Stammdaten

Register
Amtsgericht Bochum HRB 5552
Vorher
GEA Luftkühler GmbHKelvion GmbH
Eingetragen
30.5.1996
Branche
Herstellung von Heizkörpern für ZentralheizungenBeteiligungsgesellschaftenHerstellung von Dampfkesseln und Kesseln zum Erzeugen von überhitztem Wasser
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist 1.1 Forschung, Entwicklung, Projektierung, Konstruktion, Herstellung und Vertrieb von Wärmetauschern, vornehmlich von Rippenrohrtauschern sowie von sonstigen Maschinen und Anlagen, 1.2. der Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung, von Grundstücken, insbesondere von gewerblichen Grundstücken, 1.3. die Errichtung, die Verwaltung und die Veräußerung, von Gebäuden und sonstigen Bauwerken, 1.4. der Erwerb, das Halten und die Veräußerung von Beteiligungen und Wertpapieren. Die Gesellschaft kann alle Geschäfte vornehmen und alle Maßnahmen ergreifen, die mit dem Gegenstand des Unternehmens zusammenhängen oder ihm unmittelbar oder mittelbar zu dienen geeignet sind (einschließlich der Gewährung von Sicherheiten an verbundene Unternehmen i.S.d. §§ 15 ff. AktG). Die Gesellschaft kann insbesondere Zweigniederlassungen, Betriebsstätten und Tochtergesellschaften im In- und Ausland errichten, andere Unternehmen gründen, erwerben oder sich an solchen Unternehmen beteiligen sowie Unternehmensverträge jeder Art abschließen. Die Gesellschaft kann Unternehmen, an denen sie beteiligt ist, unter ihrer einheitlichen Leitung zusammenfassen oder sich auf die Verwaltung der Beteiligung beschränken. Die Gesellschaft kann ihren Geschäftsbetrieb ganz oder teilweise in verbundene Unternehmen ausgliedern oder verbundenen Unternehmen überlassen. Sie kann ihre Tätigkeit auch auf einen Teil der in Absatz 1 bezeichneten Geschäftsfelder und Tätigkeiten beschränken.

Historie

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Management

NameRolle
Björn Stemmann
seit 8.7.2025
Prokura
Andre Niederhuxel
seit 8.7.2025
Geschäftsführer
Janna Mehrle
seit 8.7.2025
Prokura
Geschäftsführer
Kristina Brauckmann
seit 25.7.2022
Prokura
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Kronos UK Holdco LimitedGBR
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Kelvion Holding GmbH
Germany
4.091.000 €
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Kelvion Finance GmbH

Bochum

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Bochum unter HR B 15203

Inhaltsverzeichnis

Konzernlagebericht

Wesentliche Angaben zur Kelvion Gruppe

Wirtschaftsbericht

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Erwartete Entwicklungen, Chancen und Risiken

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses maßgebliche interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme

Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Konzernabschluss

Konzernbilanz

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Konzernanhang

Bilanzierendes Unternehmen

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Finanzrisikomanagement

Unternehmenszusammenschlüsse

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden sowie nicht fortgeführte Geschäftsbereiche

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Leasing

Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und Rechtsstreitigkeiten

Sonstige Erläuterungen

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Beteiligungsliste

Gemäß § 264 Abs. 3 HGB befreite Gesellschaften

Kennzahlen der Kelvion-Gruppe

(in Mio. EUR) 2019 2018
Ertragslage
Auftragseingang 1.041,6 870,4
Auftragsbestand 531,2 439,7
Umsatz 928,8 816,0
EBITDA 1) 26,6 53,4
in % vom Umsatz 2,9 6,5
bereinigtes EBITDA 2) 65,4 74,2
in % vom Umsatz 7,0 9,1
EBIT -120,2 5,4
in % vom Umsatz -12,9 0,7
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -171,6 -56,0
Vermögenslage
Bilanzsumme 1.073,5 995,3
Konzern-Eigenkapital -432,5 -275,9
in % der Bilanzsumme -40,3 -27,7
Konzern-Eigenkapital abzgl. Gesellschafterverbindlichkeiten mit Rangrücktritt 219,4 376,0
in % der Bilanzsumme 20,4 37,8
Working Capital (Stichtag) 145,5 157,8
Finanzlage
Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 38,2 -9,9
Free Cash Flow 34,2 -65,3
Investitionen 21,9 31,2
Mitarbeiteräquivalente (Stichtag), ohne Auszubildende und ruhende Arbeitsverhältnisse 5.253 4.734

1) Die Finanzkennzahl EBITDA ist in den IFRS nicht definiert. Sie versteht sich als Gewinn vor Zinsen und Steuern ("EBIT") und Abschreibungen. Der hier ausgewiesene EBITDA unterscheidet sich von dem EBITDA, der in den auf den Anhang anwendbaren Vertragsurkunden definiert ist.
2) Der bereinigte EBITDA (Earnings before interest, taxation, depreciation and amortization" "Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) versteht sich als EBITDA nach Eliminierung bestimmter Einmaleffekte. Derlei Einmaleffekte betreffen in der Hauptsache Restrukturierungsaufwendungen.

Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Die Betragsangaben sind kaufmännisch gerundet; in der Addition können sich infolgedessen Abweichungen ergeben.

Konzernlagebericht

der Kelvion-Gruppe

Wesentliche Angaben zur Kelvion-Gruppe

Die Kelvion Finance GmbH (im Folgenden "Kelvion Finance" genannt) ist eine Gesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in der Meesmannstraße 103, 44807 Bochum, und eingetragen unter Nr. HRB 15203 im Handelsregister des Amtsgerichts Bochum. Die Gesellschaft ist die Muttergesellschaft der in Deutschland ansässigen Kelvion-Gruppe (im Folgenden auch "Konzern" genannt). Das Unternehmen wurde am 8. Januar 2014 mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 EUR gegründet. Seine direkte Muttergesellschaft ist die Galapagos BidCo S.à r.l. mit Sitz in Luxemburg.

Mit Wirkung zum 9. Oktober 2019 kaufte die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. 100% der Anteile an der Galapagos BidCo S.à r.l., Luxemburg, und all derer Tochtergesellschaften (zusammen "Galapagos BidCo-Gruppe"). Mit der Übernahme der Galapagos BidCo S.à r.l. erwarb die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. auch die Anteile an der Kelvion Finance GmbH, Deutschland, einschließlich aller ihrer Tochtergesellschaften (zusammen "Kelvion-Gruppe") und an der ENEXIO Management GmbH, Deutschland, einschließlich aller ihrer Tochtergesellschaften (zusammen "ENEXIO-Gruppe"). Die Mangrove LuxCo III S.à r.l. stellt einen Konzernabschluss nach IFRS auf, in den die Kelvion Finance GmbH und ihre Tochtergesellschaften einbezogen werden und der in Luxemburg veröffentlicht wird (erstmalig zum 31. Dezember 2019).

Die Übernahme wurde im Zusammenhang mit der Bilanzrestrukturierung der Galapagos-Gruppe vollzogen, die zu einer umfangreichen Re-Kapitalisierung der Mangrove LuxCo III S.à r.l., der Mangrove LuxCo IV S.à r.l. und der neu erworbenen Tochtergesellschaften (zusammen die "Mangrove-Gruppe"), einem Schuldenabbau in der Bilanz der Mangrove-Gruppe und dem Zugang zu neuen Schuldenfazilitäten und Instrumenten mit längeren Laufzeiten (die "Umstrukturierung") geführt hat. Im Zusammenhang mit der Restrukturierung emittierte die Mangrove LuxCo III S.à r.l. vorrangig gesicherte festverzinsliche Schuldverschreibungen im Gesamtnennwert von € 356.233.492, die mit 7,775% verzinst werden und eine Fälligkeit im Jahr 2025 haben.

Die Kelvion Finance GmbH ist, nach dem nach deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsgrundsätzen erstellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019, bilanziell überschuldet. In diesem Zusammenhang hat der Gesellschafter der Kelvion Finance GmbH einen Rangrücktritt in Höhe von 651,9 Millionen EUR gewährt, der ausreicht, die bilanzielle Überschuldung zu beseitigen.

Mit Vertrag vom 30. Oktober 2019 hat die Kelvion Holding GmbH (eine 100% Tochtergesellschaft der Kelvion Finance GmbH) sämtliche Anteile an ihrer vormaligen Schwestergesellschaft ENEXIO Management GmbH, Herne, von der Muttergesellschaft erworben und damit die ENEXIO-Gruppe übernommen. Hauptgrund für den Erwerb war, die ENEXIO-Gruppe mit deren Bereichen "Dry Cooling Systems" ("DCS"), "Service" und "Water" unter die Leitung des Managements der Kelvion-Gruppe und damit die anstehenden Veränderungen in die Verantwortung des Kelvion Managements zu bringen. Der Bereich DCS soll entweder insgesamt oder in Teilen veräußert werden. Sollte dies nicht gelingen, ist beabsichtigt, im Jahr 2021 mit der Abwicklung des Bereiches DCS (so genannter "DCS wind down") zu beginnen. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Kapitel "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" Die Bereiche Service und Water werden entweder veräußert oder in die Organisation der Kelvion-Gruppe integriert werden. Die Erstkonsolidierung der ENEXIO-Gruppe erfolgte zum 1. November 2019. Das Berichtsjahr 2019 umfasst damit zwei Monate der Geschäftstätigkeit der ENEXIO-Gruppe. Die Vergleichbarkeit des Zahlenwerks zum Vorjahr ist daher eingeschränkt.

Am 21. August 2018 erwarb die Kelvion Holding GmbH, Tochtergesellschaft der Kelvion Finance GmbH, von der Galapagos MidCo S.à r.l., Luxemburg, alle Anteile an der Rocore Holding GmbH und ihrer direkten und indirekten Tochtergesellschaften (Rocore-Gruppe) für einen Kaufpreis von 16,8 Mio. EUR. Aus der Kaufpreisverbindlichkeit wurden 14,2 Mio. EUR der Kapitalrücklage der Kelvion Holding GmbH zugeführt und der restliche Betrag in Höhe von 2,6 Mio. EUR durch Zahlung beglichen. Am selben Tag, dem 21. August 2018, übernahm die Kelvion Holding GmbH zudem für 31,4 Mio. EUR alle ausstehenden Darlehensforderungen der Galapagos MidCo S.à r.l., Luxemburg, gegenüber der Rocore Holding GmbH. Die wesentlichen Gesellschaften der Rocore-Gruppe, die Rocore Holding GmbH und die Romy Acquisition Inc., USA, sind den von der indirekten Muttergesellschaft Galapagos S.A., Luxemburg, emittierten Anleihen als zusätzliche Garantiegeber beigetreten. Die Erstkonsolidierung der Rocore-Gruppe erfolgte am 1. September 2018. Das Berichtsjahr 2018 umfasst damit vier Monate der Geschäftstätigkeit der Rocore-Gruppe. Die Vergleichbarkeit des Zahlenwerks zum Vorjahr ist daher eingeschränkt.

Geschäftsmodell

Der Kelvion-Konzern ist ein weltweit führender Hersteller von Wärmetauschern (Segment Kelvion) und Kühlsystemen für Kraftwerke und Industrie sowie von Lösungen zur Abwasserbehandlung (Segment ENEXIO).

Wärmetauscher und Kühlsysteme sind in vielen industriellen Anwendungen unverzichtbar. Sie leisten beispielsweise einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der optimalen Betriebstemperatur maschineller Anlagen und beugen so einer Überhitzung und kostspieligen Produktionsausfällen vor. Die Gruppe ist in zahlreichen Endmärkten wie Kältetechnik, Stromerzeugung, Schwer- und Leichtindustrie, Chemie, Öl und Gas, HVAC (Heizung, Lüftung, Klimatisierung), Nahrungsmittel und Getränke, Schifffahrt sowie Wasser und Abwasser tätig. In diesen Märkten bedient die Gruppe einen breiten, diversifizierten und langjährigen Kundenstamm in mehr als 130 Ländern.

Die beiden Segmente des Kelvion-Konzerns sind derzeit in sieben Geschäftsbereichen organisiert.

Das Segment Kelvion besteht aus den vier Geschäftsbereichen Refrigeration Technologies (RT), Machine Cooling Systems (MCS), Project Engineered Solutions (PES) und Plate Heat Exchangers (PHE). Der Geschäftsbereich Refrigeration Technologies entwickelt und vertreibt Kompaktwärmetauscher für gewerbliche und industrielle Anwendungen. Der Geschäftsbereich Machine Cooling Systems ist auf Wärmetauscher für die Kühlung von Diesel- und Gasmotoren, Generatoren und Elektromotoren spezialisiert. Der Geschäftsbereich Project Engineered Solutions betreibt das Projektgeschäft mit Rippenrohrwärmetauschern für diverse Anwendungen überwiegend für Kunden in der Öl- und Gasindustrie sowie in der chemischen und petrochemischen Industrie. Der Geschäftsbereich Plate Heat Exchangers vermarktet eine breite Palette an gelöteten, vollverschweißten und gedichteten Plattenwärmetauschern für diverse Anwendungen unter anderem in den Industrien Climate & Environment, Power, Food & Beverage, Oil & Gas, Chemicals und Marine. Alle vier Business Units verfügen über starke Marktpositionen in ihren jeweiligen Märkten. MCS und PHE sind unter den TOP 3, RT unter den Top 5 und PES ist Nischenmarktführer.

Das Segment ENEXIO besteht aus den drei Geschäftsbereichen Dry Cooling Systems (DCS), Service Solutions und Water Technologies (WT). DCS ist ein globaler Top 3 Player, Service ist Top 2 in der DACH Region (Deutschland (D), Österreich (A), Schweiz (CH)) und WT hält eine Top 3 Position in seinem Nischenmarkt.

Zur globalen Steuerung der Geschäfte der Kelvion-Gruppe sind die Märkte einerseits in geografische Regionen und andererseits in Industrien unterteilt. Die geografische Einteilung besteht aus den Regionen West- und Osteuropa, Nord- und Lateinamerika sowie Asien, Mittlerer Osten und Afrika. Die Industrien unterteilen sich in HVAC (Heizung, Lüftung, Klimatechnik), Öl und Gas, Energie, Chemie sowie Marine, Speisen und Getränke und sonstige Industrien.

Die Kelvion-Gruppe deckt die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung über Herstellung, Verkauf und Kundendienst bis hin zur Ersatzteilversorgung ab.

Strategie und Ziele

Strategie und Ziele im Kelvion-Konzern

Die Kelvion-Gruppe stützt sich bei ihrer auf nachhaltiges und profitables Wachstum ausgerichteten Strategie auf eine Kombination aus Technikführerschaft, globalem Fertigungs- und Vertriebsnetz und breitem Produktportfolio.

Zentral gesteuerte Optimierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Kelvion-Gruppe in einem herausfordernden und dynamischen Marktumfeld erhöhen. Das Gesamtziel ist es, in den nächsten Jahren profitables und nachhaltiges Wachstum zu generieren und schließlich die Wertschöpfung für die Kelvion-Gruppe zu maximieren.

Das Unternehmen stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit durch Produkt-Neuentwicklungen, Optimierungsprojekte, die Reorganisation des Fertigungsverbundes, Wachstumsinitiativen und gezielte operative Restrukturierungsmaßnahmen. Diese Programme, die von der Geschäftsführung der Kelvion-Gruppe gesteuert werden, zielen darauf ab, die Segmente an die anspruchsvollen und dynamischen Marktentwicklungen anzupassen.

Entwicklung innovativer Produkte

Die Kelvion Holding-Gruppe verfügt über eines der breitesten Produktangebote auf dem Markt für Wärmetauscher und eine starke Pipeline von Produktinnovationen, um zukünftige Marktanforderungen zu erfüllen. Der Konzern wird das Geschäft auf der Grundlage eines starken Produktportfolios und einer langjährigen Innovationstradition mit vielen anerkannten Marken weiter ausbauen. Um die Technologieführerschaft zu erhalten, ist die Kelvion-Gruppe bestrebt, die gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten mit Kunden und Forschungseinrichtungen fortzusetzen.

Strategie und Ziele im Segment Kelvion

Organisatorische Neuausrichtung zur Unterstützung der Unternehmensstrategie

Die regionale Organisation von Kelvion umfasst Frontline Sales Teams, die die internationale Expansion vorantreiben. Dazu werden die Vertriebsaktivitäten der Einzelgesellschaften zusammengeführt und global koordiniert. Beispielhaft sei hier die Vertriebsgesellschaft Kelvion Germany GmbH für Deutschland, Österreich und die Schweiz genannt, welche ausschließlich diese Vertriebsregion abdeckt und in welche die Vertriebsorganisationen der deutschen Kelvion-Gesellschaften integriert wurden. Diese Vertriebsgesellschaft wickelt den kompletten regionalen Vertriebsprozess für das vollständige Kelvion-Produkt-Portfolio ab. Frontline Sales wird von Application Engineering Teams unterstützt, die auf die definierten Industriemärkte spezialisiert sind und Support und Anwendungsexpertise mit einem starken Fokus auf Großkunden und Branchen anbieten. Diese Aufstellung ermöglicht es, die Vorteile einer lokalen Präsenz am Markt, wie den engen Kontakt zu den Kunden, die Kenntnis lokaler Gegebenheiten und technischer Spezifikationen, mit den Vorteilen einer zentralen Bündelung von spezifischem Marktsegment- und Anwendungs-Know-how zu kombinieren. Dadurch sind die Vertriebsteams in der Lage, das Produktangebot auch auf regionale "White Spots" (Marktgebiete, in denen Kelvion nicht oder nicht ausreichend vertreten ist) auszuweiten. Die Application Engineers mit ihrem branchenspezifischen Fokus optimieren kontinuierlich die Geschäftsprozesse wie z.B. die Koordination der Key Accounts, die technische Prozessentwicklung sowie die Unterstützung bei Projektaufträgen etc. und arbeiten auch Hand in Hand mit den Geschäftsbereichen.

Die Geschäftsbereiche Plate Heat Exchangers, Refrigeration Technologies, Machine Cooling Systems und Project Engineered Solutions sind für die Fertigung und das Produktlinienmanagement (z.B. Ladeluftkühler, Radiatoren usw.), die Optimierung des Fertigungsverbundes sowie für die gezielte Kosten- und Durchlaufzeitreduzierung durch Konsolidierung, Standardisierung und Modularisierung der verschiedenen Produktlinien verantwortlich. In enger Zusammenarbeit mit den Frontline Sales- und Application Engineering-Teams treiben die Geschäftsbereiche auch die Entwicklung innovativer Produkte voran.

Wertschöpfungsprogramm "Fit for 100" (FF100)

Der Vorstand der Kelvion Group startete 2018 das Programm "Fit for 100" (FF100). FF100 ist ein Verbesserungsprogramm mit dem Ziel, das EBIT bis zum 100. Geburtstag von Kelvion im Jahr 2020 erheblich zu steigern. Dieses Ziel ist in mehrere Initiativen unterteilt, um die Zielerreichung zu ermöglichen. Diese Initiativen wurden in detaillierte und nachvollziehbare Maßnahmen übersetzt. Die FF100-Maßnahmen sind gekennzeichnet durch einen klar definierten Ansatz von Aktivitäten, die sich auf bestimmte Organisationseinheiten konzentrieren. Es gibt definierte und spezifizierte, wiederkehrende EBIT-Verbesserungsziele sowie eine Darstellung zwischen den vorgenommenen Aktivitäten und den erreichten EBIT-Effekten.

Jede Maßnahme wurde einem Maßnahmeninhaber zugewiesen, der die volle Verantwortung für die Planung und Durchführung trägt. Das FF100-Projektmanagementbüro (PMO) verfolgt die Realisierung der Maßnahme. Der Fortschritt wird dem Vorstand monatlich gemeldet, um etwaige Risiken frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Ein FF100-PMO-Tool unterstützt den gesamten Prozess der Maßnahmendefinition, der Maßnahmenverfolgung und der Berichterstattung.

Das "Fit for 100"-Programm enthält die drei Wertschöpfungsbausteine

Wachstum

Operative Exzellenz

Kostensenkung

"Wachstum" umfasst die Rückgewinnung von Marktanteilen durch die Entwicklung des Kerngeschäfts sowie die Ausweitung der Dienstleistungsaktivitäten. "Operative Exzellenz" umfasst die Hebung von Potenzialen in der Produktion (z.B. Over-Head-Effizienz) sowie Netzwerkverbesserungen (d.h. Standortverlagerungen und Standortschließungen). "Kostensenkung" betrifft vor allem die Bereiche Beschaffung und Vertrieb sowie die Reduzierung der administrativen Kosten.

Seit dem Jahr 2017 werden die Maßnahmen zur Reorganisation der Fertigungsverbundes fortgesetzt, um die Herstellung von Produkten verschiedener Produktlinien zu bündeln und gleichzeitig von Hochkostenländern zu kostengünstigeren Produktionsstandorten zu verlagern.

Das Gesamtziel besteht darin, Kelvion von einem multilokalen Konzern mit einem relativ hohen organisatorischen Fragmentierungsgrad und heterogener Marktdurchdringung zu einem globalen Marktführer für Wärmetauschlösungen mit professioneller, agiler und effizienter Organisation und Prozessen zu machen.

Ausbau der Serviceorganisation

Die neu geschaffene Geschäftseinheit Service bietet ein umfassendes Portfolio von Dienstleistungsprodukten und -lösungen für die gesamte Palette der Kelvion-Produkte sowie für ausgewählte Nicht-Kelvion-Wärmetauscher. Die Serviceorganisation operiert weltweit über ein Netz von fast 40 Servicestandorten und bietet Installation und Inbetriebnahme, interne oder Vor-Ort-Fehlerbehebung, visuelle Inspektionen und Leistungsprüfung als proaktive Wartungsaktivitäten sowie Standarddienstleistungen wie Reparaturen und Reinigung, Rohraustausch, Ersatzteile und chemische Reinigung an.

Strategie und Ziele im Segment ENEXIO

ENEXIO besteht aus den drei Geschäftsbereichen Dry Cooling Systems (DCS), Service Solutions und Water Technologies (WT), für die unterschiedliche Strategien und Ziele verfolgt werden.

Geschäftsbereich Dry Cooling Systems (DCS)

Der Markt für Trockenkühlung befand sich in den Jahren 2017 und 2018 auf historischen Tiefständen. Daher führte ENEXIO ein weltweites Restrukturierungsprogramm durch. Die Belegschaft wurde um rund 200 Vollzeitäquivalente reduziert und der Hauptsitz für Trockenkühlung von Deutschland nach Ungarn verlegt. Der Markt für Trockenkühlung zeigte 2019 Anzeichen einer Erholung, jedoch auf einem erheblich niedrigeren Niveau als in der Vergangenheit. Das Management hat beschlossen, den Verkauf des DCS-Geschäfts als bevorzugte Option zu verfolgen. Alternativ gibt es noch ein Abwicklungsszenario. Man möchte sich von dem Geschäft, das im Allgemeinen einen positiven Cashflow erwirtschaftet, aber in sehr volatilen Märkten operiert, kurzfristig trennen.

Das DCS-Geschäft besteht aus dem "ACC- Geschäft" und dem "Heller- Geschäft".

ACC- Geschäft

Das Management der Gruppe hat im März 2020 mit der Abwicklung des ACC- Geschäftsbereichs begonnen, befindet sich aber noch in Verhandlungen über den Verkauf von Teilen des ACC- Geschäftsbereichs an interessierte Dritte. Nachdem im September 2019 der grundsätzliche Plan zur Einstellung dieses Geschäfts entwickelt wurde, wurden außer einigen kleineren Service- oder Ersatzbestellungen keine größeren neuen Aufträge angenommen, und es ist nicht geplant, in Zukunft neue Aufträge anzunehmen. Der derzeitige Auftragsbestand wird gemäß den vereinbarten Vertragsbedingungen produziert, geliefert und während der Gewährleistungsfristen gewartet. Es wird erwartet, dass der Auftragsbestand zu Gewinnen und einem positiven Cashflow beitragen wird.

Heller- Geschäft

Seit dem Geschäftsjahr 2019 befand sich die Gruppe in lang andauernden und sehr komplexen Verhandlungen über den Verkauf des Geschäftsbereichs "Heller". Der Geschäftsbereich "Heller" wird durch ENEXIO Hungary Zrt., Budapest (Ungarn), und ihre beiden chinesischen Tochtergesellschaften ENEXIO Cooling System (China) Co. Ltd. und ENEXIO Cooling Systems Trading (Bejing) Co. Ltd vertreten. Mit Datum vom 27. Oktober 2020 wurde ein entsprechender Kaufvertrag unterzeichnet ("signing") und der Abschluss ("closing") der Transaktion erfolgte am 31. Dezember 2020/1. Januar 2021 ("closing"). Wir verweisen auf das Kapitel "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".

Geschäftsbereich Service Solutions

Der Schwerpunkt des Geschäftsbereichs Service Solutions liegt auf der Auf- und Nachrüstung sowie der Lieferung von Komponenten und Ersatzteilen, professionellen Inspektionen und Vor-Ort-Schulungen für Trocken- und Nasskühltürme. Der Geschäftsbereich ist insbesondere in Europa ein etablierter Marktführer im Dienstleistungsbereich und profitiert von seiner großen installierten Basis. Der Geschäftsbereich Service Solutions soll entweder verkauft oder in die Serviceorganisation der Kelvion-Gruppe integriert werden.

Geschäftsbereich Water Technologies

Water Technologies produziert Füllmedien für Kläranlagen und die Industrie, wie z.B. biologische Wasseraufbereitung, Sedimentationswasserbehandlung, Kühltürme und Abluftreinigung. Sie hält eine Top-3-Position im Nischenmarkt in Europa für Füllstoffe, strukturierte Verpackungen, Lamellenklärer usw. Die Geschäftseinheit bietet innovative Produkte mit weiteren potenziellen Anwendungen. Der Schwerpunkt von Water Technologies liegt darin, sich von einem Komponentenanbieter zu einem Lösungsanbieter zu entwickeln, um von dem weltweit rasch wachsenden Markt mit seinem hohen Bedarf an innovativer Wasser- und Abwasserbehandlung im Kontext der globalen Urbanisierung und des Bevölkerungswachstums weiter zu profitieren. Der Geschäftsbereich Water Technologies soll entweder verkauft oder in die Organisation der Kelvion-Gruppe integriert werden.

Forschung und Entwicklung

Als Hersteller von Spezialerzeugnissen und kundenspezifischen Produkten betrachtet die Kelvion-Gruppe eine weiterhin starke Gewichtung ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit als unabdingbar für die nachhaltige Sicherung ihrer Rentabilität. Auch wenn das Innovationstempo in der Wärmetauscherindustrie niedriger ist als in manch anderer Branche, wendet der Konzern erhebliche Mittel für die Entwicklung neuer Produkte und Werkstoffe auf.

Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der Kelvion-Gruppe ist in den Geschäftsbereichen angesiedelt. Sie orientiert sich am erwarteten Kundenbedarf und hat im Wesentlichen innovative Produkte und neue Werkstoffe sowie Neuerungen in Fertigungs-, Verbindungs- und Robotertechnik zum Gegenstand. Dabei arbeitet die Kelvion-Gruppe sowohl mit ihren Kunden als auch mit über 60 Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen. Darunter befinden sich so namhafte Partner wie die Fraunhofer-Gesellschaft in Deutschland, die Stellenbosch Universität in Südafrika und die staatliche Technologieforschungseinrichtung CEA (Commissariat à l'énergie atomique et aux énergies alternatives) in Frankreich. Diese Partner führen für den Konzern Grundlagen- und Anwendungsforschung beispielsweise in der Thermodynamik durch.

Unser Horizont-2020-Projekt "SCARABEUS" (Supercritical Carbon Dioxide / Alternative fluids blends for efficiency upgrade of Solar Power Plants) wurde von der EU ausgewählt und zu 100% finanziert. Das SCARABEUS-Projekt besteht aus neun Partnern in einem internationalen Konsortium aus fünf verschiedenen EU-Ländern und einem Nicht-EU-Land. Die Kelvion-Gruppe profitiert von einer europäischen Finanzierung in Höhe von 0,97 Millionen Euro, die die Möglichkeit bietet, weitere Kompetenzen in der Charakterisierung der Wärmeübertragung für luftgekühlte Kondensatoren und rekuperative Wärmetauscher (PCHE) und deren Herstellungs- und Prüftechnologien zu entwickeln. Der Wärmetauscher wird für Solaranwendungen unter besonderer Berücksichtigung von Misch-CO2-Anwendungen ausgelegt und optimiert. Das Projekt wurde im Jahr 2019 gestartet, die Projektdauer ist auf vier Jahre (bis 2023) angelegt. Kelvion wird in der Lage sein, auch weitere Kompetenzen im überkritischen CO2-Markt (Strom sowie Öl und Gas) zu entwickeln.

In dem innovativen Projekt "Abgasrückführungskühler der nächsten Generation" entwickelt Kelvion unter anderem ein neues kompaktes "perforiertes" Lamellen-Design. Eine Patentanmeldung wurde eingereicht. Basierend auf der speziellen Lamellenkonstruktion, wurde eine modulare Kühlerkonfiguration entwickelt, die eine einfache Demontage und Reinigung des Einlasses ermöglicht und eine wesentlich höhere Dauerfestigkeit des extrem beanspruchten Einlasses gewährleistet. Eine weitere Patentanmeldung in Bezug auf den modularen Ansatz wurde eingereicht. Zur ordnungsgemäßen Validierung entwickelte Kelvion eine standardisierte Methode zum Nachweis der Ermüdungsfestigkeit, die eine präzise Vorhersage der Lebensdauer des Kühlers ermöglicht.

System der Geschäftsführung

Führungsstruktur

Die Geschäftsführung der Kelvion-Gruppe ist für die strategische Ausrichtung und den Geschäftsbetrieb zuständig. Der Gesellschafterbeirat setzt sich aus Vertretern der Anteilseigner der Kelvion-Gruppe und externen Fachleuten zusammen. Er überwacht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und unterstützt die Geschäftsführung bei der Entwicklung von Strategien. Der Gesellschafterbeirat tritt regelmäßig zu Sitzungen mit der Geschäftsführung der Kelvion-Gruppe zusammen.

Informationsgrundlage

Die Erstellung von Konzernabschlüssen und Berichten erfolgt mit Hilfe von Standardanwendungen, die genau auf die Bedürfnisse der Kelvion-Gruppe zugeschnitten sind und einer ständigen Weiterentwicklung unterliegen. Standardberichte, die auf der Grundlage einheitlicher Daten erstellt werden, werden in der gesamten Gruppe zur Berichterstattung über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage verwendet. Diese Standardberichte werden ergänzt durch Spezialanalysen sowie Analysen und Berichte, die sich auf spezifische Geschäfte und strategische Maßnahmen beziehen. Für die betriebliche Planung - sie umfasst das Budget für das laufende Jahr und drei weitere Jahre - und die Risikoberichterstattung kommt das gleiche Berichts- und Konsolidierungssystem zur Anwendung wie für die Zahlen der externen Berichterstattung.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliches Umfeld im Geschäftsjahr 2019

Als weltweit tätiges Maschinenbauunternehmen betrachtet die Kelvion-Gruppe die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in den verschiedenen Regionen der Erde und auch die Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) über das globale Wachstum als Maßstab für die eigene Entwicklung.

Eine Vielzahl ungünstiger Faktoren wirkte sich 2019 auf die Weltwirtschaft aus, was laut IWF zu einer globalen Wachstumsrate von 2,9% führte - das sind 0,7 Prozentpunkte weniger als 2018 und ist die seit Jahren niedrigste Wachstumsrate (siehe IMF World Economic Outlook, Juni 2020). Die globale Wachstumsprognose von 2,9 Prozent für 2019 wurde um 0,6 Prozentpunkte unter die ursprünglich vom IWF im Januar 2019 gegebene Prognose von 3,5 Prozent gesenkt. Die Abweichung bezieht sich auf ein geringeres Wachstum in den Industrieländern (1,7 Prozent anstelle von 2,0 Prozent) sowie in den Schwellen- und Entwicklungsländern (3,7 Prozent anstelle von 4,5 Prozent).

Nach Angaben des IWF blieb das Wachstum im Jahr 2019 hinter den Erwartungen zurück, da handelspolitische Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und länderspezifische Probleme in wichtigen Schwellenländern (einschließlich Indien, Mexiko und Südafrika) die Weltwirtschaft - insbesondere die Fertigung und den Handel - beeinträchtigten.

Industrieüberblick und Entwicklung auf Schlüsselmärkten

Im Gegensatz zur Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums zeigten die Schlüsselmärkte für Wärmetauscher im Geschäftsjahr 2019 einen anhaltenden Aufwärtstrend. Wie bereits im Jahr 2018 ist dieser Markt stärker gewachsen als die Weltwirtschaft. Wärmetauscher, die für die Wärmeübertragung von einem Medium auf ein anderes ohne Vermischung der Medien eingesetzt werden, kommen in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz, unter anderem in der Energiewirtschaft, der Öl- und Gasindustrie, der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, der Klimatechnik, der Schifffahrt und der chemischen Industrie. Der Wärmeaustausch spielt bei thermischen Prozessen in vielen industriellen Anwendungen eine entscheidende Rolle, wobei derzeit keine andere Technologie in der Lage ist, das Grundprinzip der Wärmeübertragung zu ersetzen. Aus technologischer Sicht gibt es vier Grundtypen von Wärmetauschern: Rohrbündelwärmetauscher, Plattenwärmetauscher, Rippenrohrwärmetauscher und Kühltürme. Wärmetauscher stellen eine etablierte Technologie mit einem begrenzten Substitutionsrisiko dar, die auf vielen Endmärkten zum Einsatz kommt. Die stabilen langfristigen Wachstumsaussichten von 3-4% (ohne die Auswirkungen des Coronavirus) werden durch globale Megatrends unterstützt. Es gibt eine große Bandbreite unterschiedlicher Geschäftsmodelle, die diese Vielfalt an den Endmärkten widerspiegelt. Der betriebskritische Charakter von Wärmetauschern führt zu geschützten Marktnischen mit hohen Wechselbarrieren. Zentrale Erfolgsfaktoren sind technische Kompetenz, kostenmäßige Wettbewerbsfähigkeit und Kundennähe. Folglich ist der gesamte Wärmetauschermarkt durch eine hohe Fragmentierung gekennzeichnet, wobei nur wenige multiregionale oder globale Akteure ein umfassendes Produkt- und Technologieportfolio anbieten.

Ein weiterer wirtschaftlicher Ausblick wird im folgenden Abschnitt "Bericht über erwartete Entwicklungen sowie über Chancen und Risiken" gegeben.

Geschäftsverlauf

Nachdem das Jahr 2018 bereits ein steigendes Geschäftsvolumen für Kelvion aufwies, war das Jahr 2019 das erste Jahr seit der Gründung dieses Segments mit einem Auftragseingang von mehr als 1 Milliarde EUR. Der Auftragseingang wuchs dabei im Vergleich zum Vorjahr um 156,9 Millionen EUR oder 18,0%. Hervorzuheben ist der Anstieg des Auftragseingangs bei Öl und Gas in den Regionen Nordamerika, Osteuropa, Naher Osten und Westeuropa. Insbesondere der Auftragseingang im dritten Quartal 2019 wurde durch zwei große LNG-Aufträge für Anlagen in Russland und den USA (zusammen mehr als 60 Millionen EUR) gesteigert. Das Wachstum im Bereich HVAC & Refrigeration wurde durch größere Aufträge gefördert, die aus Trockenkühleinheiten für Hyper-Scale Rechenzentren in Europa und den USA bestehen. Der Anstieg des Auftragseingangs im Jahr 2019 war breit gefächert, wobei alle Branchen und alle wichtigen Regionen zum Wachstum beitrugen. Auch der Umsatz lag deutlich über dem des Vorjahres, was die verstärkten Verkaufsaktivitäten in Verbindung mit robusten Märkten widerspiegelt. Die Rentabilität in Bezug auf das normalisierte EBITDA hat ebenfalls das Vorjahr übertroffen, hauptsächlich aufgrund des höheren Volumens und der niedrigeren Vertriebs- und Verwaltungskosten, was die Anstrengungen in Bezug auf Umsatz- und Effizienzsteigerung widerspiegelt. Schließlich ist auch der Auftragsbestand im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen, was hauptsächlich auf große Projektaufträge im Bereich Öl und Gas sowie aus dem Rechenzentrumsgeschäft zurückzuführen ist.

Going-Concern

Für die folgenden Geschäftsjahre sind im Konzern weitere gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen geplant. Dabei ist u.a. vorgesehen, dass die Kelvion Finance GmbH ihr operatives Geschäft innerhalb der Mangrove-Gruppe verkauft und anschließend liquidiert wird. Der Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe wird dann voraussichtlich mit der Kelvion Holding GmbH als Muttergesellschaft fortbestehen. Folglich liegt für die Muttergesellschaft, die Kelvion Finance GmbH, eine Abkehr von der Going-Concern Prämisse vor. Obwohl eine Bilanzierung unter der Going-Concern-Prämisse bei dem Mutterunternehmen der Kelvion Finance GmbH nicht mehr möglich ist, bedeutet dies jedoch nicht, dass auch der gesamte Konzernabschluss unter Abkehr von der Going-Concern Prämisse aufzustellen ist. Die operativen Gesellschaften sind von der bevorstehenden gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierung nicht berührt. Die Tochterunternehmen bestehen fort. Ihre Vermögenswerte und Schulden werden weiter unter der Going-Concern-Prämisse bilanziert.

Mit dem Wechsel der mittelbaren Gesellschafter, der Gründung der Mangrove-Gruppe und der hiermit verbundenen Refinanzierung der Mangrove-Gruppe und damit auch der Kelvion-Gruppe sollte das Fortbestehen und insbesondere die kurz-, mittel- und langfristige Liquidität des Konzerns gesichert werden. Wir verweisen auf die Ausführungen zur Refinanzierung in Abschnitt "Wesentliche Angaben zur Kelvion-Gruppe".

Risiko der Nichteinhaltung der Finanzvereinbarungen aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus durch Änderung (deutliche Reduzierung) der Covenants im Dezember 2020 für Zeiträume ab dem 31. Dezember 2020 gebannt

Im Dezember 2020 hat die Gruppe vor dem Hintergrund niedriger als geplanter Ergebnisse infolge der COVID-Krise mit den finanzierenden Banken die Covenants für die Zeiträume ab dem 31. Dezember 2020 bis zum Ende der Laufzeit neu verhandelt (so genannter: "Covenant-Reset"). Zum Datum dieses Berichts erfüllt die Gruppe alle oben genannten Finanzkennzahlen und erwartet, dass sie die genannten Finanzkennzahlen auch in späteren Geschäftsjahren insbesondere vor dem Hintergrund reduzierter Covenants nach dem Covenant-Reset einhalten wird.

Aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus im Januar 2020 sah sich die Gruppe einem erhöhten Risiko der Nichteinhaltung von Finanzvereinbarungen in der Zukunft gegenüber. Die Geschäftsführung des Konzerns hat über dieses Risiko im vorangegangenen Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 unter dem 13. August 2020 berichtet.

Als Reaktion auf die sich abzeichnende Verschlechterung der Ergebnissituation der Gruppe gegen die ursprünglichen Planungen, die Grundlage der ursprünglichen Covenants waren, hat die Geschäftsführung des Konzerns im November 2020 Verhandlungen mit den kreditgebenden Banken über eine Anpassung (Reduzierung) der Covenants aufgenommen. Die Verhandlungen konnten am 22. Dezember 2020 erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Die Geschäftsführung hat hierzu ein Budget für 2021 und eine Langfristplanung 2021 - 2024 aufgestellt. Für das Jahr 2021 geht die Geschäftsführung in dieser Planung von keiner Erholung der Märkte von den Auswirkungen der COVID-Krise aus und hat damit ein pessimistisches Szenario aufgestellt. Ab 2022 wird eine beginnende Erholung erwartet. Ein Erreichen der ursprünglich vereinbarten Covenants wird nach dieser Planung aber erst zum 31. Dezember 2024 angenommen. Damit hat die COVID-Krise den Konzern nach dieser Planung, verglichen zum Unternehmensplan 2020 - 2024 aus dem Jahr 2019, dem Jahr der Refinanzierung, nach der Einschätzung der Geschäftsführung um bis zu zwei Jahre zurückgeworfen. Dieser neue Unternehmensplan wurde von einer international renommierten Strategieberatung validiert und war wesentliche Entscheidungsgrundlage für die Banken. Die Banken haben daraufhin einer deutlichen Reduzierung der Covenants im Zeitraum 31. Dezember 2020 bis zum 31. Dezember 2024 zugestimmt.

Insgesamt betrachtet die Geschäftsführung der Gruppe damit seit dem Covenant-Reset vom 22. Dezember 2020 das Risiko eines Bruchs der Finanzkennzahlen EBITDA-Mindestbetrag, Gesamt Nettoverschuldung oder Mindestliquidität und die damit verbundenen möglichen negativen Folgen als unwahrscheinlich. Selbst eine Verschlechterung der Ergebnisse im Vergleich zum Budget 2021 oder in den Folgejahren von 15% (2021) bis 20% (ab 2022) würden zu keinem Bruch der Covenants führen.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Auftragseingang der Kelvion-Gruppe

Die folgende Tabelle zeigt den Auftragseingang der Kelvion-Gruppe für das Jahr 2019, wobei für das Segment ENEXIO nur der Auftragseingang für die Monate November und Dezember, also ab dem Erwerb durch die Kelvion Holding GmbH, ausgewiesen wird. Ein Ausweis des Auftragseingangs 2018 für das Segment ENEXIO erfolgt nicht.

Der Auftragseingang der Kelvion-Gruppe betrug im Jahr 2019 1.041,6 Millionen EUR und war von einer starken Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen des Kelvion-Segments geprägt. Vom gesamten Auftragseingang entfielen 1.030,9 Millionen EUR (ca. 99%) auf das Kelvion-Segment und ca. 10,7 Millionen EUR auf das ENEXIO-Segment.

Auftragseingang des Segments Kelvion

Kelvion hat 2019 erstmals seit der Gründung der Gruppe einen Auftragseingang von über 1 Milliarde EUR erzielt. Der Auftragseingang betrug 1.030,9 Millionen EUR und lag damit um 18,4 Prozent über dem des Vorjahreswertes von 870,4 Millionen EUR. Alle wichtigen Regionen verzeichneten ein deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr, wobei Nordamerika den größten Beitrag leistete.

Vor dem Hintergrund des Rekordauftragseingangs hat sich der Auftragsbestand von 439,7 Millionen EUR zum Ende des Jahres 2018 auf 531,2 Millionen EUR am 31. Dezember 2019 (+20,8 Prozent) erhöht.

In allen Industrien konnte 2019 der Auftragseingang gegenüber 2018 gesteigert werden. Im Jahr 2019 hat Oil & Gas den bisherigen Spitzenreiter HVAC & Refrigeration als volumenstärkste Industrie abgelöst.

Im Bereich Oil & Gas (+46,5 Prozent) waren die Regionen Nordamerika, Osteuropa und Naher Osten für den Anstieg verantwortlich. Unterstützt wurde diese positive Entwicklung durch zwei große LNG-Aufträge für Anlagen in Russland und den USA mit einem Wert von jeweils über 30 Millionen Euro.

Der Auftragseingang in HVAC & Refrigeration, an dem Westeuropa traditionell einen großen Anteil hat, stieg um 7,3 Prozent. Das Wachstum wurde hauptsächlich durch Großaufträge von Betreibern von Hyper-Scale Rechenzentren erreicht, was erneut die Marktposition von Kelvion in diesem wichtigen Wachstumsmarkt stärkte.

Die Regionen Naher Osten, Nordamerika und Asien-Pazifik waren für die Steigerung des Auftragseingangs im Bereich Power (+14,3 Prozent) verantwortlich. Gleichzeitig ging in dieser Industrie der Auftragseingang in Westeuropa und Lateinamerika zurück.

Der verbesserte Auftragseingang in den Other Industries (+21,4 Prozent) stammte zu einem großen Teil aus Westeuropa, wo beispielsweise mehrere Aufträge aus der Papierindustrie eingingen. Darüber hinaus wurde das Transportgeschäft von Rocore diesem Segment zugeordnet, was zu einer weiteren Verbesserung des Auftragseingangs im Vergleich zum Jahr 2018 führte.

2019 wuchs sowohl das Basisgeschäft als auch das mit individuellen Aufträgen im Wert von über 1 Millionen EUR, wobei rund 75% des gesamten Auftragseingangs auf das Basisgeschäft entfielen.

Auftragseingang des Segments ENEXIO

Den weitaus größten Teil des Auftragseingangs hat ENEXIO mit kleineren Aufträgen unter 1 Millionen EUR erzielt. An erster Stelle beim Auftragseingang stand die Industrie Power, mit einem Anteil von 45,8 Prozent, gefolgt von Other Industries (28,0 Prozent) sowie Chemicals (15,0 Prozent).

Der Auftragseingang im Bereich Power beinhaltete nur ein Projekt mit einem Auftragsvolumen größer 1 Millionen EUR, bei dem Wärmetauscher für ein deutsches Kraftwerk geliefert werden. Nach Westeuropa weist Nordamerika das zweithöchste Volumen auf.

Der Auftragseingang in Other Industries bestand ausschließlich aus Service Projekten in Westeuropa.

Im Industriesektor Chemie entfiel der größte Auftrag auf einen Luftkühler für einen Chemiekomplex der französischen Papierindustrie.

Umsatzerlöse der Kelvion-Gruppe

Umsatzerlöse des Segments Kelvion

Die Umsatzerlöse von Kelvion konnten 2019 im Vergleich zu 2018 um 11,8 Prozent von 816,0 Millionen Euro auf 912,6 Millionen Euro gesteigert werden. Der größte Teil des Umsatzes von Kelvion entfiel dabei auf die Bereiche HVAC & Refrigeration, Oil & Gas und Power.

Hauptverantwortlich für diesen Anstieg war die Region Nordamerika, die im Vergleich zum Vorjahr um 66,7 Millionen Euro (+60,0 Prozent) auf 177,8 Millionen Euro gewachsen ist. In Nordamerika haben dabei insbesondere die Industrien HVAC & Refrigeration, Other Industries sowie Oil & Gas zu der hohen Umsatzsteigerung beigetragen.

In der Sparte HVAC & Refrigeration (+16,7 Prozent) wurde der Umsatz vor allem durch die Ausführung der Aufträge für Hyper-Scale-Rechenzentren in den USA getrieben.

Der Umsatzanstieg bei Oil & Gas (+13,6 Prozent) beruhte hauptsächlich auf dem Fortschritt von Projekten in Nordamerika und Osteuropa. Hervorzuheben ist, dass die Umsätze in dieser Industrie in allen Regionen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind.

Vor allem die Regionen Westeuropa und Nordamerika ließen den Umsatz von Other Industries um 45,2 Prozent wachsen. In Nordamerika hat das Transportgeschäft der Tochtergesellschaft Rocore, die erst im 3. Quartal 2018 Teil von Kelvion wurde, zu diesem Anstieg beigetragen. Die Region Westeuropa, die in Other Industries den bei weitem höchsten Umsatz ausweist, ist um rund 35% gewachsen und spiegelt damit das gestiegene Auftragseingangsniveau wider.

Umsatzerlöse des Segments ENEXIO

Die Umsatzerlöse des Segments ENEXIO betrugen in den Monaten November und Dezember 16,1 Millionen Euro. Rund zwei Drittel des Umsatzes entfiel auf die Industrie Power und 15% auf Chemicals.

Der Umsatz des Segments wurde hauptsächlich durch den Projektfortschritt großer bis mittelgroßer Power-Projekte in Asien-Pazifik sowie dem Nahen Osten generiert.

Im Chemie-Sektor betrug der Umsatz 2,4 Millionen Euro und entfiel zum Großteil auf Westeuropa.

In den Other Industries wurde seit der Erstkonsolidierung der ENEXIO-Gruppe im November 2019 ein Umsatz von 0,7 Millionen Euro erzielt.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mit Kaufvertrag vom 29. Oktober 2019 hat die Kelvion Holding GmbH (eine 100% Tochtergesellschaft der Kelvion Finance GmbH) sämtliche Anteile an der ENEXIO Management GmbH, Herne, erworben und damit die ENEXIO-Gruppe übernommen (wir verweisen auf das Kapitel "Wesentliche Angaben zur Kelvion-Gruppe"). Aufgrund der Erstkonsolidierung der ENEXIO-Gruppe zum 1. November 2019 enthält die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zwei Monate der Geschäftstätigkeit der ENEXIO-Gruppe. Die Vergleichbarkeit der Zahlen zum Vorjahr ist daher eingeschränkt.

(in Mio. EUR) 2019 2018
Umsatzerlöse 928.758 816.019
Umsatzkosten -850.195 -650.363
Bruttoergebnis vom Umsatz 78.563 165.656
Vertriebskosten -82.342 -77.603
Forschungs- und Entwicklungskosten -10.909 -8.631
Allgemeine Verwaltungskosten -99.406 -77.533
Sonstige Erträge 45.952 39.746
Sonstige Aufwendungen -49.557 -35.727
Sonstige Finanzaufwendungen -2.496 -482
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen -120.195 5.426
Zinserträge 3.020 8.053
Zinsaufwendungen -60.333 -64.537
Verlust vor Ertragsteuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -177.508 -51.058
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.871 -4.965
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -171.637 -56.023
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen 1.553 -
Konzernverlust -170.084 -56.023
davon Anteil der Gesellschafter der Kelvion Finance GmbH -170.058 -55.411
davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter -26 -612

Die Kelvion-Gruppe profitierte von einem gestiegenen Auftragseingang und einem höheren Umsatzvolumen, welches insbesondere im Segment Kelvion generiert worden ist. Günstige Marktbedingungen in Kombination mit verschiedenen Wachstums- und Effizienzmaßnahmen, die in den Jahren 2018 und 2019 durchgeführt wurden, haben insgesamt zu einer Verbesserung des operativen Geschäfts und damit des normalisierten Ergebnisses geführt. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA, vor den Effekten aus der Ersteinführung des IFRS 16 zum 1. Januar 2019, konnte im Vergleich zum Vorjahr von 74,2 Millionen EUR (davon Segment Kelvion: 74,2 Millionen EUR) auf 78,3 Millionen EUR (davon Segment Kelvion: 73,4 Millionen EUR) gesteigert werden. (siehe hierzu den Abschnitt "Überleitung von EBIT auf EBITDA und bereinigtes EBITDA"). Das konsolidierte EBITDA dagegen ist von 53,4 Millionen EUR auf 26,6 Millionen EUR aufgrund von Sondereffekten, die vorrangig auf die im Geschäftsjahr erfolgreich durchgeführte Refinanzierung zurückzuführen sind, gesunken. Dabei entfielen 27,0 Millionen EUR auf das Segment Kelvion und -0,4 Millionen EUR auf das Segment ENEXIO.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist von 165,7 Millionen EUR im Jahr 2018 auf 78,6 Millionen EUR im Jahr 2019 gefallen. Der zweimonatige Bruttoergebnisanteil des ENEXIO-Segments beträgt 0,9 Millionen EUR. Der wesentliche Anteil des Bruttoergebnisses (77,7 Millionen EUR) wurde im Segment Kelvion erwirtschaftet. Das Bruttoergebnis vom Umsatz beträgt 8,4% (Vorjahr: 20,3%). Im Bruttoergebnis sind Wertminderungen des Firmenwerts der Geschäftseinheit Machine Cooling Systems in Höhe von 80,0 Millionen EUR und außerplanmäßige Abschreibungen auf die technologiebasierten immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 4,6 Millionen EUR erfasst. Des Weiteren sind Umsatzanpassungen (Umkehreffekte aus der Einführung des IFRS 15 "Verträge mit Kunden" zum 1.1.2018) in Höhe von 12,1 Millionen EUR enthalten, die keine Marge berücksichtigen. Ohne diese Effekte beträgt das Bruttoergebnis vom Umsatz zum Bilanzstichtag 18,8%.

Die Vertriebskosten in Höhe von 82,3 Millionen EUR (2018: 77,6 Millionen EUR) umfassen im Wesentlichen die Personalaufwendungen sowie die planmäßigen Abschreibungen auf Marken. Von den Vertriebskosten entfallen 81,2 Millionen EUR auf das Segment Kelvion und 1,1 Millionen EUR auf das Segment ENEXIO. Der Anstieg der Vertriebskosten in Höhe von 4,7 Millionen EUR resultiert neben den Erstkonsolidierungseffekten im Wesentlichen aus höheren Personalkosten, die im Rahmen der organisatorischen Neuausrichtung der Frontline Sales Teams notwendig waren (wir verweisen auf den Abschnitt "Strategie und Ziele im Segment Kelvion").

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung liegen bei 10,9 Millionen EUR und sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (2018: 8,6 Millionen EUR). Die steigenden Aufwendungen unterstreichen die weiterhin starke Gewichtung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit für die nachhaltige Sicherung der Rentabilität. Im ENEXIO-Segment sind keine wesentlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (0,3 Millionen EUR) angefallen.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sind um 21,9 Millionen EUR von 77,5 Millionen EUR auf 99,4 Millionen EUR deutlich gestiegen. Aus der Erstkonsolidierung der ENEXIO-Gruppe resultieren 2,4 Millionen EUR. Der sehr deutliche Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf Rechts- und Beratungsaufwendungen im Rahmen der Refinanzierung zurückzuführen (wir verweisen auf den Abschnitt "Wesentliche Angaben zur Kelvion-Gruppe").

