Stammdaten

Register
Amtsgericht Kempten HRB 12499
Eingetragen
17.10.2005
Branche
Erbringung von LogistikdienstleistungenVermittlungstätigkeiten für die GüterbeförderungVermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels Carsharing
Gegenstand
- Die Erbringung von Dienst- und Serviceleistungen für Konzernunternehmen der Vion-Gruppe, insbesondere von Logistikleistungen und die mietweise Überlassung von Kraftfahrzeugen, - die Beförderung von Gütern mit Kraftfahrzeugen, insbesondere das Betreiben von nationalem und internationalem Güterkraftverkehr, sowie - die Vornahme aller Geschäfte, die mit der Betätigung auf den vorgenannten Gebieten zusammenhängen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Vion Beef B.V.NLD
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Vion Beef B.V.
Netherlands
25.600 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Vion Beef B.V.

Buchloe

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Vion Beef B.V.

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Vion Beef B.V., Best/Niederlande, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und dem Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Vion Beef B.V. für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "E. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" unter "Going-Concern" des Konzernanhangs sowie die Angaben in Abschnitt "D. "Prognose-, Risiko- und Chancenbericht"; "Risikobericht" unter "Finanzwirtschaftliche Risiken" des Konzernlageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften sich einem schwierigen Marktumfeld gegenüber sehen, das geprägt ist von sinkenden Viehbeständen und historisch hohen Einkaufspreisen als auch steigenden Energie- und Betriebskosten. Daraus resultierten in den letzten Geschäftsjahren negative Konzernergebnisse und negative Cash Flows, die auch für den Prognosezeitraum erwartet werden, für welche keine ausreichenden liquiden Mittel im Prognosezeitraum vorhanden sind. Um diesem schwierigen Marktumfeld zu begegnen, sind auf Ebene der obersten Muttergesellschaft Vion Holding N.V., Best/Niederlande, verschiedene Programme und Maßnahmen eingeleitet worden, welche direkte Auswirkungen auf die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften haben werden, mit dem Ziel die Finanz- und Liquiditätslage mittelfristig zu verbessern. Zur Umsetzung dieser konzernweiten Programme und Maßnahmen sowie aufgrund der im Prognosezeitraum erwarteten negativen Konzernergebnisse und negativen Cash Flows ist die Vion Beef B.V. auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Beef B.V. und des Konzerns hängt daher von der finanziellen Unterstützung durch die Mehrheitsgesellschafterin Vion N.V., Best/Niederlande, ab. Diese hat sich im Rahmen einer Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe bis zum 31. Dezember 2024 verpflichtet, die Vion Beef B.V. finanziell so auszustatten, dass sie ihre sämtlichen Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern stets erfüllen kann und sich mit einer unbefristeten Rangrücktrittserklärung verpflichtet, hinter sämtliche gegenwärtigen und künftigen Ansprüche Dritter im Rang zurückzutreten.

Die oberste Muttergesellschaft Vion Holding N.V., Best/Niederlande, hat die gesamtschuldnerische Haftung für die aus den Rechtshandlungen der Vion N.V. entstehenden Schulden übernommen.

Für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Mehrheitsgesellschafterin Vion N.V., welche sich zur Gewährung der Liquiditätshilfe verpflichtet hat, und deren direkten Mehrheitsgesellschafterin, der obersten Muttergesellschaft Vion Holding N.V., sind die folgenden Ereignisse oder Gegebenheiten, Maßnahmen und wesentlichen Annahmen relevant, damit die Vion N.V., ihre Verpflichtung zur Liquiditätshilfe gegenüber der Vion Beef B.V. erfüllen kann, von welcher wiederum die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Beef B.V. abhängig ist:

Die aktuelle Finanzlage und die finanzielle Leistungsfähigkeit, mit ersichtlichen fundamentalen und unerwarteten Veränderungen auf dem Markt sowie geringeren als geplanten Ergebnissen;

Die Implementierung des "Change that Matters"-Programms, das die Umsetzung der Strategie des Unternehmens beschleunigen und erhebliche Kosteneinsparungen erzielen soll;

Die Einhaltung der geänderten Bank-Covenants, in Abhängigkeit von der zukünftigen Profitabilität;

Die Durchführbarkeit von Refinanzierungsoptionen für den Fall, dass die Einhaltung von Covenants gefährdet sein wird;

Die Erwartung, dass Kooperationen mit externen Stakeholdern realisiert werden, sofern erforderlich.

Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Beef B.V. und ihrer Tochtergesellschaften ist damit von der finanziellen Unterstützung in erforderlichem Umfang im Rahmen der Gewährung der Liquiditätshilfe seitens der Vion N.V. abhängig. Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion N.V. und deren direkten Mehrheitsgesellschafterin, Vion Holding N.V., ist wiederum von der Umsetzung der Maßnahmen und Annahmen auf Ebene der Muttergesellschaft Vion Holding N.V. abhängig.

Damit wird auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hingewiesen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 13. Juli 2023

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christ, Wirtschaftsprüfer

Kohler, Wirtschaftsprüferin

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

EUR EUR Vorjahr
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.971.662,71 12.691.238,72
2. Geschäfts- oder Firmenwert 18.419.623,15 20.909.102,15
28.391.285,86 33.600.340,87
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 60.154.579,42 57.553.406,83
2. Technische Anlagen und Maschinen 55.718.354,70 41.975.892,93
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.466.373,34 6.973.238,58
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.251.177,99 11.304.753,93
132.590.485,45 117.807.292,27
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 7.127,00 7.127,00
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 4.190,34 4.190,34
11.317,34 11.317,34
160.993.088,65 151.418.950,48
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 30.002.339,39 19.211.599,03
2. Unfertige Erzeugnisse 930.326,68 1.033.207,84
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 72.873.996,45 60.157.462,31
103.806.662,52 80.402.269,18
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 122.510.998,87 101.587.596,25
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 36.194.409,48 16.554.899,15
3. Sonstige Vermögensgegenstände 8.197.923,78 6.891.123,29
166.903.332,13 125.033.618,69
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 265.446,34 274.049,36
270.975.440,99 205.709.937,23
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.899.877,43 1.473.174,54
433.868.407,07 358.602.062,25

Passiva

EUR EUR Vorjahr
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 85.979.691,00 85.979.691,00
II. Kapitalrücklage 16.211.485,19 16.211.485,19
III. Gewinnrücklagen 11.766.199,65 11.766.199,65
IV. Verlustvortrag -93.156.182,31 -68.514.964,90
V. Konzern-Jahresfehlbetrag -5.606.997,72 -24.641.217,41
VI. Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile 8.684.488,82 8.770.059,64
23.878.684,64 29.571.253,17
B. Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung 20.570.529,95 24.659.284,60
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 51.638.171,71 53.055.423,71
2. Steuerrückstellungen 185.454,00 673,69
3. Sonstige Rückstellungen 49.075.251,03 43.523.937,28
100.898.876,74 96.580.034,68
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 87.545.796,65 67.575.470,13
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 193.660.488,44 131.129.397,79
3. Sonstige Verbindlichkeiten 6.607.466,65 7.668.929,87
davon aus Steuern TEUR 1.389 (Vj. TEUR 2.305)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 119 (Vj. TEUR 421)
287.813.751,74 206.373.797,79
E. Rechnungsabgrenzungsposten 706.564,00 1.417.692,00
433.868.407,07 358.602.062,25

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2022

EUR Vorjahr
EUR
1. Umsatzerlöse 1.900.555.373,62 1.575.374.605,59
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 9.992.007,99 9.530.483,78
3. Sonstige betriebliche Erträge 24.664.305,83 22.387.924,61
1.935.211.687,44 1.607.293.013,98
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 1.562.824.910,28 1.276.356.790,65
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 44.067.625,66 44.003.870,51
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 120.889.576,00 112.174.529,40
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 25.619.675,88 24.841.089,11
davon für Altersversorgung TEUR 768 (Vj. TEUR 1.076)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 20.497.435,91 20.176.802,66
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 154.971.903,43 139.526.182,71
1.928.871.127,16 1.617.079.265,04
8. Erträge aus Beteiligungen 0,00 54.699,68
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 283.706,39 3.210,79
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 9.658.723,40 11.438.269,10
-9.375.017,01 -11.380.358,63
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 612.692,76 290.147,73
12. Ergebnis nach Steuern -3.647.149,49 -21.456.757,42
13. Sonstige Steuern 457.544,58 423.257,69
14. Jahresfehlbetrag -4.104.694,07 -21.880.015,11
15. Nicht beherrschenden Anteilen zustehender Gewinn 1.502.303,65 2.761.202,30
16. Konzern-Jahresfehlbetrag -5.606.997,72 -24.641.217,41

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022

In TEUR 2022 2021
Periodenergebnis -4.105 -21.880
Abschreibungen (+) auf Gegenstände des Anlagevermögens +20.497 +20.177
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Rückstellungen +3.959 -4.289
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge (-) und Aufwendungen (+) -5.666 -8.347
Gewinn (-) / Verlust (+) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -381 -856
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -65.701 +18.155
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind +40.280 -17.432
Zinsaufwendungen (+) / Zinserträge (-) +9.375 +11.380
Ertragsteueraufwand (+) / Ertragsteuerertrag (-) +613 +290
Ertragsteuerzahlungen (-) / Ertragsteuererstattungen (+) -253 -1.666
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -1.382 -4.468
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens (+) +771 +1.589
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen (-) -30.450 -18.174
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens (+) 0 0
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen (-) -11 -132
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des des immateriellen Anlagevermögens (+) 0 +2
Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 0 0
Einzahlungen für Abgänge aus dem Konsolidierungskreis 0 0
Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 0
Erhaltene Zinsen (+) +284 +58
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -29.406 -16.657
Auszahlung an Minderheitsgesellschafter aus Gewinn (-) -1.358 -1.376
Auszahlungen für Tilgungen von Minderheitsgesellschafterfinanzierungen (+) 0 0
Veränderung der Konzernfinanzierung +40.449 +30.012
Gezahlte Zinsen (-) -8.312 -7.387
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit +30.779 +21.249
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -9 +124
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode (+) +274 +150
Finanzmittelfonds am Ende der Periode +265 +274

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2022

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Rücklagen
In TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB Gewinnrücklage andere Gewinnrücklagen Summe
1. Januar 2022 85.980 16.211 11.766 27.977
Ausschüttungen 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 0 0 0
31. Dezember 2022 85.980 16.211 11.766 27.977
Eigenkapital des Mutterunternehmens
In TEUR Verlustvortrag Konzernjahresüberschuss/ -fehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist
1. Januar 2022 -93.156 0
Ausschüttungen 0 0
Währungsumrechnung 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 -5.607
31. Dezember 2022 -93.156 -5.607
Eigenkapital des Mutterunternehmens Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
In TEUR Summe Nicht beherrschende Anteile vor Jahresergebnis Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne/Verluste Summe Summe
1. Januar 2022 20.801 8.770 0 8.770 29.571
Ausschüttungen 0 -1.358 0 -1.358 -1.358
Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 -229 0 -229 -229
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag -5.607 0 1.502 1.502 -4.105
31. Dezember 2022 15.194 7.183 1.502 8.685 23.879

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2021

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Rücklagen
In TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB Gewinnrücklage andere Gewinnrücklagen Summe
1. Januar 2021 85.980 16.211 11.766 27.977
Ausschüttungen 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 0 0 0
31. Dezember 2021 85.980 16.211 11.766 27.977
Eigenkapital des Mutterunternehmens
In TEUR Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung Verlustvortrag
1. Januar 2021 0 -68.515
Ausschüttungen 0 0
Währungsumrechnung 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 0
31. Dezember 2021 0 -68.515
Eigenkapital des Mutterunternehmens Nicht beherrschende Anteile
In TEUR Konzernjahresüberschuss/ -fehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Summe Nicht beherrschende Anteile vor Jahresergebnis Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne/Verluste
1. Januar 2021 0 45.442 7.613 0
Ausschüttungen 0 0 -1.376 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 -228 0
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag -24.641 -24.641 0 2.761
31. Dezember 2021 -24.641 20.801 6.009 2.761
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
In TEUR Summe Summe
1. Januar 2021 7.613 53.055
Ausschüttungen -1.376 -1.376
Währungsumrechnung 0 0
Sonstige Veränderungen -228 -228
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 2.761 -21.880
31. Dezember 2021 8.770 29.571

Konzernanhang für 2022

A. Allgemeine Angaben

Bisheriger Sitz der Vion Beef B.V. (vormals A. Moksel GmbH; im Folgenden kurz: "Gesellschaft") bis zum 31.12.2020 war Buchloe. Die Gesellschaft war bis dahin unter der Nummer HRB 11293 im Register des Amtsgerichts Kempten eingetragen. Die Gesellschafter der vormaligen A. Moksel GmbH, Buchloe, haben nach Maßgabe des Umwandlungsplans vom 23.11.2020 und des Gesellschafterbeschlusses vom selbigen Tage die grenzüberschreitende formwechselnde Umwandlung in die Vion Beef B.V. mit Sitz in Best/Niederlande beschlossen. Diese Umwandlung wurde am 20.01.2021 in das für die Gesellschaft zuständige niederländische Handelsregister (Kamer van Koophandel) unter der KVK-Nummer 81629605 eingetragen und wurde damit wirksam. Die A. Moksel GmbH ist somit im Handelsregister des Amtsgerichts Kempten erloschen.

Mit dem Wirksamwerden des Formwechsels befindet sich nun der Satzungssitz der formgewechselten Gesellschaft in den Niederlanden, während die Geschäftsanschrift sowie der Verwaltungssitz mit der tatsächlichen Geschäftsleitung jeweils unverändert in Buchloe verbleibt. Die rechtliche Identität der Gesellschaft bleibt weiterhin erhalten.

Die Vion Beef B.V. ist ein Unternehmen der niederländischen Vion Holding N.V., Best/Niederlande (im Folgenden kurz: "Vion Food Group"), die einen übergeordneten Konzernabschluss aufstellt.

Der Konzernabschluss der Vion Beef B.V. und deren mittelbaren und unmittelbaren Tochtergesellschaften (im Folgenden kurz: "Vion Beef-Gruppe" oder "der Konzern") ist ein nach den am Bilanzstichtag gültigen Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 290 ff. HGB) freiwillig aufgestellter Konzernabschluss.

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Im Interesse der Klarheit der Darstellung wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke teilweise im Anhang gemacht.

B. Konsolidierungskreis

Die in den Konzernabschluss der Vion Beef B.V. zum 31. Dezember 2022 einbezogenen Unternehmen sind aus der Aufstellung des Anteilsbesitzes (Anlage B) ersichtlich.

Die nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften ergeben sich gleichfalls aus der Aufstellung des Anteilsbesitzes.

Bei den nicht konsolidierten Gesellschaften in Mehrheitsbesitz handelt es sich um Unternehmen, bei denen eine untergeordnete Bedeutung für die Darstellung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Sinne von § 296 Abs. 2 HGB gegeben ist.

C. Erläuterungen zum Konsolidierungskreis

In 2022 gab es keine Unternehmenstransaktionen, die wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss bzw. den Konsolidierungskreis der Vion Beef B.V. gehabt hätten.

Aufgrund der Erstkonsolidierung der Südfleisch-Gruppe im Jahr 2017 innerhalb der Vion Beef-Gruppe werden die ehemaligen Südfleisch Gesellschaften im Vion Beef Konzernabschluss (ehemals Moksel Konzernabschluss) ab dem Jahr 2017 vollkonsolidiert: Vion Altenburg GmbH (ehemals Südost-Fleisch GmbH), Vion Bamberg GmbH (ehemals Südfleisch Bamberg GmbH), Vion Beef Süd GmbH (ehemals Südfleisch Holding GmbH), Vion Waldkraiburg GmbH (ehemals Südfleisch Waldkraiburg GmbH), WBA Wasserbetriebsgesellschaft mbH und Unterstützungsfonds der Südvieh-Südfleisch GmbH. Aufgrund der Erstkonsolidierung der Südfleisch-Gruppe ist ein technischer passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 47.596 entstanden. Im Geschäftsjahr 2022 wurden planmäßig TEUR 4.108 ergebniswirksam aufgelöst.

In 2017 hat die Vion Beef-Gruppe (ehemals Moksel-Gruppe) ihre Präsenz in Bayern durch den Erwerb von Otto Nocker in Germaringen und sechs Fleisch- und Frischemärkten im Rahmen eines Asset Deals weiter ausgebaut. Die A. Moksel GmbH (heute Vion Beef B.V.) erhielt in einem Bieterverfahren den Zuschlag. Zur Einbringung der erworbenen Vermögensgegenstände und Schulden wurden die Otto Nocker GmbH und die Otto Nocker Fleischmärkte GmbH gegründet. Diese beiden Gesellschaften wurden im Rahmen des Konzernabschlusses in 2017 erstkonsolidiert. Aufgrund dieser Erstkonsolidierung ergab sich ein passiver Unterschiedsbetrag von TEUR 1.471. Durch die im Geschäftsjahr 2020 beschlossene Schließung des Standortes in Germaringen wurde der für diesen Standort berücksichtigte und noch verbliebene Unterschiedsbetrag komplett aufgelöst. Im Geschäftsjahr 2022 wurden insgesamt TEUR 83 ergebniswirksam aufgelöst.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 sind 20 % an der BestHides GmbH durch die CEMO GmbH von der Darling Ingredients Germany Holding GmbH erworben worden. Somit werden nun insgesamt 60 % an der BestHides GmbH durch die CEMO GmbH gehalten. Ab dem 1. Januar 2018 wird die BestHides GmbH innerhalb der Vion Beef-Gruppe (ehemals Moksel-Gruppe) vollkonsolidiert. Aufgrund dieser Erstkonsolidierung ergab sich ein passiver Unterschiedsbetrag von TEUR 1.267 zum 31. Dezember 2018. Im Geschäftsjahr 2022 wurden planmäßig TEUR 127 ergebniswirksam aufgelöst.

D. Konsolidierungsgrundsätze

Die Einzelabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf den Stichtag des Mutterunternehmens, der Vion Beef B.V., aufgestellt.

Die Kapitalkonsolidierung wurde nach der Erwerbsmethode durchgeführt. Die Erstkonsolidierung erfolgte einheitlich auf den Stichtag der erstmaligen Einbeziehung des jeweiligen Tochterunternehmens in den Konzernabschluss. Die nach Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital verbliebenen Unterschiedsbeträge wurden, soweit möglich, den in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenständen und Schulden der Tochterunternehmen zugeordnet. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, in der Konzernbilanz als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn der auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Der passivische Unterschiedsbetrag wird ergebniswirksam über 11 Jahre, was der gewichteten durchschnittlichen Restnutzungsdauer entspricht, aufgelöst.

Der für die Bestimmung des Zeitwerts der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten und der für die Kapitalkonsolidierung maßgebliche Zeitpunkt ist grundsätzlich der, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Bei Tochterunternehmen, auf deren Einbeziehung bisher gemäß § 296 HGB verzichtet worden war, ist der Zeitpunkt der Einbeziehung des Tochterunternehmens in den Konzernabschluss maßgeblich.

Für die nicht dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile vollkonsolidierter Gesellschaften wurde ein entsprechender Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile gebildet.

Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Umsätze, Aufwendungen und Erträge innerhalb des Konsolidierungskreises wurden eliminiert. Zwischenergebnisse bei konzerninternen Lieferungen und Leistungen sind nur von untergeordneter Bedeutung und wurden deshalb gemäß § 304 Abs. 2 HGB nicht eliminiert.

E. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden einheitlich die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Muttergesellschaft angewandt. Bewertungswahlrechte wurden einheitlich ausgeübt.

Going-Concern

Die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften sehen sich einem schwierigen Marktumfeld gegenüber, das geprägt ist von sinkenden Viehbeständen und historisch hohen Einkaufspreisen als auch steigenden Energie- und Betriebskosten. Daraus resultierten in den letzten Geschäftsjahren negative Konzernergebnisse und negative Cash Flows, die auch für den Prognosezeitraum erwartet werden, für welche keine ausreichenden liquiden Mittel im Prognosezeitraum vorhanden sind. Um diesem schwierigen Marktumfeld zu begegnen, sind auf Ebene der obersten Muttergesellschaft Vion Holding N.V., Best/Niederlande, verschiedene Programme und Maßnahmen eingeleitet worden, welche direkte Auswirkungen auf die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften haben werden, mit dem Ziel die Finanz- und Liquiditätslage mittelfristig zu verbessern. Zur Umsetzung dieser konzernweiten Programme und Maßnahmen sowie aufgrund der im Prognosezeitraum erwarteten negativen Konzernergebnisse und negativen Cash Flows ist die Vion Beef B.V. auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe

Die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Beef B.V. und des Konzerns hängt daher von der finanziellen Unterstützung durch die Mehrheitsgesellschafterin Vion N.V., Best/Niederlande, ab. Diese hat sich im Rahmen einer Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe bis zum 31. Dezember 2024 verpflichtet, die Vion Beef B.V. finanziell so auszustatten, dass sie ihre sämtlichen Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern stets erfüllen kann und sich mit einer unbefristeten Rangrücktrittserklärung verpflichtet, hinter sämtliche gegenwärtigen und künftigen Ansprüche Dritter im Rang zurückzutreten.

Die oberste Muttergesellschaft Vion Holding N.V., Best/Niederlande, hat die gesamtschuldnerische Haftung für die aus den Rechtshandlungen der Vion N.V. entstehenden Schulden übernommen.

