DIVINO Service GmbH
Selbe AdresseTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Wein, Sekt und Spirituosen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Klaus Säger seit 10.10.2024 | Vorstandsmitglied |
Christian Bauer seit 20.6.2023 | Vorstandsmitglied |
Cornelia Waltraud Saccavino seit 20.6.2023 | Vorsitzender des Vorstands |
Gerald Wüst seit 20.6.2023 | Vorstandsmitglied |
Lars Kunert seit 17.10.2018 | Prokura |
Axel Wolfgang Rudolf Stärk seit 17.10.2018 | Prokura |
Günter Höhn seit 14.12.2012 | Vorsitzender des Vorstands |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% | |
ZH Betriebs GmbHAufgelöst | 100.00% |
| 33.33% | |
| 25.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
DIVINO eG (vormals: DIVINO Nordheim Thüngersheim eG)Nordheim am MainJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023der DIVINO eG1. Struktur der Genossenschaft Die DIVINO Nordheim Thüngersheim eG ist im Januar 2012 durch die Verschmelzung der bis dahin eigenständigen Genossenschaften DIVINO NORDHEIM und CONSILIUM THÜNGERSHEIM entstanden. Seit 2023 heißen wir DIVINO eG. Der Genossenschaft gehören 235 Mitglieder an, die eine Gesamt-Rebfläche von 311,26 Hektar bei DIVINO einbringen. Die Bewirtschaftung der Weinberge wird von den Mitgliedern entsprechend den Erzeugungsrichtlinien der Genossenschaft durchgeführt. Diese sind auf die Erzeugung qualitativ hochwertiger Weine ausgerichtet und werden, unter Berücksichtigung der Erfahrungswerte aus den Vorjahren, jährlich neu angepasst. Diese Bonitur Richtlinien werden von einer Bonitur Kommission je Parzelle auf deren Umsetzungsqualität hin überprüft. Entsprechend dieser qualitativen Bestandsaufnahme fließen die Boniturergebnisse auf einer Skala von 70 % bis 125 % in die Berechnung des Traubengeldes ein. Die Vermarktung der erzeugten Weine erfolgt über alle Vertriebskanäle, vom Lebensmittelhandel über Fachhandel, Onlinehandel, Gastronomie sowie Export und Direktvermarktung in eigenen Vinotheken und einem eigenen Webshop. Nach dem Ende der Fränkischen Weinkontor eG als langjährige, gemeinsame Vertriebskooperation zum 30. Juni 2021 wurde mithilfe von Agenturen schnell ein eigener Vertrieb bewerkstelligt. Als ausgewählte Agentur unterstützte uns in 2023 die Agentur Langlouis im Gebiet Bayern beim Vertrieb unserer Produkte im klassischen LEH. Für die Bearbeitung des Exports wurde Ende 2017 die German Wine Group GmbH mit Sitz in Sasbachwalden gegründet. Neben DIVINO sind an der German Wine Group GWG GmbH als gleichberechtigte Gesellschafter die Genossenschaften Weingärtner Cleebronn-Güglingen aus Württemberg, Alde Gott aus Baden sowie die Weinbiet Manufaktur aus der Pfalz beteiligt. Mit der DIVINO Service GmbH verfügt DIVINO zudem über eine Tochtergesellschaft zur Bewirtschaftung eigener bzw. gepachteter Rebflächen. Die von der DIVINO Service GmbH bewirtschaftete Rebfläche lag im Erntejahr 2023 bei 17,69 Hektar. 2. Darstellung des Geschäftsverlaufs 2.1. Allgemeine konjunkturelle Lage Hohe Inflation, steigende Zinsen und eine maue Weltkonjunktur haben die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr schrumpfen lassen. Das BIP sank um 0,3 Prozent. Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr in eine Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank 2023 nach vorläufigen Daten zum Vorjahr preisbereinigt um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die hohe Inflation bremste den Privatkonsum als wichtige Konjunkturstütze. Viele Menschen setzten angesichts deutlich gestiegener Verbraucherpreise den Rotstift an. Die Inflationsrate lag nach vorläufigen Daten im Jahresschnitt bei 5,9 Prozent. Dies war der zweithöchste Wert seit der Wiedervereinigung nach einer Teuerungsrate von 6,9 Prozent im Jahresschnitt 2022. Der Außenhandel sorgte für einen positiven Beitrag, weil die Importe noch stärker sanken als die Exporte. Die Bauinvestitionen sanken binnen Jahresfrist deutlich. In nahezu allen Wirtschaftsbereichen klagten die Unternehmen über eine sinkende Nachfrage, erklärte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. "In der Industrie und der Bauwirtschaft sind mittlerweile die dicken Auftragspolster abgeschmolzen, die die Unternehmen noch zu Corona-Zeiten aufgebaut hatten." Hinzu komme noch eine restriktive Geldpolitik. Im Kampf gegen die Inflation haben die Notenbanken in Europa und Nordamerika ihre Leitzinsen kräftig angehoben, was derzeit die volle Wirkung entfalte. Die Finanzierung von Investitionen wird dadurch deutlich teurer. Wirtschaftlich und gesellschaftlich war das Jahr 2023 von geballten Herausforderungen geprägt, die aus dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine entstanden sind. Die daraus resultierenden extremen Energiepreiserhöhungen, verschärfte Material- und Lieferengpässe, steigende Preise bei Nahrungsmitteln und Verbrauchsgütern und der andauernde Fachkräftemangel waren die Themen des Jahres 2023. Arbeitsmarkt und Verbraucherpreise Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahr 2023 von durchschnittlich 45,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 0,7 % oder 333 000 Personen mehr als im Jahr zuvor und so viele wie noch nie in