Die sonstigen Erträge in Höhe von 46,0 Millionen EUR (2018: 39,7 Millionen EUR) entfallen mit 43,2 Millionen EUR auf das Segment Kelvion und mit 2,8 Millionen EUR auf das Segment ENEXIO. Die sonstigen Erträge im Segment Kelvion beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Wechselkursveränderungen in Höhe von 15,4 Millionen EUR (2018: 25,3 Millionen EUR), Gewinne aus der Bewertung von Währungsderivaten in Höhe von 11,6 Millionen EUR (2018: 6,0 Millionen EUR) und Erträge aus dem Abgang langfristiger Vermögensgegenstände in Höhe von 9,0 Millionen EUR (2018: 0,7 Millionen EUR).

Die sonstigen Aufwendungen in Höhe von 49,6 Millionen EUR (2018: 35,7 Millionen EUR) verteilen sich mit 48,1 Millionen EUR auf das Segment Kelvion und mit 1,5 Millionen EUR auf das Segment ENEXIO. Die sonstigen Aufwendungen im Segment Kelvion beinhalten im Geschäftsjahr 2019 im Wesentlichen Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen in Höhe von 17,4 Millionen EUR (2018: 22,4 Millionen EUR) sowie Verluste aus der Bewertung von Währungsderivaten in Höhe von 11,2 Millionen EUR (2018: 7,0 Millionen EUR), Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 12,5 Millionen EUR (2018: 0,3 Millionen EUR) und Verluste aus dem Abgang von Sachanlagevermögen in Höhe von 3,6 Millionen EUR (2018: 0,4 Millionen EUR).

Die Zinsaufwendungen (2019: 60,3 Millionen EUR / 2018: 64,5 Millionen EUR) resultieren mit 59,7 Millionen EUR aus dem Segment Kelvion und mit 0,6 Millionen EUR aus dem Segment ENEXIO. Den größten Anteil an den Zinsaufwendungen haben die Gesellschafterdarlehen mit 42,9 Millionen EUR (2018: 43,0 Millionen EUR), die Avalprovisionen für die ausgegebenen Bürgschaften mit 6,4 Millionen EUR (2018: 10,7 Millionen EUR) sowie die Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der Einführung des IFRS 16 mit 2,2 Millionen EUR (2018: 0 Millionen EUR) und Zinsaufwendungen aus der revolvierenden Kreditfazilität mit 1,9 Millionen EUR (2018: 1,0 Millionen EUR).

Das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von -171,6 Millionen EUR ist maßgeblich durch die Wertminderungen im Firmenwert (80,0 Millionen EUR) und die Zinsaufwendungen aus der Finanzierung geprägt. Des Weiteren belasten Sondereffekte aus den Berateraufwendungen im Rahmen der Refinanzierung in Höhe von 30,6 Millionen EUR das Ergebnis.

Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von 1,6 Millionen EUR beinhaltet die Ergebnisse aus dem Heller-Geschäft der ENEXIO-Gruppe, das zur Veräußerung gehalten wird (wir verweisen auf das Kapitel "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag").

Überleitung von EBIT auf EBITDA und bereinigtes EBITDA

2019 Kelvion ENEXIO Holding und Konsolidierung Summe
(in Mio. EUR)
EBIT -116,7 -3,5 - -120,2
Abschreibungen und Wertminderungen 143,7 3,1 - 146,8
EBITDA 27,0 -0,4 - 26,6
Bereinigungen 46,4 5,3 51,7
Effekt durch IFRS 16 (Ersteinführung zum 1. Januar 2019) -12,5 -0,4 - -12.9
Bereinigtes EBITDA, Management Sicht 60,9 4,5 - 65,4
Bereinigtes EBITDA in % der Umsatzerlöse 6,7 28,0 - 7,0
2018 Kelvion ENEXIO Holding und Konsolidierung Summe
(in Mio. EUR)
EBIT 5,4 - - 5,4
Abschreibungen und Wertminderungen 48,0 - - 48,0
EBITDA 53,4 - - 53,4
Bereinigungen 20,8 - - 20,8
Bereinigtes EBITDA, Management Sicht 74,2 - - 74,2
Bereinigtes EBITDA in % der Umsatzerlöse 9,1 - - 9,1

Die Bereinigungen im Geschäftsjahr 2019 liegen bei 51,7 Millionen EUR und beinhalten Erträge (-) und Aufwendungen (+), die nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind und/oder nicht wiederkehrende Ereignisse darstellen. Von den 51,7 Millionen EUR entfallen 46,4 Millionen EUR auf Kelvion und 5,3 Millionen EUR auf ENEXIO. Die wesentlichen Bereinigungen sind wie folgt: (1) Wesentlicher Treiber sind Rechts- und Beratungskosten von 30,6 Millionen EUR, die insbesondere im Zusammenhang mit der erfolgreichen Refinanzierung angefallen sind. (2) Des Weiteren umfassen die Bereinigungen maßgeblich Restrukturierungs- und Reorganisationsaufwendungen in Höhe von 9,8 Millionen EUR, die im Wesentlichen aus Rückstellungsbildung im Zusammenhang mit den eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen und den damit verbundenen Abfindungsleistungen resultieren. (3) Aufwendungen betreffend die indische Tochtergesellschaft von 8,3 Millionen EUR. (4) Darüber hinaus betreffen die Bereinigungen Wertminderungen von Vorräten (3,7 Millionen EUR), (5) sonstige Aufwendungen vorrangig im Zusammenhang mit Effizienzsteigerungsprojekten von 4,6 Millionen EUR sowie (6) Gewinne aus der Veräußerung von Vermögenswerten (5,3 Millionen EUR).

Beschäftigte * nach Regionen

31.12.2019
Kelvion ENEXIO Summe
Westeuropa 2.231 209 2.440
Asien-Pazifik 1.051 84 1.135
Osteuropa 823 0 823
Nord- und Lateinamerika 682 64 746
Naher Osten 51 0 51
Afrika 55 3 58
Summe 4.893 360 5.253
31.12.2018
Kelvion ENEXIO Summe
Westeuropa 2.213 - 2.213
Asien-Pazifik 918 - 918
Osteuropa 828 - 828
Nord- und Lateinamerika 661 - 661
Naher Osten 57 - 57
Afrika 57 - 57
Summe 4.734 - 4.734

* Mitarbeiteräquivalente ohne Auszubildende und ruhende Arbeitsverhältnisse

Die Gesamtzahl der beschäftigten Mitarbeiter der Kelvion-Gruppe belief sich zum 31. Dezember 2019 auf 5.253 (2018: 4.734 Beschäftige). Der Anstieg um 519 Personen ist einerseits durch den Zugang im Rahmen des Erwerbs der ENEXIO-Gruppe bedingt (wir verweisen auf das Kapitel "Wesentliche Angaben zur Kelvion-Gruppe") und andererseits insbesondere der organisatorischen Neuausrichtung des Vertriebs geschuldet (wir verweisen auf das Kapitel "Strategie und Ziele im Segment Kelvion").

Westeuropa ist die Region mit der höchsten Beschäftigtenzahl (2.440 Beschäftigte). Etwa die Hälfte der Mitarbeiter ist in Deutschland beschäftigt, gefolgt von Frankreich und den Niederlanden. In Deutschland üben die meisten Beschäftigten Produktions- und Vertriebstätigkeiten aus.

Die zweitgrößte Region in Bezug auf die Anzahl der Beschäftigten ist mit 1.135 Beschäftigten der asiatisch-pazifische Raum. Dieser betrifft hauptsächlich die Produktionsstätten in China und Indien. Während das chinesische Personal im Wesentlichen konstant geblieben ist, ist die Anzahl der Beschäftigten in der Produktion in Indien deutlich angestiegen.

Die 823 Beschäftigten in Osteuropa/GUS arbeiten überwiegend in Produktionsstätten in Polen und der Tschechischen Republik.

In der Region Nord- und Lateinamerika sind insgesamt 746 Mitarbeiter beschäftigt, wovon 608 Beschäftigte Nordamerika zugeordnet sind. Der lateinamerikanische Markt wird hauptsächlich von den 138 in Brasilien beschäftigten Mitarbeitern bedient.

Finanzlage

Eigenkapitalstruktur

Das Stammkapital der Kelvion Finance beträgt unverändert zum Vorjahr 25.000 EUR. Durch die Ausübung des Wahlrechts zur Buchwertfortführung aus den Unternehmenserwerben im Jahr 2016 wurde die Differenz zwischen den zu Buchwerten übernommenen Vermögenswerten und Schulden im Erwerbszeitpunkt und dem Kaufpreis in Höhe von 10,9 Millionen EUR erfolgsneutral in der Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung erfasst.

Im Geschäftsjahr 2018 erfolgten seitens Galapagos BidCo S.à r.l. Einlagen in die Kapitalrücklage durch Bareinlagen in Höhe von 86,0 Millionen EUR sowie durch Sacheinlagen im Zusammenhang mit dem Erwerb der Rocore-Gruppe in Höhe von 14,2 Millionen EUR.

Mit Gesellschafterbeschluss vom November 2019 hat die alleinige Gesellschafterin BidCo S.à r.l. zur Stärkung des Eigenkapitals eine Bareinlage in Höhe von 30.728 tausend EUR beschlossen. Die Kapitalrücklage erhöhte sich dadurch von 162.723 tausend EUR auf nunmehr 193.451 tausend EUR.

Im Geschäftsjahr 2019 wurde der Erwerb der ENEXIO-Gruppe als Transaktion unter gemeinsamer Beherrschung abgebildet. Der Differenzbetrag zwischen dem Buchwert und dem Nettobuchwert der übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden hat die Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung um 18,1 Millionen EUR erhöht. Die Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung beträgt zum Bilanzstichtag 28,9 Millionen EUR.

Fremdfinanzierung

Zur Begleichung des Kaufpreises für die HX-Gruppe in Höhe von 1.059 Millionen EUR schloss Kelvion Finance mit seiner direkten Muttergesellschaft (Galapagos BidCo) einen Vertrag über ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von ursprünglich 1.004,5 Millionen EUR ab (einschließlich der bereits in 2014 zurückgezahlten Aufstockungsbeträge). Das Gesellschafterdarlehen ist in vier Tranchen aufgeteilt. Die einzelnen Tranchen (A bis D) folgen aus den Bedingungen der von den indirekten Muttergesellschaften zur Finanzierung der Transaktion emittierten Fremdfinanzierungsinstrumente. Im Rahmen der Abspaltung der DencoHappel GmbH von der Kelvion Finance GmbH auf die DencoHappel Holding GmbH wurden die einzelnen Tranchen der Gesellschafterdarlehen anteilig in Höhe von insgesamt 295,4 Millionen EUR im Geschäftsjahr 2015 übertragen. Die bilanzierten Gesellschafterdarlehen betrugen zum 31. Dezember 2015 insgesamt 685,5 Millionen EUR (nach Abzug der mittels Effektivzinsmethode bewerteten Transaktionskosten).

Für den Erwerb von zwei Gesellschaften in Tschechien und Österreich hat die Galapagos BidCo die Gesellschafterdarlehen im Geschäftsjahr 2016 um 58,4 Millionen EUR erhöht. Gegenläufig wirkt sich die Rückführung von Gesellschafterdarlehen in Höhe von 40,9 Millionen EUR aus, sodass zum Ende des Geschäftsjahres 2016 die Gesellschafterdarlehen 706,8 Millionen EUR betragen haben. Nach Abzug der mittels der Effektivzinsmethode bewerteten Transaktionskosten in Höhe von 3,8 Millionen EUR ergibt sich zum 31. Dezember 2016 ein Gesamtbestand an Gesellschafterdarlehen in Höhe von 703,1 Millionen EUR.

Im Geschäftsjahr 2017 wurden Gesellschafterdarlehen um weitere 9.200 tausend EUR reduziert. Nach Abzug der mittels der Effektivzinsmethode bewerteten Transaktionskosten in Höhe von 3.064 tausend EUR ergibt sich zum 31. Dezember 2017 ein Gesamtbestand an langfristigen Gesellschafterdarlehen in Höhe von 694,6 Millionen EUR.

In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 wurden Gesellschafterdarlehen nicht weiter reduziert. Nach Abzug der mittels der Effektivzinsmethode bewerteten Transaktionskosten in Höhe von 928 tausend EUR ergibt sich zum 31. Dezember 2019 ein Gesamtbestand an langfristigen Gesellschafterdarlehen in Höhe von 696,7 Millionen EUR.

Die Gesellschafterin Galapagos BidCo S.à. r.l. hat bezüglich ihrer Forderungen in Höhe von insgesamt 651,9 Millionen EUR Rangrücktritte erklärt. Die gesamten Finanzierungsverbindlichkeiten gegenüber der Galapagos BidCo S.à. r.l. belaufen sich zum 31. Dezember 2019 auf einen Betrag von 787,7 Millionen EUR (Nominalwert: 697,7 Millionen EUR zzgl. zurückgestellte Zinsen EUR 90,1 Mio.)

Vermögenslage

Langfristige Vermögenswerte

Das Anlagevermögen besteht im Wesentlichen aus dem Geschäfts- oder Firmenwert, sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus der Akquisition der HX-Gruppe durch die Kelvion Finance im Jahre 2014. Im Geschäftsjahr 2018 erhöhte sich der Geschäfts- oder Firmenwert aufgrund des Erwerbs der Rocore-Gruppe um 22,3 Millionen EUR. Im Geschäftsjahr 2019 wurde der Firmenwert der Geschäftseinheit Machine Cooling Systems gemäß IAS 36 aufgrund der Geschäftsentwicklung in Höhe von 80,0 Millionen EUR wertberichtigt, da der erzielbare Betrag niedriger als der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit war. Der Firmenwert ist entsprechend von 177,0 Millionen EUR auf 97,0 Millionen EUR gesunken.

Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte betragen zum Abschlussstichtag 200,2 Millionen EUR und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 37,1 Millionen EUR erhöht. Ursächlich für die Veränderung der sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind im Wesentlichen die Aktivierung der Nutzungsrechte im Rahmen der Einführung des IFRS 16 in Höhe von 53,3 Millionen EUR, betriebsgewöhnliche Zugänge in Höhe von 20,8 Millionen EUR sowie die Zugänge aus dem Erwerb der ENEXIO-Gruppe in Höhe von 8,9 Millionen EUR. Gegenläufig haben sich die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 39,9 Millionen EUR und die Wertminderungen in Höhe von 4,8 Millionen EUR ausgewirkt.

Die Sachanlagen betragen zum 31. Dezember 2019 insgesamt 151,0 Millionen EUR gegenüber 160,7 Millionen EUR im Vorjahr. Den Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von 19,9 Millionen EUR stehen betriebsgewöhnliche Zugänge in Höhe von 21,8 Millionen EUR und Zugänge aus der Erstkonsolidierung der ENEXIO-Gruppe in Höhe von EUR 13,2 Millionen EUR gegenüber. Des Weiteren ergeben sich Abgänge in Höhe von 19,3 Millionen EUR und Umgliederungen von Sachanlagevermögen aus dem Heller-Geschäft in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und nicht fortgeführten Geschäftsbereiche in Höhe von EUR 8,0 Millionen EUR.

Kurzfristige Vermögenswerte und kurzfristige Verbindlichkeiten

Das Umlaufvermögen zum 31. Dezember 2019 hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 63,2 Millionen EUR auf 502,6 Millionen EUR erhöht. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Übernahme der kurzfristigen Vermögensgegenstände der ENEXIO-Gruppe im Rahmen der Erstkonsolidierung zum 1. November 2019 zurückzuführen. Die Vorräte haben sich um 4,1 Millionen EUR auf 122,8 Millionen EUR erhöht, was maßgeblich auf einen im Vergleich zum Vorjahr höheren Bestand an unfertigen Erzeugnissen zurückzuführen ist. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen haben sich im Vorjahresvergleich um 23,4 Millionen EUR auf 244,9 Millionen EUR erhöht und resultieren neben den Erstkonsolidierungseffekten auch aus dem Anstieg des operativen Geschäfts. Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte sind von 31,7 Millionen EUR auf 10,6 Millionen EUR gesunken. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen durch geringere Cash pool-Forderungen gegen die ENEXIO-Gruppe, die ab dem 1. November 2019 vollkonsolidiert wird, begründet. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind insgesamt um 11,8 Millionen EUR auf 30,2 Millionen EUR gestiegen. Ursächlich für den Anstieg sind hier im Wesentlichen höhere Forderungen aus Umsatzsteuer und aus sonstigen Steuern sowie gestiegene aktivische Rechnungsabgrenzungen.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind maßgeblich durch die Erstkonsolidierung der ENEXIO-Gruppe von EUR 375,9 Millionen EUR auf 391,8 Millionen EUR angestiegen. Die Bankkredite sind von 47,6 Millionen EUR auf 1,4 Millionen EUR gesunken, da im Rahmen der Refinanzierung die revolvierende Kredit-Fazilität vollständig zurückgeführt wurde. Demgegenüber sind die sonstigen Verbindlichkeiten im operativen Geschäft insbesondere durch die erhaltenen Anzahlungen und den passivischen Saldo aus den Fertigungsaufträgen von 57,2 Millionen EUR auf 90,1 Millionen EUR gestiegen.

Investitionen

Die Gesamtinvestitionen in Höhe von 21,9 Millionen EUR (2018: 33,0 Millionen EUR) umfassten mehrheitlich Erweiterungs- (10,4 Millionen EUR; 2018: 13,2 Millionen EUR), Ersatz- und Rationalisierungs- (6,4 Millionen EUR; 2018: 11,0 Millionen EUR), Neuproduktinvestitionen (3,6 Millionen EUR; 2018: 5,6 Millionen EUR) sowie Investitionen in die SAP-Systeme und die IT-Infrastruktur (0,8 Millionen EUR; 2018: 3,1 Millionen EUR).

Der Großteil der Investitionen verteilte sich auf Projekte in Westeuropa (14,9 Millionen EUR; 2018; 22,9 Millionen EUR), Osteuropa/GUS (2,3 Millionen EUR; 2018: 3,3 Millionen EUR) und Nordamerika (2,1 Millionen EUR; 2018: 3,2 Millionen EUR).

Nettoumlaufvermögen

2019
(in Mio. EUR) Summe Gruppe
Vorräte 122,8
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 177,7
POC 67,2
Summe Aktiva 367,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 150,6
Erhaltene Anzahlungen inkl. passivischer Saldo POC 71.6
Summe Passiva 222,2
Nettoumlaufvermögen 145,5
2018
(in Mio. EUR) Summe Gruppe
Vorräte 118,7
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 175,1
POC 46,3
Summe Aktiva 340,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 143,7
Erhaltene Anzahlungen inkl. passivischer Saldo POC 38,6
Summe Passiva 182,3
Nettoumlaufvermögen 157,8

Das Nettoumlaufvermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 157,8 Millionen EUR auf 145,5 Millionen EUR verringert.

Kapitalflussrechnung und Liquidität

Übersicht Kapitalflussrechnung
(in Mio. EUR) 2019 2018
Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche 38,2 -10,0
Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche -3,9 -55,5
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche 19,4 53,0
Cash-Flow nicht fortgeführte Geschäftsbereiche -6,8 0,1
Effekte von Wechselkursschwankungen 0,7 -1,9
Veränderungen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 47,5 -14,3
- davon Veränderung frei verfügbare Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 47,4 12,7
- davon Veränderung nicht frei verfügbare Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,1 1,6
Frei verfügbare Zahlungsmittel zu Beginn des Geschäftsjahres 38,7 51,4
Frei verfügbare Zahlungsmittel am Ende des Geschäftsjahres 86,2 38,7
Nicht frei verfügbare Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,1 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende des Geschäftsjahres 86,3 38,7

Die nachfolgenden Ausführungen zur Kapitalflussrechnung beziehen sich ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche der Kelvion-Gruppe:

Das EBITDA ist im Vergleich zum Vorjahr von 53,5 Millionen EUR auf 26,6 Millionen EUR gesunken. Insbesondere der Abbau der Vorratsbestände in Höhe von 10,9 Millionen EUR, der Anstieg der Rückstellungen in Höhe von 10,3 Millionen EUR und die aufgrund des verbesserten Forderungsmanagements reduzierten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 15,3 Millionen EUR trugen zur Verbesserung des Cashflows bei. Gegenläufig wirkten sich insbesondere die Auszahlungen zur Begleichung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von -15,7 Millionen EUR und die Verluste aus dem Abgang des Anlagevermögens in Höhe von -5,3 Millionen EUR aus. Zusammen mit den gezahlten Steuern in Höhe von -4,9 Millionen EUR und den Veränderungen der sonstigen operativen Vermögenswerte und Schulden in Höhe von -1,7 Millionen EUR ergibt sich ein positiver Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 38,2 Millionen EUR.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr um 51,6 Millionen EUR auf -3,9 Millionen EUR gestiegen. Während im Vorjahr noch Zahlungsmittel in Höhe von 30,0 Millionen EUR für den Erwerb der Rocore- Gruppe abgeflossen sind, hat sich der Erwerb der ENEXIO-Gruppe im aktuellen Geschäftsjahr positiv auf den Cashflow ausgewirkt, da die liquiden Mittel der ENEXIO-Gruppe zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung den Kaufpreis um 7,4 Millionen EUR überstiegen haben. Die Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen sind im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Millionen EUR auf 21,9 Millionen EUR gesunken. Demgegenüber sind die Einzahlungen aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten von 6,2 Millionen EUR auf 10,6 Millionen EUR gestiegen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt 19,4 Millionen EUR und ist im Vergleich zum Vorjahr um 33,7 Millionen EUR gesunken. Im Rahmen des Refinanzierungsprozesses sind der Kelvion-Gruppe liquide Mittel in Höhe von 105,6 Millionen EUR von der Mangrove-Gruppe zugeflossen. Diese liquiden Mittel sind vorrangig dafür verwendet worden, um die in Anspruch genommene revolvierende Kreditlinie vollständig zurückzuführen und eine unterjährige Brückenfinanzierung in Höhe von EUR 24,9 Millionen EUR zu tilgen. Im Zusammenhang mit der gesellschaftsrechtlichen Reorganisation und dem damit verbundenen Erwerb der ENEXIO-Gruppe sind im Vorfeld der Transaktion die Cashpool-Verbindlichkeiten der Kelvion-Gruppe gegenüber der ENEXIO-Gruppe in Höhe von 30,8 Millionen EUR zurückgezahlt worden. Gleichzeitig hat die Galapagos BidCo zur Stärkung des Eigenkapitals eine Einlage in die Kapitalrücklage der Kelvion Finance GmbH in Höhe von 30,8 Millionen EUR beschlossen und gezahlt. Gegenläufig wirken sich die gezahlten Zinsen in Höhe von 18,0 Millionen EUR (Vorjahr 42,0 Millionen EUR) sowie die Auszahlungen in Höhe von 11,4 Millionen EUR (Vorjahr 0,6 Millionen EUR) im Zusammenhang mit dem neu eingeführten IFRS 16 Standard, der die Behandlung von Finanzierungsleasing-Verträgen neu regelt, aus.

Der Bestand an Zahlungsmitteln- und Zahlungsmitteläquivalenten ist von 38,7 Millionen EUR auf 86,3 Millionen EUR gestiegen und enthält 0,1 Millionen EUR (Vorjahr: 0,0 Millionen EUR) verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel.

Den Gesellschaften der Mangrove-Gruppe steht gemeinsam ein revolvierender Kreditrahmen in Höhe von 65 Millionen EUR zur Verfügung. Der Kreditrahmen wurde zum 31. Dezember 2019 nicht in Anspruch genommen.

Die Kelvion-Gruppe hat ihre finanziellen Verpflichtungen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 stets erfüllt.

Finanzwirtschaftliche Kennzahlen

Der Konzern strebt als übergeordnetes Ziel die nachhaltige Steigerung seines Unternehmenswertes an, insbesondere durch Maßnahmen zur Verbesserung des Wachstums und der Wirtschaftlichkeit. Als diesbezüglich wichtigste finanzwirtschaftliche Kennzahlen wurden die Umsatzerlöse und der Ertrag bestimmt. Die wichtigste Kennzahl für den Ertrag stellt das bereinigte EBITDA ("Earnings before interest, taxation, depreciation and amortization" "Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen") dar. Zu dessen Ermittlung wird das ausgewiesene EBITDA um ihrem Wesen oder Ausmaß nach einmalige Effekte bereinigt. Zur Erlangung eines aussagekräftigen Bildes der Gesamtlage werden regelmäßig weitere Kennzahlen bestimmt und bekannt gegeben.

Die Umsatzerlöse werden monatlich nach Regionen und Abnehmerbranchen ausgewertet, um neue Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Zur Ermöglichung einer raschen Reaktion auf Marktveränderungen werden regelmäßig Gesamtjahresprognosen für die relevanten Kennzahlen (finanzielle Leistungsindikatoren: Umsatzerlöse und bereinigtes EBITDA) sowie Prognosen für Auftragseingang und EBIT vorgelegt.

Der Unternehmenswert der Kelvion-Gruppe wird in erster Linie durch finanzielle Kennzahlen bestimmt. Der Einsatz von nichtfinanziellen Leistungsindikatoren ist von untergeordneter Rolle und erfolgt nicht auf kontinuierlicher Basis. Sollte die Kelvion-Gruppe zu dem Entschluss kommen, dass zukünftig ausgewählte nichtfinanzielle Leistungsindikatoren einen zunehmenden Bedeutungsgewinn haben, wird die Kelvion-Gruppe diese auch in die Performancemessung und Prognoseberichterstattung einbeziehen.

Steuerung des eingesetzten Kapitals

Die Mittelbereitstellung im Konzern erfolgt in erster Linie auf Grundlage der strategischen und der mittelfristigen Planung. Diese bildet den Rahmen für die Ausarbeitung wichtiger Beschlüsse über Kerntechnologien, Absatzmärkte und sonstige strategisch wichtige Einflussgrößen.

Akquisitionen und Erweiterungsinvestitionen bewertet der Konzern nicht nur auf ihr Renditepotenzial, sondern auch auf ihre Bedeutung für das Erreichen der strategischen Ziele hin. Die ausschlaggebende betriebswirtschaftliche Kennzahl für die Bewertung von Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen ist der Nettobarwert. Als Gradmesser für das von gesamtwirtschaftlichen Veränderungen ausgehende Risiko wird zudem die Amortisationsdauer ermittelt.

Ein weiteres wichtiges Element in der Investitionskapitallenkung stellt das Nettoumlaufvermögen dar. Dessen Steuerung beginnt bereits vor der Auftragsannahme mit den angebotenen oder ausgehandelten Zahlungsbedingungen.

Projekt- und tätigkeitsbezogenes Management

Über die allgemeinen kennzahlengestützten Steuerungsmechanismen hinaus kommen bei der Kelvion-Gruppe für Kunden- und Investitionsprojekte individuelle, nach Hierarchieebenen gestaffelte Prüfungs- und Genehmigungsverfahren zur Anwendung. Die Bewertung von Kundenprojekten erfolgt in erster Linie auf Grundlage der erwarteten Gewinnspanne (Bruttospanne auf Vollkostenbasis) und der kaufmännischen und vertragsrechtlichen Risiken unter besonderer Berücksichtigung des Cashflows. Das Projektmanagement stützt sich ferner auf eine umfangreiche Projektkontrolle nicht nur auf betrieblicher Ebene, sondern je nach Projektgröße auch auf Konzernebene in Form eines gesonderten Berichtswesens für Großaufträge. Die Analyseergebnisse bilden vielfach den Ausgangspunkt für Vorschläge zur internen Prozessoptimierung, die sich bei Folgeprojekten verwirklichen lassen. Auf Konzernebene liegt der Analyseschwerpunkt auf Abweichungen zwischen der veranschlagten und der erwarteten oder realisierten Auftragsgewinnspanne.

Regelkonformität (Compliance)

Compliance - definiert als die Erfüllung rechtlicher und konzerninterner Anforderungen sowie als die Ergreifung entsprechender Maßnahmen - stellt bei der Kelvion-Gruppe eine wesentliche Führungs- und Kontrollaufgabe dar. Die Kelvion-Gruppe ist dabei eingebunden in die Compliance-Struktur des Galapagos-Konzerns. Zuständig für deren Wahrnehmung ist eine konzernweit tätige Compliance-Organisation unter Leitung des Chief Compliance Officers, der in dieser Funktion der Gesamtkonzernleitung direkt unterstellt ist. Der Chief Compliance Officer wird vom Corporate Compliance Officer unterstützt. Darüber hinaus sind für jede operative Gesellschaft ein Company Compliance Manager und für einige Regionen Area Compliance Coordinators ernannt und als Beratergremium für den Chief Compliance Officer ist ein Compliance-Ausschuss gebildet worden. Abgerundet wird das umfangreiche Konformitätsprogramm des Konzerns durch Präsenz- und Internetschulungen für die Konzernbelegschaft.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Das Geschäftsjahr 2019 war in Bezug auf Auftragseingang und Umsatzvolumen das erfolgreichste Jahr seit dem Carve out im Jahr 2014. Günstige Marktbedingungen in Kombination mit verschiedenen Wachstums- und Effizienzmaßnahmen, die in den Jahren 2018 und 2019 durchgeführt wurden, haben zur Verbesserung des bereinigten EBITDA geführt.

Gleichwohl ist das erzielte negative EBIT von -120,2 Millionen EUR aufgrund der hohen Sonderbelastungen des Konzerns im Geschäftsjahr 2019 nicht befriedigend. Zu nennen sind hier zunächst die Wertminderungen des Firmenwerts in Höhe von 80,0 Millionen EUR und die hohen Aufwendungen für den erfolgreichen Refinanzierungsprozess in Höhe von 30,6 Millionen EUR. Auch die notwendigen Aufwendungen für die Restrukturierung des Konzerns und die erforderlichen Effizienzsteigerungsprogramme haben das Ergebnis zusätzlich belastet, werden aber zukünftig zu Ertragssteigerungen beitragen. Ohne die vorgenannten Sondereffekte wird die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kelvion-Gruppe als befriedigend von der Geschäftsführung eingeschätzt.

Weiterer wesentlicher Treiber für den Konzernverlust in Höhe von 170,1 Millionen EUR sind wie in den Vorjahren die Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit den Gesellschafterdarlehen.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Verkauf des Heller-Geschäfts von ENEXIO

Die ENEXIO Management GmbH (Verkäufer) und die MVM Magyar Villamos Művek Zrt. (Käufer) haben am 27. Oktober 2020 einen Kaufvertrag über die Anteile der ENEXIO Hungary Zrt. einschließlich der beiden chinesischen Tochtergesellschaften der ENEXIO Ungarn unterzeichnet ("signing") und diesen Vertrag am 31. Dezember 2020 vollzogen ("closing"). Wir verweisen auch auf den Abschnitt "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden sowie nicht fortgeführte Geschäftsbereiche" im Anhang.

Gerichtsverfahren vor dem Bundesgerichtshof (BGH) und dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) betreffend

Im Risikobericht ist im Abschnitt "Rechtliche Risiken" beschrieben, dass die internationale Zuständigkeit des Amtsgerichts Düsseldorf, Deutschland, für die Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens über das Vermögen der ehemalig indirekten Muttergesellschaft, die Galapagos S.A., sowie die Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters in Deutschland durch die Galapagos BidCo S.à r.l. bestritten wird. Am 17. Dezember 2020 hat der BGH die der Rechtsbeschwerde zugrunde liegende Frage der internationalen Zuständigkeit dem Europäischen Gerichtshof ("EuGH") zur Klärung vorgelegt.

Gerichtsverfahren in Luxemburg

Wie im Abschnitt "Rechtliche Risiken" im Risikobericht (siehe hierzu im Einzelnen das nachfolgende Kapitel "Risikobericht") beschrieben, hat der angebliche (siehe hierzu den vorherigen Abschnitt "Gerichtsverfahren vor dem Bundesgerichtshof (BGH) und dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) betreffend") Insolvenzverwalter der Galapagos S.A. eine Klage in Luxemburg eingereicht und gegen die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. erwirkt, dass ein Treuhänder bestellt wurde, der die Aktien der Galapagos BidCo S.à r.l. zur Sicherung von potenziellen Gläubigeransprüchen hält. Dieser Treuhandauftrag wurde vor dem Luxemburger Gericht erfolgreich angefochten und aufgehoben. Der angebliche Insolvenzverwalter legte daraufhin gegen diese Entscheidung Berufung ein, die jedoch vom Gericht zurückgewiesen wurde. Gegen diese Entscheidung hat der angebliche Insolvenzverwalter erneut Berufung eingelegt und für den 21. Oktober 2021 wurde eine Anhörung terminiert. Darüber hinaus hat der angebliche Insolvenzverwalter in Luxemburg Klage in der Hauptsache gegen Mangrove LuxCo IV S.à r.l. und Galapagos BidCo S.à r.l. eingereicht, in der er behauptet, dass die Refinanzierung der Galapagos-Gruppe und der Verkauf der Galapagos BidCo S.à r.l. an die Mangrove Gruppe eine betrügerische Ausübung eines luxemburgischen Anteilspfandrechts beinhalten und daher rückabgewickelt werden sollten. Für den 22. September 2021 wurde eine Sitzung anberaumt, in der der Zeitplan für das Hauptsacheverfahren festgelegt werden soll.

Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Düsseldorf

Im Risikobericht ist im Abschnitt "Rechtliche Risiken" beschrieben, dass der angebliche Insolvenzverwalter der Galapagos S.A. eine einstweilige Verfügung vom Landgericht Düsseldorf, Deutschland, gegen Mangrove LuxCo IV S.à r.l. erwirkt hat und dass ein Treuhänder bestellt wurde, der die Aktien der Galapagos BidCo S.à r.l. zur Sicherung von potenziellen Gläubigeransprüchen hält. Bei der Gerichtsverhandlung am 9. November 2020 wurde der Widerspruch der Mangrove-Gruppe durch das Landgericht abgelehnt, woraufhin die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. erfolgreich Berufung beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt hat. Gemäß Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 7. Juni 2021 wurde die einstweilige Verfügung des Landgerichts Düsseldorf aufgehoben, sodass die Anteile an der Galapagos BidCo S.à r.l. aus der Verwahrung und Verwaltung des Treuhänders freigegeben werden müssen. Darüber hinaus wurde im Hauptsacheverfahren ebenfalls vom angeblichen Insolvenzverwalter gegen Mangrove LuxCo IV S.à r.l. Anfechtungsklage gegen die Refinanzierung vor dem Landgericht Düsseldorf erhoben. Mangrove LuxCo IV S.à r.l. hat beantragt, das Hauptsacheverfahren vor dem Hintergrund der anderweitig rechtshängigen Verfahren in Luxemburg und England sowie der noch laufenden Rechtsbeschwerde gegen den Insolvenzeröffnungsbeschluss des Amtsgerichts Düsseldorf auszusetzen.

Reduzierung der Finanzkennzahlen ("Covenants") mit den Banken vereinbart

Am 11. März 2020 bezeichnete die WHO den Ausbruch des Coronavirus als globale Pandemie. Seit März 2020 sind die Folgen des Ausbruchs für die Weltwirtschaft sehr erheblich. Bis Mitte 2020 erwartete das Management der Kelvion-Gruppe noch, dass die Schlüsselkennzahlen Umsatz und bereinigtes EBITDA innerhalb des Kelvion-Segments im Großen und Ganzen auf Vorjahresniveau liegen werden. Das Management ging weiter davon aus, dass die negativen Auswirkungen auf die Personal- und Materialkosten durch die verschiedenen Gegenmaßnahmen, die bereits umgesetzt wurden oder zur Umsetzung bereit waren, ausgeglichen werden würden. Ein Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr von etwa 10% wurde jedoch auch Mitte 2020 für möglich gehalten und hätte dazu geführt, dass das bereinigte EBITDA zwar hinter dem Niveau von 2019 (für das Gesamtjahr) zurückbleibt, aber immer noch über den Anforderungen aus der Kreditvereinbarung und den anderen Finanzierungsvereinbarungen liegt.

Im dritten Quartal haben die Entwicklungen in der Corona-Krise gezeigt, dass sich ein Umsatzrückgang von rund 10% im Jahresvergleich ergibt und dass das normalisierte EBITDA unter das Niveau von 2019 fallen wird. Weitere Erläuterungen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Kelvion-Gruppe finden sich im nachfolgenden Kapitel.

Am 22. Dezember 2020 hat der Konzern die Änderung der Finanzierungsvereinbarungen und damit eine deutliche Reduzierung der Finanzkennzahlen erreicht. Die Geschäftsführung sieht daher ein geringes Risiko, dass die Covenants zum 31. Dezember 2020 nicht eingehalten werden könnten. Für weitere Einzelheiten wird im Übrigen auf das Kapitel "Risiko der Nichteinhaltung der Finanzvereinbarungen aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus durch Änderung (deutliche Reduzierung) der Covenants im Dezember 2020 für Zeiträume ab dem 31. Dezember 2020 reduziert" in diesem Konzernlagebericht verwiesen.

Effizienz- und Umstrukturierungsprogramme

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts hat die Gruppe verschiedene Effizienz- und Kosteneinsparungsprogramme entwickelt, die auf eine wesentliche Senkung der Produktions- und Gemeinkosten abzielen. Die Gruppe befindet sich derzeit in Verhandlungen mit Gewerkschaften und Betriebsräten in verschiedenen Ländern, die zum Zeitpunkt dieses Berichts im Wesentlichen erfolgreich abgeschlossen waren. Danach wird die Gruppe die Umstrukturierungspläne ankündigen und sich dazu verpflichten. Daher rechnet die Gruppe damit, im Dezember 2020 Rückstellungen für die Restrukturierung in einer Größenordnung von 25 bis 30 Millionen EUR zu bilden und entsprechende Mittelabflüsse zu tätigen, die größtenteils im Jahr 2021 erfolgen werden. Angesichts der soliden Basis an liquiden Mitteln des Konzerns und der erwarteten Mittelzuflüsse aus dem Verkauf des Heller-Geschäfts werden diese Restrukturierungsinitiativen aus der Bilanz ohne externe Finanzierung finanziert werden.

Abwicklung eines Altprojekts zur Kühlung eines Kraftwerks in Süd-Afrika

Als GEA seine Wärmetauschersparte an den früheren Eigentümer des Konzerns, die Galapagos Group, verkaufte, erklärte sich Kelvion bereit, die Fertigstellung eines bestehenden Kraftwerkkühlungsprojekts in Südafrika zu übernehmen, das im Jahr 2007 begonnen wurde. Die Vereinbarung mit GEA beinhaltete einen Mechanismus zur Risikoteilung, bei dem die Hauptverantwortung bei GEA verblieb.

Verzögerungen durch Subunternehmer führten zu Verzögerungen bei Kelvion und dessen Subunternehmern und zu verschiedenen Ansprüchen von Kelvion. Im Jahr 2017 vereinbarten die Parteien, die verschiedenen Streitigkeiten einem Schiedsgericht vorzulegen.

Am 22. März 2021 entschied das Schiedsgericht zu Gunsten von Kelvion. Basierend auf der Gerichtsentscheidung, wurde am 29. und 30. März 2021 ein endgültiger Vergleich mit dem Hauptunterauftraggeber geschlossen, der sich wie folgt auf die Finanzlage des Konzerns auswirken wird: Der unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten bilanzierte Rückerstattungsanspruch gegenüber der GEA und die unter den nachlaufenden Kosten passivierte langfristige Rückstellung werden entfallen, der Konzern wird ein EBIT / Umsatz aus dem Projekt in Höhe von 23,4 Mio. EUR / 37,0 Mio. EUR und einen Liquiditätsüberschuss (nach Begleichung offener Rechnungen an Lieferanten und entsprechend dem Teilungsmechanismus mit GEA) in Höhe von ca. 5 Mio. EUR realisieren. Darüber hinaus wird GEA Bankgarantien in Höhe von 19 Mio. EUR an den Konzern zurückgeben.

Erwartete Entwicklungen, Chancen und Risiken

Gesamtwirtschaftliches Umfeld im Jahr 2019 und im Jahr 2020

Wie im Abschnitt "Gesamtwirtschaftliches Umfeld" erläutert, betrachtet die Kelvion-Gruppe als global tätiger Industriekonzern das weltweite Wachstum des BIP und die entsprechenden Prognosen als einen wesentlichen Maßstab für den eigenen Erfolg.

Niedriges Wirtschaftswachstum im Jahr 2019

Im Jahr 2019 wurde gemäß dem im Juni 2020 veröffentlichten "World Economic Outlook" des Internationalen Währungsfonds (IWF) ein globales Wachstum in Höhe von 2,9 Prozent erreicht. Das Wachstum 2019 musste zuvor vom IWF bereits mehrmals nach unten korrigiert werden und ist nunmehr das vorerst niedrigste seit der globalen Finanzkrise. Laut IWF ist die starke und geografisch breit angelegte Verlangsamung des verarbeitenden Gewerbes und des Welthandels ein wesentliches Merkmal des schleppenden Wachstums im Jahr 2019. Dafür sind einige Ursachen ausschlaggebend, u.a. höhere Zölle und anhaltende Unsicherheit über die Handelspolitik. Diese haben Investitionen und die Nachfrage nach Investitionsgütern beeinträchtigt. Die Automobilindustrie schrumpft auch aufgrund individueller Belastungen, wie z.B. Störungen durch neue Emissionsnormen im Euroraum und in China.

Im Jahr 2019 betrug das Wachstum in den Industrienationen 1,7 Prozent. Der Expansionsrückgang von 0,5 Prozentpunkte in den Industrienationen spiegelt 2019 die große Unsicherheit der Wirtschaftsakteure durch politische Konflikte wie den andauernden weltweiten Handelsstreit, die geopolitische Lage in der Golfregion und die handelspolitischen Auswirkungen eines No-Deal-Brexits wider.

Das Wirtschaftswachstum in den USA ist von 2,9 Prozent im Jahr 2018 auf 2,3 Prozent im Jahr 2019 gefallen. Als eine Ursache dafür sieht der IWF das Auslaufen der Effekte der Steuerreform, die das Wachstum in den USA nur vorübergehend erhöht haben. In der Eurozone wurde 2019 mit 1,3 Prozent ebenfalls ein geringeres Wachstum als im Vorjahr (1,9 Prozent) erreicht. Begründet wird die Abschwächung mit einer Kombination aus einer allgemein schwächeren Konsumnachfrage, dem Produktionsstau in der deutschen Automobilindustrie aufgrund neuer Emissionsrichtlinien für Dieselfahrzeuge und sinkenden Investitionen im Euroraum sowohl aufgrund wachsender Bedenken über die Folgen eines ungeregelten Brexits als auch aufgrund von Zweifeln an der Haushaltspolitik Italiens. In Japan wurde 2019 ein leichter Anstieg des Wachstums auf 0,7 Prozent erreicht, nachdem das BIP im Vorjahr aufgrund der konjunkturellen Auswirkungen von Erdbeben und starken Unwettern auf 0,3 Prozent gesunken war.

Gemäß IWF ist das Wachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern 2019 um 0,8 Prozent auf 3,7 Prozent gesunken. Die Schwellen- und Entwicklungsländer Asiens haben 2019 ein geringeres Wachstum von 5,5 Prozent erreicht. Es liegt ebenfalls 0,8 Prozentpunkte unter dem von 2018. Für China wird für 2019 ebenfalls ein niedrigeres Wachstum von 6,1 Prozent - gegenüber 6,7 Prozent in 2018 - angegeben, da die Inlandsnachfrage die Auswirkungen der US-amerikanischen Zollerhöhungen nicht vollständig kompensiert hat. Indiens Wachstum beträgt 2019 4,2 Prozent, nach 6,1 Prozent im Vorjahr.

Für Lateinamerika und die Karibik wird für 2019 ein niedrigeres BIP von 0,1 Prozent (- 1,0 Prozentpunkte gegenüber 2018) ausgewiesen. Der Rückgang wird durch verschiedene Länder verursacht. In Brasilien hat sich das Wachstum 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent abgeschwächt. In Mexiko führen niedrige Investitionen und ein sich abschwächender privater Konsum zu einer um -0,3 Prozent schrumpfenden Wirtschaft, nachdem diese im Jahr zuvor noch um 2,2 Prozent gewachsen war.

Das Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern Europas verlangsamt sich 2019 auf 2,1 Prozent, nach 3,2 Prozent im Jahr 2018. Dieser Wachstumsabschwung wird im Wesentlichen mit der krisenhaften Entwicklung der türkischen Volkswirtschaft begründet.

Das Wachstum 2019 für die Region Naher Osten und Zentralasien wird mit 1,0 Prozent deutlich niedriger als im Vorjahr (1,8 Prozent) angegeben.

Starker Einbruch der weltweiten Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 infolge der Corona-Pandemie

Am 11. März 2020 rief die WHO den Ausbruch der globalen Pandemie COVID-19 aus. Die Folgen des Ausbruchs für die Weltwirtschaft sind seit März 2020 erheblich und haben im Jahr 2020 eine tiefe Rezession verursacht. Nach einem globalen Wachstum von 2,8 Prozent im Jahr 2019 wird die globale Wachstumsschrumpfung für 2020 vom IWF in seinem World Economic Outlook Update vom April 2021 auf -3,3 Prozent geschätzt, was 1,1 Prozentpunkte höher ist als in der IWF-Prognose vom Oktober 2020. Dies ist auf eine stärkere Dynamik aller Regionen in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 zurückzuführen. Wie der IWF erklärt, öffneten sich viele Volkswirtschaften nach dem großen Lockdown im Mai und Juni 2020 zaghaft wieder und die Weltwirtschaft begann sich langsam zu erholen. Die erneute Ausbreitung der Pandemie verlangsamte oder stoppte viele Länder bei der Wiedereröffnung. Während die rasche Erholung Chinas positiv überraschte, werden viele Volkswirtschaften nach Einschätzung des IWF länger brauchen, um auf das Niveau vor der Pandemie zu kommen. Die vom IWF geschätzte Wachstumsrate für 2020 beträgt für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften -4,7 Prozent (1,6 Prozent in 2019) und für die Schwellen- und Entwicklungsländer -2,2 Prozent (3,6 Prozent in 2019). Chinas Wachstum wird für 2020 auf 2,3 Prozent geschätzt, nach 5,8 Prozent im Jahr 2019. Während mehrere Impfstoffzulassungen die Hoffnung auf ein mögliches Ende der Pandemie geweckt haben, sieht der IWF einen Anstieg der Infektionen Ende 2020, eine erneute Abriegelung, logistische Probleme bei der Impfstoffverteilung und andere Unsicherheiten als Risiken auf dem Weg der Erholung.

Gesamtwirtschaftliches Umfeld für den Konzern

Die folgenden globalen Megatrends bilden die Säulen für den künftigen unternehmerischen Erfolg der Kelvion-Gruppe:

1.

das kontinuierliche Wachstum der Weltbevölkerung;

2.

das Wachstum der Mittelschicht in den Schwellenländern;

3.

das Wachstum des Energiebedarfs;

4.

das Wachstum des Bedarfs an umweltfreundlichen, nachhaltigen und energieeffizienten Produkten.

Die Vereinten Nationen (UN) gehen von der Annahme aus, dass die Weltbevölkerung von derzeit 7,7 Milliarden Menschen (Stand Juni 2019) bis zum Jahr 2050 um rund 83 Millionen pro Jahr auf rund 9,7 Milliarden Menschen wachsen wird (Quelle: Weltbevölkerungsprognose 2012, Revision 2019). Als Folge des Bevölkerungswachstums wird sich die seit Jahrzehnten zu beobachtende Verstädterung fortsetzen. Den höchsten Verstädterungsgrad weisen gegenwärtig Nord- und Lateinamerika sowie Europa auf. Untersuchungen der UN zufolge wird die Stadtbevölkerung bis zum Jahr 2050 weltweit um 2,5 Milliarden Menschen zunehmen. Dieser Zuwachs wird zu knapp 90% auf Afrika und Asien-Pazifik entfallen. Mit dem Bevölkerungswachstum wird auch der Bedarf an bezahlbarer Energie steigen. Zur Deckung dieses Bedarfs ist eine effiziente Energieerzeugung unter Einsatz von Wärmetauschern unverzichtbar. Daraus ergeben sich Wachstumsmöglichkeiten für die Kelvion-Gruppe im Energiesektor.

Die zunehmende Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen bedeutet - wegen des Fehlens eines Dampfkreislaufs - in der Regel eine geringere Nachfrage nach Wärmetauschern pro installierter Einheit. Da im Verhältnis zu konventionellen Kraftwerken jedoch zahlenmäßig mehr dezentrale kleinere Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie erstellt werden, wird in Summe eine höhere Anzahl an Wärmetauschern benötigt.

Ein weiterer wichtiger Markt für den Konzern ist der Öl- und Gassektor. Der im Jahr 2018 gestiegene Ölpreis hat dazu geführt, dass Unternehmen wieder in die Bereiche Upstream (Exploration und Förderung), Midstream (Ferntransport und Aufbereitung) und Downstream (Raffination und Vertrieb) investiert haben. Dabei wird die Realisation kostengünstiger Produktionsprozesse und die Einhaltung strengerer Umweltschutzbestimmungen durch den Einsatz effizienter Wärmetauscher unterstützt.

Der schnelle und starke wirtschaftliche Abschwung im Zusammenhang mit der Corona-Krise und die Uneinigkeit der OPEC-Mitgliedsstaaten sowie anderer erdölexportierender Länder haben im ersten Quartal 2020 die Rohölpreise stark sinken lassen. Im weiteren Verlauf des Jahres 2020 hat die daraus resultierende Investitionszurückhaltung der Öl- und Gasindustrie bereits zu Verschiebungen von für 2020 geplanten Auftragsvergaben in das erste Quartal 2021 oder auch danach geführt. Andererseits wird erwartet, dass sich die niedrigeren Neuinvestitionen zukünftig positiv auf das Geschäftsvolumen im Servicebereich auswirken werden, da das zunehmende Alter der öl- und gasproduzierenden Anlagen einen höheren Instandhaltungsbedarf erzeugt.

Langfristig betrachtet - ohne Berücksichtigung der kurz- bis mittelfristigen Auswirkungen der Corona-Krise - geht man im Bereich Öl und Gas von jährlich um etwa 2 Prozent steigenden Investitionen aus.

Prognosebericht

Prognostizierte finanzielle Leistungsindikatoren im Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2019

Umsatzerlöse

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde im Vergleich zum Jahr 2018 ein deutlicher Anstieg der Umsatzerlöse erwartet, der auch erzielt wurde.

Erträge

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde erwartet, dass das bereinigte EBITDA für 2019 über dem des Geschäftsjahres 2018 liegen wird, da sowohl mit steigenden Umsatzerlösen als auch mit leicht verbesserten Margen gerechnet wird. Diese Erwartung an das Geschäftsjahr 2019 wurde realisiert.

Ausblick

Unsicherheiten durch die Auswirkungen des Coronavirus

Wie im Abschnitt über das makroökonomische Umfeld beschrieben, betrachtet die Kelvion-Gruppe als globales Maschinenbauunternehmen das weltweite Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und die entsprechenden Prognosen als Maßstab für ihre eigene Leistung.

Die Gruppe hat ihre Finanzbudgets im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2019 erstellt und genehmigte diese Mitte Dezember 2019. Diese ursprünglichen Budgets basierten auf den Wachstumserwartungen gemäß dem seinerzeitigen Weltwirtschaftsausblick des IWF sowie auf Schätzungen und Erwartungen einer der führenden strategischen Beratungsfirmen und weiterer externer Quellen.

Dieser Ausblick 2020 der Gruppe wurde jedoch im März 2020 revidiert und wird seither aufgrund der signifikanten und anhaltenden Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft fortlaufend überprüft und angepasst.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzernlageberichts des Geschäftsjahres 2019 im Juni 2021 ist das Wirtschaftsjahr 2020 bereits abgeschlossen. Vor diesem Hintergrund wird für den Ausblick auf das Jahr 2021 abgestellt.

Die Gesamtsituation und die zukünftige Entwicklung aufgrund des Coronavirus sind insgesamt schwer vorherzusagen. Für das Geschäftsjahr 2021 wird die weitere Entwicklung davon abhängen, wie schnell sich die Weltwirtschaft von den Folgen der weltweiten Corona-Pandemie erholen wird. Dies kann von der Geschäftsführung nicht zuverlässig prognostiziert werden. In den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2021 konnte die Gruppe eine Erholung des Auftragseingangs im Vergleich zum Corona-Krisenjahr 2020 verzeichnen, was auf eine beginnende Erholung hinweist.

Aufgrund der Unsicherheiten der COVID-19-Pandemie hat das Management für das Budget 2021 ein "Basis"-Szenario sowie ein "Lower Case"-Szenario erstellt.

"Basis" Szenario für das Geschäftsjahr 2021

Basierend auf den Erkenntnissen zum Zeitpunkt dieses Berichts, wie sie in den obigen Abschnitten dargelegt sind, entspricht der Umsatz- und Ergebnisausblick für 2021 dem Budget 2021 der Kelvion-Gruppe aus dem Dezember 2020. Das Management des Konzerns erwartet, dass die Kennzahlen Umsatz und bereinigtes EBITDA über dem Vorjahr (2020) liegen werden, d.h. dass das bereinigte EBITDA ein Niveau von über EUR 70 Mio. erreichen wird. Dieser Ausblick basiert auf den folgenden Kernannahmen: (1) Langsame Geschäftserholung ab Q2 2021 - das aber immer noch unter dem Niveau vor COVID-19 liegen wird, (2) Verbesserung des Umsatzes, hauptsächlich getrieben durch mehr Datacenter- und höheres RT-Geschäft und (3) Aktivierung des Cost-Out-Programms, um den temporären Umsatzverlust auszugleichen.