Für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Mehrheitsgesellschafterin Vion N.V., welche sich zur Gewährung der Liquiditätshilfe verpflichtet hat, und deren direkten Mehrheitsgesellschafterin, der obersten Muttergesellschaft Vion Holding N.V. sind die folgenden Ereignisse oder Gegebenheiten, Maßnahmen und wesentlichen Annahmen relevant, damit die Vion N.V., ihre Verpflichtung zur Liquiditätshilfe gegenüber der Vion Beef B.V. erfüllen kann, von welcher wiederum die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Beef B.V. abhängig ist:

Die aktuelle Finanzlage und die finanzielle Leistungsfähigkeit, mit ersichtlichen fundamentalen und unerwarteten Veränderungen auf dem Markt sowie geringeren als geplanten Ergebnissen;

Die Implementierung des "Change that Matters"-Programms, das die Umsetzung der Strategie des Unternehmens beschleunigen und erhebliche Kosteneinsparungen erzielen soll;

Die Einhaltung der geänderten Bank-Covenants, in Abhängigkeit von der zukünftigen Profitabilität;

Die Durchführbarkeit von Refinanzierungsoptionen für den Fall, dass die Einhaltung von Covenants gefährdet sein wird;

Die Erwartung, dass Kooperationen mit externen Stakeholdern realisiert werden, sofern erforderlich.

Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Beef B.V. und ihrer Tochtergesellschaften ist damit von der finanziellen Unterstützung in erforderlichem Umfang im Rahmen der Gewährung der Liquiditätshilfe seitens der Vion N.V. abhängig. Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion N.V. und deren direkten Mehrheitsgesellschafterin, Vion Holding N.V., ist wiederum von der Umsetzung der Maßnahmen und Annahmen auf Ebene der Muttergesellschaft Vion Holding N.V. abhängig.

Hinsichtlich weiterer Angaben zu den Ereignissen, Gegebenheiten, Maßnahmen und wesentlichen Annahmen auf Ebene der obersten Muttergesellschaft, Vion Holding N.V., wird auf nachfolgend in Anführungszeichen gesetzte dargestellte Erläuterung 2.1 des Konzernabschlusses 2022 der Vion Holding N.V. verwiesen (die verwendeten Begriffe "Unternehmen" bzw. "Vion" beziehen sich dabei auf die Vion Holding N.V. bzw. die Vion Holding N.V. und ihre Tochtergesellschaften):

"Derzeitige und erwartete Profitabilität

Um den aktuellen und langfristigen Marktbedingungen Rechnung zu tragen, führte das Management detaillierte Analysen zu Planergebnissen für den Zeitraum 2023 bis 2027 durch.

Diese Analysen haben gezeigt, dass unter unveränderten Umständen und ohne Intervention die Einhaltung der Bestimmungen zur Working Capital Facility (Betriebsmittelfazilität) und der Schuldscheinklauseln gefährdet wären. Auf der Grundlage dieser Analyse haben wir mit Unterstützung externer Spezialisten Maßnahmen ergriffen, die sowohl kurz- als auch langfristig die Rentabilität, den Cashflow und die Liquidität verbessern sollen. Die Darlehensgeber der Working Capital Facility und die wichtigsten Kreditversicherer von Vion unterstützen diese Maßnahmen, indem sie die geforderten Änderungen der Nebenbedingungen und Vereinbarungen genehmigen.

Im Oktober 2022 haben wir unser Transformationsprogramm "Change That Matters" gestartet, um unsere Strategie zum Aufbau nachhaltiger Ketten zu beschleunigen, die den Landwirten eine Zukunft und den Verbrauchern eine Auswahl an nachhaltigen Lebensmittellieferketten bieten. Das Programm, das von externen Unternehmen bewertet wird, konzentriert sich auf die Anpassung unserer Organisation, um gemeinsam mit Landwirten und Kunden schneller und effektiver ausgewogene Lieferketten aufzubauen. Wir stehen in einem konstruktiven Dialog mit allen relevanten Interessengruppen, einschließlich der Kreditgeber für die Working Capital Facility und der wichtigsten Kreditversicherer, über die Fortschritte des Programms "Change That Matters" sowie über die Entwicklung des Marktes.

Erhebliche Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen sind ebenfalls Teil dieses Programms. Das Programm soll bis 2025 jährliche Verbesserungen der operativen Performance um 150 bis 200 Mio. EUR ermöglichen, um ein zukunftssicheres operatives Management mit mehr Regionalität und Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Das Programm konzentriert sich dabei auf verschiedene Hebel zur Verbesserung unserer Leistung, wie z.B. betriebliche Effizienz, Beschaffung von Non-Food-Produkten in großem Umfang, verbessertes Key Account Management, Cash Management, FootprintMaßnahmen sowie die Veräußerung ungenutzter Vermögenswerte.

In den Jahren 2022 und 2023 hat Vion an mehreren Standorten bereits Anpassungen der Produktionskapazitäten vorgenommen und zusätzliche angekündigt, um vor allem vorhandenen Überkapazitäten und negativen Ergebnisentwicklungen entgegenzusteuern. Die Auswirkungen des aktuellen Jahres liegen leicht über dem Plan. Die Umsetzung des Programms erfolgt durch einen strengen Durchführungsmechanismus, der installiert wurde. Das Programm basiert auf einem bewährten Konzept und wurde bewertet und für sehr umfassend und robust befunden. Die Umsetzung erfolgt durch ein engagiertes Vion-Team, das durch externe Spezialisten und relevante Stakeholder unterstützt wird.

Vion ist zuversichtlich, dass das Unternehmen "Change That Matters" (CTM) erfolgreich umsetzen, seine Strategie verstärken und seine Finanzergebnisse deutlich verbessern kann.

In Übereinstimmung mit dem CTM-Programm kündigte Vion am 7. Juni 2023 eine strategische Umstrukturierung an, die die Einrichtung von zwei Ländereinheiten in Deutschland und den Benelux-Ländern vorsieht, die den Vieheinkauf, den Betrieb vor Ort (Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung, Verpackung) und den Fleischverkauf überwachen sollen. Dieser Schritt zielt darauf ab, engere Verbindungen zwischen Landwirten und Kunden auf den Heimatmärkten zu schaffen. Vion ist zuversichtlich, dass diese strategischen Veränderungen zu nachhaltigem Wachstum, einer Beschleunigung der Vion-Kettenstrategie, zur Förderung von Innovationen und zur Stärkung der führenden Position des Unternehmens in der europäischen Lebensmittelindustrie führen werden. Sowohl für 2023 als auch für 2024 wird erwartet, dass sich dieser Plan auf künftige Ergebnisse, Cashflows sowie die Liquidität von Vion auswirken wird.

Mit Blick auf die Jahre 2023 und 2024 könnten viele der oben genannten Marktrisikofaktoren fortbestehen, was weiterhin zu einer hohen Inanspruchnahme unserer Finanzierungsfazilitäten und einem Druck auf die Ergebnisse führen wird, falls nichts unternommen wird. Um unsere Umstrukturierung unter den derzeitigen Marktbedingungen mit historisch hohen Schweinepreisen durchzuführen, verpflichtete Vion die Kreditgeber der Betriebsmittelfinanzierung und die wichtigsten Kreditversicherer, die auch die wichtigsten Finanzierungslinien für die Vion Food Group bereitstellen. In einer im Juni 2023 unterzeichneten Vereinbarung mit den Kreditgebern der Working Capital Facility hat sich Vion auf ein komplettes Paket von Unterstützungsmaßnahmen geeinigt, so dass sich Vion auf die Durchführung seines Programms "Change That Matters" konzentrieren kann. Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass immer ein inhärentes Marktrisiko aufgrund der Volatilität dieses speziellen Marktes besteht. Für den Fall, dass ungünstige Entwicklungen eine zusätzliche Finanzierung erforderlich machen sollten, verfügt das Unternehmen über genügend Vorlaufzeit und Optionen. Zu diesem Paket gehören auch die folgenden Bankklauseln:

Ein niedrigerer Interest Coverage Ratio Covenant (Zinsdeckungsquote): 4,5x für Q4 2023 und Q1 2024, bevor sie ab Q2 2024 wieder auf den ursprünglichen Wert von 5,00 zurückfällt. Für Q2 2023 und Q3 2023 wird kein Test durchgeführt.

Ein niedrigerer Net Working Capital Covenant (Nettoumlaufvermögen): 35 Mio. € bis einschließlich Q4 2024, 65 Mio. € für Q1 2025, bevor ab Q2 2025 wieder das ursprüngliche Niveau von 100 Mio. € erreicht wird.

Eine nicht zweckgebundene Fazilität wurde aufgestockt und ist Teil der gebundenen Finanzierung geworden, wodurch zusätzliche Liquidität generiert wurde. Wir stellen fest, dass durch die Anpassung der Working Capital Facility die Zinsklauseln weitgehend mit den ähnlichen Schuldscheinklauseln übereinstimmen.

Aufgrund aller getroffenen Maßnahmen ist Vion der Ansicht, dass das Unternehmen in der Lage ist, seine Geschäftstätigkeit fortzuführen, und hat daher seinen Jahresabschluss auf der Grundlage der Unternehmensfortführung erstellt, trotz der Unvorhersehbarkeit des Marktes. Für den Fall, dass sich externe Faktoren und Risiken derart negativ auswirken, dass die Kreditvereinbarungen gefährdet sind, verfügt das Unternehmen über genügend Zeit und Optionen, um diese Auswirkungen abzumildern. Auf der Grundlage einer starken Bilanzposition mit einer geschätzten Solvabilität/Zahlungsfähigkeit zum Jahresende 2023 von 28 % und nicht verpfändeten Vermögenswerten von über 500 Mio. € gibt es mehrere Refinanzierungsoptionen. Zu diesen Optionen gehören unter anderem der Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten, die Refinanzierung der bestehenden und/oder die Aufnahme neuer Finanzierungsfazilitäten auf der Grundlage der aktuellen besicherten und unbesicherten Vermögenswerte innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens.

Die geänderten Bankenklauseln basieren auf unserer Prognose für die Jahre 2023 und 2024. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass das Ergebnis, der Cashflow und die Liquidität von Vion die Einhaltung dieser Covenants ermöglichen werden, auch unter Berücksichtigung der weiter oben in diesem Abschnitt erwähnten Marktrisiken. Vion hat zu diesem Zweck Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um ungünstige Entwicklungen zu testen.

Das Ergebnis dieser Szenarien bietet die Gewissheit, dass das Unternehmen in der Lage sein wird, die Auswirkungen solcher Risikofaktoren unter Berücksichtigung der im vorigen Abschnitt beschriebenen Optionen zur Risikominderung aufzufangen. Die Ausführung dieser Optionen umfasst sowohl vollständig von Vion kontrollierte Maßnahmen als auch Optionen, die nur in Zusammenarbeit mit externen Stakeholdern realisiert werden können.

In Anbetracht dieser Situation und auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen geht das Management davon aus, dass bei Bedarf eine Zusammenarbeit mit externen Stakeholdern möglich sein wird. Dies ist eine wichtige Annahme, die die Einschätzung der Unternehmensfortführung stützt."

Auf der Grundlage der Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe sowie der Beurteilung der Unternehmensfortführung durch die Vion Holding N.V. ist die Vion Beef B.V. der Meinung, dass sie in der Lage ist, die Unternehmenstätigkeit fortzuführen, und hat daher ihren Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss auf der Grundlage der Unternehmensfortführung (Going-Concern) erstellt.

Aufgrund der Tatsache, dass die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften auf die finanzielle Unterstützung der Vion N.V. angewiesen sind, besteht ein bestandsgefährdendes Risiko für die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften.

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten bilanziert und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Nutzungsdauern liegen zwischen drei und fünf Jahren.

Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung von Anteilen werden über einen Zeitraum von 15 Jahren abgeschrieben. Aufgrund der Langlebigkeit der vertriebenen Produkte beträgt deren Lebenszyklus in ihrer Form als Grundnahrungsmittel ca. 15 Jahre. Durch die nach wie vor stabile Nachfrage nach den angebotenen Produkten, wird von einem Lebenszyklus von 15 Jahren ausgegangen. Zudem sind weder wesentliche Veränderungen der Absatz- und Beschaffungsmärkte noch wesentliche Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erkennbar und es wird von grundsätzlich unveränderten Rahmenbedingungen über einen Zeitraum von 15 Jahren ausgegangen.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibungen erfolgen nach Maßgabe der linearen Methode.

Wirtschaftliche Nutzungsdauern:

Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken bis zu 25 Jahre (Einzelfälle bis zu 50 Jahre)
Technische Anlagen und Maschinen 3 bis 25 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 bis 25 Jahre

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten von über EUR 250 bis EUR 1.000 werden in analoger Anwendung von § 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten eingestellt und linear über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen vorgenommen.

Bei den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zu Anschaffungskosten bzw. zu niedrigeren Marktpreisen am Bilanzstichtag angesetzt. Zulässige Bewertungsvereinfachungsverfahren werden in Anspruch genommen.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet, die überwiegend retrograd vom erzielbaren Erlös unter Berücksichtigung von Abschlägen ermittelt werden.

Die Waren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert.

Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. Das Niederstwertprinzip wird beachtet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten bilanziert. Für erkennbare Einzelrisiken werden individuelle Wertberichtigungen gebildet.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert bilanziert.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Teilwertverfahren unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck gebildet. Für die Abzinsung wurde pauschal der für den 31. Dezember 2022 prognostizierte durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangenen 10 Jahren für eine restliche Laufzeit von 15 Jahren von 1,78 % (im Vorjahr 1,87 %) verwendet. Erwartete Rentensteigerungen wurden mit 2,00 % (im Vorjahr 1,75 %) berücksichtigt. Im Rahmen der Erstanwendung des BilMoG wurde vom Verteilungswahlrecht gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch gemacht.

Die ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert (Depotwert zum Bilanzstichtag) mit den Rückstellungen verrechnet.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Rückstellungen werden mit ihrem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasipermanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit dem Ertragsteuersatz des steuerlichen Organkreises der Vion Beef B.V. (28,84 %) im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet. Dabei werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird dabei das Realisationsprinzip (§ 298 Abs. 1 i.V.m. § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 298 Abs. 1 i.V.m. § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Die erstmalige Erfassung der aus Fremdwährungsgeschäften resultierenden Vermögensgegenständen und Schulden im Rahmen Währungsumrechnung in der Handelsbilanz II erfolgt mit dem Devisenkassakurs zum Transaktionstag.

Als verbundene Unternehmen der Berichtsgesellschaft werden die Vion Holding N.V., Best/Niederlande und deren unmittelbare und mittelbare Tochterunternehmen angesehen.

F. Erläuterungen zur Konzernbilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel als Anlage A zum Konzernanhang dargestellt.

In den Abschreibungen sind TEUR 14 (Vj. TEUR 557) an außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände sowie Sachanlagen enthalten. Die außerplanmäßigen Abschreibungen waren im Vorjahr ausschließlich bei der Otto Nocker Fleischmärkte GmbH zu verzeichnen und resultierten aus einer Standortschließung im Allgäu.

Anteilsbesitz

Der Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2022 ist als Anlage B zum Konzernanhang dargestellt. Die Gesellschaften, für die die Befreiungsvorschrift entsprechend § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen wird, sind aus dieser Anlage ersichtlich.

Vorräte

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Fertige Erzeugnisse 46.192 36.391
Waren 26.682 23.766
72.874 60.157

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten in Höhe von TEUR 3.087 (Vj. TEUR 3.076) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen aus Cashpool in Höhe von TEUR 33.030 (Vj. TEUR 13.452).

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Latente Steuern

Aus steuerlichen Verlustvorträgen sowie aus unterschiedlichen Bewertungen nach Handels- und Steuerrecht von Sachanlagevermögen, Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen resultiert ein Überhang von aktiven latenten Steuern. Aktive latente Steuern werden erstmals in der Höhe berücksichtigt, in der passive latente Steuern gemäß § 306 HGB anzusetzen sind. Nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt kein Ausweis latenter Steuern in der Konzernbilanz. Ein sich darüber hinaus ergebender Aktivüberhang wird aufgrund der Ausübung des Wahlrechts nach § 274 HGB i. V. m. § 298 Abs. 1 HGB nicht bilanziert.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital von TEUR 85.980, die Kapitalrücklage von TEUR 16.211 sowie die Gewinnrücklage von TEUR 11.766 entsprechen den bei der Muttergesellschaft ausgewiesenen Bilanzposten.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der noch in künftigen Perioden anzusammelnde Fehlbetrag gemäß Art. 67 Abs. 2 EGHGB beträgt TEUR 163.

Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 2.044.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Rechnungen, für Kundenboni sowie für personalbezogene Themen gebildet.

Die Personalrückstellungen enthalten zum Bilanzstichtag Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von TEUR 270. Diese wurden gemäß § 298 Abs. 1 i. V. m. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem zum 31. Dezember 2022 bestehenden Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 310, welches dem Zeitwert entspricht, verrechnet. Der Saldo der verrechneten Erträge und Aufwendungen bzw. der verrechnete Aufwand beträgt TEUR 22.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 11.476 (Vj. TEUR 8.777). Verbindlichkeiten aus Cashpool bestehen zum Stichtag -wie bereits im Vorjahr - keine. Ferner bestehen mehrere IntercompanyDarlehen gegenüber einer Vion-Konzerngesellschaft. Die Verpflichtungen aller Vion Beef-Gruppengesellschaften zum Stichtag betragen insgesamt TEUR 182.000. Die Darlehen stehen der Vion Beef B.V. und den Tochtergesellschaften bis zum 31. Dezember 2027 zur Verfügung.

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber Minderheitsgesellschaftern in Höhe von TEUR 2.061 (Vj. TEUR 2.035) enthalten.

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt dar (Vorjahr in Klammern):

Restlaufzeit bis zu 1 Jahr
TEUR
1 bis 5 Jahre
TEUR
über 5 Jahre
TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 87.546 -- --
(67.575) (--) (--)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.661 182.000 --
(9.130) (122.000) (--)
Sonstige Verbindlichkeiten 6.607 -- --
(7.669) (--) (--)
105.814 182.000 --
(84.374) (122.000) (--)

Haftungsverhältnisse

Ende des 3. Quartals 2020 hat die Vion Food Group neue Verträge über einen Kreditrahmen in Höhe von 250 Mio. EUR unterzeichnet. Der neue Kreditrahmen wird von fünf Banken für einen Zeitraum von fünf Jahren gewährt.

Von Unternehmen der Vion Food Group werden auch weiterhin Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in das Finanzierungsprogramm mit eingeschlossen. Am Bilanzstichtag war seitens der Konzernunternehmen der Vion Beef B.V. ein Betrag in Höhe von TEUR 87.689 (Vj. TEUR 42.652) an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als Sicherheiten in das Programm einbezogen.

Der Geschäftsführung liegen keine Informationen vor, die auf eine Inanspruchnahme der Konzernunternehmen hindeuten.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den Haftungsverhältnissen bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Leasing-, Pacht- und Wartungsverträgen in Höhe von TEUR 24.398. Die Verträge haben eine Laufzeit von maximal 10 Jahren. Miet- und Leasingvereinbarungen wurden zum Zwecke der Schonung der Liquidität geschlossen. Besondere Risiken ergeben sich hieraus nicht.

Daneben besteht ein unbefristeter, jährlich kündbarer Pachtvertrag mit dem verbundenen Unternehmen Vion Food North B.V. (ehemals Vion Food North GmbH) der im Geschäftsjahr 2022 zu Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.442 (Vj. TEUR 1.314) führte.

Aus einem unbefristeten, jährlich kündbaren Dienstleistungsvertrag mit dem verbundenen Unternehmen Vion GmbH besteht eine Verpflichtung zur anteiligen Kostenübernahme, die im Geschäftsjahr 2023 zu Aufwendungen in Höhe von voraussichtlich TEUR 2.993 führen wird.

Mittelbare Pensionsverpflichtungen

Mit der zwischen der Vion Convenience GmbH, Wunstorf, (verschmolzen auf die G. u. P. Salomon GmbH) und der Unilever Deutschland Holding GmbH, Hamburg, im Jahr 1999 abgeschlossenen Vereinbarung hat die VION Convenience GmbH das Werk Wunstorf samt Mitarbeitern mit entsprechenden Beschäftigungsverhältnissen erworben. Im Rahmen des Übergangs wurden u. a. auch Pensionsverpflichtungen der Unilever Deutschland Holding GmbH übernommen. Diese Pensionsverpflichtungen waren von der Unilever Deutschland Holding GmbH in der Vergangenheit auf eine Pensionskasse übertragen worden.

Aufgrund des Wahlrechts nach Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB wurde keine Rückstellung für mittelbare Pensionsverpflichtungen gebildet. Die Ermittlung des Fehlbetrags für nicht passivierte Pensionsverpflichtungen aus mittelbaren Zusagen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

2022
TEUR
2021
TEUR
Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen nach BilMoG 2.851 3.007
Barwert des durch die Berolina Pensionskasse gedeckten Teils der Verpflichtungen 2.250 2.495
Fehlbetrag 601 512

In Höhe des Fehlbetrags besteht ein Rückgriffsanspruch gegen die Unilever Deutschland Holding GmbH.

Südvieh-Südfleisch Unterstützungsfonds

Zum 31. März 2021 wurde für die betriebliche Altersversorgung der Vion Beef Süd GmbH (ehemals Südfleisch Holding GmbH) und deren Tochterunternehmen der Durchführungsweg geändert. Bisher erfolgte die Versorgung über den Unterstützungsfonds der Südvieh-Südfleisch-Gesellschaften. Zum 31. März 2021 übernahmen die ehemaligen Trägerunternehmen des Unterstützungsfonds die verbliebenen Pensionsverpflichtungen als Direktzusage in ihre Bilanz. Die Unterstützungsfonds der Südvieh-Südfleisch GmbH wurde Anfang des Jahres 2023 liquidiert.

G. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen:

2022
TEUR
2021
TEUR
Umsätze Bereich Beef 1.276.958 1.103.255
Umsätze Bereich Pork 236.495 186.712
Umsätze Bereich Food Service u. Retail 375.532 275.323
Umsätze Sonstiges 11.570 10.085
1.900.555 1.575.375

Aufgliederung nach Absatzgebieten:

2022
TEUR
2021
TEUR
Inland (Deutschland) 1.356.784 1.136.036
Ausland 543.771 439.339
1.900.555 1.575.375

In den sonstigen Umsätzen sind Erträge aufgrund von Managementgebühren, die an verbundene Unternehmen weiterbelastet wurden, enthalten.

