High Precision Components International GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Frauke Hamp seit 23.10.2023 | Prokura |
Sebastian Samuel Koch seit 23.10.2023 | Prokura |
Daniel Stuff seit 23.10.2023 | Prokura |
Cornel Dipl.-Ing. Müller seit 15.1.2014 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Sequatec STP PRECISION COMPONENTS GmbHPlettenbergJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht1. Grundlagen des Unternehmens 1.1 Geschäftsmodell Die Sequatec STP PRECISION COMPONENTS GmbH, Plettenberg, (kurz "SEQ-PC") ist eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der Schmiedetechnik Plettenberg GmbH & Co. KG, Plettenberg (kurz "STP"). Die SEQ-PC gilt als "verlängerte Werkbank" der STP. SEQ-PC ist ein mit modernen CNC-Zerspanungsmaschinen ausgestattetes Unternehmen, das in hoher Präzision Wellen und Räder in Großserie für die Automobilindustrie fertigt. 1.2 Ziele und Strategien Die strategische Ausrichtung der STP-Gruppe ist in Form eines Strategiepapiers beschrieben. Die Mission ist es, als Profis für geschmiedete Komponenten und vertiefende Wertschöpfung Maßstäbe in der Schmiedebranche zu setzen, qualitativ, nachhaltig und wirtschaftlich, für Automotive und Off-Highway. Die STP-Gruppe agiert aufgrund der bestehenden Fertigungseinrichtungen im Wesentlichen in den Geschäftsfeldern: Getriebe: Wellen und Räder, gewalzte Ringe Motor: Pleuelstangen In diesen Geschäftsfeldern ist trotz des nicht mehr aufzuhaltenden Trends hin zur E-Mobilität infolge des fortschreitenden Konzentrationsprozesses weiteres Wachstum sowohl mit heutigen als auch mit Neukunden zu erwarten. Die Gesellschaft setzt mit ihrer "last-man-standing-Strategie" für die nächsten 5 Jahre weiter auf die Technologie des Verbrennungs- oder Hybridmotors. Allerdings werden die Märkte "Non-Automotive" und "E-Mobilität" auch heute gezielt angegangen, um an den erkennbaren Entwicklungen teilzuhaben. Dabei hilft die konsequente Strategie hin zur vertiefenden Wertschöpfung, beginnend mit dem Werkzeugbau, über die Wärmebehandlung hin zu den beiden Bearbeitungszentren in Bad Emstal und Theley, die weiter ausgebaut werden sollen. Auch mit der spezifischen Schmiedetechnologie "Ringwalzen von Getriebeteilen" und deren Bearbeitung setzt die Gruppe auf Wachstum in einem Nischenmarkt. Ein weiteres, wesentliches strategisches Ziel ist es, international zu wachsen, wofür auch das Eingehen von Kooperationen und Partnerschaften denkbar ist. Vorrangiges Ziel der Geschäftsführung ist es aktuell, das Unternehmen auf Basis einer Stand-Alone-Wachstumsstrategie in eine neue Zukunft, geprägt durch automatisierte und digitalisierte Produktionsverfahren unter Berücksichtigung der Herausforderungen im Klimawandel zu führen. Die STP-Gruppe setzt bereits hohe Standards beim Thema Nachhaltigkeit, u.a. in den Punkten energieeffizientes Schmieden, Wärmerückgewinnung, 100%iges Stahlschrott- Recycling und Bezug von erneuerbaren Energien zur Reduktion des CO 2 Footprints. 1.3 Forschung und Entwicklung Die bei der Muttergesellschaft STP angesiedelte Abteilung Forschung und Entwicklung investierte in den vergangenen Geschäftsjahren sowohl in die optimale Ressourcen schonende Auslegung der Bearbeitungslinien, als auch in das neueste im Markt verfügbare Equipment (Hard- & Software) , bis hin zur modernsten photooptischen Roboter Technologie. Weiter wurden, in der eigens dafür implementierten Abteilung Technologien für die Automation von Schmiedelinien und Bearbeitungszentren entwickelt, die damit weitestgehend mannlos fahren können. Der durchschnittliche Mitarbeiterstamm im Bereich der Forschung und Entwicklung der STP-Gruppe lag im Berichtszeitraum bei 8 Personen. 2.0 Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2.1. 