Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 84046
Eingetragen
13.7.2004
Branche
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Wohngrundstücken, Wohngebäuden und WohnungenVerwaltung von Wohngrundstücken, Wohngebäuden und Wohnungen für DritteVermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Gegenstand
(1) Die Gesellschaft errichtet, vermietet, erwirbt und veräußert Wohnungen, die grundsätzlich nach Größe, Ausstattung und Preis für breite Schichten der Bevölkerung geeignet sind, mit dem Ziel einer ausreichenden Wohnungsversorgung aller Bevölkerungsschichten entsprechend ihrer unterschiedlichen Wohnbedürfnisse, darunter vornehmlich kinderreiche Familien, alleinerziehende Elternteile, Schwerbehinderte, ältere Menschen, ausländische Familien. (2) Die Gesellschaft errichtet Wohnungen in einer die Umwelt möglichst schonenden Weise in allen Rechts- und Nutzungsformen, darunter Eigenheime und Eigentumswohnungen. Soweit zur Wohnraumversorgung erforderlich, beschafft sie sich Wohnungen durch Errichtung, Kauf, Miete, Pacht, Nießbrauch, als Treuhänder oder in anderer rechtlicher Weise. Den von ihr verwalteten Wohnungsbestand erhält oder versetzt die Gesellschaft in einen zeitgemäßen Wohnbedürfnissen entsprechenden Zustand. (3) Die Gesellschaft errichtet, vermietet, erwirbt und veräußert Gewerbeimmobilien. (4) Daneben kann die Gesellschaft 1. den Bau und die Modernisierung von Immobilien betreuen, 2. fremde Immobilien verwalten, 3. Gemeinschaftsanlagen und Folgeeinrichtungen für Immobilien errichten oder erwerben und betreiben, 4. bei eigenen und betreuten Vorhaben im Einklang mit den städtebaulichen Zielen Räume für Zwecke der öffentlichen Verwaltung, für Gewerbebetriebe, für den Gemeinbedarf, insbesondere für kulturelle, religiöse, soziale oder Sporteinrichtungen errichten, 5. im übrigen alle im Bereich der Immobilienwirtschaft und des Städtebaus anfallenden sowie die damit zusammenhängenden Aufgaben übernehmen, 6. zur Erreichung des Gesellschaftszweckes Tochtergesellschaften und/oder Zweigniederlassungen gründen sowie sich an Unternehmen und/oder anderen Zusammenschlüssen beteiligen, die einen vergleichbaren Geschäftszweck haben, oder wenn dies den Zwecken der Gesellschaft dient. (5) Die Gesellschaft ermöglicht ihren Wohnungsmietern eine Mitwirkung in geeigneten Formen. Insbesondere bildet sie innerhalb der Wirtschaftseinheiten Mieterbeiräte, die die Interessen der Mietergemeinschaft der Wohnanlage gegenüber der Gesellschaft wahrnehmen. Sie haben ein Anhörungs- und Vorschlagsrecht in allen die Gesamtheit der Mieter der Wohnanlage unmittelbar betreffenden Angelegenheiten. Die Gesellschaft unterrichtet den Mieterbeirat über geplante wesentliche organisatorische Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen sowie sich daraus ergebende Mietänderungen. Der Mieterbeirat kann bei Verstößen gegen die Hausordnung und bei Schlichtung von Streitigkeiten unter den Mietern herangezogen werden.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sören Kauer
seit 25.4.2024
Prokura
Eva Maria Weiß
seit 30.10.2023
Geschäftsführer
Prokura
Stephen Guhr
seit 5.5.2023
Prokura
Torsten Akelbein
seit 5.5.2023
Prokura
Matthias Strachardt
seit 5.5.2023
Prokura
Prokura
Stefan Bode
seit 5.5.2023
Prokura
Kerstin Intek
seit 5.5.2023
Prokura
Jan-Ole Kosch
seit 5.5.2023
Prokura
Olaf Weber
seit 21.10.2022
Geschäftsführer
Lars Urbansky
seit 21.10.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert95.15% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (4)

NameAnteil
63.16%
26.89%
5.10%
Land Berlin
0.00%

Gesellschafter
Beta

2 von 3 Anteilseignern sichtbar

Name
Ort
Anteil
Gehag Acquisition Co. GmbH
Germany
90.11%
GEHAG Erwerbs GmbH & Co. KG
Germany
5.10%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

GEHAG GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, HRB 84046 B

Bilanz zum 31. Dezember 2021

AKTIVA

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN        
I. Sachanlagen        
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Wohnbauten 754.254.377,21   754.168.872,32  
2. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Geschäfts- und anderen Bauten 382.467.138,66   433.547.571,69  
3. Grundstücke ohne Bauten 1.430.890,86   1.530.111,11  
4. Grundstücke mit Erbbaurechten Dritter 1.409.460,41   1.409.460,41  
5. Technische Anlagen und Maschinen 12.267,93   16.247,70  
6. Anlagen im Bau 12.390.607,14   16.357.443,85  
    1.151.964.742,21   1.207.029.707,08
II. Finanzanlagen        
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 557.449.430,89   557.449.430,89  
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.025.107.818,48   2.049.921.818,48  
- davon Ausleihungen gegen Gesellschafter EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00)        
3. Beteiligungen 5.511.900,43   288.736,48  
4. Sonstige Ausleihungen 4.643,17   4.767,93  
5. Geleistete Anzahlungen auf Finanzanlagen 0,00   202.564,33  
    2.588.073.792,97   2.607.867.318,11
    3.740.038.535,18   3.814.897.025,19
B. UMLAUFVERMÖGEN        
I. Zum Verkauf bestimmte Grundstücke und andere Vorräte        
1. Grundstücke ohne Bauten 9.064.377,36   9.064.377,36  
2. Unfertige Leistungen 29.186.075,05   27.447.890,37  
3. Geleistete Anzahlungen 7.992.428,80   6.827.839,76  
    46.242.881,21   43.340.107,49
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände        
1. Forderungen aus Vermietung 1.590.409,44   721.038,80  
2. Forderungen aus Grundstücksverkäufen 1.216.023,85   30.179,31  
3. Forderungen aus anderen Lieferungen und Leistungen 0,00   783,45  
4. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 335.174.420,10   123.993.752,90  
5. Sonstige Vermögensgegenstände 6.942.168,02   6.718.740,46  
    344.923.021,41   131.464.494,92
III. Wertpapiere Anteile an verbundenen Unternehmen   850,00   1.000,00
IV. Guthaben bei Kreditinstituten   7.675.559,17   7.664.141,62
    398.842.311,79   182.469.744,03
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN   184.044,10   229.385,58
    4.139.064.891,07   3.997.596.154,80

PASSIVA

       
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR EUR
A. EIGENKAPITAL        
I. Gezeichnetes Kapital   13.000.000,00   13.000.000,00
II. Kapitalrücklage   1.448.310.849,33   1.448.310.849,33
III. Gewinnrücklagen        
Andere Gewinnrücklagen   13.043.151,82   13.043.151,82
IV. Gewinnvortrag   1.048.280.100,90   995.459.776,45
V. Jahresüberschuss   135.118.142,01   52.820.324,45
    2.657.752.244,06   2.522.634.102,05
B. SONDERPOSTEN FÜR INVESTITIONSZUSCHÜSSE   2.275.699,05   2.340.871,77
C. RÜCKSTELLUNGEN        
1. Rückstellungen für Pensionen 32.763.974,00   32.825.287,00  
2. Steuerrückstellungen 13.948.756,46   4.902.564,04  
3. Sonstige Rückstellungen 17.146.012,72   16.307.985,52  
    63.858.743,18   54.035.836,56
D. VERBINDLICHKEITEN        
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 696.652.410,34   706.028.726,35  
2. Erhaltene Anzahlungen 33.739.527,24   29.205.987,67  
3. Verbindlichkeiten aus Vermietung 1.906.518,36   2.177.743,46  
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.285.671,71   7.044.116,50  
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 676.330.755,05   671.878.594,33  
6. Sonstige Verbindlichkeiten 2.263.322,08   2.250.176,11  
- davon aus Steuern EUR 12.845,55 (Vorjahr: EUR 11.929,08)   1.415.178.204,78   1.418.585.344,42
    4.139.064.891,07   3.997.596.154,80

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021

2021 2020
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse        
a) aus der Hausbewirtschaftung 134.543.841,78   133.009.927,05  
b) aus Verkauf von Grundstücken -194.000,00   30.423.776,02  
c) aus Betreuungstätigkeit 130.475,97   92.228,93  
d) aus anderen Lieferungen und Leistungen 19.709,40   0,00  
    134.500.027,15   163.525.932,00
2. Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen   1.738.184,68   975.485,72
3. Sonstige betriebliche Erträge   24.173.801,70   13.948.005,85
4. Aufwendungen für bezogene Lieferungen und Leistungen        
a) Aufwendungen für Hausbewirtschaftung -58.741.135,91   -57.010.424,91  
- davon für Grundsteuer und Versicherungssteuer EUR 4.174.066,08 (Vorjahr: EUR 4.251.037,50)        
b) Aufwendungen für Verkaufsgrundstücke 0,00   -8.502.196,70  
    -58.741.135,91   -65.512.621,61
5. Personalaufwand        
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung   -1.189.532,76   -1.189.107,28
- davon für Altersversorgung EUR 1.189.532,76 (Vorjahr: EUR 1.189.107,28)        
6. Abschreibungen        
a) auf Sachanlagen   -27.998.699,21   -37.772.480,59
- davon außerplanmäßige Abschreibungen EUR 99.220,25 (Vorjahr: EUR 7.036.964,26)        
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen   -11.862.363,95   -14.641.156,33
- davon für Grundsteuer und Versicherungssteuer EUR 2.031,92 (Vorjahr: EUR 0,00)        
8. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen   90.001.112,81   41.157.313,41
9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens   24.219.537,84   21.566.818,93
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 24.219.506,64 (Vorjahr: EUR 21.525.337,31)        
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   215.783,73   209.478,78
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 174.179,32 (Vorjahr: EUR 205.505,25)        
11. Aufwendungen aus Verlustübernahme   -1.972.015,90   -6.618.575,13
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   -18.942.886,23   -44.927.588,74
. - davon an verbundene Unternehmen EUR 8.818.379,92 (Vorjahr: EUR 8.831.441,51)        
- davon aus der Abzinsung EUR 733.400,13 (Vorjahr: EUR 863.645,00)        
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   -19.074.159,24   -17.238.093,36
14. Ergebnis nach Steuern   135.067.654,71   53.483.411,65
15. Sonstige Steuern   50.487,30   -663.087,20
16. Jahresüberschuss   135.118.142,01   52.820.324,45

Anhang 2021

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Absatz 3 HGB. Sie ist im Handelsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg unter HRB 84046 B eingetragen.

Die Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach den Formblattvorschriften für Wohnungsunternehmen.

Die Bilanz ist um geleistete Anzahlungen auf Finanzanlagen und Verbindlichkeiten aus Vermietung ergänzt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Die Gesellschaft gehört zum Konsolidierungskreis der Deutsche Wohnen SE, Berlin und seit dem 30. September 2021 auch zum Konsolidierungskreis der Vonovia SE, Bochum.

Die Gesellschaft nimmt seit dem Geschäftsjahr 2014 am konzerninternen Cash Pooling mit der Deutsche Wohnen SE, Berlin, als Poolführerin teil.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten - vermindert um planmäßige (grundsätzlich linear) und außerplanmäßige Abschreibungen - bilanziert.

Die planmäßige Abschreibung für Parkhäuser und Garagen wird über eine 33- bzw. 50jährige Nutzungsdauer vorgenommen. Bei Wohn-, Geschäfts- und anderen Bauten liegt die Nutzungsdauer zwischen 33 und 50 Jahren, für Außenanlagen zwischen 10 und 19 Jahren.

Bei den übrigen Gegenständen des Sachanlagevermögens liegen die Abschreibungszeiträume zwischen 4 und 11 Jahren.

Im Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Zinsen für Fremdkapital und keine Aufwendungen im Sinne von § 255 Absatz 2 Satz 3 HGB in die Herstellungskosten einbezogen.

Zum Bilanzstichtag erfolgt jeweils eine Bewertung der Immobilienbestände zum beizulegenden Wert, auf dessen Grundlage ein Niederstwerttest durchgeführt wird. Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung erfolgt die Abschreibung auf den niedrigeren, beizulegenden Wert. Bestehen die Gründe für eine dauernde Wertminderung nicht mehr, wird eine Wertaufholung nach § 253 Absatz 5 HGB maximal auf die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen.

Als beizulegender Wert der Immobilien werden jene für den IFRS Konzernabschluss der Deutsche Wohnen SE, Berlin, ermittelten beizulegenden Werte verwendet. Diese Ermittlung per 31. Dezember 2021 erfolgte für die Wohn- und Geschäftsbauten durch eine interne Bewertung (grundsätzlich Discounted-Cashflow-Modell). Parallel wurde der Bestand für die Wohn- und Geschäftsbauten durch Jones Lang LaSalle SE, Frankfurt am Main, nach international anerkannten Bewertungsverfahren (grundsätzlich Discounted-Cashflow-Modell) bewertet und im Gesamtwert bestätigt. Die Bewertung für die unbebauten Grundstücke erfolgte durch Jones Lang LaSalle SE, Frankfurt am Main. Die Bewertung (grundsätzlich Discounted-Cashflow-Modell) der Pflegeimmobilien erfolgte ausschließlich durch W&P Immobilienberatung GmbH, Frankfurt am Main. Die wesentlichen Bewertungsparameter sind für die Wohn- und Geschäftsbauten Marktmietwachstum, Diskontierungszins und Kapitalisierungszins sowie für die Pflegeimmobilien Marktmiete, Diskontierungszins und Instandhaltungskosten.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten - bei dauernden Wertminderungen vermindert um Abschreibungen auf den am Abschlussstichtag niedrigen, beizulegenden Wert - angesetzt. Wesentlicher Werttreiber bei der Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an immobilienhaltenden verbundenen Unternehmen ist der beizulegende Wert der Immobilien. Bestehen die Gründe für eine dauernde Wertminderung nicht mehr, wird eine Wertaufholung nach § 253 Absatz 5 HGB vorgenommen. Die Ausleihungen sind zum Nominalwert bilanziert.

Die Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten - vermindert um Abschreibungen auf den am Abschlussstichtag niedrigeren, beizulegenden Wert - angesetzt.

Bei den noch nicht abgerechneten Betriebskosten in den unfertigen Leistungen wurden Wertabschläge für Leerstand und sonstige Abrechnungsrisiken vorgenommen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert beziehungsweise zum niedrigeren, beizulegenden Wert bewertet. Bei den Forderungen aus Vermietung, Forderungen aus Grundstücksverkäufen und sonstigen Vermögensgegenständen wurden Wertberichtigungen vorgenommen.

Die unter den Wertpapieren des Umlaufvermögens geführten Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des niedrigeren, beizulegenden Wertes bewertet.

Die Guthaben bei Kreditinstituten werden mit ihren Nominalwerten angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben bis zum Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag betreffen. Disagien sowie einmalige Bearbeitungsgebühren der Kreditgeber bei der Ausgabe von Darlehen, die gemeinsam mit der laufenden Verzinsung ein wirtschaftlich einheitliches Entgelt für die Darlehensüberlassung darstellen, werden auf der Grundlage von § 250 Absatz 3 HGB abgegrenzt und über die Laufzeit der Darlehen aufwandswirksam erfasst.

Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden, wenn sie sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen und sich insgesamt eine Steuerbelastung ergibt, saldiert als passive latente Steuern bilanziert. Eine sich insgesamt ergebende Steuerentlastung (aktive latente Steuern) wird nicht bilanziert. Die latenten Steuern werden mit den Steuersätzen im Zeitpunkt des voraussichtlichen Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Latente Steuern von Organgesellschaften werden beim Organträger angesetzt.

Im Rahmen der Verschmelzung der Seniorenpflegeheim Warmbad GmbH auf die Gesellschaft wurde 2009 ein Sonderposten für Investitionszuschüsse übernommen. Der Sonderposten wird über die Laufzeit der geförderten Sachanlagen bis zum 31. Dezember 2056 ratierlich aufgelöst.

Bis zum 31. Dezember 2013 erhaltene Investitionszuschüsse wurden mit Fertigstellung der geförderten Investitionsmaßnahme in 2013 von den Herstellungskosten des Gebäudes abgesetzt. In den darauffolgenden Jahren erhaltene Investitionszuschüsse für diese Maßnahme wurden als Reduzierung der Herstellungskosten des Gebäudes berücksichtigt.

Sämtliche Pensionsverpflichtungen der Gesellschaft sind nach dem laufenden Einmalprämienverfahren (Projected Unit Credit Method) aufgrund eines versicherungsmathematischen Gutachtens nach den "Generationen-Richttafeln 2018G" von Professor Dr. Klaus Heubeck ermittelt worden. Es wurde der von der Bundesbank veröffentlichte Zinssatz von 1,87 % p.a. zum 31. Dezember 2021 (Vorjahr: 2,30 % p.a.) zugrunde gelegt, der sich unter Anwendung von § 253 Absatz 2 Satz 2 HGB als durchschnittlicher Marktzinssatz aus den vorangegangenen 10 Geschäftsjahren bei einer angenommenen Restlaufzeit von pauschal 15 Jahren ergibt. Ergebnisauswirkungen aus der Veränderung von Zinssätzen werden im Personalaufwand ausgewiesen. Dabei wurden Einkommenssteigerungen von 2,50 % p.a. (Vorjahr: 2,50 % p.a.), Erhöhungen der Beitragsbemessungsgrenze von 3,00 % p.a. (Vorjahr: 3,00 % p.a.) und Rentenanpassungen von 1,75 % p.a. (Vorjahr: 1,75 % p.a.) berücksichtigt.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Sie berücksichtigen alle erkennbaren drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und ungewisse Verbindlichkeiten. Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit den von der Bundesbank veröffentlichten Zinssätzen abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Gliederung und Entwicklung des Anlagevermögens sind aus dem beigefügten Anlagenspiegel (Anlage 1 zum Anhang) ersichtlich.

