Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 123767
Vorher
New DIP Holding GmbHDIP New Holding GmbH
Eingetragen
14.7.2021
Branche
Geld- und WertdiensteErbringung von Fundraising-DienstleistungenEffekten- und Warenterminhandel
Gegenstand
die Erbringung 4.1.1 der folgenden Wertpapierdienstleistungen im Sinne des § 2 Abs. 2 WpIG: a. die Anschaffung oder Veräußerung von Finanzinstrumenten im eigenen Namen für fremde Rechnung (Finanzkommissionsgeschäft); b. die Vermittlung von Geschäften über die Anschaffung und die Veräußerung von Finanzinstrumenten (Anlagevermittlung); c. die Abgabe von persönlichen Empfehlungen im Sinne des Art. 9 der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565 der Kommission vom 25. April 2016 zur Ergänzung der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die organisatorischen Anforderungen an Wertpapierfirmen und die Bedingungen für die Ausübung ihrer Tätigkeit sowie in Bezug auf die Definition bestimmter Begriffe für die Zwecke der genannten Richtlinie ("Verordnung (EU) 2017/565"), die zuletzt durch die Delegierte Verordnung (EU) 2019/1011 geändert worden ist, an Kunden oder deren Vertreter, die sich auf Geschäfte mit bestimmten Finanzinstrumenten beziehen, so-fern die Empfehlung auf eine Prüfung der persönlichen Umstände des Anlegers gestützt oder als für ihn geeignet dargestellt wird und nicht ausschließlich über Informationsverbreitungskanäle oder für die Öffentlichkeit bekannt gegeben wird (Anlageberatung); d. die Anschaffung oder Veräußerung von Finanzinstrumenten in fremdem Namen für fremde Rechnung (Abschlussvermittlung); e. die Verwaltung einzelner oder mehrerer in Finanzinstrumenten angelegter Vermögen für andere mit Entscheidungsspielraum (Finanzportfolioverwaltung); und f. der Eigenhandel durch das An-schaffen oder Veräußern von Finanzinstrumenten für eigene Rechnung als Dienstleistung für andere (Eigenhandel); 4.1.2 der folgenden Anlagetätigkeit im Sinne von § 15 Abs. 3 WpIG: die Anschaffung und Veräußerung von Finanzinstrumenten für eigene Rechnung, ohne dass es sich hierbei um Eigenhandel handelt (Eigengeschäft); 4.1.3 der folgenden Wertpapiernebendienst-leistungen im Sinne des § 2 Abs. 3 WpIG: a. die Verwahrung und die Verwaltung von Finanzinstrumenten mit Ausnahme von Rechnungseinheiten und Kryptowerten für andere, einschließlich Depotverwahrung und verbundener Dienstleistungen wie Cash Management oder die Verwaltung von Sicherheiten mit Ausnahme der Bereitstellung und Führung von Wertpapierkonten auf oberster Ebene (zentrale Kontenführung) gemäß Abschnitt A Nr. 2 des Anhangs zur Verordnung (EU) Nr. 909/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Juli 2014 zur Verbesserung der Wertpapierlieferungen und -abrechnungen in der Europäischen Union und über Zentralverwahrer sowie zur Änderung der Richtlinien 98/26/EG und 2014/65/EU und der Verordnung (EU) Nr. 236/2012, die zuletzt durch die Verordnung (EU) 2016/1033 geändert worden ist (Depotgeschäft); b. Devisengeschäfte, wenn diese im Zusammenhang mit der Erbringung von Wertpapierdienstleistungen stehen (Devisengeschäft); und c. das Erstellen oder Verbreiten von Empfehlungen oder Vorschlägen von Anlagestrategien im Sinne des Art. 3 Abs. 1 Nr. 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über Marktmissbrauch (Marktmissbrauchsverordnung, "MAR") und zur Aufhebung der Richtlinie 2003/6/EG des Europäischen Parlaments und des Rates und der Richtlinien 2003/124/EG, 2003/125/EG und 2004/72/EG der Kommission, die zuletzt durch die Verordnung (EU) 2019/2115 geändert worden ist (Anlagestrategieempfehlung) oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Art. 3 Abs. 1 Nr. 35 MAR (Anlageempfehlung); und 4.1.4 anderer Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jann Harms
seit 23.7.2025
Prokura
Yasemin Kaya-Tautz
seit 23.7.2025
Prokura
Stefan Reineke
seit 28.1.2025
Prokura
Benjamin Röder
seit 28.1.2025
Prokura
Michael Thissen
seit 10.6.2024
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Derenik Grigorian
seit 6.5.2024
Geschäftsführer
Markus Dreßler
seit 23.10.2023
Prokura
Arne Hawly
seit 23.10.2023
Prokura
Markus Kickertz
seit 4.9.2023
Prokura
Prokura
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
BlackFin Financial Services Fund IIIFRA
70.00%
30.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
BlackFin Financial Services Fund III
France
70.00%
DWS Group GmbH & Co. KGaA
Germany
30.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

MorgenFund GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Inhalt

Inhalt

Lagebericht

Grundlagen

Wirtschaftsbericht

Prognosebericht

Risikobericht

Chancenbericht

Zweigniederlassungsbericht

Nachtragsbericht

Jahresbilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Jahresbilanz zum 31.12.2023

Gewinn- und Verlustrechnung

Anhang

Gesellschaftsrechtliche Angaben

Grundlagen und Methoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erläuterungen zur Bilanz

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Honorar des Abschlussprüfers

Bezüge der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates

Kredite an Organe

Anzahl der Mitarbeiter

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Organe

Beteiligte an der MorgenFund

Organe der MorgenFund

Lagebericht

Grundlagen

1 Einleitung

Die MorgenFund GmbH (MorgenFund) ist ein Wertpapierinstitut in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung und wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt.

Nach Erhalt der Geschäftserlaubnis im November 2022 spezialisiert sich MorgenFund auf die Erbringung von Wertpapierdienstleistungen im Einklang mit dem Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG). Für die Realisierung dieses Vorhabens übernahm MorgenFund die Bestandskunden, Vertriebsstrukturen, Mitarbeitenden und technologischen Ressourcen der Digital Investment Plattformen (DIP) der DWS Investment GmbH (DWS Deutschland) und DWS Investment S.A. (DWS Luxemburg). Basierend auf diesen Akquisitionen betreibt MorgenFund eine auf Fondsprodukte spezialisierte Plattform für Depotführung.

MorgenFund ist als Wertpapierinstitut gemäß § 15 des Wertpapierinstitutsgesetzes (WplG) in Deutschland und für seine Zweigniederlassung nach § 70 WplG in Luxemburg lizenziert. Das Unternehmen ist berechtigt, verschiedene Wertpapierdienstleistungen anzubieten, einschließlich des Finanzkommissionsgeschäfts gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 1 WplG, der Anlagevermittlung nach § 2 Abs. 2 Nr. 3 WplG, der Anlageberatung gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 4 WplG, der Finanzportfolioverwaltung nach § 2 Abs. 2 Nr. 9 WplG sowie der Wertpapiernebendienstleistung des Depotgeschäfts gemäß § 2 Abs. 1 WplG.

Das Angebot umfasst eine dynamische Leistungstiefe verschiedener Anwendungsgebiete für Fonds und Exchange Traded Funds (ETF) aller relevanten Emittenten. Dabei adressiert MorgenFund über ihre Vertriebskanäle verschiedene Zielkundengruppen.

2 Geschäftstätigkeit

MorgenFund bietet im Wesentlichen den Kauf und Verkauf von Investmentfondsanteilen (im Wege des Finanzkommissionsgeschäfts) und ETFs sowie die Führung von Investmentdepots für die Verwahrung und Verwaltung von Investmentfondsanteilen und ETFs an. Darüber hinaus ermöglicht MorgenFund aus ihrer luxemburgischen Zweigniederlassung eine auf Investmentfondsanteile und ETF spezialisierte digitale Vermögensverwaltung.

MorgenFund bedient neben Retail-Kunden auch Firmenkunden und institutionelle Kunden:

"MorgenFund private": Direktvertrieb an Retail- und Firmenkunden;

"MorgenFund connect": Zuführung von Retail- und Firmenkunden über Vermittler und sonstige Intermediäre, insbesondere Finanzanlagenvermittler mit Erlaubnis nach § 34f der GewO;

"MorgenFund pro": Vertrieb an institutionelle Kunden.

2.1 Art der Geschäfte

Im Rahmen des Geschäftsmodells werden seitens MorgenFund die folgenden Dienstleistungen angeboten:

Depotgeschäft: Verwahrung und Verwaltung von Investmentfondsanteilen und ETFs;

Vertrieb und Erwerb von Investmentfondsanteilen und ETFs;

Anlageberatung für Privatkunden (keine unabhängige Honorar-Anlageberatung) fokussiert auf ETFs und Investmentfonds der DWS-Gruppe;

Fondsbasierte, standardisierte, digitale Vermögensverwaltung; und

Technische und prozessuale Dienstleistungen für Dritte (im Wesentlichen die Administration eines Teils der Depotverwaltung der DWS Deutschland für ausgewählte Altersvorsorgeprodukte, einschließlich Riester- und Rürup-Produkte).

2.1.1 Depotgeschäft

MorgenFund erbringt im Rahmen des Depotgeschäfts die Verwahrung und Verwaltung von ETF und Investmentfondsanteilen in Deutschland und Luxemburg. Es werden Anteile an Investmentfondsvermögen von einer Vielzahl von Kapitalverwaltungsgesellschaften verwahrt.

2.1.2 Vertrieb und Erwerb von Investmentfondsanteilen und ETFs

Depotkunden haben die Möglichkeit, bei MorgenFund Investmentfondsanteile und ETFs nicht nur in ganzen Stücken, sondern auch in Bruchteilen zu erwerben, und zwar sowohl in EUR als auch in Fremdwährungen. Die Kundenaufträge können auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden: durch direkte Anlageberatung seitens MorgenFund im B2C-Segment, über das execution-only-Verfahren, das sowohl für Privatkunden (B2C) als auch für Geschäftskunden (B2B) angeboten wird, oder durch Anlageberatung bzw. -vermittlung über einen vorgelagerten Intermediär im B2B2C-Bereich.

2.1.3 Anlageberatung

Im B2C-Segment bietet MorgenFund Anlageberatung für Privatpersonen zum Kauf von Investmentfondsanteilen und ETFs an. Diese Beratung ist nicht als unabhängige Honorar-Anlageberatung konzipiert.

2.1.4 Investmentfondsbasierte, standardisierte Vermögensverwaltung

Kunden können eine fondsbasierte, standardisierte Vermögensverwaltung beauftragen, in deren Rahmen das Vermögen des Kunden nach Maßgabe eines von ihm ausgewählten Modell-Portfolios verwaltet wird. Die zu verwaltenden Fondsanteile erwirbt bzw. veräußert MorgenFund für den Kunden als Kommissionärin. Das Vermögensverwaltungsgeschäft wird derzeit ausschließlich in der Zweigniederlassung Luxemburg betrieben.

2.1.5 Technische und prozessuale Dienstleistungen

MorgenFund stellt als Auslagerungsdienstleister der DWS technische und prozessuale Dienstleistungen bereit, die unter anderem den Betrieb von IT-Systemen und die Abwicklung von ausgewählten Altersvorsorgeprodukten der DWS Deutschland, insbesondere von Riester- und Rürup-Produkten umfassen.

