Volksbank Ulm-Biberach eG

Stammdaten

Register
Amtsgericht Ulm GnR 1
Vorher
Ulmer Volksbank eG
Eingetragen
26.6.1872
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsBeteiligungsgesellschaftenKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Gegenstand des Unternehmens ist die Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften sowie Dienstleistungsgeschäften, insbesondere a) die Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Einlagen; b) die Gewährung von Krediten aller Art; c) die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften; d) die Durchführung des Zahlungsverkehrs; e) die Durchführung des Auslandgeschäfts einschließlich des Anund Verkaufs von Devisen und Sorten; f) die Vermögensberatung, Vermögensvermittlung und Vermögensverwaltung g) der Erwerb und die Veräußerung sowie die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten sowie der Erwerb und die Veräußerung, die Vermietung und Verpachtung und die Verwaltung von Immobilien und die Bebaung von Grundstücken; h) die Vermittlung oder der Verkauf von Bausparverträgen, Versicherungen und Reisen; i) Dienstleistungen im Bereich der persönlichen Vorsorge und des täglichen Lebens.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Thomas Ernst Schick
seit 29.9.2023
Prokura
Julian Scherer
seit 22.12.2022
Prokura
Daniel Preiß
seit 22.12.2022
Prokura
Jürgen Thanner
seit 22.12.2022
Prokura
Prokura
Michael Vogel
seit 26.4.2021
Prokura
Peter Weggenmann
seit 6.10.2020
Prokura
Prokura
Prokura
Alexander Schulze
seit 15.7.2019
Vorstandsmitglied
Elmar Betz
seit 26.7.2017
Prokura
Axel Stork
seit 26.7.2017
Prokura
Prokura
Andre Kotolinski
seit 26.7.2017
Prokura
Frank Mosthof
seit 3.11.2015
Prokura
Stefan Josef Hell
seit 11.11.2013
Vorstandsmitglied
Berthold Hirschmann
seit 29.5.2012
Prokura
Markus Hermann
seit 29.5.2012
Prokura
Henning Dr. von Sethe
seit 19.5.2011
Prokura
Josef Schneiderhan
seit 18.7.2008
Prokura

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Volksbank Ulm-Biberach eG

Ulm

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 der Volksbank Ulm-Biberach eG

I. Geschäftsverlauf

 1. Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Kreditgenossenschaften

 Deutsche Wirtschaft und Finanzmarkt

 Kreditgenossenschaften

 2. Entwicklung der Volksbank Ulm-Biberach eG

 Geschäftsentwicklung

 Ertragslage

 Finanz- und Liquiditätslage

  Kapitalstruktur

  Investitionen

  Liquidität

 Vermögenslage

  Eigenkapital

  Kundenforderungen

  Wertpapieranlagen

  Bankenforderungen

  Derivatgeschäfte

Personal- und Sozialbereich

Geschäftsstellen, Niederlassungen/Zweigniederlassungen

Zusammenfassende Beurteilung der Lage

II. Risikobericht

 Gesamtbanksteuerung, Risikomanagement

 Überwachung und Steuerung

  Adressausfallrisiken

  Marktpreisrisiken

  Liquiditätsrisiken

  Operationelle Risiken

  Beteiligungsrisiken

  Immobilienrisiken

Internes Kontrollsystem

Interne Revision als prozessunabhängige Überwachung

Mitgliedschaft in der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V.

Zusammenfassende Beurteilung zu den Risiken

III. Voraussichtliche Entwicklung (Prognosebericht)

 Ertragslage

 Finanz- und Liquiditätslage

 Vermögenslage

 Chancen und Risiken

 Zusammenfassende Würdigung

IV. Erklärung zur Unternehmensführung

V. Nichtfinanzielle Berichterstattung

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 der Volksbank Ulm-Biberach eG

Geschäftsverlauf

1. Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Kreditgenossenschaften

(Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken zur Entwicklung der Wirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland sowie an den Finanzmärkten im Jahr 2023 vom 4. März 2024 und zur Geschäftsentwicklung der Genossenschaftsbanken im Jahre 2023 vom 6. März 2024)

Deutsche Wirtschaft und Finanzmarkt

Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Überlagert wurden diese zudem von dem andauernden Arbeits- und Fachkräftemangel und den hohen Unsicherheiten, beispielsweise über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahostkonflikts und dem wirtschaftspolitischen Kurs nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 Prozent, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (1,8 Prozent). Die Inflationsrate verminderte sich zwar von 6,9 Prozent im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5,9 Prozent in 2023. Der Preisauftrieb blieb damit aber weiterhin ausgesprochen hoch.

Nach einer Erholung im Vorjahr um 3,9 Prozent gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,7 Prozent zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise. Die Privathaushalte gaben insbesondere für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte sowie Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren erheblich weniger aus, trotz der vielfach deutlichen Lohn- und Gehaltssteigerungen und der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage. Die staatlichen Konsumausgaben verminderten sich mit dem Wegfall von pandemiebedingten Sonderausgaben ebenfalls. Der Staatskonsum, der 2022 noch um 1,6 Prozent gestiegen war, sank um deutliche 1,5 Prozent. Insgesamt trugen die Konsumausgaben mit einem Beitrag von -0,7 Prozentpunkten wesentlich zum Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts bei.

Ähnlich wie bereits im Vorjahr zeigte sich die Investitionskonjunktur gespalten. Einerseits legten die Investitionen in Ausrüstungen wie Fahrzeuge und Maschinen erneut zu, wenn auch schwächer als 2022 (3,0 nach 4,0 Prozent). Andererseits gaben die Bauinvestitionen, die im Vorjahr um 1,8 Prozent gesunken waren, abermals nach. Sie wurden noch stärker als die Ausrüstungsinvestitionen durch die rasant steigenden Leitzinsen ausgebremst und verminderten sich um 2,7 Prozent. Neben dem zinsbedingten Nachfragerückgang, von dem der Wohnungsbau noch stärker als der Gewerbebau betroffen war, belastete die nur langsam nachlassende Baupreisdynamik das Investitionsgeschehen. Somit ging von den Bruttoanlageinvestitionen ein leicht negativer Impuls (-0,1 Prozentpunkte) für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus.

Der Außenhandel konnte 2023 nicht an die deutlichen Zuwächse im Jahr 2022 anknüpfen. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken um 2,2 beziehungsweise 3,4 Prozent, nachdem sie im Vorjahr noch um 3,3 beziehungsweise 6,6 Prozent gestiegen waren. Maßgeblich für den Rückgang der Exporte war die schwächer werdende weltwirtschaftliche Entwicklung. Zudem belasteten die hohen inländischen Energiekosten, insbesondere in den energieintensiven Produktionsbereichen. Dämpfend auf die Importe wirkte die schwache inländische Produktions- und Konsumentwicklung. Da die Importe stärker sanken als die Exporte, wirkte der Außenhandel rechnerisch mit einem Wachstumsbeitrag von 0,6 Prozentpunkten dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts entgegen.

Die staatlichen Einnahmen expandierten 2023 stärker als die Ausgaben. Zum Einnahmenwachstum trugen steigende Sozialbeiträge und höhere Verkaufserlöse bei, wie aus dem 49-Euro-Ticket, welche über den öffentlichen Personenverkehr dem Sektor Staat zugerechnet werden. Beim Ausgabenwachstums waren Anpassungen bei den Renten und Pensionen sowie höhere Zinsaufwendungen die Treiber. Hinzu kamen umfangreiche Mehrausgaben zur Abmilderung der Energiekrise. Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit gab in Relation zum nominal kräftig gestiegenen Bruttoinlandsprodukt leicht von 2,5 Prozent im Vorjahr auf 2,1 Prozent nach. Die staatliche Schuldenquote, die 2022 noch bei 66,1 Prozent lag, dürfte auf rund 65 Prozent gesunken sein.

Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Millionen im Vorjahr auf 2,6 Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 Prozent aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und nur leicht über dem Stand von 2022. Die Erwerbstätigenzahl kletterte im Vorjahresvergleich um gut 300.000 auf einen neuen Rekordwert von rund 45,9 Millionen Menschen.

Im Jahresdurchschnitt 2023 zeigte die Inflationsrate einen klar rückläufigen Trend. So fiel diese bis Dezember auf 3,7 Prozent. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie. Angesichts staatlicher Entlastungsmaßnahmen und rückläufiger Notierungen für Energieträger verteuerten sich Energieprodukte 2023 um unterdurchschnittliche 5,3 Prozent, nach einem enormen Anstieg um 29,7 Prozent im Vorjahr. Bei Nahrungsmitteln hielt hingegen der hohe Preisauftrieb mit 12,4 Prozent, nach einer Erhöhung um 13,4 Prozent im Vorjahr, nahezu ungebremst an.

Inflations- und Zinserwartungen sowie die Entscheidungen der Notenbanken prägten die Anleihemärkte 2023 in Form hoher Volatilität. Die zehnjährige Bundesanleihe erreichte ihre maximale Rendite von 2,97 Prozent am 28. September 2023. Im vierten Quartal, und insbesondere zum Jahresende, erholten sich die Kurse der Anleihen jedoch deutlich, wodurch die zugehörigen Renditen sanken. Die zehnjährige Bundesanleihe erbrachte zum Jahresende mit 2,03 Prozent ein Fünftel weniger Rendite als zum Jahresanfang. Ähnlich entwickelten sich andere Anleihen des Euroraumes.

Der Euro wertete im Verlauf des Jahres 2023 gegenüber dem US-Dollar leicht auf. Er blieb dennoch relativ anfällig und reagierte insbesondere auf Veränderungen der geopolitischen Lage und das Zinsverhalten der Europäische Zentralbank (EZB). Da die Finanzmärkte zum Jahresende für die USA bereits deutliche Leitzinssenkungen im Jahr 2024 einpreisten, konnte der Euro das Jahr 2023 mit 1,10 US-Dollar beschließen.

Der DAX schloss das Jahr 2023 mit 16.751,64 Punkten und auf Jahressicht um 20,3 Prozent im Plus ab.

Kreditgenossenschaften

In einem gesamtwirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld konnten die 697 Kreditgenossenschaften ihr Kredit- und Einlagengeschäft mit ihren über 30 Millionen Privat- und Firmenkunden im Geschäftsjahr 2023 teilweise leicht ausweiten. Im Vergleich zu den Vorjahren verlor das bilanzielle Kundengeschäft jedoch insgesamt an Dynamik. Die addierte Bilanzsumme aller Genossenschaftsbanken blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 1.175 Milliarden Euro weitgehend konstant.

Das Kreditgeschäft der Volksbanken und Raiffeisenbanken hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv entwickelt. Die hohen Wachstumsraten der Vorjahre wurden aber nicht wieder erreicht. Per Dezember 2023 nahmen die Kreditbestände an Nichtbanken um 20 Milliarden Euro oder 2,6 Prozent auf 777 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zu. Die Zinserhöhungen durch die EZB bremsten insbesondere auf Privatkundenseite das langfristige Immobilienneugeschäftsvolumen deutlich. Höhere Kreditzinsen und sinkender Mittelbedarf für Anlageinvestitionen reduzierten die Kreditnachfrage auf der Firmenkundenseite.

Die Kundeneinlagen der Genossenschaftsbanken blieben in Summe weitgehend konstant. Sie sanken leicht im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Milliarden Euro oder 0,2 Prozent auf 860 Milliarden Euro. Zulegen konnten die Termineinlagen, die insgesamt um 93 Milliarden Euro oder 166,3 Prozent auf 149 Milliarden Euro stiegen. Der Bestand an Sparbriefen stieg um 15 Milliarden Euro oder 260,1 Prozent auf 21 Milliarden Euro. Die Sichteinlagen sanken um 77 Milliarden Euro oder 12,3 Prozent auf 548 Milliarden Euro. Die Spareinlagen schmolzen um 33 Milliarden Euro oder 19,0 Prozent auf 141 Milliarden Euro ab.

Der Konsolidierungsprozess unter den Instituten setzte sich gegenüber dem Vorjahr in einem leicht erhöhten Umfang fort. Die Zahl der selbstständigen Kreditgenossenschaften sank fusionsbedingt im Vergleich zum Vorjahr um 40 oder 5,4 Prozent auf 697. Verminderte Kundenkontakte in der Filiale und die weiter voranschreitende Nutzung der Digitalisierung zeigen sich deutlich in einem grundlegenden Strukturwandel. Die Zahl der Zweigstellen sank im zurückliegenden Jahr um 265 oder 3,9 Prozent auf 6.510, die Zahl der Bankstellen (Hauptstellen und personenbesetzte Zweigstellen) um 305 oder 4,1 Prozent auf 7.207 und die Zahl der SB-Stellen um 217 oder 5,3 Prozent auf 3.885.

Im Jahr 2023 steigerten die Genossenschaftsbanken das bilanzielle Eigenkapital um 3,2 Prozent auf 64 Milliarden Euro. Die Rücklagen legten um 2,6 Prozent auf 47 Milliarden Euro zu und die Geschäftsguthaben (gezeichnetes Kapital) wuchsen um 4,8 Prozent auf 17 Milliarden Euro.

2. Entwicklung der Volksbank Ulm-Biberach eG

Als Genossenschaftsbank beruht unser Geschäftszweck darauf, die wirtschaftliche Entwicklung unserer Mitglieder und Kunden zu begleiten und zu fördern. Darin gründet auch eine regionale Bindung an unser Geschäftsgebiet. Die Bank betreibt das Privatkundengeschäft und das Geschäft mit gewerblichen und kommunalen Kunden. Als Ergänzung zum Geschäft mit unseren Mitgliedern und Kunden betreiben wir das Eigengeschäft in Finanzmarktinstrumenten zur Liquiditäts-, Ertrags- und Risikosteuerung. Darüber hinaus nutzen wir das Leistungsangebot innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Das Geschäftsgebiet ist im Rahmen des Präsenzgeschäftes auf die Regionen, in denen die Bank vertreten ist, ausgerichtet. In Ergänzung hierzu stellt die Bank ihre Online-Angebote bundesweit zur Verfügung.

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung steuern und planen wir die Entwicklung unseres Institutes auf Grundlage von Kennzahlen und Limiten. Dabei verwenden wir die folgenden bedeutsamsten finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen:

Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank wird die Relation des Betriebsergebnisses vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme festgelegt. Das Betriebsergebnis vor Bewertung (im betriebswirtschaftlichen Sinne) ist das um Bewertungsergebnisse und betriebswirtschaftlich außerordentliche Faktoren bereinigte Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit. Die Kennzahl misst die Ertragskraft der Bank in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme. Das Betriebsergebnis vor Bewertung in dieser Definition kann vom aus der Gewinn- und Verlustrechnung abgeleiteten Betriebsergebnis vor Bewertung abweichen.

Als Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit/Effizienz oder Produktivität unseres Instituts wurde das Kosten-Ertrags-Verhältnis bestimmt. Es stellt das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis sowie dem Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen dar. Bei der Berechnung werden betriebswirtschaftlich außerordentliche Faktoren eliminiert.

Das Wachstum der bilanziellen Kundenkredite definieren wir als Indikator für die Generierung von Erträgen für die zukünftige Ertragskraft beziehungsweise die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Wir streben ein nachhaltiges jährliches Wachstum von rund 3,0 Prozent bei den Kundenkrediten an. Das Einlagengeschäft betrachten wir als wesentliche Quelle für eine solide Refinanzierung unseres bilanziellen Kundenkreditgeschäftes. Hierbei streben wir ein nachhaltiges jährliches Wachstum von rund 2,0 Prozent an.

Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank durch nachhaltiges Wachstum werden im Kontext steigender Kapitalanforderungen angemessene Eigenmittel benötigt. Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Kapitalausstattung dient die aufsichtsrechtlich festgelegte Kernkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 b) CRR.

Daneben haben wir die Mitglieder-/Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterzufriedenheit als bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikator definiert. Diese werden regelmäßig durch Mitarbeiter- und Kundenbefragungen erhoben, wobei die Zielgröße mit 1,75 definiert ist.