1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Im Jahr 2023 nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes preisbereinigt um 0,3 Prozent ab. Die wirtschaftliche Entwicklung war dabei wie schon im Vorjahr wesentlich bestimmt durch die Auswirkungen der Energiepreiskrise in Verbindung mit einer ausgeprägten weltwirtschaftlichen Schwäche und den zunehmend spürbaren Effekten der restriktiveren Geldpolitik. Hinzu kam ein außergewöhnlich hoher Krankenstand, der das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen dämpfte. Alles dies belastete die deutsche Wirtschaft anhaltender als zu Beginn des vergangenen Jahres angenommen und verzögerte die wirtschaftliche Erholung. Die Ausgangslage zum Jahreswechsel 2024 stellt sich ungünstiger dar als in der Herbstprojektion angenommen. Das BIP ging im 4. Quartal 2023 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent zurück, was den Einstieg in das laufende Jahr belastet (statistischer Unterhang). Deutschland hat mit der Corona-Pandemie und der Energiepreiskrise infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zwei außergewöhnliche und sich überlappende Krisen erlebt. Die Bundesregierung hat darauf mit umfassenden Stabilisierungsmaßnahmen reagiert. In Reaktion auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 15. November 2023 wurde ein Nachtragshaushalt für 2023 beschlossen. Angesichts der fortwährenden gesamtwirtschaftlichen Folgen der Energiepreiskrise, der Beeinträchtigung der staatlichen Finanzlage durch die tiefgreifenden humanitären, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskriegs sowie den weiter bestehenden Erfordernissen zur Beseitigung der Schäden durch die Flutkatastrophe im Sommer 2021 nahm das Parlament für das Jahr 2023 erneut die Ausnahmeklausel für außergewöhnliche Notsituationen in Anspruch. (Quelle: Jahreswirtschaftsbericht 2024 Bundesministerium der Wirtschaft, S20.B 16, 17, 22) 2.1.2 Branchenspezifische Entwicklungen in der Automobilzulieferindustrie Der weltweite Pkw-Absatz stieg von ca. 67,3 Mio. Einheiten im Jahr 2022 auf ca. 75,3 Mio. Fahrzeuge im Jahr 2023. Der Anstieg wurde durch eine im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Fahrzeugverfügbarkeit begünstigt. Der Zuwachs ist auch auf die niedrigen Verkaufszahlen im Vorjahr zurückzuführen, die einen Basiseffekt bewirkten, der das Wachstum zunächst begünstigte, dessen positiver Einfluss auf die Wachstumsraten aber im Laufe der Zeit nachließ.[3] Als weltweit größter Automarkt trägt China maßgeblich zu diesem Aufschwung bei und erreicht mit fast 25,8 Millionen neu zugelassenen Pkw einen historischen Höchststand. Im Dezember 2023 wurden fast 2,8 Millionen Pkw verkauft, was ein bisher unerreichtes Absatzniveau darstellt.[5] Bei der Entwicklung der Elektroautos weltweit ist ein Anstieg von 35 Prozent zu verzeichnen, das sind 14,2 Millionen neue batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und Plug-in-Hybride (PHEV). (Quellen: Statista: Number of cars sold worldwide from 2010 to 2023, with a 2024 forecast, Februar 2024; VDA: Internationale Pkw-Märkte im Jahr 2023 mit kräftigem Wachstum, Januar 2024) Drei Viertel der Wertschöpfung eines Automobils entstehen bei den Zulieferern, vornehmlich bei den Unternehmen der Metallbearbeitung und -verarbeitung.[7] Der Fahrzeugbau ist mit einem Umsatz von 509 Milliarden Euro (Stand 2022) der stärkste Wirtschaftszweig der M+E-Industrie und beeinflusst die Branche entsprechend stark. Hierzu zählt ebenfalls die STP-Gruppe als deutscher Zulieferer mit einem hohen Automotive-Anteil, weshalb die Entwicklungen der Automobilindustrie maßgeblich für das berichtende Unternehmen sind. (Quelle: Gesamtmetall: Die Metall- und Elektro-Industrie in der Bundesrepublik Deutschland in Zahlen, 2023) 2.2 Geschäftsverlauf der SEQ-PC einschließlich der wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren Das Geschäftsjahr 2023 markiert einen bedeutenden Meilenstein für unser Tochterunternehmen ebenso wie für die gesamte STP-Gruppe. Es war das erfolgreichste Jahr seit der Übernahme, geprägt von entscheidenden Entwicklungen und Erfolgen. Der