DORMA-Glas GmbHLiquidiert

32107 Bad Salzuflen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Lemgo HRB 2238
Eingetragen
4.11.1994
Branche
Herstellung, Veredlung und Bearbeitung von sonstigem Glas einschließlich technischen GlaswarenHerstellung von Flaschen und anderen Behältnissen aus GlasGroßhandel mit Flachglas
Gegenstand
Die serienmäßige Herstellung und der Vertrieb von Glas- und Glastürbeschlägen jeder Art einschließlich des Zubehörs, die Be- und Verarbeitung von Glas sowie jede sonstige Tätigkeit, die geeignet ist, den Gegenstand des Unternehmens zu fördern.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Gregor Schnitzler
seit 9.10.2023
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Aliante Equity 3 S.p.A.ITA
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
520.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

DORMA-Glas GmbH

Bad Salzuflen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

1 Grundlagen der Gesellschaft

Die DORMA-Glas GmbH (im Folgenden auch kurz "DORMA-Glas" oder "Gesellschaft" genannt) gehört zu den im Markt etablierten und bekannten Entwicklern und Produzenten von Produkten rund um die Glastür und bietet seinen Kunden ein breites Portfolio von Lösungen an. Die serienmäßige Herstellung von Glastürbeschlägen, Türschienen, Schiebetürsystemen und horizontalen Schiebewandsystemen sowie entsprechendes Zubehör sind die Hauptgeschäftsfelder der Gesellschaft.

Mit Wirkung zum 01. November 2021 wurde die DORMA-Glas GmbH von der dormakaba Deutschland GmbH an die Unternehmensgruppe Aliante Equity Tre S.p.A. mit Sitz in Italien veräußert. Gleichzeitig wurde mit der 100%-Gesellschafterin Titanus GmbH, Bad Salzuflen, ein Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft 2023 ist weiter durch den Krieg in der Ukraine und durch den Rückgang des Wachstums in China 1 geprägt. Als Folge daraus hat die europäische Wirtschaft stark gestiegene Energiepreise, hohe Inflationsraten und ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum zu tragen.

Für die Weltwirtschaft wurde für 2023 ein Wachstum von 2,9 % prognostiziert, wobei für Europa lediglich ein Wachstum von 0,7 % erwartet wurde. 2

Tatsächlich hat sich ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,1% eingestellt. 3 Für 2024 wird ebenfalls mit einem Wachstum von 3,1 % prognostiziert.

1 China - Wachstum des BIP bis 2028 | Statista
2 IWF hebt Prognose an | tagesschau.de
3 Infografik: Wachstum des weltweit realen BIP bis 2028 | Statista

Nach 2023 wird das globale Wachstum mit mittelfristig etwa 3,1 % erwartet. 4 Damit liegt das globale Wachstum im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahrzehnten unter dem "historischen Durchschnitt". Vor dem Hintergrund der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Lage zeigt die Wirtschaft dennoch eine unerwartet hohe Widerstandsfähigkeit, sodass keine Rezession der Weltwirtschaft erwartet wird. 5

Deutschland

Deutschland ist im letzten Jahr in eine Rezession geraten, im Jahr 2023 war das Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. Im vierten Quartal 2023 ist das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen, nachdem die Wirtschaftsleistung in den beiden Quartalen davor stagnierte. Laut statistischem Bundesamt waren insbesondere Investitionen in Bauten und Ausrüstungen niedriger als im Vorquartal. 6

Die Inflationsrate lag im Januar 2023 mit 8,7 % über den Höchstständen zum Jahresende 2022. Aufgrund nachlassender Energiepreise war eine gewisse Entspannung zu beobachten und die Inflationsrate ist bis zum August 2023 auf 6,1% zurückgegangen und im Dezember 2023 weiter auf 3,7 % gefallen. 7

Relevanter Markt

Seit 2017 verzeichneten alle drei Segmente (Wohnungsbau, Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau) einen stetigen Umsatzanstieg bis in das Jahr 2022, wobei der Wohnungsbau in diesem Zeitraum seinen Höhepunkt von 61,3 Mrd. EUR erreichte.

Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen, gekennzeichnet durch hohe Zinsen und Inflation und somit gestiegene Baukosten, wird prognostiziert, dass im Jahr 2024 die Bautätigkeit im Wohnungsbausegment ein Tief von 50,5 Mrd. EUR verzeichnen wird.

Für den Zeitraum von 2017 - 2024 ergibt sich im Wohnungsbau ein durchschnittliches Wachstum von 2,7 %, während der Wirtschaftsbau ein durchschnittliches Wachstum von 6,2 % und der öffentliche Bau ein durchschnittliches Wachstum von 4,9 % aufweisen.

Die deutsche Flachglasindustrie verzeichnet ein kontinuierliches Wachstum der Umsätze von 4,2 % im Zeitraum 2017 - 2022. Aufgrund der COVID-19-Pandemie kam es 2020 zu einem leichten Umsatzrückgang. Im Jahr 2021 hatte sich dieser bereits erholt und es konnte ein Wachstum von 15% (2020 - 2022) verzeichnet werden. Für den Zeitraum von 2023 bis 2028 wird eine jährliche Wachstumsrate von etwa 0,2 % prognostiziert. 8

2.2 Forschung und Entwicklung

4 Infografik: Wachstum des weltweit realen BIP bis 2028 | Statista
5 IWF hebt Prognose für Weltwirtschaft 2023 leicht an | tagesschau.de
6 Wirtschaftswachstum: Deutschland zwischen Rezession und Stagnation | Statista
7 Inflationsrate in Deutschland von Januar 2022 bis Januar 2024 | Statista
8 Mordor Intelligence, Statista, IBIS World, Bauindustrie in enomyc Sanierungskonzept nach IDW S 6, Entwurf vom 26.02.2024

Die vorhandenen Entwicklungskapazitäten in Bad Salzuflen und die laufenden Prozessverbesserungen sollen dazu beitragen, dass die DORMA-Glas mit Innovationen und Produktweiterentwicklungen am Markt punkten kann.

