andsafe Aktiengesellschaft

Provinzial-Allee 1, 48159 Münster, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Münster HRB 17592
Vorher
PNW 1722 Aktiengesellschaft
Eingetragen
8.11.2018
Branche
Tätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertreternManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem VersicherungsgeschäftBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist: a) der Betrieb aller Arten der Schadenversicherung sowie die Versicherung von Beistandsleistungen, b) die Vermittlung von Versicherungsverträgen auch in Zweigen, die es nicht selbst betreibt, c) die Vermittlung von sonstigen Finanzdienstleistungen im nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) zulässigen Rahmen, d) die Gesellschaft übt keine Tätigkeiten aus, die einer Erlaubnis nach den Vorschriften des Kreditwesengesetzes bedürfen, solange die erforderliche Erlaubnis nicht erteilt ist.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Christian Koch
seit 10.9.2025
Vorstandsmitglied
Stephan Reinarz
seit 10.9.2025
Vorstandsmitglied
Florian Knackstedt
seit 2.6.2025
Vorstandsmitglied
Christian Dr. Brandt
seit 28.4.2022
Vorstandsmitglied
Prokura
Lars-Uwe Dr. Pera
seit 2.9.2020
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

andsafe Aktiengesellschaft

Münster

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

2023 Geschäftsbericht

Vorstand

Tätigkeitsbereiche des Vorstands

Dr. Christian Brandt

Mitglied des Vorstands Verantwortungsbereiche: Recht, Rechnungswesen, Bilanzen, Steuern, Unternehmenscontrolling und -planung, Asset Management und IT

Michael Hein

Mitglied des Vorstands, Verantwortungsbereiche: Personal, Verwaltung, versicherungstechnische Steuerung/Produkte, Vertragsservice, Schaden, Rückversicherung und Vertrieb/Marketing

Nina Schmal

Mitglied des Vorstands seit 1. Juli 2023, Verantwortungsbereiche: Ausgliederungsbeauftragte Interne Revision, Compliance inkl. Datenschutz, Risikomanagement und Versicherungsmathematische Funktion

Christian Buschkotte

Generalbevollmächtigter

Die amtierenden Vorstandsmitglieder üben darüber hinaus folgende Tätigkeiten aus:

Herr Dr. Brandt ist Generalbevollmächtigter bei der Provinzial Holding AG für die IT-Governance und für den IT-Betrieb.

Herr Hein ist Generalbevollmächtigter für den Bereich Firmenkunden bei der Provinzial Versicherung AG, der Provinzial Nord Brandkasse AG und der Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG. Zudem ist Herr Hein Geschäftsführer bei der Provinzial Kreditprüfung GmbH, einer Tochter der Provinzial Beteiligungsgesellschaft mbH. Frau Schmal ist Generalbevollmächtigte für den Bereich Kunde & Marke bei der Provinzial Holding AG, der Provinzial Versicherung AG, der Provinzial Nord Brandkasse AG, der Provinzial NordWest Lebensversicherung AG, der Provinzial Rheinland Lebensversicherung AG sowie der Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG. Zudem ist Frau Schmal Mitglied des Vorstands bei der ProTect Versicherung AG sowie Geschäftsführerin bei der OCC Assekuradeur GmbH, der OCC Assekuranzkontor GmbH und der Provinzial Dienstleistungsgesellschaft mbH.

Die Angaben im Kapitel Vorstand sind Bestandteil des Anhangs.

Aufsichtsrat

Dr. Wolfgang Breuer

Vorsitzender des Vorstands der Provinzial Holding AG; *

Vorsitzender

Dr. Ulrich Scholten

Mitglied des Vorstands der Provinzial Holding AG; *

Stellvertretender Vorsitzender

Patric Fedlmeier

Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Provinzial Holding AG *

Sabine Krummenerl

Mitglied des Vorstands der Provinzial Holding AG *

Guido Schaefers

Mitglied des Vorstands der Provinzial Holding AG *

Dr. Rainer Sommer

(seit 1. September 2023)

Mitglied des Vorstands der Provinzial Holding AG *

* Sowie in gleicher Funktion bei
der Provinzial Versicherung AG, der Provinzial Nord Brandkasse AG, der Provinzial NordWest Lebensversicherung AG und der Provinzial Rheinland Lebensversicherung AG.

Die Angaben im Kapitel Aufsichtsrat sind Bestandteil des Anhangs.

Lagebericht

Geschäftsmodell

Einbindung in den Provinzial Konzern

Die andsafe AG hat im Mai 2019 ihren Geschäftsbetrieb als Versicherungsunternehmen aufgenommen. Sie ist eine 100-Prozent-Beteiligung der Provinzial Beteiligungsgesellschaft mbH, Münster, die wiederum zu 100 % von der Provinzial Holding AG gehalten wird. Damit ist die andsafe AG Teil des Provinzial Konzerns. Der Provinzial Konzern ist der zweitgrößte öffentliche Versicherungskonzern in Deutschland.

Die andsafe AG erledigt wesentliche Aufgaben eigenständig. Sonderleistungen wie die Bearbeitung von Spezialschäden sowie ausgewählte Schlüsselfunktionen wie z. B. die Interne Revision, die unabhängige Risikocontrollingfunktion und die Versicherungsmathematische Funktion werden über Dienstleistungsvereinbarungen aus dem Provinzial Konzern bezogen. Die Provinzial Holding AG stellt die Risikokontrolle über die Einbeziehung des Risikoträgers in ein einheitliches Governance-System sicher.

Unter dem Dach der Provinzial Holding AG agieren neben der andsafe AG folgende Versicherungsunternehmen:

Schaden- und Unfallversicherer

Provinzial Versicherung AG, Düsseldorf,

Provinzial Nord Brandkasse AG, Kiel,

Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG, Hamburg,

Lippische Landesbrandversicherung AG, Detmold,

ProTect Versicherung AG, Düsseldorf,

Sparkassen DirektVersicherung AG, Düsseldorf.

Lebensversicherer

Provinzial NordWest Lebensversicherung AG, Kiel,

Provinzial Rheinland Lebensversicherung AG, Düsseldorf.

Die Asset-Management-Aktivitäten sind in der Provinzial Asset Management GmbH gebündelt. Die Gesellschaft wird durch Mandatserteilung mit der Betreuung der Vermögensanlagen beauftragt und platziert diese - unter Abwägung von Chancen und Risiken - bestmöglich am Markt.

Geschäftstätigkeit und Produkte

Die andsafe AG ist ein junges digitales Versicherungsunternehmen. In der Schaden- und Unfallversicherung entwickelt sie sowohl Lösungen für Gewerbebetreibende als auch für Privatpersonen. Der Fokus der gewerblichen Produkte liegt auf den Bedürfnissen von Klein- und Kleinstunternehmen, ohne ausschließlich auf dieses Segment beschränkt zu sein. Die andsafe AG versichert deutschlandweit.

Digitale, einfache und wettbewerbsfähige Produkte werden Kundinnen und Kunden sowohl aus dem gewerblichen als auch privaten Bereich angeboten. Dabei bezieht sich das Angebot bisher auf die Bereiche Haftpflicht- und Sachversicherung. Im Jahr 2024 soll die Produktpalette um eine Reisekrankenversicherung als Kooperationsprodukt mit der Union Krankenversicherung AG (UKV) und der Union Reiseversicherung AG (URV) ergänzt werden. Bei der UKV und der URV handelt es sich um Gemeinschaftsunternehmen der öffentlichen Versicherer, die in ihren Geschäftsfeldern eine gute Marktposition aufbauen konnten. Im Vergleich zu klassischen Geschäftsmodellen arbeitet die andsafe AG dank schlanker Infrastruktur sowie einfacher Prozesse günstig, digital und schnell. Die Preisfindung erfolgt auf einer breiten Datenbasis und wird maschinell unterstützt.

Für die andsafe AG sind einfache, effiziente und digitale Prozesse essenziell. Deshalb kommen Kundinnen und Kunden mit wenigen Klicks über die andsafe-Website zum Versicherungsabschluss und zur Schadenmeldung. Außerdem werden die Produkte über Vergleichsportale, Maklerinnen und Makler sowie Maklerpools angeboten. Mit der Provinzial hat die andsafe AG einen starken Partner an ihrer Seite. Die Versicherungsprodukte der andsafe AG ergänzen teilweise das Angebotsportfolio der für den Provinzial Konzern tätigen Vertriebspartnerinnen und -partner. Dazu gehören neben selbstständigen Geschäftsstellenleiterinnen und -leitern auch Sparkassen und ausgewählte Maklerinnen und Makler.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Rückgang des Bruttoinlandsprodukts

Die deutsche Wirtschaft konnte im Jahr 2023 den Erholungskurs nach der Corona-Pandemie nicht fortsetzen. Eine weiterhin hohe, wenn auch unter dem Vorjahresniveau liegende Inflationsrate, die Auswirkungen der strafferen Geldpolitik sowie die geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland belasteten die wirtschaftliche Entwicklung. Das Bruttoinlandsprodukt sank preisbereinigt um 0,3 %.

Der Arbeitsmarkt verlor aufgrund der konjunkturellen Schwäche an Dynamik, erwies sich jedoch als robust. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm weiter zu. Höhere Tarifabschlüsse führten zu einem Anstieg der nominell verfügbaren Einkommen. Dennoch bedingten hohe Verbraucherpreise und die wirtschaftliche Unsicherheit einen Rückgang des privaten Konsums. Gleichzeitig war der staatliche Konsum deutlich rückläufig, nachdem dieser aufgrund staatlich finanzierter Corona-Maßnahmen in den vergangenen Jahren massiv angestiegen war. Die Bauinvestitionen sanken aufgrund hoher Kredit- und Baukosten. Insbesondere im Wohnungsbau führte die Zinswende zu Stornierungen und ausbleibenden Neuaufträgen. Auch die Industrie konnte keine Wachstumsimpulse liefern, zumal sich die globale Nachfrage nach Investitionsgütern reduzierte. Vor allem energieintensive Wirtschaftszweige wie die Chemie- oder Metallindustrie litten weiterhin unter den Folgen der Energiekrise.

Veränderung des realen Bruttoinlandsprodukts in Deutschland

%

Zinsentwicklung an den Finanzmärkten

Im Jahr 2023 setzten die Notenbanken ihren geldpolitischen Straffungskurs aus dem Vorjahr zunächst fort und erhöhten die Leitzinsen mehrfach. Aufgrund des mittlerweile erreichten Zinsniveaus sowie des Rückgangs der Inflation verzichteten sie dann aber auf weitere Zinsschritte. So entschieden die US-Notenbank im Sommer 2023 sowie die EZB im Oktober 2023, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Außerdem reduzierte die EZB im Laufe des Jahres den Bestand der in den Anleihekaufprogrammen erworbenen Vermögenstitel langsam. Infolgedessen stiegen die Kapitalmarktzinsen bis zum Herbst deutlich an, sanken dann aber unter das Niveau zu Jahresbeginn. So belief sich die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen zum Ende des Geschäftsjahres auf 2,02 (2,57) %.

Rendite für zehnjährige Bundesanleihen

%

Entwicklung der Aktienmärkte

Insgesamt entwickelten sich die Aktienmärkte positiv. Zwar war im Herbst ein deutlicher Rückgang zu beobachten, aber seit November haben die Aktienmärkte diese Verluste wieder aufgeholt. Der DAX erreichte im Dezember sogar mit 16.794 Punkten einen historischen Höchststand und notierte zum Jahresende knapp darunter bei 16.752 (13.924) Punkten. Der EURO STOXX 50 schloss bei 4.522 (3.794) Punkten.

Marktentwicklung in der Schaden- und Unfallversicherung

Nach Hochrechnung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verzeichnete die Schaden- und Unfallversicherung im Geschäftsjahr 2023 ein Beitragsplus von rund 6,8 % auf ca. 84,5 Mrd. Euro. In der privaten Sachversicherung wuchsen die gebuchten Beiträge aufgrund von inflationsbedingten Summen- und Beitragsanpassungen um 13,5 %. In der Verbundenen Wohngebäudeversicherung erhöhten sich die Beiträge sogar um 16,5 %. Der Anstieg in der nicht-privaten Sachversicherung betrug insgesamt 12,0 %. Neben den inflationsbedingten Anpassungen der Versicherungssummen wirkten sich die weiterhin steigende Nachfrage nach Elementardeckungen sowie die Absicherung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien positiv aus.

In der Allgemeinen Haftpflichtversicherung nahmen die Beiträge aufgrund steigender Lohn- und Umsatzsummen sowie der Beitragsanpassungsmöglichkeit zum 1. Juli 2023 um 3,0 % zu. In der Kraftfahrtversicherung erhöhten sich die gebuchten Beiträge um 4,8 %. Die Beiträge in der Unfallversicherung stagnierten, weil sich der Bestandsabrieb auch im Jahr 2023 fortsetzte.