"Lower Case"-Szenario, das auch die Basis für die neuen Financial Covenants für das Geschäftsjahr 2021 ist

Da die Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft und auf die Märkte, in denen der Konzern tätig ist, nur schwer abzuschätzen sind, stellt sich das Management auf einen niedrigeren Umsatz und einen niedrigeren Gewinn im Vergleich zum Basis-Szenario im Jahr 2021 ein. Dieser "Lower Case" basiert auf den folgenden Kernannahmen: (1) Keine Geschäftserholung im gesamten Geschäftsjahr 2021 - das immer noch unter dem Niveau vor dem Coronavirus und im Großen und Ganzen auf dem Niveau des Geschäftsjahrs 2020 liegen wird, (2) Auftragslage und damit Umsätze getrieben durch mehr Datacenter- und höheres RT-Geschäft, aber das Wachstum wird durch niedrigere Umsätze in anderen Geschäftseinheiten (z. B. TES) teilweise kompensiert und (3) ein weiteres Cost-Out-Programm wird aktiviert, um den vorübergehenden Umsatzverlust auszugleichen. Das Management des Konzerns erwartet im "Lower Case"-Fall, dass die Kennzahlen Umsatz (d. h. kein Wachstum) und normalisiertes EBITDA weitgehend mit dem GJ 2020 übereinstimmen.

Ausreichender Spielraum zur Einhaltung der Financial Covenants auch im "Lower Case"-Szenario

Die Finanzkennzahlen Minimum EBITDA Covenant und Total Net Leverage Covenant wurden im Dezember 2020 neu festgelegt und basieren nun auf dem oben genannten "Lower Case"-Szenario. Die neu verhandelten Finanzkennzahlen beinhalten zusätzlichen Spielraum zur Einhaltung dieser Finanzkennzahlen auch für den Fall, dass der Umsatz und das nEBITDA des Konzerns niedriger als im "Lower Case" Szenario ausfallen. Zum Zeitpunkt dieses Berichts lagen dem Management keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sich der Konzern im GJ 2021 in Richtung des "Lower Case"-Falls bewegt, sondern die Entwicklung erfolgte im Einklang mit dem Basisfall, d.h. dem Budget 2021, wie weiter oben beschrieben.

ENEXIO mit geringer Bedeutung für das Ergebnis des Konzerns

In Erwartung der Veräußerung/Verkleinerung des Trockenkühlungsgeschäfts plant ENEXIO im ursprünglichen Budget 2021 sowie nach heutigem Kenntnisstand ein EBITDA-Niveau nahe dem Break-Even. Insgesamt wird erwartet, dass der Beitrag von ENEXIO zum Umsatz und zum normalisierten EBITDA des Konzerns nicht mehr signifikant für die Ertragslage des Konzerns sein wird.

Ausblick 2021 - "Base Case"-Szenario wird durch den aktuellen Auftragseingang bestätigt - "Upper Case"-Szenario möglich

Das Management der Kelvion Group geht davon aus, dass der Umsatz und das normalisierte EBITDA der Gruppe über dem Vorjahr liegen werden. Für den möglichen Fall, dass der Umsatz nicht wächst oder sogar leicht rückläufig gegenüber dem Vorjahr sein sollte, wird die Gruppe in der Lage sein, ein normalisiertes EBITDA zu erzielen, das über den von den Financial Covenants geforderten Finanzkennzahlen liegen wird. Die im Dezember 2020 neu verhandelten Financial Covenants berücksichtigen dieses niedrigere Niveau und geben so der Gruppe den notwendigen Spielraum, für das Geschäftsjahr 2021 und folgende Geschäftsjahre (für weitere Details siehe Kapitel "Risiko der Nichteinhaltung der Finanzvereinbarungen aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus durch Änderung (deutliche Reduzierung) der Covenants im Dezember 2020 für Zeiträume ab dem 31. Dezember 2020 reduziert").

Der Ausblick für das Jahr 2021 basiert auf dem "Base Case"-Szenario. Der Konzern ist jedoch bestrebt, das "Base Case"-Szenario zu übertreffen, um sogar ein "Upper Case"-Szenario zu erreichen, d. h. ein nEBITDA, das leicht über EUR 75 Mio. liegen würde. Zum Zeitpunkt dieses Berichts konnte Kelvion einen Auftragseingang im Jahr 2021 realisieren, der über dem "Base Case"-Szenario liegt, was darauf hindeutet, dass sich der Konzern für 2021 auf das "Upper Case"-Szenario zubewegt.

Risikobericht

Risikomanagement

Für die Beurteilung der einzelnen Risiken wurde ein jeweils adäquater Zeitraum zugrunde gelegt. Dieser entspricht mindestens dem verwendeten Prognosezeitraum.

Sämtliche Konzerngesellschaften sind in das Risikomanagementsystem der Mangrove-Gruppe sowie der Kelvion-Gruppe eingebunden. Mit vierteljährlichen und je nach Größe fallweise erstellten Risikoberichten wird gewährleistet, dass die Entscheidungsträger auf Segment- und Konzernebene unverzüglich über tatsächlich oder womöglich bestehende wesentliche Risiken für die zukünftige Entwicklung in Kenntnis gesetzt werden.

Die Grundsätze eines systematischen Risikomanagements werden in konzernweit gültigen Risikoleitlinien niedergelegt. Diese Leitlinien regeln zudem Risikomelde- und Risikobekämpfungspflichten.

Das Risikomanagement stützt sich zum einen auf Gremien wie etwa die Risikoprüfungs- und Risikoberatungsausschüsse und zum anderen auf Instrumente wie beispielsweise ein Berichtssystem mit Risikoberichten, Konzernfinanzprognosen, monatlichen Konzernabschlüssen und regelmäßigen Sitzungen des Gesellschafterbeirats und der Konzernführung.

Den besonderen Anforderungen des Projektgeschäfts des Konzerns wird durch Risikoausschüsse auf Ebene des Gesellschafterbeirats Rechnung getragen. Vor Unterbreitung eines verbindlichen Angebots oder Unterzeichnung eines Vertrages werden die kaufmännischen und vertraglichen Bedingungen potenzieller Kundenaufträge ausführlich von Spezialisten aus verschiedenen Abteilungen geprüft, damit nicht beherrschbare Risiken vermieden werden. Folglich greift das Risikomanagement schon, bevor Risiken überhaupt entstehen können, in Form einer kritischen Einschätzung des Chance-Risiko-Profils von Angeboten. Bei unangemessen hohem Risiko darf kein Vertrag zustande kommen.

Das Risikomanagementsystem dient nicht nur dem gesetzlich vorgeschriebenen frühzeitigen Erkennen von Risiken für den Fortbestand des Konzerns, sondern auch der Erfassung aller Risiken, die das Betriebsergebnis der Kelvion-Gruppe wesentlich beeinträchtigen könnten.

Zur Ermittlung von Risiken, die den Fortbestand der Kelvion-Gruppe gefährden könnten, werden sämtliche relevanten Aspekte auf ihre finanzwirtschaftliche Wesentlichkeit (gesamtheitlich, d. h. ohne risikomindernde Maßnahmen) und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit hin geprüft.

Die Wesentlichkeit von Risiken bemisst sich anhand folgender Kriterien:

Gering Keine wesentliche Auswirkung auf Finanz- und Ertragslage
Mittel Merkliche Auswirkung auf Finanz- und Ertragslage
Hoch Wesentliche oder kritische Auswirkung auf Finanz- und Ertragslage

Auf dieser Grundlage lassen sich sowohl Risiken als auch Chancen mit ihren Auswirkungen auf den Konzern einstufen.

Für Risiken, die aus der betrieblichen Tätigkeit des Konzerns entstehen, sind in dem Zeitpunkt, in dem die Ansatzkriterien erfüllt sind, Rückstellungen in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrages gebildet worden. Die bestehenden Risiken sind Gegenstand der Ausführungen des folgenden Abschnitts. Noch nicht bekannte oder gegenwärtig als unerheblich betrachtete Risiken können die Geschäftstätigkeit jedoch ebenfalls beeinträchtigen.

Risiken

Die Fähigkeit des Kelvion-Konzerns zur Steigerung des Wachstums und des Ertragspotenzials ist abhängig von den sich bietenden Chancen und den damit verknüpften Risiken. Kalkulierbare Risiken einzugehen ist daher Bestandteil der Konzernstrategie. Zur Gewährleistung einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts ist es wichtig, lediglich solche Risiken einzugehen, deren Wahrscheinlichkeit und Höhe kalkulierbar ist und die gleichzeitig eine größere Chance bieten. Dazu ist aktives Risiko- und Chancenmanagement notwendig, welches unangemessene Risiken identifiziert, Risiken überwacht und sicherstellt, dass daraus resultierende Chancen zeitnah genutzt werden.

Die strategische und mittelfristige Planung sind Kernbestandteile des Risiko- und Chancenmanagements des Konzerns. Diese Prozesse werden zur Entscheidungsfindung in Kerntechnologien und -märkten genutzt. Durch die Diversifizierung und Konzentration auf die Kernmärkte der Zukunft soll die Stabilität gewährleistet werden. Gleichzeitig können Entwicklungen, die das Fortbestehen des Konzerns gefährden, frühzeitig erkannt werden.

Chancen und Risiken resultieren aus zahlreichen betrieblichen Entscheidungen und werden daher aktiv durch die jeweiligen Abteilungen und Entscheidungsträger auf allen Konzernebenen überwacht. Im Rahmen dieses Entscheidungsfindungsprozesses werden ebenso Wesentlichkeitskriterien in Betracht gezogen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Im Rahmen der erfolgten Refinanzierung im Geschäftsjahr 2019 sind die Kreditverträge neu strukturiert und die Financial Covenants neu verhandelt worden. Dies hat zu einer deutlichen Verbesserung der finanziellen Situation der Kelvion geführt.

Risiko der Nichteinhaltung der Finanzvereinbarungen aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus durch Änderung (deutliche Reduzierung) der Covenants im Dezember 2020 für Zeiträume ab dem 31. Dezember 2020 reduziert

Aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus im Januar 2020 sah sich die Gruppe einem erhöhten Risiko der Nichteinhaltung von Finanzvereinbarungen in der Zukunft gegenüber. Die Geschäftsführung des Konzerns hat über dieses Risiko im vorangegangenen Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 unter dem 13. August 2020 berichtet. Die Situation sah seinerzeit wie folgt aus: Bis Mitte 2020 hat die Kelvion-Gruppe erwartet, dass die Schlüsselzahlen Umsatz und normalisiertes EBITDA innerhalb des Kelvion-Segments im Großen und Ganzen mit dem Vorjahr übereinstimmen würden. Das Management ist davon ausgegangen, dass die negativen Auswirkungen der Inflation auf die Personal- und Materialkosten durch die verschiedenen Gegenmaßnahmen, die bereits umgesetzt wurden oder zur Umsetzung bereit waren, ausgeglichen werden würden. Auch ein Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr von etwa 10% wurde zu diesem Zeitpunkt als möglich erachtet. Dies hätte dazu geführt, dass das normalisierte EBITDA hinter dem Niveau von 2019 zurückgeblieben wäre, aber entsprechend den Planungen immer noch über den geforderten normalisierten EBITDAs aus den Kreditvereinbarungen liegen würde.

Im dritten und vierten Quartal 2020 haben die jüngsten Entwicklungen in der Corona-Krise gezeigt, dass ein Umsatzrückgang von rund 10% im Jahresvergleich erfolgt ist und dass das normalisierte EBITDA unter das Niveau von 2019 gefallen ist. Infolgedessen konnte nur noch ein konsolidiertes EBITDA in der Größenordnung des von den Finanzvereinbarungen vorgegebenen Niveaus erzielt werden. Je nachdem, wie sich die weiteren Auswirkungen der Coronakrise im operativen Geschäft niederschlagen, konnte im Zeitraum bis zum Covenant-Resets am 22. Dezember 2020 aber das Risiko nicht ausgeschlossen werden, dass die Finanzvereinbarungen Ende Dezember 2020 oder in den folgenden Quartalen des Jahres 2021 nicht eingehalten werden könnten. Daher hat die Geschäftsführung des Konzerns im November 2020 Verhandlungen mit den kreditgebenden Banken über eine Anpassung (Reduzierung) der Covenants aufgenommen, die am 22. Dezember 2020 erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Die Geschäftsführung hat hierzu ein Budget für das Jahr 2021 und eine Langfristplanung für die Jahre 2021 - 2024 aufgestellt. Für das Jahr 2021 geht die Geschäftsführung in dieser Planung davon aus, dass sich die Märkte von den Auswirkungen der COVID-Krise noch nicht wieder erholen, und hat damit ein pessimistisches Szenario aufgestellt. Ab dem Jahr 2022 wird eine beginnende Erholung erwartet. Ein Erreichen der ursprünglich vereinbarten Covenants wird nach dieser Planung erst zum 31. Dezember 2024 angenommen. Damit hat die COVID-19-Krise den Konzern, verglichen zur ursprünglichen Unternehmensplanung aus der Refinanzierung aus dem Jahr 2019, nach Einschätzung der Geschäftsführung um bis zu zwei Jahre zurückgeworfen. Dieser neue Unternehmensplan wurde von einer international renommierten Strategieberatung validiert und war wesentliche Entscheidungsgrundlage für die Banken. Die Banken haben daraufhin einer deutlichen Reduzierung der Covenants im Zeitraum vom 31. Dezember 2020 bis zum 31. Dezember 2024 zugestimmt.

Insgesamt betrachtet die Geschäftsführung der Gruppe damit seit dem 22. Dezember 2020 das Risiko eines möglichen Bruchs der Finanzkennzahlen EBITDA-Mindestbetrag, Gesamt-Nettoverschuldung oder Mindestliquidität und die damit verbundenen möglichen negativen Folgen aufgrund des erfolgten Covenant-Resets als unwahrscheinlich. Selbst eine Verschlechterung der Ergebnisse im Vergleich zum Budget 2021 oder in den Folgejahren von 15% (2021) bis 20% (ab 2022) würden zu keinem Bruch der Covenants führen.

Erfolgswirksame Risiken

Die Risiken für den Geschäftserfolg des Konzerns können der Form nach höchst unterschiedlich sein. Daher ist die Kelvion-Gruppe im Rahmen ihres Risikomanagements bestrebt, Risiken bereits im Vorfeld zu erkennen, damit fallweise entsprechende Vorkehrungen zur Vermeidung negativer Effekte auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns getroffen werden können. In der Regel erfolgt eine Minderung möglicher Erfolgsrisiken mittels Vermeidung stärkerer Abhängigkeitsverhältnisse und Gewährleistung einer ausgewogenen Mischung aus unveränderlichen und veränderlichen Kapazitäten.

Die Märkte der Kelvion-Gruppe weisen ein diversifiziertes gefächertes Produkt- und Kundenspektrum auf. Diese Vielfalt dämpft den Einfluss von Schwankungen einzelner Märkte auf die Gesamtnachfrage. Der Konzern hält die Wahrscheinlichkeit eines globalen langfristigen Nachfragerückgangs für gering, sieht aber kurzfristig (d.h. 2020 und erste Hälfte 2021) ein Abwärtsrisiko (2020 gegen 2019) und eine Seitwärtsbewegung (2021 gegen 2020) durch das Coronavirus wie im Abschnitt "Ausblick" beschrieben. Das davon ausgehende Risiko für die Kelvion-Gruppe wird als aufgrund des nunmehr erfolgten Covenant-Reset und der eingeleiteten umfangreichen Effizienz- und Umstrukturierungsprogramme (für Einzelheiten siehe Kapitel "Konzern Gewinn und Verlustrechnung" in diesem Konzernlagebericht) als gering hinsichtlich des Fortbestands des Konzerns und als mittel in Bezug auf die Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eingestuft.

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns besteht zu einem wesentlichen Teil aus Projekten, die von den Finanzierungsmöglichkeiten der Kunden abhängen. Eine allgemeine Nachfrageschwäche oder Kreditverknappung könnte die Realisierung derartiger Projekte erschweren. Aus dem gleichen Grund könnten bereits erteilte Aufträge verschoben oder sogar storniert werden. Sollten derlei Risiken weltweit eintreten, würden sie sich wesentlich auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken. Die Wahrscheinlichkeit eines globalen Eintretens derartiger Risiken wird als gering betrachtet. Das davon ausgehende Risiko für die Kelvion-Gruppe wird aufgrund der diversifizierten Abnehmerstruktur des Konzerns insgesamt als mittel eingestuft.

Länderspezifische Konfliktsituationen, die Risiken für den Konzern heraufbeschwören könnten, werden im Rahmen des Risikomanagements zwar kontinuierlich beobachtet, doch lassen sich die mit ihnen verbundenen Risiken nur schwer beziffern. Wesentliche Auswirkungen auf die Ertragslage des Konzerns werden allerdings nicht erwartet. Das von derlei Konfliktsituationen ausgehende Risiko wird insgesamt als mittel eingestuft.

Die Verkaufspreisentwicklung hängt maßgeblich vom Konjunkturverlauf ab. Jeder Auslastungsrückgang in der Industrie könnte erhebliche negative Folgen für das Preisniveau und somit auch für die Finanz- und Ertragslage der Kelvion-Gruppe nach sich ziehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Fall langfristig eintritt, wird aufgrund der geographischen und industriellen Diversifizierung des Konzerns als gering erachtet. Kurzfristig (d.h. 2020 und erste Hälfte 2021) könnte sich aber ein Abwärtsrisiko durch das Coronavirus, wie im Abschnitt "Ausblick" beschrieben, ergeben. Das entsprechende Risiko für die Kelvion-Gruppe wird als mittel eingestuft.

In den Produktionsstätten der Kelvion-Gruppe werden zahlreiche Werkstoffe wie etwa Stahl, Kupfer, Aluminium und Titan verarbeitet. Deren Kaufpreis kann je nach Marktlage erheblich schwanken. Zur Festschreibung der als Kalkulationsgrundlage für Bestellungen dienenden Einkaufspreise werden mit ausgewählten Lieferanten Langzeitlieferverträge abgeschlossen. Gleichwohl lässt sich das Kaufpreisrisiko nur schwer beziffern. Das Risiko für den Konzern insgesamt wird als mittel eingestuft.

Eine wichtige Grundlage für den Geschäftsbetrieb des Konzerns stellen Langzeitprojektaufträge dar. Sie bergen bisweilen besondere Risiken, weil die mit der Projektfertigstellung verbundenen Gefahren zu einem erheblichen Teil beim Konzern liegen. Darüber hinaus können derlei Aufträge mit Gewährleistungspflichten einhergehen, die noch mehrere Jahre nach der Projektabnahme fortbestehen. Technische Probleme, Qualitätsprobleme bei Zulieferern und Terminüberschreitungen können Mehrkosten verursachen. Daher besteht sowohl auf Ebene des Mangrove-Konzerns als auch auf Ebene der Kelvion-Gruppe umfassendes Risikomanagement zur konsequenten Kontrolle auftragsbezogener Risiken, das bereits vor der Unterbreitung verbindlicher Angebote greift. Für die vorhersehbaren Risiken auf diesem Gebiet sind Rückstellungen in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrages gebildet worden, was sich auf die Finanz- und Ertragslage sowohl positiv als auch negativ auswirken kann. Alles in allem wird das Projektrisiko als mittel eingestuft.

Engagierte und qualifizierte Beschäftigte sind für den unternehmerischen Erfolg des Konzerns von maßgeblicher Bedeutung. Die Kelvion-Gruppe begegnet der Gefahr eines Fachkräftemangels und dem Risiko, offene Stellen nicht adäquat besetzen zu können, mit unterschiedlichen personalpolitischen Maßnahmen. Der Konzern ist bestrebt, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und seine Mitarbeiter langfristig zu halten. Die Wahrscheinlichkeit erheblicher nachteiliger Auswirkungen wird als mittel betrachtet. Das Personalrisiko für die Kelvion-Gruppe insgesamt wird als mittel eingestuft.

Die Auswirkungen des Coronavirus könnten zu Verzögerungen bei der Lieferung von Produkten oder ganzen Projekten an einige unserer Kunden führen. Alle Materiallieferungs- und Projektverträge enthalten Klauseln über "höhere Gewalt". Daher erwartet das Management der Gruppe keine materiellen Schadenersatzansprüche aus möglichen Verzögerungen bei der Lieferung von Produkten oder ganzen Projekten. Wo nötig hat die Gruppe ihre Kunden über den Ausbruch des Coronavirus als "höhere Gewalt" ("force majeure") informiert.

Rechtliche Risiken

Rechtliche Risiken der Kelvion-Gruppe können sich aus schwebenden Verfahren ergeben. Da Angaben zur Wahrscheinlichkeit des Risikoeintritts die Stellung des Konzerns in derlei Verfahren erheblich beeinträchtigen würden, werden die rechtlichen Risiken hier nicht näher beziffert. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 bestehen jedoch keine für die Kelvion-Gruppe wesentlichen Auseinandersetzungen, Gerichtsverfahren oder amtliche Ermittlungen gegen Konzerngesellschaften, die aus deren gewöhnlicher Geschäftstätigkeit herrühren.

Für die aus den entsprechenden Gerichtsverfahren und aus sonstigen Rechtsstreitigkeiten der Kelvion-Gruppe im gewöhnlichen Geschäftsverkehr herrührenden Risiken sind Rückstellungen in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrages gebildet worden. Da sich der Ausgang der Rechtsstreitigkeiten jedoch nicht verlässlich vorhersehen lässt, besteht die Möglichkeit, dass sie Erträge oder Aufwendungen nach sich ziehen, falls die gebildeten Rückstellungen höher oder niedriger sind als erforderlich. Das davon ausgehende Risiko für die Kelvion-Gruppe zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 wird als gering eingestuft.

Mit Wirkung zum 9. Oktober 2019 kaufte die Mangrove LuxCo IV S.à r.l.100% der Anteile an der Galapagos BidCo S.à r.l., Luxemburg, und all derer Tochtergesellschaften (zusammen "Galapagos BidCo-Gruppe"). Mit der Übernahme der Galapagos BidCo S.à r.l. erwarb die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. die Anteile an der Kelvion Finance GmbH, Deutschland, einschließlich aller ihrer Tochtergesellschaften (zusammen "Kelvion-Gruppe") und an der ENEXIO Management GmbH, Deutschland, einschließlich aller ihrer Tochtergesellschaften (zusammen "ENEXIO-Gruppe"). Vor der Übernahme der Galapagos BidCo-Gruppe hatte die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. keine operativen Aktivitäten.

Die Übernahme wurde im Zusammenhang mit der Bilanzrestrukturierung der Galapagos-Gruppe vollzogen, die zu einer umfangreichen Re-Kapitalisierung der Mangrove LuxCo III S.à r.l., der Mangrove LuxCo IV S.à r.l. und der neu erworbenen Tochtergesellschaften (zusammen die "Mangrove-Gruppe"), einem Schuldenabbau in der Bilanz der Mangrove-Gruppe und dem Zugang zu neuen Schuldenfazilitäten und Instrumenten mit längeren Laufzeiten (die "Umstrukturierung") geführt hat. Im Zusammenhang mit der Restrukturierung emittierte die Mangrove LuxCo III S.à r.l. vorrangig gesicherte festverzinsliche Schuldverschreibungen im Gesamtnennwert von € 356.233.492, die mit 7,775% verzinst werden und eine Fälligkeit in 2025 haben.

Es wurde eine Reihe von Klagen vorrangig gegen die Muttergesellschaft des Konzerns Mangrove LuxCo III S.à r.l. eingereicht, die sich aus der oben beschriebenen Refinanzierung ergeben. Wie bei jedem Streitfall kann der Ausgang dieser Verfahren jedoch nicht mit Bestimmtheit vorausgesagt werden. Die Geschäftsleitung ist der Ansicht, dass die endgültigen Verpflichtungen, die sich aus solchen Ansprüchen ergeben, keinen wesentlichen Einfluss auf die konsolidierte Finanzlage der Gruppe haben werden. Es könnte aber möglich sein, dass der Abschluss der Verfahren zu künftigen Erträgen oder Aufwendungen führt, wenn die dafür zurückgestellten Beträge höher oder niedriger als erforderlich sind.

Eine Reihe international anerkannter Berater war an der Refinanzierung beteiligt und das Management ist davon überzeugt, dass die Refinanzierung vollständig rechtswirksam ist und alle Verpflichtungen, auch im Rahmen der zugrunde liegenden Finanzierungsdokumente, erfüllt wurden.

Es wurden folgende Klagen eingereicht, die sich aus der Restrukturierung ergeben:

Galapagos BidCo S.à r.l. hat in England ein Verfahren gegen den Sicherheitstreuhänder, der die Restrukturierung durchgeführt hat, gegen den Treuhänder, der Rechte im Namen der vorrangigen Anleihen hält, und gegen jeden der Kläger in den oben beschriebenen Verfahren in New York und Luxemburg eingeleitet und das englische Gericht aufgefordert, eine Reihe von Erklärungen abzugeben, dass die Restrukturierung mit den Bedingungen der seinerzeitigen Gläubigervereinbarung übereinstimmt. Zweck der Klage ist es, dass das Gericht darüber entscheidet, ob die Restrukturierung mit den Bedingungen der Finanzierungsdokumente übereinstimmt. Das englische Verfahren enthält zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Anspruch auf Schadenersatz.

Eine Klage vor dem Obersten Gerichtshof des Staates New York wurde von einem wirtschaftlichen Eigentümer der Galapagos Senior Notes gegen inter alios Galapagos Holding S.A. (ehemalige indirekte Muttergesellschaft der Galapagos BidCo S.à r.l.) und einige ihrer Tochtergesellschaften (die jetzt Tochtergesellschaften der Mangrove Group sind) im Zusammenhang mit der Restrukturierung eingereicht. Der Kläger behauptet, dass die Restrukturierung ihn zu Unrecht seines Wertes beraubt habe, indem Vermögenswerte aus der Gruppe abgezogen und bestimmte Garantien freigegeben wurden. Der Kläger klagt auf: (i) Schadenersatz und (ii) die Rückgängigmachung der Schritte, die zur Beeinträchtigung seiner Position geführt haben. Darüber hinaus beantragt der Kläger die Erklärung, dass die Freigabe von Verbindlichkeiten unter dem Galapagos Senior Unsecured Notes gemäß den Bestimmungen der früheren Gläubigervereinbarung, die für bestimmte Verbindlichkeiten der Gruppe galten, ungültig war (mit anderen Worten, dass dieser Teil der Restrukturierung ebenfalls rückgängig gemacht wird). Der Oberste Gerichtshof des Staates New York entschied am 22. Juli 2020, dieses Verfahren im Hinblick auf das in England rechtshängige Verfahren auszusetzen.

Am 6. September 2019 haben Gläubiger der ehemaligen indirekten Muttergesellschaft, die Galapagos S.A., Luxemburg (ehemalige 100% Anteileignerin der Galapagos BidCo S.à r.l.) Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Galapagos S.A. beim Landgericht (im Folgenden auch "Insolvenzgericht") Düsseldorf in Deutschland gestellt. Auf diesen Antrag hat das Insolvenzgericht mit Beschluss vom 9. September 2019 Sicherungsmaßnahmen über das Vermögen der Galapagos S.A. angeordnet und einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Aus diesen Verfahren ergeben sich die folgenden Rechtsbeschwerden bzw. Klagen:

Die Galapagos BidCo S.à r.l. (100% Muttergesellschaft der Gesellschaft, der Kelvion-Gruppe) hat gegen die Entscheidung des Insolvenzgerichtes Rechtsbeschwerde eingelegt und rügt insbesondere die internationale Zuständigkeit des Amtsgerichts Düsseldorf. Diese Rechtsbeschwerde wurde vom Insolvenzgericht abgelehnt. Daraufhin hat die Galapagos BidCo S.à r.l. Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof ("BGH") in Deutschland Ende 2019 eingelegt. Am 17. Dezember 2020 hat der BGH die der Rechtsbeschwerde zugrunde liegende Frage der internationalen Zuständigkeit dem Europäischen Gerichtshof ("EuGH") zur Klärung vorgelegt (siehe auch Abschnitt "Ereignisse nach dem Ende des Berichtszeitraums"). Aufgrund der ungeklärten Zuständigkeit des bestellten vorläufigen Insolvenzverwalters wird dieser im Nachfolgenden der "angebliche" oder "vermeintliche Verwalter" genannt.

Der angebliche Verwalter der Galapagos S.A., Luxemburg (ehemaliger 100%iger Anteilseigner von Galapagos BidCo S.à r.l.), hat eine Klage gegen die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. und die Galapagos BidCo S.à r.l. eingereicht, in der er seine Behauptungen darlegt, dass die Restrukturierung (d.h. die Refinanzierung der Galapagos-Gruppe und der Verkauf von Galapagos BidCo S.à r.l. an die Mangrove-Gruppe) eine betrügerische Ausübung eines luxemburgischen Aktienpfandes beinhaltete und daher rückgängig gemacht werden sollte. Für den 22. September 2021 wurde vom Gericht in Luxemburg eine Sitzung anberaumt, in der der Zeitplan für das weitere Hauptsacheverfahren festgelegt werden soll. Auf den Antrag des angeblichen Verwalters hin gewährte das Luxemburger Gericht eine "Erhaltungsanordnung", mit der ein Treuhänder ernannt wurde, um eine tatsächliche oder faktische Liquidation von Galapagos BidCo S.à r.l. zu verhindern. Dieser Treuhandauftrag wurde vor dem Luxemburger Gericht erfolgreich angefochten und von diesem aufgehoben. Der angebliche Verwalter legte daraufhin gegen diese Entscheidung Berufung ein, die jedoch vom Gericht abgelehnt wurde. Der vermeintliche Verwalter hat eine weitere Berufung eingelegt und für den 21. Oktober 2021 wurde eine Anhörung terminiert.

Auf Antrag des angeblichen Verwalters von Galapagos S.A. hat das Amtsgericht Düsseldorf, Deutschland, eine einstweilige Verfügung gegen Mangrove LuxCo IV S.à r.l. erlassen, mit der einem Treuhänder aufgegeben wird, die Aktien von Galapagos BidCo S.à r.l. zu halten. Gegen diese Verfügung wurde Widerspruch eingelegt. Mit Urteil vom 9. November 2020 wurde der Widerspruch durch die Mangrove-Gruppe abgelehnt, woraufhin die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. erfolgreich Berufung beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt hat. Gemäß Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 7. Juni 2021 wurde die einstweilige Verfügung des Landgerichts Düsseldorf aufgehoben, sodass die Anteile an der Galapagos BidCo S.à r.l. aus der Verwahrung und Verwaltung des Treuhänders freigegeben werden müssen. Darüber hinaus wurde im Hauptsacheverfahren ebenfalls vom angeblichen Insolvenzverwalter gegen Mangrove LuxCo IV S.à r.l. Anfechtungsklage gegen die Refinanzierung vor dem Landgericht Düsseldorf erhoben. Mangrove LuxCo IV S.à r.l. hat beantragt, das Hauptsacheverfahren vor dem Hintergrund der anderweitig rechtshängigen Verfahren in Luxemburg und England sowie der noch laufenden Rechtsbeschwerde gegen den Insolvenzeröffnungsbeschluss des Amtsgerichts Düsseldorf auszusetzen.

Umweltrisiken

Die Kelvion-Gruppe hat nur sehr wenige Betriebsgrundstücke im Bestand, von denen eine Gefahr für die Umwelt ausgehen könnte. Für die entsprechenden Risiken werden angemessene Vorkehrungen getroffen und Rückstellungen in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrages gebildet. Alles in allem werden die Umweltrisiken als gering eingestuft.

Steuerliche Risiken

Geltendes Steuerrecht kann sich sowohl auf die aktuelle Besteuerung wie auch auf die Nutzung von Verlustvorträgen und damit die Realisierung bilanzierter latenter Steueransprüche auswirken.

Darüber hinaus besteht in Deutschland und anderen Ländern aufgrund der angespannten Lage der Staatshaushalte, des daraus resultierenden Reformdrucks und der spürbar verschärften Steuerprüfungen erhebliche Unsicherheit über die weitere steuerrechtliche Entwicklung.

Im Rahmen der Refinanzierung, die am 9. Oktober 2019 abgeschlossen wurde, erfolgte die Übertragung der Galapagos BidCo-Gruppe (zu der auch die Kelvion-Gruppe gehört) auf die Mangrove-Gruppe. In diesem Zusammenhang ist voraussichtlich ein Großteil der steuerlichen Verlustvorträge untergegangen. Wir verweisen auf den Abschnitt "Rechtliche Risiken".

Die steuerlichen Risiken könnten die Finanz- und Ertragslage der Kelvion-Gruppe wesentlich beeinflussen. Das Eintreten wesentlicher nachteiliger Effekte wird als relativ unwahrscheinlich betrachtet und deren Auswirkungen werden als moderat eingeschätzt. Daher wird das Risiko zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 als mittel eingestuft.

Chancen

Allgemeine Einschätzung der Chancen

Für die Beurteilung der einzelnen Chancen wurde ein jeweils adäquater Zeitraum zugrunde gelegt. Dieser entspricht mindestens dem verwendeten Prognosezeitraum.

Eine wichtige Aufgabe des Risikomanagements der Kelvion-Gruppe besteht in der systematischen Auswertung interner und externer Daten zu dem Zweck, Chancen frühzeitig zu erkennen und deren Potenzial richtig zu bewerten. In einem weiteren Schritt wird bestimmt, mit welchen konkreten Maßnahmen sich die erkannten Chancen in wirtschaftlichen Erfolg umwandeln lassen.

Der Konzern legt seiner geschäftlichen Planung bestimmte Annahmen in Bezug auf die im Folgenden erläuterten Erfolgsparameter zugrunde. Entwickeln sich diese Parameter insgesamt besser als erwartet, so könnte ein entsprechender Effekt auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns eintreten.

Marktbezogene Chancen

Durch die neue Vertriebsorganisation soll zusätzliches Geschäftsvolumen erzielt werden, indem die Marktreichweite erweitert und der wachsende Markt bedient wird. Durch verbesserte und standardisierte ERP- und Vertriebstools werden die Geschäftsprozesse weiter optimiert. Innovationen aus den internen Forschungs- und Entwicklungsprojekten können zu neuen Produkten und zu weiterer Profitabilität führen.

Erfolgswirksame Chancen

Im Geschäftsjahr 2019 wurde und in den folgenden Jahren wird der eingeleitete Reorganisations- und Restrukturierungsprozess der Kelvion-Gruppe weiter fortgeführt. Dabei werden unter anderem Standorte weiter gebündelt und neu ausgerichtet, um konzerninterne Synergien zu heben. Die umgesetzten Maßnahmen werden sich nach Auffassung der Geschäftsleitung künftig durch eine verbesserte Kostenstruktur positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken.

Der Auftragsbestand des Konzerns lag zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 höher als zu Beginn des Vorjahres. Dies resultiert maßgeblich aus einem höheren Auftragseingang. Mit Hilfe der reorganisierten Vertriebsstruktur können zukünftig weiterhin mehr Aufträge akquiriert und die Auftragsbestände gesteigert werden.

Des Weiteren bietet die Standardisierung und Verbesserung der ERP-Systeme die Möglichkeit, die Geschäftsprozesse weiter zu optimieren und somit zusätzliche Potenziale zu heben.

Nach Auffassung des Konzerns besteht eine niedrige bis moderate Wahrscheinlichkeit, dass die erfolgswirksamen Chancen größer sind als in der Planung angenommen und somit einen wesentlichen positiven Beitrag zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage leisten werden.

Gesamtaussage zum Chancen- und Risikobericht

Im Vorjahr (2018) bestand für die Kelvion-Gruppe das Risiko, dass die seinerzeitigen Financial Covenants nicht durch den Mutterkonzern eingehalten werden können, und damit das inhärente Risiko von negativen Auswirkungen auf den Liquiditätsstatus. Im Rahmen der erfolgten Refinanzierung im Geschäftsjahr 2019 sind neue Kreditverträge abgeschlossen und neue Financial Covenants vereinbart worden. Dies hat zu einer deutlichen Verbesserung der finanziellen Situation der Kelvion geführt. Wir verweisen auf die Ausführungen zur Refinanzierung im Abschnitt "Wesentliche Angaben zur Kelvion-Gruppe". Mit dem bereits mehrfach an anderer Stelle beschriebenen Covenant-Reset im Dezember 2020 sind mögliche Risiken des Nichteinhaltens der aktuellen Covenants als gering einzustufen.

Das breit gefächerte und diversifizierte Produkt- und Kundenspektrum der Kelvion-Gruppe bietet viele Chancen und reduziert gleichzeitig Marktrisiken einzelner Branchen und Regionen. Allerdings kann die weltweite Corona-Pandemie, wie im Abschnitt "Ausblick" und im Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" beschrieben, temporär zu einem Nachfragerückgang führen, dessen Ausmaß nicht vorherzusagen ist.

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses maßgebliche interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme

Das interne Kontrollsystem (IKS) der Kelvion-Gruppe beruht auf dem COSO-Rahmenwerk und umfasst das Risikomanagementsystem (RMS) sowie weitere Grundsätze, Maßnahmen und Regeln (sonstige Bestandteile des IKS). Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die bedarfsgerechte Einrichtung des IKS. Die interne Revision führt regelmäßig unabhängige Prüfungen der Funktion und der Effektivität des IKS durch. Des Weiteren erfolgt eine risikoorientierte Prüfung der Effektivität des für die Aufstellung des Konzernabschlusses relevanten IKS durch externe Prüfer. Das RMS dient zur Erkennung und Einstufung von Risiken. Die übrigen Bestandteile des IKS dienen vorrangig der Vermeidung oder Minderung von Risiken unter Ergreifung steuernder Maßnahmen. In das IKS des Konzerns sind neben der Kelvion Finance GmbH auch alle übrigen Konzerngesellschaften eingebunden.

Die Anwendung der folgenden Grundsätze des Konzern-IKS ist für alle Unternehmensfunktionen obligatorisch: eindeutige Zuständigkeitsregelung, Aufgabentrennung in allen Tätigkeitsbereichen, Vier-Augen-Prinzip bei Unterschriften, Befolgung von Richtlinien, Anweisungen und Verfahrensvorschriften (Handbücher), Einholung von Vergleichsangeboten vor Auftragsvergabe, Schutz von Daten vor dem Zugriff Unbefugter und Durchführung von Schulungen zur Gewährleistung konzernweit einheitlicher Arbeitsverfahren.

Das auf die Finanzberichterstattung bezogene IKS der Kelvion-Gruppe umfasst sämtliche Grundsätze, Maßnahmen und Regeln für die ordnungsgemäße Genehmigung und Verbuchung von Geschäftsvorfällen für Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse. Ziel des eingerichteten IKS sind eine verlässliche Rechnungslegung, die Erfüllung geltender Gesetze und Normen sowie kostengünstige Arbeitsabläufe.

Naturgemäß kann es - unabhängig davon, wie das einzelne IKS eingerichtet ist - keine absolute Garantie dafür geben, dass die definierten Ziele erreicht werden können. Hinsichtlich des auf die Finanzberichterstattung bezogenen IKS kann daher nicht mit uneingeschränkter Sicherheit ausgeschlossen werden, dass wesentliche Fehlbuchungen vorgenommen oder entdeckt werden.

Die Zentralabteilung Konzernrechnungswesen ("Group Accounting") steuert die Prozesse für die Konsolidierung und die interne Berichterstattung. Gesetze, Richtlinien und sonstige Veröffentlichungen werden regelmäßig auf ihre Relevanz und ihren möglichen Einfluss auf die Berichterstattung der Kelvion-Gruppe analysiert. Ein konzernweit verpflichtend anzuwendendes Bilanzierungshandbuch und der Finanzberichtskalender bilden die Grundlage des Prozesses zur Berichterstattung. Zusätzlich unterstützen Anweisungen zur konzernweiten Abstimmung, standardisierte Berichtsformate, IT-Systeme wie auch ein IT-gestützter Berichts- und Konsolidierungsprozess eine einheitliche und richtlinienkonforme Finanzberichterstattung. Falls notwendig, werden externe Dienstleister - zum Beispiel für die Berechnung der Pensionsrückstellungen - beauftragt. Group Accounting stellt sicher, dass diese Anforderungen gruppenweit befolgt werden.

Wesentliche Instrumente für die Finanzberichterstattung und zur Gewährleistung einer einheitlichen Rechnungslegung bei allen Tochtergesellschaften sind Bilanzierungs- und Kontierungshandbücher, ein einheitlicher Kontenrahmen, Konsolidierungs- und Kalkulationshandbücher, die Genehmigung von Buchungen nach dem Vier-Augen-Prinzip und die Vornahme bestimmter Buchungen ausschließlich durch ausgewählte Personen. Zur Fehlervermeidung kommen in den mit Rechnungslegung, Controlling und Finanzierung befassten Abteilungen aller Konzerngesellschaften standardisierte IT-Systeme zur Anwendung. Sämtliche Richtlinien und IT-Systeme werden fortlaufend an die gesetzlichen und geschäftlichen Anforderungen angepasst.

Zusammenfassend hat die Kelvion-Gruppe ein IKS eingerichtet, das eine verlässliche Rechnungslegung gewährleistet.

Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Die nachfolgenden Ausführungen zur Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten der Kelvion-Gruppe beziehen sich primär auf die Struktur und organisatorische Ausgestaltung der Gruppe zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019.

In Bezug auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplante Transaktionen ist der Kelvion-Konzern Finanzierungs-, Liquiditäts-, Kredit-, Zins- und Wechselkursrisiken ausgesetzt. Das Finanzrisikomanagement des Mangrove-Konzerns, in welches die Kelvion-Gruppe seit dem 9. Oktober 2019 einbezogen wird, verfolgt das Ziel, diese Risiken durch laufende betriebliche und finanzielle Maßnahmen zu minimieren. In Abhängigkeit von der Risikobeurteilung werden ausgewählte derivative oder nicht-derivative Instrumente zur Risikominimierung verwendet. Gleichwohl nutzt der Konzern Derivate ausschließlich als Sicherungsinstrumente und nicht zu Handels- oder Spekulationszwecken. Die Risikobereiche der Liquidität, Wechselkurse und Kreditrisiken wurden analysiert und insgesamt als mittel eingestuft. Sicherungsbeziehungen werden nicht gebildet.

Finanzierungsrisiken

Als weltweit tätiger Konzern ist die Kelvion-Gruppe im gewöhnlichen Geschäftsverkehr finanziellen Risiken wie beispielsweise einem Liquiditäts-, Wechselkurs-, Zinsänderungs-, Beschaffungsmarkt- und Kreditrisiko ausgesetzt, die Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nehmen können. Der Konzern ist grundsätzlich bestrebt, die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken und den daraus resultierenden Finanzierungsbedarf durch den Einsatz von Derivaten zu mindern. Es werden keine Derivate zu Handelszwecken erworben.

Überdies bestehen Finanzierungsrisiken im Zusammenhang mit der Finanzierung des Kaufpreises für den Kauf der HX-Gruppe durch die luxemburgischen Holdinggesellschaften. Hierbei haften festgelegte Konzerngesellschaften der Kelvion-Gruppe mit ihren Vermögenswerten. Im Hinblick auf die Konzerngesellschaften der Kelvion-Gruppe wurden zum 31. Dezember 2019 Vermögenswerte in Höhe von 2.227 Millionen EUR als Sicherheiten verpfändet. Für weitere Einzelheiten wird auf Kapitel 7.4 des Konzernanhangs verwiesen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses und -lageberichts waren die Bedingungen zur Ziehung der Sicherheiten nicht eingetreten.

Das Risikomanagement erfolgt zentral auf Ebene der Mangrove-Gruppe. Die Ermittlung, Bewertung und Absicherung finanzieller Risiken nimmt die Konzernabteilung Treasury der Kelvion Holding GmbH in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und den Werken des Kelvion-Konzerns vor. Dabei ist die Konzernabteilung Treasury an ein klares Regelwerk gebunden.

Liquiditätsrisiko

Unter Liquiditätsrisiko ist das Risiko zu verstehen, dass die Kelvion-Gruppe ihren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nicht nachzukommen imstande ist. Die Kelvion-Gruppe steuert ihr Liquiditätsrisiko auf Konzernebene vorrangig über den Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit sowie ergänzend mit Fremdkapital. Die Geschäftseinheiten melden ihren Barmittel- und Währungsbedarf bei der Konzernabteilung Treasury an. Die Mangrove-Gruppe hält im Wege einer Liquiditätssteuerung mittels automatischer Kontenübertragung, in die auch die Kelvion-Gruppe eingebunden ist, und revolvierender Kreditfazilitäten stets hinreichende Liquiditätsreserven vor. Die Liquiditätslage wird von Treasury täglich kontrolliert. Zudem wird fortlaufend eine Liquiditätsprognose erstellt.

Der Konzern hat am 9. Oktober 2020 mit einem Bankenkonsortium, bestehend aus sechs Banken, eine revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 65 Millionen EUR vereinbart. In den Finanzierungsvereinbarungen sind bestimmte finanzielle Kennzahlen geregelt. Zum Quartalsende müssen das bereinigte EBITDA und die Nettoverschuldung einen bestimmten, vereinbarten Betrag übersteigen. Die Definition des bereinigten EBITDA entspricht dabei nicht der Definition des Jahresabschlusses. Zum Bilanzstichtag wurde die revolvierende Kreditfazilität nicht in Anspruch genommen. Die vereinbarten finanziellen Kennzahlen wurden zum 31. Dezember 2019 erreicht.

Aufgrund der gemeinsam für sämtliche Segmente der Mangrove-Gruppe zur Verfügung gestellten revolvierenden Kreditlinie ist die Kelvion-Gruppe auch abhängig vom Liquiditätsbedarf der übrigen Konzerngesellschaften der Mangrove-Gruppe. Falls sich deren Liquiditätsentwicklung deutlich verschlechtern sollte, kann das auch negative Auswirkungen auf die Kelvion-Gruppe haben.

Gestärkt wird die Liquiditätslage des Kelvion-Konzerns durch das Fehlen kurzfristig fälliger Darlehensverbindlichkeiten und durch die Möglichkeit der Mittelaufnahme aus dem Cashpool mit anderen Gesellschaften der Mangrove-Gruppe. Sämtliche Kreditvereinbarungen (Schuldtitel und revolvierende Kreditfazilitäten) sind erst bei Fälligkeit frühestens in den Jahren 2024 bis 2025 bzw. bis 2044 (Tranche D) vollständig zu tilgen.

Die Gesellschafterin Galapagos BidCo S.à. r.l. hat bezüglich ihrer Forderungen in Höhe von insgesamt 651,9 Millionen EUR Rangrücktritte erklärt. Der Gesamtbetrag der Finanzierungsverbindlichkeiten gegenüber der Galapagos BidCo S.à. r.l. beläuft sich zum 31. Dezember 2019 auf einen Betrag von 787,7 Millionen EUR (Nominalwert: 697,7 Millionen EUR zzgl. zurückgestellte Zinsen EUR 90,1 Mio.).

Wechselkursrisiko

Die Erfolgsrechnung des Konzerns ist sowohl wechselkursbedingten Transaktions- als auch wechselkursbedingten Umrechnungsrisiken ausgesetzt.

Wechselkursbedingtes Transaktionsrisiko

Für den Konzern besteht bei Auslandsgeschäften ein Wechselkursrisiko vor allem im Britischen Pfund, im US-Dollar und im Chinesischen Renminbi Yuan. Es tritt ein, wenn bei Tochtergesellschaften Ausgaben oder Einnahmen in einer anderen Währung als der funktionalen Währung des Konzerns entstehen.

Zur Steuerung des Wechselkursrisikos aus zukünftigen Geschäftsvorfällen sowie aus bilanzierten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten macht der Konzern Gebrauch von Terminkontrakten. Deren Abschluss erfolgt durch die Abteilung Treasury der Kelvion Holding GmbH. Wechselkursrisiken treten bei Geschäften auf, in denen die zukünftig bilanzierten Vermögenswerte oder Schulden in einer anderen Währung als der funktionalen Währung denominiert sind. Das Konzern-Treasury hat die Nettoposition jeder Fremdwährung durch den Einsatz externer Devisenterminkontrakte zu steuern.

Gemäß den einheitlichen Konzernrichtlinien der Mangrove-Gruppe bzw. der Kelvion-Gruppe für das zentrale Währungsmanagement haben alle Konzerngesellschaften Fremdwährungspositionen bei Entstehung so abzusichern, dass sich der Preis unter Anlegung des Absicherungskurses nicht verändert. Eine Absicherung von Wechselkursrisiken erfolgt bei bilanzwirksamen Grundgeschäften, bei nicht bilanzwirksamen festen Verpflichtungen und bei erwarteten Geschäftsvorfällen mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Absicherungszeiträume bestimmen sich anhand der Fälligkeitstermine der gesicherten Grundgeschäfte und betragen in der Regel bis zu 12 Monate, in Ausnahmefällen möglicherweise auch deutlich mehr. Gleichwohl können Wechselkursschwankungen Einfluss auf die Absatzchancen außerhalb der Eurozone nehmen.

Verbundene Unternehmen mit Sitz in der Eurozone sind verpflichtet, dem Konzern-Treasury sämtliche offenen Risiken aus Waren- und Dienstleistungsgeschäften in wesentlichen Transaktionswährungen zu melden. Diese Risiken werden in Abhängigkeit vom Absicherungsziel der Derivate und der damit einhergehenden buchhalterischen Behandlung mehrheitlich direkt laufzeitkongruent an Banken weitergereicht. Sie können jedoch auch als Teil eines Portfolios abgesichert werden. Die Absicherung von Finanzgeschäften und Geschäften von Tochtergesellschaften außerhalb der Eurozone erfolgt ebenfalls in enger Abstimmung mit dem Konzern-Treasury.

Wechselkursbedingtes Umrechnungsrisiko

Der Konzern besitzt Anteile an ausländischen Geschäftsbetrieben, deren Reinvermögen einem wechselkursbedingten Umrechnungsrisiko unterliegt. Ein wechselkursbedingtes Umrechnungsrisiko tritt ein, wenn die in anderen Währungen als dem Euro bewerteten Ergebnisse von Tochtergesellschaften außerhalb des Euroraums unter Anwendung des jeweils gültigen Wechselkurses in Euro umgerechnet werden. Dieses Umrechnungsrisiko wird nicht abgesichert.

Zinsänderungsrisiko

Die Kelvion-Gruppe unterliegt einem Zinsänderungsrisiko insofern, als Marktzinsschwankungen Einfluss auf das variabel verzinsliche Gesellschafterdarlehen nehmen können. Zinsderivate dürfen nur vom Konzern-Treasury getätigt werden.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten besteht darin, dass die Gegenpartei eines Finanzkontrakts ihren Verpflichtungen möglicherweise nicht nachkommt. Das Konzern-Treasury ist bestrebt, dieses Kontrahentenrisiko fortlaufend zu prüfen und zu begrenzen. Für jeden Kontrahenten ist eine Risikoobergrenze festgelegt worden, die sich zumeist aus den Bonitätsnoten renommierter Kreditbewertungsagenturen und aus Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, Abk. CDS) herleitet. Bei Überschreitung der individuellen Obergrenze werden geeignete Maßnahmen ergriffen.

Die Finanzlage potenzieller Kunden wird von einem internen Risikoausschuss bereits vor der Auftragsannahme geprüft. Darüber hinaus findet bei Bedarf ein aktives Forderungsmanagement über echtes Factoring, Forfaitierung und Kreditversicherungen statt. Bei Exportgeschäften kommen bestätigte und unbestätigte Dokumentenakkreditive sowie Bürgschaften, Garantien und Deckungszusagen auch von Ausfuhrkreditversicherern zum Einsatz. Zusätzlich zu den Kontrollen der betroffenen Tochtergesellschaft vor Ort, überwacht der Konzern die wichtigsten Kreditrisiken auf Konzernleitungsebene, um einer Risikohäufung entgegenzuwirken.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht kein Konzentrationsrisiko, da sie sich für gewöhnlich auf zahlreiche Kunden in mehreren Branchen und Regionen verteilen. Konkreten Kreditrisiken wird im Wege von Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Derivatkontrakte werden zur Eindämmung des mit ihnen verbundenen Kreditrisikos ausschließlich mit angesehenen Finanzinstituten geschlossen, deren Kreditwürdigkeit im Rahmen des eingangs beschriebenen Kontrahentenlimitsystems als verlässlich eingestuft worden ist. Die Einstufung wird ebenfalls fortwährend kontrolliert.

Die maximale Risikobelastung für die finanziellen Vermögenswerte ist auf deren Buchwert begrenzt.