Die Gesellschaft ist gemäß § 285 Nr. 11 HGB an den folgenden 2) Gesellschaften un- bzw. mittelbar beteiligt. Eigenkapital und Ergebnis beruhen auf handelsrechtlicher Rechnungslegung des jeweiligen Sitzlandes aus dem letzten vorliegenden, festgestellten Jahresabschluss.

Firma und Sitz Ante Eigenkapital
in TEUR
Ergebnis
in TEUR
Stichtag
AGG Auguste-Viktoria-Allee Grundstücks GmbH, Berlin 94,90% 25,0 0,0 **) 31.12.2020
Algarobo Holding B.V., Baarn, Niederlande 94,90% 23.663,4 -7,0 31.12.2020
Aufbau-Gesellschaft der GEHAG mit beschränkter Haftung, Berlin 100,00% 8.596,0 561,9 31.12.2020
AVUS Immobilien-Treuhand GmbH & Co. KG, Berlin 85,00% 292,3 -28,3 31.12.2020
BauBeCon BIO GmbH, Berlin 94,90% 8.626,5 0,0 **) 31.12.2020
BauBeCon Immobilien GmbH, Berlin 94,90% 686.438,3 208.404,6 **) 31.12.2020
BauBeCon Wohnwert GmbH, Berlin 100,00% 1) 26.710,2 0,0 **) 31.12.2020
Berlinovo Wohnquartier GmbH, Berlin (vormals: GGR Wohnparks Alte Hellersdorfer Straße GmbH, Berlin) 94,90% 9.576,8 1.855,8 **) 31.12.2020
C. A. & Co. Catering KG, Wolkenstein 100,00% 1) 0,2 21,0 31.12.2020
Deutsche Wohnen Berlin 5 GmbH, Berlin 94,90% 1) 3.415,6 0,0 **) 31.12.2020
Deutsche Wohnen Berlin 6 GmbH, Berlin 94,90% 1) 506,9 0,0 **) 31.12.2020
Deutsche Wohnen Berlin 7 GmbH, Berlin 94,90% 1) 2.738,0 0,0 **) 31.12.2020
Deutsche Wohnen Berlin I GmbH, Berlin 94,00% 1) 1.488,1 0,0 **) 31.12.2020
Deutsche Wohnen Berlin II GmbH, Berlin 94,90% 1) 4.809,5 0,0 **) 31.12.2020
Deutsche Wohnen Berlin III GmbH, Berlin 94,90% 1) 24.705,1 0,0 **) 31.12.2020
Deutsche Wohnen Dresden I GmbH, Berlin 100,00% 1) 5.087,3 0,0 **) 31.12.2020
Deutsche Wohnen Dresden II GmbH, Berlin 100,00% 1) 3.762,4 0,0 **) 31.12.2020
DWRE Alpha GmbH, Berlin 94,00% 343,8 0,0 **) 31.12.2020
DWRE Braunschweig GmbH, Berlin 94,00% 16.325,2 0,0 **) 31.12.2020
DWRE Dresden GmbH, Berlin 94,00% 25,0 0,0 **) 31.12.2020
DWRE Halle GmbH, Berlin 94,00% 25,0 0,0 **) 31.12.2020
DWRE Hennigsdorf GmbH, Berlin 94,00% 1.085,3 0,0 **) 31.12.2020
DWRE Leipzig GmbH, Berlin 94,00% 25,0 0,0 **) 31.12.2020
Eisenbahn-Siedlungs-Gesellschaft Berlin mit beschränkter Haftung, Berlin 94,90% 1) 11.889,8 0,0 *) 31.12.2020
Fortimo GmbH, Berlin 100,00% 6.127,2 0,0 **) 31.12.2020
GbR Fernheizung Gropiusstadt, Berlin 46,10% 3) 612,4 -43,3 31.12.2020
GEHAG Dritte Beteiligungs GmbH, Berlin 94,90% 378,8 0,0 **) 31.12.2020
GEHAG Erste Beteiligungs GmbH, Berlin 100,00% 45,0 0,0 **) 31.12.2020
GEHAG Grundbesitz I GmbH, Berlin 100,00% 26,0 0,0 **) 31.12.2020
GEHAG Grundbesitz II GmbH, Berlin 100,00% 25,0 0,0 **) 31.12.2020
GEHAG Grundbesitz III GmbH, Berlin 100,00% 25,0 0,0 **) 31.12.2020
GEHAG Vierte Beteiligung SE, Berlin 94,90% 20.220,5 0,0 **) 31.12.2020
GEHAG Zweite Beteiligungs GmbH, Berlin 100,00% 16.625,0 0,0 ***) 31.12.2020
GGR Wohnparks Kastanienallee GmbH, Berlin 94,90% 44.153,0 5.207,7 **) 31.12.2020
GGR Wohnparks Nord Leipziger Tor GmbH, Berlin 94,90% 6.680,3 0,0 **) 31.12.2020
GGR Wohnparks Süd Leipziger Tor GmbH, Berlin 94,90% 3.390,2 0,0 **) 31.12.2020
Haus und Heim Wohnungsbau-GmbH, Berlin 94,92% 1) 2.798,7 0,0 *) 31.12.2020
Holzmindener Straße/Tempelhofer Weg Grundstücks GmbH, Berlin 94,90% 25,0 0,0 **) 31.12.2020
IWA GmbH Immobilien Wert Anlagen, München 100,00% 1) 376,8 274,9 31.12.2020
KATHARINENHOF Seniorenwohn- und Pflegeanlage Betriebs-GmbH, Berlin 100,00% 12.976,5 5.420,1 31.12.2020
KATHARINENHOF Service GmbH, Berlin 100,00% 1) 25,0 0,0 *) 31.12.2020
LebensWerk GmbH, Berlin 100,00% 1) 457,1 0,0 *) 31.12.2020
OLYDO Projektentwicklungsgesellschaft mbH, Berlin 50,00% 1) k. A. k. A. k. A.
Olympisches Dorf Berlin GmbH, Berlin 100,00% 1) 21,2 -1,9 31.12.2020
Seniorenresidenz "Am Lunapark" GmbH, Leipzig 100,00% 1) 102,3 0,0 *) 31.12.2020
Seniorenwohnen Heinersdorf GmbH, Berlin 10,10% 13,1 -8,6 31.12.2019
SGG Scharnweberstraße Grundstücks GmbH, Berlin 94,90% 25,0 0,0 **) 31.12.2020
Sophienstraße Aachen Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Berlin 100,00% 2.193,0 0,0 **) 31.12.2020

1) mittelbare Beteiligung
2) Darüber hinaus ist die Gesellschaft an der Arbeitsgemeinschaft - ARGE Poing "am Bergfeld", Poing -als persönlich haftender Gesellschafter gemäß § 285 Nr. 11a beteiligt.
3) Persönlich haftender Gesellschafter gemäß § 285 Nr. 11a HGB
*) Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag.
**) Es besteht ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag.
***) Es besteht ein Beherrschungsvertrag.

(2) Zum Verkauf bestimmte Grundstücke und andere Vorräte

Unter den unfertigen Leistungen sind ausschließlich Ansprüche aus noch nicht abgerechneten Betriebskosten in Höhe von TEUR 29.186 (Vorjahr: TEUR 27.448) ausgewiesen.

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben bei den Forderungen aus Vermietung TEUR 137 (Vorjahr: keine), bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen TEUR 45.000 (Vorjahr: TEUR 45.000), bei den Forderungen aus dem Verkauf von Grundstücken TEUR 27 (Vorjahr: TEUR 27), sowie bei den sonstigen Vermögensgegenständen TEUR 299 (Vorjahr: keine). Die übrigen Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit unter einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 335.174 (Vorjahr: TEUR 123.994) beinhalten keine konzerninterne Zinsansprüche aus Ausleihungen (Vorjahr: TEUR 26), sonstige Forderungen aus konzerninternen Darlehen und Cash Pooling in Höhe von TEUR 243.060 (Vorjahr: TEUR 80.755), aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 33 (Vorjahr: TEUR 76) sowie sonstige Forderungen im Wesentlichen aus Ergebnisabführungen in Höhe von TEUR 92.081 (Vorjahr: TEUR 43.137).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten wie im Vorjahr keine Forderungen gegen Gesellschafter.

(4) Guthaben bei Kreditinstituten

Die Guthaben bei Kreditinstituten enthalten verpfändete Guthaben in Höhe von TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 2), welche in voller Höhe verfügungsbeschränkt sind.

(5) Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen Disagien in Höhe von TEUR 174 (Vorjahr: TEUR 220).

(6) Aktive latente Steuern

Die folgenden Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden bestehen bei der Gesellschaft und / oder bei Organgesellschaften:

Aufgrund unterschiedlicher Berücksichtigung von Preissteigerungen und Abzinsung nach Handels- und Steuerrecht bestehen Differenzen in den Pensionsrückstellungen und in den sonstigen Rückstellungen, die zukünftig zu einer Steuerentlastung führen.

Aufgrund einer nur in der Steuerbilanz vorgenommenen Abgrenzung von Disagien bestehen Differenzen, die zukünftig zu einer Steuerentlastung führen.

Aufgrund von Ansatzverboten im Steuerrecht bestehen in den sonstigen Rückstellungen Differenzen zur Handelsbilanz, die zukünftig zu einer Steuerentlastung führen.

Aufgrund einer nur in der Steuerbilanz vorgenommenen Teilwertaufstockung nach § 13 KStG in der Fassung des StRefG, wegen außerplanmäßigen Abschreibungen in der Handelsbilanz, die in der Steuerbilanz nicht angesetzt wurden, und wegen unterschiedlicher Abschreibungsmethoden in Handels- und Steuerbilanz, sowie abweichender Steuerbilanzwerte durch das Finanzamt, bestehen Differenzen bei Grundstücken und Gebäuden des Anlage- und des Umlaufvermögens, die zukünftig zu einer Steuerbe- und -entlastung führen.

Aufgrund einer nur in der Handelsbilanz vorgenommenen Passivierung von Sonderposten für Investitionszulagen bestehen Differenzen, die zukünftig zu einer Steuerentlastung führen.

Aufgrund einer nur in der Steuerbilanz vorgenommenen Passivierung von Rücklagen nach § 6b EstG bestehen Differenzen, die zukünftig zu einer Steuerbelastung führen.

Es bestehen steuerliche Verlustvorträge für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer, die zukünftig zu einer Steuerentlastung führen.

Der Berechnung der latenten Steuern liegen ein Gewerbesteuersatz von 14,35 % und ein Körperschaftsteuersatz von 15,825 % zugrunde.

Die GEHAG GmbH hat von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht und auf die sich insgesamt ergebende Aktivierung von aktiven latenten Steuern verzichtet.

(7) Pensionsrückstellungen

Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Absatz 6 Sätze 1 und 3 HGB beträgt zum Stichtag TEUR 2.129 (Vorjahr: TEUR 2.871).

(8) Steuerrückstellungen

Steuerrückstellungen werden für die Gesellschaften des ertragsteuerlichen Organkreises gebildet.

(9) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 16.218 (Vorjahr: TEUR 15.007).

(10) Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten, Angaben über gewährte Sicherheiten sowie die Mitzugehörigkeit zu anderen Posten sind der Anlage 2 des Anhangs zu entnehmen.

Die erhaltenen Anzahlungen enthalten mit TEUR 27.617 (Vorjahr: TEUR 28.607) hauptsächlich Betriebskostenvorauszahlungen der Mieter.

(11) Bilanzvermerke

Nicht in der Bilanz enthaltene, treuhänderisch verwaltete Mietkautionen bestehen in Höhe von TEUR 18.753 (Vorjahr: TEUR 19.769).

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(12) Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 935 (Vorjahr: TEUR 967), Erträge aus der Auflösung von Sonderposten in Höhe TEUR 65 (Vorjahr: TEUR 65) enthalten sowie Gewinne aus dem Verkauf von 4 Pflegeimmobilien in Höhe von TEUR 9.378 (Vorjahr: Verkauf von 13 Pflegeimmobilien in Höhe von TEUR 6.684).

V. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft bürgt selbstschuldnerisch für ein Darlehen mit einer Restvaluta zum Abschlussstichtag von EUR 1,4 Mio. zuzüglich Ansprüchen aus Zinsen und Zinssicherungsgeschäften bis zu einer Höhe von EUR 1,0 Mio. das an eine Tochtergesellschaft (verbundenes Unternehmen) ausgereicht wurde. Mit einer Inanspruchnahme ist insgesamt nicht zu rechnen, weil dieses verbundene Unternehmen ertragsstark ist, seinen Zahlungsverpflichtungen bisher stets nachgekommen ist und dies auch für die Zukunft erwartet wird.

Die Gesellschaft hat zwei Bürgschaften für eine mittelbare Tochtergesellschaft (verbundenes Unternehmen) sowie für eine mittelbare Beteiligung (nahestehendes Unternehmen) über insgesamt EUR 10,0 Mio. ausgegeben. Diese Bürgschaften wurden an eine Gesellschaft (Grundstücksverkäuferin) zur Absicherung für zukünftige Kaufpreiszahlungen gewährt. Mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen, weil der gemeinsame Grundstücksankauf durch die mittelbare Tochtergesellschaft und durch die mittelbare Beteiligung durch die Gesellschaft oder durch die Deutsche Wohnen Gruppe finanziert wird.

Die Gesellschaft garantiert die Einhaltung des Privatisierungsvertrages der Eisenbahn-Siedlungs-Gesellschaft Berlin mbH, Berlin, einem verbundenen Unternehmen, gegenüber dem Bundeseisenbahnvermögen und der Deutsche Bahn AG, Berlin. In diesem Vertrag werden unter anderem Beschränkungen zu Wohnungsverkäufen, Mieterhöhungen und Luxussanierungen geregelt. Mit einer ungeplanten Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen, weil die GEHAG GmbH als mittelbarer Mehrheitsgesellschafter die Einhaltung des Vertrages durchsetzen kann.

Im Rahmen der Veräußerung von Grundstücken wird den Käufern mitunter das Recht eingeräumt, bereits vor Nutzen- und Lastenwechsel Grundschulden für die Ankaufsfinanzierung eintragen zu lassen, so dass die GEHAG GmbH laut Grundbuch für Dritte haftet. Mit der Inanspruchnahme der GEHAG GmbH aus diesen Haftungsverhältnissen ist nicht zu rechnen, weil die Auszahlung der Kaufpreisfinanzierung, die die Grundschuld absichert, in der Regel direkt an die Gesellschaft ausgezahlt wird.

Es besteht ein Beherrschungsvertrag zwischen der GEHAG GmbH, Berlin, (Organträgerin) und der GEHAG Zweite Beteiligungs GmbH, Berlin.

Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag zwischen der GEHAG GmbH, Berlin, (Organträgerin) und der Eisenbahn-Siedlungs-Gesellschaft Berlin mbH, Berlin (Organgesellschaft).

Weiterhin bestehen Ergebnisabführungs- und Beherrschungsverträge zwischen der GEHAG GmbH, Berlin (Organträgerin) und der AGG Auguste-Viktoria-Allee Grundstücks GmbH, Berlin, der BauBeCon BIO GmbH, Berlin, der BauBeCon Immobilien GmbH, Berlin, der BauBeCon Wohnwert GmbH, Berlin, der Berlinovo Wohnquartier GmbH, Berlin (vormals: GGR Wohnparks Alte Hellersdorfer Straße GmbH, Berlin), der DWRE Alpha GmbH, Berlin, der DWRE Braunschweig GmbH, Berlin, der DWRE Dresden GmbH, Berlin, der DWRE Halle GmbH, Berlin, der DWRE Hennigsdorf GmbH, Berlin, der DWRE Leipzig GmbH, Berlin, der Fortimo GmbH, Berlin, der GEHAG Dritte Beteiligungs GmbH, Berlin, der GEHAG Erste Beteiligungs GmbH, Berlin, der GEHAG Grundbesitz I GmbH, Berlin, der GEHAG Grundbesitz II GmbH, Berlin, der GEHAG Grundbesitz III GmbH, Berlin, der GEHAG Vierte Beteiligung SE, Berlin, der GGR Wohnparks Kastanienallee GmbH, Berlin, der GGR Wohnparks Nord Leipziger Tor GmbH, Berlin, der GGR Wohnparks Süd Leipziger Tor GmbH, Berlin, der Holzmindener Straße/Tempelhofer Weg Grundstücks GmbH, Berlin, der SGG Schwarnweberstraße Grundstücks GmbH, Berlin und der Sophienstraße Aachen Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Berlin (jeweils Organgesellschaften).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

bis zu einem Jahr
TEUR
ein bis fünf Jahre
TEUR
mehr als fünf Jahre
TEUR
Summe
TEUR
Verpflichtungen aus Ankaufsverträgen 21.150 26.950 0 48.100
Bestellobligo aus Bauaufträgen 7.013 1.981 0 8.994
Langfristige Dienstleistungsverträge 767 0 0 767
Summe 28.930 28.931 0 57.861

Branchenübliche sonstige finanzielle Verpflichtungen im Bereich von Betriebskosten und Instandhaltung sowie Leistungsvereinbarungen innerhalb der Deutsche Wohnen SE Gruppe und Ausgleichszahlungen aus konzerninternen Unternehmensverträgen an verbundene Unternehmen und an Dritte, die kontinuierlich im Rahmen der Tätigkeit der Gesellschaft anfallen, sind hier nicht enthalten.

Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit Fördermittel als Investitionszuschüsse für Sanierungen in Höhe von TEUR 2.369 erhalten. Die Einhaltung der Förderbedingungen wird bis 2024 überwacht und kann zu Rückzahlungsverpflichtungen führen.

VI. Sonstige Angaben

Die Gesellschaft ist persönlich haftende Gesellschafterin der GbR Fernheizung Gropiusstadt, Berlin, und der ARGE Poing "am Bergfeld", Poing.

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahresdurchschnitt wie im Vorjahr keine Arbeitnehmer.

Die Geschäftsführer erhielten im Geschäftsjahr von der Gesellschaft keine Bezüge.

Im Geschäftsjahr wurden keine Vorschüsse, Kredite an oder Haftungsverhältnisse zugunsten der Mitglieder der Geschäftsführung oder des Aufsichtsrats gewährt. Es bestehen zum Abschlussstichtag keine Ansprüche aus Vorschüssen, Krediten an oder Haftungsverhältnisse zugunsten der Mitglieder der Geschäftsführung oder des Aufsichtsrats.

Im Geschäftsjahr fanden keine Transaktionen zwischen nahestehenden Unternehmen beziehungsweise Personen und der Gesellschaft statt, die nicht zu marktüblichen Konditionen durchgeführt wurden.

Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Vorstände, Geschäftsführer und deren Hinterbliebene betragen TEUR 4.084 (Vorjahr: TEUR 4.306). Ehemalige Vorstände, Geschäftsführer und deren Hinterbliebene haben in 2021 laufende Rentenzahlungen in Höhe von TEUR 319 (Vorjahr: TEUR 389) erhalten.

Der Aufwand für Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr für Gesamtbezüge belief sich brutto auf TEUR 17. Zusätzlich wurden Auslagen erstattet.

Es bestehen Geschäftsbesorgungsverträge mit der Deutsche Wohnen Construction and Facilities GmbH, Berlin, der Deutsche Wohnen Corporate Real Estate GmbH, Berlin, der Deutsche Wohnen Immobilien Management GmbH, Berlin, der Deutsche Wohnen Kundenservice GmbH, Berlin, der Deutsche Wohnen Management GmbH, Berlin, der Deutsche Wohnen SE, Berlin, und der Deutsche Wohnen Technology GmbH, Berlin, als Geschäftsbesorger (nahestehende Unternehmen).

Aufsichtsrat

Lars Urbansky - Vorsitzender - Vorstandsmitglied der Deutsche Wohnen SE, Berlin
Dr. Kathrin Wolff - stellv. Vorsitzende (ab 31.08.2021) - Vorstandsmitglied der GSW Immobilien AG, Berlin
Philip Grosse - stellv. Vorsitzender (bis 31.07.2021) - Vorstandsmitglied der Deutsche Wohnen SE, Berlin
Jörg Kunz Referent Senatsverwaltung für Finanzen, Berlin
Stefan Degen Geschäftsführer der Deutsche Wohnen Construction and Facilities GmbH, Berlin
Tanja Margowski Gruppenleiterin Fachcontrolling Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Berlin
Ingo Kühl (ab 01.08.2021) Geschäftsführer der FACILITA Berlin GmbH, Wandlitz

Geschäftsführung

Diplom-Betriebswirt (FH) Stefan Folmayer (ab 01.07.2021) Geschäftsführer bei Gesellschaften der Deutsche Wohnen SE Gruppe
Bachelor of Science -Wirtschaftsmathematik (FHTW) Finanz- und Investmentökonom (VWA) Gert Müller (ab 01.07.2021) Geschäftsführer bei Gesellschaften der Deutsche Wohnen SE Gruppe
Diplom-Kaufmann Andy Herrmann (bis 30.06.2021) Geschäftsführer bei Gesellschaften der Deutsche Wohnen SE Gruppe
Diplom-Kaufmann Uwe Plagge (bis 31.12.2021) Geschäftsführer bei Gesellschaften der Deutsche Wohnen SE Gruppe

VII. Konzernabschluss/Angaben zu Mutterunternehmen

Die Gesellschaft ist in den Konzernabschluss der Deutsche Wohnen SE, Berlin, die den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, sowie in den Konzernabschluss der Vonovia SE, Bochum, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, einbezogen. Diese Konzernabschlüsse werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. Entsprechend den Befreiungsregelungen des § 291 HGB wurde kein Teilkonzernabschluss erstellt, da der Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Deutsche Wohnen SE, Berlin, befreiende Wirkung hat.

Die für das Geschäftsjahr berechneten Honorare des Abschlussprüfers brauchen nicht angegeben zu werden, da sie in die Angaben im oben genannten Konzernabschluss einbezogen werden.

VIII. Nachtragsbericht

Im dritten Quartal 2021 hatte die Deutschen Wohnen Gruppe den Verkauf von rund 10.700 Wohneinheiten und rund 200 Gewerbeeinheiten an Wohnungsbaugesellschaften des Landes Berlin zu einem Kaufpreis von rund EUR 1,65 Mrd. beurkundet. Der Nutzen- und Lastenwechsel ist bis zum Januar 2022 vollständig vollzogen worden. Von dem vorgenannten Gesamtkaufpreis für Immobilien entfielen EUR 308,7 Mio. auf den Zeitraum nach dem Abschlussstichtag auf die GEHAG GmbH bzw. auf Gesellschaften, mit denen die GEHAG GmbH über Ergebnisabführungsverträge verbunden ist.

Am 10.01.2022 wurde die Aufhebung des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages der GEHAG GmbH mit der Berlinovo Wohnquartier GmbH (vormals GGR Wohnparks Alte Hellersdorfer Straße GmbH) mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 im Handelsregister eingetragen.

Weitere wesentliche Ereignisse nach dem Stichtag sind uns nicht bekannt.

IX. Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 1.183.398.242,91, bestehend aus dem Jahresüberschuss in Höhe von EUR 135.118.142,01 und dem Gewinnvortrag in Höhe von EUR 1.048.280.100,90, auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Berlin, den 10. März 2022

GEHAG GmbH

Die Geschäftsführung

Stefan Folmayer

Gert Müller

Angaben zur Feststellung und zur Ergebnisverwendung:

Der Jahresabschluss wurde am 19. März 2022 festgestellt. Die Ergebnisverwendung wurde am 15. Juli 2022 beschlossen.

Entwicklung des Anlagevermögens 2021

Anlage 1 zum Anhang

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2021
EUR
I. Sachanlagen          
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Wohnbauten 877.919.025,90 13.481.439,48 2.219.076,17 90.911,38 889.272.300,59
2. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Geschäfts- und anderen Bauten 530.878.237,85 7.710.728,58 64.037.138,08 9.377.810,56 483.929.638,91
3. Grundstücke ohne Bauten 1.635.772,34 0,00 0,00 0,00 1.635.772,34
4. Grundstücke mit Erbbaurechten Dritter 1.409.460,41 0,00 0,00 0,00 1.409.460,41
5. Technische Anlagen und Maschinen 666.547,90 0,00 0,00 0,00 666.547,90
6. Anlagen im Bau 16.357.443,85 6.755.684,68 1.253.799,45 -9.468.721,94 12.390.607,14
  1.428.866.488,25 27.947.852,74 67.510.013,70 0,00 1.389.304.327,29
II. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 557.449.430,89 0,00 0,00 0,00 557.449.430,89
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.049.921.818,48 0,00 24.814.000,00 0,00 2.025.107.818,48
3. Beteiligungen 288.736,48 5.020.599,62 0,00 202.564,33 5.511.900,43
4. Sonstige Ausleihungen 18.905,45 0,00 124,76 0,00 18.780,69
5. Geleistete Anzahlungen auf Finanzanlagen 202.564,33 0,00 0,00 -202.564,33 0,00
  2.607.881.455,63 5.020.599,62 24.814.124,76 0,00 2.588.087.930,49
  4.036.747.943,88 32.968.452,36 92.324.138,46 0,00 3.977.392.257,78
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2021
EUR
I. Sachanlagen        
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Wohnbauten 123.750.153,58 12.177.533,80 909.764,00 135.017.923,38
2. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Geschäfts- und anderen Bauten 97.330.666,16 15.717.965,39 11.586.131,30 101.462.500,25
3. Grundstücke ohne Bauten 105.661,23 99.220,25 0,00 204.881,48
4. Grundstücke mit Erbbaurechten Dritter 0,00 0,00 0,00 0,00
5. Technische Anlagen und Maschinen 650.300,20 3.979,77 0,00 654.279,97
6. Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
  221.836.781,17 27.998.699,21 12.495.895,30 237.339.585,08
II. Finanzanlagen        
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Sonstige Ausleihungen 14.137,52 0,00 0,00 14.137,52
5. Geleistete Anzahlungen auf Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00
  14.137,52 0,00 0,00 14.137,52
  221.850.918,69 27.998.699,21 12.495.895,30 237.353.722,60
Buchwerte
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
I. Sachanlagen    
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Wohnbauten 754.254.377,21 754.168.872,32
2. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Geschäfts- und anderen Bauten 382.467.138,66 433.547.571,69
3. Grundstücke ohne Bauten 1.430.890,86 1.530.111,11
4. Grundstücke mit Erbbaurechten Dritter 1.409.460,41 1.409.460,41
5. Technische Anlagen und Maschinen 12.267,93 16.247,70
6. Anlagen im Bau 12.390.607,14 16.357.443,85
  1.151.964.742,21 1.207.029.707,08
II. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 557.449.430,89 557.449.430,89
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.025.107.818,48 2.049.921.818,48
3. Beteiligungen 5.511.900,43 288.736,48
4. Sonstige Ausleihungen 4.643,17 4.767,93
5. Geleistete Anzahlungen auf Finanzanlagen 0,00 202.564,33
  2.588.073.792,97 2.607.867.318,11
  3.740.038.535,18 3.814.897.025,19

Verbindlichkeitenspiegel per 31. Dezember 2021

Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Anlage 2 zum Anhang

Verbindlichkeiten insgesamt davon Restlaufzeit Besicherung
EUR bis zu einem Jahr
EUR
ein bis fünf Jahre
EUR
mehr als fünf Jahre
EUR
EUR Art
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 696.652.410,34 17.573.697,36 359.848.665,35 319.230.047,63 696.652.410,34 GPR
Vorjahr 706.028.726,35 3.467.113,05 269.157.991,28 433.403.622,02    
Erhaltene Anzahlungen 33.739.527,24 33.739.527,24        
Vorjahr 29.205.987,67 29.205.987,67        
Verbindlichkeiten aus Vermietung 1.906.518,36 1.906.518,36        
Vorjahr 2.177.743,46 2.177.743,46        
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.285.671,71 3.739.603,44 546.068,27      
Vorjahr 7.044.116,50 6.386.165,02 657.951,48      
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 676.330.755,05 14.304.591,11 96.156.000,00 565.870.163,94    
Vorjahr 671.878.594,33 9.063.430,39 48.156.000,00 614.659.163,94    
Sonstige Verbindlichkeiten 2.263.322,08 2.263.322,08        
Vorjahr 2.250.176,11 2.250.176,11        
Gesamtbetrag 1.415.178.204,78 73.527.259,59 456.550.733,62 885.100.211,57 696.652.410,34  
Vorjahr 1.418.585.344,42 52.550.615,70 317.971.942,76 1.048.062.785,96    

GPR = Sicherung erfolgt durch Grundpfandrechte.

Die Position Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthält Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 1.242 (Vorjahr: TEUR 1.242).

Die Position Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhaltet Verbindlichkeiten gegenüber anderen Kreditgebern (Verbindlichkeiten aus konzerninternen Darlehen) in Höhe von TEUR 672.116 (Vorjahr: TEUR 663.604), aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 897 (Vorjahr: TEUR 283) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3.318 (Vorjahr: TEUR 7.992).

Lagebericht

1. Allgemeines

Die GEHAG GmbH, Berlin, (im Folgenden die "Gesellschaft" oder "GEHAG") gehört zum Unternehmensverbund der Deutsche Wohnen SE, Berlin, die sich operativ auf die Wohnungsbewirtschaftung, den Verkauf sowie Pflege und Betreutes Wohnen konzentriert. Seit dem 30. September 2021 gehört die Gesellschaft auch zum Unternehmensverbund der Vonovia SE, Bochum.

Die Gesellschaft verwaltet zum Abschlussstichtag 13.183 (Vorjahr: 13.245) eigene Wohneinheiten vorwiegend im Raum Berlin-Brandenburg mit einer vermietbaren Fläche von 776.674 m 2 (Vorjahr: 780.887 m 2), 154 (Vorjahr: 155) eigene Gewerbeeinheiten mit einer vermietbaren Fläche von 27.527 m 2 (Vorjahr: 27.571 m 2), Garagen und Stellplätze sowie Einrichtungen mit 5.155 Pflegeplätzen (Vorjahr: 5.790 Pflegeplätze), von denen sich 4.234 Pflegeplätze (Vorjahr: 4.869 Pflegeplätze) im direkten Eigentum der GEHAG und 921 Pflegeplätze (Vorjahr: 921 Pflegeplätze) im Eigentum von Tochtergesellschaften befinden.

Durch die Beteiligung an der KATHARINENHOF Seniorenwohn- und Pflegeanlage Betriebs-GmbH, Berlin, und ihre Tochtergesellschaften (im Folgenden "KATHARINENHOF-Gruppe") werden insgesamt 2.273 Pflegeplätze (Vorjahr: 2.734 Pflegeplätze) bewirtschaftet, wovon 83 Pflegeplätze (Vorjahr: 66 Pflegeplätze) von Dritten gepachtet werden. Die Anzahl der von der KATHARINENHOF-Gruppe bewirtschafteten Pflegeplätze ist im Geschäftsjahr 2021 gesunken, da die KATHARINENHOF-Gruppe ihre Beteiligung an der Hamburger Senioren Domizile GmbH, Hamburg, einschließlich ihrer Tochtergesellschaft (im Folgenden "HSD-Gruppe") innerhalb des Unternehmensverbundes der Deutsche Wohnen SE verkauft hat, wobei die Einrichtungen mit insgesamt 480 Pflegeplätzen weiter unter der Marke KATHARINENHOF betrieben werden.

2.485 der im Eigentum der GEHAG GmbH befindlichen Pflegeplätze (Vorjahr: 3.122 Pflegeplätze) sind langfristig an weitere namhafte Betreiber vermietet.

Es bestehen Geschäftsbesorgungsverträge mit Gesellschaften der Deutsche Wohnen Gruppe, die unter anderem Leistungen in den Bereichen Vermietungs- und Vertriebsmanagement, technisches Gebäudemanagement, Mieten- und Forderungsmanagement, Kundenbetreuung, Corporate Finance und Finance erbringen.

Weiterhin hält die GEHAG Beteiligungen an Wohnungsunternehmen, die zum Abschlussstichtag rund 56.500 eigene Wohneinheiten (Vorjahr: rund 56.600) sowie Gewerbeflächen, Garagen und Stellplätze bewirtschaften. Die Ergebnisse dieser Tochtergesellschaften fließen teilweise über Ergebnisabführungsverträge in das Beteiligungsergebnis der GEHAG ein.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Deutsche Wirtschaft wieder leicht im Aufschwung

Deutsche Wirtschaft legt wieder zu: Die deutsche Wirtschaft ist 2021 um 2,1 % gewachsen und hat dadurch nach dem deutlichen Rückgang der Wirtschaftskraft im Jahr 2020 eine Trendwende verzeichnet. Im Sommer konnte der Dienstleistungssektor stark von den niedrigen Corona-Zahlen und der Impfkampagne profitieren. Allerdings hat die erhöhte Infektionslage im Herbst die deutsche Wirtschaft wieder beeinträchtigt. Zudem erschweren die globalen Lieferengpässe ein stetiges Wirtschaftswachstum der deutschen Industrie. 1

Arbeitsmarkt erholt sich: Trotz der immer noch anhaltenden Corona-Pandemie hat sich der deutsche Arbeitsmarkt 2021 wieder erholt. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben sich im vergangenen Jahr deutlich erhöht, auf der anderen Seite sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) in Deutschland zurückgegangen. Das Mittel der Kurzarbeit wurde von den Unternehmen bis Oktober 2021 weniger stark genutzt, zum Jahresende hin dagegen erneut verstärkt. Die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) ist im November saisonbereinigt um 43.000 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote belief sich im Dezember auf 5,1 %. 2

Steigende Löhne und Gehälter: Die Bruttolöhne und -gehälter sind im Jahr 2021 durch eine verstärkte reguläre Einstellung von Arbeitskräften um 3,1 % gestiegen. Die Nettolöhne und -gehälter haben sich sogar um 4,0 % erhöht, was vor allem mit der Abschaffung des Solidaritätszuschlags zu erklären ist. 3

Leitzinsen weiterhin bei 0 %: Die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank liegen weiterhin bei 0 % und haben sich somit seit März 2016 nicht verändert. Dies begünstigt das Investitions- und Finanzierungsumfeld, insbesondere auch in der Immobilienbranche.

