem Abfluss von Ressourcen führt, und wenn eine verlässliche Schätzung der Verpflichtungshöhe möglich ist (IAS 37 Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen). Langfristige Rückstellungen werden mit Marktzinssätzen abgezinst. Die Umweltschutzrückstellungen zur Sanierung ökologischer Altlasten werden auf der Basis realer Zinssätze, die dem Risiko und dem Zeitraum bis zur Erfüllung angepasst werden, abgezinst. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem nominellen Wert der erwarteten Zahlungsabflüsse und dem bilanzierten Barwert für die Umweltschutzrückstellungen der DB AG aus übernommenen Verpflichtungen zur Beseitigung der Altlasten aus der Zeit vor der Gründung der DB AG würde in den passiven Abgrenzungen ausgewiesen und bildet damit den Zinsvorteil aus der längerfristigen Abwicklung der Rückstellung ab. Der Aufzinsungsaufwand aus den sonstigen Rückstellungen wird im Zinsergebnis erfasst. Drohverlustrückstellungen werden in Höhe des niedrigeren Betrags aus den erwarteten Kosten der Erfüllung des Vertrags und den erwarteten Kosten für die Beendigung des Vertrags bewertet. Kritische Schätzungen und BeurteilungenDie Bestimmung von Rückstellungen jeglicher Art ist mit Einschätzungen zur Höhe und/oder zum Zeitpunkt von Verpflichtungen verbunden. Die Umweltschutzrückstellungen betreffen primär die Verpflichtung der DB AG zur Beseitigung von vor dem 1. Januar 1994 entstandenen ökologischen Altlasten auf dem Gebiet der ehemaligen Deutschen Bundesbahn und der ehemaligen Deutschen Reichsbahn. Als ökologische Altlasten werden sanierungspflichtige Kontaminationen von Boden und Grundwasser bezeichnet, die Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für Einzelne oder die Allgemeinheit auslösen. Gesetzliche Grundlagen zur Ableitung der Sanierungspflichten sind in den Boden- und Wassergesetzen des Bundes und der Länder zusammengefasst. Ebenfalls Gegenstand der Bearbeitung ökologischer Altlasten sind erforderliche Sanierungsmaßnahmen am Kanalbestand, um Boden- und Grundwasserkontaminationen aus Leckagen des Kanalbestands zu vermeiden, und Maßnahmen zur Stilllegung von Altdeponien. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt auf der Grundlage eines Diskontierungsverfahrens zum Barwert, soweit Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Sanierungskosten verlässlich geschätzt werden können und kein zukünftiger Nutzen aus diesen Maßnahmen erwartet wird. Die Schätzung künftiger Sanierungskosten unterliegt vielfältigen Einflussfaktoren. Wesentliche Treiber können die Anwendung innovativer Sanierungsverfahren, Veränderungen rechtlicher Rahmenbedingungen und auch die Marktpreisentwicklung für die Entsorgung von Altlasten sein. Um die Sanierungskosten für die einzelnen Schadensfälle realistisch abzuschätzen, werden in den Arbeitsprogrammen Anpassungen der Kostenschätzungen aufgrund von Erkenntniszuwachs und behördlichen Abstimmungen in den aufeinanderfolgenden Bearbeitungsstufen vorgenommen. Für die Bewertung der Rückstellung zum Bilanzstichtag wurden auf der Grundlage der derzeit bekannten Untersuchungs- und Sanierungsverpflichtungen die erwarteten Kosten auf Basis des heutigen Preisniveaus geschätzt. Die Abzinsung der Rückstellung erfolgt auf Basis erwarteter Zahlungsabflüsse bei Anwendung eines risikoadjustierten Zinssatzes von 0,09 % (per 31. Dezember 2021: 0,00 %). Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften werden gebildet, sofern ein Verlust wahrscheinlich ist und dieser Verlust verlässlich geschätzt werden kann. Wegen der mit dieser Beurteilung verbundenen Unsicherheit können die tatsächlichen Verluste gegebenenfalls von den ursprünglichen Schätzungen und damit von dem Rückstellungsbetrag abweichen. Im DB-Konzern ergeben sich solche Unsicherheiten insbesondere aus der Schätzung zukünftiger Erträge aus Verkehrsverträgen, der damit in Zusammenhang stehenden Sach- und Personalkosten sowie etwaiger Pönalezahlungen. Änderungen der Schätzungen dieser drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften können sich unter Umständen erheblich auf die künftige Ertragslage auswirken. Die Bewertung der Rückstellungen für Stilllegungen erfolgt hauptsächlich auf Basis von Schätzungen, die für Stilllegungs- und Entsorgungskosten im Wesentlichen aus branchenspezifischen Gutachten abgeleitet werden. Die Rückstellungen werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung mit ihrem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die Aufteilung der sonstigen Rückstellungen in kurz- und langfristige Beträge sowie die geschätzten Fälligkeiten der sonstigen Rückstellungen sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:
Personalbezogene RückstellungenLeistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Abfindungszahlungen) werden fällig, wenn Mitarbeitende im Rahmen von Vorruhestand oder Altersteilzeit vor dem abschlagsfreien regulären Renteneintritt freigesetzt werden oder wenn Mitarbeitende gegen eine Abfindungsleistung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis austreten. Abfindungsleistungen werden erfasst, wenn eine nachweisliche Verpflichtung besteht, entweder das Arbeitsverhältnis von gegenwärtigen Mitarbeitenden entsprechend einem detaillierten formalen Plan, der nicht rückgängig gemacht werden kann, zu beenden oder Abfindungen bei freiwilliger Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Mitarbeitende im Rahmen von Aufhebungsverträgen zu leisten. Abfindungsverpflichtungen für zum Bilanzstichtag bereits geschlossene Vereinbarungen werden als sonstige Verbindlichkeiten und - sofern sie einzelvertraglich noch nicht fixiert und Teil einer Restrukturierungsverpflichtung nach IAS 37 sind - als sonstige Rückstellungen ausgewiesen. Einzelvertragliche Altersteilzeitvereinbarungen basieren i.d.R. auf dem sog. Blockmodell. Die vom DB-Konzern während des Zeitraums der Altersteilzeit zum Gehalt gezahlten Aufstockungsbeträge sowie zusätzliche Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung werden bis zum Ende der Aktivphase der Altersteilzeit ratierlich angesammelt und in Übereinstimmung mit IAS 19 zurückgestellt. Der Vergütungsrückstand (zuzüglich der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung) für die während der Beschäftigungsphase geleistete Mehrarbeit wird als andere langfristig fällige Leistung an Arbeitnehmende ebenfalls mit dem ratierlichen Barwert bewertet. Der DB-Konzern bietet Mitarbeitenden unter bestimmten Voraussetzungen tarifvertraglich die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit unterhalb ihrer regulären Arbeitszeit zu verringern (besondere Teilzeit im Alter). In diesen Fällen reduziert sich die Arbeitszeit auf 81 % der Referenz- bzw. Regelarbeitszeit, wobei das Entgelt auf 90 % aufgestockt wird. Leistungen zur betrieblichen Altersvorsorge werden auf Basis von 100 % der Referenz- bzw. Regelarbeitszeit gewährt. Die personalbezogenen Rückstellungen setzten sich wie folgt zusammen:
Die personalbezogenen Rückstellungen enthielten u.a. personalvertragliche Verpflichtungen, die sich aus dem arbeitsrechtlichen Anspruch vieler Beschäftigter sowie der Bereitschaft der DB AG ergeben, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. In diesen Fällen entstehen dem DB-Konzern bis zur Weitervermittlung bzw. bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses Verluste aus zu tragenden Personalkosten, denen keine Gegenleistungen gegenüberstehen (Verpflichtungsüberschüsse aus Beschäftigungsverhältnissen). Im Übrigen enthielten die personalvertraglichen Verpflichtungen Restrukturierungsrückstellungen. Mit einer Dotierungshöhe von rund 346 Mio. € per 31. Dezember 2022 (per 31. Dezember 2021: 395 Mio. €) machte die Rückstellung für Verpflichtungsüberschüsse aus Beschäftigungsverhältnissen einen großen Anteil an den personalbezogenen Rückstellungen des DB-Konzerns aus. Hierin spiegeln sich die personalvertraglichen Verpflichtungen der DB AG für die im Demografietarifvertrag (DemografieTV) verankerte Beschäftigungssicherung wider. Die Rückstellungen für Altersteilzeit- und Vorruhestandsverpflichtungen berücksichtigten die Verpflichtungen aus tarifvertraglichen Regelungen und wurden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. In den Regelungen des DemografieTV zur besonderen Teilzeit im Alter war ein Betrag von 86 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 82 Mio. €) für den tariflichen Anspruch von Mitarbeitenden mit langjähriger Betriebszugehörigkeit und einer langjährigen Tätigkeit im Schichtdienst enthalten. ErlösschmälerungenDer Anstieg der Erlösschmälerungen betraf im Wesentlichen Kürzungen bei DB Regio im Zusammenhang mit Bestellerentgelten infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Einführung des temporären sog. 9-Euro-Tickets sowie Rückzahlungsrisiken aus der öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)-Branchenlösung, der die coronabedingten Folgen auf die Branche abfedern soll. Rückstellungen für drohende VerlusteDie Rückstellungen für drohende Verluste betrafen hauptsächlich Verkehrsverträge, bei denen über die Laufzeit der Verträge Verpflichtungsüberschüsse entstehen. Die Zuführungen betrafen insbesondere DB Regio und DB Arriva. Per 31. Dezember 2022 wurde ein Betrag von 164 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 183 Mio. €) bei DB Regio bzw. 8 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 17 Mio. €) bei DB Arriva zugeführt. Hier wirkten sich u.a. Annahmen zu zukünftig verringerten Fahrgeldeinnahmen, aber auch höhere Instandhaltungsaufwendungen sowie gestiegene Energiepreise aus. Insbesondere die Einschätzungen der Entwicklung der künftigen Fahrgeldeinnahmen unterliegen aufgrund der Corona-Krise weiterhin hohen Unsicherheiten. StilllegungsrückstellungenDie Rückstellungen für Stilllegungsverpflichtungen betrafen die anteilige Stilllegungsverpflichtung bei einem Gemeinschaftskraftwerk. Bei der Bewertung der Rückstellung wurde eine in diesem Sektor übliche Kostensteigerungsrate i.H.v. 3,25 % (per 31. Dezember 2021: 2,50 %) und ein Nominalzins von 3,00 % (per 31. Dezember 2021: 2,50 %) berücksichtigt. Die 19. Atomgesetznovelle, die den befristeten Streckbetrieb bis spätestens zum 15. April 2023 regelt, führte im Geschäftsjahr zu einer zusätzlichen Dotierung der Stilllegungsrückstellung i.H.v. 33 Mio. €. UmweltschutzrückstellungenVon den Umweltschutzrückstellungen entfallen 1.374 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 1.434 Mio. €) auf die DB AG. Die Veränderung i.H.v. 60 Mio. € resultierte aus der Inanspruchnahme von Sanierungsverpflichtungen (45 Mio. €) und einem Zinseffekt (15 Mio. €). Zur Wahrnehmung der in den Umweltschutzrückstellungen berücksichtigten Sanierungsverpflichtungen hat die DB AG unter anderem
aufgesetzt. Durch die strukturierte Bearbeitung wird rechtskonformes sowie kosten- und aufwandsoptimiertes Vorgehen für die Erfassung, Gefährdungsbeurteilung und Sanierung festgestellter Schutzgutgefährdungen sichergestellt. Im 4-Stufen-Programm Bodensanierung werden über die Stufen »Historische Erkundung«, »Orientierende Untersuchung« und »Detailuntersuchung« bestehende Boden- und/oder Grundwasserverunreinigungen lokalisiert und auf der Grundlage der maßgeblichen gesetzlichen Prüfkriterien beurteilt. Wird hierbei eine schädliche Bodenveränderung oder Altlast festgestellt, wird über die Programmschritte Machbarkeitsstudie, Ausführungs- und Genehmigungsplanung die Umsetzung der erforderlichen Sanierung geplant. Die Sanierungsdurchführung wird von einem verbindlich abgestimmten Sanierungsplan oder einem öffentlich-rechtlichen Vertrag mit definierten Sanierungszielwerten begleitet. Das 3-Stufen-Kanalprogramm zielt auf eine Beseitigung der sich aus Leckagen ergebenden Verunreinigungen von Boden und/oder Grundwasser. Damit geht eine Optimierung des vorhandenen Kanalnetzes auf die zukünftige Nutzung einher, sodass die Gefahrenabwehr auf dieses zukünftige Netz begrenzt werden kann. Das nicht betriebsnotwendige Netz wird stillgelegt. Die Abwicklung des Kanalprogramms erfolgt über die Stufe 1 »Erfassung«, Stufe 2 »Inspektion« und Stufe 3 »Sanierung/Stilllegung«. Gesetzliche Anforderungen sind im Wasserhaushaltsgesetz (WHG), in den Landeswassergesetzen und in den Eigenkontrollverordnungen formuliert. Im 2-Stufen-Programm Deponiestilllegung werden alle vom DB-Konzern betriebene Altdeponien systematisch erfasst (Stufe 1). Die Stilllegung und Rekultivierung der Flächen (Stufe 2a) sowie deren Nachsorge (Stufe 2b) werden auf der Grundlage der Anforderungen aus dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und der Deponieverordnung (DepV) geplant und umgesetzt. Übrige RückstellungenDie übrigen Rückstellungen enthielten neben Rückstellungen für Projektrisiken, Schadenersatz, Immobilienrisiken, Rückbau- und Abbruchverpflichtungen, Garantie- und Gewährleistungsverpflichtungen, Haftpflichtrenten, Versicherungen und Projektrisiken, Drittverpflichtungen für Instandhaltungen sowie sonstigen Steuerrisiken, eine Vielzahl weiterer Sachverhalte, die im Einzelfall von untergeordneter Bedeutung sind. (33) Passive AbgrenzungenDer DB-Konzern erhält verschiedene öffentliche Zuwendungen, die grundsätzlich vermögenswert- bzw. erfolgsbezogen gewährt werden. Die Zuwendungen werden bilanziell erfasst, sofern Sicherheit darüber besteht, dass sie erfolgen und die notwendigen Bedingungen für den Erhalt erfüllt werden. Die vermögenswertorientierten Zuwendungen, v.a. Investitionszuschüsse, werden direkt von den bezuschussten Vermögenswerten abgesetzt. Die Zinsvorteile (Differenz aus Nominalwert und Barwert) aus gewährten Zinslosen Darlehen werden auf der Grundlage der vertraglichen Zuwendungsbedingungen passivisch abgegrenzt. Die Erträge aus der zeitanteiligen Auflösung dieser passiven Abgrenzungen werden als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst. Die passiven Abgrenzungen enthielten folgende Posten:
Die Veränderung der Erlösabgrenzungen ergaben sich in den Segmenten DB Fernverkehr und DB Regio.