Geschäftsentwicklung

Die Volksbank Ulm-Biberach eG blickt trotz der schwierigen Rahmenbedingungen auf ein erfreuliches Geschäftsjahr 2023 zurück. Im Wesentlichen dauerte die wirtschaftliche Schwächephase, welche bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetreten ist, das gesamte Jahr 2023 an. Mehrere dämpfende Einflüsse überlagerten sich vielfach. Die Belastungen aus der hohen Inflation schwanden nur langsam. Im Jahresverlauf wurden infolgedessen weitere Zinserhöhungen durch die westlichen Notenbanken durchgeführt, welche zu zunehmend höheren Kreditzinssätze führten. Weitere wesentliche Einflüsse sind weiterhin Materialengpässe, Fachkräftemangel und hohe geopolitische Unsicherheiten. Trotz dieser Belastungen konnte sich die Bank positiv weiterentwickeln. Insbesondere im Kundengeschäft hat sie wiederum solide Wachstumsraten erzielt, was auch im Einklang mit der strategischen Ausrichtung der Bank steht.

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen 2022 um 250 Basispunkte erhöht hatte, vollzog sie 2023 sechs weitere Zinserhöhungen um insgesamt 200 Basispunkte. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte sie mit 4,50 Prozent für die Hauptrefinanzierungsfazilität am 20. September 2023. Im Geschäftsjahr 2023 waren die Auswirkungen der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich zu spüren. Die Kreditnehmer sehen sich mit weiter erhöhten Finanzierungskosten konfrontiert. Gewerblichen Finanzierungen wurden über das ganze Jahr weiterhin rege nachgefragt. Die Zurückhaltung im Baufinanzierungsgeschäft, vor allem auf der Privatkundenseite, hielt aufgrund gestiegener Zinsen sowie höherer Material- und Energiekosten weiter an. Die Privatkunden haben mit Blick auf die bestehenden Unsicherheiten bei der Geldanlage unverändert sehr bewusst auf Sicherheit gesetzt. Zinsniveaubedingt waren Termineinlagen gefragt. Dies führte zu einem weiteren Wachstum der Kundeneinlagen.

Die Entwicklung der von uns definierten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2023 stellt sich wie folgt dar:

Unser Betriebsergebnis vor Bewertung lag mit 0,75 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme laut Erfolgsübersicht um 11,9 Prozent über dem geplanten Wert von 0,68 Prozent. Unser Betriebsergebnis vor Bewertung nach interner Steuerung lag mit 0,87 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme um 27,9 Prozent über dem geplanten Wert von 0,68 Prozent. Auch das Kosten-Ertrags-Verhältnis stellte sich im Jahr 2023 mit 69,2 Prozent gemäß Erfolgsübersicht (CIR nach interner Steuerung 64,9 Prozent) besser dar als der geplante Wert von 69,8 Prozent. Das geplante Wachstum bei den Kundenkrediten und Kundeneinlagen wurde übertroffen.

Bei den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren konnten wir das hohe Niveau in der Kundenzufriedenheit knapp behaupten. Der Wert lag bei 1,96 (2022: 1,81). Bei der Mitarbeiterzufriedenheit ergab sich ein Wert von 1,86 (2019: 1,92). Die Auswertung erfolgte anhand einer Notenskala von Eins bis Fünf, wobei die Eins die beste Note darstellte.

Bilanzsumme Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 4.716.692 4.517.380 199.312 4,4
Außerbilanzielle Geschäfte* 456.284 622.561 -166.277 -26,7

* Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), 2 (andere Verpflichtungen/Kreditzusagen).

Derivative Geschäfte sind in diesem Posten nicht enthalten.

Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 199 Millionen Euro erhöht. Neben dem wiederum soliden Wachstum bei den Kundenforderungen wurden auch die Wertpapieranlagen deutlich gesteigert. Die außerbilanziellen Geschäfte reduzierten sich im Wesentlichen durch den Rückgang bei den Kreditzusagen. Darüber hinaus bestehen am Bilanzstichtag Zinsswaps des Nichthandelsbestands mit einem Nominalvolumen in Höhe von 170 Millionen Euro, die zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos eingesetzt werden.

Aktivgeschäft Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 3.377.903 3.253.488 124.415 3,8
Wertpapieranlagen 688.504 569.392 119.111 20,9
Forderungen an Kreditinstitute 360.998 412.057 -51.059 -12,4

Die Kundenforderungen nahmen um 124 Millionen Euro beziehungsweise 3,8 Prozent zu. Damit lag das Wachstum über dem Planwert. Das prognostizierte Wachstum in Höhe von 3,0 Prozent konnte, trotz deutlich geringerer Nachfrage nach Wohnbaudarlehen, durch eine unverändert rege Nachfrage nach gewerblichen Darlehen überschritten werden.

Das gesamte betreute Kundenkreditvolumen, welches auch das bilanzunwirksame Geschäft umfasst, lag am Bilanzstichtag bei rund 4.283 Millionen Euro (Vorjahr 4.132 Millionen Euro).

Die Wertpapieranlagen erhöhten sich aufgrund von Wertpapierkäufen und Zukäufen bei den Spezialfonds im Jahr 2023 von 569 Millionen Euro auf 689 Millionen Euro. Die Forderungen an Kreditinstitute verringerten sich von 412 Millionen Euro auf 361 Millionen Euro.

Passivgeschäft Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 840.708 758.592 82.116 10,8
Spareinlagen 666.202 906.709 -240.507 -26,5
andere Einlagen 2.692.283 2.356.366 335.917 14,3
Nachrangige Verbindlichkeiten 26.605 26.605 0 0,0

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich durch an Kunden weitergeleitete Fördermittel und aufgenommene Refinanzierungsmittel um rund 82 Millionen Euro.

Nach wie vor ist das Anlageverhalten unserer Kunden von einer starken Nachfrage nach liquiden und sicheren Anlagen geprägt. Es ist festzustellen, dass angesichts der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank Umschichtungen in Termineinlagen vorgenommen wurden. Dies und Umschichtungen der Kunden in Wertpapieranlagen haben zu dem rückläufigen Bestand der Spareinlagen beigetragen. Insgesamt stiegen die Kundeneinlagen (ohne nachrangige Verbindlichkeiten) um 95 Millionen Euro oder 2,9 Prozent. Damit lag das Wachstum über dem Planwert. Das prognostizierte Wachstum in Höhe von 1,0 Prozent konnte durch eine entsprechende Preis- und Produktpolitik überschritten werden.

Das gesamte betreute Kundenanlagevolumen erhöhte sich auf 6.322 Millionen Euro (Vorjahr 5.935 Millionen Euro). Der Zuwachs der bilanzunwirksamen Kundengelder belief sich auf 10,9 Prozent und ist auf eine positive Tendenz an den Finanzmärkten zurückzuführen.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 14.349 13.144 1.205 9,2
Vermittlungserträge 4.976 6.557 -1.581 -24,1
Erträge aus Zahlungsverkehr 13.721 12.751 970 7,6

Die Erträge im Wertpapiergeschäft und Zahlungsverkehrserträge entwickelten sich positiv und konnten die Rückgänge in den Vermittlungserträgen deutlich überkompensieren.

Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten haben sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1 73.683 67.569 6.114 9,0
Provisionsüberschuss 2 37.568 35.656 1.912 5,4
Verwaltungsaufwendungen 74.172 71.563 2.609 3,6
a) Personalaufwendungen 48.660 45.263 3.397 7,5
b) andere Verwaltungs- aufwendungen 25.512 26.300 -788 -3,0
Betriebsergebnis vor Bewertung 3 34.973 29.942 5.031 16,8
Bewertungsergebnis 4 -2.323 -14.141 11.818 -83,6
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 32.832 15.858 16.974 107,0
Steueraufwand 8.062 1.020 7.042 690,4
- latenten Steuern -1.024 -6.477 5.453 -84,2
für allgemeine Bankrisiken 20.283 11.800 8.483 71,9
Jahresüberschuss 4.487 3.038 1.449 47,7
1 GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3 3 gemäß Erfolgsübersicht
2 GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6 4 Saldo aus den GuV-Posten 13 bis 16

Der mit 73,7 Millionen Euro ausgewiesene Zinsüberschuss erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 6,1 Millionen Euro beziehungsweise um 9,0 Prozent. Der prognostizierte Zinsüberschuss in Höhe von leicht unter 67,6 Millionen Euro wurde infolge der Zinsentwicklung deutlich übertroffen. Die Zinserträge stiegen stark an, während die Zinsaufwendungen insbesondere bei den Kundeneinlagen deutlich geringer waren als geplant.

Der Provisionsüberschuss erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 1,9 Millionen Euro beziehungsweise um 5,4 Prozent. Dies ist insbesondere auf die positive Entwicklung des Wertpapiergeschäfts, Zahlungsverkehrs und Auslandszahlungsverkehrs zurückzuführen. Damit entsprach der Provisionsüberschuss dem prognostizierten Planwert.

Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich insgesamt um rund 2,6 Millionen Euro beziehungsweise um 3,6 Prozent. Die Personalkosten stiegen um rund 3,4 Millionen Euro beziehungsweise um 7,5 Prozent. Bei der Entwicklung der Personalaufwendungen sind Einmaleffekte in Höhe von 5,3 Millionen Euro (im Vorjahr 2,0 Millionen Euro) zu betrachten. Durch diese Einmaleffekte soll vor allem eine künftige Belastung der Ertragslage aus Verpflichtungen von Pensionszusagen begrenzt werden. Bereinigt um diese Effekte liegt der Personalaufwand auf Vorjahresniveau. Die Verwaltungsaufwendungen reduzierten sich damit um 0,8 Millionen Euro beziehungsweise um 3,0 Prozent.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen verringerten sich um rund 0,8 Millionen Euro beziehungsweise um 3,0 Prozent hauptsächlich aufgrund niedrigerer Prüfungs- und Beratungsaufwendungen.

Der Verwaltungsaufwand und die bereinigten Personalaufwendungen entsprachen den Prognosewerten.

Um die Sondereinflüsse im Bereich Personalaufwand bereinigt, erhöhte sich das Betriebsergebnis vor Bewertung gegenüber dem Vorjahr um rund 8,3 Millionen Euro beziehungsweise um 27,7 Prozent. Die bankintern ermittelte, betriebswirtschaftlich steuerungsrelevante, Cost-Income-Ratio liegt bereinigt bei 64,9 Prozent. Der nach handelsrechtlichen Grundsätzen um periodenfremde Aufwendungen und Erträge bereinigte Wert liegt bei 69,4 Prozent.

Unser Betriebsergebnis vor Bewertung lag mit 0,75 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme laut Erfolgsübersicht um 11,9 Prozent über dem geplanten Wert von 0,68 Prozent. Unter Betriebsergebnis vor Bewertung nach interner Steuerung lag mit 0,87 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme um 27,9 Prozent über dem geplanten Wert von 0,68 Prozent. Auch das Kosten-Ertrags-Verhältnis stellte sich im Jahr 2023 mit 69,2 Prozent gemäß Erfolgsübersicht (CIR nach interner Steuerung 64,9 Prozent) besser dar als der geplante Wert von 69,8 Prozent. Das geplante Wachstum bei den Kundenkrediten und Kundeneinlagen wurde übertroffen.

Beim Kundenkreditgeschäft ergab sich per saldo ein negatives Bewertungsergebnis in Höhe von rund 6,1 Millionen Euro. Die Bank wendete für das Geschäftsjahr 2023 die Vorgaben zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen nach IDW RS BFA 7 an.

Im Wertpapierbereich ergaben sich in Folge der rückläufigen Marktrenditen bilanzielle, zinsinduzierte Kurswertzuschreibungen in Höhe von rund 3,8 Millionen Euro.

Das Bewertungsergebnis weist somit insgesamt einen negativen Wert von rund 2,3 Millionen Euro aus. In 2022 wurde ein negatives Bewertungsergebnis von rund 14,1 Millionen Euro ausgewiesen. Insgesamt sind unsere Risikopositionen vorsichtig bewertet und alle erkennbar notwendigen Wertberichtigungen vorgenommen worden. Unsere Wertpapiere haben wir grundsätzlich nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Eine Ausnahme stellen die in 2022 aus der Liquiditätsreserve in das Anlagevermögen umgewidmeten Wertpapiere dar, die nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet werden.

Unser Prognosewert im Bereich Adressausfallsrisiken in Höhe von 11,3 Millionen Euro wurde trotz der zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit 6,1 Millionen Euro deutlich unterschritten. Bei den Eigenanlagen hatten wir keinen erhöhten Abschreibungsbedarf prognostiziert. Das Bewertungsergebnis im Eigengeschäft wurde durch die deutlichen Zinssenkungen zum Jahresende übertroffen.

Im Vergleich zum Vorjahr lag das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit um rund 17,0 Millionen Euro beziehungsweise 107,0 Prozent höher.

Nach Steuern und der Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken mit 20,3 Millionen Euro verbleibt ein Jahresüberschuss von 4,5 Millionen Euro. Dieser erlaubt neben den bereits für unsere Mitglieder berücksichtigten Bonuszahlungen die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 3,0 Prozent sowie eine Zuführung zu den gesetzlichen und den anderen Ergebnisrücklagen von insgesamt 2,3 Millionen Euro. Die Kapitalrendite, als Verhältnis von Jahresüberschuss nach Steuern zur Bilanzsumme, lag bei 0,10 Prozent (Vorjahr 0,07 Prozent).

Unsere Mitglieder erhalten zusätzlich zur Dividende einen VR-Mitgliederbonus, welche abhängig von der Intensität ihrer Geschäftsbeziehung individuell pro Mitglied ausbezahlt wird.

Finanz- und Liquiditätslage

Kapitalstruktur

Die Kundeneinlagen haben mit einem Anteil von ca. 71,2 Prozent der Bilanzsumme einen maßgeblichen Anteil an der Kapitalstruktur der Passiva. Diese setzen sich überwiegend aus kurzfristig verfügbaren Kontokorrent-, Tagesgeld- und Spareinlagen zusammen. Diese Kundeneinlagen ermöglichen zusammen mit den Refinanzierungen bei Kreditinstituten (17,8 Prozent der Bilanzsumme) die Finanzierung des Kundenkreditgeschäfts.

Daneben stehen uns Refinanzierungen bei der genossenschaftlichen Zentralbank und der Deutschen Bundesbank zur Verfügung.

Investitionen

Vor allem haben sich Investitionen in der Betriebs- und Geschäftsausstattung und in der EDV-Ausstattung von 1.120 TEUR ergeben.

Liquiditätslage

Auch im abgelaufenen Jahr war die Zahlungsbereitschaft unserer Bank stets gegeben. Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen für die Liquidität wurden jederzeit eingehalten.

Der nach der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 2015/61 einzuhaltende Mindestwert für die Liquidity Coverage Ratio (LCR) ist mit mindestens 100 Prozent zu erfüllen. Zum 31. Dezember 2023 lag die LCR-Kennzahl der Bank bei 133 Prozent (Vorjahr 137 Prozent), wodurch die Anforderung gut eingehalten wurde. Die tägliche Liquiditätsdisposition stellt die Zahlungsbereitschaft jederzeit sicher.

Mit Einführung der CRR II zum 28. Juni 2021 ist auch die Net Stable Funding Ratio (NSFR) als aufsichtsrechtliche Kennziffer für die stabile Refinanzierung mit 100 Prozent einzuhalten. Am Bilanzstichtag lag die Kennziffer bei 120 Prozent (Vorjahr 123 Prozent), wodurch diese Anforderung gut erfüllt wurde.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr kam es zu starken Zinserhöhungen an den Interbanken- und Kapitalmärkten. Wir profitierten weiterhin von den engen regionalen Geschäftsbeziehungen mit unseren Privat- und Firmenkunden und sind dadurch weitgehend vom Interbankengeschäft unabhängig. Der Anteil der Kundeneinlagen an der Bilanzsumme lag bei 71,2 Prozent (Vorjahr 72,2 Prozent).

Vermögenslage

Eigenkapital

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten gemäß Capital Requirements Regulation (CRR) stellen sich wie folgt dar:

Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1 471.270 448.944 22.327 5,0
Eigenmittel 2 470.357 462.438 7.919 1,7
Harte Kernkapitalquote 11,6 % 11,9 %
Kernkapitalquote 11,6 % 11,9 %
Gesamtkapitalquote 13,5 % 13,9 %

1 hierzu rechnen die Passivposten 9 (Nachrangige Verbindlichkeiten), 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital)

2 gemäß Artikel 72 CRR

Die Eigenkapitalstruktur ist geprägt von den Geschäftsguthaben der Mitglieder, den erwirtschafteten Rücklagen und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Die europaweit geltenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen an eine ausreichende Ausstattung mit haftenden Eigenmitteln haben wir über das gesamte Geschäftsjahr gut erfüllt. Zum Bilanzstichtag lagen die harte Kernkapitalquote und die Kernkapitalquote jeweils bei 11,6 Prozent. Der Prognosewert von 11,5 Prozent wurde damit leicht übertroffen. Die Gesamtkapitalquote wurde während des Jahres 2023 ebenfalls stets eingehalten und lag am Jahresende bei 13,5 Prozent.