2.2 Kunden

MorgenFund erbringt Dienstleistungen gegenüber Retail- und Firmenkunden ebenso wie gegenüber institutionellen Kunden. Im Jahr 2023 belief sich die Gesamtzahl der Kunden durchschnittlich auf etwa 600 Tausend, davon etwa 561 Tausend Kunden in Deutschland und etwa 38 Tausend Kunden, die über die Zweigniederlassung in Luxemburg angebunden sind.

98% der Retail-Kunden haben ihren Wohnsitz in Deutschland. Die verbleibenden Kunden sind in anderen Mitgliedstaaten der EU ansässig und ein sehr kleiner Teil im restlichen Europa sowie außerhalb der EU. Die institutionellen Kunden haben ihren Sitz weit überwiegend in Europa (90%) und zu einem jeweils kleinen Anteil in Asien (7%) bzw. in Nordamerika (3%).

Sofern sich MorgenFund im Wege des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs an Kunden im EU-Ausland wendet, hat sie die hierfür erforderlichen Passporting-Anzeigen nach § 71 WpIG abgegeben.

2.3 Vertriebskanäle

MorgenFund nutzt für die Vermarktung ihrer Dienstleistungen die drei nachfolgenden Vertriebskanäle:

2.3.1 MorgenFund private

Der Vertriebskanal "MorgenFund private" verfolgt in 2023 das Ziel, die von der DWS übernommenen, hochwertigen Bestandskunden mit sehr gutem Service zu bedienen und möglichst friktionsfrei in die neue Organisation zu überführen. Hierbei gilt es sowohl alle kommunikativen Kanäle, die Kundenprozesse und das MorgenFund private Team auf- und auszubauen um einen guten Servicestandard zu etablieren und das Direktgeschäft zu stabilisieren. Als konkrete Beispiele sind zu nennen: Einführung Fondsfinder, Ausbau Hilfe & FAQ oder Einführung neues TAN Verfahren. Im Jahr 2024 starten erste Vermarktungstätigkeiten, die sich vor allem auf die Aktivierung von Bestandskunden fokussieren, sowie kleinere Kampagnen zur Neukundengewinnung. Neben Produkten für den reinen Privatkunden wird auch das Angebot für Firmenkooperationen ausgebaut.

2.3.2 MorgenFund connect

Im Vertriebskanal "MorgenFund connect" arbeitet MorgenFund aktiv mit ausgewählten Intermediären zusammen, die MorgenFund Kunden zuführen, wobei sich die Tätigkeit von MorgenFund primär auf die Depotführung sowie den Vertrieb und Erwerb von Investmentfondsanteilen und ETF beschränkt. Intermediäre sind insbesondere sogenannte IFA-Pools (Independent Financial Advisors), Fondsvertriebsorganisationen, Finanzvertriebe, Vermögensverwalter und Haftungsdächer, die über die für ihre Tätigkeit jeweils erforderlichen Erlaubnisse verfügen. Die Intermediäre werden durch das Key Account Management der MorgenFund betreut. MorgenFund beabsichtigt, den Vertriebskanal MorgenFund connect zu stärken und zu diesem Zweck weitere Intermediäre anzubinden.

2.3.3 MorgenFund pro

Im Vertriebskanal "MorgenFund pro" werden institutionelle Kunden und Firmenkunden betreut und zielgruppengerechte Dienstleistungen angeboten. Der Vertriebskanal soll kontinuierlich und ertragsoptimiert weiterentwickelt werden. Die internationalen Kunden können hierbei zwischen der Depotverwaltung in Deutschland und Luxemburg wählen.

Wirtschaftsbericht

Globale Rahmenbedingungen schwierig

2023 verlangsamte sich das globale Wachstum, mit regional stark variierender Dynamik.

In China sorgte das Ende der Null-Covid-Politik Ende 2022 zunächst für einen Wirtschaftsschub, der jedoch im Frühjahr nachließ, beeinträchtigt durch Probleme im Immobiliensektor und Vertrauensverlust in die Regierungspolitik. Dennoch übertraf das Wachstum mit 5,2% den Vorjahreswert. 1

In den USA förderte eine expansive Finanzpolitik die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft gegen erhebliche Zinserhöhungen der Zentralbank, was zu einem Wachstum von 2,5% führte. Die Inflationsrate fiel im Jahresverlauf, hauptsächlich aufgrund sinkender Energiepreise, trotz Lohnsteigerungen. 2

Im Gegensatz zu den USA erlebte der Euroraum ein Stagnieren des Wirtschaftswachstums, beeinflusst durch die anhaltende Verteuerung von Energie, steigende Leitzinsen der EZB, die die Finanzierungskosten erhöhten, und eine allgemeine Unsicherheit hinsichtlich der Situation in der Ukraine.

In Deutschland war das wirtschaftliche Umfeld insgesamt von Unsicherheit und Stagnation geprägt. Der Ukraine-Krieg und die anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA, China und anderen wichtigen Handelspartnern belasteten die deutschen Exporte, was zu einem Rückgang der Industrieproduktion und einer Verschlechterung des Handelsbilanzsaldos führte. Die binnenwirtschaftliche Dynamik war ebenfalls gedämpft, da die Verbraucher angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit und steigender Preise für wichtige Güter und Dienstleistungen vorsichtiger mit ihren Ausgaben umgingen. Dies führte zu einem Rückgang der Konsumnachfrage und einer weiteren Belastung für den Einzelhandelssektor. 3

Trotz des Drucks durch gestiegene Renditen zeigte sich der Aktienmarkt überraschend widerstandsfähig. Gegen Jahresende näherten sich viele Aktienindizes wieder ihren historischen Höchstwerten an. Der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar erlebte zwar Schwankungen, bewegte sich jedoch größtenteils seitwärts. 4

Entwicklungen im Markt für Fondsplattformen

Die zentralen Themen des Vorjahres blieben unserer Einschätzung nach auch in 2023 relevant:

Digitalisierung: Die Digitalisierung spielt weiterhin eine wichtige Rolle und führt dazu, dass immer mehr Kunden ihr Depot online eröffnen und führen. Die Fondsplattformen investieren daher verstärkt in digitale Plattformen und Technologien, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Nachhaltigkeit: Das Thema Nachhaltigkeit nimmt an Bedeutung zu. Fondsplattformen bieten daher vermehrt nachhaltige Anlageprodukte an und achten auch bei der eigenen Geschäftstätigkeit auf Nachhaltigkeit.

Konsolidierung: Aufgrund der anhaltenden Konsolidierungsbewegungen hat sich die Anzahl der Anbieter auf wenige reduziert.

Regulierung: Die Regulierung spielt eine große Rolle und sorgt dafür, dass die depotführenden Stellen hohe Standards einhalten müssen. Es ist auch künftig mit weiter erhöhten Regulierungsaktivitäten zu rechnen.

Diversifikation: Fondsplattformen investieren vermehrt in neue Geschäftsfelder um ihre Erträge zu steigern und sich von der Konkurrenz abzuheben.

1 Neue Züricher Zeitung, 17.01.2024
2 Tagesschau online, 25.01.2024
3 BMWK - Die wirtschaftliche Lage in Deutschland Januar 2024
4 Consors-Bank, Jahresrückblick 2023

Insgesamt ist nach unserer Einschätzung der Markt für Fondsplattformen in Deutschland weitergewachsen. Unternehmen, die in Technologie und Nachhaltigkeit investieren und ihre Angebote diversifizieren, sind erfolgreich und werden langfristig weiterwachsen.

1 Geschäftsverlauf

Das erste volle Jahr der Geschäftstätigkeit (das Geschäftsjahr 2022 umfasste lediglich einen Monat der Geschäftstätigkeit als Wertpapierinstitut) war durch eine erfolgreiche Stabilisierung der Kundenbeziehungen und Geschäftsprozesse gekennzeichnet.

Zum Geschäftsjahresende 2023 werden etwa 587.000 (Vorjahr: 610.000) Depots mit Assets under Administration (AuA) von insgesamt 89 Mrd. EUR (Vorjahr: 85 Mrd. EUR) betreut. Trotz des für Kunden mit Unsicherheiten verbundenen Übergangs der Depots von der DWS auf die MorgenFund sowie technischer Anlaufschwierigkeiten konnte die Anzahl der Retailkunden auf einem Niveau gehalten werden, das deutlich über den Erwartungen blieb. Bei den institutionellen Kunden ist mit dem Übergang zu MorgenFund kein nennenswerter Abgang zu verzeichnen gewesen.

Aufgrund der positiven Marktentwicklung konnten zudem die mit den Kundenabgängen verbundenen Reduzierungen der AuA überkompensiert werden, so dass das Volumen der AuA zum Ende des Geschäftsjahres um 4,7% über dem Bestand zum Jahresbeginn liegt.

Diese positive Entwicklung zeigt die Stabilität des übernommenen Geschäfts. Einer Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und der übernommenen Geschäftsprozesse und Kunden wurde in 2023 bewusst der Vorzug gegenüber einer aktiven Marktbearbeitung zur Neukundenakquisition eingeräumt. Ein weiterer Schwerpunkt der Aktivitäten im Geschäftsjahr 2023 war zudem die Weiterentwicklung der Prozesse zur Sicherstellung der Einhaltung aufsichtsrechtlicher Vorschriften.

Technologisch stand das Geschäftsjahr 2023 maßgeblich im Zeichen der Migration unserer von der DWS übernommenen Infrastrukturplattform zu einer Cloud-basierten Lösung der Morgen- Fund, die im Februar 2024 erfolgreich abgeschlossen wurde. Diese strategische Umstellung, die darauf abzielt, unsere IT-Landschaft selbständig zu managen und gleichzeitig die technologische Infrastruktur zu modernisieren und zu optimieren, hat die Geschäftsaktivitäten und -prozesse unseres Unternehmens in diesem Jahr deutlich beeinflusst. Diese Transformation ist ein wesentlicher Bestandteil unserer kontinuierlichen Bemühungen, den sich wandelnden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden und unseren Kunden innovative sowie hochwertige Lösungen anzubieten.

Neben der Migration der Infrastrukturplattform fielen Entwicklungsaufwände für die Neu- und Weiterentwicklung unserer Software sowie von automatisierten Schnittstellen zu unseren Partnern in Höhe von 2,5 Mio. EUR an. In diesen Projekten waren interne MorgenFund- Mitarbeiter sowie Experten aus anderen Unternehmen beteiligt. Von den Entwicklungstätigkeiten entfielen 1,7 Mio. EUR auf eigenständige Programme und Schnittstellen, für die das Aktivierungswahlrecht nach §248 Abs. 2 HGB. angewandt wurde und die damit in den selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen ausgewiesen werden.

2 Ertragslage

Im Hinblick auf die bei der Ertragslage dargestellten Vorjahreszahlen ist zu berücksichtigen, dass die MorgenFund die Geschäftstätigkeit im Dezember 2022 aufgenommen hat. Vor diesem Hintergrund sind die Zahlen nicht ohne weiteres vergleichbar.

Im Geschäftsjahr 2023 konnte ein Provisionsüberschuss von 58,3 Mio. EUR (Vorjahr: 5,6 Mio. EUR) erzielt werden, der dem erwarteten Provisionsergebnis entspricht.

Diesen Erträgen stehen allgemeine Verwaltungsaufwendungen von 72,1 Mio. EUR (Vorjahr: 24,7 Mio. EUR) gegenüber, die im Wesentlichen durch die Kosten für die laufende Leistungserbringung, aber in deutlichem Umfang auch durch die Einmalkosten für Stabilisierungs- und Investitionsprojekte sowie die Transformation in eine Cloud-basierte IT-Landschaft geprägt war.

Die Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen beliefen sich auf 22,0 Mio. EUR (Vorjahr: 2,0 Mio. EUR) und betreffen weit überwiegend den im Zuge der Transaktion von der DWS übernommenen Kundenstamm sowie die erworbene Software.