Deutschland. Die Beschäftigung nahm im Jahr 2023 unter anderem durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu. Hinzu kam eine steigende Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese positiven Effekte überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels. Der Beschäftigungsaufbau fand 2023 fast ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen statt. Der private Konsum nahm im Jahr 2023 preisbereinigt um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr ab und entfernte sich damit wieder vom Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (-1,5 %). Dies dürfte vor allem auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen sein. Von Rückgängen waren vor allem die Bereiche betroffen, in denen die Preise im Jahresverlauf entweder auf dem hohen Niveau des Vorjahres verharrten oder sogar noch weiter anstiegen. Besonders stark sanken die preisbereinigten Ausgaben für langlebige Güter wie Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,2 %). Auch der Staat reduzierte im Jahr 2023 erstmals seit fast 20 Jahren seine preisbereinigten Konsumausgaben (-1,7 %). Das lag vor allem am Wegfall staatlich finanzierter Corona-Maßnahmen wie Impfungen und Ausgleichszahlungen für freie Bettenkapazitäten in Krankenhäusern. Durch solche Maßnahmen hatte der Staatskonsum in den Jahren ab 2020 die Wirtschaftsleistung gestützt. Die Bauinvestitionen sanken im Jahr 2023 preisbereinigt um 2,1 %. Neben den hohen Baupreisen wirkten sich die spürbar gestiegenen Bauzinsen aus, die insbesondere den Wohnungsbau bremsten. Positive Signale kamen lediglich vom Ausbaugewerbe, was unter anderem an den stark nachgefragten energetischen Sanierungen gelegen haben dürfte. In Ausrüstungen - das sind vor allem Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge - wurde dagegen preisbereinigt deutlich mehr investiert als im Jahr 2022 (+3,0 %). Dazu trug vor allem der Anstieg der gewerblichen Pkw-Neuzulassungen bei, der durch den bis August 2023 geltenden Umweltbonus für Elektroautos im Firmenwagenbereich verstärkt wurde. Die verhaltene weltwirtschaftliche Dynamik und die schwache inländische Nachfrage im Jahr 2023 machten sich auch beim Handel mit dem Ausland bemerkbar, der trotz sinkender Preise zurückging. Dabei sanken die Importe (preisbereinigt -3,0 %) kräftiger als die Exporte (preisbereinigt -1,8 %). Damit kam es im Saldo zu einem positiven Außenbeitrag, der das BIP stützte. 2.2. Entwicklung der Branche und des Gesamtmarkts Das Weinbaugebiet Franken gehört mit rd. 6.200 ha Rebfläche zu den mittelgroßen Weinbaugebieten in Deutschland. Das Hauptabsatzgebiet für Frankenwein konzentriert sich auf die Region Bayern sowie Nordhessen. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) auf Basis der beauftragten Weinmarktanalyse durch NielsenIQ bekannt gab, blieben die Umsätze, die 2023 hierzulande mit Weineinkäufen gemacht wurden, im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die Weinabsätze gingen dagegen um vier Prozent zurück, was im Wesentlichen darauf zurückzuführen ist, dass weniger Menschen Wein einkauften. Im Jahr 2023 ging die Zahl der Haushalte, die Wein kauften im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent zurück. Dabei haben sich die Weinmengen pro Haushalt sowie deren Einkauffrequenz allerdings nicht verändert. Hinzu kommt, dass im vergangenen Jahr insbesondere von den gut situierten Haushalten wieder mehr Wein in der Gastronomie getrunken wurde, was sich ebenfalls mindernd auf die Weineinkäufe ausgewirkt haben dürfte. Wie DWI-Geschäftsführerin Monika Reule erläutert, sei das konstante Umsatzniveau trotz rückläufiger Einkaufsmengen auf ein gestiegenes Preisniveau zurückzuführen. So sei 2023 der Durchschnittspreis für alle Weine gegenüber dem Vorjahr um 19 Cent bzw. fünf Prozent auf 4,08 €/l gestiegen. Für die heimischen Weine ist der Preisanstieg mit einem Plus von 31 Cent auf 4,51 €/l noch deutlicher ausgefallen als bei den Weinen aus dem Ausland, die im Preis durchschnittlich um elf Cent auf 3,76 €/l zulegten. "Bei den deutschen Weinerzeugern haben die massiv gestiegenen Betriebskosten diese Preiserhöhungen unumgänglich gemacht, wobei die Betriebskostensteigerungen in der Regel nicht durch die Preisanpassungen kompensiert werden konnten", betonte Reule. Die unterschiedlichen Preisniveaus bei den heimischen und importierten Weinen haben sich auch auf das Einkaufsverhalten der preissensiblen Verbraucher ausgewirkt. So gingen die Absätze deutscher Weine 2023 um neun Prozent zurück, wohingegen ausländische Weine nur zu einem Prozent weniger gekauft wurden. Auf die Umsätze wirkte sich das mit einem Minus von zwei Prozent für die deutschen Weinerzeuger und einem Plus von zwei Prozent für die Anbieter internationaler Weine aus. "Die Haushalte sahen sich aufgrund der inflationsbedingten Kaufkraftverluste 2023 gezwungen, auch beim Weineinkauf verstärkt auf den Preis zu achten. Da treten ansonsten hoch geschätzte Werte wie Regionalität beim Einkauf notgedrungen etwas in den Hintergrund", erklärte Reule. Die DWI-Chefin hofft daher, dass sich die Marktsituation für die deutschen Weinanbieter entspannt, wenn sich die wirtschaftliche Lage für die Konsumenten wieder verbessert. Aufgrund der überdurchschnittlichen Absatzverluste sank der Marktanteil deutscher Weine an den eingekauften Weinmengen im vergangenen Jahr um zwei Prozentpunkte auf 42 Prozent. Von den ausländischen Herkünften hatten die italienischen Weine mit 17 Prozent den höchsten Mengenmarktanteil (+2 Prozentpunkte), gefolgt von Weinen aus Spanien mit unveränderten 14 Prozent und französischen Weinen mit ebenfalls konstanten zehn Prozent. Aufgrund des höheren Durchschnittspreises der heimischen Weine lag ihr Anteil an den Ausgaben für Wein bei 47 Prozent. Gegenüber 2022 entspricht dies einem Rückgang eines Prozentpunktes. 