Für 2023 führen die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken mit 20,3 Millionen Euro und der höhere Bilanzgewinn zu einem Anstieg beim bilanziellen Eigenkapital um 5,0 Prozent.

Der Anstieg bei den Eigenmitteln in 2023 resultierte im Wesentlichen aus den Zuwächsen im harten Kernkapital. Dies waren, aus dem Vorjahresergebnis, neben der Rücklagendotierung vor allem die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 11,8 Millionen Euro.

Die Kapitalquoten zeigen sich aufgrund des unter dem Anstieg der Eigenmittelanforderungen liegenden Zuwachses des harten Kernkapitals, des Kernkapitals und des Gesamtkapitals leicht vermindert.

Mit Blick auf die Entwicklung der Bank haben wir zur nachhaltigen Sicherung ihrer inneren Stärke vorgesehen, durch die Rücklagendotierung aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres und die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken eine angemessene Steigerung des erwirtschafteten versteuerten Eigenkapitals vorzunehmen. Der erhöhte Fonds für allgemeine Bankrisiken stärkt damit das harte Kernkapital.

Unsere Ausstattung mit Eigenmitteln ermöglicht uns somit einen angemessenen Handlungsspielraum für die weitere Geschäftsentwicklung.

Kundenforderungen

Die Kundenforderungen zeigen mit 3.378 Millionen Euro und einem Anteil von 71,6 Prozent (Vorjahr 72,0 Prozent) an der Bilanzsumme die besondere Bedeutung unseres Kundenkreditgeschäfts. Ziel unserer Kreditpolitik ist eine ausgewogene branchen- und größenmäßige Streuung der einzelnen Engagements, wobei wir uns auf unser Geschäftsgebiet konzentrieren.

Auf Privatpersonen entfallen 47,3 Prozent und auf gewerbliche Kunden 52,6 Prozent der Kundenkredite. Bei den gewerblichen Krediten zählen das Grundstücks- und Wohnungswesen mit einem Anteil von 11,8 Prozent und das Baugewerbe mit 8,1 Prozent zu den größten Branchen. Der Anteil der Kredite ab 2,5 Millionen EUR beträgt 1,5 Milliarden Euro. Die Kundenforderungen sind zu 58,4 Prozent abgesichert, wobei die Grundpfandrechte die wesentlichste Sicherheitenart darstellt. 95,0 Prozent der Kredite befinden sich im Gutklassenbestand ohne erkennbare Ausfallrisiken.

Wir betreiben eine aktive, risikoorientierte Kreditstruktursteuerung, die auf ein in unserer Kreditstrategie festgelegtes Verhältnis zwischen privatem und gewerblichem Anteil abstellt. Eventuell entstehende Klumpenrisiken werden durch ein sorgfältiges Steuerungsinstrumentarium frühzeitig lokalisiert und vermieden. Unsere sonstigen organisatorischen Regelungen zu Risikoerkennung und Risikosteuerung (Risikomanagementsystem) unterstützen und ergänzen unsere aktive Kreditpolitik. Die durch die Vertreterversammlung festgesetzten Kredithöchstgrenzen sowie die Kreditrichtlinien des Kreditwesengesetzes beziehungsweise der CRR wurden während des gesamten Berichtszeitraumes eingehalten.

Die Forderungen an unsere Kunden haben wir auch im Geschäftsjahr 2023 wieder mit kaufmännischer Vorsicht bewertet. Die für erkennbare beziehungsweise latente Risiken gebildeten Einzel- und Pauschalwertberichtigungen sind von den entsprechenden Aktivposten abgesetzt. Die Bank wendete für das Geschäftsjahr 2023 die Vorgaben zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen nach IDW RS BFA 7 an.

Wertpapieranlagen

Wertpapiere Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 222.943 186.082 36.861 19,8
Liquiditätsreserve 465.561 383.311 82.250 21,5

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren 10 Millionen EUR Wertpapieranlagen im Anlagevermögen fällig. Im Rahmen der Gesamtbankstrategie wurde in Höhe von 82 Millionen Euro in Wertpapiere in der Liquiditätsreserve sowie 47 Millionen EUR in einen Immobilienspezialfonds im Anlagevermögen zusätzlich investiert.

Der Wertpapierbestand setzt sich nominal zu 37 Prozent aus Anleihen und zu 63 Prozent aus offenen und geschlossenen Investmentfonds zusammen.

Alle Wertpapiere mit Ratings verfügen über die Einstufung Investment Grade.

Der Wertpapierbestand wurde zu 87 Prozent nach dem strengen Niederstwertprinzip und zu 13 Prozent nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet.

Bankenforderungen

Die täglich fälligen Forderungen an die Bundesbank werden unter der Barreserve ausgewiesen.

Derivatgeschäfte

Art und Umfang von außerbilanziellen Geschäften in Finanzderivaten (Swaps, Zinsbegrenzungsvereinbarungen, Termingeschäfte an der EUREX etc.) zur Steuerung beziehungsweise Absicherung von Zinsänderungs-, Marktpreis- und Fremdwährungsrisiken sind in unseren internen Festlegungen eindeutig und verbindlich geregelt. Im Rahmen dieser geschäftspolitischen Zielsetzungen nutzen wir solche Instrumente für die Bilanzstruktursteuerung und zur Absicherung gegen Risiken.

Die Einhaltung der gesetzten Grenzen und die Risikoentwicklung werden permanent und zeitnah überwacht. Zum Bilanzstichtag hatte die Bank Zinssicherungsgeschäfte für eigene Positionen mit einem Nominalvolumen in Höhe von 170 Millionen Euro abgeschlossen, es bestanden keine noch nicht abgewickelten Devisentermingeschäfte.

Personal- und Sozialbereich

Zum 31. Dezember 2023 beschäftigten wir insgesamt 650 aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Vorstandsmitglieder und Tochtergesellschaften), davon 248 in Teilzeit.

Flexible Arbeitszeiten und ein dadurch mögliches effizientes Zeitmanagement bringen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerinteressen optimal in Einklang.

Im Herbst 2023 starteten 16 junge Erwachsene bei unserer Bank eine Ausbildung als Bankkaufmann/frau, Bankkaufmann/frau mit Zusatzqualifikation "Privates Vermögensmanagement" oder ein duales Studium zum Bachelor of Arts. Wir bilden auch in den Bereichen Digitalisierungsmanagement und Mediengestaltung für Digital und Print aus. Damit eröffnen wir insgesamt 47 jungen Menschen die Möglichkeit, bei uns eine fundierte Basis für ihren beruflichen Werdegang zu legen.

Da der Erfolg unserer Bank zu einem großen Teil davon abhängt, die Potenziale unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erkennen, zu fördern und zu nutzen, investierten wir rund 855 TEUR (Vorjahr 739 TEUR) in unterschiedlichste Personalentwicklungsmaßnahmen. Gezielt und individuell entwickeln wir sowohl im fachlichen Bereich als auch im Bereich der Methoden- und Sozialkompetenzen weiter, vom Trainee über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis hin zu den Führungskräften. Zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch im Jahr 2023 die Gelegenheit nutzten, eine nebenberufliche Weiterbildung durchzuführen, konnten wir zu einem erfolgreichen Abschluss gratulieren. Als Investition in die Zukunft und als besondere Anerkennung beteiligte sich die Bank hierbei an den Kosten.

Das Angebot unseres bereits mehrfach ausgezeichneten betrieblichen Gesundheitsmanagements wird kontinuierlich ausgebaut und auf den Bedarf abgestimmt. Die Angebote rund um Bewegung, Ernährung und Life Balance wurden von zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern genutzt.

Geschäftsstellen, Niederlassungen/Zweigniederlassungen

Die Zahl unserer Geschäftsstellen (einschließlich der Selbstbedienungsstellen) und unserer Niederlassungen/ Zweigniederlassungen belief sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 auf 43. Über Niederlassungen/Zweigniederlassungen verfügen wir in Bad Buchau, Bad Schussenried, Bad Wurzach, Biberach, Dornstadt, Eberhardzell, Einsingen, Illertissen, Jungingen, Langenau, Ochsenhausen, Ravensburg, Reinstetten, Schemmerhofen, Senden, Söflingen, Ulm, Ummendorf, Untersulmetingen, Warthausen und Wiblingen.

Zusammenfassende Beurteilung der Lage

Die Volksbank Ulm-Biberach eG blickt trotz der schwierigen Rahmenbedingungen auf ein erfreuliches Geschäftsjahr 2023. Im Wesentlichen dauerte die wirtschaftliche Schwächephase, welche bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetreten ist, das gesamte Jahr 2023 an. Mehrere dämpfende Einflüsse überlagerten sich vielfach. Im Jahresverlauf wurden weitere Zinserhöhungen durch die westlichen Notenbanken durchgeführt, welche zu weiteren höheren Kreditzinssätze führten. Weitere wesentliche Einflüsse sind weiterhin Materialengpässe, Fachkräftemangel und hohe geopolitische Unsicherheiten. Trotz dieser Belastungen konnte sich die Bank positiv weiterentwickeln. So wurden die geplanten Wachstumsraten im Kundenkreditgeschäft und bei Kundeneinlagen deutlich übertroffen

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen 2022 um 250 Basispunkte erhöht hatte, vollzog sie 2023 sechs weitere Zinserhöhungen um insgesamt 200 Basispunkte. Im Geschäftsjahr 2023 waren die Auswirkungen der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich zu spüren. Die Kreditnehmer sehen sich mit weiteren erhöhten Finanzierungskosten konfrontiert. Gewerblichen Finanzierungen wurden über das ganze Jahr weiterhin rege nachgefragt. Die Zurückhaltung im Baufinanzierungsgeschäft vor allem auf der Privatkundenseite hielt aufgrund gestiegener Zinsen sowie höherer Material- und Energiekosten weiter an. Die Privatkunden haben mit Blick auf die bestehenden Unsicherheiten bei der Geldanlage unverändert sehr bewusst auf Sicherheit gesetzt. Zinsniveaubedingt waren Termineinlagen gefragt.

Die Kapitalstruktur ist maßgeblich geprägt durch die Kundeneinlagen. Ergänzend hierzu stehen uns die Refinanzierungen bei der genossenschaftlichen Zentralbank und der Deutschen Bundesbank zur Verfügung.

Im Vergleich zur ursprünglichen Planung für das Geschäftsjahr 2023 und auch im Vergleich zur Branchenentwicklung kann die Volksbank Ulm-Biberach eG mit dem vergangenen Geschäftsjahr zufrieden sein. Das für 2023 geplante Betriebsergebnis wurde deutlich übertroffen. Somit kann ein Betrag von insgesamt 22,6 Millionen Euro den Eigenmitteln zugeführt werden.

Das erreichte Ergebnis ermöglichte, für die erkennbaren Kreditrisiken Vorsorge zu treffen und den Wertpapierbestand überwiegend nach dem strengen Niederstwertprinzip zu bewerten. Zudem führten wir dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 20,3 Millionen Euro über die Ergebnisrechnung zu. Dies stellt auch mit Blick auf die geltenden Eigenmittelregelungen eine zusätzliche Stärkung unseres Eigenkapitals dar. Auch ermöglicht uns das Betriebsergebnis nach Bewertung die Ausschüttung einer Dividende und weitere Zuführungen zu unserem Eigenkapital.

Wir konnten 1.743 neue Mitglieder gewinnen. Am Jahresende zählte die Volksbank Ulm-Biberach eG nahezu 92.000 Mitglieder mit Geschäftsguthaben von rund 71,3 Millionen Euro.

II. Risikobericht

Gesamtbanksteuerung, Risikomanagement

Die Ausgestaltung des Risikomanagements ist bestimmt durch unsere Geschäfts- und Risikostrategie. Hierin sind die strategischen Unternehmensziele unserer Bank und unsere geplanten Maßnahmen zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs beschrieben sowie das Grundverständnis des Vorstandes zu den wesentlichen Fragen der Geschäftspolitik dokumentiert.

Mit Hilfe von Kennzahlen und Limitsystemen, die auf Basis der Risiko- und Liquiditätstragfähigkeit festgelegt werden, planen und steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Durch Gemeinschaftskompetenzen in den Arbeitsabläufen und die Tätigkeit unserer Internen Revision haben wir die Zuverlässigkeit der Steuerungsinformationen aus der ordnungsmäßigen Geschäftsabwicklung sichergestellt.

Das aktive Risikomanagement zur Früherkennung von Risiken ist vor dem Hintergrund wachsender Komplexität der Märkte im Bankgeschäft von großer Wichtigkeit. Wir verstehen dies als eine zentrale Aufgabe. Die permanente Risiko-, Ertrags- und Produktivitätssteuerung verfolgt das Ziel, die Risikotragfähigkeit auf Dauer sicherzustellen. Dabei nehmen die laufende Überwachung der Risiken und die Risikoberichterstattung einen besonderen Stellenwert ein. Die hierfür zuständigen Organisationseinheiten berichten direkt an den Vorstand.

Im Rahmen der Gesamtbanksteuerung, dessen zentraler Bestandteil das Risikomanagement darstellt, überwachen und steuern wir die Adressausfallrisiken (bei Krediten und Kapitalmarktanlagen), die Marktpreisrisiken (vor allem aufgrund von Zinsänderungen), die Liquiditätsrisiken, die operationellen Risiken (Betriebs- und Rechtsrisiken), die Beteiligungsrisiken sowie Immobilienrisiken. Unsere Beratungs- und Entscheidungsgremien werden durch ein umfassendes und zeitnahes Berichtssystem in ihren strategischen und operativen Aufgaben unterstützt. Zu den wesentlichen Aufgaben der Gremien gehören unter anderem die laufende Festlegung und Überprüfung von Konditionen für das Kundengeschäft, die Entwicklung und Erreichung der von uns definierten Strukturwerte für die Bilanz, das Kreditgeschäft, das Einlagengeschäft, das Eigengeschäft sowie die Aufwendungen und Erträge.

Die bestehenden gesetzlichen Anforderungen an ein System zur Gesamtbanksteuerung im Sinne von § 25a Kreditwesengesetz werden erfüllt. Die bankaufsichtlichen Regelungen zur Risikobegrenzung werden sowohl quantitativ (CRR) als auch qualitativ (MaRisk) eingehalten. Die funktionale Trennung zwischen Marktverantwortung und Risikomanagement - auch innerhalb des Vorstandes - ist eingehalten. Die entsprechenden Anforderungen hinsichtlich Verfahren, Prozesse und Daten sind umgesetzt.

Überwachung und Steuerung

Beim Management der Risiken wird zwischen Adressausfallrisiken, Marktpreisrisiken, Liquiditätsrisiken, operationellen Risiken, Beteiligungsrisiken und Immobilienrisiken unterschieden, wobei die Adressausfall- und Marktpreisrisiken den Schwerpunkt bilden. Das bestehende Risikohandbuch, das die normative und ökonomische Sichtweise abbildet, ist zentraler Bestandteil des Risikomanagements und beinhaltet wichtige organisatorische Grundlagen sowie die Zuordnung der Verantwortlichkeiten hinsichtlich des Berichtswesens. Die Identifikation, Messung und Überwachung der Risiken erfolgt weitgehend zentralisiert im Risikocontrolling.

Die aufsichtsrechtliche geforderte Umstellung der internen Risikotragfähigkeitsansätze auf die normative und ökonomische Perspektive erfolgte zum 01. Januar 2023.