Unter Berücksichtigung des Saldos der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen sowie Wertberichtigungen von 2,2 Mio. EUR (Vorjahr: 4,1 Mio. EUR) ergibt sich für das Geschäftsjahr 2023 insgesamt ein Jahresfehlbetrag von 33,1 Mio. EUR (Vorjahr: 18,0 Mio. EUR), wobei das Vorjahr noch durch außerordentliche Aufwendungen in Höhe von 0,9 Mio. EUR belastet war, die im Zusammenhang mit der Übernahme der DIP-Plattform für Ausgleichszahlungen an nicht übernommene Mitarbeiter angefallen sind.

Im Folgenden wird die Erfolgsrechnung dargestellt:

Mio. EUR 1.1.-31.12.2023 1.1.-31.12.2022
Zinsergebnis 0,5 -0,1
Provisionsüberschuss 58,3 5,6
Saldo sonstige Aufwendungen/Erträge 2,5 4,1
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen -72,1 -24,7
Abschreibungen -22,0 -2,0
Wertberichtigungen -0,3 0,0
Außerordentliches Ergebnis 0,0 -0,9
Jahresfehlbetrag -33,1 -18,0

2.1 Zinsergebnis

Das Zinsergebnis in Höhe von 0,5 Mio. EUR (Vorjahr: -0,1 Mio. EUR) resultiert aus der Anlage der liquiden Mittel (0,5 Mio. EUR).

2.2 Provisionsüberschuss

Der Provisionsüberschuss enthält im Wesentlichen die Umsätze aus Vertriebsfolgeprovisionen der Investmentbestände und Depotgebühren mit Retail-Kunden, institutionellen Kunden und Vermittlern. Vereinbarungsgemäß werden Teile der Ausgabeaufschläge und Vertriebsprovisionen an unsere Vertriebspartner weitergereicht und reduzieren damit die ausgewiesenen Provisionserträge um 60,7 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr 2022 wurden die weitergereichten Provisionen in Höhe von 5,1 Mio. EUR im Provisionsaufwand ausgewiesen und nicht - wie im Berichtsjahr - mit den Provisionserträgen saldiert.

Vom Provisionsertrag in Höhe von 65,7 Mio. EUR (Vorjahr: 10,7 Mio. EUR) entfallen rund 38,7 Mio. EUR auf den Retail-Bereich (MorgenFund private und MorgenFund connect) und rund 11,7 Mio. EUR auf MorgenFund pro. Die verbleibenden rd. 15,3 Mio. EUR resultieren aus technischen und prozessualen Dienstleistungen.

Der Provisionsaufwand in Höhe von 7,5 Mio. EUR (Vorjahr 5,1 Mio. EUR) resultiert im Wesentlichen aus Provisionen im Zusammenhang mit der Abwicklung der Wertpapiertransaktionen.

2.3 Saldo der sonstigen Aufwendungen und Erträge

Das sonstige betriebliche Ergebnis von 2,5 Mio. EUR (Vorjahr: 4,1 Mio. EUR) resultiert im Wesentlichen aus Erstattungen von Seiten der DWS für übernommene Verpflichtungen aus der Übertragung des DIP-Geschäftes in Höhe von 1,5 Mio. EUR. Weiterhin sind in dieser Position Erträge aus Kostenerstattungen von Kunden im Rahmen der Depotverwaltung (0,7 Mio. EUR) enthalten.

2.4 Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 72,1 Mio. EUR (Vorjahr: 24,7 Mio. EUR). Davon entfielen 21,7 Mio. EUR (Vorjahr 6,4 Mio. EUR) auf Personalaufwendungen.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen von 50,4 Mio. EUR (Vorjahr 18,2 Mio. EUR) resultieren im Wesentlichen (26,5 Mio. EUR) aus Aufwendungen für Fremdleistungen wie Beratungen sowie für den Einsatz externer Mitarbeiter im Rahmen von Projekten und der Mitarbeit im laufenden Betrieb. Ein weiterer Kostenblock betrifft IT-Kosten von 10,2 Mio. EUR, 4,1 Mio. EUR fielen für Porto- und Druckkosten an.

2.5 Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen in Höhe von 22,0 Mio. EUR (Vorjahr: 2,0 Mio. EUR) resultieren in überwiegendem Maße aus der Abschreibung auf den von der DWS übernommenen Kundenbestand sowie immaterielle Vermögensgegenstände wie Software.

2.6 Vermögens- und Finanzlage

Die MorgenFund ist seit Aufnahme der Geschäftstätigkeit als Wertpapierinstitut vollständig mittels eingezahltem Eigenkapital sowie Kapitalrücklagen finanziert. Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus Lieferungen und Leistungen und werden kurzfristig beglichen. Hier sind keine Positionen zur Finanzierung des Unternehmens enthalten.

Liquidität war im gesamten Jahr in ausreichendem Maße vorhanden. Alle regulatorischen Eigenkapital-Anforderungen wurden eingehalten.

Die Bilanzsumme der MorgenFund zum 31. Dezember 2023 beträgt 183,8 Mio. EUR (Vorjahr: 197,2 Mio. EUR).

Bilanzposten Aktiva 31.12.2023 31.12.2022
Mio. EUR Mio. EUR
Forderungen an Kreditinstitute 44,8 36,3
Forderungen an Kunden 21,1 9,2
Aktien und andere nicht festverz. WP 1,8 1,6
Treuhandvermögen 1,4 0,0
Immaterielle Anlagewerte 101,6 125,3
Sachanlagen 1,0 1,2
Sonstige Vermögensgegenstände 10,7 21,9
Rechnungsabgrenzungsposten 1,4 1,7
Bilanzsumme 183,8 197,2

Die Aktivseite der Bilanz ist, neben der bei verschiedenen Banken unterhaltenen Liquidität, durch das immaterielle Anlagevermögen geprägt. Dieses beinhaltet im Wesentlichen die fortgeschriebenen Anschaffungskosten des erworbenen Kundenstamms sowie die ebenfalls übernommene Software. Die Veränderung der immateriellen Vermögensgegenstände im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus den planmäßigen Abschreibungen auf die erworbene Software und den Kundenstamm. Die Verringerung der sonstigen Vermögensgegenstände ist auf den Ausgleich von Forderungen, die im Rahmen der Übernahme des DIP-Geschäftes gegenüber der DWS entstanden sind, zurückzuführen. Die Forderungen an Kreditinstitute sind in erheblichem Maße angelegt in unterschiedlichen Tranchen mit Laufzeiten von täglich fällig bis zu einem Jahr. Aufgrund technischer Restriktionen bei Kunden sind die Forderungen an Kunden zum Jahresende ungewöhnlich hoch. Diese wurden im Laufe des ersten Quartals 2024 deutlich reduziert.

Im Treuhandvermögen werden Beträge ausgewiesen, die die Kunden der MorgenFund zur Abwicklung von Wertpapiertransaktionen der MorgenFund überlassen haben. Diese konnten aufgrund technischer oder rechtlicher Hürden nicht taggleich weiterverarbeitet werden. Es handelt sich jedoch um kurzfristige Bestände. Dem Treuhandvermögen stehen in gleicher Höhe Treuhandverbindlichkeiten gegenüber, diese sind ebenfalls kurzfristiger Natur.

Bilanzposten Passiva 31.12.2023 31.12.2022
Mio. EUR Mio. EUR
Verbindlichkeiten gegenüber. Kreditinstituten 0,1 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber. Kunden 4,8 6,1
Treuhandverbindlichkeiten 1,4 0,0
Sonstige Verbindlichkeiten 19,1 3,9
Rechnungsabgrenzungsposten 0,2 0,0
Rückstellungen 24,7 20,6
Eigenkapital 133,5 166,6
Bilanzsumme 183,8 197,2

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Grund sind in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber der DWS aus der Bereitstellung von Services, die aufgrund technischer Restriktionen bis zum Zeitpunkt der erfolgreichen IT-Migration von der DWS bezogen werden. Diese Verbindlichkeiten wurden im ersten Quartal 2024 getilgt.

Bei den Rückstellungen ist ebenfalls ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Dies zum einen auf einen Anstieg der Personalrückstellungen (+ 1,9 Mio. EUR) zurückzuführen. Da im Jahr 2022 der Mitarbeitertransfer der DWS-Kollegen erst im Dezember stattgefunden hat, war die Basis für die Bonuszahlungen deutlich geringer als im Jahr 2023, so dass die Bonusrückstellungen im Vergleich zum Vorjahr erhöht wurden (+1,4 Mio. EUR). Die Rückstellungen für ausstehenden Urlaub und Überstunden stiegen ebenfalls (+0,5 Mio. EUR), was zu einem erheblichen Teil auf die intensiven Arbeiten im Rahmen der IT-Migration zurückzuführen ist. Die Rückstellungen zur Altersteilzeitverpflichtungen waren im Jahresabschluss 2022 in den Pensionsrückstellungen ausgewiesen und wurden im Jahresabschluss 2023 in die anderen Rückstellungen umgegliedert, was eine Veränderung in beiden Positionen um 3,4 Mio. EUR begründet. Außerdem sind die anderen Rückstellungen unter anderem aufgrund der Zuführungen zu Altersteilzeitverpflichtungen (+0,8 Mio. EUR) und noch ausstehender Rechnungen für das Jahr 2023, deren genaue Höhe zum Zeitpunkt des Abschlusses noch nicht feststeht (+1,2 Mio. EUR) angestiegen.

Das gezeichnete Kapital der MorgenFund beträgt zum 31. Dezember 2023 10,0 Mio. EUR (Vorjahr: 10,0 Mio. EUR). Darüber hinaus besteht unverändert zum Vorjahr eine Kapitalrücklage von 174,9 Mio. EUR. Der Bilanzverlust beläuft sich auf 51,4 Mio. EUR.

Das handelsrechtliche Eigenkapital beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 133,5 Mio. EUR. In der Reduktion des Eigenkapitals spiegelt sich das Ergebnis der Geschäftstätigkeit der MorgenFund wider.

2.7 Finanzielle Leistungsindikatoren

Finanzelle Leistungsindikatoren dienen der Beurteilung der historischen sowie zukünftigen Ertrags- und Vermögenslage des Unternehmens. Sie sind das interne Steuerungselement der Geschäftsführung. Da die MorgenFund erst im Dezember 2022 den Geschäftsbetrieb aufgenommen hat, sind die Zahlen für das Jahr 2022 im Wesentlichen durch die Vorbereitung des Geschäftsbetriebs geprägt und stellen deshalb keine geeignete Vergleichsgröße dar.

Finanzkennzahlen 2023/31.12.2023
EBITDA (Tsd. EUR) -11.541
EBIT (Tsd. EUR) -33.575
Cost-Income Ratio (%) 148 %
Assets under Administration (in Mio. EUR) 88.824

Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) misst die operative Leistungsfähigkeit der MorgenFund. Es konzentriert sich auf die tatsächliche Ertragskraft, indem es externe Faktoren wie Zinsen und Steuern, aber auch Abschreibungen ausblendet. Die MorgenFund hatte im Geschäftsjahr 2023 hohe Einmalaufwendungen insbesondere für die Migration der IT-Landschaft und für die Anpassung interner Prozesse.

Im EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) wird der Erfolg der MorgenFund ohne Berücksichtigung von Zinsen und Steuern dargestellt. So fokussiert sich das EBIT auf das Ergebnis des operativen Geschäfts unabhängig von der Kapitalstruktur und den steuerlichen Gegebenheiten.