Die Erlösabgrenzungen stellten den Teil der Vergütungsleistungen dar, der auf den Zeitraum nach dem Bilanzstichtag entfällt. Erläuterungen zur KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung zeigt die Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Berichtsjahr und wird in Übereinstimmung mit IAS 7 (Kapitalflussrechnungen) erstellt. Die Darstellung des Mittelflusses aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode. Zinseinzahlungen und Zinsauszahlungen, Dividendeneinzahlungen sowie Steuerzahlungen werden im Bereich der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausgewiesen. Der Finanzmittelbestand umfasst den in der Bilanz ausgewiesenen Bestand an Zahlungsmitteln (Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks sowie Wertpapieranlagen) mit einer Laufzeit von nicht mehr als drei Monaten. Von den Zahlungsmitteln waren per 31. Dezember 2022 1.277 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 1.162 Mio. €) im Wesentlichen aufgrund von Vorgaben der Rail Franchises im Vereinigten Königreich sowie infolge von Länder- und vertraglichen Restriktionen insbesondere im internationalen Logistikgeschäft verfügungsbeschränkt. Kurzfristig fällige Forderungen gegenüber Kreditinstituten (per 31. Dezember 2022: 142 Mio. €; per 31. Dezember 2021: 83 Mio. €), die aus Sicherungsvereinbarungen im Rahmen von Finanztermingeschäften resultieren, werden unter den kurzfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerten ausgewiesen. Da sich die Wertentwicklung der Finanztermingeschäfte nur zunehmend schwer prognostizieren lässt, kann von einer kurzfristigen Liquidität solcher Sicherungsleistungen nur eingeschränkt ausgegangen werden. Mittelfluss aus gewöhnlicher GeschäftstätigkeitDer Mittelfluss aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit wird ermittelt, indem das Periodenergebnis vor Steuern um nicht zahlungswirksame Größen (insbesondere Zuführungen und Auflösungen von sonstigen Rückstellungen) bereinigt und um die sonstigen Veränderungen des kurzfristigen Vermögens, der Verbindlichkeiten (ohne Finanzschulden) und der Rückstellungen ergänzt wird. Nach Berücksichtigung der Zins- und Steuerzahlungen ergibt sich ein Mittelzufluss aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit. Gem. IFRS 16 werden Auszahlungen im Rahmen von Leasingverträgen im Mittelfluss aus der Finanzierungstätigkeit erfasst, wenn es sich um Tilgungszahlungen handelt, und im Mittelfluss aus laufender Geschäftstätigkeit, wenn es sich um Zinszahlungen handelt. Der Mittelzufluss aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit hat sich im Berichtsjahr deutlich erhöht. Maßgebend hierfür war ein wesentlich höheres Jahresergebnis, bereinigt um verminderte Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, niedrigere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie verminderte zahlungsunwirksame Aufwendungen. Im Berichtsjahr haben sich die zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge insbesondere durch einen deutlich gesunkenen Aufwandssaldo aus der Zuführung und Auflösung von sonstigen Rückstellungen vermindert (+553 Mio. €). Mittelfluss aus InvestitionstätigkeitDer Mittelfluss aus Investitionstätigkeit teilt sich auf in den Mittelzufluss aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten sowie aus Investitionszuwendungen, in den Mittelabfluss für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie dem Mittelfluss aus dem Zu- und Abgang langfristiger finanzieller Vermögenswerte. Einzahlungen aus Investitionszuschüssen werden unter der Investitionstätigkeit ausgewiesen, da zwischen den erhaltenen Investitionszuschüssen und den Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen ein enger Zusammenhang besteht. Der deutlich angestiegene Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit ergab sich insbesondere aus gestiegenen Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte, insbesondere für Investitionen in kurzfristige Geldmarktfonds (501 Mio. €) sowie für den Erwerb von Anteilen an konsolidierten Unternehmen (im Berichtsjahr 272 Mio. €; im Vorjahr 45 Mio. €). Die Investitionen in das Sachanlagevermögen haben sich um 128 Mio. € leicht erhöht. Gegenläufig verminderte sich der Einzahlungssaldo aus Investitionszuwendungen (-491 Mio. €; -5,5 %). Die Ein- und Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte enthielten im Saldo Auszahlungen von 326 Mio. € für Investitionen aus dem Erwerb von Verkehrskonzessionen (IFRIC 12). Bei Veränderungen des Konsolidierungskreises durch Kauf oder Verkauf von Unternehmen wird der bezahlte Kaufpreis (ohne übernommene Schulden) abzüglich der erworbenen oder verkauften Finanzmittel als Mittelfluss aus Investitionstätigkeit erfasst. Mittelfluss aus FinanzierungstätigkeitDer Mittelfluss aus Finanzierungstätigkeit ergibt sich aus Kapitalzuführungen, dem Saldo von Ein- und Auszahlungen aus begebenen Senioranleihen, aufgenommenen Bankschulden und Darlehen, Auszahlungen für die Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen sowie Auszahlungen für die Tilgung der Zinslosen Darlehen. Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit verminderte sich weiter um 748 Mio. €. Hierzu haben insbesondere ein gesunkener Auszahlungssaldo aus der Aufnahme und Tilgung von Finanzmitteln im Wesentlichen aus der Tilgung von Bankschulden und ein verminderter Einzahlungssaldo aus der Begebung und Tilgung von Senioranleihen beigetragen. Darüber hinaus ergaben sich gesunkene Einzahlungen aus Kapitalzuführungen sowie verminderte Tilgungszahlungen für Leasingverträge. Angaben zu den Veränderungen von Finanzverbindlichkeiten nach IAS 7:
Erläuterungen zu den Segmentinformationen nach GeschäftssegmentenDie Segmentberichterstattung des DB-Konzerns wird nach IFRS 8 (Geschäftssegmente) aufgestellt. Dabei ergeben sich die Geschäftssegmente des DB-Konzerns aus der Aggregation von vollkonsolidierten Legaleinheiten, deren eindeutige Segmentzuordnung sich aus der gesellschaftsspezifischen operativen Leistungserstellung auf einem abgegrenzten Markt bestimmt. Auf Ebene der Geschäftssegmente trifft der Vorstand seine Entscheidungen und nimmt wirtschaftliche Analysen sowie Beurteilungen vor (Management Approach). Die Zuordnung der Legaleinheiten zu Geschäftssegmenten im externen Rechnungswesen stimmt mit der Zuordnung in der internen Managementberichterstattung überein. Damit sind die Führungs- und die Legalstruktur des DB-Konzerns kongruent. Infolge dieses Zuordnungsprinzips existieren innerhalb einer Legaleinheit keine Teilbilanzen bzw. Teilergebnisrechnungen, die unterschiedlichen Segmenten zugeordnet werden. Als Adressat der Managementberichterstattung gilt in diesem Zusammenhang der Vorstand in seiner Funktion als Hauptentscheidungsträger. Die Managementberichterstattung im DB-Konzern beruht auf den Grundsätzen der Rechnungslegung nach IFRS. Bei der Überleitung der Segmentdaten auf die entsprechenden Unternehmensdaten sind somit im Wesentlichen Konsolidierungseffekte zu berücksichtigen. Aus diesem Grund erfolgt die Überleitung in einer Konsolidierungsspalte. Der Unternehmens- und Organisationsstruktur des DB-Konzerns folgend sind die Aktivitäten der Geschäftssegmente Gegenstand des Berichtsformats. Die Darstellung der geografischen Tätigkeitsschwerpunkte des DB-Konzerns erfolgt in den Segmentinformationen nach Regionen. Folgende Segmente des Systemverbunds Bahn werden im DB-Konzern geführt:
Neben dem Systemverbund Bahn bestehen die folgenden Segmente:
Die Daten zu den Segmenten werden nach Eliminierung der intrasegmentären Beziehungen dargestellt. Die Transaktionen zwischen den Segmenten (intersegmentäre Beziehungen) werden in der Spalte Konsolidierung eliminiert. Die in den Segmentinformationen nach Geschäftssegmenten dargestellten Erträge und Aufwendungen sind um Sachverhalte, die dem Grunde und/oder der Höhe nach außergewöhnlichen Charakter haben, bereinigt. Eine generelle Bereinigung erfolgt für Buchgewinne und -verluste aus Transaktionen mit Beteiligungen/Finanzanlagen sowie in Höhe der Abschreibungen auf langfristige Kundenverträge, die im Rahmen der Kaufpreisallokation bei Unternehmenskäufen aktiviert wurden. Darüber hinaus wird eine Bereinigung für Einzelsachverhalte vorgenommen, sofern sie außerordentlichen Charakter haben, buchhalterisch abgrenzbar sind, bewertet werden können und ihrer Höhe nach wesentlich sind. Sie werden in der Spalte Überleitung dargestellt. Darüber hinaus werden in dieser Spalte die Bilanzposten des Capital Employed (inhaltliche Zuordnung gem. Managementberichterstattung) auf die externe Darstellung gem. Konzern-Bilanz übergeleitet. Die Segmentberichterstattung orientiert sich an den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, die zur internen Steuerung der Geschäftssegmente verwendet werden. Diese Kennzahlen bilden die Grundlage des wertorientierten Steuerungskonzepts (»Kapitalmanagement im DB-Konzern«, Seite 20). Die externen Umsatzerlöse und übrigen Erträge betreffen ausschließlich Erträge der Segmente mit konzernexternen Partnern. Die internen Umsatzerlöse und übrigen Erträge zeigen die Erträge mit anderen Segmenten (intersegmentäre Erträge) des DB-Konzerns. Die Verrechnungspreise für konzerninterne Transaktionen werden marktbezogen festgelegt. Zur Beurteilung der rein operativen Ertragskraft der Geschäftssegmente dient das EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization). Das EBITDA enthält keine Aufwendungen aus dem betriebsnotwendig gebundenen Kapital in Form von Abschreibungen und Zinsen. Damit wird das EBITDA nicht beeinflusst durch segmentspezifische Finanzierungsstrukturen und langfristige Investitionszyklen (insbesondere in den Infrastruktursegmenten), da Abschreibungen früher anfallen als die positiven Rückflüsse aus diesen Investitionen. Das EBITDA besitzt somit den Charakter eines Cashflows vor Steuern. Demgegenüber beinhaltet das EBIT zusätzlich die Abschreibungen auf das Anlagevermögen (Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte). Das EBIT stellt das operativ erwirtschaftete Ergebnis dar, das zur Befriedigung der Verzinsungsansprüche der Kapitalgeberseite zur Verfügung steht. Für eine nachhaltige Ergebnisbeurteilung sind zusätzlich die Finanzierungskosten relevant, die infolge einer zum Teil sehr hohen Kapitalbindung in den Geschäftssegmenten des DB-Konzerns (v.a. in den Infrastruktursegmenten) anfallen. Daher wird in der Kennzahl operatives Ergebnis nach Zinsen zusätzlich der operative Zinssaldo berücksichtigt. Neben den vorgenannten Ertragsgrößen ist für die interne Steuerung der Geschäftssegmente auch das eingesetzte betriebsnotwendige Vermögen (Capital Employed) einzubeziehen. Das Capital Employed umfasst das von