Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth eGLiquidiert
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| Name | Anteil |
|---|---|
| 1.80% |
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth eGRuppichterothJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014Jahresabschluss 2014Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth eG, 53809 Ruppichteroth1. Jahresbilanz zum 31.12.2014Aktivseite
2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2014 bis 31.12.2014
3. AnhangA. Allgemeine Angaben
B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden
Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet. Die einzelnen Vermögensgegenstände wurden vorsichtig bewertet. Die Barreserven, die Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden wurden grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt. Bei Forderungen an Kunden wurde der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zeitanteilig aufgelöst. Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzelwertberichtigungen und pauschalen Wertberichtigungen ausreichend abgedeckt. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist ausreichend Rechnung getragen. Sämtliche Anleihen und Schuldverschreibungen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere oder Investmentfonds haben wir nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM-Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen. Strukturierte Finanzinstrumente, die keine wesentlich erhöhten oder zusätzlichen (andersartigen) Risiken oder Chancen aufweisen, werden als einheitlicher Vermögensgegenstand nach den allgemeinen Grundsätzen bilanziert und bewertet. Strukturierte Finanzinstrumente, die aufgrund eines eingebetteten Derivats im Vergleich zum Basisinstrument wesentlich erhöhte oder zusätzliche (andersartige) Risiken oder Chancen aufweisen, werden in ihre Komponenten zerlegt und einzeln nach den für diese geltenden Vorschriften bilanziert und bewertet. Die getrennte Bilanzierung erfolgt insbesondere, wenn ein eingebettetes Derivat bedingte oder unbedingte Abnahmeverpflichtungen für weitere Finanzinstrumente zu festgelegten Konditionen vorsieht, sodass die Möglichkeit besteht, dass die Abnahme der weiteren Finanzinstrumente nicht zum künftigen beizulegenden Zeitwert erfolgt. Die Anschaffungskosten der getrennt bilanzierten Einzelkomponenten ergeben sich aus der Aufteilung der (gesamten) Anschaffungskosten des strukturierten Finanzinstruments im Verhältnis der beizulegenden Zeitwerte der Einzelkomponenten. Sofern der beizulegende Zeitwert des eingebetteten Derivats nicht separat ermittelt werden kann, ergibt sich sein Wert als Differenz aus dem beizulegenden Zeitwert des strukturierten Finanzinstruments insgesamt und dem beizulegenden Zeitwert des Basisinstruments. Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften wurden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bilanziert. Einzelne Beteiligungen resultieren aus in Vorjahren geschlossenen Tauschgeschäften und sind nach Tauschgrundsätzen unter Gewinnrealisierung bewertet. Die Bewertung der Sachanlagen erfolgte zu den Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die der geschätzten Nutzungsdauer entsprechenden Abschreibungssätze zugrunde, die auch steuerlich geltend gemacht werden. Abschreibungen gemäß § 6b EStG für vor dem 1. Januar 2010 angeschaffte Sachanlagen wurden weitergeführt. Ab dem 1. Januar 2010 angeschaffte geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu EUR 150 wurden in voller Höhe als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Sie wurden in voller Höhe abgeschrieben, sofern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut über EUR 150, aber nicht über EUR 410 lagen. Unter der Position "Sonstige Vermögensgegenstände" wurde der Anspruch auf Auszahlung des Körperschaftsteuerguthabens unter Verwendung eines angemessenen Zinsfußes zum Barwert aktiviert. Über die Höhe der passiven Steuerlatenzen hinausgehende aktive latente Steuern wurden in Ausübung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert (vgl. Erläuterungen im Abschnitt D.). Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag. Soweit der Erfüllungsbetrag höher als der Ausgabebetrag ist, wurde der Unterschiedsbetrag in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten aufgenommen; er wird planmäßig getilgt. Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen. Den Pensionsrückstellungen und den Rückstellungen für Altersteilzeit liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Richttafeln 2005 G" (Prof. Dr. Klaus Heubeck) zugrunde. Der bei der Abzinsung der Pensionsrückstellungen angewendete Zinssatz von 4,58 % (Vorjahr 4,88 %) wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren festgelegt. Dieser beruht auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV). Es wurde eine Rentendynamik in Höhe von 2,00 % (Vorjahr 2,00 %) zugrunde gelegt. Laufende Rentenverpflichtungen und Altersversorgeverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern sind mit dem Barwert bilanziert. Die Ermittlung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach der sogenannten "Projected Unit Credit Method" (PUC-Methode). Verpflichtungen aus Altersteilzeitrückstellungen werden mittels Anwartschaftsbarwertverfahren angesetzt. Der bei der Abzinsung der Rückstellungen für Altersteilzeit angewendete Zinssatz von 2,85 % (Vorjahr 3,43 %) wurde gemäß IDW RS HFA 30 (Rz. 57) abhängig von der durchschnittlichen Restlaufzeit des Personalbestandes mit Altersteilzeitvereinbarungen ermittelt. Es wurde ein Gehaltstrend in Höhe von 2,00 % (Vorjahr 2,00 %) zugrunde gelegt. Im Übrigen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet. Die Bewertung der anderen Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr erfolgte unter Berücksichtigung der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) mit Diskontierungssätzen aus Dezember 2014. Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Zinsbuches werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller zinstragenden Positionen des Zinsbuches nach Maßgabe des IDW RS BFA 3 verlustfrei bewertet. Hierbei werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt und von dem positiven Überschuss die Risiko- und Bestandsverwaltungskosten abgezogen. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird. Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31.12.2014 war keine Rückstellung zu bilden. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten haben wir mit dem Devisenkassamittelkurs am 30.12.2014 umgerechnet. Dem § 340h HGB wurde Rechnung getragen. C. Entwicklung des Anlagevermögens 2014
D. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und VerlustrechnungI. Bilanz
* ohne Guthaben aus Bausparverträgen
In den Forderungen an Kunden sind EUR 12.045.420,52 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.