Die Cost-Income -Ratio zeigt das Verhältnis der Kosten zu den laufenden Erträgen. Diese Kennzahl verdeutlicht unsere betriebliche Effizienz bei der Generierung von Einnahmen und hilft dabei, Potenziale für Kosteneinsparungen zu identifizieren. Bei der Ermittlung der Kosten wurden mit Ausnahme der Zinsaufwände sämtliche Aufwandspositionen der GuV addiert, diese wurden ins Verhältnis gesetzt zur Summe sämtlicher Ertragspositionen, lediglich das Zinsergebnis wurde saldiert und den Ertragspositionen zugeordnet.

In den Assets under Administration (AuA) werden die von der MorgenFund verwahrten und verwalteten Vermögensgegenstände dargestellt. Diese wurden zum Berichtsstichtag zum aktuellen Marktwert bewertet. Die Entwicklung der AuA ist Grundlage zur Beurteilung des Ertragspotentials und Vertriebserfolges Die kontinuierliche Überwachung und Steigerung der AuA zeigt unsere Fähigkeit, Kundenvermögen erfolgreich zu verwalten und zu vermehren, was wiederum unser Wachstum und unsere Marktposition stärkt.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sind die Anzahl der Mitarbeiter sowie die Mitarbeiterzufriedenheit, die mittels einer Umfrage erfasst wurde.

2.8 Resümee der Geschäftslage

Der Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2023 ist im Wesentlichen auf Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände sowie auf Aufwendungen für verschiedene Projekte, insbesondere für die Migration der IT-Landschaft von der physischen Infrastruktur der DWS auf eine Cloud-basierte Umgebung zurückzuführen. Der Fehlbetrag wird durch eine entsprechende Kapitalausstattung der Gesellschaft kompensiert.

Die Vermögenslage der MorgenFund ist geordnet. Das Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 beträgt 133,5 Mio. EUR. Liquidität war jederzeit in ausreichendem Maße vorhanden.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag sind im Anhang ("Nachtragsbericht") dargestellt.

Prognosebericht

Nach Auffassung der MorgenFund wird die wirtschaftliche Dynamik im Jahr 2024 von der globalen Konjunktur beeinflusst. Innovation und Digitalisierung könnten als Katalysatoren für Wachstum dienen, vor allem durch verstärkte Investitionen in Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz und erneuerbare Energiequellen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird von der ökonomischen Gesamtsituation und dem technischen Fortschritt abhängen, wobei die Relevanz von Qualifizierung und kontinuierlicher Weiterbildung zunehmen dürfte. Nachhaltigkeitsbestrebungen und Klimaschutzmaßnahmen bleiben vorrangig, was eine Transformation hin zu umweltfreundlicheren Wirtschaftspraktiken beschleunigen sollte. Als integraler Bestandteil der Europäischen Union ist Deutschlands ökonomische Zukunft zudem eng mit den Entwicklungen auf europäischer Ebene verknüpft.

Der demografische Wandel und die zunehmende Alterung der Bevölkerung werden weiterhin bedeutende Herausforderungen sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch im sozialen Sektor darstellen. 5

Die MorgenFund erwartet, dass sich die Entwicklung des Marktes für Fondsplattformen im Jahr 2024 in einer Weise fortsetzt, die mit den Trends der vergangenen Jahre vergleichbar ist. Dabei stehen insbesondere die Aspekte der Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Regulierung und Diversifikation im Vordergrund. Diese stetige Entwicklung spiegelt sich auch in den prognostizierten Kennzahlen für das Jahr 2024 wider. Es wird eine leicht sinkende Anzahl von Depots und leicht steigende (5%) Assets under Administration erwartet. Der Provisionsüberschuss des Jahres 2024 wird sich voraussichtlich in vergleichbarer Höhe zu dem Überschuss aus dem Jahr 2023 belaufen. Die Verwaltungsaufwendungen werden im Vergleich zum Jahr 2023 plangemäß moderat geringer ausfallen, Ursache hierfür ist insbesondere die Beendigung des im Jahr 2023 durchgeführten Großprojektes zur Übertragung der IT-Landschaft in die Umgebung der MorgenFund. Die Abschreibungen werden voraussichtlich stabil auf dem Vorjahres-Niveau bleiben. Diese Entwicklungen werden sich auch in den erwarteten Leistungsindikatoren widerspiegeln. So wird ein leicht positives EBITDA erwartet, aufgrund der Abschreibungen auf Software und Kundenstamm bleibt das EBIT negativ. Die erwartete Cost-Income-Ratio wird sich deutlich verbessern, allerdings wird mit einem Verhältnis größer 100 % gerechnet.

Die Mitarbeiterzahl wird sich voraussichtlich gegenüber dem Jahresende 2023 leicht erhöhen, eine Mitarbeiterumfrage ist für das zweite Halbjahr 2024 vorgesehen, um einen Eindruck über die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhalten.

Nach Abschluss der IT-Migration Anfang 2024 ist neben der personellen auch die technische Loslösung von der DWS umgesetzt und MorgenFund, eine unabhängige Fondsplattform. Auf Basis der neuen technischen Infrastruktur ist geplant, diverse Geschäfts- und Kundenprozesse zu optimieren.

Insbesondere ist geplant, Grundlagen zur Stärkung der Vertriebsaktivitäten zu schaffen, die von der DWS übernommene Kundenbasis weiterhin stabil zu betreuen und diese um neue Kunden und Vertriebspartner zu erweitern.

Insgesamt rechnet die MorgenFund mit einem leicht positiven Ergebnis vor Abschreibungen.

1 Personal- und Sozialbericht

Zu Jahresbeginn 2023 waren 181 Mitarbeitende bei MorgenFund beschäftigt. Die Anzahl erhöhte sich bis Ende Dezember 2023 auf 223 Mitarbeitende, wovon 144 Kolleginnen und Kollegen in Deutschland und 79 in Luxemburg beschäftigt waren.

Für das Jahr 2024 ist geplant die Mitarbeiterzahl leicht zu steigern. Einige Mitarbeiter werden plangemäß das Unternehmen verlassen und durch Neueinstellungen ersetzt werden. Zudem plant die MorgenFund sehr selektiv in ausgewählten Geschäftsbereichen die bestehende Mitarbeiterzahl zu erhöhen. Einzelne Transfers zwischen einzelnen Geschäftsbereichen sind vorgesehen.

5 Statistisches Bundesamt (Destatis) 2024 - Bevölkerung

Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Beschäftigten beträgt ca. 13 Jahre.

2 Investition und Finanzierung

Die Finanzierung der Gesellschaft im Jahr 2024 soll hauptsächlich durch den operativen Cashflow gesichert werden. Um die Einhaltung der regulatorischen Kapitalanforderungen zu gewährleisten, erhöhten die Eigentümer im Geschäftsjahr 2024 durch eine Einzahlung von 4 Mio. EUR die Kapitalrücklage. Eine Aufnahme von Fremdkapital ist nicht vorgesehen.

Die zusätzliche Kapitaleinlage der Eigentümer wird die regulatorischen Eigenmittel stärken, die angesichts einer positiven Geschäftsentwicklungsprognose als zukünftig ausreichend betrachtet werden.

Risikobericht

1 Grundsätzliches

Das Risikomanagement der MorgenFund basiert auf der Grundlage einer aktiven Risikosteuerung und -überwachung. Die von der Geschäftsführung verabschiedete Risikostrategie berücksichtigt dabei insbesondere die aus der Geschäftsstrategie resultierenden Risiken.

Mit der Implementierung und Umsetzung von Risikostrategie und -management werden klar definierte Zielsetzungen verfolgt, die sowohl übergeordnet der MorgenFund als auch den organisatorischen Einheiten von Nutzen sind:

Risikobewusstsein und Prävention: Identifizierung und aktive Steuerung von Risiken im Sinne einer Vermeidung oder Reduzierung der Eintrittswahrscheinlichkeit

Risikobegrenzung: Sowohl im Kontext der regulatorisch-normativen Kapitalanforderungen, als auch im Hinblick der ökonomischen Risikokapitalsteuerung, ist es für die MorgenFund von großer Bedeutung, ihren Risikoappetit derart auszugestalten, dass alle (gleichzeitig) potenziell auftretenden Risiken, stets durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgesichert sind

Erfüllung gesetzlicher Anforderungen: Die Erfüllung der gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen, denen die MorgenFund unterliegt, muss stets sichergestellt sein. Dies sind u.a. das WpIG und - unter Anwendung des Proportionalitätsprinzips - die MaRisk und BAIT. Die Wachstumsziele und grundsätzlich der unternehmerische Aktionsradius der MorgenFund stehen im Einklang mit den regulatorischen Anforderungen.

Außendarstellung & Reputation: Verringerung der Wahrscheinlichkeit größerer Risikoereignisse, um Vertrauensverlust bei wichtigen Stakeholdern zu unterbinden. Dabei ist die Transparenz nach außen und die Orientierung des Risikomanagements an den Best Practices im Umfeld von Fondsplattformen von Relevanz.

Unterstützung des Wachstums in den Geschäftsfeldern: Die Risikostrategie unterstützt das von der MorgenFund angestrebte Wachstum, ohne dabei die wesentlichen Aspekte der Risikoidentifizierung und Steuerung zu vernachlässigen. Ziel ist ein angemessenes Verhältnis von Risiko und Rendite, d.h. Risiko, Ertrag und Kapitalbedarf werden stets im Gesamtkontext analysiert und bewertet.

Als mittleres Wertpapierinstitut hat die MorgenFund die Anforderungen aus § 45 WplG zur Risikosteuerung zu beachten. Demnach hat die MorgenFund angemessene Strategien, Grundsätze, Verfahren und Systeme zur Risikosteuerung einzurichten. Diese müssen eine Identifizierung, Beurteilung, Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation der wesentlichen Risiken und damit verbundener Risikokonzentrationen sowie deren Ursachen und Auswirkungen auf die Eigenmittel des Wertpapierinstituts gewährleisten. Dies betrifft Risiken für die Kunden, Risiken für den Markt, Risiken für das Wertpapierinstitut und Liquiditätsrisiken.

Das Geschäftsmodell der MorgenFund basiert auf dem Erwerb und Vertrieb von Investmentfondsanteilen und ETFs, sowie dessen Verwahrung und Verwaltung. Eine Verwaltung von Verrechnungskonten oder die Verwahrung von Kundengeldern i.S.d. § 84 Absatz 2 WpHG findet nicht statt. Die Verwahrung von Investmentfondsanteilen und ETFs der Kunden der MorgenFund erfolgt treuhänderisch. Auf Grundlage dieses Geschäftsmodells ergeben sich keine signifikanten durch die MorgenFund induzierten Risiken für die Kunden und/ oder den Markt. Vielmehr ergeben sich Risiken für das Wertpapierinstitut selbst sowie Liquiditätsrisiken, dessen Management in den folgenden Kapiteln näher erläutert wird.

Gemäß Art. 47 (VO 2033/2019) IFR sind u.a. die Risikomanagementziele und -politik zu den Risikokategorien der Teile 3, 4 und 5 der IFR offenzulegen. Hierbei handelt es sich um Risikokategorie Teil 3 (Kapitalanforderungen), Risikokategorie Teil 4 (Konzentrationsrisiko) und Risikokategorie Teil 5 (Liquidität). Vor dem Hintergrund des Geschäftsmodells bzw. -umfangs der MorgenFund ist für die Risikokategorie Teil 4 (Konzentrationsrisiko) der hohe Anteil von Produkten der DWS zu berücksichtigen, welche die MorgenFund anbietet. Eine weitere Abhängigkeit in Bezug auf die DWS besteht dadurch, dass ein Großteil der Einnahmen der MorgenFund über die DWS generiert wird.