Sonstige betriebliche Erträge

Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind aperiodische Erträge in Höhe von TEUR 2.732 (Vj. TEUR 1.661) enthalten, die unter anderem aus Versicherungsleistungen und der Auflösung von Rückstellungen resultieren. In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 697 (Vj. TEUR 321) ausgewiesen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten aperiodische Aufwendungen in Höhe von TEUR 300 (Vj. TEUR 128) und betreffen vor allem Abschreibungen bzw. Wertberichtigungen von offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 557 (Vj. TEUR 290) enthalten.

Die aus der Anwendung von Art. 66 und Art. 67 Abs. 1 und 2 EGHGB (Übergangsvorschriften zum BilMoG) resultierenden außerordentlichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Zuführung zu Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 87 (Vj. TEUR 112).

Zinsergebnis

2022
TEUR
2021
TEUR
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 284 3
(davon aus verbundenen Unternehmen) (178) (0)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 9.659 11.438
(davon an verbundene Unternehmen) (8.241) (7.316)
-9.375 -11.435

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ist der Zinsanteil aus der Zuführung zu den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit TEUR 1.347 (Vj. TEUR 4.051) enthalten.

H. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Finanzmittelfonds des Vion Beef Konzerns im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert hat. Gemäß DRS 21 wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer Geschäftstätigkeit und Zahlungsströmen aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Die Zinserträge sind in Höhe von TEUR 284 (Vj. TEUR 58) und die Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 8.312 (Vj. TEUR 7.385) tatsächlich geflossen.

Im Vion Beef Konzern wurden in 2022 Ertragsteuern in Höhe von TEUR 253 gezahlt. Erstattungen von Ertragsteuern waren im Geschäftsjahr 2022 keine zu verzeichnen.

Im Finanzmittelfonds sind die zum Stichtag bestehenden Zahlungsmittel und Zahlungsäquivalente enthalten.

Im Rahmen der Darstellung der Kapitalflussrechnung werden die kurz- und mittelfristig fälligen Intercompany-Forderungen und -Verbindlichkeiten, die nicht der operativen Geschäftstätigkeit zuzuordnen sind, als Konzernfinanzierung in den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit mit einbezogen.

I. Sonstige Angaben

Mitglieder des Management Board der Vion Beef B.V.

David Alexander De Camp, Rheda-Wiedenbrück, COO Beef Vion Food Group

Armin Trinkwalder, Kaufbeuren, Geschäftsführer Vion Beef B.V.

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wurde in analoger Anwendung der Vorschrift von § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl beträgt:

2022 2021
Gewerbliche Arbeitnehmer 2.327 2.283
Angestellte 756 743
3.083 3.026

Prüfungs- und Beratungshonorare

Vom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses sowie der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften wurde für das Geschäftsjahr 2022 ein Gesamthonorar in Höhe von TEUR 633 berechnet. Davon entfallen TEUR 611 auf Abschlussprüfungsleistungen, sowie TEUR 22 auf andere Bestätigungsleistungen.

Nachtragsbericht

Ende März 2023 wurde die Beilerei, der Onlineshop für Premiumfleischwaren der Hildener Landmetzgerei GmbH, geschlossen. Vor allem der inflationsbedingte rückläufige Fleischkonsum von insbesondere Premiumfleischwaren sowie andere Faktoren haben dieses Geschäftsfeld besonders stark getroffen.

Der seit Jahren rückläufige Rinderbestand in Norddeutschland sowie die Überkapazitäten am Schlachthofmarkt machen einen weiteren Schritt der Konsolidierung der Schlachthoflandschaft notwendig. Deshalb plant die Vion Food Group zum 31. Juli 2023 den von der Vion Food North B.V. an die Vion Bad Bramstedt GmbH verpachteten Rinderschlacht- und Zerlegebetrieb in Bad Bramstedt zu schließen. Die geplante Schließung ist eine Folge der aktuellen Marktsituation, der Inflation und der hohen Preise sowie des allgemeinen gesellschaftlichen Trends zu weniger Fleischkonsum.

Vion hat Anfang Juni 2023 bekannt gegeben, dass es diverse Umstrukturierungen innerhalb der gesamten Vion Food Group geben wird. Es ist geplant in Zukunft zwei Länderorganisationen für Deutschland und die Beneluxländer zu gründen, die den Vieheinkauf, die Standorte mit Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung und Verpackung sowie den Vertrieb steuern werden. Hierdurch soll die Viehbeschaffung über den Betrieb der Standorte bis hin zum Vertrieb der Produkte aufeinander abgestimmt werden. Weiter soll die eigene Effizienz gesteigert und die Verbindung zwischen Landwirten und Kunden gestärkt werden. Darüber hinaus soll eine eigenständige Organisationen für Nebenprodukte eingeführt werden, um die Verwertung aller Teile des Tieres zu steigern. Damit wird noch stärker das Vion-Versprechen zu einer verantwortungsvollen Produktion und zur Minimierung von Abfällen eingelöst. Der Bereich Food Service wird auch weiterhin als eigenständige Einheit betrieben werden.

Mit einer noch stärkeren Ausrichtung auf Innovation und Nachhaltigkeit ist geplant das strategische Ziel, die Nummer eins unter den nachhaltigen Fleischunternehmen in Europa zu werden, zu unterstreichen. Vion ist zuversichtlich, dass die geplanten strategischen Veränderungen ein nachhaltiges Wachstum fördern, die Kettenstrategie des Unternehmens forcieren, Innovationen vorantreiben und die führende Position in der europäischen Lebensmittelindustrie stärken.

Darüber hinaus sind zum jetzigen Zeitpunkt keine Vorgänge von besonderer Bedeutung bekannt, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.

Ergebnisverwendung

Das Geschäftsjahr 2022 der Vion Beef B.V. schließt im niederländischen Jahresabschluss mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 8.493 ab. Nach Verrechnung mit dem Verlustvortrag des Vorjahres (TEUR 64.516) ergibt sich für die Muttergesellschaft auf Einzelebene ein Bilanzverlust in Höhe von TEUR 73.009. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzverlust auf neue Rechnung vorzutragen.

Einbeziehung in den Vion Konzern

Der Konzernabschluss der Vion Beef B.V. wird in den Konzernabschluss der Vion Holding N.V., Best/Niederlande, einbezogen. Die Vion Holding N.V. erstellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der Unternehmen, denen die Vion Beef B.V. als Tochterunternehmen angehört. Der Konzernabschluss der Vion Holding N.V. wird bei der Handelskammer von Eindhoven unter der Nummer 17053901 hinterlegt.

 

Buchloe, den 13. Juli 2023

Vion Beef. B.V.

David Alexander De Camp

Armin Trinkwalder

Konzern-Anlagenspiegel 2022

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Vortrag 1.1.2022
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.12.2022
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 28.056.717,04 11.328,75 28.150,00 421.655,48 27.674.540,31
Geschäfts- oder Firmenwert 37.342.182,70 0,00 0,00 0,00 37.342.182,70
65.398.899,74 11.328,75 28.150,00 421.655,48 65.016.723,01
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 242.442.224,60 6.304.190,93 445.115,74 186.126,95 249.005.404,32
Technische Anlagen und Maschinen 175.440.575,20 15.673.253,47 7.097.842,69 3.523.765,78 194.687.905,58
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 26.724.268,72 3.822.334,73 132.734,80 2.039.164,34 28.640.173,91
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 11.328.753,93 4.650.267,29 -7.703.843,23 0,00 8.275.177,99
455.935.822,45 30.450.046,42 -28.150,00 5.749.057,07 480.608.661,80
Finanzanlagen
Beteiligungen 313.902,13 0,00 0,00 0,00 313.902,13
Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 4.190,34 0,00 0,00 0,00 4.190,34
318.092,47 0,00 0,00 0,00 318.092,47
521.652.814,66 30.461.375,17 0,00 6.170.712,55 545.943.477,28
Abschreibungen
Vortrag 1.1.2022
EUR
planmäßige Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
außerplanmäßige Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Umbuchungen
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 15.365.478,32 2.759.054,76 0,00 0,00
Geschäfts- oder Firmenwert 16.433.080,55 2.489.479,00 0,00 0,00
31.798.558,87 5.248.533,76 0,00 0,00
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 184.888.817,77 4.148.134,08 0,00 0,00
Technische Anlagen und Maschinen 133.464.682,27 8.846.840,16 100,68 0,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 19.751.030,14 2.240.208,36 13.618,87 0,00
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 24.000,00 0,00 0,00 0,00
338.128.530,18 15.235.182,60 13.719,55 0,00
Finanzanlagen
Beteiligungen 306.775,13 0,00 0,00 0,00
Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 0,00 0,00 0,00 0,00
306.775,13 0,00 0,00 0,00
370.233.864,18 20.483.716,36 13.719,55 0,00
Abschreibungen
Abgänge
EUR
Stand 31.12.2022
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 421.655,48 17.702.877,60
Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 18.922.559,55
421.655,48 36.625.437,15
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 186.126,95 188.850.824,90
Technische Anlagen und Maschinen 3.342.072,23 138.969.550,88
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.831.056,80 20.173.800,57
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 24.000,00
5.359.255,98 348.018.176,35
Finanzanlagen
Beteiligungen 0,00 306.775,13
Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 0,00 0,00
0,00 306.775,13
5.780.911,46 384.950.388,63
Buchwerte
31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.971.662,71 12.691.238,72
Geschäfts- oder Firmenwert 18.419.623,15 20.909.102,15
28.391.285,86 33.600.340,87
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 60.154.579,42 57.553.406,83
Technische Anlagen und Maschinen 55.718.354,70 41.975.892,93
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.466.373,34 6.973.238,58
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.251.177,99 11.304.753,93
132.590.485,45 117.807.292,27
Finanzanlagen
Beteiligungen 7.127,00 7.127,00
Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 4.190,34 4.190,34
11.317,34 11.317,34
160.993.088,65 151.418.950,48

Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2022

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital
in %
1. Konsolidierungskreis
1 Vion Crailsheim GmbH, Crailsheim 1) 2) 100,00
2 G. u. P. Salomon GmbH, Buchloe 1) 2) 100,00
3 CEMO GmbH, Buchloe 1) 2) 100,00
4 Salomon Hitburger GmbH, Großostheim-Ringheim 1) 2) über 2 100,00
5 Vion Convenience GmbH, Großostheim 1) 2) 100,00
6 Salomon Food World GmbH, Großostheim 1) 2) über 2 100,00
7 Vion Move GmbH, Buchloe 1) 2) 100,00
8 Vion Hilden GmbH, Hilden 1) 2) 94,90
9 Vion FKM Furth im Wald GmbH, Furth im Wald 1) 2) 70,00
10 Hildener Landmetzergei GmbH, Hilden 1) 2) über 8 100,00
11 Vion Bad Bramstedt GmbH, Bad Bramstedt 1) 2) 100,00
12 FVZ Convenience GmbH, Holzwickede 1) 2) über 2 100,00
13 Otto Nocker GmbH, Germaringen 1) 2) 3) 100,00
14 Otto Nocker Fleischmärkte GmbH, Buchloe 1) 2) 100,00
15 Vion Beef Süd GmbH, München 1) 2) 94,44
16 Vion Bamberg GmbH, Bamberg 1) 2) über 15 100,00
17 Vion Waldkraiburg GmbH, Waldkraiburg 1) 2) über 15 100,00
18 Vion Altenburg GmbH, Altenburg 1) 2) über 15 100,00
19 WBA Wasserwerksbetriebsgesellschaft mbH Altenburg, Altenburg über 15 100,00
20 Unterstützungsfonds der Südvieh-Südfleisch GmbH i.L., München über 15 100,00
21 Vion Food Service France Sarl, Fourqueux/Frankreich über 2 100,00
22 Vion Food Service Österreich Ges.m.b.H., Wien/Österreich über 2 100,00
23 Vion Food Service Italy S.R.L., Bruneck/Italien über 2 100,00
24 Südfleisch ITALIA S.r.L., Bruneck/Italien 3) über 15 100,00
25 BestHides GmbH, Eching-Weixerau 1) 2) über 3 60,00
26 Vion Beef Produktion GmbH 1) 2) 100,00
2. Nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen
27 Trägergesellschaft Schlachthof Minden GbR, Minden 3) 4) über 15 95,00
28 LQB Landwirtschaftliche Qualitätssicherung Bayern GmbH, München 5) 14,00% über 15 28,00
29 Landwirtschaftliche Vermarktungsgesellschaft Altheim GmbH, Landshut 8,62
30 Agricola International S.A., Bacau/Rumänien 2,24

1) Ergebnisabführungsvertrag
2) Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift nach § 264 Abs. 3 HGB
3) Geschäftsbetrieb ist eingestellt
4) Die Unternehmen wurden gemäß § 296 Abs. 2 HGB aufgrund von untergeordneter Bedeutung für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht in den Konzernabschluss einbezogen, weil deren Jahresergebnis bzw. Umsatzerlöse in Bezug auf das Konzernergebnis bzw. den Konzernumsatz sowohl einzeln als auch insgesamt von untergeordneter Bedeutung für den Konzern sind.
5) Die Beteiligungen wurden wegen untergeordneter Bedeutung gemäß § 311 Abs. 2 HGB zu Anschaffungskosten bilanziert.

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

A. Grundlagen

Die Gesellschafter der vormaligen A. Moksel GmbH, Buchloe, hatten nach Maßgabe des Umwandlungsplans vom 23.11.2020 und des Gesellschafterbeschlusses vom selben Tage die grenzüberschreitende formwechselnde Umwandlung in die Vion Beef B.V. mit Sitz in Best/Niederlande beschlossen. Diese Umwandlung wurde am 20.01.2021 in das für die Gesellschaft zuständige niederländische Handelsregister (Kamer van Koophandel) unter der KVK-Nummer 81629605 eingetragen und ist damit wirksam. Mit dem Wirksamwerden des Formwechsels befindet sich der Satzungssitz der formgewechselten Gesellschaft in den Niederlanden, während die Geschäftsanschrift sowie der Verwaltungssitz mit der tatsächlichen Geschäftsleitung jeweils unverändert in Buchloe verbleibt.

Gegenstand der Vion Beef-Gruppe, bestehend aus der Muttergesellschaft Vion Beef B.V., und deren mittelbaren und unmittelbaren Tochtergesellschaften (vormals Moksel-Gruppe, im Folgenden auch: "der Konzern"), ist unter anderem der Betrieb von Großschlachtereien in eigenen und fremden Schlachthöfen, der Handel mit Vieh und Fleisch sowie anderen Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Produkten sowie die Herstellung und der Vertrieb von Fleischwaren aller Art und anderen Nahrungsmitteln.

Neben der Funktion als Konzernobergesellschaft der Vion Beef-Gruppe betreibt die Vion Beef B.V. einen Schlachthof auf eigenem Grundstück in Buchloe.

Sowohl bei den Umsatzerlösen als auch beim Betriebs- und Jahresergebnis handelt es sich um bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren der Vion Beef-Gruppe mit Bezug auf die Unternehmenssteuerung.

Die Kunden der Gruppengesellschaften kommen im Wesentlichen aus dem Lebensmitteleinzelhandel und der Industrie, aber auch aus den Bereichen Gastronomie und Catering.

Die Vion Beef-Gruppe betreibt Rinderschlachthöfe in Altenburg, Bad Bramstedt, Bamberg, Buchloe, Furth im Wald und Waldkraiburg. Am Standort in Crailsheim werden sowohl Rinder als auch Schweine geschlachtet und zerlegt. Darüber hinaus ist der Konzern im Bereich Food Service und Retail mit Gesellschaften in Holzwickede, Großostheim und Buchloe tätig. Food Service Gesellschaften in Frankreich, Italien und Österreich gehören ebenfalls zum Konzernverbund. In Hilden ist die Gruppe mit Gesellschaften in der Zerlegung und Verarbeitung von Rindfleisch sowie mit dem Handel von qualitativ hochwertigem Fleisch und Fleischwaren betraut. Mit der Vion Move GmbH ist dem Konzernverbund eine Gesellschaft, die für das Vion weite Fuhrpark- und Leergutmanagement verantwortlich ist, zugehörig. Diese Gesellschaft erbringt in erster Linie Dienst- und Serviceleistungen für deutsche Konzernunternehmen der Vion-Gruppe (Vion Holding N.V. und deren mittelbaren und unmittelbaren Tochtergesellschaften), insbesondere Logistikleistungen und die mietweise Überlassung von Kraftfahrzeugen, sowie die Beförderung von Gütern mit Kraftfahrzeugen. Die BestHides GmbH ist im Bereich der Be- und Verarbeitung von Rinderhäuten tätig, sowie mit dem Handel und dem Im- und Export von Tierhäuten und Fellen betraut.

Die Zusammensetzung des Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert.

Zum 31. März 2021 wurde für die betriebliche Altersversorgung der Vion Beef Süd GmbH (ehemals Südfleisch Holding GmbH) und deren Tochterunternehmen der Durchführungsweg geändert. Bis dahin erfolgte die Versorgung über den Unterstützungsfonds der Südvieh-Südfleisch-Gesellschaften. Zum 31. März 2021 übernahmen die ehemaligen Trägerunternehmen des Unterstützungsfonds die verbliebenen Pensionsverpflichtungen als Direktzusage in ihre Bilanz. Der Unterstützungsfonds der Südvieh-Südfleisch GmbH wurde Anfang des Jahres 2023 liquidiert.

Anfang des Geschäftsjahres 2023 wurde beschlossen die Beilerei, der Onlineshop für Premiumfleischwaren der Hildener Landmetzgerei GmbH, zu schließen.

Zum 31. Juli 2023 ist geplant den Rinderschlachthof in Bad Bramstedt aufgrund des seit Jahren rückläufigen Rinderbestandes in Norddeutschland sowie der vorhandenen Überkapazitäten am Schlachthofmarkt zu schließen.

Die Gesellschafter sind die Vion N.V., Best/Niederlande (60,66 %), die Vion Food North B.V., Best/Niederlande (33,30 %) und die Peelse Barrier Holding B.V. & Co. KG, Buchloe (6,04 %).

Die Vion Beef B.V., Best/Niederlande, ist gemäß § 271 HGB mit der Vion Holding N.V., Best/Niederlande, und den zum Konzernkreis des Mutterunternehmens gehörenden Tochterunternehmen verbunden.

B. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Jahr 2022 war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 1,8 % höher als im Vorjahr. Das Wirtschaftswachstum betrug kalenderbereinigt 1,9 %.

(Quelle: Destatis)

Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war geprägt von Folgen des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise. Dazu kamen, auch wenn im Lauf des Jahres abklingend, die Konsequenzen der Corona-Pandemie, der Fachkräftemangel sowie massiv steigende Preise für beispielweise Nahrungsmittel. Dennoch konnte sich die deutsche Wirtschaft 2022 gut behaupten.

Die verschiedenen Wirtschaftsbereiche entwickelten sich dabei unterschiedlich: Bestimmte Dienstleistungsbereiche, wie die Kreativ- und Unterhaltungsbranche sowie das Gastgewerbe, profitierten von den Nachholeffekten des Wegfalls der Corona-Schutzmaßnahmen. Auch der Wirtschaftsbereich Verkehr legte nach Wegfall der Schutzmaßnahmen stark zu, wohingegen der Handel nach letztjährigem Anstieg rückläufig war. Die Wirtschaftsleistung des Verarbeitenden Gewerbes nahm mit +0,2 % kaum zu. Gründe dafür sind die gestörten internationalen Lieferketten in der ersten Jahreshälfte, wie bereits Ende 2021, sowie der massive Anstieg der Energiepreise in Folge des Ukraine-Kriegs.

Die wichtigste Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft auf der Nachfrageseite waren 2022 die privaten Konsumausgaben. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen diese preisbereinigt um +4,6 % und erreichten fast das Vorkrisenniveau von 2019. Das ist auf die Nachholeffekte für Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen sowie in den Bereichen Freizeit, Unterhaltung und Kultur zurückzuführen. Die staatlichen Ausgaben stiegen um +1,1 % und damit verglichen mit den Vorjahren nur moderat. Zwar wurde in die Unterbringung Schutzsuchender aus der Ukraine und anderen Kriegsgebieten investiert, jedoch sanken die Ausgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie massiv.

(Quelle: Destatis)

Die Zahlen sind aufgrund der anhaltenden schwierigen Rahmenbedingungen mit größeren Unsicherheiten als in den Vor-Krisen-Jahren behaftet.

(Quelle: Destatis)

Trotz hoher Preisanstiege stieg der Export um 3,2 % (preisbereinigt), der Import stieg mit 6,7 % (preisbereinigt) noch viel stärker.

Mit durchschnittlich 45,6 Millionen Erwerberstätigen mit Arbeitsort in Deutschland, die 2022 die Wirtschaftsleistung erbrachten, waren es ca. 589.000 (+1,3 %) mehr als 2021 und so viele wie nie zu vor in Deutschland. Das Rekordhoch ergibt sich vor allem durch den Anstieg von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor.

(Quelle: Destatis)

Die Bevölkerung liegt nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes mit einem Wert von 84,3 Mio. auf einem neuen Höchststand. Das sind 1,1 Mio. mehr Menschen als am Ende des Vorjahres 2021. Dieses Ausnahmewachstum beruht auf einer außerordentlich starken Nettozuwanderung, wie sie bisher noch nicht gemessen wurde und viermal so hoch ist wie 2021. Die Zuwanderung setzt sich vor allem aus Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine wie auch der Zuwanderung aus anderen Ländern zusammen.