Inflationsbedingt wuchs der Schadenaufwand im Jahr 2023 mit hoher Dynamik. In der privaten Sachversicherung, insbesondere in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung, verbesserte sich die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) dennoch gegenüber dem von mehreren Sturmereignissen geprägten Vorjahr. In der nicht-privaten Sachversicherung erhöhte sie sich dagegen. In der Kraftfahrtversicherung führten der starke Anstieg der Preise für Ersatzteile sowie Engpässe in Werkstätten und bei Mietwagen zu einem erheblichen versicherungstechnischen Verlust. Die Allgemeine Haftpflicht- und insbesondere die Allgemeine Unfallversicherung verzeichneten dagegen weiterhin eine gute Ertragslage. Insgesamt verschlechterte sich die branchenweite Combined Ratio auf 99 (94,6) %.

Marktumfeld in der digitalen Versicherungswirtschaft

Im deutschen Markt für InsurTechs - Unternehmen, die moderne Technologien in der Versicherungsbranche einsetzen - ist die Anzahl der Neugründungen deutlich zurückgegangen. Die Geschäftsmodelle von InsurTechs lassen sich nach ihrem Ansatzpunkt in der Wertschöpfungskette in die Segmente Angebot, Vertrieb und Betrieb unterteilen. Die Anzahl der Unternehmen, die Lösungen für den Versicherungsvertrieb anbieten, ist am größten. Einige InsurTechs im Markt verfügen über eine eigene BaFin-Versicherungslizenz. Diese Unternehmen weisen in einem wettbewerbsintensiven Umfeld bisher noch geringe Marktanteile auf. Sie wachsen aber weiter, insbesondere, wenn sie den Vertrieb über Partner organisieren.

Insgesamt zeigt sich im Markt, dass InsurTechs sich zunehmend auf einen Teilbereich oder eine Nische spezialisieren. Sind die Unternehmen in der Vergangenheit oft als Alleingänger und Vollanbieter aufgetreten, entwickeln sie sich nun zum Teil zu Spezialisten und kooperieren mit großen Versicherungsunternehmen. Auf diese Weise unterstützen InsurTechs bei der Umsetzung von Digitalstrategien und werden zum Innovationstreiber in der Versicherungsbranche. Eine zunächst vielfach vorhergesehene Disruption des Versicherungsmarkts durch InsurTechs ist bisher ausgeblieben. Durch die Zusammenarbeit zwischen InsurTechs und etablierten Versicherungsunternehmen wird die Bildung von Ökosystemen - das sind sektorüberspannende Netzwerke von Marktteilnehmern, die gemeinsam Kundenlösungen entwickeln und neue Märkte schaffen - vorangetrieben. Gleichzeitig gewinnen Konzepte wie Embedded Insurance, bei denen die Versicherungsleistungen in Angebote Dritter einbezogen werden, in der Branche an Bedeutung und bieten Wachstumspotenziale für die InsurTechs.

Ertragslage

Vorbemerkung

Das gesamte Versicherungsgeschäft der andsafe AG wird von der Provinzial Versicherung AG zu 100 % in Rückdeckung übernommen. Alle verdienten Bruttobeiträge der andsafe AG werden daher an die Provinzial Versicherung AG abgeführt. Im Gegenzug erstattet sie als Rückversicherer die gesamten Schadenaufwendungen sowie die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb und die sonstigen Aufwendungen.

Beitragseinnahmen

Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen der andsafe AG erreichten im Geschäftsjahr 2023 ein Volumen von 16.123 (9.905) Tsd. Euro. Damit erfüllte die andsafe AG die im letztjährigen Prognosebericht geäußerte Erwartung einer deutlichen Beitragssteigerung und setzte ihren Wachstumskurs fort. Die Haftpflichtversicherung war weiterhin die beitragsstärkste Sparte und hatte den größten Anteil am Beitragsanstieg. Erfreulich entwickelten sich ebenfalls die Beitragseinnahmen in der Fahrradversicherung sowie in der im Berichtsjahr eingeführten Reiseversicherung.

Besonders bedeutende Vertriebswege waren im Geschäftsjahr 2023 neben den Vergleichsplattformen weiterhin das Direkt- und Maklergeschäft, wobei insbesondere der Maklerkanal weiter ausgebaut wurde. Insgesamt verzeichnete die andsafe AG ein starkes Kundenwachstum. Der Vertragsbestand vergrößerte sich auf 253.673 (154.367) zum Bilanzstichtag wirksame Versicherungsverträge.

Schadenaufwand

Die bilanziellen Bruttoschadenaufwendungen erhöhten sich im Berichtsjahr auf insgesamt 11.681 (6.108) Tsd. Euro. Diese Entwicklung entsprach der im letztjährigen Prognosebericht geäußerten Erwartung von höheren Aufwendungen für Versicherungsfälle. Die Geschäftsjahresschadenaufwendungen nahmen zum einen aufgrund des inflationsbedingten Anstiegs der durchschnittlichen Schadensummen, zum anderen aufgrund des deutlich gewachsenen Geschäftsvolumens der andsafe AG zu. Letzteres zeigte sich auch in der Anzahl gemeldeter Schäden, die auf 13.494 (7.819) Schäden stiegen. Aus der Abwicklung von Vorjahresschäden konnte hingegen ein Gewinn erzielt werden. Die bilanzielle Bruttoschadenquote betrug insgesamt 80,0 (75,4) %.

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb

Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb, bestehend aus Provisionsaufwendungen und Betriebskosten, stiegen im Berichtsjahr auf 14.675 (13.206) Tsd. Euro. Die Betriebskosten lagen mit 10.243 (10.112) Tsd. Euro leicht über dem Wert des Vorjahres. Für den weiteren Ausbau des Geschäftsbetriebs wurde weiterhin in Prozessautomatisierungen, neue Produkte, das Marketing sowie die Intensivierung der Vertriebskanäle investiert. Die Provisionen für das akquirierte Versicherungsgeschäft betrugen im Geschäftsjahr 2023 4.432 (3.094) Tsd. Euro. Der im letztjährigen Prognosebericht bereits erwartete Anstieg der Provisionen war Folge der Ausweitung des Geschäftsvolumens und der Neugeschäftsentwicklung. Die Provisionsquote verbesserte sich aufgrund des stärker ausgeprägten Beitragswachstums auf 30,3 (38,2) %.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Bruttoergebnis der andsafe AG fiel mit -11.766 (-11.194) Tsd. Euro weiterhin negativ aus. Der darin enthaltene Saldo der sonstigen versicherungstechnischen Aufwendungen und Erträge belief sich auf 2 (27) Tsd. Euro.

Gemäß des mit der Provinzial Versicherung AG geschlossenen Rückversicherungsvertrags wird das gesamte versicherungstechnische Geschäft von dieser zu 100 % in Rückdeckung übernommen. Für die andsafe AG verblieb ein positives versicherungstechnisches Nettoergebnis von 898 (493) Tsd. Euro. Die Bildung einer Schwankungsrückstellung ist aufgrund der 100-prozentigen Rückversicherung des Geschäfts nicht erforderlich.

Versicherungstechnisches Ergebnis des Gesamtgeschäfts 2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Versicherungstechnisches Bruttoergebnis -11.766 -11.194
Rückversicherungsergebnis * 12.664 11.687
Versicherungstechnisches Nettoergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung 898 493
Veränderung der Schwankungsrückstellung - -
Versicherungstechnisches Nettoergebnis 898 493

* - = Abgaben an den Rückversicherer.

Kapitalanlageergebnis

Das Kapitalanlageergebnis der andsafe AG belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf -13 (-30) Tsd. Euro. Die ausschließlich aus einem Guthaben bei Kreditinstituten bestehende Kapitalanlage verursachte Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 44 (33) Tsd. Euro. Neben Kontoführungsgebühren fielen hierunter auch Aufwendungen für aufsichtsrechtliche Berichtspflichten. Die Erträge aus Kapitalanlagen stiegen infolge der Zinsentwicklung auf 31 (3) Tsd. Euro.

Sonstiges nichtversicherungstechnisches Ergebnis

Das sonstige nichtversicherungstechnische Ergebnis schloss mit einem Saldo von -135 (-269) Tsd. Euro. Sonstigen Erträgen in Höhe von 763 (224) Tsd. Euro standen dabei Sonstige Aufwendungen von 898 (493) Tsd. Euro gegenüber. Beide Positionen enthalten u. a. Erträge bzw. Aufwendungen aus Dienstleistungen für verbundene Unternehmen, die aus der gesellschaftsübergreifenden Arbeitsorganisation im Provinzial Konzern resultieren. Der Effekt aus der Verrechnung ist nahezu ergebnisneutral, da Dienstleistungserträgen entsprechende Aufwendungen gegenüberstehen. Eine weitere Aufwandsposition bilden die Aufwendungen für das Unternehmen als Ganzes. Zu dieser Position zählen beispielsweise Aufwendungen im Zusammenhang mit der Prüfung und der Veröffentlichung des Jahresabschlusses.

Jahresergebnis

Das Jahresergebnis vor Steuern schloss mit 751 (194) Tsd. Euro. Der Steueraufwand belief sich auf 2 (1) Tsd. Euro. Der Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 749 (192) Tsd. Euro wurde im Rahmen des bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags an die Provinzial Holding AG abgeführt.

Entstehung und Verwendung des Jahresüberschusses 2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Versicherungstechnisches Nettoergebnis 898 493
Kapitalanlageergebnis -13 -30
Sonstiges nichtversicherungstechnisches Ergebnis -135 -269
Gesamtergebnis vor Steuern 751 194
Steuern -2 -1
Gesamtergebnis nach Steuern 749 192
Gewinnabführung an die Provinzial Holding AG -749 -192
Jahresüberschuss - -

Geschäftsverlauf in den Versicherungszweigen

Bruttobeitragseinnahmen nach Versicherungszweigen 2023
Tsd. Euro
2022
Tsd. Euro
Veränd.
%
Anteil
%
Haftpflichtversicherung 8.306,5 5.744,5 44,6 51,5
Sonstige Feuerversicherung 309,6 206,8 49,7 1,9
Verbundene Hausratversicherung 396,0 97,8 305,0 2,5
Sonstige Sachversicherung 5.275,2 3.518,6 49,9 32,7
davon Einbruchdiebstahl- und Raubversicherung 469,1 327,0 43,5 2,9
davon Leitungswasserversicherung 181,6 121,9 49,0 1,1
davon Glasversicherung 134,0 69,3 93,4 0,8
davon Sturmversicherung 101,1 58,5 72,9 0,6
davon Technische Versicherungen 49,0 34,2 43,1 0,3
davon Extended Coverage (EC)-Versicherung 25,9 16,6 56,0 0,2
davon übrige Sachversicherungen 4.314,5 2.891,1 49,2 26,8
Sonstige Versicherungen 1.835,9 337,4 444,1 11,4
davon Betriebsunterbrechungsversicherung 225,8 147,0 53,7 1,4
davon übrige Versicherungen 1.610,1 190,4 745,5 10,0
Gesamte Bruttobeitragseinnahmen 16.123,2 9.905,0 62,8 100,0

Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung war im Geschäftsjahr 2023 gemessen an den gebuchten Bruttobeitragseinnahmen weiterhin der größte Geschäftszweig der andsafe AG. Die Bruttobeiträge stiegen deutlich auf 8.307 (5.744) Tsd. Euro. Zu dem Beitragswachstum trug insbesondere die Betriebshaftpflichtversicherung bei. Aber auch im Privatkundengeschäft verzeichnete die andsafe AG in der Tierhalterhaftpflicht- und Privathaftpflichtversicherung eine deutliche Beitragssteigerung. Die Bruttoschadenaufwendungen lagen mit 5.544 Tsd. Euro ebenfalls über dem Vorjahresniveau von 3.345 Tsd. Euro. Hier wirkten sich gestiegene Geschäftsjahresschadenaufwendungen aus. Die bilanzielle Bruttoschadenquote betrug 73,5 (73,8) % und war damit im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant.

Sonstige Sachversicherung

In der Sonstigen Sachversicherung sind insbesondere die sonstige Sachschadenversicherung, die Einbruchdiebstahl- und Raubversicherung, Leitungswasser-, Glas-, Sturmversicherung sowie die Technischen Versicherungen und die Extended Coverage (EC)-Versicherung zusammengefasst.

Im Geschäftsjahr 2023 wuchsen die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen auf 5.275 (3.519) Tsd. Euro. Das Beitragswachstum resultierte im Wesentlichen aus der Fahrradversicherung. Erste Beitragseinnahmen erzielte auch die im Berichtsjahr eingeführte Reisegepäckversicherung. Die Bruttoschadenaufwendungen stiegen aufgrund höherer Geschäftsjahresschadenaufwendungen auf 3.278 (2.258) Tsd. Euro. Infolge des stärker ausgeprägten Beitragswachstums verbesserte sich die Bruttoschadenquote auf 67,8 (74,2) %.