Das Geschäftsjahr war von der Neuentwicklung von Balkon-Schiebewand-Systemen und der Weiterentwicklung des UNIQUIN-Trennwandsystem geprägt. Für einige Produkte wurde eine Anpassung an länderspezifische Erfordernisse umgesetzt. Investitionen in Software und Schulungen von Mitarbeitern in verschiedenen Bereichen haben Kosteneffizienzmaßnahmen unterstützt. Diese Anforderungen sind Bestandteil der globalen Produktausrichtung und der Strategie der DORMA-Glas als Teil der Aliante Gruppe. Mit TEUR 1.099 Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im Berichtsjahr hat die DORMA-Glas 2,9% (Vorjahr: 2,4%) vom Umsatz in die Forschung und Entwicklung investiert.

Zum Bilanzstichtag sind insgesamt 8 Mitarbeiter in der F&E-Abteilung der DORMA-Glas tätig.

2.3 Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2023 stand für die DORMA-Glas im Zeichen eines insgesamt geschwächten Marktes und der Neuausrichtung des Vertriebs auf das Endkundengeschäft. Dies führte dazu, dass die gesteckten Umsatz- und Ergebnisziele für 2023 nicht erreicht wurden.

Wichtige finanzielle Leistungsindikatoren, nach denen die Geschäftsführung die Gesellschaft gesteuert hat, sind die Umsatzerlöse und ein adjusted EBIT. Die Anpassungen der EBIT-Größe betreffen Management Fees an die Gesellschafter sowie Fremdwährungseffekte, die für Steuerungszwecke unberücksichtigt bleiben.

Die KPI-Größen sind im Jahr 2023 entgegen der Planung nicht moderat gewachsen. Sowohl Umsatz als auch adjusted EBIT lagen stark unter den Erwartungen. Gründe für die Abweichung im Umsatz sind insbesondere die schwierige allgemeine Marktlage und ein in der Prognose überschätzter Effekt aus der Neuausrichtung des Vertriebs. Die Abweichung des adjusted EBIT erklärt sich maßgeblich aus dem Volumeneffekt.

Der Markt hat sich hinsichtlich der Vertriebswege vom traditionellen Vertrieb über die Einscheiben- Sicherheitsglas-Hersteller hin zum Onlinebusiness und Baubeschlaghandel verändert. Dies führt zu rückläufigen Umsätzen in den bisherigen Absatzkanälen, die sich durch die sich weiterhin in Aufbau befindlichen neuen Vertriebskanäle teilweise kompensieren lassen.

Infolge der Eigenständigkeit der DORMA-Glas beschäftigt die Gesellschaft nunmehr auch Vertriebsmitarbeiter im europäischen Ausland, die vor Ort die ausländischen Kunden betreuen.

2.4 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.4.1 Ertragslage

Das schwierige Marktumfeld hat die Umsatzentwicklung und Ertragslage im Geschäftsjahr 2023 maßgeblich begründet.

Umsatz nach Regionen

2023 2022
T€ % vom Umsatz TE % vom Umsatz
Inland 20.851 54,2 21.855 53,3
EU 11.401 29,7 12.661 30,9
nicht-EU 6.201 16,1 6.463 15,8
Umsatz 38.453 100,0 40.979 100,0

Gewinn- und Verlustrechnung

2023 2022
T€ % vom Umsatz T€ % vom Umsatz
Umsatz 38.453 100,0 40.979 100,0
Bestandsveränderung -708 -0,7 275 0,7
Materialaufwand 14.884 38,7 17.056 41,6
Personalaufwand 16.968 44,1 16.921 41,3
Abschreibungen 979 2,5 1.035 2,5
Sonstiger Betriebsaufwand 7.994 20,7 7.220 17,6
Sonstiger Betriebsertrag -1.294 -3,4 -1.004 -2,4
Sonstige Steuern 80 -0,2 82 0,2
Betrieblicher Aufwand 39.613 103,0 41.310 100,8
Betriebsergebnis -1.868 -4,9 -56 -0,1
Finanzergebnis 653 1,7 -532 -1,3
Ergebnis nach Steuern -1.215 -3,2 -588 -1,4

Die Materialquote betrug 38,7 % und lag damit 2,9 %-Punkte unter dem Vorjahr.

Die Personalkostenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,8%-Punkte auf 44,1% angestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen TEUR 1.294. Dieser Wert resultiert im Wesentlichen aus der Auflösung von Pensionsrückstellungen (TEUR 1.089), aus Währungsumrechnungen (TEUR 52) und aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 77).

Das adjusted EBIT beträgt TEUR -1.213 und liegt damit deutlich unter dem Vorjahreswert in Höhe von TEUR 385.

Das positive Zinsergebnis beträgt TEUR 653. Dieser Wert resultiert aus Zinserträgen aus verbundenen Unternehmen sowie aus dem Zinsaufwand (Aufzinsung) von Rückstellungen.

Die Gesellschaft erzielt zum 31.12.2023 ein Periodenergebnis vor Verlustausgleich in Höhe von TEUR -1.215 nach TEUR -588 zum 31.12.2022. Der tatsächliche Verlust wird aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages mit der Titanus GmbH, Bad Salzuflen, von dieser ausgeglichen.

