Curtis 1000 Europe AktiengeselIschaftLiquidiert
56566 Neuwied, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Curtis 1000 Europe AktiengesellschaftNeuwiedJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010Bilanz zum 31. Dezember 2010der Curtis 1000 Europe AGAKTIVA
Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2010 bis 31.12.2010Curtis 1000 Europe AG, Sankt Augustin
Anhang des Jahresabschlusses 2010der Curtis 1000 Europe AGI. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss und zu Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDem Jahresabschluss zum 31.12.2010 liegen die Vorschriften des Handelsgesetzbuches über die Rechnungslegung von Kapitalgesellschaften sowie das Aktiengesetz zugrunde. Der Jahresabschluss vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AG. Der Jahresabschluss wurde erstmals nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 242 ff.) in der Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetztes (BilMoG) vom 25.05.2009 in Verbindung mit dem GmbH Gesetz und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages aufgestellt. Die Vorjahresvergleichszahlen wurden auf Grund des Wahlrechts des Art. 67 Abs. 8 Satz 2 EGHGB nicht an die durch das BilMoG geänderten Vorschriften angepasst. Da der Geschäftsbetrieb aufgrund der Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens per 13.10.2009 im Dezember 2009 eingestellt wurde und das Unternehmen seitdem liquidiert wird, konnte nicht mehr von dem "Going-Concern-Prinzip" nach § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB ausgegangen werden. Die Bewertung des Anlagevermögens erfolgte daher zu Liquidationswerten. Die Bewertung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zum Nennwert. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist eine Pauschalwertberichtigung abgesetzt, die dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko Rechnung trägt. Für zweifelhafte Forderungen wurden Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Sonstige Rückstellungen werden nach dem Grundsatz vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet und berücksichtigten alle ungewissen Verbindlichkeiten und erkennbaren Risiken. Die Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag ausgewiesen. II. Erläuterungen zur BilanzBezüglich der Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf den als Anlage III/6 beigefügten Anlagespiegel. Bezüglich der Entwicklung der Finanzanlagen verweisen wir auf die als Anlage III/7 beigefügte Aufstellung. Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind insgesamt 17.286,34 € mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr ausgewiesen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Gesellschaft hat ein Grundkapital von 9.000.000,00 €, welches in 9.000.000 Stückaktien eingeteilt ist. Durch Beschluss der Hauptversammlung am 26. Juli 2007 wurde die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 26. Januar 2009 erworbene eigene Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Der Vorstand der Berichtsfirma hat am 16. Januar 2009 von dieser Ermächtigung Gebrauch gemacht und die insgesamt von ihr gehaltenen 448.798 eigenen Aktien mit Wirkung zum 22. Januar 2009 eingezogen. Gemessen am bisherigen Grundkapital von 9.000.000 € hielt die Berichtsfirma rund 4,99% ihrer eigenen Aktien. Infolge der Einziehung sämtlicher von ihr gehaltenen eigenen Aktien hat die Berichtsfirma damit die Schwelle von 3% unterschritten. Sie hält seit dem 22. Januar 2009 nun keine eigenen Aktien mehr. Das Grundkapital beträgt demnach noch 8.8551.202 €. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Verzugszinsen nach Insolvenzeröffnung (1.950.000 €), für die Inhaftungsnahme von Darlehensbürgschaften (1.000.000 €), für Darlehenszinsen (658.000 €), für Arbeitnehmer (250.000 €), für das vorläufige und das eröffnete Insolvenzverfahren (500.000 €), für ausstehende Rechnungen (9.600 €), für Aufsichtsratsvergütungen (30.000 €), für Jahresabschlusskosten (15.000 €) und für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten (3.500 €). Sämtliche Verbindlichkeiten haben Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr. In einer Treuhandvereinbarung wurde geregelt, dass die Berichtsfirma der Commerzbank AG als Treuhänderin folgende Sicherheiten bestellt:
Die Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
III. Erläuterungen zur Gewinn und VerlustrechnungDie Umsatzerlöse setzen sich nach geographischen Merkmalen wie folgt zusammen:
IV. Sonstige AngabenVorstandsmitglied der Berichtsfirma in 2010 war: Herr Dr.-Ing. Reinhard Knüppel, Kaufmann, Bad Waldsee (Oktober bis Dezember 2009), Aufsichtsratsmitglieder der Berichtsfirma in 2010 waren: Herr Dr. Christian R. Supthut, Diplom-Kaufmann, Berlin und Herr Erich Wendling, Diplom-Kaufmann, Ingenieur (grad), Mainz. Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für das Geschäftsjahr 2010 keine Bezüge. Die Hauptversammlung der Berichtsfirma hat am 3. August 2006 beschlossen, auf die Offenlegung der Vorstandsvergütungen für fünf Jahre, beginnend mit dem Geschäftsjahr 2006, zu verzichten. Das Unternehmen beschäftigte 2010 durchschnittlich 2 Mitarbeiter. Durch Beschluss des Amtsgerichts Neuwied wurde am 13.10.2009 das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Zum vorläufigen (schwachen) Insolvenzverwalter wurde Herr Rechtsanwalt Jens Fahnster, Kölnstr. 135, 53757 Sankt Augustin, bestellt. Durch Beschluss des Amtsgerichts Neuwied wurde dann am 01.01.2010 das Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde ebenfalls Herr Rechtsanwalt Jens Fahnster bestellt. Durch Beschluss des Amtsgerichts Montabaur vom 19.03.2010 wurde die Gesellschaft von der Prüfung der Jahresabschlüsse per Insolvenzeröffnung und für die folgenden Geschäftsjahre bis zur Beendigung des Insolvenzverfahrens von der Verpflichtung befreit, die Jahresabschlüsse durch einen Abschlussprüfer prüfen zu lassen.
Sankt Augustin, 21.11.2011 gez. J. Fahnster, Insolvenzverwalter Anlagespiegel zum 31.12.2010
Entwicklung Finanzanlagevermögen 2010
Lagebericht des Jahresabschlusses 2010der Curtis 1000 Europe AG1. Geschäft- und RahmenbedingungenDie Schuldnerin ist die Holding-Gesellschaft der Unternehmensgruppe CURTIS, wie aus dem nachfolgenden Diagramm ersichtlich.
Die grau hinterlegten Beteiligungen konnten im Berichtsjahr 2010 veräußert werden. 2. Geschäftsverlauf2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Schneller als erwartet hat sich die deutsche Wirtschaft von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise erholt. Mit einem preisbereinigten Wachstum in Höhe von 3,6% (Vorjahr -4,7%) konnte der größte Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes seit der Wiedervereinigung erzielt werden. Das produzierende Gewerbe hatte im Vergleich der Wirtschaftsbereiche mit 10,3% die höchsten Zuwächse zu verzeichnen. Ebenso wie im Vorjahr hatte der Export einen wesentliche Anteil an der Entwicklung des Wachstums. Nach einem Rückgang von 14,3% in 2009 folgte nun eine Steigerung der Ausfuhren um 14,2%. 2.2 Branchenentwicklung Die deutsche Papierindustrie hat in 2010 einen Umsatz von 14,4 Mrd. Euro erwirtschaftet und damit 17% mehr als 2009. Insgesamt war die Produktion mit 23,2 Mio. Tonnen Papier, Karton und Pappe 11% höher als im Vorjahr. An rund 165 Produktionsstandorten beschäftigt die Papierindustrie in Deutschland 41.120 Mitarbeiter, rund 2% weniger als im Vorjahr. Sie erwirtschaftet rund 1% des Umsatzes des gesamten produzierenden Gewerbes in Deutschland. Die Ertragslage hat sich jedoch nochmals wesentlich verschlechtert. Das Preisniveau stieg im Vorjahresvergleich lediglich um 2%. Trotz weitgehender Vollauslastung der Papiermaschinen konnte die deutsche Papierindustrie keine akzeptable Rendite erwirtschaften, da die Rohstoffkosten explodierten. Im Jahresdurchschnitt sind die Preise für Altpapier um über 80% und die für Zellstoff um fast 70% auf ein Langzeithoch gestiegen. 2.3 Entwicklung der Gesellschaft Bezüglich der Entwicklung der Gesellschaft verweisen wir auf Punkt 5. 3. Entwicklung der ErtragslageDie Entwicklung der Ertragslage gibt folgende Aufstellung wieder.