(Quelle: Destatis)

Nach vorläufigen Berechnungen beträgt das Finanzierungsdefizit der staatlichen Haushalte (Bund, Länger, Gemeinden, Sozialversicherungen) für das Jahr 2022 101,6 Mrd. EUR und ist somit um knapp 33 Mrd. EUR geringer als im Vorjahr. Zwar entlasteten die auslaufenden Corona-Maßnahmen den Staatshaushalt, jedoch überlagerten die drei Entlastungspakete aufgrund steigender Energiekosten für Verbraucherinnen und Verbraucher diesen Effekt. Das Bundesdefizit liegt - wie 2021 - etwas über dem des Staatshaushalts, wohingegen Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen leichte Finanzierungsüberschüsse erreichten. Gemessen am nominalen BIP ergab sich eine staatliche Defizitquote von 2,6 %. Sie ist deutlich geringer als 2021 (-3,7 %) und 2020 (-4,3 %).

(Quelle: Destatis)

Das Ende des Jahres 2022 stand unter dem Schatten einer Rekordinflation und der Sorge der Verschärfung der Energiekrise. Mit durchschnittlich 7,9 % Anstieg der Verbraucherpreise (Basisjahr 2015 1 ) war die Inflationsrate mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr (2021, Basisjahr 2015: 3,1 %) - es ist von einer historisch hohen Inflationsrate die Rede. Im September war diese erstmals zweistellig und den Höchstwert erreichte sie im Oktober 2022 mit 10,4 %. Zum Jahresende schwächte sich die Inflationsrate mit 8,6 % etwas ab, blieb aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Gründe dafür sind die außerordentlichen Preiserhöhungen bei Energieprodukten wie Erdgas, Heizöl, Kraftstoffen und Strom sowie andere kriegs- und krisenbedingte Sondereffekte wie Lieferengpässe und deutliche Kostensteigerungen vorgelagerter Wirtschaftsstufen.

Die enorm steigenden Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sorgten mit fortschreitendem Jahresverlauf für einen weiteren Anstieg der Gesamtteuerung. Im Jahresdurchschnitt lagen die Preise für Nahrungsmittel 13,4 % höher als 2021. Im vergangenen Jahr lagen die Steigerungen noch bei 3,2 %. Es waren alle Warengruppen von Preiserhöhungen betroffen, aber überdurchschnittlich stiegen die Kosten bei Speisefetten und Speiseölen (+36,2 %), sowie Molkereiprodukten und Eiern (+19,7 %). Auch Brot und Getreideerzeugnisse (+13,5 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+14,6 %) wurden überdurchschnittlich teurer für die Verbraucher. Die Jahresteuerungsrate ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln lag 2022 mit +4,0 % nur etwa halb so hoch wie die Gesamtinflationsrate.

(Quelle: Destatis)

1 Bei einer Nachberechnung zum Basisjahr 2020 liegt die Inflationsrate bei 6,9 %.

2. Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Der deutsche Fleischmarkt war im Jahr 2022 weiterhin rückläufig. Das betraf die Erzeugung, den Im- und Export von Lebendvieh, Fleisch und Erzeugnissen sowie den Verbrauch. Die Bruttoeigenerzeugung an Fleisch betrug 7,69 Mio. t und sank damit um 7,7 % deutlich im Vergleich zu 2021.

Insbesondere die Ausfuhr von Lebendvieh, Fleisch und Fleischerzeugnissen sank im Vergleich zum Vorjahr rapide um 7,0 %, die Einfuhr unterlag mit einem Minus von 1,9 % ebenfalls einem Rückgang.

Vom Rückgang der Eigenfleischproduktion waren sowohl Rind- als auch Schweine-Fleisch betroffen. So fiel der Umfang der Bruttoeigenfleischproduktion im Rind- und Kalbfleischbereich von 1,12 Mio. t (2021) um 9,7 % auf 1,01 Mio. t (2022) und im krisenbehafteten Schweinefleischbereich von 4,72 Mio. t (2021) um knapp 10,0 % auf 4,25 Mio. t (2022).

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

Der Abwärtstrend des Fleischverbrauchs setzt sich weiter fort und ist um -5,7 % auf 4,34 Mio. t gesunken. Für Schweinefleisch bedeutete das einen Rückgang von -6,6 % auf 2,45 Mio. t. Schweinefleisch bleibt aber nach wie vor die beliebteste Fleischsorte. Der Rind- und Kalbfleischverbrauch ist auf 0,74 Mio. t (-7,2 %) und damit unter Vor-Corona-Niveau (2019: 0,82 Mio. t) gesunken. Mit einem Minus von 0,8 % bleibt der Geflügelverbrauch weiterhin stabil.

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

Der Rückgang des Fleischverbrauchs setzt sich somit weiter fort. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Zum einen verschieben sich die Ernährungsgewohnheiten weiter hin zu einer pflanzenbasierten Ernährung, zum anderen sind Fleisch und Fleischwaren deutlich teurer als in den Vorjahren.

Dem Ernährungsreport 2022 des Bundesinstituts für Ernährung und Landwirtschaft zufolge verzichten 44 % ab und an auf Fleisch, 7 % ernähren sich vegetarisch und 1 % vegan. Damit einhergehend steigt die Nachfrage nach Alternativen: im Vergleichszeitraum Januar bis September wurden 2021 insgesamt 40.400 t und 2022 bereits 45.400 t an Fleischalternativen nachgefragt.

(Quelle: Ernährungsreport 2022, BMEL)

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

Die Preise für Fleisch und Fleischwaren sind im Jahr 2022 durchschnittlich um 14,6 % gestiegen. Laut einer von Vion durchgeführten repräsentativen Sonderbefragung mit dem Markforschungsinstitut-GfK können sich bis zu 31 % der Deutschen ihren gewohnten Fleischkonsum nicht mehr leisten. Dabei sehen sie Fleisch als unverzichtbaren Teil ihrer Ernährung.

(Quelle: Destatis)

(Quelle: Vion Consumer Monitor Inflationsbefragung)

Gegenläufig zum generellen rückläufigen Fleischkonsumtrend verlief die Entwicklung im Gaststättenbereich: Durch das Nachlassen der Corona-Pandemie und den Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen erholte sich die massiv geschwächte Gastronomie. So ist der Umsatz real um voraussichtlich 45,4 % höher als im Vorjahr, jedoch 12,5 % unter Vor-Corona-Niveau. Die zunächst hohen Zuwachsraten gerieten jedoch in der zweiten Jahreshälfte ins Stocken. Das ist vor allem auf die steigenden Lebens haltungskosten zurückzuführen.

(Quelle: Destatis)

In den Corona-Jahren 2020 und 2021 wurde vorrangig in den eigenen vier Wänden gegessen. Durch den Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen verschob sich der Verzehr wieder etwas in Richtung Außer-Haus. Das hat zur Folge, dass zahlreiche Frischwarengruppen wie Fleisch (-14,5 %), Geflügel (-11,6 %), Butter/Buttererzeugnisse (-9,7 %) aber auch Gemüse (-7,8 %) von Privathaushalten weniger gekauft wurden. Durch die steigenden Energiekosten, den Ukraine-Krieg und der allgemeinen Verunsicherung bewegte sich die Anschaffungsneigung auf einem niedrigen Niveau. Dennoch entwickelten sich die Konsumausgaben der Privathaushalte positiv. Im ersten Halbjahr 2022 stiegen die privaten Konsumausgaben preisbereinigt um 6,7 %. Allerdings kam in der Zeit die zugespitzte wirtschaftliche Lage hinsichtlich Inflation und Energiekrise noch nicht vollkommen zum Tragen. Treiber waren in dieser Zeit Anschaffungen aus den Bereichen Bekleidung, Schuhe, Freizeit, Unterhaltung und Kultur sowie Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen.

Nach dem Marktreport Fakten und Trends 2023 der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) schwächelt zwar der In-Haus-Verzehr trotz Inflation auf der einen Seite, auf der anderen Seite verzeichneten hochpreisige Einkaufsstätten wie Bio-Supermärkte (-21 %), Wochenmärkte (-15,2 %) und Fachgeschäfte (-12,9 %) starke Verluste. Selbst SB-Warenhäuser (-0,8 %) und Food-Vollsortimenter (-0,6 %) schrieben geringfügig rote Zahlen. Die einzigen Gewinner unter den Einkaufsstätten waren mit einem Zuwachs von 7,6 % die Discounter.

Insgesamt war der Umsatz von Bio-Lebensmitteln, entgegen der Entwicklungen der Vorjahre, rückläufig. So sanken die Verbraucherausgaben in diesem Bereich um -4,4 %. Die Verbraucher passten im Jahresverlauf ihre Einkäufe den stark gestiegenen Lebensmittelpreisen an und bezogen mehr Aktions- und Handelsprodukte. In einigen Frischwarengruppen wie Fleisch reduzierten die Verbraucher stärker. Innerhalb kürzester Zeit hat sich somit das Einkaufsverhalten der Deutschen gedreht: von hochpreisigen Lebensmitteln zu Zeiten der Corona-Pandemie - als man sich damit noch etwas Besonderes gönnen wollte - innerhalb weniger Monate hin zu einem möglichst günstigen Einkauf.

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

2. a) Rindfleisch

Die Anzahl der Rinderschlachtungen ist weiterhin rückläufig. Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2022 3,01 Mio. Stück geschlachtet, das entspricht einem Rückgang von -7,8 %. Die Rinderschlachtungen gliedern sich vor allem in 1,12 Mio. Bullen (Rückgang von -6,6 %), in 1,01 Mio. Kühe (-10,1 %), in 0,53 Mio. Färsen (-9,2 %) und in 0,30 Mio. Kälber (-2,9 %) auf.

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

Nachdem der Rind- und Kalbfleischverbrauch 2020 seinen Peak erreicht hatte, setzt sich der Abwärtstrend aus dem Vorjahr fort. Mit einem vorläufigen Pro-Kopf-Verzehr von 8,8 kg sank dieser um 8,3 %. Zwar ging die Nachfrage privater Haushalte, die während der Corona-Pandemie noch höher war, zurück, jedoch waren wieder vermehrt Verzehroptionen im Gastronomie-Bereich zu verzeichnen. So ist ein Treiber für den Rückgang der, verglichen mit anderen Fleischarten, sehr hohe Preis für Rind- und Kalbfleisch: im Vergleich zum Basisjahr 2020 stieg dieser um 23 %. Zwar wurden Schweinefleisch (+19,6 %) und Geflügelfleisch (+28,9 %) prozentual ebenfalls deutlich teurer, jedoch auf einem niedrigeren Preisniveau.

Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland sank ebenfalls von 96 % auf 94 % und liegt damit in etwa auf dem Niveau von 2020 (93 %).

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

(Quelle: Destatis)

(Quelle: fleischwirtschaft.de)

Der Export aller Rindfleischprodukte sank 2022 um -3,5 % auf 0,33 Mio. t. Ein besonders starker Rückgang ist im Außenhandel mit Drittländern zu verzeichnen. Die Ausfuhr sank hier um -15,1 % auf 0,04 Mio. t.

Bei der Ausfuhr in EU-Länder (Rückgang von -1,6 %) liegen die Niederlande nach wie vor auf Nummer eins und es konnte ein erneuerter Zuwachs von 5,7 % generiert werden. Zudem konnte der Export stabil auf hohem Niveau nach Frankreich (insgesamt: 0,04 Mio. t) und nach Österreich (insgesamt: 0,03 Mio. t) gehalten werden. Bei geringen Mengen konnten hohe prozentuale Steigerungen des Exportgeschäfts beispielweise nach Estland (+32,2 %) und Kroatien (+48,2 %) erzielt werden. Die Ausfuhren nach Schweden (-22,2 %), in die Slowakei (-26,8 %), nach Belgien (-22,0 %) und nach Dänemark (-17,0 %) sind deutlich zurückgegangen.

Der Exportrückgang im Drittlandbereich ist vor allem auf den Rückgang der Ausfuhr nach Norwegen (-43,7 % auf 7.415 t) und in die Schweiz (-4,8 % auf 7.739 t) zurückzuführen.

Auch der Import insgesamt war 2022 rückläufig und sank auf 0,37 Mio. t (-6,8 %). Damit setzte sich der Trend aus den Vorjahren fort. Der Rückgang fußt auf der verringerten Einfuhr von Rindfleisch aus EU-Ländern (-8,9 % auf 0,32 Mio. t), aus Drittländern wurden 2022 mit 0,04 Mio. t insgesamt 10,3 % mehr importiert. Insbesondere die Einfuhren aus den Ländern Südamerikas (Argentinien, Brasilien, Chile, Paraguay, Uruguay) nahmen merklich um 7,4 % auf 38.452 t zu.

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

Laut aktueller Erhebungen ist der Rinderbestand das achte Jahr in Folge seit 2014 rückläufig. Der gesamte Bestand sank im Vergleich zum Vorjahr um -1,7 % auf 11,0 Mio. Rinder.

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

Zur Rinderzahl ging parallel auch die Halterzahl zum wiederholten Male zurück. So gaben innerhalb eines Jahres bis Mai 2022 mehr als 2.000 Betriebe bzw. 1,6 % die Rinderhaltung auf. Besonders deutlich fiel der Rückgang allerdings bei den Betrieben mit Milchkuhhaltung aus, bei denen ein Minus von 3,9 % zu verzeichnen war.

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

Die deutliche Abnahme des Viehbestands hatte eine deutliche Preissteigerung der Schlachtrinder zur Folge. Damit setzt sich die Entwicklung aus dem Vorjahr fort. Das Preisniveau für Jungbullen startete zu Beginn des Jahres deutlich über dem bereits hohen Niveau von 2021 und stieg nach einer kleiner Preisschwäche im Sommer zum Jahresende wieder deutlich an. Die Jungbullenpreise stiegen um 24,9 % auf 5,07 EUR/kg SG (Durchschnittspreis der Handelsklassen E-P). Bei den Färsen lagen die Preis im Jahresdurchschnitt bei 4,76 EUR/kg (+32,6 %) und bei Kühen bei 4,22 EUR/kg (+34,0 %).

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

2. b) Schweinefleisch

Der Rückgang der Schweineschlachtungen setzt sich verstärkt fort. Während die Schlachtungen von 2019 auf 2020 noch um -3,3 % und von 2020 auf 2021 um -2,8 % sanken, nahmen sie von 2021 auf 2022 um ca. -9,2 % auf 47,1 Mio. Stück ab.

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

Insgesamt war der Schweinemarkt im vergangenen Jahr geprägt von Krisen - vom Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest über die Folgen der Corona-Pandemie bis hin zum Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Es kam zu einem regelrechten Einbruch der Schweinebestände in Deutschland. So waren im Mai 2022 mit 22,3 Mio. Schweinen insgesamt 9,6 % weniger Tiere als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt erfasst worden. Verglichen zu dem Höchststand im Jahr 2015 entspricht das einem Rückgang von mehr als 20 %. Die Abstockungen der Bestände betrafen alle Bereiche, den der Jungschweine jedoch am stärksten. Zudem ist die Zahl der Halter erneut zurückgegangen: im Mai 2022 wurden mit 17.900 insgesamt 10 % weniger Schweinehalter-Betriebe als im Vorjahres-Monat erfasst - bei den Sauenhaltern verhält es sich ähnlich, hier hat sich die Zahl innerhalb der letzten zehn Jahre sogar halbiert und beträgt nun 5.800.

Parallel zur Reduzierung der Tierbestände setzt sich der Rückgang des Fleischkonsums weiter fort - und am stärksten davon betroffen ist Schweinefleisch. Aktuellen Schätzungen zu Folge ergibt sich in Deutschland ein menschlicher Pro-Kopf-Verzehr von 29,2 kg, damit ist der Schweinefleischkonsum in den letzten zehn Jahren um 24 % zurückgegangen. Jedoch ist Schweinefleisch mit einem Anteil am gesamt konsumierten Fleisch von mehr als 50 % nach wie das Lieblingsfleisch der Deutschen. Neben den Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten, werden auch mehr schnelle Fleischgerichte zubereitet und weniger Klassiker wie der traditionelle Schweinebraten.

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

Der Bedarf an Lebendimporten sinkt ebenfalls weiterhin - bei den Ferkeln in geringer Ausprägung als bei den Schlachtschweinen, jedoch ist auch hier ein klarer Trend erkennbar. Sowohl aus Dänemark als auch aus den Niederlanden, den beiden Hauptlieferanten, wurden 2022 deutlich weniger Tiere eingeführt. Neben dem geringeren Bedarf in Deutschland macht sich dabei auch die zunehmende innereuropäische Konkurrenz bemerkbar. Zuletzt gingen umfangreichere Mengen an Ferkeln nach Spanien und Polen.

Bei einem Selbstversorgungsgrad von immer noch 125 % besteht nach wie vor eine hohe Exportabhängigkeit, um den Markt zu entlasten.

Im Berichtsjahr kam es zu Preisanstiegen, die in dieser Form zuvor noch nicht vorgekommen waren. Die Preisempfehlung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften stieg Anfang März um 43 Cent/kg innerhalb von zwei Wochen. Neben dem kleinen Angebot an Schlachttieren zeigte sich insbesondere der Anstieg der Futtermittelkosten durch den Krieg in der Ukraine verantwortlich. Im weiteren Jahresverlauf stieg die Preisempfehlung auf bis zu 2,10 EUR/kg. Im Jahresmittel wurde ein Durchschnittspreis von 1,84 EUR/kg für Tiere der Handelsklasse E erzielt. Der Wert des Vorjahres wird damit um 0,47 EUR/kg (+34,3 %) übertroffen.

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

Der Export von Schweinefleisch hat in 2022 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um -11,3 % auf 2,36 Mio. t abgenommen. Die Ausfuhr von Schweinefleisch in EU-Drittländer sank 2022 um -6,7 % auf 1,97 Mio. t. Bei dem Export in Drittländer setzte sich der Abwärtstrend mit -29,0 % auf insgesamt 0,39 Mio. t fort.

Das wichtigste Exportland war dieses Jahr Italien mit 0,35 Mio. t. Gegenüber dem Vorjahr sanken aber die Exporte hierhin um -6,5 %. Damit hatte Italien die Niederlande abgelöst, wohin die Ausfuhren um -16,7 % (auf insgesamt 0,33 Mio. t) sanken. Im Export in die Slowakei konnte hingegen ein deutliches Plus von 24,3 % auf 0,04 Mio. t verzeichnet werden.

Der Import von Schweinefleisch sank weiter um -5,0 % auf 0,96 Mio. t; auf 0,93 Mio. t (-4,8 %) aus EU-Ländern und auf 0,03 Mio. t (-9,3 %) aus Drittländern.

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

2. c) Food Service

Mit dem Nachlassen der Corona-Pandemie und dem Wegfall nahezu aller Corona-Schutzmaßnahmen hat das Gastgewerbe in Deutschland im Jahr 2022 deutlich mehr Umsatz erzielt als im Vorjahr. Die Gastronomie- und Beherbergungsunternehmen setzten gemäß Schätzung im Jahr 2022 preisbereinigt (real) 45,4 % und nicht preisbereinigt (nominal) gut 55,7 % mehr um als im Vorjahr. Der reale Gastgewerbeumsatz war 2022 allerdings noch 12,5 % niedriger als im Vor-Corona-Jahr 2019, während der nominale Umsatz mit -0,2 % etwa auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie lag.

Werden lediglich die Gastronomiebetriebe betrachtet, lag die Steigerung real bei 38,7 % und in den Beherbergungsunternehmen real bei 63,8 % im Vergleich zum Vorjahr.

(Quelle: Destatis)

Die Verbraucherausgaben im Außer-Haus-Markt stiegen in 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 33 % auf 75,8 Mrd. EUR an. Die Besucherzahlen konnten um 22 % gesteigert werden, der Durchschnittsumsatz je Gast lag bei 7,27 Euro. Dies liegt über dem Vorjahreswert von 6,64 Euro.

Den größten Zuwachs hat der Bereich der Gemeinschaftsverpflegung mit +61 %, gefolgt von den Umsätzen im Freizeitbereich (+54 %) und der Hotellerie/Vollverpflegung mit +41 %. Quick Service Restaurants zählten 2021 schon zu den Gewinnern, die Umsätze stiegen im Vergleich relativ moderat mit +17 %.

(Quelle: CREST, npdgroup Deutschland)

2. d) Retail

Im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) verhielt sich das Jahr 2022 gegenläufig zu den Corona-geprägten Jahren 2020 und 2021. So ging im Berichtsjahr der Absatz aller Fleischsorten zurück. Dabei blieben Schweinefleischprodukte trotz eines Rückgangs von -8,3 % nach wie vor die absatzstärkste Sorte im LEH. Der Absatz von Rindfleischprodukten sank nach zwei überdurchschnittlich guten Jahren um -18,5 % auf 0,26 Mio. t und somit unter Vor-Corona-Niveau (2019: 0,27 Mio. t). Nach einem deutlichen Anstieg des Bio-Segments 2021, sanken Umsatz (-5,9 %) und Absatz (-13,4 %) in diesem Jahr wieder. Die Markanteile blieben aufgrund des rückläufigen Fleischkonsums jedoch relativ stabil.

Die Nachfrage der privaten Haushalte nach Rindfleisch für den In-Haus-Verzehr, die weitgehend in den Märkten des Lebensmitteleinzelhandels getätigt werden, gingen 2022 nach dem Abflauen der Corona-Pandemie und deutlichen Preiserhöhungen wieder stark zurück. Die schwindende Käuferschaft im LEH wirkte sich entsprechend negativ auf die Geschäftsentwicklung im Bereich Retail aus.

(Quelle: GfK-Haushaltspanel)

(Quelle: AMI nach GfK-Haushaltspanel)

Geschäftsverlauf/Geschäftsergebnis und Lage des Konzerns sowie finanzielle Leistungsindikatoren

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren für die Vion Beef B.V. sowie die gesamte Vion Beef-Gruppe stellen neben den Umsatzerlösen, das Betriebs- und Jahresergebnis dar.

Personal- und Sozialbereich

Im Jahr 2022 lag die Zahl der im Teilkonzern im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter bei 3.083 (Vorjahr: 3.026 Mitarbeiter) und somit 57 Mitarbeiter über dem Vorjahresdurchschnitt. An den Standorten im Inland waren 3.075 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 3.017 Mitarbeiter).