2.4.2 Finanzlage

2.4.2.1 Kapitalstruktur

Die Eigenkapitalquote ist von 32,9 % zum 31.12.2022 leicht auf 35,3 % zum 31.12.2023 angestiegen. Bei gleichbleibendem Eigenkapital wirkte sich die um TEUR 2.821 gesunkene Bilanzsumme geringfügig aus.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen reduzierten sich um TEUR 961 bzw. um 4,4 % auf TEUR 20.760. Die Entwicklung des Rententrends von 2,2 % auf 1,9 % sowie ein höherer Zinssatz von 1,83 % (Vj 1,78 %) sind entscheidende Faktoren für die signifikante Reduzierung (EUR 0,9 Mio.) der Pensionsverpflichtungen.

Die Verbindlichkeiten haben sich durch eine niedrigere Geschäftstätigkeit von TEUR 5.250 bei TEUR 2.999 reduziert. Diese Reduzierung resultiert aus niedrigeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR -2.164).

2.4.2.2 Finanzierung und Liquidität

Die DORMA-Glas verfügt zum Bilanzstichtag über Bankguthaben von TEUR 1.932, wovon TEUR 300 als Sicherheit für eigene Verbindlichkeiten bei den Banken hinterlegt sind und somit nicht zur freien Verfügung stehen. Umfangreiche liquide Mittel wurden der Gesellschafterin zur Verfügung gestellt und finden sich in den Forderungen gegen verbundene Unternehmen wieder.

Der frei verfügbare Bestand an flüssigen Mitteln beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 1.632.

Der Jahrescashflow (Periodenergebnis vor Verlustausgleich korrigiert um Abschreibungen und die Veränderung der langfristigen Rückstellungen) betrug TEUR -1.197.

Aufgrund der immer noch als unsicher wahrgenommenen Weltwirtschaftslage hat die Gesellschaft der Sicherung der Liquiditätsversorgung oberste Priorität eingeräumt und dabei das Forderungsmanagement weiterhin stark in den Fokus gerückt.

2.4.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme reduzierte sich im Berichtsjahr um TEUR 2.821 auf TEUR 40.192

Dem niedrigeren Vorratsvermögen (TEUR -2.152), Anlagevermögen (TEUR -1.064) und den niedrigeren Forderungen aus Lieferung und Leistungen (TEUR -1.464) stehen höhere sonstige Vermögensgegenstände (TEUR +236) entgegen, wobei sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf TEUR 18.446 erhöht haben (TEUR +2.939). Die liquiden Mittel haben sich von TEUR 3.146 um TEUR 1.215 auf TEUR 1.932 vermindert.

Die Gesellschaft hat Investitionen in Höhe von TEUR 165 in das Anlagevermögen getätigt, im Wesentlichen für eine CNC-Fräsmaschine. Den Investitionen stehen planmäßige Abschreibungen von TEUR 979 gegenüber. Die zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Forderung gegen verbundene Unternehmen beinhaltet die Ergebnisausgleichsforderung gegen die Titanus GmbH, Bad Salzuflen.

2.4.4 Gesamtwürdigung des Geschäftsverlaufs und der Lage der Gesellschaft

Das beschriebene schwierige Marktumfeld hat das Erreichen der Wachstumsziele der DORMA- Glas im Geschäftsjahr 2023 stark beeinträchtigt. Zusätzlich hierzu weist DORMA-Glas für den erreichten Umsatz eine zu hohe Mitarbeiterausstattung aus. Auch die zum Vorjahr deutlich verbesserte Rohertragsmarge konnte die zu hohe Fixkostenstruktur nicht kompensieren, was letztendlich zu einem negativen Unternehmensergebnis geführt hat. Vor diesem Hintergrund wurde zum Jahresende ein Sanierungskonzept mit gutachterlicher Stellungnahme zur Sanierungsfähigkeit erstellt. Das Gutachten ist mittlerweile erstellt worden und die beauftragte Unternehmensberatungsgesellschaft gelangte zu der abschließenden Einschätzung, dass die Titanus Gruppe, bestehend aus der Titanus GmbH und der DORMA-Glas GmbH, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit saniert werden kann.

3 Chancen- und Risikobericht

3.1 Auswirkungen durch Inflation und Zinsentwicklungen

Die Inflationsrate in Deutschland ist von 8,7 % im Jahr 2022 auf 5,9 % im Jahr 2023 gesunken 9. Ab September war ein kontinuierlicher Rückgang bis auf 3,7 % im Dezember 2023 zu verzeichnen. Ein wesentlicher Faktor für die aktuelle Bauzurückhaltung waren die anhaltenden Preissteigerungen im Bausektor zusammen mit den gestiegenen Bauzinsen, erst im Dezember 2023 war ein Rückgang der Bauzinsen zu erkennen.

Mit dem mobilen Arbeiten geht jedoch auch ein dauerhaft reduzierter Bedarf an Büroräumen einher.

Gleichzeitig wird aber auch ein höherer Bedarf an der Modernisierung von Büroflächen, Hotels und Einkaufszentren erwartet, was eine zunehmende Nachfrage auch für eine erweiterte Angebotspalette bedeuten kann.

3.2 Chancen durch Agilität und Kundenfokussierung

Zur aktuellen Angebotspalette gehören unter anderem Produkte für Ganzglasanlagen, horizontale Schiebewände, Glasinnentüren oder ganzheitliche Glas-Trennwandsysteme. Mit Fokussierung auf die Kunden sowie durch die Eigenständigkeit der Gesellschaft bestehende größere Agilität, auf Kundenbedürfnisse schneller und zielorientierter reagieren zu können, werden die Kundenzufriedenheit weiter steigen und Marktanteile in unserem Nischenmarkt gewonnen werden können.

