ART Verwaltungsgesellschaft mbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Marcos Furrer seit 22.10.2024 | Prokura |
Felix Roeßner seit 11.3.2024 | Prokura |
Thorsten Nitschke seit 8.10.2021 | Prokura |
Dirk Sielemann seit 1.6.2021 | Prokura |
Oliver Kusterle seit 14.2.2020 | Geschäftsführer |
Gunther Kurt Duschek seit 14.2.2020 | Geschäftsführer |
Klaus Fischer seit 3.1.2020 | Prokura |
Rainer Dormagen seit 19.9.2019 | Prokura |
Cédric Duchemin seit 12.4.2018 | Prokura |
Wolfgang Ernst Schumann seit 24.4.2008 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Rudolf GmbHGeretsriedJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31. Dezember 2023AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023der Rudolf GmbH, GeretsriedI. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSS Die Rudolf GmbH hat ihren Sitz in Geretsried und ist unter der Nummer HRB 173364 in das Handelsregister beim Amtsgericht München eingetragen. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG und des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gliederung der Bilanz entspricht § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB. II. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN 1. Immaterielle Vermögensgegenstände Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die individuell programmierte ERP Software S/4 Hana wird über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. 2. Sachanlagen Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Die Abschreibungen werden linear entsprechend den folgenden betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern vorgenommen:
Geringwertige Gegenstände des Anlagevermögens mit Einzelanschaffungskosten bis netto EUR 800,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Für Paletten und Ersatzteile des Hochregallagers sowie der Werkstätten wurden Festwerte gebildet. 3. Finanzanlagen Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert ausgewiesen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst. 4. Vorräte Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips angesetzt. Für den geringen, seit mehreren Geschäftsjahren relativ gleichbleibenden, Bestand an Fässern, Containern und sonstigen Hilfsstoffen wurde ein auf Basis des durchschnittlichen Einkaufspreises ermittelter Festwert in Höhe von TEUR 179 (Vj. TEUR 287) angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt unter Anwendung der §§ 256 S. 2 i. V. m. 240 Abs. 4 HGB zum gewogenen Durchschnittspreis. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten und Fertigungslöhnen auch die einzubeziehenden Fertigungs- und Materialgemeinkosten. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. 5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit ihren Nominalwerten aktiviert. Für erkennbare Einzelrisiken werden angemessene Wertberichtigungen, für das allgemeine Kreditrisiko Pauschalwertberichtigungen in Höhe von 1,0 % des Nettoforderungsbestandes auf die nicht einzelwertberichtigten Forderungen gebildet. 6. Liquide Mittel Die liquiden Mittel werden mit den Nennwerten angesetzt. 7. Rechnungsabgrenzungsposten Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Auszahlungen vor dem Stichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. 8. Rückstellung für Pensionen Die Rückstellung für Pensionen wurde nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der "Projected-Unit-Credit-Methode" ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt und dafür der von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,82 % angesetzt (im Vorjahr: 1,78 %). Erwartete Rentensteigerungen wurden mit 1,5 % berücksichtigt. Aus der Abzinsung der Rückstellung für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 1. 9. Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und sind jeweils in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienende, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen, Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet. In diesem Zusammenhang wurden die folgenden Beträge verrechnet:
Der Zeitwert der Rückdeckungsversicherungen entspricht dem versicherungsmathematisch ermittelten Aktivwert sowie den Anschaffungskosten und beträgt TEUR 664. 10. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. 11. Fremdwährungsumrechnung Die Umrechnung von Bilanzposten in fremder Währung erfolgt mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag. III. ANGABEN ZUR BILANZ 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel auf der folgenden Seite dargestellt. Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten TEUR 30.506 (Vj. TEUR 32.442) Forderungen gegenüber der I B Industriechemie - Beteiligungs GmbH aus vergangenen Gewinnausschüttungen. Diese Forderung wird aktuell mit 4,8 % p. a. verzinst. Die verbleibenden Forderungen gegen verbundenen Unternehmen betreffen vollumfänglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten zudem Forderungen gegenüber Gesellschafter in Höhe von TEUR 368. Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben TEUR 3.738 (Vj. TEUR 5.592) eine Restlaufzeit von über einem Jahr. 3. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:
4. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten, gegliedert nach Restlaufzeiten, setzen sich wie folgt zusammen:
Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind überwiegend durch Grundpfandrechte gesichert. 5. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen wie folgt:
Von den finanziellen Verpflichtungen entfallen TEUR 6 (Vj. TEUR 6) auf verbundene Unternehmen. 6. Außerbilanzielle Geschäfte Für die Beurteilung der Finanzlage wesentliche außerbilanzielle Geschäfte fanden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht statt. 7. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Es wurden keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu nicht marktüblichen Bedingungen durchgeführt. 8. Ausschüttungs-, Abführungs- und Entnahmesperre