Aufgrund der Abschaffung von Werkverträgen und Arbeitnehmerüberlassung in der Fleischwirtschaft zum 1. Januar 2021 befinden sich ehemalige Werkvertragsmitarbeiter, die in der Vergangenheit über Subunternehmer beschäftigt waren, nun direkt auf der Gehaltsliste von Vion. Dadurch durften mehrere Vion Beef Gruppengesellschaften im Jahr 2021 vor allem in den Bereichen Schlachtung, Zerlegung und Verpackung durchschnittlich 1.400 neue Mitarbeiter begrüßen. Alle Vion-Gesellschaften engagieren sich für das Wohlergehen der neuen Mitarbeiter und investieren auch weiterhin in die Belegschaft. Vor allem Übernahmen der ehemaligen Werkvertragsmitarbeiter an den Standorten in Crailsheim, Waldkraiburg, Bad Bramstedt, Buchloe und Großostheim haben zu einem deutlichen Anstieg der Mitarbeiterzahl im Vorjahr geführt.

Die Vion Beef-Gruppe nimmt am Personalentwicklungsprogramm der Vion-Gruppe teil, bei welchem neben individuellen Einzelweiterbildungsmaßnahmen gezielt Gruppenweiterbildungsmaßnahmen für Fachbereiche stattfinden.

Ziel ist es, aus eigenen Reihen Fachkräfte im Rahmen der Vion-Akademie (konzerninternes Weiterbildungsprogramm) aufzubauen, die langfristig über ein gemeinsames Verständnis von Führung im Sinne der Unternehmensstrategie verfügen.

Vermögenslage

Innerhalb der Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2022 die Vermögenslage im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:

AKTIVA

31.12.2022 31.12.2021
TEUR % TEUR %
Langfristiges Vermögen 160.993 37,1 151.419 42,2
Kurzfristiges Vermögen 272.876 62,9 207.183 57,8
433.869 100,0 358.602 100,0

PASSIVA

Eigenkapital 23.879 5,5 29.571 8,2
Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung 20.571 4,7 24.659 6,9
Langfristiges Fremdkapital 51.638 11,9 53.055 14,8
Mittelfristiges Fremdkapital 182.000 42,0 122.000 34,0
Kurzfristiges Fremdkapital 155.781 35,9 129.317 36,1
433.869 100,0 358.602 100,0

Die Bilanzsumme der Vion Beef-Gruppe zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 75,3 Mio. EUR bzw. + 21,0 % erhöht und beträgt 433,9 Mio. EUR.

Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr hingegen von 42,2 % auf 37,1 % etwas verringert.

Die immateriellen Vermögensgegenstände betragen zum 31. Dezember 2022 insgesamt 28,4 Mio. EUR (Vorjahr 33,6 Mio. EUR). Aufgrund von Abschreibungen haben sich sowohl der Geschäfts- oder Firmenwert um 2,5 Mio. EUR als auch die weiteren immateriellen Vermögensgegenstände um 2,7 Mio. EUR verringert.

Das Sachanlagevermögen des Konzerns beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf 132,6 Mio. EUR (Vorjahr 117,8 Mio. EUR). Das Sachanlagevermögen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 erhöhte sich somit gegenüber dem 31. Dezember 2021 um insgesamt 14,8 Mio. EUR, vor allem aufgrund erhöhter Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Im Konzern wurden in 2022 neben Ersatz-, Erhaltungs- und Rationalisierungsinvestitionen überwiegend Investitionen im Rahmen des Aus- bzw. Umbaus einzelner Standorte unter anderem in Altenburg, Waldkraiburg, Holzwickede, Großostheim, Crailsheim, Buchloe und Hilden im Gesamtwert von insgesamt 30,5 Mio. EUR getätigt. Umfangreiche Investitionsmaßnahmen am Standort in Altenburg, für die zukünftige Produktion von vorverpackten Frischeprodukten im Bereich Retail, wurden im Geschäftsjahr 2022 erfolgreich abgeschlossen.

Das kurzfristige Vermögen ist mit 272,9 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr um 65,7 Mio. EUR angestiegen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte stellen mit 122,5 Mio. EUR weiterhin den größten Anteil am kurzfristigen Vermögen dar (44,9 %). Der Vorratsbestand zum 31.12.2022 ist im Vergleich zum Vorjahresstichtag deutlich erhöht (+ 23,4 Mio. EUR) und entspricht 38,0 % des kurzfristigen Vermögens. Hier sind vor allem die gestiegenen Einkaufspreise im Vergleich zu den durchschnittlichen Vorjahrespreisen verantwortlich. Auch die Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit insgesamt 36,2 Mio. EUR zum Jahresende 2022 sind im Vergleich zum Vorjahresstichtag um 19,6 Mio. EUR angestiegen. In erster Linie sind hier die höheren Intercompany-Forderungen aus Cashpool gegenüber einer Vion internen Finanzierungsgesellschaft in der Vion Food Group ausschlaggebend (+ 19,6 Mio. EUR).

Das gezeichnete Kapital in Höhe von 86,0 Mio. EUR entspricht 19,8 % der Konzernbilanzsumme. Das gesamte Eigenkapital hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, im Wesentlichen bedingt durch den Konzern-Jahresfehlbetrag, um 5,7 Mio. EUR auf 23,9 Mio. EUR verringert. Die Eigenkapitalquote beträgt somit 5,5 % (Vorjahr 8,2 %).

Aus der Erstkonsolidierung insbesondere der Südfleisch-Gesellschaften in 2017, sowie der BestHides GmbH in 2018 waren passive Unterschiedsbeträge in Höhe von insgesamt 49,1 Mio. EUR entstanden. Diese Unterschiedsbeträge werden ergebniswirksam über 11 Jahre aufgelöst. Der verbleibende Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung beträgt zum 31.12.2022 insgesamt 20,6 Mio. EUR.

Im langfristigen Fremdkapital (mit Laufzeiten über fünf Jahren) sind, wie im Vorjahr, ausschließlich Pensionsrückstellungen enthalten. Diese sind aufgrund aktueller Gutachten zum Jahresende 2022 angepasst und haben sich im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen aufgrund von Zinseffekten um 1,4 Mio. EUR verringert.

Das mittelfristige Fremdkapital (mit Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren) umfasst Darlehen der Konzernunternehmen, insbesondere der Vion Beef B.V. gegenüber verbundenen Unternehmen, von denen zum 31.12.2022 insgesamt 182,0 Mio. EUR genutzt wurden. Die Darlehen stehen den Unternehmen der Vion Beef-Gruppe bis zum 31. Dezember 2027 zur Verfügung.

Die Mehrheitsgesellschafterin hatte die Liquidität der Vion Beef B.V. mit einer entsprechenden Vereinbarung vom 28. Dezember 2021 unterlegt. Mit dieser Vereinbarung verpflichtete sich die Mehrheitsgesellschafterin, die Vion Beef B.V. bis zu einem Betrag von 10 Mio. EUR finanziell so auszustatten, dass sie ihre sämtlichen Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern stets erfüllen kann. Diese Vereinbarung wurde mit der Vereinbarung vom 26. Juni 2023 ersetzt. Mit der Vereinbarung mit Datum vom 26. Juni 2023 wurde zwischen der Vion N.V., Best/Niederlande, und der Vion Beef B.V. eine Vereinbarung zur Gewährung einer Liquiditätshilfe geschlossen, mit welcher sich die Vion N.V., Best/Niederlande bis zum 31. Dezember 2024 verpflichtet, die Vion Beef B.V. finanziell so auszustatten, dass sie ihren sämtlichen Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern stets erfüllen kann. Zur Vermeidung der Überschuldung oder sonstiger Insolvenzgründe (insbesondere Zahlungsunfähigkeit nach § 17 InsO) hat sich die Vion N. V. zudem verpflichtet, mit ihrem Anspruch auf Rückzahlung der Liquiditätshilfe hinter sämtliche gegenwärtigen und künftigen Ansprüche Dritter im Rang zurückzutreten.

Bzgl. weiterer Details zu Going Concern und dem vorliegenden bestandsgefährdenden Risiko sei auf Abschnitt "D. "Prognose-, Risiko- und Chancenbericht"; "Risikobericht" unter "Finanzwirtschaftliche Risiken" verwiesen.

Das kurzfristige Fremdkapital (Laufzeit bis zu einem Jahr) ist zum 31. Dezember 2022 um 26,5 Mio. EUR auf 155,8 Mio. EUR angestiegen. Die Zunahme ist vor allem in höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten aufgrund der angestiegenen Einkaufspreise (+ 20,0 Mio. EUR) und in gesteigerten sonstigen Rückstellungen (+ 5,6 Mio. EUR) begründet.

Der Kassenbestand und das Guthaben bei Kreditinstituten der Gruppe betragen am Ende des Geschäftsjahres 0,3 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR).

Seit 30. Oktober 2013 sind die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften Mitglied eines sogenannten "Zero Balancing" Cash Pools der Vion Food Group.

Finanzlage

Innerhalb des Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2022 die Finanzlage im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:

2022 2021 Veränderung
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit TEUR -1.382 -4.468 +3.086
Cashflow aus Investitionstätigkeit TEUR -29.406 -16.657 -12.749
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit TEUR +30.779 +21.249 +9.530
Finanzmittelfonds am Jahresende TEUR +265 +274 -9

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt - 1,4 Mio. EUR nach - 4,5 Mio. EUR im Vorjahr. Die Hauptgründe für diese im Vergleich zum Vorjahr positivere Entwicklung sind neben dem verbesserten Periodenergebnis, die Veränderung des Working Capital. Das veränderte Betriebskapital ist hauptsächlich durch den gestiegenen Wert der Vorratsbestände aufgrund der höheren Preise für Lebendvieh im Jahr 2022 sowie durch den Anstieg der Forderungen und Verbindlichkeiten verursacht. Das aktuelle Jahresergebnis ist erneut aufgrund diverser externer Faktoren stark beeinträchtigt. Die Situation in der Ukraine und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung haben einen großen Einfluss auf die derzeitige Kostenentwicklung innerhalb der Vion Beef-Gruppe. Die Inflation ist im Vergleich zu den Vorjahren sprunghaft angestiegen und die Energiekosten sind erheblich erhöht.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit hat sich von - 16,7 Mio. EUR in 2021 auf -29,4 Mio. EUR im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelt. Der hohe negative Cashflow aus Investitionstätigkeit in 2022 resultiert hauptsächlich aus diversen Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen zur weiteren Optimierung der Produktionsstandorte. Dies wurde teilweise durch den Verkauf von Sachanlagen kompensiert.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit liegt bei + 30,8 Mio. EUR im aktuellen Geschäftsjahr (Vorjahr + 21,2 Mio. EUR). Als Grund für diese Veränderung ist unter anderem die angepasste Konzernfinanzierung im Rahmen des Cash Poolings im Vergleich zur Vorjahresentwicklung zu sehen. In erster Linie ist diese Veränderung auf die Notwendigkeit zurückzuführen, den Anstieg des Betriebskapitals und der Investitionen zu finanzieren.

Der Finanzmittelfonds am Ende des Jahres beträgt 0,3 Mio. EUR und ist nahezu unverändert zum Vorjahr.

Ertragslage

Innerhalb des Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2022 die Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:

2022 2021 Veränderung
Umsatz TEUR 1.900.555 1.575.375 +325.180
Materialaufwand TEUR 1.606.893 1.320.361 +286.532
Materialaufwandsquote (Materialaufwand/Umsatz) % 84,5 83,8 +0,7
Personalaufwand TEUR 146.509 137.016 +9.493
Abschreibungen auf Anlagevermögen TEUR 20.497 20.177 +320
Sonstige betriebliche Aufwendungen TEUR 154.972 139.526 +15.446
Betriebsergebnis (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) TEUR +6.341 -9.786 +16.127
Umsatzrentabilität (Betriebsergebnis/Umsatz) % +0,3 -0,6 +0,9
Jahresergebnis TEUR -4.105 -21.880 +17.775

Die Vion Beef-Gruppe ist in den Bereichen Schlachtung, Zerlegung, Weiterverarbeitung und dem Handel von Rind- und Schweinefleisch tätig. Die Gesellschaften der Gruppe sind im Wesentlichen in die Geschäftsbereiche Beef, Pork, Food Service und Retail aufgeteilt.

Die dominantesten Faktoren, die sich auf den Teilkonzern im Wirtschaftsjahr 2022 auswirkten, waren die hohe Inflation und die gestiegenen Energiepreise sowie die Unterbrechung der Lieferkette infolge des Krieges in der Ukraine. Steigende Futtermittel- und Energiekosten führten zu höheren Viehpreisen, während ein geringeres Angebot an Vieh zu einem stärkeren Wettbewerb auf dem Markt führte. Diese Entwicklungen haben die Ergebnisse der einzelnen Gruppengesellschaften im Jahr 2022 teilweise stark unter Druck gesetzt. Die hohe Inflationsrate führte zudem zu einer deutlichen Veränderung des Verbraucherverhaltens. Die Nachfrage nach Premium-Produkten ging zurück, während Hackfleisch und andere günstigere Produkte zum Verkaufsschlager wurden. Insgesamt sank der Rind- und Kalbfleischverbrauch in Deutschland um über 7,2 %.

Die kritische Wirtschaftslage in Verbindung mit der hohen Inflationsrate und dem rückläufigen Fleischkonsum führten trotz rückläufigem Schlachtviehangebot zu Überkapazitäten auf den Märkten und insgesamt zu einem Rückgang der Rinderschlachtungen im letzten Quartal 2022.

Die Rinderschlachtungen der Betriebe der Vion Beef-Gruppe verliefen im Geschäftsjahr analog dem allgemeinen Trend der Rinderschlachtungen im Bundesgebiet. Innerhalb der Gruppe wurden im Geschäftsjahr 2022 an den Standorten in Buchloe, Bad Bramstedt, Crailsheim, Furth im Wald, Waldkraiburg, Altenburg und Bamberg insgesamt 595.345 (im Vorjahr: 636.790) Rinder und somit 41.445 weniger als im Vorjahr geschlachtet. Das entspricht einem Marktanteil von 19,9 % und liegt leicht über dem Vorjahresniveau. 2022 wurden in Deutschland insgesamt 3,0 Mio. Rinder gewerblich geschlachtet.

Die Zahl der Schweineschlachtungen innerhalb der Gruppe ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 3,0 % auf insgesamt 956.517 Schweine zurückgegangen. Hier ist vor allem die weiterhin rückläufige Nachfrage nach Schweinefleisch verantwortlich. In ganz Deutschland lag das Schlachtaufkommen bei 47,0 Mio. Schweinen (- 9,2 % im Vergleich zum Vorjahr).

Die Umsatzerlöse des Konzerns liegen im Jahr 2022 mit 1.900,6 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau (Vorjahr 1.575,4 Mio. EUR). Sie resultieren überwiegend aus den operativen Geschäftstätigkeiten der einzelnen Konzerngesellschaften und sind um 325,2 Mio. EUR höher als im Vorjahreszeitraum. Für die in 2022 erhöhten Umsatzerlöse, trotz rückläufiger Schlachtzahlen, sind die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesteigerten Verkaufspreise verantwortlich. Die Betriebe haben es weitgehend geschafft, die immensen Kostensteigerungen innerhalb der Rohstoffe und anderer Positionen in erhöhte Verkaufspreise umzusetzen um somit einen Teil des Anstiegs erfolgreich an den Markt weiterzugeben.

In fast allen Bereichen konnte das Umsatzniveau des Vorjahres überschritten werden. So liegen die Umsatzerlöse im Bereich Food Service und Retail um 100,2 Mio. EUR und im Bereich Sonstiges um 1,5 Mio. EUR über den entsprechenden Vorjahreswerten. Unter den sonstigen Umsatzerlösen sind die erzielten Erlöse aufgrund von weiterberechneten Managementdienstleistungen von insgesamt 11,6 Mio. EUR (Vorjahr 10,1 Mio. EUR) ausgewiesen. Für die Veränderung im Hauptbereich Beef innerhalb der gesamten Vion Beef-Gruppe (Anstieg von 325,2 Mio. EUR in Summe, davon aus Bereich Beef: 173,7 Mio. EUR) sind trotz eines geringeren Rindfleischabsatzes vor allem die im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegenen Verkaufspreise ausschlaggebend. Die Rindfleischpreise stiegen sowohl im Einzelhandel als auch im Bereich Food Service deutlich an. Trotz nachfragebedingter verringerter Verkaufsmengen, erzielte der gesamte Rindfleischbereich somit einen deutlich höheren Umsatz als noch im Vorjahr (+ 15,7 %).

Im Bereich Pork war zwar ebenfalls ein Rückgang der Gesamtschlachtzahlen und somit der Verkaufsmengen zu verzeichnen, jedoch konnte aufgrund der hohen Inflation in der gesamten Versorgungskette und des damit verbundenen Preisanstiegs bei der Vermarktung von Schweinefleisch eine gewisse Umsatzsteigerung in diesem Bereich erzielt werden (+ 49,8 Mio. EUR). Dabei drückten die hohe Inflation und die anhaltende Afrikanische Schweinepest auf die Margen bei Schweinefleisch und wirkten sich negativ auf die Ergebnisse in diesem Bereich aus.

Die gesamte Vion Beef-Gruppe erreichte in den inländischen Produktionsbetrieben ein Gesamtabsatzvolumen (einschließlich Nebenprodukte, ohne Häute) von 480.538 t und lag damit 5,2 % unter dem Vorjahresabsatz von 507.091 t. Das geringere Gesamtabsatzvolumen ist vor allem auf die inflationsbedingte verringerte Nachfrage nach Fleischprodukten zurückzuführen.

Wie schon im Jahr 2021 konnten einzelne Gruppen-Unternehmen auch in 2022 ihre führende Position auf den jeweiligen Heimatmärkten weiter ausbauen. Regionalität und Qualität sind wichtige Treiber für den Rindfleischsektor, insbesondere in Deutschland. Die Vion Beef-Gruppe bestätigte ihre Rolle als Trendsetter mit der Einführung innovativer Vertriebsansätze, wie z.B. "Bayerischer Ochse". Dahinter steht ein Premiumfleischprogramm, mit dem die Landwirte der VVG Viehvermarktungsgenossenschaft Oberbayern-Schwaben seit Oktober 2022 über den Vion-Betrieb Waldkraiburg Metzgerei-Theken der REWE-Märkte in ganz Bayern beliefern. Das Programm beinhaltet Premiumfleisch aus der Region, mehr Tierwohl und nachhaltige Wertschöpfung in einer verlässlichen Lieferkette.

Mit einem dediziert regionalen Markenprogramm "Wat'n Rind" belebt die Vion-Beef Gruppe die Renaissance der Färse im norddeutschen Lebensmitteleinzelhandel sowie für die gehobenen Gastronomie zwischen Nord- und Ostseeküste.

Der Absatz der Premiumprodukte innerhalb der Vion Beef-Gruppe wie Bio- oder regionales Rindfleisch bleibt auch im Jahr 2022 weiter im Fokus. Darüber hinaus arbeiten die Unternehmen mit einem kundenindividuellen Warenfluss im Rahmen des Qualitätsprogramms Geprüfte Qualität Bayern, das für die gesamte Rindfleischgruppe konzipiert ist.

Auch im Segment Kalbfleisch, das durch eine begrenzte Verfügbarkeit und hohe Preise gekennzeichnet ist, konnte ein Mengenwachstum erzielt werden. Als Reaktion auf die steigende Nachfrage nach Rose-Kalbfleisch, wurde die Kalbfleischschlachtung ausgebaut, um deutsche und internationale Einzel- und Großhandelskunden mit diesem besonderen Fleisch zu versorgen.

Im Bereich Pork orientieren sich die Vion-Betrieb ebenfalls, wie beispielsweise in Crailsheim, direkt an den jeweiligen Kundenanforderungen. Deshalb haben Bayerns größte Erzeugergemeinschaft gemeinsam mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und Vion ein Strohschweine-Programm aufgelegt. Ausnahmslos werden die Tiere in der Region gehalten, aufgezogen, geschlachtet und vermarktet. Ihre mit Stroh eingestreuten Liegeflächen bieten Liegekomfort, schaffen artgemäße Wühl- und Beschäftigungsmöglichkeiten und ein besonders gesundes Stallklima. Zugleich haben die Tiere bis zu 40 Prozent mehr Platz als ihre Artgenossen in konventionellen Ställen und bekommen keine genveränderten Futtermittel.

Entsprechend der Vion-Strategie "Building Balanced Chains" gilt es bei all diesen besonderen Vion-Programmen, zwischen Angebot auf der grünen Seite und Nachfrage im Handel immer eine ausgewogene Balance zu halten.

Im Bereich Food Service und Retail lag im Jahr 2022 der Absatz mit 69.027 t um 14,8 % über dem Niveau des Vorjahres mit 60.103 t. Inflationsbedingte Preisanpassungen führten in diesem Bereich zu einem deutlich höheren Umsatzanstieg (+ 36,4 %), im Vergleich zum Volumenanstieg. Der Mengenzuwachs ist vor allem auf den Außer-Haus-Sektor zurückzuführen, der 2021 von den COVID-19-Beschränkungen stark betroffen war. Im Jahr 2022, nach zwei Jahren der Beschränkungen, konnte in diesem Bereich eine deutlich höhere Verbrauchernachfrage verzeichnet werden. Dies trug dazu bei, dass die Verkaufsmengen sogar über das Niveau von vor der COVID-Pandemie gestiegen sind.