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive, die einen periodischen Steuerungskreis darstellt, zielt auf die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit. In der normativen Perspektive betrachten wir die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Diese umfassen insbesondere die Kapitalgrößen wie Kapitalanforderungen sowie Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals wie beispielsweise die Höchstverschuldungsquote und die Großkreditgrenzen. Die Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, sofern der ermittelte Kapitalbedarf die Einhaltung der Kapitalquoten bewirkt und die sämtliche Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals erfüllt werden

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive war auf Grundlage der verwendeten Verfahren gegeben. Die Mindestanforderungen an das Kapital waren auch unter Berücksichtigung des adversen Szenarios eingehalten.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zielt auf den Schutz der Gläubiger ab. In der ökonomischen Perspektive, die in unserem Institut barwertig ermittelt wird, werden das Risikodeckungspotenzial und die konsistent dazu ökonomisch ermittelten Risiken gegenübergestellt. Die ökonomische Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, wenn die barwertigen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sind. Die Bewertung des Risikodeckungspotenzials erfolgt unabhängig von Rechnungslegungskonventionen und aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive war auf der Grundlage der verwendeten Verfahren gegeben. Das Gesamtrisikolimit war per 31. Dezember 2023 mit 83,8 Prozent ausgelastet. Die Auslastung in Bezug zum barwertigen Risikodeckungspotenzial beträgt per 31.12.2023 59,4 Prozent.

Die Risikotragfähigkeit ist in beiden Perspektiven (ökonomisch und normativ) in den von uns simulierten Stressszenarien gegeben.

Die Ermittlung der Liquiditätstragfähigkeit erfolgt ebenfalls in einer normativen und einer ökonomischen Perspektive anhand von aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen sowie einer Überwachung des Überlebenshorizonts.

In der normativen Perspektive wird das Ziel verfolgt, kurzfristig und in unserer mehrjährigen Geschäftsplanung die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen einzuhalten. Dazu werden hochliquide Vermögenswerte den aufsichtsrechtlichen Nettomittelabflüssen gegenübergestellt. Für die Steuerung der normativen Liquiditätstragfähigkeit verwenden wir die aufsichtsrechtlich vorgegebene Kennzahl Liquidity Coverage Ratio (LCR). Zusätzlich wird die Net Stable Funding Ratio (NSFR) als normative Mindestgröße in der Banksteuerung berücksichtigt. Diese zeigt das Verhältnis von verfügbarer zur erforderlichen stabilen Refinanzierung auf.

In der ökonomischen Perspektive werden neben der Plan-Liquiditätsablaufbilanz Stress-Liquiditätsablaufbilanzen vierteljährlich erstellt. Diese berücksichtigen die Liquiditätsauswirkungen von institutseigenen und marktweiten Ursachen sowie eine Kombination daraus.

Die Liquiditätstragfähigkeit war in der normativen und ökonomischen Perspektive jederzeit gegeben. Gleichermaßen wurde in den simulierten Stressszenarien die Liquiditätstragfähigkeit eingehalten.

Adressausfallrisiken

Als Adressausfallrisiken bezeichnet man die Gefahr eines teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich zugesagter Leistungen durch die Geschäftspartner, die durch den Ausfall oder durch Bonitätsverschlechterungen einzelner Kreditnehmer sowie im Wertpapier- und Beteiligungsportfolio entstehen können. Neben dem Kreditrisiko umfassen sie auch das Emittenten- und Kontrahentenrisiko.

Da das Kreditgeschäft ein wesentliches Kerngeschäft bildet, stellt das Eingehen von Adressausfallrisiken sowie die Kontrolle und Steuerung dieser Risiken eine zentrale Aufgabe der Risikosteuerung dar. Die Kreditrisikostrategie wird jährlich überprüft und mit dem weiteren Ausbau der Kreditportfoliosteuerung sukzessive weiterentwickelt.

Für die kreditnehmerbezogenen Adressausfallrisiken ist die Bonitätsbeurteilung von zentraler Bedeutung. Zur Steuerung und Überwachung setzen wir die durch den genossenschaftlichen Verbund entwickelten Ratingverfahren für Firmen- und Privatkunden ein. Dies gilt ebenso für den Ansatz der aus der Bonitätseinstufung abgeleiteten Ausfallwahrscheinlichkeit, die für die Abschätzung der Verlustrisiken verwendet wird. Wir ermitteln mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Kundengeschäfte (KPM-KG) barwertig unter VR-Control einen unerwarteten Verlust (Credit-Value-at-Risk für 12 Monate) aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Berechnung erfolgt auf Basis von Kreditrisikoprämien in einem mehrstufigen Verfahren, dem sowohl die modellierten Verluste auf Basis des LGD-Modells als auch Ausfallwahrscheinlichkeiten und Sektorparameter zugrunde liegen. Der unerwartete Verlust bestimmt die Bereitstellung des erforderlichen Risikokapitals. Auf dieser Basis ist unser Kreditrisikolimit Kundengeschäft (28 Millionen Euro) zum 31. Dezember 2023 zu 80,9 Prozent ausgelastet. Zusätzlich erfolgen Steuerung und Überwachung der Kreditrisiken durch Limitierung der Kreditvergaben in Bezug auf Betragshöhe, ungesicherte Kreditteile und Branchenanteile. Neben der Begrenzung der eingegangenen Risiken durch eine vorsichtige Kreditpolitik kommt der Risikovorsorge eine hohe Bedeutung zu.

Die sehr dynamische gesamtwirtschaftliche Entwicklung setzt sich weiter fort. Für die vorherrschende Situation, dass Krisen nicht seriell auftreten, sondern zu bestehenden Krisen weitere hinzukommen (Klimakrise, Pandemie, Krieg, Inflation), wurde der Begriff Stapelkrise kreiert und beschreibt die aktuelle Situation. Zu Beginn des Jahres 2024 setzt sich die schwache wirtschaftliche Situation fort; geprägt von weiterhin hohem Zinsniveau, nur langsam schwindender Inflation, schwacher Weltkonjunktur und enormen Unsicherheiten (insbesondere kriegerische Konflikte).

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in einem erwarteten Anstieg der Unternehmensinsolvenzen wider. Gemäß einer Prognose des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR Research vom 8. Februar 2024) wird für 2023 ein Anstieg um 22,4 Prozent auf 17.900 Fälle erwartet, für 2024 ein weiterer Anstieg um 7,8 Prozent auf 19.300. Ebenso ist ein leichter Anstieg der Verbraucherinsolvenzen zu verzeichnen. Für 2023 werden 67.100 Fälle erwartet (Zunahme um 1 Prozent gegenüber Vorjahr) und für 2024 ein weiterer Anstieg um 6,5 Prozent.

Kreditvergabe

Bedingt durch das in 2023 vergleichsweise hohe Zinsniveau, in Kombination mit einer weiterhin hohen Inflation, ist insbesondere im Bereich der Wohnbaufinanzierung ein deutlicher Nachfragerückgang zu verzeichnen, auch für 2024 mit einem verhaltenen Ausblick.

Im gewerblichen Bereich waren die Vorjahre unter anderem geprägt von Finanzierungen in Immobilieninvestitionen (Bauträger oder Investoren), auch hier ist eine Abschwächung festzustellen. Dieser Rückgang konnte kompensiert werden durch klassisches Unternehmenskundengeschäft, was dank der Stärke unserer Kunden möglich war; ebenso wie die Finanzierung von Investitionen in die Transformation der Energieerzeugung (Wind- und Solarparks). Zudem wurden gezielt Chancen im Bereich von Schuldscheindarlehens-Ausschreibungen genutzt, um Kredite mit guten Bonitäten einzugehen.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2024 treten über die 7. MaRisk-Novelle die Anforderungen der European Banking Authority (EBA) "Guidelines on Loan Origination and Monitoring" in Kraft. Damit geht eine deutlich erhöhte Analysetiefe einher, welche sich im Kreditgeschäft mit Unternehmenskunden in einer stark zukunftsgerichteten Betrachtung nebst Szenario- oder Sensitivitätsanalysen ausdrückt.

Transparenz

Das während der Corona-Pandemie etablierte Risikomonitoring wurde im Jahr 2022 auf Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine übertragen und im Jahr 2023 aufrecht erhalten. So wurde ein monatliches Reporting installiert, welches die Grundlage zur regelmäßigen Information des Kreditausschusses und des Aufsichtsrates bildet.

Risikoidentifikation/Risikovorsorge

Auch bei der Risikovorsorge wurde auf etabliertes Vorgehen zurückgegriffen. Neben der systemgestützten Risikofrüherkennung haben wir für vom Zinsanstieg und höheren Energie- und Rohstoffpreisen besonders betroffene Branchen sowie für bedeutende Engagements des Kreditportfolios eine Sonderselektion durchgeführt und für den direkten Kundendialog eine Beratungshilfe entwickelt. Die Ergebnisse werden aufgearbeitet und vorbereitend Maßnahmen und Instrumente entwickelt.

Neben dem Blick auf die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung des Kreditnehmers wurden in diesen Dialog bewusst weitere Elemente zur Risikoeinschätzung implementiert. Dies sind bei Investoren die Themen "künftige Zinsrisiken bei Festzinsablauf" und "energetischer Zustand des Objekts". Allgemein sind es Themen der Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken auf das Geschäftsmodell.

Ansteigendes Zinsniveau

Der deutliche Zinsanstieg des Jahres 2022, welcher sich im Jahr 2023 fortgesetzt hat, kann besonders für Baufinanzierer eine Herausforderung beim Zinsablauf in der Zukunft darstellen. Verstärkt wird dies durch inflationsbedingt gestiegene Kosten. Vor diesem Hintergrund wird unser Beratungsfokus auch weiterhin auf einer nachhaltigen Kapitaldienstfähigkeit liegen.

Bei den Eigenanlagen nutzen wir für Wertpapiere die Ratinginformationen der DZ BANK AG auf Basis externer Ratingagenturen und bei den Fonds die Risikoinformationen der Fondsgesellschaft Union Investment. Auch hier werden die Risikoentwicklungen im Rahmen von VR-Control über ein Portfoliomodell mit Hilfe einer Monte-Carlo-Simulation überwacht.

Das Kreditrisiko bei Eigenanlagen wird im Rahmen der Risikotragfähigkeitskonzeption der Bank mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Eigengeschäfte (KPM-EG) ermittelt. Grundlage der Berechnungen sind verschiedene Marktpartnersegmente, die differenzierte Spread- und Ratingmigrationen, Spreadverteilungen sowie Migrationsmatrizen aufweisen. Die Ermittlung des in der Risikomessung angesetzten unerwarteten Verlustes (Risikoszenario) bestimmt die Bereitstellung des erforderlichen Risikokapitals. Auf dieser Basis ist unser Kreditrisikolimit Eigengeschäft (24 Millionen Euro) zum 31. Dezember 2023 zu 80,6 Prozent ausgelastet.

Kreditrisiken aus Fonds werden mittels einer von der Kapitalanlagegesellschaft ermittelten Ex-ante-Value-at-Risk-Kennziffer berücksichtigt, die nur das Adressenausfallrisiko abbildet.

Kontrahentenrisiken bezeichnen mögliche Wertverluste, die durch Ausfall unserer Geschäftspartner im Zusammenhang mit der Erfüllung von Liefer- oder Abnahmeverpflichtungen bei Kassa- oder Termingeschäften entstehen. Durch die vorrangige Abwicklung der Geschäfte über unsere Zentralbank wird das Kontrahentenrisiko in unserer Risikoinventur als unwesentlich eingestuft.

Das Emittentenrisiko in den Wertpapierbeständen ist durch die definierten Anforderungen an die Bonität - basierend auf externen Ratings - sowie durch Emittenten- und Strukturlimite begrenzt. Länderrisiken werden in unserer Risikoinventur als gering eingestuft.

Marktpreisrisiken

Die Marktpreisrisiken stellen die möglichen Ertragseinbußen dar, die sich aus den Veränderungen der Marktpreise für Wertpapiere und Devisen, aus Schwankungen der Zinssätze und Kurse sowie aus den hieraus resultierenden Preisänderungen der Derivate ergeben. Hinsichtlich der Steuerung und Überwachung werden die jeweiligen Marktpreisrisikobereiche getrennt betrachtet. Für die Steuerung dieser Risiken ist ein zentraler Treasury-Ausschuss eingesetzt.

Im Rahmen der ökonomischen Risikomessung des Zinsrisikos des Zinsbuchs berechnen wir einen Value-at-Risk, der auf einem historischen Zeitraum basiert. Als Simulationsverfahren verwenden wir die historische Simulation. Zum Stichtag 31.12.2023 haben wir auf das neue barwertige Risikomodell umgestellt. Auf dieser Basis ist unser Risikolimit Marktrisiko (170 Millionen Euro) zum 31. Dezember 2023 zu 85,6 Prozent ausgelastet.

Wir prüfen im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Zins-/Anlagebuchs, ob gegebenenfalls eine Drohverlustrückstellung zu bilden ist, wofür am Bilanzstichtag kein Erfordernis bestand.

Zusätzlich erfolgt die Ermittlung der Barwertveränderung von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorgegebenen Zinsänderungsszenarien von ad hoc plus beziehungsweise minus 200 Basispunkten. Die ermittelte Kennziffer ist quartalsweise der BaFin zu melden. Bei der Volksbank Ulm-Biberach eG lag diese Kennziffer zum Jahresende 2023 bei 18,42 Prozent (Vorjahr 17,01 Prozent).

Marktpreisrisiken aus Fonds werden mittels einer von der Kapitalanlagegesellschaft ermittelten Ex-ante-Value-at-Risk-Kennziffer berücksichtigt. Auf dieser Basis ist unser Risikolimit in Fonds (72 Millionen Euro) zum 31. Dezember 2023 zu 79,9 Prozent ausgelastet.

Das normative Risiko des Zinsbuches der Gesamtbank wird über das Verfahren der dynamischen Zinselastizitätenbilanz ermittelt. Die Volksbank Ulm-Biberach eG ist als Kreditinstitut aufgrund von bestehenden Inkongruenzen zwischen ihren aktiven und passiven Festzinspositionen insbesondere dem allgemeinen Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zu dessen Abschätzung setzen wir Szenarioanalysen ein.

Im Rahmen der Steuerung der Zinsänderungsrisiken auf Gesamtbankebene werden derivativen Zinssicherungsinstrumente eingesetzt.

Liquiditätsrisiken

Die Zusammenarbeit und Einbindung innerhalb des genossenschaftlichen FinanzVerbundes stellen die jederzeitige Verfügbarkeit ausreichender Liquidität sicher.

Daneben gilt es, die aufsichtsrechtlichen Anforderungen der Liquidity Coverage Ratio, der Net Stable Funding Ratio und der Mindestreservehaltung einzuhalten. In Simulationsrechnungen stellen wir möglichen Abrufrisiken voraussichtliche Mittelzuflüsse gegenüber, um gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen abzuleiten.

Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen für die Liquidität wurden jederzeit eingehalten.

Im Rahmen der Liquiditätsrisikosteuerung wird monatlich eine Liquiditätsablaufbilanz erstellt. Mittels diverser Stresstests wird anschließend der Ist-Überlebenshorizont mit dem von uns definierten Plan-Überlebenshorizont abgeglichen.

Operationelle Risiken

Unter den operationellen Risiken werden die Betriebs- und die Rechtsrisiken verstanden. Die Betriebsrisiken beinhalten die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder aufgrund externer Ereignisse eintreten. Zur systematischen Sammlung von Schadensfällen und damit zur Identifizierung möglicher Schwachstellen ist eine Schadensfalldatenbank implementiert. Ergänzend werden wesentliche Risikofelder durch eine Risikoinventur identifiziert. Aufsichtsrechtlich bemisst die Bank diese Risiken nach dem Basisindikatoransatz.

Die prozessintegrierten und -unabhängigen Kontrollen, die fortlaufende Prozessoptimierung und die funktionale Trennung im Bereich der Handelstätigkeit und des Kreditgeschäftes leisten wesentliche Beiträge zur Minimierung der Betriebsrisiken. Dies gilt auch für die laufenden Investitionen in neue DV-Systeme und Verfahren über das von uns beauftragte genossenschaftliche Rechenzentrum. Die Bank-IT ist im Wesentlichen an unser genossenschaftliches Rechenzentrum, die Atruvia AG, ausgelagert. Dieses verfügt über hohe Qualitätsstandards. Die Systeme und Anwendungen werden laufend weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst. Die Atruvia AG verfügt über entsprechende Notfallplanungen. Zudem hat die Bank die Stelle eines IT-Sicherheitsbeauftragten und -Notfallmanagers installiert sowie ein entsprechendes Notfallhandbuch implementiert. Versicherbare Risiken sind branchenüblich abgedeckt.