Zudem werden in den wichtigsten europäischen Märkten die Vertriebsaktivitäten weiter verstärkt, um auch außerhalb Deutschlands mit unseren Produkten näher am Kunden sein zu können.

3.3 Risikomanagement

Die DORMA-Glas GmbH ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit den allgemeinen, jeglichem unternehmerischen Handeln immanenten Risiken ausgesetzt, die das Erreichen der Ziele erschweren können. Aufgrund dessen ist es unter Umständen notwendig, dass bestimmte kalkulier- und beherrschbare Risiken eingegangen werden. Die DORMA-Glas GmbH definiert Risiko dabei als Möglichkeit des Eintritts eines Ereignisses, welches die Erreichung der festgelegten Ziele negativ beeinflussen kann.

Das aktuelle Risikomanagement der DORMA-Glas wird durch das Geschäftsführungsteam, bestehend aus dem Geschäftsführer, der Standortleitung und der kaufmännischen Leitung betreut.

9 Inflationsrate in Deutschland von Januar 2022 bis Januar 2024 | Statista

3.4 DORMA-Glas Risiko-Situation

Sinkende Kaufkraft und steigende Finanzierungskosten werden weiterhin existent sein.

Neben geopolitischen Risiken bestehen aber auch Risiken durch den demographischen Wandel 10 , der sich nicht nur auf die Verfügbarkeit von Fachkräften auswirkt, sondern auch die Sozialsysteme und die öffentlichen Finanzen belastet. Dem Fachkräftemangel wirkt die DORMA- Glas durch gezielte, bedarfsorientierte Ausbildung entgegen.

Eine darüberhinausgehende Beeinträchtigung der zukünftigen Finanz-, Vermögens- und Ertragslage resultiert aus den im weiteren Verlauf beschriebenen bestandsgefährdenden finanziellen Risiken. Insofern bestehen wesentliche Risiken, die die Unternehmensfortführung gefährden könnten.

3.4.1 Produktionsausfallrisiko

Ein wesentliches Risiko der DORMA-Glas im Bereich der Produktherstellung ist der Eintritt einer nachhaltigen Betriebsunterbrechung am Produktionsstandort Bad Salzuflen, beispielsweise durch einen Maschinenausfall. Auch Lieferantenausfälle und Qualitätsmängel der Rohstoffe und Bauteile stellen ein (Preis-)Risiko dar. Die Minimierung bzw. Eliminierung des Brandrisikos ist ein zentrales Ziel der vorhandenen Loss-Prävention-Programme. Über diese werden regelmäßig Maßnahmen im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes aktualisiert, erarbeitet und umgesetzt.

Es werden Planungsmethoden eingesetzt, um Möglichkeiten zur Einführung neuer Produkte oder zur Feinabstimmung des Geschäftsansatzes auf bestimmten Märkten zu finden. In diesem Zusammenhang werden die Versorgungsketten genau beobachtet, um sicherzustellen, dass drohende Störungen durch notleidende Lieferanten oder regulatorische Hindernisse frühzeitig erkannt werden und eine adäquate Reaktion eingeleitet werden kann. Die Überwachung und Neubewertung der aktuellen Situation ist institutionalisiert und wird in schnellem Tempo wiederholt, um mit den geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen Schritt zu halten. Ziel ist es, in der Lage zu sein und zu bleiben, schnell und angemessen auf mögliche Veränderungen zu reagieren.

In den Fertigungsprozessen bestehen verfahrensbedingt Risiken, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Die Gesellschaft investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutzmaßnahmen und eine Zertifizierung nach ISO 14001, um diese Risiken weitestgehend zu minimieren.

3.4.2 Vertriebsrisiken

Für DORMA-Glas als im oberen Preissegment tätiger Hersteller und Lieferant von Premiumprodukten stellt der Preisdruck in relevanten Märkten sowie der Verlust der Reputation als Premium- Lieferant infolge von Qualitätsproblemen wesentliche Vertriebsrisiken dar. Diese Risiken werden durch das implementierte Qualitätsmanagementsystem an dem eigenen Produktionsstandort, ein Materialgruppenmanagement und standardisierte qualitätsgesicherte Produkteinführungsprozesse adressiert.

10 Die Folgen des demografischen Wandels | Demografischer Wandel | bpb.de

In der Risikoart Produktentwicklung wurden die Risiken Innovationsschwäche, technologische Überalterung, Produktdesign sowie Forschung und Entwicklung bewertet. Verstärkte Entwicklungskapazitäten, Prozessverbesserungen und ein enger Kontakt zu Markt und Kunden sind nur eine Auswahl von Maßnahmen, die zur Minimierung dieser Risiken und zur Sicherung der guten Marktstellung der Gesellschaft umgesetzt wurden.

3.4.3 IT-Risiken

Aufgrund der Stützung der wesentlichen Geschäftsprozesse auf IT-Systeme stellen deren Ausfall sowie der nachhaltige Verlust von Daten durch Bedien- und Programmfehler oder sonstige externe Einflüsse wesentliche Risiken dar. Zur Begrenzung des Ausfallrisikos von anwendungskritischen Systemen wird auf übliche Standards wie z. B. Virenscanner, Firewall Systeme, Zugangs- und Zugriffskontrollen sowie redundante Netzverbindungen gesetzt. Die Workstation und Server sind neben dem klassischen Viren Scanner mit einem EDR Client ausgestattet worden.