Sonstige Versicherungen

Zu den Sonstigen Versicherungen zählt neben der Betriebsunterbrechungsversicherung u. a. die Sonstige Vermögensschadenversicherung. Die Bruttobeitragseinnahmen in den Sonstigen Versicherungen stiegen im Berichtsjahr deutlich auf insgesamt 1.836 (337) Tsd. Euro. Wachstumstreiber war insbesondere die im Geschäftsjahr 2023 eingeführte Reiseversicherung. Die Zweige Reiserücktrittskosten- sowie Reiseabbruchkostenversicherung verzeichneten ein erfreuliches Beitragsplus. Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle betrugen 2.509 (496) Tsd. Euro, was einer Bruttoschadenquote von 156,7 (159,8) % entsprach. Der Anstieg der Schadenaufwendungen resultierte im Wesentlichen aus dem gestiegenen Geschäftsvolumen.

Finanzlage

Kapitalstruktur und Kapitalausstattung

Eigenkapital

Das Eigenkapital der andsafe AG betrug unverändert 13.520 (13.520) Tsd. Euro und belief sich damit auf 82,0 (84,8) % der Bilanzsumme.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Aufgrund der Rückdeckung des gesamten Versicherungsgeschäfts durch die Provinzial Versicherung AG bestanden keine versicherungstechnischen Rückstellungen für eigene Rechnung.

Andere Rückstellungen

Die Bilanzposition Andere Rückstellungen besteht ausschließlich aus Sonstigen Rückstellungen. Diese betrugen zum Jahresende 1.089 (965) Tsd. Euro. Hierbei handelt es sich vor allem um Rückstellungen für noch offene Rechnungen sowie Rückstellungen für Sonderzahlungen, Urlaubsverpflichtungen und Jahresabschlusskosten.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten betrugen am Bilanzstichtag insgesamt 1.886 (1.453) Tsd. Euro, das entsprach 11,4 (9,1) % der Bilanzsumme. Von den Verbindlichkeiten entfielen 820 (310) Tsd. Euro auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Hierzu zählt vor allem die Verbindlichkeit aus der Gewinnabführung an die Provinzial Holding AG. Darüber hinaus beliefen sich die Verbindlichkeiten aus noch nicht ausgeglichenen Vermittlerabrechnungen auf 372 (597) Tsd. Euro und die Verbindlichkeiten gegenüber Versicherungsnehmern auf 56 (15) Tsd. Euro.

Die restlichen Verbindlichkeiten betrafen u. a. die noch abzuführende Versicherungsteuer, Lohn- und Kirchensteuer sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Auf letztere Position entfielen 332 (297) Tsd. Euro.

Liquidität

Ihre Zahlungsverpflichtungen konnte die andsafe AG im Berichtsjahr uneingeschränkt erfüllen. Auch sind aktuell keine Liquiditätsengpässe erkennbar. Am Bilanzstichtag betrugen die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 5.711 (4.068) Tsd. Euro. Darüber hinaus stehen Einlagen bei Kreditinstituten zur Verfügung. Informationen zum Liquiditätsmanagement sind im Risikobericht enthalten.

Vermögenslage

Die Aktiva der andsafe AG beliefen sich am Bilanzstichtag auf 16.495 (15.938) Tsd. Euro.

Ein Großteil der Aktiva entfiel auf eine Abrechnungsforderung aus dem Rückversicherungsgeschäft gegenüber der Provinzial Versicherung AG in Höhe von 6.421 (7.604) Tsd. Euro. Die Forderung wird im laufenden Geschäftsjahr 2024 ausgeglichen.

Die Immateriellen Vermögensgegenstände betrugen 1.602 (1.901) Tsd. Euro. Unter diese Bilanzposition fallen käuflich erworbene Softwarebestandteile für den Versicherungsbetrieb.

Die Kapitalanlagen der andsafe AG bestehen vollständig aus Einlagen bei Kreditinstituten in Höhe von 1.000 (1.000) Tsd. Euro, die als liquide Mittel zur Verfügung stehen.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Das andsafe-Team

Für die Umsetzung der hinter der andsafe AG stehenden Geschäftsidee wurden seit dem Geschäftsbeginn im Jahr 2019 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht, die die Begeisterung für neue Wege teilen und mittragen. Inzwischen ist das Team der andsafe AG im Jahresdurchschnitt 2023 auf 59 (53) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewachsen, die das Unternehmen mit ihrer Kreativität und der Fähigkeit, traditionelle Vorgehensweisen zu hinterfragen und moderne Arbeitsweisen zu etablieren, voranbringen. Darunter waren 51 Angestellte, zwei Aushilfen sowie sechs Werkstudentinnen und -studenten. Das Team der andsafe AG ist mit einem durchschnittlichen Alter von 32,8 Jahren im Vergleich zum Gesamtkonzern jung. Der Anteil der Mitarbeiterinnen belief sich auf 27,9 %. Der Anteil der weiblichen Führungskräfte betrug 42,9 %.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind neben dem hohen Digitalisierungsgrad ein wesentlicher Faktor dafür, höhere Entwicklungsgeschwindigkeiten erreichen zu können als traditionelle Versicherer.

Entwicklungsfreiheit

Zu den immateriellen Assets der andsafe AG gehören insbesondere die Handlungsspielräume, die sie als junges Unternehmen hat. Die Idee des digitalen Versicherers wurde soweit möglich ohne einschränkende Rahmenbedingungen umgesetzt, sodass das Unternehmen sprichwörtlich "auf der grünen Wiese" entstand. Diese Vorgehensweise ermöglichte es, ein vollständig neues, rein digitales Geschäftsmodell außerhalb bestehender Konzernsysteme, Strukturen und Prozesse zu entwickeln. Die Entwicklungsfreiheit bezieht sich dabei auch darauf, eigene Prozesse jederzeit zu überarbeiten und zu ersetzen.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage der Gesellschaft

Die andsafe AG baute ihr Geschäftsvolumen im Berichtsjahr 2023 - ihrem mittlerweile fünften Geschäftsjahr - weiter aus. Sie konnte die Beitragseinnahmen im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern und den Vertragsbestand zum Ende des Berichtsjahres auf 253.673 wirksame Versicherungsverträge erhöhen. Die Produktpalette wurde im Privatkundengeschäft um eine Reiserücktrittskosten-, Reiseabbruchkosten- sowie Reisegepäckversicherung erweitert. Investitionen in neue Produkte, Prozessautomatisierung und -optimierung sowie die Intensivierung der Vertriebskanäle prägten neben einem u. a. inflationsbedingten Anstieg der Schadendurchschnitte das Geschäftsjahresergebnis. Insgesamt bewerten wir den Geschäftsverlauf vor allem aufgrund des guten Neugeschäfts und des erheblichen Zugewinns an neuen Kunden positiv. Die Ertragslage ist geprägt von einer hohen Combined Ratio, die sich zum einen auf die weiterhin im Verhältnis zur Bestandsgröße hohen Betriebskosten gründet. Zum anderen sind die Schadenquoten im abgelaufenen Geschäftsjahr inflationsbedingt angestiegen. Mit Blick auf die Finanz- und Vermögenslage ist die andsafe AG weiterhin gut aufgestellt.

Risikobericht

Das Risikomanagement der andsafe AG ist in das Risikomanagementsystem des Provinzial Konzerns integriert. Die Übernahme und Steuerung der Risiken seiner Kundinnen und Kunden ist das Kerngeschäft des Provinzial Konzerns. Die gegebenen Versprechen zur Vorsorge und Risikoabsicherung müssen wir jederzeit erfüllen können; daher sind die Festigung der Finanzkraft und die Erhaltung der Sicherheitslage der Unternehmen des Provinzial Konzerns von besonderer Bedeutung. Unternehmerische Risiken, wie sie beispielsweise vom Kapitalmarktumfeld ausgehen, werden durch die zielgerichteten Risikomanagementaktivitäten konzernweit gesteuert, die in einen umfangreichen Risikomanagementprozess eingebettet sind. Dieser Prozess wird nachfolgend detaillierter beschrieben.

Der Risikomanagementprozess

Die Risikostrategie stellt die Basis für die Risikomanagementaktivitäten des Provinzial Konzerns dar. Sie setzt den strategischen Rahmen für das Management von Risiken und beschreibt die Auswirkungen der Geschäftsstrategie auf die Risikosituation des Konzerns, den Umgang mit den vorhandenen Risiken und die Fähigkeit, neu hinzugekommene Risiken zu tragen.

Dezentrales und zentrales Risikomanagement

Das darauf aufbauende ganzheitliche und in einer eigenständigen Leitlinie geregelte Risikomanagementsystem, das sich an den aufsichtsrechtlichen Vorgaben von Solvency II orientiert, besteht aus zentralen und dezentralen Komponenten. Zu den wesentlichen Komponenten gehört die Durchführung eines Own-Risk-and-Solvency-Assessment(ORSA)-Prozesses, der einen mehrjährigen Betrachtungshorizont für die Risikolage der einzelnen Konzernunternehmen beinhaltet. Dezentral werden in den zuständigen Fach- und Funktionsbereichen Einzelrisiken identifiziert, analysiert, bewertet, kommuniziert sowie individuell innerhalb der zulässigen Limite gesteuert. Durch diesen dezentralen Risikomanagementansatz werden die langjährigen Erfahrungen und Kenntnisse der Fachbereiche bezüglich der Risiken ihres Geschäftsfelds und ihrer Arbeitsprozesse in das Risikomanagementsystem integriert. Ergänzt wird diese wichtige Komponente durch das zentrale Risikomanagement, das die unabhängige Risikocontrollingfunktion (uRCF) bei der bereichsübergreifenden und konzernweiten Überwachung der Risikosituation unterstützt. Kernaufgaben sind neben der Koordination und Integration der Risikomanagementaktivitäten insbesondere die Pflege, Aktualisierung und Auswertung der aus den Fachbereichen gemeldeten Risikoinformationen, die Risikoaggregation, ein regelmäßiges Maßnahmencontrolling sowie eine umfangreiche Berichterstattung an den Vorstand. Dieser kombinierte Ansatz ermöglicht es, Risiken frühzeitig zu erkennen, einzuschätzen und vorausschauend zu steuern, um dadurch eine bestandsgefährdende Situation zu vermeiden. Darüber hinaus prüft die Interne Revision die Funktionsfähigkeit der Systeme der gesamten Geschäftsorganisation in einem risikoorientierten Turnus, wobei auch Bestandteile des Risikomanagements mitbetrachtet werden.

Das Risikomanagement stellt als integraler Bestandteil der Unternehmensführung einen kontinuierlichen Prozess dar. Es ist in die bestehende Organisation und die vorhandenen Berichtswege integriert. Auf diese Weise ist eine feste Verankerung mit allen Unternehmensbereichen und Geschäftsprozessen gewährleistet. Die Verknüpfung mit der operativen Planung sorgt für eine frühzeitige Identifikation und Erfassung von wesentlichen Risiken.

Der Risikomanagementprozess beginnt mit der Identifizierung der Risiken in den dezentralen Geschäftsbereichen. Im Anschluss daran erfolgt die Risikoanalyse. Hier werden die identifizierten Risiken bezüglich ihrer Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Bei der Risikobewertung werden bereits ergriffene Maßnahmen und vorhandene Steuerungsinstrumente berücksichtigt und, sofern notwendig, weitere Maßnahmen geplant. Ziel dieser Risikoinventur ist es, alle Risiken entsprechend ihrem Gefährdungspotenzial in eine Rangordnung zu bringen, um die Risikosteuerung effizient auszurichten. Die Risikoinventur mündet in regelmäßigen Berichten an die Unternehmensleitung mit dem Ziel einer zeitnahen und bedarfsgerechten Versorgung der Entscheidungsträger mit Risikoinformationen, um Transparenz und Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.

Im Rahmen der Risikoüberwachung werden in den dezentralen Einheiten regelmäßig die entsprechenden Risikoeinflussfaktoren (auch Risikoindikatoren genannt) beobachtet. Bei einer kritischen Entwicklung der Einflussfaktoren werden das zentrale Risikomanagement und die Unternehmensleitung informiert.

Das Risikomanagementsystem des Provinzial Konzerns sieht zudem ein umfassendes Berichtswesen vor. Dabei gibt es neben regelmäßigen Risikoberichten zur gesamten Risikosituation im Bedarfsfall auch die Sofortberichterstattung zur kurzfristigen Information über negative Risikoentwicklungen oder neue Risiken.

Unterstützung des Risikomanagementsystems durch eine Komiteestruktur

Weitere Bestandteile des Risikomanagementprozesses sind verschiedene Komitees, die sich mit der Würdigung, Koordination und Kommunikation risikorelevanter Themen befassen.

Die Komiteestruktur besteht aus dem Konzern-Risikokomitee, dem Asset-Liability-Management(ALM)-Komitee, dem Komitee Methoden, Instrumente und Modelle (MIM), dem Investmentkomitee, dem Nachhaltigkeitsboard und dem Sanierungskomitee.