 

Bochum, 18. Juni 2021

Jürgen Vinkenflügel

Marcus Mayer

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019

Aktiva

(in TEUR) Anhang * 12/31/2019 12/31/2018
Geschäfts- oder Firmenwert 6.1 96.973 176.989
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 6.2 140.667 163.151
Nutzungsrechte 6.2 59.537 -
Sachanlagen 6.3 151.090 160.728
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 6.4 37.839 33.830
Latente Steueransprüche 8.7 39.286 20.574
Langfristige Vermögenswerte 525.392 555.272
Vorräte 6.6 122.826 118.676
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Forderungen 6.7 244.857 221.459
Kurzfristige Ertragssteueransprüche 7.829 10.442
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 6.4 10.582 31.694
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 6.5 30.227 18.402
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.8 86.293 38.696
Kurzfristige Vermögenswerte 502.614 439.369
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche 45.463 693
Aktiva 1.073.469 995.334

*) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Passiva

(in TEUR) Anhang * 12/31/2019 12/31/2018
Gezeichnetes Kapital 7.1 25 25
Kapitalrücklage 7.1 193.451 162.723
Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Führung -28.947 -10.884
Gewinnrücklagen und Bilanzverlust 7.1 -594.378 -420.347
Sonstiges Konzernergebnis 7.1 -3.694 -8.408
Gesamtes auf Anteilseigner der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital -433.543 -276.891
Nicht beherrschende Anteile 7.1 1.018 1.032
Eigenkapital -432.525 -275.859
Langfristige Rückstellungen 7.2 102.385 51.408
Langfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 7.3 39.164 29.437
Gesellschafterdarlehen 7.4 696.729 695.627
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 7.6 203.430 65.067
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 7.8 694 575
Latente Steuerschulden 8.7 50.565 52.828
Langfristige Verbindlichkeiten 1.092.967 894.942
Kurzfristige Rückstellungen 7.2 61.986 49.341
Kurzfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 7.3 28.743 24.989
Kurzfristige Bankkredite 7.5 1.396 47.647
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.7 150.652 143.695
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 7.6 53.908 47.427
Steuerschulden 4.580 5.532
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 7.8 90.486 57.243
Kurzfristige Verbindlichkeiten 391.751 375.874
Zur Veräußerung gehaltene Schulden und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche 21.276 377
Passiva 1.073.469 995.334

*) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

(in TEUR) Anhang * 2019 2018
Umsatzerlöse 8.1 928.758 816.019
Umsatzkosten 8.4 -850.195 -650.363
Bruttoergebnis vom Umsatz 78.563 165.656
Vertriebskosten 8.4 -82.342 -77.603
Forschungs- und Entwicklungskosten -10.909 -8.631
Allgemeine Verwaltungskosten 8.4 -99.406 -77.533
Sonstige Erträge 8.2 45.952 39.746
Sonstige Aufwendungen 8.3 -49.557 -35.727
Sonstige Finanzaufwendungen -2.496 -482
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen -120.195 5.426
Zinserträge 8.6 3.020 8.053
Zinsaufwendungen 8.6 -60.333 -64.537
Ergebnis vor Ertragsteuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -177.508 -51.058
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 8.7 5.871 -4.965
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -171.637 -56.023
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen 1.553 -
Konzernverlust -170.084 -56.023
davon Anteil der Gesellschafter der Kelvion Finance GmbH -170.058 -55.411
davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter -26 -612

*) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung der Kelvion Finance GmbH, Bochum für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

(in TEUR) Anhang * 2019 2018
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -171.637 -56.023
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen 1.553 0
Konzernverlust -170.084 -56.023
Posten, die zukünftig nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden:
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen aus fortgeführten Geschäftsbereichen 7.3 -5.393 1.872
Steuereffekt versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus fortgeführten Geschäftsbereichen 1.420 -562
Summe der Posten, die zukünftig nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden -3.973 1.310
Posten, die zukünftig in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind bzw. wurden:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung aus fortgeführten Geschäftsbereichen 4.714 -2.455
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen 12 -
Summe der Posten, die zukünftig in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind bzw. wurden 4.726 -2.455
Sonstiges Konzernergebnis 753 -1.145
Konzerngesamtergebnis -169.331 -57.168
davon Anteil der Gesellschafter der Kelvion Finance GmbH -169.317 -56.536
davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter -14 -632

*) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Kapitalflussrechnung der Kelvion Finance GmbH, Bochum für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

(in TEUR) Anhang ** 2019 2018
Konzernverlust -170.084 -56.023
Zu-/abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 8.6 -5.871 4.965
zu-/abzüglich Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen -1.553 -
Ergebnis vor Ertragsteuern -177.508 -51.058
Zinsergebnis 8.5 57.313 56.484
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen -120.195 5.426
Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte 6.2, 6.3 146.812 48.037
Zahlungen auf Leistungs-Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 7.3 -612 -42
Veränderung der Rückstellungen 7.2 10.281 -15.737
Ergebnis aus dem Abgang von langfristigen Gegenständen des Anlagevermögens -5.300 -154
Veränderung der Vorräte inklusive noch nicht fakturierter Fertigungsaufträge* 6.5 10.902 -30.125
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.6 15.297 8.212
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.7 -15.738 -946
Veränderung der sonstigen operativen Vermögenswerte und Schulden 6.4, 7.9 1.699 -15.779
Gezahlte Steuern 8.6 -4.910 -8.878
Cash-Flow aus der laufenden Tätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche 38.236 -9.986
Netto-Cash-Flow aus der laufenden Tätigkeit nicht fortgeführter Geschäftsbereiche -6.628 104
Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 31.608 -9.882
Einzahlungen aus Veräußerung langfristiger Vermögenswerte 10.593 6.229
Auszahlungen für den Kauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 6.2, 6.3 -21.850 -31.649
Ein-/Auszahlungen für langfristige finanzielle Vermögenswerte 7.404 -30.043
Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche -3.853 -55.463
Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit nicht fortgeführter Geschäftsbereiche -199 -
Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit -4.052 -55.463
Einzahlung im Rahmen der Akquisition durch die Mangrove-Gruppe 105.584 -
Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen 30.833 86.000
Ein-/ Auszahlungen aus revolvierender Kreditfazilität -45.000 30.000
Veränderung der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Schwestergesellschaften -41.332 -21.566
Auszahlungen aus dem Finanzierungsleasing 7.6 -11.439 -562
Nettoein- bzw. -auszahlungen an Banken 7.5 -1.245 1.185
Gezahlte Zinsen -18.037 -42.041
Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche 19.364 53.016
Netto-Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit nicht fortgeführter Geschäftsbereiche 0 -
Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit 19.364 53.016
Wechselkursbedingte Änderungen des Zahlungsmittelbestandes 676 -1.944
Veränderung des Zahlungsmittelbestandes 47.597 -14.273
Frei verfügbarer Zahlungsmittelbestand zum Beginn des Geschäftsjahres 38.696 51.376
Veränderung des frei verfügbaren Zahlungsmittelbestandes 47.453 -12.680
Frei verfügbarer Zahlungsmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres 86.149 38.696
Nicht frei verfügbarer Zahlungsmittelbestand zum Beginn des Geschäftsjahres 0 1.593
Veränderung des nicht frei verfügbaren Zahlungsmittelbestandes 144 -1.593
Nicht frei verfügbarer Zahlungsmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres 144 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende des Geschäftsjahres 86.293 38.696

*) Einschließlich erhaltener Anzahlungen
**) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung der Kelvion Finance GmbH, Bochum für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

Anhang* Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage
Bilanz per 01. Januar 2018 25 62.516
Kapitalerhöhungen - 100.207
Konzernergebnis - -
Währungsumrechnung - -
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto 7.3 - -
Summe Sonstiges Ergebnis - -
Summe Konzerngesamtergebnis - -
Eigenkapital per 31. Dezember 2018 25 162.723
Kapitalerhöhungen - 30.728
Konzernergebnis - -
Währungsumrechnung - -
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto 7.3 - -
Summe Sonstiges Konzernergebnis - -
Summe Konzerngesamtergebnis - -
Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Führung - -
Eigenkapital per 31. Dezember 2019 25 193.451
Gewinnrücklagen und Bilanzverlust Sonstiges Konzernergebnis
Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Führung Bilanzverlust Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen IFRS 15 Wechselkurseffekte
Bilanz per 01. Januar 2018 -10.884 -363.085 -1.229 -1.932 -5.973
Kapitalerhöhungen - - - - -
Konzernergebnis - -55.411 - - -
Währungsumrechnung - - - - -2.435
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto - - 1.310 - -
Summe Sonstiges Ergebnis - - 1.310 - -2.435
Summe Konzerngesamtergebnis - -55.411 1.310 - -2.435
Eigenkapital per 31. Dezember 2018 -10.884 -418.496 81 -1.932 -8.408
Kapitalerhöhungen - - - -
Konzernergebnis - -170.058 - - -
Währungsumrechnung - - - - 4.714
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto - - -3.973 - -
Summe Sonstiges Konzernergebnis - - -3.973 - 4.714
Summe Konzerngesamtergebnis - -170.058 -3.973 - 4.714
Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Führung -18.063 - - - -
Eigenkapital per 31. Dezember 2019 -28.947 -588.554 -3.892 -1.932 -3.694
Gesamtes auf den Anteilseigner der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Bilanz per 01. Januar 2018 -320.562 1.664 -318.898
Kapitalerhöhungen 100.207 - 100.207
Konzernergebnis -55.411 -612 -56.023
Währungsumrechnung -2.435 -20 -2.455
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto 1.310 - 1.310
Summe Sonstiges Ergebnis -1.125 -20 -1.145
Summe Konzerngesamtergebnis -56.536 -632 -57.168
Eigenkapital per 31. Dezember 2018 -276.891 1.032 -275.859
Kapitalerhöhungen 30.728 - 30.728
Konzernergebnis -170.058 -26 -170.084
Währungsumrechnung 4.714 12 4.726
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto -3.973 - -3.973
Summe Sonstiges Konzernergebnis 741 12 753
Summe Konzerngesamtergebnis -169.317 -14 -169.331
Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Führung -18.063 - -18.063
Eigenkapital per 31. Dezember 2019 -433.543 1.018 -432.525

Konzernanhang

der Kelvion Finance GmbH, Bochum

1. Bilanzierendes Unternehmen

Die Kelvion Finance GmbH (im Folgenden "Kelvion Finance" genannt) ist eine Gesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in der Meesmannstraße 103, 44807 Bochum, und eingetragen unter Nr. HRB 15203 im Handelsregister des Amtsgerichts Bochum. Die Gesellschaft ist die Muttergesellschaft der in Deutschland ansässigen Kelvion-Gruppe (im Folgenden auch "Konzern" genannt). Das Unternehmen wurde am 8. Januar 2014 mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 EUR gegründet. Alleingesellschafterin ist die Galapagos BidCo S.à r.l, Luxemburg.

Am 9. Oktober 2019 hat bei der unmittelbaren Muttergesellschaft der Kelvion-Gruppe, der Galapagos BidCo S.à r.l., Luxemburg, ein Gesellschafterwechsel stattgefunden. Mit der Übernahme der Galapagos BidCo S.à r.l. erwarb die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. auch indirekt die Anteile an der Kelvion Finance GmbH, Deutschland, einschließlich aller ihrer Tochtergesellschaften (zusammen "Kelvion-Gruppe") und an der ENEXIO Management GmbH, Deutschland, einschließlich aller ihrer Tochtergesellschaften (zusammen "ENEXIO-Gruppe"). Seitdem gehört die Kelvion-Gruppe zur neu gegründeten Mangrove-Gruppe, Luxemburg (größter Konsolidierungskreis).

Die Übernahme wurde im Zusammenhang mit der Bilanzrestrukturierung der Galapagos-Gruppe vollzogen, die zu einer umfangreichen Rekapitalisierung der Mangrove LuxCo III S.à r.l., der Mangrove LuxCo IV S.à r.l. und der neu erworbenen Tochtergesellschaften (zusammen die "Mangrove-Gruppe") geführt hat. Neben einer Entschuldung der Bilanz hat die Mangrove-Gruppe auch den Zugang zu neuen Kreditfazilitäten mit längeren Laufzeiten realisiert. Im Zusammenhang mit der Restrukturierung emittierte die Mangrove LuxCo III S.à r.l. eine vorrangig gesicherte festverzinsliche Schuldverschreibung im Gesamtnennwert von 356.233.492 EUR mit einer Fälligkeit in 2025 ("Neue Schuldverschreibung"). Die neue Schuldverschreibung wird mit 7,775% verzinst.

Die Kelvion Finance GmbH ist nach dem nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsgrundsätzen erstellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 bilanziell überschuldet. In diesem Zusammenhang hat die Gesellschafterin Galapagos BidCo S.à r.l. der Kelvion Finance GmbH einen Rangrücktritt in Höhe von EUR 651,9 Millionen gewährt, der ausreicht die bilanzielle Überschuldung zu beseitigen.

Mit Vertrag vom 30. Oktober 2019 hat die Kelvion Holding GmbH (eine 100% Tochtergesellschaft der Kelvion Finance GmbH) sämtliche Anteile an der ENEXIO Management GmbH, Herne, erworben und damit die ENEXIO-Gruppe übernommen. Hauptgrund für den Erwerb war, die ENEXIO-Gruppe mit deren Bereichen "Dry Cooling Systems" ("DCS"), "Service" und "Water" unter die Leitung des Managements der Kelvion-Gruppe und damit die anstehenden Veränderungen in die Verantwortung des Kelvion Managements zu bringen. Der Bereich DCS soll entweder insgesamt oder in Teilen veräußert werden. Sollte dies nicht gelingen, ist beabsichtigt, im Jahr 2021 mit der Abwicklung des Bereiches DCS (so genannter "DCS wind down") zu beginnen. Die Bereiche Service und Water werden entweder veräußert oder in die Organisation der Kelvion-Gruppe integriert werden.

Am 21. August 2018 erwarb die Kelvion Holding GmbH von der Galapagos MidCo S.à r.l., Luxemburg, alle Anteile an der Rocore Holding GmbH und ihrer direkten und indirekten Tochtergesellschaften (Rocore-Gruppe) für einen Kaufpreis von 16,8 Millionen EUR. Aus der Kaufpreisverbindlichkeit wurden 14,2 Millionen EUR der Kapitalrücklage der Kelvion Holding GmbH zugeführt und der restliche Betrag in Höhe von 2,6 Millionen EUR durch Zahlung beglichen. Am selben Tag, dem 21. August 2018, übernahm die Kelvion Holding GmbH zudem für 31,4 Millionen EUR alle ausstehenden Darlehensforderungen der Galapagos MidCo S.à r.l., Luxemburg, gegenüber der Rocore Holding GmbH. Die wesentlichen Gesellschaften der Rocore-Gruppe, die Rocore Holding GmbH und die Romy Acquisition Inc., USA, sind den von der indirekten Muttergesellschaft Galapagos S.A., Luxemburg, emittierten Anleihen als zusätzliche Garantiegeber beigetreten. Die Erstkonsolidierung der Rocore-Gruppe erfolgte am 1. September 2018. Das Berichtsjahr 2018 umfasst damit 4 Monate der Geschäftstätigkeit der Rocore-Gruppe.

Die Geschäftstätigkeit des Kelvion-Konzerns umfasst zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 die Geschäftstätigkeit des wirtschaftlichen Kelvion-Segments sowie seit dem 30. Oktober 2019 das Segment ENEXIO. Die Vergleichbarkeit des Zahlenwerkes zum Vorjahr ist daher eingeschränkt.

Das Kelvion-Segment besteht aus den vier Geschäftseinheiten Refrigeration Technologies, Machine Cooling Systems, Project Engineered Solutions und Plate Heat Exchangers sowie der im Jahr 2018 neu implementierten Geschäftseinheit Service, deren Aufgabe es ist, die Kundendienstaktivitäten auszuweiten. Die Geschäftseinheit Refrigeration Technologies entwickelt und vertreibt Kompaktwärmetauscher für gewerbliche und industrielle Anwendungen. Die Geschäftseinheit Machine Cooling Systems ist auf Wärmetauscher für die Kühlung von Diesel- und Gasmotoren, Generatoren und Elektromotoren spezialisiert. Die Geschäftseinheit Project Engineered Solutions betreibt das Projektgeschäft mit Rippenrohrwärmetauschern für diverse Anwendungen überwiegend für Kunden in der Öl- und Gasindustrie sowie in der chemischen und petrochemischen Industrie. Die Geschäftseinheit Plate Heat Exchangers vermarktet eine breite Palette an abgedichteten, vollgeschweißten und emaillierten Wärmetauschern für diverse Anwendungen unter anderem in den Industrien Climate & Environment, Power, Food & Beverages, Oil & Gas, Chemicals and Marine. Service ist eine virtuelle Geschäftseinheit, die nicht losgelöst von den übrigen vier Geschäftseinheiten agiert, sondern deren Servicetätigkeiten weltweit zentral steuert.

Das Segment ENEXIO ist ein weltweit führender Hersteller von Kühlsystemen für Kraftwerke und Industrie sowie von Lösungen für die Abwasserbehandlung und besteht aus den drei Geschäftsbereichen Dry Cooling Systems (DCS), Service Solutions und Water Technologies (WT).

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Grundlage für die Erstellung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss umfasst den Zeitraum 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019. Somit entspricht das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr.

In den Konzernabschluss der Kelvion Finance, bestehend aus der Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang, sind das Unternehmen sowie dessen direkte und indirekte Tochtergesellschaften (im Folgenden "Kelvion-Gruppe" oder "Konzern" genannt) einbezogen. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte nach den Vorschriften der International Accounting Standards (IAS) und der International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie im Einklang mit den entsprechenden Interpretations des Standard Interpretation Committee (SIC) und des International Financial Reporting Standards Interpretation Committee (IFRSIC), soweit sie von der EU gemäß Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards übernommen worden sind. Dabei wurden die IFRS-Standards und Interpretationen angewendet, welche für am 1. Januar 2019 beginnende Geschäftsjahre verpflichtend anzuwenden sind. Die Offenlegung des Konzernabschlusses wird im elektronischen Bundesanzeiger (EBANZ) erfolgen.

Der Konzernabschluss wird in Euro (EUR), der funktionalen Währung des Konzerns, aufgestellt. Die Betragsangaben erfolgen in tausend EUR, sodass rundungsbedingt Abweichungen in Höhe von eintausend EUR auftreten können.

Im Sinne einer besseren Übersichtlichkeit sind verschiedene Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst worden. Sie werden im Anhang entsprechend erläutert. Aktiva und Passiva werden in langfristige und kurzfristige Posten unterteilt. Kurzfristige Posten beinhalten Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Rückstellungen, die innerhalb eines Jahres realisierbar bzw. fällig sind. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Umsatzkostenverfahren angewandt.

Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird unter Anwendung der indirekten Methode für Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und der direkten Methode für Cashflows aus Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit aufgestellt.

Die zur Anwendung kommenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden in der Ziffer 2.5 des Konzernanhangs im Detail erläutert.

Der Konzernabschluss wurde am 18. Juni 2021 von der Geschäftsleitung zur Veröffentlichung freigegeben.

2.2 Going-Concern-Annahme

Der konsolidierte Jahresabschluss der Kelvion-Gruppe wurde auf der Grundlage der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt, was voraussetzt, dass die Kelvion-Gruppe in der Lage sein wird, alle ihre Verbindlichkeiten und Verpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen. Mit dem Wechsel der mittelbaren Gesellschafter, der Gründung der Mangrove-Gruppe und der hiermit verbundenen Refinanzierung der Mangrove-Gruppe und damit auch der Kelvion-Gruppe sowie der am 22. Dezember 2020 verhandelten Reduzierung der Covenants sollten das Fortbestehen und insbesondere die kurz-, mittel- und langfristige Liquidität des Konzerns gesichert werden.

Aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus im Januar 2020 sah sich die Gruppe einem erhöhten Risiko der Nichteinhaltung von Finanzvereinbarungen in der Zukunft gegenüber. Die Geschäftsführung des Konzerns hat über dieses Risiko im vorangegangenen Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 unter dem 13. August 2020 berichtet.

In Reaktion auf die sich abzeichnende Verschlechterung der Ergebnissituation der Gruppe gegen die ursprünglichen Planungen, die Grundlage der ursprünglichen Covenants waren, hat die Geschäftsführung des Konzerns im November 2020 Verhandlungen mit den kreditgebenden Banken über eine Anpassung (Reduzierung) der Covenants aufgenommen. Die Verhandlungen konnten am 22. Dezember 2020 erfolgreich abgeschlossen werden. Die Geschäftsführung hat hierzu ein Budget für 2021 und eine Langfristplanung 2022 - 2024 aufgestellt. Für das Jahr 2021 geht die Geschäftsführung in dieser Planung von keiner Erholung der Märkte von den Auswirkungen der COVID-Krise aus und hat damit ein pessimistisches Szenario aufgestellt. Ab 2022 wird eine beginnende Erholung erwartet. Ein Erreichen der ursprünglich vereinbarten Covenants wird nach dieser Planung aber erst zum 31. Dezember 2024 angenommen. Damit hat die COVID-Krise den Konzern nach dieser Planung, verglichen zum Unternehmensplan 2020 - 2024 aus dem Jahr 2019, dem Jahr der Refinanzierung, nach der Einschätzung der Geschäftsführung um bis zu zwei Jahre zurückgeworfen. Dieser neue Unternehmensplan wurde von einer international renommierten Strategieberatung validiert und war wesentliche Entscheidungsgrundlage für die Banken. Die Banken haben daraufhin einer deutlichen Reduzierung der Covenants im Zeitraum 31. Dezember 2020 bis zum 31. Dezember 2024 zugestimmt.

Insgesamt sieht die Geschäftsführung der Gruppe damit seit dem Covenant-Resets vom 22. Dezember 2020 das Risiko eines Bruchs der Finanzkennzahlen EBITDA-Mindestbetrag, Gesamt-Nettoverschuldung oder Mindestliquidität und die damit verbundenen möglichen negativen Folgen als unwahrscheinlich an. Selbst eine Verschlechterung der Ergebnisse im Vergleich zum Budget 2021 oder in den Folgejahren von 15% (2021) bis 20% (ab 2022) würden zu keinem Bruch der Covenants führen.

Sa Für das Geschäftsjahr 2021 sind im Kelvion-Konzern weitere gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen geplant. Dabei ist u.a. vorgesehen, dass die Kelvion Finance GmbH ihr operatives Geschäft innerhalb der Mangrove-Gruppe verkauft. Der Kelvion-Teilkonzern wird dann voraussichtlich mit der Kelvion Holding GmbH als Muttergesellschaft fortbestehen.

2.3 Erstmalige Anwendung neuer Standards und Interpretationen

Folgende Änderungen an Standards und Interpretationen, die für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2019 verpflichtend anzuwenden sind, wurden erstmalig durch den Konzern angewendet. Standards, Interpretationen oder Änderungen, die verabschiedet, aber bisher nicht verpflichtend sind, wurden nicht vorzeitig angewendet. Sofern nicht konkret im Rahmen der nachfolgenden Absätze dargelegt, ergeben sich aus den neuen Standards, Interpretationen oder Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe.

2.3.1 Erstmalig im Berichtsjahr angewendete Standards

Die Gruppe wandte erstmals bestimmte Standards und Änderungen an, die für Jahre gelten, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gruppe sind erheblich und werden nachfolgend dargestellt. Die Gruppe hat keine anderen Standards, Interpretationen oder Änderungen, die herausgegeben wurden, aber noch nicht in Kraft getreten sind, vorzeitig übernommen.

IFRS 16 Leasing (Gültig ab 1. Januar 2019)

Am 13. Januar 2016 veröffentlichte das IASB neue Grundsätze für den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis und die Anhangangaben von Leasingverhältnissen, welche IAS 17 ersetzen werden. Zukünftig wird die derzeitige Klassifizierung als entweder operatives Leasing oder Finanzierungsleasing gemäß IAS 17 und IFRIC 4 aufgehoben. Bei Anwendung des neuen Standards erfasst der Leasingnehmer einen "Vermögenswert aus einem Nutzungsrecht" sowie eine Leasingverbindlichkeit. Demnach ist der Leasingnehmer verpflichtet, alle Vermögenswerte und Schulden aus Leasinggeschäften mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als 12 Monaten zu bilanzieren, solange diese nicht unwesentlich sind. Die Einführung des IFRS 16 führt durch den Anstieg der Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten bei Unternehmen mit wesentlichen außerbilanziellen Leasinggeschäften unter IAS 17 zu Veränderungen in zentralen Bilanzkennzahlen. Der Vermögenswert aus einem Nutzungsrecht wird in der Regel linear abgeschrieben, wohingegen die Leasingverbindlichkeit anhand der Effektivzinsmethode fortgeführt wird. IFRS 16 ist auf Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2019 anzuwenden. Für weitere Erläuterungen zu den Auswirkungen des IFRS 16 auf die Gruppe wird auf den Abschnitt 9 "Leasing" verwiesen.

Die Gruppe hat die Auswirkungen der Anwendung von IFRS 16 auf den Konzernabschluss bewertet. Die Einstufung aller Verträge, die von IFRS 16 betroffen sind, ist im Jahr 2019 erfolgt. Der Konzern hat die wesentlichsten Auswirkungen bei der Erfassung neuer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für seine Operating-Leasingverhältnisse festgestellt. Darüber hat sich die Art der Aufwendungen im Zusammenhang mit diesen Leasingverhältnissen geändert, da IFRS 16 die lineare Erfassung von Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse durch Abschreibungen auf Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen ersetzt. Die erstmalige Anwendung des Standards hat zum Ansatz von Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten, welche zum 31.12.2018 nicht als Finanzierungsleasing ausgewiesen wurden, in Höhe von rund EUR 38.8 Millionen geführt.

in TEUR 2019
Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen, wie zum 31. Dezember 2018 im Konzernabschluss ausgewiesen 41.095
Abgezinst mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz zum 01.01.2019 38.194
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing zum 31.12.2018 11.678
Ausübung Ausnahmeregelung für:
Kurzfristige Leasingverträge -588
Geringwertige Leasingverträge -90
Abweichungen aufgrund von Zinssatzunterschied 1.250
Leasingverbindlichkeit zum 01. Januar 2019 50.444

Der Konzern hat bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten aus Operating-Leasingverhältnissen die Leasingzahlungen mit seinem Grenzfremdkapitalzinssatz zum 1. Januar 2019 abgezinst. Der gewichtete Durchschnittszinssatz beträgt fünf Prozent.

Änderung des IFRS 9 Vorfälligkeitsmerkmale mit negativer Vergütung (Gültig ab 1. Januar 2019)

Die Anpassungen betreffen eine begrenzte Anpassung der für die Klassifikation von finanziellen Vermögenswerten relevanten Beurteilungskriterien. Finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung ("prepayment feature with negative compensation") dürfen unter bestimmten Voraussetzungen zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis anstatt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden.

Änderung von IAS 28 Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (Gültig ab 1. Januar 2019)

Die Änderungen enthalten eine Klarstellung, dass IFRS 9 auf langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen anzuwenden ist, deren Bilanzierung nicht nach der Equity-Methode erfolgt.

IFRIC 23 Unsicherheit über Einkommensteuerbehandlungen (Gültig ab 1. Januar 2019)

Die steuerliche Behandlung bestimmter Sachverhalte und Transaktionen kann von der zukünftigen Anerkennung durch die Finanzverwaltung oder die Finanzgerichtsbarkeit abhängen. IAS 12 Ertragsteuern regelt, wie tatsächliche und latente Steuern zu bilanzieren sind. IFRIC 23 ergänzt die Regelungen in IAS 12 hinsichtlich der Berücksichtigung von Unsicherheiten bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung von Sachverhalten und Transaktionen.

Verbesserungen zu IFRS 2015 - 2017, Änderungen zu IFRS 3, IFRS 11, IAS 12 und IAS 23 (Gültig ab 1. Januar 2019)

Durch die Annual Improvements to IFRSs (2015-2017) wurden vier IFRSs geändert.

IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse

In IFRS 3 wird klargestellt, dass ein Unternehmen bei Erlangung der Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb, an dem es zuvor im Rahmen einer gemeinsamen Tätigkeit (joint operation) beteiligt war, die Grundsätze für sukzessive Unternehmenszusammenschlüsse anzuwenden hat. Der bislang vom Erwerber gehaltene Anteil ist neu zu bewerten.

IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen

In IFRS 11 wird festgelegt, dass eine Partei bei Erlangung einer gemeinschaftlichen Führung (joint control) an einem Geschäftsbetrieb, an dem er zuvor im Rahmen einer gemeinschaftlichen Tätigkeit (joint operation) beteiligt war, den bisher gehaltenen Anteil nicht neu bewertet.

IAS 12 Ertragsteuern

IAS 12 wird dahingehend geändert, dass alle ertragssteuerlichen Konsequenzen von Dividendenzahlungen in gleicher Weise zu berücksichtigen sind wie die Erträge, auf denen die Dividenden beruhen.

IAS 23 Fremdkapitalkosten

Zuletzt wird im IAS 23 festgelegt, dass bei der Bestimmung des Finanzierungskostensatzes, wenn ein Unternehmen allgemein Mittel für die Beschaffung von qualifizierenden Vermögenswerten aufgenommen hat, Kosten für Fremdkapital, das speziell im Zusammenhang mit der Beschaffung von qualifizierenden Vermögenswerten aufgenommen wurde, bis zu deren Fertigstellung nicht zu berücksichtigen sind.

Änderungen an IAS 19 - Planänderungen, Plankürzungen oder Settlement (Gültig ab 1. Januar 2019)

Nach IAS 19 sind die Pensionsverpflichtungen bei Planänderungen, -kürzungen und Abgeltungen auf Basis aktualisierter Annahmen zu bewerten. Die Änderung stellt klar, dass nach einem solchen Ereignis der Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für den Rest der Periode auf Basis aktualisierter Annahmen zu berücksichtigen sind.

2.3.2 Von der EU übernommene, aber noch nicht angewendete Standards und Interpretationen

Die folgenden Standards und Interpretationen sowie Änderungen an bestehenden Standards und Interpretationen wurden bereits veröffentlicht und durch die EU übernommen, sind aber noch nicht verpflichtend anzuwenden und wurden daher im Konzernabschluss 2019 nicht durch den Konzern angewendet. Sofern nachfolgend nicht unmittelbar dargestellt, werden die neuen Standards bzw. Änderungen an bestehenden Standards keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Eine vorzeitige Anwendung wird nicht stattfinden.

• Änderungen von Verweisen auf das IFRS-Rahmenkonzept (Gültig ab 1. Januar 2020)

Das überarbeitete Rahmenkonzept besteht aus einem neuen übergeordneten Abschnitt "Status and purpose of the conceptual framework" sowie aus nunmehr acht vollständig enthaltenen Abschnitten. Dabei sind jetzt Abschnitte zu "The reporting entity und Presentation and disclosure" enthalten; der Abschnitt "Recognition" wurde um Derecognition ergänzt. Zudem wurden Inhalte geändert: So wurde beispielsweise die Unterscheidung von "income in revenues" einerseits und "gains" andererseits aufgegeben. Einhergehend mit dem geänderten Rahmenkonzept wurden Referenzen auf das Rahmenkonzept in diversen Standards angepasst.

• IAS 1 Änderung / IAS 8 Änderung: Definition von "wesentlich" (Gültig ab 1. Januar 2020)

Mit den Änderungen wird in den IFRS ein einheitlicher und genauer umrissener Definitionsbegriff der Wesentlichkeit von Abschlussinformationen geschaffen und durch begleitende Beispiele ergänzt. In diesem Zusammenhang findet eine Harmonisierung der Definitionen aus dem Rahmenkonzept, IAS 1, IAS 8 und dem IFRS Practice Statement 2 Making Materiality Judgements statt.

• Änderung der Definition eines Geschäftsbetriebs nach IFRS 3 (Gültig ab 1. Januar 2020)

Durch die Änderung wird klargestellt, dass ein Geschäftsbetrieb eine integrierte Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten umfasst, die mit dem Ziel geführt werden kann, Güter oder Dienstleistungen für Kunden zu erzeugen, Kapitalerträge (wie Dividenden oder Zinsen) zu erwirtschaften oder sonstige Erträge aus gewöhnlicher Tätigkeit zu erwirtschaften. Ein Geschäftsbetrieb besteht aus Ressourceneinsätzen (Input) und darauf anzuwendende Verfahren, die zur Leistungserzeugung (Output) beitragen können. Die neuen Vorschriften enthalten darüber hinaus auch einen optionalen "Konzentrationstest", der eine vereinfachte Beurteilung, ob ein Geschäftsbetrieb vorliegt, ermöglicht.

• Änderung von IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 Zinsbenchmark-Reform (Gültig ab 1. Januar 2020)

Die Änderungen betreffen insbesondere bestimmte Erleichterungen bzgl. der Hedge-Accounting-Vorschriften und sind verpflichtend für alle Sicherungsbeziehungen anzuwenden, die von der Reform des Referenzzinssatzes betroffen sind. Zusätzlich sind weitere Angaben darüber vorgesehen, inwieweit die Sicherungsbeziehungen der Unternehmen von den Änderungen betroffen sind.

2.4 Von der EU noch nicht übernommene neue Standards und Interpretationen

Die im Folgenden behandelten neuen Rechnungslegungsstandards und neuen Interpretationen sowie die im Folgenden behandelten Änderungen bestehender Rechnungslegungsstandards und bestehender Interpretationen sind vom IASB bzw. vom IFRIC bis zum Aufstellungszeitpunkt herausgegeben, aber in der EU noch nicht verpflichtend anzuwenden. Derzeit sind keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten. Eine vorzeitige Anwendung ist nicht geplant.

• Änderung von IFRS 10 und IAS 28: Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture (Zeitpunkt des Inkrafttretens noch nicht definiert)

IFRS 17 Versicherungsverträge (ab 1. Januar 2021)

Änderungen an IAS 1 in Bezug auf die Klassifizierung von Schulden (ab 1. Januar 2022)

Diese neuen Standards und Änderungen zu bestehenden Standards werden von der Gruppe ab dem Geschäftsjahr 2020 oder später angewendet.

2.5 Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt, mit Ausnahme der Posten Derivative Finanzinstrumente, Pensionsverpflichtungen und Planvermögen.

Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss umfasst die Jahresabschlüsse der Kelvion Finance sowie ihrer direkten und indirekten Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2019. Die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen werden, unter Anwendung der IFRS-Rechnungslegungsgrundsätze, prinzipiell für dieselbe Geschäftsperiode wie die des Mutterunternehmens erstellt. Ausgenommen hiervon ist das indische Unternehmen, dessen Geschäftsjahr jährlich am 31. März endet. Dieses Unternehmen wird auf Basis eines Zwischenabschlusses in den Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe einbezogen.

Sämtliche konzerninternen Salden und Geschäftsvorfälle sowie nicht realisierte Erträge und Aufwendungen aus konzerninternen Geschäftsvorfällen werden eliminiert. Nicht realisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, aber als Indikator für Wertminderungsaufwendungen für übertragene Vermögenswerte betrachtet.

Der Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe beinhaltet die Kelvion Finance und alle wesentlichen Unternehmen, welche direkt oder indirekt durch die Kelvion Finance beherrscht werden. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d.h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Kelvion-Konzern die Beherrschung erlangt, konsolidiert. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung nicht mehr besteht. Die ENEXIO-Gruppe wurde zum 30. Oktober 2019, dem Erwerbszeitpunkt, in den Konzernkreis aufgenommen.

Der Konsolidierungskreis veränderte sich wie folgt:

Anzahl Gesellschaften 2019 2018
Konzern am 1. Januar 57 50
inländische Gesellschaften 9 11
ausländische Gesellschaften 48 39
Liquidationen -3 -2
Verschmelzungen -4 -3
Veränderung des Konsolidierungskreises 14 12
Konzern am 31. Dezember 64 57
inländische Gesellschaften 11 9
ausländische Gesellschaften 53 48

Tochtergesellschaften

Eine Tochtergesellschaft ist eine vom Unternehmen beherrschte Beteiligungsgesellschaft. Ein Beherrschungsverhältnis liegt vor, wenn die folgenden drei Voraussetzungen erfüllt sind: (1) das Unternehmen besitzt die Verfügungsgewalt über die Beteiligungsgesellschaft; (2) das Unternehmen besitzt eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in der Beteiligungsgesellschaft; (3) das Unternehmen besitzt die Fähigkeit, seine Verfügungsgewalt über die Beteiligungsgesellschaft dergestalt zu nutzen, dass die Höhe der Rendite der Beteiligungsgesellschaft beeinflusst wird. Die Erfüllung der Kriterien kann durch Instrumente der Corporate Governance und zusätzliche vertragliche Vereinbarungen nachgewiesen werden.

Ruhende Gesellschaften sowie Gesellschaften ohne wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns werden im Konzernabschluss nicht berücksichtigt.

Mit der Akquisition der ENEXIO-Gruppe wurden 14 Gesellschaften erstkonsolidiert. Im Vorjahr wurden mit der Akquisition der Rocore-Gruppe zwölf Gesellschaften erstkonsolidiert.

Die Verschmelzungen betreffen im Wesentlichen die Verschlankung der Konzernstruktur bei der Rocore-Gruppe in den USA.

Insgesamt werden drei (im Vorjahr: eine) Gesellschaft nicht konsolidiert. Deren Vermögenswerte, Schulden und Eigenkapital sowie Aufwendungen und Erträge sind in ihrer Gesamtheit für den Konzernabschluss unwesentlich. Diese Tochtergesellschaften werden zu Anschaffungskosten abzüglich unter Umständen relevanter Wertminderungen als sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte bilanziert. Da die Geschäftsleitung den Einfluss auf den Konzern als unwesentlich und somit das Wesentlichkeitskriterium der IFRS als nicht erfüllt betrachtet, sind keine weiteren Angaben gemäß IFRS 12 erfolgt.

Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik die Kelvion Finance maßgeblichen Einfluss ausübt, dass aber weder eine Tochtergesellschaft noch eine Beteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen ist. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung über ein gemeinschaftliches Beherrschungsverhältnis, aufgrund derer die Kelvion-Gruppe Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung, nicht jedoch an ihren Vermögenswerten und Schulden hat. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode erfasst, unwesentliche Unternehmen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Der Erstansatz erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Transaktionskosten. Der Folgeansatz in späteren Abschlüssen berücksichtigt den Konzernanteil am Ergebnis und sonstigem Ergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Gesellschaften bis zu dem Zeitpunkt, an dem der maßgebliche Einfluss oder das gemeinschaftliche Beherrschungsverhältnis endet. Die Beteiligungen des Konzerns umfassen Anteile an drei (im Vorjahr zwei) assoziierten Unternehmen und vier (im Vorjahr zwei) Gemeinschaftsunternehmen. Die assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden zum 31. Dezember 2019 sämtlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, da sie nicht wesentlich sind.

Währungsumrechnung

Die Gesellschaften der Kelvion-Gruppe stellen ihre Jahresabschlüsse in ihrer jeweiligen funktionalen Währung auf und die entsprechenden Abschlussposten werden auf dieser Basis in Euro umgerechnet.

Transaktionen in Währungen abweichend von der funktionalen Währung von in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften werden mit den zum Zeitpunkt der Transaktion gültigen Wechselkursen umgerechnet. Monetäre Forderungen und Verbindlichkeiten werden zu dem am Abschlussstichtag geltenden Wechselkurs umgerechnet. Daraus entstehende Wechselkursgewinne und -verluste werden als sonstiger betrieblicher Ertrag bzw. Aufwand erfolgswirksam erfasst. Nicht-monetäre Posten, die zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet sind, werden zu dem am Tag des jeweiligen Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkurs umgerechnet. Zum beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertete nichtmonetäre Posten werden zu dem am Tag der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts geltenden Wechselkurs umgerechnet.

Jahresabschlüsse von Gesellschaften, deren funktionale Währung von der Darstellungswährung abweicht, werden in die Darstellungswährung des Konzernabschlusses umgerechnet. Die Vermögenswerte und Schulden der konsolidierten Gesellschaften werden zu dem am Abschlussstichtag geltenden Mittelkurs umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnungen der konsolidierten Gesellschaften werden zu den für die Berichtsperiode ermittelten Durchschnittskursen umgerechnet. Sollten diese Durchschnittskurse keine zuverlässige Schätzung für tatsächliche Transaktionskurse darstellen, erfolgt die Umrechnung zum Transaktionskurs. Sämtliche Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die folgenden wesentlichen Wechselkurse wurden für die Währungsumrechnung herangezogen:

Währung Bezeichnung Stichtagskurs 31.12.2019 Stichtagskurs 31.12.2018 Durchschnittskurs 2019 Durchschnittskurs 2018
AED United Arabian Emirates Dirham 4,1172 4,21230 4,11095 4,33682
BRL Brazil Real 4,5157 4,44400 4,41303 4,30796
CNY China Yuan Renminbi 7,8205 7,87510 7,73516 7,80781
CZK Czech Republic Koruna 25,408 25,72400 25,67148 25,64670
GBP British Pound 0,8508 0,89453 0,87788 0,88467
PLN Poland Zloty 4,2568 4,30140 4,29778 4,26133
RUB Russian Ruble 69,9563 79,71530 72,46518 74,01926
USD US Dollar 1,1234 1,14500 1,11946 1,18110
ZAR South African Rand 15,7773 16,45940 16,17724 15,61526

Konsolidierungsmethoden

Von Dritten erworbene Unternehmen werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die Bewertung des geleisteten Entgelts erfolgt unter Zugrundelegung des beizulegenden Zeitwerts der übertragenen Vermögenswerte, der vom Verkäufer übernommenen Verbindlichkeiten und der zum Erwerbszeitpunkt emittierten Eigenkapitalinstrumente. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls erfolgswirksam erfasst. Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte sowie die übernommenen Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten werden ungeachtet etwaiger nicht beherrschender Anteile zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Ist die erstmalige Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses am Ende eines Geschäftsjahres noch nicht abgeschlossen, werden vorläufige Werte angesetzt. Werterhellende Informationen während des Bewertungszeitraums führen zu einer Korrektur der vorläufigen Werte. Falls erforderlich, werden zusätzliche Vermögenswerte oder Schulden angesetzt. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts außerhalb des maximal einjährigen Bewertungszeitraums werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Vereinbarte bedingte Entgelte werden ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Änderungen des Zeitwerts innerhalb des Bewertungszeitraums, der ein Jahr vom Erwerbszeitraum nicht überschreiten darf, werden rückwirkend korrigiert und gegen den Geschäfts- oder Firmenwert gebucht. Änderungen des Zeitwerts außerhalb des Bewertungszeitraums werden, wenn es sich bei der bedingten Gegenleistung nicht um Eigenkapital handelt, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Handelt es sich dagegen um Eigenkapital, erfolgt keine Folgebewertung; die Erfüllung wird innerhalb des Eigenkapitals bilanziert.

Der Überschuss der Gesamtgegenleistung über den Anteil am beizulegenden Zeitwert des erworbenen Nettovermögens wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Liegt diese Gegenleistung unter dem beizulegenden Zeitwert des erworbenen Nettovermögens des bzw. der Tochterunternehmen, wird der Unterschiedsbetrag nach erneuter Überprüfung des Werts des erworbenen Nettovermögens erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Konzerngesellschaften mit abweichendem Abschlussstichtag werden unter Zugrundelegung von Zwischenabschlüssen zum jeweiligen Konzernstichtag konsolidiert.

Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung

Bei dem Erwerb der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften im Geschäftsjahr 2019 handelt es sich nicht um Unternehmenszusammenschlüsse in Sinne von IFRS 3. Die Erwerbe der Unternehmen erfolgen als Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung, da die ultimative Kontrolle (Beherrschung) über die beteiligten Unternehmen vor und nach der Transaktion bei der Muttergesellschaft, der Galapagos BidCo S.à r.l., Luxemburg, verbleibt (wir verweisen auf den Abschnitt "4.1 Transaktion unter gemeinsamer Beherrschung").

Das Management hat das im Rahmen von Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung bestehende Wahlrecht, die Buchwertmethode anzuwenden, in Anspruch genommen und bilanziert die Vermögenswerte und Schulden der zum 30. Oktober 2019 konsolidierten Tochterunternehmen jeweils zu den übernommenen Buchwerten. Die Vermögenswerte und Schulden der erworbenen Gesellschaften wurden gegen Zahlung eines Kaufpreises erworben. Etwaige Differenzen zwischen den zu Buchwerten übernommenen Vermögenswerten und Schulden im Erwerbszeitpunkt und dem Kaufpreis werden erfolgsneutral in einer separaten Rücklagenposition im Eigenkapital (Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung) erfasst.

Entkonsolidierung

Sobald die Kelvion Finance GmbH als Muttergesellschaft des Kelvion-Konzerns infolge von Veräußerungs- oder Abspaltungsvorgängen die Kontrolle über die abgehenden Tochtergesellschaften verliert, endet die Beherrschung im Sinne des IFRS 10. Entsprechend erfolgt eine Entkonsolidierung dieser Tochtergesellschaften zu dem Zeitpunkt, zu dem die Beherrschung jeweils endet. Das Abgangsergebnis aus der Entkonsolidierung wird als Unterschiedsbetrag zwischen dem Transaktionspreis und dem (anteiligen) übertragenen Eigenkapital in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im "Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen" und im sonstigen Konzern-Ergebnis ausgewiesen.

Geschäfts- oder Firmenwert

Ermittlung des Geschäfts- oder Firmenwerts

Ein beim Erwerb von Unternehmen entstehender Geschäfts- oder Firmenwert wird als immaterieller Vermögenswert angesetzt. Als Geschäfts- oder Firmenwert gilt der Überschuss des Gesamtkaufpreises über den beizulegenden Zeitwert des erworbenen Nettovermögens. Im Geschäfts- oder Firmenwert sind der Wert des Personals, die Zukunftsfähigkeit und technische Weiterentwicklung des erworbenen Unternehmens sowie ein strategisches Aufgeld berücksichtigt.

Wertänderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts

Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird bei der Kelvion-Gruppe auf Ebene der Business Units, welche als zahlungsmittelgenerierende Einheiten festgestellt wurden, getestet. Der aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird zur Überprüfung der Werthaltigkeit auf die Business Units verteilt, bei denen Synergieeffekte aus dem Unternehmenszusammenschluss erwartet werden. Profitiert mehr als eine Business Unit von der Akquisition, wird der Geschäfts- oder Firmenwert anhand eines Verteilungsschlüssels umgelegt.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich und darüber hinaus bei Anzeichen für eine Wertminderung auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der erzielbare Betrag jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit ihrem Buchwert einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert verglichen. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Werte aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert; er wird am Ende des Geschäftsjahres unter Anwendung der "Discounted Cashflow-Methode" ermittelt. Ist der erzielbare Betrag niedriger als der entsprechende Buchwert, wird eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts erfasst. Ein den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts übersteigender Wertminderungsbedarf wird proportional, unter Berücksichtigung der jeweiligen erzielbaren Beträge der Vermögenswerte, bei den Buchwerten des materiellen und immateriellen Vermögens in Abzug gebracht. Wertaufholungen sind für Geschäfts- oder Firmenwerte nicht gestattet.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Der Posten "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" umfasst sowohl selbst geschaffene als auch erworbene Vermögenswerte. Als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden aktivierte Entwicklungskosten bilanziert. Erworbene immaterielle Vermögenswerte sind in erster Linie vertragliche Rechte, Technologien, Markennamen und Kundenbeziehungen. Technologie, Markennamen und Kundenbeziehungen werden für gewöhnlich im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen erworben. Der Ansatz der selbst erzeugten und der erworbenen immateriellen Vermögenswerte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Lässt sich die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswertes bestimmen, so wird er nach seinem erstmaligen Ansatz linear über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Fremdkapitalzinsen werden, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind, in den Anschaffungs- und Herstellungskosten berücksichtigt. In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Der Buchwert eines immateriellen Vermögenswertes wird auf Werthaltigkeit überprüft, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass sich eine Wertminderung ereignet haben könnte. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Dazu muss der erzielbare Betrag des jeweiligen Vermögenswertes bestimmt werden. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren der beiden Beträge aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert. Ist der Buchwert höher als der erzielbare Betrag, so wird der Vermögenswert auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Liegt der Grund für einen Wertminderungsaufwand nicht mehr vor, wird eine Wertaufholung maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten erfasst.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen zuzüglich Wertaufholungen angesetzt. Bezüglich der Abschreibungsmethode sowie der Nutzungsdauern wird auf Ziffer 6.3 verwiesen. Fremdkapitalkosten werden, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind, in den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten berücksichtigt. In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Kosten für größere regelmäßige Wartungsarbeiten werden, sofern diese die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, aktiviert und auf die Restnutzungsdauer der betreffenden Sachanlage oder auf den Zeitraum bis zum nächsten Wartungszeitpunkt abgeschrieben.

Der Buchwert von Gegenständen des Sachanlagevermögens wird überprüft, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass sich eine Wertminderung ereignet haben könnte. Zur Ermittlung der Werthaltigkeit wird der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren der beiden Beträge aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert. Der beizulegende Zeitwert bestimmt sich vorrangig anhand des aktuellen Inlandsmarktpreises für gebrauchte Maschinen oder gewerblich genutzte Immobilien. Ist der Buchwert höher als der erzielbare Betrag, so wird ein Wertminderungsaufwand angesetzt. Zur Bewertung der Wertminderung werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zu einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zusammengefasst, die unabhängig von anderen Vermögenswerten bzw. zahlungsmittelgenerierenden Einheiten eigene Cashflows generiert. Liegt der Grund für eine erfasste Wertminderung nicht mehr vor, wird eine Wertaufholung maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten erfasst.

Leasingverhältnisse

Zu Beginn eines Vertrags beurteilt die Kelvion-Gruppe, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis ist oder enthält. Ein Vertrag ist oder enthält ein Leasingverhältnis, wenn der Vertrag das Recht überträgt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts für einen bestimmten Zeitraum gegen eine Gegenleistung zu kontrollieren.

Leasingverhältnisse als Leasingnehmer

Zu Beginn oder bei Änderung eines Vertrags, der eine Leasingkomponente enthält, ordnet die Kelvion-Gruppe die Gegenleistung im Vertrag jeder Leasingkomponente auf der Grundlage ihrer relativen Einzelpreise zu. Bei der Vermietung von Immobilien hat sich der Konzern jedoch dafür entschieden, die Nicht-Leasingkomponenten nicht zu trennen und die Leasing- und Nicht-Leasingkomponenten als eine einzige Leasingkomponente zu bilanzieren. Der Konzern erfasst zu Beginn des Leasingverhältnisses ein Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Dabei werden neben der anfänglichen Leasingverbindlichkeit auch die zu Beginn des Leasingverhältnisses geleisteten Leasingsonderzahlungen und die anfänglich angefallenen direkten Kosten berücksichtigt. Darüber hinaus werden die Kosten für den Abbau und die Entfernung des zugrunde liegenden Vermögenswerts oder die Wiederherstellung des zugrunde liegenden Vermögenswerts oder des Standorts auf Basis von Schätzungen ermittelt. Aller erhaltenen Leasinganreize werden in Abzug gebracht. Das Nutzungsrecht wird anschließend vom Beginn bis zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses linear abgeschrieben, es sei denn, der Leasingvertrag überträgt das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert bis zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern oder die Kosten des Nutzungsrechts spiegeln wider, dass die Kelvion-Gruppe eine Kaufoption ausüben wird. In diesem Fall wird das Nutzungsrecht über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswerts abgeschrieben, die auf der gleichen Grundlage wie die der Sachanlagen ermittelt wird. Darüber hinaus wird das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand periodisch um etwaige Wertminderungen reduziert und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst. Die Leasingverbindlichkeit wird beim erstmaligen Ansatz mit dem Barwert der zu Beginn des Leasingverhältnisses noch nicht geleisteten Leasingzahlungen bewertet und mit dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz oder, falls dieser nicht ohne weiteres ermittelt werden kann, mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns abgezinst. Im Allgemeinen verwendet der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz als Abzinsungssatz. Der Konzern bestimmt seinen Grenzfremdkapitalzinssatz, indem er Zinssätze von verschiedenen externen Finanzierungsquellen einholt und bestimmte Anpassungen vornimmt, um die Bedingungen des Leasingverhältnisses und die Art des geleasten Vermögenswerts zu berücksichtigen.

Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen setzen sich wie folgt zusammen:

feste Zahlungen, einschließlich de facto fester Zahlungen;

variable Leasingzahlungen, die von einem Index oder einem Zinssatz abhängen, die zunächst anhand des Indexes oder des Zinssatzes zum Zeitpunkt des Beginns der Laufzeit des Leasingverhältnisses bewertet werden;

die Beträge, die voraussichtlich im Rahmen einer Restwertgarantie zu zahlen sind;

der Ausübungspreis im Rahmen einer Kaufoption, deren Ausübung durch den Konzern hinreichend sicher ist;

Leasingzahlungen in einem optionalen Verlängerungszeitraum, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, dass er

eine Verlängerungsoption ausüben wird, und Vertragsstrafen für die vorzeitige Beendigung eines

Leasingverhältnisses, es sei denn, der Konzern ist hinreichend sicher, dass er nicht vorzeitig kündigen wird.

Die Leasingverbindlichkeit wird zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Änderung eines Indexes oder Zinssatzes ändern, wenn sich die Schätzung des Konzerns hinsichtlich des Betrags ändert, der voraussichtlich im Rahmen einer Restwertgarantie zu zahlen ist, wenn die Kelvion-Gruppe ihre Einschätzung ändert, ob sie eine Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ausüben wird, oder wenn es eine geänderte, tatsächlich geleistete feste Leasingzahlung gibt.

Wenn die Leasingverbindlichkeit auf diese Weise neu bewertet wird, wird eine entsprechende Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts am Vermögenswert vorgenommen oder im Gewinn oder Verlust erfasst, wenn der Buchwert des Nutzungsrechts am Vermögenswert auf Null reduziert wurde.

Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasing von geringwertigen Vermögenswerten

Der Konzern hat sich dafür entschieden, keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverträge über geringwertige Vermögenswerte und kurzfristige Leasingverträge, einschließlich IT-Ausstattung, zu erfassen. Der Konzern erfasst die mit diesen Leasingverhältnissen verbundenen Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand.

Leasingverhältnisse als Leasinggeber

Zu Beginn oder bei Änderung eines Vertrages, der eine Leasingkomponente enthält, ordnet die Kelvion Group die Gegenleistung des Vertrages den einzelnen Leasingkomponenten auf der Grundlage ihrer relativen Einzelpreise zu. Wenn der Konzern als Leasinggeber auftritt, bestimmt er zu Beginn des Leasingverhältnisses, ob es sich um ein Finanzierungsleasing oder ein Operating-Leasingverhältnis handelt.

Zur Klassifizierung jedes Leasingverhältnisses nimmt der Konzern eine Gesamteinschätzung vor, ob das Leasingverhältnis im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen des zugrunde liegenden Vermögenswerts überträgt. Ist dies der Fall, so handelt es sich um ein Finanzierungsleasing, andernfalls um ein Operating-Leasingverhältnis. Im Rahmen dieser Beurteilung berücksichtigt der Konzern bestimmte Indikatoren, wie z.B., ob das Leasingverhältnis den überwiegenden Teil der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Vermögenswerts umfasst.