Die Optionen des Nichthandelsbestandes sind als eingebettetes Derivat Bestandteil eines getrennt zu bilanzierenden strukturierten Finanzinstrumentes und werden nach dem Restwertverfahren bewertet.
II. Gewinn- und Verlustrechnung
E. Sonstige Angaben
Außerdem wurden durchschnittlich fünf Auszubildende beschäftigt.
Ruppichteroth, 11.03.2015 Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth eG Der Vorstand Ralf Löbach Andre Schmeis Bestätigungsvermerk des PrüfungsverbandesWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth eG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstandes der Genossenschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Genossenschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstandes sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft. Der Lagebericht steht in Ein klang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft und stellt die Chancen und Risiken der zu künftigen Entwicklung zutreffend dar.
Düsseldorf, 27. Mai 2015 Rheinisch-Westfälischer Genossenschaftsverband e. V. Thomas Kulina, Wirtschaftsprüfer Franz Hermann Deres, Wirtschaftsprüfer Vorschlag für die Ergebnisverwendung 2014der Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth eGDer Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Bilanzgewinn von EUR 782.002,17 wie folgt zu verwenden:
Ruppichteroth, 19.03.2015 Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth eG Der Vorstand: Ralf Löbach Andre Schmeis Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die ErgebnisverwendungDie Generalversammlung vom hat den Jahresabschluss zum 31.12.2014 festgestellt und die Verwendung des Bilanzgewinnes in Höhe von EUR 782.002,17 wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen. Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2014der Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth eGDer Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und fasste die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse. Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses entspricht den Vorschriften der Satzung. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat und die Ausschüsse des Aufsichtsrates in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Der vorliegende Jahresabschluss 2014 mit Lagebericht wird vom Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Generalversammlung berichtet. Der Aufsichtsrat empfiehlt der Generalversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2014 festzustellen und die vorgeschlagene Dividende zu beschließen. In diesem Jahr scheiden Herr Diez und Herr Kleff aus dem Aufsichtsrat aus. Die Wiederwahl des ausscheidenden Mitgliedes des Aufsichtsrates ist zulässig. Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeitern Dank für die geleistete Arbeit aus.
Ruppichteroth, 19.03.2015 Vorsitzender des Aufsichtsrates Hans-Peter Hohn Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014der Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth eG, 53809 RuppichterothI. GeschäftsverlaufEntwicklung der Gesamtwirtschaft und der KreditgenossenschaftenIm Jahr 2014 wurde die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands durch die schwierigen internationalen Rahmenbedingungen erneut beeinträchtigt. Nach aktuellen Angaben des Statischen Bundesamtes ist das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt mit 1,5 Prozent dennoch deutlich stärker gestiegen als in den Jahren 2012 und 2013. Zum Anstieg der Wirtschaftsleistung trug vor allem das erste Quartal bei, welches - vom ungewöhnlich milden Winterwetter begünstigt - sehr wachstumsstark ausfiel. Im weiteren Jahresverlauf ließ die Konjunkturdynamik allerdings spürbar nach. Faktoren wie die gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Ostukraine, Syrien und Irak sowie die unerwartet schwach verlaufende wirtschaftliche Erholung im Euroraum ließen die Hoffnung auf eine kräftige Belebung der inländischen Investitionstätigkeit unerfüllt bleiben. Auch vom Außenhandel kamen insgesamt nur verhaltene Impulse. Die Konsumausgaben blieben aber eine verlässliche Stütze des gesamtwirtschaftlichen Wachstums. Am deutschen Arbeitsmarkt setzte sich der Aufschwung fort. Nach vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes stieg die Anzahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2014 gegenüber dem Vorjahr um 371.000 auf rund 42,7 Millionen Menschen. Der Anstieg basiert vor allem aus einem deutlichen Zuwachs von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Arbeitslose konnten hiervon allerdings nur in begrenztem Umfang profitieren, da jeweils ein gutes Drittel des Beschäftigungsaufbaus aus der gestiegenen Erwerbstätigkeit von deutschen Frauen und ausländischen Arbeitskräften beruhte. Die Anzahl der Arbeitslosen ist deswegen nur leicht gesunken. Sie ging nach ersten Angaben der Bundesagentur für Arbeit im Jahresdurchschnitt um 52.000 auf knapp 2,9 Millionen zurück. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent. Die auf Basis der jährlichen Veränderung des Verbraucherpreisindexes gemessene Inflationsrate hat sich in 2014 merklich vermindert. Sie ist im Vorjahresvergleich um 0,6 Prozentpunkte auf niedrige 0,9 Prozent zurückgegangen. Hauptgrund für den Rückgang der Inflationsrate waren die Energiepreise, die vor allem in der zweiten Jahreshälfte spürbar nachgaben. In anderen Bereichen wurden die Preise hingegen moderat angehoben. So mussten die Verbraucher beispielsweise für Nahrungsmittel und Wohnungsmieten etwas mehr Geld aufwenden als im Vorjahr. Die Finanzlage der öffentlichen Hand hat sich 2014 weiter entspannt. Der Bund erzielte zum ersten Mal seit 1969 ein Jahr ohne Defizit. Die "schwarze Null" wurde damit ein Jahr früher erreicht als von der Bundesregierung angekündigt. Die Staatseinnahmen nahmen weiter zu, genau wie die staatlichen Ausgaben. Hierzu trugen unter anderem die höheren Rentenzahlungen und die deutlich zunehmenden Arbeitnehmerentgelte der Angestellten von Bund und Kommunen bei. Die Maastricht-Defizitquote, die den öffentlichen Finanzierungssaldo in Relation zum Bruttoinlandsprodukt setzt, fiel mit 0,4 Prozent etwas höher aus als im Vorjahr (+0,1 Prozent). Der Bruttoschuldenstand ging im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung von 76,9 Prozent auf 74,5 Prozent in 2014 zurück. An den internationalen Finanzmärkten fällt die Bilanz für das Jahr 2014 durchwachsen aus. Sowohl der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, der Bürgerkrieg in Syrien und die Bürgerproteste in Hong Kong als auch die Angst vor einer Abkühlung des chinesischen Wirtschaftsmotors ließen die Nervosität an den Märkten steigen. Insbesondere ab der zweiten Jahreshälfte reagierten Anleger und Investoren zunehmend sensibel auf negative Meldungen, was zwischenzeitlich deutliche Kursschwankungen an den einzelnen Teilmärkten provozierte. Schwerwiegende Verwerfungen blieben an den Finanzmärkten aber aus. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im vergangenen Jahr ihre Geldpolitik für den Euroraum noch weiter gelockert. Ausgangspunkt der neuen Maßnahmen war die auf niedrigem Niveau nachlassende Inflation bei gleichzeitig schwacher Konjunktur. Darüber hinaus verminderte der rückläufige Ölpreis den Preisdruck im Währungsraum. In dieser Gemengelage befürchtete der geldpolitische Rat der EZB ein ernstzunehmendes Risiko dauerhaft zu niedriger Inflationsraten sowie abnehmender Inflationserwartungen. Die europäische Notenbank begegnete diesem Risiko mit Leitzinssenkungen im Juni und September. Dabei senkte sie den Hauptrefinanzierungssatz für die Geschäftsbanken im Euroraum um insgesamt 0,2 Prozentpunkte auf 0,05 Prozent. Der Einlagensatz, d.h. der Zins für Übernachteinlagen der Geldhäuser bei der EZB, fiel in zwei Zinsschritten auf -0,2 Prozent. Damit verlangt die EZB erstmals einen Strafzins für bei der EZB geparkte Gelder. Die Notenbanker erhofften sich insbesondere vom negativen Einlagezins eine Belebung der Weitervergabe von Geldern innerhalb des Währungsraumes. Der Euro hat in 2014 deutliche Kursverluste hinnehmen müssen. Zwar konnte sich die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar in der ersten Jahreshälfte noch erfolgreich über der Marke von 1,35 US-Dollar halten. In der zweiten Jahreshälfte gab der Euro aber sichtbar nach. Bis Jahresende fiel der Euro-Dollar Kurs auf 1,21 US-Dollar je Euro. Das waren 16,5 US-Cent weniger als Ende 2013. Verantwortlich für die Euro-Schwäche waren in erster Linie die divergierenden Geldpolitiken dies- und jenseits des Atlantiks. So schwenkte die EZB im Jahresverlauf auf einen deutlich expansiveren geldpolitischen Kurs für den Euroraum ein. Trotz neuer Allzeithochs blieb an den Aktienmärkten der große Befreiungsschlag in 2014 aus. Zwar hatten sich Aktien in der ersten Jahreshälfte hoffnungsvoll entwickelt. Nachdem der DAX im ersten Quartal um die Marke von 9.400 Punkten geschwankt war, knackte der deutsche Leitindex im zweiten Quartal die Marke von 10.000 Punkten. Konjunkturhoffnungen für den Euroraum und die expansivere Geldpolitik der EZB waren dabei treibende Kräfte. Allerdings fand der Höhenflug des DAX mit Beginn der zweiten Jahreshälfte ein jähes Ende. Ausschlaggebend waren überraschend schwache Konjunkturdaten aus Deutschland, Europa und den Schwellenländern sowie die anhaltenden Konflikte in der Ostukraine und im Nahen Osten. Der Dax verlor im Zuge dessen zunehmend an Höhe und sank bis Mitte Oktober auf rund 8.500 Punkte. Im November kam es allerdings zu einer Erholung, in deren Verlauf der deutsche Leitindex ein neues Allzeithoch von 10.087 Punkten erreichte. Im Zuge der Regierungskrise in Griechenland und der Furcht vor einem Wiederaufflammen der Euro-Schuldenkrise gab der Deutsche Aktienindex bis zum Jahresende einen Teil seiner Kursgewinne wieder ab. Der DAX beendete das Jahr bei einem Stand von 9.806 Punkten und lag damit 2,7 Prozent höher als am Vorjahresende. Auch in diesem schwierigen Umfeld konnten die deutschen Kreditgenossenschaften im Geschäftsjahr 2014 an ihre guten Geschäftsergebnisse der Vorjahre anknüpfen. So wuchsen sie erneut stabil. Die positive Geschäftsentwicklung zeigt einmal mehr, dass es den deutschen Kreditgenossenschaften nachhaltig gelungen ist, das Vertrauen der Kunden in ihr Geschäftsmodell zu stärken und diese mit ihren Leistungen zu überzeugen. Die besonders starke Kundenorientierung und eine konservative Geschäftspolitik ließen die Kundeneinlagen auf 582 Milliarden Euro (+3,7 Prozent) und die Kundenkredite auf 482 Milliarden Euro (+4,3 Prozent) steigen. Die addierte Bilanzsumme stieg um 25 Milliarden auf 788 Miliarden Euro (+3,3 Prozent). Entwicklung der Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth eG
Die Bilanzsumme der Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth eG sank im Geschäftsjahr 2014 insbesondere durch den Rückgang der Kundenverbindlichkeiten.