3.4.4 Finanzielle Risiken

Die DORMA-Glas ist aufgrund ihrer internationalen Tätigkeit verschiedenen finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Diese umfassen neben Liquiditäts- und Kreditrisiken vor allem Marktpreisrisiken (Zins-, Währungs- und andere Preisrisiken).

Kundenforderungsausfallrisiken werden durch ein nachgelagertes Mahnwesen begrenzt.

Die Erstellung des Jahresabschlusses der DORMA-Glas GmbH erfolgt unter der Annahme der Unternehmensfortführung. Für die Titanus Gruppe (Titanus GmbH sowie DORMA-GLAS GmbH) wurde die Erstellung eines Sanierungskonzeptes nach dem Standard des Institutes der Wirtschaftsprüfer IDW S 6 "Anforderungen an die Erstellung von Sanierungskonzepten" beauftragt. Im Rahmen des Berichtes und der Schlussbemerkung wurde durch die beauftragte Unternehmensberatungsgesellschaft eine Beurteilung der handelsrechtlichen Fortführungsprognose (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) abgegeben. Das Fortführungskonzept enthält als Kernstück eine integrierte Vermögens-, Finanz- und Ertragsplanung für die Geschäftsjahre 2024 bis 2027, um die Fortführungsfähigkeit darzustellen. Die beauftragte Unternehmensberatungsgesellschaft gelangte zu der abschließenden Einschätzung, dass die Titanus Gruppe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit saniert werden kann. Erste Sanierungsmaßnahmen wurden bereits initiiert. Die Unternehmensfortführung hängt von der erfolgreichen weiteren Umsetzung der Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen sowie vom Abschluss einer Factoringvereinbarung bis Mitte 2024 ab. Insofern bestehen wesentliche Risiken, die die Unternehmensfortführung gefährden könnten. Ansonsten ist das Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen.

4 Gesamtwürdigung der Risiko- und Chancenlage sowie Prognose

Die Dorma-Glas GmbH bewegt sich in einem anspruchsvollen Marktumfeld im Bereich der Bauindustrie. Im B2B hat sich das Unternehmen aufgrund der Markenbekanntheit bereits gut am Markt positioniert. Insgesamt stellen die wesentlichen Markttrends gestiegene Baukosten, Zinserhöhungen und Fachkräftemangel Dorma-Glas vor Herausforderungen, an die sich das Unternehmen anpassen muss. Die Zunahme von Renovierungs- und Sanierungsprojekten bietet das Potenzial, neue Aufträge zu generieren und stellt somit eine bedeutende Chance dar. Eine Stärkung des Vertriebs (besonders Neukundenakquise) und der Eintritt in neue Märkte wird daher von Vorteil sein.

Die Risiken haben sich gegenüber dem Vorjahr insgesamt erhöht. Es bestehen wesentliche Risiken, die die Unternehmensfortführung gefährden könnten.

Die Umsatzerlöse werden im Jahr 2024 konstant erwartet und zeigen dann einen moderaten Anstieg im Jahr 2025 und 2026. Das Auslaufen des Vertriebsvertrages mit der ehemaligen Muttergesellschaft dormakaba zum 31.12.2024 enthält einerseits das Risiko, Kunden zu verlieren, jedoch auch die Chance, in Deutschland als auch in anderen europäischen Zielmärkten die Märkte mit einer eigenen Vertriebsmannschaft zu bearbeiten und die Umsatzerlöse zu steigern. Vorbereitende Vertriebsmaßnahmen sind im Jahr 2024 geplant, um das Risiko, Kunden zu verlieren, zu minimieren.

Für 2024 wird ein adjusted EBIT leicht unter Vorjahresniveau erwartet. Dabei sind Effekte aus der Umsetzung von Optimierungsmaßnahmen und aus einmaligen Kosten der Umsetzungsmaßnahmen des Transformationsprogramms, insbesondere den Kosten des Sozialplans und den geplanten externen Beratungskosten, berücksichtigt.

 

Bad Salzuflen, 12. Juni 2024

gez. Gregor Schnitzler, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 866.429,00 1.166.582,00
866.429,00 1.166.582,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.595.100,39 6.933.124,39
2. Technische Anlagen und Maschinen 829.933,00 993.633,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 348.390,05 508.205,44
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 106.411,30 208.500,00
7.879.834,74 8.643.462,83
8.746.263,74 9.810.044,83
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.198.943,40 5.610.351,07
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 2.691.505,61 3.274.964,04
3 Fertige Erzeugnisse und Waren 875.978,77 1.033.157,67
7.766.427,78 9.918.472,78
II Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.347.729,19 3.811.416,09
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 18.445.666,48 15.506.090,30
3. Sonstige Vermögensgegenstände 900.416,93 664.449,80
(davon mit einer Laufzeit größer 1 Jahr € 502.904,67; Vorjahr € 468.723,37)
21.693.812,60 19.981.956,19
III Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.931.611,26 3.146.157,73
31.391.851,64 33.046.586,70
C. Rechnungsabgrenzungsposten 53.489,72 155.899,96
40.191.605,10 43.012.531,49

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 520.000,00 520.000,00
II. Kapitalrücklage 4.294.851,80 4.294.851,80
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 9.353.531,38 9.353.531,38
14.168.383,18 14.168.383,18
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 20.759.612,00 21.720.995,00
2. Steuerrückstellungen 0,00 2.835,55
3. Sonstige Rückstellungen 2.264.423,12 1.870.351,77
23.024.035,12 23.594.182,32
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 539,84
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.391.719,83 4.555.563,09
3. Sonstige Verbindlichkeiten 607.466,97 693.863,06
(davon aus Steuern € 140.283,80; Vorjahr € 154.378,59)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 14.889,69; Vorjahr € 2.390,53)
2.999.186,80 5.249.965,99
40.191.605,10 43.012.531,49