Umsatz der SEQ-PC resultierte zu rund 20 % aus einem neuen Projekt mit einem der STP-Gruppe bereits bekannten Kunden, der mit dem Neuprojekt nun auch in großem Umfang auf die Bearbeitungsleistung der SEQ-PC zurückgreift. Eine weitere entscheidende Maßnahme, die zum finanziellen Erfolg beigetragen hat, war die nachhaltige Anpassung unserer Preise. Diese Preisanpassungen wurden von unseren Kunden vollständig akzeptiert und haben sich als entscheidender Faktor für unsere Profitabilität erwiesen. Ein zusätzlicher wichtiger Erfolgsfaktor war unsere intensive Investition in das Stammpersonal. Neben deutlichen Gehaltserhöhungen, um die Wertschätzung für die Leistung unserer Mitarbeiter zu zeigen, wurden umfangreiche Gesundheitspräventionsmaßnahmen eingeführt. Diese Investitionen haben zu einer signifikanten Reduzierung der Fluktuation und des Krankenstands geführt, was sich wiederum positiv auf unsere Produktivität ausgewirkt hat. Mit dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2023 haben wir eine solide Grundlage für unsere zukünftige Entwicklung gelegt. Wir werden weiterhin in innovative Projekte investieren, unsere Mitarbeiter fördern und uns auf nachhaltiges Wachstum konzentrieren. Mit unserem starken Team und unserer klaren strategischen Ausrichtung haben wir die Weichen gestellt, um auch in den kommenden Jahren gute Ergebnisse zu erwirtschaften. Finanzielle Leistungsindikatoren
2.3 Lage 2.3.1 Ertragslage Die Ertragslage hat sich im Geschäftsjahr 2023 wie folgt entwickelt:
Zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung wird auf die Kommentierung unter 2.2 Geschäftsverlauf verwiesen. Der Materialaufwand wird im Wesentlichen durch den Zukauf von Rohteilen und dem Verbrauch von Werkzeugen im Produktionsprozess sowie dem Mix der zu bearbeitenden Werkstücke bestimmt. Infolge des weiter entwickelten Automationsgrades der Maschinen und Anlagen und der daraus resultierenden Reduktion von Shop Floor Personal, konnte die Produktivität des eingesetzten Personals weiter verbessert werden. Die Abschreibungen lagen im Berichtszeitraum bei 1.407 TEUR. Mit der konsequenten Umsetzung der eingeleiteten Maßnahmen werden sich die Ergebnisse der SEQ-PC in der Zukunft weiter verbessern. Siehe hierzu den Prognosebericht. 2.3.2 Vermögenslage Die Vermögens- und Kapitalstruktur zeigt folgendes Bild:
Die gestiegene Bilanzsumme resultierte insbesondere aus dem Anstieg des Eigenkapitals auf TEUR 1.069 durch das sehr gute Jahresergebnis in Höhe von TEUR 2.534. Das Betriebsgrundstück ist von der SEQ-PC bei der STP langfristig angemietet. 2.3.3 Finanzlage 2.3.3.1 Liquidität Infolge des schwierigen Verlaufs des Geschäftsjahres 2022 war die finanzielle Situation auch im Jahr 2023 zunächst angespannt, aber dank unserer Kunden, die die erforderlichen Preisanpassungen akzeptiert haben, hat sich die Liquiditätslage wieder entspannt. Zusätzlich haben umfangreicher Katalog von gruppenweit durchgeführten liquiditätsverbessernden Maßnahmen und die gute Zusammenarbeit mit der Gesellschafterfamilie, den Banken und anderen Finanzierern zu einer auskömmlichen Liquidität geführt. Während des Geschäftsjahres war damit auch die finanzielle Situation durch das Mutterunternehmen STP stets sichergestellt. 2.3.3.2 Cashflow Der Brutto-Cashflow, bestehend aus Jahresergebnis zuzüglich Abschreibungen, betrug TEUR 3.941 nach TEUR -383 im Vorjahr. 