Durch die Verwendung standardisierter und von externer Stelle (vor allem DG Nexolution und genossenschaftlichem Regionalverband) überprüfter und empfohlener Formulare tragen wir den Rechtsrisiken Rechnung. Bei Rechtsstreitigkeiten setzen wir unseren eigenen Rechtsbereich ein und involvieren bei Bedarf externe Spezialisten. Für Rechtsauskünfte nehmen wir auch die Rechtsberatung des Genossenschaftsverbandes in Anspruch.

Für die sich aus der aktuellen Rechtsprechung zur Beraterhaftung und weiteren Verbraucherschutzthemen ergebenden Risiken haben wir unter anderem mit einem weisungsunabhängigen Compliance-Mitarbeiter entsprechende Vorsorge getroffen.

Die im Zusammenhang mit Adressenausfall- und Marktpreisrisiken auftretenden operationellen Risiken werden betriebswirtschaftlich implizit bei diesen Risikoarten abgebildet. Die verbleibenden operationellen Risiken werden in der Risikoinventur als gering eingestuft.

Für die Risikomessung der operationellen Risiken verwenden wir das OpRisk-Tool des BWGV. Dieses unterstützt die Banken bei der Berechnung der erwarteten und unerwarteten operationellen Risiken. Die operationellen Risiken werden mit dieser Anwendung nach einem vereinfachten Verfahren gemäß MaRisk in Form einer qualifizierten Expertenschätzung auf Basis historischer Poolwerte ermittelt.

Auf dieser Basis ist unser Risikolimit (12 Millionen Euro) zum 31. Dezember 2023 zu 88,0 Prozent ausgelastet.

Beteiligungsrisiken

Als Beteiligung wird eine Investition eines Institutes in das Eigenkapital eines anderen Unternehmens verstanden. Das Beteiligungsrisiko liegt hierbei in der nachteiligen Abweichung zwischen einer geplanten bzw. erwarteten Performance der Beteiligung gegenüber einer nachteilig modellierten Größe.

Bei den gehaltenen Beteiligungen handelt es sich überwiegend um Beteiligungen an Unternehmen des genossenschaftlichen Verbundes. Daneben hält die Bank weitere unwesentliche Beteiligungen. Ein Beteiligungscontrolling ist installiert. Die Beteiligungsrisiken werden in der Risikoinventur als wesentlich eingestuft.

Das von uns genutzte barwertige Beteiligungsrisikomodell BETRIS der parcIT ist ein analytisches Verfahren und geht von einem sogenannten "Multiplikator-Ansatz" aus. Dies bedeutet, dass die relevanten Kennzahlen wie "Value at Risk" zum einem bestimmten Konfidenzniveau (hier 99,9 Prozent) durch Multiplikation des Beteiligungswerts mit einem geeigneten Faktor ermittelt werden.

Die Ermittlung des in der Risikomessung angesetzten unerwarteten Verlustes (Risikoszenario) bestimmt die Bereitstellung des erforderlichen Risikokapitals. Auf dieser Basis ist unser Beteiligungsrisikolimit (23 Millionen Euro) zum 31. Dezember 2023 zu 88,0 Prozent ausgelastet.

Immobilienrisiken

Das Immobilienrisiko entsteht aus einer nachteiligen Entwicklung des Objektwerts und Erträgen von Immobilienpositionen (d.h. Direktanlagen, Fonds und eigengenutzte Immobilien) in Bezug zu ihrem Erwartungs- bzw. Planungswert. Das Immobilienrisiko teilt sich in die Komponenten Wertänderungsrisiko, Ertragsrisiko und Mietausfallrisiko auf.

Im Rahmen unserer Risikoinventur wurden die in den Fondsanlagen enthaltenen Immobilienrisiken als wesentlich eingestuft. Diese Risiken werden im Rahmen der Marktpreisrisiken bei den Fondskursrisiken entsprechend abgebildet. Die sich in der Direktanlage befindlichen Renditeobjekte werden separat abgebildet.

Zur Risikomessung verwenden wir den Schlüsselrisikoindikatoransatz von Union Investment. Es ist ein VaR-Ansatz, Immobilienrisiken unterschiedlicher Formen wie Direktanlagen in einzelne Immobilien und Immobilienfonds auf einer einheitlichen Risikoschätzungsgrundlage mit einem vergleichbaren Ansatz zu messen. Die Schlüsselrisikoindikatoren (SRI) sind in einem analytischen Verfahren direkt aus der Monte-Carlo-Simulation in ImmoRisk der Union Investment abgeleitet.

Auf dieser Basis ist unser Risikolimit (5 Millionen Euro) zum 31. Dezember 2023 zu 80,3 Prozent ausgelastet.

Internes Kontrollsystem

Das Interne Kontrollsystem unserer Bank mit sämtlichen Regelungen und Einrichtungen hat das Ziel, das Vermögen der Bank zu sichern, die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Abrechnungsdaten zu gewährleisten und die Einhaltung der Geschäftspolitik zu unterstützen. Die Angemessenheit, Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems ist dabei auch regelmäßig Prüfungs- und Beurteilungsgegenstand der Internen Revision. Dieser umfassende Überwachungs- und Steuerungsansatz ermöglicht uns die frühzeitige Identifizierung von Risiken, welche wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten. Im Bedarfsfall können damit auch frühzeitige Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Interne Revision als prozessunabhängige Überwachung

Die Tätigkeit der Internen Revision basiert auf einem umfassenden und jährlich fortgeschriebenen Prüfungsplan. Sowohl Prüfungsplanung als auch Prüfungsdurchführung erfolgen risikoorientiert und berücksichtigen grundsätzlich alle Aktivitäten und Prozesse der Volksbank Ulm-Biberach eG, auch wenn diese ausgelagert sind. Wenn besondere Risiken bestehen, wird die Prüfungshandlung jährlich durchgeführt.

Die Interne Revision nimmt ihre Aufgaben selbständig und unabhängig wahr.

Die gesetzlichen Anforderungen aus dem Kreditwesengesetz und den Mindestanforderungen an das Risikomanagement werden stets berücksichtigt. Zusätzlich beachtet die Interne Revision der Volksbank Ulm-Biberach eG einschlägige Standards für die Interne Revision bei Kreditinstituten.

Mitgliedschaft in der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V.

Unsere Bank ist der Sicherungseinrichtung (Garantieverbund des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V.) angeschlossen. Mit der Zugehörigkeit zum Garantieverbund haben wir eine Garantieverpflichtung gegenüber dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. übernommen.

Mit Inkrafttreten des Einlagensicherungsgesetzes (EinSiG) am 3. Juli 2015 ist die neue BVR Institutssicherung (BVR-ISG-Sicherungssystem), eine Einrichtung der BVR Institutssicherung GmbH, Berlin (BVR-ISG), als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem neben die weiterhin bestehende Sicherungseinrichtung des BVR (BVR-SE) getreten. Die BVR-SE ist als zusätzlicher, genossenschaftlicher Schutz im sogenannten dualen System parallel zum BVR-ISG-Sicherungssystem tätig.

Zusammenfassende Beurteilung zu den Risiken

Die Bank verfügt über ein umfassendes System zur Planung sowie laufenden Steuerung und Überwachung aller wesentlichen Risiken unter Berücksichtigung der normativen und ökonomischen Risikotragfähigkeit und Liquiditätstragfähigkeit. Ziel dabei ist, die Risikotragfähigkeit und Liquiditätstragfähigkeit in beiden Perspektiven der Bank nachhaltig zu sichern. Die Entscheidungsträger und Verantwortlichen bis einschließlich zur Ebene des Vorstands sind laufend und zeitnah angemessen eingebunden.

Die Adressausfall-, Marktpreis-, Liquiditäts-, operationellen Risiken, die Beteiligungsrisiken sowie Immobilienrisiken werden von uns aktiv gesteuert. Der Schwerpunkt liegt bei den Adressausfall- und Marktpreisrisiken. Ergänzt werden diese im Wesentlichen quantitativen Risikobereiche durch prozessintegrierte Kontrollen sowie prozessunabhängige Prüfungen der Internen Revision im Rahmen des internen Kontrollsystems (IKS).

Im Rahmen der Gesamtbanksteuerung, dessen zentraler Bestandteil das Risikomanagement darstellt, überwachen und steuern wir die Adressausfallrisiken (bei Krediten und Kapitalmarktanlagen), die Marktpreisrisiken (vor allem aufgrund von Zinsänderungen), die Liquiditätsrisiken, die operationellen Risiken (Betriebs- und Rechtsrisiken), die Beteiligungsrisiken sowie Immobilienrisiken.

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive war auf Grundlage der verwendeten Verfahren gegeben. Die aufsichtsrechtlichen Kennzahlen wurden im Berichtszeitraum stets eingehalten. Für erkennbare Risiken wurden Wertanpassungen und Vorsorgemaßnahmen gebildet. Daneben verfügt die Bank über entsprechende interne Reserven. Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive war auf der Grundlage der verwendeten Verfahren gegeben. Die Risikotragfähigkeit ist in beiden Perspektiven (ökonomisch und normativ) in den von uns simulierten Stressszenarien gegeben.

Die Liquiditätstragfähigkeit war in der normativen und ökonomischen Perspektive jederzeit gegeben. Gleichermaßen wurde in den simulierten Stressszenarien die Liquiditätstragfähigkeit eingehalten.

Vor dem Hintergrund unseres Risikomanagement- und Überwachungssystems und den vorhandenen Risikodeckungspotenzialen sehen wir die Risikotragfähigkeit und Liquiditätstragfähigkeit unserer Bank auch für die Zukunft als gegeben an.

Chancen für die geschäftliche Entwicklung und die Ertragslage bestehen bei einer gegenüber unseren Erwartungen günstigeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. In diesem Umfeld könnten die in unserer Planung berücksichtigten Risiken des Kundenkreditgeschäfts nicht in der prognostizierten Höhe erforderlich werden. Zudem könnte ein Wirtschaftswachstum über den unserer Prognose zugrundeliegenden Annahmen zu einer höheren Kreditnachfrage und Wachstum im Kredit- und Dienstleistungsgeschäft mit positiven Auswirkungen auf den Zins- und Provisionsüberschuss führen.

III. Voraussichtliche Entwicklung (Prognosebericht)

Die vom Mittelstand geprägten Wirtschaftsregionen in unserem Geschäftsgebiet sehen sich vor große Herausforderungen gestellt. Das prognostizierte Wirtschaftswachstum wird 2024 gering bleiben und der Rückgang der Inflation setzt sich zwar weiterhin fort, dürfte allerdings nicht linear verlaufen. Es bestehen hohe Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der geopolitischen Risiken. Die Kreditzinssätze sind auf einem erhöhten Niveau und der Arbeits- und Fachkräftemangel besteht weiterhin. Der Ausblick für das Jahr 2024 ist aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Gesamtlage daher weiter von Unsicherheit geprägt. Im Rahmen unserer Planung für das Jahr 2024 gehen wir von einer verhaltenen konjunkturellen Erholung der deutschen Wirtschaft aus. Ebenso rechnen wir damit, dass im aktuellen Geschäftsjahr der finanzielle Druck auf die Unternehmen weiter zunimmt und die Entwicklung auch für unser Haus herausfordernd bleibt. Wir sind hierauf vorbereitet und werden auch zukünftig allen wirtschaftlich sinnvollen und bonitätsmäßig vertretbaren Kreditanfragen nachkommen und damit als verlässlicher genossenschaftlicher Partner unsere Kunden nach Kräften unterstützen. In unserer Geschäftsplanung erwarten wir somit wiederum ein nachhaltiges Wachstum unserer Kundenforderungen. Das Einlagengeschäft betrachten wir als wesentliche Refinanzierungsquelle. Auch hier erwarten wir ein solides Wachstum in 2024.

Die Entwicklung im kommenden Jahr werden wir wiederum nutzen, um bei unseren Geschäftskunden sowie unseren Privatkunden Marktanteile konsequent auszubauen. Unsere Kunden fragen weiterhin sichere Anlageformen nach, die wir als starke regionale Genossenschaftsbank und unsere Partner aus dem genossenschaftlichen Verbund, anbieten können.

Unsere Banksteuerung gewährleistet ein zeitnahes und verlässliches Steuern bei Veränderungen des wirtschaftlichen Umfeldes, sodass sich die voraussichtlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wie folgt beschreiben lassen:

Ertragslage

Die Kreditnachfrage in 2023 entwickelte sich deutlich stärker als erwartet. Während gewerbliche Finanzierungen das ganze Jahr weiterhin stabil nachgefragt wurden, hielt die Zurückhaltung im privaten Baufinanzierungsgeschäft aufgrund gestiegener Zinsen sowie höherer Material- und Energiekosten weiter an. Der Wettbewerb auf dem Bankenmarkt wird auch in unseren Regionen weiterhin herausfordernd bleiben. Bei der prognostizierten konjunkturellen Entwicklung in 2024 erwarten wir eine stabile Kreditnachfrage der Unternehmen sowie eine weiterhin verhaltene private Kreditnachfrage. Insgesamt rechnen wir mit einer Steigerung der Kundenforderungen um 3,0 Prozent.

Für die folgenden Informationen fassen wir die Werte der Bank und unserer Immobilientochter zusammen.

Angesichts der nur verhalten rückläufigen Inflationsraten hat die Europäische Zentralbank im Jahr 2023 weitere Zinserhöhungen vorgenommen. Vor diesem Hintergrund konnten wir das Zinsergebnis und die Zinsspanne deutlich gegenüber dem Vorjahr steigern. Aufgrund der Konjunkturschwäche und der rückläufigen Inflationsraten rechnen wir mit ersten Leitzinssenkungen durch die Europäischen Zentralbank (EZB) in 2024. Insgesamt erwarten wir ein Zinsergebnis auf dem Vorjahresniveau mit einer leicht rückläufigen Zinsspanne.

Im Rahmen unserer "Genossenschaftlichen Beratung" mit den Schwerpunktthemen "Absicherung", "Liquidität und Zahlungsverkehr", "Vermögen", "Vorsorge" und "Immobilien" wollen wir das vorhandene Vertrauen unserer Mitglieder und Kunden nachhaltig sichern und ausbauen. Mit einem stabilen Provisionsergebnis als weitere wesentliche Ertragskomponente neben dem Zinsüberschuss wollen wir den Rohertrag weiter stärken. Das Provisionsergebnis entwickelte sich in 2023 sehr erfreulich. Es übersteigt den Vorjahreswert und entspricht dem Prognosewert. Für das Jahr 2024 erwarten wir ein leicht steigendes absolutes Provisionsergebnis.

Die Optimierung unserer Organisationsstruktur und Arbeitsprozesse sowie die Hebung erkennbarer Synergien sehen wir als permanente unternehmerische Aufgabe. Ein hierfür dauerhaft implementiertes Team analysiert über mehrere Jahre sämtliche Kostenpositionen anhand von Ziel-Benchmarks und leitet Maßnahmen ab, die anschließend konsequent umgesetzt werden. Weiterhin werden wir unseren besonderen Fokus auf wichtige strategische Investitionen, wie beispielsweise die kontinuierliche Modernisierung unserer Geschäftsstellen und den Ausbau unserer Omnikanalzugangswege für unsere Kunden, hier insbesondere in digitaler Form, legen. Das Ziel bleibt ein nachhaltiges, strategisches und stabiles Kostenmanagement. Die Sachkosten 2023 lagen, trotz hoher Inflation, leicht unter dem Prognosewert. Im Jahr 2024 erwarten wir eine moderate Steigerung. Auch im Personalbereich entsprechen die um Sondereinflüsse bereinigten Personalkosten in 2023 der Prognose. Für 2024 erwarten wir bei deutlich spürbaren tariflichen Steigerungen eine stabile Entwicklung der Personalkosten. Insgesamt erwarten wir rückläufige Verwaltungsaufwendungen.

Das Kosten-Ertrags-Verhältnis in 2023 war mit 69,2 Prozent gemäß Erfolgsübersicht (CIR nach interner Steuerung 64,9) nochmals unter dem Prognosewert. In unserer Planung für 2024 erwarten wir ein Kosten-Ertrags-Verhältnis von 64,0 Prozent.

Für das nächste Jahr erwarten wir ein Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 0,69 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme gemäß Eckwertplanung (nach interner Steuerung 0,84 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme). Damit rechnen wir auch für das Wirtschaftsjahr 2024 mit einer Dividendenzahlung an unsere Mitglieder auf dem Niveau des Vorjahres sowie einer weiteren Stärkung unserer Rücklagen.