Eigen- und Fremdkapitalgebern eingesetzte zu verzinsende betriebsnotwendige Kapital. Die Netto-Finanzschulden entsprechen dem Saldo aus zinspflichtigen Außenverbindlichkeiten sowie den liquiden Mitteln, verzinslichen Außenforderungen und kurzfristig verfügbaren Geldanlagen in Geldmarktfonds. Die Netto-Finanzschulden der Segmente enthalten zudem die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Konzernfinanzierung sowie aus Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen. Die Brutto-Investitionen umfassen die getätigten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne aktivierte Fremdkapitalkosten. Durch Abzug der Finanzierungsbeteiligung Dritter (im Wesentlichen die Baukostenzuschüsse des Bundes und der Länder) an spezifischen Investitionsvorhaben ergeben sich die Netto-Investitionen. Die Zugänge aus Konsolidierungskreisänderungen umfassen als Teil der Segmentgesamtinvestitionen ausschließlich die Investitionen in die Sachanlagen und die immateriellen Vermögenswerte einschließlich der Goodwills, die im Zuge von Unternehmenserwerben angeschafft bzw. erstmalig in den Konzern-Abschluss einbezogen werden. Die Anzahl der Mitarbeitenden gibt den Beschäftigtenstand ohne Auszubildende und dual-Studierende zum Ende des Berichtszeitraums an, dabei sind Teilzeitbeschäftigte auf Vollzeitpersonen umgerechnet. Für die Segmente gelten die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (»Grundlagen und Methoden«, Seite 10) wie für den übrigen Konzern-Abschluss. Konzerninterne Segmenttransaktionen werden i.d.R. zu Marktpreisen getätigt. Erläuterungen zu den Informationen nach RegionenDie regionale Zuordnung der externen Umsatzerlöse erfolgt jeweils nach dem Sitz der leistenden Konzerngesellschaft. Auch die Zuordnung der langfristigen Vermögenswerte wird jeweils nach dem Sitz der Gesellschaft vorgenommen. Die langfristigen Vermögenswerte umfassen immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte (ohne Finanzinstrumente, latente Steueransprüche, Rechte aus Versicherungsverträgen sowie Vermögenswerte i.Z.m. Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses). Informationen über wichtige KundenIm Berichtsjahr hat der DB-Konzern unverändert mit keinem einzelnen Kunden mehr als 10 % der Umsatzerlöse erzielt. Risikomanagement und derivative FinanzinstrumenteManagement der Finanz- und EnergiepreisrisikenDer DB-Konzern ist als international tätiger Mobilitäts-, Transport- und Logistikkonzern Finanzrisiken durch Veränderungen von Zinssätzen und Wechselkursen ausgesetzt. Darüber hinaus entstehen auf der Beschaffungsseite Energiepreisrisiken durch Preisschwankungen für Dieselkraftstoff und Strom. Teil der Unternehmenspolitik ist es, diese Risiken durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente aktiv zu steuern und damit zu begrenzen. Die DB AG ist mit ihrem zentralen Konzern-Treasury für alle Finanzierungs- und Absicherungsgeschäfte des DB-Konzerns zuständig und operiert in enger Abstimmung mit den Tochtergesellschaften, bei denen die Risikopositionen primär entstehen. Dabei orientiert sich das Konzern-Treasury an den einschlägigen Regelungen für das Risikomanagement (Mindestanforderungen an das Risikomanagement [MaRisk], Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich [KonTraG]). Spekulationsgeschäfte sind nicht zulässig. Im Rahmen des Risikomanagements findet eine fortlaufende Markt- und Risikobewertung statt. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Absicherung von Zins-, Währungs- und Energiepreisrisiken eingesetzt. Alle Einzelgeschäfte korrespondieren mit bilanzwirksamen oder antizipierten Grundgeschäften (z.B. Emission von Senioranleihen, Einkauf von Dieselkraftstoff und Strom). Es wird jeweils die Qualifizierung als wirksames Sicherungsgeschäft nach IFRS 9 angestrebt. ZinsänderungsrisikenDie Zinsänderungsrisiken resultieren aus variabel verzinslichen Geldaufnahmen. Gem. IFRS 7 werden mittels einer Sensitivitätsanalyse die Effekte von hypothetischen Änderungen der Marktzinssätze auf Ergebnis und Eigenkapital untersucht. Dabei werden folgende Finanzinstrumente berücksichtigt:
Wenn das Marktzinsniveau für das Exposure zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher (niedriger) gewesen wäre, wäre das Gesamtergebnis wie folgt beeinflusst worden:
FremdwährungsrisikenDie Fremdwährungsrisiken resultieren aus Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten. Die im Rahmen der Konzernfinanzierung begebenen Fremdwährungsanleihen und Darlehen werden zur Vermeidung von Zins- und Wechselkursänderungsrisiken mithilfe von Zins-Währungs-Swaps in Euro-Verbindlichkeiten und -Forderungen umgewandelt. In Einzelfällen kann bei Anleihen auf eine Umwandlung verzichtet werden, falls eine Bedienung der Anleihe aus Zahlungseingängen in Fremdwährung gewährleistet ist. Tochtergesellschaften sichern alle wesentlichen Fremdwährungspositionen in ihrer Funktionalwährung über das Konzern-Treasury ab. In besonderen Ausnahmefällen und in begrenztem Ausmaß wird es Tochtergesellschaften gestattet, eigenständig Fremdwährungspositionen mit Banken zu sichern. Der Währungssensitivitätsanalyse gem. IFRS 7 liegen folgende Annahmen zugrunde:
Wenn die folgenden Fremdwährungen für Währungssicherungen zum Bilanzstichtag um 10 % ab- bzw. aufgewertet gewesen wären, wäre das Gesamtergebnis nicht wesentlich beeinflusst worden:
Zum DB-Konzern zählen zahlreiche Beteiligungen an ausländischen Tochterunternehmen, deren Nettovermögen einem Umrechnungsrisiko ausgesetzt ist. Dieses Translationsrisiko wird nicht als Fremdwährungsrisiko im Sinne des IFRS 7 verstanden und wird nicht abgesichert. EnergiepreisrisikenDie Steuerung und Minimierung von Energiepreisrisiken obliegt dem Energiepreis-Risikomanagement-Komitee (ERMC), das die Umsetzung der Risikopolitik des DB-Konzerns speziell im Hinblick auf Energiepreisrisiken (insbesondere für die Beschaffung von Diesel und Strom) sicherstellt. Das ERMC beschließt spezifische Absicherungsstrategien und -maßnahmen, bei denen Finanz- und Energiederivate genutzt werden. Als Sicherungsgeschäfte für Preisänderungsrisiken beim Bezug von Strom werden Swaps auf die den Preisformeln zugrunde liegenden Rohstoffe eingesetzt. Dieselpreisrisiken werden z.B. durch den Abschluss von Dieselswaps begrenzt (üblicherweise mittels Hybridsicherungen von Dieselpreis- und Währungsrisiken). Zur Durchführung der Sensitivitätsanalysen gem. IFRS 7 wurden folgende Annahmen getroffen:
Wenn die Energiepreise zum Jahresultimo um 10 % niedriger (bzw. höher) gelegen hätten, wäre das Gesamtergebnis wie folgt beeinflusst worden:
Adressenausfallrisiko der Zins-, Währungs- und EnergiederivateDurch strenge Anforderungen an die Bonität der Gegenpartei sowohl bei Abschluss als auch während der gesamten Laufzeit der Geschäfte und durch Einrichtung von Risikolimits wird das Adressenausfallrisiko überwacht und aktiv gesteuert. Um das Adressenausfallrisiko aus langfristigen Derivatetransaktionen zu minimieren, hat der DB-Konzern mit seinen Kernbanken Besicherungsanhänge (Credit Support Agreements; CSA) abgeschlossen. In den CSA wurde die wechselseitige Stellung von Barsicherheiten für Zins- und Zins-Währungs-Swaps sowie Energiederivate vereinbart. Der Sicherheitenausgleich findet täglich mit allen relevanten Banken statt. Zusammenhängende Beträge, die nicht in der Bilanz saldiert werden:
Die Vermögenswerte aus Finanzderivaten und damit das maximale Adressenausfallrisiko sind aufgrund von Währungskursschwankungen des Euro gegenüber anderen Währungen, insbesondere dem Schweizer Franken, dem britischen Pfund und der norwegischen Krone gestiegen. Die Schulden aus derivativen Finanzinstrumenten haben sich parallel dazu verringert. Die erhaltenen Barsicherheiten überwogen. Das maximale Einzelrisiko (Ausfallrisiko auf einzelne Vertragspartner bezogen) betrug 151 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 68 Mio. €) und bestand gegenüber einer Bank mit einem S&P-Rating von A-. Für Geschäfte mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr wiesen per 31. Dezember 2022 alle Vertragspartner, mit denen ein Adressenausfallrisiko besteht, mindestens ein Rating von Baa1/BBB+ auf. LiquiditätsrisikoDas Liquiditätsmanagement umfasst die Aufrechterhaltung eines ausreichenden Bestands an flüssigen Mitteln, die fortwährende Inanspruchnahme des Commercial-Paper-Marktes zur Gewährleistung hinreichender Marktliquidität und -tiefe sowie die jederzeitige Verfügbarkeit von Finanzmitteln über garantierte Kreditfazilitäten von Banken (Anhangziffer (28), Seite 67). Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit positivem und negativem Zeitwert des DB-Konzerns ersichtlich: Fälligkeitsanalyse finanzieller Verbindlichkeiten
Fälligkeitsanalyse finanzieller Verbindlichkeiten
Einbezogen wurden alle Instrumente, die per 31. Dezember 2022 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vereinbart wurden. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskassakurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden auf Basis der am 31. Dezember 2022 (im Vorjahr: am 31. Dezember 2021) gültigen Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind dem frühestmöglichen Zeitsegment zugeordnet. Den finanziellen Verbindlichkeiten standen per 31. Dezember 2022 flüssige Mittel von 5.138 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 4.591 Mio. €) gegenüber, die sich aus Kontoguthaben und kurzfristigen Festgeldanlagen zusammensetzten. Zusätzliche Angaben zu den FinanzinstrumentenDie finanziellen Vermögenswerte und Schulden werden, sofern im Anwendungsbereich des IFRS 9, gem. IFRS 9 kategorisiert und bewertet. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die sich nicht im Anwendungsbereich des IFRS 9 befinden, werden gem. den einschlägigen Standards bewertet und keiner Bewertungskategorie nach IFRS 9 zugeordnet. Nachfolgend werden die Buchwerte sowie das Nettoergebnis je Bewertungskategorie des IFRS 9 angegeben. Die Angabe der beizulegenden Zeitwerte sowie Angaben zu einzelnen Klassen von Finanzinstrumenten erfolgen innerhalb der Erläuterungen zu den jeweiligen Bilanzposten. Finanzielle Vermögenswerte, die einer Bewertungskategorie nach IFRS 9 zugeordnet sind, betreffen im DB-Konzern hauptsächlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie flüssige Mittel. Finanzielle Verbindlichkeiten, die einer Bewertungskategorie nach IFRS 9 zugeordnet sind, betreffen im DB-Konzern im Wesentlichen Senioranleihen, EUROFIMA-Darlehen, Bankschulden, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte und VerbindlichkeitenNachfolgend werden die Bewertungskategorien des IFRS 9 angegeben:
1) Diese Vorjahreszahlen wurden entsprechend der
Darstellung im Berichtsjahr angepasst.