2.3.4. Gesamtaussage Das Geschäftsjahr 2023 war das mit Abstand erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Gesellschaft seit Übernahme durch die STP-Gruppe und endete mit einem historisch hohen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 2.534. Neben dem Verständnis unserer Kunden für die notwendigen Preiserhöhungen sowie dem gelungenen Produktionsstart eines mehrjährigen Großauftrags direkt zu Beginn des Geschäftsjahres, hat die SEQ-PC den Turnaround geschafft und eine stabile Eigenkapitaldecke von TEUR 1.069 bzw. 15,1 % der Bilanzsumme aufbauen können, so dass wir mit dem Verlauf insgesamt zufrieden sind. 3.0 Prognose, Chancen und Risiken 3.1 Prognosebericht Die im Berichtsjahr aufgesetzte Planung für das Geschäftsjahr 2024, die unter Prüfung und Plausibilisierung von PwC erstellt worden ist, steht unter folgenden wesentlichen Annahmen: • Die konjunkturelle Marktentwicklung im PKW-Markt ist verhalten leicht rückläufig geplant • Der Großauftrag mit einem Tier1 Kunden läuft weiter wie vertraglich vereinbart • Es wird ein nur geringes Neugeschäft erwartet Die Ausgangsbasis für die Planung ist das Absatzbudget des Vertriebs auf Basis des bestehenden Bestellbestands mit den Kunden ("booked business"). Auf Basis der Erfahrungswerte aus der Vergangenheit wurden kundenspezifische Risikoabschläge bei einzelnen Kunden eingeplant. Grundsätzlich gilt die Annahme, dass die mit den Stahlwerken jährlich vereinbarten Material- und Energieteuerungszuschläge 1:1 an die Kunden weiterbelastet werden. Die Planung hängt mit der Entwicklung des Kriegsgeschehens in der Ukraine und anderen geopolitischen Gefahren und der (daraus resultierenden) Entwicklung der Konjunktur ab. Das wiederum macht eine Planung für das kommende Geschäftsjahr anfällig. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat prognostiziert, dass der weltweite Automobilmarkt von 75,6 Mio. Einheiten im Jahr 2023 auf 77,4 Mio. Einheiten im darauffolgenden Jahr ansteigen wird. Dennoch bleiben diese Zahlen unter den historischen Höchstständen, was die anhaltenden Herausforderungen für die Branche unterstreicht (VDA, 2024b). Die zurzeit auseinanderklaffenden Kurven der geplanten zu tatsächlichen Absatzmengen bei Batterie betriebenen PKW (BEV) lassen vermuten, dass die Fahrzeuge mit Verbrenner-Technologie in 2024 stärker nachgefragt werden. Dies bestätigt die oben erwähnte "last man standing Strategie" der STP-Gruppe. Entscheidend für SEQ-PC sowie die gesamte STP-Gruppe wird auch in Zukunft die erfolgreiche Durchsetzung von Liefermengen sowie Preisanpassungen (Pricing, Claiming) bei weiterhin steigenden Kosten in den Bereichen Material, Energie und Personal sein. Hier sieht die Geschäftsführung die Gesellschaft auf einem guten Weg. Der für die Gesellschaft sehr wichtige chinesische Markt für schwere und mittelschwere LKW war in 2021 eine der tragenden Säulen für STP. Dieser ist in 2022 komplett zusammengebrochen und wird nach 2023 auch planerisch im Jahr 2024 keine Rolle mehr spielen. Ansonsten geht die Gesellschaft von steigenden Umsätzen im nationalen und internationalen LKW-Markt aus. Die Gesellschaft plant hier verhalten optimistisch. Um weiter Wachstum zu generieren, unterstützen seit 2023 Key Account Manager mit spezifischem Zerspanungswissen gezielt die Bearbeitungszentren der STP-Gruppe. Die vertiefende Wertschöpfung steht unverändert im strategischen Fokus der Gruppe. Die Gesellschaft geht für das Planjahr 2024 von einer Umsatzsteigerung um ca. 12 % zum Vorjahr aus. Für steigende Rohmaterial- und Energiekosten wird angenommen, dass diese an die Kunden weitergegeben werden können. Die Gesellschaft hat in 2022 und 2023 hauseigene Tarifverträge abgeschlossen, die auch in 2024 Personalkostensteigerungen nach sich ziehen werden. Weiter sind höhere Aufwendungen für Instandhaltungen der eingesetzten Maschinen geplant. Mit diesem Szenario plant die SEQ-PC, trotz des sehr volatilen Marktgeschehens, ein zwar unter dem Vorjahresniveau liegendes, aber deutlich positives Ergebnis in Höhe von TEUR 1.871 zu erzielen. 