Wenn der Konzern Zwischenleasinggeber ist, bilanziert er seine Anteile am Hauptleasingverhältnis und am Unterleasingverhältnis getrennt. Der Konzern beurteilt die Klassifizierung eines Unterleasingverhältnisses in Bezug auf das Nutzungsrecht aus dem Hauptleasingverhältnis und nicht in Bezug auf den zugrunde liegenden Vermögenswert. Handelt es sich bei einem Hauptleasingverhältnis um ein kurzfristiges Leasingverhältnis, auf das der Konzern die oben beschriebene Ausnahmeregelung anwendet, so klassifiziert er das Unterleasingverhältnis als Operating-Leasingverhältnis.

Wenn eine Vereinbarung Leasing- und Nichtleasingkomponenten enthält, wendet der Konzern IFRS 15 an, um die Gegenleistung im Vertrag aufzuteilen und zuzuordnen.

Der Konzern wendet die Ausbuchungs- und Wertminderungsvorschriften in IFRS 9 auf die Nettoinvestition in das Leasingverhältnis an. Darüber hinaus überprüft der Konzern regelmäßig die geschätzten nicht garantierten Restwerte, die bei der Berechnung der Bruttoinvestition in das Leasingverhältnis verwendet werden.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Der Posten "Sonstige finanzielle Vermögenswerte" umfasst Anteile an nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, sonstige Wertpapiere, finanzielle Forderungen (ohne Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) und derivative Finanzinstrumente.

Finanzielle Vermögenswerte werden zu dem Zeitpunkt angesetzt, zu dem der Konzern eine Barzahlung erhält oder einen Zahlungsanspruch besitzt. Bei einem ordentlichen Verkauf nicht-derivativer finanzieller Vermögenswerte ist der Abwicklungstermin (d. h. der Liefertermin der finanziellen Vermögenswerte) maßgebend. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, sobald infolge einer Zahlung, eines Verzichts, einer gesetzlichen Beschränkung, einer Aufrechnung oder einer sonstigen Gegebenheit der Anspruch auf Erhalt von Barzahlungen oder sonstigen finanziellen Vermögenswerten erlischt. Sie werden ferner ausgebucht, wenn der Zahlungsanspruch mit vollständiger Übertragung der mit ihm verbundenen Risiken abgetreten wird. Bei einem ordentlichen Verkauf nichtderivativer finanzieller Vermögenswerte wird dem Bilanzierungsansatz entsprechend der Abrechnungstermin als Ausbuchungstermin herangezogen.

Der Erstansatz finanzieller Vermögenswerte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Bei nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten erhöht sich der beizulegende Zeitwert bei Zugang um die direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Die Folgebewertung der bilanzierten finanziellen Vermögenswerte erfolgt, abhängig von ihrer Klassifizierung, entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert.

Die Klassifizierung folgt einerseits dem Geschäftsmodell des Unternehmens zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und andererseits den Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme:

finanzielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten und deren Vertragsbedingungen ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag darstellen, werden in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet;

finanzielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht und deren Vertragsbedingungen ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag darstellen, werden in der Folge erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet;

alle anderen finanziellen Vermögenswerte sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

Anteile an nicht konsolidierten Tochtergesellschaften und sonstige Wertpapiere werden als "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet" designiert. Die Kelvion-Gruppe hat für die bestehenden Investments unwiderruflich dafür optiert, künftige Wertänderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis zu zeigen. Diese Wahl kann einzelfallbezogen für jedes neue Investment bei seiner erstmaligen Erfassung erneut getroffen werden. Die Entscheidung ist bis zur Ausbuchung des Vermögenswertes beizubehalten.

Darlehensforderungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Absicherung von Handelsgeschäften, insbesondere zur Absicherung von Währungsrisiken aus Verkaufs- oder Beschaffungstransaktionen, eingesetzt. Sie werden als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" kategorisiert.

Eingebettete Derivate, deren Basisvertrag ein finanzieller Vermögenswert ist, werden nicht separiert. Der hybride Vertrag wird ganzheitlich klassifiziert und daher je nach Klassifizierung entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert bewertet. In nicht-finanzielle Basisverträge oder Basisverträge in Form einer finanziellen Verbindlichkeit eingebettete Derivate werden vom Basisvertrag getrennt, wenn ihre wirtschaftlichen Merkmale und Risiken nicht eng mit dem Basisvertrag verbunden sind und nicht der gesamte Vertrag erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird.

Finanzielle Vermögenswerte oder Gruppen finanzieller Vermögenswerte werden jeweils zum Abschlussstichtag auf Wertminderungsanzeichen geprüft. Wertminderungsaufwendungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Wert eines finanziellen Vermögenswertes ist gemindert, wenn nach Eintritt eines oder mehrerer Ereignisse nach dem Erstansatz des Vermögenswertes objektiv Anzeichen für einen Rückgang der erwarteten künftigen Zahlungsströme vorliegen. Objektive Wertminderungsanzeichen sind beispielsweise größere finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder ein Zahlungsausfall. Im Falle von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten (beispielsweise nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente) entspricht die Wertminderung der Differenz zwischen dem Buchwert des Finanzinstruments und dem Barwert der zum ursprünglichen Effektivzinssatz abgezinsten künftigen Kapitalströme.

Liegt der Grund für eine Wertminderung nicht mehr vor, wird außer bei Eigenkapitalinstrumenten erfolgswirksam eine Wertaufholung angesetzt. Wertaufholungen werden maximal in Höhe derjenigen fortgeführten Anschaffungskosten erfasst, die ohne Wertminderungsaufwand anzusetzen gewesen wären.

Vorräte

Vorräte werden im Erwerbszeitpunkt zu Anschaffungskosten angesetzt und nachfolgend zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert bilanziert. Anschaffungskosten errechnen sich aus den Durchschnittskosten oder unter Anwendung der first in-first out ("FIFO") -Methode. Herstellungskosten beinhalten die Fertigungseinzelkosten zuzüglich Material- und Fertigungsgemeinkosten, Abschreibungen und fertigungsbezogenen Verwaltungskosten. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem geschätzten Verkaufserlös abzüglich noch ausstehender Fertigungs- und Vertriebskosten. Für gebuchte Wertminderungen sind Wertaufholungen anzusetzen, sofern die Gründe für die Wertminderung nicht mehr vorliegen. Wertaufholungen werden maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten erfasst.

Sofern die Voraussetzungen des IAS 23 gegeben sind, erhöhen zuordenbare Fremdkapitalkosten die Anschaffungs- oder Herstellungskosten. In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungsaufwendungen auf voraussichtlich uneinbringliche Forderungen bilanziert. Die Effektivzinsmethode wirkt sich im Kelvion-Konzern nicht aus, da sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kurzfristiger Natur sind.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die auf Basis von Factoringverträgen verkauft sind, werden ausgebucht, sobald die wesentlichen Chancen und Risiken auf die Finanzierungsgesellschaft übergegangen sind. Unter Anwendung des IFRS 9 sind diese Forderungen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, da sie nach ihrem Verkauf nicht mehr zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden. Der Zeitwert der verkauften Forderungen entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten.

Einnahmen aus Verträgen mit Kunden

Forderungen und Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden üblicherweise nach der "Percentage of Completion (POC)"-Methode verbucht, was eine Erfassung der Umsatzerlöse im Laufe der Zeit impliziert. Im Falle einer Vertragsauflösung durch den Kunden erfordern die Kriterien für die Umsatzrealisierung im Laufe der Zeit einen Ausgleichsanspruch, der eine angemessene Marge einschließt.

Gemäß IFRS 15 werden Umsatzerlöse zu Beträgen erfasst, die die Gegenleistung widerspiegeln, auf die ein Unternehmen als Gegenleistung für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen an einen Kunden erwartungsgemäß Anspruch hat. Umsatzerlöse werden erfasst, wenn (oder als) die Kontrolle über Güter oder Dienstleistungen an einen Kunden entweder im Laufe der Zeit oder zu einem Zeitpunkt übertragen werden. Darüber hinaus wird in IFRS 15 die Zuordnung einzelner Themen zu (neuen) Posten in der Bilanz und zu funktionalen Kostenpositionen in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Darstellung von Brutto- oder Nettobeträgen klargestellt.

Erträge aus Fertigungsaufträgen werden im Allgemeinen nach der Methode der POC-Methode erfasst, bei der Erträge entsprechend dem Grad der Fertigstellung verbucht werden.

Der Fertigstellungsgrad wird anhand des Verhältnisses der bis zum Berichtsdatum angefallenen Auftragskosten zu den gesamten geschätzten Auftragskosten am Berichtsdatum ermittelt (Kosten-zu-Kosten-Methode). Im Allgemeinen umfassen die Auftragskosten direkte Kosten zuzüglich Material- und Baugemeinkosten, Abschreibungen, produktionsbezogene Verwaltungskosten und solche anderen Kosten, die gemäß den Vertragsbedingungen speziell dem Kunden in Rechnung gestellt werden. Anpassungen werden für Änderungen von Verträgen, Ansprüchen und Prämien vorgenommen, soweit diese wahrscheinlich zu Einnahmen führen, die zuverlässig geschätzt werden können.

In Übereinstimmung mit der POC-Methode werden die Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen als die bis zum Berichtsdatum angefallenen Auftragskosten zuzüglich des Gewinns, der dem Anteil der fertiggestellten Arbeit zuzurechnen ist, bewertet. Auftragskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand verbucht. Wenn es vorhersehbar ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen, wird der erwartete Verlust voll erfasst und nicht mehr mit den POC-Forderungen verrechnet, sondern als Rückstellung ausgewiesen (Bruttodarstellung).

Umsatzerlöse werden im Laufe der Zeit verbucht, wenn die Leistung des Unternehmens keinen Vermögenswert mit einer alternativen Verwendung für das Unternehmen schafft und das Unternehmen einen durchsetzbaren Anspruch auf Zahlung für bisher erbrachte Leistungen einschließlich einer angemessenen Gewinnmarge hat. Dies bedeutet im Sinne einer Kündigungsklausel ohne angemessene Margenkompensation, dass ein späterer Wechsel zur Completed-Contract-Methode rückwirkend zu einer Umkehrung der anerkannten Projektmarge führt.

Zinserträge werden anteilig über die Restlaufzeit auf der Grundlage des effektiven Zinssatzes und der Höhe der Restforderung verbucht. Dividendenerträge auf Eigenkapitalinstrumente werden verbucht, wenn der Anspruch auf Zahlung auf rechtlich durchsetzbare Ansprüche beruht.

Einnahmen aus Lizenzgebühren werden in der Periode verbucht, in der sie in Übereinstimmung mit den zugrunde liegenden Verträgen entstehen.

Zahlungsmittel

Zahlungsmittel sind Kassenbestand und Sichteinlagen mit einer ursprünglichen Fälligkeit von drei Monaten oder weniger, die jederzeit beliebig in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur geringen Wertschwankungen unterliegen.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte, zur Veräußerung gehaltene Schulden und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche

Der Ansatz langfristiger Vermögenswerte oder einer Gruppe von Vermögenswerten, die im Sinne von IFRS 5 als "zur Veräußerung gehalten" klassifiziert wurden, erfolgt zum Buchwert oder zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Die Klassifizierung als "zur Veräußerung gehalten" erfolgt, wenn der Buchwert eines langfristigen Vermögenswerts oder einer Veräußerungsgruppe überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird und insgesamt die in IFRS 5 definierten Kriterien erfüllt sind. Die entsprechenden Vermögenswerte sowie die zu einer Veräußerungsgruppe gehörenden Schulden werden in der Konzernbilanz gesondert als "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" und "zur Veräußerung gehaltene Schulden" ausgewiesen. Bei erstmaliger Einstufung als "zur Veräußerung gehalten" werden die langfristigen Vermögenswerte bzw. die zu einer Veräußerungsgruppe gehörenden Vermögenswerte und Schulden zunächst nach den für sie einschlägigen IFRS Standards bewertet. Danach erfolgt eine Bewertung zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Hierbei werden Veräußerungsgruppen als Ganzes bewertet. Da der Buchwert von zur Veräußerung gehaltenen abnutzbaren Veräußerungsgruppen überwiegend durch den Verkauf und nicht durch die Nutzung derselben realisiert wird, endet die planmäßige Abschreibung dieser Vermögenswerte zum Zeitpunkt der Umklassifizierung.

Wenn eine Veräußerungsgruppe einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig oder einen geografischen Geschäftsbereich darstellt, qualifiziert diese als nicht fortgeführter Geschäftsbereich. Die Ergebnisse der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung separat als "Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen" ausgewiesen. Das Vorjahr wird entsprechend angepasst, um ebenfalls das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen abzubilden. In der Kapitalflussrechnung werden die Cashflows aus fortgeführten Geschäftsbereichen separat von den Cashflows aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen gezeigt. Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung zwischen den fortgeführten Geschäftsbereichen und nicht fortgeführten Geschäftsbereichen erfolgt dergestalt, dass die Eliminierung von Umsätzen, Erträgen und Aufwendungen unter Berücksichtigung der künftigen Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen beiden Bereichen jeweils dem leistenden Geschäftsbereich zugeordnet wird (wirtschaftliche Betrachtungsweise). Es erfolgt eine Schuldenkonsolidierung.

Die Angaben im Konzernanhang beziehen sich grundsätzlich auf die in den entsprechenden Bilanzposten ausgewiesenen Vermögenswerte oder Schulden bzw. auf die fortgeführten Geschäftsbereiche. Soweit sich Angaben auch auf die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte bzw. Schulden bzw. die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche beziehen, wird an den entsprechenden Stellen darauf hingewiesen.

Verpflichtungen aus Pensionsplänen

Die Verpflichtungen aus Pensionsplänen betreffen Verpflichtungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Der Anwartschaftsbarwert dieser Verpflichtungen wird unter Berücksichtigung künftig erwarteter Gehalts- und Rentensteigerungen berechnet, da der bis zum Renteneintrittsalter erreichbare Leistungsanspruch von diesen abhängig ist. Der Bewertung der Pensionsverpflichtungen liegen versicherungsmathematische Gutachten von unabhängigen Aktuaren zugrunde.

Um die Pensionsleistungen erbringen zu können, werden zum Teil finanzielle Vermögenswerte in langfristig ausgelegten Fonds außerhalb der Kelvion-Gruppe gehalten oder qualifizierte Versicherungspolicen abgeschlossen. Sofern die Leistungsansprüche durch solche externen Vermögenswerte (Planvermögen) gedeckt sind, wird deren beizulegender Wert mit dem Anwartschaftsbarwert der Verpflichtung saldiert. Der resultierende Saldo wird unter den langfristigen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern oder unter langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Neubewertung von Nettoschulden oder Vermögenswerten aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden im Jahr ihrer Entstehung im sonstigen Konzernergebnis erfasst und nach Bereinigung von steuerlichen Effekten in den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Gleiches gilt auch für die Bilanzierung des Unterschieds zwischen den tatsächlichen Erträgen und den auf Basis des Diskontierungsfaktors rechnerisch ermittelten Erträgen aus Planvermögen. Ein Aufwand aus der Aufzinsung der Verpflichtungen aus Pensionsplänen wird in den Zinsaufwendungen erfasst, ein Ertrag in den Zinserträgen. Der laufende und nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand der Periode sowie Gewinne und Verluste aus Abgeltungen werden in den jeweiligen Funktionskosten erfasst.

Sonstige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

Unter den sonstigen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern werden sonstige langfristige Leistungen sowie alle kurzfristig fälligen Leistungen erfasst. Bei den kurzfristigen Verpflichtungen aus fälligen Leistungen gegenüber Arbeitnehmern wird erwartet, dass diese spätestens zwölf Monate nach Ende der erbrachten Leistungen in voller Höhe abgegolten werden. Zu ihnen gehören unter anderem Löhne, Gehälter, Sozialversicherungsbeiträge, bezahlter Urlaub sowie Erfolgsbeteiligungen. Sie werden zeitkongruent mit der vergüteten Arbeitsleistung aufwandswirksam erfasst. Am Bilanzstichtag wird der Teil des Aufwands, der die bereits geleistete Zahlung übersteigt, als abgegrenzte Schuld ausgewiesen. Sonstige langfristige Leistungen, wie z.B. Jubiläumszahlungen oder Altersteilzeitvereinbarungen, werden mit dem versicherungsmathematisch ermittelten Barwert der Verpflichtung zum Bilanzstichtag angesetzt. Zur Insolvenzversicherung verdienter Altersteilzeitguthaben werden Wertpapiere an die Berechtigten verpfändet. Der beizulegende Zeitwert dieser Wertpapiere wird mit der korrespondierenden Verpflichtung saldiert.

Rückstellungen

Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten besteht, der zukünftige Ressourcenabfluss wahrscheinlich ist und die voraussichtliche Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages zuverlässig geschätzt werden kann. Sofern der Zinseffekt wesentlich ist, wird der Barwert des notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Abzinsung erfolgt zu den marktüblichen Zinssätzen für die entsprechende Fälligkeit und Währung. Der Aufwand aus der Aufzinsung wird als Zinsaufwand ausgewiesen.

Bei der Bildung von Gewährleistungsrückstellungen wird der Aufwand zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung in den Herstellungskosten berücksichtigt. Die Bemessung der Rückstellung basiert sowohl auf dem tatsächlich angefallenen Gewährleistungsaufwand in der Vergangenheit als auch auf dem evaluierten Gesamtrisiko einer Anlage bzw. eines Produkts. Zusätzlich werden Rückstellungen gebildet, wenn ein Garantiefall bekannt und ein Verlust wahrscheinlich wird. Rückgriffsforderungen gegen Zulieferer werden aktiviert, sofern deren Leistungen einer Garantie unterliegen und der Anspruch höchstwahrscheinlich durchgesetzt werden kann.

Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden angesetzt, wenn der aus dem Vertrag erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung notwendigen Kosten. Die notwendigen Kosten schließen auch die zur Vertragserfüllung notwendigen Gemeinkosten ein.

Restrukturierungsrückstellungen werden gebildet, wenn die Gruppe einen detaillierten Restrukturierungsplan erstellt und verabschiedet hat und die Restrukturierung entweder bereits begonnen oder den Beteiligten ausreichend detailliert bekannt gemacht wurde. Künftige betriebliche Verluste sind nicht in den Rückstellungen berücksichtigt.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen insbesondere Gesellschafterdarlehen, Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Leasingverbindlichkeiten. Sie werden erfasst, wenn ein Konzernunternehmen Vertragspartei eines Finanzinstruments wird. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert abzüglich angefallener Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die Zugangsbewertung von Leasingverbindlichkeiten erfolgt zum niedrigeren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert des Leasingobjektes und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) angesetzt und bewertet, wenn sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft werden, ein Derivat sind oder beim Erstansatz als ein solches designiert werden. Finanzielle Verbindlichkeiten zu FVTPL werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und Nettogewinne oder -verluste, einschließlich Zinsaufwendungen, werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Sonstige Verbindlichkeiten

Der Ansatz und die Folgebewertung der sonstigen Verbindlichkeiten erfolgen mit Ausnahme erhaltener Anzahlungen sowie des passivischen Saldos aus Fertigungsaufträgen analog zu den Finanzverbindlichkeiten. Die Anzahlungen werden zum Nominalwert angesetzt. Hinsichtlich der Bewertung des passivischen Saldos aus Fertigungsaufträgen wird auf die Ausführungen zu der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen verwiesen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten auch Verpflichtungen für noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen, da die Höhe der Verpflichtung hinreichend gewiss ist. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei innerhalb eines Jahres fällig werdenden Verbindlichkeiten entspricht dies dem Erfüllungsbetrag.

Ertragsrealisierung

Gemäß IFRS 15 werden Umsatzerlöse in Höhe der Gegenleistung bemessen, die der Konzern aus der Übertragung von Waren oder Dienstleistungen auf den Kunden voraussichtlich erhalten wird. Die Umsatzerlöse werden mit Erfüllung der Leistungsverpflichtung erfasst, d.h. wenn der Konzern die Verfügungsmacht über ein Produkt überträgt oder eine Dienstleistung an den Kunden erbringt. Die Übertragung der Verfügungsmacht kann sowohl über einen bestimmten Zeitraum (z.B. Fertigungsaufträge) oder zu einem bestimmten Zeitpunkt (z.B. Reparaturleistungen) erfolgen.

Erlöse werden zeitraumbezogen realisiert, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

a)

Der Kunde verbraucht den Nutzen aus der erbrachten Leistung zeitgleich mit der Erfüllung durch das Unternehmen (z.B. eine Dienstleistung);

b)

Der Kunde besitzt während der Erzeugung oder Verbesserung des Vermögenswertes die Verfügungsmacht über den Vermögenswert (z.B. bei kundenspezifischer Fertigung auf dem Gelände des Kunden);

c)

Der Konzern erzeugt mit seiner Leistung einen Vermögenswert, der vom Konzern nicht anderweitig genutzt werden kann; dabei besteht ein rechtlich durchsetzbarer Zahlungsanspruch für die bisher erbrachten Leistungen zuzüglich einer angemessenen Gewinnmarge bei Vertragskündigung durch den Kunden. Dies bedeutet, dass in Fällen von Kündigungsklauseln ohne angemessene Margenentschädigung eine zeitpunktbezogene Erlöserfassung zu erfolgen hat und ein bislang unter IAS 11 erfasster Erlös einschließlich Gewinnmarge rückwirkend aufzulösen ist.

Wird eine Leistungsverpflichtung nicht nach den o.g. Kriterien über einen Zeitraum erfüllt, so erfolgt die Erlösrealisierung zeitpunktbezogen. Der Zeitpunkt bestimmt sich nach dem Übergang der Verfügungsmacht auf den Kunden.

Erlöse aus Fertigungsaufträgen werden grundsätzlich zeitraumbezogen nach der Percentage of Completion-Methode realisiert. Die Bewertung von Fertigungsaufträgen erfolgt zu Herstellungskosten zuzüglich eines dem Fertigstellungsgrad entsprechenden Gewinnanteils. Der Fertigstellungsgrad ermittelt sich aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag kalkulierten Auftragskosten (Cost-to-cost-Method). Die Auftragskosten umfassen Einzelkosten, die durch die Produktion veranlassten Fertigungs- und Materialgemeinkosten, Abschreibungen, produktionsbezogene Verwaltungskosten sowie sonstige Kosten, die dem Kunden gesondert in Rechnung gestellt werden können. Auftragsänderungen, Nachforderungen oder Leistungsprämien werden berücksichtigt, sofern sie wahrscheinlich zu Erlösen führen, deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. In die Berechnung des Fertigstellungsgrades einbezogen werden grundsätzlich nur diejenigen Güter und Dienstleistungen, bei denen die Kelvion-Gruppe die Verfügungsmacht auf den Kunden übertragen hat. Ausgenommen ist beispielsweise noch nicht installiertes Material auf Kundenbaustellen.

Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht verlässlich schätzbar ist, werden wahrscheinlich erzielbare Umsätze nur bis zur Höhe der angefallenen Kosten erfasst.

Ausgewiesen werden die realisierten Umsatzerlöse unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unter Abzug von Teilabrechnungen. Auftragskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand erfasst.

Ist absehbar, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen, wird der erwartete Verlust in voller Höhe unmittelbar als Aufwand erfasst und als Rückstellung gezeigt (Bruttoausweis).

Zinserträge werden unter Zugrundelegung des Effektivzinssatzes und des Forderungsrestbetrages anteilig zur Restlaufzeit angesetzt. Erhaltene Ausschüttungen auf Eigenkapitalinstrumente werden als Ertrag erfasst, sofern der Ausschüttungsanspruch gerichtlich geltend gemacht werden kann.

Erlöse aus Nutzungsentgelten werden unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Verträge periodengerecht erfasst.

Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschung werden unmittelbar aufwandswirksam berücksichtigt. Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produkts oder eines Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Entwicklung vermarktbar ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar und ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügbar sind. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen. Aktivierte Entwicklungskosten eines noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerts werden einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft.

Erforderliche Entwicklungskosten im Rahmen von Fertigungsaufträgen werden als Herstellungskosten aktiviert.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, sofern die Kelvion-Gruppe die notwendigen Voraussetzungen zur Erlangung der Zuwendungen erfüllt. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden über den Zeitraum erfasst, in der die Aufwendungen entstehen, für welche die Zuwendung geleistet wurde. Öffentliche Zuwendungen für Investitionen werden von den Anschaffungskosten des korrespondierenden Vermögenswertes abgezogen.

Ertragsteuern

Die Position "Ertragsteuern" umfasst sowohl tatsächliche als auch latente Steuern. Ertragsteuern werden - soweit sie keinen Unternehmenszusammenschluss betreffen - in Abhängigkeit von der Behandlung des sie auslösenden Geschäftsvorfalls erfolgswirksam oder aber direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst.

Tatsächliche Steuern

Die tatsächlichen Steuern umfassen die erwartete Steuerschuld oder Steuerforderung aus dem steuerbaren Ergebnis des Geschäftsjahres und etwaige Korrekturen der Steuerschuld oder Steuerforderung für frühere Geschäftsjahre. Die Bewertung erfolgt unter Anwendung der am Abschlussstichtag geltenden Steuersätze. Die tatsächlichen Steuern beinhalten ferner Steuern auf Ausschüttungen.

Latente Steuern

Latente Steuern werden angesetzt für Verlustvorträge, noch nicht genutzte Steuergutschriften sowie für temporäre Differenzen zwischen dem IFRS-Buchwert und dem steuerrechtlichen Buchwert von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Latente Steuern werden nicht angesetzt,

wenn die latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, welcher kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das IFRS-Periodenergebnis (vor Ertragsteuern) noch das zu versteuernde Einkommen beeinflusst, erwächst;

für temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen sowie Anteilen an Joint Ventures, soweit der Konzern den Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen zu bestimmen in der Lage und deren Umkehrung in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich ist; und

für steuerbare Differenzen aus der erstmaligen Bilanzierung von Geschäfts- oder Firmenwerten.

Ein latenter Steueranspruch wird in dem Umfang bilanziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftige steuerbare Erträge zur Verfügung stehen, gegen welche die abzugsfähigen temporären Differenzen, noch nicht genutzte steuerliche Verluste und noch nicht genutzte Steuerguthaben verrechnet werden können. Latente Steueransprüche werden jährlich überprüft und gegebenenfalls auf den Umfang reduziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass der entsprechende Steuervorteil realisiert wird. Die Reduzierung wird zurückgenommen, wenn sich die Wahrscheinlichkeit zukünftiger steuerbarer Gewinne wieder erhöht.

Bislang nicht bilanzierte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag neu bewertet und entsprechend der Wahrscheinlichkeit bilanziert, dass zukünftige steuerbare Erträge zur Verfügung stehen, gegen welche die abzugsfähigen temporären Differenzen, Verlustvorträge oder Steuergutschriften verrechnet werden können.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden anhand der Steuersätze bewertet, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, in dem jeweiligen Land erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze (und Steuervorschriften) verwendet, die zum Bilanzstichtag gültig sind oder durch den Gesetzgeber bereits verabschiedet wurden.

2.6 Einschätzungen und Ermessensentscheidungen

Die Erstellung des Abschlusses erfordert, dass Einschätzungen und Ermessensentscheidungen durch die Konzernleitung getroffen werden, die sich auf Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten, Verbindlichkeiten, Rückstellungen, aktivischen und passivischen latente Steuern, Erträgen und Aufwendungen sowie den Ausweis von Eventualverbindlichkeiten auswirken.

Alle Annahmen werden auf Basis aktueller Umstände nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln. Alle im Rahmen der Bilanzierung und Bewertung zugrunde gelegten Schätzungen und Annahmen werden fortlaufend überprüft und gegebenenfalls für die Zukunft angepasst. Dennoch können die später tatsächlich eintretenden Verhältnisse von den Schätzungen abweichen und sich negativ auf den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden auswirken. Faktoren, die eine negative Abweichung von getroffenen Einschätzungen verursachen können, können eine Verschlechterung der Weltwirtschaft, Entwicklungen der Währungskurse und Zinssätze sowie wesentliche Gerichtsverfahren und Änderungen von umweltrechtlichen bzw. sonstigen gesetzgeberischen Bestimmungen sein. Produktionsfehler, Verluste von wesentlichen Kunden sowie steigende Finanzierungskosten können gleichfalls den zukünftigen Erfolg des Konzerns beeinträchtigen.

Die wesentlichen Bereiche, in denen Einschätzungen und Ermessensentscheidungen bei Ansatz und Folgebewertung auftreten, werden im Folgenden beschrieben:

Wertminderung von Geschäfts- und Firmenwerten

Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird mindestens jährlich anhand des Vergleichs des Buchwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit dem jeweiligen erzielbaren Betrag überprüft. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag, besteht ein Wertminderungsbedarf in Höhe des Differenzbetrags.

Der erzielbare Betrag aller zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird auf Basis des Nutzungswertes berechnet. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist abhängig von der Wahl angemessener Bewertungstechniken und Annahmen. Diese Annahmen beinhalten die Wahl des Diskontierungssatzes, des Planungszeitraums und zukünftiger Ergebnisse und werden in Ziffer 6.1 weitergehend erläutert. Die Annahmen können aufgrund von wirtschaftlichen, markt- oder unternehmensbezogenen Bedingungen sowie des wirtschaftlichen Erfolgs der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Änderungen unterliegen. Daher analysiert die Kelvion-Gruppe fortlaufend die externen Bedingungen und den wirtschaftlichen Erfolg der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Darüber hinaus werden Sensitivitätstests hinsichtlich zentraler Werttreiber wie bspw. der prognostizierten Wachstumsrate oder der Diskontierungssätze durchgeführt. Im Geschäftsjahr wurden Wertminderungen von Geschäfts- und Firmenwerten in Höhe von 80,1 Millionen EUR vorgenommen.

Bewertung von Sachanlagen und von immateriellen Vermögenswerten

Der beizulegende Zeitwert von im Zuge von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten zum Erwerbszeitpunkt wird ebenso geschätzt wie ihre erwartete Nutzungsdauer. Die Grundlage dafür bilden die von der Geschäftsleitung getätigten Annahmen.

Ermittlung von Wertminderungen bei Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten

Zur Schätzung von Wertminderungen bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten werden unter anderem Annahmen zu Ursache, Zeitpunkt und Höhe der Wertminderung getroffen. Als Schätzungsgrundlage dienen vielerlei Faktoren wie beispielsweise Veränderungen der aktuellen Wettbewerbsbedingungen, die Wachstumserwartungen auf dem Wärmetauschermarkt, eine Veränderung der Kapitalkosten, Veränderungen bei künftigen Finanzierungsmöglichkeiten, technische Überalterung, der Wegfall von Leistungen, die aktuellen Wiederbeschaffungskosten und die gezahlten Preise bei vergleichbaren Geschäftsvorfällen sowie andere auf eine Wertminderung hinweisende Veränderungen. Die Ermittlung von Wertminderungsindikatoren, die Schätzung künftiger Zahlungsströme und die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Vermögenswerten oder Vermögenswertgruppen bedürfen weitreichender Annahmen der Geschäftsleitung über Art und Nutzwert von Wertminderungsindikatoren, erwartete Kapitalströme, anwendbare Abzinsungssätze, Nutzungsdauern und Restwerte.

Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten

Die Kelvion-Gruppe greift bei Ansatz und Bewertung von Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit anhängigen Rechtsstreitigkeiten oder sonstigen offenen Ansprüchen, die Gegenstand von Verhandlungen, Mediationsverfahren, Schiedsgerichtsverfahren oder staatlichen Bestimmungen sind, in erheblichem Maße auf Annahmen zurück. Sie trifft beispielsweise Annahmen darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein geltend gemachter Anspruch abgewehrt werden oder eine Verbindlichkeit nach sich ziehen kann, und wie groß deren mögliche Spanne ausfällt. Für Verluste aus schwebenden Verträgen werden Rückstellungen gebildet, sofern der Verlust als wahrscheinlich betrachtet wird und verlässlich eingeschätzt werden kann. Aufgrund der diesem Bewertungsprozess inhärenten Ungewissheit kann der tatsächliche Verlust höher oder niedriger ausfallen als die schätzungsbedingte Rückstellung. Auch Rückstellungen für Steuern und Prozessrisiken beruhen in hohem Maße auf Annahmen. Derlei Annahmen können sich infolge neuer Erkenntnisse ändern, die vorrangig mit Hilfe interner Fachleute oder aber mit Hilfe externer Berater wie beispielsweise Aktuaren oder Rechtsanwälten gewonnen werden. Sollten die Schätzungen für Verluste aus schwebenden Verträgen geändert werden, so kann dies die künftige Ertragslage erheblich beeinflussen.

Wertberichtigung auf zweifelhafte Forderungen

Für erwartete Verluste aus der Nichterfüllung der Zahlungsverpflichtung von Kunden bildet der Konzern Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen. Bei ihren Annahmen über Eignung und Höhe einer solchen Wertberichtigung zieht die Geschäftsleitung die Fälligkeit von Forderungen, frühere Forderungsabschreibungen, die Kreditwürdigkeit des Kunden und Veränderungen der Zahlungsbedingungen für den Kunden in Betracht. Sollte sich die Finanzlage von Kunden verschlechtern, könnten die tatsächlichen Abschreibungen höher ausfallen als erwartet (und umgekehrt).

Das neue Impairment-Modell des IFRS 9 sieht eine Risikovorsorge für erwartete Kreditausfälle vor, was eine Abkehr vom bisherigen Ansatz auf Basis eingetretener Verluste darstellt. In Folge tragen alle finanziellen Vermögenswerte, die in den Geltungsbereich des Wertminderungsmodells fallen, im Allgemeinen eine Wertberichtigung für Verluste - auch wenn es sich um neu entstandene oder erworbene Vermögenswerte handelt. Im Rahmen des vereinfachten Ansatzes, der vorsieht, dass die Wertberichtigungen immer gleich sind, um den Zeitwert des Vermögenswerts widerzuspiegeln, werden die Zinsen unter Verwendung des Effektivzinssatzes zum Bruttobuchwert berechnet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfüllen die Annahme für die Anwendung des vereinfachten Ansatzes. Die Bewertung der Wertminderung im Vergleich zu der unter IAS 39 angewandten Praxis hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen.

Ansatz und Bewertung von latenten Steueransprüchen und ungewissen Ertragsteuern

Kelvion wendet IFRIC 23 an. IFRIC 23 stellt die Anwendung von Ansatz und Bewertungsvorschriften des IAS 12, wenn Unsicherheit bzgl. der ertragsteuerlichen Behandlung besteht, klar. Für den Ansatz und die Bewertung sind Schätzungen und Annahmen zu treffen, z.B. ob eine Einschätzung gesondert oder zusammen mit anderen Unsicherheiten vorgenommen wird, ein wahrscheinlicher oder erwarteter Wert für die Unsicherheit herangezogen wird und ob Änderungen im Vergleich zur Vorperiode eingetreten sind. Das Entdeckungsrisiko ist für die Bilanzierung unsicherer Bilanzpositionen unbeachtlich. Die Bilanzierung erfolgt unter der Annahme, dass die Steuerbehörden den fraglichen Sachverhalt untersuchen und ihnen alle relevanten Informationen vorliegen.

Die Kelvion-Gruppe ist in einer Vielzahl von Ländern und somit in verschiedenen steuerrechtlichen Jurisdiktionen tätig. Zur Ermittlung der Steuerschuld sind dementsprechend unterschiedliche Annahmen zu treffen. Nach Auffassung der Geschäftsleitung hat der Konzern seine Steuerschulden realistisch eingeschätzt. Gleichwohl besteht keine Gewähr dafür, dass die Finanzverwaltung den erklärten Ansätzen nicht entsprechen. Jede Abweichung kann eine Veränderung der tatsächlichen oder latenten Steuern im maßgeblichen Jahr nach sich ziehen.

Bei der Einschätzung der Werthaltigkeit eines latenten Steueranspruchs wird geschätzt, inwieweit die Realisierung des latenten Steueranspruchs hinreichend wahrscheinlich ist. Ob ein latenter Steueranspruch realisiert werden kann, hängt davon ab, ob zukünftig hinreichende steuerbare Erträge generiert werden können, gegen die sich die temporären Differenzen oder steuerlichen Verlustvorträge verrechnen lassen. Ausgehend von einer Analyse des Zeitpunkts der Umkehrung der latenten Steuerschulden und der erwarteten künftigen steuerbaren Erträge, trifft die Geschäftsleitung eine Prognose darüber, ob latente Steueransprüche auf Grundlage der erwarteten künftigen steuerlichen Erträge realisiert werden können. Die latenten Steueransprüche reduzieren sich, wenn der Schätzwert für die geplanten steuerlichen Erträge sinkt, diese infolge vorhandener Steuerguthaben sinken oder der Betrag oder die zeitliche Nutzung künftiger Steuerguthaben gesetzlich eingeschränkt wird (siehe Ziffer 8.7).

Bewertung zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte und Schulden sowie Klassifizierung von Geschäftsbereichen als nicht fortgeführt

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte sowie Veräußerungsgruppen werden zum niedrigeren Wert aus Buchwerten und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. In die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten fließen auch Annahmen des Managements ein. Sofern ein Wertminderungsbedarf identifiziert wird, sind nach vollständiger Wertberichtigung eines etwaigen Geschäfts- oder Firmenwerts die anderen Vermögenswerte der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche unter Berücksichtigung der jeweiligen erzielbaren Beträge pro rata wertzumindern. Für die Ermittlung der erzielbaren Beträge der betreffenden Vermögenswerte wird unter anderem auf die Einschätzungen und Annahmen des Managements zurückgegriffen.

Ansatz und Bewertung langfristiger Fertigungsaufträge

Der Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge nach der "Percentage of completion Method" liegen Schätzungen des Managements bezüglich der im Zusammenhang mit den Fertigungsaufträgen anfallenden Auftragskosten zugrunde. Schätzungsänderungen bzw. Abweichungen der tatsächlichen Kosten von den geschätzten Kosten haben unmittelbare Auswirkungen auf das realisierte Ergebnis aus Fertigungsaufträgen. Die operativen Einheiten überprüfen Schätzungen kontinuierlich und passen diese - sofern erforderlich - an.

Verpflichtungen aus Altersversorgungsplänen

Der Barwert von Verpflichtungen aus Altersversorgungsplänen bestimmt sich anhand versicherungsmathematischer Annahmen. Dazu gehören Diskontierungssätze, erwartete Lohn- und Gehaltserhöhungen, Rentenerhöhungen und Sterblichkeitsraten. Die angenommenen Werte können aufgrund der Markt- und Konjunkturentwicklung erheblich von den tatsächlich eintretenden abweichen und auf diesem Wege die Höhe der Verpflichtung und die entsprechenden Aufwendungen wesentlich beeinflussen.

Der Diskontierungssatz des Nettobuchwertes wird jeweils am Jahresende ermittelt. Er dient zur Bestimmung des Barwertes künftiger Kapitalabflüsse, die zur Abgeltung der Verpflichtung erforderlich sind. Als Abzinsungssatz verwendet der Konzern den Zinssatz erstklassiger Unternehmensanleihen in der Währung, in der die Verpflichtung bilanziert wird und die die entsprechende Fristigkeit der Altersversorgungsverpflichtungen aufweisen.

Weitere wesentliche Annahmen in Bezug auf Verpflichtungen aus Altersversorgungsplänen beruhen auf Marktbedingungen (siehe Ziffer 7.3).

Rechtsstreitigkeiten

Unternehmen der Kelvion-Gruppe sind in einigen Fällen Parteien von Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Rechtsstreitigkeiten könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Erkenntnisse zu diesen Rechtsstreitigkeiten und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Bei der Entscheidung der Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen ein Unternehmen der Kelvion-Gruppe bedeuten nicht zwangsläufig, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko zu bilden ist (siehe Ziffer 7.2).

Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten

Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten, für die auf einem aktiven Markt ein Kurs notiert wird, bedarf es in der Regel nur geringfügiger Annahmen. Ebenfalls gering ist der Schätzungsbedarf bei Finanzinstrumenten, die unter Anwendung branchenüblicher Bewertungsmodelle bewertet werden und für deren Berechnungsgrößen auf einem aktiven Markt ein Kurs notiert wird (z. B. Währungsderivate). Größer ist der Schätzungsbedarf bei Finanzinstrumenten, die unter Anwendung von Modellen und Methoden bewertet werden, deren Berechnungsgrößen sämtlich oder teilweise nur in geringerem Umfang oder gar nicht feststellbar sind. In diesen Fällen müssen für die Auswahl und Anwendung geeigneter Parameter, Modelle und Methoden Annahmen getroffen werden.

3. Finanzrisikomanagement

Die Kelvion-Gruppe wendet Regeln und Instrumente zur Steuerung und somit weitgehender Begrenzung oder Absicherung finanzieller Risiken im Konzern an.

Die Zielsetzung für die Vermögenssicherung, die Beseitigung von Sicherheitslücken und die Effizienzsteigerung bei Erkennung und Analyse von Risiken sowie die entsprechenden Organisationsformen, Zuständigkeiten und Kompetenzen sind klar definiert. Dabei wird den Prinzipien der Systemsicherheit, Funktionstrennung, Nachvollziehbarkeit und unverzüglichen Dokumentation gefolgt.

Die Kelvion-Gruppe ist im gewöhnlichen Geschäftsverkehr Währungs-, Zins-, Rohstoffpreis-, Kredit- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Das Finanzrisikomanagement der Kelvion-Gruppe ist bestrebt, diese Risiken unter sachgerechtem Einsatz derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu mindern und größere Risikokonzentrationen zu vermeiden.

3.1 Währungsrisiko

Die Kelvion-Gruppe besitzt erhebliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten außerhalb der Eurozone, insbesondere in China, den USA, Südafrika, Brasilien, Indien, Polen, Russland, der Tschechischen Republik und Großbritannien. Diese Aktiva und Passiva werden in den jeweiligen lokalen Währungen bilanziert. Bei ihrer Umrechnung in Euro treten wechselkursbedingt Schwankungen auf, sodass sich die Nettovermögenswerte von Jahr zu Jahr verändern können. Diese Änderungen der Nettovermögenswerte werden im Eigenkapital der Kelvion-Gruppe berücksichtigt.

Darüber hinaus bestehen für die Kelvion-Gruppe Risiken aus Fremdwährungstransaktionen, die vorwiegend aus Käufen und Verkäufen in anderen Währungen als der funktionalen Währung der jeweiligen Einheit herrühren. Um den Effekt von Wechselkursschwankungen im operativen Geschäft zu minimieren, haben alle Konzerngesellschaften eine grundsätzliche Sicherungspflicht von Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung, um Preise auf Basis von Sicherungskursen festzuschreiben. Die Sicherung von Währungsrisiken erfolgt für bilanzierte Grundgeschäfte, bilanzunwirksame feste Verpflichtungen sowie für erwartete und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Transaktionen. Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäfts und betragen in der Regel bis zu zwölf Monate, können aber in Ausnahmefällen auch deutlich darüber hinausgehen. Hedge Accounting im bilanziellen Sinne wird zurzeit nicht angewandt.

Soweit gesetzlich zulässig, werden sämtliche Sicherungsgeschäfte von der Konzernabteilung Treasury abgewickelt. Die Konzerngesellschaften melden ihr Risiko der Konzernabteilung Treasury, die wiederum für die Konzerngesellschaften entsprechende Sicherungsgeschäfte mit Banken abschließt. Die Sicherungsgeschäfte werden von der Treasury-Abteilung streng überwacht.

Von dem Absicherungserfordernis abgesehen, können Währungsschwankungen auch die Geschäftsmöglichkeiten außerhalb der Eurozone beeinträchtigen.

3.2 Zinsänderungsrisiko

Die Kelvion-Gruppe ist im Zusammenhang mit der Aufnahme von sowohl fest als auch variabel verzinslichem Fremdkapital einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zur Überwachung des Zinsrisikos wird die Sensitivität der Kapitalströme des Konzerns gegenüber variabel verzinslichen Krediten analysiert. Die Nominalzinsen des variabel verzinslichen Gesellschafterdarlehens waren zum 31. Dezember 2019 wie im Vorjahr nicht abgesichert.

3.3 Rohstoffpreisrisiko

Der Konzern erwirbt im gewöhnlichen Geschäftsverkehr Rohstoffe, deren Kaufpreise je nach Marktlage erheblich schwanken können. Zur Begrenzung des Rohstoffpreisrisikos hat der Konzern mit mehreren Lieferanten Langzeitlieferverträge abgeschlossen.

3.4 Kreditrisiko

Ein Kreditrisiko ergibt sich daraus, dass eine Gegenpartei ihren Vertragspflichten möglicherweise nicht nachkommt und dem Konzern dadurch ein finanzieller Verlust entsteht. Zur Begrenzung des mit Zahlungsausfällen verbundenen finanziellen Risikos tätigt der Konzern Geschäfte grundsätzlich nur mit kreditwürdigen Kontrahenten und gegebenenfalls gegen Bereitstellung hinreichender Sicherheiten.

Der Konzern unterzieht die Risikobelastung und die Bonitätseinstufung seiner Gegenparteien und potenziellen Gegenparteien einer fortlaufenden Kontrolle. Im Komponentengeschäft tätige Konzerngesellschaften legen im Allgemeinen für jeden Kontrahenten eine Obergrenze für dessen Ausfallrisiko fest. Die Grenze leitet sich zumeist aus den Bonitätseinstufungen von Ratingagenturen und, falls vorhanden, den Preisen für Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) ab. Bei Überschreitung der individuellen Obergrenze werden geeignete Maßnahmen ergriffen. Im Projektgeschäft tätige Konzerngesellschaften bestimmen die Finanzlage potenzieller Kunden von Fall zu Fall anhand der verfügbaren Finanzdaten. Die Bonitätseinschätzung wird vor der Annahme eines Projektauftrags zusätzlich von einem internen Risikoausschuss überprüft.

Zur Begrenzung des Kreditrisikos findet ferner ein aktives Forderungsmanagement unter Einbeziehung einer Delkredereversicherung statt. Bei Export- und Projektgeschäften kommen bestätigte und unbestätigte Dokumentenakkreditive sowie Bürgschaften, Garantien und Deckungszusagen auch von Ausfuhrkreditversicherern zum Einsatz.

Da die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber einer Anzahl von großen Kunden aus unterschiedlichen Branchen und Regionen bestehen, ist keine Konzentration von Risiken gegeben. Konkreten Ausfallrisiken wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Derivate werden zur Eindämmung des mit ihnen verbundenen Kreditrisikos ausschließlich mit angesehenen Finanzinstituten geschlossen, denen international tätige Ratingagenturen eine hohe Kreditwürdigkeit bescheinigt haben.

Die Kelvion-Gruppe weist kein kritisches Kreditrisiko durch einen einzelnen Kontrahenten oder eine Gruppe merkmalähnlicher Kontrahenten auf. Das Ausfallrisiko aus Zahlungsmitteln ist begrenzt, da es sich bei den Gegenparteien um renommierte Banken handelt, die von internationalen Ratingagenturen mit einer hohen Bonität bedacht sind und zudem in der Regel Kreditgeber des Konzerns sind. Daher wird die Kreditqualität finanzieller Vermögenswerte, die weder überfällig noch im Wert gemindert sind, als gut betrachtet. Das mit finanziellen Vermögenswerten verbundene verbleibende Kreditrisiko entspricht maximal dem Buchwert.

3.5 Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass der Konzern aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von liquiden Mitteln seinen finanziellen Verpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen kann. Zur Steuerung seines kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungs- und Liquiditätsbedarfs hat der Konzern ein geeignetes Regelwerk zur Begrenzung von Liquiditätsrisiken aufgestellt, das unter anderem einen mehrjährigen Finanzplan und eine rollierende monatliche Liquiditätsprognose vorsieht. Der Konzern steuert das Liquiditätsrisiko durch das Vorhalten hinreichender Rücklagen, Bankkreditfazilitäten und sonstiger Kreditfazilitäten sowie durch regelmäßige Kontrolle der erwarteten Kapitalströme.

Die wichtigste Quelle zur Generierung von Liquidität ist der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit. Zur Optimierung der Kreditaufnahme und der Barmittelnutzung findet in mehreren Ländern ein konzerninterner Liquiditätsausgleich (Cashpooling) statt, in dessen Rahmen die Konten der beteiligten Konzerngesellschaften täglich automatisch per Gut- oder Lastschrift ausgeglichen werden. Auf diese Weise werden eigenständige Geldanlagen oder Kreditaufnahmen einzelner Konzerngesellschaften weitgehend vermieden. Die Kelvion Holding GmbH/ ENEXIO Management GmbH sowie einige operative Kelvion- und ENEXIO-Gesellschaften im Ausland (bspw. USA und China) fungieren hierbei als Cashpool-Führungsgesellschaften innerhalb des Konzerns. Die Teilnahme am konzerninternen Cashpooling erfolgt im Wesentlichen nur in solchen Jurisdiktionen, die über keine Devisenhandelsbeschränkungen verfügen. Die Gesellschaften in Indien, Russland und Brasilien nehmen nicht am Cashpooling teil.

Die folgende Tabelle verdeutlicht die nicht abgezinsten vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen für finanzielle Verbindlichkeiten einschließlich derivativer Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert.

Kapitalströme
in TEUR Buchwert < 1 Jahr 1-2 Jahre
2019
Bankkredite 1.396 1.396
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 150.652 150.652
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 107.329 12.621
Gesellschafterdarlehen 696.729 32.903 429.134
Währungsderivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind 1.341 1.341
Leasingverbindlichkeiten 58.488 14.834 10.613
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 90.089 26.316
in TEUR 2-3 Jahre 3-4 Jahre 4-5 Jahre > 5 Jahre
2019
Bankkredite
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 94.708
Gesellschafterdarlehen 200.055 158.319
Währungsderivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind
Leasingverbindlichkeiten 9.855 5.690 4.199 30.522
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 63.773
Kapitalströme
In TEUR Buchwert < 1 Jahr 1-2 Jahre
2018
Bankkredite 47.647 47.647
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 143.695 143.695
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 43.920 43.920
Gesellschafterdarlehen 695.627 33.997 34.566
Währungsderivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind 861 861
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 11.678 1.150 1.098
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 45.232 1.424
In TEUR 2-3 Jahre 3-4 Jahre 4-5 Jahre > 5 Jahre
2018
Bankkredite
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
Gesellschafterdarlehen 359.685 258.750
Währungsderivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 1.097 1.176 795 12.717
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 43.808

Die am 31. Dezember 2019 offenen finanziellen Verbindlichkeiten sind in der Tabelle im Umfang des erwarteten vertraglichen Cashflows berücksichtigt. Planzahlen für zukünftige Verbindlichkeiten sind nicht enthalten. Fremdwährungsbeträge sind zu Stichtagskursen umgerechnet. Bei finanziellen Verbindlichkeiten, die jederzeit zurückgezahlt werden können, wird unterstellt, dass sie innerhalb eines Jahres zurückgezahlt werden.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 107.329 tausend EUR (2018: 43.920 tausend EUR) resultieren hauptsächlich aus einem langfristigen Darlehen der Mangrove LuxCo IV S.à r.l. aus der Ablösung der ehemaligen revolvierenden Kreditfazilität (75.334 tausend EUR zzgl. Zinsen in Höhe von 1.332 tausend EUR), zwei langfristigen Darlehen der Mangrove GermanCo II GmbH im Rahmen der Refinanzierung (17.754 tausend EUR zzgl. Zinsen in Höhe von 288 tausend EUR) sowie Cashpool-Verbindlichkeiten und kurzfristigen Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der Galapagos BidCo S.à r.l. in Höhe von 11.894 tausend EUR. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten betreffen abgegrenzte langfristige endfällige Zinsverbindlichkeiten aus dem Gesellschafterdarlehen Tranche D gegenüber der Galapagos BidCo in Höhe von 63.773 tausend EUR (2018: 45.232 tausend EUR) sowie kurzfristige Zinsverbindlichkeiten aus den zurückgestellten Zinsen aus den Gesellschafterdarlehen in Höhe von 26.316 tausend EUR.

Die Gesellschafterin Galapagos BidCo S.à. r.l. hat bezüglich ihrer Forderungen in Höhe von insgesamt 651.900 tausend EUR Rangrücktritte erklärt. Der Gesamtbetrag der Finanzierungsverbindlichkeiten gegenüber der Galapagos BidCo S.à. r.l. beläuft sich zum 31. Dezember 2019 auf einen Betrag von 787.746 tausend EUR (Nominalwert: 697.657 tausend EUR (ohne aktivierte Transaktionskosten in Höhe von 928 tausend EUR) zzgl. zurückgestellte Zinsen von 90.089 tausend EUR).

3.6 Finanzkennzahlen, revolvierende Kreditfazilität und Haftungsverbund

Die Kelvion Finance GmbH sowie einige ihrer Tochtergesellschaften haben im Zuge der Refinanzierungsvereinbarung für die Mangrove LuxCo III S.à r.l. vom 9. Oktober 2019 folgende Finanzierungsvereinbarungen mit unterzeichnet:

Vereinbarung über eine revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 65.000 tausend EUR ("RCF", "RCF Facility Agreement")

Vereinbarung über eine vorrangige Bürgschaftsfazilität in Höhe von 260.000 tausend EUR ("SGF", "SGF Facility Agreement")

Die Vereinbarung über die revolvierende Kreditfazilität wurde von der Mangrove LuxCo III als Emittentin (als Muttergesellschaft) sowie der Kelvion Finance GmbH und einigen ihrer Tochtergesellschaften (als Kreditnehmer und Bürgen) abgeschlossen. Die neue revolvierende Kreditfazilität wird an dem Datum fällig, das auf vier Jahre nach dem Datum der Übernahme der Galapagos BidCo-Gruppe fällt (d.h. am 8. Oktober 2023), vorbehaltlich einer automatischen Verlängerung um ein Jahr (d.h. am 9. Oktober 2024). Die Verlängerung erfolgt unter der Voraussetzung, dass die von der Emittentin für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2022 vorgelegten Jahresabschlüsse keine Einschränkung hinsichtlich der Fähigkeit der neuen Gruppe zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit enthalten (es sei denn, diese Einschränkung ergibt sich aus der Fälligkeit der revolvierende Kreditfazilität zum ursprünglichen Kündigungsdatum).