Die Auslandsumsätze der Gruppe betrugen im Jahr 2022 insgesamt 543,8 Mio. EUR (Vorjahr 439,3 Mio. EUR) und entsprechen somit 28,6 % (Vorjahr 27,9 %) des Gesamtumsatzes. Diese Entwicklung spiegelt den allgemeinen Trend im Rind- und Kalbfleischexport wider. Die wichtigsten Märkte sind weiterhin Europa sowie Asien.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen 24,7 Mio. EUR und liegen um 2,3 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Hier sind unter anderem Erträge aus der Weiterbelastung von angefallenen Kosten, Versicherungsleistungen sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten. In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden zudem Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 0,7 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR) ausgewiesen. Im aktuellen Geschäftsjahr ist ein Ertrag aufgrund der Auflösung des passivischen Unterschiedsbetrags in Höhe von 4,3 Mio. EUR (Vorjahr 4,3 Mio. EUR) in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Der gesamte Materialaufwand der Vion Beef-Gruppe hat sich im Geschäftsjahr korrespondierend zu den Umsatzerlösen entwickelt. Ursächlich für den starken Anstieg von 22,4 % sind trotz der rückläufigen Schlachtzahlen vor allem die deutlich höheren Einkaufspreise im Rinderbereich als noch im Vorjahr. Durch die Verknappung des Schlachtrinderangebotes am deutschen Markt und des lediglich leicht gesunkenen Verbrauchs verlief die Preisentwicklung deutlich oberhalb der Vorjahreseinkaufspreise. Der Anstieg der Rinderpreise war zudem durch steigende Futterkosten, eine weltweite Verknappung des Rindfleischangebots, Inflation und Transportprobleme beeinflusst. Der Ukraine-Konflikt und die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung hatten erhebliche Auswirkungen auf die derzeitige Kostensituation. Die Inflation ist im Vergleich zu den Vorjahren sprunghaft angestiegen und die Energiekosten unterliegen einer deutlichen Erhöhung. So haben sich neben den Rohstoffen auch die Hilfs- und Betriebsstoffe enorm verteuert. Somit steigerten sich die gesamten Materialaufwendungen um 286,5 Mio. EUR auf 1.606,9 Mio. EUR. Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand im Verhältnis zu Umsatzerlösen) liegt mit 84,5 % auf Vorjahresniveau.

Die Personalkosten sind gegenüber dem Vorjahr um 9,5 Mio. EUR auf 146,5 Mio. EUR angestiegen. Hintergrund ist hier neben einem gesteigerten Lohnniveau der Anstieg der Mitarbeiterzahlen. Vor allem an den Standorten in Großostheim und Holzwickede sind mehr Mitarbeiter beschäftigt als im Vergleich zum Vorjahr.

Aufgrund geplanter Umstrukturierungen sind im aktuellen Geschäftsjahr im Personalaufwand personalbezogene Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 0,9 Mio. EUR enthalten (Vorjahr 0,6 Mio. EUR).

Die gesamten Abschreibungen haben sich gegenüber dem Vorjahr lediglich um 0,3 Mio. EUR auf 20,5 Mio. EUR erhöht. Hintergrund ist hier vor allem die in 2022 gesteigerte Investitionstätigkeit an diversen Standorten. Im Jahr 2022 wurden fast keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen. Im Vorjahr waren noch 0,6 Mio. EUR an außerplanmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Kundenbeziehungen aufgrund der Schließung eines Fleischmarktes zu verzeichnen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 15,4 Mio. EUR auf 155,0 Mio. EUR. Vor allem höhere Verwaltungsaufwendungen sowie gesteigerte Frachtkosten und Kühlgebühren haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Darüber hinaus sind Steigerungen bei den Miet- und Leasingaufwendungen sowie bei den Kosten für Reparatur, Wartung und Instandhaltung zu verzeichnen. Das Vorjahr war noch Pandemie bedingt von niedrigeren Verwaltungs- und Vertriebsaufwendungen sowie reduzierten Frachtkosten geprägt. Eine positive Entwicklung hingegen in 2022 war, dass die Auswirkungen von COVID-19 und die damit verbundenen Kosten im Laufe des Jahres zurückgingen. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 0,6 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR) ausgewiesen.

Das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) steigerte sich im Geschäftsjahr 2022 auf + 6,3 Mio. EUR und ist somit um 16,1 Mio. EUR höher als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Das Finanzergebnis veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr um + 2,0 Mio. EUR auf insgesamt - 9,4 Mio. EUR. Die Zinsbelastung aus der Intercompany-Finanzierung ist im Vorjahresvergleich um 0,9 Mio. EUR angestiegen. Sie beträgt im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 8,2 Mio. EUR. Der Zinsanteil aus der Zuführung zu den Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen liegt mit 1,3 Mio. EUR deutlich unter der Vorjahreszinsbelastung (Vorjahr 4,1 Mio. EUR).

Nach Berücksichtigung eines Steueraufwands von 0,6 Mio. EUR und eines sonstigen Steueraufwands von 0,5 Mio. EUR ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von - 4,1 Mio. EUR (Vorjahr: Jahresfehlbetrag von - 21,9 Mio. EUR).

Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Vion Beef-Gruppe

Die Ergebnisse diverser Gruppengesellschaften standen im Jahr 2022 weiterhin stark unter Druck. Ursache hierfür waren erneut gestiegene Rohstoffpreise, die nicht vollständig durch höhere Verkaufspreise kompensiert werden konnten, Unterbrechungen in den globalen Lieferketten und höhere Personalkosten.

Durch die weltweit vorhandenen Marktstörungen in der Fleischindustrie im Jahr 2022 waren die Ergebnisse einiger Unternehmen der Vion Beef-Gruppe stark beeinträchtigt.

Die äußeren Bedingungen wirkten sich nicht nur auf die Einnahmen aus, sondern führten auch zu höheren Betriebskosten. Die Vion Beef-Gruppe hat zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, während die steigende Inflation zu höheren Fixkosten und Energiepreisen führte. Die einzelnen Unternehmen reagierten weitgehend erfolgreich auf die angestiegenen Kosten, indem sie die Verkaufspreise anpassen konnten und die Valorisierung des gesamten Tieres steuerten.

Die im Vorjahr angenommenen positiven Erwartungen hinsichtlich Umsatzentwicklung konnten aufgrund der beschriebenen Preisentwicklung im abgelaufenen Jahr sogar übertroffen werden. Es war ein Umsatzplus von über 21 %-Punkten zu verzeichnen. Darüber hinaus war die optimistische Vorjahresprognose bezüglich des Betriebs- und Jahresergebnisses eingetroffen. Aufgrund der oben dargestellten Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte sowohl das Betriebsergebnis als auch das Jahresergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden und hat sich innerhalb der ursprünglich angenommen Bandbreite entwickelt.

C. Nachtragsbericht

Hinsichtlich der Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, sei auf die Nachtragsberichterstattung innerhalb des Konzernanhangs verwiesen.

D. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

Prognosebericht 2023

Laut Pressemitteilung des Sachverständigenrates vom 22.03.2023 habe sich der kurzfristige Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland gegenüber dem Herbst 2022 leicht verbessert, die Lage bleibe aber weiterhin angespannt. Die hohe Inflation stelle in diesem Jahr weiterhin eine große Belastung für die Konjunktur dar. Der Sachverständigenrat Wirtschaft erwarte im aktuellen Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2 % und für das Jahr 2024 ein Wachstum von 1,3 %.

Nach Einschätzung des Sachverständigenrates habe die Inflation ihren Hochpunkt vom Herbst 2022 überschritten. Sie wäre aber immer noch deutlich erhöht und dürfte nur langsam zurückgehen. Im Jahresdurchschnitt würde der Sachverständigenrat im Jahr 2023 mit einer Inflationsrate von 6,6 % rechnen. Erst im Jahr 2024 könnte die Teuerungsrate merklich auf 3,0 % zurückgehen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angesichts der hohen Inflation begonnen, ihre Anleihebestände zu reduzieren, und die Leitzinsen deutlich angehoben. Dies verschlechtert die Finanzierungsbedingungen für Haushalte und Unternehmen, was sowohl die Konsumnachfrage als auch die Investitionen dämpft.

Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland stabil. Die Erwerbstätigkeit dürfte laut aktueller Mitteilung bis Ende 2024 leicht zunehmen. Für die Effektivlöhne erwartet der Sachverständigenrat aufgrund der zuletzt höheren Tarifabschlüsse und zusätzlicher Inflationsausgleichsprämien in den Jahren 2023 und 2024 einen deutlichen Anstieg von 5,9 beziehungsweise 4,5 %.

Für die öffentlichen Finanzen habe sich der Ausblick spürbar verbessert. Insbesondere die erwarteten Ausgaben für die Energiepreisbremsen würden deutlich niedriger ausfallen als im Herbst 2022 noch angenommen. Der Sachverständigenrat erwarte einen Finanzierungssaldo in Relation zum BIP von -1,6 % im Jahr 2023 und -0,4 % im Jahr 2024. Die Schuldenstandsquote dürfte von 67,4 % im vergangenen Jahr auf 63,5 % im kommenden Jahr sinken.

Begünstigt durch den milden Winter 2022/23 und die weiterhin geringe Gasnachfrage aus Ostasien habe sich die Energieversorgung vorerst stabilisiert. Die Großhandelspreise für Energie haben sich deutlich verringert. Insgesamt hätten damit die kurzfristigen Abwärtsrisiken für die deutsche Wirtschaft abgenommen. Für den Winter 2023/24 bleibe jedoch die Gefahr erneuter Preissprünge oder gar einer Gasmangellage bestehen. Die seit Januar geltenden Energiepreisbremsen begrenzen die möglichen Kostensteigerungen für die Endkundinnen und -kunden. Die aktuell niedrigeren Energiepreise dürften allerdings den Anreiz zum Energiesparen schwächen. Es würden weiterhin erhebliche Risiken für die Energieversorgungslage im kommenden Winter bestehen.

Positiv auf die Entwicklung des BIP-Wachstums könnte sich die Abkehr Chinas von der strikten Null-Covid-Politik auswirken. Dies dürfte die Nachfrage aus China erhöhen und damit den deutschen Außenhandel positiv beeinflussen. Gleichzeitig bestehe allerdings das Risiko, dass zunehmende geopolitische Spannungen zwischen den USA und China den Welthandel belasten.

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten wäre zwar durch die Schließung der Silicon Valley Bank und die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS zuletzt gestiegen. Anders als in der globalen Finanzkrise würden die Schwierigkeiten einzelner Banken aber nicht auf weitgehend wertlosen Finanzprodukten basieren. Zudem wären derzeit der Interbankenmarkt und die Kreditversorgung der Realwirtschaft nicht gestört. Die Finanzmarktstabilität dürfte daher nach Einschätzung des Sachverständigenrates aktuell nicht gefährdet sein.

(Quelle: Frühjahrsgutachten Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung)

In der deutschen Rinderhaltung dürfte sich der Strukturwandel auch 2023 fortsetzen und es ist mit moderaten Rückgängen zu rechnen. Abgeschwächt wird diese langjährige Tendenz durch die derzeitigen hohen Erlösmöglichkeiten. So wird bei der Rindfleischerzeugung von einem Anstieg der Produktionsmenge ausgegangen und es wird ein Pro-Kopf-Verzehr von ca. 9,0 kg (+2,2 %) prognostiziert. Mit der Produktionsausweitung werden weniger Einfuhren an Rindfleisch nötig sein und der Selbstversorgungsgrad wird voraussichtlich steigen. Auch für die Ausfuhr wird ein Rückgang erwartet. Die sehr begrenzte Anzahl an Schlachtrindern führte in 2022 zu hohen Preissteigerungen. Der Anstieg der Rinderschlachtungen im 1. Quartal 2023 (+1,3 % gegenüber 2022) und der Einbruch beim Rindfleischverbrauch (Nachfrage der privaten Haushalte nach Rindfleisch 1. Quartal 2023: -14,6 % gegenüber 2022) haben bisher in 2023 zu einem Preisrückgang bei Jungbullen (-2,3 % gegenüber 2022) und bei Kühen (-1,4 %) geführt. In 2023 dürften die Preise insgesamt unter dem Niveau von 2022 liegen.

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

Mit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest, der Corona-Pandemie und dem Angriff Russlands auf die Ukraine stand und steht der Schweinemarkt vor einer Vielzahl an Herausforderungen. Dies hat zu einem deutlichen Einbruch der Bestände geführt, der sich 2023 noch stärker bemerkbar machen dürfte. Das Angebot ist bisher in 2023 stark gesunken. Im 1. Quartal fielen die Schweineschlachtungen um -8,0 % gegenüber 2022. Der deutlich stärkere Rückgang der Erzeugung im Vergleich zum Verbrauch (Nachfrage der privaten Haushalte nach Schweinefleisch im 1. Quartal 2023: -4,6 % gegenüber 2022) hat einen deutlichen Preisschub verursacht. Im 1. Quartal sind die Preise um 0,75 EUR/kg (+52,8 %) angestiegen. Der negative Trend bei der Erzeugung und dem Verbrauch wird voraussichtlich anhalten. Es ist davon auszugehen, dass das Preisniveau in 2023 insgesamt deutlich über dem Niveau von 2022 liegen wird.

(Quelle: Agrarmarkt Informationsgesellschaft, AMI)

Der Außer-Haus-Markt wird sich auch 2023 weiter von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen. Jedoch nur langsam, da der Ukraine-Krieg, die Lieferketten-Probleme, der massive Personalmangel und die Inflation für eine neue Unsicherheit in der Branche sorgen.

Der Gastro-Markt wird sich 2023 hinsichtlich Konsumentenausgaben ebenfalls weiter in Richtung Vor-Corona-Niveau bewegen. So kehrte bereits 2022 nach Aufhebung der Homeoffice-Empfehlung und Maskenpflicht wieder etwas Normalität ein. Auch waren Reisen und Diskothekenbesuche dann wieder möglich.

Der Umsatz für den gesamten Außer-Haus-Markt lag 2022 jedoch mit 76,8 Mrd. EUR noch -7,3 % unter dem Vor-Corona-Niveau aus 2019. Das ist auf erhöhte Ausgaben bei weniger Besuchen zurückzuführen. Das Segment Quick-Service-Restaurants/Handel konnte sogar Besucher hinzugewinnen, da es von Corona-Beschränkungen am wenigsten betroffen war. Seither greifen Verbraucher wieder auf Gastronomie-Angebote in allen Lebensbereichen - am Arbeitsplatz, auf Reisen oder in der Freizeit mit Freunden und Familie - zurück.

Für 2023 wird ein Anstieg des Umsatzes auf 81,9 Mrd. EUR prognostiziert - was immer noch ein Minus von -1,1 % im Vergleich zu 2019 entspräche.

(Quelle: CREST, npdgroup Deutschland)

Die Unternehmensgruppe trägt diesen Entwicklungen weiterhin mit einem am Markt platzierten und am Verbraucher orientierten Warenangebot Rechnung; die Aktivitäten sind auf die Anforderungen und Wünsche der Kunden ausgerichtet.

Mit Blick auf die Zukunft haben sich die Vion Beef Gruppengesellschaften dazu verpflichtet eine notwendige und unumgängliche Transformation zu beschleunigen, um ein nachhaltiger und widerstandsfähiger Lebensmittelkonzern zu werden. Dies bedeutet, dass Themen wie Innovation und Digitalisierung oder Nachhaltigkeitspraktiken verstärkt genutzt werden, um die Effizienz zu verbessern, die Umweltbelastung zu verringern und Werte für alle Vion Stakeholder zu schaffen.

Vion hat deshalb das unternehmensweite Programm "Change That Matters" Ende 2022 gestartet. Hierdurch soll die aktuelle Strategie zum Aufbau nachhaltiger Ketten ("Building Balanced Chains") beschleunigt und eine erfolgreiche Transformation der gesamten Gruppe bewerkstelligt werden. Den Landwirten soll eine Zukunft und den Verbrauchern eine Auswahl an nachhaltigen Lebensmittelketten angeboten werden. Das Programm konzentriert sich auf die Anpassung der gesamten Organisation, um schneller und effektiver ausgewogene Verbindungen mit Landwirten und Kunden aufzubauen. Erhebliche Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen sind ebenfalls Teil des neuen Programms. Change That Matters soll die Zukunft von Vion in den bevorstehenden Zeiten des Wandels nachhaltig stabilisieren.

Die einzelnen Vion Beef Konzerngesellschaften sind bestrebt die strategischen Ziele zu erreichen, die Prozesse zu straffen und die Effizienz zu verbessern. Vor diesem Hintergrund sind für das Jahr 2023 innerhalb der Gruppe Gesamtinvestitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 18,8 Mio. EUR geplant. Neben diversen Kleininvestitionen soll im Wesentlichen in technische Anlagen und Maschinen zur Effizienzsteigerung und weiteren Optimierung der vorhandenen Produktionsanlagen investiert werden. Ein Teil des Investitionsschwerpunkts bezieht sich auf die Verbesserung des Wohlbefindens der Tiere durch Investitionen in die Ställe und künstliche Intelligenz sowie auf die Reduzierung der vorhandenen CO 2 -Emissionen. Vor allem an den Standorten in Altenburg, Crailsheim, Großostheim, Holzwickede, und Waldkraiburg sind in 2023 diverse Investitionen unter anderem in neue energieeffizientere Kälteanlagen und in den Brandschutz vorgesehen. Zusätzlich sind Investitionsprojekte in der Zerlegung in Altenburg und ein Neubau des Rinderstalls in Crailsheim geplant.

Auch im Jahre 2022 hat die Vion Beef-Gruppe mehrere Ausgleichsmaßnahmen ergriffen. Dazu gehörten unter anderem Kostensenkungsmaßnahmen sowie die Beschleunigung der Umsetzung strategischer Initiativen. Es wird erwartet, dass sich diese Maßnahmen positiv auf die Ergebnisse im Jahr 2023 und darüber hinaus auswirken werden.

Zielsetzung für die Jahre 2023 und 2024 werden dabei eine erneute Ausweitung des Absatzes auch wieder im Export, die Schaffung neuer Vermarktungsansätze für neue Verzehrsituationen, die frühzeitige Umsetzung von Produkt- und Verpackungsinnovationen und die Erschließung neuer Kundenpotenziale sein.

Die Umsatzentwicklung hängt weitgehend von der Entwicklung der Einkaufspreise für Lebendvieh ab, womit die Umsatzgröße und damit auch der Eintritt einer Prognose stark von wechselnden Ein- und Verkaufspreisen beeinflusst ist.

Trotz der klaren strategischen Ausrichtung und der daraus resultierenden unterschiedlichen Maßnahmen und Schwerpunkte operiert die Gruppe in einem herausfordernden Marktumfeld, in dem Faktoren wie eine angespannte Wirtschaftslage, verstärkter Wettbewerb und der andauernde Ukraine-Konflikt, sowie die anhaltende hohe Inflation dazu führen, dass die Aussichten für das Jahr 2023 und die Folgejahre nur schwer vorhersehbar sind.

Obwohl 2022 in vielerlei Hinsicht wieder ein herausforderndes Jahr war, nicht nur für die Vion-Betriebe, sondern für die gesamte Fleischindustrie, ist es gelungen, die guten Marktpositionen und das Engagement für das Erreichen der strategischen Ziele zu behaupten. Die einzelnen Vion-Gesellschaften tun dies, weil sowohl die Kunden und Verbraucher als auch die Gesellschaft als Ganzes zunehmend Transparenz, Tierschutz, Rückverfolgbarkeit, Verringerung des CO 2 -Fußabdrucks, Schutz der biologischen Vielfalt und Regionalität fordern.

Während die langfristige Unternehmensstrategie klar ist, wird die Entwicklung der Märkte im Jahr 2023 durch eine Reihe spezifischer Auswirkungen beeinträchtigt. Durch die Entwicklung eines Transformation Office hat sich Vion zusätzlich auf die Bewältigung dieser Veränderungen konzentriert. Der durch die Marktentwicklung bedingte Rückgang der Herdengrößen sowie die Herausforderungen im Export bedeuten, dass die Produktionskapazitäten weiterhin an die Nachfrage anzupassen sind. Die Inflation hat sich zwar etwas abgeschwächt, wird aber 2023 auf einem vergleichsweise historisch hohen Niveau bleiben. Die höheren Kosten sind an die Kunden weiterzugeben, indem die Preise entsprechend angehoben werden. Dabei profitieren alle Vion-Betriebe von den vorhandenen BBC-Lösungen, die einen transparenten Anpassungsprozess in der gesamten Lieferkette ermöglichen.

Angesichts der sich ändernden Ernährungsgewohnheiten kann davon ausgegangen werden, dass das starke Wachstum bei pflanzlichen Lebensmitteln fortgesetzt wird. Das Ziel wird sein, die jeweiligen Marktpositionen zu stärken, indem pflanzliche Proteine als Fleischersatz in Form von schmackhaften Produkten in ganz Europa angeboten werden. Insbesondere das Food Service-Geschäft wird auch in den kommenden Jahren interessante und schmackhafte Snacks auf pflanzlicher Basis entwickeln.

Die Geschäftsführung geht für das Jahr 2023 davon aus, dass aufgrund der erwarteten Preisentwicklung bei voraussichtlich leicht gesteigerten Schlachtzahlen im Rinder- und Schweinebereich, die Umsatzerlöse aus 2022 erreicht werden können und sogar über dem Vorjahresniveau liegen werden (+12 % bis +17 %). Die Geschäftsführung geht jedoch zusätzlich davon aus, in 2023 das Konzernbetriebs- und Konzernjahresergebnis der gesamten Vion Beef-Gruppe aus dem Wirtschaftsjahr 2022, aufgrund der andauernden Inflation und angespannten Wirtschaftslage, nicht ganz erreichen zu können. Unter anderem aufgrund der anhaltenden ungewissen Wirtschaftsentwicklung und der konstant hohen Rohstoff- und Energiepreise wird bei einigen Gruppen-Gesellschaften weiterhin mit negativen Ergebnissen gerechnet. So wird sowohl ein negatives Konzernbetriebs-, als auch ein negatives Konzernjahresergebnis für die gesamte Gruppe in einem erneut schwierigen Geschäftsjahr 2023 angenommen (zwischen -7 Mio. EUR und -12 Mio. EUR). Für das Jahr 2024 geht die Geschäftsführung von ähnlichen Erwartungen aus, jedoch ist mit positiven Effekten aus dem Umstrukturierungsprogramm "Change That Matters" zu rechnen.