Die MorgenFund hat die Kapitalanforderungen hinsichtlich der Zusammensetzung der Eigenmittel gemäß Art. 9 Abs. 1 VO 2033/2019 (IFR) sowie die Höhe gemäß Art. 11 IFR einzuhalten.

Gemäß Art. 43 Abs. 1 IFR ist die MorgenFund dazu verpflichtet, liquide Aktiva i. H. v. mindestens 1/3 der Anforderungen für die fixen Gemeinkosten gemäß Art. 13 Abs. 1 IFR vorzuhalten. Hierunter fallen u.a. unbelastete, kurzfristige Einlagen bei Kreditinstituten.

Auf Basis einer Analyse der wesentlichen Risiken wurden nachfolgend genannte Risiken für die MorgenFund, die sich auch insbesondere auf die Risikokategorien Teil 3 (Kapitalanforderungen) und Risikokategorie Teil 5 (Liquidität) auswirken, identifiziert.

2 Darstellung und Bewertung der einzelnen Risiken

Auf Basis der in der Risikoinventur erfolgten Quantifizierung der Einzelrisiken und in Abhängigkeit eines aus der Risikodeckungsmasse abgeleiteten Schwellenwertes, werden die Risiken der MorgenFund in wesentliche und nicht-wesentliche Risiken eingeteilt Als wesentliche Risikoarten bzw. -potenziale für die Gesellschaft wurden im Rahmen der Risikoinventur folgende Risiken identifiziert:

Operationelle Risiken, mit den folgenden Sub-Risikoarten

Fraudrisiko, HR/ Fluktuations- und Mitarbeiterrisiko, Compliance- und regulatorisches Risiko, Informationsrisiko, Geschäftsprozessrisiko, Auslagerungsrisiko und Projektrisiko

Geschäfts- und strategische Risiken, mit den folgenden Sub-Risikoarten

Reputationsrisiko, Produktrisiko, Finanz- und Ertragsrisiko

Mit der Geschäftstätigkeit bzw. der Ausprägungen des Geschäftsmodells der MorgenFund gehen Marktpreis- oder Liquiditätsrisiken nur in einem sehr geringen Umfang einher. Das heißt, ihr Anteil am gesamten Risikoprofil der MorgenFund ist derart gering, dass diese Risiken nicht als wesentlich eingestuft sind. Insbesondere die Liquiditätsrisiken werden im Rahmen der gesondert bestehenden Liquiditätsstrategie durch den Bereich Finanzen& Controlling aktiv überwacht und gesteuert. Das Geschäftsmodell und die Geschäftstätigkeit im Bereich der Fondsdepotführung der MorgenFund unterliegt keinem besonderen (primären) Reputationsrisiko. Vielmehr können sich Reputationsrisiken als Folgerisiko aus anderen Risikoereignissen ergeben (z.B. aus operationellen Risikoereignissen).

ESG-Risiken stellen sich einerseits als eigenständige Risiken dar, schlagen sich aber vor allem in den anderen Risikoarten, inkl. der Subrisikoarten, nieder und werden daher von MorgenFund als Risikoausprägung eingestuft. D.h., das ESG-Risiken im Fondsgeschäft im Wesentlichen die Kapitalverwaltungsgesellschaften im Asset-Allocation-Prozess betreffen, sie aber dennoch grundsätzlich in der Risikoartensystematik der MorgenFund betrachtet und berücksichtigt werden.

3 Ermittlung und Steuerung der wesentlichen Risiken

3.1 Operationelle Risiken

Operationelle Risiken sind definiert als das Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden, einschließlich Rechtsrisiken. Als Rechtsrisiko versteht die MorgenFund das Risiko von Verlusten aufgrund der Verletzung von rechtlichen Bestimmungen, die zu (i) Rechtsprozessen oder (ii) eigenen Handlungen zur Abwendung solcher Verluste führen. Aus der Risikoart der operationellen Risiken ergeben sich die in Kapitel 2 genannten weiteren Subrisikoarten.

Die Basis zur Ermittlung des Risikopotentials für das operationelle Risiko bildet eine auf die Geschäftsaktivitäten der MorgenFund abgegrenzte 5-Jahres Historie aus Risikoereignissen. Darüber hinaus werden durch Experten im Rahmen der Risikoinventur weitere Einschätzungen zu bestehenden oder potenziellen Risiken erhoben. Auf der Basis der historischen Schadensfälle und der Risikoinventurergebnisse wird das Risikopotenzial, im sog. Base Case, durch das zentrale Risikomanagement und -controlling quantifiziert. Für die Simulation des Stress Case werden die einzelnen gewichteten Jahresverluste zusätzlich mit einem Stressfaktor multipliziert.

Per 31. Dezember 2023 beträgt das Operationelle Risiko 8,63 Mio. EUR im Base Case und 9,45 Mio. EUR im Stress Case.

Die Identifikation und Steuerung der operationellen Risiken liegt in der Verantwortung der operativen Einheiten der Morgen Fund (1st Line). Das zentrale Risikomanagement (2nd Line) verantwortet die Überwachung der operationellen Risiken und deren Berichterstattung an das Governance, Risk & Compliance Committee.

Die Methoden zur Identifizierung, Erfassung, Messung und Berichterstattung von operationellen Risikoereignissen sowie deren Weiterentwicklung (inklusive der Festlegung von Meldegrenzen) sind als zentrale Aufgaben festgelegt.

3.2 Geschäfts- und strategische Risiken

Geschäfts- und strategische Risiken sind definiert als Risiko von negativen Planabweichungen, die aus Veränderungen externer Rahmenbedingungen (beispielsweise neuer Marktteilnehmer, konjunkturelle Entwicklung, etc.) resultieren, insofern selbige nicht anderen Risikoarten zuzurechnen sind. Sie beinhalten außerdem das Risiko von Fehlentscheidungen oder mangelhafter Reaktion auf ein geändertes Geschäftsumfeld.

Auch hier werden im Rahmen der Risikoinventur durch Experten Einschätzungen zu bestehenden Risikopotentialen erhoben. Auf Basis dieser Angaben wird das Risiko durch das zentrale Risikomanagement und -controlling quantifiziert. Weiterhin wird bei der Risikoquantifizierung auf Grundlage der Finanzplanung der MorgenFund zur Berechnung des Geschäftsrisikos von einem Rückgang der Nettoprovisionseinnahmen ausgegangen.

Per 31. Dezember 2023 beträgt das Geschäftsrisiko 5,6 Mio. EUR im Base Case und 12,2 Mio. EUR im Stress Case.

Das zentrale Risikomanagement verantwortet die Überwachung der Risiken und deren Berichterstattung an das Governance, Risk & Compliance Committee.

4 Risikoerklärung zur Beschreibung des mit der Geschäftsstrategie verbundenen Gesamtrisikoprofils der MorgenFund

4.1 Risikocontrolling-Funktion

Die MorgenFund hat gemäß AT 4.4.1 Tz. 1 der MaRisk eine Risikocontrolling-Funktion eingerichtet, die sowohl regelmäßig als auch anlassbezogen die vorstehend skizzierten wesentlichen Risiken für das Unternehmen überwacht und bewertet, Risikotragfähigkeitsanalysen mittels Stresstests vornimmt und die Ergebnisse gegenüber der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat kommuniziert.

Die MorgenFund hat ein unternehmensweites Governance, Risk & Compliance Committee (GRCC) als zentrales Gremium des Risikomanagements etabliert, welches sich neben der Geschäftsleitung und dem Leiter Risikomanagement aus Vertretern aller risikoverantwortlichen Einheiten zusammensetzt. Das GRCC wirkt als Bindeglied über alle Risikoarten hinweg und gewährleistet einen interaktiven Austausch zwischen den Mitgliedern des GRCC. Auf vierteljährlicher Basis werden im GRCC die durch das zentrale Risikomanagement aufbereiteten Risikoinformationen sowie die daraus eingeleiteten Maßnahmen zur Risikobewältigung vorgestellt, diskutiert und bei Bedarf beschlossen.

Bei der Feststellung ihrer Risikotragfähigkeit stellt die MorgenFund auf die ökonomische und normative Perspektive ab.

4.2 Gesamtrisikobetrachtung

Nachfolgend ist die Risikotragfähigkeitsberechnung der MorgenFund in der ökonomischen Perspektive in tabellarischer Form dargestellt.

Ökonomische Risikotragfähigkeitsberechnung analog internem Risikobericht per 31.12.2023 6

Werte in T€ Basis-Szenario Stress-Szenario
Risikodeckungspotenzial 32.042 32.042
Management buffer -3.000 -5.000
Risiko-Appetit/ Risiko-Limit 29.042 27.042
Ökonomische Risiken Basis-Szenario Stress-Szenario
Operationelle Risiken 8.634 9.450
Geschäfts- & strategisches Risiken 5.605 12.205
Puffer für nicht wesentliche Risiken 3.000 3.000
Summe der ökonomischen Risiken 17.239 24.655
Freies Risikodeckungspotenzial 11.803 2.387
Risikotragfähigkeitsauslastung 59% 91%

Das Risikodeckungspotenzial der MorgenFund setzt sich aus den Eigenmitteln ohne die Berücksichtigung der Planergebnisse zusammen. Zur Ermittlung des Risikoappetits wird von dem zur Verfügung stehenden Risikodeckungspotenzial ein Managementpuffer in Höhe von 3 bzw. 5 Mio. EUR, für schwer vorhersehbare Risiken, abgezogen. Die Summe der ökonomischen Risiken inklusive eines Puffers für immaterielle Risiken schöpft den hierdurch definierten Risikoappetit zu 59 % (Basis-Szenario) bzw. 91 % (StressSzenario) aus.

Zum Stichtag 31.12.2023 war die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive sowohl für das Basis-Szenario Is auch für das Stress-Szenario Case gegeben.

6 Datengrundlage für den Risikobericht war der Stand des Jahresabschlusses zum Stichtag 31.12.2023 am 31.01.2024. Abweichungen der Zahlen zur Darstellung im Geschäftsbericht sind möglich.

Normative Risikotragfähigkeitsberechnung per 31.12.2023 6

Werte in T€ 31.12.2023
Eigenmittel 32.042
Fixe Gemeinkosten 56.990
Reg. Anforderung für Fixe Gemeinkosten [%] 25%
a) Reg. Anforderung für Fixe Gemeinkosten [€] 14.023
b) Permanente Mindestkapitalanforderung 750
c1) Anforderung an K-Faktoren 35.025
c2) Anfoderung an Fixe Gemeinkosten 28.045
(c) Kapitalanforderung c2 28.045
Limitauslastung 87,5%
Freies Risikodeckungs potenzial 3.997
Risikotragfähigkeitauslastung 112%

In der normativen Perspektive hat die MorgenFund derzeit den zweifachen Wert der fixen Gemeinkosten als Kapitalunterlegung anzusetzen. Die Kapitalunterlegung auf Basis der sogenannten K-Faktoren tritt spätestens per 26.06.2026 in Kraft. Die Risikotragfähigkeitskapazität lag zum Jahresende bei 112% bei einer verbleibenden Risikodeckungsmasse in Höhe von 3.997 TEUR.

Chancenbericht

Insgesamt bewerten wir die Chancenlage der MorgenFund als gut. Wir sehen sie als eine angemessene und ausreichende Grundlage für eine stetige und stabile Entwicklung unserer Gesellschaft an. Für dieses neue Unternehmen wurden attraktive Arbeitsmöglichkeiten für ein organisches Personalwachstum geschaffen. So bieten wir in einem attraktiven Arbeitsumfeld moderne und zeitgerechte Arbeitsplätze und -strukturen (z.B. Homeoffice, soziale Nebenleistungen) und konnten somit im vergangenen Jahr viele neue, hochqualifizierte Mitarbeiter gewinnen.

Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir ein in der Tendenz wieder sinkendes Zinsniveau und eine deutlich niedrigere Inflation gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklungen dürften die Nachfrage nach Anlageprodukten steigen lassen. Gleichzeitig sind in diesem Jahr wirtschaftlichen Risiken, sowohl in Deutschland als auch international, durch entscheidende Wahlen ein Risiko für die Kapitalmärkte bei denen auch Anleger in der Tendenz ein wenig zurückhaltender agieren könnten. Die steigende Risikoaversion könnte gleichzeitig aber auch in einem Wechsel von Einzeltiteln und Derivaten hin zu Fonds- und ETFs resultieren.

Auf Basis unserer geschäftlichen Erwartungen und unseren Markterwartungen rechnen wir insgesamt für das Geschäftsjahr 2024 mit einem leicht positiven Betriebsergebnis vor Abschreibungen. Voraussetzung hierfür ist, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sich im Laufe des Jahres stabilisieren.

Im Jahr 2023 konnte nach dem Übergang des Betriebs das Geschäft stabilisiert werden und nach Umsetzung wichtiger Projekte sehen wir in diesem Jahr auch die Möglichkeit die Aktivitäten in allen Vertriebskanälen zu verstärken und solide Ergebnisse zu erzielen.

Zweigniederlassungsbericht

MorgenFund besitzt eine Zweigniederlassung in Luxemburg. Dort wird grundsätzlich das gleiche Geschäft betrieben wie im Hauptsitz in Frankfurt. Dabei bestehen folgende Besonderheiten:

Die Vermögensverwaltung wird aktuell nur aus Luxemburg heraus betrieben.

Die Inhaber der im Retail Segment bestehenden Depots haben weit überwiegend einen Wohnsitz in Deutschland.

Das internationale Geschäft mit institutionellen Kunden findet hauptsächlich in Luxemburg statt.

Die personellen IT-Kapazitäten sind überwiegend in Luxemburg konzentriert.

Im Jahr 2023 betrug der Umsatz der Luxemburger Niederlassung 14,3 Mio. EUR (Vorjahr: 2,2 Mio. EUR), der Verlust vor Steuern 10,2 Mio. EUR (Vorjahr: 2,1 Mio. EUR). In Luxemburg waren zum Ende des Geschäftsjahres 73,0 (Vorjahr: 66,9) Lohn- und Gehaltsempfänger umgerechnet in Vollzeitäquivalenten beschäftigt. Es gab keine erhaltenen staatlichen Beihilfen, Steuern auf den Gewinn sind ebenfalls keine angefallen.

Nachtragsbericht

Zur Stärkung der Kapitalbasis und zur Sicherstellung der Einhaltung regulatorischer Kapitalanforderungen nahmen die Eigentümer im März 2024 eine Einzahlung in Höhe von 4,0 Mio. EUR in die Kapitalrücklage vor.

Zum 30. April 2024. schied Rudolf Geyer und zum 31. Mai 2024 schied Bernd Geilen aus der Geschäftsführung aus. Zum 1. Mai 2024 wurden Heike Fürpaß-Peter und Derenik Grigorian als Geschäftsführer bestellt, zum 1. Juni 2024 wurde Michael Thissen als Geschäftsführer bestellt.

 

Frankfurt am Main, 10.07.2024

Morgen Fund GmbH

vertreten durch:

Die Geschäftsführung

Matthias Bayer

Heike Fürpaß-Peter

Derenik Grigorian

Michael Thissen

Jahresbilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Jahresbilanz zum 31.12.2023

Bilanzposten Aktiva

Siehe Anhang 31.12.2023 31.12.2022
Ziffer EUR EUR
1. Forderungen an Kreditinstitute 1
a) täglich fällig 27.293.745 36.347.230
b) andere Forderungen 17.592.087 0
44.885.832 36.347.230
2. Forderungen an Kunden 2 21.142.621 9.183.112
3. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 3 1.799.927 1.605.000
4. Treuhandvermögen 4 1.350.056 0
5. Immaterielle Anlagewerte 5
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.625.299 0
b) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 99.955.818 125.253.403
101.581.117 125.253.403
6. Sachanlagen 998.650 1.188.065
7. Sonstige Vermögensgegenstände 6 10.697.590 21.903.680
8. Rechnungsabgrenzungsposten 7 1.366.556 1.676.042
Summe der Aktiva 183.822.349 197.156.532

Bilanzposten Passiva

Siehe Anhang 31.12.2023 31.12.2022
Ziffer EUR EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8
a) täglich fällig 161.065 1.811
161.065 1.811
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 9
a) Andere Verbindlichkeiten
aa) täglich fällig 4.782.368 6.110.202
4.782.638 6.110.202
3. Treuhandverbindlichkeiten 4 1.350.056 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 10 19.143.349 3.855.198
5. Rechnungsabgrenzungsposten 213.947 0
6. Rückstellungen 11
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 8.117.749 11.563.222
b) Andere Rückstellungen 16.556.294 9.027.984
24.674.043 20.591.206
7. Eigenkapital 12
a) Gezeichnetes Kapital 10.025.000 10.025.000
b) Kapitalrücklage 174.908.475 174.908.475
c) Bilanzverlust -51.436.224 -18.335.360
133.497.251 166.598.115
Summe der Passiva 183.822.349 197.156.532

Gewinn- und Verlustrechnung

Siehe Anhang 01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
Ziffer EUR EUR
1. Zinserträge aus 14
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 475.181 4.679
475.181 0 4.679
2. Zinsaufwendungen 14 1.358 99.017
473.823 -94.338
3. Provisionserträge 15 65.764.000 10.762.408
4. Provisionsaufwendungen 16 7.481.373 5.126.125
58.282.627 5.636.283
5. Sonstige betriebliche Erträge 17 2.681.553 5.407.505
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 18
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 18.948.452 4.837.424
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 2.725.010 1.611.813
darunter:
für Altersversorgung EUR 152.384 (VJ EUR 1.376.022)
21.673.462 6.449.237
b) Andere Verwaltungsaufwendungen 50.371.454 18.243.637
72.044.916 24.692.874
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 19 22.033.440 1.952.996
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 17 157.805 1.280.026
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführung zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 20 302.706 149.675
10. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -33.100.864 -17.126.121
11. Außerordentliche Aufwendungen 0 903.000
12. Außerordentliches Ergebnis 0 -903.000
13. Jahresfehlbetrag 33.100.864 18.029.121
14. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 18.335.360 306.239
Bilanzverlust 51.436.224 18.335.360

Anhang für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Gesellschaftsrechtliche Angaben

Die MorgenFund GmbH hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Frankfurt am Main in der Abteilung B mit der Nummer 123767 eingetragen. Die Zweigniederlassung der MorgenFund GmbH befindet sich in Luxemburg.

Die MorgenFund GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) nach deutschem Recht. Gesellschafter der MorgenFund GmbH sind BlackFin Financial Services Fund III (BlackFin) und die DWS Group GmbH & Co. KGaA (DWS Group).

MorgenFund hat die Geschäftstätigkeit zum 1. Dezember 2022 aufgenommen und erwirtschaftet seit Dezember 2022 Erträge aus Wertpapiergeschäften. Vor diesem Hintergrund sind die in der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023 ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar.

Der Jahresabschluss wird gemäß § 325 und § 328 HGB beim Betreiber des Unternehmensregisters (www.unternehmensregister.de) eingereicht und bekannt gemacht.

Grundlagen und Methoden

Der Jahresabschluss der MorgenFund GmbH für das Geschäftsjahr 2023 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) sowie den einschlägigen Bestimmungen des GmbH-Gesetzes (GmbHG) aufgestellt. Gemäß §340 ff. HGB hat die Gesellschaft die für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften für den Jahresabschluss und den Lagebericht anzuwenden.

Die Gesellschaft ist nach WpIG als mittleres Wertpapierinstitut eingestuft.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzwährung ist Euro. Alle Angaben wurden auf Millionen gerundet. Aufgrund von Rundungen können sich in diesem Bericht bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.

Die Bewertung der Vermögensgegenstände sowie der Verbindlichkeiten erfolgt gemäß §§ 252 ff. und §§ 340 ff. HGB.

Forderungen werden mit ihrem Nennbetrag angesetzt. Erforderliche Wertberichtigungen werden vom Forderungsbestand abgesetzt.

Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Die Währungsumrechnung für Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten erfolgt nach den Vorschriften der §§ 256a und 340h HGB. Die Aufwendungen und Erträge aus der Währungsumrechnung werden netto in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Entsprechend § 246 Absatz 2 Satz 1 HGB werden grundsätzlich weder Aktiv- mit Passivposten verrechnet. Ebenso werden - mit Ausnahme der Provisionsaufwendungen, die an die Partnerunternehmen weitergegeben werden und mit den Provisionserträgen saldiert werden - keine Aufwendungen mit Erträgen verrechnet.

Aktive latente Steuern wurden aufgrund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts gem. § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB in der Bilanz nicht aktiviert. Die temporären Differenzen, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betreffen Bewertungsunterschiede zwischen der Handels- und Steuerbilanz beim Ansatz von Wertpapieren des Anlagevermögens, bei der Bildung von Rückstellungen und beim Kundenstamm. Für die Berechnung wurde ein Steuersatz von 31,93% zugrunde gelegt.

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sowie Sonstige Vermögensgegenstände

Die ausgewiesenen Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sowie sonstigen Vermögensgegenstände, sind mit dem Nennwert ausgewiesen. Die Forderungen gegenüber Kreditinstituten und Kunden werden am Jahresende einzeln auf Werthaltigkeit überprüft und im Bedarfsfall abgeschrieben. In diese Bewertung fließen insbesondere die Zahlungseingänge der Vergangenheit ein.

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Wertpapiere bzw. Fondsanteile werden als Umlaufvermögen klassifiziert und zum Marktwert bewertet.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Sachanlagen und entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die voraussichtlichen zeitlichen Nutzungsdauern liegen zwischen drei und acht Jahren. Die gewählten Nutzungsdauern stellen sicher, dass die Vermögensgegenstände im Nutzungszeitraum vollständig abgeschrieben werden. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Selbst erstellte immaterielle Anlagewerte werden auf Basis der im Zeitraum der Erstellung angefallenen internen und externen Kosten aktiviert und entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Grundlage für die Ermittlung der internen Kosten ist der tatsächlich angefallene Personalaufwand multipliziert mit einem aus den Personal- und Raumkosten ermittelten durchschnittlichen Tagessatz. Auf die Zurechnung von allgemeinen Verwaltungsaufwendungen und kalkulatorische Zinsen wurde verzichtet. Externe Kosten werden anhand der angefallenen Rechnungen ermittelt. Die voraussichtlichen zeitlichen Nutzungsdauern sind bei selbst erstellter Software fünf Jahre.

Geringwertige Wirtschaftsgüter schreibt die MorgenFund im Jahr der Anschaffung vollständig ab.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie Eventualverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Treuhandvermögen und -verbindlichkeiten

Das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten werden in Höhe des treuhänderisch gehaltenen Nominalkapitals ausgewiesen.

Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß versicherungsmathematischen Grundsätzen nach der projizierten Einmalbeitragsmethode berechnet. Der verwendete Zinssatz beträgt 1,82% (durchschnittlicher Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren), die Dynamik der anrechenbaren Bezüge und die Steigerung der laufenden Renten werden mit 2,5% angenommen. Als Sterbetafeln werden die Richttafeln Heubeck 2018G verwendet. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Absatz 6 Satz 1 HGB beträgt zum 31. Dezember 2023 74 TEUR (Vorjahr 357 TEUR) und gibt den Betrag an, um den die mit dem Rechnungszins für Altersversorgungsverpflichtungen ermittelte Pensionsverpflichtung die mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre errechnete Pensionsverpflichtung unterschreitet.

Im Jahresabschluss 2022 waren die Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Der Ausweis erfolgt im Berichtsjahr unter den anderen Rückstellungen und die Ausweisänderung in Höhe von 3.571.178 EUR wurde als Umbuchung im Rückstellungsspiegel dargestellt. Damit sind die Vorjahreszahlen nicht vergleichbar. Bei der Bewertung der Altersteilzeitverpflichtungen wurde ein Zinssatz von 1,07% (VJ 0,59%) verwendet (durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von drei Jahren). Zur Berechnung des Erfüllungsbetrages der Rückstellung wurden die aktuellen Richttafeln von Prof. Dr. Klaus Heubeck (Heubeck-Tafeln 2018 G) zugrunde gelegt. Die voraussichtlich zu leistenden Beträge sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet.

Andere Rückstellungen sind gemäß den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Mit Ausnahme der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie für Altersteilzeitverpflichtungen liegt die Restlaufzeit der Rückstellungen unter einem Jahr.

Eigenkapital

Das Eigenkapital wird zum Nennwert angesetzt.

Erträge und Aufwendungen

Erträge und Aufwendungen werden periodengerecht abgegrenzt. Erträge aus der Vergütung von gegenüber unseren Kunden erbrachten Dienstleitungen werden im Posten Provisionserträge ausgewiesen.

Provisionserträge und -aufwendungen

Im Gegensatz zum Geschäftsjahr 2022, in dem Provisionsertrag und die anteilige Weitergabe an die Partnerunternehmen separat dargestellt wurden, wird im Jahr 2023 der Provisionsertrag als Nettoergebnis ausgewiesen. Da es sich bei den weitergegebenen Provisionen inhaltlich um durchlaufende Posten handelt, wird durch diesen geänderten Ausweis aus unserer Sicht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertragslage dargestellt. Im Berichtsjahr wurden die weitergeleiteten Provisionen in Höhe von 60.688.117 EUR mit den Provisionserträgen verrechnet, im Vorjahr betrug der Aufwand aus den weitergegebenen Provisionen 5.126.125 EUR und wurde im Provisionsaufwand ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst und sind unter anderem (siehe Angaben zum Vorjahr) auch deshalb nicht vergleichbar.

Angaben zum Vorjahr

Die Angaben zum Geschäftsjahr 2022 betreffen insbesondere die Aufwendungen zur Gründung der MorgenFund sowie zur Vorbereitung der Übernahme der DIP. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die MorgenFund die Geschäftstätigkeit im Dezember 2022 aufgenommen hat. Vor diesem Hintergrund sind die Zahlen des aktuellen Geschäftsjahres nicht ohne weiteres mit den Vorjahreszahlen vergleichbar.

Erläuterungen zur Bilanz

1 Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen gegenüber Kreditinstituten betragen zum 31.12.2023 44,8 Mio. EUR (Vorjahr: 36,3 Mio. EUR). Ein Großteil der Forderungen (23,3 Mio. EUR) bestehen aus täglich fälligen Einlagen auf laufenden Konten bei der Deutschen Bank in Deutschland und Luxemburg sowie bei der Banque et Caisse d'epargne de l'Etat (Spuerkeess) in Luxemburg. Darüber hinaus existiert eine täglich kündbare Liquiditätsanlage bei der Frankfurter Sparkasse in Höhe von 4,0 Mio. EUR. Der verbleibende Teil der Forderungen (17,6 Mio. EUR) ist in unterschiedlichen Anlagen bei der Deutschen Bank sowie der Spuerkeess angelegt. Dabei entfallen Forderungen in Höhe von 5,8 Mio. EUR auf eine Restlaufzeit bis drei Monate und Forderungen in Höhe von 11,8 Mio. EUR auf eine Restlaufzeit von mehr als drei Monaten bis einem Jahr.

2 Forderungen an Kunden

Hier werden im Wesentlichen Forderungen an die DWS sowie an verschiedene andere Kapitalverwaltungsgesellschaften aus dem laufenden Geschäft (10,7 Mio. EUR) sowie Forderungen aus technischen und prozessualen Dienstleistungen ausgewiesen (8,6 Mio. EUR). Weiterhin sind in dieser Position Gebührenforderungen an Kunden, die aufgrund spezieller vertraglicher Konstellationen erst nach Ablauf einer gewissen Frist eingezogen werden können (1,8 Mio. EUR) enthalten. In den Forderungen an Kunden sind Forderungen in Höhe von 13,9 Mio. EUR (Vorjahr 4,1 Mio. EUR) aus laufendem Geschäft und Services gegenüber unserem Gesellschafter DWS enthalten.

Die gesamten Forderungen mit einem Volumen von 21,1 Mio. EUR (Vorjahr: 9,2 Mio. EUR) haben eine unbestimmte Laufzeit. Da es sich um Forderungen aus laufendem Geschäft handelt, werden diese in der Regel kurzfristig getilgt. Sämtliche Forderungen lauten auf EUR.

3 Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Im Rahmen von Sparplänen können Kunden Bruchteile an Fonds erwerben. Die im Zuge solcher Transaktionen entstehenden Bruchteile der Fonds, die zum Bilanzstichtag im Bestand der MorgenFund geführt wurden und zum kurzfristigen Weiterverkauf bestimmt sind, sind in dieser Position ausgewiesen. Von diesen sogenannten Spitzenbeständen sind 61% börsenfähig, innerhalb der börsenfähigen Papiere sind 30% börsennotiert und 70% nicht börsennotiert.

4 Treuhandvermögen und -verbindlichkeiten

Das Treuhandvermögen bzw. die Treuhandverbindlichkeiten entstehen im Rahmen der Wertpapiertransaktionen, die wir treuhänderisch im eigenen Namen und für die Rechnung unserer Kunden durchführen. In der Position Treuhandverbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von 1,4 Mio. EUR aus der Abwicklung von Wertpapierverkäufen enthalten. Die Kunden sind zum überwiegenden Teil in Deutschland (86%) ansässig, vereinzelt im übrigen Europa. Den Treuhandverbindlichkeiten steht in gleicher Höhe Treuhandvermögen gegenüber.

Das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten lassen sich wie folgt aufteilen:

Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Bilanzausweis Treuhandvermögen 1,4 0,0
Darunter:
- Forderungen an Kreditinstitute - täglich fällig 0,9 0,0
- Forderungen an Kunden - täglich fällig 0,1 0,0
- sonstige Forderungen 0,4 0,0
- Bilanzausweis Treuhandverbindlichkeiten 1,4 0,0
- Darunter:
- Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - täglich fällig 0,2 0,0
- Verbindlichkeiten gegenüber Kunden - täglich fällig 1,2 0,0

5 Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die immateriellen Anlagewerte bestehen hauptsächlich aus fortgeführten Anschaffungskosten für die Übernahme des Kundenstamms und der Software von der DWS. Hinzu kommen Aufwände für die Eigenerstellung von Software, die im Jahr 2023 aktiviert wurden. Insgesamt wurden Aufwendungen für Entwicklungstätigkeiten in Höhe von 2,5 Mio. EUR getätigt, davon wurden 1,7 Mio. EUR aktiviert und in den Positionen "selbstgeschaffene gewerblichen Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte" und "in Entwicklung befindliche gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte" ausgewiesen. Der Anlagespiegel stellt sich wie folgt dar:

Mio. EUR 01.01.2023 Anschaffungs-/ Herstellungskosten Zugänge Abgänge Umbuchungen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,0 1,1 0,0 0,0
In Entwicklung befindliche gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,0 0,6 0,0 0,0
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 127,1 0,0 3,8 0,0
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 127,1 1,7 3,8 0,0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1,2 0,3 0,0 0,0
Geringwertige Wirtschaftsgüter 0,0 0,1 0,0 0,0
Anlagevermögen Gesamt 128,3 2,1 3,8 0,0
Mio. EUR Zuschreibungen Abschreibungen kumuliert Abschreibungen Geschäftsjahr
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,0 0,1 0,1
In Entwicklung befindliche gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,0 0,0 0,0
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,0 23,3 21,5
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,0 23,4 21,6
Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,0 0,5 0,4
Geringwertige Wirtschaftsgüter 0,0 0,1 0,1
Anlagevermögen Gesamt 0,0 24,0 22,0
Mio. EUR 31.12.2023 Buchwert 31.12.2022 Buchwert
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1,0 0,0
In Entwicklung befindliche gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,6 0,0
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 100,0 125,3
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 101,6 125,3
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1,0 1,1
Geringwertige Wirtschaftsgüter 0,0 0,0
Anlagevermögen Gesamt 102,6 126,4

6 Sonstige Vermögensgegenstände

Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Bilanzausweis 10,7 21,9
Darunter:
- Saldo gegenüber der DWS-Gruppe aus Übernahme des DIP-Geschäftes 9,6 21,5
- Steuererstattungsansprüche 0,5 0,3
- Kautionen 0,4 0,0
- Forderungen an Lieferanten 0,2 0,0
- Sonstiges 0,0 0,1

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 10,7 Mio. EUR (Vorjahr: 21,9 Mio. EUR) enthalten Forderungen gegenüber der DWS-Gruppe in Höhe von 9,6 Mio. EUR. Diese resultieren aus der Erstattung von anteiligen Kosten, die entweder im Rahmen der Vorbereitung der Übernahme des DIP-Geschäftes entstanden sind, oder deren Übernahme vertraglich vereinbart war, die jedoch erst nach der Übernahme des DIP-Geschäftes angefallen sind.

Die Steuererstattungsansprüche sind auf die noch offene Erstattung von Umsatzsteuervorauszahlungen zurückzuführen.

Die Forderungen an Lieferanten resultieren entweder aus Vorauszahlungen, bei denen die Rechnungen in den Folgeperioden als Aufwand gebucht ist, oder aus Gutschriften, bei denen der Zahlungseingang noch offen ist.

7 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 1,4 Mio. EUR (Vorjahr: 1,7 Mio. EUR) bestehen insbesondere aus abzugrenzenden Rechnungen für Softwarelizenzen und Versicherungen.

8 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Gesamtsumme von 0,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,0 Mio. EUR) bestehen aus Verbindlichkeiten gegenüber Vertriebspartnern, die am 5. Geschäftstag des Folgejahres beglichen wurden. Diese Verbindlichkeiten sind in EUR notiert, die Kreditinstituten sind in Deutschland ansässig.

9 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit einer Gesamtsumme von 4,8 Mio. EUR (Vorjahr: 6,1 Mio. EUR) bestehen aus Verbindlichkeiten gegenüber Vertriebspartnern, die am 5. Geschäftstag des Folgejahres beglichen wurden. Diese Verbindlichkeiten in Höhe von 4,8 Mio. EUR sind in EUR notiert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden gliedern sich auf folgende Länder auf:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Deutschland 4.736 6.028
Luxemburg 31 40
Österreich 16 26
Schweden 0 10
Taiwan 0
Italien 0 5
Frankreich 0 0
Gesamt 4.783 6.110

10 Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 19,1 Mio. EUR (Vorjahr: 3,9 Mio. EUR) enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 15,3 Mio. EUR. Diese Verbindlichkeiten werden in der Regel kurzfristig ausgeglichen. Darüber hinaus sind in dieser Position noch Verbindlichkeiten im Rahmen der Gehaltsabrechnung sowie Verbindlichkeiten aus von den Kunden vereinnahmten und abzuführenden Kapitalertragsteuern enthalten.