Die Vereinbarung über die revolvierende Kreditfazilität sieht die folgenden Finanzvereinbarungen (Financial Covenants) vor:

a)

EBITDA-Mindestbetrag (consolidated EBITDA), d.h. Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und Amortisation mit bestimmten Anpassungen z.B. für außergewöhnliche Erträge oder Aufwendungen, wie in der Vereinbarung über die revolvierende Kreditfazilität (RCF-Fazilität) definiert - Die Gruppe ist verpflichtet, für jede relevante Periode einen Mindestbetrag an EBITDA zu erfüllen. Der anfängliche Mindestbetrag des EBITDA der letzten 12 Monate beträgt 60.700.000 € zum 31. März 2020 und erhöht sich im Allgemeinen jedes Quartal danach.

b)

Gesamt-Nettoverschuldung - Die Gruppe ist verpflichtet, einen bestimmten Verschuldungsgrad in Bezug auf jede relevante Periode nicht zu überschreiten (ein solcher Verschuldungsgrad basiert auf der konsolidierten Gesamtnettoverschuldung (d.h. dem Gesamtbetrag der liquiden Mittel abzüglich der Finanzverschuldung der Gruppe, wie in der Vereinbarung über die revolvierende Kreditfazilität definiert) zum konsolidierten EBITDA). Der anfängliche Gesamtnettohöchstverschuldungsgrad beträgt 5,59 zum 31. März 2020 und sinkt im Allgemeinen jedes Quartal danach.

c)

Mindestliquidität - Die Gruppe ist verpflichtet, über ihre Liquidität (d.h. frei verfügbare Barmittel und Barmitteläquivalente gemäß der Definition in der Vereinbarung über die revolvierende Kreditfazilität) Bericht zu erstatten. Wenn die Liquidität weniger als 25.000 tausend EUR (aber gleich oder größer als 20.000 tausend EUR) beträgt, liegt ein "weicher Mindestliquiditätsbruch" vor. Beträgt die Liquidität weniger als 20.000 tausend EUR, dann tritt ein "harter Mindestliquiditätsbruch" ein.

Die in den Absätzen (a) und (b) dargelegten Finanzvereinbarungen werden vierteljährlich überprüft. Die in Absatz (c) oben aufgeführten Finanzvereinbarungen werden auf monatlicher Basis getestet. Die erstmalige Überprüfung der Financial Covenants ist zum 31. März 2020 fällig. Zum 31. Dezember 2019 wurde die revolvierende Kreditfazilität nicht in Anspruch genommen und steht in Höhe der vollen EUR 65.000 tausend zur Verfügung.

Ein weicher Mindestliquiditätsbruch berechtigt die Kreditgeber der revolvierende Kreditfazilität, die Finanzierung künftiger Inanspruchnahmen für den Zeitraum einer solchen Verletzung zu verweigern. Ein harter Verstoß gegen die Mindestliquidität bedeutet, dass die Darlehensgeber der revolvierenden Kreditfazilität für den Zeitraum eines solchen Verstoßes nicht verpflichtet sind, eine künftige Inanspruchnahme zu finanzieren, und stellt ein Ausfallereignis dar. Ein Verstoß gegen die EBITDA-Mindestvereinbarung oder die Gesamt-Netto-Verschuldungs-Vereinbarung stellt ebenfalls ein Ausfallereignis dar. Ein Ausfallereignis im Rahmen der revolvierenden Kreditfazilität stellt auch gleichzeitig ein Ausfallereignis im Rahmen der Vereinbarung der vorrangigen Bürgschaftsfazilität dar (Kreuzverzugsfall). Gemäß den Verträgen werden die Vereinbarungen regelmäßig von der Treasury-Abteilung in Zusammenarbeit mit dem Konzerncontrolling überwacht und dem Management regelmäßig berichtet, um die Einhaltung der Vereinbarung sicherzustellen. Im Dezember 2020 hat die Gruppe vor dem Hintergrund niedrigerer als geplanter Ergebnisse infolge der COVID-19-Krise mit den finanzierenden Banken die Covenants für die Zeiträume ab dem 31. Dezember 2020 bis zum Ende der Laufzeit neu verhandelt (so genannter "Covenant-Reset"). Zum Datum dieses Berichts erfüllte die Gruppe alle oben genannten Finanzkennzahlen und erwartet, dass sie die genannten Finanzkennzahlen auch in späteren Geschäftsjahren, insbesondere vor dem Hintergrund reduzierter Covenants nach Covenant-Reset, einhalten wird. Weitere Einzelheiten zum Covenant-Reset finden sich im folgenden Abschnitt.

Zur Sicherung der Bankverbindlichkeiten bzw. der von der indirekten Muttergesellschaft Mangrove LuxCo III S.à r.l. emittierten Anleihen haften zahlreiche Gesellschaften des Kelvion-Konzerns mit vertraglich definierten Vermögenswerten. Der Haftungsverbund hat sich im Jahr 2019 nicht wesentlich verändert. Detaillierte Ausführungen zu den Haftungsverhältnissen aus dieser Gruppenfinanzierung enthält Kapitel 7.4.

Risiko der Nichteinhaltung der Finanzvereinbarungen aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus durch Änderung (deutliche Reduzierung) der Covenants im Dezember 2020 für Zeiträume ab dem 31. Dezember 2020 reduziert

Aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus im Januar 2020 sah sich die Gruppe einem erhöhten Risiko der Nichteinhaltung von Finanzvereinbarungen in der Zukunft gegenüber. Die Geschäftsführung des Konzerns hat über dieses Risiko im vorangegangenen Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 unter dem 13. August 2020 berichtet. Die Situation sah seinerzeit wie folgt aus: Bis Mitte 2020 hat die Mangrove-Gruppe erwartet, dass die Schlüsselzahlen Umsatz und normalisiertes EBITDA innerhalb des Kelvion-Segments im Großen und Ganzen mit dem Vorjahr übereinstimmen würden. Das Management ist davon ausgegangen, dass die negativen Auswirkungen der Inflation auf die Personal- und Materialkosten durch die verschiedenen Gegenmaßnahmen, die bereits umgesetzt wurden oder zur Umsetzung bereit waren, ausgeglichen werden würden. Auch ein Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr von etwa 10% wurde zu diesem Zeitpunkt als möglich erachtet. Dies hätte dazu geführt, dass das normalisierte EBITDA hinter dem Niveau von 2019 zurückgeblieben wäre, aber entsprechend den Planungen immer noch über den geforderten normalisierten EBITDAs aus den Kreditvereinbarungen liegen würde.

Im dritten und vierten Quartal 2020 haben die jüngsten Entwicklungen in der Corona-Krise gezeigt, dass ein Umsatzrückgang von rund 10% im Jahresvergleich erfolgt ist und dass das normalisierte EBITDA unter das Niveau von 2019 gefallen ist. Infolgedessen konnte nur noch ein konsolidiertes EBITDA in der Größenordnung des von den Finanzvereinbarungen vorgegebenen Niveaus erzielt werden. Je nachdem, wie sich die weiteren Auswirkungen der Coronakrise im operativen Geschäft niederschlagen, konnte im Zeitraum bis zum Covenant-Reset am 22. Dezember 2020 aber das Risiko nicht ausgeschlossen werden, dass die Finanzvereinbarungen Ende Dezember 2020 oder in den folgenden Quartalen des Jahres 2021 nicht eingehalten werden können. Daher hat die Geschäftsführung des Konzerns im November 2020 Verhandlungen mit den kreditgebenden Banken über eine Anpassung (Reduzierung) der Covenants aufgenommen, die am 22. Dezember 2020 erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Die Geschäftsführung hat hierzu ein Budget für das Jahr 2021 und eine Langfristplanung für die Jahre 2021 - 2024 aufgestellt. Für das Jahr 2021 geht die Geschäftsführung in dieser Planung davon aus, dass sich die Märkte von den Auswirkungen der COVID-Krise noch nicht wieder erholen und hat damit ein pessimistisches Szenario aufgestellt. Ab dem Jahr 2022 wird eine beginnende Erholung erwartet. Ein Erreichen der ursprünglich vereinbarten Covenants wird nach dieser Planung erst zum 31. Dezember 2024 angenommen. Damit hat die COVID-19-Krise den Konzern, verglichen zur ursprünglichen Unternehmensplanung aus der Refinanzierung aus dem Jahr 2019, nach Einschätzung der Geschäftsführung um bis zu zwei Jahre zurückgeworfen. Dieser neue Unternehmensplan wurde von einer international renommierten Strategieberatung validiert und war wesentliche Entscheidungsgrundlage für die Banken. Die Banken haben daraufhin einer deutlichen Reduzierung der Covenants im Zeitraum vom 31. Dezember 2020 bis zum 31. Dezember 2024 zugestimmt.

Insgesamt sieht die Geschäftsführung der Gruppe damit seit dem 22. Dezember 2020 das Risiko eines möglichen Bruchs der Finanzkennzahlen EBITDA-Mindestbetrag, Gesamt Nettoverschuldung oder Mindestliquidität und die damit verbundenen möglichen negativen Folgen aufgrund des erfolgten Covenant-Resets als unwahrscheinlich an. Selbst eine Verschlechterung der Ergebnisse im Vergleich zum Budget 2021 oder in den Folgejahren von 15% (2021) bis 20% (ab 2022) würde zu keinem Bruch der Covenants führen.

3.7 Fremdwährungs-Sensitivitätsanalyse

Die Gesellschaften der Kelvion-Gruppe sind Fremdwährungsrisiken immer dann ausgesetzt, wenn ihre Kapitalströme nicht auf ihre funktionale Währung lauten. Das Wechselkursrisiko wird mit Hilfe geeigneter Instrumente so abgesichert, dass die aus dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsgeschäft entstehenden Schwankungen weitgehend ausgeglichen werden.

Das in der Sensitivitätsanalyse dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert aus den folgenden Geschäften:

Währungsderivate, die zur Absicherung für bislang noch bilanzunwirksame Grundgeschäfte, d. h. für vertraglich vereinbarte sowie erwartete Transaktionen, eingebunden sind. Mit diesen Fremdwährungsderivaten ist ein erfolgswirksames wechselkursbedingtes Risiko verbunden;

Ungesicherte Fremdwährungstransaktionen: Die Umrechnung von auf Fremdwährung lautenden Forderungen oder Verbindlichkeiten zum Stichtagskurs wirkt sich unmittelbar erfolgswirksam aus.

Die Kapitalströme in Fremdwährung werden mehrheitlich in den aus der folgenden Tabelle ersichtlichen Währungspaaren abgerechnet. Die Fremdwährungen werden als maßgebliche Risikogröße in der Fremdwährungs-Sensitivitätsanalyse berücksichtigt. Die Zahlenangaben beziehen sich auf einen Anstieg oder Rückgang der Fremdwährung um 10 Prozent gegenüber der Basiswährung.

(in TEUR) Jahresergebnis
Basiswährung Fremdwährung Nominalvolumen 2019
+10% - 10%
USD EUR 44.683 -1.245 1.602
CNY EUR 30.449 -2.649 3.237
CNY USD 14.025 -611 746
EUR USD 12.163 1.065 -1.065
USD GBP 11.074 -1.003 1.226
AED EUR 8.315 -553 676
BRL EUR 7.839 -712 870
(in TEUR) Jahresergebnis
Basiswährung Fremdwährung Nominalvolumen 2018
+10% -10%
EUR USD 149.681 -512 639
USD GBP 39.406 3.159 -3.829
EUR CNY 18.013 173 -211
EUR CZK 16.787 -1.485 1.815
USD CNY 13.543 -1.117 1.365
EUR GBP 13.234 -728 890

Der Berechnung lag ein Nominalbetrag in Höhe von 151.867 tausend EUR zugrunde (2018: 250.665 tausend EUR).

Der Nominalbetrag bezieht sich auf sämtliche vertraglich vereinbarte Cashflows in Fremdwährung zum Abschlussstichtag, die zum Schlusskurs in Euro umgerechnet werden.

3.8 Zinssensitivitätsanalyse

Die Zinssensitivitätsanalyse stellt die Auswirkungen von Marktzinsänderungen auf Zinszahlungen und somit auf die erfolgswirksamen Zinserträge und Zinsaufwendungen dar. Sie beruht auf den folgenden Annahmen:

Nicht-derivative festverzinsliche Finanzinstrumente unterliegen nur dann einem bilanziellen Zinsänderungsrisiko, wenn sie zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Kelvion-Gruppe bewertet derartige Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Nicht-derivative variabel verzinsliche Finanzinstrumente, deren Zinszahlungen nicht als gesicherte Grundgeschäfte Bestandteil einer als Absicherung von Zahlungsströmen bilanzierten Sicherungsbeziehung sind, unterliegen sowohl einem ergebnis- als auch zahlungswirksamen Zinsänderungsrisiko.

Eingebettete Derivate, die vom Basisvertrag getrennt dargestellt werden, unterliegen einem wesentlichen Zinsrisiko aufgrund von Schwankungen im beizulegenden Zeitwert, die durch verschiedene Möglichkeiten zur vorzeitigen Tilgung bedingt sind.

Währungsderivate unterliegen keinem wesentlichen Zinsänderungsrisiko und haben daher keinen Einfluss auf die Zinssatzsensitivität.

Bei der Sensitivitätsanalyse wird für den 31. Dezember 2019 eine lineare Verschiebung in den Zinskurven aller Währungen von plus 100 oder minus 20 Basispunkten angenommen. Daraus ergeben sich die folgenden Effekte:

• 31.12.2019 • 31.12.2018
(in TEUR) + 100 Basispunkte - 20 Basispunkte + 100 Basispunkte - 20 Basispunkte
Ergebniswirksame Zinsrisiken -2.117 810 -2.116 811

Die Berechnung basiert auf einem Nominalwert von 251.277 tausend EUR (2018: 251.277 tausend EUR).

3.9 Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement der Kelvion Group umfasst sowohl Eigen- als auch Fremdkapital. Ein Ziel ist die Aufrechterhaltung eines ausreichenden und gleichen Niveaus von Betriebskapital, Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Aufgrund der breiten Produktpalette und der Aktivitäten auf den globalen Märkten erwirtschaftet die Kelvion unter normalen wirtschaftlichen Bedingungen vorhersehbare und nachhaltige Cashflows. Die Ressourcen werden innerhalb der Kelvion-Gruppe in erster Linie auf der Grundlage einer strategischen und mittelfristigen Planung zugewiesen. Dies bildet den Rahmen für die Vorbereitung von Schlüsselentscheidungen über Kerntechnologien, Absatzmärkte und andere strategisch wichtige Variablen.

Akquisitionen und Erweiterungsinvestitionen werden nicht nur auf der Grundlage von Leistungskennzahlen bewertet, die potenzielle Renditen aufzeigen, sondern auch im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Erreichung der strategischen Ziele der Gruppe. Das wichtigste wirtschaftliche Kriterium für die Bewertung von Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen ist der Kapitalwert der mit diesen Investitionen verbundenen künftigen Cashflows. Die Amortisationsdauer (d.h. die Zeit, bis der anfängliche Cashflow aus der Investition zurückerhalten wurde) wird ebenfalls als zusätzlicher Maßstab für die Bewertung des Risikos berechnet, das sich aus sich ändernden wirtschaftlichen Bedingungen ergibt.

Das Working Capital ist ein weiteres Schlüsselelement des eingesetzten Kapitals. Das Working Capital Management beginnt vor der Annahme eines Auftrags mit den angebotenen oder ausgehandelten Zahlungsbedingungen.

Die Kelvion-Gruppe unterliegt keinen externen Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung. Jedoch haften die Konzerngesellschaften der Kelvion Finance GmbH im Rahmen der Refinanzierung des Kaufpreises für den Kauf der Galapagos BidCo-Gruppe durch die luxemburgischen Holdinggesellschaften mit ihren Vermögenswerten. Detaillierte Ausführungen zu den Haftungsverhältnissen aus dieser Gruppenfinanzierung enthält Ziffer 7.4.

4. Akquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften

Mit Vertrag vom 30. Oktober 2019 hat die Kelvion Holding GmbH (eine 100% Tochtergesellschaft der Kelvion Finance GmbH) sämtliche Anteile an der ENEXIO Management GmbH, Herne, erworben und damit die ENEXIO-Gruppe übernommen. Hauptgrund für den Erwerb war, die ENEXIO-Gruppe mit deren Bereichen "Dry Cooling Systems" ("DCS"), "Service" und "Water" unter die Leitung des Managements der Kelvion-Gruppe und damit die anstehenden Veränderungen in die Verantwortung des Kelvion Managements zu bringen. Der Bereich DCS soll entweder insgesamt oder in Teilen veräußert werden. Sollte dies nicht gelingen, ist beabsichtigt, im Jahr 2021 mit der Abwicklung des Bereiches DCS (so genannter "DCS wind down") zu beginnen. Die Bereiche Service und Water werden entweder veräußert oder in die Organisation der Kelvion-Gruppe integriert werden. Der Kaufpreis für 100 % der Anteil an der ENEXIO Management GmbH hat EUR 1 betragen. Im Konzern fielen keine wesentlichen akquisitionsbedingten Anwaltshonorare oder Due Diligence-Kosten an.

4.1 Transaktion unter gemeinsamer Beherrschung

Bei dem Erwerb der ENEXIO Management GmbH und seiner Tochtergesellschaften im Geschäftsjahr 2019 handelt es sich nicht um Unternehmenszusammenschlüsse in Sinne von IFRS 3. Die Erwerbe der Unternehmen erfolgten als Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung, da die ultimative Kontrolle (Beherrschung) über die beteiligten Unternehmen vor und nach der Transaktion bei der Muttergesellschaft, der Galapagos BidCo S.à r.l., Luxemburg, verbleibt.

Das Management hat das im Rahmen von Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung bestehende Wahlrecht, die Buchwertmethode anzuwenden, in Anspruch genommen und bilanziert die Vermögenswerte und Schulden der zum 30. Oktober 2019 konsolidierten Tochterunternehmen jeweils zu den übernommenen Buchwerten. Die Vermögenswerte und Schulden der erworbenen Gesellschaften wurden gegen Zahlung eines Kaufpreises erworben. Etwaige Differenzen zwischen den zu Buchwerten übernommenen Vermögenswerten und Schulden im Erwerbszeitpunkt und dem Kaufpreis werden erfolgsneutral in einer separaten Rücklagenposition im Eigenkapital (Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung) erfasst.

Die im Rahmen der Aufrechnung der Kaufpreise der erworbenen Unternehmen mit den jeweiligen Nettovermögen entstehenden Differenzbeträge werden in der Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung ausgewiesen:

(in TEUR) 31.12.2019
Übertragenes Nettovermögen zu Buchwerten -18.063
Kaufpreise der erworbenen Unternehmen 0
Rücklage für Unternehmenszusammenschlüsse aus Transaktionen zwischen Gesellschaften unter gemeinsamer Beherrschung -18.063

4.2 Identifizierbare erworbene Vermögenswerte und übernommene Verbindlichkeiten

Die folgende Tabelle fasst die ausgewiesenen Beträge der erworbenen Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt ohne die aus dem Erwerb resultierende Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung zusammen:

(in TEUR) 31.12.2019
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 8.883
Sachanlagevermögen 13.199
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 21.859
Aktive Latente Steuern 13.285
Vorräte 8.627
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 63.781
Kurzfristige Ertragssteueransprüche 453
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 38.840
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 2.277
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche 55.216
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7.404
Langfristige Rückstellungen -39.578
Langfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern -5.628
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten -52.496
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten -4.730
Passive latente Steuern -6.374
Kurzfristige Rückstellungen -9.935
Kurzfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern -6.158
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -36.720
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten -2.750
Steuerschulden -29
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -47.906
Zur Veräußerung gehaltene Schulden und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche -39.583
Summe des identifizierbaren erworbenen Nettovermögens -18.063

5. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden sowie nicht fortgeführte Geschäftsbereiche

Verkauf des Geschäftsbereichs Heller

Das Segment ENEXIO besteht aus drei Geschäftsbereichen: Dry Cooling Systems (DCS), Service Solutions und Water Technologies (WT). Der Markt für "Dry Cooling" befand sich 2017 und 2018 auf historischen Tiefstständen. Daher führte ENEXIO ein weltweites Restrukturierungsprogramm durch. Die Belegschaft wurde um rund 200 Vollzeitäquivalente reduziert und der Hauptsitz für Dry Cooling von Deutschland nach Ungarn verlegt. Der Markt für Dry Cooling zeigte 2019 Anzeichen einer Erholung, jedoch auf einem erheblich niedrigeren Niveau als in der Vergangenheit. Das Management hat im Verlauf des Jahres 2019 beschlossen, das DCS-Geschäft mit einem Verkauf oder Teilverkauf des DCS-Geschäfts als bevorzugte Option und einem Abwicklungsszenario als Alternative auszugliedern.

Die ENEXIO Management GmbH (Verkäufer) und die MVM Magyar Villamos Művek Zrt. (Käufer) haben am 27. Oktober 2020 einen Kaufvertrag über die Anteile der ENEXIO Hungary Zrt. einschließlich ihrer beiden chinesischen Tochtergesellschaften unterzeichnet ("signing"). Die Closing-Bedingung des Kaufvertrages wurde am 31. Dezember 2020 erfüllt (wir verweisen auf das Kapitel "12. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag").

Das Heller-Geschäft wurde bereits beim Erwerb der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften als nicht fortgeführter Geschäftsbereich klassifiziert (zu weiteren Einzelheiten siehe Abschnitt 4. Acquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften). Die Veräußerungsgruppe wird zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Da der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten den Buchwert übersteigt, wird die Veräußerungsgruppe, d. h. die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden (IFRS 5.38), in der Bilanz mit ihrem Buchwert erfasst.

Auswirkung der Veräußerung auf die Finanzlage des Konzerns

Vermögenswerte und Schulden des Heller-Geschäfts wurden in die Position "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche" bzw. "Zur Veräußerung gehaltene Schulden und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche" umgegliedert. Die wichtigsten Vermögenswerte und Schulden des Heller-Geschäfts stellen sich zum 31. Dezember 2019 wie folgt dar:

2019 Heller disposal group
(tausend EUR)
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 10.944
Sachanlagen 8.024
Latente Steueransprüche 1.292
Vorräte 5.751
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 14.684
Sonstige betriebliche Vermögenswerte 2.498
Ertragsteuerforderungen 68
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 359
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.843
Kurzfristige Rückstellungen -3.653
Verbindlichkeiten -17.623
Nettovermögen 24.187

Alle Zugänge und Abgänge von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, die im Zeitraum vom 1. November 2019 bis 31. Dezember 2019 im Rahmen des Heller-Geschäfts anfielen, wurden unter den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten erfasst. Die nachstehende Tabelle zeigt die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen des Heller-Geschäfts zum 31. Dezember 2019 und für den Zeitraum vom 1. November 2019 bis zum 31. Dezember 2019:

2019 Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen
(tausend EUR)
Anfangsbestand 0 0
Zugänge aus Erstkonsolidierung 10.774 8.127
Zugänge 175 24
Währungsumrechnungen -5 -127
Nettobuchwert 31.12.2019 10.944 8.024

Die Gewinn- und Verlustrechnung des Heller-Geschäfts im Zeitraum vom 1. November 2019 bis 31. Dezember 2019 stellt sich wie folgt dar:

2019 Heller disposal group
(tausend EUR)
Umsatzerlöse 15.277
Aufwendungen -13.083
Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit 2.194
Finanzergebnis 23
Ergebnis vor Steuern (EBT) 2.217
Ertragssteueraufwand (-) -664
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 1.553

6. Erläuterungen zur Konzernbilanz: Aktiva

6.1 Geschäfts- oder Firmenwerte

Der Geschäfts- oder Firmenwert bezeichnet den positiven Differenzbetrag zwischen Kaufpreis und dem beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens. Er wird als immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer bilanziert und seine Werthaltigkeit wird jährlich am Ende des Geschäftsjahres sowie jederzeit bei Anzeichen für eine potenzielle Wertminderung überprüft. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt. Diese sind die kleinsten identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten, die einen eigenständigen Cashflow generieren und weitestgehend unabhängig von den Cashflows anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind und die kleinste Ebene innerhalb des Konzerns darstellen, auf welcher der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Daher wird der Geschäfts- oder Firmenwert (bezogen auf die fortgeführte Geschäftstätigkeit) auf die vier Business Units Refrigeration Technologies (RT), Machine Cooling Systems (MCS), Project Engineered Solutions (PES) und Plate Heat Exchangers (PHE) verteilt und auf dieser Ebene überwacht.

Die folgenden Tabellen zeigen die Entwicklung der Allokation des Geschäfts- oder Firmenwerts auf die vier zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Kelvion-Gruppe der vergangenen zwei Jahre:

Kelvion
(in TEUR) Refrigeration Technologies Machine Cooling Systems Project Engineered Solutions Plate Heat Exchangers Summe Kelvion
Buchwert per 31. Dezember 2017 18.572 127.895 359 7.841 154.667
Zugänge - 22.322 - - 22.322
Wertminderungen - - - - -
Buchwert per 31. Dezember 2018 18.572 150.217 359 7.841 176.989
Zugänge - - - - -
Wertminderungen - -80.016 - - -80.016
Buchwert per 31. Dezember 2019 18.572 70.201 359 7.841 96.973

Der Firmenwert der Kelvion-Geschäftseinheit Machine Cooling Systems wurde gemäß IAS 36 aufgrund der zu erwartenden Geschäftsentwicklung teilweise wertberichtigt, da der erzielbare Betrag niedriger als der Buchwert der Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit war. Die Wertminderungen werden in den Umsatzkosten ausgewiesen.

Der erzielbare Betrag jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit am 31. Dezember 2019 wurde durch Berechnung der individuellen Nutzungswerte im Rahmen der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Dabei wurde für die Jahre 2021-2022 die Planung "bottom up" sowie für die Geschäftsjahre 2023-2024 die Planung auf einer "top down"-Basis berücksichtigt.

Die Planung des Budgets und die mittelfristige Planung der Kelvion-Gruppe basieren auf spezifischen Annahmen für die jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Diese beziehen Entwicklungen in zentralen makroökonomischen Kennzahlen, wie beispielsweise Bruttoinlandsprodukt, Marktanteil, Entwicklungen der Arbeitskosten sowie Entwicklungen der Kosten von Rohmaterial und regulatorische Rahmenbedingungen ein. Darauf aufbauend werden zentrale Plankennzahlen jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit für die Vierjahresperiode entwickelt, welche zur Ermittlung von Netto-Cashflows genutzt werden. Diese komplettieren den Planungsprozess der Geschäftsleitung und werden in Gesellschafterausschüssen (shareholder committees) diskutiert.

Der Abzinsungssatz der Nettozuflüsse an Zahlungsmitteln entspricht dem gewichteten Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten. Die verschiedenen Risiken und Ertragsstrukturen der Kelvion Business Units werden durch die separate Berechnung der Kapitalkosten nach Steuern für die jeweiligen Business Units und Kapitalstrukturen berücksichtigt. Dazu wird ein Vergleich mit ähnlichen Unternehmen desselben Industriebereichs durchgeführt. Die Eigenkapitalkosten entsprechen der erwarteten Rendite der Anteilseigner, wohingegen die Fremdkapitalkosten auf den Bedingungen beruhen, zu denen vergleichbare Unternehmen langfristige Finanzierungsinstrumente beziehen. Beide Angaben beruhen auf Kapitalmarktinformationen.

Der Nutzungswert basiert auf den folgenden wesentlichen Annahmen: Für die Perioden nach dem Detailplanungszeitraum wird eine Wachstumsrate der Cashflows von 1,0 Prozent (2018: 1,0 Prozent) p.a. angenommen. Diese zugrunde liegende Wachstumsrate übersteigt nicht die durchschnittliche langfristige Wachstumsrate der Märkte, in denen die Business Units tätig sind. Die Kapitalkosten der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, welche der Abzinsung zugrunde gelegt werden, basieren auf einer risikolosen, langfristigen Zinsrate von 1,0 Prozent (2018: 1,0 Prozent) und einer Marktrisikoprämie von 7,0 Prozent (2018: 7,0 Prozent). Zusätzlich werden Beta-Faktoren, credit spread sowie Kapitalstrukturen für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit von einer Vergleichsgruppe (peer group) abgeleitet. Des Weiteren werden spezifische Steuersätze verwendet.

Die folgende Tabelle zeigt die angewendete nachhaltige Wachstumsrate und den Kapitalkostensatz, der zur Diskontierung der erwarteten Cashflows genutzt wird:

Nachhaltige Wachstumsrate
2019 2018
Refrigeration Technologies 1,0% 1,0%
Machine Cooling Systems 1,0% 1,0%
Project Engineered Solutions 1,0% 1,0%
Plate Heat Exchangers 1,0% 1,0%
Kapitalkostensatz nach Steuern Kapitalkostensatz vor Steuern
2019 2018 2019 ) 2018
Refrigeration Technologies 9,5% 9,7% 12,2% 12,3%
Machine Cooling Systems 9,2% 9,9% 12,4% 12,4%
Project Engineered Solutions 9,5% 9,5% 13,0% 12,1%
Plate Heat Exchangers 9,3% 9,9% 12,5% 12,4%

Obwohl die Schätzung der diskontierten zukünftigen Cashflows als angemessen erachtet wird, könnten Änderungen der Annahmen oder andere Umstände eine Anpassung der Bewertung erfordern. Für die drei Business Units Refrigeration Technologies, Project Engineered Solutions und Plate Heat Exchangers wurden Sensitivitätsanalysen für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Basis einer Erhöhung der Nachsteuer-Diskontsätze um einen Prozentpunkt und auf Basis einer Reduzierung der nachhaltigen Wachstumsrate auf null erstellt. Die Gesellschaft kommt zum Ergebnis, dass keine der beiden Änderungen zu einer Wertminderung des Firmenwerts in den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Refrigeration Technologies, Project Engineered Solutions und Plate Heat Exchangers Konzerns führen würde. Für die wertberichtigte Business Unit Machine Cooling Systems wird jede Änderung der Annahmen zu weiteren Wertminderungen führen.

6.2 Sonstige immaterielle Vermögenswerte inklusive Nutzungsrechten

Der Buchwert der immateriellen Vermögenswerte hat sich wie folgt entwickelt:

(in TEUR) Marktbezogene immaterielle Vermögenswerte Kundenbezogene immaterielle Vermögenswerte Vertragsbasierte immaterielle Vermögenswerte
01.01.2018
Anfangsbestand 4.721 24.761 4.649
Veränderungen in 2018
Zugänge 0 0 689
Abgänge 0 0 -856
Abschreibungen -414 -5.705 -1.273
Wertminderungen 0 0 0
Reklassifizierungen 0 0 36
Zugänge aus Erstkonsolidierung 5.994 15.748 0
Währungsumrechnung 185 481 0
Nettobuchwert 31.12.2018 10.486 35.285 3.245
31.12.2018
Anschaffungs-/Herstellungskosten 76.772 65.613 8.952
Kumulierte Abschreibungen -66.286 -30.328 -5.707
Nettobuchwert 10.486 35.285 3.245
01.01.2019
Anfangsbestand 10.486 35.285 3.245
Veränderungen in 2019
Zugang aus Erstanwendung IFRS 16 0 0 0
Zugänge aus Erstkonsolidierung 724 0 873
Zugänge 0 0 128
Abgänge 0 0 -410
Abschreibungen -715 -6.842 -530
Wertminderungen 0 0 -167
Reklassifizierungen 175 466 -1.928
Währungsumrechnung 140 365 25
Nettobuchwert 31.12.2019 10.810 29.274 1.236
31.12.2019
Anschaffungs-/Herstellungskosten 77.811 66.449 7.105
Kumulierte Abschreibungen -67.001 -37.175 -5.869
Nettobuchwert 10.810 29.274 1.236
(in TEUR) Technologiebasierte immaterielle Vermögenswerte Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte Nutzungsrechte (Right of use asset) Summe
01.01.2018
Anfangsbestand 122.714 5.010 0 161.855
Veränderungen in 2018
Zugänge 7.951 2.038 0 10.678
Abgänge -735 -1.626 0 -3.217
Abschreibungen -18.634 -369 0 -26.395
Wertminderungen -2.181 0 0 -2.181
Reklassifizierungen -192 164 0 8
Zugänge aus Erstkonsolidierung 0 0 0 21.742
Währungsumrechnung -3 -2 0 661
Nettobuchwert 31.12.2018 108.920 5.215 0 163.151
31.12.2018
Anschaffungs-/Herstellungskosten 192.591 7.262 0 351.190
Kumulierte Abschreibungen -83.671 -2.047 0 -188.039
Nettobuchwert 108.920 5.215 0 163.151
01.01.2019
Anfangsbestand 108.920 5.215 0 163.151
Veränderungen in 2019
Zugang aus Erstanwendung IFRS 16 0 0 53.262 53.262
Zugänge aus Erstkonsolidierung 272 201 6.813 8.883
Zugänge 3.612 4.827 12.183 20.750
Abgänge -120 -156 -1.410 -2.096
Abschreibungen -19.402 -646 -11.758 -39.893
Wertminderungen -4.644 0 0 -4.811
Reklassifizierungen 1.574 -287 0 0
Währungsumrechnung -25 6 447 958
Nettobuchwert 31.12.2019 90.187 9.160 59.537 200.204
31.12.2019
Anschaffungs-/Herstellungskosten 201.758 12.762 71.549 437.434
Kumulierte Abschreibungen -111.571 -3.602 -12.012 -237.230
Nettobuchwert 90.187 9.160 59.537 200.204

Die Zugänge resultieren in Höhe von 53.262 tausend EUR aus den Zugängen von Nutzungsrechten, die entsprechend der Umsetzung des neuen IFRS-Standards 16 (Leasing) erstmals ab dem 1. Januar 2019 zu aktivieren sind.

Die Zugänge aus Erstkonsolidierung in Höhe von 8.883 tausend EUR resultieren aus der Akquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften vom 30. Oktober 2019. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Abschnitt "4. Akquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften".

Weitere Zugänge in Höhe von 20.750 tausend EUR sind zudem durch den Erwerb von vertrags- und technologiebasierten Nutzungsrechten an Software und Patenten sowie durch Kapitalisierung von Eigenleistungen im Rahmen von Softwareentwicklungen zu verzeichnen.

Der Großteil der Zugänge im Jahr 2019 resultiert aus Projekten in Westeuropa.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte weisen eine begrenzte Nutzungsdauer auf und werden wie folgt linear abgeschrieben:

Nutzungsdauer in Jahren
Marktbezogene immaterielle Vermögenswerte 3 bis 20
Kundenbezogene immaterielle Vermögenswerte 5 bis 10
Vertragsbasierte immaterielle Vermögenswerte 3 bis 18
Technologiebasierte immaterielle Vermögenswerte 3 bis 25

Die Abschreibungen und Wertminderungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte werden überwiegend den Umsatzkosten zugeordnet. Die Wertminderungen in Höhe von 4.644 tausend EUR in den technologiebasierten immateriellen Vermögenswerten betreffen ausschließlich die Business Unit Machine Cooling Systems. Der auf der Basis von Lizenzraten und geplanten Umsatzerlösen ermittelte erzielbare Betrag der technologiebasierten immateriellen Vermögenswerte ist niedriger als der Buchwert der korrespondierenden Vermögenswerte.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer sind in der Konzernbilanz nicht enthalten. Angaben zu verpfändeten oder anderweitig als Sicherheit dienenden immateriellen Vermögenswerte finden sich in Kapitel 7.4.

6.3 Sachanlagen

Im Wert der Sachanlagen waren folgende Veränderungen zu verzeichnen:

(in TEUR) Grundstücke und Gebäude (selbst genutzt) Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Summe
Bestand am 01.01.2018
Anfangsbestand 78.900 60.769 18.199 157.868
Veränderungen in 2018
Zugänge 3.823 11.072 7.476 22.371
Abgänge -810 -2.014 -34 -2.858
Abschreibungen -3.830 -10.681 -4.538 -19.049
Wertminderungen -20 -390 -2 -412
Reklassifizierungen 1.966 236 -427 1.768
Zugänge aus Erstkonsolidierung * 0 1.802 31 1.833
Währungsumrechnung -554 -94 -152 -801
Nettobuchwert 31.12.2018 79.475 60.700 20.553 160.728
31.12.2018
Anschaffungs-/Herstellungskosten 89.405 95.795 39.328 224.528
Kumulierte Abschreibungen -9.930 -35.095 -18.775 -63.800
Nettobuchwert 79.475 60.700 20.553 160.728
Bestand am 01.01.2019
Anfangsbestand 79.475 60.700 20.553 160.728
Veränderungen in 2019
Zugänge aus Erstkonsolidierung * 1.843 6.310 5.046 13.199
Zugänge 1.136 6.755 5.919 13.810
Abgänge -2.212 -922 -172 -3.306
Umgliederung erstmalige Anwendung IFRS 16 -14.037 -459 0 -14.496
Abschreibungen -3.804 -10.646 -4.893 -19.343
Wertminderungen 0 -548 0 -548
Reklassifizierungen 0 163 -163 0
Währungsumrechnung 670 47 329 1.046
Nettobuchwert 31.12.2019 63.071 61.400 26.619 151.090
31.12.2019
Anschaffungs-/Herstellungskosten 64.388 106.271 60.245 230.904
Kumulierte Abschreibungen -1.317 -44.871 -33.626 -79.814
Nettobuchwert 63.071 61.400 26.619 151.090

* Zugang im Zusammenhang mit Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung.

Die Zugänge aus Erstkonsolidierung resultieren aus der Akquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften vom 30. Oktober 2019. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Abschnitt "4. Akquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften".

In der Berichtsperiode umfasst der überwiegende Teil der Zugänge Projekte in Westeuropa (8.309 tausend EUR), Nordamerika (2.081 tausend EUR), Osteuropa (2.042 tausend EUR) sowie Asien (1.250 tausend EUR).

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden linear über folgende Nutzungsdauern abgeschrieben:

Nutzungsdauer in Jahren
Gebäude und Gebäudebestandteile 2 bis 50
Technische Anlagen und Maschinen, andere Anlagen 2 bis 30
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 10

Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen werden überwiegend den Umsatzkosten zugeordnet.

Die zugrunde gelegten Restbuchwerte und Nutzungsdauern werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft und, falls erforderlich, angepasst.

Angaben zu verpfändeten oder anderweitig als Sicherheit dienenden Sachanlagen finden sich in Abschnitt 7.4.

6.4 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie sonstige Beteiligungen 183 92
Derivative Finanzinstrumente 147 -
Übrige finanzielle Vermögenswerte 37.509 33.738
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 37.839 33.830
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 714 19.913
Derivative Finanzinstrumente 1.608 493
Bankwechsel 2.678 3.308
Übrige finanzielle Vermögenswerte 5.582 7.980
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 10.582 31.694
Summe 48.421 65.524

Ergänzende Informationen zu den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind dem Abschnitt 11.3 zu entnehmen.

Der Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultiert im Wesentlichen aus geringeren Forderungen gegen die im Oktober 2019 erworbenen Unternehmen der ENEXIO-Gruppe. Aus dem Cashpool-Verbund, der gemeinsam mit ENEXIO besteht, und in dem die Kelvion Holding GmbH als Cashpool-Führer agiert, weist diese Forderungen in Höhe von 714 tausend EUR (2018: 19.913 tausend EUR) aus. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen wurden Wertberichtigungen gegen eine nicht konsolidierte Gesellschaft in Höhe von 1.210 tausend EUR berücksichtigt.

Die übrigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie sonstige Beteiligungen / Joint Ventures 3.075 19
Übrige sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 34.434 33.719
Übrige langfristige finanzielle Vermögenswerte 37.509 33.738
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 5.582 7.980
Übrige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 5.582 7.980
Summe 43.091 41.718

Die übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte entfallen im Wesentlichen mit 33.461 tausend EUR (2018: 32.570 tausend EUR) auf Erstattungsansprüche gegenüber dem Verkäufer der HX-Gruppe aufgrund einer Risikoteilungsvereinbarung im Zusammenhang mit einem laufenden Projekt. Eine entsprechende Rückstellung wurde unter den langfristigen Verbindlichkeiten bilanziert (wir verweisen bezüglich der abschließenden Einigung über die Erstattungsansprüche und die korrespondierenden Rückstellungen auf den Abschnitt "12. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag").

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen umfassen Anteile an den folgenden vier Unternehmen:

ENEXIO Power Cooling Solutions India Private Ltd., Chennai, Madras, India

GEA Shanxi Thermal Equipment Company Ltd., Taiyuan, Shanxi, China

Liaochen XinDe Water Technology Company, Ltd., Liaochen, Shandong Province, China

Wuhan Bloksma Heat Exchangers Co. Ltd., Wuhan, China

Der in der laufenden Periode erfolgswirksam erfasste Anteil am Ergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen beträgt TEUR 0.

Die folgenden Übersichten zeigen die wichtigsten Kennzahlen der relevantesten / wesentlichsten Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden:

(EUR thousand) 12/31/2019
Umsatz 16.665
Ergebnis nach Steuern 0
(EUR thousand) 12/31/2019
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 2.759
Kurzfristige Vermögenswerte 15.596
Passiva
Langfristige Verbindlichkeiten 32
Kurzfristige Verbindlichkeiten 13.370

Die Fälligkeiten der übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Buchwert vor Wertminderungen 43.091 41.718
Wertminderungen - -
Buchwert 43.091 41.718
davon zum Abschlussstichtag nicht überfällig 36.154 39.957
davon zum Abschlussstichtag in den folgenden Zeitbändern überfällig 6.937 1.761
Überfällig seit (Zeitspanne) weniger als 30 Tage 5.229 1.127
zwischen 31 und 60 Tagen - -
zwischen 61 und 90 Tagen - -
zwischen 91 und 180 Tagen - -
zwischen 181 und 360 Tagen - -
mehr als 360 Tage 1.708 634

Die überfälligen übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte betreffen größtenteils Dritte.

Angaben zu verpfändeten oder anderweitig als Sicherheit dienenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten finden sich in Abschnitt 7.4.

6.5 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Sonstige Forderungen gegen Finanzbehörden 16.202 11.663
Aktive Rechnungsabgrenzungen 7.174 4.867
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 6.851 1.872
Summe 30.227 18.402

Die Forderungen gegen Finanzbehörden resultieren in Höhe von 7.924 tausend EUR (2018: 5.041 tausend EUR) aus Umsatzsteuer und in Höhe von 8.278 tausend EUR (2018: 6.622 tausend EUR) aus sonstigen Forderungen gegenüber Finanzbehörden.

6.6 Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Roh-. Hilfs- und Betriebsstoffe 58.527 61.701
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 42.821 32.677
Fertige Erzeugnisse und Waren 14.222 16.709
Geleistete Anzahlungen 7.256 7.589
Summe 122.826 118.676

Der Anstieg der Vorräte resultiert insbesondere aus um 10.144 tausend EUR höheren Beständen an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen, welche sich im Wesentlichen aus der Akquisition der ENEXIO Management GmbH ergeben. Gegenläufig sind um 3.174 tausend EUR niedrigere Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie um 2.487 tausend EUR niedrigere Bestände an fertigen Erzeugnissen und Waren zu verzeichnen.

Für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden im Berichtsjahr Wertberichtigungen in Höhe von 9.289 tausend EUR (im Vorjahr 6.176 tausend EUR) vorgenommen, die überwiegend aus einem Rückgang der Marktpreise resultierten. Bei unfertigen und fertigen Erzeugnissen und Waren wurden Einschränkungen der Verwertbarkeit GuV-wirksam mit 3.066 tausend EUR (im Vorjahr 3.375 tausend EUR) berücksichtigt.

Angaben zu verpfändeten oder als sonstige Sicherheit gestellten Vorräten finden sich unter Abschnitt "7.4 Gesellschafterdarlehen".

6.7 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 177.698 175.130
davon gegen Dritte 176.507 173.188
davon gegen verbundene Unternehmen 1.191 1.942
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden 67.159 46.329
Summe 244.857 221.459

Der Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultiert im Wesentlichen aus den gegenüber dem Vorjahr um 20.830 tausend EUR höheren Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden.

In der Berichtsperiode wurden Wertberichtigungen von 10.624 tausend EUR (2018: 333 tausend EUR) und Wertaufholungen von 4.717 tausend EUR (2018: 1.107 tausend EUR) vorgenommen.

Im Jahr 2016 wurde eine Vereinbarung zum Verkauf von Forderungen abgeschlossen. Der Finanzierungsrahmen beträgt 25 Millionen EUR und wurde zum 31.12.2019 in Höhe von 16,9 Millionen EUR (2018: 18,1 Millionen EUR) ausgeschöpft.

Die Fälligkeitsfristen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte stellen sich folgendermaßen dar:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Buchwert vor Wertminderungen 192.267 182.240
Wertminderungen (-)/-aufholung (+) -15.760 -9.052
Buchwert 176.507 173.188
davon zum Abschlussstichtag nicht überfällig 142.107 122.818
davon zum Abschlussstichtag in den folgenden Zeitbändern überfällig 34.400 50.370
Überfällig seit (Zeitspanne) weniger als 30 Tage 19.621 26.138
zwischen 31 und 60 Tagen 6.297 7.165
zwischen 61 und 90 Tagen 2.565 2.275
zwischen 91 und 180 Tagen 2.112 2.195
zwischen 181 und 360 Tagen 733 2.916
mehr als 360 Tage 3.072 9.682

Langfristige Fertigungsaufträge

Der von und an Kunden zu entrichtende Bruttobetrag für Fertigungsaufträge setzt sich folgendermaßen zusammen:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Aktivierte Herstellungskosten aus Fertigungsaufträgen 1.209.508 469.243
zuzüglich anteiliges Ergebnis aus Fertigungsaufträgen 150.994 53.026
abzüglich antizipierter Verluste -9.192 -2
abzüglich Teilabrechnungen -1.311.982 -493.685
abzüglich Wertberichtigungen -1.344 0
Summe 37.984 28.582
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden (enthalten in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) 67159 46.329
Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden (enthalten in sonstigen Verbindlichkeiten) -29.175 -17.747
Summe 37.984 28.582

Mit Einführung des IFRS 15 Standards "Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden" im Geschäftsjahr 2018 werden die erwarteten Verluste aus Fertigungsaufträgen unter den Rückstellungen erfasst.

Die aus Fertigungsaufträgen erhaltenen Abrechnungen und Anzahlungen beliefen sich zum 31. Dezember 2019 auf 37.984 tausend EUR (2018: 28.582 tausend EUR).

Die in der Berichtsperiode angesetzten Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen beliefen sich auf 290.260 tausend EUR (2018: 227.221 tausend EUR).

6.8 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Bilanzposten "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" umfasst Bar- und Tagesgeldeinlagen. Die bilanzierten Zahlungsmittel ohne Zweckbindung umfassen Termin- und sonstige Bankeinlagen in Höhe von 144 tausend EUR (2018: 0 EUR).

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Frei verfügbare Mittel 86.149 38.696
Beschränkt verfügbare Mittel 144 0
Summe 86.293 38.696

7. Erläuterungen zur Konzernbilanz: Passiva

7.1 Eigenkapital

Stammkapital

Das Unternehmen wurde am 8. Januar 2014 mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 EUR (25.000 Anteile im Nennbetrag von je 1.00 EUR) gegründet. Mit Handelsregistereintragung vom 26. November 2015 wurde die Firma von Blitz F14-206 GmbH in Kelvion Finance GmbH umbenannt.

Kapitalrücklage

Auf der Gesellschafterversammlung am 5. November 2019 hat die alleinige Gesellschafterin Galapagos BidCo S.à r.l. zur Stärkung des Eigenkapitals eine Bareinlage in Höhe von 30.728 tausend EUR beschlossen. Die Kapitalrücklage erhöhte sich dadurch von 162.723 tausend EUR auf nunmehr 193.451 tausend EUR.

In Südafrika wird ein anteilsbasiertes Vergütungsprogramm für Arbeitnehmer bilanziert, um bestimmte Bewertungskriterien des 2003 verabschiedeten Gesetzes "Broad Based Black-Economic Empowerment Act" zu erfüllen. Dazu hat die Kelvion-Gruppe bei ihrer südafrikanischen Tochtergesellschaft unter anderem einen anteilsbasierten Vergütungsplan für die Belegschaft eingeführt. Die den Planteilnehmern gewährten Geschäftsanteile werden indirekt über eine Treuhandgesellschaft gehalten, die wiederum Optionen auf die Anteile an die Belegschaftsmitglieder ausgibt. Die Optionen gehen nach Ablauf einer fünfjährigen Sperrfrist auf die Planteilnehmer über. Jährlich werden 20 Prozent der Optionen nach Ablauf der Sperrfrist ausgeübt. Der Ausübungspreis entspricht dem Marktwert der Geschäftsanteile zum Zeitpunkt der Optionsgewährung. Die Optionen eines Belegschaftsmitglieds verfallen, wenn es vor Ablauf der Fünfjahresfrist aus der Gesellschaft ausscheidet.

Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer BeherrschungFührung

Bei den Erwerben von Unternehmen in den Geschäftsjahren 2016 und 2019 handelt es sich um Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung, da die ultimative Kontrolle über die erworbenen Unternehmen vor und nach den Transaktionen bei der Galapagos BidCo S.à r.l. Luxemburg liegt. Im Rahmen der Erstkonsolidierungen der erworbenen Unternehmen wurde das Wahlrecht in Anspruch genommen, die erworbenen Vermögenswerte und Schulden der einzubeziehenden Unternehmen nach der Buchwertmethode zu bilanzieren. Für den Erwerb der ENEXIO Management und ihrer Tochtergesellschaften am 30. Oktober 2019 verweisen wir auf den Abschnitt "4. Akquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften".

Im Rahmen der Konsolidierung wird das Nettovermögen der erworbenen Gesellschaften, welches zu Buchwerten bilanziert ist, gegen die Beteiligungsbuchwerte aufgerechnet. Die dabei entstehenden Differenzen werden erfolgsneutral in der Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung ausgewiesen. Durch die Akquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften erhöht sich die negative Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung im Geschäftsjahr 2019 um 18.063 tausend EUR auf 28.947 tausend EUR.

Gewinnrücklagen und Bilanzverlust

Die Gewinnrücklagen umfassen den Konzernverlust aus der laufenden Berichtsperiode sowie aus Vorjahren und versicherungsmathematische Verluste aus der Bewertung langfristiger Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern und darauf entfallende Steuern.

Sonstige Eigenkapitalposten

Die Effekte aus Wechselkursgewinnen oder Wechselkursverlusten aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften werden im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst.

Nicht beherrschende Anteile

Nicht beherrschende Anteile stellen den auf andere Gesellschafter als den Eigentümer des Unternehmens entfallenden Anteil am Nettovermögen dar. Der auf Minderheitsgesellschafter entfallende Verlust / Gewinn beläuft sich auf -26 tausend EUR (2018: -612 tausend EUR). Die übrigen Veränderungen sind im Wesentlichen auf Währungsschwankungen zurückzuführen.

7.2 Rückstellungen

Art und Entwicklung der Rückstellungen in den Jahren 2018 und 2019 sind in der folgenden Tabelle zu entnehmen:

(in TEUR) Garantien, Gewährleistungen Prozessrisiken Nachlaufende Kosten Sonstige Rückstellungen Summe
Buchwert 1.1.2018 21.253 5.781 60.958 15.208 103.200
Zuführung 5.008 2.037 17.713 10.751 35.509
Veränderungen durch Erstkonsolidierung 0 0 0 3.281 3.281
Verbrauch -4.036 -3.373 -7.464 -5.558 -20.431
Auflösung -4.788 0 -4.594 -8.129 -17.511
Reklassifizierungen 0 0 0 22 22
Aufzinsung und Zinssatzänderung 0 0 1.928 151 2.079
Währungsdifferenzen -111 -9 -5.251 -29 -5.400
Bestand am 31.12.2018 17.326 4.436 63.290 15.697 100.749
davon langfristig 844 152 46.528 3.884 51.408
davon kurzfristig 16.482 4.284 16.762 11.813 49.341
Veränderungen in 2019
Buchwert 1.1.2019 17.326 4.436 63.290 15.697 100.749
Zugänge aus Erstkonsolidierung 1.185 0 5.750 42.578 49.513
Zuführung 7.216 7.275 25.910 5.483 45.884
Verbrauch -145 -7.140 -11.836 -4.339 -23.460
Auflösung -3.403 0 -2.676 -2.389 -8.468
Reklassifizierungen 857 62 -785 -134 0
Währungsdifferenzen 39 -2.336 2.094 356 153
Bestand am 31.12.2019 23.075 2.297 81.747 57.252 164.371
davon langfristig 1.369 197 58.683 42.136 102.385
davon kurzfristig 21.706 2.100 23.064 15.116 61.986

Die Veränderungen durch Erstkonsolidierung resultieren aus der Akquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften vom 30. Oktober 2019. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Abschnitt "4. Akquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften".