Insgesamt erschwert zusätzlich die derzeit anhaltende Ungewissheit vor allem aufgrund des sehr volatilen Marktes und hinsichtlich des anhaltenden Ukraine Konfliktes und der daraus immer noch nicht abzusehenden Folgen eine genaue Prognose der Geschäftsentwicklung für das Jahr 2023 und das Folgejahr. Die aktuell immer noch hohe Inflationsrate wird auch im Geschäftsjahr 2023 zu erneut hohen Kosten in den einzelnen Betrieben führen und somit die Ergebnissituation der gesamten Gruppe negativ beeinflussen.

Risikobericht

Alle Konzernunternehmen sind eingebunden in das Risikomanagement der Vion Food Group.

Das Risikomanagement ist ein wesentlicher Bestandteil der Strategie der Vion Food Group und der Vion Beef-Gruppe. Die Vion Food Group und die Vion Beef-Gruppe möchten die Chancen in den Märkten nutzen, in denen die jeweiligen Unternehmen aktiv sind. Gleichzeitig sollen aber unerwünschte negative Folgen im Falle des Eintritts von Risiken begrenzt werden.

Als Konzern der Lebensmittelbranche mit einem gegebenen krisenanfälligen Marktumfeld bewegt sich die Unternehmensgruppe operativ auf einem Markt mit einer Vielzahl an speziellen Risiken. Dies gilt gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Internationalisierung des Wettbewerbs sowie der sich schnell verändernden Strukturen in der deutschen Fleischwirtschaft. Daher zählt eine professionelle Bewertung und Bewältigung von Risiken für die Vion Food Group zur Grundlage für nachhaltiges Wirtschaften und somit zum gewählten Selbstverständnis.

Im Jahr 2022 hat die Vion Food Group die Ausrichtung des Risikomanagements mit Hilfe des COSO 2 -Rahmenwerks, einem üblichen Modell zum Enterprise Risk Management, fortgesetzt. Dieses die dezentrale Unternehmensphilosophie unterstützende Rahmenwerk stellt klare Kernprinzipien und Konzepte, eine einheitliche Terminologie sowie klare Anweisungen und Hilfestellungen bereit. Das Risikomanagement innerhalb der Vion Food Group wird auf allen organisatorischen Ebenen verwendet.

Ziel ist es, auf Basis einer umfassenden Kenntnis der Chancen und Risiken und deren Zusammenhänge Handlungsspielräume durch den bewussten Umgang mit Risiken optimal zu nutzen. Bestehende Chancen müssen erkannt und genutzt werden, um zur Steigerung des Unternehmenswertes beizutragen.

2 Rahmenwerk des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission

Strategische Risiken

Geschäftsrisiken

Die Vion Beef-Gruppe wird regelmäßig mit Entwicklungen und Ereignissen konfrontiert, die sich sowohl negativ als auch positiv auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage auswirken können. Unter Risiken werden das mögliche Eintreten von Entwicklungen und Ereignissen verstanden, die das Erreichen der kurz- und mittelfristigen sowie strategischen Ziele negativ beeinflussen können.

Die Geschäftstätigkeit der Vion-Betriebe wird durch eine Reihe externer Faktoren beeinflusst. Waren es in den Jahren zuvor vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die das Geschäft durch Lockdowns, Wegbrechen von Absatzwegen (Gastronomie), Unterbrechung von Lieferketten und Beeinträchtigungen des betrieblichen Ablaufs durch Coronafälle stark in Mitleidenschaft gezogen haben, so sind es jetzt vor allem die Auswirkungen des Ukrainekrieges, die die Vieh- und Fleischbranche insbesondere durch sehr stark steigende Energiepreise und eine merkliche Kaufzurückhaltung der Verbraucher infolge der Inflation und der deutlichen Preisanstiege bei Lebensmitteln stark belasten. Durch den Widerstand auf der abnehmenden Seite, Preiserhöhungen zu akzeptieren und durchzuhalten, wird es immer schwieriger, die steigende Kostensituation im Einkauf und im betrieblichen Ablauf vollumfänglich weiterzugeben. Diese Lage dürfte die Entwicklung der aktuell bereits niedrigen Gewinnmargen nachhaltig negativ beeinträchtigen.

(Quelle: Jahresgutachten 2022/2023, Sachverständigenrat Wirtschaft)

(Quelle: ISN)

Die Vion Food Group und die Vion Beef-Gruppe erörtern die Situationsentwicklung und Rahmenbedingungen fortlaufend um entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können.

Von Seiten der rohstoffproduzierenden Landwirtschaft wird ein unveränderter Preisdruck bleiben, weil sich auch für die Landwirtschaft die Preise für Energie, Dünger und Futtermittel stark erhöht haben. Die vieherzeugenden Landwirte befinden sich darüber hinaus in einem Umbruchprozess in der Art und Weise der Erzeugung. Der Staat und die abnehmende Hand fordern immer mehr die Umstellung der Produktionsweise nach Tierwohlkriterien und bei Schweinen wird die eindeutige deutsche Herkunft (5xD) gefordert. Viele Betriebe werden sich hier finanziell überfordert sehen und in Verbindung mit den hohen Energie- und Rohstoffkosten die Erzeugung einstellen. Die Viehzählungsergebnisse zeigen hier eindeutig diesen Trend auf. Für die Betriebe der Vieh- und Fleischwirtschaft wird somit die Rohstoffbasis eingeschränkt mit der Folge der mangelnden Auslastung der bestehenden Kapazitäten. Die Betriebe werden gezwungen sein, ihre betriebliche Struktur zu überdenken und anzupassen.

(Quelle: SUS, Partner von top agrar ONLINE)

Stetig sinkende Viehbestände, die Verringerung der Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe als Lieferanten und folglich ein sinkendes Rohstoffangebot führen bei einer unveränderten Wettbewerberstruktur zu einem erhöhten Wettbewerbsdruck im Vieheinkauf. Zur Sicherung der Rohstoffbasis in einem enger werdenden Marktumfeld kommt es deshalb darauf an, Lieferanten stärker an das Unternehmen zu binden. Kernstück für diese Ausrichtung ist der strategische Plan von Vion "Building Balanced Chains", der Aufbau von Lieferketten vom Erzeuger bis zum Kunden. Durch diese Maßnahme soll die Rohstoffversorgung durch die Lieferanten und der Absatz zum Kunden hin in Menge, Sortiment und Qualität nachhaltig ermöglicht werden. Die Vion Beef-Gruppe beobachtet sehr genau, wie sich die Märkte auf der Einkaufs- und Verkaufsseite entwickeln und welche Anforderungen an Vion sich im Lieferanten- und Kundenbereich abzeichnen.

Durch diese Erkenntnisse reagieren Vion-Unternehmen frühzeitig auf sich ändernde Entwicklungen und minimieren die sich daraus ergebenden Risiken.

Lieferanten- und Kundenrisiken

Auf enger werdenden Vieh- und Fleischmärkten kommt es darauf an, Rohstoffpotentiale und Absatzkanäle zu stabilisieren. Dies erfordert die ständige Beobachtung und zukünftige Einschätzung des Marktes. Maßnahmen zur Lieferanten- und Kundenbindung sind unerlässliche Instrumente, um Beschaffung und Absatz für die vom Markt geforderten Mengen und Qualitäten zu ermöglichen. Die Kenntnis der Leistungsmöglichkeiten der Lieferanten und Kunden stellt dafür eine wichtige Grundlage dar.

Durch bundesweite Präsenz der Vion Beef-Gruppe mit Schlacht-, Zerlege- und Produktionsbetrieben ist die Lieferanten- und Kundenstruktur von Vion vielfältig. Veränderungen in den Geschäftsbeziehungen im Einzelfall können so ohne Probleme ausgeglichen werden. Aufgrund der breitgefächerten Lieferanten- und Kundenstruktur gibt es keine Abhängigkeiten zu bestimmten Lieferanten und Kunden auf Konzernebene.

Operationelle Risiken

Produktionsrisiken

Besondere Ereignisse außerhalb der Kontrolle der Vion Beef-Gruppe wie Naturkatastrophen, Kriege, Epidemien - wie die Ausbreitung des Coronavirus - oder andere Ereignisse, wie zum Beispiel Brand, Explosion oder der Austritt von gesundheits- oder umweltschädlichen Substanzen, können die aktuelle Produktion stark beeinträchtigen.

Risiken im Zusammenhang mit Lebensmittelsicherheit und -qualität

Gesunde und sichere Lebensmittel gehören bei der Vion Beef-Gruppe zu den höchsten Prioritäten. Die Vion Beef-Gruppe legt hohe Standards an die Lebensmittelqualität und an die Lebensmittelsicherheit an. Ein Qualitätsproblem oder auch die veränderte Wahrnehmung der Qualität seitens der Verbraucher oder der Regierungen könnte weitreichende Konsequenzen für den Ruf und die Marktstellung der Vion Beef-Gruppe haben. Kunden und Regierungen stellen zunehmend höhere Qualitätsanforderungen an Lebensmittelproduzenten.

Die Lebensmittelsicherheit und -qualität sind Teil der Verfahrensregeln für alle Produktionsstandorte. Dementsprechend sind alle Produktionsstandorte von der Vion Beef-Gruppe gemäß ISO 9001 zertifiziert. Neben der Anwendung eigener Qualitätsstandards in den Betrieben, folgen alle Standorte von der Vion Beef-Gruppe einem der von der Global Food Safety Initiative (GFSI) anerkannten Qualitätsrahmen, wie zum Beispiel IFS und BRC.

Rückverfolgbarkeit der Erzeugnisse und Produktsicherheit

Die Vion Beef-Gruppe hat erkannt, dass Produkt- und Prozesssicherheit unverzichtbar sind, um als vertrauenswürdiger Lieferant wahrgenommen zu werden und um Gesundheitsprobleme zu verhindern. Die Rückverfolgbarkeit ist der Schlüssel, um die Nachhaltigkeit in einer Beschaffungskette zu steigern. Verbraucher und Kunden erwarten, dass die vermittelten Qualitätsmerkmale von Erzeugnissen auf dem Absatzmarkt eingehalten werden, und dass diese Eigenschaften zu jeder Zeit an jedem Vion-Standort stets Beachtung finden.

Um Produktsicherheit zu gewährleisten, hat die Vion Beef-Gruppe Prozesssicherheitssysteme innerhalb der Arbeitsabläufe etabliert. Produktintegrität und umfassende Transparenz werden als wichtige Herausforderungen in der aktuellen Zeit angesehen. Um Sicherheitssysteme zu professionalisieren, arbeitet die Vion Beef-Gruppe aktiv mit Standardisierungsgremien zusammen. Ziel ist es, einen weltweit wahrgenommenen und anerkannten Standard zu erhalten. Diese Bemühungen nimmt Vion auf sich, um die Sicherstellung einer vertrauenswürdigen Produktkette ("Chain of Custody") zu gewährleisten.

Risiken hinsichtlich Tierwohl und Tiergesundheit

Gesunde und sichere tierische Produkte können nur aus gesunden Viehbeständen entstehen. Zwischen dem Wohlergehen und der Gesundheit der Viehbestände besteht eine enge Verbindung. Ein großflächiger Ausbruch einer Tierkrankheit, wie beispielsweise die Afrikanische Schweinepest (ASP), könnte signifikante Folgen für die Aufrechterhaltung der Lieferströme an die Kunden der Unternehmen der Vion Food Group sowie die derzeit erkennbaren Impulse im Außenhandel insbesondere bezüglich der asiatischen Märkte haben. Ein Ausbreiten der ASP auf Mitteleuropa hätte verheerende Konsequenzen auf die gesamte Wertschöpfungskette.

Nach wie vor beeinträchtigt die ASP in Deutschland das Geschäft mit Schweinefleisch. Nicht nur, dass es regional zur Einrichtung von Sperrzonen kommen kann, die den Verkehr mit Schweinen einschränken oder lahmlegen, sondern es kann zu Keulungen ganzer Bestände kommen. Die Tätigkeit der Betriebe in der Vieh- und Fleischwirtschaft kann hierdurch vorübergehend stark eingeengt werden. Im Absatz führt die ASP weiterhin zu Exportsperren in gewisse Länder, wie z.B. China. Nach China wurden vor dem ASP-Ausbruch große Mengen an Schweinfleisch ausgeführt. Es fehlt weiterhin ein wichtiger Abnehmer. Warenströme müssen umgelenkt und neue Kunden in anderen Ländern gewonnen werden. Generell besteht im Vieh- und Fleischbereich bei allen anzeigepflichtigen Krankheiten, wenn sie auftreten, die Gefahr der starken Geschäftsbeeinträchtigung durch Sperrmaßnahmen oder Handelseinschränkungen.

(Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen)

Der Umgang mit den Viehbeständen in der Lebensmittelkette ist integraler Bestandteil der Qualitätsstandards. Dies impliziert, dass die Tiere in den landwirtschaftlichen Betrieben, während des Transports und in den Schlachtbetrieben tiergerecht behandelt werden. Zwischenhändler und Spediteure in der Lieferkette müssen sich diesen Standards ebenfalls verpflichten. In allen Schlachtbetrieben der Vion Beef-Gruppe arbeiten mehrere Tierschutzbeauftragte, die den Umgang mit Tieren überwachen, um die Einhaltung der Tierwohlstandards sicherzustellen.

IT-/Logistische Risiken

Eine effiziente Leitung und Lenkung der Konzerntätigkeiten erfordert ein umfassendes und komplexes Informationssystem. Die laufende Pflege, Aktualisierung und Optimierung unserer IT-Systeme obliegt qualifiziertem internen und externen Fachpersonal.

Personalrisiken

Personalrisiken ergeben sich im Wesentlichen aus dem Verlust von qualifizierten und erfahrenen Mitarbeitern und dem damit verbundenen Fachwissen. Ein wesentlicher Bestandteil der Personalpolitik ist daher, eine möglichst langfristige Bindung zu den Fach- und Führungskräften zu pflegen und gleichzeitig neue Mitarbeiter zu gewinnen und zu integrieren. Den Mitarbeitern werden umfangreiche Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote sowie leistungsbezogene Vergütungssysteme angeboten.

Die Übernahme von Werkvertragsmitarbeitern im Geschäftsjahr 2021 hat bei Vion den Mitarbeiterbestand und damit auch die Personalkosten merklich erhöht. Zu den höheren Personalkosten kommt aber auch ein größerer organisatorischer Aufwand für die Rekrutierung von Mitarbeitern, die Betreuung der Mitarbeiter und die Suche nach geeignetem Wohnraum. Insbesondere die Rekrutierung von ausländischen Mitarbeitern stellt eine große Herausforderung und einen hohen Aufwand dar. Es besteht immer die Notwendigkeit, rechtzeitig genügend Mitarbeiter zu gewinnen und sie zu motivieren, dass sie sich zuverlässig an Vion binden. Eine hohe Fluktuation in diesem Bereich wirkt sich nachteilig auf einen ordnungsgemäßen Betriebsablauf aus.

Umweltrisiken

Im Rahmen der Minimierung von Umweltrisiken nimmt die Vion Food Group sowohl bei der Strategie als auch bei ihrer Unternehmensführung eine auf Nachhaltigkeit zielende Abwägung zwischen wirtschaftlichen, sozialen und umweltschutzbezogenen Aspekten vor. Diesbezügliche Maßnahmen in den einzelnen Betrieben erstrecken sich u. a. auf die Bereiche der effizienteren Nutzung von elektrischer Energie und Wärme oder der Senkung des Wasserverbrauchs sowie auf eine Senkung des Schadstoffausstoßes im Transportwesen durch optimierte Logistikplanung.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Liquiditätsrisiko

Die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften sehen sich einem schwierigen Marktumfeld gegenüber, das geprägt ist von sinkenden Viehbeständen und historisch hohen Einkaufspreisen als auch steigenden Energie- und Betriebskosten. Daraus resultierten in den letzten Geschäftsjahren negative Konzernergebnisse und negative Cash Flows, die auch für den Prognosezeitraum erwartet werden, für welche keine ausreichenden liquiden Mittel im Prognosezeitraum vorhanden sind. Um diesem schwierigen Marktumfeld zu begegnen, sind auf Ebene der obersten Muttergesellschaft Vion Holding N.V., Best/Niederlande, verschiedene Programme und Maßnahmen eingeleitet worden, welche direkte Auswirkungen auf die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften haben werden, mit dem Ziel die Finanz- und Liquiditätslage mittelfristig zu verbessern. Zur Umsetzung dieser konzernweiten Programme und Maßnahmen sowie aufgrund der im Prognosezeitraum erwarteten negativen Konzernergebnisse und negativen Cash Flows ist die Vion Beef B.V. auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe

Die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Beef B.V. und des Konzerns hängt daher von der finanziellen Unterstützung durch die Mehrheitsgesellschafterin Vion N.V., Best/Niederlande, ab. Diese hat sich im Rahmen einer Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe bis zum 31. Dezember 2024 verpflichtet, die Vion Beef B.V. finanziell so auszustatten, dass sie ihre sämtlichen Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern stets erfüllen kann und sich mit einer unbefristeten Rangrücktrittserklärung verpflichtet, hinter sämtliche gegenwärtigen und künftigen Ansprüche Dritter im Rang zurückzutreten.

Die oberste Muttergesellschaft Vion Holding N.V., Best/Niederlande, hat die gesamtschuldnerische Haftung für die aus den Rechtshandlungen der Vion N.V. entstehenden Schulden übernommen.

Für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Mehrheitsgesellschafterin Vion N.V., welche sich zur Gewährung der Liquiditätshilfe verpflichtet hat, und deren direkten Mehrheitsgesellschafterin, der obersten Muttergesellschaft Vion Holding N.V. sind die folgenden Ereignisse oder Gegebenheiten, Maßnahmen und wesentlichen Annahmen relevant, damit die Vion N.V. ihre Verpflichtung zur Liquiditätshilfe gegenüber der Vion Beef B.V. erfüllen kann, von welcher wiederum die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Beef B.V. abhängig ist:

Die aktuelle Finanzlage und die finanzielle Leistungsfähigkeit, mit ersichtlichen fundamentalen und unerwarteten Veränderungen auf dem Markt sowie geringeren als geplanten Ergebnissen;

Die Implementierung des "Change that Matters"-Programms, das die Umsetzung der Strategie des Unternehmens beschleunigen und erhebliche Kosteneinsparungen erzielen soll;

Die Einhaltung der geänderten Bank-Covenants, in Abhängigkeit von der zukünftigen Profitabilität;

Die Durchführbarkeit von Refinanzierungsoptionen für den Fall, dass die Einhaltung von Covenants gefährdet sein wird;

Die Erwartung, dass Kooperationen mit externen Stakeholdern realisiert werden, sofern erforderlich.

Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion Beef B.V. und ihrer Tochtergesellschaften ist damit von der finanziellen Unterstützung in erforderlichem Umfang im Rahmen der Gewährung der Liquiditätshilfe seitens der Vion N.V. abhängig. Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Vion N.V. und deren direkten Mehrheitsgesellschafterin, Vion Holding N.V., ist wiederum von der Umsetzung der Maßnahmen und Annahmen auf Ebene der Muttergesellschaft Vion Holding N.V. abhängig.

Hinsichtlich weiterer Angaben zu den Ereignissen, Gegebenheiten, Maßnahmen und wesentlichen Annahmen auf Ebene der obersten Muttergesellschaft, Vion Holding N.V., wird auf nachfolgend in Anführungszeichen gesetzte dargestellte Erläuterung 2.1 des Konzernabschlusses 2022 der Vion Holding N.V. verwiesen (die verwendeten Begriffe "Unternehmen" bzw. "Vion" beziehen sich dabei auf die Vion Holding N.V. bzw. die Vion Holding N.V. und ihre Tochtergesellschaften):

"Derzeitige und erwartete Profitabilität

Um den aktuellen und langfristigen Marktbedingungen Rechnung zu tragen, führte das Management detaillierte Analysen zu Planergebnissen für den Zeitraum 2023 bis 2027 durch.

Diese Analysen haben gezeigt, dass unter unveränderten Umständen und ohne Intervention die Einhaltung der Bestimmungen zur Working Capital Facility (Betriebsmittelfazilität) und der Schuldscheinklauseln gefährdet wären. Auf der Grundlage dieser Analyse haben wir mit Unterstützung externer Spezialisten Maßnahmen ergriffen, die sowohl kurz- als auch langfristig die Rentabilität, den Cashflow und die Liquidität verbessern sollen. Die Darlehensgeber der Betriebsmittelfazilität und die wichtigsten Kreditversicherer von Vion unterstützen diese Maßnahmen, indem sie die geforderten Änderungen der Nebenbedingungen und Vereinbarungen genehmigen.

Im Oktober 2022 haben wir unser Transformationsprogramm "Change That Matters" gestartet, um unsere Strategie zum Aufbau nachhaltiger Ketten zu beschleunigen, die den Landwirten eine Zukunft und den Verbrauchern eine Auswahl an nachhaltigen Lebensmittellieferketten bieten. Das Programm, das von externen Unternehmen bewertet wird, konzentriert sich auf die Anpassung unserer Organisation, um gemeinsam mit Landwirten und Kunden schneller und effektiver ausgewogene Lieferketten aufzubauen. Wir stehen in einem konstruktiven Dialog mit allen relevanten Interessengruppen, einschließlich der Kreditgeber für die Betriebsmittelfazilität und der wichtigsten Kreditversicherer, über die Fortschritte des Programms "Change That Matters" sowie über die Entwicklung des Marktes.

Erhebliche Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen sind ebenfalls Teil dieses Programms. Das Programm soll bis 2025 jährliche Verbesserungen der operativen Performance um 150 bis 200 Mio. EUR ermöglichen, um ein zukunftssicheres operatives Management mit mehr Regionalität und Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Das Programm konzentriert sich dabei auf verschiedene Hebel zur Verbesserung unserer Leistung, wie z.B. betriebliche Effizienz, Beschaffung von Non-Food Produkten in großem Umfang, verbessertes Key Account Management, Cash Management, Footprint-Maßnahmen sowie die Veräußerung ungenutzter Vermögenswerte.

In den Jahren 2022 und 2023 hat Vion an mehreren Standorten bereits Anpassungen der Produktionskapazitäten vorgenommen und zusätzliche angekündigt, um vor allem vorhandenen Überkapazitäten und negativen Ergebnisentwicklungen entgegenzusteuern. Die Auswirkungen des aktuellen Jahres liegen leicht über dem Plan. Die Umsetzung des Programms erfolgt durch einen strengen Durchführungsmechanismus, der installiert wurde. Das Programm basiert auf einem bewährten Konzept und wurde bewertet und für sehr umfassend und robust befunden. Die Umsetzung erfolgt durch ein engagiertes Vion-Team, das durch externe Spezialisten und relevante Stakeholder unterstützt wird.

Vion ist zuversichtlich, dass das Unternehmen "Change That Matters" (CTM) erfolgreich umsetzen, seine Strategie verstärken und seine Finanzergebnisse deutlich verbessern kann.

In Übereinstimmung mit dem CTM-Programm kündigte Vion am 7. Juni 2023 eine strategische Umstrukturierung an, die die Einrichtung von zwei Ländereinheiten in Deutschland und den Benelux-Ländern vorsieht, die den Vieheinkauf, den Betrieb vor Ort (Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung, Verpackung) und den Fleischverkauf überwachen sollen. Dieser Schritt zielt darauf ab, engere Verbindungen zwischen Landwirten und Kunden auf den Heimatmärkten zu schaffen. Vion ist zuversichtlich, dass diese strategischen Veränderungen zu nachhaltigem Wachstum, einer Beschleunigung der Vion-Kettenstrategie, zur Förderung von Innovationen und zur Stärkung der führenden Position des Unternehmens in der europäischen Lebensmittelindustrie führen werden. Sowohl für 2023 als auch für 2024 wird erwartet, dass sich dieser Plan auf künftige Ergebnisse, Cashflows sowie die Liquidität von Vion auswirken wird.

Mit Blick auf die Jahre 2023 und 2024 könnten viele der oben genannten Marktrisikofaktoren fortbestehen, was weiterhin zu einer hohen Inanspruchnahme unserer Finanzierungsfazilitäten und einem Druck auf die Ergebnisse führen wird, falls nichts unternommen wird. Um unsere Umstrukturierung unter den derzeitigen Marktbedingungen mit historisch hohen Schweinepreisen durchzuführen, verpflichtete Vion die Kreditgeber der Betriebsmittelfinanzierung und die wichtigsten Kreditversicherer, die auch die wichtigsten Finanzierungslinien für die Vion Food Group bereitstellen. In einer im Juni 2023 unterzeichneten Vereinbarung mit den Kreditgebern der Betriebsmittelfazilität hat sich Vion auf ein komplettes Paket von Unterstützungsmaßnahmen geeinigt, so dass sich Vion auf die Durchführung seines Programms "Change That Matters" konzentrieren kann. Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass immer ein inhärentes Marktrisiko aufgrund der Volatilität dieses speziellen Marktes besteht. Für den Fall, dass ungünstige Entwicklungen eine zusätzliche Finanzierung erforderlich machen sollten, verfügt das Unternehmen über genügend Vorlaufzeit und Optionen. Zu diesem Paket gehören auch die folgenden Bankklauseln (Covenants):

Ein niedrigerer Interest Coverage Ratio Covenant (Zinsdeckungsquote): 4,5x für Q4 2023 und Q1 2024, bevor sie ab Q2 2024 wieder auf den ursprünglichen Wert von 5,00 zurückfällt. Für Q2 2023 und Q3 2023 wird kein Test durchgeführt.

Ein niedrigerer Net Working Capital Covenant (Nettoumlaufvermögen): 35 Mio. € bis einschließlich Q4 2024, 65 Mio. € für Q1 2025, bevor ab Q2 2025 wieder das ursprüngliche Niveau von 100 Mio. € erreicht wird.

Eine nicht zweckgebundene Fazilität wurde aufgestockt und ist Teil der gebundenen Finanzierung geworden, wodurch zusätzliche Liquidität generiert wurde. Wir stellen fest, dass durch die Anpassung der Betriebsmittelfazilität die Zinsklauseln weitgehend mit den ähnlichen Schuldscheinklauseln übereinstimmen.

Aufgrund aller getroffenen Maßnahmen ist Vion der Ansicht, dass das Unternehmen in der Lage ist, seine Geschäftstätigkeit fortzuführen, und hat daher seinen Jahresabschluss auf der Grundlage der Unternehmensfortführung erstellt, trotz der Unvorhersehbarkeit des Marktes. Für den Fall, dass sich externe Faktoren und Risiken derart negativ auswirken, dass die Kreditvereinbarungen gefährdet sind, verfügt das Unternehmen über genügend Zeit und Optionen, um diese Auswirkungen abzumildern. Auf der Grundlage einer starken Bilanzposition mit einer geschätzten Solvabilität/Zahlungsfähigkeit zum Jahresende 2023 von 28 % und nicht verpfändeten Vermögenswerten von über 500 Mio. € gibt es mehrere Refinanzierungsoptionen. Zu diesen Optionen gehören unter anderem der Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten, die Refinanzierung der bestehenden und/oder die Aufnahme neuer Finanzierungsfazilitäten auf der Grundlage der aktuellen besicherten und unbesicherten Vermögenswerte innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens.

Die geänderten Bankenklauseln basieren auf unserer Prognose für die Jahre 2023 und 2024. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass das Ergebnis, der Cashflow und die Liquidität von Vion die Einhaltung dieser Covenants ermöglichen werden, auch unter Berücksichtigung der weiter oben in diesem Abschnitt erwähnten Marktrisiken. Vion hat zu diesem Zweck Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um ungünstige Entwicklungen zu testen.

Das Ergebnis dieser Szenarien bietet die Gewissheit, dass das Unternehmen in der Lage sein wird, die Auswirkungen solcher Risikofaktoren unter Berücksichtigung der im vorigen Abschnitt beschriebenen Optionen zur Risikominderung aufzufangen. Die Ausführung dieser Optionen umfasst sowohl vollständig von Vion kontrollierte Maßnahmen als auch Optionen, die nur in Zusammenarbeit mit externen Stakeholdern realisiert werden können.

In Anbetracht dieser Situation und auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen geht das Management davon aus, dass bei Bedarf eine Zusammenarbeit mit externen Stakeholdern möglich sein wird. Dies ist eine wichtige Annahme, die die Einschätzung der Unternehmensfortführung stützt."

Auf der Grundlage der Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe sowie der Beurteilung der Unternehmensfortführung durch die Vion Holding N.V. ist die Vion Beef B.V. der Meinung, dass sie in der Lage ist, die Unternehmenstätigkeit fortzuführen, und hat daher ihren Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss auf der Grundlage der Unternehmensfortführung (Going-Concern) erstellt.

Aufgrund der Tatsache, dass die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften auf die finanzielle Unterstützung der Vion N.V. angewiesen sind, besteht ein bestandsgefährdendes Risiko für die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften.

Weitere finanzwirtschaftliche Risiken

Die Vion Food Group ist ein global operierendes Unternehmen mit internationalen Geschäftsverbindungen, die grundsätzlich eine Vielzahl unterschiedlicher Währungsströme mit sich bringen. Währungsrisiken, die mit der Veränderung von Wechselkursen einhergehen, begegnet die Vion Food Group mit derivativen Finanzinstrumenten. Das Währungsmanagement übernimmt im Wesentlichen zentral der Bereich Konzern-Treasury in den Niederlanden. Da die Gesellschaften der Vion Beef-Gruppe im Wesentlichen in das europäische Ausland exportieren, spielen Fremdwährungsrisiken bei der Gruppe eine untergeordnete Bedeutung.

Gesetze und Regelungen

Die Compliance-Risiken, mit denen die Vion Beef-Gruppe konfrontiert werden kann, wurden identifiziert. Die Gesellschaft erfüllt aus heutiger Sicht alle relevanten gesetzlichen Bestimmungen und Regelungen. Eine fortlaufende Bestandsaufnahme und anschließende Umsetzung ggf. notwendiger Anpassungen an geänderte Rahmenbedingungen erfolgt auch im laufenden Jahr 2023 wieder auf der Ebene der operationalen Unternehmen.

Steuerliche Risiken

Die Gesellschaften sind steuerlichen Risiken ausgesetzt. Sie bilden hierfür Rückstellungen soweit eine Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die Höhe hinreichend sicher bestimmt werden kann. Die unterschiedliche Rechtsauslegung durch die Finanzverwaltung ist jedoch mit Unsicherheit behaftet und diesbezüglich können sich für die Gesellschaften, insbesondere im Bereich Umsatzsteuer, zukünftig weitere Risiken ergeben.

Sonstige Einflüsse

Darüber hinaus existieren, neben den in den Risikokategorien beschriebenen Risiken, Einflüsse, die nicht vorhersehbar und deren Folgen nur schwer kontrollierbar sind. Im Fall ihres Eintritts könnten sie die weitere Entwicklung der Gesellschaft beeinträchtigen. Zu diesen Ereignissen werden insbesondere Naturkatastrophen, Terroranschläge, Epidemien - wie die Ausbreitung des Coronavirus - und gewaltsame Auseinandersetzungen - wie der Ukraine-Konflikt - gezählt. Aus diesen negativen Ereignissen können sich Risiken sowohl für das weltweite Wirtschaftswachstum als auch in der Folge Risiken für die Vion Beef-Gruppen-Gesellschaften vor allem im Hinblick auf die Produktion und den Vertrieb ergeben. Ebenso kann das weiterhin bestehende Risiko einer möglichen Gasmangellage in Deutschland zu potenziellen Problemen bei einzelnen Standorten führen.

Einschätzung der Risikolage

Auf der Grundlage der Vereinbarung über die Gewährung einer Liquiditätshilfe sowie der Beurteilung der Unternehmensfortführung durch die Vion Holding N.V. ist die Vion Beef B.V. der Meinung, dass sie in der Lage ist, die Unternehmenstätigkeit fortzuführen, und hat daher ihren Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss auf der Grundlage der Unternehmensfortführung (Going-Concern) erstellt.

Aufgrund der Tatsache, dass die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften auf die finanzielle Unterstützung der Vion N.V. angewiesen sind, besteht ein bestandsgefährdendes Risiko für die Vion Beef B.V. und ihre Tochtergesellschaften.

Chancenbericht

Als Chancen werden mögliche künftige interne und externe Entwicklungen oder Ereignisse angesehen, die das Erreichen der Geschäfts- und Finanzziele positiv beeinflussen können.

In Zeiten eines schrumpfenden Angebotes an Rindern und Schweinen kommt es mehr denn je darauf an, Lieferanten und Abnehmer enger in den eigenen Vermarktungsprozess einzubinden und nur die Produkte zu produzieren, die der Markt verlangt. Nur so kann längerfristig die Rohstoff- und Absatzsituation verbessert werden. Vion hat rechtzeitig erkannt, dass man nur über diesen Weg im Markt bestehen und eine Vorteilsposition erlangen kann. Deshalb hat der Konzern ein System ausgewogener Lieferketten entwickelt, das den Namen "Building Balanced Chains" trägt. Aufgabe ist es, ausgewogene Lebensmittelversorgungsketten zu schaffen, die sich an der Nachfrage orientieren und für alle Partner relevant sind. So können sichere, gesunde und schmackhafte Lebensmittel anboten und gleichzeitig ein Mehrwert innerhalb eines zukunftssicheren Ökosystems geschaffen werden.

Durch die Übernahme eines Handels- und Vertriebszentrums durch Vion Anfang 2023 wird die regionale Beschaffungsposition und die Marktchancen weiter gestärkt sowie die Zusammenarbeit mit den Rinderzüchtern in Deutschland vertieft.

Auch durch die Eröffnung eines hochmodernen Vorverpackungszentrums in Ostdeutschland im Jahr 2022 wird die Strategie erfolgreich umgesetzt. Der Bereich Retail hat durch die Erweiterung in Altenburg die Produktionskapazitäten erhöht. Der Verbrauchertrend geht immer mehr zu nachhaltigen Produkten, die vor Ort unter hohen Tierschutzstandards produziert werden. Auch die deutschen Einzelhändler achten deshalb verstärkt auf Tierschutz und wollen als lokal und regional wahrgenommen werden. Das beginnt mit dem Verkauf und der Erzeugung lokaler Produkte. Mit der Expansion in Altenburg öffnet sich Ostdeutschland für zukunftsfähige Partnerschaften mit den größten Einzelhändlern des Landes.

Diese regionalen Partnerschaften schaffen nachhaltige Strategien und wirken sich positiv auf die Rentabilität der gesamten Lieferkette aus, so dass sowohl die Landwirte als auch die Kunden von Vion besser und schneller auf Marktbedingungen und gesellschaftliche Veränderungen reagieren können.

Der Markt für Bio-Lebensmittel und Biofleisch könnte in den kommenden Jahren wieder wachsen. Mit dem Markenlabel für Biofleisch "De Groene Weg" startete Vion 2022 auf dem deutschen Markt. Der Groene Weg verfolgt einen für Deutschland besonderen Ansatz von nachfrageorientierten, geschlossenen Bio-Fleischlieferketten. Um den deutschen Markt angemessen bedienen zu können, hat das Unternehmen dafür eine deutsche Organisation aufgebaut. So kann De Groene Weg mit dem Angebot von Bio-Schweinefleisch deutscher Herkunft nun auch der 5x D-Präferenz unter den deutschen Verbraucher gerecht werden, bei der Geburt, Aufzucht, Veredelung, Schlachtung und Verarbeitung der Tiere. Vion ist in 2023 bestrebt, noch mehr Landwirte für dieses Bio-Fleischprogramm zu gewinnen. Deutschland ist bisher bei Bio-Schweinefleisch immer noch Nettoimporteuer, d.h. zur Bedarfsdeckung muss Bio-Schweinefleisch importiert werden. Es bieten sich also Marktchancen zur Steigerung der heimischen Bio-Schweinefleischerzeugung. Vion garantiert Neulieferanten unbefristete Verträge, Preisstabilität und sichert Abnahmegarantien zu. Erste Verträge wurden mit thüringischen Landwirten bereits geschlossen. Wenngleich die derzeit hohe Inflation auch die Bio-Fleischnachfrage des Verbrauchers bremst, so wird davon ausgegangen, dass sich dieser zurückhaltende Trend mit der Zeit beruhigen und der Absatz wieder ansteigen wird, denn das Potential an Bio-Schweinefleischkäufern ist nach wie vor unverändert.

Seit 2007 befragt Vion jährlich in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut GfK etwa 4.000 Haushalte und kreuzt die Ergebnisse mit den tatsächlichen Einkaufsdaten, um möglichst genaue und repräsentative Informationen zu den aktuellen und relevanten Themen zu erhalten. Die als Langzeit angelegte Erhebung liefert zudem Daten zu den aktuellen Entwicklungen und Trends. 2022 fand die Befragung im März statt, sodass die Inflation und die angespannte internationale Lage mit dem Krieg in der Ukraine bereits Einfluss nahmen auf die Beurteilung der Haushalte. Für Vion ist wichtig, Tendenzen im Markt (Entwicklung von Verbrauchertrends und -präferenzen) frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen, diesen neuen Trends zu entsprechen.

In Zuge der geänderten Verzehrgewohnheiten und Ansprüche der Verbraucher mit dem wachsenden Trend zu Fleischersatzprodukten ist Vion in dieses Produktsegment bereits vor einigen Jahren eingestiegen und baut es sukzessive weiter aus.

Z.B betreibt Vion am Standort Leeuwarden, in den Niederlanden, eine Produktionsstätte für rein pflanzliche Produkte. Das Produktmanagement hat Produkte auf pflanzlicher Basis entwickelt, die mittlerweile auch in den Regalen bei deutschen Discountern angeboten werden. Jüngstes Beispiel ist das Plantrecote, ein rein pflanzliches Steak. Vion ist hier auf dem richtigen Weg und verschafft sich frühzeitig eine Marktposition. In Deutschland produziert die FVZ Convenience GmbH in Holzwickede seit kurzem pflanzenbasierte Produkte auf Weizenproteinbasis und erweitert damit das Sortiment für Flexitarier, Vegetarier und Veganer. Unter dem Label Salomon Green werden bei der Salomon Foodworld GmbH in Großostheim vegane und vegetarische Spezialitäten sowie pflanzenbasierte Fleisch- und Käsealternativen speziell für die Gastrobranche entwickelt.

Sowohl Risiken als auch Chancen können zu Abweichungen gegenüber den vorgesehenen Planungen führen.

Weiterhin sieht die Geschäftsführung durch die regionale Aufstellung der einzelnen Betriebe Chancen für die jeweiligen Standorte innerhalb der Vion Beef-Gruppe.

Die Unternehmen der Vion Beef-Gruppe richten ihre Vertriebsaktivitäten an den Märkten aus und sehen insbesondere in den innovativen und zeitgerechten Produkten und Dienstleistungen eine solide Basis, auch zukünftig die Nachfrage bei bestehenden Kunden auszubauen sowie neue Kunden gewinnen zu können. So bestätigte die Vion Beef-Gruppe ihre Rolle als Trendsetter mit der Einführung innovativer Vertriebsansätze, wie z.B. "Bayerischer Ochse" oder "Wat'n Rind".

Um für die Kunden attraktiv zu bleiben, wird auch in 2023 die Produktentwicklung weiter gestärkt werden.

Im Bereich Food Service werden seit April 2023 die Produktmarken FVZ CONVENIENCE und SALOMON FoodWorld unter dem Dach der Salomon Food World GmbH durch ein gemeinsames Team vermarktet und vertrieben. Die formale Umstellung auf eine Vermarktungsgesellschaft erfolgt zum 1. Januar 2024. Mit der Zusammenführung der beiden Gesellschaften wird die Struktur der Business Unit Food Service verbessert, die Arbeitsweise optimiert und die Prozesse verschlankt nach dem Motto "Stronger Together". Die Kunden und die Optimierung der standortübergreifenden Prozesse stehen mit dieser Anpassung im besonderen Fokus.

Die Rekrutierung von Mitarbeitern ist eine echte Herausforderung und wurde in Deutschland bisher nicht zentral koordiniert. Das führte zu zusätzlichen Kosten und mehr Zeitaufwand. Um die Herausforderung in einem angespannten europäischen Arbeitsmarkt zu meisten, wurde ein Vion eigenes "Recruiting Services" (VRS) geschaffen: eine zentrale Plattform, die Mitarbeiter für die deutschen Vion-Betriebe rekrutiert, im Onboarding-Prozess begleitet und betreut. Mit einer eigenen Personalbeschaffung werden die Kosten gesenkt, eine bessere Koordination ermöglicht und es führt zu mehr Kompetenz bei Auswahl und Rekrutierung. Mit VRS können alle Rekrutierungskanäle (intern und extern) zentral verwaltet und koordiniert werden. Außerdem können die bestehenden Kapazitäten und Kompetenzen für die direkte Personalgewinnung ausgebaut werden. Das Ziel ist eine eigenständige Personalbeschaffung in Europa und den westlichen Balkanstaaten. VRS unterstützt die Vion-Betriebe zur Verringerung der Fluktuation auch beim Onboarding-Prozess neuer Mitarbeiter. Ziel ist es, die Mitarbeiter langfristig zu binden und die Fluktuation deutlich zu reduzieren.

Die Optimierung der Produktion durch Zentralisierung verschiedener Produktgruppen an ausgewählten Standorten innerhalb der Gruppe soll zur Steigerung des Betriebsergebnisses beitragen, um Produkte zu marktfähigen Preisen anbieten zu können. Dies bündelt Ressourcen und sichert die Nutzung von Synergieeffekten.

Interne Funktionen wie die Verwaltung werden durch weitere Zentralisierung und gemeinsame Systeme in der Qualität und Effizienz verbessert.

Die Inflation hat sich zwar etwas abgeschwächt, wird aber voraussichtlich auch im Jahr 2023 auf einem vergleichsweise historisch hohen Niveau bleiben. Deshalb müssen weiterhin die Verkaufspreise angehoben werden, um die höheren Kosten an die jeweiligen Kunden weitergeben zu können. Dabei profitieren die Vion-Betriebe von den bestehenden Lieferketten, da diese einen transparenteren Anpassungsprozess in der gesamten Kette ermöglichen.

Die Vion Food Group hat im Jahr 2022 das Programm "Change That Matters" gestartet, um die aktuelle Strategie zum Aufbau nachhaltiger Ketten noch weiter zu beschleunigen. Change That Matters soll für die Zukunft von Vion in den anstehenden Zeiten des Wandels Stabilisierung ermöglichen. Schließlich haben wir den Anspruch, dass die Vion Food Group die nachhaltigste Unternehmensgruppe in der Branche werden soll, und wir glauben, dass Fleisch für Millionen von Menschen ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung darstellt. Deshalb konzentrieren wir unsere Lieferketten auf eine nachhaltige Zukunft für unsere Landwirte und mehr Auswahlmöglichkeiten für die Verbraucher, mit denen wir unsere Werte und unser Engagement für eine bessere Zukunft teilen.

Dieser Konzernlagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen, die auf den heute bekannten wirtschaftlichen und finanzpolitischen Rahmenbedingungen und den Erwartungen der Geschäftsführung beruhen. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs des Konzerns liegen, bestimmen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse. Die tatsächlichen Ergebnisse können dadurch wesentlich von den Erwartungen abweichen.

 

Buchloe, den 13. Juli 2023

Die Geschäftsführung

David Alexander De Camp

Armin Trinkwalder

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