4. Entwicklung der Vermögens- und FinanzlageDie Vermögenslage zum Bilanzstichtag stellt sich im Vergleich zum 31.12.2009 wie folgt dar:
5. Darstellung der aktuellen Lage und der zukünftigen EntwicklungDie Berichtsfirma hat am 13.10.2009 bei dem Amtsgericht Neuwied beantragt, über ihr Vermögen das Insolvenzverfahren zu eröffnen. Das Amtsgericht Neuwied hat über den Antrag zunächst nicht entschieden, sondern Herrn Rechtsanwalt Jens Fahnster, St. Augustin, zum vorläufigen (schwachen) Insolvenzverwalter bestellt. Auf Anregung des vorläufigen Insolvenzverwalters hat das Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler außerdem mit Beschluss vom 01.01.2010 einen Gläubigerausschuss bestellt. Mitglieder sind:
Nachdem der vorläufige Insolvenzverwalter mit Schreiben vom 23.12.2009 dem Gericht mitgeteilt hatte, dass die Gesellschaft überschuldet und zahlungsunfähig ist und dass eine die Kosten des Verfahrens deckende Masse vorhanden ist, hat das Amtsgericht Neuwied mit Beschluss vom 01.01.2010 das Insolvenzverfahren eröffnet und Herrn Rechtsanwalt Jens Fahnster, St. Augustin, zum Insolvenzverwalter bestellt. Der Geschäftsbetrieb war im Zeitpunkt der Stellung des Insolvenzantrages noch nicht eingestellt. Er wurde zunächst auch in vollem Umfang aufrechterhalten. Wie bereits berichtet, bestand ein Exklusivvertrag für die Verarbeitung des Rohstoffs Tyvek mit dem Produzenten, der Du-Pont Luxemburg, der Mitte 2009 endete. Über die Exklusivrechte verfügt seitdem eine Konkurrenzfirma mit der unmittelbar nach Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung über die weitere Belieferung verhandelt wurde. Es bestand grundsätzlich Lieferbereitschaft, jedoch konnte bezüglich der Einkaufspreise keine Einigung erzielt werden. Die von der Konkurrenzfirma verlangten Preise lassen für die Berichtsfirma keine ausreichenden Margen mehr zu. In Abstimmung mit dem Vorstand wurde Anfang Dezember 2009 daher der Vertrieb mit der Tyvek-Ware eingestellt. Die operative Tätigkeit wurde somit beendet. Die Berichtsfirma wird seitdem liquidiert. Die Verwertung des Sachanlagevermögens ist im Wesentlichen abgeschlossen. Nennenswerte Erlöse werden nicht mehr zu erzielen sein. Im Bereich der Finanzanlagen ist lediglich noch eine verwertbare Beteiligung vorhanden. Hier wird noch über den Kaufpreis verhandelt. Das Vorratsvermögen ist vollständig verwertet. Der Forderungseinzug ist noch nicht abgeschlossen. Darüber hinaus gibt es noch diverse Anfechtungsansprüche, die derzeit geprüft werden. Die bereits erzielten Erlöse und die noch zu erwartenden Erlöse aus den Beteiligungsverkäufen werden ausreichen, eine der Höhe nach noch nicht feststehenden Quote zu zahlen. Eine Aussage über den Abschluss des Verfahrens ist derzeit noch nicht möglich, da die Abwicklung noch geraume Zeit in Anspruch nehmen wird.
St. Augustin, 21.11.2011 gez. Jens Fahnster, Insolvenzverwalter |
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