Der Zuwachs der Kundenforderungen beruht grundsätzlich auf der konjunkturellen Erholung der Firmenkunden, welche nach Immobilien- und Investitionskrediten nachfragten, während bei der Privatkundschaft Gelder für Renovierungen und energetische Sanierungen gefragt waren. Auch aufgrund von außerplanmäßigen Sondertilgungen lag der Anstieg der Kundenforderungen unter dem Planwert von 4,70 %. Fällige Bankguthaben wurden überwiegend in Wertpapieranlagen wieder angelegt.
Die Kundeneinlagen sind gegenüber dem Vorjahr um 2,30 % gesunken. Mit dem Ergebnis wurde das geplante Wachstum entsprechend nicht erreicht. Hauptursache hierfür ist der planmäßige Abgang einer Großeinlage. Grundsätzlich konnte im Berichtsjahr, bedingt durch die anhaltende Niedrigzinsphase, eine Umschichtung von fälligen Spareinlagen zu Gunsten von täglich fälligen Einlagen sowie in Wertpapieranlagen beobachtet werden. Die Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten blieben im Berichtszeitraum nahezu unverändert. Außerbilanzielle GeschäfteAußerbilanzielle Geschäfte bestehen in Form der unter den Bilanzstrich ausgewiesenen Avale und unwiderruflichen Kreditzusagen. Zinsswaps oder sonstige Zinssicherungsinstrumente sind zum Bilanzstichtag nicht im Bestand. DienstleistungsgeschäftDas Dienstleistungsgeschäft entwickelte sich in 2014 durch Provisionssteigerungen im Kundenwertpapiergeschäft und in der Vermögensverwaltung und -beratung positiv. InvestitionenIm Jahre 2014 wurden für den Umbau der Hauptstelle in Much vom gesamten Investitionsvolumen von voraussichtlich 3,0 Mio. EUR bereits 117 TEUR in den anderen Verwaltungsaufwendungen berücksichtigt. PersonalbereichDer Personalbestand belief sich im Geschäftsjahr auf durchschnittlich 54 Mitarbeiter und 5 Auszubildende. Die Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter betrugen TEUR 75. Insgesamt haben die Mitarbeiter an 152 Tagen an Fortbildungsveranstaltungen teilgenommen. Ergänzende Erläuterungen zum Geschäftsverlauf und zu wesentlichen Ereignissen bzw. wichtigen Vorgängen im GeschäftsjahrMit der Raiffeisenbank Sankt Augustin eG wurden im Geschäftsjahr Beratungen über eine engere Kooperation aufgenommen. Die Gespräche wurden zwischenzeitlich dahingehend modifiziert, dass Aufsichtsräte und Vorstände beider Banken der General- bzw. Vertreterversammlung in 2016 vorschlagen werden, eine Verschmelzung auf Grundlage der Jahresabschlüsse 2015 zu beschließen. II. VermögenslageEigenmittelDas bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Solvabilität gemäß § 10 KWG (bis 2013) bzw. Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten (ab 2014) stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:
1) Hierzu rechnen die Passivposten 11 (Fonds
für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).