Das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien enthält insbesondere Zinserträge von 79 Mio. € (im Vorjahr: 47 Mio. € 1) ) sowie Zinsaufwendungen von 429 Mio. € (im Vorjahr: 461 Mio. € 1) ) aus den nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten. Sollten beobachtbare Markwerte nicht vorliegen, erfolgte eine nicht marktbasierte Bewertung (Level 3-Bewertung) z.B. auf Basis von ähnlichen Transaktionen zu marktüblichen Konditionen in hinreichend zeitlicher Nähe. Hierunter fällt im DB-Konzern die Bewertung der Beteiligung an der Volocopter GmbH, Bruchsal, deren Anteilspreis auf Basis der letzten Finanzierungsrunden unangepasst für die Bewertung zum 31. Dezember 2022 heranzuziehen war. Würden sich diese Anteilspreise um +/- 10 % verändern, hätte dies eine Änderung des Fair Value von 9 Mio. € zur Folge. Für nicht wesentliche sonstige Beteiligungen wurden hier vereinfachend die fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Außerdem fallen auch solche Forderungen unter die Level 3-Bewertung, die bestimmte für einen Verkauf relevante Kriterien erfüllen und daher mit Hilfe von ländergewichteten Kreditrisikoaufschlägen (Credit Spreads) zum Fair Value bewertet werden. Sollten sich das Kreditrisiko erhöhen bzw. vermindern, würden sich hier proportionale Bewertungseffekte beim Fair Value dieser Forderungen ergeben. Umgruppierungen zwischen den Bewertungsleveln haben im Berichtsjahr nicht stattgefunden. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden vertraglich zugesagte bzw. höchstwahrscheinlich eintretende Zahlungsströme mit dem passenden Marktzinssatz diskontiert, wobei das Kreditrisiko mittels Credit Spreads berücksichtigt wird. Dabei werden für besicherte Exposures keine Kreditrisikoabschläge vorgenommen. Das aus dem Derivateportfolio entstehende Kreditrisiko wird auf Nettobasis behandelt. Zur Minimierung des Kreditrisikos der langfristigen Zins- und Zins-/Währungsgeschäfte sowie der Energiederivate wurden Besicherungsanhänge abgeschlossen, die unverändert einem täglichen Sicherheitenausgleich bei einem Schwellenwert von 0 € unterliegen. Sonstige Angaben(34) Eventualforderungen, Eventualschulden und BürgschaftsverpflichtungenEventualforderungen (per 31. Dezember 2022: 16 Mio. €, per 31. Dezember 2021: 26 Mio. €) umfassten überwiegend einen Rückforderungsanspruch i.Z.m. geleisteten Baukostenzuschüssen, der jedoch der Höhe und dem Zeitpunkt der Fälligkeit nach zum Bilanzstichtag nicht hinreichend sicher bestimmt war. Mögliche weitere Entschädigungsleistungen der öffentlichen Hand i.Z.m. der Corona-Pandemie sind in den Eventualforderungen nicht berücksichtigt, da sie aufgrund fehlender Rechtsgrundlage weder im Zeitpunkt ihres Eintritts noch im Umfang einschätzbar sind. Per 31. Dezember 2022 waren grundsätzlich für sämtliche Aktivverfahren aufgrund der hohen Unsicherheiten bezogen auf Erstattungsansprüche, -zeitpunkte und -wahrscheinlichkeiten unverändert keine Eventualforderungen erfasst. Die Eventualschulden setzten sich wie folgt zusammen:
In den sonstigen Eventualschulden sind u.a. Risiken aus Rechtsstreitigkeiten berücksichtigt, die aufgrund der erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit von weniger als 50 % nicht als Rückstellungen bilanziert wurden. Dabei handelt es sich um eine Vielzahl von unwesentlichen Einzelfällen. Darüber hinaus bestanden per 31. Dezember 2022 Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften von 16 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 18 Mio. €). Weiterhin dienten Sachanlagen mit Buchwerten von 3 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 5 Mio. €) der Besicherung von Krediten. Der Ausweis betraf Fahrzeuge, die bei den operativen Gesellschaften des Segments DB Arriva im Einsatz sind. Der DB-Konzern bürgt im Wesentlichen für Beteiligungsgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften und haftet kraft Gesetzes gesamtschuldnerisch für alle Arbeitsgemeinschaften, an denen er beteiligt ist. Mögliche nicht bilanzierte Schadenersatzverpflichtungen sind in den Eventualschulden nicht berücksichtigt, da sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht quantifiziert werden können. (35) Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie Investitionsausgaben, für die zum Bilanzstichtag vertragliche Verpflichtungen bestanden, für die aber noch keine Gegenleistung erbracht wurde, setzten sich wie folgt zusammen:
Der Rückgang des Bestellobligos im Sachanlagevermögen war insbesondere bedingt durch die im Berichtsjahr erfolgte Aktivierung eigenständiger Schuldanerkenntnisse bei einzelnen Lieferbeziehungen (»Verpflichtungen aus Lieferbeziehungen«, Seite 15). Das Bestellobligo für den Erwerb von Sachanlagevermögen enthält auch zukünftige Verpflichtungen für Fahrzeuge i.Z.m. nach IFRIC 12 zu bilanzierenden Verkehrsverträgen. Das Obligo für die Anmietung von Sachanlagevermögen betrifft Leasingverträge, die zum Bilanzstichtag abgeschlossen waren, deren Laufzeit aber noch nicht begonnen hat bzw. hatte. Mögliche Leasingzahlungen für unwahrscheinliche Vertragsverlängerungen bzw. für Zeiträume, in denen der Leasinggegenstand durch eine wahrscheinliche Kündigung nicht genutzt wird, wurden nicht in die Bemessung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen. Der Erwerb finanzieller Vermögenswerte betraf mit 477 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 455 Mio. €) nicht eingeforderte ausstehende Einlagen bei der EUROFIMA. Der Anstieg ergab sich aus Währungskurseffekten. (36) Strukturierte UnternehmenDie DB AG hält 100 % der Anteile an der DB Barnsdale AG und der DB Competition Claims GmbH. Diese strukturierten Unternehmen dienen zur Durchsetzung von Schadenersatzforderungen aus Kartellen und werden als Tochtergesellschaften in den Konzern-Abschluss einbezogen. Es bestehen Ergebnisabführungsverträge mit der DB AG. (37) Infrastruktur- und VerkehrsverträgeDie folgenden Erläuterungen und Angaben beziehen sich auf die Erfordernisse des SIC-29 (Angabe-Vereinbarungen von Verkehrskonzessionen). InfrastrukturverträgeEisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) des DB-Konzerns sind insbesondere die DB Netz AG, die DB Station&Service AG und die DB Energie GmbH. Auf der Grundlage des § 6 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) bedürfen die EIU, die Schienenwege, Steuerungs- und Sicherungssysteme oder Bahnsteige betreiben, hierfür einer Unternehmensgenehmigung. Dies betrifft insbesondere die DB Netz AG und die DB Station&Service AG, deren Genehmigungen bis zum Ablauf des 31. Dezember 2048 befristet sind. Dem Recht der EIU, die Eisenbahninfrastruktur zu betreiben, stehen verschiedene Verpflichtungen gegenüber. Insbesondere haben sie die Verpflichtung, ihren Betrieb sicher zu führen sowie die Eisenbahninfrastruktur sicher zu bauen und in einem betriebssicheren Zustand zu halten, § 4 Abs. 3 AEG. Die EIU des DB-Konzerns unterliegen in Bezug auf die Einhaltung dieser Vorschrift der Aufsicht durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA). Darüber hinaus unterliegen die EIU bei Neu- und Ausbauvorhaben gesetzlichen Auflagen, z.B. zum Schallschutz. Bei bestehenden Strecken nimmt der DB-Konzern freiwillig am Lärmsanierungsprogramm des Bundes teil. Die EIU gewähren den diskriminierungsfreien Zugang zur Eisenbahninfrastruktur gem. §§ 10 ff. Eisenbahnregulierungsgesetz (EReG) und erheben hierfür von den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) Entgelte. Die Entgelte der DB Netz AG und der DB Station&Service AG müssen den Vorgaben des EReG entsprechen. Die Entgelte für die Nutzung der Bahnstromfernleitungen der DB Energie GmbH unterliegen den Regulierungsvorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Die DB Netz AG, die DB Station&Service AG sowie die DB Energie GmbH haben im Berichtsjahr insgesamt Umsatzerlöse von 11.618 Mio. € (im Vorjahr: 10.268 Mio. €) erzielt, davon 4.978 Mio. € (im Vorjahr: 4.052 Mio. €) gegenüber konzernexternen Kunden. Die Vermögenswerte der Eisenbahninfrastruktur stehen grundsätzlich im rechtlichen und wirtschaftlichen Eigentum der Gesellschaften. VerkehrsverträgeDie DB Regio AG und ihre Tochtergesellschaften erbringen Verkehrsleistungen aufgrund von Bestellungen der sog. Aufgabenträger. Hierzu werden mit dem jeweiligen Besteller der Verkehrsleistung, dem von den Ländern hierfür beauftragten Aufgabenträger (z.B. Zweckverband, Nahverkehrsgesellschaft), sog. Verkehrsverträge über Schienenpersonennahverkehrsleistungen abgeschlossen, in denen Umfang und Qualität der Verkehrsleistung, deren Weiterentwicklung sowie deren Vergütung (Bestellerentgelt) geregelt sind. Die hierfür erforderlichen Finanzmittel werden den Bundesländern vom Bund nach den Bestimmungen des Regionalisierungsgesetzes (RegG) zur Verfügung gestellt. Der Gesamtbetrag der von der DB Regio AG und den Tochtergesellschaften des Segments DB Regio vereinnahmten Bestellerentgelte für den Schienenverkehr belief sich im Berichtsjahr auf 6.508 Mio. € (im Vorjahr: 5.824 Mio. €; Anhangziffer (1), Seite 23). Dieser Betrag enthielt im Berichtsjahr 1.489 Mio. € (im Vorjahr: 1.392 Mio. €) Fahrgelderlöse, die auf die Ansprüche auf Bestellerentgelte im Rahmen von Bruttoverträgen anzurechnen sind. Darüber hinaus existieren im Segment DB Arriva ähnlich gelagerte Verkehrsverträge mit ausländischen Bestellerorganisationen mit einem Volumen von 1.359 Mio. € im Berichtsjahr (im Vorjahr: 1.386 Mio. €; Anhangziffer (1), Seite 23). Rund 68 % der insgesamt gesicherten Verkehrsverträge verfügen über eine Laufzeit bis mindestens 2026, rund 43 % bis mindestens 2031 und rund 28 % bis mindestens 2034. Eine Kündigung des jeweiligen Verkehrsvertrags durch den Besteller während der Laufzeit ist nur aus wichtigem Grund möglich. Die erforderlichen Vermögenswerte zur Erbringung der Dienstleistungen, insbesondere Fahrzeuge, stehen in vielen Fällen im rechtlichen und wirtschaftlichen Eigentum der Gesellschaften. Einige Verkehrsverträge sehen dabei Verpflichtungen zur Übergabe der eingesetzten Vermögenswerte bei Ablauf der Vertragslaufzeit vor. Daneben verzeichnet der DB-Konzern einen steigenden Anteil von Verkehrsverträgen, bei denen die Fahrzeuge entweder von der Bestellerorganisation angemietet werden oder bei denen die Anmietung durch Kapitaldienstgarantien durch den Besteller unterstützt wird. (38) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenAls dem DB-Konzern nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 (Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen) gelten:
Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden zu Bedingungen wie unter fremden Dritten abgeschlossen. Beträge für nahestehende Unternehmen und Personen werden in den »Erläuterungen zur Bilanz« bei den betreffenden Positionen jeweils als »davon«-Angabe in Summe ausgewiesen. Einzelangaben finden sich unter den Anhangziffern (19) Seite 53, (28) Seite 67 und (29) Seite 73. Hinweise und Erläuterungen zu Transaktionen zwischen dem DB-Konzern und dem Bund sind unter den Anhangziffern (3) Seite 27, (5) Seite 29, (9) Seite 38, (13) Seite 42, (31) Seite 76, (35) Seite 104 und (37) Seite 104 ausgewiesen. Wesentliche bzw. gesondert berichtspflichtige wirtschaftliche Beziehungen zwischen dem DB-Konzern und nahestehenden Unternehmen und Personen werden nachfolgend erläutert: Beziehungen zum Bund
1) Einschließlich 144 Mio. € (im
Vorjahr: 52 Mio. €) über den Bund ausgezahlte
EU-Fördermittel.