Das Konzern-Risikokomitee dient der Abstimmung und Steuerung der zentralen und dezentralen Risikomanagementaktivitäten.

Daneben nimmt das Investmentkomitee die Aufgabe wahr, ein hohes Maß an Transparenz über die Kapitalanlagen zu schaffen und die Entscheidungsprozesse bei der Risikonahme bereichs- und ressortübergreifend zu verbessern. In dem Komitee werden alle wichtigen Entscheidungen in der Kapitalanlage besprochen. Es dient ferner dazu, zeitnahe und angemessene Reaktionen auf besondere, sich ad hoc ergebende Risiken oder Chancen sicherzustellen, insbesondere Maßnahmen im Rahmen der Asset Allocation.

Die ALM-Komitees jeweils für die Kompositversicherung und die Lebensversicherung verknüpfen die Risikomanagementaktivitäten des zentralen Risikomanagements mit der in den Fachbereichen stattfindenden Risikosteuerung und dienen zudem der risiko- und ertragsorientierten Abstimmung von Aktiva und Passiva.

Des Weiteren befassen sich die sog. MIM-Komitees für die Kompositversicherung und die Lebensversicherung mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung der im Provinzial Konzern verwendeten Modelle, die zur Unternehmenssteuerung wie auch für aufsichtsrechtliche Zwecke herangezogen werden.

Ferner ergänzt ein Sanierungskomitee auf Konzernebene die Komiteestruktur. Das Sanierungskomitee übernimmt eine koordinierende Rolle bei der Einhaltung, Pflege und Umsetzung des allgemeinen Sanierungsplans der Provinzial Gruppe.

Eine weitere, nicht institutionalisierte Möglichkeit zur Besprechung risikoorientierter Themen bilden Risikogespräche. Bei den Risikogesprächen handelt es sich um anlassbezogene Zusammenkünfte von Risikoverantwortlichen sowie Expertinnen und Experten zur Erörterung von Risiken und risikobehafteten Sachverhalten. Diese Gespräche sind je nach Themenstellung unterschiedlich besetzt, stets jedoch unter Beteiligung des zentralen Risikomanagements. Mit den Risikogesprächen sollen die Transparenz und die Risikokommunikation, die einen wesentlichen Beitrag zur Risikofrüherkennung leisten, weiter gefördert werden.

Unser Risikomanagementsystem

Versicherungstechnische Risiken

Für einen Schaden- und Unfallversicherer sind zwei wesentliche Arten der versicherungstechnischen Risiken von Bedeutung:

Zeichnungsrisiken, d. h. die Beiträge reichen nicht aus, um die zukünftigen Schäden und Kosten des Anfalljahres zu decken;

Reserverisiken, d. h. Risiken einer Abweichung zwischen dem endgültigen Schadenaufwand und dem als Schadenrückstellung in der Bilanz zurückgestellten Schadenaufwand.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Inflationsrate in Deutschland zwar deutlich zurückgegangen, befindet sich jedoch immer noch auf einem hohen Niveau. Die Preissteigerungen führen zu einer Erhöhung des realisierten und erwarteten Schadenaufwands (Schadeninflation) in der Schaden- und Unfallversicherung. Durch eine anhaltend hohe Schadeninflation können sich sowohl das Prämien- als auch das Reserverisiko erhöhen. Zur Reduktion des Prämienrisikos stehen in der Versicherungstechnik aber ausreichende Instrumente (beispielsweise Beitrags- und Indexanpassungen) zur Verfügung. Das Reserverisiko wird durch eine das Inflationsgeschehen adäquat berücksichtigende Reservesetzung im Schadenmanagement minimiert. Zusammenfassend wird eine deutliche Reduktion der Risikotragfähigkeit aufgrund der erhöhten Schadeninflation derzeit nicht erwartet.

Genaue Beobachtung und Analyse des Schadenverlaufs

Zur Beurteilung der aktuellen Schadensituation und Abschätzung der künftigen Entwicklung wird der Schadenverlauf in den verschiedenen Versicherungszweigen monatlich genau beobachtet und von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe analysiert. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der aktuell erhöhten Schadeninflation. Dieses Vorgehen dient dazu, erforderliche Maßnahmen frühzeitig abzuleiten und Inflationsszenarien betrachten zu können. Indikator für die Auskömmlichkeit der geforderten Versicherungsprämien sind die Schadenquoten.

Die Schadenquote nach Abzug der auf die Rückversicherer entfallenden Anteile für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft (Nettoschaden quote) betrug 2023 aufgrund der vollständigen Rückversicherung des Versicherungsgeschäfts null.

Schadenrückstellungen angemessen dotiert

Das sog. Reserverisiko besteht darin, dass zukünftige Auszahlungen für eingetretene Schäden die dafür gebildeten Rückstellungen übersteigen. Für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle bilden wir vorsichtig bemessene Rückstellungen. Ihre Abwicklung wird ständig überwacht, und die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen wiederum in die aktuellen Bedarfsschätzungen ein.

Rückversicherung zur Begrenzung von Zeichnungsrisiken

Zur Begrenzung der eigenen Haftung gibt die andsafe AG die übernommenen Risiken vollständig an die Provinzial Versicherung AG weiter.

Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

Forderungen im Versicherungsgeschäft ergeben sich insbesondere aus Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern sowie Rückversicherern. Die am 31. Dezember 2023 bestehenden Forderungen (fällige Ansprüche) gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern werden in der folgenden Tabelle zusammengefasst dargestellt.

Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern 31.12.2023
Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern Tsd. EUR 473
davon älter als 90 Tage Tsd. EUR 310
Durchschnittliche Ausfallquote * der letzten drei Geschäftsjahre % 0,0

* Bezogen auf die gebuchten Beiträge im selbst abgeschlossenen Geschäft.

Potenziellen Forderungsausfallrisiken wird grundsätzlich durch die Bildung einer angemessenen Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Aufgrund der breiten Diversifikation von Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern wird das Risiko unerwarteter Verluste in diesem Bereich als vernachlässigbar gering eingestuft. Jedoch könnte das Forderungsausfallrisiko im Zuge einer schwachen konjunkturellen Entwicklung zunehmen.

Aus der Rückversicherungsbeziehung zur Provinzial Versicherung AG resultierten am Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 20.625 Tsd. Euro. Die Provinzial Versicherung AG verfügt über ein Fitch-Rating der Klasse AA-.

Risiken aus Kapitalanlagen

Bei den Risiken im Kapitalanlagenbereich ist hauptsächlich zwischen Markt-, Liquiditäts- und Kreditrisiken zu unterscheiden. Für die andsafe AG bestehen aktuell keine Markt- sowie Kreditrisiken, da die Kapitalanlagen vollständig aus Einlagen bei Kreditinstituten bestehen.

Das Liquiditätsrisiko ist definiert als das Risiko, dass Zahlungsverpflichtungen nicht termingerecht oder nicht in voller Höhe bedient werden können. Für die andsafe AG mit ihrem stabilen Zahlungsstrom aus den Prämieneinnahmen resultiert das Liquiditätsrisiko vor allem aus zufälligen Schwankungen im Schadenverlauf. Für diese Fälle ist über die Rückversicherung und die bestehenden Bankguthaben Liquidität in ausreichendem Maße vorhanden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, unvorhergesehenen Liquiditätsbedarf im Konzernverbund auszugleichen.

Operationelle Risiken

Unter operationellen Risiken verstehen wir die Risiken von Verlusten aufgrund unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse, aufgrund mitarbeiter-, systembedingter oder aufgrund externer Vorfälle. Hierunter fallen insbesondere auch Rechtsänderungs- und Cyberrisiken. Zu den operationellen Risiken gehören ebenso die Störung bzw. der Ausfall von Gebäuden und technischen Systemen oder der Informationstechnik. Auch Verstöße der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen relevante Gesetze, Vorschriften, Verordnungen, Richtlinien oder die Satzung wie auch interne kriminelle Handlungen und Bearbeitungsfehler werden hier erfasst.

Prozessrisiken

Im Rahmen des Notfallmanagements wurden vorbeugende Maßnahmen erarbeitet, um die Arbeitsfähigkeit in kritischen Prozessen und Abläufen auch in Notfällen und Krisensituationen auf einem zuvor festgelegten Mindestniveau (Notbetrieb) sicherzustellen und eine schnelle Wiederherstellung des Normalbetriebs zu ermöglichen.

Alle Verpflichtungsgeschäfte und Zahlungsströme basieren auf der funktionsorientierten Vergabe angemessener Entscheidungs- und Zahlungsanweisungsvollmachten sowie Zugriffsberechtigungen auf IT-Anwendungen und deren Daten. Im Rahmen der Ablauforganisation regeln Arbeitsanweisungen sowie Prozess- und Risikobeschreibungen das Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Abwicklung von Geschäftsvorfällen. Manuelle (organisatorische) und maschinelle (programmierte) Kontrollen sind in die Arbeitsabläufe eingebaute Sicherungsmaßnahmen. Sie sollen Fehler und Manipulationen verhindern und die Sicherheit erhöhen. Beispiele sind programmierte Plausibilitätsprüfungen in den IT-Anwendungen, Soll-Ist-Vergleiche und das durch entsprechende Freigaberegelungen hinterlegte Vieraugenprinzip.

Unsere Führungskräfte sind angehalten, die Wirksamkeit der Sicherungsmaßnahmen und Kontrollen zu überwachen und beim erkennbaren Eintritt wesentlicher Vorkommnisse die uRCF zu informieren.

IT-Risiken

Umfassende Schutzvorkehrungen gewährleisten die Sicherheit der Datenhaltung, der Anwendungen, der Netzverbindungen und des laufenden Betriebs. Die Verfügbarkeit und Sicherheit der Daten, Netze und Anwendungen werden laufend und umfassend überwacht. Für Störfälle und Sicherheitsvorfälle sind umfassende Prozesse erarbeitet und erprobt. Sie werden systematisch aktualisiert.

Die Grundlagen für ein ordnungsgemäßes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) sind durch die Verabschiedung einer Leitlinie zur Informationssicherheit und geeignete organisatorische Maßnahmen gegeben. Neben der Etablierung und Weiterentwicklung verbindlicher Vorgaben für Informationssicherheit und der Wahrnehmung von Überwachungsaufgaben erfolgt auch eine operative Einbindung des Informationssicherheitsbeauftragten in relevante Vorgänge und Projekte.

Der Einsatz von Cloud-Technologien bei der andsafe AG ist im Vorfeld durch diverse Maßnahmen und aufgestellte Richtlinien sowohl rechtlich als auch technisch ermöglicht und im Rahmen der Lizenzerteilung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sowie durch weitere Untersuchungen bestätigt worden. Der Cloud-Dienstleister verfügt darüber hinaus über umfassende Zertifizierungen, die die Verfügbarkeit und die Sicherheit der verwendeten Services sicherstellen. Um angemessene Schutzmaßnahmen weiterzuentwickeln, wird die Risikolage regelmäßig bewertet.

Rechtliche Risiken

Rechtliche Risiken ergeben sich aus Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, den Vorgaben von Behörden, Änderungen der obergerichtlichen Rechtsprechung und dem Inhalt vertraglicher Regelungen.

Nachhaltigkeitsrisiken

Nachhaltiges Handeln und die Berücksichtigung der drei ESG-Kriterien (ökologische, soziale und Governance-Kriterien) stehen in allen Unternehmensbereichen des Provinzial Konzerns im Fokus. Dies verdeutlichen einerseits das Gremium des Nachhaltigkeitsboards auf Gruppenebene, das die strategische Ausrichtung in den wesentlichen Handlungsfeldern Kapitalanlage, Digitalisierung, Versicherungsprodukte, Kundenbegeisterung, Arbeitgeberattraktivität sowie Ressourcenschonung vorantreibt, und andererseits die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in die etablierten Risikoarten und -prozesse durch das zentrale Risikomanagement.

Als Nachhaltigkeitsrisiken werden Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung definiert, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation des Provinzial Konzerns haben können. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Kontrolle und Steuerung der physischen Klimarisiken, wie beispielsweise Extremwetterereignisse, der transitorischen Risiken, wie beispielsweise potenzielle Wertverluste von Kapitalanlagen in CO 2 -intensiven Branchen, sowie der Reputationsrisiken durch klimaschädliches Handeln.

Aufgrund der globalen Erderwärmung ist zukünftig sowohl mit häufigeren als auch mit schwereren Überschwemmungsereignissen zu rechnen. Auch die Anzahl und Intensität schwerer Sturm- und Hagelereignisse wird voraussichtlich zunehmen. Dazu werden die Risikobewertungsmodelle für die Schaden- und Unfallversicherungsgesellschaften jeweils an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst, sodass die Folgen des Klimawandels in den Berechnungen des versicherungstechnischen Risikos der Schaden- und Unfallversicherer bestmöglich Berücksichtigung finden.