Im Jahr 2023 entwickelten sich die Adressausfallrisiken im Kreditgeschäft und bei den Kapitalmarktanlagen deutlich besser als erwartet. Für 2024 berücksichtigen wir für Bonitäts- beziehungsweise Adressausfallrisiken im Kreditgeschäft und bei den Kapitalmarktanlagen einen Risikovorsorgeaufwand in Höhe von 11,4 Millionen Euro (Erwarteter Verlust). Statistisch erwartete beziehungsweise mögliche Adressausfallrisiken werden rechnerisch ermittelt und in unserer Planung berücksichtigt. Wir werden uns auch künftig an einer realistischen Risikoeinschätzung und an risikoadäquaten und wettbewerbsfähigen Konditionen ausrichten. Durch die am Jahresende rückläufigen langfristigen Kapitalmarktzinsen entwickelten sich die Marktpreisrisiken bei den Kapitalanlagen deutlich besser als prognostiziert. Wir erwarten bei unseren Kapitalmarktanlagen im kommenden Jahr saldiert Zuschreibungen in Höhe von 3,2 Millionen Euro.

Wir rechnen mit einem Betriebsergebnis nach Bewertung in Höhe von 0,54 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (nach interner Steuerung 0,68 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme).

Finanz- und Liquiditätslage

Die Bank wird auch künftig jederzeit in der Lage sein, ihren Zahlungsverpflichtungen nach Art, Höhe und Fristigkeit nachzukommen. Aufgrund vorhandener Liquiditätsreserven, und unter Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund, rechnen wir weiterhin mit einer stabilen Zahlungsfähigkeit.

Vermögenslage

Den wirtschaftlichen Erfolg im Kalenderjahr 2023 nutzen wir maßgeblich um die Substanz und damit unser bilanzielles Eigenkapital um 22,3 Millionen Euro oder 5,0 Prozent zu steigern. Die Eigenkapitalentwicklung zeigt sich somit besser als prognostiziert. Unsere Eigenmittel ermöglichen uns auch weiterhin, auf die Kreditwünsche unserer Kunden einzugehen. Mit Blick auf die in Zukunft weiter steigenden regulatorischen Anforderungen an die Eigenmittel streben wir in 2024 einen weiteren Aufbau aus künftigen Erträgen an, sodass sich die Vermögenslage, unter Berücksichtigung möglicherweise notwendiger Abschirmungen von Risiken, auch künftig als stabil und geordnet darstellen wird.

Für 2024 erwarten wir eine Kernkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 b) CRR in Höhe von 11,8 Prozent.

Chancen und Risiken

Chancen für die Ertragslage sehen wir, wenn sich die Konjunktur, trotz aller Herausforderungen, positiver als prognostiziert entwickelt. Wesentliche Risiken sehen wir bei einem deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung, flankiert von weiterhin erhöhten Inflationsraten und einer Verschärfung der geopolitischen Risiken.

Durch unser Risikomanagement und entsprechende geschäftspolitische Maßnahmen sind wir in der Lage, Auswirkungen bei abweichenden Entwicklungen von unseren Planungen in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Vor dem Hintergrund unseres Risikomanagement- und Überwachungssystems und den vorhandenen Risikodeckungspotenzialen sehen wir die normative und ökonomische Risikotragfähigkeit unserer Bank auch für die Zukunft als gegeben an.

Zusammenfassende Würdigung

Unsere Prognosen gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2024 eine nur sehr verhaltene konjunkturelle Erholung erfährt. Insgesamt gehen wir jedoch, trotz aller wirtschaftlichen Herausforderungen, von einem noch stabilen Umfeld aus. Vor diesem Hintergrund sehen wir für das kommende Jahr ein moderat wachsendes Kredit- und Kundeneinlagevolumen.

Wir sind davon überzeugt, dass die Bank aufgrund ihrer strategischen Vertriebsausrichtung und konsequenten Kundenorientierung, auch zukünftig und vor dem Hintergrund wirtschaftlich herausfordernder Rahmenbedingungen, zuverlässiger und erfolgreicher Partner für ihre Mitglieder, gewerblichen Kunden und Privatkunden sein wird. Die Annahmen unserer Planungsrechnung sowie der Ausblick für das Wirtschaftsjahr 2024 sind aufgrund der existierenden konjunkturellen und geopolitischen Risiken mit Unsicherheiten verbunden. Insgesamt ist die Bank jedoch angemessen auf sich ändernde Rahmenbedingungen vorbereitet und beobachtet die weitere Entwicklung intensiv.

IV. Erklärung zur Unternehmensführung

(Das Prüfungsurteil des Wirtschaftsprüfers zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Abschnitt "IV. Erklärung zur Unternehmensführung".)

Gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Die Volksbank Ulm-Biberach eG fördert im Rahmen der regional bestehenden Möglichkeiten den Einsatz von qualifizierten Frauen in Führungspositionen der Bank.

Der Aufsichtsrat legt gemäß § 9 Abs. 4 GenG für die Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen eine Zielgröße von 25 Prozent und für die Besetzung des Vorstands mit Frauen eine Zielgröße von 33 Prozent fest. Die festgelegten Zielgrößen sind maßgeblich für den Zeitraum bis 30. Juni 2024.

Der Vorstand legt gemäß § 9 Abs. 3 GenG für die Besetzung der ersten (F1-Ebene: direkt dem Vorstand zugeordnete Bereichsleiter und Stabsleiter sowie Funktionsträger) und zweiten (F2-Ebene: der F1-Ebene zugeordnete Regionalleiter und Abteilungsleiter sowie Funktionsträger) Führungsebene mit Frauen bis zum 30. Juni 2024 Zielgrößen von 8 Prozent und 26 Prozent fest.

V. Nichtfinanzielle Berichterstattung

Der gesonderte nichtfinanzielle Bericht für das Geschäftsjahr wird gemäß § 289b Abs. 3. Nr. 2 HGB auf der Internetseite der Volksbank Ulm-Biberach eG (www.volksbank-ulm-biberach.de) veröffentlicht und dort für 10 Jahre vorgehalten. Eine nichtfinanzielle Erklärung ist daher nicht abzugeben.

 

Ulm, den 18. März 2024

Volksbank Ulm-Biberach eG

Der Vorstand

Stefan Hell

Alexander André Schulze

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023
Volksbank Ulm-Biberach eG, Ulm Genossenschaftsregisternummer 1 beim Amtsgericht Ulm

Aktivseite

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 18.634.009,54 18.721
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 33.155.418,78 31.937
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 33.155.418,78 (31.937)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 51.789.428,32 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 267.660.406,68 317.328
b) andere Forderungen 93.337.699,87 360.998.106,55 94.729
4. Forderungen an Kunden 3.377.902.604,66 3.253.488
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 1.071.912.925,62 (1.035.748)
Kommunalkredite 48.183.620,74 (38.271)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 51.986.648,06 41.046
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 51.986.648,06 (41.046)
bb) von anderen Emittenten 206.868.453,55 258.855.101,61 159.759
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 186.487.808,99 (139.799)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 258.855.101,61 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 429.648.745,08 368.588
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 81.926.938,44 81.628
darunter:
an Kreditinstituten 2.964.842,54 (2.965)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 3.787.950,00 85.714.888,44 3.793
darunter:
bei Kreditgenossenschaften 3.607.100,00 (3.607)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
bei Wertpapierinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 6.716.857,46 6.848
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
9. Treuhandvermögen 11.695.029,86 14.535
darunter: Treuhandkredite 11.695.029,86 (14.535)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 162.672,00 184
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 162.672,00 0
12. Sachanlagen 44.689.021,88 45.962
13. Sonstige Vermögensgegenstände 33.752.227,97 25.141
14. Rechnungsabgrenzungsposten 795.746,16 798
15. Aktive latente Steuern 53.671.000,00 52.647
16. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 300.334,50 249
Summe der Aktiva 4.716.691.764,49 4.517.380

Passivseite

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 13.484.228,56 4.359
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 827.224.068,57 840.708.297,13 754.233
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 665.004.758,42 905.429
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 1.197.112,67 666.201.871,09 1.280
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 2.133.494.350,99 2.243.110
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 558.788.326,10 2.692.282.677,09 3.358.484.548,18 113.256
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 11.695.029,86 14.535
darunter: Treuhandkredite 11.695.029,86 (14.535)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 11.430.692,40 7.688
6. Rechnungsabgrenzungsposten 549.601,68 549
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 7.911.739,78 7.993
b) Steuerrückstellungen 2.220.000,00 1.012
c) andere Rückstellungen 12.421.443,00 22.553.182,78 14.993
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 26.605.388,34 26.605
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 196.715.680,00 176.433
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 73.735.588,59 75.430
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 70.015.000,00 68.865
cb) andere Ergebnisrücklagen 99.710.000,00 169.725.000,00 98.558
d) Bilanzgewinn 4.488.755,53 247.949.344,12 3.053
Summe der Passiva 4.716.691.764,49 4.517.380
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weiter-
gegebenen abgerechneten Wechseln
0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 128.445.153,00 132.806
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 128.445.153,00 0
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 327.838.738,66 327.838.738,66 489.755
darunter: Lieferverpflichtungen
aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 89.620.173,44 60.800
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 4.468.323,62 94.088.497,06 2.829
darunter: in a) und b)
angefallene negative Zinsen
0,00 (221)
2. Zinsaufwendungen 23.836.397,60 70.252.099,46 3.554
darunter: erhaltene
negative Zinsen
23.035,93 (2.016)
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 299.246,29 4.261
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 2.505.554,97 2.591
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 625.995,26 3.430.796,52 641
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs-
oder Teilgewinnabführungsverträgen
0,00 0
5. Provisionserträge 45.298.863,90 44.600
6. Provisionsaufwendungen 7.730.854,05 37.568.009,85 8.944
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 3.811.770,66 4.613
9. [gestrichen] 0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 36.712.302,62 35.771
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 11.947.851,82 48.660.154,44 9.492
darunter: für Altersversorgung 5.430.861,89 (3.059)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 25.511.664,37 74.171.818,81 26.300
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
4.216.793,76 4.306
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.519.201,05 1.970
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen
zu Rückstellungen im Kreditgeschäft
2.323.190,17 12.222
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung
von Rückstellungen im Kreditgeschäft
0,00 -2.323.190,17 0
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen,
Anteile an verbundenen Unternehmen und wie
Anlagevermögen behandelte Wertpapiere
0,00 1.919
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an
verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen
behandelten Wertpapieren
598,02 598,02 0
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. [gestrichen] 0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 32.832.270,72 15.858
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 7.972.614,16 125
darunter: latente Steuern -1.024.270,00 (-6.477)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 89.574,95 8.062.189,11 895
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 20.283.000,00 11.800
25. Jahresüberschuss 4.487.081,61 3.038
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.673,92 15
4.488.755,53 3.053
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
4.488.755,53 3.053
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 0,00 0
b) in andere Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
29. Bilanzgewinn 4.488.755,53 3.053

3. Anhang 

A. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Volksbank Ulm-Biberach eG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleis-tungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Gemäß Art. 67 Einführungsgesetz zum Handelsgesetzbuch (EGHGB) werden die (nachstehenden) im Jahresabschluss 2010 angewandten Übergangsvorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) (hier: Beibehaltungs- und Fortführungswahlrechte für bestimmte Bilanzposten und Wertansätze) entsprechend der Rechtslage vor Inkrafttreten des BilMoG wie folgt fortgeführt:

- Beibehaltung der steuerrechtlichen Abschreibungen (§ 279 Abs. 2 i. V. m. § 254 Satz 1 HGB a. F.) nach Art. 67 Abs. 4 Satz 1 EGHGB

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden angewandt:

Barreserve

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt. Die Bewertung der Sorten erfolgte zum Kassakurs am Bilanzstichtag.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden wurden mit dem Nennwert angesetzt, wobei der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt wurde. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zinsanteilig, aufgelöst. Unverzinsliche bzw. minderverzinsliche Forderungen wurden mit einem angemessenen Zinsfuß abgezinst.

Bei Forderungen, deren Nennbetrag niedriger als die Anschaffungskosten war, wurde dieser Unterschiedsbetrag in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt und planmäßig zeitanteilig über die Laufzeit abgegrenzt.

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzelwertberichtigungen und Einzelrückstellungen abgedeckt.

Die latenten Kreditrisiken bei den Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) sowie bei den Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen (Passivposten 1 und 2 unter dem Bilanzstrich) sind durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen bzw. -rückstellungen abgedeckt. Des Weiteren wurden widerrufliche Kreditzusagen berücksichtigt. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung bzw. -rückstellungen erfolgte auf Grundlage der IDW-Stellungnahme zur Rechnungslegung zur Bildung von Pauschalwertberichtigungen (IDW RS BFA 7). Der Berechnung wurden Blankovolumen, Ausfallwahrscheinlichkeit und Ausfallrate zugrunde gelegt. Im Geschäftsjahr 2023 waren im Bereich der Bauträgerfinanzierungen höhere Ausfallraten zu beobachten, die als modellkonform zu erwarten waren. Diesem Umstand haben wir durch Parameteranpassungen außerhalb der Regelprozesse Rechnung getragen. Die Pauschalwertberichtigungen haben sich dadurch um etwa EUR 462.000 erhöht.

Zusätzlich bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Die Wahlrechte nach § 340c Abs. 2 HGB und § 340f Abs. 3 HGB wurden in Anspruch genommen.

Wertpapiere

Die wie Umlaufvermögen behandelten festverzinslichen Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen.

Die wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere, die voraussichtlich keiner dauernden Wertminderung unterliegen, werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Anschaffungskosten über pari wurden im Anschaffungsjahr sofort auf den niedrigeren Einlösungskurs abgeschrieben.

Strukturierte Finanzinstrumente, die keine wesentlich erhöhten oder zusätzlichen (andersartigen) Risiken und Chancen aufweisen, werden als einheitlicher Vermögensgegenstand nach den allgemeinen Grundsätzen bilanziert und bewertet.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden allesamt im Nichthandelsbestand geführt. An derivativen Finanzinstrumenten waren zum Bilanzstichtag Swaps zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken im Rahmen der Aktiv-/Passiv-Steuerung im Bestand, weshalb zum Bilanzstichtag keine imparitätische Bewertung vorgenommen wurde.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs einschließlich der zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos (Aktiv/Passiv-Steuerung) abgeschlossenen Zinsderivate werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 (n. F.) verlustfrei bewertet. Hierbei werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt, der Barwert der zurechenbaren Gebühren- und Provisionserträge addiert und von diesem Überschuss die Risikoprämienbarwerte im Kundenkreditgeschäft sowie Eigengeschäft und der Verwaltungskostenbarwert abgezogen. Bei den zurechenbaren Gebühren- und Provisionserträgen wurden im Wesentlichen Kontoführungsgebühren und Kartenentgelte angesetzt, sofern die jeweilige Karte Bestandteil des Kontomodells ist. Gemäß einer internen Erhebung bzw. Schätzung wurde der Anteil der zinsbezogenen Verwaltungskosten für die Bestandspflege ermittelt. Bezogen auf den Planwert (inkl. Kostensteigerungen) für das Jahr 2024 ergibt sich eine Berücksichtigung von 26,21 % der gesamten Verwaltungsaufwendungen.

Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird. Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Rückstellung zu bilden.

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Im Falle einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung wurden sie mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Treuhandvermögen

Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die Bewertung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die der geschätzten Nutzungsdauer entsprechenden Abschreibungssätze zugrunde.

Aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderungen wurden bei den Sachanlagen außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Erhöhte Absetzungen für Abnutzung und Abschreibungen gemäß § 6b EStG für vor dem 1. Januar 2010 angeschaffte Sachanlagen wurden weitergeführt.

In den Vorjahren wurde für die Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250 und bis zu EUR 1.000 eine Poolabschreibung nach steuerlichen Vorgaben vorgenommen.

Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu EUR 250 wurden in voller Höhe als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250 und bis zu EUR 1.000 wurden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben. Steuerrechtlich wurde hierfür ein Sammelposten gebildet und eine Poolabschreibung nach steuerrechtlichen Vorschriften vorgenommen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach dem strengen Niederstwertprinzip.