Rückstellung für Garantien und Gewährleistungen

Gewährleistungsrückstellungen werden für branchenübliche produktbezogene Mängel gebildet. Die vertragliche Gewährleistungsfrist beträgt für gewöhnlich ein bis zwei Jahre vom Zeitpunkt der Umsatzrealisierung an gerechnet. Zudem bestehen in vielen Ländern Produkthaftungsregelungen, die dem Hersteller eine über die vertraglich ausdrücklich vereinbarte Gewährleistungspflicht hinausgehende Haftung auferlegen können. Dem stehen teilweise Regressansprüche in Form von Versicherungserstattungen oder Lieferantengarantien gegenüber. Die Rückstellungsbeträge werden vom Management auf Basis von Erfahrungswerten gebildet.

Prozessrisiken

Prozessrückstellungen werden gebildet, wenn bei erwarteten oder schwebenden Verfahren gegen Konzerngesellschaften ein nachteiliger Ausgang für wahrscheinlich erachtet wird. Über die Wahrscheinlichkeit derartiger Rechtsstreitigkeiten entscheidet der Konzern aufgrund entsprechender Gutachten eigener Anwälte oder externer Sachverständiger. Die Rückstellungshöhe bemisst sich nach dem für wahrscheinlich erachteten Ausgang des Rechtsstreits.

Nachlaufende Kosten

Rückstellungen für nachlaufende Kosten werden für Restarbeiten gebildet, die nach der Abrechnung des entsprechenden Auftrags und der Umsatzrealisierung entstehen.

Der Konzern hat im Zusammenhang mit einem laufenden Projekt in Südafrika eine Rückstellung in Höhe von 47.793 tausend EUR (2018: 46.528 tausend EUR) gebildet. Dieser Rückstellung steht ein Erstattungsanspruch gegen den ehemaligen Anteilseigner in Höhe von 33.461 tausend EUR gegenüber, der unter den übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen wird (wir verweisen bezüglich der abschließenden Einigung über die Rückstellung und die Erstattungsansprüche auf den Abschnitt "12. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag").

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen eine Rückstellung für die Schließung des Dry Cooling-Geschäfts aus der Erstkonsolidierung der ENEXIO-Gruppe (39.580 tausend EUR) sowie Rückstellungen für erwartete, nicht abwendbare Verluste von 5.359 tausend EUR (2018: 7.849 tausend EUR), die maßgeblich aus unvorteilhaften Verträgen bestehen.

Bei kurzfristigen Rückstellungen wird eine Fälligkeit innerhalb von zwölf Monaten, bei langfristigen Rückstellungen eine Fälligkeit von über einem Jahr bis zu fünf Jahren angenommen.

7.3 Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

Die Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Verpflichtungen aus Pensionsplänen 33.638 21.382
davon leistungsorientierte Pensionspläne 33.638 21.382
Sonstige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 411 298
Altersteilzeit 810 531
Jubiläumsaufwendungen 1.634 1.481
Sozialplan und Abfindungen 550 3.779
Übrige Personalverpflichtungen 2.121 1.966
Langfristige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 39.164 29.437
Sozialplan und Abfindungen 2.599 4.283
Rückständiger Urlaub und Guthaben Gleitzeit/Überstunden 7.893 8.195
Gratifikationen und Tantiemen 14.555 9.945
Übrige Personalverpflichtungen 3.696 2.566
Kurzfristige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 28.743 24.989
Summe Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 67.907 54.426

Verpflichtungen aus Pensionsplänen

Die Beschäftigten der Kelvion-Gruppe haben teilweise die Wahl zwischen unterschiedlichen betrieblichen Versorgungsleistungen insbesondere in Form der Teilnahme an leistungsorientierten und beitragsorientierten Altersversorgungsplänen.

Leistungsorientierte Altersversorgungspläne bestehen vor allem in Deutschland.

In Deutschland bietet der Konzern seinen Beschäftigten Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung an. Neu eintretende Arbeitnehmer erhalten grundsätzlich nur Leistungen gewährt, die sich auch aus Arbeitnehmerbeiträgen finanzieren.

Allen Beschäftigten steht im Rahmen der allgemeinen Versorgungsleistungen die Möglichkeit zur Entgeltumwandlung offen. Dabei wird ein vereinbarter Entgeltbetrag zuzüglich eines Arbeitgeberanteils von bis zu 100 Prozent auf den vereinbarten Entgeltbetrag in einen Altersversorgungsplan eingezahlt. Der entsprechende Tarifvertrag wurde im Jahr 2002 geschlossen und im Jahr 2008 modifiziert.

Führungskräfte erhalten Altersversorgungsleistungen in Form eines entgeltabhängigen Arbeitgebergrundbeitrags, eines vom Arbeitgeber finanzierten Aufstockungsbetrags und eines Angleichungsbetrags, der sich aus einer Entgeltumwandlung und einem Arbeitgeberanteil von bis zu 100 Prozent des Umwandlungsbetrages zusammensetzt. Die Zusatzbeiträge aus dem Aufstockungs- und Angleichungsbetrag werden jährlich neu bestimmt und vom Arbeitgeber rentenwirksam umgewandelt. Die entsprechenden Leistungspflichten erfolgen in Form identischer individueller Zusagen. Im Dezember 2018 wurde die betriebliche Altersversorgung neu organisiert, was zu einer Plankürzung in Höhe von 3,6 Millionen EUR führte. Der neue Pensionsplan ab Januar 2019 sieht nicht nur Rentenzahlungen, sondern auch Kapital- und Ratenzahlungen vor.

Die Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden entsprechend § 16 des Betriebsrentengesetzes um ein Prozent jährlich angepasst.

Über die aktuell offenen Pensionspläne hinaus bestehen im Unternehmen mehrere Betriebsrentenpläne aus früherer Zeit. Diese älteren Pläne sind für Neubeschäftigte in der Regel geschlossen, werden aber für jene Arbeitnehmer fortgeführt, die zum Schließungszeitpunkt Pensionsberechtigte waren.

Die Pensionsverpflichtungen werden zum Teil durch Rückversicherungspolicen gedeckt.

Sämtliche Pensionsverpflichtungen wurden zum 31. Dezember 2019 versicherungsmathematisch bewertet.

Die Kelvion-Gruppe betrachtet die Gewährung von Rentenleistungen als Mittel zur Förderung von Treue und Einsatzbereitschaft ihrer Mitarbeiter. Sie ist daher in Verbindung mit einem entsprechenden Arbeitnehmerbeitrag fester Bestandteil des Vergütungskonzepts. Der Konzern beobachtet die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und kontrolliert regelmäßig, ob die von ihm gewährten Leistungen angemessen und marktkonform sind.

Pensionsrückstellungen und Finanzierungsstatus

Die Veränderung des Barwerts der Verpflichtung aus Pensionsplänen (Anwartschaftsbarwert), des Planvermögens und der Pensionsrückstellungen stellt sich folgendermaßen dar:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Anwartschaftsbarwert zu Beginn des Geschäftsjahres 22.066 26.044
Laufender Dienstzeitaufwand 1.227 1.522
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand - Plankürzung -3.630
Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Verpflichtung 416 466
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust 5.360 -1.875
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus Änderung der demografischen Annahmen -44 -180
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus Änderung der finanzmathematischen Annahmen 5.831 -435
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus Erfahrungsanpassungen -427 -1.260
Auszahlungen ohne Abgeltungen -532 -
Vermögensübertragungen - -461
Zugang durch den Erwerb der ENEXIO Gruppe 5.628 -
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 34.165 22.066
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zu Beginn des Geschäftsjahres 684 1.090
Zinserträge auf Planvermögen 13 16
Arbeitgeberbeiträge - -190
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aus Planvermögen -33 -3
Auszahlungen ohne Abgeltungen -137 -229
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres 527 684
Finanzierungsstatus/Nettobuchwert 33.638 21.382

Der Zugang durch den Erwerb der ENEXIO-Gruppe resultiert aus der Akquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften vom 30. Oktober 2019. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Abschnitt "4. Akquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften".

Die Veränderung des Buchwerts der Verpflichtungen aus Pensionsplänen stellt sich folgendermaßen dar:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Nettobilanzbetrag (Saldo) zu Beginn des Geschäftsjahres 21.382 24.954
Veränderungen über Gewinn oder Verlust 1.629 -1.659
Laufender Dienstzeitaufwand 1.227 1.522
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand - Plankürzung - -3.630
Nettozinsen auf die Nettoschuld aus leistungsorientierter Verpflichtung 402 449
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust 5.393 -1.872
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Planvermögen 33 -
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Änderung der demografischen Annahmen -44 -180
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Änderung der finanzmathematischen Annahmen 5.831 -431
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Erfahrungsanpassungen -427 -1.261
Zahlungswirksame Veränderungen -395 -42
Arbeitgeberbeiträge - 190
Auszahlungen ohne Abgeltungen -395 -232
Sonstige Veränderungen 5.628 -
Vermögensübertragungen - -
Erstkonsolidierung der ENEXIO-Gruppe 5.628 -
Nettobuchwert 33.638 21.382

Die Aufteilung des Buchwerts nach Versorgungsplänen mit und ohne Planvermögen stellt sich wie folgt dar:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Anwartschaftsbarwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 2.237 10.369
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -525 -682
Finanzierungsstatus/Nettobuchwert der fondsfinanzierten Verpflichtung 1.712 9.688
Anwartschaftsbarwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 31.925 11.694
Finanzierungsstatus/Nettobuchwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtung 31.925 11.694
Finanzierungsstatus/Nettobuchwert 33.638 21.382

Die Aufteilung des Anwartschaftsbarwerts stellt sich folgendermaßen dar:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Aktive Beschäftigte 17.009 13.652
Ehemalige Beschäftigte mit unverfallbaren Anwartschaften 12.446 5.221
Rentner 4.710 3.193
Gesamtverpflichtung 34.165 22.066

Planvermögen

Am Abschlussstichtag bestand das Planvermögen zur Deckung der Pensionsverpflichtungen ausschließlich aus Versicherungspolicen, für die auf einem aktiven Markt kein Preis notiert wird.

Der Konzern hat beschlossen, vom internen Finanzierungseffekt der Pensionsrückstellungen Gebrauch zu machen und nur einen relativ kleinen Anteil der Pensionsverpflichtungen mit Planvermögen zu decken.

Für das Geschäftsjahr 2020 gab es keine wesentlichen Zugänge zum Planvermögen.

Versicherungsmathematische Parameter

Die zur Ermittlung des Barwerts der Verpflichtung aus leistungsorientierten Plänen zum Abschlussstichtag verwendeten versicherungsmathematischen Annahmen werden im Folgenden erläutert. Die Annahmen dienen ferner zur Berechnung der Pensionsaufwendungen im Folgejahr.

(in Prozent) 31.12.2019 31.12.2018
Abzinsungsfaktor 1,0 1,9
Inflation 1,8 1,8
davon abgeleitet: Lohn- und Gehaltssteigerungsrate 2,8 2,8
davon abgeleitet: Rentensteigerungsrate 1,8 1,8

Die versicherungsmathematischen Bewertungsparameter für deutsche Altersversorgungspläne bestimmt Kelvion in Absprache mit Aktuaren. Die entsprechenden Annahmen für die wenigen außerhalb Deutschlands bestehenden Altersversorgungspläne werden unter Berücksichtigung länderspezifischer Gegebenheiten mit Hilfe inländischer Fachleute in Absprache mit Kelvion und ausländischen Experten beschlossen. Den Abzinsungssatz bestimmt der Konzern anhand des Zinssatzes erstklassiger Unternehmensanleihen am Abschlussstichtag unter Berücksichtigung der Währung und der Fälligkeitsfristen der zugrunde gelegten Verpflichtungen.

Sämtliche sonstigen Annahmen entsprechen den Langzeiterwartungen des Konzerns. Als Berechnungsgrundlage des nominalen Steigerungssatzes für Löhne und Gehälter dienen die erwartete Inflationsrate und ein realer Steigerungssatz. Das Rentenwachstum in Deutschland errechnet sich ebenfalls anhand der Inflationsrate, sofern die Anpassung der Rentenhöhe an den Anstieg der Lebenshaltungskosten gekoppelt ist. Ist eine verbindliche Rentenanpassungszusage gegeben worden, so findet sie entsprechend Berücksichtigung.

Zur Bewertung aller deutschen Altersversorgungspläne per 31. Dezember 2019 wurden die Richttafeln 2018 G von Professor Klaus Heubeck verwendet. Danach liegt die durchschnittliche Lebenserwartung eines 65 Jahre alten Mannes bei noch 20,3 und die einer 65 Jahre alten Frau bei noch 23,8 Jahren. Für Pensionsverpflichtungen außerhalb Deutschlands wurden länderspezifische Bewertungsgrundlagen verwendet.

Die im Folgenden dargestellten Sensitivitätsanalysen gelten für die versicherungsmathematischen Parameter Abzinsungssatz und Inflationsrate, die aus Sicht des Konzerns die Leistungsverpflichtungen erheblich beeinflussen. Da sich sowohl der Lohn- und Gehaltstrend wie auch der Rententrend aus der Inflationsrate herleiten, wurde zur Bewertung der Sensitivität dieser beiden Parameter die Inflationssensitivität herangezogen. Die gleiche Berechnungsmethode kam auf die angesetzten Rückstellungen zur Anwendung. Die Spannen zur Berechnung der Sensitivität der Annahmen richten sich nach den Veränderungen, die aufgrund von Erfahrungswerten bis zum nächsten Abschlussstichtag als möglich erachtet werden. Mögliche Grenzen für diese Methoden ergeben sich aus der Frage, inwieweit Erfahrungswerte Aussagekraft für Prognosen haben und Schätzungen von aktuellen Gegebenheiten möglicherweise nicht angepasst worden sind.

Durch eine Absenkung des Abzinsungssatzes um 0,5 Prozentpunkte steigt der Anwartschaftsbarwert um 8,9 Prozent. Sinkt die angenommene Inflationsrate um 0,25 Prozentpunkte, so verringert sich der Anwartschaftsbarwert um 0,5 Prozent.

Künftige Cashflows

Für die kommenden Jahre werden folgende Auszahlungen aus Altersversorgungsplänen erwartet (bezogen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche):

(in TEUR) 2020 2021
Auszahlungen aufgrund von Altersversorgungsplänen 804 299
(in TEUR) 2022 2023 2024 2025-2029
Auszahlungen aufgrund von Altersversorgungsplänen 299 618 474 1.905

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Pensionsverpflichtungen beträgt:

(in Jahren) 31.12.2019 31.12.2018
Laufzeit 18 18,5

Beitragsorientierte Altersversorgungspläne

Bei mehreren Konzerngesellschaften werden beitragsorientierte Altersversorgungspläne angeboten. Die Pensionsverpflichtungen daraus liegen nicht beim Konzern, sondern bei den jeweiligen Pensionsfonds. Im Geschäftsjahr 2019 wurden zu diesen Plänen Beiträge in Höhe von insgesamt 2.056 tausend EUR (2018: 2.388 tausend EUR) geleistet. Die Beiträge zu staatlichen Rentenversicherungen beliefen sich auf 12.845 tausend EUR (2018: 7.422 tausend EUR). Diese Beiträge werden zum Zeitpunkt der entsprechend erbrachten Arbeitsleistung als Personalaufwand angesetzt.

7.4 Gesellschafterdarlehen

Die Gesellschafterdarlehen und die entsprechenden Fälligkeiten wurden kongruent zur externen Finanzierung aus dem Jahr 2014 ("alte Finanzierung") ausgestaltet. Die alte Finanzierung wurde im Geschäftsjahr 2019 durch eine neue Finanzierung ersetzt. Eine Anpassung der Gesellschafterdarlehen an die neue externe Finanzierung ist derzeit in Vorbereitung, aber noch nicht umgesetzt. Die Geschäftsführung hat die Zusage der Gesellschafterin Galapagos BidCo S.à. r.l., dass die Gesellschafterdarlehen zu den ursprünglichen Fälligkeitszeitpunkten nicht zurückgeführt werden müssen. Allein die Zinsen werden im bestimmten Umfang bei Fälligkeit bezahlt werden.

Die Gesellschafterin Galapagos BidCo S.à. r.l. hat bezüglich ihrer Forderungen in Höhe von insgesamt 651.900 tausend EUR Rangrücktritte erklärt. Der Gesamtbetrag der Finanzierungsverbindlichkeiten gegenüber der Galapagos BidCo S.à. r.l. beläuft sich zum 31. Dezember 2019 auf einen Betrag von 787.746 tausend EUR (Nominalwert: 697.657 tausend EUR (ohne aktivierte Transaktionskosten in Höhe von 928 tausend EUR) zzgl. zurückgestellte Zinsen 90.089 tausend EUR).

Am 29. Oktober 2014 schlossen die Kelvion Finance und Galapagos BidCo insgesamt vier Verträge über Gesellschafterdarlehen mit einem Nennwert von insgesamt 985.948 tausend EUR. Die einzelnen Gesellschafterdarlehen (Tranchen A bis D) werden im weiteren Verlauf erläutert.

Mit notariell beurkundetem "Abspaltungs- und Übernahmevertrag" vom 18. Dezember 2015 hat die Kelvion Finance GmbH sämtliche Geschäftsanteile an der DencoHappel GmbH, Herne, (Deutschland) sowie Gesellschafterdarlehen gegenüber der gemeinsamen Muttergesellschaft Galapagos BidCo. S.à r.l. anteilig in Höhe von insgesamt 295.400 tausend EUR als Gesamtheit an die DencoHappel Holding GmbH als übernehmende Gesellschaft übertragen. Unter Berücksichtigung einer Rückzahlung in Höhe von 1.191 tausend EUR reduzierten sich die Gesellschafterdarlehen zum 31. Dezember 2015 auf 689.357 tausend EUR.

Für den Erwerb von zwei Gesellschaften in Tschechien und Österreich im Geschäftsjahr 2016 hatte die Galapagos BidCo weitere Gesellschafterdarlehen der Tranchen A bis C an Konzerngesellschaften in Höhe von 58.400 tausend EUR vergeben. Gegenläufig wirkte sich im Jahr 2016 die Rückführung von Gesellschafterdarlehen aus dem DencoHappel-Verkauf in Höhe von 40.900 tausend EUR aus. Des Weiteren wurden im Jahr 2017 9.200 tausend EUR zurückgeführt, sodass zum Ende des Geschäftsjahres 2019 die Gesellschafterdarlehen 697.657 tausend EUR (Vorjahr 697.657 tausend EUR) betragen haben.

Am Bilanzstichtag setzten sich die Gesellschafterdarlehen wie folgt zusammen:

(in TEUR) Zinssatz in % 31.12.2019 Buchwert 31.12.2018
Gesellschafterdarlehen Tranche A 7,000 193.291
Gesellschafterdarlehen Tranche B 5,375 154.632
Gesellschafterdarlehen Tranche C 4,355 251.277
Gesellschafterdarlehen Tranche D 10,000 98.457
Summe Gesellschafterdarlehen Bewertung nach IAS 39 - 697.657
Transaktionskosten nach Anwendung der Effektivzinsmethode - -2.030
Summe Buchwert - 695.627
(in TEUR) Abgang Buchwert 31.12.2019 Fälligkeit Aufgelaufene Zinsen 31.12.2019
Gesellschafterdarlehen Tranche A - 193.291 15.06.2022 12.720
Gesellschafterdarlehen Tranche B - 154.632 15.06.2021 7.814
Gesellschafterdarlehen Tranche C - 251.277 15.06.2021 5.782
Gesellschafterdarlehen Tranche D - 98.457 29.10.2044 63.773
Summe Gesellschafterdarlehen Bewertung nach IAS 39 - 697.657 - 90.089
Transaktionskosten nach Anwendung der Effektivzinsmethode - -928 - -
Summe Buchwert - 696.729 - 90.089

Gesellschafterdarlehen (Tranche A)

Galapagos Holding hat aufgrund eines auf den 30. Mai 2014 datierten Anleihevertrages erstrangige Schuldtitel mit Fälligkeitstermin 15. Juni 2022 im Nennwert von 250.000 tausend EUR emittiert. Der Emissionserlös wurde über Galapagos S.A. an Galapagos BidCo und von dort mit einem Aufstockungsbetrag in Höhe von 7.228 tausend EUR (Überdotierung) an das Unternehmen verliehen. Die Überdotierung wurde am 15. Dezember 2014 zurückgezahlt.

Tranche A ist fällig an dem Termin, an dem die Anleiherestschuld nach Maßgabe des Anleihevertrags fällig ist, d. h. am 15. Juni 2022, oder zum Zeitpunkt der vorzeitigen Tilgung des im Anleihevertrags bestimmten Nennwerts gemäß Artikel III des Anleihevertrags. Die Tranche A weist einen Zinssatz von 7 Prozent auf. Die Zinsen sind halbjährlich jeweils am 15. Juni und 15. Dezember zahlbar. Der Zinsanteil in Höhe von 12.720 tausend EUR wird zum Bilanzstichtag unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Gesellschafterdarlehen (Tranche B)

Galapagos S.A. hat aufgrund eines auf den 30. Mai 2014 datierten Anleihevertrages festverzinsliche erstrangige Schuldtitel mit Fälligkeitstermin 15. Juni 2021 im Nennwert von 200.000 tausend EUR emittiert. Der Emissionserlös wurde an Galapagos BidCo und von dort mit einem Aufstockungsbetrag in Höhe von 4.449 tausend EUR (Überdotierung) an das Unternehmen verliehen. Die Überdotierung wurde am 15. Dezember 2014 zurückgezahlt.

Tranche B ist fällig an dem Termin, an dem die Anleiherestschuld nach Maßgabe des Anleihevertrags fällig ist, d. h. am 15. Juni 2021 oder zum Zeitpunkt der vorzeitigen Tilgung des im Anleihevertrags bestimmten Nennwerts gemäß Artikel III des Anleihevertrags. Die Tranche B weist einen Zinssatz in Höhe von 5,375 Prozent auf. Die Zinsen sind halbjährlich jeweils am 15. Juni und 15. Dezember zahlbar. Der Zinsanteil in Höhe von 7.814 tausend EUR wird zum Bilanzstichtag unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Gesellschafterdarlehen (Tranche C)

Galapagos S.A. hat aufgrund eines auf den 30. Mai 2014 datierten Anleihevertrages variabel verzinsliche erstrangige Schuldtitel mit Fälligkeitstermin 15. Juni 2021 im Nennwert von 325.000 tausend EUR emittiert. Der Emissionserlös wurde an Galapagos BidCo und von dort mit einem Aufstockungsbetrag in Höhe von 6.874 tausend EUR (Überdotierung) an das Unternehmen verliehen. Die Überdotierung wurde am 12. November 2014 zu 4.906 tausend EUR und am 15. Dezember 2014 zu 1.968 tausend EUR zurückgezahlt.

Die Tranche C ist fällig an dem Termin, an dem die Anleiherestschuld nach Maßgabe des Anleihevertrags fällig ist, d. h. am 15. Juni 2021 oder zum Zeitpunkt der vorzeitigen Tilgung des im Anleihevertrags bestimmten Nennwerts gemäß Artikel III des Anleihevertrags. Die Tranche C weist einen Zinssatz in Höhe des 3-Monats-EURIBOR zuzüglich 475 Basispunkte auf. Der Zinssatz am Abschlussstichtag beträgt 4,355 Prozent (2018: 4,439 Prozent). Die Zinsen sind vierteljährlich jeweils am 15. März, 15. Juni, 15. September und 15. Dezember zahlbar. Der Zinsanteil in Höhe von 5.782 tausend EUR wird zum Bilanzstichtag unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Gesellschafterdarlehen (Tranche D)

Galapagos BidCo hat aufgrund eines auf den 30. Mai 2014 datierten Zeichnungsvertrages mit Galapagos S.A. 21.094.804.470 Stück Vorzugsgeschäftsanteile im Nennbetrag von je 0,01 EUR und somit im Gesamtwert von 210.948 tausend EUR emittiert. Der Emissionserlös wurde dem Unternehmen als Darlehen ausgereicht.

Die Tranche D weist einen Zinssatz in Höhe von 10 Prozent auf und wird am 29. Oktober 2044 fällig. Die Zinsen sind endfällig zum Ende der Laufzeit des Darlehens zu zahlen. Der Zinsanteil in Höhe von 63.773 tausend EUR wird zum Bilanzstichtag unter den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2017 wurde die Tranche D um weitere 9.200 tausend EUR reduziert.

Nach Maßgabe der von Mangrove LuxCo III S.à. r.l. geschlossenen Anleiheverträge wurden zwischen den Banken und ausgewählten Konzerngesellschaften Pfändungsvereinbarungen geschlossen, aufgrund derer die Vermögenswerte des Konzerns und die Anteile des Konzerns an Konzerngesellschaften komplett oder in wesentlichen Teilen als Sicherheit für die Anleihetilgung geleistet wurden. Die als Sicherheit dienenden Vermögenswerte sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Im Hinblick auf die Konzerngesellschaften der Kelvion-Gruppe wurden zum 31. Dezember 2019 die folgenden Vermögenswerte als Sicherheiten verpfändet (unkonsolidierte Posten):

(in TEUR) 2019 2018
Anteile an Konzerngesellschaften *) 1.294.127 1.250.473
Immaterielle Vermögenswerte 24.082 22.931
Grundstücke und Gebäude 8.674 9.344
Technische Anlagen und Maschinen 34.574 41.685
Vorräte 60.175 59.178
Forderungen 86.937 73.411
Forderungen gegen verbundene Unternehmen *) 659.601 629.951
Andere Finanzielle Vermögenswerte und Steuerforderungen 36 21
Zahlungsmittel 58.698 18.271
Summe 2.226.904 2.105.295

*) jeweils auf unkonsolidierter Basis

7.5 Bankverbindlichkeiten

Die Fälligkeiten der Bankkredite stellen sich wie folgt dar:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
< 1 Jahr 1.396 47.647
Summe 1.396 47.647

Die Kelvion-Gruppe (gemeinsam mit der ENEXIO-Gruppe) kann auf eine auf mehrere Währungen lautende revolvierende Kreditfazilität (RCF) in Höhe von 65.000 tausend EUR (2018: 75.000 tausend EUR) zurückgreifen, die zum Abschlussstichtag nicht in Anspruch genommen wurde (2018: 45.000 tausend EUR). Die Fazilität weist einen Zinssatz von 4,25 Prozentpunkten über 3-Monats-EURIBOR auf. Weitere Einzelheiten zum RCF sind in Abschnitt 3.6 Finanzkennzahlen, revolvierende Kreditfazilität und Haftungsverbund enthalten.

Die übrigen Bankkredite wurden vorwiegend in Brasilien (2019: 1.200 tausend EUR; 2018: 1.700 tausend EUR) in Anspruch genommen.

7.6 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 94.708 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 44.928 11.255
Zinsen auf Gesellschafterdarlehen 63.773 53.791
Andere langfristige Finanzverbindlichkeiten 21 21
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 203.430 65.067
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.259 43.920
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 13.560 423
Verbindlichkeiten aus Derivaten 1.341 861
Zinsen auf Gesellschafterdarlehen 26.316 1.424
Cashpool-Verbindlichkeiten 9.362 0
Andere kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 70 799
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 53.908 47.427
Summe Finanzverbindlichkeiten 257.338 112.494

Derivative Finanzinstrumente sind in Abschnitt 7.9 erläutert.

Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 94.708 tausend EUR resultieren im Wesentlichen aus der Refinanzierung der Gruppe und der Rückführung des RCF an die Banken.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten gegenüber der Muttergesellschaft. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen des Vorjahres handelte es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten aus dem CashPooling mit ENEXIO sowie um abgegrenzte Zinsen gegenüber der Gesellschafterin.

Weiterführende Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen finden sich in Ziffer 11.3.

Zu den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing siehe Kapitel 9.

Bezüglich der Verbindlichkeiten aus Gesellschafterdarlehen siehe Details in Kapitel 7.4.

7.7 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 150.652 143.695
davon gegenüber Dritten 150.536 141.854
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 116 1.841

Von den bilanzierten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind insgesamt keine (2018: 0 tausend EUR) erst nach Ablauf eines Jahres fällig.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden im Jahr 2019 nicht besichert (2018: 0 tausend EUR).

7.8 Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 694 575
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen und Fertigungsaufträge 41.674 20.846
Passivischer Saldo aus Fertigungsaufträgen 29.175 17.747
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.858 770
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 10.590 7.405
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 7.189 10.475
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 3.591 4.339
davon sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 2.114 2.193
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 90.486 57.243
Summe sonstige Verbindlichkeiten 91.180 57.818

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen und Fertigungsaufträge und die im passivischen Saldo aus Fertigungsaufträgen enthaltenen Anzahlungen sind in Höhe von 30.844 tausend EUR (2018: 43.016 tausend EUR) besichert.

Weiterführende Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen finden sich in Ziffer 11.3.

7.9 Finanzinstrumente

Die folgenden Tabellen geben einen Überblick über die Zusammensetzung der Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2019 nach Klassen sowie nach Bewertungskategorien im Sinne von IFRS 7.

Die Bewertung nach IFRS 15 (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) beinhaltet im Wesentlichen aktivierte Auftragskosten, den bis dato erwirtschafteten PoC-Bruttogewinn und abzüglich der Abrechnungen des Auftragsfortschritts. Die nach anderen IFRS bewerteten sonstigen finanziellen Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus Umsatzsteuerforderungen, sonstigen Forderungen gegenüber Steuerbehörden und aktiven Rechnungsabgrenzungsposten gegenüber Dritten.

Die folgenden Finanzinstrumente fallen unter die Kategorie der fortgeführten Anschaffungskosten, da diese zur Erzielung vertraglicher Zahlungsströme gehalten werden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel, sonstige finanzielle Vermögenswerte (z. B. sonstige betriebliche Forderungen) und die sonstigen Finanzinvestitionen werden sowohl zum Halten als auch zur Veräußerung gehalten. Die Neubewertung der Beteiligungen hat keine wesentlichen Änderungen des Buchwerts ergeben. Finanzinvestitionen, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden, sind verwaltete Vermögenswerte auf Fair Value-Basis und das Geschäftsmodell ist weder zum Halten noch zum Verkauf ausgelegt. Das Halten vertraglicher Zahlungsströme ist Teil des Ziels dieses Modells. Diese Kategorie umfasst hauptsächlich Derivate.

Buchwert
31. Dezember 2019 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Gewinn- und Verlustrechnung Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch das sonstige Gesamtergebnis Bewertung zum Restbuchwert Bewertung nach anderen IFRS Summe
(in TEUR)
Finanzielle Vermögenswerte
Derivate 1.755 - - - 1.755
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen - - 177.698 67.159 244.857
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - - 86.293 - 86.293
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 182 46.145 339 46.666
Sonstige Vermögenswerte - - 6.851 23.376 30.227
1.755 182 316.987 90.874 409.798
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate 1.341 - - - 1.341
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - - 150.652 - 150.652
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten - - 255.997 - 255.997
Gesellschafterdarlehen - - 696.729 - 696.729
Bankkredite - - 1.396 - 1.396
1.341 - 1.104.774 - 1.106.115
Buchwert
31. Dezember 2018 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Gewinn- und Verlustrechnung Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch das sonstige Gesamtergebnis Bewertung zum Restbuchwert Bewertung nach anderen IFRS Summe
(in TEUR)
Finanzielle Vermögenswerte
Derivate 493 - - - 493
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen - - 175.130 46.329 221.459
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - - 38.696 - 38.696
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 92 63.871 1.068 65.031
Sonstige Vermögenswerte - - 1.872 16.530 18.402
493 92 279.569 63.927 344.081
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate 861 - - - 861
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - - 143.695 - 143.695
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten - - 111.633 - 111.633
Gesellschafterdarlehen - - 695.627 - 695.627
Bankkredite - - 47.647 - 47.647
861 - 998.602 - 999.463

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind oder für die im Anhang zum Konzernabschluss ein beizulegender Zeitwert genannt ist, müssen nach Maßgabe der im Folgenden dargestellten dreistufigen Bemessungshierarchie für den beizulegenden Zeitwert kategorisiert werden. Maßgebend für die Einstufung sind die folgenden Inputfaktoren:

Inputfaktoren auf Stufe 1: auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise.

Inputfaktoren auf Stufe 2: andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar (als Preis) oder mittelbar (aus Preisen hergeleitet) zu beobachten sind.

Inputfaktoren auf Stufe 3: Inputfaktoren, die sich nicht aus beobachtbaren Marktdaten herleiten lassen.

Die Kategorisierung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns innerhalb der dreistufigen Bemessungshierarchie stellt sich folgendermaßen dar:

31. Dezember 2019 Beizulegender Zeitwert
(in TEUR) Level 1 Level 2 Level 3 Total
Finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Derivate - 1.755 - 1.755
Sonstige finanzielle Vermögenswerte - - 182 182
- 1.755 182 1.937
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Derivate - 1.341 - 1.341
- 1.341 - 1.341
Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Gesellschafterdarlehen - 727.356 - 727.356
- 727.356 - 727.356
31. Dezember 2018 Beizulegender Zeitwert
(in TEUR) Level 1 Level 2 Level 3 Total
Finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Derivate - 493 - 493
Sonstige finanzielle Vermögenswerte - - 92 92
- 493 92 585
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Derivate - 861 - 861
- 861 - 861
Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Gesellschafterdarlehen - 742.163 - 742.163
- 742.163 - 742.163

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten weisen im Allgemeinen kurze Restlaufzeiten auf. Infolgedessen entspricht ihr beizulegender Zeitwert dem Buchwert.

Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten, die den Bewertungsvorschriften von IFRS 9 unterliegen, entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert festverzinslicher Verbindlichkeiten entspricht dem Barwert ihrer erwarteten künftigen Kapitalströme. Sie werden zu den am Abschlussstichtag geltenden Sätzen abgezinst. Der Buchwert variabel verzinslicher Verbindlichkeiten entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.

Bezüglich der Gesellschafterdarlehen verweisen wir auf Punkt 7.4. Der beizulegende Zeitwert der Gesellschafterdarlehen entspricht dem Barwert der zum Bilanzstichtag erwarteten künftigen Cashflows. Die Abzinsung erfolgt mittels laufzeitüblicher Zinssätze. Diese Bewertungsmethode entspricht Stufe 2 der Bemessungshierarchie gemäß IFRS 13. Aufgrund der am 9. Oktober 2019 erfolgten finanziellen Restrukturierung wird nicht davon ausgegangen, dass das Gesellschafterdarlehen in voller Höhe zurückgezahlt wird.

Der beizulegende Zeitwert von Derivaten errechnet sich mittels am Markt beobachtbarer notierter Wechselkurse und Renditekurven. Dementsprechend werden Derivate innerhalb der Ebene 2 der Fair-Value-Hierarchie kategorisiert.

Der beizulegende Zeitwert anderer finanzieller Vermögenswerte von Anteilen an nicht konsolidierten Gesellschaften und anderen Beteiligungen wird auf der Grundlage verfügbarer Finanzinformationen, wie z.B. Transaktionspreise für Finanzierungsrunden oder Geschäftspläne gemessen, soweit diese Informationen zuverlässig sind. Falls keine geeigneteren Informationen verfügbar sind, können die Kosten auch als angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwerts betrachtet werden. Eine Überprüfung wird vierteljährlich unter Verwendung aller verfügbaren Informationen über die Kapitalbeteiligungen durchgeführt, um festzustellen, ob die Kosten immer noch repräsentativ für den fairen Wert sind. Dies wäre z.B. bei einer signifikanten Änderung des Marktes, auf dem die Kapitalbeteiligungen aktiv sind, nicht der Fall. Da die Kosten der einzige Input-Faktor für den fairen Wert sind, führt eine prozentuale Änderung der Kosten zu einer entsprechenden Änderung des fairen Wertes. Der geschätzte beizulegende Zeitwert würde mit jeder Erhöhung (Senkung) der Kosten steigen (sinken). Eine Erhöhung (Senkung) um 1% würde den Verkehrswert nicht wesentlich beeinflussen. Dementsprechend werden sie innerhalb der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie kategorisiert.

Derivative Finanzinstrumente

Der beizulegende Zeitwert von Devisenterminkontrakten am Abschlussstichtag bemisst sich am Devisenkassakurs unter Berücksichtigung restlaufzeitabhängiger Terminaufschläge und Terminabschläge. Terminaufschläge und Terminabschläge werden aus den am Abschlussstichtag beobachtbaren Renditekurven abgeleitet. Der beizulegende Zeitwert wird unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle auf Basis der Restlaufzeit des Termingeschäfts, des aktuellen Wechselkurses, der Volatilität des Wechselkurses und der zugrunde liegenden Renditekurven ermittelt.

Kelvion setzt Devisenterminkontrakte als derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken für bestehende oder geplante Grundgeschäfte ein.

Die folgende Tabelle zeigt den Nennwert und den beizulegenden Zeitwert der in Gebrauch befindlichen derivativen Finanzinstrumente, die am Abschlussstichtag verwendet werden. Der Nennwert derivativer Finanzinstrumente in Fremdwährung wurde zum jeweiligen Schlusskurs umgerechnet.

12/31/2019 12/31/2018
(in TEUR) Nominalvolumen Beizulegender Zeitwert Nominalvolumen Beizulegender Zeitwert
Aktiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 58.942 1.755 134.060 493
Passiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 62.403 1.341 75.863 861

Beim Buchwert der bilanzierten Derivate handelt es sich um Bruttobeträge.

Kelvion erwirbt Finanzderivate im Zuge von Aufrechnungsvereinbarungen mit Banken auf der Grundlage des Deutschen Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte. Bei solchen Aufrechnungsvereinbarungen werden die von jedem Vertragspartner an einem bestimmten Tag für sämtliche unbeglichenen Geschäfte in derselben Währung geschuldeten Beträge zu einem einzigen Betrag saldiert, den ein Vertragspartner dem anderen zu zahlen hat. Unter bestimmten Umständen - etwa bei Eintritt eines Kreditereignisses wie beispielsweise einem Zahlungsverzug - werden sämtliche unbeglichenen Geschäfte vereinbarungsgemäß gekündigt, es wird der Kündigungswert ermittelt und zur Abgeltung aller Geschäfte lediglich ein einziger saldierter Betrag fällig. Das potenzielle Aufrechnungsvolumen ist unbedeutend.

Erträge und Aufwendungen

Die Effekte aus der Bewertung von Finanzinstrumenten wurden erfolgswirksam erfasst. Die Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten sind, den Bewertungskategorien von IFRS 9 entsprechend, in der folgenden Tabelle dargestellt.

31.12.2019
(in TEUR) Nettoergebnis davon aus Zinsen davon aus Wertminderung / -aufholung
Finanzielle Vermögenswerte/ Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert durch die Gewinn- und Verlustrechnung 446 - -
Finanzielle Vermögenswerte/ Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert durch das sonstige Ergebnis - - -
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten -4.917 3.020 -7.937
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten -56.084 -55.008 -
Summe -60.555 -51.988 -7.937
31.12.2018
(in TEUR) Nettoergebnis davon aus Zinsen davon aus Wertminderung/-aufholung
Finanzielle Vermögenswerte/ Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert durch die Gewinn- und Verlustrechnung -924 - -
Finanzielle Vermögenswerte/ Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert durch das sonstige Ergebnis - - -
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten 12.182 8.054 774
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten -60.280 -59.216 -
Summe -49.022 -51.162 774

8. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Die konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung für 2019 beinhaltet die zweimonatige operative Tätigkeit der ENEXIO-Gruppe, die zum 1. November 2019 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen wurde (wir verweisen auf das Kapitel "4. Akquisition der ENEXIO Management GmbH und ihrer Tochtergesellschaften"). Die Vergleichbarkeit der Vorjahreszahlen ist daher nur eingeschränkt möglich.

8.1. Umsatzerlöse

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15 werden in Höhe der Gegenleistung verbucht, welche die Kelvion-Gruppe im Austausch für die Güter oder Dienstleistungen erwartet, sobald die Kontrolle über die Güter oder Dienstleistungen an den Kunden übertragen wurde.

8.1.1 Umsatzströme

Die Gruppe erzielt Umsatzerlöse im Wesentlichen aus dem Verkauf von Wärmetauschern. Die Produkte werden in den Geschäftsbereichen Refrigeration Technologies, Machine Cooling Systems, Project Engineered Solutions und Plate Heat Exchangers für Kelvion sowie Dry Cooling, Service Solutions und Water Technologies für ENEXIO hergestellt und vertrieben.

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2019 2018
Aus Fertigungsaufträgen 290.121 227.221
Aus dem Verkauf von Komponenten 487.736 470.529
Aus Serviceleistungen 150.945 118.688
Aus Umsatzkorrekturen -44 -419
Summe Umsatzerlöse 928.758 816.019
davon gegenüber Dritten 928.393 814.112
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 365 1.907
2019 Kelvion ENEXIO Summe
(in TEUR)
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 912.639 16.119 928.758
Summe Umsatzerlöse 912.639 16.119 928.758
2018 Kelvion ENEXIO Summe
(in TEUR)
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 816.019 - 816.019
Summe Umsatzerlöse 816.019 - 816.019
2019 Kelvion ENEXIO Summe
(in TEUR)
Zeitpunkt übertragene Produkte 569.363 3.507 572.870
Zeitraum übertragene Produkte und Dienstleistungen 343.276 12.612 355.888
Summe Umsatzerlöse 912.639 16.119 928.758
2018 Kelvion ENEXIO Summe
(in TEUR)
Zeitpunkt übertragene Produkte 556.129 - 556.129
Zeitraum übertragene Produkte und Dienstleistungen 259.890 - 259.890
Summe Umsatzerlöse 816.019 - 816.019

8.1.2 Umsätze aus Verträgen mit Kunden nach Regionen und Industrien

In den folgenden Tabellen werden die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden nach geografischen Hauptmärkten, wichtigen Produkten und Dienstleistungsbereichen sowie dem Zeitpunkt der Umsatzrealisierung aufgeschlüsselt. Die Tabellen enthalten auch eine Überleitung der disaggregierten Umsätze auf die berichtspflichtigen Segmente des Konzerns.

2019 Kelvion ENEXIO Summe
(in TEUR)
HVAC & Refrigeration 286.050 1.354 287.404
Oil & Gas 205.898 378 206.276
Power 137.899 11.131 149.030
Other industries 99.285 740 100.025
Chemicals 75.205 2.426 77.631
Marine 60.410 - 60.410
Food & Beverages 47.892 90 47.982
Summe Umsatzerlöse 912.639 16.119 928.758
2018 Kelvion ENEXIO Summe
(in TEUR)
HVAC & Refrigeration 245.193 - 245.193
Oil & Gas 181.325 - 181.325
Power 139.529 - 139.529
Chemicals 80.171 - 80.171
Other industries 68.407 - 68.407
Marine 54.079 - 54.079
Food & Beverages 47.315 - 47.315
Summe Umsatzerlöse 816.019 - 816.019
2019 Kelvion ENEXIO Summe
(in TEUR)
Westeuropa 377.846 4.662 382.508
Nordamerika 177.761 1.846 179.607
Asien-Pazifik 145.285 5.289 150.574
Osteuropa 88.561 1.042 89.603
Lateinamerika 44.315 1.334 45.649
Naher Osten 42.390 1.759 44.149
Afrika 36.481 187 36.668
Summe Umsatzerlöse 912.639 16.119 928.758
2018 Kelvion ENEXIO Summe
(in TEUR)
Westeuropa 367.163 - 367.163
Nordamerika 111.079 - 111.079
Asien-Pazifik 138.847 - 138.847
Osteuropa 84.170 - 84.170
Lateinamerika 39.669 - 39.669
Naher Osten 37.334 - 37.334
Afrika 37.757 - 37.757
Summe Umsatzerlöse 816.019 - 816.019

8.1.3 Verträge mit Kunden

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über Forderungen und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden. Die Umsatzerlöse setzen sich aus den folgenden Positionen zusammen:

(in TEUR) 2019 2018
Vertragsvermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 177.698 175.130
POC-Forderungen 67.159 46.329
Vertragsverbindlichkeiten
Erhaltene Anzahlungen 41.674 20.846
POC Guthaben 29.175 17.747
Verträge mit Kunden 315.706 260.052
(in TEUR) 2019 2018
Zeitpunkt übertragene Produkte 572.870 556.129
Zeitraum übertragene Produkte und Dienstleistungen 355.888 259.890
davon gegenüber Dritten 928.393 814.112
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 365 1.907
Summe Umsatzerlöse 928.758 816.019

8.2. Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2019 2018
Erträge aus Wechselkursveränderungen 16.042 25.218
Erträge aus der Bewertung von Währungsderivaten 11.520 6.038
Erträge aus Zahlungseingängen auf wertberichtigte Forderungen 4.717 1.107
Erträge aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten 9.004 707
Erträge aus Schadenersatz und Kostenerstattungen 210 248
Übrige Erträge 4.459 6.428
Summe 45.952 39.746

8.3. Sonstige Aufwendungen

Die sonstigen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2019 2018
Verluste aus Wechselkursveränderungen 17.374 22.445
Verluste aus der Bewertung von Währungsderivaten 11.140 6.962
Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.624 333
Sonstige Steuern 1.212 1.286
Verluste aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 3.704 553
Übrige Aufwendungen 5.503 4.148
Summe 49.557 35.727

8.4. Darstellung ausgewählter Aufwendungen nach Kostenarten

Materialaufwendungen

Die unter Anwendung des Gesamtkostenverfahrens erfassten Materialaufwendungen stellen sich folgendermaßen dar:

(in TEUR) 2019 2018
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 473.851 411.525
Bezogene Leistungen 34.680 32.775
Summe 508.531 444.300

Personalaufwendungen

Die Personalaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2019 2018
Löhne und Gehälter 218.489 193.163
Abfindungen (inkl. Restrukturierungen) 5.024 5.247
Sonstige Personalaufwendungen 2.495 1.545
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 39.914 32.175
Summe 265.922 232.130

Die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten im Geschäftsjahr 2019 beträgt 5.275 (2018: 4.547). Die Aufteilung der durchschnittlichen Mitarbeiter* nach Regionen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

2019 2018
Westeuropa 2.445 46,4% 2.223 48,9%
Osteuropa 826 15,7% 800 17,6%
Nord- und Lateinamerika 752 14,2% 542 11,9%
Mittlerer Osten 52 1,0% 60 1,3%
Asien/Pazifik 1.142 21,6% 858 18,9%
Afrika 58 1,1% 64 1,4%
Summe 5.275 100,0% 4.547 * 100,0%

* Vollzeitäquivalente ohne Auszubildende und ruhende Arbeitsverhältnisse

8.5. Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen

In der Berichtsperiode wurden auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und finanzielle Vermögenswerte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 146.812 tausend EUR (2018: 48.037 tausend EUR), bezogen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche, erfasst. In diesem Betrag sind Abschreibungen auf die Purchase Price Allocation ("PPA") in Höhe von 22.224 tausend EUR sowie auf das Right of Use Asset in Höhe von 11.758 tausend EUR enthalten. Darüber hinaus sind Wertminderungsaufwendungen bei der Business Unit MCS auf den Goodwill (80.016 tausend EUR) sowie auf die Technologien (4.644 tausend EUR) enthalten. Die Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen wurden größtenteils in den Umsatzkosten ausgewiesen.

Es bestehen Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 19.343 tausend EUR (2018: 19.049 tausend EUR) und auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 39.893 tausend EUR (2018: 26.395 tausend EUR).

Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen bestehen in Höhe von 548 tausend EUR (2018: 412 tausend EUR), auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 84.827 tausend EUR (2018: 2.181 tausend EUR) und auf finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 4.508 tausend EUR.

Für weitere Einzelheiten verweisen wir auf die Kapitel 6.1, 6.2 und 6.3.

8.6. Zinserträge und Zinsaufwendungen

Zinserträge

Die Zinsen und ähnlichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2019 2018
Zinserträge aus Forderungen, Geldanlagen und Wertpapieren 1.918 4.720
davon gegenüber Dritten 1.897 854
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 21 3.866
Sonstige Zinserträge 1.102 3.333
davon gegenüber Dritten 1.102 3.333
Summe 3.020 8.053

Die Zinserträge gegenüber Dritten resultieren im Wesentlichen aus dem Cash Pooling mit der ENEXIO aus den ersten 10 Monaten vor der Akquisition.

Die folgende Tabelle zeigt die Zinserträge aus Finanzinstrumenten im Sinne der IFRS 9-Bewertungskategorie "Schuldinstrumente". Diese umfasst Kredite und Forderungen, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (ohne Factoring), sowie die Zinserträge aus Vermögenswerten, die nach anderen Vorschriften bewertet werden:

(in TEUR) 2019 2018
Schuldinstrumente 3.020 8.053
davon gegenüber Dritten 2.999 4.187
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 21 3.866
Summe 3.020 8.053

Zinsaufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen setzten sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2019 2018
Zinsaufwendungen aus Gesellschafterdarlehen und Bankverbindlichkeiten 55.412 57.762
davon an Dritte 10.952 13.204
davon an verbundene Unternehmen 44.460 44.558
Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen 421 449
Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen und sonstigen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 118 4.294
Zinsaufwand aus Finanzierungsleasing 2.789 578
Sonstige Zinsaufwendungen 1.593 1.454
Summe Zinsaufwendungen 60.333 64.537

Die Zinsaufwendungen aus Gesellschafterdarlehen und Bankverbindlichkeiten in Höhe von 55.412 tausend EUR betreffen mit 44.900 tausend EUR (2018: 44.558 tausend EUR) die Gesellschafterdarlehen (einschließlich der Auflösung von aktivierten Finanzierungskosten), mit 7.516 tausend EUR (2018: 11.770 tausend EUR) Garantieverpflichtungen, mit 1.886 tausend EUR (2018: 1.016 tausend EUR) die revolvierende Kreditfazilität sowie mit 1.110 tausend EUR (2018: 418 tausend EUR) Bankverbindlichkeiten.

Die folgende Tabelle zeigt die Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten im Sinne der IFRS 9-Bewertungskategorie "Schuldinstrumente". Diese umfasst Kredite und Forderungen, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (ohne Factoring), sowie die Zinserträge aus Vermögenswerten, die nach anderen Vorschriften bewertet werden:

(in TEUR) 2019 2018
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 55.412 57.762
davon an Dritte 10.952 13.204
davon an verbundene Unternehmen 44.460 44.558
Nach anderen Vorschriften als IFRS 9 bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 4.921 6.775
Summe 60.333 64.537

Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht gemäß IFRS 9 bewertet werden, beziehen sich hauptsächlich auf die Aufzinsung von Rückstellungen, Pensionsverpflichtungen und Leasingverbindlichkeiten.

Zinserträge, die auf Vorauszahlungen und erhaltene Abschlagszahlungen generiert werden, reduzieren die Kosten des Vermögenswertes.

8.7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Grundlage für die Berechnung des Ergebnisses aus Ertragsteuern im Berichtsjahr war die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2019.

Das Ergebnis aus Ertragsteuern setzt sich folgendermaßen zusammen (fortgeführte Geschäftsbereiche):

(in TEUR) 2019 2018
Tatsächliche Steuern -3.073 -7.152
Deutschland -67 -353
Ausland -3.006 -6.799
Latente Steuern 8.944 2.187
Summe 5.871 -4.965

Aufgrund der Entstehung und Aufhebung zeitlicher Differenzen ergab sich ein latenter Steuerertrag in Höhe von 8.333 tausend EUR (2018: 972 tausend EUR Steuerertrag).

In den tatsächlichen Steuern sind periodenfremde Steuererträge in Höhe von 40 tausend EUR (2018: 1.557 tausend EUR) enthalten.

Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird der in Deutschland gültige Körperschaft- und Gewerbesteuersatz einschl. Solidaritätszuschlag von 29,25 Prozent (2018: 29,25 Prozent) herangezogen. Die Überleitung von der erwarteten Ertragsteuer zur erfolgswirksam erfassten effektiven Ertragsteuer (mittels Multiplikation des Gewinns vor Steuern mit dem in Deutschland gültigen nominalen Ertragsteuersatz) ist im Folgenden tabellarisch dargestellt.

2019 2018
in TEUR (%) in TEUR (%)
Ergebnis vor Steuern fortgeführte Geschäftsbereiche -177.508 - -50.971 -
Ergebnis vor Steuern nicht fortgeführte Geschäftsbereiche -1.184 - - -
Ergebnis vor Steuern -176.324 - -50.971 -
Erwartete Ertragsteuer (29,25%; VJ: 29,25%) 51.575 -29,25 14.909 -29,25
Nicht abzugsfähige Aufwendungen/steuerfreie Ergebnisse -20.085 11,39 -12.478 24,48
Steuermehrungen aufgrund nicht abzugsfähiger Wertminderungsaufwendungen für den Geschäfts- oder Firmenwert - - - -
Gewerbesteuerliche Hinzurechnungen und -kürzungen -336 0,19 -254 0,50
Veränderung von Wertberichtigungen 382 -0,22 -7.961 15,62
Sonstige Ertragsteuern - - -785 1,54
Vorjahressteuereffekte -5.119 2,90 1.369 -2,69
Effekte aus ausländischen Steuersätzen 3.371 -1,91 223 -0,44
Sonstige -512 0,29 12 -0,02
Wertberichtigung Goodwill -23.405 13,27 - -
Steuern vom Einkommen und Ertrag und effektiver Steuersatz -5.871 -3,33 -4.965 9,74
Steuern vom Einkommen und Ertrag und effektiver Steuersatz fortgeführte Geschäftsbereiche -5.871 -3,33 -4.965 9,74
Steuern vom Einkommen und Ertrag und effektiver Steuersatz nicht fortgeführte Geschäftsbereiche - - - -

Die Differenzen aus ausländischen Steuersätzen sind auf außerhalb Deutschlands gültige Steuersätze zurückzuführen, die von 0,00 Prozent (Vereinigte Arabische Emirate) (2018: 0,00 Prozent) bis 34,00 Prozent (Brasilien) (2018: 34,00 Prozent) reichen.