Der Kauf von Waren und Dienstleistungen betrifft im Wesentlichen die an den Bund gezahlten Entgelte im Rahmen der Als-ob-Abrechnung für die zugewiesenen Beamt:innen sowie Kostenerstattungen für die Personalgestellung im Dienstleistungsüberlassungsbereich. Seit 2009 wird die Bestandsnetzfinanzierung zwischen der DB AG, den EIU und dem Bund über die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarungen (LuFV) geregelt. Der Einsatz der Bundesmittel im Rahmen der LuFV wird seitdem qualitätsorientiert gesteuert. Mit der LuFV wurde die Planbarkeit, Effizienz und Transparenz des Mitteleinsatzes zur Erhaltung der Infrastruktur verbessert. Zum 1. Januar 2020 ist die dritte Vereinbarung dieser Art, die LuFV III, in Kraft getreten. Die Vereinbarung hat ein Volumen von 86,2 Mrd. € und erstmals eine Laufzeit von zehn Jahren - doppelt so lange wie die Vorgängervereinbarung LuFV II. Der Infrastrukturbeitrag des Bundes erhöhte sich auf durchschnittlich 5,143 Mrd. € pro Kalenderjahr (LuFV II: durchschnittlich 3,316 Mrd. € pro Kalenderjahr). Weiterhin wurde eine Erhöhung der von den EIU zu erbringenden Instandhaltungsaufwendungen auf durchschnittlich 2,278 Mrd. € pro Kalenderjahr vereinbart. Der Eigenbeitrag der EIU erhöhte sich auf durchschnittlich 137,5 Mio. € pro Kalenderjahr. Weiterhin wurde beim Brückenprogramm vereinbart, im Zeitraum 2020 bis 2029 insgesamt 2.000 Brücken umfassend zu modernisieren. Des Weiteren wurden Bedarfe, die über den technischen Bedarf hinausgehen, dotiert, z.B. zur Verbesserung der Barrierefreiheit und zum Wetterschutz sowie durch zusätzliche Mittel für kundenfreundliches Bauen. Daneben sieht die LuFV III für die Jahre 2020 bis 2029 zweckgebundene Investitionen in Signalanlagen von insgesamt 7 Mrd. € vor. Erstmals wurde in der LuFV III auch der Abbau des Nachholbedarfs vertraglich geregelt. Auch wenn die deutlich erhöhte Mittelausstattung der LuFV III noch keinen vollständigen Abbau des Nachholbedarfs zulässt, steht mit insgesamt 4,506 Mrd. € eine definierte Summe zur Verfügung, die zu mindestens zwei Dritteln in den Rückstauabbau besonders kritischer Gewerke (Gleise, Weichen, Eisenbahnbrücken, Tunnel, Durchlässe, Signalanlagen und Personenunterführungen) fließen muss. Eine neue, nicht pönalisierte Kennzahl zum Substanzwert soll als Indikator für die Entwicklung des Nachholbedarfs dienen. Im Hinblick auf die zehnjährige Laufzeit findet in der LuFV III zudem eine »Nachverhandlungsklausel« Anwendung, die im Falle von wesentlichen Änderungen, z.B. erheblichen Preissteigerungen für Bauleistungen in der Eisenbahninfrastruktur, Gespräche zur Anpassung der LuFV III auslösen kann. Ende Juli 2022 hat die DB AG dem Bund angesichts der eingetretenen Entwicklungen entsprechenden Gesprächsbedarf angezeigt. In diesem Rahmen will die DB AG die aktuelle Preisentwicklung im Detail darlegen und die Möglichkeiten einer Anpassung der vertraglichen Rechte und Pflichten erörtern. Während der Laufzeit der LuFV III untersuchen die Vertragsparteien, ob ab 1. Januar 2025 für die LuFV III bzw. ab 1. Januar 2030 für die nachfolgende LuFV IV andere oder ergänzende Qualitätsparameter herangezogen werden können, um eine Verbesserung der Aussagekraft über den Zustand der Schienenwege zu erreichen. Darüber hinaus wurde bei der DB Netz AG und der DB Station&Service AG auf wissenschaftlicher Grundlage der Ursache-Wirkungs-Zusammenhang (UWZ) zwischen verfügbaren Mitteln und damit erzielbarer Qualität zum 31. Dezember 2022 hergestellt. Die anschließende Umsetzung wird im Laufe des Jahres 2023 mit dem Bund einvernehmlich abgestimmt. Sollten sich die Vertragsparteien bis spätestens 30. Juni 2024 nicht auf die Anwendung anderer oder ergänzender Qualitätsparameter einigen oder sollte es auf Grundlage des einvernehmlich vereinbarten Modells keinen belastbaren UWZ geben, ist der Bund berechtigt, die LuFV III zum Ende des Kalenderjahres 2024 zu kündigen. Die EIU und der Bund haben am 25. Juli 2017 die Bedarfsplanumsetzungsvereinbarung (BUV) unterzeichnet. Diese ist zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten und regelt die Finanzierung von Bedarfsplanvorhaben. Wesentliche Elemente sind u.a. eine Neuregelung der Planungskosten, ein Festschreiben der Eigenmittelbeteiligung der EIU an den Vorhaben sowie die Vereinbarung eines verbindlichen und pönalisierten Inbetriebnahmetermins. Der Bund übernimmt alle Kosten der Projekte, also auch die gesamten Planungskosten. Die bisherige Regelung in Form einer Planungskostenpauschale von 18 % der Baukosten wurde aufgehoben. Die EIU beteiligen sich an allen Kosten des Vorhabens gem. ihrem eigenen betriebswirtschaftlichen Nutzen, also auch an den gesamten Baukosten. Dies setzt einen starken Anreiz Baukostensteigerungen zu vermeiden. Die EIU sagen dem Bund Meilensteine und verbindliche Inbetriebnahmetermine für die Vorhaben zu. Die bei Nichteinhaltung vorgesehenen Pönalen setzen einen Anreiz zur Termintreue. Am 25. August 2020 haben Bund und EIU eine neue »Rahmenvereinbarung über die Finanzierung und Durchführung von Investitionen in die Schienenwege der Eisenbahnen des Bundes« abgeschlossen. Sie regelt die Finanzierung und Umsetzung von Investitionsvorhaben des Bundes in den Ausbau des Schienennetzes, soweit sie nicht in den Geltungsbereich der LuFV, BUV oder der Vorgängervereinbarung (Rahmenvereinbarung 1999) fallen. Die Rahmenvereinbarung findet mit Ausnahme des sog. Starterpakets keine Anwendung auf Finanzierungsvereinbarungen, die die Digitale Schiene Deutschland betreffen. Mit der Rahmenvereinbarung verpflichten sich die EIU bei von der Vereinbarung erfassten Maßnahmen zur Mitfinanzierung der zuwendungsfähigen Kosten. Die Höhe der Mitfinanzierung bemisst sich nach der Wirtschaftlichkeit der Maßnahme für die Infrastrukturgesellschaften. Hierfür wurden vier verschiedene Kategorien mit einem Beitrag von 0 bis 15 Prozent vereinbart. Weitere Investitionszuschüsse werden nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) für Maßnahmen des Verkehrsprogramms, nach dem Lärmsanierungsprogramm des Bundes an bestehenden Schienenwegen der Eisenbahnen und im Rahmen des European Rail Traffic Management System (ERTMS) für die Ausrüstung deutscher Anteile am transeuropäischen Schienennetz gewährt. Für Infrastrukturvorhaben im Rahmen prioritärer Maßnahmen zum Ausbau des transeuropäischen Netzes (Connecting-Europe-Fazilität; CEF-Mittel) erhielt die DB Netz AG Fördermittel der Europäischen Union (EU). Die erfolgswirksam vereinnahmten Zuschüsse betreffen u.a. Leistungen des Bundes für die Abgeltung überhöhter Belastungen des DB-Konzerns aus dem Betrieb und der Erhaltung höhengleicher Kreuzungen mit Straßen aller Baulastträger. Der Verkauf von Waren und Dienstleistungen betrifft u.a. erbrachte Beförderungsleistungen für Schwerbehinderte, Soldaten der Bundeswehr sowie Bundeswehrverkehre. Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr Zinslose Darlehen nach dem BSWAG i.H.v. 157 Mio. € im Rahmen der vereinbarten jährlichen Regeltilgung an den Bund zurückgezahlt. Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Bund bestanden außer in den gewährten Darlehen, die hier mit ihren Barwerten dargestellt sind, aus sonstigen Verbindlichkeiten i.H.v. 182 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 143 Mio. €). Die vom Bund erhaltenen Bürgschaften betrafen im Wesentlichen die von der EUROFIMA erhaltenen Darlehen sowie die ausstehenden Einlagen bzw. Verbindlichkeiten aus der Kollektivhaftung der DB AG bei der EUROFIMA. In dem Bestand der erhaltenen Bürgschaften war eine Höchstbetragszusage des Bundes von 1.153 Mio. € für Darlehen der EUROFIMA enthalten. Per 31. Dezember 2022 bestanden unverändert keine Darlehen der EUROFIMA. Im Berichtsjahr wurden neben der Anpassungsvereinbarung (APV) 2020 einundzwanzig neue Finanzierungsverträge abgeschlossen. Der Bund finanziert die neuen Verträge mit einem Anteil von insgesamt rund 5.562 Mio. €. Die Finanzierungsvereinbarungen haben unterschiedliche Laufzeiten, die teilweise bis zum Jahr 2034 reichen. Die Finanzierung erfolgt vollständig über nicht rückzahlbare Investitionszuschüsse. Die Grundlage zur gemeinsamen Umsetzung des DBGrG bildet eine Vereinbarung gem. § 21 Abs. 8 DBGrG zu § 21 Abs. 5 Nr. 2 und Abs. 6 DBGrG vom 10. Juni/17. Juni 2015 zwischen dem BEV einerseits und der DB AG andererseits. Das BMDV und das Bundesministerium der Finanzen (BMF) haben am 24. Juni/28. Juli 2015 dieser Vereinbarung ihre Zustimmung erteilt. Die Vereinbarung sieht vor, dass die DB AG im Rahmen einer Einzelfalldokumentation den Nachweis erbringt, dass ein:e Mitarbeitende:r im Bestand der DB JobService GmbH (Beamt:in oder Tarifkraft, die zur Gründung 1994 bestimmte Kriterien erfüllte) von einer Rationalisierungsmaßnahme betroffen war und eine anderweitige Beschäftigung nicht möglich ist. Eine Rückerstattung der Personalkosten zuzüglich eines Aufwendungsersatzes von 10 % der Personalkosten erfolgt erst nach erfolgter Einzelfallprüfung durch das BEV. Am 3. Juni 2021 trat das Gesetz zur Änderung der Vorschriften des DBGrG über die Personalkostenerstattung für zugewiesene Beamt:innen in Kraft. Demnach erstattet der Bund nur noch die Kosten für vor dem 1. Januar 2020 vollzogene Rationalisierungsmaßnahmen. Im Rahmen des Jahresabschlusses 2022 der DB JobService GmbH wurden Erstattungsansprüche der DB AG gegenüber dem Bund aus § 21 Abs. 5 und 6 DBGrG i.H.v. insgesamt 30,7 Mio. € (einschließlich 10 % Aufwendungsersatz) ausgewiesen. Auf Grundlage des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung werden zur Stärkung der Schiene bis 2030 zusätzliche Bundesmittel i.H.v. 11 Mrd. € bereitgestellt. Ende Januar 2020 hatten sich das BMF und das BMDV sowie die DB AG, DB Netz AG, DB Station&Service AG und DB Energie GmbH in einer Absichtserklärung auf den Zufluss und die Verwendung der Mittel verständigt. Die Mittel werden ausschließlich in der Infrastruktur eingesetzt und sollen je zur Hälfte als Eigenkapital und als Zuschüsse an die DB Netz AG und die DB Station&Service AG fließen. Inhaltlich werden die Mittel in den Kategorien robustes Netz, digitale Schiene, attraktive Bahnhöfe und eigenwirtschaftliche Infrastrukturmaßnahmen verwendet. Nach der beihilferechtlichen Abstimmung mit der Europäischen Kommission erfolgte im Vorjahr durch den Bund die Auszahlung der Tranchen für die Jahre 2020 und 2021 i.H.v. insgesamt 2,125 Mrd. € an die DB AG, die die Mittel unmittelbar an die DB Netz AG (1,125 Mrd. €) und die DB Station&Service AG (1 Mrd. €) weitergereicht hat. Die Tranche für 2022 i.H.v. 1,125 Mrd. € wurde unmittelbar und vollständig an die DB Netz AG weitergereicht. Die weiteren Eigenkapitalerhöhungen i.H.v. je 1,125 Mrd. € sind in den Jahren 2023 und 2024 vorgesehen. Die DB AG hat mit dem Bund zudem vereinbart, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den DB-Konzern gemeinsam zu tragen. Der Bund setzte die Maßnahmen zum partiellen Ausgleich von coronabedingten Schäden 2022 fort:
Beziehungen zu BundesunternehmenDie im Berichtsjahr und im Vorjahr mit Bundesunternehmen im Sinne von IAS 24 durchgeführten Transaktionen betrafen überwiegend den operativen Geschäftsbereich und waren insgesamt von untergeordneter Bedeutung für den DB-Konzern. Die entstandenen Forderungen bzw. Verbindlichkeiten waren zum Stichtag nahezu vollständig beglichen. Beziehungen zu verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen, assoziierten Gesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen Im Berichtsjahr hat der DB-Konzern Waren und Dienstleistungen im Wert von 159 Mio. € (im Vorjahr: 130 Mio. €) erworben, die im Wesentlichen den Einkauf von Personenbeförderungs- und Güterverkehrsleistungen betrafen. Mit 102 Mio. € (im Vorjahr: 84 Mio. €) entfiel der überwiegende Anteil auf Transaktionen mit assoziierten Unternehmen. Darüber hinaus wurden unverändert Miet- und Leasingzahlungen i.H.v. 6 Mio. € geleistet. Im Berichtsjahr wurden keine Zinszahlungen (im Vorjahr: 7 Mio. €) geleistet. Die Zinszahlungen im Vorjahr resultierten nahezu ausschließlich aus gewährten Darlehen der EUROFIMA, die im Vorjahr vollständig getilgt wurden (Anhangziffer (28), Seite 67). Aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen erzielte der DB-Konzern im Berichtsjahr Erträge i.H.v. 384 Mio. € (im Vorjahr: 337 Mio. €). Die Erträge wurden überwiegend im Segment DB Cargo erwirtschaftet und betrafen Umsatzerlöse aus erbrachten Transportleistungen. Per 31. Dezember 2022 wurden unverändert Bürgschaften von insgesamt 3 Mio. € gewährt; davon entfielen 3 Mio. € (per 31. Dezember 2021: 3 Mio. €) auf Gemeinschaftsunternehmen. Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen wurden im Vorjahr in einem vergleichbaren Umfang getätigt. Beziehungen zum Vorstand und Aufsichtsrat der DB AGNachfolgend werden die Transaktionen zwischen dem DB-Konzern und den Mitgliedern des Vorstands bzw. des Aufsichtsrats und den Unternehmen dargestellt, an denen Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats mehrheitlich beteiligt sind.