Stagnierende Bevölkerungszahl in Deutschland: Nach aktuellen Schätzungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) lebten zum Jahresende 83,2 Mio. Menschen in Deutschland und damit etwa so viele wie 2020 und 2019. Die stagnierende Bevölkerungszahl ist auf die gestiegene Sterbefallzahl zurückzuführen, die deutlich höher war als die Zahl der Geborenen. Die Differenz wurde durch die gestiegene Nettozuwanderung ausgeglichen. Im Jahr 2020 war die Nettozuwanderung noch zurückgegangen. 4

Wohnungsbau treibt die Baukonjunktur: Die Bauwirtschaft in Deutschland hat sich auch im zweiten Corona-Jahr robust entwickelt. Das reale Bauvolumen konnte um 1,6 % gegenüber dem Vorjahr zulegen. Dazu trug abermals insbesondere der

1 DIW Wochenbericht 37/2021
2 Statistisches Bundesamt, Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Dezember 2021
3 DIW Wochenbericht 37/2021
4 Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20. Januar 2022

Wohnungsbau mit einem Plus von 2,2 % bei. Auch in den kommenden Jahren stützt das stabile Wachstum im Wohnungsneubau voraussichtlich die Entwicklung im Bauhauptgewerbe. 5

Berliner Wirtschaft im Aufschwung: Nach dem starken Rückgang der Wirtschaftskraft Berlins 2020 wird mit einem Wachstum von 3 % für das Jahr 2021 gerechnet. Damit liegt Berlin über dem Bundesschnitt und für 2022 wird sogar ein Anstieg des BIP von 4 % erwartet. Die Arbeitslosenquote ist, bedingt durch die wirtschaftliche Erholung im Dezember 2021 gegenüber dem Vorjahr, um 1,2 % auf 8,9 % gesunken, was trotzdem noch deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im September 2021 in Berlin mit 3,2 % mehr als doppelt so stark wie der Bundesdurchschnitt gestiegen. Sie erhöhte sich im September 2021 im Jahresvergleich um 50.051 auf 1,61 Mio. Personen. 6

Deutscher Wohnungsmarkt bleibt weiterhin stabil

Rekordjahr für den deutschen Wohninvestmentmarkt: Im Jahr 2021 konnte der deutsche Wohninvestmentmarkt mit EUR 49,8 Mrd. das höchste Transaktionsvolumen aller Zeiten verzeichnen. Dies entspricht mehr als einer Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr sowie zur Prognose für 2021, die bei EUR 19 Mrd. lag. Dies lässt sich hauptsächlich auf die Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia im vierten Quartal 2021 zurückführen. Allein im vierten Quartal lag das Transaktionsvolumen bei 28,4 Mrd. Euro, was bereits das vorherige Rekordjahr 2015 übertroffen hätte. 7

Verknappung des Wohnraumangebots setzt sich fort: Bis 2030 erwartet das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) einen Anstieg der Zahl der Haushalte um gut 500.000. Diese Entwicklung wird für zusätzliche Nachfrage am deutschen Wohnungsmarkt sorgen. Da die durchschnittliche Haushaltsgröße weiter sinken wird, wächst die Zahl der Haushalte in Deutschland stärker als die Bevölkerungszahl. 70 % der 37,4 Mio. Haushalte sind Ein- und Zweipersonenhaushalte; in den größten Städten liegt die Quote mit 80 % sogar noch höher. 8

Bedarf an Neubauwohnungen in den Städten: Grundsätzlich sind in Deutschland aktuell rein rechnerisch ausreichend Wohnungen vorhanden, um ein gesundes Marktgeschehen zu ermöglichen. Allerdings fokussiert sich die Wohnungsnachfrage vor allem auf die Städte, sodass hier dennoch eine verstärkte Bauaktivität erforderlich ist. Sie zieht hier auch nachweislich an: Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ist in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. 2020 wurden erstmals mehr als 300.000 Wohneinheiten fertiggestellt. Auch die Genehmigungen lagen mit knapp 370.000 fast auf dem Spitzenniveau von 2016. 9

Rückgang der Neubauten in Berlin trotz hoher Nachfrage: In Berlin war zuletzt eine Stagnation der Bevölkerung zu verzeichnen, unter anderem bedingt durch einen negativen Wanderungssaldo sowie die Corona-Pandemie. In den kommenden Jahren wird dennoch mit einem Bedarf von rund 57 neuen Wohnungen pro 10.000 Einwohner pro Jahr gerechnet; das entspricht rund 20.700 neuen Wohnungen pro Jahr. Im Jahr 2020 lag das Fertigstellungsniveau mit 40 neuen Wohnungen pro 10.000 Einwohner beziehungsweise 14.500 neuen Wohnungen nicht nur deutlich unter diesem Wert, sondern auch unterhalb des Vorjahresniveaus. 2019 konnte mit rund 19.000 neuen Wohnungen ein vorläufiger Höchstwert verzeichnet werden. Obwohl auch die Zahl der Baugenehmigungen 2020 mit 20.500 neuen Wohnungen das vierte Jahr in Folge rückläufig war, ist der Bauüberhang zuletzt wieder gestiegen. Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass die Fertigstellungen im Jahr 2021 wieder etwas höher ausfallen. 10

5 DIW Wochenbericht Nr. 1, 2/2022
6 Investitionsbank Berlin, Berlin Konjunktur, Dezember 2021
7 JLL Pressemitteilung vom 6. Januar 2022
8 BBSR, Wohnungsmarktprognose 2030
9 Colliers Residential Investment 2021/22

Dynamik in den Metropolregionen hält an

Zenit der Mietpreissteigerungen scheinbar überschritten: Der Mietpreisanstieg hat sich zuletzt insgesamt sichtbar verlangsamt. Dieser Trend zeigt sich vor allem in den Mieten bei Wiedervermietung, die den größten Anteil an den neu vermieteten Wohnungen ausmachen. Die durchschnittliche Neubaumiete an den Top-Standorten legte Mitte 2021 um 4,3 % gegenüber dem Vorjahreswert zu. Insgesamt haben sich die Erstbezugsmieten innerhalb von zehn Jahren in den sieben größten Städten um mehr als 50 % erhöht. 11

Berlin mit zweitstärkster Mietpreisdynamik: In Berlin sind im zweiten Halbjahr 2021 die Angebotsmietpreise um 4,1 % auf EUR 13,85 pro m 2 pro Monat gestiegen, nach einem Plus von 6,0 % im Vorjahr. Damit hat sich die Dynamik etwas verlangsamt. Die dennoch positive Entwicklung ist insbesondere auf den im Frühjahr 2021 gerichtlich rückgängig gemachten Mietendeckel zurückzuführen. Infolgedessen sind die Mieten bei Bestandsimmobilien um knapp 10 % gestiegen. Damit war in Berlin im Vergleich zu den anderen deutschen Metropolen insgesamt der zweitstärkste Anstieg in der Mietentwicklung nach Leipzig zu verzeichnen. 12

Deutliche Steigerung der Wohnungskaufpreise: Die acht größten Städte Deutschlands - Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf und Leipzig - konnten im zweiten Halbjahr 2021 eine durchschnittliche Zunahme von 11,4 % der Mediankaufpreise von Wohnungen verzeichnen.

In Berlin sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen 2021 um 11,6 % gestiegen. Im Neubausegment liegt Berlin mit einem Kaufpreiswachstum von 13,3 % an der Spitze der acht größten Städte. 13

10 JLL, Residential City Profile Berlin, September 2021
11 DZ HYP, Immobilienmarkt Deutschland 2021/22
12 JLL, Pressemitteilung vom 19. Januar 2022
13 JLL, Pressemitteilung vom 19. Januar 2022

Markt für Pflegeimmobilien ist Deutschlands stärkster Wachstumsmarkt

Deutschlands Bevölkerung altert: Die zunehmende Alterung der deutschen Bevölkerung bringt große Herausforderungen mit sich. Mit dem Älterwerden steigt auch die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden und stationär versorgt werden zu müssen.

Für die Gesamtbevölkerung in Deutschland wird gemäß der 14. Koordinierten Bevölkerungsprognose bis 2040 ein Rückgang von rund 83,2 Mio. (2019) auf 81,9 Millionen Menschen vorhergesagt. Die Zahl der älteren Menschen wird sich dagegen bis 2040 signifikant erhöhen: Die Zahl der 65- bis 79-Jährigen wird um knapp 20 % von 12,4 Mio. (2019) auf 14,8 Mio. steigen; bei den über 80-Jährigen wird sogar ein noch dynamischerer Anstieg um 22 % erwartet. In Deutschland wird es bis 2040 etwa 6,3 Millionen Menschen in dieser Altersgruppe geben, 2019 waren es noch 5,7 Millionen.

Weiterhin steigende Pflegebedürftigkeit: Mit der demografischen Entwicklung und der zunehmenden Alterung in Deutschland geht auch eine steigende Zahl künftiger Pflegebedürftiger einher. Von 2015 bis 2019 stieg die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland um 44,3 % von 2,86 Mio. auf 4,13 Mio. Personen. Rund 818.317 von ihnen wurden vollstationär in Heimen versorgt, ein Plus von 44,3 %. Ebenfalls zwischen 2015 und 2019 nahm die Zahl der Pflegebedürftigen, die zu Hause durch Pflegedienste betreut werden, um 41,9 % auf 982.604 Personen zu. Der Höhepunkt des Bedarfs an Pflegedienstleistungen wird zwischen 2020 und 2060 erwartet, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer-Generation ab 1960 älter geworden sind und pflegebedürftiger werden. Im Anschluss wird die Nachfrage nach Pflegedienstleistungen voraussichtlich wieder zurückgehen, da dann geburtenschwache Jahrgänge folgen.

Ausbau der Pflegeheime notwendig: 2019 gab es in Deutschland 15.380 Pflegeheime mit teil- oder vollstationären Pflegeleistungen und 969.500 Pflegeplätzen. Die durchschnittliche Auslastung der verfügbaren Pflegeplätze lag 2019 in Deutschland bei 90,6 %. Dies ergibt zwar eine rechnerische Überversorgung von 9,4 % - diese darf aber nicht überbewertet werden. Ähnlich wie im Mietwohnungsmarkt ist auch bei den Pflegeplätzen eine Fluktuationsreserve notwendig und sinnvoll. Zudem sind einige ältere Pflegeheime zwar in Betrieb, entsprechen aber nicht mehr in vollem Umfang den aktuellen Anforderungen. Andere Einrichtungen weisen eine Größe auf, die betriebswirtschaftlich langfristig nicht sinnvoll ist. Vor allem in Regionen mit niedrigen Auslastungsgraden wird es zu Schließungen und Revitalisierungen von Pflegeheimen kommen.

Gemessen an der gegenwärtigen Ausstattung mit Pflegeheimplätzen ist durch die demografische Entwicklung und fortschreitende Alterung der Bevölkerung in Deutschland allein bis 2040 mit einem zusätzlichen Bedarf an 184.682 bis 230.853 stationären Pflegeheimplätzen zu rechnen. Bei einer Belegung mit 100 Pflegeplätzen pro Einrichtung müssten somit mindestens 1.847 neue Pflegeheime bereitgestellt werden.

Anhaltend hohe Nachfrage auf dem Transaktionsmarkt: Um die drohende Unterversorgung mit adäquaten Pflegewohnformen zu vermeiden und den immer größer werdenden Pflegenotstand abzuwenden, kommt der Gesamtwirtschaft eine wichtige Aufgabe zu. Diese ist ohne private Investitionen nicht zu bewältigen. In Deutschland werden heute die meisten der 15.380 Pflegeheime von freigemeinnützigen Trägern (52,6 %) und privaten Trägern (43 %) betrieben. Öffentliche Träger kommen nur auf einen Anteil von 5 %. Der Anteil der privaten Träger hat weiter leicht zugenommen, ebenso wie die Konzentration und Internationalisierung der Betreiber.

Das Transaktionsgeschehen wird seit einigen Jahren von institutionellen Investoren dominiert. Diese machten in den letzten Jahren einen Anteil von etwa 65 % am Pflegeheim-Investmentmarkt aus. Für 2021 wird ein Umsatz auf dem Rekordniveau des Vorjahres von rund EUR 3,4 Mrd. erwartet. Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Interesse von Investoren an Gesundheitsimmobilien, die mit sicheren Miet- und Pachtzahlungen einhergehen, noch einmal gestiegen. 14

2.2. Gesamtaussage der Geschäftsführung zum Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2021 ist für die Gesellschaft erfolgreich verlaufen. Das Periodenergebnis lag mit EUR 135,1 Mio. im Wesentlichen aufgrund von Gewinnen aus Immobilienverkäufen und einem gesteigerten Beteiligungsergebnis oberhalb des Vorjahresergebnisses von EUR 52,8 Mio.

Das für das Geschäftsjahr 2021 prognostizierte Ergebnis vor Ausschüttungen und Ergebnisabführungen von Tochtergesellschaften, vor Verkäufen von Immobilien und Beteiligungen sowie vor Ertragsteuern und sonstigen Steuern betrug EUR 29,0 Mio. Erzielt wurden EUR 49,3 Mio. Hierzu haben operativ höhere Bewirtschaftungsergebnisse von Pflege- und Wohnimmobilien (rund EUR +7,7 Mio.), höhere sonstige betriebliche Erträge hauptsächlich aus Rückstellungsauflösungen (rund EUR +3,3 Mio.), ein besseres Finanzergebnis (rund EUR +3,9 Mio.) sowie das nicht geplante neutrale Ergebnis (rund EUR +2,8 Mio.) beigetragen.

In der Hausbewirtschaftung (Rohergebnis ohne Erlöse und Aufwendungen aus der Veräußerung von Grundstücken des Umlaufvermögens) stiegen die Ergebnisse von EUR 77,0 Mio. im Vorjahr um EUR 0,5 Mio. auf EUR 77,5 Mio. Wesentlich dafür waren gestiegene Wohnungsmieten sowie gegenläufig der verkaufsbedingte Wegfall von Pachterträgen für Pflegeimmobilien. Aus dem Verkauf von Immobilien des Umlaufvermögens wurde im Geschäftsjahr 2020 ein Gewinn in Höhe von EUR 21,9 Mio. erzielt, der im Rohergebnis ausgewiesen war. Im Geschäftsjahr 2021 ergab sich eine rückwirkende Kaufpreisminderung von EUR 0,2 Mio.

Das Zinsergebnis der GEHAG verbesserte sich auf EUR 5,5 Mio. (Vorjahr: EUR 2,1 Mio.), hauptsächlich dank höherer Erträge aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen.

Das Beteiligungsergebnis fiel mit EUR 88,0 Mio. höher aus als im Vorjahr (EUR 34,5 Mio.), da Tochterunternehmen höhere Veräußerungsgewinne realisiert haben.

Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte der Nutzen- und Lastenwechsel für den Verkauf von vier an Dritte verpachtete Pflegeimmobilien im Rahmen der Portfoliobereinigung.

14 Wuestpartner, Pflegeheim-Atlas Deutschland 2021

Bei einer im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegenen Bilanzsumme von EUR 4,1 Mrd. (Vorjahr: EUR 4,0 Mrd.) erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 63,1 % im Vorjahr auf 64,2 %.

3. Erläuterungen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

3.1. Ertragslage

Die nachfolgende Tabelle stellt die Ertragslage der GEHAG dar:

2021
TEUR
2020
TEUR
Veränderungen
TEUR
Veränderungen relativ
Umsatzerlöse 134.500 163.526 -29.026 -18%
Aufwendungen für bezogene Lieferungen und Leistungen -58.741 -65.513 6.772 -10%
Bestandsveränderungen 1.738 975 763 78%
Rohergebnis 77.497 98.988 -21.491 -22%
Andere betriebliche Erträge 21.374 13.862 7.512 54%
Personalaufwand -1.190 -1.189 -1 0%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -11.861 -13.399 1.538 -11%
Abschreibungen -27.900 -30.735 2.835 -9%
Operatives Ergebnis 57.920 67.527 -9.607 -14%
Zinsergebnis 5.492 2.109 3.383 160%
Ergebnis aus Beteiligungen 88.029 34.539 53.490 155%
Neutrales Ergebnis 2.800 -26.417 29.217 -111%
Außerplanmäßige Abschreibungen -99 -7.037 6.938 -99%
Steuern -19.024 -17.901 -1.123 6%
Jahresergebnis 135.118 52.820 82.298 156%

Das operative Ergebnis der GEHAG (EUR 57,9 Mio.; Vorjahr: EUR 67,5 Mio.) sank im Vergleich zum Vorjahr um ca. 14 %. Sowohl die Umsatzerlöse sanken um rund EUR 29,0 Mio., als auch die Aufwendungen für bezogene Lieferungen und Leistungen um rund EUR 6,8 Mio. Beides ergab sich hauptsächlich aus dem Umfang von Verkäufen von Grundstücken aus dem Umlaufvermögen, die im Geschäftsjahr 2020 zu Erlösen von EUR 30,4 Mio. und Aufwendungen für Buchwertabgänge in Höhe von EUR 8,5 Mio. geführt hatten.

Die Umsatzerlöse bestanden hauptsächlich aus Umsatzerlösen aus der Hausbewirtschaftung (TEUR 134.544; Vorjahr: TEUR 133.010) und Umsatzerlösen aus dem Verkauf von Grundstücken (TEUR -194; Vorjahr: TEUR 30.424).