Angemessene Eigenmittel, auch als Bezugsgröße für eine Reihe von Aufsichtsnormen, bilden neben einer stets ausreichenden Liquidität die unverzichtbare Grundlage einer soliden Geschäftspolitik. Die vorgegebenen Anforderungen der CRR wurden von uns im Geschäftsjahr 2014 stets mit deutlichem Spielraum eingehalten. Unser Kernkapital beträgt 25,7 Mio. EUR; das sind 11,0 % der Bilanzsumme. Nach unserer Unternehmensplanung ist von einer Einhaltung der Kapitalquoten bei dem erwarteten Geschäftsvolumenszuwachs sowie durch die geplanten Rücklagenzuführungen auch zukünftig auszugehen. Wesentliche Aktiv- und PassivstrukturenKundenforderungenDer Anteil der Kundenforderungen an der Bilanzsumme beträgt 61,9 % (Vorjahr 60,3 %). Die Kundenforderungen sind sowohl nach Größen als auch nach Branchen breit gestreut. Hierdurch erfolgt eine Begrenzung der strukturellen Risiken. Im Kreditgeschäft legt die Bank Wert auf die Einhaltung des Regionalprinzips. Die Kreditgrenzen nach dem Kreditwesengesetz und nach dem Genossenschaftsgesetz werden eingehalten. KundenverbindlichkeitenDer Anteil der Kundenverbindlichkeiten an der Bilanzsumme beträgt 80,4 % (Vorjahr 81,3 %). Wie in den Vorjahren waren die Anlageformen mit täglicher Fälligkeit stark gefragt. WertpapierkategorienDer prozentuale Anteil der Wertpapiere an der Bilanzsumme beträgt 18,5 % (Vorjahr 16,5 %). Hierbei handelt es sich größtenteils um festverzinsliche Wertpapiere von Kreditinstituten. Der Wertpapierbestand der Bank ist vollständig dem "Investment-Grade-Bereich" zuzuordnen. Risikolage und RisikodeckungWegen Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen in Abschnitt VI. Die dargestellten Risiken werden nach unserer derzeitigen Einschätzung die zukünftige Entwicklung unserer Bank nicht wesentlich beeinträchtigen. Unsere Bank ist der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. angeschlossen. III. Finanz- und Liquiditätslage
Die Liquiditätskennzahl ist Gradmesser für die Liquiditätslage der Bank und dient als aufsichtsrechtliches Kriterium der Deutschen Bundesbank. Deren Anforderung wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr mit deutlichem Spielraum eingehalten. Unsere Finanzplanung ist streng darauf ausgerichtet, allen gegenwärtigen und künftigen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommen zu können. Die absehbaren Veränderungen der Liquiditätsverordnung (LiqV) werden die Bank in ihrer kundenorientierten Geschäftspolitik einschränken. Interne Berechnungen und daraus abgeleitete Maßnahmenpläne belegen, dass die Bank kurzfristig auf die Veränderungen reagieren kann. IV. ErtragslageDie wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft stellen sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:
1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2
zuzüglich GuV-Posten 3
Der anhaltende Druck auf die Zinsmarge, insbesondere getrieben durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld, führte zu einem weiteren Rückgang des Zinsüberschusses. Ursächlich hierfür waren unter anderem auslaufende Aktivgeschäfte, die zu geringeren Zinssätzen prolongiert wurden. Der Provisionsüberschuss konnte demgegenüber gesteigert werden. Grund hierfür sind gestiegene Erträge aus dem Wertpapier- und Depotgeschäft sowie der Vermögensverwaltung und -beratung. Der Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr durch eine entsprechende Tariferhöhung. Die anderen Verwaltungsaufwendungen stiegen auch durch die Instandhaltungsaufwendungen (Teilabbrucharbeiten) der Hauptstelle Much im Jahr 2014 an. Neben der handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung ist für die Beurteilung der Ertragslage auch eine betriebswirtschaftlich gegliederte Erfolgsrechnung von Bedeutung. Die sich hieraus ergebende Kennziffer "Betriebsergebnis vor Bewertung" ermittelt sich aus dem Jahresüberschuss zuzüglich des Steueraufwandes und des Bewertungsergebnisses aus dem Kredit- und Wertpapiergeschäft, sowie bereinigt um wesentliche periodenfremde Erfolgsposten bzw. Einmaleffekte oder Sondereinflüsse. Das Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt in 2014 TEUR 2.226 (Vorjahr TEUR 2.246). Die Aufwands-Ertrags-Relation (Cost-Income-Ratio), die wir als Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis sowie dem Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen ermittelt haben, hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 69,5 % auf 70,3 % erhöht. Die Kapitalrendite (Jahresüberschuss nach Steuern/Bilanzsumme) betrug im Geschäftsjahr 0,34 % (Vorjahr 0,34 %). V. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind:Keine. VI. Risiken der künftigen EntwicklungRisikomanagementziele und -methodenIn unserer Unternehmenskonzeption haben wir uns klar auf die Bedarfssituation unserer Mitglieder ausgerichtet und daraus eine langfristige Unternehmensplanung entwickelt, die eine dauerhafte Begleitung unserer Mitglieder in allen Finanzierungs- und Vermögensanlagenfragen sicherstellt. Wie alle unternehmerischen Tätigkeiten ist auch das Bankgeschäft nicht frei von Risiken. Neben allgemeinen Risikofaktoren (z. B. Konjunkturschwankungen, neuen Technologien und Wettbewerbssituationen, sonstigen sich verändernden Rahmenbedingungen) bestehen spezifische Bankgeschäftsrisiken, die sich insbesondere in Form von Adressenausfall- und Marktpreisrisiken (z.B. Zinsänderungs-, Währungs- und Aktienkursänderungen) sowie Liquiditäts- und operationellen Risiken zeigen. Mit Hilfe von Kennzahlen- und Limitsystemen planen und steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Der Begrenzung der Risiken aus unserer Geschäftstätigkeit messen wir besondere Bedeutung bei. Durch Funktionstrennungen in den Arbeitsabläufen und die Tätigkeit unserer funktionsfähigen Internen Revision haben wir die Zuverlässigkeit der Steuerungsinformationen aus der ordnungsgemäßen Geschäftsabwicklung sichergestellt. Ziel unseres Risikomanagements ist es, negative Abweichungen von unseren Erfolgs-, Eigenmittel- und Liquiditätsplanungen zu vermeiden. Das Risikofrüherkennungs- und -überwachungssystem ist primär darauf ausgerichtet, Risiken rechtzeitig zu identifizieren und bei Bedarf gegensteuernde Maßnahmen einzuleiten. Die Einbindung des Risikomanagements in das Gesamtbanksteuerungssystem dient uns aber zugleich zur Erkennung und Nutzung von Chancenpotenzialen. Auf der Grundlage von Risikotragfähigkeitsberechnungen haben wir für Marktpreis- und Adressenausfallrisiken Verlust- und Volumenslimite definiert. Das Risikocontrolling beinhaltet ferner die Identifizierung, Quantifizierung und Überwachung der Risiken. Über die Ergebnisse der zu diesem Zweck durchgeführten Analysen und Auswertungen, die auch Stress-Szenarien umfassen, werden der Vorstand und die betreffenden Unternehmensbereiche durch vierteljährliche Risikoreports informiert. Im Mittelpunkt des Risikomanagements steht die Gesamtheit aller geeigneten Maßnahmen einer aktiven und bewussten Steuerung der identifizierten Risiken. Das Risikomanagement zur Früherkennung von Risiken ist vor dem Hintergrund wachsender Komplexität der Märkte im Bankgeschäft von erheblicher Bedeutung. Wir verstehen dies als eine zentrale Aufgabe. Die hierfür zuständigen Organisationseinheiten berichten direkt dem Vorstand. Für unsere Bank wurden die folgenden Risikokategorien als wesentlich eingestuft: AdressenausfallrisikenUnter Adressenausfallrisiko verstehen wir die Gefahr, dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls von Geschäftspartnern und ggf. der Migration und/oder der adressbezogenen Spreadveränderung das erwartete Ausmaß übersteigen. Das Adressenausfallrisiko umfasst das Kreditrisiko, das Kontrahenten- und Emittentenrisiko, das Länderrisiko, das Spreadrisiko sowie Migrationsrisiken. Die Ermittlung struktureller Kreditrisiken (Adressenausfallrisiken) basiert insbesondere auf Kreditratings nach Verfahren der genossenschaftlichen Organisation. Das Verfahren ermöglicht, für alle wesentlichen Kreditsegmente Ausfallwahrscheinlichkeiten ("erwartete Verluste") zu ermitteln und die Kredite Risikoklassen zuzuordnen. Unser Kundenkreditvolumen ist zu einem Großteil mit diesem Verfahren klassifiziert. Die Ausfallrisiken im Kreditportfolio bemisst die Bank nach aggregierten Blankoanteilen (Risikovolumen) in den einzelnen Risikoklassen. Die für die Höhe der Blankoanteile zugrunde liegenden Kreditsicherheiten werden nach Wertermittlungsrichtlinien, die sich an den Richtlinien der genossenschaftlichen FinanzGruppe orientieren, bewertet und mit Sicherungswerten belegt. Über die "erwarteten Verluste" hinaus ermitteln wir die "unerwarteten Verluste" mittels eines Credit Value at Risk (CVaR), der neben den Ausfallwahrscheinlichkeiten die Granularität des Kreditportfolios, insbesondere nach der Größenstruktur der ungesicherten Kreditzusagen, berücksichtigt. Das Risikomaß CVaR gibt die "unerwarteten Verluste" an, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,0 % innerhalb von zwölf Monaten nicht überschritten werden. Die zum 31.12.2014 auf diese Weise gemessenen Risiken belasten unser Verlustlimit für Adressenausfallrisiken mit 91,5 %. Die Ratingergebnisse werten wir auf aggregierter Basis u. a. nach Volumina, Blankoanteilen und Verlustpotenzial aus. Unsere EDV-Statistiken geben außerdem Auskunft über die Verteilung des Kreditvolumens nach Branchen, Größenklassen und Sicherheitenstruktur. Verlust- bzw. Volumenslimite dienen der Initiierung risikosteuernder Maßnahmen wie Verstärkung der Sicherheiten und einer Erhöhung der Betreuungs- und Reportingintensität. Die Streuung der Kundenforderungen nach Branchen- und Größenklassen ist ausgewogen. Nennenswerte Forderungen an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland bestehen nicht. Kredite mit akuten Ausfallrisiken sind hinreichend wertberichtigt. Der Umfang der Forderungen mit erhöhten latenten Risiken ist überschaubar; für hierin enthaltene Ausfallgefahren bestehen nach unserer Einschätzung ausreichende Abschirmungsmöglichkeiten aus dem laufenden Ergebnis bzw. in Form von Vorsorgereserven. Adressenausfallrisiken in festverzinslichen Wertpapieren begegnen wir grundsätzlich dadurch, dass wir Emittentenlimite festgesetzt haben und nur Papiere mit guter Bonität in den Bestand nehmen. Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere halten wir nur in einem geringen Umfang. Die Ausfallrisiken steuern wir zusammen mit den Marktpreisrisiken über Value-at-Risk-Ansätze. Nennenswerte Veränderungen zum Vorjahr haben sich nicht ergeben. MarktpreisrisikenBanken sind angesichts von Inkongruenzen zwischen aktiven und passiven Festzinspositionen insbesondere dem allgemeinen Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zinsänderungsrisiken messen wir mithilfe dynamischer Zinselastizitätsbilanzen. Ausgehend von unseren Zinsprognosen werden die Auswirkungen hiervon abweichender Zinsentwicklungen auf das Jahresergebnis ermittelt. Nach abgestuften Risikoszenarien haben wir für mögliche Ergebnisbeeinträchtigungen Limite vorgegeben, an deren Auslastung sich unsere Steuerungsmaßnahmen ausrichten. Nach den zum 31.12.2014 gemessenen Zinsänderungsrisiken wird die Ergebnisentwicklung nur im Falle einer stark steigenden Zinsstrukturkurve wesentlich beeinträchtigt. Unseren Wertpapierbestand haben wir der Liquiditätsreserve zugeordnet und dementsprechend nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Für Kursrisiken sind Limite festgesetzt. Ein Handelsbuch unterhalten wir nicht. Liquiditätsrisiken bzw. Risiken aus ZahlungsstromschwankungenUnsere Finanzplanung ist streng darauf ausgerichtet, allen gegenwärtigen und künftigen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommen zu können. Insoweit achten wir auf ausgewogene Laufzeitstrukturen der Aktiva und Passiva. Unsere im Rahmen des Bilanzstrukturmanagements getätigten Geldanlagen bei Korrespondenzbanken bzw. in Wertpapieren tragen neben Ertrags- auch Liquiditätsaspekten Rechnung. Durch die überwiegende Refinanzierung durch Kundeneinlagen hat das Refinanzierungsrisiko für uns eine geringe Bedeutung. Operationelle RisikenNeben Adressen-, Marktpreis- und Liquiditätsrisiken hat sich unsere Bank aber auch auf operationelle Risiken (z.B. Betriebsrisiken im IT-Bereich, fehlerhafte Bearbeitungsvorgänge, Rechtsrisiken, Betrugs- und Diebstahlrisiken, allgemeine Geschäftsrisiken) einzustellen. Unser innerbetriebliches Überwachungssystem trägt dazu bei, die operationellen Risiken zu identifizieren und so weit wie möglich zu begrenzen. Den Betriebs- und Rechtsrisiken begegnen wir auch durch die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern (z.B. im EDV-Bereich oder im Formular- und Rechtswesen). Versicherbare Gefahrenpotenziale, z.B. Diebstahl- und Betrugsrisiken, haben wir durch Versicherungsverträge in banküblichem Umfang abgeschirmt. Zusammenfassende RisikoeinschätzungDie dargestellten Risiken werden nach unserer derzeitigen Einschätzung die künftige Entwicklung unserer Bank nicht wesentlich beeinträchtigen. VII. Voraussichtliche Entwicklung der Genossenschaft mit ihren wesentlichen Chancen und RisikenVoraussichtlicher GeschäftsverlaufTrotz unserer Erwartung einer regional stagnierenden konjunkturellen Wirtschaftsentwicklung und unserer risikoorientierten Kreditvergabepolitik gehen wir für die nächsten zwei Jahre von einer regen Nachfrage und von einem Wachstum in Höhe von ungefähr 4,5 % im Kundenkreditgeschäft aus. Diese Prognose basiert auch auf der Prämisse eines weiterhin niedrigen Zinsniveaus. Darüber hinaus unterliegt unsere Prognose zum Kundenkreditgeschäft der Annahme, dass sich weiterhin Bankengruppen aus speziellen Marktbereichen zurückziehen. Im Einlagengeschäft gehen wir trotz des anhaltenden Konkurrenzdrucks von einer steigenden Geschäftsentwicklung von ca. 3,8 % aus. Dabei haben wir auch unterstellt, dass das zunehmende Bewusstsein für eine private Altersvorsorge zu einer steigenden Sparquote führen wird. Ausgehend von unserer von einem weiterhin niedrigen Zinsniveau ausgehenden Zinsprognose erwarten wir eine unveränderte Nachfrage im Einlagengeschäft bei den Sichteinlagen. Zur weiteren Ausnutzung von Marktpotenzialen und im Sinne unserer konsequenten Qualitätsstrategie setzen wir das Konzept "Genossenschaftliche Beratung" des BVR um. Im Dienstleistungsgeschäft prognostizieren wir aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus steigende Umsätze im Wertpapiergeschäft mit Kunden aus