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Die Unterschiedsbeträge zwischen dem Nennbetrag und den höheren Anschaffungskosten von Forderungen an Kunden wurden in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt und planmäßig über die Laufzeit der Forderung verteilt.

Aktive latente Steuern

Zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen bestehen zeitliche oder quasi-permanente Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen.

Die sich daraus ergebenden Steuerentlastungen (aktive latente Steuern) und Steuerbelastungen (passive latente Steuern) werden verrechnet. Der Überhang an aktiven latenten Steuern wird bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB angesetzt (vgl. Erläuterungen im Abschnitt D.).

Der Berechnung der Steuerlatenzen wurde ein Steuersatz von 28,025 % zugrunde gelegt.

Verbindlichkeiten

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag.

Treuhandverbindlichkeiten

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Provisionen aus an Kunden vermittelten Derivatgeschäften enthalten, die auf die Laufzeit der Geschäfte zeitanteilig verteilt wurden. Daneben sind Disagiobeträge enthalten, die bei Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden.

Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

Den Pensionsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde. Verpflichtungen aus Pensionsanwartschaften wurden mittels Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit Methode - kurz: PUC) bzw. dem modifizierten Teilwertverfahren angesetzt. Laufende Rentenverpflichtungen und Altersversorgungsverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern wurden mit dem Barwert bilanziert.

Für die Pensionsrückstellungen wurden erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 2,50 % und eine Rentendynamik in Höhe von 2,50 % zugrunde gelegt.

Der bei der Abzinsung der Pensionsrückstellungen angewendete Zinssatz von 1,82 % wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren festgelegt. Dieser beruht auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV).

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt TEUR 38.

Bei Altersversorgungsverpflichtungen und vergleichbaren langfristigen Verpflichtungen, die die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB erfüllen, haben wir die Verpflichtungen mit den ihnen zuzurechnenden Vermögensgegenständen verrechnet. Das Deckungsvermögen hat zum 31. Dezember 2023 einen beizulegenden Zeitwert in Höhe von EUR 16.203.843, welches dem von den Versicherungsgesellschaften mitgeteilten aktivierungsfähigen Deckungskapital entspricht (Anschaffungskosten in Höhe von EUR 15.869.477). Das Deckungsvermögen wurde mit dem nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelten Erfüllungsbetrag der Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von EUR 15.903.508 saldiert.

Ein nach der Saldierung verbleibender Überhang wurde in Höhe von EUR 300.335 aktiviert. Aufwendungen und Erträge aus der Abzinsung der Verpflichtungen wurden mit laufenden Erträgen sowie Erfolgsauswirkungen aus Zeitwertänderungen des Deckungsvermögens in Höhe von EUR 148.857 verrechnet. Der Saldo ist unter dem GuV-Posten 12 ausgewiesen.

Den Rückstellungen für Altersteilzeit liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde. Die Altersteilzeitrückstellungen werden mit einem Zinssatz von 0,99 % p.a. unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren abgezinst. Es wurden erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 0,00 % bis 2,50 % zugrunde gelegt.

Den Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde. Diese Rückstellungen wurden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre in Höhe von 1,74 % abgezinst. Die Rückstellungen wurden mit dem Teilwertverfahren in Höhe des Barwerts gebildet. Die Fluktuation wurde mit einem Fluktuationsabschlag von 5,00 % berücksichtigt.

Im Übrigen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten Rückstellungen und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in angemessener Höhe gebildet.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB abgezinst.

Wird bei Rückstellungen mit ursprünglich Iängerfristiger Restlaufzeit am Bilanzstichtag eine Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger erreicht, wird der Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die erstmalige Einbuchung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr erfolgte mit dem abgezinsten Betrag (Nettomethode).

Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungssatzes im Zusammenhang mit den Pensionsrückstellungen werden analog zum Ab-/Aufzinsungseffekt im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtages umgerechnet.

Die sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Aufwendungen wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Soweit die Restlaufzeit der auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten bis zu einem Jahr betrug oder die Anforderungen an eine besondere Deckung vorlagen, wurden Erträge aus der Währungsumrechnung in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt.

Der Ausweis der Ergebnisse aus der Währungsumrechnung erfolgt in den GuV-Posten 5 und 6.

Angaben zur Behandlung von negativen Zinsen

Negative Zinsen auf finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den betreffenden Zinserträgen bzw. Zinsaufwendungen in Abzug gebracht.

Im Falle von Zinsswaps werden die Zahlungsströme je Swapvertrag verrechnet und der verbleibende Saldo vorzeichengerecht als Zinsertrag bzw. -aufwand ausgewiesen.

Der Umfang negativer Zinsen bei den Zinserträgen und Zinsaufwendungen wird in Form von Darunter-Vermerken in der Gewinn- und Verlustrechnung angegeben.

Verwendung des Jahresergebnisses

Der Jahresabschluss wurde vor Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- / Zugänge (a) Umbuchungen (a) Anschaffungs- /
Herstellungskosten zu Zuschreibungen (b) Abgänge (b) Herstellungskosten
Beginn des am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0
gewerbliche 0 (b) 0 (b)
Schutzrechte und ähnliche Rechte
b) entgeltlich erwor- 1.890.726 76.519 (a) 0 (a) 1.967.245
bene Konzessio- 0 (b) 0 (b)
nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0
Firmenwert 0 (b) 0 (b)
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0
Anzahlungen 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und 77.398.622 2.254.668 (a) 0 (a) 78.541.693
Gebäude 0 (b) 1.111.597 (b)
b) Betriebs- und 17.397.378 1.731.002 (a) 0 (a) 18.306.146
Geschäftsausstattung 0 (b) 822.234 (b)
Summe a 96.686.726 4.062.189 (a) 0 (a) 98.815.084
0 (b) 1.933.831 (b)
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Abschreibungen Zugängen (a) Umbuchungen (a) Abschreibungen am Buchwerte
Beginn des Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen (b) Abgängen (b)
Ende des Bilanzstichtag
Geschäftsjahres (gesamt) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b)
Geschäftsjahres (gesamt)
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
gewerbliche 0 (b) 0 (b) 0 (b)
Schutzrechte und ähnliche Rechte
b) entgeltlich erwor- 1.706.529 98.044 (a) 0 (a) 0 (a) 1.804.573 162.672
bene Konzessio- 0 (b) 0 (b) 0 (b)
nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Firmenwert 0 (b) 0 (b) 0 (b)
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Anzahlungen 0 (b) 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und 35.757.561 2.434.413 (a) 0 (a) 0 (a) 38.099.056 40.442.637
Gebäude 0 (b) 0 (b) 92.917 (b)
b) Betriebs- und 13.076.700 1.684.337 (a) 0 (a) 0 (a) 14.059.761 4.246.385
Geschäftsausstattung 0 (b) 0 (b) 701.276 (b)
Summe a 50.540.790 4.216.794 (a) 0 (a) 0 (a) 53.963.390 44.851.694
0 (b) 0 (b) 794.193 (b)
Anschaffungskosten zu Beginn des
Geschäftsjahres
Veränderungen (saldiert)

Buchwerte am
Bilanzstichtag
EUR EUR EUR
Wertpapiere des 192.334.639 30.010.502 222.345.141
Anlagevermögens
Beteiligungen und 85.420.650 294.238 85.714.888
Geschäftsguthaben
bei Genossenschaften
Anteile an 6.847.666 -130.809 6.716.857
verbundenen Unter-
nehmen
Gründungsstockdarlehen 175.128 58.376 233.504
Summe b 284.778.083 30.232.307 315.010.390
Summe a und b 381.464.809 359.862.084

Im Hinblick auf eine zutreffendere Darstellung wurde die Bezeichnung "Schuldscheindarlehen / Namensschuldverschreibungen des Anlagevermögens" aus dem Vorjahr im Geschäftsjahr in "Gründungsstockdarlehen" umbenannt.

D. Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 194.849.823 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Von den Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank dient ein Volumen von EUR 3.600.000 der Besicherung von Derivatepositionen.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 121.115.286 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Als Sicherheit für Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank wurden dieser Kundenforderungen mit einem Gesamtbetrag von EUR 604.427.126 abgetreten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren (A 5) werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr EUR 36.665.721 fällig.

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig
davon:
börsennotiert
nicht
börsennotiert
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR EUR EUR EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 258.855.102 234.980.592 23.874.510 88.801.519
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (A 6) 14.100.958 0 14.100.958 0

Im Wertpapierjournal sind die nicht nach dem strengen Niederstwertprinzip bewerteten Wertpapiere des Anlagevermögens besonders gekennzeichnet.

Zu den Finanzanlagen gehörende Finanzinstrumente, die über ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, bestehen in folgendem Umfang (§ 285 Nr. 18 HGB):

Buchwert beizulegender
Zeitwert
EUR EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 88.801.519 78.281.855

Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB sind für marktpreisbezogene Wertveränderungen unterblieben, da Störungen der Zins- und Tilgungsleistungen bei den betreffenden Wertpapieren nach unserer derzeitigen Einschätzung nicht zu erwarten sind.

Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den Forderungen, Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Forderungen an
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kreditinstitute (A 3) 195.685.705 164.327.449
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 53.557.395 49.654.073

Investmentvermögen mit einem Anteil von mehr als 10 Prozent

Im Bilanzposten "Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere" (A 6) sind folgende Anteile an Sondervermögen im Sinn des § 1 Abs. 10 KAGB oder Anlageaktien an Investmentaktiengesellschaften mit veränderlichem Kapital im Sinn der §§ 108 bis 123 KAGB oder vergleichbaren EU- bzw. sonstigen ausländischen Investmentvermögen mit Anteilsquoten von mehr als 10 % enthalten:

Anlageziel
Wert der Anteile (Zeitwert)

EUR
Differenz
zum
Buchwert
(Reserve)
EUR
Erfolgte
Ausschüttung
für das
Geschäftsjahr
EUR
1. Spezialfonds UVB 1 und UVB 2 (Mischfonds in überwiegend aktien- und rentenorientierten Anlagen mit Schwerpunkt Staatsanleihen der Euro-Länder, Pfandbriefe nach deutschen Pfand-briefrecht und Immobilienanlagen) 327.116.755 16.550.959 0
2. Spezialfonds UVB Real Estate (überwiegend wohnwirtschaftlich genutzte Immobilieninvestments) 104.981.992 0 0

Beschränkungen in der täglichen Rückgabemöglichkeit bestehen nicht.

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Beteiligungen von nicht untergeordneter Bedeutung und Anteile an verbundenen Unternehmen gemäß § 271 Abs. 2 HGB bestehen zum 31. Dezember 2023 wie folgt:



Anteil am Gesellschafts- Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses
Name und Sitz kapital % Jahr TEUR Jahr TEUR
a) Volksbank Immobilien Ulm Biberach Ravensburg GmbH, Ulm 100,00 2023 537 2023 376
b) Riedlinger Campus GmbH & Co. KG, Riedlingen 94,90 2023 5.618 2023 -38
c) DZ Beteiligungs-GmbH & Co. KG Baden-Württemberg, Stuttgart 1,79 2023 3.209.879 2023 97.404
d) Zweite DZ Beteiligungs-GmbH & Co. KG Baden-Württemberg, Stuttgart 0,60 2023 2.496.063 2023 62.817

Mit den unter Buchstaben a) und b) genannten Unternehmen besteht ein Konzernverhältnis. Ein Konzernabschluss wurde nicht aufgestellt, weil aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (§ 296 Abs. 2 HGB) auf die Aufstellung verzichtet werden konnte.

Treuhandvermögen

Im Bilanzposten "Treuhandvermögen" (A 9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandforderungen handelt es sich um Forderungen an Kunden (A 4).

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Im Bilanzposten "Sachanlagen" (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 15.724.788 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 4.246.385 enthalten.

Sonstige Vermögensgegenstände

In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A 13) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2023
EUR
Im Bau befindliche Sachanlagen (Bauträgerobjekte) 22.283.667

In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A 13) sind folgende antizipative Beträge größeren Umfangs enthalten:

31.12.2023
EUR
Angeforderte Provisionen und Entgelte 5.993.237
Forderungen ggü. verbundenen Unternehmen 886.263
Steuernachforderungen 1.294.767
Dividendenzahlung eines Beteiligungsunternehmens 1.541.609

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten (A 14) sind Unterschiedsbeträge zwischen dem Ausgabebetrag und dem höheren Erfüllungsbetrag von Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 328 (Vorjahr EUR 328) enthalten. 

Soweit bei Kreditgewährungen der Nennbetrag der gewährten Kredite unter dem Auszahlungsbetrag lag, wurde der Unterschiedsbetrag in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten (A 14) eingestellt. Der Unterschiedsbetrag belief sich am Bilanzstichtag auf EUR 581.881 (Vorjahr EUR 698.322).

Aktive latente Steuern

Die aktiven Steuerlatenzen beruhen auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und den steuerlichen Wertansätzen in den Posten Forderungen an Kunden (A 4), Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5), Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (A 6), Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften (A 7), Anteile an verbundenen Unternehmen (A 8), Rechnungsabgrenzungsposten (A 14) und Rückstellungen (P 7). Dem stehen in unwesentlicher Höhe passive Steuerlatenzen aus Differenzen bei den Posten Sachanlagen (A 12) sowie Sonstige Vermögensgegenstände (A 13) gegenüber.

Nachrangige Vermögensgegenstände

In den folgenden Posten sind Vermögensgegenstände, für die eine Nachrangklausel besteht, enthalten:

Posten Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
A 4 Forderungen an Kunden 3.000.000 3.000.000
A 5 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 13.280.051 12.880.512
A 13 Sonstige Vermögensgegenstände 233.504 175.128

Fremdwährungsposten

In den Vermögensgegenständen sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 8.357.414 enthalten.

Restlaufzeitenspiegel für Forderungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:


bis
3 Monate

EUR
mehr als
3 Monate
bis ein Jahr
EUR
mehr als
ein Jahr
bis 5 Jahre
EUR
mehr als
5 Jahre

EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute (A 3b) (ohne Bausparguthaben) 0 0 48.000.000 40.000.000
Forderungen an Kunden (A 4) 128.970.615 263.019.012 984.130.718 1.878.857.609

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:


bis
3 Monate

EUR
mehr als
3 Monate
bis ein Jahr
EUR
mehr als
ein Jahr
bis 5 Jahre
EUR
mehr als
5 Jahre

EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 22.556.356 149.287.013 226.473.937 426.471.423
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten (P 2a ab) 0 988.588 208.525 0
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2b bb) 227.628.402 282.670.433 47.226.355 97.000

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 706.249.608 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Treuhandverbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Treuhandverbindlichkeiten" (P 4) sind ausschließlich Refinanzierungsmittel für Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1).

Sonstige Verbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Sonstige Verbindlichkeiten" (P 5) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten: 

31.12.2023
EUR
Anzahlungen von Immobiliengeschäften 5.288.260
Steuerverbindlichkeiten 2.429.346
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.177.380

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten (P 6) sind Disagiobeträge, die bei der Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden, im Gesamtbetrag von EUR 103.223 (Vorjahr EUR 170.559) enthalten.

Nachrangige Verbindlichkeiten

Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten (P 9) in Höhe von EUR 677.925 an.

Mittelaufnahmen, die 10 % des Gesamtbetrages der nachrangigen Verbindlichkeiten übersteigen, erfolgen zu folgenden Bedingungen:

Betrag Währung Zinssatz in % Fälligkeit
10.000.000 EUR 2,72 März 2034
10.000.000 EUR 2,81 März 2036
3.000.000 EUR 2,05 September 2036
3.000.000 EUR 2,05 September 2036

Eine vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung ist nicht ausgeschlossen. Die Verbindlichkeiten sind im Falle des Insolvenzverfahrens oder der Liquidation der Bank erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückzuzahlen. Eine Umwandlung in andere Eigenkapitalformen ist nicht möglich. 

