Friedrich von Lien AG
Moordamm 4, 27404 Zeven, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christoph von Lien seit 11.8.2011 | Vorstandsmitglied |
Heiko von Lien seit 27.9.2005 | Vorstandsmitglied |
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% | |
| 50.00% |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Friedrich von Lien AGZevenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung vom 01. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022
Anhang für das Geschäftsjahr 2022A. Allgemeine Angaben Die Gesellschaft firmiert als Friedrich von Lien AG und hat ihren Sitz in Zeven. Sie ist beim Amtsgericht Tostedt unter der Nummer HRB 121343 eingetragen. Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB auf. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2022 wurden die Vorschriften des Handelsgesetzbuches und die Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung angewendet. Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, die keinen Betrag ausweisen, werden gemäß § 265 Abs. 8 HGB nicht angegeben. B. Grundsätze der Bilanzierung Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear. Bei beweglichen Anlagegegenständen werden die Zugänge pro-rata-temporis abgeschrieben. Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten bewertet. Geringwertige Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis EUR 800,00 wurden gem. § 6 Abs. 2 EStG im Erstjahr voll abgeschrieben, wobei aus Vereinfachungsgründen im Anlagenspiegel im fünften Jahr nach Zugang ein Abgang unterstellt wird. Der Warenbestand und die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Ist der Tageswert am Bilanzstichtag niedriger, so erfolgt der Ansatz zum Tageswert. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bilanziert. Bei zweifelhaft einbringlichen Forderungen werden angemessene Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Für das allgemeine Kreditrisiko wird von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eine Pauschalwertberichtigung abgezogen. Flüssige Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. C. Erläuterungen zur Bilanz Die horizontale Entwicklung des Anlagevermögens ist diesem Anhang als Anlage beigefügt. Forderungen gegenüber Gesellschafter bestehen am Bilanzstichtag nicht (Vorjahr: rd. EUR 190.200,00). Das gezeichnete Kapital besteht aus 2.150 Namensaktien zu je EUR 100,00. Die gesetzliche Rücklage beträgt EUR 21.500,00. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Erstattungsverpflichtungen gegenüber einer Forderungsausfallversicherung auf Grund der Durchsetzung eines verlängerten Eigentumsvorbehaltes, Personalkosten sowie Prüfungs- und Beratungskosten. Gegenüber Kreditinstituten bestehen keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind per 31.12.2022 rd. EUR 22.900,00 durch Abtretung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Sicherungsübereignung von Vorratsvermögen gesichert. Zusätzlich sind EUR 2.750.000,00 durch die Sicherungsübereignung des Warenlagers gesichert. Weitere Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, liegen nicht vor. Es bestehen jedoch die üblichen Eigentumsvorbehalte aus der Lieferung von Waren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter in Höhe von EUR 15.009,27 (Vorjahr: EUR 0,00). Zum Abschlussstichtag bestanden Bürgschaftsverpflichtungen in Höhe von rd. EUR 17.437.000,00. Darin enthalten ist eine kurzfristige Bürgschaft gegenüber einem Lieferanten der JHW-Profiles GmbH in Höhe von EUR 3.000.000,00, die zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits erloschen war. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus diesen Bürgschaften schätzen wir aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Begünstigten als sehr gering ein. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen uns nicht vor. D. Sonstige Angaben Aus abgeschlossenen Miet- und Pachtverträgen über bewegliche und unbewegliche Vermögensgegenstände sowie Leasingverträgen mit Restlaufzeiten von bis zu sechs Jahren ergeben sich insgesamt finanzielle Verpflichtungen in Höhe von rd. EUR 1.512.000,00. Die Zahl der im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt:
Vorstandsmitglieder sind die Kaufleute Heiko, Wolfgang und Christoph von Lien. Der Vorstand der Friedrich von Lien AG schlägt vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von EUR 4.034.667,22 auf neue Rechnung vorzutragen. Aufsichtsratsvorsitzender ist Herr Jürgen Bredehöft (Dipl.-Bankbetriebswirt ADG bei der Zevener Volksbank e.G.). Weitere Aufsichtsratsmitglieder sind Frau Sabrina von Lien (Disponentin bei der Friedrich von Lien AG) und bis zum 27.08.2022 Frau Annkathrin von Lien (Vorstandsassistentin bei der Friedrich von Lien AG). Als neues Aufsichtsratsmitglied wurde am 27.08.2022 Herr Thorben Himmelskamp (Geschäftsführer der Bremer Holzwerke GmbH) gewählt. Zur Angabe der Organbezüge wird die Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen. Die Gesellschaft ist an der JHW-Profiles GmbH, Zeven, mit einem Anteil von 50 % beteiligt. Das Eigenkapital der JHW-Profiles GmbH beträgt per 31.12.2022 insgesamt EUR 3.066.279,42 bei einem Jahresüberschuss von EUR 483.735,21. Die Gesellschaft ist an der Salux GmbH, Sangerhausen, mit einem Anteil von 100% beteiligt. Das Eigenkapital der Salux GmbH beträgt per 31.12.2022 insgesamt EUR 313.870,07 bei einem Jahresüberschuss von EUR 38.890,68. Die Gebr. von Lien KG, Zeven, hält an der Gesellschaft eine Mehrheitsbeteiligung im Sinne von § 16 Abs. 1 AktG.
Zeven, 14.07.2023 Gezeichnet: Wolfgang von Lien, Vorstand Heiko von Lien, Vorstand Christoph von Lien, Vorstand Anlagenspiegel
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022I. Geschäftsmodell des Unternehmens II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche branchenbezogene Rahmenbedingungen 2. Geschäftsverlauf und Lage a) Ertragslage b) Finanzlage c) Vermögenslage 3. Gesamtaussage III. Prognosebericht IV. Chancen- und Risikobericht V. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht I. Geschäftsmodell des Unternehmens Wir sind im Großhandel mit Profilblechen und Baukunststoffen tätig. Unsere Produkte liefern wir ins gesamte Bundesgebiet und teilweise ins benachbarte Ausland. Die Marktsituation ist seit Jahren durch einen Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet. Die Friedrich von Lien AG möchte sich durch hohe Produktqualität, Flexibilität und Verlässlichkeit vom Wettbewerb absetzen. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche branchenbezogene Rahmenbedingungen Trotz Inflation, Ukraine-Krieg und anhaltender Lieferprobleme ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr gewachsen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach ersten Berechnungen mitteilte. Kalenderbereinigt habe das Wirtschaftswachstum 2,0 Prozent betragen. „Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2022 geprägt von den Folgen des Kriegs in der Ukraine wie den extremen Energiepreiserhöhungen“, sagte Ruth Brand, seit 1. Januar 2023 Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, bei einer Pressekonferenz. „Hinzu kamen verschärfte Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise beispielsweise für Nahrungsmittel sowie der Fachkräftemangel und die andauernde, wenn auch im Jahresverlauf nachlassende Corona-Pandemie. Trotz dieser nach wie vor schwierigen Bedingungen konnte sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 insgesamt gut behaupten“, so Brand weiter. Im Jahr 2021 war die deutsche Wirtschaft noch um 2,69 Prozent gewachsen. Im Baugewerbe hätten Material- und Fachkräftemangel, hohe Baukosten und zunehmend schlechtere Finanzierungsbedingungen dagegen zu einem deutlichen Rückgang der Bruttowertschöpfung um 2,3 Prozent geführt. Die hohen Energiepreise und die immer noch eingeschränkte Verfügbarkeit von Vorprodukten haben den Fachleuten zufolge auch die Wirtschaftsleistung im Verarbeitenden Gewerbe gebremst. Diese habe im Vergleich zum Vorjahr kaum zugenommen (+0,2 Prozent). Das Verarbeitende Gewerbe habe dabei vor allem in der ersten Jahreshälfte 2022 wie schon im Jahr 2021 unter gestörten internationalen Lieferketten gelitten. Hinzu sei der massive Anstieg der Energiepreise infolge des Kriegs in der Ukraine gekommen. Erste Zahlen zeigen für die Baumarkt- u. Gartencenterbranche, dass das vergangene Jahr zu einem insgesamt durchwachsenen Ergebnis für die Branche geführt hat. Während einige Unternehmen überdurchschnittlich gut gewachsen sind, mussten andere Rückgänge bei ihren Umsätzen verzeichnen. Gleichzeitig galt es für alle Baumarktbetreiber im Jahr 2022, im Umfeld einer extremen Inflation von im Jahresdurchschnitt in Deutschland 7,9 Prozent, in der EU 10,4 Prozent und im Euroraum 9,2 Prozent. In Deutschland alleine legten die Brutto-Umsätze der Top 20 Unternehmen 2022 laut der Statistik um 6,2 Prozent zu. Gleichzeitig wuchsen die Umsätze bezogen auf das deutsche und europaweite Geschäft gemeinsam um 5,8 Prozent auf 38,4 Mrd. Euro, während die Umsätze der Top 10 deutschen Baumarktbetreiber im europäischen Ausland nur um 3,1 Prozent stiegen. 2. Geschäftsverlauf und Lage a) Ertragslage Die Umsatz- und Ertragsentwicklung in 2022 war insgesamt nicht zufriedenstellend und hat die Erwartungen der Geschäftsleitung nicht erfüllt. Insbesondere das 2. Halbjahr war von einem deutlichen Nachfragerückgang und damit einhergehenden harten Preiswettbewerb in unserer Branche gekennzeichnet. Die Rohmarge hat sich auf Grund der Preispolitik unserer Lieferanten gegenüber dem Vorjahr reduziert. Die Personalaufwendungen haben sich in Relation zur Gesamtleistung erhöht. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen in Relation zur Gesamtleistung nahezu auf Vorjahresniveau. Der ausgewiesene Jahresüberschuss i.H. von 5 TE liegt deutlich unterhalb der Planung für das Geschäftsjahr 2022. b) Finanzlage Die Liquidität der Gesellschaft ist geordnet. Alle laufenden Verbindlichkeiten können bedient werden und werden, sofern gewährt, mit Skonto beglichen. Forderungen werden in der Regel innerhalb der gesetzten Zahlungsziele realisiert. c) Vermögenslage Die Eigenkapitalausstattung der Gesellschaft ist weiter sehr stabil. Das Eigenkapital beträgt zum Bilanzstichtag 5.280 TE (Vj. 5.275 TE), woraus sich eine Eigenkapitalquote von 46,4% (Vj. 51%) ergibt. Das materielle Umlaufvermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr von rd. 46% geringfügig auf rd. 44% reduziert. Die prozentualen Relationen beziehen sich auf die Bilanzsumme der Gesellschaft. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Bilanzstichtag mit 2.042 TE gegenüber dem Vj. um rd. 173 TE angestiegen. Ein erhöhtes Forderungsausfallrisiko ist dabei nicht zu erkennen. In 2020 wurde die Salux GmbH mit Sitz in Sangerhausen mit einem Stammkapital von 200 TE gegründet. Alleinige Gesellschafterin ist die Friedrich von Lien AG. Weiterhin hat die Fr. von Lien AG der Salux GmbH Gesellschafterdarlehen, davon 150 TE mit Rangrücktritt, zur Verfügung gestellt und Bürgschaften für beanspruchte Bankkredite übernommen. Für das Geschäftsjahr 2022 hat die Salux GmbH ein Jahresüberschuss von rd. 39 TE erwirtschaftet, was unterhalb der Jahresplanung liegt. Durch die Einführung neuer innovativer Produkte hat sich die wirtschaftliche Situation der Salux GmbH im laufenden Geschäftsjahr 2023 spürbar verbessert. Eine Inanspruchnahme aus den übernommenen Bürgschaften und Verpflichtungen ist auf Grund der erwarteten Tragfähigkeit des Geschäftsmodells unwahrscheinlich. 3. Gesamtaussage Unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist geordnet. Unsere Umsatz- und Ergebnisentwicklung liegt unterhalb unserer Jahresplanung. Die Eigenkapitalausstattung ist weiterhin gut und die Finanzierungsstruktur entspricht den Erfordernissen. III. Prognosebericht Der Höhepunkt der Inflationswelle dürfte mittlerweile erreicht sein. Insbesondere ist von den Energiepreisen im Verlauf der kommenden Monate kein weiterer Schub mehr zu erwarten. Die Beschaffungspreise für Strom und Gas sind seit dem Spätsommer des vergangenen Jahres spürbar gesunken und seit Januar wirken die staatlichen Preisbremsen. Dies entlastet zunächst vor allem die Unternehmen, deren Energiekosten von den Marktpreisen bestimmt werden. Im Verarbeitenden Gewerbe sind daher den ifo Konjunkturumfragen zufolge in den kommenden Monaten spürbar weniger Preisanhebungen geplant, so dass sich der Anstieg der Erzeugerpreise weiter verlangsamen dürfte. Ein merklicher Rückgang beim Verbraucherpreisanstieg wird jedoch noch etwas auf sich warten lassen, da die Energieversorger die gesunkenen Beschaffungskosten erst mit Verzögerung an ihre Abnehmer weitergeben. Für die privaten Haushalte werden daher die Energiepreise erst frühestens ab Ende 2023 unter ihren Vorjahreswert sinken. Ähnliches gilt für die Betriebe in konsumnahen Wirtschaftsbereichen, die ihre Energie auch überwiegend von den Versorgungsunternehmen beziehen. Der Preisdruck von Seiten der Lohnkosten wird zunehmen, da im Laufe dieses Jahres mit spürbaren Anstiegen der Tarifverdienste zu rechnen ist. Insgesamt dürfte daher vor allem die Kerninflationsrate (also der Anstieg der Verbraucherpreise ohne Energie) im weiteren Verlauf nur langsam sinken und im Jahresdurchschnitt 2023 mit 6,3% sogar deutlich höher liegen als noch im Vorjahr (4,9%). Da jedoch der Inflationsbeitrag der Energiepreise in den kommenden Monaten stark abnimmt, dürfte die Gesamtinflationsrate von 6,9% im Jahr 2022 auf 6,2% im Jahr 2023 zurückgehen. Erst im kommenden Jahr dürfte sich der Preisanstieg allmählich wieder normalisieren. Unter der Annahme, dass sich Rohstoffe und Energie entsprechend der derzeitigen Markterwartung im Prognosezeitraum nicht wesentlich verteuern und dass die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen weiter anhebt, dürfte die Inflationsrate im Jahr 2024 auf 2,2% und die Kernrate auf 2,8% zurückgehen. Im weiteren Verlauf des Jahres wird sich die Konjunktur in nahezu allen Wirtschaftsbereichen erholen. Darauf deutet die spürbare Verbesserung der ifo Geschäftserwartungen seit Oktober 2022 hin. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nehmen seit Jahresbeginn wieder zu, und die globale Konjunktur dürfte an Fahrt gewinnen. Langsam sinkende Inflationsraten und steigende Löhne dürften spätestens ab Jahresmitte wieder zu einem Reallohnplus führen und die Binnenkonjunktur stützen. Bremsen dürfte hingegen die Bauwirtschaft, auch wenn dort zu Jahresbeginn ein überraschend hoher Produktionszuwachs verzeichnet wurde. Die Nachfrage nach Bauleistungen ist kräftig eingebrochen, nicht zuletzt als Folge der rasch steigenden Finanzierungskosten. In den ersten Monaten 2023 war der Auftragseingang verhalten und lag unterhalb der vergleichbaren Vorjahreswerte. Die Rohwarenbeschaffung ist weitgehend stabil, jedoch waren in den ersten Monaten des Jahres 2023 leichte Preissteigerungen zu verzeichnen, die sich im weiteren Jahresverlauf auf Grund der geringen Nachfrage ins Gegenteil entwickelten. Die Entwicklung der bereits erhöhten Energiekosten ist schwer einschätzbar und im europäischen Vergleich ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Durch den Ukraine-Konflikt ist von einer weiteren Belastung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auszugehen. Eine Rezession liegt weiter im Bereich des Möglichen. Die insgesamt angespannte und unsichere geopolitische Lage erschwert eine belastbare Jahresplanung. Die sehr hohen Vorratsbestände in der von Lien Gruppe wurden in den ersten Monaten planmäßig zurückgeführt, womit eine planmäßige Reduzierung der beanspruchten Kreditlinien einherging, aber auch ein Rückgang der geplanten Rohmargen. Auch wenn die vorstehenden Punkte und die aktuellen Nachrichten weitere Unsicherheit vermuten lassen, sind wir auf Grund der stabilen Ausgangslage unserer Gesellschaft für das 2. Halbjahr vorsichtig optimistisch. Eine mögliche Unterbrechung der Logistikwege und Lieferketten, sowie eine weitere Straffung der Geldpolitik der EZB lassen diese Einschätzung jedoch schnell trüben. Vor diesem Hintergrund wird seitens der Geschäftsleitung für das lfd. Geschäftsjahr eine mengenmäßig und monetär reduzierte Gesamtleistung erwartet. IV. Chancen- und Risikobericht Das wesentliche Risiko ist die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung vor dem Hintergrund der Nachwirkungen der Corona Pandemie. Die Auswirkungen des seit Februar 2022 andauernden Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine sind deutlich spürbar. Die Energiepreise haben sich weiter extrem entwickelt und belasten die Ertragsseite spürbar. Die derzeit noch hohen Inflationsraten belasten die Nachfrage. In der Jahresplanung für das Geschäftsjahr 2023 gehen wir von einer gegenüber dem Vorjahr moderateren Ertragslage aus, was sich in der aktuellen Entwicklung bestätigt. Auf Grund der reduzierten Nachfrage hat sich der Preiswettbewerb deutlich verschärft und durch die sinkenden Rohwarenpreise wird das Ergebnis durch Bestandsware bis in den Sommer belastet. Weitere Risiken liegen in der Beschaffung der Stahlbleche sowie der weiteren Roh,-Hilfs- und Betriebsstoffe. War bisher die Balance zwischen schlanker Lagerhaltung und der Reaktion auf unerwartete Nachfrageschübe der prägende Faktor, so steht aktuell weiter die Verfügbarkeit im Fokus. Bei der Lagerhaltung bedarf es ebenfalls die Bestände vor dem Hintergrund der gestiegenen Finanzierungskosten auf einem angemessenen Niveau zu planen. Gleiches gilt für nicht vorhersehbare Preisentwicklungen und somit eventuellen Abwertungspotenzial im Vorratsvermögen. Zinserhöhungen, Wegfall von Fördermöglichkeiten (KfW Programme) und hohe Baukosten belasten den Auftragseingang in der Bauwirtschaft deutlich, was wir in unserer Jahresplanung berücksichtigt haben. Die Anzahl der Baugenehmigungen hat sich zu Beginn des Jahres 2023 weiter reduziert, wobei eine Trendumkehr derzeit nicht absehbar ist. Eine weitere Verknappung bzw. massive Preissteigerungen bei den Rohstoffen und Vormaterialien erwarten wir derzeit nicht. In den Wintermonaten ist ein witterungsbedingtes Risiko vorhanden. Aufgrund der stabilen Liquiditäts- und Eigenkapitalsituation unseres Unternehmens sind Liquiditätsrisiken derzeit nicht erkennbar. Die Produktionsanlagen entsprechen den derzeitigen technischen und vertrieblichen Marktanforderungen. Die kundenorientierte Logistik der von Lien Gruppe wird weiter optimiert und als Wettbewerbsvorteil gesehen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gesellschaft sind geordnet. Erhöhte Risiken im Forderungsbestand bzw. der Geschäftsverbindung sind nicht erkennbar. Die ständig wachsende Bedeutung der Informationstechnologie und die damit einhergehende Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und der Verlässlichkeit der EDV-Systeme stellen Risikopotenzial dar. Neben den bestehenden werden laufend geeignete Maßnahmen ergriffen um die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Effizienz der Anwendungen sicher zu stellen. Aufgrund unserer finanziellen Stabilität sehen wir uns für die aktuellen und künftigen Herausforderungen gut aufgestellt. Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar. V. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht Die Gesellschaft ist gemäß §§ 311 ff. AktG verpflichtet, einen Abhängigkeitsbericht über die Beziehungen zu den in Bezug auf die sie herrschenden Unternehmen und den mit diesen Unternehmen verbundenen Unternehmen aufzustellen. Im Rahmen der Schlusserklärung zu diesem Abhängigkeitsbericht hat der Vorstand folgende Erklärung abgegeben: „Im Laufe des Geschäftsjahres wurden Rechtsgeschäfte zwischen der Friedrich von Lien AG und ihrer Tochtergesellschaft, der Salux GmbH, sowie der Gebr. von Lien KG - dem in Bezug auf die Friedrich von Lien AG herrschenden Unternehmen - abgeschlossen und abgewickelt. Dabei hat die Gesellschaft nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft jeweils vorgenommen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Auf Veranlassung des herrschenden Unternehmens wurden im Berichtszeitraum Maßnahmen weder getroffen noch unterlassen.“
Zeven, den 14. Juli 2023 Gezeichnet: Wolfgang von Lien, Vorstand Heiko von Lien, Vorstand Christoph von Lien, Vorstand Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers In dem vorstehenden, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB zutreffend in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht habe ich den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Friedrich von Lien AG Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Friedrich von Lien AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Friedrich von Lien AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) und von wp.net festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Rotenburg, 14.07.2023 Thorsten Behrens GmbH gez. Thorsten Behrens, Wirtschaftsprüfer Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2022Der Aufsichtsrat hat auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr die ihm nach Satzung und Gesetz obliegenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand überwacht und beratend begleitet. Der Vorstand hat uns in gemeinsamen Sitzungen über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft informiert. Zwischen den Terminen hat der Vorstand in schriftlichen und mündlichen Berichten über die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft berichtet. Der Aufsichtsrat tagte neben der ordentlichen Hauptversammlung im Geschäftsjahr 2022 insgesamt sechsmal. Insbesondere berichtete der Vorstand über die wirtschaftliche Entwicklung und über die künftige strategische Ausrichtung der Gesellschaft. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Thorsten Behrens GmbH, Rotenburg/Wümme, hat den Jahresabschluss der Friedrich von Lien AG für das Geschäftsjahr 2022 einschließlich des Lageberichts geprüft und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) wurde ebenfalls durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Thorsten Behrens GmbH, Rotenburg/Wümme geprüft. Die Abschlussunterlagen und die Prüfberichte standen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zur Verfügung. An einer gemeinsamen Sitzung am 17.07.2022 hat der Abschlussprüfer teilgenommen, stellte die wesentlichen Ergebnisse vor und hat ergänzende Auskünfte erteilt sowie Fragen beantwortet. Der Aufsichtsrat hat sich nach eigener Prüfung der Unterlagen dem Abschlussprüfer angeschlossen und billigte dem vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss. Damit ist der Jahresabschluss der Friedrich von Lien AG zum 31.12.2022 festgestellt. Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG den vorgenannten Abhängigkeitsbericht für die Zeit vom 01. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 erstellt. Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis seiner Prüfung folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: „Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
Nach eigener Prüfung stimmt der Aufsichtsrat dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zu und erklärt, dass gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichtes über die Beziehung zu verbundenen Unternehmen keine Einwendungen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeitern für den Einsatz und die Leistung im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Zeven, den 07.08.2023 Der Aufsichtsrat gez. Jürgen Bredehöft, Vorsitzender Hauptversammlung der Friedrich von Lien AG Beschlussfassung über die Verwendung des BilanzgewinnsVorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 4.043.667,22 Euro auf das nächste Geschäftsjahr vorzutragen. Der Beschlussvorschlag wurde ohne Gegenstimmen angenommen.
Zeven, 19.08.2023 gez. Jürgen Bredehöft |
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