Die Herkunft der aktiven und passiven latenten Steuern ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
(in TEUR) 2019 2018 2019 2018
Goodwill 106 46 - 18
Immaterielle Vermögenswerte 27 10 52.406 42.216
Sachanlagen 324 616 8.697 7.670
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte - 3 7.615 9.386
Langfristige Vermögenswerte 457 675 68.718 59.290
Vorräte 13.709 3.099 155 37
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.667 1.087 20.401 9.259
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 918 88 1.550 553
Kurzfristige Vermögenswerte 19.294 4.274 22.106 9.849
Summe Aktiva 19.751 4.949 90.824 69.139
Langfristige Rückstellungen 28.753 14.302 141 53
Langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 5.935 3.979 111 415
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 6.145 621 526 400
Langfristige Schulden 40.833 18.902 778 868
Kurzfristige Rückstellungen 7.580 8.946 135 573
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 4.662 250 - 159
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.690 3.429 910 865
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.000 322 2.260 579
Kurzfristige Schulden 18.932 12.947 3.305 2.176
Summe Passiva 59.765 31.849 4.083 3.044
Latente Steuern auf temporäre Differenzen 79.516 36.798 94.906 72.183
Steuerliche Verlustvorträge 4.111 3.131 - -
Saldierung von latenten Steuern -44.340 -19.355 -44.340 -19.355
Angesetzte latente Steuern 39.286 20.574 50.565 52.828

Aktive latente Steuern von 1.160 tausend EUR (2018: 406 tausend EUR passive latente Steuern) wurden unmittelbar eigenkapitalwirksam erfasst; sie resultieren im Wesentlichen aus unmittelbar eigenkapitalwirksam erfassten versicherungsmathematischen Verlusten.

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, sofern ein Rechtsanspruch auf die Saldierung aktueller Steueransprüche mit aktuellen Steuerschulden besteht. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Steuern von derselben Steuerbehörde erhoben und im selben Zeitpunkt fällig werden.

Die Höhe und der zeitliche Verfall der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge bezüglich der fortgeführten Geschäftsbereiche sind nachfolgender Tabelle zu entnehmen:

(in TEUR) 2019 2018
< 1 Jahr - -
1-2 Jahre 319.257 5.099
2-3 Jahre - 6.419
3 - 4 Jahre - -
>4 Jahre 13.069 8.272
Zeitlich unbegrenzter Verlustvortrag 225.798 329.750
Summe steuerlicher Verlustvorträge 558.124 349.540

Zum 31. Dezember 2019 wurden keine aktiven latenten Steuern auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 541.086, davon Zinsvorträge in Höhe von TEUR 212.759 (2018: TEUR 337.124, davon Zinsvorträge TEUR 169.992), gebildet, da deren Nutzung nicht ausreichend sicher ist.

Aufgrund umfangreicher Änderungen im Gesellschafterbestand der Mangrove-Gruppe am 7. Februar 2020 sind in Deutschland Verlustvorträge mit einem Bestand zum 31.12.2019 in Höhe von TEUR 98.922 und Zinsvorträge in Höhe von TEUR 211.659 untergegangen.

Im Rahmen der Refinanzierung, die am 9. Oktober 2019 abgeschlossen wurde, erfolgte die Übertragung der Galapagos BidCo-Gruppe (zu der auch die Kelvion-Gruppe gehört) auf die Mangrove-Gruppe. Im Anschluss daran werden weitere gesellschaftsrechtliche Schritte erfolgen. In diesem Zusammenhang wird voraussichtlich ein Großteil der steuerlichen Verlustvorträge untergehen. Wir verweisen auf den Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".

Die Höhe und der zeitliche Verfall der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge bezüglich der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche sind nachfolgender Tabelle zu entnehmen:

(in TEUR) 2019 2018
<1 Jahr - -
1-2 Jahre 705 -
2-3 Jahre 259 -
3 - 4 Jahre 2.900 -
>4 Jahre - -
Zeitlich unbegrenzter Verlustvortrag 3.126 -
Summe steuerlicher Verlustvorträge 6.990 -

Zum 31. Dezember 2019 wurden keine aktiven latenten Steuern auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 3.126 (2018: TEUR 0) gebildet, da deren Nutzung nicht ausreichend sicher ist.

9. Leasing

Ein Leasingvertrag ist eine Vereinbarung, die das Recht überträgt, die Nutzung eines Vermögenswertes für einen bestimmten Zeitraum gegen eine Reihe von Zahlungen zu übertragen. Die Kelvion-Gruppe ist hauptsächlich Leasingnehmer von Grundstücken und Gebäuden, Maschinen, Transportmitteln und technischer Ausrüstung. Die Leasingverträge können auch in anderen Verträgen eingebettet sein. Wenn nach IFRS eine Trennung erforderlich ist, wird der eingebettete Leasingvertrag getrennt und separat erfasst und jede Komponente des Vertrags wird in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften bilanziert und bewertet.

Mit der Einführung von IFRS 16 ist der Leasingnehmer nicht mehr verpflichtet, zwischen Operating- und Finanzierungsleasing zu unterscheiden. Als Leasingnehmer zeigt die Kelvion-Gruppe fast alle Leasingverträge als Nutzungsrechte für geleaste Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für Leasingverträge. Dabei werden die folgenden Prinzipien berücksichtigt:

Kelvion macht von der Ausnahmeregelung für Verträge mit einer maximalen Laufzeit von 12 Monaten ab dem Datum der Bereitstellung und für geringwertige Wirtschaftsgüter Gebrauch. Geringwertige Vermögenswerte werden mit aggregierten Zahlungen von 20.000 EUR oder weniger definiert.

Kelvion trennt nicht geleaste Komponenten, wie z.B. Dienstleistungen, von Leasingzahlungen.

Leasingverbindlichkeiten werden zum Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen bewertet. Leasingzahlungen werden zu dem im Vertrag implizierten Zinssatz abgezinst, wenn dieser Zinssatz ohne weiteres ermittelt werden kann. Andernfalls erfolgt die Diskontierung zum Grenzfremdkapitalzinssatz. Der hauptsächlich angewandte Grenzfremdkapitalzinssatz basiert auf risikoangepassten Zinssätzen und wird für die jeweiligen Leasinglaufzeiten und Währungen festgelegt.

Ein Nutzungsrecht wird anfänglich zum gleichen Betrag wie die Leasingverbindlichkeit verbucht. Differenzen können sich aus Zahlungen vor dem Anfangsdatum und den anfänglichen direkten Kosten ergeben.

Nach der Aktivierung zum Anfangsdatum wird das Nutzungsrecht zu Anschaffungskosten bewertet und über die Leasingdauer linear abgeschrieben.

Verlängerungs- und Kündigungsoptionen sind Teil mehrerer Leasingverträge, insbesondere von Immobilien. Verlängerungs- und Kündigungsoptionen werden bei der Verbuchung der Leasingverbindlichkeit nur dann berücksichtigt, wenn es hinreichend sicher ist, dass diese Optionen in Zukunft ausgeübt werden. Bei der Festlegung der Vertragsbedingungen werden alle Fakten und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz für die Ausübung von Verlängerungsoptionen oder die Nichtausübung von Kündigungsoptionen bieten. Änderungen der Leasingbedingungen, die sich aus der Ausübung einer Verlängerungsoption oder der Nichtausübung einer Kündigungsoption ergeben, werden bei der Festlegung der Bedingungen nur dann berücksichtigt, wenn ausreichende Sicherheit besteht. Schätzungen und Erwartungen, die zum Zeitpunkt des Beginns der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechts geltend gemacht werden und sich auf zukünftige Zahlungen beziehen, die zum Zeitpunkt der Bereitstellung noch nicht feststehen, werden während der Laufzeit des Leasingvertrags kontinuierlich bewertet. Wenn nachträglich verbesserte oder geänderte Erkenntnisse das erwartete Zahlungsprofil im Laufe der Zeit beeinflussen, wird die Leasingverbindlichkeit neu ermittelt.

Die folgenden Nutzungsrechte werden unter den sonstigen immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen:

(in TEUR) Zugang aus Erstanwendung IFRS 16 Zugang aus Erstkonsolidierung Zugänge
Grundstücke und Gebäude 47.461 6.201 10.165
Technische Anlagen und Maschinen 691 0 149
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.111 612 1.869
Summe der Gruppe 53.263 6.813 12.183
(in TEUR) Abgänge Abschreibung Währungsumrechnung Nettobuchwert 31.12.19
Grundstücke und Gebäude -1.410 -9.284 661 53.794
Technische Anlagen und Maschinen 0 -228 0 612
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 -2.247 -214 5.131
Summe der Gruppe -1.410 -11.759 447 59.537

Die entsprechenden Leasingverbindlichkeiten werden unter Finanzverbindlichkeiten erläutert (siehe 7.6).

Die Fälligkeiten der ausstehenden Leasingzahlungen setzen sich wie folgt zusammen:

Fälligkeiten künftiger Mindestleasingzahlungen

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Nicht länger als 1 Jahr 14.834 11.449
Zwischen 1 und 5 Jahren 30.278 30.696
Mehr als 5 Jahre 30.522 17.475
Summe der Gruppe 75.634 59.620

Zusätzlich wurden die folgenden Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung im Jahr 2019 im Zusammenhang mit Leasingverträgen, bei denen Kelvion der Leasingnehmer war, verbucht:

Auswirkungen von Leasingverträgen auf die Gewinn- und Verlustrechnung

(In TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 2.789 578
Erträge aus Unterleasingverträgen -67 -58
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverträge länger als ein Monat und bis 12 Monate 1.470 0
Aufwendungen für geringwertige Leasinggegenstände (kurzfristige Verträge ausgenommen) 235 0
Summe der Gruppe 4.427 520

Die Mittelabflüsse im Zusammenhang mit den Aktivitäten der Leasingnehmer im Jahr 2019 beliefen sich auf 15.169 tausend EUR (2018: 13.121 tausend EUR).

10. Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und Rechtsstreitigkeiten

10.1. Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten stellen laut IAS 37.10 potenzielle Schuldverhältnisse dar, die dem Grunde und/oder der Höhe nach noch nicht hinreichend konkretisiert sind. Sofern eine entsprechende Konkretisierung gegeben ist, erfolgt der Ansatz einer Schuld in der Bilanz. Zum 31. Dezember 2019 bestanden im Konzern keine wesentlichen Eventualverbindlichkeiten.

Durch den am 9. Oktober 2019 unterschriebenen Refinanzierungsvertrag haftet die Kelvion-Gruppe gesamtschuldnerisch mit anderen Gesellschaften der Mangrove-Gruppe für potenzielle Kosten, die dem Security Agent Glas im Rahmen von potenziellen Rechtstreitigkeiten mit den ehemaligen Anleihegläubigern entstehen können. Die Haftung ist auf 100 Millionen EUR begrenzt.

Mehrere Konzerngesellschaften haben zugunsten von Kunden oder Kreditgebern Bankgarantien ausgestellt oder ausstellen lassen. Diese Bankgarantien werden nicht als Eventualverbindlichkeiten betrachtet, da mit ihnen Erfüllungspflichten des Konzerns verbunden sind.

10.2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Bestellobligo

Das Bestellobligo lässt sich folgendermaßen aufschlüsseln:

(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Vorratsvermögen 66.797 59.991
Immaterielle Vermögensgegenstände 1.397 209
Sachanlagen 3.098 840
Summe Gruppe 71.292 61.040

Bankbürgschaften

Die Kelvion-Konzerngesellschaften haben zum 31. Dezember 2019 Bankgarantien in Höhe von 231,6 Millionen EUR in Anspruch genommen. Der überwiegende Teil wird von einem Bankenkonsortium gewährt (Gesamtlinie 260 Millionen EUR, davon wurden 213,4 Millionen EUR in Anspruch genommen) und zusätzlich wurden Garantien aus bilateralen Bankbeziehungen in Anspruch genommen. In den Bankgarantien zum 31. Dezember 2019 sind 0,1 Millionen EUR zugunsten der DencoHappel-Gruppe enthalten.

Die in der folgenden Tabelle dargestellte Verpflichtung bezieht sich auf Eventualverbindlichkeiten, bei denen die Hauptschuldner in den zugrunde liegenden Transaktionen (z.B. Lieferungen) nicht konsolidierte Unternehmen der Kelvion-Gruppe sind und für die Bankgarantien zu Gunsten von Kunden in Anspruch genommen wurden.

Bankbürgschaften
(in TEUR) 31.12.2019 31.12.2018
Garantien für Vorauszahlungen 2.208 2.128
Garantien für Gewährleistungen 539 431
Leistungsgarantien 2.059 2.150
Summe der Gruppe 4.806 4.709

10.3. Rechtsstreitigkeiten

Es wurde eine Reihe von Klagen eingereicht, die sich aus der in Kapitel 3.6 beschriebenen Refinanzierung ergeben. Wie bei jedem Streitfall kann der Ausgang dieser Verfahren jedoch nicht mit Bestimmtheit vorausgesagt werden. Die Geschäftsleitung ist der Ansicht, dass die endgültigen Verpflichtungen, die sich aus solchen Ansprüchen ergeben, keinen wesentlichen Einfluss auf die konsolidierte Finanzlage der Gruppe haben werden. Es könnte aber möglich sein, dass der Abschluss der Verfahren zu künftigen Erträgen oder Aufwendungen führt, wenn die dafür zurückgestellten Beträge höher oder niedriger als erforderlich sind.

Eine Reihe international anerkannter Berater war an der Refinanzierung beteiligt und das Management ist davon überzeugt, dass die Refinanzierung vollständig rechtswirksam ist und alle Verpflichtungen, auch im Rahmen der zugrunde liegenden Finanzierungsdokumente, erfüllt wurden.

Es wurden folgende Klagen eingereicht, die sich aus der Restrukturierung ergeben:

Galapagos BidCo S.à r.l. hat in England ein Verfahren gegen den Sicherheitstreuhänder, der die Restrukturierung durchgeführt hat, gegen den Treuhänder, der Rechte im Namen der vorrangigen Anleihen hält, und gegen jeden der Kläger in den oben beschriebenen Verfahren in New York und Luxemburg eingeleitet und das englische Gericht aufgefordert, eine Reihe von Erklärungen abzugeben, dass die Restrukturierung mit den Bedingungen der Gläubigervereinbarung übereinstimmt. Zweck der Klage ist es, dass das Gericht darüber entscheidet, ob die Restrukturierung mit den Bedingungen der Finanzierungsdokumente übereinstimmt. Das englische Verfahren enthält zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Anspruch auf Schadenersatz.

Eine Klage vor dem Obersten Gerichtshof des Staates New York wurde von einem wirtschaftlichen Eigentümer der Galapagos Senior Notes gegen inter alios Galapagos Holding S.A. (ehemalige indirekte Muttergesellschaft der Galapagos BidCo S.à r.l.) und einige ihrer Tochtergesellschaften (die jetzt Tochtergesellschaften der Mangrove Group sind) im Zusammenhang mit der Restrukturierung eingereicht. Der Kläger behauptet, dass die Restrukturierung ihn zu Unrecht seines Wertes beraubt habe, indem Vermögenswerte aus der Gruppe abgezogen und bestimmte Garantien freigegeben wurden. Der Kläger klagt auf: (i) Schadenersatz und (ii) die Rückgängigmachung der Schritte, die zur Beeinträchtigung seiner Position geführt haben. Darüber hinaus beantragt der Kläger die Erklärung, dass die Freigabe von Verbindlichkeiten unter dem Galapagos Senior Unsecured Notes gemäß den Bestimmungen der früheren Gläubigervereinbarung, die für bestimmte Verbindlichkeiten der Gruppe galten, ungültig war (mit anderen Worten, dass dieser Teil der Restrukturierung ebenfalls rückgängig gemacht wird). Der Oberste Gerichtshof des Staates New York entschied am 22. Juli 2020, dieses Verfahren im Hinblick auf das in England rechtshängige Verfahren auszusetzen.

Am 6. September 2019 haben Gläubiger der ehemaligen indirekten Muttergesellschaft, die Galapagos S.A., Luxemburg, (ehemalige 100% Anteileignerin der Galapagos BidCo S.à r.l.) die Eröffnung des Insolvenzverfahrenes über das Vermögen der Galapagos S.A. beim Amtsgericht (im Folgenden auch "Insolvenzgericht") Düsseldorf in Deutschland gestellt. Auf diesen Antrag hat das Insolvenzgericht mit Beschluss vom 9. September 2019 Sicherungsmaßnahmen über das Vermögen der Galapagos S.A. angeordnet und einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Aus diesen Verfahren ergeben sich die folgenden Rechtsbeschwerden bzw. Klagen:

Die Galapagos BidCo S.à r.l. (100% Muttergesellschaft der Gesellschaft, der Kelvion-Gruppe) hat gegen die Entscheidung des Insolvenzgerichtes Rechtsbeschwerde eingelegt und rügt insbesondere die internationale Zuständigkeit des Amtsgerichts Düsseldorf. Diese Rechtsbeschwerde wurde vom Insolvenzgericht abgelehnt. Daraufhin hat die Galapagos BidCo S.à r.l. Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof ("BGH") in Deutschland Ende 2019 eingelegt. Am 17. Dezember 2020 hat der BGH die der Rechtsbeschwerde zugrunde liegende Frage der internationalen Zuständigkeit dem Europäischen Gerichtshof ("EuGH") zur Klärung vorgelegt (siehe auch Abschnitt "14. Ereignisse nach dem Ende des Berichtszeitraums"). Aufgrund der ungeklärten Zuständigkeit des bestellten vorläufigen Insolvenzverwalters wird dieser im Nachfolgenden der "angebliche" oder "vermeintliche Verwalter" genannt.

Der angebliche Verwalter der Galapagos S.A., Luxemburg, (ehemaliger 100%iger Anteilseigner von Galapagos BidCo S.à r.l.) hat eine Klage gegen die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. und die Galapagos BidCo S.à r.l. eingereicht, in der er seine Behauptungen detailliert darlegt, dass die Restrukturierung (d.h. die Refinanzierung der Galapagos-Gruppe und der Verkauf von Galapagos BidCo S.à r.l. an die Mangrove-Gruppe) eine betrügerische Ausübung eines luxemburgischen Aktienpfandes beinhaltete und daher rückgängig gemacht werden sollte. Für den 22. September 2021 wurde vom Gericht in Luxemburg eine Sitzung anberaumt, in der der Zeitplan für das Hauptsacheverfahren festgelegt werden soll. Auf den Antrag des angeblichen Verwalters hin gewährte das Luxemburger Gericht eine "Erhaltungsanordnung", mit der ein Treuhänder ernannt wurde, um eine tatsächliche oder faktische Liquidation von Galapagos BidCo S.à r.l. zu verhindern. Dieser Treuhandauftrag wurde vom Luxemburger Gericht erfolgreich angefochten und aufgehoben. Der angebliche Verwalter legte daraufhin gegen diese Entscheidung Berufung ein, die jedoch vom Gericht abgelehnt wurde. Der vermeintliche Verwalter hat eine weitere Berufung eingelegt und für den 21. Oktober 2021 wurde eine Anhörung terminiert.

Auf Antrag des angeblichen Verwalters von Galapagos S.A. hat das Landgericht Düsseldorf, Deutschland, eine einstweilige Verfügung gegen Mangrove LuxCo IV S.à r.l. erlassen, mit der einem Treuhänder aufgegeben wird, die Aktien von Galapagos BidCo S.à r.l. zu halten. Gegen diese Verfügung wurde Widerspruch eingelegt. Gemäß Urteil vom 9. November 2020 wurde der Widerspruch durch die Mangrove-Gruppe abgelehnt, woraufhin die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. erfolgreich Berufung beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt hat. Gemäß Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 7. Juni 2021 wurde die einstweilige Verfügung des Landgerichts Düsseldorf aufgehoben, sodass die Anteile an der Galapagos BidCo S.à r.l. aus der Verwahrung und Verwaltung des Treuhänders freigegeben werden müssen. Darüber hinaus wurde im Hauptsacheverfahren ebenfalls vom angeblichen Insolvenzverwalter gegen Mangrove LuxCo IV S.à r.l. Anfechtungsklage gegen die Refinanzierung vor dem Landgericht Düsseldorf erhoben. Mangrove LuxCo IV S.à r.l. hat beantragt, das Hauptsacheverfahren vor dem Hintergrund der anderweitig rechtshängigen Verfahren in Luxemburg und England sowie der noch laufenden Rechtsbeschwerde gegen den Insolvenzeröffnungsbeschluss des Amtsgerichts Düsseldorf auszusetzen.

Basierend auf der Rechtsberatung führender internationaler Anwaltskanzleien mit Sitz in Großbritannien, Luxemburg, Deutschland und den USA, bewertet das Management das Risiko aus den oben erwähnten laufenden sowie zukünftigen Rechtsstreitigkeiten wie folgt: 1) Das Risiko, dass die Restrukturierung rückgängig gemacht wird, wird als unwahrscheinlich eingestuft und 2) das Risiko, Schadenersatz an ehemalige Inhaber der Galapagos Senior Notes oder andere Dritte zahlen zu müssen, wird ebenfalls als unwahrscheinlich eingestuft.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Schadenersatzklagen gegen das Unternehmen oder eine seiner Tochtergesellschaften erfolgreich sein sollten, sehen die Vereinbarung über die RCF-Fazilität, die Vereinbarung über die SGF-Fazilität sowie die Vereinbarung über die Cash Collateral Loans und die Mangrove Senior Secured Notes vor, dass die Gruppe bis zu EUR 100 Millionen an neuen Schulden nur für diese Zwecke aufnehmen kann und diese neuen Schulden gegenüber der Mangrove Senior Secured Notes vorrangig sind. Daher ist das Management zuversichtlich, solche Forderungen aus einer Neuverschuldung und/oder aus verfügbaren Barmitteln finanzieren zu können.

11. Sonstige Erläuterungen

11.1 Konzernkapitalflussrechnung

Die nachfolgenden Ausführungen zur Kapitalflussrechnung beziehen sich ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche der Kelvion-Gruppe:

Das EBITDA ist im Vergleich zum Vorjahr von 53,5 Millionen EUR auf 26,6 Millionen EUR gesunken. Insbesondere der Abbau der Vorratsbestände in Höhe von 10,9 Millionen EUR, der Anstieg der Rückstellungen in Höhe von 10,3 Millionen EUR und die aufgrund des verbesserten Forderungsmanagements reduzierten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 15,3 Millionen EUR trugen zur Verbesserung des Cashflows bei. Gegenläufig wirkten sich insbesondere die Auszahlungen zur Begleichung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von -15,7 Millionen EUR und die Verluste aus dem Abgang des Anlagevermögens in Höhe von -5,3 Millionen EUR aus. Zusammen mit den gezahlten Steuern in Höhe von -4,9 Millionen EUR und den Veränderungen der sonstigen operativen Vermögenswerte und Schulden in Höhe von 1,7 Millionen EUR ergibt sich ein positiver Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 38,2 Millionen EUR .

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr um 51,6 Millionen EUR auf -3,9 Millionen EUR gesunken. Während im Vorjahr noch Zahlungsmittel in Höhe von 30,0 Millionen EUR für den Erwerb der Rocore-Gruppe abgeflossen sind, hat sich der Erwerb der ENEXIO-Gruppe im aktuellen Geschäftsjahr positiv auf den Cashflow ausgewirkt, da die liquiden Mittel der ENEXIO-Gruppe zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung den Kaufpreis um 7,4 Millionen EUR überstiegen haben. Die Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen sind im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Millionen EUR auf 21,9 Millionen EUR gesunken. Demgegenüber sind die Einzahlungen aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten von 6,2 Millionen EUR auf 10,6 Millionen EUR gestiegen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt 19,4 Millionen EUR und ist im Vergleich zum Vorjahr um 33,7 Millionen EUR gesunken. Im Rahmen des Refinanzierungsprozesses sind der Kelvion-Gruppe liquide Mittel in Höhe von 105,6 Millionen EUR von der Mangrove-Gruppe zugeflossen. Diese liquiden Mittel sind vorrangig dafür verwendet worden, um die in Anspruch genommene revolvierenden Kreditlinie vollständig zurückzuführen und eine unterjährige Brückenfinanzierung in Höhe von EUR 24,9 Millionen EUR zu tilgen. Im Zusammenhang mit der gesellschaftsrechtlichen Reorganisation und dem damit verbundenen Erwerb der ENEXIO-Gruppe sind im Vorfeld der Transaktion die Cashpool-Verbindlichkeiten der Kelvion-Gruppe gegenüber der ENEXIO-Gruppe in Höhe von 30,8 Millionen EUR zurückgezahlt worden. Gleichzeitig hat die Galapagos BidCo zur Stärkung des Eigenkapitals eine Einlage in die Kapitalrücklage der Kelvion Finance GmbH in Höhe von 30,8 Millionen EUR beschlossen und gezahlt. Gegenläufig wirkten sich die gezahlten Zinsen in Höhe von 18,0 Millionen EUR (Vorjahr 42,0 Millionen EUR) sowie die Auszahlungen in Höhe von 11,4 Millionen EUR (Vorjahr 0,6 Millionen EUR) im Zusammenhang mit dem neu eingeführten IFRS 16 Standard, der die Behandlung von Finanzierungsleasing-Verträgen neu regelt, aus.

Der Bestand an Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalenten ist von 38,7 Millionen EUR auf 86,3 Millionen EUR gestiegen und enthält 0,1 Millionen EUR (Vorjahr: 0,0 Millionen EUR) verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel.

Die Angaben gemäß IAS 7.44 stellen sich wie folgt dar:

(EUR tausend) Verbindlichkeiten aus Gesellschafterdarlehen Netto Finanzierungs-
verbindlichkeit gegenüber der Mangrove / ENEXIO Gruppe
Bankverbindlichkeiten inkl. Zinsen für Garantien und andere Off Balance Sachverhalte Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing Gesamt
01.01.2019 752.872 35.680 47.647 11.678 847.877
Zugang aus der Erstanwendung IFRS 16 - - - 53.262 53.262
Zugang aus Erstkonsolidierung der ENEXIO Gruppe - - - 7.047 7.047
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Geschäftsbereichen -7.994 64.253 -53.499 -14.228 -11.468
- davon gezahlte Zinsen -7.994 - -7.254 -2.789 -18.037
- davon andere Finanzierungstransaktionen 0 64.253 -46.245 -11.439 6.569
Zugang (netto) aus Finanzierungsleasing nach IFRS 16 - - - -772 -772
Netto Zinsaufwand 42.868 1.059 7.254 1.036 52.217
FX Effekte 0 -19 -6 465 440
31.12.2019 787.746 100.973 1.396 58.488 948.603
(EUR tausend) Verbindlichkeiten aus Gesellschafterdarlehen Netto Finanzierungs-
verbindlichkeit gegenüber der ENEXIO Gruppe
Bankverbindlichkeiten inkl. Zinsen für Garantien und andere Off Balance Sachverhalte Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing Gesamt
01.01.2018 742.862 57.296 16.642 10.929 827.729
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Geschäftsbereichen -32.996 -20.421 23.913 -1.140 10.198
- davon gezahlte Zinsen -32.996 1.195 -7.272 -578 -42.041
- davon andere Finanzierungstransaktionen - -21.616 31.185 -562 52.239
Netto Zinsaufwand 43.006 -1.195 7.272 1.978 53.451
FX Effekte - - -180 -89 -269
31.12.2018 752.872 35.680 47.647 11.678 847.877

11.2 Zuschüsse der öffentlichen Hand

Im Geschäftsjahr 2019 flossen dem Konzern ertragsbezogene Zuschüsse der öffentlichen Hand in Höhe von 987 tausend EUR (2018: 738 tausend EUR) zu, wovon 549 tausend EUR auf Lohnsteuersubventionen und 184 tausend EUR auf Förderung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten entfielen. Des Weiteren wurden 178 tausend EUR Subventionen für Grundstücke gewährt.

11.3 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

11.3.1 Allgemeine Informationen über nahestehende Unternehmen

Nach Maßgabe von IAS 24 sind Geschäftsvorfälle und ausstehende Salden mit Unternehmen oder Personen anzugeben, die den Konzern beherrschen oder gemeinschaftlich beherrschen oder vom Konzern beherrscht oder gemeinschaftlich beherrscht werden, sofern solche Unternehmen oder Personen nicht im Konzernabschluss berücksichtigt sind.

Die Verpflichtung gemäß IAS 24 erstreckt sich ferner auf Geschäfte mit Personen, die maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns ausüben. Ein maßgeblicher Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns kann insoweit ein Anteil von mindestens 20 Prozent an Kelvion Finance, ein Sitz in der Geschäftsleitung der Kelvion-Gruppe oder eine andere leitende Position bei der Konzernmuttergesellschaft oder bei einer Beteiligungsgesellschaft sein.

Nahestehende Unternehmen und Personen des Konzerns im Sinne von IAS 24 sind in erster Linie die unmittelbaren und mittelbaren Gesellschafter von Kelvion Finance und die dem Wesentlichkeitsgrundsatz gemäß nicht konsolidierten Tochtergesellschaften der Kelvion-Gruppe. Die unmittelbaren und mittelbaren Gesellschafter von Kelvion Finance sind die luxemburgischen Holdinggesellschaften. Die luxemburgischen Holdinggesellschaften werden indirekt von Fonds beherrscht, die von der Kapitalanlagegesellschaft Triton beraten werden.

Sämtliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden nach Fremdvergleichsgrundsätzen getätigt. Bezüglich der Gesellschafterdarlehen wird verwiesen auf Ziffer 7.4.

11.3.2 Transaktionen mit Tochtergesellschaften

Erträge und Aufwendungen aus Geschäften mit Konzerngesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen oder nicht konsolidierten Tochtergesellschaften resultieren überwiegend aus der regelmäßigen Lieferung von Gütern und der regelmäßigen Erbringung von Dienstleistungen und setzen sich folgendermaßen zusammen:

(in TEUR) Umsätze Sonstige Erträge Sonstige Aufwendungen Zinsertrag
2019
Nicht-konsolidierte Gesellschaften -113 - - -24
Joint Ventures und sonstige Beteiligungen -252 - - 0
gegenüber Schwestergesellschaften - - - 0
Summe -365 - - -24
(in TEUR) Umsätze Sonstige Erträge Sonstige Aufwendungen Zinsertrag
2018
Nicht-konsolidierte Gesellschaften 0 -7 - -9
Joint Ventures und sonstige Beteiligungen -316 - - -
gegenüber Schwestergesellschaften -1.591 -1.822 188 -3.783
Summe -1.907 -1.829 188 -3.792

Zum Abschlussstichtag bestanden aus Geschäftsvorfällen zwischen Konzerngesellschaften und verbundenen Unternehmen die folgenden offenen Posten:

(in TEUR) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle Vermögenswerte Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten
31.12.2019
Nicht-konsolidierte Gesellschaften 53 118 1.326 -
Joint Ventures und sonstige Beteiligungen 1.135 112 - -
gegenüber Schwestergesellschaften - - - -
Summe 1.188 230 1.326 -
(in TEUR) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle Vermögenswerte Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten
31.12.2018
Nicht-konsolidierte Gesellschaften 673 - 917 799
Joint Ventures und sonstige Beteiligungen 1.280 1.348 0 -
gegenüber Schwestergesellschaften 361 186 5.061 39.339
Summe 2.314 1.534 5.978 40.138

11.3.3 Transaktionen mit Anteilseignern

Die von der Galapagos BidCo S.à r.l. gewährten Gesellschafterdarlehen (inkl. der zurückgestellten Zinsen) weisen einen Buchwert abzüglich Transaktionskosten von insgesamt 786.818 tausend EUR (2018: 750.842 tausend EUR) auf. Die hierauf abgegrenzten Zinsen belaufen sich auf 90.089 tausend EUR (2018: 55.215 tausend EUR). Die im Geschäftsjahr 2019 im Zinsaufwand erfassten Zinsen für die Gesellschafterdarlehen belaufen sich auf 42.903 tausend EUR (2018: 42.978 tausend EUR). Weitere Angaben dazu finden sich unter Ziffer 7.4 "Gesellschafterdarlehen".

Die Gesellschafterin Galapagos BidCo S.à. r.l. hat in ihren Forderungen in Höhe von insgesamt 651.900 tausend EUR Rangrücktritte erklärt. Der Gesamtbetrag der Finanzierungsverbindlichkeiten gegenüber der Galapagos BidCo S.à. r.l. beläuft sich zum 31. Dezember 2019 auf einen Betrag von 787.657 tausend EUR (Nominalwert: 787.746 tausend EUR (ohne aktivierte Transaktionskosten in Höhe von 928 tausend EUR) zzgl. zurückgestellte Zinsen von 90.089 tausend EUR).

Für die Transaktion in Verbindung mit den gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen der ENEXIO-Gruppe verweisen wir auf die Abschnitte "Unternehmenszusammenschlüsse" und "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden sowie nicht fortgeführte Geschäftsbereiche".

11.3.4 Transaktionen mit anderen verbundenen Unternehmen

Für Leistungen einer Triton nahestehenden Beratungsgesellschaft sind dem Konzern Beratungskosten in Höhe von 1.188 tausend EUR (2018: 734 tausend EUR) entstanden.

11.4 Bezüge von Führungskräften

Die Bezüge setzen sich folgendermaßen zusammen:

(in TEUR) 2019 2018
Kurzfristig fällige Leistungen 2.718,5 1.448
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 27,3 -
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 10 2
Gesamt 2.755,8 1.450

Die Vergütung ehemaliger Mitglieder der Geschäftsführung beträgt 400.000 EUR. Der deutliche Anstieg der Bezüge von Führungskräften im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Vergütung an ein ehemaliges Mitglied der Geschäftsführung (die Stelle wurde entsprechend nachbesetzt) und dem Einbezug der Bezüge der Führungskräfte der im Geschäftsjahr übernommenen ENEXIO-Gruppe.

Sonstige Geschäfte mit Führungskräften des Unternehmens oder mit ihnen nahestehenden Unternehmen oder Personen haben im Berichtszeitraum nicht stattgefunden.

11.5 Aktienbasierte Zahlungen des ENEXIO-Konzerns

Im Oktober 2016 richtete die ENEXIO-Gruppe ein Management-Incentive-Programm ein, das leitende Führungskräfte zum Erwerb von Gewinnbeteiligungsinstrumenten berechtigt (PPI). Bei bestimmten Voraussetzungen sind die Teilnehmer berechtigt, ihre PPIs an Galapagos BidCo zu verkaufen. Die aktienbasierten Transaktionen werden in bar ausgeglichen. Der Wert hängt dabei von der aktuellen Entwicklung der ENEXIO-Gruppe ab. Aufgrund der negativen Entwicklung der ENEXIO-Gruppe beläuft sich der Buchwert der Verbindlichkeit einschließlich der Erstinvestition der Teilnehmer auf insgesamt 0,0 EUR.

11.6 Organe des Unternehmens

Nachfolgend sind die Mitglieder der Geschäftsführung aufgelistet:

Jürgen Vinkenflügel (CEO, seit 1. Januar 2018), Mülheim an der Ruhr

Marcus Mayer (CFO, seit 1. Januar 2019), Rotenburg (Wümme)

11.7 Gesellschafterbeirat

Die Mitglieder des Gesellschafterbeirats sind:

Klaus Stahlmann (bis zum 31. Mai 2021)

Hubertus Neuhäuser (Vorsitzender) seit 1. Juni 2021

Michael Gahleitner

Claus von Hermann

Nizar Ghoussaini (bis zum 31. Juli 2019)

Martin Huth (bis zum 31. Mai 2019)

Die Aufwendungen für den Gesellschafterbeirat belaufen sich auf 225 tausend EUR im Jahr 2019 (2018: 280 tausend EUR).

11.8 Abschlussprüfungsgebühren

Dem Konzern sind Gebühren in Höhe von 1.238 tausend EUR (2018: 828 tausend EUR) für Abschlussprüfungsleistungen, in Höhe von 24 tausend EUR (2018: 180 tausend EUR) für prüfungsnahe Leistungen, in Höhe von 189 tausend EUR (2018: 74 tausend EUR) für Steuerberatungsleistungen und in Höhe von 0 tausend EUR (2018: 117 tausend EUR) für sonstige Leistungen an den Konzernabschlussprüfer entstanden.

12. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Verkauf des Heller-Geschäfts von ENEXIO

Die ENEXIO Management GmbH (Verkäufer) und die MVM Magyar Villamos Müvek Zrt. (Käufer) haben am 27. Oktober 2020 einen Kaufvertrag über die Anteile der ENEXIO Hungary Zrt. einschließlich der beiden chinesischen Tochtergesellschaften der ENEXIO Ungarn unterzeichnet ("signing") und diesen Vertrag am 31. Dezember 2020 vollzogen ("closing"). Wir verweisen auch auf den Abschnitt "5. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden sowie nicht fortgeführte Geschäftsbereiche" im Anhang.

Gerichtsverfahren vor dem Bundesgerichtshof (BGH) und dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) betreffend

Im Risikobericht ist im Abschnitt "Rechtliche Risiken" beschrieben, dass die internationale Zuständigkeit des Amtsgerichts Düsseldorf, Deutschland, für die Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens über das Vermögen der ehemaligen indirekten Muttergesellschaft, die Galapagos S.A., sowie die Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters in Deutschland durch die Galapagos BidCo S.à r.l. bestritten wird. Am 17. Dezember 2020 hat der BGH die der Rechtsbeschwerde zugrunde liegende Frage der internationalen Zuständigkeit dem Europäischen Gerichtshof ("EuGH") zur Klärung vorgelegt.

Gerichtsverfahren in Luxemburg

Wie im Abschnitt "Rechtliche Risiken" im Risikobericht (siehe hierzu im Einzelnen das nachfolgende Kapitel "6.4 Risikobericht" sowie Kapitel 10.3 "Rechtsstreitigkeiten" des Konzernanhangs) beschrieben, hat der angebliche (siehe hierzu den vorherigen Abschnitt "Gerichtsverfahren vor dem Bundesgerichtshof (BGH) und dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) betreffend") Insolvenzverwalter der Galapagos S.A. eine Klage in Luxemburg eingereicht und gegen die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. erwirkt, dass ein Treuhänder bestellt wurde, der die Aktien der Galapagos BidCo S.à r.l. zur Sicherung von potenziellen Gläubigeransprüchen hält. Dieser Treuhandauftrag wurde vor dem Luxemburger Gericht erfolgreich angefochten und aufgehoben. Der angebliche Insolvenzverwalter legte daraufhin gegen diese Entscheidung Berufung ein, die jedoch vom Gericht zurückgewiesen wurde. Gegen diese Entscheidung hat der angebliche Insolvenzverwalter erneut Berufung eingelegt und für den 21. Oktober 2021 wurde eine Anhörung terminiert. Darüber hinaus hat der angebliche Insolvenzverwalter in Luxemburg Klage in der Hauptsache gegen Mangrove LuxCo IV S.à r.l. und Galapagos BidCo S.à r.l. eingereicht, in der er behauptet, dass die Refinanzierung der Galapagos-Gruppe und der Verkauf der Galapagos BidCo S.à r.l. an die Mangrove-Gruppe eine betrügerische Ausübung eines luxemburgischen Anteilspfandrechts beinhaltet und daher rückabgewickelt werden sollte. Für den 22. September 2021 wurde eine Sitzung anberaumt, in der der Zeitplan für das Hauptsacheverfahren festgelegt werden soll.

Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Düsseldorf

Im Risikobericht ist im Abschnitt "Rechtliche Risiken" beschrieben, dass der angebliche Insolvenzverwalter der Galapagos S.A. eine einstweilige Verfügung vom Landgericht Düsseldorf, Deutschland, gegen Mangrove LuxCo IV S.à r.l. erwirkt hat, und dass ein Treuhänder bestellt wurde, der die Aktien der Galapagos BidCo S.à r.l. zur Sicherung von potenziellen Gläubigeransprüchen hält. Bei der Gerichtsverhandlung am 9. November 2020 wurde der Widerspruch der Mangrove-Gruppe durch das Landgericht abgelehnt, woraufhin die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. erfolgreich Berufung beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt hat. Gemäß Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 7. Juni 2021 wurde die einstweilige Verfügung des Landgerichts Düsseldorf aufgehoben, sodass die Anteile an der Galapagos BidCo S.à r.l. aus der Verwahrung und Verwaltung des Treuhänders freigegeben werden müssen. Darüber hinaus wurde im Hauptsacheverfahren ebenfalls vom angeblichen Insolvenzverwalter gegen Mangrove LuxCo IV S.à r.l. Anfechtungsklage gegen die Refinanzierung vor dem Landgericht Düsseldorf erhoben. Mangrove LuxCo IV S.à r.l. hat beantragt, das Hauptsacheverfahren vor dem Hintergrund der anderweitig rechtshängigen Verfahren in Luxemburg und England sowie der noch laufenden Rechtsbeschwerde gegen den Insolvenzeröffnungsbeschluss des Amtsgerichts Düsseldorf auszusetzen.

Reduzierung der Finanzkennzahlen ("Covenants") mit den Banken vereinbart

Am 11. März 2020 bezeichnete die WHO den Ausbruch des Coronavirus als globale Pandemie. Seit März 2020 sind die Folgen des Ausbruchs für die Weltwirtschaft sehr erheblich. Bis Mitte 2020 erwartete das Management der Kelvion-Gruppe noch, dass die Schlüsselkennzahlen Umsatz und bereinigtes EBITDA innerhalb des Kelvion-Segments im Großen und Ganzen auf Vorjahresniveau liegen werden. Das Management ging weiter davon aus, dass die negativen Auswirkungen auf die Personal- und Materialkosten durch die verschiedenen Gegenmaßnahmen, die bereits umgesetzt wurden oder zur Umsetzung bereit waren, ausgeglichen werden würden. Ein Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr von etwa 10% wurde jedoch auch Mitte 2020 für möglich gehalten und hätte dazu geführt, dass das bereinigte EBITDA zwar hinter dem Niveau von 2019 (für das Gesamtjahr) zurückbleibt, aber immer noch über den Anforderungen aus der Kreditvereinbarung und der anderen Finanzierungsvereinbarungen liegt.

Im dritten Quartal haben die Entwicklungen in der Corona-Krise gezeigt, dass ein Umsatzrückgang von rund 10% im Jahresvergleich wahrscheinlich erscheint und dass das normalisierte EBITDA unter das Niveau von 2019 fallen wird.

Am 22. Dezember 2020 hat der Konzern die Änderung der Finanzierungsvereinbarungen und damit eine deutliche Reduzierung der Finanzkennzahlen erreicht. Die Geschäftsführung sieht daher ein geringes Risiko, dass die Covenants zum 31. Dezember 2020 nicht eingehalten werden können. Für weitere Einzelheiten wird im Übrigen auf das Kapitel 3.5 "Risiko der Nichteinhaltung der Finanzvereinbarungen aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus durch Änderung (deutliche Reduzierung) der Covenants im Dezember 2020 für Zeiträume ab dem 31. Dezember 2020 reduziert" in diesem Konzernlagebericht verwiesen.

Effizienz- und Umstrukturierungsprogramme

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts hat die Gruppe verschiedene Effizienz- und Kosteneinsparungsprogramme entwickelt, die auf eine wesentliche Senkung der Produktions- und Gemeinkosten abzielen. Die Gruppe befindet sich derzeit in Verhandlungen mit Gewerkschaften und Betriebsräten in verschiedenen Ländern, die zum Zeitpunkt dieses Berichts im Wesentlichen erfolgreich abgeschlossen waren. Danach wird die Gruppe die Umstrukturierungspläne ankündigen und sich dazu verpflichten. Daher rechnet die Gruppe damit, im Dezember 2020 Rückstellungen für die Restrukturierung in einer Größenordnung von 25 bis 30 Millionen EUR zu bilden und entsprechende Mittelabflüsse zu tätigen, die größtenteils im Jahr 2021 erfolgen werden. Angesichts der soliden Basis an liquiden Mitteln des Konzerns und der erwarteten Mittelzuflüsse aus dem Verkauf des Heller-Geschäfts werden diese Restrukturierungsinitiativen aus der Bilanz ohne externe Finanzierung finanziert werden.

Abwicklung eines Altprojekts zur Kühlung eines Kraftwerks in Süd-Afrika

Als GEA seine Wärmetauschersparte an den früheren Eigentümer des Konzerns, die Galapagos Group, verkaufte, erklärte sich Kelvion bereit, die Fertigstellung eines bestehenden Kraftwerkskühlungsprojekts in Südafrika zu übernehmen, das im Jahr 2007 begonnen wurde. Die Vereinbarung mit GEA beinhaltete einen Mechanismus zur Risikoteilung, bei dem die Hauptverantwortung bei GEA verblieb.

Verzögerungen durch Subunternehmer führten zu Verzögerungen bei Kelvion und dessen Subunternehmern und zu verschiedenen Ansprüchen von Kelvion. Im Jahr 2017 vereinbarten die Parteien, die verschiedenen Streitigkeiten einem Schiedsgericht vorzulegen.

Am 22. März 2021 entschied das Schiedsgericht zu Gunsten von Kelvion. Basierend auf der Gerichtsentscheidung, wurde am 29. und 30. März 2021 ein endgültiger Vergleich mit dem Hauptunterauftraggeber geschlossen, der sich wie folgt auf die Finanzlage des Konzerns auswirken wird: Der unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten bilanzierte Rückerstattungsanspruch gegenüber der GEA und die unter den nachlaufenden Kosten passivierte langfristige Rückstellung werden entfallen, der Konzern wird ein EBIT / Umsatz aus dem Projekt in Höhe von 23,4 Mio. EUR / 37,0 Mio. EUR und einen Liquiditätsüberschuss (nach Begleichung offener Rechnungen an Lieferanten und entsprechend dem Teilungsmechanismus mit GEA) in Höhe von ca. 5 Mio. EUR realisieren. Darüber hinaus wird GEA Bankgarantien in Höhe von 19 Mio. EUR an den Konzern zurückgeben.

Neuordnung der Gesellschafterdarlehen

Die Gesellschafterdarlehen und die entsprechenden Fälligkeiten wurden kongruent zur externen Finanzierung aus dem Jahr 2014 ("alte Finanzierung") ausgestaltet. Die alte Finanzierung wurde im Geschäftsjahr 2019 durch eine neue Finanzierung ersetzt. Eine Anpassung der Gesellschafterdarlehen an die neue externe Finanzierung ist derzeit in Vorbereitung, aber noch nicht umgesetzt. Die Geschäftsführung hat die Zusage der Gesellschafterin Galapagos BidCo S.à. r.l., dass die Gesellschafterdarlehen zu den ursprünglichen Fälligkeitszeitpunkten nicht zurückgeführt werden müssen. Allein die Zinsen werden im bestimmten Umfang bei Fälligkeit bezahlt werden.

13. Beteiligungsliste

Die Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen des Konzerns sind in der folgenden Aufstellung genannt.

Gesellschaft Sitz Land Anteilsbesitz (in %)
CTIGulf Dubai Vereinigte Arabische Emirate 47,00%
CTI Industries Inc. (C Corp) Orange USA 100,00%
ENEXIO Cooling Systems (China) Co. Ltd. Tianjin China 100,00%
ENEXIO Cooling Systems Trading (Beijing) Co. Ltd. Peking China 100,00%
ENEXIO Energy Technology (Beijing) Co. Ltd. Peking China 100,00%
ENEXIO Germany GmbH Bochum Deutschland 100,00%
ENEXIO Holding Inc. Wilmington USA 100,00%
ENEXIO Hungary Zrt. Budapest Ungarn 100,00%
ENEXIO Italy S.r.l. Monvalle Italien 100,00%
ENEXIO Management GmbH Bochum Deutschland 100,00%
ENEXIO of Alabama, LLC Montgomery USA 100,00%
ENEXIO Power Cooling (China) Co. Ltd. Langfang China 100,00%
ENEXIO Service GmbH Herne Deutschland 100,00%
ENEXIO UK Ltd. Northampton Großbritannien 100,00%
ENEXIO US LLC Wilmington USA 100,00%
ENEXIO Water Technologies GmbH Wettringen Deutschland 100,00%
Kelvion AB Kalmar Schweden 100,00%
Kelvion B.V. Doetinchem Niederlande 100,00%
Kelvion Brazed PHE GmbH Nobitz-Wilchwitz Deutschland 100,00%
Kelvion BVBA Zele Belgien 100,00%
Kelvion Central Europe Sp.zo.o. Opole Polen 100,00%
Kelvion China Co. Ltd. Shanghai China 100,00%
Kelvion FZE Dubai Vereinigte Arabische Emirate 100,00%
Kelvion Germany GmbH (vormals Kelvion GmbH) Bochum Deutschland 100,00%
Kelvion GmbH Gaspoltshofen Österreich 100,00%
Kelvion Heat Exchangers (China) Co. Ldt. Wuhu China 97,39%
Kelvion Holding (Pty) Ltd Germiston Südafrika 100,00%
Kelvion Holding B.V. Sint Maartensdijk Niederlande 100,00%
Kelvion Holding GmbH Bochum Deutschland 100,00%
Kelvion Inc. Catoosa USA 100,00%
Kelvion India Private Ltd. Pune Indien 100,00%
Kelvion Industriebeteiligungen GmbH Bochum Deutschland 100,00%
Kelvion Insurance Broker and Services GmbH Bochum Deutschland 100,00%
Kelvion Intercambiadores Ltda Franco da Rocha Brasilien 100,00%
Kelvion K.K. Tokio Japan 100,00%
Kelvion Ltd. Fareham Großbritannien 100,00%
Kelvion Machine Cooling B.V Almere Niederlande 100,00%
Kelvion Machine Cooling Sp. z.o.o. Swiebodzice Polen 100,00%
Kelvion Machine Cooling Systems GmbH Monzingen Deutschland 100,00%
Kelvion Mashimpeks LLC Moskau Russische Föderation 100,00%
Kelvion OÜ Tallinn Estland 100,00%
Kelvion PHE BV Belfeld Niederlande 100,00%
Kelvion PHE GmbH Sarstedt Deutschland 100,00%
Kelvion PTE. Ltd. Singapur Singapur 100,00%
Kelvion Refrigeration B.V. Sint Maartensdijk Niederlande 100,00%
Kelvion Refrigeration GmbH Baierbrunn Deutschland 100,00%
Kelvion S.A.S. Wingles Frankreich 100,00%
Kelvion Saudi Arabia Limited LLC AI Khobar Saudi-Arabien 100.00%
Kelvion S.r.l. Monvalle Italien 100,00%
Kelvion s.r.o. Nymburk Tschechische Republik 100,00%
Kelvion SDN. BHD Subang Jaya, Selangor Malaysia 100,00%
Kelvion Services (PTY) Ltd. Germiston Südafrika 74,83%
Kelvion Sp. Z o.o. Opole Polen 100,00%
Kelvion Thermal Services S.A.S. Nantes Frankreich 100,00%
Kelvion Thermal Solutions (Jiangsu) Co. Ltd. Changshu China 100,00%
Kelvion Thermal Solutions (PTY) Ltd. Germiston Südafrika 74,99%
Kelvion Thermal Solutions F.Z.C.O. Dubai Vereinigte Arabische Emirate 100,00%
Kelvion Thermal Solutions S.A.S. Nantes Frankreich 100,00%
Kelvion Thermal Solutions S.A.U. Igorre Spanien 100,00%
Kelvion Thermal Solutions W.L.L. Doha Qatar 100,00%
Rocore Holdings Inc. Indiana USA 100,00%
Rocore Holdings inc. (S Corp) Indiana USA 100,00%
Rocore Knoxville LLC Knoxville USA 100,00%
ROH Holdings Inc. Indiana USA 100,00%
Romy Acquisition Inc. Indiana USA 100,00%
Nicht konsolidierte Gesellschaften
ENEXIO Poland Sp z o.o. Bytom Polen 63,00%
ENEXIO Water Technologies s.r.o. Jilove Tschechische Republik 91,94%
Bloksma Asia Ltd. Hong Kong China 100,00%
Gemeinschaftsunternehmen
GEA Shanxi Thermal Equipment Company Ltd. Taiyuan, Shanxi China 48,00%
ENEXIO Power Cooling Solutions India Private Ltd. Chennai, Madras Indien 51,00%
Wuhan Bloksma Heat Exchangers Co. Ltd. Wuhan China 50,00%
Liaochen XinDe Water Technology Company, Ltd. Liaochen, Shandong Province China 55,00%
Assoziierte Unternehmen
Kelvion KOS Korea Ltd. Seoul Südkorea 25,00%
TPK Mashimpeks OOO Solnechnogorsk Russische Föderation 34,00%
Konsortium ENEXIO Service / Kramer Herne Deutschland 58,00%

14. Gemäß § 264 Abs. 3 HGB befreite Gesellschaften

Nachfolgende inländische Konzerngesellschaften in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft haben die gemäß § 264 Abs. 3 HGB erforderlichen Bedingungen für die Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift erfüllt und verzichten deshalb auf die Erstellung eines Lageberichts und eines Anhangs, die Prüfung des Jahresabschlusses durch einen Wirtschaftsprüfer und auf die Offenlegung ihres Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2019:

Kelvion PHE GmbH

Kelvion Industriebeteiligungen GmbH

Kelvion Refrigeration GmbH

Kelvion Machine Cooling Systems GmbH

Kelvion Brazed PHE GmbH

Kelvion Holding GmbH

Kelvion Insurance Broker and Services GmbH

Kelvion Germany GmbH

 

Bochum, 18. Juni 2021

Jürgen Vinkenflügel

Marcus Mayer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Kelvion Finance GmbH, Bochum

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Kelvion Finance GmbH, Bochum, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Kelvion Finance GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts,, unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 18. Juni 2021

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Markus Uhde, Wirtschaftsprüfer

Manuel Boers, Wirtschaftsprüfer

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