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2023 1.1.-31.12.2022
1. Umsatzerlöse 38.452.734,80 40.979.260,68
2. Verminderung bzw. Erhöhung des Bestands an unfertigen und fertigen Erzeugnissen -708.163,90 275.496,74
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.293.581,62 1.003.589,97
(davon aus der Währungsumrechnung € 52.361,80; Vorjahr € 198.823,06)
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 13.869.478,07 15.647.438,36
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.014.542,24 1.408.911,01
14.884.020,31 17.056.349,37
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 13.881.598,06 12.408.691,83
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.086.180,39 4.511.955,58
(davon für Altersversorgung € 364.308,44, Vorjahr € 1.971.921,97)
16.967.778,45 16.920.647,41
6. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 979.450,33 1.035.311,11
979.450,33 1.035.311,11
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.994.453,95 7.219.583,60
(davon aus der Währungsumrechnung € 46.672,21; Vorjahr € 92.909,76)
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 865.870,31 236.764,04
(davon von verbundenen Unternehmen € 856.558,78; Vorjahr € 236.764,04)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 213.040,15 768.949,27
(davon aus der Aufzinsung EUR 204.300,00; Vorjahr € 746.617,00)
10. Ergebnis nach Steuern -1.134.720,36 -505.729,33
11. Sonstige Steuern 79.871,41 82.147,59
12. Erträge aus Verlustübernahme 1.214.591,77 587.876,92
13. Jahresüberschuss 0.00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

I. Allgemeine Angaben

Die DORMA-Glas GmbH (im Folgenden auch kurz "Gesellschaft" genannt) hat ihren Sitz in Bad Salzuflen und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Lemgo (HRB Reg. Nr. 2238).

Die DORMA-Glas GmbH hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 basierend auf den Regelungen für mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB aufgestellt.

Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Das vorliegende Geschäftsjahr begann am 1. Januar 2023 und endete am 31. Dezember 2023.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt.

II. Angaben zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden

1. Allgemeine Angaben

Im Berichtsjahr wurden keine wesentlichen Abweichungen von in Vorperioden angewandten Darstellungs-, Bilanzierungs- und/oder Bewertungsmethoden vorgenommen.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt unter der Annahme der Unternehmensfortführung. Für die Titanus Gruppe (Titanus GmbH sowie DORMA-GLAS GmbH) wurde die Erstellung eines Sanierungskonzeptes nach dem Standard des Institutes der Wirtschaftsprüfer IDW S 6 "Anforderungen an die Erstellung von Sanierungskonzepten" beauftragt. Im Rahmen des Berichtes und der Schlussbemerkung wurde durch die beauftragte Unternehmensberatungsgesellschaft eine Beurteilung der handelsrechtlichen Fortführungsprognose (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) abgegeben. Das Fortführungskonzept enthält als Kernstück eine integrierte Vermögens-, Finanz- und Ertragsplanung für die Geschäftsjahre 2024 bis 2027, um die Fortführungsfähigkeit darzustellen. Die beauftragte Unternehmensberatungsgesellschaft gelangte zu der abschließenden Einschätzung, dass die Titanus Gruppe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit saniert werden kann. Erste Sanierungsmaßnahmen wurden bereits initiiert. Die Unternehmensfortführung hängt von der erfolgreichen weiteren Umsetzung der Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen sowie vom Abschluss einer Factoringvereinbarung bis Mitte 2024 ab. Insofern bestehen wesentliche Risiken, die die Unternehmensfortführung gefährden könnten. Ansonsten ist das Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen.

2. Bilanzierung und Bewertung der Aktivposten

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen werden degressiv (Altbestände) sowie linear vorgenommen. Sofern die lineare Abschreibung zu höheren Beträgen als die degressive Abschreibung führt, wird ein Wechsel von der degressiven zu der linearen Abschreibung vorgenommen. Die Abschreibungen werden entsprechend den betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern wie folgt vorgenommen:

Anlageposition Abschreibungsmethode Nutzungsdauer Jahre
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten linear 3-5
Bauten linear degressiv 10 - 50
Technische Anlagen und Maschinen linear 5-15
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung linear 4 - 10

Die Abschreibungen auf unterjährige Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird handelsrechtlich die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2 EStG angewendet. Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die einer selbständigen Nutzung fähig sind, werden im Wirtschaftsjahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage in voller Höhe als Betriebsausgaben erfasst, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut € 800,00 nicht übersteigen.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h. soweit die voraussichtlichen Verkaufspreise abzüglich der bis zum Verkauf anfallenden Kosten zu einem niedrigeren beizulegenden Wert führen, wurden entsprechende Abwertungen vorgenommen.

Die Ermittlung der Anschaffungskosten bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Handelswaren erfolgt anhand des Durchschnittswertverfahrens. In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden auch Festwerte angesetzt, sofern die Kriterien des § 240 Abs. 3 HGB erfüllt sind. Alle drei Jahre findet eine Überprüfung der Festwerthöhe statt. Die letzten Inventuren der Lagerorte mit Festwerten wurden im Dezember 2022 bzw. Dezember 2023 durchgeführt.

Die unfertigen und fertigen Leistungen und Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB. Des Weiteren werden angemessene Teile der Verwaltungskosten sowie angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung in die Herstellungskosten einbezogen, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene (pauschalierte) Einzelwertberichtigungen vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden in voller Höhe abgeschrieben.

Die Rückdeckungsversicherungsansprüche werden auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten bzw. Mitteilungen der Versicherer mit den fortgeführten Anschaffungskosten (Deckungskapital zuzüglich Überschussbeteiligung) zum Bilanzstichtag bewertet. Dieser entspricht dem steuerlichen Aktivwert.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

3. Bilanzierung und Bewertung der Passivposten

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dieser Zinssatz beträgt 1,83 % (Vj 1,78 %). Erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen wurden mit 2,75%, die Fluktuationswahrscheinlichkeit mit 2,00 % und erwartete Rentensteigerungen mit 1,9 % (Vj 2,2 %) berücksichtigt. Die Anpassung der Renten zum 1. Juli 2023 ist aufgrund der negativen wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft nicht erfolgt.

Erfolgsauswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes werden im Finanzergebnis erfasst.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Die sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichtem, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes werden im Finanzergebnis erfasst.

Die Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden nach Maßgabe des Blockmodells gebildet. Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 1,75 % p.a. (Vj 1,44%) und auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,75% zugrunde gelegt. Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden für zum Bilanzstichtag bereits abgeschlossene und zukünftige potenzielle Altersteilzeitvereinbarungen gebildet. Sie enthalten Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufene Erfüllungsverpflichtungen der Gesellschaft.

Die Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen werden in handelsrechtlich gebotenem Umfang gebildet.

Die Verbindlichkeiten werden zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

4. Fremdwährungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Die Folgebewertung erfolgt gemäß § 256a HGB.

5. Latente Steuern

Nach der formalen Betrachtungsweise ist alleinige Steuerschuldnerin die Titanus GmbH, Bad Salzuflen, als Organträgerin, d.h. tatsächliche und latente Steuern der Organgesellschaft sind vollständig in dem Jahresabschluss der Organträgerin auszuweisen, da sie allein die Besteuerungsfolgen treffen. Dementsprechend werden die temporären Differenzen der DORMA-Glas GmbH im Jahresabschluss der Titanus GmbH berücksichtigt.

6. Verbundene Unternehmen

Als verbundene Unternehmen werden alle Gesellschaften bezeichnet, die in den Konzernabschluss der Aliante Equity Tre S.p.A. Group einbezogen sind und die Gesellschaften, an denen die Aliante Equity Tre S.p.A., Mailand / Italien, eine direkte oder indirekte Mehrheitsbeteiligung hält, die aber aufgrund von untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden.

III. Erläuterungen zu Bilanzposten

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Der Anlagenspiegel ist dem Anhang als Anlage 1 (Bestandteil des Anhangs) beigefügt.

2. Festwerte in den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen

In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind Festwerte für Farbpulver sowie für Kleinteile und Verpackungen in Höhe von insgesamt TEUR 63 enthalten.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen Gesellschafter, die als Bestandteil der Forderungen aus verbundenen Unternehmen in der Bilanz ausgewiesen werden, in Höhe von TEUR 18.446 resultieren in Höhe von TEUR 14.101 aus Finanzverrechnung und in Höhe von TEUR 4.411 aus dem Ausgleich aus dem Ergebnisabführungsvertrag für die Jahre 2021 bis 2023. Dem gegenüber stehen Verbindlichkeiten der DORMA-Glas GmbH bzgl. USt in Höhe von TEUR 112 gegenüber der Titanus GmbH, die verrechnet wurden.

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

4. Bankguthaben

Per 31. Dezember 2023 sind von den in der Bilanz ausgewiesenen Bankguthaben TEUR 300 zur Absicherung der Altersteilzeitguthaben als Sicherheit hinterlegt.

5. Eigenkapital

Das im Handelsregister eingetragene und voll eingezahlte gezeichnete Kapital beträgt EUR 520.000,00.

6. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach der PUC- Methode unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck ermittelt. Für die Abzinsung wurde, der von der Deutschen Bundesbank bekannt gegebene durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,83% verwendet.

Aus der Anpassung des Rententrends auf 1,9 % im Geschäftsjahr resultiert ein ergebniswirksamer Anpassungseffekt für Pensionen i.H.v. € 1,1 Mio., der in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen wird.

Die Auflösung der Pensionsrückstellung ist begründet durch

die Veränderung des durchschnittlichen Marktzinssatzes 1,83% (VJ 1,78%)

und durch den einmaligen Verzicht auf Rentenanpassung. Dies betrifft Rentenverpflichtungen, die turnusgemäß im GJ 2023 angepasst werden müssten. Diese Maßnahme konnte aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens umgesetzt werden, da die Versorgungsanpassung zu einer übermäßigen Belastung des Unternehmens führen würde.

Insgesamt ergeben sich zum 31. Dezember 2023 Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 20.745.

Der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren hätte 1,75% betragen. Unter Verwendung dieses Abzinsungszinssatzes hätten die Rückstellungen für Pensionen TEUR 21.048 betragen.

In Höhe des sich aus den verschiedenen Marktzinssätzen ergebenden Unterschiedsbetrag von TEUR 303 besteht eine Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 HGB, jedoch keine Abführungssperre im Rahmen der ordnungsmäßigen Durchführung des Ergebnisabführungsvertrages.

7. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern TEUR 1.220 (Vorjahr: TEUR 1.052) Rückstellungen für Altersteilzeit TEUR 460 (Vorjahr: TEUR 437), für ausstehende Eingangsrechnungen TEUR 393 (Vorjahr: TEUR 196), für Jahresabschlusskosten TEUR 68 (Vorjahr: TEUR 60) sowie für Garantieleistungen TEUR 41 (Vorjahr: TEUR 71).

8. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind bis auf marktübliche Eigentumsvorbehalte unbesichert.