Der Ausweis betrifft die Bezüge der Arbeitnehmendenvertreter:innen im Aufsichtsrat. Vergütung des Vorstands
1) Die langfristige variable Vergütung
betrifft die Rückstellungszuführung und
-auflösung für Long-term-Incentives (LTI).
Über die vorgenannten Rückstellungen hinaus bestanden per 31. Dezember 2022 keine sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber den Vorstandsmitgliedern. Ebenso wurden keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen. Darüber hinaus ergibt sich aufgrund von Planänderungen bei Ruhegeldzusagen im Berichtsjahr ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand i.H.v. 1.329 Tsd. € (im Vorjahr: 1.604 Tsd. €). Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einer fixen Grundvergütung, einer erfolgsabhängigen Jahrestantieme und einem langfristigen Bonusprogramm mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage (Long-term Incentive Plan). Die Gesamtvergütung umfasst daneben auch die Versorgungszusagen, die sonstigen Zusagen sowie die Nebenleistungen. Die fixe Grundvergütung ist eine auf das Geschäftsjahr bezogene Barvergütung, die sich an dem Verantwortungsumfang und der Erfahrung des jeweiligen Vorstandsmitglieds orientiert. Die erfolgsabhängige Jahrestantieme errechnet sich aus dem Erreichen kennzahlenbezogener betriebswirtschaftlicher Ziele (Tantiemefaktor) und der Erfüllung individueller Ziele (Leistungsfaktor). Die wirtschaftlichen und persönlichen Ziele der Vorstandsmitglieder werden jährlich auf Basis einer Empfehlung des Personalausschusses vom Aufsichtsrat beschlossen und mit den Vorstandsmitgliedern schriftlich vereinbart. Im Fokus des Long-Term-Incentive für den Vorstand stehen auch langfristige verkehrs- und klimapolitische Ziele sowie die nachhaltige Bonität und Rentabilität des DB Konzerns. Nach Ende der jeweiligen Planlaufzeit von vier Jahren wird die Zielerreichung des LTI am Ende der Tranche über die durchschnittliche Zielerreichung der einzelnen Jahre gemessen. Die Mitglieder des Vorstands haben nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen einen Anspruch auf Ruhegeldzahlungen. Die Systematik der Versorgungszusagen für die Vorstandsmitglieder wurde 2017 modifiziert. 2017 neu bestellte und auch künftige Vorstandsmitglieder erhalten eine beitragsorientierte Versorgungszusage, bei dem für das Vorstandsmitglied während dessen Dienstzeit ein Kapitalstock angespart und bei Erreichen der Altersgrenze ausgezahlt wird. Die Zusage wird in Form eines Kapitalkontenplans mit einem jährlichen Beitrag gewährt, der sich als fester Prozentsatz aus der Grundvergütung ableitet. Die betrieblichen Versorgungszusagen für die bereits zuvor amtierenden Vorstandsmitglieder belaufen sich auf einen Prozentsatz des Grundgehalts, der sich nach der Dauer der Zugehörigkeit des Vorstandsmitglieds zum Unternehmen richtet. Die Versorgungszusagen sehen lebenslange Alters- und Hinterbliebenenrenten vor. Vergütung des Aufsichtsrats
Bezüge für frühere Mitglieder des Aufsichtsrats und ihre Hinterbliebenen fielen nicht an. Pensionsverpflichtungen für frühere Mitglieder des Aufsichtsrats und ihre Hinterbliebenen bestanden per 31. Dezember 2022 nicht. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ausschließlich kurzfristig fällige Leistungen. Kredite und Vorschüsse wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt. Ebenso wurden keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen. Die Gesamtsumme der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat betrug im Berichtsjahr 14.241 Tsd. € (im Vorjahr: 8.913 Tsd. €). Die Individualisierung sowie weitere Details zu den Bezügen der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind im Corporate Governance Bericht im Konzern-Lagebericht enthalten. (39) Honorare und Dienstleistungen des AbschlussprüfersDie Honorare für den Konzern-Abschlussprüfer betrugen 25,5 Mio. € (im Vorjahr: 22,1 Mio. €); davon entfielen auf Abschlussprüfungsleistungen 12,1 Mio. € (im Vorjahr: 7,9 Mio. €), auf andere Bestätigungsleistungen 7,7 Mio. € (im Vorjahr: 7,9 Mio. €), auf Steuerberatungsleistungen 0,4 Mio. € (im Vorjahr: 0,2 Mio. €) sowie auf sonstige erbrachte Leistungen 5,3 Mio. € (im Vorjahr: 6,1 Mio. €). Von den sonstigen erbrachten Leistungen entfielen 2,6 Mio. € (im Vorjahr: 3,5 Mio. €) auf Leistungen von verbundenen Unternehmen des Konzern-Abschlussprüfers. (40) Ereignisse nach dem BilanzstichtagSenioranleiheemissionenBis zur Aufstellung des Konzern-Abschlusses wurden im Jahr 2023 von der DB Finance folgende Senioranleihen begeben:
(41) Befreiung von Tochterunternehmen von den Offenlegungsvorschriften des HandelsgesetzbuchsDie folgenden Tochterunternehmen beabsichtigen, von den Erleichterungsvorschriften des § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB Gebrauch zu machen und sich von den Offenlegungsvorschriften des §325 bis 329 HGB befreien zu lassen: Autokraft GmbH, Hamburg BRN Busverkehr Rhein-Neckar GmbH, Ludwigshafen am Rhein BVO Busverkehr Ostwestfalen GmbH, Bielefeld BVR Busverkehr Rheinland GmbH, Düsseldorf DB Bahnbau Gruppe GmbH, Berlin DB Barnsdale AG, Berlin DB broadband GmbH, Frankfurt am Main DB Cargo BTT GmbH, Mainz DB Cargo Eurasia GmbH, Berlin DB Cargo Logistics GmbH, Kelsterbach DB Cargo Vermögensverwaltungs-Aktiengesellschaft, Mainz DB Competition Claims GmbH, Berlin DB Dialog GmbH, Berlin DB Engineering & Consulting GmbH, Berlin DB Fahrwegdienste GmbH, Berlin DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH, Frankfurt am Main DB Gastronomie GmbH, Frankfurt am Main DB Intermodal Services GmbH, Mainz DB JobService GmbH, Berlin DB Kommunikationstechnik GmbH, Eschborn DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH, Stuttgart DB Regio Bus Bayern GmbH, Ingolstadt DB Regio Bus Mitte GmbH, Mainz DB Regio Bus Nord GmbH, Hamburg DB Regio Bus Ost GmbH, Potsdam DB Regionalverkehr Bayern GmbH, Ingolstadt DB RegioNetz Infrastruktur GmbH, Frankfurt am Main DB RegioNetz Verkehrs GmbH, Frankfurt am Main DB Services GmbH, Berlin DB SEV GmbH, Berlin DB Sicherheit GmbH, Berlin DB Systel GmbH, Frankfurt am Main DB Systemtechnik GmbH, Minden DB Vertrieb GmbH, Frankfurt am Main DB Zeitarbeit GmbH, Berlin Deutsche Bahn Connect GmbH, Frankfurt am Main Deutsche Bahn Digital Ventures GmbH, Berlin Deutsche Bahn International Operations GmbH, Berlin Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene - Straße (DUSS) mbH, Bodenheim DSD Digitale Schiene Deutschland GmbH, Berlin DVA Deutsche Verkehrs-Assekuranz-Vermittlungs-GmbH, Bad Homburg v.d.Höhe ESE Engineering und Software-Entwicklung GmbH, Braunschweig Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH, Schwäbisch Hall Haller Busbetrieb GmbH, Walsrode infraView GmbH, Mainz ioki GmbH, Frankfurt am Main Mitteldeutsche Eisenbahn GmbH, Schkopau NVO Nahverkehr Ostwestfalen GmbH, Münster Omnibusverkehr Franken GmbH (OVF), Nürnberg ORN Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH, Mainz Railway Approvals Germany GmbH, Minden RBH Logistics GmbH, Gladbeck RBO Regionalbus Ostbayern GmbH, Regensburg Regional Bus Stuttgart GmbH RBS, Stuttgart Regionalbus Braunschweig GmbH -RBB-, Hamburg Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH (RAB), Ulm Regionalverkehr Allgäu GmbH (RVA), Oberstdorf Regionalverkehr Oberbayern Gesellschaft mit beschränkter Haftung, München Regionalverkehre Start Deutschland GmbH, Frankfurt am Main RVS Regionalbusverkehr Südwest GmbH, Karlsruhe S-Bahn Berlin GmbH, Berlin S-Bahn Hamburg GmbH, Hamburg S-Bahn Hamburg Service GmbH, Hamburg SBG SüdbadenBus GmbH, Freiburg im Breisgau Schenker Aktiengesellschaft, Essen Schenker Dedicated Services Germany GmbH, Essen Schenker Deutschland AG, Frankfurt am Main Schenker Europe GmbH, Frankfurt am Main Schenker Flight Services GmbH, Frankfurt am Main Schenker Global Management & Services GmbH, Essen Schenker GmbH für Beteiligungen, Essen Schenker Technik GmbH, Essen SIGNON Deutschland GmbH, Berlin TFG Transfracht GmbH, Mainz TRANSA Spedition GmbH, Offenbach am Main UBB Usedomer Bäderbahn GmbH, Heringsdorf Verkehrsgesellschaft mbH Untermain - VU -, Aschaffenburg WB Westfalen Bus GmbH, Münster Weser-Ems Busverkehr GmbH (WEB), Hamburg (42) AnteilsbesitzlisteDie Anteilsbesitzliste ist im Folgenden dargestellt. Aufstellung des Anteilsbesitzes DB AG (gem. § 313 Absatz 2 HGB)