Die Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung enthielten hauptsächlich Grundmieten nach Leerstand (TEUR 105.275; Vorjahr: TEUR 105.813) sowie Erlöse aus Betriebskostenabrechnungen (TEUR 29.907; Vorjahr: TEUR 27.845) und andere, teilweise mindernde Erlösbestandteile (TEUR -638; Vorjahr: TEUR -648).

Die Veränderung der Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung in Höhe von TEUR 1.534 entfiel im Wesentlichen mit TEUR 2.062 auf höhere Erlöse aus Betriebskostenabrechnungen sowie mit TEUR 538 auf geringere Grundmieten nach Leerstand, die sich wie folgt aufteilen:

2021
TEUR
2020
TEUR
Veränderungen
TEUR
Veränderungen relativ
Wohnungen, Gewerbeflächen etc. 75.018 71.401 3.617 5%
Pflegeeinrichtungen 30.257 34.412 -4.155 -12%
Grundmieten nach Leerstand 105.275 105.813 -538 -1%

Zum einen sind die Grundmieten nach Leerstand für Wohn- und Gewerbeflächen um TEUR 3.617 gestiegen. Die Vertragsmieten 15 erhöhten sich ohne Pachterlöse für Pflegeeinrichtungen von 6,97 EUR/m 2 auf 7,61 EUR/m 2. Der Leerstand stieg geringfügig - jeweils am Abschlussstichtag - von 0,9 % auf 1,0 %. Zum anderen sind die Pachterlöse für Pflegeeinrichtungen verkaufsbedingt um TEUR -4.155 gesunken.

Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Grundstücken betreffen im Vorjahr den Verkauf von Grundstücken in Poing bei München und im aktuellen Geschäftsjahr eine nachträgliche Kaufpreisminderung.

Die Veränderung der Aufwendungen für bezogene Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr ergab sich aus höheren Aufwendungen für Hausbewirtschaftung (TEUR 58.741; Vorjahr: TEUR 57.011) und aus geringeren Aufwendungen für Verkaufsgrundstücke (keine; Vorjahr: TEUR 8.502).

Die Erhöhung der Aufwendungen für Hausbewirtschaftung um TEUR 1.730 entfällt mit TEUR 1.915 auf höhere Aufwendungen für Betriebskosten und mit TEUR 185 auf geringere Aufwendungen für Instandhaltung.

Die anderen betrieblichen Erträge enthalten mit TEUR 18.233 (Vorjahr: TEUR 10.814) im Wesentlichen Buchgewinne aus der Veräußerung von Immobilien des Anlagevermögens. Die Veräußerungsgewinne entfielen zu TEUR 8.855 (Vorjahr: TEUR 4.130) auf Wohn- und Geschäftsbauten und zu TEUR 9.378 (Vorjahr: TEUR 6.684) auf Pflegeimmobilien. Einmalige sonstige betriebliche Erträge werden zur besseren Vergleichbarkeit im neutralen Ergebnis dargestellt.

Da die Gesellschaft keine aktiven Mitarbeiter:innen mehr beschäftigt, betreffen die Personalaufwendungen im laufenden Geschäftsjahr wie im Vorjahr laufende Pensionszahlungen und Zuführungen zu Pensionsrückstellungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten unter anderem Geschäftsbesorgungsentgelte innerhalb der Deutschen Wohnen Gruppe. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist verkaufsbedingt und betrifft Maklerprovision für Immobilienverkäufe des Anlagevermögens. Einmalige sonstige betriebliche Aufwendungen des Vorjahres aus der Rückzahlung nicht passivierter Aufwendungsdarlehen werden zur besseren Vergleichbarkeit im neutralen Ergebnis dargestellt.

15 Vertraglich geschuldete Miete der vermieteten Wohnungen geteilt durch die vermietete Fläche.

Die Abschreibungen haben sich durch Verkäufe, die die Erhöhung der planmäßigen Abschreibungen aus der Fertigstellung von Neubauten und Sanierungsmaßnahmen überstiegen, verringert.

Das Zinsergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

2021
TEUR
2020
TEUR
Veränderungen
TEUR
Veränderungen relativ
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0 42 -42 -100%
Zinsertrag von Dritten 42 3 39 1300%
Zinsaufwand an Dritte (inkl. Aufzinsung) -10.126 -10.836 710 -7%
Zinsergebnis Dritte -10.084 -10.791 707 -7%
Erträge aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen 24.220 21.525 2.695 13%
Zinsertrag verbundene Unternehmen 174 206 -32 -16%
Zinsaufwand verbundene Unternehmen -8.818 -8.831 13 0%
Zinsergebnis verbundene Unternehmen 15.576 12.900 2.676 21%
Zinsergebnis 5.492 2.109 3.383 160%

Einmalige Zinsaufwendungen werden zur besseren Vergleichbarkeit im neutralen Ergebnis dargestellt.

Das Zinsergebnis mit verbundenen Unternehmen veränderte sich im Wesentlichen durch die im Geschäftsjahr 2020 unterjährig an Konzerngesellschaften neu ausgegebenen Ausleihungen in Höhe von nominal TEUR 704.100.

In das Beteiligungsergebnis flossen die Ergebnisabführungen (Gewinnabführungen und Verlustübernahmen) und Ausschüttungen von mehr als dreißig unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften ein. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist auf die im Geschäftsjahr 2021 realisierten Veräußerungsgewinne bei Tochtergesellschaften zurückzuführen.

Folgende Aufwendungen sind angefallen, die für die bessere Vergleichbarkeit der Ertragslage mit dem Vorjahr als neutrales Ergebnis zusammengefasst wurden:

2021
TEUR
2020
TEUR
Kompensationszahlung für Baumaßnahmen auf einem Nachbargrundstück 2.800 0
Wertaufholung bei Sachanlagen 0 86
Vorfälligkeitsentschädigungen aus der Ablösung von Derivaten (SWAP) 0 -446
Rückzahlung nicht passivierter Darlehen 0 -1.242
Transaktionsbedingte Zinsaufwendungen 0 -24.815
Summe 2.800 -26.417

Im Geschäftsjahr 2021 erhielt die GEHAG eine Kompensationszahlung als Schadensersatz im Zusammenhang mit Baumaßnahmen auf einem benachbarten Grundstück in Höhe von TEUR 2.800. Die Erträge waren in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Die im Geschäftsjahr 2020 realisierten Wertaufholungen bei Sachanlagen folgten der Wertsteigerung der Immobilienbestände der GEHAG. Die Erträge aus Zuschreibungen waren in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Die GEHAG hatte im Geschäftsjahr 2020 einzelne Zinssicherungsgeschäfte (SWAP) vorzeitig aufgelöst, wobei Aufwendungen für Vorfälligkeitsentschädigungen in Höhe von TEUR 446 angefallen waren. Diese Aufwendungen waren in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausgewiesen.

Die Rückzahlung nicht passivierter Aufwendungsdarlehen hatte im Geschäftsjahr 2020 zu einmaligen Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.242 geführt, welche im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen waren.

Beim Erwerb von Geschäftsanteilen an der KATHARINENHOF Seniorenwohn- und Pflegeanlage Betriebs-GmbH, Berlin, waren im Geschäftsjahr 2020 transaktionsbedingte Zinsaufwendungen entstanden. Diese Aufwendungen waren in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausgewiesen.

Die außerplanmäßigen Abschreibungen entfielen im aktuellen Geschäftsjahr auf unbebaute Grundstücke und im Geschäftsjahr 2020 auf eine an Dritte verpachtete Pflegeeinrichtung.

Die Aufwendungen aus Steuern enthalten hauptsächlich Ertragsteuern (EUR 19.074; Vorjahr: TEUR 17.238) und beziehen sich damit auf den ertragsteuerlichen Organkreis der GEHAG.

Insgesamt wurde ein Ergebnis vor Ausschüttungen und Ergebnisabführungen von Tochtergesellschaften, vor Verkäufen von Immobilien und Beteiligungen sowie vor Ertragsteuern und sonstigen Steuern in Höhe von EUR 49,3 Mio. (Vorjahr: EUR 6,8 Mio.) und ein Jahresüberschuss in Höhe von EUR 135,1 Mio. (Vorjahr: EUR 52,8 Mio.) erzielt:

2021
TEUR
2020
TEUR
Veränderungen
TEUR
Veränderungen relativ
Jahresergebnis 135.118 52.820 82.298 156%
Beteiligungsergebnis -88.029 -34.539 -53.490 155%
Veräußerungsergebnis Immobilien nach Verkaufskosten -16.829 -29.397 12.568 -43%
Veräußerungsergebnis Beteiligungen 0 0 0 n/a
Ertragsteuern und sonstige Steuern 19.024 17.901 1.123 6%
  49.284 6.785 42.499 626%

3.2. Vermögenslage

31.12.2021 31.12.2020 Veränderungen
TEUR % TEUR % TEUR
Sachanlagen 1.151.965 27,8 1.207.030 30,2 -55.065
Finanzanlagen 2.588.074 62,5 2.607.867 65,2 -19.793
Unfertige Leistungen und Vorräte 46.243 1,1 43.340 1,1 2.903
Forderungen 344.922 8,4 131.465 3,3 213.457
Wertpapiere des Umlaufvermögens 1 0,0 1 0,0 0
Liquide Mittel 7.676 0,2 7.664 0,2 12
Rechnungsabgrenzungsposten 184 0,0 229 0,0 -45
  4.139.065 100,0 3.997.596 100,0 141.469
Eigenkapital 2.657.752 64,2 2.522.634 63,1 135.118
Sonderposten 2.276 0,1 2.341 0,1 -65
Rückstellungen 63.859 1,5 54.036 1,4 9.823
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 696.652 16,8 706.029 17,7 -9.377
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 676.331 16,3 671.879 16,8 4.452
Übrige Verbindlichkeiten 42.195 1,1 40.677 0,9 1.518
  4.139.065 100,0 3.997.596 100,0 141.469

Das Sachanlagevermögen setzte sich im Wesentlichen aus Grundstücken und Immobilien (EUR 1.139,6 Mio.; Vorjahr: EUR 1.190,7 Mio.) und Anlagen im Bau (EUR 12,4 Mio.; Vorjahr: EUR 16,4 Mio.) zusammen.

Die Entwicklung der Grundstücke und Immobilien resultiert im Wesentlichen aus Zugängen bzw. Umbuchungen von abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen und Neubauten in Höhe von EUR 30,7 Mio., Abschreibungen von EUR 28,0 Mio. und Abgängen zu Restbuchwerten im Rahmen von Verkäufen von EUR 53,8 Mio.

Im Geschäftsjahr 2021 ist der Neubau der Pflegeeinrichtung in Jena so weit vorangeschritten, dass diese Pflegeeinrichtung voraussichtlich Mitte 2022 an die KATHARINENHOF-Gruppe als Betreiberin übergeben wird. Im Geschäftsjahr 2020 waren alle drei Häuser des Neubaus der Pflegeeinrichtung in Dresden fertiggestellt und an die KATHARINENHOF-Gruppe zum Betrieb übergeben worden.

Die Abgänge bei Sachanlagen betrafen hauptsächlich Pflegeimmobilien. Im Rahmen einer Portfoliobereinigung haben wir im dritten Quartal 2021 den Verkauf von insgesamt vier Pflegeimmobilien mit rund 650 Pflegebetten beziehungsweise Einheiten des Betreuten Wohnens beurkundet. Dabei haben wir uns insbesondere von Pflegeimmobilien getrennt, die sich nicht in unseren strategischen Zielregionen befinden sowie baulichen und regulatorischen Einschränkungen unterliegen. Der Vollzug der Transaktion erfolgte im vierten Quartal 2021.

Der Rückgang bei den Finanzanlagen ergab sich in Höhe von EUR 24,8 Mio. im Wesentlichen aus Rückzahlungen bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen. Weiterhin wurden für EUR 5,0 Mio. 10,10 % der Geschäftsanteile an der Seniorenwohnen Heinersdorf GmbH, Berlin, erworben, die gegenwärtig in Pankow eine neue Pflegeeinrichtung errichtet.

Die unfertigen Leistungen und Vorräte enthalten im Wesentlichen zum Verkauf bestimmte Grundstücke sowie unfertige Leistungen aus noch nicht abgerechneten Betriebskosten.

Die Forderungen (EUR 344,9 Mio.; Vorjahr: EUR 131,5 Mio.) beinhalteten im Wesentlichen Forderungen gegen verbundene Unternehmen (EUR 335,2 Mio.; Vorjahr: EUR 124,0 Mio.), die im Wesentlichen Forderungen aus konzerninternen Darlehen (EUR 45,0 Mio.; Vorjahr: EUR 58,5 Mio.) und Cash Pool Forderungen (EUR 198,1 Mio.; Vorjahr: EUR 22,2 Mio.) gegen die Deutsche Wohnen SE, Berlin, betrafen.

Die Eigenkapitalquote stieg von rund 63,1 % auf rund 64,2 % bei leicht gestiegener Bilanzsumme durch den Jahresüberschuss in Höhe von EUR 135,1 Mio.

Die Rückstellungen beinhalten hauptsächlich Rückstellungen für Pensionen (EUR 32,8 Mio.; Vorjahr: EUR 32,8 Mio.), für Steuern (EUR 13,9 Mio.; Vorjahr: EUR 4,9 Mio.) und sonstige Rückstellungen insbesondere für ausstehende Rechnungen, für Betriebskosten und Instandhaltung (EUR 17,2 Mio.; Vorjahr: EUR 16,3 Mio.).

Die passivierten Kreditverbindlichkeiten wurden im Geschäftsjahr in Höhe von EUR 9,3 Mio. getilgt. Neuauszahlungen erfolgten im Geschäftsjahr 2021 nicht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus konzerninternen Finanzierungen, Lieferungen und Leistungen und Ergebnisabführungen veränderten sich im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich.

In den übrigen Verbindlichkeiten sind hauptsächlich Betriebskostenvorauszahlungen in Höhe von EUR 27,6 Mio. (Vorjahr: EUR 28,6 Mio.) enthalten.

Für die Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten und ihre Besicherung verweisen wir auf den Verbindlichkeitenspiegel (Anlage 2 zum Anhang).

3.3. Finanzlage

2021
TEUR
2020
TEUR
Veränderungen
TEUR
Veränderungen relativ
Finanzmittelbestand am 1. Januar 7.664 7.557 107 1%
Liquidität aus der laufenden Geschäftstätigkeit 36.157 36.185 -28 0%
Liquidität aus Investitionstätigkeit 126.996 -365.999 492.995 -135%
Liquidität aus Finanzierungstätigkeit -163.141 329.921 -493.062 -149%
Veränderung des Finanzmittelbestandes 12 107 -95 -89%
Finanzmittelbestand am 31. Dezember 7.676 7.664 12 0%

Die Liquidität aus der laufenden Geschäftstätigkeit reduzierte sich leicht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Liquidität aus Investitionstätigkeit enthielt im Wesentlichen Einzahlungen aus Gewinnabführungen von Tochtergesellschaften nach Ausgleichszahlungen von EUR 41,2 Mio. (Vorjahr: EUR 180,0 Mio.), aus Immobilienverkäufen von EUR 76,4 Mio. (Vorjahr: EUR 166,1 Mio.). Darüber hinaus sind Auszahlungen für Verlustübernahmen nach Ausgleichszahlungen von EUR 6,6 Mio. (Vorjahr: EUR 6,6 Mio.), Investitionen in den eigenen Bestand einschließlich Neubau in Höhe von EUR 27,9 Mio. (Vorjahr: EUR 34,5 Mio.) sowie Investitionen in Beteiligungen in Höhe von EUR 5,0 Mio. (Vorjahr: EUR 0,2 Mio.) enthalten. Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine Ausleihungen ausgezahlt (Vorjahr: EUR 704,1 Mio.), aber in Höhe von EUR 24,8 Mio. (Vorjahr: EUR 12,4 Mio.) zurückgezahlt. Auf die Ausleihungen entfielen Zinserträge in Höhe von EUR 24,2 Mio. (Vorjahr: EUR 21,6 Mio.).

Die Liquidität aus Finanzierungstätigkeit beinhaltete im Wesentlichen Veränderungen in der konzerninternen Finanzierung, welche im Geschäftsjahr 2021 saldiert zu Auszahlungen in Höhe von EUR 153,8 Mio. (Vorjahr: Einzahlungen EUR 385,8 Mio.) führten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten veränderten sich durch Regeltilgungen und verkaufsbedingte Sondertilgungen in Höhe von EUR 7,6 Mio. (Vorjahr: EUR 3,9 Mio.) sowie vorzeitige Rückzahlungen in Höhe von EUR 1,7 Mio. (Vorjahr: EUR 50,2 Mio.). Im Geschäftsjahr 2021 wurden wie im Vorjahr keine neuen Kreditverbindlichkeiten aufgenommen.

Zum Abschlussstichtag bestehen Cash Pool Forderungen in Höhe von EUR 198,1 Mio. (Vorjahr: EUR 22,2 Mio.).

Die Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2021 jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

4. Risiko- und Chancenbericht

4.1. Risikomanagementsystem der Deutsche Wohnen Gruppe

Die Deutsche Wohnen SE, Berlin, ist die börsennotierte mittelbare Muttergesellschaft der GEHAG GmbH, die den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis an Unternehmen erstellt. Die Deutsche Wohnen SE bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften die Deutsche Wohnen Gruppe ("Deutsche Wohnen", "Gruppe" oder "Konzern"). Sie unterhält ein ganzheitliches und konzernweites Risikomanagementsystem, das die Aktivitäten aller Konzernunternehmen abdeckt.