Verbindlichkeitsspiegel

Sämtliche Verbindlichkeiten zum 31.12.2023 sowie zum 31.12.2022 haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Der Umsatz gliedert sich nach Regionen wie folgt:

2023 2022
T€ % vom Umsatz T€ % vom Umsatz
Inland 20.851 54,2 21.855 53,30
EU 11.401 29,6 12.661 30,90
nicht-EU 6.201 16,1 6.463 15,80
Umsatz 38.453 100,0 40.979 100,0

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 1.294 resultieren zum 31.12.2023 im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.166, hiervon betreffen TEUR 1.089 die Auflösung von Pensionsrückstellungen.

Ergebnisabführung

Das negative Jahresergebnis für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 in Höhe von TEUR 1.215 wird auf Grund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages durch die Titanus GmbH, Bad Salzuflen, als Organträgerin ausgeglichen. Eine entsprechende Forderung gegen verbundene Unternehmen bzw. Gesellschafter ist erfasst.

V. Sonstige Angaben

1. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Geschäftsführung der DORMA-Glas hat am 15.03.2024 den Betriebsrat und die IGM über die geplanten Sanierungsschritte der DORMA-Glas informiert. Kernstück der Sanierung ist ein geplanter Abbau von 46 Stellen. Der Stellenabbau wird teils durch betriebsbedingte Kündigungen und teils durch den planmäßigen Austritt von Mitarbeitern (Rente, ATZ, keine Verlängerung befristeter Verträge) umgesetzt.

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen verteilen sich über folgende Zeiträume und beinhalten Verpflichtungen für die EDV, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Leasingfahrzeuge.

Restlaufzeiten
Gesamt TEUR bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
- aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 651 221 263 167
Summe 651 221 263 167

3. Haftungsverhältnisse

Neben den bereits dargelegten sonstigen finanziellen Verpflichtungen existieren keine Haftungsverhältnisse und keine außerbilanziellen Geschäfte, die für die Finanzlage der Gesellschaft von Bedeutung wären.

4. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Es wurden keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu nicht marktüblichen Bedingungen durchgeführt.

5. Arbeitnehmer

In den Geschäftsjahren 2022 und 2023 waren durchschnittlich beschäftigt:

2023 2022
gewerbliche Arbeitnehmer 122 121
Angestellte 123 113
245 234
Auszubildende 5 6
Summe 250 240

6. Geschäftsführung

Der Geschäftsführung gehörten im Geschäftsjahr 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 an:

Andreas Tiedtke, Bielefeld (Alleingeschäftsführer) (bis 9. Oktober 2023)

Gregor Schnitzler, Kohlberg (Alleingeschäftsführer) (seit 9. Oktober 2023)

Auf eine Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird gem. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

7. Gesellschafter und Konzernverhältnisse

Mit Vollzug des Gesellschafterwechsels zum 1. November 2021 gehört die DORMA- Glas GmbH nicht mehr zur dormakaba-Gruppe. Mit dem Anteilseignerwechsel ist die DORMA-Glas GmbH nun ein Unternehmen der Aliante Group. Die Aliante Equity 3 S.P.A., Mailand/Italien, stellt als Mutterunternehmen der Unternehmensgruppe einen Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf. Die DORMA-Glas GmbH wird in den Konzernabschluss einbezogen, der im elektronischen italienischen Handelsregister offengelegt wird. Zusätzlich stellt die Titanus GmbH, Bad Salzuflen, als Mutterunternehmen einen freiwilligen Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf.

 

Bad Salzuflen, 12. Juni 2024

gez. Gregor Schnitzler, Geschäftsführer

Anlagenspiegel

Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.446.747,84 0,00 0,00 2.446.747,84
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 19.663.047,32 33.854,21 40.567,72 19.656.333,81
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.140.162,99 0,00 0,00 7.140.162,99
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.249.011,76 24.471,45 13.786,04 8.259.697,17
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 209.911,03 106.411,30 208.500,00 107.822,33
35.262.133,10 164.736,96 262.853,76 35.164.016,30
37.708.880,94 164.736,96 262.853,76 37.610.764,14
Abschreibungen
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.280.165,84 300.153,00 0,00 1.580.318,84
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.729.922,93 331.310,49 0,00 13.061.233,42
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.146.529,99 163.700,00 0,00 6.310.229,99
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.740.806,32 184.286,84 13.786,04 7.911.307,12
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.411,03 0,00 0,00 1.411,03
26.618.670,27 679.297,33 13.786,04 27.284.181,56
27.898.836,11 979.450,33 13.786,04 28.864.500,40
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 866.429,00 1.166.582,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.595.100,39 6.933.124,39
2. Technische Anlagen und Maschinen 829.933,00 993.633,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 348.390,05 508.205,44
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 106.411,30 208.500,00
7.879.834,74 8.643.462,83
8.746.263,74 9.810.044,83

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die DORMA-Glas GmbH, Bad Salzuflen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der DORMA-Glas GmbH, Bad Salzuflen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der DORMA-Glas GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

• Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "II. Angaben zu Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden", Unterabschnitt "1. Allgemeine Angaben", im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "3.4.4 Finanzielle Risiken" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Fortbestand der Gesellschaft von der erfolgreichen weiteren Umsetzung der Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen bzw. dem Abschluss einer Factoringvereinbarung bis Mitte 2024 abhängig ist. Wie in Abschnitt "II. Angaben zu Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden", Unterabschnitt "1. Allgemeine Angaben", und Abschnitt "3.5.4 Finanzielle Risiken" dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bielefeld, den 12. Juni 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Carsten Schürmann, Wirtschaftsprüfer

ppa. Matthias Nicolmann, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 15. Juli 2024 festgestellt.

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