Zusätzlich bilden die mit dem Klimawandel verbundenen potenziellen Wertverluste der Kapitalanlage, die sich durch die Transformation zu einer CO 2 -neutralen Wirtschaft ergeben könnten, eine große Herausforderung insbesondere für die Lebensversicherungen des Konzerns. Das wesentliche Mittel, um diesem entgegenzuwirken, ist die eigene Dekarbonisierungsstrategie der Kapitalanlage. Der Beitritt des Konzerns zur Net Zero Asset Owner Alliance (NZAOA) untermauert dieses Vorhaben. Zudem hat sich der Konzern zu den Principles for Responsible Investment (UN PRI) verpflichtet.

Der Provinzial Konzern berücksichtigt diese Risiken in der Geschäfts- und Risikostrategie und integriert sie sukzessive in die etablierten Risikoarten und -prozesse. Zudem werden Stress- und Szenarioanalysen im Rahmen der unternehmenseigenen Solvabilitäts- und Risikobeurteilung durchgeführt, um das Risiko des Klimawandels zu quantifizieren und um die Risikotragfähigkeit des Provinzial Konzerns zu jeder Zeit sicherzustellen. Zusätzlich arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Provinzial Konzerns aktiv in entsprechenden Arbeitsgruppen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft mit, die sich intensiv mit diesen Problematiken beschäftigen.

Strategische Risiken

Für die andsafe AG als junges Versicherungsunternehmen sind strategische Risiken von besonderer Bedeutung. Diesen wird durch ein engmaschiges Controlling des Neugeschäfts und des Bestands verbunden mit regelmäßigen Aktualisierungen der Planungsrechnungen begegnet. Durch die hohe Agilität des Unternehmens können aus den Erkenntnissen des Controllings abgeleitete Maßnahmen direkt umgesetzt werden, sodass auf veränderte Rahmenbedingungen umgehend reagiert und die strategischen Risiken so in ihrer Auswirkung wirkungsvoll gemindert werden können.

Sonstige Risiken

Zu den sonstigen Risiken gehören vor allem Reputationsrisiken und geopolitische Risiken.

Reputationsrisiken

Zu den wesentlichen sonstigen Risiken gehört das Reputationsrisiko. Das Reputationsrisiko ergibt sich aus einer möglichen Beschädigung des Rufs infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Reputationsrisiken entstehen in der Regel im Zusammenhang mit operationellen Risiken, können jedoch auch als isolierte Einzelrisiken auftreten. Die Kontrolle und die Entwicklung von Maßnahmen zur Vermeidung von Reputationsrisiken erfolgt durch das Risikomanagement, die Rechtsabteilung und die Konzernkommunikation, die sich hierzu anlassbezogen austauschen.

Geopolitische Risiken

Unter geopolitischen Risiken wird die ungewisse Gefahr eines möglichen Verlusts durch das Handeln politischer Akteure, durch politische Ereignisse oder sich verändernde politische Bedingungen verstanden. Die Bedrohung durch derartige Risiken hat deutlich zugenommen und die deutsche Volkswirtschaft, die Kapitalmärkte und damit auch die Versicherungswirtschaft vor Herausforderungen gestellt. Der Abbruch politischer und wirtschaftlicher Beziehungen infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, die Umkehr der Energiepolitik des letzten Jahrzehnts, zunehmende Handelsbarrieren und die weltweite Suche nach neuen Partnerinnen und Partnern für dringend benötigte Rohstoffe läuten eine Zeitenwende in der Geopolitik ein.

Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

Das vorhandene Risikomanagementsystem gewährleistet die rechtzeitige Identifikation, Bewertung und Kontrolle der Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der andsafe AG haben könnten.

Die andsafe AG kann den Verpflichtungen aus den bestehenden Versicherungsverträgen selbst bei unterstellten extremen Stressszenarien nachkommen. Bestandsgefährdende Risiken zeichnen sich derzeit nicht ab. Außergewöhnliche Entwicklungen im Unternehmensumfeld durch die Veränderungen der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, die zunehmenden Handelsbarrieren sowie weiterhin Inflationssorgen könnten die Risikolage jedoch stark beeinträchtigen.

Bedeckung nach Solvency II

Die Solvenzkapitalanforderungen nach Solvency II werden von der andsafe AG jederzeit erfüllt. Die Solvenzquote liegt dauerhaft oberhalb der aufsichtsrechtlich geforderten Quote von 100 %.

Die Veröffentlichung der Solvenzquote zum 31. Dezember 2023 erfolgt innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Frist im Solvency and Financial Condition Report (SFCR). Der SFCR ist nicht Bestandteil des Lageberichts und wird durch die Abschlussprüfer nicht geprüft.

Chancenbericht

Chancenmanagement

Der demografische Wandel, die notwendige Nachhaltigkeitswende und die Digitalisierung verändern unser Umfeld genauso wie die makroökonomischen Entwicklungen, z. B. das inflationäre Umfeld. Diese Themen beeinflussen die unternehmerischen Tätigkeiten und stellen Herausforderungen dar, eröffnen aber auch Chancen. Gewerbebetriebe werden im Rahmen der Unternehmensnachfolge zunehmend in jüngere Hände übergeben. Dabei weist die neue Generation von Unternehmern eine deutlich höhere Affinität zur IT auf und greift selbstverständlich auf digitale Angebote zurück. Auch im privaten Bereich setzen sich viele Menschen verstärkt mit technischen Lösungen auseinander und werden von der Kommunikation auf Social-Media-Kanälen geprägt. In Zukunft werden die hybride Kundschaft, die analog wie auch digital mit ihrer Versicherung kommunizieren möchte, und die auf rein digitale Angebote ausgerichteten Kundinnen und Kunden noch mehr an Bedeutung gewinnen. Die damit verbundenen Chancen zu nutzen, ist ein wesentlicher Faktor für nachhaltiges Wachstum und die Steigerung der Profitabilität. Hierbei dürfen die mit der Nutzung von Chancen verbundenen Risiken nicht außer Acht gelassen werden.

Die andsafe AG konzentriert sich als digitaler Versicherer besonders auf die Chancen aus der Digitalisierung. Sie arbeitet mit einer flexiblen und modernen IT-Infrastruktur in einer agilen Organisation. Dem digitalen Geschäftsmodell entsprechend erlaubt sie hohe Handlungsgeschwindigkeiten, z. B. wenn es um die Einbindung neuer Produkte geht. Die kurzen Reaktionszeiten ermöglichen es der andsafe AG, identifizierte Chancen besonders schnell zu nutzen.

Chancen für das laufende Geschäftsjahr 2024

Im Prognosebericht geben wir einen Überblick darüber, wie sich unser Geschäft unter den genannten Rahmenbedingungen im laufenden Geschäftsjahr 2024 voraussichtlich entwickeln wird. Die Chancen, dass sich unser Geschäft in den verbleibenden Monaten des Geschäftsjahres besser entwickelt als für das Jahr 2024 prognostiziert, sind auf diese kurze Sicht naturgemäß begrenzt. So dürfte etwa eine positivere wirtschaftliche Gesamtentwicklung das Versicherungsgeschäft erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung beleben.

Sollten sich die wirtschaftlichen Perspektiven für die Verbraucherinnen und Verbraucher stabilisieren bzw. verbessern, könnte die Nachfrage nach Versicherungsprodukten und hierdurch unser Neugeschäft stärker ansteigen als geplant. Darüber hinaus würden die vorzeitige Einführung weiterer Versicherungsprodukte oder Erschließung zusätzlicher Vertriebskanäle, die nicht bereits in der Prognose für das Jahr 2024 berücksichtigt wurden, weitere Wachstumschancen bieten.

Mittel- und langfristige Chancenpotenziale

Bei den mittel- und langfristigen Chancen handelt es sich um externe oder interne Entwicklungspotenziale, die es ermöglichen können, die Planziele der nächsten Jahre zu übertreffen:

Chancen durch Digitalisierung

Für viele Menschen gehört es inzwischen zur Normalität, dass Informationen und Dienstleistungen zu jeder Zeit und überall online verfügbar sind. Auch beim Abschluss von Versicherungsprodukten werden digitale und zugleich benutzerfreundliche Angebote erwartet. Als digitaler Versicherer erwächst für die andsafe AG aus dieser Entwicklung die Chance, eine immer größere Zielgruppe mit ihren digitalen Lösungen anzusprechen. Um Kundinnen und Kunden zu gewinnen und zu binden, gilt es, einen reibungslosen und effizienten Kundenservice vor und nach dem Abschlussvorgang zu gewährleisten. Durch einen hohen Automatisierungsgrad beispielsweise über die Installation eines Chat-Bots erhöht die andsafe AG die Reaktionsgeschwindigkeit auf Kundenanfragen. Chat und Rückrufservice werden über einen Drittanbieter organisiert, sodass die vorgesehene Servicequalität auch bei steigendem Vertriebswachstum geboten werden kann. Insgesamt zeichnet sich die digitale Versicherungsplattform der andsafe AG durch eine hohe Benutzerfreundlichkeit aus. Auf diese Weise kann die Kundenzufriedenheit gesteigert und das Vertrauen der Kundinnen und Kunden gestärkt werden.

Chancen durch agile Arbeitswelten

Um im Wettbewerb bestehen zu können, werden agile zukunftsorientierte Arbeitsmodelle benötigt. Wir sind daher ständig bestrebt, moderne und effiziente Arbeitsweisen zu etablieren. Bei der andsafe AG finden diese u. a. bei der Produktentwicklung Anwendung und schaffen durch eine schnelle Reaktion auf unvorhergesehene Veränderungen einen Wettbewerbsvorteil. Statt in starren Abteilungen wird in interdisziplinären Teams zusammengearbeitet. So gelingt es, in allen Arbeitsschritten kundenzentriert zu denken und zu handeln. Gleichzeitig wirken sich agile Arbeitsweisen positiv auf die Arbeitgeberattraktivität aus. Dieser Aspekt ist insbesondere aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels von großer Bedeutung.

Chancen durch Prozessoptimierungen und Prozessautomatisierungen

Da es sich bei der andsafe AG um einen jungen Versicherer handelt, ist ein Großteil der Prozesse im Vergleich zu traditionellen Versicherungsunternehmen weniger stark etabliert. Es ist der ständige Anspruch, die Abläufe durch das Prozessmanagement weiter zu verbessern. Das Ziel ist, möglichst viele operative Tätigkeiten zu automatisieren bzw. viele automatisierte Tätigkeiten in die Prozesse zu integrieren und dadurch manuelle Arbeiten zu vermeiden. Hierunter fallen z. B. Automatisierungen im Bereich der Schadenbearbeitung und der weitere Ausbau des Selfserviceangebots in den Kunden- und Vermittlerportalen. Die Prozessoptimierungen und -automatisierungen kommen technikaffinen Kundinnen und Kunden entgegen, denn sie erlauben es ihnen, ihre Versicherungsanliegen bequem und schnell zu lösen und selbst online anzustoßen. Außerdem wirken sie sich positiv auf die Kosten- und Ergebnisentwicklung aus.

Chancen durch die Etablierung der Marke

Mit zunehmender Bekanntheit steigt die Wahrnehmung der Produktangebote, das Vertrauen in die Marke, die Einbeziehung in Produkt- und Preisvergleiche sowie die grundsätzliche Bereitschaft zum Vertragsabschluss. Diese Chance nutzt die andsafe AG, indem sie ihre Präsenz weiter steigert. Das geschieht dank der zunehmenden Online-Affinität in der Gesellschaft z. B. auch über das sog. Affiliate Marketing (auch Partnerprogramm genannt). Hierbei können Unternehmen ihr Produktangebot außerhalb der eigenen Web-Präsenz bei Partnern sichtbar machen und so ihre Bekanntheit erhöhen. Die Kundinnen und Kunden werden also über die Partnerwebsites zur andsafe AG geführt, indem dort entsprechende Links eingebettet werden. Zudem bietet die bereits stark angestiegene Kundenanzahl der andsafe AG ein größeres Potenzial für eine Mund-zu-Mund-Propaganda. Persönliche Weiterempfehlungen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit aus.

Gleichzeitig ist die Anzahl der Neugründungen von InsurTechs im Markt rückläufig. Durch weniger neue Marktteilnehmer steigt für bereits bestehende Digitalversicherer die Chance, ihre Sichtbarkeit im Wettbewerb zu erhöhen.