2.3. Produktionsentwicklung des Unternehmens 2.3.1 Allgemeine Produktionssituation Franken Das Weinjahr 2023 brachte den fränkischen Winzern sowohl viel Sonne als auch viel Regen. Auf einen allgemein eher zu warmen Winter und ein eher kühles Frühjahr folgte ein optimaler Blüteverlauf im Juni. Im Juli kam es durch Hitzeperioden mit Spitzen um 40 Grad Celsius zu Trockenstress im Weinberg. Junge Rebanlagen benötigten Bewässerung, ältere Rebanlagen konnten sich aufgrund ihrer tiefen Wurzeln gegen die Trockenheit behaupten. Nach der Trockenperiode folgten hohe Niederschläge. Die kühlen Nächte vor Lesebeginn sorgten für gute Aromenausprägungen in den Weinen. Die rund 3.400 fränkischen Winzer holten in individuell langen Lesefenstern reifegenau die Lese ein. Die konzentrierte und zügige Lese erstrecke sich über einen Zeitraum von rund drei Wochen. Damit seien beste Voraussetzungen für elegante und rebsortentypische Weine des Jahrgangs 2023 geschaffen, berichtet Weinbaupräsident Artur Steinmann. "Der Silvaner zeigt, dass er dem Klimawandel gewachsen ist und fabelhafte Weine hervorbringt. Weingenießer dürfen dieses Jahr wunderbare Weine aus Franken, der Silvaner Heimat seit 1659 erwarten", freute sich Weinbaupräsident Steinmann. Die aktuell bestockte Ertragsrebfläche des Weinanbaugebiets Frankens, beläuft sich auf 6.005 ha (Stand 31.07.2023). Für das Jahr 2023 gehen die Experten von einer Weinernte in Höhe von durchschnittlich ca. 78 hl/ha (insgesamt rund. 468.404 hl) in Franken und damit einer marktkonformen Ernte aus. Das durchschnittliche Mostgewicht beträgt 86 Grad Oechsle. 2.3.2. Mitglieder und Rebfläche In 2023 betrug die Rebfläche der DIVINO eG 311,26 ha. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr dem exakt gleichen Wert! Per 31/12/2023 hatte die Genossenschaft insgesamt 235 Mitglieder und hat damit 6 Mitglieder verloren.
2.3.3. Erzeugungssituation DIVINO Nach der wieder guten, in der Menge überdurchschnittlich großen Traubenlese 2021 und der unterdurchschnittlichen Ernte 2022 haben wir 2023 eine in der Menge gute Ernte eingefahren. Dies ist vor dem Hintergrund eines zeitweise heißen und trockenen Vegetationsjahres ein zufriedenstellendes Ergebnis. Die Erzeugungsmenge liegt insgesamt bei 4.104.901 kg und damit 22,6 % höher als noch in dem unterdurchschnittlichen Erntejahr 2022. Die korrespondierende Weinerzeugung beträgt 3.041.801 L Wein. Nach dem historisch niedrigen Bestand per 31/12/2020 erreichte der Keller per 31/12/2023 ein normales Niveau.
2.3.4. Rebsortenstruktur Die Rebsortenverteilung entspricht im Großen und Ganzen den Vermarktungsmöglichkeiten der Genossenschaft. Im Gegensatz zu den Vorjahren war ein Zukauf aufgrund der guten Erntemenge kaum notwendig. 2.4. Absatz-/ Umsatzentwicklung des Unternehmens 2023 beeinflusste vor allem die steigende Inflation und Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung das Verhalten der Kunden. So wurde in 2023 deutlich mehr Geld für notwendige Lebensmittel, Energie und Verkehr ausgegeben und beim Einkauf von Luxus- und Genussmittel wie beispielsweise Wein gespart. Nur so lässt sich der Einbruch des deutschen Weines laut dem Marktforschungsinstitut Nielsen, nach -14% in 2022, in 2023 erneut um - 9% in der Menge erklären. Die Divino als Anbieter von Mittel- bis Hochpreisigem Wein blieb von diesem Verbraucherverhalten verschont und konnte durch unzählige Aktivitäten die Menge des verkauften Weins um 30,2 % steigern. Der erlöste Umsatz im Vergleich zum schwachen Vorjahr konnte um 17,5 % gesteigert werden. Diese Konstellation ist vor allem darauf zurückzuführen, dass wir im Produktmix mehr günstigere Weine, auch an die Discounter verkauft haben.
Neben den Umsätzen wird die Gesamtleistung des Unternehmens durch Bestandsveränderungen sowie die sonstigen betrieblichen Erträge maßgeblich beeinflusst. Aus diesen ergibt sich ein Wachstum von 3,2 %. 2.5. Personalentwicklung Per 31/12/2023 beschäftigt die Genossenschaft 25 Mitarbeiter/innen in Vollzeit, im Vergleich dazu 35 in 2021 und 30 in 2022. In Teilzeit beschäftigten wir 28 Mitarbeiter in 2023, im Vergleich dazu 22 in 2022. Bei den geringfügig Beschäftigten sind 2023 14 Mitarbeiter nach 12 in 2022 angestellt. Sowie einen Auszubildenden gleich wie in 2021 und 2022. Dies ist das Ergebnis eines in 2022 und 2023 konsequent umgesetzten Sparprogramms, um die Personalkosten trotz einer ungeplanten Gehaltsanhebung auf Plan zu halten. Einige Vollzeit Stellen konnten erfolgreich durch Teilzeitkräfte ersetzt werden.