Die Deutsche Wohnen prüft kontinuierlich sich bietende Chancen, durch die die Weiterentwicklung und das Wachstum des Konzerns gesichert werden können. Sowohl die Nutzung dieser Chancen als auch das aktuelle Geschäftsmodell sind mit Risiken verbunden. Alle wesentlichen Risiken zu kennen, abzuschätzen und zu steuern, ist dabei von hoher Bedeutung. Dazu ist in der Deutsche Wohnen ein zentrales Risikomanagementsystem (RMS) implementiert, das die Identifizierung, Messung, Steuerung und Überwachung aller den Konzern betreffenden wesentlichen Risiken sicherstellen soll. Es soll gewährleisten, dass Risiken frühzeitig erkannt, priorisiert und an die zuständigen Entscheidungsträger:innen kommuniziert werden, um sich für Gegenmaßnahmen oder ein bewusstes Tragen von Risiken entscheiden zu können. Dadurch soll Schaden von der Deutsche Wohnen abgewendet beziehungsweise minimiert werden.

4.2. Geltungsbereich

Das RMS einschließlich des Risikofrüherkennungssystems (RFS) der Deutsche Wohnen SE erfasst segmentunabhängig die Risiken aus sämtlichen Aktivitäten aller unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungen, auf die sie einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Soweit geschäftliche Aktivitäten im Rahmen von Geschäftsbesorgungsverträgen erledigt werden, werden Risiken aus der Geschäftsbesorgung erfasst. Bei Beteiligungen ohne beherrschenden Einfluss werden Risiken aus der Beteiligungsbewertung erfasst.

Damit sind die Tochtergesellschaften in das RMS und RFS der Deutsche Wohnen Gruppe einbezogen, deren Regelungen konzerneinheitlich angewendet werden.

Die GEHAG GmbH selbst sowie die konzerninternen Geschäftsbesorger sind in das RMS und RFS der Deutsche Wohnen Gruppe einbezogen, das die Organe der Gesellschaft und die weiteren Verantwortlichen über alle die Gesellschaft betreffenden Risiken und deren Entwicklung informieren soll.

Die Regelungen des RMS und RFS werden für die GEHAG GmbH einheitlich zur Deutsche Wohnen Gruppe angewendet.

4.3. Risikopolitische Grundsätze

Die Risikostrategie der Deutsche Wohnen ist darauf ausgerichtet, den Fortbestand des Unternehmens zu sichern und darüber hinaus den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Unternehmerischer Erfolg setzt voraus, dass Chancen wahrgenommen und damit verbundene Risiken erkannt und bewertet werden. Chancen sollen optimal genutzt und unternehmerische Risiken bewusst und eigenverantwortlich getragen sowie proaktiv gesteuert werden, sofern damit eine angemessene Wertsteigerung erzielt werden kann. Bestandsgefährdende Risiken sind zu vermeiden. Der Vorstand verabschiedet für die Deutsche Wohnen Regelwerke, die gesetzliche Bestimmungen konkretisieren und ergänzen, um ein risikoaverses Verhalten der Mitarbeitenden zu fördern.

4.4. Verantwortlichkeit

Die Einrichtung eines angemessenen und funktionsfähigen Risikomanagementsystems (RMS) liegt in der gemeinsamen Verantwortung des Vorstands der Deutsche Wohnen SE. Er entscheidet über die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Ausstattung mit Ressourcen. Er verabschiedet die dokumentierten Ergebnisse des Risikomanagements und berücksichtigt diese bei der Unternehmenssteuerung.

Das vom Vorstand in Kraft gesetzte Risikomanagementhandbuch dokumentiert die Vorgaben des Vorstands zu den organisatorischen Regelungen und Maßnahmen des RMS und dient als Arbeitsgrundlage für die Risikoeigner.

Ausgewählte Führungskräfte der Deutsche Wohnen sind als Risikoeigner ("risk owners") benannt und übernehmen in dieser Rolle auf Konzernebene die Verantwortung für die Identifizierung, Bewertung, Dokumentation und Kommunikation aller wesentlichen Risiken sowie für risikominimierende Maßnahmen in der ihnen zugeordneten Risikokategorie.

Die Risikomanagerin koordiniert entsprechend den Vorgaben im Risikomanagementhandbuch die Erfassung, Bewertung, Dokumentation und Kommunikation der Risiken im Rahmen des Risikomanagementprozesses (Risikoinventur) und erstellt den Bericht für den Vorstand der Deutsche Wohnen SE und das Management der Konzerngesellschaften sowie den Aufsichtsrat.

Die Risikoeigner geben ihre Rückmeldungen im Rahmen einer quartalsweisen Risikoinventur und nehmen persönlich an ebenfalls quartalsweise stattfindenden Terminen mit Vorstand und Risikomanagerin teil. Dadurch soll die Risikolage im Konzern transparent und ein konzerneinheitlicher Umgang mit den identifizierten Risiken gewährleistet werden.

4.5. Instrumente des Risikomanagementsystems

Das RMS soll in seiner konzernweit geltenden Gesamtheit dazu beitragen, dass die Unternehmensziele erreicht werden können, Abweichungen frühzeitig erkannt werden, negative Auswirkungen auf die Deutsche Wohnen vermieden werden und entsprechende Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können.

Das bestehende konzernweite RMS wird bei Bedarf an die Entwicklungen der Deutsche Wohnen angepasst.

1. Internes Kontrollsystem (IKS)

Das IKS im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess hat zum Ziel, die Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung sicherzustellen. In der Deutsche Wohnen ist ein IKS etabliert, das sich im Wesentlichen auf die Prinzipien der Transparenz, Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips, Funktionstrennung und Mindestinformation der Mitarbeiter:innen erstreckt.

Die wesentlichen Merkmale unseres bestehenden internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess können wie folgt zusammengefasst werden:

Die Deutsche Wohnen zeichnet sich durch eine klare Organisations-, Unternehmens- sowie Kontroll- und Überwachungsstruktur aus.

Zur ganzheitlichen Analyse und Steuerung ertragsrelevanter Risikofaktoren und bestandsgefährdender Risiken existieren konzernweit abgestimmte Planungs-, Reporting-, Controlling- sowie Frühwarnsysteme und -prozesse.

Die Funktionen in sämtlichen Bereichen des Rechnungslegungsprozesses (zum Beispiel Finanzbuchhaltung und Controlling) sind eindeutig zugeordnet.

Die im Rechnungswesen eingesetzten EDV-Systeme sind gegen unbefugte Zugriffe geschützt.

Im Bereich der eingesetzten Finanzsysteme wird überwiegend auf Standardsoftware zurückgegriffen.

Die Prozesse der in die Rechnungslegung involvierten Abteilungen entsprechen den Anforderungen an eine ordnungsmäßige Rechnungslegung.

Vollständigkeit und Richtigkeit von Daten des Rechnungswesens werden anhand von manuellen und softwaregestützten Kontrollen geprüft.

Bei rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird das Vier-Augen-Prinzip angewandt.

Der Aufsichtsrat befasst sich unter anderem mit wesentlichen Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements und der Abschlussprüfung sowie deren Schwerpunkten.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, dessen wesentliche Merkmale zuvor beschrieben wurden, stellt sicher, dass unternehmerische Sachverhalte bilanziell richtig erfasst, aufbereitet, gewürdigt und in die externe Rechnungslegung übernommen werden.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem stellt sicher, dass die Rechnungslegung bei der Deutsche Wohnen sowie bei in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften einheitlich ist und im Einklang mit den rechtlichen und gesetzlichen Vorgaben sowie internen Leitlinien steht.

2. Reporting

Eine integrierte Unternehmensplanung sowie eine entsprechende interne Berichterstattung über die operativen und finanziellen Kennzahlen aus dem Controlling bilden die Basis des im Unternehmen eingesetzten Frühwarnsystems.

Zentraler Bestandteil des RMS ist ein detailliertes monatliches Unternehmensreporting, das die Ist-Größen den vom Aufsichtsrat genehmigten und gegebenenfalls weiterentwickelten Planzahlen gegenüberstellt. Die Deutsche Wohnen fokussiert sich dabei insbesondere auf Kennzahlen zur Entwicklung der Vermietungen, der Pachten und Verkäufe, der Segmentergebnisse sowie auf die Entwicklung der Personal- und Sachkosten, auf die Cashflows, die Liquidität und Bilanzstrukturkennzahlen.

Auf Basis des Reportings können Abweichungen frühzeitig aufgezeigt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Die Organe der Gesellschaft und die Verantwortlichen erhalten wesentliche Informationen aus dem detaillierten monatlichen Reporting.

3. Risikomanagement

Im quartalsweisen Prozess der Risikoinventur werden Risiken dokumentiert. Es werden zehn übergeordnete Risikokategorien gebildet. Die Risikokategorien enthalten ca. 70 Einzelrisiken, denen umfeld- und unternehmensspezifische Frühwarnindikatoren zugeordnet werden, anhand derer eine Identifikation der Risiken erfolgt.

Risiken werden in den Fachbereichen gesteuert und ab einer möglichen drohenden Schadenshöhe von EUR 500 Tsd. im Risikoinventar verifiziert sowie den dargestellten Risikokategorien zugeordnet. Außerhalb der Regelberichterstattung besteht eine sofortige Meldepflicht für wesentliche Veränderungen der Risikolage durch die Risikoeigner und die Risikomanagerin gegenüber dem Vorstand.

Der Betrachtungshorizont bei der Risikobewertung umfasst jeweils zwölf Monate. Der Betrachtungszeitraum bei der Risikobewertung für Investitionsrisiken umfasst 36 Monate.

Die Bewertung der Risiken erfolgt mittels ausgabenorientierter Schwellenwerte für die Schadenshöhe (angegeben unter Berücksichtigung der ergriffenen oder in Umsetzung befindlichen risikominimierenden Maßnahme) und die Eintrittswahrscheinlichkeit.

Pro Risiko wird mittels der Angabe "Relevanz" festgelegt, ob aktuell Faktoren vorliegen, die das Eintreten des Risikos anzeigen könnten.

Im Risikoinventar wird aus diesen Angaben die finale Bewertung der Risiken in den Kategorien: geringfügig, erheblich, schwerwiegend, kritisch vorgenommen.

Schwellenwerte

Schadenshöhe EUR Mio. Eintrittswahrscheinlichkeit %
Gering 0,5 - 2 Gering 0 - 20
Mittel > 2 - 15 Möglich > 20 - 50
Hoch > 15 - 50 Wahrscheinlich > 50 - 70
Sehr hoch > 50 Sehr wahrscheinlich > 70

Risikobewertungsschema

Entsprechend den finalen Bewertungen im Risikoinventar werden für die Deutsche Wohnen die "wesentlichen Risiken" (relevante Risiken mit den finalen Bewertungen "schwerwiegend" und "kritisch") und die bestandsgefährdenden Risiken (kritische Risiken können bestandsgefährdend sein) ermittelt. Nur relevante Risiken werden in Bezug auf die Risikotragfähigkeit analysiert. Interdependenzen von Risiken, die im Einzelnen nicht als wesentlich oder bestandsgefährdend bewertet werden, aber kumuliert betrachtet möglicherweise wesentliche oder bestandsgefährdende Auswirkungen auf den Konzern haben könnten, werden berücksichtigt.

Eine Ermittlung der Risikotragfähigkeit des Konzerns erfolgt quartalsweise. Eine marktwertorientierte Ermittlung der Risikotragfähigkeit des Konzerns erfolgt durch Abstellen auf die Fair-Value-Bewertung im IFRS-Konzernabschluss. Die im Risikoinventar identifizierten relevanten Risiken werden kumuliert der Risikotragfähigkeit des Deutsche Wohnen-Konzerns gegenübergestellt.

Das Ergebnis der quartalsweisen Risikoinventur wird in Form einer Risiko-Kontroll-Matrix dokumentiert.

Der Vorstand der Deutsche Wohnen SE, beziehungsweise die Geschäftsführung der Gesellschaft erhält für jedes Quartal ein aktualisiertes Risikoinventar und Angaben zur Risikotragfähigkeit. Für Ad-hoc-Meldungen oder wesentliche Veränderungen der Risikolage besteht eine sofortige Meldepflicht gegenüber dem Vorstand. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird im Rahmen seiner regulären Sitzungen über die Risikolage informiert.

4. Compliance

Für die Deutsche Wohnen stellt Compliance einen wesentlichen Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung dar (Corporate Governance).

Die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, der Standards des Deutschen Corporate Governance Kodex, interner Anweisungen und Selbstverpflichtungen sowie der faire Umgang mit Geschäftspartner: innen und Wettbewerbern sind wichtige Grundsätze der Deutsche Wohnen. Sie dienen dazu, die Werte, Grundsätze und Regeln verantwortungsbewusster Unternehmensführung im täglichen Handeln umzusetzen.

Risiken aus Corporate Governance werden im Bereich Recht und im Rahmen des Risikomanagements im Risikoinventar nachgehalten.

Unternehmensweit gelten für die Mitarbeiter:innen Verhaltensrichtlinien, die die gesetzlichen Bestimmungen konkretisieren und ergänzen. Die Mitarbeiter:innen werden regelmäßig durch Compliance-Schulungen sowie die Vorgesetzten für Compliance-Risiken sensibilisiert.

Der Verhaltenskodex für Geschäftspartnerinnen beruht auf den Verhaltensrichtlinien und legt die Anforderungen an unsere Geschäftspartner: innen im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sowie Integrität und ethischer Standards fest.

Die Deutsche Wohnen hat einen Compliance Officer mit konzernweiter Verantwortung ernannt. Er führt unter anderem das Insiderverzeichnis der Aktiengesellschaften und berät Management, Mitarbeiter: innen und Geschäftspartner:innen über die Folgen von Verstößen gegen Insidervorschriften sowie relevante rechtliche Rahmenbedingungen und fungiert als zentraler Ansprechpartner für Fragen und Meldungen von Verdachtsfällen zu Verstößen.

5. Interne Revision

Das Risikomanagement wird einer prozessunabhängigen Überwachung unterzogen. Diese wird von einer externen Revisionsgesellschaft mindestens alle drei Jahre durchgeführt.

4.6. Risikobericht
Gesamteinschätzung der Risikolage durch die Unternehmensleitung

Nach unserer Einschätzung der Gesamtrisikolage bestanden für das Geschäftsjahr 2021 und bestehen gegenwärtig keine Einzel- oder aggregierten oder interdependenten Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden und die sich bestandsgefährdend auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der GEHAG GmbH auswirken könnten.

In die Bewertung der Risiken werden die ergriffenen oder in Umsetzung befindlichen risikominimierenden Maßnahmen einbezogen.

Zwei Risiken der Kategorie Investitionsrisken werden als wesentlich identifiziert.

Die Risikotragfähigkeit der Gesellschaft wird im Geschäftsjahr 2021 und gegenwärtig nicht überschritten.

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat die Deutsche Wohnen Risiken identifiziert, die in den allgemeinen Unternehmensrisiken beschrieben werden. Diese werden derzeit als nicht wesentlich bewertet.

Die in 2021 im Rahmen von Workshops für die Deutsche Wohnen ermittelten Wirkungsketten zu Langzeit-Klimarisiken zeigen keine Risiken auf, die, unter Berücksichtigung von Berichtsformat und -zeitraum des Risikoinventars 2021, zusätzlich zu berücksichtigen sind.

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die zehn Risikokategorien sowie die Einordnung der zwei als wesentlich identifizierten Risiken im Bewertungsschema der Deutsche Wohnen Gruppe.

Risikokategorie Risiko Schadenshöhe Eintrittswahrscheinlichkeit Relevanz Ergebnis (nach Bewertung von Relevanz und Gegenmaßnahmen)
1. Allgemeine Unternehmensrisiken Kein wesentliches Risiko identifiziert      
2. Rechtliche Risiken Kein wesentliches Risiko identifiziert      
3. IT-Risiken Kein wesentliches Risiko identifiziert      
4. Risiken aus Vermietung Kein wesentliches Risiko identifiziert      
5. Risiken aus Personal / Mitarbeitenden Kein wesentliches Risiko identifiziert      
6. Risiken aus An- und Verkauf Kein wesentliches Risiko identifiziert      
7. Risiken aus Pflegegeschäft (Immobilien und Betrieb) Kein wesentliches Risiko identifiziert      
8. Objektrisiken Kein wesentliches Risiko identifiziert      
9. Finanzwirtschaftliche Risiken Kein wesentliches Risiko identifiziert      
10. Investitionsrisiken (Bestand und Capex/Projektentwicklung und Neubau) Kostenrisiko bei Investitionen in Bestandsobjekte (steigende Materialkosten) Schadenshöhe hoch, Eintrittswahrscheinlichkeit möglich, Relevanz Ja, Bewertung "schwerwiegend" Kostenrisiko bei Investitionen in Projektentwicklung und Neubau (steigende Materialkosten) Schadenshöhe hoch, Eintrittswahrscheinlichkeit möglich, Relevanz Ja, Bewertung "schwerwiegend"      

Nach Einschätzung der GEHAG GmbH sind die Risiken der Deutsche Wohnen Gruppe für die Gesellschaft gleichermaßen von Bedeutung. Verschiedene Risiken haben nur eine mittelbare Auswirkung, zum Beispiel IT-Risiken und Risiken aus Personal/Mitarbeitenden.