Wachstumschancen durch Produkte

Die andsafe AG hat im Geschäftsjahr 2023 mit der Reiserücktrittskosten-, Reiseabbruchkosten- sowie Reisegepäckversicherung das Angebot im Privatkundengeschäft weiter ausgebaut. Wie auch die übrigen Produkte für Privatkundinnen und -kunden wurde die Reiseversicherung unmittelbar nach ihrer Einführung durch CHECK24 ausgezeichnet. Aus der Einführung weiterer Versicherungsprodukte sowohl für gewerbliche als auch private Kundinnen und Kunden ergeben sich große Wachstumschancen. Perspektivisch soll sich das Produktangebot an digitalen Versicherungen für gewerbliche und private Kundinnen und Kunden über fast alle Schaden- und Unfall-Versicherungszweige erstrecken. In einer Welt mit dynamischen Kundenwünschen und sich schnell weiterentwickelnden Geschäftsmodellen verfolgt die andsafe AG das Ziel, ihre Produkte in kurzen iterativen Zyklen an die veränderten Kunden- und Marktanforderungen anzupassen. Dies trägt dazu bei, die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden dauerhaft zu erfüllen und sie langfristig zu binden.

Wachstumschancen im Vertrieb

Für den Vertrieb ihrer Versicherungsprodukte verfolgt die andsafe AG eine Multikanalstrategie. Dieser Ansatz bietet die Chance, möglichst viele Kundinnen und Kunden zu erreichen. Die Vertriebsstrukturen der andsafe AG wachsen sukzessive mit dem Unternehmen. Daraus entstehen große vertriebliche Chancen. Zu den bedeutenden Vertriebskanälen zählen der Direktvertrieb über die Website der andsafe AG sowie unterschiedliche Vergleichsportale. Ein weiterer Baustein im Vertriebsmix, der im Jahr 2023 intensiviert wurde, ist die Zusammenarbeit mit Maklerinnen und Maklern sowie Maklerpools und den Anbietern der dort zum Einsatz kommenden Vergleichs- und Verwaltungssoftware. Darüber hinaus besteht auch in der Kooperation mit den Geschäftsstellen des Provinzial Konzerns sowie den Sparkassenfilialen die Chance, preissensible und digital-affine Kundinnen und Kunden zu erreichen. Neben dem Ausbau dieser bestehenden Vertriebskanäle bieten Affiliate Marketing und Embedded Insurance weitere Wachstumschancen. Bei dem Konzept der Embedded Insurance handelt es sich um die Integration von Versicherungsleistungen in das Dienstleistungs- oder Produktangebot Dritter.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Stagnation der Wirtschaftsleitung

Im laufenden Jahr 2024 wird sich die deutsche Wirtschaft kaum erholen. So geht die Bundesregierung von einem preisbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 % aus. Die Prognose ist aufgrund der weltpolitischen Lage, aber auch der ungewissen Auswirkungen der Geldpolitik auf die Nachfrage weiterhin mit hohen Unsicherheiten behaftet. Die Inflationsrate wird im laufenden Jahr voraussichtlich deutlich zurückgehen. Dies führt zusammen mit dem Anstieg der Arbeitseinkommen und der monetären Sozialleistungen zu höheren Realeinkommen. Daher werden die privaten Konsumausgaben moderat steigen. Der Außenhandel kann dagegen kaum Wachstumsimpulse liefern.

Aufgrund der nachlassenden Inflation werden nach der deutlichen Straffung der Geldpolitik seit dem Jahr 2022 im laufenden Jahr stabile, ggf. sinkende Leitzinsen erwartet. Die Aktienmärkte setzten zu Beginn des Jahres den Aufwärtstrend fort. Geopolitische Krisen, wie beispielsweise in der Ukraine oder im Nahen Osten, könnten die Finanzmärkte aber erheblich belasten.

Marktentwicklung in der Schaden- und Unfallversicherung

Für das laufende Jahr 2024 geht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) davon aus, dass es trotz nachlassender Inflation zu einem höheren Beitragswachstum als im Jahr 2023 kommt. Ursächlich dafür sind auch Versicherungszweige, in denen die bisherigen Beitragserhöhungen die gestiegenen Schadenkosten nicht kompensieren konnten.

Die Beitragsentwicklung in der privaten Sachversicherung wird weiterhin durch die Baupreis- und Lohnkostenentwicklung geprägt, sodass der GDV in diesem Geschäftszweig ein Beitragswachstum von 10,5 % prognostiziert. In der Verbundenen Wohngebäudeversicherung wird aufgrund der nötigen Tarifanpassungen ein Anstieg von 13,0 % erwartet. Die gebuchten Beiträge in der nicht-privaten Sachversicherung werden voraussichtlich um 10,0 % steigen.

Trotz des intensiven Wettbewerbs in der Kraftfahrtversicherung prognostiziert der GDV aufgrund der hohen Transparenz bezüglich der gestiegenen Kosten und des Drucks, die Rentabilität zu erhöhen, einen Beitragsanstieg in Höhe von 10,0 %. In der Allgemeinen Haftpflichtversicherung entfaltet die Beitragsanpassungsmöglichkeit aus dem Jahr 2023 die volle Wirkung, sodass die Beiträge um voraussichtlich 4,0 % steigen werden.

Insgesamt erwartet der GDV für die Schaden- und Unfallversicherung im laufenden Jahr 2024 einen Beitragszuwachs von 8,0 %.

Voraussichtliche Geschäftsentwicklung 2024

Die globalen unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erschweren die Prognose. Die nachfolgenden Aussagen stehen unter dem Vorbehalt, dass die Geschäftsentwicklung der andsafe AG im weiteren Jahresverlauf nicht von außergewöhnlichen Schadenereignissen belastet wird. Des Weiteren bestehen aufgrund der immer noch frühen Entwicklungsphase des Unternehmens weiterhin Unsicherheiten, die eine genaue Vorhersage des Geschäftsverlaufs erschweren.

Steigende Beitragseinnahmen

Die andsafe AG erwartet für das laufenden Geschäftsjahr 2024 eine deutliche Steigerung des Bruttobeitragsvolumens. Zu dem Wachstum werden voraussichtlich sowohl die bestehenden Versicherungssparten im Privatkundengeschäft als auch im Gewerbekundengeschäft beitragen. Insgesamt strebt die andsafe AG eine Balance zwischen Neukundengewinnung und Ausbau des Werts der Bestandskunden an. Durch den Ausbau des Maklerkanals sowie die Steigerung der Produktsichtbarkeit bei Makler-Pools und Makler-Verbünden wird die Neukundengewinnung gestärkt.

Combined Ratio rückläufig

Es wird im laufenden Geschäftsjahr im Zuge der weiteren Ausweitung des Geschäftsvolumens mit einem Anstieg der Aufwendungen für Versicherungsfälle gerechnet, wobei insbesondere der inflationsbedingte Anstieg der durchschnittlichen Schadensummen mit hohen Prognoseunsicherheiten behaftet ist. Zudem sind höhere Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb zu erwarten. Hier wirken sich deutlich gestiegene Provisionen bedingt durch das anziehende Neugeschäft aus. Zudem investiert die andsafe AG nach wie vor in den Ausbau des Geschäftsbetriebs, was zu einem leichten Anstieg der Betriebskosten beitragen wird. Positiv - wenn auch immer noch auf einem hohen Niveau - entwickelt sich die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote), da sich das Verhältnis von Schadenaufwendungen und Kosten zum Beitragsvolumen kontinuierlich verbessert.

Das versicherungstechnische Bruttoergebnis wird auch im Geschäftsjahr 2024 negativ ausfallen. Das gesamte versicherungstechnische Geschäft wird von der Provinzial Versicherung AG zu 100 % in Rückdeckung übernommen. Für die andsafe AG wird ein knapp positives versicherungstechnisches Nettoergebnis verbleiben.

Das nichtversicherungstechnische Ergebnis der andsafe AG wird voraussichtlich leicht negativ ausfallen. Insgesamt wird jedoch ein leicht positives Jahresergebnis 2024 erwartet.

 

Münster, den 21. März 2024

andsafe Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Christian Brandt

Michael Hein

Nina Schmal

Betriebene Versicherungszweige und Versicherungsarten

Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft

Haftpflichtversicherung

(Privathaftpflichtversicherung, Betriebshaftpflichtversicherung, Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung)

Feuerversicherung

(Sonstige Feuerversicherung)

Einbruchdiebstahl- und Raubversicherung Leitungswasserversicherung Glasversicherung Sturmversicherung Verbundene Hausratversicherung Technische Versicherungen (Maschinenversicherung, Elektronikversicherung)

Transportversicherung (übrige und nicht aufgegliederte Transportversicherung)

Versicherung zusätzlicher Gefahren zur Feuer- bzw. Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung (Extended Coverage)

Betriebsunterbrechungsversicherung Beistandsleistungsversicherung

(Schutzbriefversicherung)

Sonstige Schadenversicherung

(Sonstige Sachschadenversicherung, Sonstige Vermögensschadenversicherung, Sonstige gemischte Versicherung)

Jahresabschluss nach HGB

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

Anhang Nr. 2023
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
A. Immaterielle Vermögensgegenstände 1
I. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.602
II. Geleistete Anzahlungen -
B. Kapitalanlagen 1, 2
I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -
II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen -
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen -
3. Beteiligungen -
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht -
-
III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere -
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere -
3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen -
4. Sonstige Ausleihungen -
5. Einlagen bei Kreditinstituten 1.000
6. Andere Kapitalanlagen -
1.000
IV. Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft -
C. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 371
2. Versicherungsvermittler 102
473
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 6.421
davon an verbundene Unternehmen: 6.421 (7.604) Tsd. EUR
davon an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: - (-) Tsd. EUR
III. Sonstige Forderungen 471
davon an verbundene Unternehmen: 219 (142) Tsd. EUR
davon an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: - (-) Tsd. EUR
D. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 477
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 5.711
III. Andere Vermögensgegenstände -
E. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 0
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 340
F. Aktive latente Steuern 3
G. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
Summe Aktiva

Passiva

Anhang Nr. 2023
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
A. Eigenkapital
I. Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 4 3.700
abzüglich nicht eingeforderter ausstehender Einlagen -
3.700
II. Kapitalrücklage 9.820
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage -
2. Andere Gewinnrücklagen -
-
IV. Bilanzgewinn -
B. Genussrechtskapital
C. Nachrangige Verbindlichkeiten
D. Versicherungstechnische Rückstellungen 5
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 4.043
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 4.043
-
II. Deckungsrückstellung
1. Bruttobetrag -
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -
-
III. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 10.136
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 10.136
-
IV. Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung
1. Bruttobetrag -
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -
-
V. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen -
VI. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 26
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 26
-
E. Andere Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 6 -
II. Steuerrückstellungen -
III. Sonstige Rückstellungen 7 1.089
F. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft
G. Andere Verbindlichkeiten 8
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber:
1. Versicherungsnehmern 56
2. Versicherungsvermittlern 372
428
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft -
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: - (-) Tsd. EUR
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: - (-) Tsd. EUR
III. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -
IV. Sonstige Verbindlichkeiten 1.457
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: 820 (310) Tsd. EUR
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: - (-) Tsd. EUR
davon aus Steuern: 288 (223) Tsd. EUR
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 17 (12) Tsd. EUR
H. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Passive latente Steuern 3
Summe Passiva
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
I. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.780
II. Geleistete Anzahlungen 121
1.602 1.901
B. Kapitalanlagen
I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -
II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen -
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen -
3. Beteiligungen -
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht -
-
III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere -
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere -
3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen -
4. Sonstige Ausleihungen -
5. Einlagen bei Kreditinstituten 1.000
6. Andere Kapitalanlagen -
1.000
IV. Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft -
1.000 1.000
C. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 381
2. Versicherungsvermittler 77
457
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 7.604
davon an verbundene Unternehmen: 6.421 (7.604) Tsd. EUR
davon an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: - (-) Tsd. EUR
III. Sonstige Forderungen 261
davon an verbundene Unternehmen: 219 (142) Tsd. EUR
davon an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: - (-) Tsd. EUR
7.365 8.323
D. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 430
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 4.068
III. Andere Vermögensgegenstände -
6.187 4.497
E. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 0
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 218
340 218
F. Aktive latente Steuern - -
G. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung - -
Summe Aktiva 16.495 15.938

Passiva

2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
A. Eigenkapital
I. Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 3.700
abzüglich nicht eingeforderter ausstehender Einlagen -
3.700
II. Kapitalrücklage 9.820
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage -
2. Andere Gewinnrücklagen -
-
IV. Bilanzgewinn -
13.520 13.520
B. Genussrechtskapital - -
C. Nachrangige Verbindlichkeiten - -
D. Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 2.523
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 2.523
-
II. Deckungsrückstellung
1. Bruttobetrag -
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -
-
III. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 5.427
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 5.427
-
IV. Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung
1. Bruttobetrag -
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -
-
V. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen -
VI. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 11
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 11
-
- -
E. Andere Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -
II. Steuerrückstellungen -
III. Sonstige Rückstellungen 965
1.089 965
F. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft - -
G. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber:
1. Versicherungsnehmern 15
2. Versicherungsvermittlern 597
611
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft -
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: - (-) Tsd. EUR
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: - (-) Tsd. EUR
III. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -
IV. Sonstige Verbindlichkeiten 842
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: 820 (310) Tsd. EUR
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: - (-) Tsd. EUR
davon aus Steuern: 288 (223) Tsd. EUR
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 17 (12) Tsd. EUR
1.886 1.453
H. Rechnungsabgrenzungsposten - -
I. Passive latente Steuern - -
Summe Passiva 16.495 15.938