2.6. Investitionen Schon in 2021 wurde der Verkauf des Zehnthofs inkl. der anliegenden Immobilie unseres langjährig genutzten Kelterhauses notariell besiegelt. Der Verkauf wurde im März 2022 mit der Zahlung des Kaufpreises vollzogen. Dieser Verkauf war Voraussetzung für den Beschluss zum Bau eines neuen Kelterhauses, welcher in der gemeinsamen Gremiensitzung im Juli 2021 einstimmig getroffen und in 2022 umgesetzt wurde. Die Investitionssumme für dieses Zukunftsprojekt von DIVINO war auf 4 Mio. Euro geplant und trotz aller Widrigkeiten, was Lieferengpässe und Kostensteigerungen angeht, war die finale Endsumme der Investition mit 4,07 Mio.€ nahezu eine Punktlandung. Die neue Traubenannahme wurde mit der Ernte 2022 auf Ihre Leistungsfähigkeit getestet, einige Optimierungsmöglichkeiten wurden erkannt und nachgebessert. Sodass wir zur Lese 2023 erstmals die vollständige Ernte, also auch die Flächen aus Thüngersheim, in der neuen Traubenannahme in Nordheim verarbeitet haben. Trotz der quantitativ guten Ernte von 4.104.901 kg hat die Traubenannahme und Verarbeitung tadellos funktioniert. Aufgrund der komplett neuen Maschinenausstattung wurde eine schonendere und gleichzeitig effizientere Verarbeitung der Trauben möglich gemacht. Für den Maischetransport von Thüngersheim nach Nordheim wurde ein zweiseitiger Wannenkipp-Anhänger mit Doppelwanne der italienischen Firma Zaccaria für 61.500 € angeschafft. Sowie die Veränderung der Maischeleitung in Thüngersheim für 19.960 € vorgenommen. Ein Lohnunternehmen hat die Traubentransporte übernommen. Neben einer deutlichen Reduzierung des Personaleinsatzes in Thüngersheim zur Erntezeit ist damit auch der jährliche Aufwand in Maintenance Maßnahmen der Traubenannahme und Pressen in Thüngersheim weggefallen. Die Gesamt-Investitionen im Berichtszeitraum 2023 betragen insgesamt 0,223 Mio. €. Die größten Positionen sind die Investition in den oben beschriebenen Traubentransport aus Thüngersheim sowie abschließende Teilzahlungen für unsere Traubenannahme an die Firma Scharfenberger. Weiterhin sind für Reparaturen und Instandhaltung in 2023 Kosten in Höhe von 0,264 Mio. € entstanden, was einem Anstieg von ca. 9 T€ entspricht. Begründet ist dieser Anstieg durch die Vergabe von Reparaturen an externe Firmen, nachdem unser Betriebselektriker gekündigt hatte. Zukünftig sollten die Reparatur- und Instandhaltungskosten durch den Bau des neuen Kelterhauses und die Schließung der Traubenverarbeitung in Thüngersheim auf Jahre hinaus deutlich gesenkt werden können. 2.7. Finanzierung Die Finanzierung der Investitionen rund um die Traubenannahme erfolgte 2022 aus Bankdarlehen, den Einnahmen aus dem Verkauf des Zehnthofs und dem laufenden Cash-Flow. Es wurde bei der Sparkasse Kitzingen ein langfristiges Bankdarlehen in Höhe von 2,8 Mio. € aufgenommen. In 2023 konnten bereits Bankkredite in Höhe von 776.781 € getilgt werden. Die Mitgliederdarlehen sind im Vergleich zum Vorjahr um ca. 170.000 € geringer. Inklusive der Verpflichtungen aus Lieferungen und Leistungen sind die Gesamt-Verbindlichkeiten in 2023 um rund 1.12 Mio. € gesunken.
Trotz der Wirtschaftskrise mit hoher Inflation und der daraus resultierenden schwachen Nachfragesituation auf dem Markt war das Ziel, eine zufriedenstellende Traubengeldkalkulation zu realisieren, welche im Kassenbestand per 31/12/2023 mit einem Abschlag von 40 % berücksichtigt ist. Deshalb hat sich die Liquidität im Vergleich zu den Vorjahren kaum erholt. 2.8. Sonstige wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres a) Erfolgreicher Ausbau der Frankenstolz Weine bei Edeka Nordbayern Es ist uns gelungen im Jahr 2023 bei der Edeka Nordbayern unsere exklusiv für diesen Händler gestaltete Serie von 3 Literweinen und 3 Bocksbeuteln unter der Divino Marke "Frankenstolz" zu einer nahezu durchgängigen, 100%tigen Distribution auszubauen. Diese Weine sind mit 4,99 € Endverbraucherpreis für die Literflasche und 5,99 € für den Bocksbeutel sehr preisattraktiv angelegt und helfen uns in dieser preissensiblen Phase Kunden zu gewinnen. Die Exklusivvermarktung über die EDEKA bietet die Chance, die gegenseitige Kundenbeziehung langfristig zu stärken und diese erfolgreiche Serie in angrenzende Regionen wie Edeka Südbayern auszuweiten. b) Übernahme des LEH-Vertriebs in Eigenregie mit neuem Partner Nachdem die GWF mit Jahresende 2020 ihre Mitgliedschaft im Fränkischen Weinkontor einseitig aufgekündigt hatte, wurden im Februar 2021 die Einstellung des gemeinsamen LEH-Vertriebs mit Wirkung zum 1. Juli 2021 sowie die sich daran anschließende Liquidation der Genossenschaft beschlossen. Für DIVINO stellte sich die Frage, wie man zukünftig den LEH-Vertrieb organisieren soll. Nach Ausloten verschiedener Kooperationsmöglichkeiten, fiel die Entscheidung zur Übernahme des LEH-Vertriebs mit Hilfe einer Handelsagentur ohne Kooperationspartner. Die Umstellung erfolgte pünktlich zum 1. Juli 2021 auf die Handelsagentur Langlouis aus Bamberg. Um uns besser in dem harten Verdrängungswettbewerb im deutschen Lebensmittelhandel aufzustellen sind wir in 2023 auf die Suche nach einem Vertriebspartner gegangen. Ziel war es den Lebensmittelhandel im Kerngebiet Franken also Unter-, Mittel- und Oberfranken mit einer eigenen "Mannschaft" zu betreuen. Mit der Becksteiner Winzer Genossenschaft haben wir einen Partner gefunden der ähnlich wie wir das Potential in der eigenen Betreuung sieht und gemeinsam mit uns in den Aufbau von Sortiments Kompetenz und Kundenbeziehungen investiert. Der Handelsagentur Langlouis wurde Ende Dezember 2023 zum 30.3.24 gekündigt. Kompetente