1. Allgemeine Unternehmensrisiken

Allgemeine Unternehmensrisiken betreffen Risiken, die den anderen Kategorien nicht unmittelbar zuzuordnen sind. In dieser Kategorie werden keine wesentlichen Risiken identifiziert.

Risiken aus angestrebten Integrationsmaßnahmen mit Vonovia

Im faktischen Konzern sind beherrschte Unternehmen weiterhin unabhängig. Es besteht das Risiko, dass rechtliche Grundlagen für einen Austausch von Leistungen und Daten oder einen eventuellen Nachteilsausgleich nicht hinreichend geregelt werden. Auch die Arbeitsfähigkeit von IT und die Kontinuität bestehender Prozesse sind vor dem Hintergrund der Integration zu beachten. Durch den Verlust von Führungskräften oder Mitarbeitenden in Schlüsselpositionen können höhere Kosten durch die Einbindung externer Unterstützung entstehen. Die Risiken für die Deutsche Wohnen werden als nicht wesentlich eingeschätzt.

Risiken aus der Corona-Pandemie

Die Deutsche Wohnen hat im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie keine wesentlichen Risiken hinsichtlich der Fürsorge für ihre Arbeitnehmer:innen, des Umgangs mit Kundinnen, Bewohner: innen und Besucher: innen von Pflegeeinrichtungen sowie der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs identifiziert. Restrisiken wird durch entsprechende Maßnahmen begegnet.

Nichterkennen von Marktentwicklungen und Trends

Werden relevante Marktentwicklungen oder Trends nicht frühzeitig antizipiert, könnten sich daraus Risiken ergeben.

Marktrisiken können entstehen, wenn sich die konjunkturelle Lage in Deutschland eintrübt und dadurch die Marktmieten oder Immobilienpreise stagnieren oder zurückgehen. Weiterhin kann es in einer stagnierenden oder schrumpfenden Wirtschaft zu erhöhter Arbeitslosigkeit kommen, die die finanziellen Möglichkeiten von Kund:innen einschränkt. Darüber hinaus könnte auch ein Rückgang der verfügbaren Nettoeinkommen - sei es aufgrund von Arbeitslosigkeit, Abgabenerhöhungen, Steueranpassungen oder Nebenkostensteigerungen - über geringere Neuvermietungen, niedrigere Neuvermietungsmieten und steigende Leerstände den Geschäftsverlauf der Deutsche Wohnen negativ beeinflussen. Auch ein deutlicher Anstieg des Neubauvolumens kann sich negativ auf die Preisentwicklung auswirken.

Risiken aus Imageverlusten

Durch die angespannte Angebots- und Nachfragesituation in den deutschen Ballungszentren stehen private Wohnungseigentümerinnen im Fokus von Politik und Medien. Dies führt sowohl zu politischen Forderungen als auch zu entsprechender Berichterstattung.

Sowohl eine negative Berichterstattung in den Medien als auch Verfahren gegen Organe oder Mitarbeiter:innen der Deutsche Wohnen können zu negativen Auswirkungen führen.

Risiken aus Schadensfällen

Vermehrte Schadensfälle oder zum Beispiel Naturkatastrophen (unter anderem Stürme, Überschwemmungen) oder Veränderungen/Abhängigkeiten im Versicherungsmarkt könnten zu finanziellen Belastungen führen.

Risiken aus gesetzlichen Anforderungen

Aus der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft getreten ist, ergeben sich verschärfte Anforderungen an die Unternehmen bezüglich ihres Umgangs mit personenbezogenen Daten. Verstöße können mit hohen Bußgeldern in Abhängigkeit vom Umsatz geahndet werden.

Die Datenverarbeitungsprozesse personenbezogener Daten aller Fachbereiche (Verarbeitungen) werden in einem Verarbeitungsverzeichnis der Deutsche Wohnen dokumentiert und laufend aktualisiert. Im Berichtszeitraum und aktuell werden keine datenverarbeitenden Prozesse identifiziert, aus denen sich ein wesentliches Risiko ergibt. Die Prozesse für und Anforderungen an die Verarbeitung personenbezogener Daten werden laufend durch technische und organisatorische Maßnahmen optimiert.

Die zuständige Aufsichtsbehörde hat in 2019 einen Bußgeldbescheid gegen die Deutsche Wohnen erlassen. Der Bescheid bezieht sich auf eine mittlerweile abgelöste technische Datenarchivierungslösung der Deutsche Wohnen. Auf Einspruch der Deutsche Wohnen hat das Landgericht Berlin das Verfahren wegen Ungültigkeit des Bußgeldbescheids eingestellt. Hiergegen hat die Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Beschwerde eingelegt. Auf die Beschwerdebegründung hat die Deutsche Wohnen entsprechend repliziert. Das Verfahren wird beim Kammergericht Berlin geführt, das die Rechtsfrage mit Beschluss vom 6. Dezember 2021 im Rahmen einer Vorabentscheidung dem EuGH vorgelegt hat.

2. Rechtliche Risiken

In dieser Kategorie werden keine wesentlichen Risiken identifiziert.

Risiken, die potenziell zu Verlusten für das Unternehmen führen, könnten unter Umständen aus der Nichtbeachtung rechtlicher Vorschriften, der Nichtumsetzung neuer oder geänderter Gesetze, aus dem Fehlen von umfassenden Regelungen in abgeschlossenen Verträgen oder mangelnder Dokumentation entstehen.

Anhängige oder drohende Rechtsstreitigkeiten könnten eine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Eine politische Initiative in Berlin hat zum Ziel, Vermieterinnen, in deren Eigentum mehr als 3.000 Wohnungen in Berlin stehen, zu vergesellschaften. Aus dem erfolgreichen Volksentscheid vom 26. September 2021 entsteht keine rechtliche Bindung für den Berliner Senat/das Abgeordnetenhaus von Berlin, ein Gesetz zur Vergesellschaftung zu erlassen; das Risiko wird daher als nicht wesentlich bewertet.

3. IT-Risiken

In dieser Kategorie werden keine wesentlichen Risiken identifiziert.

Die Prozesse der Deutsche Wohnen sind stark von der Funktion zentraler IT-Anwendungen und -Systeme abhängig. Grundsätzlich besteht das Risiko eines Teil- oder Totalausfalls dieser Anwendungen, der zu erheblichen Störungen der Geschäftsabläufe führen könnte. Trotz der ständig erfolgenden bedarfsgerechten Optimierung von Sicherheitsvorkehrungen und -maßnahmen besteht generell das Risiko, dass Angriffe auf die IT durch Schadsoftware oder Datenzugriffe durch Unberechtigte erfolgen könnten.

4. Risiken aus Vermietung

Es werden in dieser Kategorie keine wesentlichen Risiken identifiziert.

Das Bundesverfassungsgericht hat das Gesetz zur Mietenbegrenzung im Wohnungswesen in Berlin (MietenWoG Bln - "Mietendeckel") per Beschluss vom 25. März 2021 für nichtig erklärt, dementsprechend bestehen im Berichtszeitraum keine diesbezüglichen Risiken mehr.

Auf Länderebene sind insbesondere von der Regierung in Berlin weitere Eingriffe (zum Beispiel die Ausweitung der Milieuschutzgebiete oder die Änderung des Zweckentfremdungsverbots) zu erwarten. In Berlin werden vermehrt Erhaltungssatzungsgebiete festgelegt oder ausgeweitet. Dadurch können Modernisierungsmaßnahmen verweigert oder ihre Umsetzung erschwert werden. Weitere Gesetzesänderungen (zum Beispiel bezüglich des Umfangs der umlegbaren Betriebskosten) werden regelmäßig diskutiert. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es zu weiteren regulatorischen Änderungen kommen wird. Daher überwacht die Deutsche Wohnen kontinuierlich die Ausführungsgesetze, arbeitet in wohnungswirtschaftlichen Gremien mit und nutzt rechtliche Möglichkeiten zur Mitbestimmung.

Risiken aus Zahlungsrückständen im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie oder Risiken aus Forderungsausfällen werden derzeit als nicht wesentlich bewertet.

5. Risiken aus Personal/Mitarbeitenden

In dieser Kategorie werden keine wesentlichen Risiken identifiziert.

Die Gewinnung qualifizierter Mitarbeitender wird angesichts des bestehenden Facharbeitskräftemangels erschwert; gleichzeitig könnten Mitarbeitende in Schlüsselpositionen das Unternehmen im Zusammenhang mit dem Mehrheitserwerb durch Vonovia zu erwartenden Integrationsmaßnahmen verlassen.

Risiken könnten der Deutsche Wohnen zudem entstehen, wenn sich Mitarbeiter: innen nicht an gesetzliche Vorschriften oder bindende Unternehmensvorgaben halten.

6. Risiken aus An- und Verkauf

Es werden in dieser Kategorie keine wesentlichen Risiken identifiziert.

Durch veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen (zum Beispiel in Milieuschutzgebieten) wird die Aufteilung von Wohnungseigentum erschwert.

Eine gesamtwirtschaftliche Konjunkturverschlechterung, ein allgemeiner Anstieg des Zinsniveaus, eine Veränderung der regulatorischen Parameter oder eine Ausweitung des Neubauvolumens können zu einem Rückgang des Kaufinteresses an Bestandsimmobilien führen. Verkaufspläne der Deutsche Wohnen könnten verzögert beziehungsweise Preiserwartungen nicht durchgesetzt werden können.

Bei Ankäufen in bestehenden sowie in neuen Regionen besteht die Möglichkeit, dass Businesspläne aus Zukäufen nicht vollständig, nur teilweise oder erst zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden können oder dass streitbare Ansprüche Dritter bestehen.

7. Risiken aus Pflegegeschäft (Immobilien und Betrieb)

In dieser Risikokategorie werden spezielle Risiken erfasst, die sich aus dem Pflegegeschäft ergeben. Es werden in dieser Kategorie keine wesentlichen Risiken identifiziert.

Umsatzeinbußen oder Kosten können entstehen, wenn Anpassungsbedarfe aufgrund von Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Pflegegeschäft vorgenommen werden müssen (zum Beispiel wird in einigen Bundesländern die Einhaltung einer gesetzlichen Quote für Einzelzimmerbelegung gefordert).

Die Gewinnung qualifizierter Mitarbeitender für Pflegeeinrichtungen ist im Berichtszeitraum und aktuell problematisch. Defizite können sich auf die Profitabilität oder die Qualität der Pflegeeinrichtung auswirken.

8. Objektrisiken

In dieser Kategorie werden Risiken nachgehalten, die aus dem Zustand von Immobilien im Hinblick auf gesetzliche, bauliche oder ökologische Anforderungen resultieren können.

Risiken können aus Instandhaltungsversäumnissen, Bauschäden oder unzureichendem Brandschutz entstehen. Weiterhin könnten Risiken aus Altlasten einschließlich Kriegslasten, Bodenbeschaffenheit und Schadstoffen im Baumaterial sowie aus etwaigen Verstößen gegen baurechtliche Anforderungen entstehen. In dieser Kategorie werden keine wesentlichen Risiken identifiziert.

Technische Bestandsanalysen werden genutzt, um sich einen Überblick über den Zustand der Immobilien zu verschaffen. Bei der Bewertung der Immobilien wird der technische Zustand als Bestandteil der zugrunde liegenden Annahmen berücksichtigt.

9. Finanzwirtschaftliche Risiken

In dieser Kategorie werden keine wesentlichen Risiken identifiziert.

Risiko aus neuer Gesetzgebung

Es ergeben sich im Berichtszeitraum keine wesentlichen Risiken aus Unternehmenssteuerreformen.

Risiko aus Wertschwankung

Für die Zeitwerte der Immobilien sind insbesondere die Entwicklung des regionalen und überregionalen Immobilientransaktionsmarkts sowie die konjunkturelle Entwicklung und das Zinsniveau maßgeblich. Es besteht daher das Risiko, dass bei einer negativen Entwicklung des Immobilienmarkts oder der allgemeinen konjunkturellen Lage sowie durch steigende Zinsen die von der Deutsche Wohnen vorgenommenen Wertansätze des Immobilienvermögens wertberichtigt werden müssen.

Weiterhin könnten daraus auch Wertschwankungen von Beteiligungsbuchwerten und/oder -erträgen oder Geldanlagen resultieren.

Liquiditätsrisiken

Zu den finanzwirtschaftlichen Risiken zählt die Deutsche Wohnen einen verzögerten Geldfluss bei Umsatzerlösen und Darlehensvergaben sowie unvorhergesehene Ausgaben, die zu Liquiditätsengpässen führen können.

Finanzmarktrisiken und Risiken aus Finanzinstrumenten

Im Geschäftsjahr 2021 wurde das Rating der Deutsche Wohnen SE von Standards & Poor's auf das Rating der Vonovia SE BBB+ stable angepasst. Das Rating von Moody's verbleibt auch nach dem Zusammenschluss mit der Vonovia bei A3.

Grundsätzlich könnten Banken jedoch nicht mehr in der Lage oder willens sein, auslaufende Kredite zu verlängern. Es ist nicht auszuschließen, dass Refinanzierungen teurer werden und zukünftige Vertragsverhandlungen mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Ferner bestehen in Kreditverträgen sogenannte Financial Covenants, die bei Nichteinhaltung zu außerordentlichen Kündigungen durch die Banken führen könnten. Bei der Gesellschaft sind dies Finanzkennzahlen, die sich im Wesentlichen auf die Kapitaldienstfähigkeit (Debt Service Cover Ratio - DSCR/ Interest Service Cover Ratio - ISCR) sowie auf den Verschuldungsgrad in Abhängigkeit von den Mieteinnahmen (Vervielfältiger) beziehen.

Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden Risiken des Konzerns bestehen aus zinsbedingten Cashflow-, Liquiditäts- und Ausfallrisiken. Die Unternehmensleitung erstellt und überprüft Richtlinien zum Risikomanagement für jedes dieser Risiken. Ausfallrisiken beziehungsweise das Risiko, dass ein/e Vertragspartner:in seinen/ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, werden mittels der Verwendung von Kreditlinien und Kontrollverfahren gesteuert. Für die Deutsche Wohnen besteht weder bei einem/r einzelnen Vertragspartner:in noch bei einer Gruppe von Vertragspartner:innen mit ähnlichen Merkmalen eine erhebliche Konzentration des Ausfallrisikos. Das Risiko eines Liquiditätsengpasses wird kontinuierlich mittels eines Liquiditätsplanungs-Tools überwacht. Die Deutsche Wohnen ist weiterhin bestrebt, jederzeit über ausreichend flüssige Mittel zur Bedienung gegenwärtiger und zukünftiger Verpflichtungen zu verfügen. Das Zinsänderungsrisiko, dem der Konzern ausgesetzt ist, entsteht hauptsächlich aus den langfristigen finanziellen Schulden mit variablem Zinssatz und ist durch Zinsderivate im Wesentlichen abgesichert.

Risiken aus Steuerrecht

Die grundlegende Veränderung steuerlicher Rahmenbedingungen kann zu Finanzrisiken führen.

Für einige Teilgesellschaften des Konzerns sind die Betriebsprüfungen vergangener Jahre noch nicht abgeschlossen. Es ist möglich, dass zusätzliche Steuern entrichtet werden müssen.

Die Deutsche Wohnen unterliegt den Regelungen zur Zinsschranke, die die steuerliche Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen im Rahmen der Einkommensermittlung beschränkt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass in Zukunft steuerliche Belastungen aus diesen Regelungen resultieren können.

Durch eine Veränderung unserer Anteilseigner- und Organisationsstruktur könnte Grunderwerbsteuer ausgelöst werden oder steuerliche Verlustvorträge könnten untergehen.

10. Investitionsrisiken (Bestandsobjekte /Projektentwicklung und Neubau)

Zwei Risiken dieser Risikokategorie werden als wesentlich eingeschätzt.

Für die Deutsche Wohnen und die Gesellschaft bestehen zwei wesentliche Risiken aufgrund erwarteter Kostensteigerungen durch Materialkostensteigerungen für Investitionen in Bestandsobjekten sowie für Investitionen in der Projektentwicklung und im Neubau. Hierdurch können Erträge sinken, der Preis- und Qualitätswettbewerb bei Ausschreibung und Vergabe erschwert sein sowie erhöhte Kosten bei der Baudurchführung, Abnahme und Gewährleistungsverfolgung entstehen und Investitionen verzögert werden. Die beiden Risiken werden mit den Bewertungen "Schadenshöhe hoch" und "Eintrittswahrscheinlichkeit möglich" vorgenommen. Die Risiken werden als relevant bewertet. Diese Annahmen führen zu der Risikobewertung "schwerwiegend".

Die Kostensteigerungen resultieren aus der aktuellen Situation auf dem Weltmarkt, bedingt durch die Corona-Pandemie, Handelsrestriktionen, Containerknappheit und Naturereignisse. Es werden projektindividuell Maßnahmen geprüft (zum Beispiel Anwendung von Materialpreisklauseln). Zwei Risiken dieser Risikokategorie werden als wesentlich eingeschätzt.

Die weiteren Risiken in dieser Risikokategorie werden als nicht wesentlich eingeschätzt. Ein Risiko wird bei Abweichungen von erwarteten baurechtlichen Gegebenheiten identifiziert oder bei einer längeren Dauer von Genehmigungsverfahren. Die Beseitigung von Kontaminationen, Altlasten oder Schadstoffen bei Investitionen kann aufwendiger werden als ursprünglich kalkuliert. Gesetzgebungen sind wichtige Einflussgrößen bei Investitionen und unterliegen immer einem Änderungsrisiko. Ein Risiko wird auch bei Inkrafttreten von neuen Bauvorschriften oder Restriktionen gesehen; Veränderungen könnten sich negativ auf die Renditeziele auswirken. Einen negativen Effekt könnten Baustoppverfügungen und fehlende Baugenehmigungen haben, da diese gegebenenfalls zu ungeplanten Kosten und Bauverzug führen.

Grundsätzlich unterliegen komplexe Investitionsmaßnahmen immer einem Kostenrisiko, einem Projektrisiko und einem zeitlichen Risiko.

4.7. Chancen der künftigen Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2021 konnte die Deutsche Wohnen wichtige Weichen für eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung stellen. Insgesamt verspricht die in den vergangenen Jahren betriebene Konzentration und Ausrichtung des Portfolios auf Metropolregionen unter Beibehaltung einer konservativen Kapitalstruktur weiteres Wertsteigerungspotenzial in der Zukunft.

Chancen aus dem Zusammenschluss mit Vonovia SE

Neben Synergien und Skaleneffekten kann die Deutsche Wohnen als Teil des Vonovia-Konzerns mit seiner Größe und Aufstellung in Europa neue Standards setzen und die Zukunft der Branche positiv mitgestalten.

Der Zusammenschluss beider Unternehmen bietet die Möglichkeit, die strategischen Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt gemeinsam noch konsequenter zu adressieren.

Sowohl die Vonovia als auch die Deutsche Wohnen haben den Klimaschutz in den Mittelpunkt der Aktivitäten gerückt. Klimaschutz, bedarfsgerechtes Wohnen und bezahlbarer Wohnraum sind gesellschaftliche Herausforderungen, die umfangreicher Investitionen bedürfen und gemeinsam besser bewältigt werden können.

Darüber hinaus festigt die Deutsche Wohnen ihre Position als einer der größten Projektentwickler Deutschlands und wird einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung von neuem Wohnraum leisten.

Gemeinsam mit der Vonovia schafft die Deutsche Wohnen neue Perspektiven für die Mitarbeiter: innen und Kund: innen und kann an den Lösungen für den Wohnungsmarkt der Zukunft arbeiten.

Chancen aufgrund von Marktentwicklungen oder Trends

Die positive Entwicklung des Immobilienportfolios wird durch die anhaltend dynamische Marktentwicklung unterstützt. Die steigende Nachfrage nach Wohnraum, insbesondere in Ballungsgebieten, bedingt durch den Zuzug sowie eine tendenzielle Reduzierung der durchschnittlichen Haushaltsgrößen, verstärkt den positiven Trend. Eine Fortsetzung der expansiven Geldpolitik der EZB und das daraus resultierende Niedrigzinsumfeld können die Attraktivität von Immobilien weiterhin positiv beeinflussen.

Positive Entwicklungen im regulatorischen Umfeld sowie bei den Förderprogrammen können die Voraussetzungen für die Bestandsbewirtschaftung sowie für energetische Ertüchtigungen und Neubau verbessern.

Die Geschäftstätigkeit im Geschäftsfeld Pflege und Betreutes Wohnen bietet aufgrund der steigenden Nachfrage nach Pflegeplätzen im Markt weitere Chancen für die Deutsche Wohnen.

Das im Eigentum der Deutsche Wohnen befindliche Wohn- und Projektentwicklungsportfolio weist insbesondere in den Core+-Regionen weitere Wachstumspotenziale in der Entwicklung der Mieten und Marktwerte der Immobilien auf.

Finanzielle Chancen

Die Finanzierungsstruktur der Deutsche Wohnen ist sehr stabil und flexibel. Der Konzern ist langfristig finanziert und weist einen geringen Verschuldungsgrad (LTV) auf. Das Geschäftsmodell der Deutsche Wohnen ist bei den Bankpartner:innen etabliert.

Mit den beiden Ratings BBB+ von Standard & Poor's und A3 von Moody's gehört die Deutsche Wohnen nach wie vor zu den am besten bewerteten Immobilienunternehmen in Europa. Durch die Emittentenratings verfügen wir über eine erhöhte finanzielle Flexibilität.

Der Zugang zu den Eigen- und Fremdkapitalmärkten, auch in Verbindung mit dem aktuell sehr niedrigen Zinsniveau, bietet gute Chancen für die Finanzierung zukünftigen Wachstums.

Chancen aus Investitionen

Um die Qualität des Bestands weiter zu erhöhen, investiert die Deutsche Wohnen in ihre Immobilien. Zudem werden durch gezielte Investitionen die Neubaupotenziale signifikant erhöht. Dabei wird der Großteil der Neubauprojekte für den eigenen Immobilienbestand entwickelt und sichert zukünftiges Wachstum. Die Chancen liegen dabei nicht in der Erfüllung von kurzfristigen Renditeerwartungen, sondern in nachhaltiger Investition und Wertschaffung.

Im Bewusstsein der eigenen unternehmerischen Verantwortung sowie im Kontext ihrer Nachhaltigkeitsstrategie stellt sich die Deutsche Wohnen den gesellschaftlichen Herausforderungen der Energiewende und der Digitalisierung. Vor diesem Hintergrund werden einerseits Investitionsmaßnahmen mit dem Ziel energetischer Effizienzsteigerung und CO 2-Vermeidung in Wärmeerzeugungsanlagen getätigt. Zum anderen investiert sie bereits heute in multimediale Infrastrukturen, um den digitalen Kundenbedürfnissen auch in der Zukunft genügen zu können.

5. Prognosebericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Dynamischere Erholung der deutschen Wirtschaft erwartet: Das DIW Berlin (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) prognostiziert, dass sich die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr erholt - vorausgesetzt, die Lieferengpässe lösen sich auf und die Corona-Pandemie wird überwunden. Nachdem sich die deutsche Wirtschaft 2021 mit 2,1 % nur langsam aus der Pandemie herausgewunden hat, wird für 2022 ein kräftiges Plus von 4,9 % erwartet. 16

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine ist nicht nur ein schwerer Angriff auf die Demokratie, die damit einhergehenden wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland könnten zu einem verschärften Anstieg der Öl- und Gaspreise und somit auch der Inflationsrate führen. Der private Konsum würde entsprechend geringer ausfallen und das Wirtschaftswachstum würde sich nach allmählicher Erholung von den Folgen der Corona Pandemie erneut verlangsamen. 17

Deutscher Wohnungsmarkt

Starker Wohninvestmentmarkt zieht verwandte Sub-Assetklassen mit: Auf dem Wohninvestmentmarkt herrscht nach wie vor ein Nachfrageüberhang. Dementsprechend wird auch für 2022 eine stabil hohe Nachfrage erwartet. Davon abgeleitet steigt ebenfalls die Nachfrage in verwandten Sub-Assetklassen. Insbesondere für den Pflege- und Gesundheitsimmobilienmarkt wird großes Potenzial für substanzielles Wachstum gesehen. Aufgrund der außergewöhnlichen Situation im Jahr 2021 mit einigen "Mega-Deals" ist die Höhe des Transaktionsvolumens auf dem Wohnimmobilienmarkt kein Indikator für das kommende Jahr. Jedoch wird mit einem Volumen auf dem Durchschnitt der Vorjahre gerechnet. Beflügelt werden könnte das Marktgeschehen zusätzlich durch größere Plattform-Deals. 18

16 DIW Wochenbericht 37/2021
17 Ukraine-Krise: Mit höheren Gaspreisen droht eine Inflation von sechs Prozent - Institut der deutschen Wirtschaft (iwokoeln.de)

Hoher Neubaubedarf in den Metropolen: Laut Institut der deutschen Wirtschaft wurden in Deutschland in den Jahren 2019 und 2020 knapp 342.000 neue Wohnungen benötigt. Die Bautätigkeit hinkt dem Bedarf mit zuletzt etwa 287.000 fertiggestellten Wohnungen deutlich hinterher. Die hohe Auslastung der Bauwirtschaft, der Fachkräftemangel im Baugewerbe und langwierige Prozesse lassen eine Ausweitung der Bautätigkeiten auf über 300.000 Wohnungen pro Jahr unwahrscheinlich erscheinen. In fast allen Großstädten wurde die Bautätigkeit zuletzt spürbar ausgeweitet, dennoch ist dies immer noch nicht ausreichend, um den Bedarf zu befriedigen. Insbesondere in Berlin, München, Stuttgart und Köln bedarf es langfristig einer deutlichen Steigerung der Bautätigkeit. 19

Berliner Wohnungsbau muss hohen Bedarf decken: Laut JLL-Bedarfsanalyse benötigt Berlin bis 2030 jährlich 20.450 zusätzliche Wohnungen, um den zukünftigen Bedarf zu decken. Die Zahl der Fertigstellungen wird mittelfristig jedoch voraussichtlich stagnieren, da die Zahl der Genehmigungen rückläufig ist und gleichzeitig weniger Bauland zur Verfügung steht. 20

Wohnungsmieten und -preise weiter im Aufwärtstrend: Die Kaufpreise für Wohneigentum haben sich über die vergangenen Jahrzehnte kontinuierlich erhöht, mit einem deutlich beschleunigten Wachstum im Niedrigzinsumfeld der letzten Jahre. Dieser Trend ist auch angesichts der Corona-Pandemie ungebrochen. Auch die Mietpreise setzen ihren Wachstumspfad der letzten Jahre fort. Nach dem Ende des Mietendeckels in Berlin ziehen ebenfalls die Preise für Bestandswohnungen in der Hauptstadt wieder an. Den Forderungen nach günstigem Wohnraum in den Städten stehen höhere Ansprüche an die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit insgesamt gegenüber, und damit steigende Kosten. Die anhaltende Wohnungsnachfrage und die Wachstumsaussichten der Städte werden auch künftig in weiteren Preissteigerungen münden. 21

Kein Ende der Niedrigzinspolitik in Sicht: Es wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen im Euroraum weiterhin auf ihrem extrem niedrigen Niveau belässt. Günstige Finanzierungsbedingungen und niedrige Renditen alternativer Kapitalanlagen begünstigen daher voraussichtlich auch künftig die Nachfrage nach Wohneigentum.

18 JLL Pressemitteilung vom 6. Januar 2022
19 Institut der deutschen Wirtschaft, IW-Report 28/2019, "Ist der Wohnungsbau dem richtigen Weg?"
20 JLL, Residential City Profile Berlin, 1. Halbjahr 2020
21 Colliers, Residential Investment, Deutschland 2021/2022

Prognose für das Geschäftsjahr 2022

Unsere Prognose basiert auf der aus den Planungsinstrumenten abgeleiteten Unternehmensplanung. In diese sind die Annahmen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Entwicklung des Wohnungsmarkts eingeflossen. Zukäufe und opportunistische Verkäufe sind dabei nicht berücksichtigt, es sei denn, sie waren zum Zeitpunkt der Planung bereits notariell beurkundet. Auch Effekte aus dem zum Planungszeitpunkt noch nicht angelaufenen Integrationsprozess mit der Vonovia SE, Bochum, haben sich in der Planung und somit in der Prognose noch nicht niedergeschlagen. Die möglichen Risiken und Chancen der zukünftigen Entwicklung wurden angemessen berücksichtigt.

Bei gleichbleibenden beziehungsweise den bekannten Veränderungen der Rahmenbedingungen und bei unveränderter Zugehörigkeit zur Deutsche Wohnen Gruppe, also der Einbeziehung in die konzerninterne Geschäftsbesorgung und die Refinanzierungsmöglichkeiten des Konzerns, erwarten wir vor dem Hintergrund der grundsätzlich positiven Aussichten für den deutschen Wohnungsmarkt, insbesondere in den Metropolregionen, für 2022 ein leicht geringeres Ergebnis vor Immobilienverkäufen, vor Ausschüttungen und Ergebnisabführungen von Tochtergesellschaften und vor Ertragsteuern sowie sonstigen Steuern in einer Bandbreite zwischen EUR 38,5 Mio. und EUR 42,8 Mio.

Die Wertentwicklung unserer Immobilien ist maßgeblich von der Entwicklung der Preise am Transaktionsmarkt abhängig. Vor dem Hintergrund der weiterhin positiven Aussichten für den deutschen Wohnimmobilienmarkt, insbesondere auch in den Metropolregionen, erwarten wir für das Geschäftsjahr 2022 eine positive Wertentwicklung unseres Immobilienbestands.

Daneben können Erträge aus der Veräußerung von Immobilien entstehen.

 

Berlin, den 10. März 2022

GEHAG GmbH

Die Geschäftsführung

Stefan Folmayer

Gert Müller

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die GEHAG GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der GEHAG GmbH, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der GEHAG GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter -falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 28. April 2022

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Drotleff, Wirtschaftsprüfer

Jordan, Wirtschaftsprüfer

BERICHT DES AUFSICHTSRATES FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021

Überwachung der Geschäftsführung

Der Aufsichtsrat nahm im Geschäftsjahr 2021 die ihm nach Gesetz und Gesellschaftsvertrag obliegenden Aufgaben sorgfältig wahr. Er hat die Geschäftsführung bei der Leitung des Unternehmens auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen regelmäßig beraten und ihre Tätigkeit überwacht. In alle Entscheidungen, die für die Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung waren oder für die der Gesellschaftsvertrag der Gesellschaft eine Zustimmungspflicht des Aufsichtsrats vorsieht, wurde der Aufsichtsrat oder der Akquisitionsausschuss sachgerecht eingebunden.

Die Geschäftsführung berichtete dem Aufsichtsrat regelmäßig sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung und Strategie, über die Lage des Unternehmens, den Gang der Geschäfte, Chancen und Risiken sowie über das Risiko- und Compliance-Management. Der Aufsichtsrat überprüfte und überwachte die Rechnungslegungsprozesse sowie die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagements. Strategische Entscheidungen für die Gesellschaft wurden von der Geschäftsführung mit dem Aufsichtsrat abgestimmt und Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden von der Geschäftsführung jeweils umfassend erläutert und besprochen.

Außerhalb der Sitzungen des Aufsichtsrats stand vor allem der Aufsichtsratsvorsitzende mit der Geschäftsführung in regelmäßigem Kontakt, um sich über die wesentlichen Geschäftsvorfälle sowie die im Hinblick auf die Corona-Pandemie jeweils erforderlichen Maßnahmen zu informieren und die Geschäftsführung bei ihren Entscheidungen beratend zu unterstützen.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr fanden zwei Aufsichtsratssitzungen statt. Die Sitzungen wurden aufgrund der Corona-Pandemie als Telefonkonferenzen durchgeführt. Im Wesentlichen wurden dort folgende Themen behandelt:

In der Sitzung am 13. April 2021 standen die Feststellung des Jahresabschlusses 2020 und die Erörterung des Wirtschaftsplans 2021 im Mittelpunkt. Die Geschäftsführung und der bei der Sitzung anwesende Abschlussprüfer erläuterten Einzelheiten des Jahresabschlusses 2020. Der Aufsichtsrat billigte den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 und stimmte dem Vorschlag der Geschäftsführung zur Ergebnisverwendung zu. In der Sitzung wurden auch die im Hinblick auf die Corona-Pandemie erforderlichen Maßnahmen erörtert.

In seiner Sitzung am 16. Dezember 2021 befasste sich der Aufsichtsrat insbesondere mit der aktuellen Geschäftsentwicklung einschließlich der Jahresprognose sowie dem Bericht aus dem Akquisitionsausschuss.

Jahresabschlussprüfung 2021

Die Gesellschaftersammlung hat die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 bestimmt. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Allen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden die genannten Abschlussunterlagen und der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers sowie der Vorschlag der Geschäftsführung für die Verwendung des Bilanzgewinns im Vorfeld der Sitzung zugesandt. An der Bilanzaufsichtsratssitzung am 28. April 2022 nahm der Abschlussprüfer teil und berichtete eingehend über seine Prüfungsergebnisse.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss 2021, den Lagebericht, den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers geprüft und mit der Geschäftsführung und dem Abschlussprüfer erörtert. Es haben sich keine Einwendungen ergeben und der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis des Abschlussprüfers zugestimmt.

Der Aufsichtsrat hat den von der Geschäftsführung aufgestellten Jahresabschluss 2021 gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat schloss sich dem Vorschlag der Geschäftsführung an, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 1.183.398.242,91, bestehend aus dem Jahresüberschuss in Höhe von EUR 135.118.142,01 und den Gewinnvortrag in Höhe von EUR 1.048.280.100,90, auf neue Rechnung vorzutragen.

Aufsichtsrat und Geschäftsführung

Im Berichtsjahr hat Herr Philip Grosse das Amt als Aufsichtsratsmitglied mit Wirkung zum 31. Juli 2021 niedergelegt; das Aufsichtsratsmandat hat Herr Ingo Kühl zum 1. August 2021 übernommen.

Herr Andy Herrmann ist mit Wirkung zum 30.06.2021 als Geschäftsführer ausgeschieden. Herr Stefan Folmayer und Herr Gert Müller wurden jeweils mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 28. Juni 2021 mit Wirkung zum 01.07.2021 zu Geschäftsführern der Gesellschaft bestellt. Herr Uwe Plagge hat sein Amt als Geschäftsführer der Gesellschaft mit Wirkung zum Ablauf des 31. Dezember 2021 niedergelegt.

Im Übrigen hat es weder im Aufsichtsrat noch in der Geschäftsführung personelle Änderungen gegeben.

 

Berlin, im April 2022

Lars Urbansky, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Nachrichten & Medien

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99 nahegelegene Organisationen

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