3.2 Risiko- und Chancenbericht 3.2.1. Risikobericht Das Risikomanagement der STP-Gruppe, unter das auch die SEQ-PC fällt, hat zum Ziel, Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren. Insbesondere in dem derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ist es wichtig, die verschiedenen Markt- und Unternehmensrisiken zu kennen, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Auch wenn sich die Produktions- und Absatzzahlen der Automobilindustrie laut VDS in 2024 verbessern sollen, sind die Lieferketten unverändert fragil und die Zulieferindustrie unverändert stark unter Druck. Die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft und ihrer Absatz- und Beschaffungsmärkte, aber auch die Nutzbarkeit der Produktionsfaktoren wird im neuen Geschäftsjahr u.a. von dem Kriegsgeschehen in der Ukraine und weiterer geopolitischer Krisen sowie etwaiger daraus resultierender Umsatzrückgänge, Kostensteigerungen und Lieferengpässe abhängig sein. Hinzu kommt der technologische Transformationsdruck sowie die in fast allen Bereichen zunehmend zu berücksichtigenden Nachhaltigkeitsaspekte. Insbesondere die Transformationskosten werden weitgehend von der Zulieferindustrie getragen. Die sich hieraus ergebenden hohen Unsicherheiten über die weitere Kosten- und Absatzentwicklung erschweren die Planung und machen sie in Teilbereichen fast unmöglich. Die Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf der Gesellschaft sind nicht einschätzbar, beinhalten aber in der dargestellten Gemengelage, trotz des sehr positiven Geschäftsverlaufs im Berichtsjahr und der aufgesetzten Planung für 2024 erhebliche Risiken für die Gesellschaft. Der Absatz der Produkte der STP-Gruppe wird hauptsächlich durch nachfolgend aufgeführte Einzelrisiken bedroht: - Globalisierung der Beschaffungsmärkte der OEM und Tier 1 in "Low Cost Countries" (Preis vor Qualität) - Substitution durch alternative Fertigungsverfahren (wettbewerbsfähige Hatebur-Fertigung, Halbwarm- und Kaltumformung) sowie alternative Werkstoffe (Aluminium, Titan-, Magnesiumlegierungen und Guss) - Beschleunigung der disruptiven Tendenzen im Wandel der Antriebstechnologien - Verschärfter Verdrängungswettbewerb (weltweit zu viel vorhandene Kapazität) - Hoher Personalkostenanteil, trotz erzielter Rationalisierungserfolge in den letzten Jahren - Hoher Energiekostenanteil, mit kaum planbaren Entwicklungen auf den Spotmärkten oder bei den Netzentgelten - Hohe Abhängigkeit von der Automobilindustrie - Abhängigkeit von wenigen Abnehmern/Kunden - Auswirkungen aus der politisch geführten Klimadiskussion / Klimapaket 2021 Diesen hier aufgeführten Risiken stehen geeignete Maßnahmen in strategischer wie operativer Hinsicht entgegen. Eine der wesentlichen Maßnahmen ist das Pricing und Customer Claiming, das trotz der signifikanten Erfolge im Jahr 2023 weiter mit allen relevanten Geschäftspartnern nachhaltig betrieben werden muss. Forderungsrisiken aus dem operativen Bereich sind durch ausreichend Deckung über Warenkreditversicherungen abgedeckt, unterliegen einem straffen Risikomanagement und zu erwartende Zahlungseingänge werden fortlaufend überwacht. Die direkte Versorgungssicherheit von Rohmaterialien und Energie ist trotz des Ukraine-Krieges gesichert. 3.2.2. Chancenbericht - Qualitativ sehr hochwertige, auf den Abnehmer zugeschnittene Produkte - Fortführung des Großauftrages mit einem Tier1 Kunden - Lösen von Abhängigkeiten weniger Großkunden durch Neuakquisition - Rückbesinnung der Kunden auf nationales Sourcing wegen Unsicherheiten auf den internationalen Märkten - Steigende Marktmacht der Zulieferer durch Übernahme von Wertschöpfungsanteilen / Tendenz zum "Outsourcing" bei den Kunden - Gesicherte Finanzierung durch das Mutterunternehmen STP Ausblick Auch wenn die derzeitige sehr sensible Situation an den Weltmärkten im Allgemeinen und in der Automobilindustrie im Speziellen nur sehr schwer verlässliche Zukunftsszenarien zulässt, sieht die Geschäftsführung die SEQ PC auf einem guten, chancenreichen Weg, auf dem auch temporär schwierigere Zeiten erfolgreich überstanden werden können. Die eingeschlagene Strategie ist mittel- und langfristig richtig, dieses wird auch von unabhängiger Seite bestätigt. Im Laufe dieses Berichtsjahres hat sich gezeigt, dass SEQ PC im Verbund der STP in der Lage ist, Krisen, erfolgreich zu bewältigen, im internationalen Wettbewerb zu bestehen und neue Aufträge für die Zukunft zu akquirieren. Die ersten drei Monate des neuen Geschäftsjahres zeigen eine weiterhin sehr positive Entwicklung. Die beschriebenen Maßnahmen greifen. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SEQ PC weist eine signifikante Verbesserung zum Vorjahreszeitraum auf (EBITDA 2024: TEUR 920; 2023: TEUR 493). Demnach gehen wir von einem nachhaltigen Turnaround aus.