Für die nachrangigen Verbindlichkeiten gelten die folgenden wesentlichen Bedingungen: Die mit den Gläubigern der nachrangigen Verbindlichkeiten getroffenen Nachrangabreden erfüllen die Voraussetzungen für die Anerkennung als Eigenmittel gemäß Art. 63 CRR. Mit den Gläubigern wurde bei nachrangigen Verbindlichkeiten in der Höhe von EUR 6.000.000 die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung nach 10 Jahren vereinbart. Die weiteren nachrangigen Verbindlichkeiten sind mit Zinssätzen zwischen 1,50 % und 2,81 % ausgestattet.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 0 0 706.249.608 649.590.072
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (P 2) 1.391.459 1.431.803 0 0

Eigenkapital

Die unter dem Passivposten "Gezeichnetes Kapital" (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben
a) der verbleibenden Mitglieder 71.340.413
b) der ausscheidenden Mitglieder 2.221.074
c) aus gekündigten Geschäftsanteilen 174.102
Rückständige fällige Pflichteinzahlungen auf Geschäftsanteile EUR 69.227

Die Ergebnisrücklagen (P 12c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Gesetzliche Rücklage andere Ergebnisrücklagen
EUR EUR
Stand 01.01.2023 68.865.000 98.558.127
Einstellungen
- aus Bilanzgewinn des Vorjahres 1.150.000 1.151.873
Stand 31.12.2023 70.015.000 99.710.000

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und -steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten.

Akute Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind durch Rückstellungen gedeckt und ggf. vom jeweiligen Bilanzposten abgesetzt. Die Verpflichtungen wurden darüber hinaus in die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung einbezogen (siehe auch Abschnitt B.), der jeweils entsprechend daraus resultierende Betrag als Rückstellung ausgewiesen und von den oben genannten Bilanzposten abgesetzt.

Die in den Posten 1b) und 2c) der unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen überwiegend breit gestreute Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für Kunden bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden. Die unwiderruflichen Kreditzusagen sind breit gestreut.

Die Risiken wurden im Zuge einer Einzelbewertung der Bonität dieser Kunden beurteilt. Die unter Posten 1b) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Beträge zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen wird.

Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

Passivposten Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögenswerte
in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 604.427.127

Fremdwährungsposten

In den Schulden sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 22.822.475 enthalten.

Termingeschäfte und derivative Finanzinstrumente

Zum Bilanzstichtag bestanden Zinsswaps des Nichthandelsbestands.

Die Zinsderivate wurden ausschließlich als Sicherungsinstrumente im Rahmen der Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos im Bankbuch (Aktiv/Passiv-Steuerung) abgeschlossen.

In der nachfolgenden Tabelle sind die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Derivatgeschäfte des Nichthandelsbestands, die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelt waren, zusammengefasst (§ 36 RechKredV bzw. § 285 Nr. 19 HGB). Die beizulegenden Zeitwerte werden einschließlich rechnerisch angefallener Zinsen angegeben ("dirty prices").

(Angaben in TEUR):  

Nominalbeträge

beizulegender Zeitwert
negativ (-)
Zinsbezogene Geschäfte 170.000 -3.255

Im Betrag TEUR -3.255 sind Zinsderivate mit positiven Marktwerten in Höhe von TEUR 2.305 sowie Zinsderivate mit negativen Marktwerten in Höhe von TEUR -5.560 enthalten.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte bei Zinsswap-Vereinbarungen durch Diskontierung der zukünftig erwarteten Zahlungsströme auf den Abschlussstichtag.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Negative Zinsen aus Passivgeschäften sind in den Zinsaufwendungen als Reduktion des Zinsaufwands in Höhe EUR 23.036 enthalten.

Provisionserträge

Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung, die für die Geschäftstätigkeit von besonderer Bedeutung sind, wurden im Versicherungs- und Bauspargeschäft sowie im Wertpapier- und Depotgeschäft erbracht.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen mit EUR 51.032 (Vorjahr EUR 17.740) Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 138.442 (Vorjahr EUR 175.327) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Periodenfremde Erträge bzw. Aufwendungen

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 1.831.867 und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 1.309.203 enthalten. Von den periodenfremden Aufwendungen stehen EUR 1.235.098 im Zusammenhang mit Steueraufwendungen für Vorjahre sowie damit verbundenen Zinsen nach § 233a AO. Von den periodenfremden Erträgen entfallen EUR 1.230.876 auf Steuererstattungen für Vorjahre, einschließlich den damit verbundenen Zinsen nach § 233a AO.

Steuerrechtliche Abschreibungen gem. § 6b EStG wurden aus Vorjahren in Höhe von EUR 652.009 beibehalten. Für künftige Jahresabschlüsse ergeben sich hieraus keine Belastungen.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag entfallen in Höhe von EUR 9.285.643 auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Geschäftsjahres.

F. Sonstige Angaben

Vorstand und Aufsichtsrat

An die Mitglieder des Vorstands wurden Gesamtbezüge gewährt in Höhe von EUR 1.467.996.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen EUR 256.920.

Die früheren Mitglieder des Vorstands bzw. deren Hinterbliebenen erhielten EUR 814.383.

Für frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen bestehen zum 31. Dezember 2023 Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 3.139.228. 

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 5.281.772 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 32.380.522. 

Ausschüttungsgesperrte Beträge

Die aktiven latenten Steuern in Höhe von EUR 53.671.000 unterliegen der Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB. Der aus der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag beträgt EUR 38.121. Die ausschüttungsgesperrten Beträge aus der Neubewertung von Altersvorsorgeverpflichtungen (§ 253 Abs. 6 HGB) und nach § 268 Abs. 8 HGB werden gemeinsam betrachtet. Danach ergibt sich, dass allen ausschüttungsgesperrten Beträgen frei verfügbare Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 101.898.756 gegenüberstehen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Höhe von Garantieverpflichtungen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (Garantieverbund) in Höhe von EUR 12.740.752.

Ferner besteht eine Beitragsgarantie gegenüber dem institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Personalstatistik

Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug: 

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Prokuristen 22 0
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 337 236
359 236

Außerdem wurden durchschnittlich 44 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr

Anzahl der
Mitglieder
Anzahl der
Geschäftsanteile
Anfang 2023 92.941 1.452.124
Zugang 2023 1.743 27.451
Abgang 2023 2.714 51.410
Ende 2023 91.970 1.428.165
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermindert um EUR 1.198.039
Höhe des Geschäftsanteils EUR 50

Besondere Offenlegungspflichten

Gemäß Teil 8 der CRR (Ar. 435 bis 455) offenzulegende Inhalte sind zum Teil im Lagebericht enthalten. Wir beabsichtigen, die weiteren Angaben in einem separaten Offenlegungsbericht zu machen und auf unserer Homepage zu veröffentlichen.

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:


Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e. V.
Am Rüppurrer Schloss 40 76199 Karlsruhe

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf, Zuständigkeitsbereich

Hell, Stefan, Vorstandssprecher, Geschäftsleiter Überwachung
Schulze, Alexander André, Stv. Vorstandssprecher, Geschäftsleiter Markt
Blankenberg, Ralph P., Vorstandssprecher, Geschäftsleiter Markt, (bis 30.6.2023)
Scherer, Gerolf, Stv. Vorstandssprecher, Geschäftsleiter Markt, (bis 30.6.2023)
Braig, Gerhard, Geschäftsleiter Überwachung, (bis 30.6.2023)

Mitglieder des Aufsichtsrats; ausgeübter Beruf; ggf. Unternehmen, in dem der Beruf ausgeübt wird

Kulitz, Dr. Peter, - Vorsitzender - , Geschäftsführer, ESTA Apparatebau GmbH & Co. KG, Senden

Seifert, Harald, - stellvertretender Vorsitzender - , Geschäftsführender Gesellschafter, Seifert Logistics Group, Ulm

Finkbeiner, Gabriele Pia, Prokuristin, Finkbeiner GmbH & Co. KG, Langenau

Dünkel, Joachim, Geschäftsführer, Autohaus Biberach GmbH, Biberach an der Riß

Kiesel, Andrea, Mitglied der Geschäftsleitung, Kiesel GmbH, Baienfurt

Schmidt, Claudia, Bankangestellte, Arbeitnehmervertreterin, (seit 15.11.2023)

Dobra, Dirk, Bankangestellter, Arbeitnehmervertreter

Schmid, Jasmin, Bankangestellte, Arbeitnehmervertreterin, (bis 30.9.2023)

Valencic, Beate, Bankangestellte, Arbeitnehmervertreterin

Nagel, Thomas, Bankangestellter, Arbeitnehmervertreter

Zürn, Prof. Dr. Brigitte, Geschäftsführende Gesellschafterin, Dr. Horn Unternehmensberatung GmbH, Ulm

Rehm-Heinzelmann, Sabine, Geschäftsführerin, Elektro Rehm GmbH, Oggelshausen

Zeller, Günther, Geschäftsführer, ARCHe WOHNa Büro für Planen und Bauen GmbH, Biberach

Lassen, Michael, Bankangestellter, Arbeitnehmervertreter

Gapp, Michael, Geschäftsführender Gesellschafter, gapp & gapp freie architekten Partnerschaft mbB, Warthausen

Hanser, Udo, Verwaltungsbeamter, Komm.ONE, Stuttgart

Nachtragsbericht

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 4.487.081,61 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von EUR 1.673,92 (Bilanzgewinn von EUR 4.488.755,53) - wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von 3,00 % 2.187.165,81
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen
a) Gesetzliche Rücklage 1.150.000,00
b) Andere Ergebnisrücklagen 1.150.000,00
Vortrag auf neue Rechnung 1.589,72
4.488.755,53
Ulm, 18. März 2024 Volksbank Ulm-Biberach eG

Der Vorstand

Stefan Hell

Alexander André Schulze

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Volksbank Ulm-Biberach eG, Ulm

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Volksbank Ulm-Biberach eG, Ulm (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft. Den Abschnitt "IV. Erklärung zur Unternehmensführung" des Lageberichts und den als Anlage zum Lagebericht beigefügten Entgeltbericht gemäß § 21 Entgelttransparenzgesetz haben wir im Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Im Lagebericht wird auf die Veröffentlichung des gesonderten nichtfinanziellen Berichts nach §§ 286b bis 289e HGB auf der Internetseite der Genossenschaft verwiesen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich unsere Prüfung nicht auf diesen gesonderten nichtfinanziellen Bericht.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung der Kundenforderungen:

Unsere Darstellung der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

a) Sachverhalt und Problemstellung

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

c) Verweis auf weitergehende Informationen

zu a)  

Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen, belaufen sich auf 3.377,9 Mio. EUR. Dies entspricht 71,6 % der Bilanzsumme. Zudem bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 128,4 Mio. EUR und unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von 327,8 Mio. EUR. Innerhalb des Postens nehmen die gewerblichen Kredite eine herausragende Rolle ein.

Die Identifizierung und die Ermittlung von Einzelwertberichtigungen sowie die Bemessung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche Kreditzusagen unterliegen wesentlichen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass Wertberichtigungsbedarf nicht rechtzeitig identifiziert wird bzw. die Höhe der Wertberichtigung von der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der jeweiligen Kreditnehmer sowie von der Bewertung der Kreditsicherheiten beeinflusst wird. Daher ist die zutreffende Einzelbewertung der Kundenforderungen insbesondere im gewerblichen Kreditgeschäft für den Jahresabschluss und insbesondere die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und stellt nach unserer Einschätzung einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.

zu b)  

Wir haben zunächst beurteilt, ob die für die Bewertung der Kundenforderungen relevanten Prozesse der Genossenschaft derart ausgestaltet sind, dass akute Risiken mit hinreichender Sicherheit rechtzeitig erkannt werden und gegebenenfalls eine Risikovorsorge in ausreichendem Umfang gebildet wird.

In der Folge haben wir uns von der Funktionsfähigkeit der Regelungen bzw. Prozesse durch Prüfung in Stichproben überzeugt. Hierbei haben wir insbesondere auf die eingerichteten relevanten Kontrollen der Bank abgestellt.

Des Weiteren haben wir analytische Prüfungshandlungen durchgeführt. Dabei wurde der Datenbestand der Genossenschaft im Hinblick auf vordefinierte Prüfkriterien ausgewertet. In diesem Zuge wurden neben den Ratingeinstufungen insbesondere die Höhe der ungesicherten Kreditteile, die Zugehörigkeit zu bestimmten Branchen, bzw. von den wirtschaftlichen Entwicklungen des Geschäftsjahres stark betroffenen Branchen sowie die Gesamtzusage berücksichtigt.

Aufbauend auf den vorstehend genannten verschiedenen Prüfungshandlungen haben wir bewusst ausgewählte Kreditengagements hinsichtlich der Notwendigkeit und - soweit erforderlich - der Angemessenheit einer Risikovorsorge einer Einzelfallprüfung unterzogen. Bei der Auswahl haben wir insbesondere Kreditengagements berücksichtigt, die von den rückläufigen Konjunkturaussichten, von der Zinsentwicklung, von der Preisentwicklung und von der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt betroffen sind.

zu c)  

Weitere Angaben der Bank zur Bilanzierung und Bewertung von Forderungen im Kreditgeschäft sind im Anhang im Abschnitt "B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden" enthalten.

Im Lagebericht sind Ausführungen zu den Auswirkungen zu den Kreditstrukturen den Verfahren der Risikofrüherkennung enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen den folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts:

- die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote)

Die sonstigen Informationen umfassen zudem:

- den gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b bis 289e HGB, inhaltlich nicht geprüft,

- die Anlage zum Lagebericht "Entgeltbericht" gemäß § 21 Entgelttransparenzgesetz", inhaltlich nicht geprüft,

- die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks, inhaltlich nicht geprüft.

Davon werden uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt:

- der gesonderte nichtfinanzielle Bericht nach § 289b bis 289e HGB

- die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft bzw. für die von dieser beherrschten Unternehmen erbracht:

- Sonstige separate Bestätigungsleistungen gegenüber der Deutschen Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

- Sonstige separate Bestätigungsleistungen im genossenschaftlichen Finanzverbund

- Prüfung des Depot- und Wertpapierdienstleistungsgeschäftes nach § 89 Abs. 1 Satz 1 und 2 WpHG

- Einreichung rechnungslegungsbezogener Informationen beim Betreiber des Unternehmensregisters

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Andreas Bender.

 

Stuttgart, 8. Mai 2024

Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e. V.

Andreas Bender
Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG. Weiter hat der Aufsichtsrat den gesonderten nicht finanziellen Bericht nach § 289b HGB geprüft.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers überwacht. Insbesondere beinhaltete die Überprüfung, dass keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen von Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, erbracht wurden. Bei zulässigen Nichtprüfungsleistungen lagen die erforderlichen Genehmigungen vor.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat und die Ausschüsse des Aufsichtsrates in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte vier Ausschüsse eingerichtet - den Prüfungsausschuss, den Kreditausschuss, den Bauausschuss und den Personal- und Strategieausschuss. Aus den Sitzungen der Ausschüsse ist dem Gesamtaufsichtsrat berichtet worden.

Der vorliegende Jahresabschluss 2023 mit Lagebericht wurde vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband e. V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird die Vertreterversammlung informiert. Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses - unter Einbeziehung des Gewinnvortrages - entspricht den Vorschriften der Satzung. Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Nach den Bestimmungen der Satzung steht turnusgemäß ein "Generationenwechsel" im Aufsichtsrat mit Ablauf der diesjährigen Vertreterversammlung an. Nach über 23 Jahren im Aufsichtsrat der Volksbank - davon 21 Jahre im Vorsitz - endet meine Amtszeit satzungsgemäß mit der Vertreterversammlung 2024. Zur Nachwahl in den Aufsichtsrat wird Herr Christoph Ulrich vorgeschlagen.

Des Weiteren läuft das Mandat von Herrn Harald Seifert aus. Die Wiederwahl von Herrn Seifert ist zulässig und wird ebenfalls vorgeschlagen.

An dieser Stelle danke ich im Namen des gesamten Aufsichtsrats Ihnen, liebe Mitglieder, Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartner für die gute Zusammenarbeit, die sich auch im exzellenten Jahresergebnis der Bank widerspiegelt. Ebenso gilt unser Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welche sich mit großem Engagement täglich für den Erfolg unserer gemeinsamen Volksbank Ulm-Biberach eG einsetzen.

 

Ulm, 13. Mai 2024

Der Aufsichtsrat

Dr. Peter Kulitz, Vorsitzender

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Volksbank Ulm-Biberach eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Volksbank Ulm-Biberach eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Volksbank Ulm-Biberach eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 TEUR 115.063.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 511,1. 

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 32.832.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 7.973 und betreffen sowohl laufende wie auch latente Steuern.

Die Volksbank Ulm-Biberach eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Vertreterversammlung vom 26.06.2024 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2023 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 4.487.081,61 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 1.673,92 - wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

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