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verbindlichkeiten in Höhe von 11,4 Mio. EUR (Vorjahr 0,1 Mio. EUR) gegenüber unserem Gesellschafter DWS enthalten.

Die Sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.305 3.322
Verbindlichkeiten aus Steuern und Abgaben 3.226 130
Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer 352 207
Verbindlichkeiten Sozialversicherung 257 170
Sonstige Verbindlichkeiten 3 27
Gesamt 19.143 3.856

11 Rückstellungen

Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR Bestand 01.01.2023 Zuführung Verbrauch Auflösung Sonstige Änderungen Buchwert 31.12.2023 Buchwert 31.12.2022
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 11.563 163 38 0 -3.571 8.118 11.563
Personalrückstellungen 1.078 2.842 921 0 0 2.999 1.078
Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten 161 315 161 0 0 315 161
Sonstige Rückstellungen 7.789 9.671 7.704 85 3.571 13.242 7.789
Gesamt 20.591 12.992 8.823 85 0 24.674 20.591

Im Vorjahr wurden die Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Im aktuellen Abschluss werden diese in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die Korrektur der Position in Höhe von 3.571.178 EUR wird in den sonstigen Änderungen dargestellt.

Neben den Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen enthalten die sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen im Zusammenhang mit Aufwendungen, die im Leistungszeitraum 2023 angefallen sind, aber noch nicht in Rechnung gestellt wurden.

12 Eigenkapital

Zum 31. Dezember 2023 beträgt das gezeichnete Kapital der MorgenFund analog zum Vorjahr 10.025 TEUR.

Die Kapitalrücklage in Höhe von 174,9 Mio. EUR wurde Im Geschäftsjahr 2022 durch Einlagen von BlackFin Capital Partners (BlackFin) und der DWS Group (DWS) in baren Zuzahlungen geleistet.

Der Jahresfehlbetrag für das Geschäftsjahr 2023 beträgt 33,1 Mio. EUR (Vorjahr: 18,0 Mio. EUR), der Verlustvortrag aus dem Jahr 2022 beträgt 18,3 Mio. EUR (Vorjahr: 0,3 Mio. EUR) so dass in Summe ein Bilanzverlust in Höhe von 51,4 Mio. EUR das Eigenkapital belastet.

13 Fremdwährungsaktiva / Fremdwährungspassiva

Auf Fremdwährung lautende bilanzielle Aktiva bestehen am Bilanzstichtag in Höhe von 95 TEUR (Vorjahr: 29 TEUR), auf Fremdwährung lautende bilanzielle Passiva betragen 2 TEUR (Vorjahr: 2 TEUR). Die Fremdwährungsbestände sind vollständig in USD geführt. Hierbei handelt es sich um ein laufendes Konto in USD sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Rechnungen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

13 Geografische Aufteilung der Ertragskomponenten

Die wesentlichen Ertragskomponenten der Gewinn- und Verlustrechnung der MorgenFund wurden auf den im Folgenden dargestellten geografischen Märkten erzielt.

TEUR Zinserträge 01.01.-31.12.2023 Provisionserträge 01.01.-31.12.2023 Sonstige betriebliche Erträge 01.01.-31.12.2023 Gesamt 01.01.-31.12.2023 Vorjahr 01.01.-31.12.2022
Deutschland 276 51.429 2.365 54.070 13.962
Übriges Europa 199 14.335 317 14.851 2.213
GuV-Ausweis 475 65.764 2.682 68.921 16.175

14 Zinsergebnis

Das Zinsergebnis besteht im Wesentlichen aus Zinserträgen aus Geldmarktgeschäften sowie den laufenden Konten bei verschiedenen Banken. Die Laufzeiten variieren zwischen täglich fällig und 12 Monaten.

15 Provisionserträge

Die Provisionserträge in Höhe von 65,8 Mio. EUR (Vorjahr: 10,8 Mio. EUR) enthält die Umsätze aus verschiedenen Gebührenabrechnungen mit Kunden, institutionellen Kunden und Vermittlern. Die Provisionserträge basieren auf Dienstleistungen wie dem Depotgeschäft sowie im Zusammenhang mit Wertpapierdienstleistungen und anderen Dienstleistungen. Vereinbarungsgemäß werden Teile der Ausgabeaufschläge und Vertriebsprovisionen an unsere Vertriebspartner weitergereicht und reduzieren damit die ausgewiesenen Provisionserträge. Im Geschäftsjahr 2022 wurden die weitergereichten Provisionen in Höhe von 5,4 Mio. EUR im Provisionsaufwand ausgewiesen.

16 Provisionsaufwendungen

Die Provisionsaufwendungen in Höhe von 7,5 Mio. EUR (Vorjahr: 5,1 Mio. EUR) bestehen im Wesentlichen aus Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Abwicklung von Wertpapiertransaktionen entstehen. Im Vorjahr enthielt diese Position Provisionsaufwendungen, die an die Partnerunternehmen weitergegeben werden Im Geschäftsjahr 2023 wurden diese mit den Provisionserträgen saldiert.

17 Saldo sonstige Aufwendungen und Erträge

Der Saldo der sonstigen Aufwendungen und Erträge beträgt 2,5 Mio. EUR (Vorjahr: 4,1 Mio. EUR) und enthält als wesentliche Positionen auf der Ertragsseite Kostenerstattungen der DWS in Höhe von 1,5 Mio. EUR, der zugehörige Aufwand wurde bei der MorgenFund bereits im Jahr 2022 ausgewiesen. Weiterhin werden hier Erträge aus der Weitergabe von Kosten im Rahmen der Kundenbetreuung in Höhe von 0,7 Mio. EUR ausgewiesen.

18 Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 72,1 Mio. EUR (Vorjahr: 24,7 Mio. EUR). Davon entfielen 21,7 Mio. EUR (Vorjahr: 6,4 Mio. EUR) auf Personalaufwendungen.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen von 50,4 Mio. EUR (Vorjahr: 18,2 Mio. EUR) sind maßgeblich durch die Beratungsaufwendungen in Höhe von 26,9 Mio. EUR (Vorjahr: 16,9 Mio. EUR) geprägt, die angefallen sind, um die operative Stabilität sicherzustellen sowie um die von der DWS übernommenen Systeme in die technische Umgebung der MorgenFund zu integrieren und weiterzuentwickeln. Ebenfalls zu Buche schlagen die Kosten für die IT-Ausstattung und Lizenzen in Höhe von 7,5 Mio. EUR (Vorjahr: 0,6 Mio. EUR), die Porto- und Print-Kosten in Höhe von 4,1 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR), sowie Kosten für Call-Center Leistungen von 3,4 Mio. EUR (Vorjahr 0,2 Mio. EUR). Aufwendungen aus nicht vollständig abzugsfähigen Vorsteuern fielen in Höhe von 4,3 Mio. EUR (Vorjahr 1,2 Mio. EUR) an.

19 Abschreibungen

Die Abschreibungen in Höhe von 22,0 Mio. EUR Vorjahr (2,0 Mio. EUR) resultieren fast ausschließlich aus der Abschreibung des von der DWS übernommenen Kundenbestandes sowie der Software. Die Aufteilung des Abschreibungen auf die einzelnen Vermögenskategorien ist dem Anlagespiegel unter Punkt 5. Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen" zu entnehmen.

20 Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere

Die Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR) lassen sich zurückführen auf Forderungen gegenüber KVGen aus dem Jahr 2022, die nicht in vollem Umfang werthaltig waren (0,1 Mio. EUR). Darüber hinaus wurden weitere nicht werthaltige Forderungen um 0,2 Mio. EUR abgeschrieben.

Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 5,9 Mio. EUR. Diese teilen sich auf in Mietverpflichtungen in Höhe von 3,9 Mio. EUR und Verpflichtungen aus dem Management der Cloud-Plattform (2,0 Mio. EUR).

Honorar des Abschlussprüfers

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB beläuft sich auf 175 TEUR (Vorjahr: 155 TEUR) und entfällt auf Abschlussprüfungsleistungen.

Bezüge der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates

Die Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung im Geschäftsjahr 2023 betrugen 936 TEUR. (Vorjahr: 77 TEUR). Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten satzungsgemäß keine feste jährliche Vergütung.

Kredite an Organe

Den Mitgliedern der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats der MorgenFund wurden im Geschäftsjahr 2023 keine Vorschüsse und Kredite gewährt.

Anzahl der Mitarbeiter

Im Durchschnitt beschäftigte die MorgenFund 198,8 Mitarbeitende, von denen durchschnittlich 122,3 in Deutschland und 76,5 in Luxemburg tätig waren. Zum Jahresende 2023 beschäftigt die MorgenFund 223 Mitarbeitende (Vorjahr: 175 Mitarbeitende).

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Abschlussstichtag haben keine wesentlichen Ereignisse stattgefunden, die Niederschlag in Bilanz oder GuV des Jahres 2023 finden. Zur Stärkung der Kapitalbasis und zur Sicherstellung der Einhaltung regulatorischer Kapitalanforderungen nahmen die Eigentümer im März 2024 eine Einzahlung in Höhe von 4,0 Mio. EUR in die Kapitalrücklage vor.

Zum 30. April 2024. schied Rudolf Geyer und zum 31. Mai 2024 schied Bernd Geilen aus der Geschäftsführung aus. Zum 1. Mai 2024 wurden Heike Fürpaß-Peter und Derenik Grigorian als Geschäftsführer bestellt, zum 1. Juni 2024 wurde Michael Thissen als Geschäftsführer bestellt.

Organe

Beteiligte an der MorgenFund

Gesellschafter der MorgenFund GmbH sind zu 70% BlackFin Capital Partners (BlackFin) und zu 30% die DWS Group (DWS).

Organe der MorgenFund-

Geschäftsführung

Im Geschäftsjahr 2023 sowie bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses gehörten der Geschäftsführung folgende Mitglieder an:

Matthias Bayer (seit 01. Juli 2023)

Geschäftsführer Operations

Heike Fürpaß-Peter (seit 01. Mai 2024)

Geschäftsführerin Markt

Bernd Geilen (bis 31. Mai 2024)

Geschäftsführer Marktfolge

Rudolf Geyer (bis 30. April 2024)

Sprecher der Geschäftsführung, Geschäftsführer Markt

Derenik Grigorian (seit 01. Mai 2024)

Geschäftsführer Technology

Michael Thissen (seit 01. Juni 2024)

Geschäftsführer Corporate Functions & Client (BPO) Services, Niederlassungsleiter Luxemburg

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehörten folgende Mitglieder an:

Vorsitzender:

Dr. Kai Wilhelm Franzmeyer

Partner bei BlackFin Capital Partners

Laurent Boujoux

Founding Partner bei BlackFin Capital Partners

Paul Mizrahi

Founding Partner bei BlackFin Capital Partners

Vincenzo Vedda

DWS Group, Global Head of Portfolio Management Public Markets - Investment Division

 

Frankfurt am Main, 10.07.2024

Morgen Fund GmbH

vertreten durch:

Die Geschäftsführung

Matthias Bayer

Heike Fürpaß-Peter

Derenik Grigorian

Michael Thissen

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die MorgenFund GmbH, Frankfurt am Main

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der MorgenFund GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MorgenFund GmbH, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 12. Juli 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lutz Knop, Wirtschaftsprüfer

Jutta Ihringer, Wirtschaftsprüferin

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