weinerfahrene Mitarbeiter für den Außendienst wurden gefunden und zum 1.4.24 eingestellt. c) Preiserhöhung zum 1.1.23 Nachdem im Laufe des Jahres 2022 die Umschließungsmaterialien wie Glasflaschen und Kartonagen deutlich zweistellig sich verteuerten und die gestiegenen Energiekosten auch in der Traubenerzeugung zu Buche schlugen, kündigten wir im Herbst 2022 zum 1.1.2023 eine Preiserhöhung über alle Bereiche wie Direktgeschäft mit den Endverbrauchern, klassischer Lebensmittelhandel, Gastronomie und Fachhandel an. Ziel war es die Preiserhöhung auf der einen Seite hoch genug anzusetzen, um die erhöhten Kosten wieder ausgleichen zu können. Auf der anderen Seite musste die Preiserhöhung so niedrig angesetzt werden, damit die äußerst preissensiblen Konsumenten auch weiterhin unsere Weine kaufen und nicht zu günstigen Alternativen abwandern. Insbesondere im Lebensmittelhandel verliefen die Gespräche rund um die Preiserhöhung zäh und es wurde mit harten Bandagen gekämpft. Schließlich hat man sich teilweise mit Verzögerung auf eine für beide Seiten akzeptable Umsetzung geeinigt. d) Bewässerungsprojekt Weininsel Die Gemeinde Nordheim hat den Zuschlag für eines von insgesamt 3 Pilotprojekten für eine großflächige Bewässerung der Weinberge auf der Weininsel durch die bayerische Staatsregierung erhalten. Vor dem Hintergrund des Klimawandels könnte die erfolgreiche Umsetzung des Projekts die Ertragssicherheit für alle Winzer auf der Weininsel in Zukunft deutlich erhöhen. Gemeinsam mit der Investition in ein neues Kelterhaus stellt das Projekt somit eine langfristige Zukunftssicherung für DIVINO und seine Mitgliedswinzer dar. Insofern unterstützt DIVINO die Umsetzung des Projekts mit aller Kraft. 2.9. Beurteilung der Entwicklung durch den Vorstand Der Geschäftsverlauf 2023 ist von der hohen Inflation mit der erheblichen Kaufzurückhaltung der Kunden geprägt. Gegengesteuert wurde dieser Kaufzurückhaltung mit Angeboten und aktivem Verkauf über 6 Offerten im Jahr 2023, welche unseren Kunden durch attraktive Preisreduzierungen den Kauf schmackhaft gemacht haben. Daneben wurden in 2023 Kontrakte mit Discountern wie Aldi und Lidl weiter ausgebaut, um die Abwanderung der Kunden in schwierigen Zeiten hin zu den Discountern aufzufangen. Diese stark promotionale Vermarktung hat sicherlich unsere Preiserhöhung abschmelzen lassen, ist aber auch ursächlich für die besonders gute Absatzentwicklung in 2023 von + 30 % zum Vorjahr. Um es aber ganz deutlich zu sagen, ohne diese zusätzlichen Offerten und Abschlüsse wäre nicht mit Wachstum, sondern mit einem signifikanten Umsatzrückgang zu rechnen gewesen. Besonders erfreulich, dass in 2023 sich unsere Umsätze sowohl im Lebensmittelhandel (+39,5%), im Fachhandel (+4 %) und dem Endverbrauchergeschäft (+1,11 %) positiv entwickelten. Dagegen konnte die Gastronomie (-6%) und der Export (-34 %) nicht die Vorjahreswerte übertreffen. Gerade im Export hat das wegbrechende osteuropäische Geschäft uns hart getroffen. Gleichzeitig haben wir auf der Kostenseite eine strikte Sparpolitik eingeleitet. Nur so konnte einem höheren Durchschlagen auf das operative Ergebnis und damit auf die Traubengeldkalkulation 2023 vorgebeugt werden, was dann letztendlich auch gelungen ist. Alles in allem haben wir im Wirtschaftsjahr 2023 die "richtigen Weichen" gestellt, um unsere Genossenschaft vor der Konsumflaute zu schützen. Vor diesem Hintergrund sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. 3. Darstellung der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage 3.1. Ertragslage
Aus dem insgesamt zufriedenstellenden Geschäftsverlauf und der ertragswirksamen Vereinnahmung von Zuschüssen resultiert eine Steigerung des Rohergebnisses um 405 T € auf 5.695 T €. Durch stringentes Kostenmanagement konnten die allgemein steigenden Kosten begrenzt werden, so dass sich das operative Ergebnis um 250 T€ steigern ließ. Nach Abzug des Finanzergebnisses und der Steuern konnte ein ausgeglichenes Jahresergebnis von 8 T € erreicht werden. 3.2. Vermögenslage
Das Aktivvermögen wird maßgeblich durch die Sachanlagen, das Vorratsvermögen sowie die Forderungen bestimmt. Das im Vergleich zu den Vorjahren hohe Niveau bei den Sachanlagen ist durch die Investition in die Traubenannahme erzeugt. Die Minderung bei den Vorräten und die Erhöhung bei den Forderungen ist umsatzbedingt und den guten Absätzen in 2023 geschuldet. 3.3. Finanzlage des Unternehmens
Bei einer Bilanzsumme von 15,27 Mio. € steigt die Eigenkapitalquote der Genossenschaft um fast 2 Punkte auf 43,01 %. Dies ist auf die Tilgung der Darlehen um 1,016 Mio. € zurückzuführen. Dabei sind 92,8 % des Eigenkapitals auf Ergebnisrücklagen zurückzuführen. Das Anlagevermögen ist nahezu vollständig über Eigenkapital finanziert. 