1 Angaben entsprechen Bilanzierung nach IFRS.
(43) Vorstand, Aufsichtsrat und AufsichtsratsausschüsseAngaben zu den Namen und den Mitgliedschaften in (a) anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und (b) vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der DB AG sind nachfolgend dargestellt. VorstandDr. Richard LutzVorsitzender des Vorstands, Berlin a) DB Cargo AG (Vorsitz) DB Fernverkehr AG (seit 1. August 2022; Vorsitz) DB Regio (seit 1. August 2022; Vorsitz) DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungsverein a. G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a. G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn b) Arriva plc, Sunderland/Vereinigtes Königreich (bis 31. Juli 2022; Member of the Board of Directors) DB Stiftung gGmbH (Beirat, Vorsitz) Dr. Daniela Gerd tom MarkottenRessort Digitalisierung & Technik, Dallgow-Döberitz a) Schenker AG DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH (seit 14. Januar 2022; Vorsitz) DB Systel GmbH (seit 25. Januar 2022; Vorsitz) DB Systemtechnik GmbH (seit 1. Februar 2022; Vorsitz) DEVK Rückversicherungs- und Beteiligungs-AG (seit 6. Juli 2022) b) DB broadband GmbH (Vorsitz) Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. / Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) (seit 1. Januar 2023; Mitglied des Senats) IUHHOO GmbH Dr. Levin HolleRessort Finanzen & Logistik, Berlin a) Schenker AG (Vorsitz) DEVK Allgemeine Versicherungs-AG b) Arriva plc, Sunderland/Vereinigtes Königreich (Chairman of the Board of Directors) BwConsulting GmbH (Beirat) Berthold HuberRessort Infrastruktur (seit 1. Juli 2022), Weilheim a) DB Netz AG (seit 1. August 2022; Vorsitz) DB Fernverkehr AG (bis 31. Juli 2022; Vorsitz) DB Regio AG (bis 31. Juli 2022; Vorsitz) DB Vertrieb GmbH (bis 31. Juli 2022; Vorsitz) DEVK Allgemeine Lebensversicherungs AG Dr. Sigrid NikuttaRessort Güterverkehr, Berlin a) DB Cargo Polska S.A. (Vorsitz) Knorr-Bremse AG (seit 24. Mai 2022) b) DEVK Allgemeine Versicherungs-AG (Beirat) Deutsche Bank Ost (Beirat) Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) (stellvertretender Vorsitz des Senats) Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) (Präsidium) Kombiverkehr Deutsche Gesellschaft für kombinierten Güterverkehr mbH & Co. KG (Verwaltungsrat) Evelyn Palla (seit 1. Juli 2022)Ressort Regionalverkehr, Wien a) S-Bahn Berlin GmbH (seit 22. September 2022; Vorsitz seit 5. Oktober 2022) b) Arriva plc, Sunderland/Vereinigtes Königreich (Member of the Board of Directors) Dr. Michael Peterson (seit 1. Juli 2022)Ressort Personenfernverkehr, Heidelberg a) DB Systel GmbH DB Vertrieb GmbH (seit 9. August 2022; Vorsitz) b) DB Bahn Italia S.r.l. (Chairman of the Board of Directors) Ronald Pofalla (bis 30. April 2022)Ressort Infrastruktur, Essen a) DB Netz AG (Vorsitz) DEVK Rückversicherungs- und Beteiligungs-AG b) Verband der Sparda-Banken e.V. (Beirat) Initiativkreis Ruhr GmbH (Beirat) Martin SeilerRessort Personal & Recht, Berlin a) Schenker AG DB Cargo AG DB Gastronomie GmbH (Vorsitz) DB JobService GmbH (Vorsitz) DB Zeitarbeit GmbH (Vorsitz) DB Station&Service AG (Vorsitz) DB Energie GmbH (Vorsitz) DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungsverein a.G Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn b) DB Stiftung gGmbH (Beirat) AufsichtsratWerner GatzerVorsitzender des Aufsichtsrats (seit 28. September 2022) Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Teltow a) PD - Berater der öffentlichen Hand GmbH (bis 14. November2022; Vorsitz) Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (bis 4. Oktober 2022) b) Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) (Vorsitzender des Verwaltungsrats) Fritz Thyssen Stiftung (Kuratoriumsmitglied) DB Stiftung gGmbH (Beirat) (seit 22. Dezember 2022) Martin Burkert *Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 15. Dezember 2022) Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Nürnberg a) DB Cargo AG (bis 30. November 2022; stellvertretender Vorsitz) S-Bahn Berlin GmbH (stellvertretender Vorsitz) DB JobService GmbH (bis 30. November 2022; stellvertretender Vorsitz) DB Regio AG (seit 1. Dezember 2022; stellvertretender Vorsitz) DEVK Vermögensvorsorge- und Beteiligungs-AG (Vorsitz) DEVK Pensionsfonds-AG DEVK Allgemeine Lebensversicherungs-AG Adler Versicherung AG b) Signal Iduna Gruppe (Beirat) Jürgen Beuttler * (bis 31. Juli 2022)Leiter Einkauf, Immobilien, Compliance der DB Fernverkehr AG, Wiesbaden Ralf Damde * (seit 8. Dezember 2022)Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der DB Regio AG, Ensdorf/Saar Enak Ferlemann (bis 15. Juni 2022)Mitglied des Deutschen Bundestages, Cuxhaven a) Siedlungsgesellschaft Cuxhaven AG Cuxhavener Hafen Entwicklungsgesellschaft GmbH Steffen Gelbhaar (seit 16. Juni 2022)Mitglied des Deutschen Bundestages, Berlin Anja Hajduk (seit 16. Juni 2022)Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Berlin a) Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) (seit 18. Mai 2022) Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH (seit 24. Februar 2022) Susanne Henckel (seit 16. Juni 2022)Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Berlin a) Flughafen Berlin Brandenburg GmbH b) Agora Transport Transformation gGmbH (Beirat) Dr. Ingrid Hengster (bis 19. August 2022)Country CEO Germany Global Chairman Investment Banking Barclays, Frankfurt am Main Jörg Hensel *Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der DB Cargo AG, Vorsitzender des Geschäftsfeldsbetriebsrats der DB Cargo, Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats der DB AG, Hamm a) DB Cargo AG DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungsverein a.G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn b) DEVK Pensionsfonds-AG (Beirat) Klaus-Dieter Hommel * (bis 30. September 2022)Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Großefehn-Felde a) DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungsverein a.G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn DEVK Pensionsfonds-AG DEVK Rechtsschutz-Versicherungs-AG DB Fernverkehr AG DB Regio AG DB Vertrieb GmbH Cosima Ingenschay *Bundesgeschäftsführerin der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Berlin a) DB Station&Service AG (stellvertretender Vorsitz) DEVK Allgemeine Versicherungs-AG (Vorsitz) DEVK Vermögensvorsorge- und Beteiligungs-AG (stellvertretender Vorsitz) DEVK Rechtsschutz-Versicherungs-AG DGB Rechtsschutz GmbH b) DEVK Allgemeine Versicherungs-AG (Beiratsvorsitzende) Alexander Kaczmarek * (seit 13. September 2022)Konzernbevollmächtigter für die Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin a) S-Bahn Berlin GmbH b) Usedomer Bäderbahn GmbH (Beirat, stellvertretender Vorsitz) DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungsverein a.G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn (Beirat) Prof. Dr. Susanne KnorreUnternehmensberatung, Hannover a) Salzgitter AG Norddeutsche Landesbank Rain Carbon Germany GmbH Jürgen Knörzer * (bis 31. Oktober 2022)Referent des Gesamtbetriebsrats der DB Regio AG (seit 1. Juni 2022), Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der DB Regio AG (bis 31. Mai 2022), Schwarzach a) DB Regio AG b) DEVK Allgemeine Versicherungs-AG (Beirat) Kirsten Lühmann (bis 15. Juni 2022)Stellvertretende Bundesvorsitzende Deutscher Beamtenbund und Tarifunion, Hermannsburg a) Nürnberger Beamten-Lebensversicherung AG Nürnberger Beamten Allgemeine Versicherung AG Dorothee Martin (seit 16. Juni 2022)Mitglied des Deutschen Bundestages, Hamburg Daniela Mattheus (seit 1. Oktober 2022)Rechtsanwältin und Managementberaterin, Berlin a) Commerzbank AG Die Autobahn GmbH des Bundes Yunex GmbH (seit 30. Juni 2022) Heike Moll *Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der DB Station&Service AG, München a) DB Station&Service AG b) DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn (Beirat) Michael Odenwald (bis 22. Juli 2022)Vorsitzender des Aufsichtsrats, Staatssekretär a.D., Kleinmachnow a) Fraport AG b) DB Stiftung gGmbH (bis 29. September 2022; Beirat) Michael Puschel (seit 7. Dezember 2022)Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Leiter der Abteilung Bundesstraßen, Nieder-Olm a) Hafenbetriebe Rheinland-Pfalz GmbH Hafenbetriebe Ludwigshafen am Rhein GmbH Trierer Hafengesellschaft mbH b) Landeseigene Anlagen an Wasserstraßen (BLAW) (Verwaltungsrat) ivm GmbH (Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement) Dr. Immo QuernerGeschäftsführender Gesellschafter der KoppaKontor GmbH, Celle a) BÖAG Börsen AG b) Arriva plc, Sunderland/Vereinigtes Königreich (Member of the Board of Directors) Caplanic GmbH (bis 27. Dezember 2022; Vorsitz) Insr Insurance Group ASA, Oslo/Norwegen (bis 20. Mai 2022; Verwaltungsrat) Assenagon Asset Management S.A. (Verwaltungsrat) Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (Vorsitz Anlagenausschuss) Akinn Group SPF Sàrl, Luxemburg (seit 10. November 2022; Member of the Board of Directors) Eckhardt Rehberg (bis 15. Juni 2022)Marlow Bernd Reuther (seit 16. Juni 2022)Mitglied des Deutschen Bundestages, Wesel a) Toll Collect GmbH b) DeltaPort GmbH & Co. KG Mario Reiß * (bis 31. Juli 2022)Vorsitzender des Betriebsrats der DB Cargo AG, NL Süd-Ost, Süptitz a) DB Cargo AG b) DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungsverein a.G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn (Beirat) Sparda-Bank Berlin eG Christian Schmidt (bis 30. April 2022)Bundesminister a.D., Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, Fürth Manfred Scholze * (seit 8. Dezember 2022)Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der DB Fernverkehr AG, Ebersbach-Neugersdorf a) DB Fernverkehr AG Klaus-Peter Schölzke * (seit 13. September 2022)Vorsitzender des Betriebsrats der DB Regio AG, Dresden Jens Schwarz *Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Deutschen Bahn AG, Chemnitz a) DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungsverein a.G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn (stellvertretender Vorsitz) DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn (Beirat) Veit Sobek *Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der DB Netz AG, Halberstadt b) Bundesbahn-Wohnungsbaugesellschaft Kassel GmbH DB broadband GmbH (bis 31. Juli 2022) DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungsverein a.G. Betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn (Beirat)
* Aufsichtsratsmitglied der Arbeitnehmenden.
Elisabeth Winkelmeier-Becker (bis 15. Juni 2022)Mitglied des Deutschen Bundestages, Siegburg a) Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) AufsichtsratsausschüsseMitglieder des PräsidialausschussesMichael Odenwald (Vorsitz) (bis 22. Juli 2022) Werner Gatzer (Vorsitz) (seit 28. September 2022) Klaus-Dieter Hommel (bis 30. September 2022) Martin Burkert (seit 15. Dezember 2022) Enak Ferlemann (bis 15. Juni 2022) Susanne Henckel (seit 23. Juni 2022) Jens Schwarz Mitglieder des Prüfungs- und Compliance-AusschussesDr. Immo Querner (Vorsitz) Enak Ferlemann (bis 15. Juni 2022) Susanne Henckel (seit 23. Juni 2022) Jörg Hensel Cosima Ingenschay Mitglieder des PersonalausschussesMichael Odenwald (Vorsitz) (bis 22. Juli 2022) Werner Gatzer (Vorsitz) (seit 28. September 2022) Klaus-Dieter Hommel (bis 30. September 2022) Martin Burkert (seit 15. Dezember 2022) Enak Ferlemann (bis 15. Juni 2022) Susanne Henckel (seit 23. Juni 2022) Jens Schwarz Mitglieder des VermittlungsausschussesMichael Odenwald (Vorsitz) (bis 22. Juli 2022) Werner Gatzer (Vorsitz) (seit 28. September 2022) Klaus-Dieter Hommel (bis 30. September 2022) Martin Burkert (seit 15. Dezember 2022) Enak Ferlemann (bis 15. Juni 2022) Susanne Henckel (seit 23. Juni 2022) Jens Schwarz
Berlin, den 07. März 2023 Deutsche Bahn Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Richard Lutz Dr. Levin Holle Berthold Huber Dr. Daniela Gerd tom Markotten Dr. Sigrid Nikutta Evelyn Palla Martin Seiler Dr. Michael Peterson BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Deutsche Bahn Aktiengesellschaft, Berlin PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Deutsche Bahn Aktiengesellschaft, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Überleitung zum Konzern-Gesamtergebnis, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzern-Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzern-Lagebericht der Deutsche Bahn Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzern-Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzern-Lageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem alle übrigen Teile des Integrierten Berichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzern-Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzern-LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzern-Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzern-Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzern-Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzern-Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, den 7. März 2023 PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Thomas Kieper, Wirtschaftsprüfer Philipp Medrow, Wirtschaftsprüfer BERICHT DES AUFSICHTSRATSDer Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG (DBAG) hat im Berichtsjahr alle ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung zugewiesenen Aufgaben wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Unternehmensleitung sowie der Führung der Geschäfte umfassend beraten und überwacht. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und ausführlich über die Unternehmensplanung und die wirtschaftliche, strategische und finanzielle Entwicklung der DB AG und ihrer Tochtergesellschaften. Alle wesentlichen Geschäftsvorgänge wurden anhand der Berichte des Vorstands im Plenum und in den zuständigen Ausschüssen erörtert. Erhebliche Abweichungen des Geschäftsverlaufs wurden vom Vorstand erläutert und vom Aufsichtsrat geprüft. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand stets in engem Kontakt mit dem Vorsitzenden des Vorstands und wurde von diesem regelmäßig über die aktuelle Geschäftsentwicklung der DB AG, die anstehenden unternehmerischen Entscheidungen und das Risikomanagement informiert. Sitzungen des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die für die DB AG von wesentlicher Bedeutung waren, eingebunden. Der Aufsichtsrat trat im Berichtsjahr zu vier ordentlichen und zwei außerordentlichen Sitzungen zusammen. Dem Aufsichtsrat wurde darüber hinaus in einer Informationsveranstaltung der Jahresabschluss 2021 in Vorbereitung der Beschlussfassung in der Bilanzsitzung ausführlich vorgestellt. Im Berichtszeitraum haben alle Mitglieder des Aufsichtsrats mindestens an der Hälfte der Sitzungen in vollem Umfang teilgenommen. Im Berichtszeitraum hat der Aufsichtsrat vier Beschlüsse im Wege des schriftlichen Verfahrens gefasst. Die turnusmäßigen Sitzungen des Aufsichtsrats der DBAG wurden regelmäßig durch Sitzungen des Präsidiums, des Personalausschusses und des Prüfungs- und Compliance-Ausschusses vorbereitet. Schwerpunkte der Beratungen im Plenum bildeten im Geschäftsjahr 2022, wie auch schon im Vorjahr, nach wie vor die erheblichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Entwicklung des Deutsche Bahn Konzerns (DB-Konzerns). In diesem Kontext wurden auch Fragen der Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung in den einzelnen Geschäftsfeldern, die Verschuldungssituation des Unternehmens, Fragen des Corona-Schadensausgleichs und die Entwicklung der wesentlichen Investitions- und Beteiligungsprojekte erörtert. Der Aufsichtsrat befasste sich in seinen turnusmäßigen Sitzungen im Berichtszeitraum regelmäßig - unter Einbeziehung des Vorsitzenden des Beirats der DB Projekt Stuttgart - Ulm GmbH - mit dem Fortschritt und der Kostenentwicklung der Großprojekte Stuttgart 21 und Neubaustrecke Wendlingen - Ulm und hat in einer Sondersitzung die im Ergebnis einer Termin- und Kostenanalyse beantragte Anpassung des Gesamtwertumfangs und des Finanzierungsrahmens genehmigt. Der Aufsichtsrat hat weitere wesentliche Einzelsachverhalte beraten und die erforderlichen Beschlüsse gefasst. Hierzu gehörten im Berichtszeitraum eine Veränderung der Geschäftsverteilung, mit der Personenfernverkehr und Regionalverkehr als eigenständige Vorstandsressorts ausgeprägt wurden, und damit einhergehend die Bestellung zweier Vorstandsmitglieder für diese Ressorts. Nachdem im Berichtsjahr ein Ausschreibungsverfahren für die konzernweiten Abschlussprüfungsleistungen abgeschlossen werden konnte, hat der Aufsichtsrat eine entsprechende Beschlussempfehlung an die Hauptversammlung verabschiedet. Turnusmäßig hat der Aufsichtsrat wiederum Zielgrößen für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen in Führungspositionen sowohl für den Vorstand als auch für den Aufsichtsrat der DB AG beraten und mit einer 50%- Quote für beide Gremien bis zum Stichtag 30. Juni 2027 ambitionierte Ziele gesteckt. Diskutiert und entschieden hat der Aufsichtsrat ferner Veränderungen bei Beteiligungen, wie den Erwerb der USA Truck Inc., Van Buren/USA, sowie die Veräußerung von Anteilen an fünf Landesgesellschaften von DB Arriva und der MarkenTechnikService GmbH&Co KG. Zuletzt hat der Aufsichtsrat auch die mögliche Veräußerung der Schenker AG beraten und notwendige Vorbereitungsarbeiten hierfür gebilligt. Nach dem Ausfall der Zugfunksteuerung GSM-R in Norddeutschland im Oktober 2022 hat der Aufsichtsrat diesen Vorfall und mögliche Schlussfolgerungen hieraus im Rahmen einer Sondersitzung erörtert. Der Aufsichtsrat hat ferner in seiner Dezembersitzung das Budget des DB-Konzerns für das Geschäftsjahr 2023 gebilligt. Sitzungen der Ausschüsse des AufsichtsratsUm seine Aufgaben effizient wahrnehmen zu können, hat der Aufsichtsrat der DB AG vier ständige Ausschüsse gebildet. Das Präsidium des Aufsichtsrats trat im Berichtsjahr zu vier turnusmäßigen Sitzungen und zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen und stand zu allen wesentlichen geschäftspolitischen Fragen in ständigem Kontakt mit dem Vorstand. Dabei wurden insbesondere die jeweiligen Schwerpunktthemen der Sitzungen des Aufsichtsrats vorbereitet. Der Prüfungs- und Compliance-Ausschuss hat im Berichtsjahr in vier turnusmäßigen, drei außerordentlichen Sitzungen und einer Telefonkonferenz getagt und sich intensiv, in Vorbereitung der Erörterungen im Plenum des Aufsichtsrats, auf Grundlage der jeweils aktuellen Monats- bzw. Halbjahreszahlen mit der wirtschaftlichen Lage des DB-Konzerns und der einzelnen Geschäftsfelder befasst. Arbeitsschwerpunkt des Ausschusses im Berichtszeitraum war die Steuerung und Begleitung des Ausschreibungsprozesses für die Abschlussprüfungsleistungen. Die Angebote der Bieter wurden dem Ausschuss von den Bewerbern im Rahmen eines Sondertermins präsentiert. Mit den wesentlichen fachlichen wie ökonomischen Aspekten der Angebote hat der Ausschuss sich im Rahmen seiner turnusmäßigen Sitzungen sowie in mehreren Sonderterminen ausführlich befasst und nach eingehender Abwägung eine Empfehlung zur Vergabe an den Aufsichtsrat abgegeben. Ferner hat der Ausschuss turnusmäßig die Kostenentwicklung des Großprojekts Stuttgart 21 auf Grundlage der quartalsweisen Berichterstattung des Vorstands erörtert, die jeweils von den Wirtschaftsprüfern und einem Ingenieurbüro durch einen Review begleitet wurde. Die Kostenentwicklung, insbesondere die Ergebnisse einer durchgeführten Termin- und Kostenanalyse, wurden in Vorbereitung der Befassung des Aufsichtsratsplenums ebenfalls in einer außerordentlichen Sitzung vertieft betrachtet. Zudem wurden im Ausschuss der Risikobericht, die vorgelegte Budget- und Investitionsplanung sowie die Mittel- und Langfristplanung des DB-Konzerns ausführlich beraten. Der Ausschuss befasste sich weiter mit der Fortschreibung der Corporate Governance und des internen Kontrollsystems durch die Anforderungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes. Der Prüfungs- und Compliance-Ausschuss hat sich regelmäßig über konzernerhebliche Compliance-Themen unterrichten lassen. Der Chief Compliance Officer berichtet dort regelmäßig über seine Arbeit sowie u. a. konzernerhebliche Fälle (weitere Informationen zu den Compliance-Instrumenten des DB-Konzerns). Ebenso berichtet die Konzernrevision dem Ausschuss turnusmäßig über das Revisionsprogramm und die wesentlichen Erkenntnisse der Revisionstätigkeit. Auch lässt sich der Ausschuss regelmäßig zu wesentlichen Rechtsstreitigkeiten berichten. Je nach Sachverhalt werden die Gremien im Einzelfall auch unmittelbar über konzernerhebliche/ kritische Sachverhalte informiert. Der Ausschuss hat zudem die Ergebnisse eines beauftragten Reviews zur 2. S-Bahn-Stamm strecke München erörtert und die vom Vorstand beantragten M&A-Entscheidungen in Vorbereitung der Befassung des AR-Plenums beraten. Der Vorsitzende des Prüfungs- und Compliance-Ausschusses stand in regelmäßigem Austausch mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer und berichtete dem Plenum regelmäßig und ausführlich über die Arbeit des Ausschusses. Der Personalausschuss hat im Berichtsjahr in vier turnusmäßigen sowie vier außerordentlichen Sitzungen Vorstandsangelegenheiten für den Aufsichtsrat vorbereitet, Vergütungsfragen für die Mitglieder des Vorstands diskutiert sowie die jeweiligen Beschlussfassungen des Aufsichtsrats hierzu vorbereitet. In weiteren Terminen wurden Möglichkeiten einer methodischen Anpassung des Short-term Incentives (STI) für den Vorstand erörtert. Der gem. §27 Abs. 3 MitbestG eingerichtete Vermittlungsausschuss musste im Berichtsjahr nicht zusammentreten. Corporate GovernanceVorstand und Aufsichtsrat der DB AG haben sich auch im Berichtsjahr mit der Weiterentwicklung der Corporate Governance befasst. Mit Kabinettsbeschluss vom 1. Juli 2009 hat die Bundesregierung den Public Corporate Governance Kodex des Bundes (PCGK) verabschiedet und diesen mit Beschluss vom 16. September 2020 novelliert. Der PCGK enthält wesentliche Bestimmungen geltenden Rechts zur Leitung und Überwachung von nicht börsennotierten Unternehmen, an denen die Bundesrepublik Deutschland mehrheitlich beteiligt ist, sowie international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Der Aufsichtsrat der DB AG hat sich mit der Umsetzung des PCGK 2020 im DB-Konzern befasst. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung wurden die rund 100 Empfehlungen zum größten Teil umgesetzt. Der Aufsichtsrat wird sich hiermit im Geschäftsjahr 2023 weiter befassen und den Fortgang der Umsetzung mit dem Vorstand erörtern. JahresabschlussDer vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss und Lagebericht der DB AG sowie der Konzern-Abschluss und Konzern-Lagebericht zum 31. Dezember 2022 wurden von der durch die Hauptversammlung als Abschlussprüfer gewählten PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Der Bericht des Abschlussprüfers war am 24. März 2023 Gegenstand der Sitzung des Prüfungs- und Compliance-Ausschusses und wurde in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 29. März 2023 in Gegenwart der Wirtschaftsprüfer, die die Prüfungsberichte unterzeichnet haben, umfassend beraten. Die Wirtschaftsprüfer berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und standen für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Prüfung zu. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der DB AG sowie den Konzern-Abschluss nebst Konzern-Lagebericht für das Berichtsjahr sowie den Vorschlag zur Ergebnisverwendung geprüft und keine Einwendungen erhoben. Der Jahresabschluss der DB AG für das Geschäftsjahr 2022 wurde gebilligt und ist damit festgestellt. Auch der vom Vorstand erstellte Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde vom Abschlussprüfer geprüft. Die Wirtschaftsprüfer haben einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt und über das Ergebnis ihrer Prüfung berichtet. Der Aufsichtsrat hat diesen Bericht ebenfalls geprüft und gegen die im Bericht enthaltene Schlusserklärung des Vorstands und das Ergebnis der Prüfung durch die PwC keine Einwendungen erhoben. Veränderungen in der Besetzung von Aufsichtsrat und VorstandIm Vorstand bzw. Aufsichtsrat der DB AG haben sich im Berichtszeitraum folgende Veränderungen ergeben:
Der Aufsichtsrat spricht den ausgeschiedenen Mitgliedern von Aufsichtsrat und Vorstand seinen Dank für ihre engagierte und konstruktive Unterstützung zum Wohl des Unternehmens aus. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, allen Mitarbeitenden sowie den Belegschaftsvertreter:innen der DB AG und der verbundenen Unternehmen für ihren im Berichtsjahr geleisteten Einsatz.
Berlin, im März 2023 Für den Aufsichtsrat Werner Gatzer, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn AG |
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Tätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklern
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Betrieb von Verkehrswegen für Straßenfahrzeuge
Einzelhandel mit pharmazeutischen Erzeugnissen
Betrieb von Verkehrswegen für Straßenfahrzeuge
Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaften
Vermittlungstätigkeiten für medizinische, zahnärztliche und andere Gesundheitstätigkeiten
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Großhandel mit elektrischen Haushaltsgeräten
Großhandel mit Getränken
Vermietung von Schienenfahrzeugen
Großhandel mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und Software
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagen
Großhandel mit elektrischen Haushaltsgeräten
Herstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Vermietung von Schienenfahrzeugen
Großhandel mit Sportartikeln und -zubehör
Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen und Körperpflegemitteln
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Baustoffen und Anstrichmitteln
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Werkzeugen
Großhandel mit Geräten der Unterhaltungselektronik
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Großhandel mit chemischen Erzeugnissen
Vermittlung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Spezialisierte Bautätigkeiten im Tiefbau
Vermittlungstätigkeiten für die Güterbeförderung
Vermietung von Schienenfahrzeugen
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Einzelhandel mit elektrischen Haushaltsgeräten
Entwicklung und Programmierung von Anwendungssoftware
Großhandel mit Fahrrädern, E-Bikes, deren Teilen und Zubehör
Großhandel mit Photovoltaikmodulen
Erbringung sonstiger reisebezogener Dienstleistungen a. n. g.
Vermarktung und Vermittlung von Werbezeiten und Werbeflächen
Beteiligungsgesellschaften
Gas-, Wasser-, Heizungs- sowie Lüftungs- und Klimainstallation
Bauträger für Wohngebäude
Beteiligungsgesellschaften
Verlegen von Zeitschriften
Herstellung von Geräten der Unterhaltungselektronik
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Sonstige Überlassung von Arbeitskräften
Fondsmanagement
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Beteiligungsgesellschaften
Vermarktung und Vermittlung von Werbezeiten und Werbeflächen
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für Veranstaltungen nicht künstlerischer Art
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Graugießereien
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Tätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertretern
Abbrucharbeiten
Großhandel mit Lederwaren, Reisegepäck, Geschenk- und Werbeartikeln
Beteiligungsgesellschaften
Einzelhandel mit Back- und Süßwaren
Betrieb von Bahnhöfen für den Personenverkehr einschließlich Omnibusbahnhöfen
Vermittlungstätigkeiten für gastronomische Dienstleistungen
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen