Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 264909
Eingetragen
8.12.2004
Branche
BeteiligungsgesellschaftenHerstellung von handgeführten Werkzeugen mit MotorantriebHerstellung von Mehrzweckindustrierobotern
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: a) Vertrieb, Entwicklung und Herstellung von zivilen und militärischen Schutzsystemen, Materialerhaltungssystemen, mobilen Verpflegungs- und Wasseraufbereitungssystemen, textilen Schutzsystemen sowie Feldlagersystemen, welche vor allem die Alfred Kärcher GmbH & Co. KG oder ein mit dieser verbundenes Unternehmen hergestellt hat, b) entgeltliches Erbringen von Kundendienstarbeiten (Reparaturen und Service) an unter lit. a) genannten Produkten, c) entgeltliches Erbringen von Entwicklungssystemen für Dritte sowie d) Vergabe von Lizenzen an gewerblichen Schutzrechten, e) Aufarbeitung und Vertrieb von gebrauchten Systemen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Markus Barner
seit 25.8.2022
Geschäftsführer
Patrick Dr. Marcus
seit 8.4.2015
Prokura
Martin Berroth
seit 8.4.2015
Prokura
Thomas Karl Popp
seit 6.5.2011
Geschäftsführer
Klaus Flad
seit 8.2.2007
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
6.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Alfred Kärcher SE & Co. KG

Winnenden

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Nachrichtlich:

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1.1.2021 - 31.12.2021, der Alfred Kärcher SE & Co. KG sowie der Konzernabschluss der Kärcher-Gruppe wurden in der Gesellschafterversammlung am 29. April 2022 festgestellt.

Konzernbilanz

AKTIVSEITE

31.12.2021 Vorjahr
TEUR TEUR TEUR TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
Immaterielle Vermögensgegenstände 17.529 21.373
Sachanlagen 510.782 493.925
Finanzanlagen 83.610 50.033
611.921 565.331
B. UMLAUFVERMÖGEN
Vorräte 638.945 484.593
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 450.047 386.357
Wertpapiere 1.760 0
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 277.429 284.189
1.368.181 1.155.139
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 12.349 13.890
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 15.284 15.007
2.007.735 1.749.367

PASSIVSEITE

31.12.2021 Vorjahr
TEUR TEUR TEUR TEUR
A. EIGENKAPITAL
Kapitalanteile der Kommanditisten 200.000 200.000
Rücklagen 884.257 789.670
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -55.137 -66.463
Nicht beherrschende Anteile 2.381 2.065
1.031.501 925.272
B. UNTERSCHIEDS BETRAG AUS DER KAPITALKONSOLIDIERUNG 200 200
C. RÜCKSTELLUNGEN 398.918 374.632
D. VERBINDLICHKEITEN 573.111 446.630
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 4.005 2.633
2.007.735 1.749.367

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

2021 Vorjahr
TEUR TEUR
Umsatzerlöse 3.023.562 2.663.322
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 56.271 24.230
Andere aktivierte Eigenleistungen 5.804 4.707
Sonstige betriebliche Erträge 64.287 85.563
Materialaufwand 1.335.796 1.104.866
Personalaufwand 852.186 768.367
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 77.680 85.572
Sonstige betriebliche Aufwendungen 641.825 621.449
Finanzergebnis 2.306 -3.880
Ergebnis vor Steuern 244.743 193.688
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 62.342 49.333
Ergebnis nach Steuern 182.401 144.355
Sonstige Steuern 9.370 6.320
Konzernjahresüberschuss 173.031 138.035
Davon nicht beherrschende Anteile am Gewinn 158 193

Konzernanhang

A. GRUNDLAGEN DES KONZERNABSCHLUSSES

(1) Vorbemerkung

Die Alfred Kärcher SE & Co. KG hat ihren Sitz in Winnenden und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart (HRA 260169).

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches. Der Konzernabschluss wird im deutschen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der Konzernabschluss wird nach den handelsrechtlichen Vorschriften gegliedert. Die Posten der Bilanz und der der Gewinn- und Verlustrechnung werden teilweise zusammengefasst, um die Klarheit der Darstellung zu vergrößern. Die zusammengefassten Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen.

Die Alfred Kärcher SE & Co. KG, Winnenden sowie die Kärcher Global Services GmbH & Co. KG, Winnenden machen von der Befreiung des § 264b HGB Gebrauch. Des Weiteren machen die Kärcher Beteiligungs-GmbH, Winnenden, die Alfred Kärcher Vertriebs-GmbH, Winnenden, die Kärcher Futuretech GmbH, Schwaikheim, die Kärcher Global Investments GmbH, Winnenden, die Kärcher Industrial Vacuuming GmbH, Waldstetten, die WOMA GmbH, Duisburg und die Zoi TechCon GmbH, Stuttgart, von der Befreiung der Offenlegung und, sofern eine Pflicht zur Aufstellung eines Lageberichts besteht, auch von der Befreiung dieser Pflicht nach § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch. Zudem wird die Kärcher Industrial Vacuuming GmbH von der Pflicht zur Prüfung des Jahresabschlusses nach § 264 Abs. 3 HGB befreit.

(2) Konsolidierungskreis

Die Kapitalkonsolidierung der erstmalig in den Konzernabschluss miteinbezogenen Gesellschaften Karcher Southeast Asia Limited (Thailand), Karcher d.o.o. (Kroatien), Kärcher Financial Solutions GmbH (Deutschland), Kärcher Holding Rus LLC (Russische Föderation), Karcher trgovina, d.o.o. (Slowenien) und Kärcher Andes S.A. (Chile) erfolgte rückwirkend zum Gründungs- bzw. Erwerbszeitpunkt.

Mit Wirkung zum 1. Juli 2021 wurde die Kärcher Andes S.A. (Chile) auf die KÄRCHER CHILE SpA (Chile) verschmolzen. Hierdurch hat sich die Zusammensetzung der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen nicht wesentlich geändert.

In den Konzernabschluss nicht einbezogen wurden acht inländische und 36 ausländische Tochterunternehmen, da deren Einfluss - auch zusammengefasst - auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist. Die Jahresergebnisse und die Umsatzerlöse dieser Gesellschaften betragen einzeln und in Summe weniger als 5 % des Konzernergebnisses bzw. des Konzernumsatzes.

Auf die Equity-Bewertung der assoziierten Unternehmen wurde, da die Beteiligungen an den assoziierten Unternehmen - auch zusammengefasst - für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind, verzichtet. Das Jahresergebnis der assoziierten Unternehmen gemessen am Konzernjahresüberschuss beträgt +0,08 %.

(3) Stichtag für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens aufgestellt.

(4) Konsolidierungsmethoden

Für alle Tochterunternehmen, die in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 einbezogen wurden, wird die Kapitalkonsolidierung in Ausübung des gesetzlichen Wahlrechts nach der Buchwertmethode fortgeführt. Hierbei erfolgte die Kapitalkonsolidierung grundsätzlich zum Zeitpunkt der Gründung oder des Erwerbs. Auch bei der erstmaligen Einbeziehung eines Tochterunternehmens, auf deren Einbeziehung bisher gemäß § 296 Abs. 2 HGB verzichtet wurde, werden die Wertansätze zum Zeitpunkt der Gründung oder des Erwerbs zugrunde gelegt, sofern die hierzu erforderlichen Informationen vorliegen.

Für Tochterunternehmen, die nach dem 31. Dezember 2009 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen oder nach dem 31. Dezember 2009 erworben wurden, erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der vollständigen Neubewertungsmethode.

Anteile konzernfremder Gesellschafter am Eigenkapital werden als "Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile" gezeigt.

Innerhalb des Konsolidierungskreises werden alle konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Umsätze, Erträge und Aufwendungen sowie Zwischenergebnisse im Anlage- und Vorratsvermögen eliminiert. Währungsbedingte Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung werden erfolgswirksam verbucht.

(5) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse sind einheitlich nach den Konzern-Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der Alfred Kärcher SE & Co. KG aufgestellt.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten vermindert um Abschreibungen angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer vorgenommen. Die Nutzungsdauern für immaterielle Vermögensgegenstände liegen im Wesentlichen bei 1 bis 5 Jahren. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht aktiviert.

Der aus der Erstkonsolidierung der Kärcher Municipal GmbH in 2020 resultierende Firmenwert wird linear über 6 Jahre abgeschrieben. Die Nutzungsdauer basiert insbesondere auf dem erwarteten Lebenszyklus der Produkte. Die übrigen von Konzernunternehmen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden linear über eine geschätzte Nutzungsdauer von bis zu 5 Jahren abgeschrieben. Im Zugangsjahr erfolgt dies pro rata temporis.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich Abschreibungen angesetzt. Gewährte Investitionszulagen werden grundsätzlich mit den Anschaffungskosten verrechnet.

Bestandteile der Herstellungskosten im Anlagevermögen sind die Material- und Fertigungskosten sowie die Sonderkosten der Fertigung, angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist.

Abnutzbare Vermögensgegenstände werden in der Regel nach der linearen Abschreibungsmethode planmäßig über deren voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit steuerlich zulässig und dem Nutzungsverlauf der Vermögensgegenstände entsprechend, wird die Abschreibung teilweise auch degressiv mit Übergang auf die lineare Methode vorgenommen. Die Nutzungsdauern von Sachanlagevermögen liegen bei Gebäuden und Bauten auf fremden Grundstücken zwischen 5 und 50 Jahren, bei technischen Anlagen zwischen 2 und 10 Jahren und bei anderer Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 10 Jahren.

Seit dem Geschäftsjahr 2004 wird grundsätzlich nach der pro-rata-temporis-Regel abgeschrieben.

Die abnutzbaren beweglichen und selbstständig nutzungsfähigen Anlagegüter, deren Einzelanschaffungs- bzw. Herstellungskosten mehr als EUR 250,00 betragen, aber nicht EUR 1.000,00 übersteigen, werden bei inländischen Gesellschaften als geringwertige Anlagegüter angesehen und im Jahr des Zugangs komplett abgeschrieben. Bei den ausländischen Gesellschaften gelten die landesspezifischen Wertgrenzen.

Finanzanlagen werden mit ihren Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei unverzinslichen Darlehen wird der Barwert der Forderungen als Anschaffungskosten angesehen. Niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den niedrigeren Barwert abgeschrieben.

Bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden außerplanmäßige Abschreibungen bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung vorgenommen, bei Finanzanlagen auch bei voraussichtlich nicht dauernden Wertminderungen. Entfallen die Gründe für die frühere Wertminderung, so wird der niedrigere Wertansatz eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts beibehalten. Bei den sonstigen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens erfolgt dagegen eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen beziehungsweise - bei nur teilweiser Werterholung - auf den beizulegenden Wert am Bilanzstichtag.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Waren werden zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bewertet. Bei Vorliegen eines Rohstoffpreis- oder eines Währungssicherungskontraktes wird bei der Ermittlung der Anschaffungskosten auf den Sicherungspreis bzw. Sicherungskurs abgestellt. Die Anschaffungskosten werden grundsätzlich nach dem Verfahren des gewogenen Durchschnitts ermittelt.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Herstellungskosten werden unter Beachtung der handelsrechtlichen Wertuntergrenze ermittelt. Bestandteile der Herstellungskosten sind die Material- und Fertigungskosten sowie die Sonderkosten der Fertigung, angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten werden Sicherungskontrakte berücksichtigt.

Soweit bei den Vorräten Bestandsrisiken vorliegen, die sich z. B. ergeben können aus allgemeiner Veralterung, eingeschränkter Verwendbarkeit oder eingeschränkter Absatzfähigkeit, werden angemessene Abschläge vorgenommen, um den niedrigeren beizulegenden Wert zu erreichen.

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sind, soweit sie Anzahlungen auf Vorräte betreffen, offen vom Posten "Vorräte" abgesetzt.

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, Wertpapiere des Umlaufvermögens und liquide Mittel werden unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips und des Grundsatzes der Einzelbewertung höchstens mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Das allgemeine Kredit- und Ausfallrisiko im Forderungsbestand wird durch eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt. Erkennbare Einzelrisiken bei zweifelhaften Forderungen werden durch entsprechende Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Uneinbringliche Forderungen werden auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben. Bei der Bemessung der Wertberichtigungen wird berücksichtigt, dass die Forderungen teilweise durch eine Warenkreditversicherung abgesichert sind. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden um die zu erwarteten Gutschriften für Kundenboni gekürzt. Forderungen aus Leasingverträgen werden mit dem Barwert angesetzt.

Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden - sofern kein Währungssicherungskontrakt vorliegt - in den Einzelabschlüssen zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Bei Vorliegen eines Währungssicherungskontraktes wird dagegen grundsätzlich auf den Sicherungskurs abgestellt.

Aktive latente Steuern werden nur angesetzt, soweit sie aus der Verrechnung sich insgesamt ergebender aktiver latenter Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen gemäß § 306 HGB mit sich insgesamt ergebenden passiven latenten Steuern gemäß § 274 HGB resultieren. Sich insgesamt gemäß § 274 HGB ergebende Steuerentlastungen werden nicht angesetzt. Bei der Bewertung der latenten Steuern werden unternehmensindividuelle Steuersätze herangezogen.

Deckungsvermögen nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den entsprechenden Verpflichtungen verrechnet. Der Zeitwert ergibt sich im Wesentlichen aus den eigens aufgelegten Spezialfonds und wird aus den Börsenkursen der enthaltenen Papiere abgeleitet.

Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst.

Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten, für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und für Gewährleistungen, die ohne rechtliche Verpflichtung erbracht werden, gebildet.

Pensionsrückstellungen werden grundsätzlich nach international anerkannten Regeln der Versicherungs-mathematik in der Regel nach der Projected Unit Credit-Method (PUC-Methode) ermittelt. Sie sind mit ihrem Barwert angesetzt und umfassen alle ungewissen Verbindlichkeiten aus Pensionszusagen durch Konzernunternehmen. Sofern Pensionsverpflichtungen durch eine Rückdeckungsversicherung teilweise rückgedeckt sind, werden diese mit dem Aktivwert der Rückdeckungsversicherung bewertet.

Im Inland wird als Abzinsungssatz gemäß § 253 Abs. 2 S. 1 HGB der von der Deutschen Bundesbank ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre angesetzt. Bei der Festlegung des Abzinsungssatzes wurde von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Zinssatz bis zu drei Monate vor dem Bilanzstichtag festzustellen. Die Zinssätze wurden zum 30. September 2021 festgestellt und bei unterstellt unverändertem Zinsniveau auf den Bilanzstichtag fortgeschrieben. Bei einer angenommenen pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren lag der Abzinsung im Geschäftsjahr ein Zinssatz von 1,87 % p.a. zugrunde (Vorjahr: 2,31 % p.a.).

Rechnungsgrundlagen im Inland waren unverändert die "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen wurden (soweit relevant) bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Den Berechnungen wurde vom Mutterunternehmen ein Gehaltstrend von 1 % p.a. über der Eckwertentwicklung, ein Rententrend von 1,75 % p.a. (Vorjahr: 1,25% p.a.) und eine Fluktuationsrate von durchschnittlich 2,5 % p.a. zugrunde gelegt. Sofern die unternehmensspezifischen Gegebenheiten nicht abweichen, wurden diese Parameter auch von inländischen Tochterunternehmen bei der Ermittlung der Höhe der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen berücksichtigt.

Die von ausländischen Tochterunternehmen angewandten Bewertungsmethoden stimmen grundsätzlich mit den vom Mutterunternehmen angewandten Methoden überein. Bei den Bewertungsgrundlagen werden landesspezifische Sterbetafeln, Lohn-, Gehalts- und Rententrends sowie Fluktuationsraten berücksichtigt. Die Abzinsung erfolgt unter Beachtung von § 253 Abs. 2 HGB.

Die übrigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen angesetzt. Der Barwert der übrigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird grundsätzlich gemäß § 253 Abs. 2 HGB auf Basis des 7-Jahres- Durchschnittszinssatzes ermittelt. Soweit für die zutreffendere Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erforderlich, wird jedoch unter Berücksichtigung der landes- und währungsspezifischen Besonderheiten auch ein abweichender Abzinsungszinssatz verwendet.

Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen, bei denen die Zurechnung des Leasinggegenstandes unter dem Gesichtspunkt des wirtschaftlichen Eigentums zum Leasingnehmer (Konzernunternehmen) erfolgte, werden zum Barwert passiviert. Ansonsten sind die Verbindlichkeiten - sofern kein Zinsanteil enthalten ist - zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden - sofern kein Währungssicherungskontrakt vorliegt - in den Einzelabschlüssen zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Bei Vorliegen eines Währungssicherungskontraktes wird dagegen grundsätzlich auf den Sicherungskurs abgestellt.

Bewertungseinheiten werden grundsätzlich in dem Umfang und für den Zeitraum gebildet, in dem die gegenläufigen Wertänderungen oder Zahlungsströme sich ausgleichen. Neben Vermögensgegenständen und Schulden werden dabei auch schwebende Geschäfte und mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen berücksichtigt. Die Abbildung der Bewertungseinheiten erfolgt nach der Einfrierungsmethode. Liegen die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten nicht vor, werden unrealisierte Verluste infolge negativer Marktwerte der Sicherungsinstrumente durch die Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften berücksichtigt. Entsprechendes gilt bei festgestellten Ineffektivitäten.

Sofern die Voraussetzungen für eine Saldierung von Forderungen und Verbindlichkeiten in den Einzelabschlüssen vorliegen, wird hiervon grundsätzlich Gebrauch gemacht. Entsprechendes gilt für die Konsolidierung von Drittschuldverhältnissen.

Der Wertansatz der Haftungsverhältnisse entspricht dem am Bilanzstichtag tatsächlich vorhandenen Haftungsvolumen.

Bezüglich der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften werden die Zugänge von Vermögensgegenständen und Schulden zum Kurs am Transaktionstag umgerechnet, sofern diese nicht gesichert sind.

Die Umrechnung von auf fremde Währung lautenden Abschlüssen in Euro erfolgt für die Posten der Bilanz, mit Ausnahme des Eigenkapitals, die Haftungsverhältnisse sowie für die sonstigen finanziellen Verpflichtungen der ausländischen Konzernunternehmen zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag. Das Eigenkapital wird zum historischen Kurs umgerechnet. Vereinfacht wird dabei als Aufsetzpunkt der 1. Januar 2000 gewählt. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden einheitlich zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet, welcher sich als arithmetisches Mittel der Tageskurse berechnet.

Umrechnungsdifferenzen aus dieser Währungsumrechnung sowie andere Umrechnungsdifferenzen sind im Konzerneigenkapital enthalten.

Bei der Umrechnung nicht-monetärer Bilanzposten aufgrund von Hochinflation wurde die indexbasierte Methode angewandt. Auf eine Anpassung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet.

B. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

Durch die Veränderung des Konsolidierungskreises haben sich im Vergleich zum Vorjahr keine wesentlichen Änderungen ergeben. Sofern aufgrund von Ausweisänderungen ein sinnvoller Vergleich aufeinanderfolgender Konzernabschlüsse nicht möglich ist, wird dies unter dem jeweiligen Bilanzposten angegeben und erläutert.

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2021 Währungs-
differenzen
Veränderung
Konsolidierungs-
kreis
Zugänge
TEUR TEUR TEUR TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 93.206 634 12 4.542
2. Geschäfts- oder Firmenwert 15.819 198 0 0
3. Geleistete Anzahlungen 387 0 0 46
109.412 832 12 4.588
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 527.234 8.506 18 10.868
2. Technische Anlagen und Maschinen 524.223 5.886 0 25.191
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 249.434 3.864 587 23.361
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 36.395 138 0 23.066
1.337.286 18.394 605 82.486
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 34.704 340 -6.571 21.066
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.884 83 -13 2.184
3. Beteiligungen 14.609 0 0 19.139
4. Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 2.035 0 0 140
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 1 0 0 0
6. Sonstige Ausleihungen 2.553 0 0 29
56.786 423 -6.584 42.558
Summe Anlagevermögen 1.503.484 19.649 -5.967 129.632
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Abgänge Umbuchungen Stand 31.12.2021
TEUR TEUR TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.891 288 90.791
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 16.017
3. Geleistete Anzahlungen 0 -263 170
7.891 25 106.978
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.487 7.808 552.947
2. Technische Anlagen und Maschinen 14.990 15.147 555.457
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.816 2.817 265.247
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 22 -25.797 33.780
31.315 -25 1.407.431
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 49.539
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 944 0 4.194
3. Beteiligungen 1.632 0 32.116
4. Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 0 0 2.175
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 1
6. Sonstige Ausleihungen 39 0 2.543
2.615 0 90.568
Summe Anlagevermögen 41.821 0 1.604.977
Abschreibungen
Stand 01.01.2021 Währungs-
differenzen
Veränderung
Konsolidierungskreis
Zugänge
TEUR TEUR TEUR TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 81.981 596 7 6.296
2. Geschäfts- oder Firmenwert 6.059 198 0 2.204
3. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0
88.040 794 7 8.500
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 205.008 2.296 7 15.167
2. Technische Anlagen und Maschinen 461.222 4.807 0 29.696
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 177.131 3.175 248 24.317
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0
843.361 10.278 255 69.180
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.245 73 -2.980 4.550
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 111 0 0 0
3. Beteiligungen 2.395 0 0 0
4. Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 0 0 0 0
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0
6. Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0
6.751 73 -2.980 4.550
Summe Anlagevermögen 938.152 11.145 -2.718 82.230
Abschreibungen
Abgänge Umbuchungen Zuschreibung des Geschäftsjahres Stand 31.12.2021
TEUR TEUR TEUR TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.892 0 0 80.988
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 0 8.461
3. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0
7.892 0 0 89.449
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.078 2 0 221.402
2. Technische Anlagen und Maschinen 14.391 622 0 481.956
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.956 -624 0 193.291
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0
26.425 0 0 896.649
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 -2 5.886
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 -29 82
3. Beteiligungen 600 0 -805 990
4. Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 0 0 0 0
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0
6. Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0
600 0 -836 6.958
Summe Anlagevermögen 34.917 0 -836 993.056
Buchwert Buchwert
Stand 31.12.2021 Stand 31.12.2020
TEUR TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.803 11.226
2. Geschäfts- oder Firmenwert 7.556 9.760
3. Geleistete Anzahlungen 170 387
17.529 21.373
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 331.545 322.226
2. Technische Anlagen und Maschinen 73.501 63.001
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 71.956 72.303
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 33.780 36.395
510.782 493.925
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 43.653 30.459
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.112 2.772
3. Beteiligungen 31.126 12.213
4. Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 2.175 2.035
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 1 1
6. Sonstige Ausleihungen 2.543 2.553
83.610 50.033
Summe Anlagevermögen 611.921 565.331

Die Posten des Anlagenspiegels aus den Bilanzen der Auslandsgesellschaften sind - mit Ausnahme der Vortragswerte - welche zum Devisenkassamittelkurs zum 31. Dezember 2020 bewertet wurden, und der Abschreibungen des Geschäftsjahres, mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Die Umrechnungsdifferenzen zum Bilanzstichtag sind in der Spalte Währungsdifferenzen enthalten.

Die Spalte Veränderung des Konsolidierungskreises umfasst das Anlagevermögen der erstmalig einbezogenen Gesellschaften Karcher d.o.o. (Kroatien), Karcher trgovina, d.o.o. (Slowenien), Kärcher Financial Solutions GmbH (Deutschland), Kärcher Holding Rus LLC (Russische Föderation), Karcher Southeast Asia Limited (Thailand) und Kärcher Andes S.A. (Chile) zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung. Aus Vereinfachungsgründen werden als Anschaffungskosten und Abschreibungen die historischen Werte weitergeführt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung hat sich wie folgt entwickelt:

Anschaffungskosten Abschreibungen Buchwert
Stand 01.01.2021 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2021 Stand 01.01.2021 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2021 Stand 31.12.2021
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
10.404 0 0 10.404 1.734 1.734 0 3.468 6.936

(2) Vorräte

31.12.2021 Vorjahr
TEUR TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 216.782 159.979
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 68.327 53.094
Fertige Erzeugnisse und Waren 353.583 275.607
Geleistete Anzahlungen 5.245 2.263
643.937 490.943
Abzüglich:
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.992 6.350
Insgesamt 638.945 484.593

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2021 Vorjahr
gesamt davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr gesamt davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 367.958 21.884 335.016 14.976
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 8.420 0 8.246 0
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 717 0 219 0
Sonstige Vermögensgegenstände 72.952 1.350 42.876 777
Insgesamt 450.047 23.234 386.357 15.753

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind neben Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 4,0 Mio. (Vorjahr: EUR 5,6 Mio.) unter anderem auch Forderungen aus dem Finanzverrechnungsverkehr in Höhe von EUR 4,6 Mio. (Vorjahr: EUR 3,3 Mio.) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 0,2 Mio. (Vorjahr: EUR 0,6 Mio.) enthalten.

Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren wie im Vorjahr ausschließlich aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.

(4) Aktive latente Steuern

Der ausgewiesene Betrag resultiert aus der Verrechnung der per Saldo aktiven latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen mit sich in den einzelnen Abschlüssen insgesamt ergebenden passiven latenten Steuern. Aktive latente Steuern werden in den Einzelabschlüssen nicht angesetzt.

Steuerentlastungen gemäß § 274 HGB resultieren hauptsächlich aus temporären Bewertungsunterschieden im Bereich der Pensions- und Jubiläumsrückstellungen, der sonstigen Rückstellungen, der sonstigen Vermögensgegenständen sowie aus steuerlich nicht anerkannten Wertberichtigungen im Vorrats- und Anlagevermögen sowie bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Soweit relevant, werden steuerliche Verlustvorträge entsprechend § 274 HGB berücksichtigt.

Passive latente Steuern gemäß § 274 HGB basieren im Wesentlichen auf steuerlichen Mehrabschreibungen.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt mit unternehmensindividuellen Steuersätzen. Bei den inländischen Konzernunternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft wird die Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag in Höhe von 15,825 % der Ermittlung der latenten Steuern zugrunde gelegt. Die relevanten Gewerbesteuersätze bei den inländischen Konzernunternehmen liegen zwischen 12,60 % und 14,65%. Die für die ausländischen Tochterunternehmen geltenden Steuersätze bewegen sich zwischen 0 % und 30,04 %. Auf die Steuerüberleitungsrechnung nach DRS 18.67 wird verzichtet.

(5) Eigenkapital

Die Posten eingezahltes Kapital beinhaltet die Einlage der Kommanditisten in Höhe von TEUR 200.000 (Vorjahr: TEUR 200.000). Im Berichtsjahr wurden aus dem Jahresüberschuss des Mutterunternehmens TEUR 19.731 in die Gewinnrücklagen eingestellt.

Die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung nach § 308 a HGB im Geschäftsjahr 2021 sowie die im Rahmen der Zwischenergebniseliminierung entstandenen währungskursbedingte Differenzen sind in Höhe von insgesamt TEUR 11.564 im Konzerneigenkapital enthalten. Im Vorjahr betrugen die Währungseinflüsse auf das Eigenkapital TEUR -17.897.

Bezüglich der Entwicklung des Eigenkapitals wird auf den Eigenkapitalspiegel verwiesen.

(6) Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung

Der in diesem Posten ausgewiesene Betrag wird analog der Fortschreibung der aufgedeckten stillen Reserven und Lasten aufgelöst.

Der Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung hat sich wie folgt entwickelt:

Bruttobetrag erfolgswirksame Verrechnungen
Stand 01.01.2021 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2021 Stand 01.01.2021 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2021
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
200 0 0 200 0 0 0 0

(7) Rückstellungen

31.12.2021 Vorjahr
TEUR TEUR
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 66.006 101.851
Steuerrückstellungen 33.083 24.716
Sonstige Rückstellungen 299.829 248.065
Insgesamt 398.918 374.632

Der Erfüllungsbetrag der Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 224.192 (Vorjahr TEUR183.534) wurde mit dem Deckungsvermögen zum 31. Dezember 2021 in Höhe TEUR 158.186 (Vorjahr: TEUR 81.683) verrechnet. Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens betragen TEUR 152.222 (Vorjahr: TEUR 80.000).

Das verrechnete Deckungsvermögen basiert auf vertraglichen Regelungen, die bedingen, dass es nur zur Erfüllung der verrechneten Schulden verwertet werden darf.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 66.006 (Vorjahr: TEUR 101.851) wurden auf Basis des 10-Jahres-Durchschnittszinssatzes ermittelt. Auf Basis des bis 2015 zugrunde zu legenden 7-Jahres-Durchschnittszinssatzes hätte sich eine um TEUR 22.111 (Vorjahr: TEUR 24.635) höhere Rückstellung ergeben.

Bei den sonstigen Rückstellungen beläuft sich das verrechnete Deckungsvermögen zum 31. Dezember 2021 auf TEUR 16.539 (Vorjahr: TEUR 13.671). Der Wert des Geschäftsjahres und der Vorjahreswert entsprechen im Wesentlichen den Anschaffungskosten.

Das verrechnete Deckungsvermögen basiert größtenteils auf vertraglichen und gesetzlichen Regelungen, die bedingen, dass es nur zur Erfüllung der verrechneten Schulden verwertet werden darf.

(8) Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Verträgen, bei denen die Zurechnung des Vermögensgegenstandes zum wirtschaftlichen Eigentümer (Konzernunternehmen) erfolgte, bestehen in Höhe von TEUR 3.150 (Vorjahr: TEUR 3.626). Hier sind fremde Dritte rechtlicher Eigentümer.

Abgesehen von branchenüblichen Eigentumsvorbehalten (bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) wurden keine Sicherheiten gestellt.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind neben Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 1,4 Mio. (Vorjahr: EUR 0,5 Mio.) auch Verbindlichkeiten aus dem Finanzverrechnungsverkehr in Höhe von EUR 1,5 Mio. (Vorjahr: EUR 3,9 Mio.) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 0,3 Mio. (Vorjahr: EUR 0,04 Mio.). Forderungen aus dem Finanzverrechnungsverkehr bestehen nicht mehr (Vorjahr: EUR 0,1 Mio.).

Verbindlichkeiten gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren wie im Vorjahr ausschließlich aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern sind in Höhe von TEUR 282.703 (Vorjahr: TEUR 213.309) in den sonstigen Verbindlichkeiten enthalten.

Nach Fälligkeiten gliedern sich die Verbindlichkeiten wie folgt:

Insgesamt davon Restlaufzeit
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 5 Jahre über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.518 2.159 3.359 0
1.568 1.087 481 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 194.208 194.180 0 28
138.628 138.603 0 25
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.553 2.553 0 0
4.206 4.206 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 0
150 150 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 370.832 115.364 255.468 0
302.078 112.894 188.983 201
Insgesamt 573.111 314.256 258.827 28
446.630 256.940 189.464 226
davon aus Steuern davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0
0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0
0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0
0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 39.109 9.727
44.099 9.926
Insgesamt 39.109 9.727
44.099 9.926

Bei den kursiv geschriebenen Zahlen handelt es sich um die Vorjahreswerte.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(1) Umsatzerlöse

2021 Vorjahr
TEUR TEUR
Aufgliederung nach Regionen:
Europa 2.096.506 1.811.548
Amerika 413.459 377.672
Asien, Pazifik, Afrika 513.597 474.102
3.023.562 2.663.322
Aufgliederung nach Geschäftseinheiten:
Consumer Products 1.496.693 1.311.949
Professional 1.033.461 852.903
Special Businesses 224.983 210.154
Aftermarket 178.577 184.749
Detergents 69.355 77.008
Sonstiges 20.493 26.559
3.023.562 2.663.322

Die Tätigkeitsbereiche wurden im Geschäftsjahr neu definiert. Der Bereich Consumer Products entspricht im Wesentlichen dem früheren Bereich Home & Garden.

(2) Sonstige betriebliche Erträge

In diesem Posten enthalten sind u. a. Erträge aus der Währungsumrechnung, Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberechtigungen.

Im Posten "sonstige betriebliche Erträge" sind Erträge, die einem anderen Geschäftsjahr zuzurechnen sind (periodenfremde Erträge), wie folgt enthalten:

TEUR
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 13.890
Buchgewinne aus der Veräußerung von Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögen 2.104
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 2.139
Sonstige periodenfremde Erträge 3.761
Insgesamt 21.894

Die Erträge aus der Währungsumrechnung belaufen sich auf TEUR 28.145 (Vorjahr: TEUR 29.238).

(3) Materialaufwand

2021 Vorjahr
TEUR TEUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 1.277.843 1.056.763
Aufwendungen für bezogene Leistungen 57.953 48.103
Insgesamt 1.335.796 1.104.866

(4) Personalaufwand

2021 Vorjahr
TEUR TEUR
Löhne und Gehälter 688.824 638.188
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 163.362 130.179
davon für Altersversorgung (42.737) (19.698)
Insgesamt 852.186 768.367

Die Aufwendungen für Altersversorgung umfassen auch die Erfolgswirkungen aus der Änderung des Abzinsungszinssatzes in Höhe von TEUR 16.307 (Vorjahr: TEUR 12.057).

(5) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Im Geschäftsjahr sind in diesem Posten Abschreibungen von Geschäfts- oder Firmenwerten aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von TEUR 1.734 (Vorjahr: TEUR 1.734) enthalten.

In den Abschreibungen sind TEUR 972 (Vorjahr: TEUR 1.997) außerplanmäßige Abschreibungen enthalten.

(6) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Der Posten beinhaltet u. a. Verwaltungs- und Vertriebskosten, Aufwendungen für Instandhaltung, Mieten sowie Wertberichtigungen zu Forderungen. Außerdem werden hierunter Aufwendungen aus der Währungsumrechnung und für Personalleasing sowie Verluste aus Anlagenabgang ausgewiesen.

Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung belaufen sich auf TEUR 20.656 (Vorjahr: TEUR 60.545).

(7) Finanzergebnis

2021 Vorjahr
TEUR TEUR
Erträge aus Beteiligungen 800 2.420
davon aus verbundenen Unternehmen: (800) (320)
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 2 1
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 209 150
davon aus verbundenen Unternehmen: (31) (47)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8.669 2.316
davon aus verbundenen Unternehmen: (111) (99)
Abschreibungen auf Finanzanlagen 4.550 3.183
Aufwendungen aus Verlustübernahmen 74 4
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.750 5.580
davon an verbundene Unternehmen: (9) (65)
davon Aufwendungen aus der Aufzinsung: (311) (2.832)
Insgesamt 2.306 -3.880

Im Geschäftsjahr wurden Erträge aus Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 5.667 (Vorjahr: TEUR 2.297) mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung TEUR 4.389 (Vorjahr: TEUR 4.022) verrechnet und in dem Posten Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge ausgewiesen. Im Vorjahr erfolgte der Ausweis in dem Posten Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen.

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen wie im Vorjahr ausschließlich außerplanmäßige Abschreibungen.

Im Posten Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind TEUR 124 (Vorjahr: TEUR 92) Aufwendungen enthalten, die Vorjahre betreffen.

(8) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Posten enthält einen Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern in Höhe von TEUR 321 (Vorjahr: TEUR 3.076 aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern).

D. SONSTIGE ANGABEN

(1) Haftungsverhältnisse

31.12.2021 Vorjahr
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln 2.090 3.043
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften 1.338 3.158
Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen 935 889
davon gegenüber verbundenen Unternehmen (0) (0)

Aufgrund der bisherigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens ist nicht mit einer Inanspruchnahme zu rechnen.

(2) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

31.12.2021
davon Ausgaben
gesamt im Folgejahr nach 5 Jahren
TEUR TEUR TEUR
Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen u. Ä. 172.897 82.774 11.958
Verpflichtungen für Altersvorsorge 618 618 0
Verpflichtungen aus Investitionsvorhaben 58.927 58.927 0
Insgesamt 232.442 142.319 11.958
Vorjahr
davon Ausgaben
gesamt im Folgejahr nach 5 Jahren
TEUR TEUR TEUR
Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen u. Ä. 184.817 68.167 17.209
Verpflichtungen für Altersvorsorge 1.225 606 0
Verpflichtungen aus Investitionsvorhaben 38.258 37.604 100
Insgesamt 224.300 106.377 17.309

(3) Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Kategorien 31.12.2021 Nominalwerte Vorjahr Nominalwerte
TEUR TEUR
Währungssicherungskontrakte 267.598 285.828
Rohstoffpreissicherungskontrakte 0 5.842
31.12.2021 Vorjahr
Kategorien / Bilanzposten Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
TEUR TEUR TEUR TEUR
Währungssicherungskontrakte
Sonstige Vermögensgegenstände 0 24.710 0 5.941
Sonstige Rückstellungen 0 -2.138 0 -1.835
Rohstoffpreissicherungskontrakte
Sonstige Vermögensgegenstände 0 0 0 823
Sonstige Rückstellungen 0 0 0 -610

Die Währungssicherungskontrakte umfassen Devisentermingeschäfte, Währungsswaps und Cross Currency Swaps mit einem Sicherungszeitraum von bis zu 4,25 Jahren. Die Marktwerte der Devisentermingeschäfte und der Währungsswaps werden auf der Basis aktueller Kassakurse sowie der Terminauf- bzw. -abschläge ermittelt. Die Marktwerte der Cross Currency Swaps wurden von den Kreditinstituten ermittelt, mit denen die Cross Currency Swaps abgeschlossen wurden.

Bei den Rohstoffpreissicherungskontrakten handelte es sich um Commodity Swaps mit einem Sicherungszeitraum von einem Jahr, deren Marktpreise auf Basis aktueller Cash-Preise sowie der Terminauf- ("Contango") bzw. -abschläge ("Backwardation") bestimmt wurden. Zum Bilanzstichtag 2021 gab es keine Rohstoffpreissicherungskontrakte.

Neben den vorstehend beschriebenen Währungssicherungskontrakten gibt es Target Profit Forward-Devisentermingeschäfte. Das Volumen, die Laufzeit und teilweise auch der Laufzeitbeginn der Target Profit Forward-Devisentermingeschäfte hängen von der Kursentwicklung sowie von weiteren vertraglich vereinbarten Bedingungen ab. Das Gesamtvolumen aller Target Profit Forward-Devisentermingeschäfte beträgt maximal EUR 612,6 Mio. (Vorjahr: maximal EUR 817.5 Mio.). Alle Target Profit Forward-Devisentermingeschäfte haben einen Sicherungszeitraum bis zu maximal 2 Jahre. Die Target Profit Forward-Devisentermingeschäfte weisen am 31. Dezember 2021 sowohl positive als auch negative Marktwerte aus. In Summe belaufen sich die positiven Marktwerte auf EUR 18,1 Mio. (Vorjahr: EUR 12,6 Mio.) und die negativen Marktwerte auf EUR 6,5 Mio. (Vorjahr: EUR 2,4 Mio.). Die Marktwerte wurden von den Kreditinstituten ermittelt, mit denen die Target Profit Forward-Devisentermingeschäfte abgeschlossen wurden.

Am Bilanzstichtag sind neben den Target Profit Forward- Devisentermingeschäften sämtliche Währungssicherungskontrakte Gegenstand von Bewertungseinheiten. Lediglich Währungssicherungskontrakte in Höhe von EUR 7,7 Mio. sind nicht Gegenstand von Bewertungseinheiten.

Die Währungssicherungskontrakte einschließlich der Target Profit Forward- Devisentermingeschäfte dienen vor allem der Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Warengeschäften und der daraus resultierenden Zahlungsströme im Konzern. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Transaktionen in Chinesischen Renminbi, Britischen Pfund, US Dollar und Japanischen Yen. Bei Vorliegen der Voraussetzungen werden die erwarteten Zahlungsströme und die designierten Währungssicherungskontrakte zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Bei den Verbindlichkeiten belaufen sich die abgesicherten Risiken auf insgesamt TEUR 259 (Vorjahr: TEUR 268).

Das Preisänderungsrisiko von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Material- und Rohstoffkäufen wird für ausgewählte Metalle durch Rohstoffpreissicherungskontrakte abgesichert. Bei Vorliegen der Voraussetzungen werden gleichartige Grundgeschäfte und Rohstoffpreissicherungskontrakte zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Am Bilanzstichtag gab es keine Rohstoffsicherungskontrakte.

Die wesentlichen Bedingungen und Parameter von in Bewertungseinheiten zusammengefassten Grund- und Sicherungsgeschäften stimmen sowohl bei den Währungssicherungs- als auch bei den Rohstoffpreissicherungskontrakten überein. Dies und die Festlegung von Sicherungsquoten, die das geplante Transaktionsvolumen unterschreiten und in der Regel mit zunehmendem Zeithorizont abnehmen, gewährleisten, dass sich die Wertänderungen oder Zahlungsströme ausgleichen.

Die Wirksamkeit der Bewertungseinheiten wird sowohl zu Beginn der Sicherungsbeziehung als auch über deren Dauer an jedem folgenden Bilanzstichtag retrospektiv und prospektiv gemessen und im Rahmen des Kärcher-Risikomanagementsystems überwacht. Die Effektivitätsmessung erfolgt in der Regel durch den Vergleich der Bedingungen und Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft.

(4) Konzernabschlussprüferhonorar

Das von dem Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar für Abschlussprüfungsleistungen beträgt TEUR 125.

(5) Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr sind durchschnittlich (im Durchschnitt der Quartalsendstände) 13.117 Mitarbeiter im Konzern beschäftigt gewesen. Davon entfallen 9.474 Mitarbeiter auf die Region Europa, 1.542 Mitarbeiter auf die Region Amerika und 2.101 Mitarbeiter auf die Region Asien, Pazifik, Afrika.

(6) Anteilsbesitz

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital v.H.
a) Tochterunternehmen
Konsolidierte Tochterunternehmen
Alfred Kärcher Vertriebs-GmbH, Winnenden, Deutschland 100,00
Holder Rental & Sales GmbH, Reutlingen, Deutschland 100,00
Kärcher 1. Allgemeine Beteiligungs-GmbH, Winnenden, Deutschland 100,00
Kärcher Beteiligungs-GmbH, Winnenden, Deutschland 100,00
Kärcher Financial Solutions GmbH, Winnenden, Deutschland 100,00
Kärcher Futuretech GmbH, Schwaikheim, Deutschland 100,00
Kärcher Global Investments GmbH, Winnenden, Deutschland 100,00
Kärcher Global Services GmbH & Co. KG, Schwaikheim, Deutschland 100,00
Kärcher Global Services Verwaltungs-GmbH, Schwaikheim, Deutschland 100,00
Kärcher Municipal GmbH, Reutlingen, Deutschland 100,00
Kärcher New Venture GmbH, Winnenden, Deutschland 100,00
Kärcher Industrial Vacuuming (ehem. Ringler) GmbH, Waldstetten, Deutschland 100,00
WOMA GmbH, Duisburg, Deutschland 100,00
Zoi TechCon GmbH, Stuttgart, Deutschland 100,00
Kärcher N.V., Antwerpen (Wilrijk), Belgien 100,00
Kärcher A/S, Rødovre, Dänemark 100,00
Kärcher OÜ, Tallinn, Estland 100,00
Kärcher OY, Nurmijärvi, Finnland 100,00
Kärcher S.A.S., Bonneuil-sur-Marne, Frankreich 100,00
KARCHER CLEANING SYSTEMS COMMERCIAL S. A., Metamorphosis, Griechenland 100,00
Kärcher (U.K.) Ltd., Banbury, Großbritannien 100,00
Kärcher Limited, Dublin, Irland 100,00
CEM S.p.A., Quistello, Italien 100,00
COV s.r.l., Volpiano, Italien 100,00
Kärcher Floor Care (ehem. ISAL) S.R.L., Correggio, Italien 100,00
Kärcher S.p.A., Rho (MI), Italien 100,00
Leuco S.p.A., Reggio Emilia, Italien 100,00
Karcher d.o.o., Zagreb, Kroatien 100,00
"Karcher" SIA, Rīga, Lettland 100,00
UAB "Karcher", Vilnius, Litauen 100,00
Kärcher B.V., Made, Niederlande 100,00
Kärcher AS, Oslo, Norwegen 100,00
Alfred Kärcher GmbH, Wien, Österreich 100,00
Kärcher Sp. z o.o., Krakau, Polen 100,00
CER Cleaning Equipment S.R.L., Curtea de Arges, Rumänien 100,00
KARCHER ROMANIA S.R.L., Bukarest, Rumänien 100,00
Kärcher Holding Rus LLC, Moskau, Russische Föderation 100,00
Kärcher Ltd., Moskau, Russische Föderation 100,00
Kärcher AB, Hisings-Kärra, Schweden 100,00
Kärcher Belos AB, Tranås, Schweden 100,00
Kärcher AG, Dällikon, Schweiz 100,00
KÄRCHER Slovakia, s.r.o., Nitra, Slowakei 100,00
Karcher trgovina, d.o.o., Ljubljana, Slowenien 100,00
Kärcher S.A., Madrid, Spanien 100,00
Kärcher spol. s r.o., Ricany, Tschechische Republik 100,00
Karcher Servis Ticaret A.S., Istanbul, Türkei 100,00
TOV Kärcher, Kiew, Ukraine 100,00
Kärcher Hungaria KFT, Budapest, Ungarn 100,00
KARCHER S.A., Buenos Aires, Argentinien 100,00
Kärcher Indústria e Comércio Ltda., Vinhedo, Brasilien 100,00
KÄRCHER CHILE SpA , Santiago, Chile 100,00
Holder Tractors Inc., Embrun, Kanada 100,00
Kärcher Canada Inc., Moncton, New Brunswick, Kanada 100,00
KÄRCHER S.A.S., Bogotá, Kolumbien 100,00
Karcher México, S.A. de C.V., Naucalpan de Juárez, Mexiko 100,00
Kärcher North America de México, S. de R.L. de C.V., Nuevo Leon, Monterrey, Mexiko 100,00
KAERCHER PERÚ S.A., Lima, Peru 100,00
Alfred Kärcher Holdings, Inc., Denver, CO, USA 100,00
Holder Tractors Corp., Wilmington, DE, USA 100,00
Kärcher North America, Inc., Denver, CO, USA 100,00
Karcher Pty Ltd, Scoresby, Australien 100,00
Karcher Cleaning Systems Private Limited, Neu Delhi, Indien 100,00
PT KARCHER, Tangerang, Indonesien 100,00
Kärcher (Japan) Co., Ltd., Yokohama, Japan 100,00
Karcher Cleaning Systems Sdn Bhd, Kuala Lumpur, Malaysia 100,00
KARCHER LIMITED, Auckland, Neuseeland 100,00
Karcher Korea Co., Ltd., Seoul, Republik Korea 100,00
Karcher Singapore Private Limited, Singapur, Singapur 100,00
Karcher South Asia Private Limited, Singapur, Singapur 100,00
KARCHER (PTY) LTD, Germiston, Südafrika 100,00
Karcher Limited, New Taipei City, Taiwan 100,00
Karcher Southeast Asia Limited, Bangkok, Thailand 100,00
Karcher FZE, Jebel Ali Free Zone, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate 100,00
Kaercher Trading (China) Co., Ltd., Changshu, Volksrepublik China 100,00
Kärcher (Shanghai) Cleaning Systems Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China 100,00
Kärcher Cleaning Technology (Changshu) Co., Ltd., Changshu, Volksrepublik China 100,00
Kärcher Investment (China) Co., Ltd., Changshu, Volksrepublik China 100,00
Kärcher Limited, Hong Kong, Volksrepublik China 100,00
Kärcher Trading (Beijing) Co., Ltd., Peking, Volksrepublik China 100,00
Shanghai WOMA-Dalong Super High Pressure Equipment Co. Ltd., Shanghai, Volksrepublik China 51,00
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen
cleanerworld GmbH, Königheim, Deutschland 100,00
Holder Services GmbH, Reutlingen, Deutschland 100,00
HuH GmbH i.L., Winnenden, Deutschland 100,00
interpool Personal GmbH, Berlin, Deutschland 100,00
KALEA GMBH, Stuttgart, Deutschland 100,00
Kärcher Used Equipment GmbH, Winnenden, Deutschland 100,00
LOUP GMBH, Stuttgart, Deutschland 51,00
SoniQ Services GmbH, Berlin, Deutschland 100,00
Kärcher EOOD, Sofia, Bulgarien 100,00
Kärcher LLC, Tbilisi, Georgien 100,00
Clean Sweep Hire Limited, Manchester, Großbritannien 100,00
GEOR SIA, Jelgava, Lettland 100,00
Î.M. "KARCHER" S.R.L., Chisinau, Moldau 90,00
Van der Reest Machines B.V., WT Urk, Niederlande 100,00
ZOIDEESTUGARDA, UNIPESSOAL LDAab, Lissabon, Portugal 100,00
1000 Kärcher, Minsk, Republik Belarus 100,00
Kärcher Technology Rus LLC, Moskau, Russische Föderation 100,00
ZOI RU LLC, Moskau, Russische Föderation 100,00
AB Mek & Maskin Markvårdsmaskiner, Vimmerby, Schweden 100,00
KARCHER d.o.o. Beograd, Belgrade, Serbien 100,00
ZOI LPA S.L., Las Palmas de Gran Canaria, Spanien 100,00
ZOI BCN S.L., Barcelona, Spanien 100,00
Karcher Bolivia S.R.L., Santa Cruz, Bolivien 100,00
Hidropoli Equipamentos Ltda. i.L, Diadema, Brasilien 77,00 1)
Kärcher Ecuador S.A., Guayaquil, Ecuador 100,00
Karcher S.A., Obarrio, Panama 100,00
Karcher Egypt Distribution LLC, Cairo, Ägypten 100,00
Karcher LLC, Yerevan, Armenien 100,00
Karcher LLC, Baku, Aserbaidschan 100,00
Karcher Co., Ltd., Phnom Penh, Kambodscha 100,00
GmbH "Kärcher", Almaty, Kasachstan 100,00
Karcher L.L.C., Doha, Katar 100,00
Karcher Limited, Nairobi, Kenia 100,00
KARCHER NIGERIA LIMITED, Lagos, Nigeria 100,00
Karcher Inc., Paranaque City, Philippinen 100,00
Kärcher S.A.R.L, Tunis, Republik Tunesien 100,00
Kaercher Saudi Arabia for Equipment Maintenance LLC, Jeddah, Saudi-Arabien 100,00
WOMA SOUTH AFRICA (PTY) LTD, New Germany, Südafrika 100,00
Karcher Retail Co., Ltd., Bangkok, Thailand 49,00 2)
Karcher Store Middle East Electronical Trading LLC, Umm Ramool, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate 2) 49,00
KARCHER CO., LTD, Ho Chi Minh City, Vietnam 100,00
ZOI SGN COMPANY LIMITED, Ho Chi Minh City, Vietnam 100,00
Livtech Air Purification Equipment Shanghai Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China 100,00

1) Die Hidropoli Equipamentos Ltda., Diadema, Brasilien befindet sich seit 24. November 2011 in Selbst-Liquidation und wird nach § 296 Absatz 1 Nr. 1 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen.
2) Bei diesen Gesellschaften handelt es sich um Tochterunternehmen im Sinne des § 290 Absatz 2 Nr. 2 HGB.

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital v. H.
b) Assoziierte, nicht at equity bewertete Unternehmen
Mysoda Oy, Helsinki, Finnland 25,10
Camp Supply International AS, Brevik, Norwegen 34,00
WOMA Australia PTY Ltd., Henderson, Australien 30,00
Arma Products India Private Limited, Coimbatore, Indien 40,00
Guwei Cleaning Technology (Nantong) Co., Ltd., Nantong, Volksrepublik China 40,00

Beteiligungen im Sinne des § 271 Absatz 1 HGB, an denen Kärcher weniger als 15% der Anteile hält, sind - auch zusammengefasst - von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Aufgrund der untergeordneten Bedeutung dieser Beteiligungen für den Konzern wird auf eine Nennung dieser im Anteilsbesitz verzichtet.

(7) Nachtragsbericht

Vor dem Hintergrund der aktuellen Krise in der Ukraine und der bereits beschlossenen und zu erwartenden weitreichenden wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland gilt es, die geschäftlichen Aktionen in der Region neu zu bewerten. Der Vorstand geht jedoch nach derzeitigem Kenntnisstand davon aus, dass dies die Entwicklung des Konzerns aufgrund der guten Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung nicht wesentlich nachhaltig negativ beeinflusst.

 

Winnenden, den 15. März 2022

Kärcher SE

handelnd als Komplementärin

Der Vorstand

Hartmut Jenner, Vorsitzender des Vorstands

Christian May, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands

Dieter Grajer

Michael Häusermann

Stefan Patzke

Konzernkapitalflussrechnung

2021
TEUR
1. Periodenergebnis (Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag einschließlich Ergebnisanteile nicht beherrschender Anteile) 173.031
2. +/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 81.394
3. +/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 86.226
4. +/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -7.447
5. -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -199.750
6. +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 51.792
7. -/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -251
8. +/- Zinsaufwendungen/Zinserträge -6.127
9. - Sonstige Beteiligungserträge -728
10. +/- Ertragsteueraufwand/ -ertrag 62.342
11. -/+ Ertragsteuerzahlungen -58.628
12. = Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (Summe aus 1 bis 11) 181.855
13. = Cashflow aus der Investitionstätigkeit -193.811
14. + Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-) Krediten 5.517
15. - Auszahlungen aus der Tilgung von (Finanz-) Krediten -592
16. + Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen 6.667
17. - Gezahlte Zinsen -2.413
18. - Gezahlte Gewinnanteile an Gesellschafter des Mutterunternehmens -8.532
19. - Gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Gesellschafter -80
20. = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (Summe aus 14 bis 19) 567
21. Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds (Summe aus 12, 13, 20) -11.389
22. +/- Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 3.657
23. +/- Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 1.131
24. + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 283.779
- davon jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören TEUR -410 -
25. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode (Summe aus 21 bis 24) 277.177
- davon jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören TEUR -253 -

Ergänzende Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Konzernkapitalflussrechnung wurde unter Anwendung des DRS 21 aufgestellt. Auf die Angabe der Vergleichszahlen der Vorperiode wurde in Einklang mit DRS 21 verzichtet.

(a) Definition und Zusammensetzung des Finanzmittelfonds

Der Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 277.177 (Vorjahr: TEUR 283.779) enthält die im Bilanzposten "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten" enthaltenen liquiden Mittel in Höhe von TEUR 277.429 (Vorjahr: TEUR 284.189). Von den liquiden Mitteln abgesetzt sind in Höhe von TEUR 252 (Vorjahr: TEUR 410) jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören und im Verbindlichkeitenspiegel in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit bis 1 Jahr enthalten sind.

Ausgehend von der Zusammensetzung und den Bestandteilen des Finanzmittelfonds ergibt sich folgende rechnerische Überleitung zu den entsprechenden Bilanzposten am Anfang und am Ende der Periode:

31.12.2021 01.01.2021
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
TEUR TEUR TEUR TEUR
Bestandteile des Finanzmittelfonds 277.429 252 284.189 410
Zuzüglich:
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die nicht in den Finanzmittelfonds einzubeziehen sind 0 5.266 0 1.158
Wert lt. Konzernbilanz 277.429 5.518 284.189 1.568

(b) Bestände, die Verfügungsbeschränkungen unterliegen

Der Finanzmittelfonds enthält keine wesentlichen Bestände, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen.

Konzerneigenkapitalspiegel

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Rücklagen
Gewinnrücklagen
Kapitalanteile
der Kommanditisten
Kapitalrücklage Rücklage gem.
Gesellschaftsvertrag
Sonstige
Gewinnrücklagen
Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand 31.12.2020 / 01.01.2021 200.000 210.000 167.690 411.981 579.670
Änderungen des Konsolidierungskreises 641 641
Konzernjahresüberschuss 78.927 19.731 74.215 93.946
Gutschrift auf Verbindlichkeitenkonten -78.927
Ausschüttungen
Währungsdifferenz
Stand 31.12.2021 200.000 210.000 187.421 486.837 674.257
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Rücklagen
Summe Eigenkapitaldifferenz
aus Währungs-
umrechnung
Summe
TEUR TEUR TEUR
Stand 31.12.2020 / 01.01.2021 789.670 -66.463 923.207
Änderungen des Konsolidierungskreises 641 641
Konzernjahresüberschuss 93.946 172.873
Gutschrift auf Verbindlichkeitenkonten -78.927
Ausschüttungen 0
Währungsdifferenz 11.326 11.326
Stand 31.12.2021 884.257 -55.137 1.029.120
Nicht
beherrschende
Anteile
Konzerneigenkapital
TEUR TEUR
Stand 31.12.2020 / 01.01.2021 2.065 925.272
Änderungen des Konsolidierungskreises 641
Konzernjahresüberschuss 158 173.031
Gutschrift auf Verbindlichkeitenkonten -78.927
Ausschüttungen -80 -80
Währungsdifferenz 238 11.564
Stand 31.12.2021 2.381 1.031.501

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021

I. Grundlagen des Konzerns

Die Unternehmensgruppe Kärcher

Die Alfred Kärcher SE & Co. KG mit Sitz im schwäbischen Winnenden kann als Familienunternehmen inzwischen auf eine 86-jährige Geschichte zurückblicken. Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von Geräten, Maschinen und Anlagen aller Art, insbesondere aus dem Bereich der Reinigungstechnik. Als Hersteller von Reinigungssystemen und als Pionier der Hochdruckreinigung deckt Kärcher weltweit den Grundbedarf für die Reinigung von Transportmitteln, Gebäuden und Flächen sowie die Reinigung und Förderung von Flüssigkeiten. Mit Hoch- und Höchstdruckreinigern, Saugern und Dampfreinigern, Kehr- und Scheuersaugmaschinen, Kfz-Waschanlagen, Reinigungsmitteln, Trockeneis-Strahlgeräten, Trink- und Abwasseraufbereitungsanlagen, Wasserspendern, Luftreinigern sowie Pumpen- und Bewässerungssystemen für Haus und Garten bietet Kärcher innovative Problemlösungen für private, gewerbliche, industrielle und kommunale Anwender an. Sie umfassen aufeinander abgestimmte Produkte und Zubehöre sowie Beratung und zahlreiche digitale Anwendungen. Mit der in 2021 gegründeten Kärcher Financial Solutions GmbH baut Kärcher das Vermietgeschäft weiter aus.

Die wichtigsten externen Einflussfaktoren für das Geschäft des Konzerns sind die konjunkturelle Lage, die Entwicklung der Fremdwährungen, die Intensität des Wettbewerbs, gestiegene Material- und Frachtkosten sowie gestiegene Energiepreise.

Die Unternehmensgruppe Kärcher ist als klassischer Stammhauskonzern geführt, mit der Alfred Kärcher SE & Co. KG, dem weitaus größten Produktionsunternehmen in der Gruppe. Die Tochtergesellschaften werden ganz überwiegend in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft geführt. Zur Unternehmensgruppe gehören neben 28 Unternehmen in Deutschland 111 weitere Unternehmen in Europa, Amerika, Asien, Australien/Neuseeland und Afrika.

Bei der Kärcher SE, der Komplementärin der Konzernspitze, ist ein Aufsichtsrat eingerichtet. Ihm berichtet der Vorstand regelmäßig. Er entscheidet über zustimmungspflichtige Handlungen im Konzern.

Bereits mit Beginn der Corona-Pandemie im vorangegangenen Geschäftsjahr hat Kärcher pandemiegerechte, umfassende Anpassungen im Arbeitsumfeld der Beschäftigten erarbeitet und umgesetzt. Der in 2020 eingerichtete Krisenstab prüft und koordiniert weiterhin Maßnahmen zur Sicherstellung des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten. Durch die Flexibilisierung der Arbeitsmodelle konnte die Handlungsfähigkeit und der Geschäftsbetrieb der Unternehmensgruppe auch in 2021 aufrechterhalten werden.

Forschung und Entwicklung

Als Weltmarktführer unter den Komplettanbietern für Reinigungstechnik ist Kärcher eine der treibenden Kräfte für den technologischen Fortschritt der Branche. Rund 1.000 Ingenieure und Techniker arbeiten unter Einsatz modernster Technologien in Konstruktion, Entwicklung, Design und Erprobung in den Kärcher Entwicklungszentren.

Innovationen sind ein wesentlicher Wachstumsfaktor bei Kärcher und seit der Unternehmensgründung 1935 wesentlicher Bestandteil der Firmenkultur: Etwa 90 Prozent aller Produkte sind 5 Jahre alt oder jünger. Im Berichtsjahr wurden zahlreiche neue Produkte entwickelt und in den Markt eingeführt. Mit 31 Neuanmeldungen hält Kärcher jetzt insgesamt 650 registrierte Patente. Kärcher-Produkte wurden auch 2021 weltweit in den Bereichen Produktdesign, Marke, Nachhaltigkeit sowie Technik und Innovation ausgezeichnet. Bei Produkttests in Fachzeitschriften haben die Kärcher-Geräte überwiegend mit "sehr gut" oder als Testsieger abgeschnitten.

Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung gewährleisten, dass die Innovationskraft der Unternehmensgruppe auch zukünftig erhalten bleibt. Die Gesamtaufwendungen für Forschung und Entwicklung bewegen sich in 2021 mit EUR 132,2Mio. (Vorjahr: EUR 119,3 Mio.) über dem Vorjahresniveau; dies entspricht 4,4 % vom Umsatz (Vorjahr: 4,5 %).

Beschaffung, Produktion, Logistik, Qualität und Vertrieb

Im vergangenen Jahr wurde das Konzept zur Qualität und Nachhaltigkeit ausgebaut mit dem Ziel, dass jeder Mitarbeiter sich für Qualität und Nachhaltigkeit im Sinne des Kunden verantwortlich fühlt. Kärcher wurde Ende 2021 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Die Strategie, eine nachhaltige, globale Qualitätsstruktur mit standardisierten, zunehmend digitalen Prozessen sowie einheitlichen Berichten und Kennzahlen für die weltweite Qualitätsentwicklung zu etablieren, wurde 2021 weiterverfolgt und verbessert. Die durchgeführten Qualitätsmessungen der wesentlichen Kennzahlen in diesem Bereich zeigen sich weiterhin positiv. Um die Einhaltung der Compliance-Regeln der Partnerunternehmen sicherzustellen, kommt neben regelmäßigen Audits der Betriebsstätten, auch eine Software, gestützt durch künstliche Intelligenz, zum Einsatz.

Der Fokus des Beschaffungsbereichs lag auch im Jahr 2021 aufgrund der anhaltenden Corona- Pandemie auf der Aufrechterhaltung der Produktionsprozesse. Herausforderungen wie Lieferengpässe, Rohstoffpreiserhöhungen, Rohstoffverknappungen und Unterbrechungen der Transportwege wurden mit stetigen Anpassungen der Aktivitäten und Prioritäten in der Beschaffung entgegengewirkt. Anpassungen auf strengere Umwelt- und Gesetzesvorschriften wurden umgesetzt. Produktionsstillstände konnten durch weltweit vernetzte Beschaffungsprozesse weitestgehend verhindert werden. Die bereits erfolgte Standardisierung der Beschaffungsprozesse wurde im Jahr 2021 in eine digitale Systemlandschaft überführt und Lieferanten stärker in die Kärcher-Prozesswelt integriert. Damit ist eine wertschöpfende und zukunftsorientierte Partnerschaft mit den Lieferanten sichergestellt.

Die Unternehmensgruppe Kärcher hat Produktionsstätten in Deutschland, Italien, Rumänien, Brasilien, USA, Mexiko, Lettland, Indien und China. Die weltweite Optimierung der Wertschöpfungskette wurde durch die Fortführung der Neuausrichtung von Produktionskapazitäten innerhalb des Konzerns im Geschäftsjahr weiter vorangetrieben. In Deutschland startete der Bau des neuen Service Centers. In Rumänien wurde die Erweiterung der Produktionsstätte in Betrieb genommen. Um die hohe Innovationskraft langfristig zu sichern, investiert Kärcher laufend in moderne Produktionstechnik, -technologie und vor allem weiterhin in Digitalisierung und Automatisierung. So wurden an den Standorten in Deutschland und Italien voll- und semi-automatische Montageanlagen sowie Technologieplattformen für Baugruppen mit dem Ziel der weiteren vertikalen Integration in Betrieb genommen. Der Ausbau eines Werks in Deutschland ist zudem im Jahr 2022 geplant.

Ein weltweites Logistikprojekt zur Neuorganisation der Lieferkette wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter vorangetrieben. Ziel ist die Erhöhung der weltweiten Verfügbarkeit bei gleichzeitiger Optimierung der Lagerbestände. Hierfür wurden die Distributionszentren in Deutschland, China, Osteuropa und Nordeuropa genutzt. Des Weiteren wurde die Konzeptphase für weitere regionale Distributionszentren in Zentral- und Osteuropa gestartet. Im deutschen Logistikzentrum in Obersontheim ist aufgrund des gestiegenen Umsatzes und der hiermit verbundenen Lagerkapazitätsengpässe für 2022 die Umsetzung einer Erweiterung geplant.

Weltweit ist Kärcher mit über 40.000 Vertriebsstellen in nahezu allen Ländern präsent. Das globale Vertriebs- und Servicenetz wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter ausgebaut. Das Vertriebsnetz wurde in China durch ein Joint Venture erweitert und durch weitere Gesellschaften in Kroatien und Slowenien ergänzt. Zudem wurde durch das Projekt "ALG der Zukunft" die funktionale Struktur sowie die zukünftigen Rollen einer Vertriebsgesellschaft mit dem Fokus auf Stärkung der Vertriebsaufgaben und Marktentwicklung definiert. Des Weiteren wird auch die Zusammenarbeit zwischen den Regionen, der Tochtergesellschaften und dem Stammhaus neu strukturiert, um bei den zukünftigen Marktanforderungen bestmöglich auf gestellt zu sein.

Der Bereich Kommunaltechnik wird seit 2020 als globales Kompetenzzentrum bei Kärcher Municipal GmbH geführt. Die im Jahr 2021 erworbene Gesellschaft SIA GEOR in Lettland ergänzt die Produktionstiefe der Kärcher Municipal GmbH.

Zentralbereiche

Die seit einigen Jahren voranschreitende Digitalisierung des Personalmanagements wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr fortgeführt. Die digitalisierten Prozesse sind transparenter, schneller und somit effizienter. Zudem wird die Einhaltung globaler Standards gesichert. Auch in 2021 profitierten weitere Länder von einer Anbindung an die bei Kärcher etablierte Software, die eine IT-gestützte Organisation des Personalmanagements ermöglicht. Weitere Projekte zur Modernisierung und Flexibilisierung der Arbeitsmodelle wurden finalisiert, wie die Einführung von Zeitwertkonten für lebensphasengerechte Arbeitszeitgestaltung im Stammhaus und mobiles Arbeiten über die Corona-Pandemie hinaus. Ein zentrales Konzept zur Weiterentwicklung der Mitarbeiter "Kärcher Campus" wurde erarbeitet. Die Digitalisierung internationaler Weiterentwicklungsprogramme für die Entwicklung von Potenzialträgern wurde vorangetrieben.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden digitale Lösungen und Produkte weiterentwickelt und auf den Markt gebracht. Die Kapazitäten im IT-Bereich wurden weiter ausgebaut durch organisches Wachstum sowie durch Zukauf von spezialisierten IT-Unternehmen. Für interne Prozesse, wie beispielsweise das Lieferanten- und Reisemanagement oder das Customer-Relationship-Management wurden IT-Lösungen weiter ausgerollt. Für B2B-Kunden wurden erste Onlineshops eingeführt. Für die Bereiche Netzwerk und Data Center wurde die Transition- und Transformation-Phase der im letzten Jahr abgeschlossenen Verträge durchgeführt. Durch die Einflüsse der Corona-Pandemie wurde im Stammhaus und in ausgewählten Gesellschaften die Umstellung auf kollaborative Arbeitsumgebungen weiter vorangetrieben. Hierdurch wird weltweit die digitale Zusammenarbeit in Echtzeit ermöglicht.

Buchhaltung, Controlling Services und Einkauf von Nicht-Produktions-Material sind in der Kärcher Global Services GmbH & Co KG gebündelt. Der Fokus dieser globalen Service-Einheit liegt auf der Etablierung von standardisierten und effizienten Prozessen für den Konzern. Für verschiedene Tochtergesellschaften sind die dezentralen Buchhaltungsprozesse in der globalen Service Einheit zentralisiert.

Grundsätze der Unternehmensentwicklung

Eine nachhaltige, am Menschen orientierte Unternehmensentwicklung steht bei Kärcher im Mittelpunkt des Handelns. Im Unternehmensleitbild steht der Mensch als Zentrum zum Unternehmenserfolg. Im Jahr 2021 haben die Gesellschafter das Leitbild überarbeitet und nochmals die Bedeutung von Menschen und Nachhaltigkeit herausgestellt. Neben ökonomischen Aspekten spielt die Berücksichtigung sozialer Belange innerhalb und außerhalb des Unternehmens eine wichtige Rolle. Umweltschutz und Nachhaltigkeit haben ebenfalls einen hohen Stellenwert. Im Kärcher Verhaltenskodex verpflichtet sich das Unternehmen freiwillig, soziale und ökologische Regeln in den Bereichen Menschen- und Arbeitsrecht, Korruptionsbekämpfung und Umweltschutz weltweit einzuhalten. Die Einhaltung dieser Prinzipien wird auch von den Lieferanten verlangt.

Kärcher ist seit Jahren bestrebt, attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen, die qualifizierte Fort- und Weiterbildung stets im Fokus. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie das betriebliche Gesundheitsmanagement nehmen weiterhin einen hohen Stellenwert ein. Alternative Arbeitszeitmodelle, wie zum Beispiel die Einführung von Zeitwertkonten für lebensphasengerechte Arbeitszeitgestaltung wurden erarbeitet. Mitarbeiterbefragungen im In- und Ausland messen die Mitarbeiterzufriedenheit und tragen dazu bei, Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Als Anerkennung des Engagements unter erschwerten Arbeitsbedingungen aufgrund der Corona-Pandemie zahlt Kärcher auch in 2021 zahlreichen Mitarbeitern eine Corona-Dankesprämie.

Auch außerhalb des Unternehmens übernimmt Kärcher soziale Verantwortung. In zahlreichen Ländern werden karitative, soziale und kulturelle Einrichtungen - zum Teil im Rahmen langjähriger Kooperationen - unterstützt. Auch Umweltprojekte werden gefördert. So hat Kärcher gemeinsam mit dem Global Nature Fund die Initiative "Sauberes Wasser für die Welt" gegründet. Auch in 2021 unterstützt Kärcher die Organisation beim Bau von Pflanzenkläranlagen zur ökologischen Wasseraufbereitung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Seit über 40 Jahren führt Kärcher als Reinigungsspezialist restauratorische Reinigungsprojekte an Kunstwerken und wertvollen Baudenkmälern im In- und Ausland durch und trägt so zum Erhalt historischer Monumente bei. Auch unter coronabedingt erschwerten Rahmenbedingungen 2021 hat Kärcher im Rahmen seines Kultursponsorings einige historische Stätten im In- und Ausland auf schonende Weise gereinigt. So wurde in 2021 unter technischer Leitung Kärchers das größte Reverse Graffiti-Projekt der Konzerngeschichte an einem Staudamm in Frankreich durchgeführt.

Kärcher arbeitet kontinuierlich daran, den ökologischen Fußabdruck seiner Geschäftstätigkeit zu reduzieren und die eingesetzten Ressourcen so effizient wie möglich zu nutzen. So spielen Umweltaspekte in allen Unternehmensbereichen eine wichtige Rolle: bei der Entwicklung neuer Produkte, bei der Auswahl von Produktionstechnologien, bei der Zusammenarbeit mit Lieferanten, im Bereich Verpackung und Logistik sowie bei den zahlreichen Bauprojekten. Ergänzend werden mit Hilfe von Start-ups innovative Produktentwicklungen unterstützt wie beispielsweise der Küchenkomposter. Zudem werden Plattformen bereitgestellt zur Erfassung und Unterstützung des Reinigungsgeschäftes beim Kunden. Für die Mitarbeiter gibt es ein umweltfreundliches Mobilitätskonzept. Beispiele für im Rahmen der Produktentwicklung realisierte umweltfreundliche Lösungen sind die unter den Labeln eco!ogic und eco!efficiency entwickelten Geräte. Beide Produktreihen zeichnen sich durch reduzierten Energie- und Ressourcenverbrauch aus. Das eco!zero-Programm bietet den Kunden im Professional-Bereich die Möglichkeit, ihre CO 2 -Bilanz zu verbessern.

Die Nachhaltigkeitsstrategie 2025 mit den Initiativen "Zero Emissions", "Reduce, Reuse, Recycle" und "Social Hero" wurde in 2021 weiterverfolgt. Ziele der Strategie sind eine CO 2 -freie weltweite Produktion sowie klimaneutrale Mobilität, nachhaltige Produktbestandteile und -verpackungen, sowie gesellschaftliches Engagement und ein proaktives Lieferanten-Risikomanagement hinsichtlich sozialer Gesichtspunkte.

II. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die Prognosen aus dem Vorjahr bezüglich des Wachstums der Weltwirtschaft haben sich bestätigt. Für 2021 geht der IWF von einem Anstieg der Weltwirtschaft um 5,9 % aus. Diese im Vergleich zum Vorjahr sehr positive Entwicklung resultiert aus den weltweit gestarteten Impfkampagnen und spiegelt die anhaltende Anpassung der Wirtschaftstätigkeiten an die Corona-Pandemie und die daraus resultierende Erholung der Wirtschaft wider. Jedoch wurde diese Entwicklung Ende des Jahres durch weltweit zunehmende Corona-Infektionen sowie durch Versorgungsunterbrechungen etwas abgeschwächt. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie, internationalen Krisen sowie der zunehmenden Politik mit Betonung nationaler Interessen und handelspolitischer Konflikte ist die Unsicherheit in den Märkten nach wie vor hoch.

Auch im Jahr 2021 war die Entwicklung an den Devisen- und Rohstoffmärkten maßgeblich durch die Corona-Pandemie und daraus resultierenden Folgen beeinflusst. Zahlreiche Währungen haben gegenüber dem EUR deutlich aufgewertet wie zum Beispiel der US-Dollar, der Chinesische Renminbi und der Schweizer Franken. Handels- und geopolitische Konflikte belasten hingegen Währungen wie den polnischen Zloty und die türkische Lira. An den Rohstoffmärkten haben sich die Preise in nahezu allen Materialklassen deutlich erhöht, deutliche Preissteigerungen gab es zudem bei den Containerfrachtraten.

Die Konsolidierungsphase in der Reinigungsbranche hat sich fortgesetzt. Es wird erwartet, dass der Markt langfristig von wenigen großen Wettbewerbern dominiert wird, wobei asiatische und insbesondere chinesische Wettbewerber weiter an Bedeutung gewinnen werden. In 2021 war die Entwicklung des Reinigungsmarktes äußerst positiv. Der Reinigungsmarkt im Consumer Products Bereich verzeichnete in 2021 ein deutliches Wachstum, welches sich im Laufe des Jahres jedoch durch gelockerte Corona Maßnahmen abgeschwächt hat. Der Reinigungsmarkt im Professional Bereich ist aufgrund der Erholung der Nachfrage ebenfalls gewachsen und erreichte etwa das Niveau aus dem Jahr 2019.

Durch die Digitalisierung befindet sich die Vertriebslandschaft derzeit global im Umbruch. Der Online-Handel gewinnt weiter an Bedeutung und vermischt sich teilweise mit den traditionellen Vertriebskanälen. Der Direktvertrieb der Hersteller nimmt stark zu, der stationäre Handel verliert weiter Marktanteile. Neue Technologien, insbesondere die zunehmende Vernetzung und die Bedeutung von Robotik und Akkutechnologie, beeinflussen die Entwicklung von Produkten und Prozessen und ermöglichen hiermit den Eintritt neuer Wettbewerber.

Geschäftsverlauf

Der Kärcher Vorstand führte in engem Monitoring durch das vergangene Geschäftsjahr. Dies zeigte sich besonders in den Bereichen Beschaffung, Produktion, Logistik und Vertrieb, in denen vor allem in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres die Aufrechterhaltung der Verfügbarkeit einen wesentlichen Schwerpunkt darstellte. Im Bereich Vertrieb wurden außerdem Maßnahmen in Abstimmung mit den lokalen Besonderheiten und Kundenbedürfnisse durchgeführt. Der Zugang zu Online-Märkten wurde deutlich intensiviert. In der gesamten Unternehmensgruppe standen die Gesundheit und die Sicherheit der Mitarbeiter im Fokus.

Viele europäische Länder befanden sich Anfang des Jahres erneut für unterschiedliche Phasen im Lockdown. Auch Süd- und Nordamerika waren weiterhin stark von der Pandemie betroffen. Die Verlagerung der Absatzkanäle hin zu Online hat zugenommen. Die Auswirkungen auf die Geschäftsbereiche sind nahezu durchgängig positiv. Im Bereich Consumer Products fand nach einem starken Verlauf bis Jahresmitte eine Abflachung statt. Trotzdem lag der Jahresumsatz deutlich über Vorjahr. Auch im Bereich Professional lag der Jahresumsatz über dem Vorjahr. Im Bereich Special Businesses konnte im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Umsatzwachstum erzielt werden.

Kärcher ist es im abgelaufenen Geschäftsjahr gelungen, weiter zu wachsen und seine Stellung als Weltmarktführer unter den Komplettanbietern für Reinigungstechnik zu behaupten und konnte so einen Umsatzrekord erzielen. Insgesamt hat das Geschäftsjahr die Erwartungen deutlich übertroffen. Vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingungen und der teils negativen Branchenentwicklung ist die Entwicklung des Konzerns als sehr zufriedenstellend zu bewerten.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ausgewählte Kennzahlen / Eckdaten haben sich wie folgt entwickelt:

2021 2020 2019
Ergebnis
Vorsteuerergebnis Mio. EUR 244,7 193,7 112,0
Jahresüberschuss Mio. EUR 173,0 138,0 64,9
Umsatzrendite in % 5,7 5,2 2,6
Betriebsleistung 1) Mio. EUR 3.085,6 2.692,3 2.484,4
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 14,6 8,4 -0,3
Vermögensstruktur
Anlagevermögen Mio. EUR 611,9 565,3 575,4
Umlaufvermögen inkl. Rechnungsabgrenzungsposten und aktive latente Steuern Mio. EUR 1.395,8 1.184,0 1.084,3
Gesamtvermögen Mio. EUR 2.007,7 1.749,4 1.659,8
Anlagenintensität in % 30,5 32,3 34,7
Kapitalstruktur
Bilanzielles Eigenkapital Mio. EUR 1.031,5 925,3 777,8
Eigenkapitalquote in % 51,4 52,9 46,9
Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung Mio. EUR 0,2 0,2 0,2
Rückstellungen Mio. EUR 398,9 374,6 343,3
Verbindlichkeiten inkl. Rechnungs-Abgrenzungsposten und passive latente Steuern Mio. EUR 577,1 449,3 538,4
Finanzstruktur
Kurzfristiges Fremdkapital Mio. EUR 633,8 488,5 406,2
Langfristiges Fremdkapital Mio. EUR 276,1 231,0 330,8
Pensionsrückstellungen Mio. EUR 66,0 101,9 144,7
Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung Mio. EUR 0,2 0,2 0,2
Bilanzielles Eigenkapital Mio. EUR 1.031,5 925,3 777,8
3. Liquiditätsgrad (Umlaufverm. / kurzfr. Fremdkap.) in % 220,2 242,4 266,9

1) Betriebsleistung: Umsatzerlöse + Bestandsveränderungen + andere aktivierte Eigenleistungen

Ertragslage

Der konsolidierte Umsatz hat sich um EUR 360,3 Mio. oder 13,5 % auf EUR 3.023,6 Mio. (Vorjahr: EUR 2.663,3 Mio.) erhöht. Er liegt über den Erwartungen. Der Umsatzanteil der erstkonsolidierten Gesellschaften lag bei 0,5 %. Die währungsbedingten Effekte gegenüber Vorjahr waren negativ und betrugen EUR 33,2 Mio. (Vorjahr negativ mit EUR 72,3 Mio.). Bereinigt um diese beiden Effekte ergibt sich ein organisches Umsatzwachstum von 14,6 %.

Der Umsatz in der Geschäftseinheit Consumer Products konnte nach einem starken Vorjahr in 2021 nochmals deutlich wachsen. Die einzelnen Produktgruppen haben sich durchgängig positiv entwickelt. Ein großer Zuwachs war bei den Produktgruppen der Hochdruckreiniger und Mehrzwecksauger zu verzeichnen. Die weiteren Produktgruppen der Geschäftseinheit lagen durchgängig über Vorjahresniveau.

Die Geschäftseinheit Professional verzeichnete, nach schwieriger Marktlage im Vorjahr, ebenfalls eine deutliche Umsatzsteigerung mit ebenfalls durchgängigem Wachstum aller Produktgruppen. Die Produktgruppen Bodenreinigungsgeräte, Sauger und Hochdruckreiniger sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gewachsen.

Dienstleistungen wie Flottenmanagement, Wartungsverträge oder Miet- und Leasingangebote sind zunehmend wichtige Voraussetzungen, um Geräte an professionelle Zielgruppen verkaufen zu können.

Die Geschäftseinheit Special Businesses verzeichnete eine leichte Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr. Im Wesentlichen trugen die Höchstdruckreiniger, Kärcher Futuretech, und die kommunalen Geräteträger zur Umsatzsteigerung bei. Aufgrund eines Großauftrages im Vorjahr liegen die Waschanlagen insgesamt unter Vorjahr.

Die Entwicklung der einzelnen Vertriebsregionen war durchgehend positiv. Der Umsatz stieg in Europa um 15,7 %, in der Region Asien, Pazifik, Afrika um 8,3 % und in Amerika um 9,5 % an. Die Region Europa konnte aufgrund der höheren Wachstumsrate den Anteil am weltweiten Umsatz steigern, während der Umsatz der Regionen Asien, Pazifik, Afrika und Amerika leicht zurückging.

Die europäischen Kernmärkte, vor allem Frankreich, Großbritannien und Deutschland weisen im vergangenen Geschäftsjahr ein hohes Umsatzwachstum aus. Auch in Belgien, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz war die Umsatzentwicklung sehr gut.

In Osteuropa konnte der Umsatz erneut gesteigert werden. Insbesondere Russland verzeichnete trotz negativer Währungseffekte erneut Umsatzzuwächse. Sehr gut entwickelt haben sich auch Polen sowie die anderen osteuropäischen Märkte, die ihre Umsätze zum Teil deutlich steigern konnten.

Die südeuropäischen Märkte konnten 2021 Umsatzzuwächse verzeichnen. In Spanien und Italien ist ein deutliches Umsatzwachstum zu verzeichnen. In der Türkei konnte der Umsatz trotz negativer Währungseffekte gesteigert werden. Demgegenüber stehen Umsatzrückgänge in Griechenland. In den skandinavischen Ländern lag der Umsatz jeweils über dem Vorjahresniveau, insbesondere in Schweden stieg der Umsatz deutlich an. Lediglich Dänemark zeigt einen leichten Umsatzrückgang.

Der Umsatz in Nordamerika, insbesondere in Mexiko und den USA ist in 2021 gewachsen. Süd- und Mittelamerika konnten ebenfalls Umsatzzuwächse verzeichnen. Besonders Chile verzeichnete ein starkes Wachstum. Auch Brasilien weist trotz negativer Währungseffekte einen deutlichen Anstieg des Umsatzes aus. Um negative Währungseffekte bereinigt ergibt sich auch in Argentinien ein Umsatzwachstum.

In der Region Asien, Pazifik, Afrika war ein Umsatzwachstum zu verzeichnen, auch wenn die Entwicklung auf den einzelnen Märkten uneinheitlich war. Während in China aufgrund eines Großauftrages in 2020 die Entwicklung in 2021 leicht rückläufig war, liegt der Umsatz in Japan um negative Währungseffekte bereinigt über dem Vorjahr. Australien und Neuseeland konnten dagegen deutliche Umsatzzuwächse verzeichnen. Auch die Umsätze in Südafrika und im Nahen Osten liegen deutlich über Vorjahresniveau.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen 2,1 % der Betriebsleistung (Vorjahr: 3,2 %). Die Kursgewinne liegen dabei unter den Vorjahreswerten. Der Rückgang ergibt sich im Wesentlichen aus dem Saldo der Einmaleffekte im Vorjahr.

Die Materialeinsatzquote ist auf 43,3 % (Vorjahr: 41,1 %) der Betriebsleistung gestiegen. Dies ist auf die gestiegenen Rohstoff-, Material- und Frachtkosten sowie dem Bestandsaufbau fertiger und unfertiger Erzeugnisse zurückzuführen.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich in 2021 auf 13.117 erhöht. Im Jahresdurchschnitt ergibt sich ein Anstieg von +4,5 % (Vorjahr: +4,7 %). Der Personalaufwand inklusive des Aufwands für Leasingkräfte bei Produktionsgesellschaften beträgt EUR 895,9 Mio. (Vorjahr: EUR 808,3 Mio.). Im Verhältnis zur Betriebsleistung ist er auf 29,0 % (Vorjahr: 30,0 %) gesunken. In den Aufwendungen für Altersversorgung und damit im Personalaufwand enthalten ist auch der Aufwand aus der Änderung des Abzinsungssatzes in Höhe von EUR 16,3 Mio. Im Personalaufwand 2021 enthalten sind positive Währungseffekte, ohne die sich ein um EUR 5,0 Mio. höherer Aufwand ergeben hätte.

Die Abschreibungen sind im Vergleich zum Vorjahr auf EUR 77,7 Mio. (Vorjahr: EUR 85,6 Mio.) gesunken und betragen 2,5 % der Betriebsleistung. Im Wesentlichen sind die Abschreibungen auf Sachanlagen rückläufig. Hiervon betreffen EUR 1,0 Mio. (Vorjahr: EUR 2,0 Mio.) außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind ebenfalls gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind auf 20,8 % (Vorjahr: 23,1 %) der Betriebsleistung gesunken. Aufwendungen in Sales und Marketing sowie gestiegene Distributions- und Materialeinsatzkosten wurden durch ein konsequentes Kostenmanagement und geringere Währungseffekte teilweise ausgeglichen. Im sonstigen betrieblichen Aufwand 2021 sind positive Währungseffekt in Höhe von EUR 5,3 Mio. enthalten.

Das Finanzergebnis beträgt im Geschäftsjahr EUR 2,3 Mio. (Vorjahr: EUR -3,9 Mio.). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus Erträgen aus Deckungsvermögen und höheren Zinserträgen.

Das Ergebnis vor Steuern liegt bei EUR 244,7 Mio. (Vorjahr: EUR 193,7 Mio.) und damit über den Erwartungen. Dies ist insbesondere auf die deutlich gestiegene Betriebsleistung zurückzuführen. Die rückläufige Belastung durch Währungseffekte sowie das verbesserte Finanzergebnis haben ebenso zum Ergebnis beigetragen.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind in Folge des verbesserten Ergebnisses um EUR 13,0 Mio. auf EUR 62,3 Mio. gestiegen.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist die Ertragslage insgesamt als sehr zufriedenstellend zu betrachten.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist 2021 um EUR 258,4 Mio. auf EUR 2.007,7 Mio. gestiegen. Dies ist unter anderem auf den starken Anstieg der Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, der Bestände der unfertigen Erzeugnisse, der Bestände der Fertigerzeugnisse und Handelswaren zurückzuführen. Das Anlagevermögen ist im Verhältnis zum Umsatz rückläufig.

Der weltweite Lagerbestand nach Abzug erhaltener Anzahlungen hat sich 2021 um EUR 154,4 Mio. auf EUR 638,9 Mio. erhöht. Die Bestände liegen über Vorjahr. Der Fokus hierbei liegt auf der Aufrechterhaltung der Liefer- und Produktionsfähigkeit insbesondere vor dem Hintergrund der allgemeinen Beschaffungsrisiken sowie der Preissteigerungen.

Gegenüber Vorjahr ist das kurzfristig gebundene Vermögen im Verhältnis zur langfristigen Vermögensstruktur gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf Erhöhung der Lagerbestände und Forderungen bei gleichzeitiger Abnahme der Bankguthaben zurückzuführen. Die Anlagenintensität ist auf 30,5 % (Vorjahr: 32,3 %) gesunken.

Finanzlage

Das bilanzielle Eigenkapital des Konzerns (ohne Gesellschafterdarlehen) ist um EUR 106,3 Mio. auf EUR 1.031,5 Mio. gestiegen. Gemäß Gesellschaftsvertrag des Mutterunternehmens wurden zusätzlich EUR 19,7 Mio. (Vorjahr: EUR 16,5 Mio.) den Gewinnrücklagen zugeführt. Die Eigenkapitalquote beträgt 51,4 % (Vorjahr: 52,9 %). Unter Einbeziehung der Gesellschafterdarlehen ergibt sich eine Quote von 65,5 % (Vorjahr: 65,1 %).

Die Rückstellungen haben sich um EUR 24,3 Mio. auf EUR 398,9 Mio. erhöht. Der Anstieg der Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen um EUR 60,1 Mio. auf EUR 332,9 Mio. resultiert im Wesentlichen aus Personalrückstellungen, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen und Garantierückstellungen. Die Pensionsrückstellungen entwickelten sich aufgrund der Saldierung des Deckungsvermögens mit den korrespondierenden Pensionsrückstellungen rückläufig. Das Deckungsvermögen wurde im Jahr 2021 deutlich erhöht.

Kärcher setzt auf eine langfristige, stabile und ausgewogene Finanzierung. Der Konzern bildet eine finanzielle Einheit und optimiert damit die Kapitalbeschaffungs- und Anlagemöglichkeiten innerhalb der Gruppe. Bestehender Finanzierungsbedarf wurde nahezu ausschließlich innerhalb der Gruppe abgedeckt. Ein etwaiger externer Finanzierungsbedarf kann über Kreditinstitute abgedeckt werden, mit denen eine langjährige Partnerschaft besteht. Dank der sehr guten Bonität kann sich Kärcher im Bedarfsfall am Geld- und Kapitalmarkt finanzieren.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bewegen sich mit EUR 5,5 Mio. (Vorjahr: EUR 1,6 Mio.) auf einem konstant niedrigen Niveau. Das entspricht 0,3 % (Vorjahr: 0,1 %) der Bilanzsumme. Die Guthaben bei Kreditinstituten belaufen sich auf EUR 276,3 Mio. Der Saldo gegenüber dem Bankensektor ist somit unverändert positiv.

Bei den Verbindlichkeiten handelt es sich überwiegend um Euro-Verbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind vor allem in lokaler Währung. Die Gesellschafterverbindlichkeiten sind variabel verzinst.

Von den Kernbanken werden Kreditlinien mit Laufzeiten bis zu 3 Jahren als Liquiditätsvorsorge zur Verfügung gestellt. Diese werden im Wesentlichen zur Abdeckung saisonaler Liquiditätsspitzen und Deckelung von Währungsrisiken in Anspruch genommen, eine Refinanzierung des Konzerns ist somit stets sichergestellt.

Der Betrag der Haftungsverhältnisse hat sich im Berichtszeitraum um EUR 2,7 Mio. auf EUR 4,4 Mio. reduziert. Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen war eine Erhöhung um EUR 8,1 Mio. auf EUR 232,4 Mio. zu verzeichnen.

Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen beliefen sich auf EUR 87,1 Mio. (Vorjahr: EUR 74,0 Mio.). Dies ist vor allem auf technische Anlagen, Werkzeuge und Grunderwerb und die starke Bautätigkeit im Geschäftsjahr zurückzuführen.

In Rumänien wurde der Erweiterungsbau des Werksgeländes in Betrieb genommen. Zudem wurde in Rumänien sowie in der Ukraine mit dem Bau von Verwaltungsgebäuden begonnen. An den deutschen Standorten wurde mit der Modernisierung einzelner Gebäude begonnen. In verschiedenen Produktionsstandorten wurde zusätzlich in technische Anlagen und Maschinen investiert.

Die Investitionen in Finanzanlagevermögen lagen mit EUR 42,6 Mio. (Vorjahr: EUR 18,3 Mio.) deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Dies ist insbesondere auf den Erwerb von Anteilen an verbundenen Unternehmen und auf den Erwerb von Minderheitsbeteiligungen, zurückzuführen. Die Investitionen betrafen die Erweiterung der Produktionstiefe sowie den IT-Bereich. Bei den Finanzinvestitionen wurde auch in 2021 der Fokus auf den Aufbau strategischer Partnerschaften zur Erweiterung bestehender Märkte gelegt.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt EUR 181,9 Mio. und liegt deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Dies liegt im Wesentlichen am Aufbau von Lagerkapazitäten und gestiegenen kurzfristigen Forderungen. Aufgrund weiterer Investitionen ins Sach- und Finanzanlagevermögen sowie ins Deckungsvermögen ist der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit mit EUR 193,8 Mio. deutlich über Vorjahr. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist positiv und beträgt EUR 0,6 Mio. Der Finanzmittelfonds beläuft sich auf EUR 277,2 Mio. und liegt somit unter Vorjahr.

Aufgrund der langfristigen Unterstützung durch die Gesellschafter und bedingt durch den nachhaltig hohen Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns sehr stabil.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognosebericht

Der IWF erwartet für das kommende Geschäftsjahr ein Wachstum der Weltwirtschaft in Höhe von 4,4 %. Das globale Wachstum wird im Jahr 2022 laut Experten des Internationalen Währungsfonds moderater ausfallen als in 2021. Die Prognose basiert auf der Annahme steigender Infektionszahlen in Folge der Verbreitung der in Ende 2021 aufgetretenen Omikron Corona Variante und erneuten Mobilitätseinschränkungen, steigender Energiekosten sowie anhaltender Lieferengpässe weltweit. Im Jahr 2022 wird zudem mit steigender Inflation in weiten Teilen der Welt gerechnet. Der private Sektor wird sich hinter den ursprünglichen Erwartungen im Jahr 2022 entwickeln. Es werden Veränderungen im Kaufverhalten erwartet von Produkten hin zu Dienstleistungen. Außerdem warnte der IWF vor dem Risiko des Auftretens einer weiteren neuen Mutation des Coronavirus und dessen Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die neuerliche Eskalation im Russland-Ukraine-Konflikt sorgt darüber hinaus für erhebliche Unsicherheit in den Prognosegrundlagen. Die Auswirkungen des Konflikts sind derzeit noch nicht abschätzbar. Der Vorstand geht davon aus, dass sich die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen auch 2022 als Herausforderungen für die Unternehmensgruppe darstellen.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wird auch in 2022 mit einer größeren Bedeutung von Hygiene gerechnet und eine daraus resultierende anhaltende Nachfrage nach Reinigungslösungen erwartet, die insbesondere gegen das Coronavirus wirksam sind. Zugleich steht die Reinigungstechnologiebranche weiterhin in zunehmendem Wettbewerbs- und Preisdruck vor allem durch chinesische Wettbewerber. Kärcher erwartet deshalb, dass die Wettbewerber auch 2022 Maßnahmen weiterer Kostensenkungen sowie Effizienzsteigerungen umsetzen werden. Auswirkungen der Coronakrise werden die Globalisierung herausfordern. Auch im Jahr 2022 werden Rohstoffteuerungen und Lieferengpässe vorherrschen.

Eine weitere Herausforderung in der Reinigungsbranche stellt die Digitalisierung dar. Die Corona-Pandemie wird den Wandel in der Vertriebskanal-Landschaft mit einem Trend zum Onlinevertrieb verstärken. Die Anforderungen an den Vertrieb verändern sich dadurch stark. Auch neuartige Technologien, wie Robotik, Künstliche Intelligenz und Internet of Things (IoT) spielen bei der Entwicklung von Produkten und Prozessen zunehmend eine stärkere Rolle. Die Entwicklung digitaler Produkte und die Entstehung neuer Geschäftsmodelle mit direktem Zugang zum Kunden werden durch die Corona-Pandemie noch verstärkt und werden den Markteintritt neuer Wettbewerber ermöglichen. Als Folge der genannten Entwicklungen wird sich der globale Konsolidierungsprozess im Wettbewerbsumfeld weiter fortsetzen. Hiervon werden sowohl Hersteller (zunehmend auch größere) als auch Händler und Dienstleister betroffen sein. Es wird erwartet, dass der Markt langfristig von wenigen großen Wettbewerbern dominiert wird, wobei asiatische und insbesondere chinesische Wettbewerber an Bedeutung gewinnen werden.

Für das kommende Jahr erwartet der Vorstand einen Umsatz leicht unter Vorjahresniveau. Zugrunde liegt eine erhöhte Unsicherheit insbesondere aus dem geopolitischen Konflikt zwischen Russland und Ukraine und aus den nicht absehbaren Auswirkungen der Corona- Pandemie. Dem gegenüber erwartet Kärcher weiteres Wachstum in den Bereichen Professional und Special Businesses. Durch die zu erwartenden anhaltenden Lieferengpässe und Rohstoffteuerungen wird auch im Geschäftsjahr 2022 der Schwerpunkt vornehmlich auf die Aufrechterhaltung der Verfügbarkeit notwendig. Osteuropa, gefolgt von Asien und Nordeuropa stellen hierbei wichtige Wachstumsmärkte für Kärcher dar. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Herausforderungen besteht das erhöhte Risiko eines ungeplanten Rückgangs von Umsatz und Ergebnis. Der Umfang des Rückgangs ist auch von der Dauer und dem Ausmaß der weltweiten Reaktionen auf die aktuelle Situation in Russland und der Ukraine abhängig.

Kärcher erwartet für 2022 einen deutlichen Rückgang des Ergebnisses vor Steuern. Da 2022 von vielen Unsicherheiten, insbesondere dem Konflikt Russland & Ukraine, und Preissteigerungen insbesondere im Material- und Energiebereich, sowie der Abwertung des Rubels geprägt sein wird, ist ein enges Monitoring der Rahmenbedingungen und konsequentes Kostenmanagement vorgesehen. Darüber hinaus ist es notwendig, gezielt in Verfügbarkeit, F&E, Marketing und Digitalisierung zu investieren.

Den Prognosen zum Umsatz und Ergebnis vor Steuern liegt die Annahme zu Grunde, dass der Euro im kommenden Geschäftsjahr nicht wesentlich gegenüber den restlichen wichtigen Fremdwährungen auf- oder abwertet.

Um den höheren Kundenanforderungen und dem gestiegenen Wettbewerbsdruck zu begegnen, werden die Strukturen in Einkauf, Produktion und Logistik auch im kommenden Geschäftsjahr weiter angepasst. Ziel ist die Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette. 2022 liegt der Schwerpunkt im Logistikbereich sowie die Verfügbarkeit von Produktionsmaterial.

Die Produktionsgesellschaften in Deutschland, Italien, Rumänien und China planen im kommenden Geschäftsjahr Neuinvestitionen, um die Fertigungstiefe der Werke weiter zu erhöhen und die Intralogistik-Prozesse zu automatisieren. Bei den geplanten Investitionen liegt ein besonderer Fokus im Bereich der Digitalisierung und Vollautomatisierung sowie der Produktivitätssteigerung der Intralogistik. In Deutschland wird in die Erweiterung des Logistikzentrums investiert.

Im Personalbereich ist 2022 die Implementierung von Zeitwertkonten für lebensphasengerechte Arbeitszeitgestaltung in weiteren Gesellschaften geplant. Im Rahmen der Personalentwicklung wird 2022 weiterhin der Fokus auf die Digitalisierung von Weiterbildungsprogrammen und Personalprozessen gelegt. Zudem ist der Rollout einer globalen, zentralen Personalstammdatenverwaltung geplant. Mit der Harmonisierung der Prozesse aus Talentmanagement inklusive strategischer Nachfolgeplanung und Entlohnung wird die Mitarbeiterentwicklung ganzheitlich betrachtet. Das mobile Arbeiten von zu Hause wird zukünftig fester Bestandteil der Kärcher Arbeitswelt sein. Digitale Plattformen zur Weiterentwicklung sowie virtuelle Trainings werden 2022 weltweit den Kärcher Gesellschaften zur Verfügung gestellt. Die Anzahl der Mitarbeiter im Konzern wird erneut steigen.

Die Implementierung einer modernen Arbeitsumgebung zur ganzheitlichen digitalen Zusammenarbeit wird weiter vorangetrieben. Die Kärcher IT-Security wird gestärkt. E-Commerce Lösungen werden ausgebaut. Das Regionen IT-Konzept wird schrittweise umgesetzt. Die Einführung von S/4 HANA wird weiter vorbereitet und die Umstellung vorangetrieben.

Einige Vertriebsgesellschaften planen die Errichtung neuer Verwaltungsgebäude, um das stetige Wachstum abbilden zu können. Zudem sind in mehreren Ländern Investitionen zur Errichtung neuer Kärcher Center sowie Waschparks geplant.

Kärcher ist ordentlich in das neue Geschäftsjahr gestartet. Die Umsätze im Januar und Februar liegen über den Vorjahreswerten und übertreffen die Erwartungen. Besonders gut entwickelt haben sich die Umsätze in Deutschland, China und Großbritannien. Das Ergebnis liegt wegen des aufgetretenen Konfliktes zwischen Russland und Ukraine und der daraus resultierenden Abwertung des Rubels deutlich unter dem Vorjahreswert. Der Auftragseingang hat sich sehr positiv entwickelt. Aufgrund der erhöhten Unsicherheit insbesondere der aktuellen geopolitischen Risiken erwartet Kärcher für 2022 jedoch ein Ergebnis deutlich unter Vorjahresniveau.

Risiken

Weiterhin zunehmender Wettbewerbs- und Preisdruck, höhere Inflation in Folge steigender Material-, Fracht- und Energiekosten verbunden mit negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf bestimmte Industrien und Endverbraucher, strengere Gesetzesvorschriften, Personal- und Fachkräftemangel, zunehmende De-Globalisierung sowie geopolitische Konflikte stellen aus Sicht des Vorstands die größten Risiken für den Geschäftsverlauf 2022 dar.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Krise in der Ukraine und der bereits beschlossenen und zu erwartenden weitreichenden wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland gilt es die geschäftlichen Aktionen in der Region neu zu bewerten. Hierbei engagiert sich der Vorstand aktuell besonders für das Wohl der Mitarbeiter in der Ukraine und Russland. Der Vorstand evaluiert aktuell die Auswirkungen der Sanktionen auf das Geschäft. Derzeit ist es noch zu früh, um das volle Ausmaß der Eskalation zu bewerten. Laufende Investitionen werden aufgrund des aktuellen Konflikts ausgesetzt. Auch wenn die Region weniger als zehn Prozent des Konzernumsatzes erwirtschaftet, ist jedoch zu erwarten, dass, sofern es nicht zu einer kurzfristigen Lösung des Konfliktes kommt, deutliche Folgen für die Region und darüber hinaus zu erwarten sind. Vor diesem Hintergrund kann der Vorstand deutliche Ergebnis- und Liquiditätsbelastungen nicht ausschließen. Der Vorstand geht jedoch nach derzeitigem Kenntnisstand davon aus, dass diese aufgrund der guten Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung des Konzerns die Entwicklung des Konzerns nicht wesentlich negativ beeinflussen werden.

Außerdem wachsen die chinesischen Wettbewerber mit großer Dynamik und haben auf ihrem eigenen riesigen Binnenmarkt die Marktführerschaft übernommen. Die Qualität der Produkte ist technisch inzwischen auf einem guten Niveau, gleichzeitig sind die Herstellungskosten deutlich niedriger als in Europa. Kärcher ist der einzige Hersteller weltweit, der Hochdruckreiniger noch in nennenswerter Stückzahl außerhalb Chinas fertigt. Zum anderen haben einige Hauptwettbewerber durch Übernahmen mittlerweile eine ernstzunehmende Größe erreicht. Durch diese Übernahmen ist der Abstand zwischen Kärcher als weltgrößtem Reinigungshersteller und der Konkurrenz in den Produktgruppen Consumer Products geringer geworden.

Die Entwicklung der Corona-Pandemie stellt ein weiteres Risiko dar. Sich neu entwickelnde Corona-Virus Varianten können einerseits zu einer Reduzierung der erwarteten Umsatzentwicklung führen. Andererseits kann sich hierdurch auch die Nachfrage nach Hygienelösungen erhöhen. Weiterhin stellen die Verteuerung bestimmter Rohstoffe und die weltweiten Lieferengpässe auch Kärcher vor große Herausforderungen. Die Prognose auf den erwarteten Geschäftsverlauf bei Kärcher gestaltet sich daher als schwierig.

Aufgrund der starken Marke und hohen Innovationskraft hat Kärcher gute Voraussetzungen, sich im harten Wettbewerb auch weiter durchzusetzen. Zahlreiche Produktinnovationen wie der akkubetriebene Hochdruckreiniger für professionelle Anwender oder vernetzte Produkte sichern Kärcher eine starke Wettbewerbsposition. Neue Zelltechnologien können problemlos auf den Schnittstellen der Plattformen aufsetzen. Auch die Erweiterung der Kompetenzen im Bereich Kommunen und industrielle Reinigung bietet neue Marktchancen.

Zudem hat sich die Unternehmensgruppe in den letzten Jahren organisatorisch komplett neu aufgestellt und zahlreiche Projekte zur Effizienzsteigerung gestartet.

Negative Auswirkungen der Corona Pandemie auf den Geschäfts- und Produktionsbetrieb bei Kärcher konnten bislang durch konsequente Abstands- und Hygienemaßnahmen verhindert werden. Einzelne Virusinfektionen bei Kärcher waren in ihrer Auswirkung auf den Geschäftsbetrieb zeitlich und örtlich befristet. Die Engpässe an den Weltmärkten und in der Logistik konnten bislang ausreichend kompensiert werden. Eine nachhaltige Einschränkung in der Produktion oder der Distribution konnte bislang verhindert werden.

Der Ausblick wird weiter belastet durch die Unsicherheiten über die wirtschaftspolitischen Auswirkungen weiterer geopolitischer Spannungen. Auch regierungskritische Proteste in vielen Ländern sowie eine zunehmende De-Globalisierung könnten die Wirtschaft belasten. Versorgungsengpässe sowie die Entwicklung der Material- und Frachtkosten angesichts der Corona- Pandemie können sich negativ auf die Ergebnisentwicklung auswirken. Es wird erwartet, dass die Materialpreise im Jahr 2022 weiterhin hochbleiben. Bei den Frachtkosten erwartet der Vorstand tendenziell eine Stabilisierung im zweiten Halbjahr in Abhängigkeit vom Konflikt Russland & Ukraine.

Intensive Marktforschungsaktivitäten und die eigene weltweite Vertriebsorganisation ermöglichen es Kärcher, kurzfristig auf Veränderungen zu reagieren und sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Devisenkurse und Rohstoffpreise haben einen großen Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns, hohe Volatilitäten erschweren hierbei eine verlässliche Planung. Im Jahr 2021 haben insbesondere die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise und Logistikkosten das Ergebnis im Konzern nachteilig beeinflusst.

Als Instrumente zur Begrenzung von Währungsrisiken setzt Kärcher Devisentermingeschäfte, Währungsswaps und Devisenoptionen ein. Diese dienen der Absicherung künftiger Warengeschäfte und der daraus resultierenden Zahlungsströme, sowie der Absicherung der Kalkulationspreise auf der Einkaufsseite. Wie alle zur Sicherung eingesetzten Derivate erstrecken sich auch diese lediglich auf einen Teil der erwarteten Transaktionen. Derivative Finanzinstrumente werden nur mit unseren Kernbanken abgeschlossen und dienen grundsätzlich nur zu Sicherungszwecken, spekulative Positionen werden nicht gehalten. Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden als Bewertungseinheiten bilanziert. Die Effektivität der gebildeten Bewertungseinheiten wird regelmäßig überprüft.

Die Digitalisierung stellt nach wie vor eine große Herausforderung für die Unternehmensgruppe dar. Zum einen verändert die wachsende Bedeutung des Online-Handels die Vertriebslandschaft grundlegend und hat weitreichende Auswirkungen auf die Unternehmensgruppe, da der stationäre Handel ein sehr wichtiger Vertriebskanal ist. Zum anderen gewinnen digitale Geschäftsmodelle und digitale Produkte an Bedeutung, wodurch neuen Wettbewerbern der Markteintritt ermöglicht wird.

Kärcher hat im vergangenen Geschäftsjahr weiter in innovative und digitale Geschäftsmodelle investiert. Die Strukturen der Unternehmensgruppe werden stetig an die Anforderungen der zunehmenden Digitalisierung angepasst. Mit dem Erwerb und der Gründung weiterer lokaler SAP-Beratungsunternehmen in 2021 ist die lokale Präsenz in der IT-Kompetenz gestiegen. Durch diese Maßnahmen ist es möglich, mit den im digitalen Umfeld notwendigen Geschwindigkeiten auf Veränderungen zu reagieren. Kärcher verfügt zudem über diverse eCommerce-Lösungen, die laufend weiterentwickelt und verbessert werden. Aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen wird die Bedeutung des Risikos als moderat eingestuft.

In einer vernetzten Welt sind sensible Informationen leichter für Unbefugte zugänglich als in der Vergangenheit. Nicht nur Computer und Smartphones, auch Produktionsmaschinen werden im Zuge der Industrie 4.0 zu Informationsquellen. In den letzten Jahren ist die Zahl der von Cyberangriffen betroffenen Unternehmen stark angestiegen. Der Verlust oder Diebstahl sensibler Daten, der Ausfall von Computersystemen oder ganzen Produktionsanlagen birgt ein erhebliches Schadenspotenzial.

Um dem stetig wachsenden Druck durch Cyberkriminalität entgegenzuwirken, gibt es bei der Muttergesellschaft ein Managementsystem, mit dem Schwachstellen im Bereich Informationssicherheit erkannt und systematisch beseitigt werden können. Zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Informationssicherheit wurden umgesetzt bzw. sind für das kommende Geschäftsjahr geplant. Durch Erhebung von Kennzahlen wird sichergestellt, dass die Maßnahmen das Sicherheitsniveau wirksam verbessern. Beispielsweise zeigte die 2021 wiederholt konzernweit durchgeführte Messung des Sicherheitsbewusstseins der Mitarbeiter sehr gute Erfolge. Die Sicherheit von digitalen Produkten wird durch die Funktion des Internet of Things (IoT) Security Officers gewährleistet. Zudem wird das Risiko durch Einbindung externer Dienstleister begrenzt. Der Konzern ist somit gut aufgestellt, um Bedrohungen durch Hackerangriffe zu vermeiden bzw. entstandene Schäden zu reduzieren.

Um das generelle Forderungsausfallrisiko im Konzern zu begrenzen, hat die Muttergesellschaft eine weltweit gültige Warenkreditversicherung abgeschlossen. Mittlerweile deckt das Programm 26 Kärcher Gesellschaften ab und wird stetig erweitert. Somit wird den Risiken eines Forderungsausfalls entgegengewirkt.

In den Beschaffungsmärkten werden durch strenge Kriterien bei der Lieferantenauswahl und - kontrolle die Risiken von Produktionsstörungen und Qualitätsbeeinträchtigungen begrenzt. Risiken aus Preisänderungen der eingesetzten Rohstoffe werden durch Sicherungsgeschäfte begrenzt. Den Produkt- und Umweltschutzrisiken wird durch entsprechende Maßnahmen zur Qualitätssicherung Rechnung getragen. Für Haftungsrisiken und Schadensfälle gibt es weltweite Versicherungen. Kärcher ergreift bereits Maßnahmen, um auch den zukünftigen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die Bedeutung der genannten Risiken für den Konzern wird als gering eingestuft.

Kärcher setzt zur Steuerung und Kontrolle der geschäftlichen Aktivitäten ein umfassendes Managementsystem ein, in das weltweit alle Unternehmenseinheiten auf unterschiedlichen Ebenen eingebunden sind. Im Rahmen von strategischen und operativen Planungen werden Chancen und Risiken der künftigen Aktivitäten beurteilt und Maßnahmen zur Zielerreichung und Risikobegrenzung abgeleitet. Die für das Verständnis des Geschäftsverlaufes bedeutsamsten Leistungsindikatoren sind die Umsatzentwicklung und das Ergebnis vor Steuern. Das konzernweite Berichtssystem stellt den Entscheidungsträgern zeitnah die relevanten Informationen zur Verfügung, sodass Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt und in ihren Auswirkungen begrenzt werden können. Die Erwartungen des Unternehmens, dass sich alle Mitarbeiter der Kärcher Gruppe in ihrem geschäftlichen Handeln an Recht und Gesetz sowie an ethische Normen halten, sind in einem Verhaltenskodex formuliert. Durch Integritätsrichtlinien legt Kärcher darüber hinaus die zu beachtenden Grundregeln fest. Zudem sind Leitlinien zum Schutz personenbezogener Daten etabliert. Alle Mitarbeiter werden regelmäßig hinsichtlich dieser Leitlinien geschult. Unterstützend finden außerdem interne Revisionen bei den Konzerngesellschaften statt.

Die Überprüfung der aktuellen Risikosituation ergibt, dass für bestehende Risiken - soweit bilanzierungsfähig - ausreichend Vorsorge getroffen wurde und Entwicklungen, die den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten, derzeit nicht zu erkennen sind.

Chancen

Die Marke Kärcher wird durch hohe und ständig steigende Investitionen laufend ausgebaut. Die in den Vorjahren gestartete internationale Werbekampagne hat das Ziel, die Marke deutlich zu verjüngen und neue Zielgruppen anzusprechen. Zwei jeweils eigenständige 360°-Kampagnen greifen dabei aktuelle Trends auf. Ziel ist eine noch bessere Wahrnehmung sowie eine Modernisierung der Marke, um weltweit neue Kunden anzusprechen und dadurch Umsatzwachstum zu generieren. Dabei steht das Thema Werterhalt im Zentrum der neuen, ganzheitlichen Kampagnen, die über TV-Stationen, Social-Media-Kanäle, regional und weltweit bekannte Influencer sowie in Print-Formaten veröffentlicht werden. Reinigung trägt maßgeblich zum Werterhalt und zur Langlebigkeit von Gebäuden und Maschinen und damit zu Nachhaltigkeit bei.

In den letzten Jahren wurde die gesamte Unternehmensgruppe konsequent auf den Kunden ausgerichtet. Damit Reinigungsarbeiten einfacher, angenehmer und effizienter werden, wird permanent an neuen effektiven und effizienten Lösungen für alltägliche und globale Reinigungsprobleme gearbeitet.

Das weltweite Vertriebs- und Servicenetz wurde in den letzten Geschäftsjahren stark erweitert und wird auch in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Neben den Kärcher Centern findet direkter Kundenkontakt auch auf einer Vielzahl von Messen statt. Diese wurden in 2021 auch virtuell durchgeführt. Durch die konsequente Ausrichtung der gesamten Unternehmensgruppe auf den Kunden hat Kärcher sehr gute Voraussetzungen, die in den Märkten vorhandenen Wachstumspotenziale zu nutzen. Große Wachstumschancen bieten sich insbesondere durch die weitere Ausweitung des Sortiments, die Erschließung neuer Märkte und die Erhöhung von Marktanteilen. Positive Effekte sind aus der Markteinführung neuer innovativer Produkte, der neuen Marketingkommunikation "Bring back the WOW" sowie strategischer Partnerschaften zu erwarten.

Mit der Kärcher Municipal GmbH bündelt Kärcher alle zentralen Funktionen mit dem Ziel der vollumfänglichen Ausrichtung auf Kunden des Kommunaltechnikgeschäfts. Kärcher hat in 2021 in die Erweiterung der Fertigungstiefe investiert. Mit den beiden starken Marken Kärcher und Holder und dem kombinierten, breiteren Produktprogramm sind die Voraussetzungen geschaffen, um Kunden die bestmöglichen Lösungen anzubieten.

Kärcher optimiert weiter die gesamte Wertschöpfungskette vom Einkauf über die Produktion bis zur Logistik. Die neuen Strukturen ermöglichen die weltweite Steigerung der Produktivität und verbessern damit die Wettbewerbsfähigkeit merklich. So kann das Unternehmen der höheren Preissensibilität seiner Kunden bei gleichzeitig höheren Anforderungen zum Beispiel an die Liefergeschwindigkeit besser begegnen. Durch die erfolgreiche Überführung der Beschaffungsprozesse in eine integrierte digitale Lösung mit der Einführung von SAP Ariba wurden die Weichen Richtung Digitalisierung neu gelegt. Damit können den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen an den Einkauf begegnet und ein maximaler Wertbeitrag für die Supply Chain und Kärcher erzielt werden. Auch während der Hochphase der Corona-Pandemie bedingten Engpässe im 2. Halbjahr konnten die Bedarfe an Produktionsmaterial gedeckt werden. Hierbei half die lokale Lieferantenstruktur ergänzt mit einem Zweitlieferanten in einem Best-Cost-Country. Die geografische Diversifizierung der Lieferketten wird nach den bisherigen Erfahrungen aus der Corona-Krise intensiviert und durch den bereits gestarteten Aufbau von lokalen Produktionsstätten weiter vorangetrieben. Somit können derzeitige und zukünftige Engpasssituationen im Bereich der Transportkapazitäten weltweit und steigende Transportkosten verursacht durch die Corona-Pandemie sowie geopolitischen Konflikten entgegengewirkt werden.

Zahlreiche Prozesse in der Unternehmensgruppe wurden bereits standardisiert und digitalisiert. Dies ermöglicht effizientere Abläufe und die spürbar bessere Nutzung globaler Synergieeffekte. Die in Vorjahren im Bereich Künstliche Intelligenz gestarteten Projekte wurden vorangetrieben. Unterstützend arbeiten Datentechniker an einer konzernweiten IT-Plattform zur Bereitstellung relevanter Daten. Die in Vorjahren begonnene und im abgelaufenen Geschäftsjahr weitergeführte Neuordnung der weltweiten Produktion erhöht die Wirtschaftlichkeit der Werke. Weltweite Standards stellen die Qualität der Produkte und Bauteile unabhängig vom Ort der Herstellung sicher. Das Logistikkonzept mit der Schaffung dezentraler Lager ermöglicht es, die Liefergeschwindigkeit zu erhöhen und die laufend steigenden Transportaufwendungen zu reduzieren. Durch die geplanten und teilweise bereits umgesetzten Maßnahmen ist Kärcher gut aufgestellt, um weiter zu wachsen und die Ertragskraft zu erhöhen.

Kärcher besitzt eine globale Organisation mit schlagkräftigen Einheiten in den einzelnen Regionen. Die etablierte Regionalstruktur ermöglicht die effizientere Steuerung der Unternehmensgruppe und den Aufbau übergreifender Strukturen und Kompetenzen in den Regionen. Kleinere und mittlere Vertriebsgesellschaften können direkt auf Experten in einzelnen Bereichen zurückgreifen. In den stark wachsenden Märkten Osteuropa, Afrika und Asien wird das Händlernetz durch eigene Vertriebsgesellschaften ständig ausgebaut. Kärcher hat so die Chance, die Umsatzanteile auch in diesen Wachstumsregionen auszuweiten und die Globalisierung voranzutreiben.

Das in zahlreichen Ländern bereits eingeführte CRM-System ermöglicht Kärcher, den Kunden maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. So werden neben flexiblen Leasingmodellen auch Miet- und Gebrauchtgeräte angeboten. Kunden haben die Möglichkeit, einzelne Serviceleistungen modular zusammenzustellen oder ganze Servicepakete zu erwerben. Eine Neuausrichtung des Servicekonzepts soll zudem eine verbesserte Kundenorientierung gewährleisten. Durch diese Maßnahmen ist es möglich, den Bedürfnissen einzelner Kundengruppen noch besser gerecht zu werden und die Marktstellung insbesondere in der Geschäftseinheit Professional nachhaltig auszubauen.

Kärcher hat hoch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter. Neben der qualifizierten Aus- und Weiterbildung im Unternehmen durch den neu eingerichteten Kärcher Campus wird die Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen ständig ausgebaut. Investitionen in eigene Ausbildung, Weiterbildung, Persönlichkeitsentwicklung und Führungskräfteentwicklung sind weiterhin konsequent. Die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber wird durch ein hochmodernes Vergütungssystem, flexible Arbeitszeitmodelle sowie Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf laufend erhöht. Regelmäßig stattfindende Mitarbeiterbefragungen ermöglichen die aktive Beteiligung der Mitarbeiter. Im härter werdenden Wettbewerb um Fachkräfte hat Kärcher somit auch weiterhin eine gute Ausgangslage. Dem aufgrund des demographischen Wandels absehbaren Fachkräftemangel sieht die Unternehmensgruppe deshalb gelassen entgegen.

Auch an der Unternehmensspitze gibt es ein hohes Maß an Kontinuität. Die Vorstände sind seit vielen Jahren im Unternehmen, sodass sich langfristig angelegte Strategien entwickeln und umsetzen lassen.

Eine exzellente Unternehmenskultur ist für den langfristigen Erfolg der Unternehmensgruppe sehr wichtig. In einem weltweiten, langfristig angelegten Projekt hat Kärcher 2016 begonnen, die in über 80 Jahren gewachsene Unternehmenskultur weiterzuentwickeln. Hintergrund ist das schnelle Wachstum der vergangenen zehn Geschäftsjahre sowie die aktuellen Herausforderungen insbesondere durch die Digitalisierung. Ein Schwerpunkt bildet weiterhin die kontinuierliche Optimierung sämtlicher Prozesse und Systeme entlang der Wertschöpfungskette unter dem Gesichtspunkt der Effizienz und Nachhaltigkeit durch eine Fokussierung auf die Anforderungen der Kunden. Zu Beginn des Jahres 2022 wurde das Unternehmensleitbild durch die Gesellschafter überarbeitet. Eine Sinnstiftende Kultur an denen sich die Mitarbeiter orientieren sollen wird zukünftig die Unternehmensgruppe prägen. Dies wurde aufgrund einer weltweiten Mitarbeiterbefragung erarbeitet. Die Unternehmensgruppe ist damit gut gerüstet, auch in Zukunft erfolgreich am Markt zu agieren und sich schnell an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Kärcher ist ein traditionsreiches Familienunternehmen mit einer durch die Gesellschafter unterstützten langfristigen Unternehmensausrichtung. Das Unternehmen hat eine hohe Innovationskraft und verfügt über die finanzielle Unabhängigkeit, notwendige Zukunftsinvestitionen umzusetzen. Nach Einschätzung des Vorstands ist Kärcher für die Herausforderungen der kommenden Jahre gut gerüstet und wird in der Lage sein, die Marktführerschaft im Reinigungsmarkt auch unter erschwerten Bedingungen auszubauen.

 

Winnenden, den 15. März 2022

Kärcher SE
handelnd als Komplementärin

Der Vorstand

Hartmut Jenner, Vorsitzender des Vorstands

Christian May, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands

Dieter Grajer

Michael Häusermann

Stefan Patzke

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Alfred Kärcher SE & Co. KG, Winnenden

EINGESCHRÄNKTES PRÜFUNGSURTEIL ZUM KONZERNABSCHLUSS UND PRÜFUNGSURTEIL ZUM LAGEBERICHT

Wir haben den Konzernabschluss der Alfred Kärcher SE & Co. KG, Winnenden, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie den Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Alfred Kärcher SE & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss mit Ausnahme der Auswirkungen der im Abschnitt "GRUNDLAGE FÜR DAS EINGESCHRÄNKTE PRÜFUNGSURTEIL ZUM KONZERNABSCHLUSS UND FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL ZUM KONZERNLAGEBERICHT" beschriebenen Sachverhalte in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a HGB geltenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der Konzernabschluss vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit einem den deutschen gesetzlichen Vorschriften entsprechenden Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung mit Ausnahme der genannten Einschränkungen des Prüfungsurteils zum Konzernabschluss zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DAS EINGESCHRÄNKTE PRÜFUNGSURTEIL ZUM KONZERNABSCHLUSS UND FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL ZUM KONZERNLAGEBERICHT

Entgegen § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a) und b) HGB wurden im Konzernanhang die Gesamtbezüge des Geschäftsführungsorgans sowie früherer Geschäftsführer und die für diese gebildeten Pensionsrückstellungen nicht angegeben. Des Weiteren fehlt in der Konzernkapitalflussrechnung die von DRS 21.46 in Verbindung mit DRS 21.42 geforderte Aufgliederung des Cashflows aus der Investitionsstätigkeit für das Geschäftsjahr 2021.

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt.

Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS" unseres eingeschränkten Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser eingeschränktes Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und für unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen, für Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a HGB geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, 16. März 2022

BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Andreas Müller, Wirtschaftsprüfer

Boris Weber, Wirtschaftsprüfer

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