der Vermittlung von Investmentfondsanteilen und Zertifikaten. Die Vermittlung von Versicherungen wird nach unserer Einschätzung weiterhin von dem zunehmenden Bedarf an privater Altersvorsorge profitieren. Insgesamt prognostizieren wir für die nächsten zwei Geschäftsjahre einen noch zufrieden stellenden Geschäftsverlauf, wobei das voraussichtliche Wachstum insbesondere vom Kreditgeschäft bestimmt sein wird. Wesentliche Chancen sehen wir im Hinblick auf den voraussichtlichen Geschäftsverlauf insbesondere, wenn entgegen unserer Annahme die Nachfrage im Kreditgeschäft deutlich stärker als erwartet zunimmt. Wesentliche Risiken in der geschäftlichen Entwicklung resultieren vorwiegend aus einem unerwartet hohen Zinsanstieg, der sich negativ auf die Kreditnachfrage auswirken und zu einer kurzfristig eintretenden Verteuerung der Passivsätze führen kann. Sollten die in Vorjahren zu verzeichnenden wettbewerbsbedingten Einlagenabflüsse, z. B. zu Direktbanken, entgegen unserer Erwartungen unverändert anhalten, besteht das Risiko, dass unsere prognostizierten Wachstumsraten im Einlagengeschäft nicht einzuhalten sind. Vermögens- und FinanzlageNach unseren Planungsrechnungen, die insbesondere auf den zuvor genannten bzw. den zur Ertragslage dargestellten Prämissen beruhen, erwarten wir eine weitere Stärkung unserer Eigenmittel durch die voraussichtliche künftige Dotierung der Rücklagen und durch die Stärkung der versteuerten Vorsorgereserven gemäß § 340f und § 340g HGB. Die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses aus dem Geschäftsjahr 2014 wird, wenn die Generalversammlung dem Vorschlag zustimmt, zu einer Erhöhung der Eigenmittel im Sinne des Artikels 72 der CRR um ca. 1,2 Mio. EUR führen. Die bankenaufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung werden wir auch in den folgenden Jahren mit ausreichendem Spielraum einhalten. Die im Abschnitt VI. dargestellten Risiken der künftigen Entwicklung werden nach unserer Einschätzung keine wesentliche Auswirkung auf die Vermögenslage der nächsten zwei Jahre haben. Chancen, die zu einer besseren Entwicklung der Vermögens- und Ertragslage führen können, sehen wir in der konsequenten Umsetzung unserer Vertriebsstrategie für Privat- und Firmenkunden. ErtragslageAuf der Grundlage unserer Zinsprognose, die von einem in 2015 und 2016 insgesamt gleichbleibenden niedrigen Zinsniveau ausgeht, sowie unter Berücksichtigung unserer dargestellten Erwartungen zum voraussichtlichen Geschäftsverlauf im Kredit- und Einlagengeschäft, rechnen wir für 2015 mit einem steigenden Zinsergebnis. Für 2016 rechnen wir dann mit einem rückläufigen Zinsergebnis. Unser Provisionsergebnis wird auch in den nächsten beiden Jahren durch die Erträge aus der Kontoführung, dem Zahlungsverkehr, dem Wertpapiergeschäft, der Kreditvermittlung und der Immobilienvermittlung geprägt sein. Die Personalaufwendungen werden über dem Niveau des Berichtsjahres liegen. Neben einem erhöhten Personalbestand berücksichtigen wir zudem tarifliche Gehaltssteigerungen in Höhe von rund 3,0 % für 2015 und 1,2 % für das Jahr 2016. Wir gehen von einem leichten Rückgang bei den sonstigen Verwaltungsaufwendungen aus. Hingegen planen wir in Folgejahren höhere Abschreibungen auf Sachanlagen durch die Umbaumaßnahme unserer Hauptstelle in Much. Für 2015 prognostizieren wir ein Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von rund 2,3 Mio. EUR. Auf der Grundlage der erwarteten Erträge und Aufwendungen rechnen wir mit einer Cost-Income-Ratio in Höhe von ca. 71 %. Für das Jahr 2016 planen wir ein Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 2,0 Mio. EUR sowie eine Cost-Income-Ratio von ca. 74 %. Aus der Bewertung von Forderungen und Wertpapieren erwarten wir für die folgenden beiden Jahre steigende Aufwendungen. Grundlage unserer Planungen sind insbesondere die im Abschnitt VI. beschriebenen Rating- und Scoringmodelle. Unter Berücksichtigung der Steueraufwendungen rechnen wir für 2015 mit einem Jahresüberschuss auf dem Niveau von 2014. In 2016 rechnen wir mit einem geringeren Jahresüberschuss. Die im Zusammenhang mit der prognostizierten Ertragslage stehenden Risiken resultieren insbesondere aus dem Zinsänderungsrisiko und den Adressausfallrisiken. Zusätzliche wesentliche Ertragschancen sehen wir insbesondere für den Fall einer deutlich steileren Zinsstrukturkurve als von uns prognostiziert. Im Falle des Beschlusses einer Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Sankt Augustin eG durch die Vertreter- bzw. Generalversammlung sehen wir die Möglichkeit der Verbesserung der Kostensituation und der Marktdurchdringung.
Ruppichteroth, 19.03.2015 Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth eG Der Vorstand: Ralf Löbach Andre Schmeis |
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