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Anhang Nr. 2023
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
I. Versicherungstechnische Rechnung 9
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung (f. e. R.)
a) Gebuchte Bruttobeiträge 16.123 9.905
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge -16.123 -9.905
- -
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge -1.520 -1.801
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen 1.520 1.801
- -
- -
2. Technischer Zinsertrag f. e. R. - -
3. Sonstige versicherungstechnische Erträge f. e. R. - -
4. Aufwendungen für Versicherungsfälle f. e. R. 10
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag -6.973 -3.837
bb) Anteil der Rückversicherer 6.973 3.837
- -
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag -4.708 -2.271
bb) Anteil der Rückversicherer 4.708 2.271
- -
- -
5. Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen
a) Netto-Deckungsrückstellung - -
b) Sonstige versicherungstechnische Netto-Rückstellungen - -
- -
6. Aufwendungen für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattungen f. e. R. - -
7. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f. e. R.
a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 11 -14.675 -13.206
b) davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 15.573 13.699
898 493
8. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen f. e. R. - -
9. Zwischensumme 898 493
10. Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen - -
11. Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. 898 493
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Erträge aus Kapitalanlagen
a) Erträge aus Beteiligungen - -
davon aus verbundenen Unternehmen: - (-) Tsd. EUR
b) Erträge aus anderen Kapitalanlagen 31 3
davon aus verbundenen Unternehmen: - (-) Tsd. EUR
c) Erträge aus Zuschreibungen - -
d) Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen - -
31 3
2. Aufwendungen für Kapitalanlagen
a) Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Kapitalanlagen -44 -33
b) Abschreibungen auf Kapitalanlagen - -
c) Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen - -
d) Aufwendungen aus Verlustübernahme - -
-44 -33
-13 -30
3. Technischer Zinsertrag - -
-13 -30
4. Sonstige Erträge 12 763 224
5. Sonstige Aufwendungen 12 -898 -493
-135 -269
6. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 751 194
7. Außerordentliche Erträge - -
8. Außerordentliche Aufwendungen - -
9. Außerordentliches Ergebnis - -
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13 - -
11. Sonstige Steuern -2 -1
-2 -1
12. Erträge aus der Verlustübernahme - -
13. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne -749 -192
14. Jahresüberschuss - -
15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr - -
16. Einstellungen in Gewinnrücklagen - -
17. Bilanzgewinn - -

Anhang

Erläuterungen zum Jahresabschluss

Allgemeine Grundlagen

Die andsafe Aktiengesellschaft mit Sitz in 48159 Münster, Provinzial-Allee 1, ist im Handelsregister des Amtsgerichts Münster unter der Handelsregisternummer HRB 17592 eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen - Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) - und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) erstellt.

Die Zahlen des Jahresabschlusses sind auf volle Tausend Euro (gerundet) ausgewiesen. Die Addition der Einzelwerte kann daher von den Zwischen- und Endsummen um Rundungsdifferenzen abweichen. Auch in den Tabellen im Lagebericht wurden die Einzelwerte und Summen jeweils kaufmännisch auf- oder abgerundet. Betragsangaben in Klammern beziehen sich auf das Vorjahr.

Rückversicherungsbeziehungen zur Provinzial Versicherung AG

Die andsafe AG betreibt seit Mai 2019 das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft. Dieses wird von der Provinzial Versicherung AG vollständig in Rückdeckung genommen. Die Provinzial Versicherung AG erstattet als Rückversicherer die gesamten Schadenaufwendungen, im Gegenzug werden alle verdienten Bruttobeiträge an sie abgeführt. Die Kosten erstattet die Provinzial Versicherung AG der andsafe AG über Provisionen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Aktiva

Immaterielle Vermögensgegenstände wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen, die planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 5 Jahren erfolgten, und ggf. außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die darin enthaltenen geleisteten Anzahlungen wurden zum Nennwert angesetzt.

Einlagen bei Kreditinstituten, Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft, Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft und Sonstige Forderungen wurden mit Nominalbeträgen bilanziert. Einzel- und Pauschalwertberichtigungen wurden vorgenommen, wenn es erforderlich war.

Die Bilanzposition Sachanlagen und Vorräte bestand ausschließlich aus Sachanlagen. Diese wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen, die planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer erfolgten, bewertet. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis einschließlich 250 Euro wurden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben, Wirtschaftsgüter bis 1.000 Euro in einen Sammelposten eingestellt und über fünf Jahre linear abgeschrieben.

Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand und die Sonstigen Rechnungsabgrenzungsposten wurden mit Nominalbeträgen angesetzt.

Passiva

Die Berechnung der Beitragsüberträge erfolgte im Berichtsjahr für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft nach dem 1 / 360-System. Die Bruttobeitragsüberträge für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft sind für jeden Versicherungsvertrag vor Abzug der nicht übertragungsfähigen Teile einzeln berechnet worden. Die Ermittlung des Anteils des Rückversicherers erfolgte unter Berücksichtigung der Rückversicherungsverträge.

Die in der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle des selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäfts enthaltenen Beträge sind für jeden am Bilanzstichtag noch nicht erledigten Schaden einzeln in Höhe des voraussichtlichen Bedarfs ermittelt worden. Die verrechneten Forderungen aus Regressen und Provenues wurden ebenfalls anhand der einzelnen Schadenfälle in Höhe der zweifelsfrei zu erwartenden Zahlungseingänge ermittelt. In der Rückstellung sind für jeden bekannten Schadenfall die pauschalen Regulierungskosten für unsere externen Schadendienstleister und interne Schadenregulierungskosten entsprechend der Erfahrungen der Vorjahre enthalten. Für die noch unbekannten Schäden inkl. der Schadenregulierungskosten wurde eine Spätschadenrückstellung nach den Erfahrungen der Vorjahre unter Berücksichtigung aktueller Geschäftsentwicklungen gebildet. Der Anteil des Rückversicherers wurde unter Berücksichtigung der Rückversicherungsverträge ermittelt.

Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen

Die Stornorückstellung für Beitragsausfälle wurde aufgrund von Erfahrungswerten der Vergangenheit berechnet.

Sonstige Rückstellungen

Die Bewertung der Rückstellung für Jubiläen erfolgte gemäß des im Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 27. Februar 2020 dargelegten Pauschalwertverfahrens. Die übrigen sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem der Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft sowie die Sonstigen Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Erläuterungen zu den Aktiva

1 Entwicklung der Aktivposten A, B I bis III

Aktivposten A, B I bis III Bilanzwerte 31.12.2022
Tsd. EUR
Zugänge
Tsd. EUR
Umbuchungen
Tsd. EUR
Abgänge
Tsd. EUR
Zuschreibungen
Tsd. EUR
Abschreibungen
Tsd. EUR
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
I. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.780 272 121 - - 571
II. geleistete Anzahlungen 121 - -121 - - -
1.901 272 - - - 571
B. I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken - - - - - -
B. II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen - - - - - -
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - - - - -
3. Beteiligungen - - - - - -
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht - - - - - -
- - - - - -
B. III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere - - - - - -
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere - - - - - -
3. Hypotheken-, Grundschuld und Rentenschuldforderungen - - - - - -
4. Sonstige Ausleihungen
5. Einlagen bei Kreditinst. 1.000 - - - - -
6. Andere Kapitalanlagen - - - - - -
1.000 - - - - -
2.901 272 - - - 571
Aktivposten A, B I bis III Bilanzwerte 31.12.2023
Tsd. EUR
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
I. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.602
II. geleistete Anzahlungen -
1.602
B. I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -
B. II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen -
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen -
3. Beteiligungen -
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht -
-
B. III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere -
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere -
3. Hypotheken-, Grundschuld und Rentenschuldforderungen -
4. Sonstige Ausleihungen
5. Einlagen bei Kreditinst. 1.000
6. Andere Kapitalanlagen -
1.000
2.602

2 Kapitalanlagen

Angaben zum Zeitwert der Kapitalanlagen gemäß § 54 RechVersV

Die Zeitwerte der Einlagen bei Kreditinstituten in Höhe von 1.000 Tsd. Euro entsprachen den Buchwerten.

Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß § 285 Nr. 18 HGB

Zu Anschaffungskosten bilanzierte Finanzinstrumente, die über ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen wurden, waren zum Bilanzstichtag nicht im Bestand.

Angaben für nicht zum Zeitwert bilanzierte derivative Finanzinstrumente gemäß § 285 Nr. 19 HGB

Derivative Finanzinstrumente waren zum Bilanzstichtag nicht im Bestand.

3 Latente Steuern

Es besteht eine steuerliche Organschaft mit der Provinzial Holding AG. Die latenten Steuern sind dem Organträger zuzuordnen. Insoweit sind keine Angaben gemäß § 285 Satz 1 Nr. 29 HGB zu machen.

Erläuterungen zu den Passiva

4 Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital in Höhe von 3.700 (3.700) Tsd. Euro ist eingeteilt in 3.700 (3.700) Tsd. Namensstückaktien mit einem rechnerischen Wert von 1 Euro. Die Aktien werden von der Provinzial Beteiligungsgesellschaft mbH gehalten. Die Mehrheitsbeteiligung ist uns gemäß § 20 Abs. 4 AktG mitgeteilt worden.

5 Versicherungstechnische Rückstellungen

Die andsafe AG wies am Bilanzstichtag keine versicherungstechnischen Rückstellungen für eigene Rechnung aus, da das gesamte Versicherungsgeschäft von der Provinzial Versicherung AG in Rückdeckung genommen wird.

Versicherungszweige Bruttorückstellungen gesamt Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Haftpflichtversicherung 9.592 6.167 7.172 4.511 - -
Feuer- und Sachversicherungen 2.612 1.464 1.251 634 - -
davon Feuerversicherung 92 64 - - - -
davon Verbundene Hausratversicherung 326 56 221 7 - -
davon Sonstige Sachversicherung 2.194 1.344 1.030 627 - -
Sonstige Versicherungen 2.000 330 1.713 283 - -
Selbst abgeschlossenes Geschäft 14.205 7.961 10.136 5.427 - -
In Rückdeckung übernommenes Geschäft - - - - - -
Gesamtes Versicherungsgeschäft 14.205 7.961 10.136 5.427 - -

6 Rückstellungen für Pensionen und andere Verpflichtungen

Die arbeitgeberfinanzierten Verpflichtungen aus Versorgungszusagen werden gemäß den geschlossenen Schuldbeitrittserklärungen bei der Muttergesellschaft Provinzial Holding AG ausgewiesen.

7 Sonstige Rückstellungen

2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Rückstellung für ausstehende Rechnungen 623 510
Rückstellungen für Sonderzahlungen und Tantiemen 214 201
Rückstellungen für Urlaubsansprüche und Gleitzeitguthaben 128 110
Rückstellung für Jahresabschlusskosten 88 85
Rückstellung für Jubiläumszuwendungen 25 21
Rückstellung für noch nicht abgerechnete Provisionen 5 10
Übrige Rückstellungen 7 28
1.089 965

8 Andere Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren waren am Bilanzstichtag nicht vorhanden.

Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, bestanden nicht.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

9 Versicherungstechnische Rechnung

Versicherungszweige Gebuchte Bruttobeiträge Verdiente Bruttobeiträge Verdiente Nettobeiträge
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Haftpflichtversicherung 8.307 5.744 7.548 4.532 - -
Feuer- und Sachversicherungen 5.981 3.823 5.455 3.262 - -
davon Feuerversicherung 310 207 281 171 - -
davon Verbundene Hausratversicherung 396 98 341 48 - -
davon Sonstige Sachversicherung 5.275 3.519 4.832 3.042 - -
Sonstige Versicherungen 1.836 337 1.601 310 - -
Selbst abgeschlossenes Geschäft 16.123 9.905 14.603 8.104 - -
In Rückdeckung übernommenes Geschäft - - - - - -
Gesamtes Versicherungsgeschäft 16.123 9.905 14.603 8.104 - -
Versicherungszweige Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb Rückversicherungssaldo gemäß § 51 Abs. 4 Nr. 1. f) RechVersV *
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Haftpflichtversicherung 5.544 3.345 7.450 7.720 5.909 6.819
Feuer- und Sachversicherungen 3.628 2.267 5.351 5.034 3.858 4.230
davon Feuerversicherung 0 0 265 292 1 131
davon Verbundene Hausratversicherung 350 9 415 101 447 67
davon Sonstige Sachversicherung 3.278 2.258 4.671 4.641 3.411 4.032
Sonstige Versicherungen 2.509 496 1.873 452 2.884 654
Selbst abgeschlossenes Geschäft 11.681 6.108 14.675 13.206 12.651 11.702
In Rückdeckung übernommenes Geschäft - - - - - -
Gesamtes Versicherungsgeschäft 11.681 6.108 14.675 13.206 12.651 11.702

* - = Ertrag der Rückversicherer.