Plettenberg, den 29.04.2024 Sequatec STP PRECISION COMPONENTS GmbH gez. Cornel Müller, Geschäftsführer gez. Mark Martin, Geschäftsführer BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangA. Allgemeine Angaben zum Unternehmen Die Sequatec STP Precision Components GmbH hat ihren Sitz in Plettenberg. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Iserlohn unter HRB 7964 eingetragen. B. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. und 264 ff. HGB für mittelgroße Kapitalgesellschaften, den Vorschriften des GmbHG sowie nach dem Gesellschaftsvertrag aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Der Ausweis der Aufwendungen für Ersatzteile in Höhe von T€ 114 (Vorjahr: T€ 161) erfolgt im Berichtsjahr zur besseren Darstellung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Ertragslage unter der GuV-Position "4. Sonstige betriebliche Aufwendungen" (Vorjahr: GuV-Position "1. Rohergebnis"). Die Gewinn- und Verlustrechnung ist insoweit nicht mit dem Vorjahr vergleichbar. C. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Bilanzierung und Bewertung erfolgte nach der "Going-Concern"-Annahme. Die Gliederung und die Bewertung der Posten der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und des Anhangs blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert bzw. auf Änderungen wurde gesondert hingewiesen. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten bewertet und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert (Nutzungsdauer bis zu fünf Jahren). Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet, vermindert um planmäßige Abschreibungen. In die Herstellungskosten wurden neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten unter Einbeziehung von Abschreibungen eingerechnet. Die Abschreibungen wurden linear über die erwartete Nutzungsdauer ermittelt (Nutzungsdauern bis zu sechs Jahre bei Anlagen, 15 Jahre bei Betriebs- und Geschäftsausstattung. Geringwertige Anlagegüter wurden im Zugangsjahr mit 20 % über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben (Poolbewertung). Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren werden mit dem gleitenden Durchschnittspreis bzw. niedrigeren Marktwert bewertet. Die Verbrauchsmaterialien zur Instandhaltung werden einzeln bewertet. Die betroffenen Vermögensgegenstände wurden durch körperliche Bestandsaufnahme erfasst. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten. Die unfertigen Erzeugnisse werden unter Berücksichtigung des Fertigungsgrades bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben den Materialkosten und direkten Löhnen anteilige Fertigungs-, Material- und Verwaltungsgemeinkosten sowie Abschreibungen. Das Niederstwertprinzip wird beachtet. Die Forderungen wurden zum Nennwert angesetzt. Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände und der liquiden Mittel sowie der Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte zum Nennwert. Die Rückstellungen wurden für alle passivierungspflichtigen Risiken nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung mit ihrem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. D. Angaben zur Bilanz Die Entwicklung der Posten des Anlagevermögens ist im Einzelnen im Anlagengitter dargestellt. Es bestehen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 2.179 (Vorjahr: TEUR 0). Das Stammkapital ist vollständig eingezahlt. Bei der Kapitalrücklage handelt es sich um eine Kapitalrücklage im Sinne des § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB; sie beläuft sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 3.000. Die Verbindlichkeiten haben in Höhe von TEUR 3.235 (Vorjahr: TEUR 4.046) eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr sowie in Höhe von TEUR 1.785 (Vorjahr: TEUR 1.737) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 793) betreffen die Gesellschafterin Schmiedetechnik Plettenberg GmbH & Co. KG. Für die Verbindlichkeiten bestehen die branchenüblichen Pfandrechte und Eigentumsvorbehalte. Die Verbindlichkeiten enthalten solche aus Steuern in Höhe von TEUR 116 (Vorjahr: TEUR 85) sowie solche im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von TEUR 21 (Vorjahr: TEUR 10). Haftungsverhältnisse Die Gesellschaft hat Bürgschaften in Höhe von 2,9 Mio. Euro für die Muttergesellschaft Schmiedetechnik Plettenberg GmbH & Co. KG, Plettenberg übernommen. Daneben hat Sequatec STP Precision Components GmbH die Mithaft für Verbindlichkeiten der Muttergesellschaft in Höhe von ursprünglich 13,0 Mio. Euro übernommen. Die Verbindlichkeiten valutieren zum Stichtag mit 7,7 Mio. Euro. Die Schmiedetechnik Plettenberg GmbH & Co. KG wird ihren geplanten Kapitaldienst voraussichtlich pünktlich und vollständig erbringen können, so dass eine Inanspruchnahme unwahrscheinlich ist. E. Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Bilanzstichtag ergeben sich für die Gesellschaft finanzielle Verpflichtungen aus dem Mietvertrag mit dem verbundenen Unternehmen Schmiedetechnik Plettenberg GmbH & Co. KG, Plettenberg über die Betriebsimmobilie. Dieser hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2024. Die finanziellen Verpflichtungen hieraus belaufen sich auf insgesamt TEUR 424. Aus Leasingverträgen mit der DMG MORI Finance GmbH, Wernau zur Finanzierung von Maschinen und Anlagen ergeben sich für die Gesellschaft finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 404 Die verbleibende Laufzeit der Verträge beträgt bis zu 31 Monate. Aus Mietverträgen mit der Graf Gabelstapler GmbH ergeben sich für die Gesellschaft finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 90. Die verbleibende Laufzeit der Verträge beträgt bis zu 27 Monaten. Geschäftsführung Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr vertreten durch ihre Geschäftsführer Herrn Mark Martin (kaufmännischer Geschäftsführer), Mülheim a.d.R., und Herrn Cornel Müller (technischer Geschäftsführer), Meinerzhagen. Die Geschäftsführer haben im Geschäftsjahr 01.01. - 31.12.2023 keine Bezüge erhalten. Die Geschäftsführer sind hauptberuflich bei der Schmiedetechnik Plettenberg GmbH & Co. KG tätig. Mitarbeiter Die durchschnittliche Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer hat sich wie folgt entwickelt:
Konzernabschluss Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Vermögensverwaltung Plettenberg GmbH & Co. KG, Plettenberg, zum 31. Dezember 2023 einbezogen (kleinster und größter Kreis). Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Plettenberg, den 29.04.2024 Sequatec STP PRECISION COMPONENTS GmbH Die Geschäftsführer gez. Cornel Müller gez. Mark Martin Anlagespiegel
sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 29.05.2024 festgestellt. BestätigungsvermerkBei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich um die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde der folgende Bestätigungsvermerk erteilt: Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Sequatec STP Precision Components GmbH, Plettenberg Prüfungsurteil Wir haben den Jahresabschluss der Sequatec STP Precision Components GmbH, Plettenberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie den Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sequatec STP Precision Components GmbH, Plettenberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Altena, 21. Mai 2024 MÄRKISCHE
REVISION GMBH
Dr. Fritz-Peter Schlüter, Wirtschaftsprüfer Theo Bergenthal, Wirtschaftsprüfer |
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