4. Risikobericht Im Auftrag der ProWein hat die Hochschule Geisenheim Ende 2023 zum siebten Mal Expertinnen und Experten der gesamten Wertschöpfungskette der Weinbranche befragt. Unter den über 2.000 Brancheninsidern aus aller Welt sind Weinproduzenten der wichtigsten Weinbauländer Europas und aus Übersee, Exporteure, Importeure, Weinfachhändler sowie Vertreter aus der Gastronomie und Hotellerie. Der Bericht basiert auf der weltweit einzigartigen Zeitreihe des ProWein-Marktbarometers, das seit 2017 die internationale Weinbranche beleuchtet. Der aktuelle Business Report identifiziert die wichtigsten Herausforderungen, vor denen die Weinbranche in Zeiten der wirtschaftlichen Krise steht und zeigt Lösungsansätze auf, die aus Sicht der Branchenexperten aktuell aus der Krise führen können. "Steigende Kosten bei gleichzeitigem Nachfragerückgang stellen die Weinbranche derzeit vor große wirtschaftliche Herausforderungen, die durch den langfristigen Trend zu Gesundheit und veränderte Verbraucherpräferenzen noch verschärft werden", stellt Frau Prof. Simone Loose, Leiterin des Institutes für Wein- und Getränkewirtschaft der Hochschule Geisenheim, als ein wesentliches Ergebnis des globalen Branchenbarometers heraus. "Die Branchenexperten sind sich darin einig, dass Wein seine Kommunikation an die Bedürfnisse junger Konsumenten anpassen muss, um die nächste Generation von Weintrinkern erfolgreich zu erreichen. Um die dafür notwendige Rentabilität zu sichern, bedarf es auch einer strukturellen Bereinigung des weltweiten Überangebots in der Weinproduktion. Die Zahl der wirtschaftlichen Herausforderungen hat gegenüber dem Vorjahr zugenommen und führt nun mit bereits vier Indikatoren die Liste an. Dabei hat die Gefahr weiterer Kostensteigerungen mit dem Rückgang der Inflation leicht abgenommen. Die weltwirtschaftliche Lage wird jedoch weiterhin als fragil eingeschätzt. Deutlich zugenommen haben die Sorgen um den Rückgang des Weinkonsums und die geringe Rentabilität der Branche - die zentralen Punkte des diesjährigen ProWein Business Reports. Hitzeperioden in Spanien und Unwetter in Italien haben die Wahrnehmung des Klimawandels weiter erhöht. Aufgrund der vorherrschenden wirtschaftlichen Herausforderungen ist der Klimawandel jedoch auf den fünften Platz der Liste zurückgefallen. Die durch die Pandemie unterbrochenen Lieferketten konnten weitgehend wiederhergestellt werden und stellen aus Sicht der Branche keine wesentliche Herausforderung mehr dar. Mögliche gesundheitspolitische Restriktionen bei der Vermarktung alkoholischer Getränke werden von der Branche derzeit noch nicht als Bedrohung wahrgenommen. Für den Weinhandel steht der Arbeitskräftemangel mit 41% an dritter Stelle der Herausforderungen. Unternehmen reagieren auf wirtschaftliche Herausforderungen. Die Unternehmen der Weinwirtschaft haben auf die wirtschaftlichen Herausforderungen mit einer Vielzahl von unternehmerischen Maßnahmen reagiert. Die überwiegende Mehrheit (72% der Unternehmen) hat versucht, einen Teil der gestiegenen Kosten durch Preiserhöhungen aufzufangen. Aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks und der Preissensibilität der Verbraucher führte dies jedoch auch zu Absatzeinbußen. Mehr als jedes dritte Unternehmen hat Maßnahmen zur Umsatzsteigerung ergriffen. Dazu gehört die Anpassung des Produktportfolios zum beliebteren Basissegment - ein Markttrend, den jeder zweite Exporteur, Importeur und Distributeur vorgenommen hat. Insbesondere Weingüter haben ihre Marketing- und Vertriebsaktivitäten verstärkt. Kellereien und Exporteure versuchten, neue Exportmärkte zu erschließen und neue innovative Produkte zu platzieren, was angesichts des weltweit rückläufigen Weinabsatzes nicht einfach war. Vor dem Hintergrund stark steigender Kosten haben zwei von drei Unternehmen ihre Kosten optimiert. Vor allem Kellereien und Hotels (je 80%) sowie Weingüter und Gastronomen (je 77%) haben Maßnahmen zur Kostensenkung ergriffen. Jeder zweite Weinhändler hat seine Kosten durch die Auslistung unrentabler Weine gesenkt und damit den Wettbewerbsdruck auf die zuliefernden Produzenten, Exporteure und Importeure erhöht. Die Weinerzeuger haben grundsätzlich sehr hohe Fixkosten aufgrund ihrer Rebflächen und Kellerausstattung. Eine kurzfristige Kostensenkung ist für sie oft nur durch eine Reduzierung oder zeitliche Verschiebung von Investitionen möglich, die 2023 bei jedem zweiten Weingut und jeder zweiten Genossenschaft vorgenommen werden musste. Sinkende Investitionen in Produktion und Vermarktung mindern jedoch langfristig die Wettbewerbsfähigkeit dieser Betriebe. Aufgrund des hohen Personalmangels haben nur sehr wenige Betriebe (6%) Personal entlassen. Die starken Kostensteigerungen haben sich bei fast allen Unternehmen der Weinproduktion (94%) und des Weinhandels (84%) negativ in den Bilanzen niedergeschlagen. Knapp die Hälfte der Unternehmen konnte den Umsatz gegenüber dem Vorjahr halten. Bei den Händlern konnten 23% ihren Umsatz steigern, bei den Produzenten waren es nur 16%. Für das Jahr 2024 erwartet die Mehrheit der Unternehmen einen weiteren Anstieg der Kosten. Allerdings geht die Mehrzahl (68% der Produzenten und 70% der Händler) davon aus, dass die Kosten nur noch moderat steigen werden. Rund 15% erwarten einen weiteren starken Kostenanstieg. Grund hierfür sind auch staatliche Maßnahmen wie die Steigerung des Mindestlohns, Erhöhung der LKW-Maut und die Wiedererhöhung der Mehrwertsteuer für Gastronomen in Deutschland. 5. Prognosebericht Das langfristige Konjunkturbarometer des ProWein Business Reports spiegelt die schwierige wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023 und die leicht positive Hoffnung für das Jahr 2024 wider. Bereits in der Befragung für den letzten Report 2022 hatten die Unternehmen eher rückläufige Erwartungen für 2023 geäußert. Dieser prognostizierte Rückgang ist für fast alle Bereiche der Wertschöpfungskette auch so eingetreten. Einzige Ausnahme ist das Gastgewerbe, das vom Reiseboom nach der Pandemie profitiert hat und eine Verbesserung gegenüber 2022 meldet. Die wirtschaftlichen Erwartungen der Branche für das Jahr 2024 haben sich im Vergleich zur letzten Umfrage verbessert. In allen Bereichen der Weinwirtschaft ist eine Trendwende zu beobachten. Das absolute Niveau der Zuversicht ist jedoch immer noch niedriger als für das Jahr 2022, dem ersehnten ersten Jahr nach der Pandemie. Im Jahr 2024 wird der Weinsektor immer noch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld arbeiten müssen. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass der größte Kostenanstieg überwunden sein wird. Die Wiederherstellung der Rentabilität wird für viele Betriebe weiterhin eine große Herausforderung bleiben. Vor dem Hintergrund dieser aktuellen Marktentwicklungen ist die Planung 2024 mit einem Umsatzwachstumsziel von +/- 0% als anspruchsvoll anzusehen. Eine gewisse Zuversicht gründet sich auf die stark verbesserte Vertriebspower, die wieder in eigene Hände gelegt wurde. Sowie die weiterhin differenzierte Ansprache der Vertriebskanäle vom hochpreisigen Direktvertrieb bis hin zum Discount. Die im Jahr 2024 bisher aufgelaufenen Umsatzzahlen bestätigen unsere Einschätzung und Aktivitäten. 6. Chancen und Risiken Wegen der in allen Bereichen stark gestiegenen Inflation achten die Kunden weiterhin auf die Einkaufspreise und greifen laut GFK-Marktforschung vermehrt nach günstigeren Alternativen. Daher sind in der aktuellen Situation die Discounter insgesamt die Gewinner. Mit dem Discountbereich konnte DIVINO für 2024 eine etwas niedrigere Menge als in 2023 abschließen. Die Warenversorgung für den Absatzkanal ist ebenfalls gesichert. Sollte es zu Verschiebungen vom Vertriebskanal "traditioneller LEH" hin zum Discount kommen, so kann DIVINO darauf reagieren. Mit unserem Vertriebs-Partner Becksteiner Winzer haben wir eine starke Außendienstorganisation für Franken aufgebaut. Hier gilt es in 2024 Regalverluste aus den Vorjahren wieder in Flächengewinne zu drehen, den Anteil der Zweitplatzierungen im Lebensmittelhandel zu erhöhen und DIVINO als zuverlässigen Partner des Handels zu stärken. In Zusammenarbeit mit der EDEKA Nordbayern Sachsen Thüringen, dem größten LEH-Partner von DIVINO, wurde mit Frankenstolz eine Exklusivserie entwickelt, die sich im Laufe von 2023 sehr positiv entwickelt. Ziel sollte sein weitere Edeka Regionen von diesem erfolgreichen Konzept zu überzeugen. Auf der Risikoseite stehen die Entwicklungen bei den Personal-, Versicherungs- und Logistik-Kosten. Hingegen bei den Umschließungskosten konnten im Rahmen der Planung gewisse Einsparungen antizipiert werden. Ob diese jedoch ausreichen, um die Kostensteigerungen zu kompensieren, wird die Zukunft zeigen. Nach zwei Jahren der außerordentlichen Inflation bleibt nur zu wünschen, dass die Gegenmaßnahmen der EZB greifen, die Inflation sich abschwächt und sich dadurch die Zuversicht der Bürgerinnen und Bürger aufhellt. Dies könnte wieder zu einer Normalisierung des Konsums führen.
Nordheim, den 23. Juli 2024 Günter Höhn, Vorstandsvorsitzender Cornelia Saccavino, Stellv. Vorsitzende Markus Neubert, Vorstand Christian Bauer, Vorstand Gerald Wüst, Geschäftsführender Vorstand BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangA. Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss 2023 der DIVINO eG
Genossenschaftsregister: Nr. 191 wurde gemäß §§ 242 ff. HGB und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GenG aufgestellt. Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG). Der Jahresabschluss umfasst die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Anhang (einschließlich Anlagespiegel, Verbindlichkeitenspiegel). Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke an dieser Stelle gemacht. In der Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ergaben sich keine Veränderungen. Im Jahresabschluss wurden bei der Ermittlung von gerundeten Beträgen (volle EUR) die kaufmännischen Rechenregeln beachtet. Korrespondierende Summen wurden ungerundet berechnet und danach das jeweilige Ergebnis gerundet. B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: • Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt, und sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. • Das Sachanlagevermögen wurde grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände und entsprechend den steuerlichen Vorschriften linear und degressiv vorgenommen. Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibung erfolgt in den Fällen, in denen dies zu einer höheren Jahresabschreibung führt. Ab dem Geschäftsjahr 2018 werden geringwertige Anlagegüter bis zu einem Anschaffungspreis von 250 Euro im Jahr der Anschaffung in voller Höhe aufwandswirksam berücksichtigt. Geringwertige Anlagegüter mit einem Anschaffungspreis über 250 Euro bis 800 Euro werden aktiviert und im Jahr der Anschaffung abgeschrieben. Erhaltene Zuschüsse für die in 2023 abgeschlossene Investitionsmaßnahme in eine neue Traubenannahme wurden erfolgswirksam vereinnahmt, die Abschreibungen erfolgten pro rata temporis mit Inbetriebnahme anlässlich der Weinlese Herbst 2023 linear und entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. • Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet: Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten, Ausleihungen zum Nennwert, Geschäftsguthaben bei Genossenschaften zu Anschaffungskosten. Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere beizulegende Wert angesetzt. • Die Vorräte wurden wie folgt angesetzt und bewertet: Der Bewertung der Offenweine liegen mengenmäßige Buchbestände zu Grunde. Zur Bewertung der Weinvorräte wurden die entsprechenden Traubengeldauszahlungen sowie anteilige und angemessene Herstellungskosten und Materialeinzelkosten der gefüllten Einwegflaschen herangezogen. Die Bewertung der Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Handelswaren erfolgte zu Anschaffungskosten. Dem strengen Niederstwertprinzip wurde Rechnung getragen. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag bzw. zum Aufstellungszeitpunkt niedriger waren, wurden diese angesetzt. • Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. • Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten wurden zu Anschaffungskosten (Nennwert) angesetzt. • Aktive Rechnungsabgrenzungen wurden zeitanteilig vorgenommen. • Das Eigenkapital, im Wesentlichen in Form der einbezahlten Geschäftsguthaben, der Rücklagen und des Bilanzverlustes wurde in Höhe des Nennwertes angesetzt. • Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. • Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. C. Entwicklung des Anlagevermögens
D. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung I. Bilanz Die Genossenschaft besitzt folgende Kapitalanteile in Höhe von mindestens 20 % an anderen Unternehmen:
Von den Forderungen haben eine Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr:
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen Vermögensgegenständen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Beteiligungsunternehmen sind:
Im Posten "Sonstige Vermögensgegenstände" sind folgende antizipative Beträge größeren Umfangs enthalten: noch nicht abziehbare Vorsteuer in Höhe von 18.312,18 Euro (i.Vj. 18.641,21 Euro), • Überzahlungen der Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 45.161,04 Euro (i.Vj. 45.161,04 Euro). Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 bestehen rückständig fällige Pflichteinzahlungen in Höhe von 0,00 Euro. Die Rücklagen haben sich wie folgt entwickelt:
In den sonstigen Rückstellungen sind insbesondere enthalten: Personalrückstellungen i.H.v. 146 TEUR (Vj.: 222 TEUR), Rückstellung für Boni i.H.v. 120 TEUR (Vj.: 140 TEUR), Rückstellung für Traubendepot i.H.v. 160 TEUR (Vj.: 61 TEUR), Gutscheine i.H.v. 5 TEUR (Vj.: 5 TEUR) und Übrige i.H.v. 83 TEUR (Vj.: 67 TEUR). Von den Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu 1 Jahr bzw. über 5 Jahre:
In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Beteiligungsunternehmen sind:
Von den Verbindlichkeiten sind durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert:
Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte. II. Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:
Die Aufwendungen für Altersversorgung belaufen sich auf 25.697,06 Euro (Vorjahr 24.496,35 Euro). Von den außergewöhnlichen und periodenfremden Erträgen im GuV-Posten 3. Sonstige betriebliche Erträge entfallen auf: • Erträge aus Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens: 1.134,45 Euro (i.Vj. 251.289,04 Euro). • erhaltene Zuschüsse 363.970,97 Euro (i.Vj. 0,00 Euro). • Erträge aus Auflösung von Rückstellungen, Wertberichtigungen, Verbindlichkeiten sowie Diverse: -1.477,64 Euro (i.Vj. 37.392,58 Euro). Von den außergewöhnlichen Aufwendungen im GuV-Posten 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen entfallen auf: • Diverse periodenfremde Aufwendungen: 44.986,18 Euro (i.Vj. 19.877,00 Euro). • Diverse periodenfremde Miet- und Pachtnebenkostenabrechnungen: 0,00 Euro (i.Vj. -47.812,68 Euro). E. Sonstige Angaben Es bestehen folgende, nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte finanzielle Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind:
Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:
Außerdem wurden durchschnittlich 1 Auszubildende beschäftigt. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind (Nachtragsbericht), ergeben sich wie folgt: Die durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ausgelöste Verteuerung der Energie und die damit einhergehende gestiegene Inflationsrate sowie das preissensible Konsumverhalten bestehen auch in 2023 in abgeschwächter Intensität fort. In welchem Umfang sich die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unserer Genossenschaft niederschlagen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer abzuschätzen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist zu erwarten, dass die negativen Folgen für unsere operative Geschäftstätigkeit umso größer sind, je länger der Russland-Ukraine-Krieg anhält. Die Konsumstimmung für das 2. Halbjahr 2024 wird verhalten eingeschätzt. Das Frostereignis vom 22. und 23. April 2024 hat die deutsche und fränkische Weinwirtschaft in unterschiedlicher Intensität betroffen. Für das Anbaugebiet Nordheim wird eine eher durchschnittliche Weinlese erwartet, für Thüngersheim gehen wir von Ertragsausfällen von bis zu 30 % aus. Mitgliederbewegung
Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes Genossenschaftsverband Bayern e.V. Türkenstraße 22 - 24 80333 München Mitglieder des Vorstands (Vor- und Zuname) Günter Höhn, Vorsitzender Cornelia Saccavino, stv. Vorsitzende Christian Bauer Markus Neubert Gerald Wüst, hauptamtlicher Vorstand Mitglieder des Aufsichtsrats (Vor- und Zuname) Thomas Hemmelmann, Vorsitzender Winfried Glos, stv. Vorsitzender Frank Gößwein Michael Sauer Paul Sauer Simon Trost Am Bilanzstichtag betrugen die Forderungen an
ErgebnisverwendungsvorschlagDer Vorstand schlägt vor, den Jahresüberschuss - unter Einbeziehung eines Verlustvortrages - verbleibenden Bilanzverlust wie folgt zu decken:
Nordheim 24.06.2024 DIVINO
eG
Der Vorstand Günter Höhn Cornelia Saccavino Christian Bauer Markus Neubert Gerald Wüst Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Deckung des Bilanzverlustes geprüft, in Ordnung befunden und befürwortet den Vorschlag des Vorstands. Der Vorschlag entspricht den Vorschriften der Satzung.
Nordheim, 23.07.2024 Hemmelmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 13.08.2024 festgestellt. |
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