Versicherungszweige Versicherungstechnische Ergebnisse für eigene Rechnung vor Veränderung der Schwankungsrückstellung Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen * Versicherungstechnische Ergebnisse für eigene Rechnung
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Haftpflichtversicherung 463 286 - - 463 286
Feuer- und Sachversicherungen 333 190 - - 333 190
davon Feuerversicherung 17 10 - - 17 10
davon Verbundene Hausratversicherung 22 5 - - 22 5
davon Sonstige Sachversicherung 294 175 - - 294 175
Sonstige Versicherungen 102 17 - - 102 17
Selbst abgeschlossenes Geschäft 898 493 - - 898 493
In Rückdeckung übernommenes Geschäft - - - - - -
Gesamtes Versicherungsgeschäft 898 493 - - 898 493

* - = Zuführung zur Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen.

10 Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle wurden durch eine 100-prozentige Rückversicherungsabdeckung von dem Rückversicherer übernommen.

11 Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb

2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Abschlussaufwendungen 4.854 4.050
Verwaltungsaufwendungen 9.821 9.155
14.675 13.206

12 Sonstige Erträge und Aufwendungen

2023
EUR
2022
EUR
Sonstige Erträge 763.105 223.625
davon Erträge aus der Währungsumrechnung gemäß § 277 Abs. 5 HGB - -
davon Zinserträge gemäß § 277 Abs. 5 HGB - -
Sonstige Aufwendungen 898.253 492.962
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung gemäß § 277 Abs. 5 HGB - -
davon Zinsaufwendungen gemäß § 277 Abs. 5 HGB 9 57

13 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Zwischen der andsafe AG und der Provinzial Holding AG besteht eine ertragsteuerliche Organschaft. Die Provinzial Holding AG führt als Organträger die Ertragsteuern der andsafe AG ab.

Angaben gemäß § 285 Nr. 30a HGB

Das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz) und weiterer Begleitmaßnahmen trat nach Verkündung im Bundesgesetzblatt vom 27. Dezember 2023 innerhalb des Berichtsjahres am 28. Dezember 2023 in Kraft und ist seit dem Jahr 2024 in Anwendung befindlich.

Die Provinzial Holding AG hat als verantwortliches Mutterunternehmen für den gesamten Provinzial Konzern den Sachverhalt geprüft und dahingehend eine Betroffenheitsanalyse vorgenommen. Die qualitative Betroffenheitsanalyse hat ergeben, dass der Konzern von dem Anwendungsbereich des § 1 MinStG umfasst wird, jedoch keine wirtschaftliche Betroffenheit besteht, da die Übergangsregelung bei untergeordneter internationaler Tätigkeit nach § 83 MinStG für den Provinzial Konzern greift und in Anspruch genommen wird. Auch für die andsafe AG wird die Übergangsregelung nach § 83 MinStG in Anspruch genommen. Aus diesem Grund wird diese Kapitalgesellschaft von der Mindeststeuer befreit, es ergibt sich kein tatsächlicher Steueraufwand/-ertrag nach dem Mindeststeuergesetz.

Für alle weiteren Handlungen wird die Provinzial Holding AG als Verantwortliche für den gesamten Provinzial Konzern tätig werden.

Sonstige Angaben

Angaben gemäß § 51 Abs. 4 Nr. 1. i) RechVersV

Anzahl der selbst abgeschlossenen mindestens einjährigen Schaden- und Unfallversicherungsverträge 2023 2022
Versicherungszweige
Haftpflichtversicherung 88.554 48.995
Feuer- und Sachversicherungen 107.561 70.452
davon Feuerversicherung 5.026 3.622
davon Verbundene Hausratversicherung 10.003 3.515
davon Sonstige Sachversicherung 92.532 63.315
Sonstige Versicherungen 57.558 34.920
253.673 154.367

Angaben gemäß § 51 Abs. 5 RechVersV

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter, Personalaufwendungen 2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft 4.432 3.094
Sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB - -
Löhne und Gehälter 4.389 3.828
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 741 656
Aufwendungen für Altersversorgung 12 10
9.574 7.587

Angaben gemäß § 251 HGB und 285 Nr. 3 bzw. 3a HGB

Die arbeitgeberfinanzierten Pensionsverpflichtungen sind durch eine Schuldbeitrittserklärung mit Erfüllungsübernahme von der andsafe AG auf die Provinzial Holding AG übergegangen. Als schuldbeitretendes und bilanzierendes Unternehmen hat sich die Provinzial Holding AG verpflichtet, die Versorgungsleistungen zu übernehmen. Für die andsafe AG als ursprünglich verpflichtetes Unternehmen besteht weiterhin eine Gewährleistungsverpflichtung. Zum 31. Dezember 2023 belief sich diese Verpflichtung auf 362 (337) Tsd. Euro.

Nach unserem aktuellen Kenntnisstand gehen wir auch für die Zukunft davon aus, dass das Risiko der Inanspruchnahme aus den aufgeführten Haftungsverhältnissen wie in der Vergangenheit zu keinem wesentlichen zusätzlichen Aufwand für die andsafe AG führen wird.

Es bestehen finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 113 (-) Tsd. Euro p. a. aus einem Gebäudemietvertrag mit einer Laufzeit bis zum 31. August 2026.

Angaben gemäß § 285 Nr. 7 HGB

Im Geschäftsjahr 2023 waren bei der andsafe AG durchschnittlich 59 (53) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Innendienst beschäftigt.

Angaben gemäß § 285 Nr. 9. a) HGB

Bezüge der Mitglieder des Vorstands

Die nach den Vorgaben des § 285 Nr. 9. a) HGB berechneten Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands der andsafe AG betrugen 36 Tsd. Euro. Bezüge für die Tätigkeit in verbundenen Unternehmen sind hierin nicht enthalten.

Mitglieder des Vorstands Gezahlte fixe Bezüge 2023
Tsd. EUR
Gezahlte variable Bezüge für Vorjahre 1) 2023
Tsd. EUR
Sonstige Bezüge 2) 2023
Tsd. EUR
Dr. Christian Brandt 13 - 0
Michael Hein 15 - 1
Nina Schmal (seit 1. Juli 2023) 6 - 0
Summe 34 - 1
Mitglieder des Vorstands Gesamtbezüge 2023
Tsd. EUR
Ansprüche auf variable Bezüge für das Geschäftsjahr 3) 2023
Tsd. EUR
Dr. Christian Brandt 13 -
Michael Hein 16
Nina Schmal (seit 1. Juli 2023) 6 -
Summe 36 -

1) Eine Verrechnung anteiliger Bezüge auf die andsafe AG erfolgte für Herrn Dr. Brandt und Herrn Hein erst ab dem Geschäftsjahr 2023. Daher sind keine gezahlten variablen Bezüge für Vorjahre auszuweisen.

2) Die sonstigen Bezüge umfassen u. a. sonstige Sachbezüge (z. B. aus der Nutzung von Dienstfahrzeugen).

3) Die Ansprüche auf variable Bezüge für das Jahr 2023 können noch nicht verlässlich geschätzt werden.

Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat der andsafe AG keine Bezüge.

Angaben gemäß § 285 Nr. 10 HGB

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind in den Kapiteln Vorstand und Aufsichtsrat aufgeführt. Diese Kapitel sind Bestandteil des Anhangs.

Angaben gemäß § 285 Nr. 14 HGB

Die andsafe AG wird in den Konzernabschluss der Provinzial Holding AG, Münster, einbezogen. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister bekannt gemacht.

Mit der Provinzial Holding AG wurde ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen.

Angaben gemäß § 285 Nr. 17 HGB

Die Angaben zu dem vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 berechneten Gesamthonorar sind in den Anhangangaben zum Konzernabschluss der Provinzial Holding AG enthalten. Die dort berücksichtigten Honorare für Abschlussprüfungsleistungen betrafen die Prüfung des Jahresabschlusses und der Solvabilitätsübersicht.

Angaben gemäß § 285 Nr. 21 HGB

Geschäfte zu nicht marktüblichen Bedingungen mit nahe stehenden Unternehmen und Personen, die für die Beurteilung der Finanzlage wesentlich sind, wurden im Berichtsjahr 2023 nicht getätigt.

Angaben gemäß § 285 Nr. 23 HGB

Bewertungseinheiten entsprechend § 254 HGB waren am Bilanzstichtag nicht vorhanden.

Angaben gemäß § 285 Nr. 33 HGB - Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind im laufenden Geschäftsjahr 2024 bislang nicht eingetreten.

 

Münster, den 21. März 2024

andsafe Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Christian Brandt

Michael Hein

Nina Schmal

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die andsafe Aktiengesellschaft, Münster

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der andsafe Aktiengesellschaft, Münster, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der andsafe Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

- Bewertung der Schadenrückstellungen

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

1. Sachverhalt und Problemstellung

2. Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3. Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

- Bewertung der Schadenrückstellungen

1. Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" versicherungstechnische Rückstellungen (sog. "Schadenrückstellungen") in Höhe von brutto T€ 10.136 bzw. netto T€ 0 ausgewiesen. Versicherungsunternehmen haben versicherungstechnische Rückstellungen insoweit zu bilden, wie dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sicherzustellen. Die Festlegung von Annahmen zur Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen erfordert von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft neben der Berücksichtigung der handels- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen eine Einschätzung zukünftiger Ereignisse und die Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden. Dies beinhaltet auch die erwarteten Auswirkungen der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich gestiegener Inflationsraten auf die Bildung der Schadenrückstellungen in den betroffenen Sparten. Den bei der Ermittlung der Höhe der Schadenrückstellungen angewendeten Methoden sowie Berechnungsparametern liegen Ermessensentscheidungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der Schadenrückstellungen haben. Aufgrund der erheblichen Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Schadenrückstellungen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der Schadenrückstellungen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Bewertungsspezialisten die von der Gesellschaft verwendeten Methoden und von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt sowie anerkannte Methoden berücksichtigt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Ermittlung und Erfassung von Schadenrückstellungen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Schadenrückstellungen vorgenommen. Wir haben unter anderem auch die der Berechnung des Erfüllungsbetrags zugrunde liegenden Daten mit den Basisdokumenten abgestimmt. Damit einhergehend haben wir die berechneten Ergebnisse der Gesellschaft zur Höhe der Rückstellungen anhand der anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzungen überprüft. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich gestiegener Inflationsraten auf die betroffenen Sparten gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der Schadenrückstellungen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

3. Die Angaben der Gesellschaft zu den Schadenrückstellungen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie "Erläuterungen zur Bilanz" des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Mai 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 1. Dezember 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019 als Abschlussprüfer der andsafe Aktiengesellschaft, Münster, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortliche Wirtschaftsprüferin

Die für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Christine Keller.

 

Düsseldorf, den 25. März 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christine Keller, Wirtschaftsprüferin

ppa. Dennis Lublow, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der andsafe Aktiengesellschaft hat sich in zwei Sitzungen durch mündliche und schriftliche Vorstandsberichte und im Rahmen der Quartalsberichterstattung über die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie alle wichtigen Geschäftsvorgänge der Gesellschaft unterrichten lassen und die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht. Ferner hat sich der Aufsichtsrat über die beabsichtigte Geschäftspolitik/Unternehmensplanung sowie über die Grundlagen des Risikomanagements und die Risikosituation informiert. Der Aufsichtsrat hat sich intensiv mit den aufsichtsrechtlichen Solvenzvorgaben (Solvency II) und deren Umsetzung im Unternehmen sowie mit den jährlichen ORSA-Berichten befasst. Außerdem wurden der Jahresbericht der Internen Revision sowie der Compliance-Bericht zur Kenntnis genommen. Daneben befasste sich der Aufsichtsrat im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung mit der Geschäftsverteilung und Personalia im Vorstand.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der andsafe Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 rechtzeitig erhalten. Die Abschlussunterlagen wurden in der Sitzung von Prüfungs- und Risikoausschuss und Aufsichtsrat am 29. April 2024 beraten. Die Beratung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der andsafe Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 sind von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft worden. Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Der Prüfungsbericht wurde allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugeleitet.

An der den Jahresabschluss feststellenden Sitzung hat der Abschlussprüfer teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Der Prüfungsausschuss hat sich mit der Qualität der Abschlussprüfung sowie mit den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen befasst.

Der Aufsichtsrat erhebt gegen das Ergebnis der Abschlussprüfung durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft keine Einwendungen. Bemerkungen zum Bericht des Abschlussprüfers sind nicht zu machen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der andsafe Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 am 29. April 2024 gebilligt.

Der Jahresabschluss der andsafe Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 ist damit nach § 172 AktG festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Leistungen und ihren Einsatz im Geschäftsjahr 2023.

 

Münster, den 29. April 2024

Für den Aufsichtsrat

Dr. Wolfgang Breuer, Vorsitzender

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28 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
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