IV. ANGABEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 1. Umsatzerlöse
2. Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 161 (VJ. TEUR 410) enthalten. 3. Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind ab dem 1. Juli 2023 Aufwendungen für bezogene Management Dienstleistungen von der neuen Konzernobergesellschaft Rudolf Holding SE & Co. KG, Geretsried in Höhe von TEUR 4.212 (VJ. TEUR 0) enthalten. V. SONSTIGE ANGABEN 1. Anzahl der Arbeitnehmer in FTE
Im Rahmen der Umstrukturierung der Rudolf Gruppe wechselten 69 Mitarbeiter zum 1. Juli 2023 in die neue Konzernobergesellschaft Rudolf Holding SE & Co. KG, Geretsried. 2. Gesellschaftsorgane Zu Geschäftsführern der Gesellschaft sind bestellt: Herr Wolfgang Schumann, Dipl. Volkswirt, geschäftsführender Gesellschafter Herr Dr. Wolfgang Schumann, Dipl. Kaufmann, geschäftsführender Gesellschafter Herr Dr. Oliver Kusterle, Geschäftsführer Vertrieb/Anwendungstechnik Herr Dr. Gunther Duschek, Geschäftsführer Technik Zum Abschlussstichtag beliefen sich die von der Gesellschaft an die oben genannten Geschäftsführer ausgereichten Vorschüsse und Darlehen auf TEUR 3.716. Die Kredite sind aktuell mit einem Zinssatz von 4,8 % zu verzinsen und haben eine durchschnittliche Laufzeit von 5 Jahren. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft setzte sich bis zum 30. Juni 2023 wie folgt zusammen: Herr Prof. Dr. Horst Wildemann, Universitätsprofessor, Vorsitzender Herr Ulrich Hambrecht, Berater, stv. Vorsitzender Herr Peter Herweck, Chief Executive Officer Herr Thomas Noll, Wirtschaftsprüfer / Steuerberater Frau Dr. Daniela Schumann, Juristin Mit Wirkung zum 1. Juli 2023 wurde der Aufsichtsrat der Rudolf GmbH abberufen und bei der Rudolf Holding Management SE bestellt. 3. Mutterunternehmen Die Gesellschaft ist mit Wirkung zum 1. Juli 2023 ein Tochterunternehmen der Rudolf Holding SE & Co. KG, Geretsried, die im Sinne des § 290 HGB für den kleinsten und den größten Kreis von Unternehmen den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht aufstellt. Die Rudolf GmbH ist von der Aufstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 291 HGB befreit. Der Konzernabschluss der Rudolf Holding SE & Co. KG, Geretsried wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. 4. Anteilsbesitz Unmittelbarer Anteilsbesitz:
*Gesellschaft ist stillgelegt. Letzter verfügbarer Jahresabschluss datiert zum 31.12.2022. Mittelbarer Anteilsbesitz über die I B Industriechemie - Beteiligungs GmbH
5. Prüfungs- und Beratungsgebühren Auf die Angabe des Gesamthonorars des Abschlussprüfers wird verzichtet, da die Gesellschaft in den Konzernabschluss der Rudolf Holding SE & Co. KG, Geretsried, einbezogen wird und die entsprechenden Angaben in deren Konzernanhang enthalten sind. 6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Ende des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten.
Geretsried, 29. März 2024 Rudolf GmbH Geschäftsführung Dipl. Volkswirt Wolfgang Schumann Dr. Dipl. Kfm. Wolfgang Schumann Dr. rer. nat. Oliver Kusterle Dr. rer. nat. Gunther Duschek Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023der RUDOLF GmbH, Geretsried1. Grundlagen des Unternehmens Die 1922 gegründete RUDOLF GmbH mit Sitz in Geretsried wird in der vierten Generation als Familienunternehmen geführt und ist unmittelbar oder mittelbar an 29 Gesellschaften beteiligt, die zum RUDOLF-Konzern gehören. Der RUDOLF-Konzern produziert weltweit an 15 Standorten und beliefert Kunden in über 50 Ländern auf allen Kontinenten. Es werden weit über 700 Rohstoffe zu mehr als 800 unterschiedlichen Verkaufsprodukten verarbeitet. Das Produktportfolio umfasst im Wesentlichen Textilhilfsmittel sowie Wirkstoffe im Bereich der textilen Pflege und Bauchemie. Die RUDOLF GmbH ist zusammen mit den Tochtergesellschaften seit Jahrzehnten ein fest integrierter Bestandteil der weltweiten Textilindustrie. Mit Wirkung zum 1. Juli 2023 wurden strategische Funktionen wie Finanzen und Controlling, Marketing, Einkauf, Global Engineering, Human Resources sowie Legal Counsel und die den Bereichen zugeordneten Mitarbeiter von der RUDOLF GmbH in die RUDOLF Holding SE & Co. KG überführt. Die wichtigsten Absatzregionen für unsere Produktpalette sind Europa, die Türkei und Asien. Der amerikanische Kontinent folgt mit einem größeren Abstand. Die Märkte in Afrika haben nur eine untergeordnete Bedeutung. Die Wettbewerbsstruktur im Bereich der Textilchemie ist sehr komplex. In einer Vielzahl von Märkten treffen große und mittlere Unternehmen zudem auf zahlreiche lokale Wettbewerber. Der Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung liefert mit der fortlaufenden Entwicklung innovativer Verfahren und Produkte sowie der ständigen Weiterentwicklung bestehender Produktionsprozesse einen deutlichen Beitrag zur Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit und zum erfolgreichen weiteren Ausbau unseres Geschäfts. Das Unternehmensleitbild hierbei ist als fest verankerter Bestandteil eine nachhaltig schonende Produktion und die damit verbundene Ressourcenschonung. Der Schutz von Mensch und Umwelt steht vor allem bei der kontinuierlichen kundengerechten Entwicklung von neuen Spezialchemikalien sowie deren Umweltverträglichkeit bei der Anwendung aber auch bei der Entsorgung im Vordergrund. Neben neuen Produkten entwickeln wir vor allem auch kundenspezifische Anwendungen. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen in 2023 rund 5,5% (Vorjahr: 4,7%) unseres Produktumsatzes. Die Forschung und Entwicklung realisieren wir vornehmlich durch eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Forschungsleistungen Dritter nehmen wir nur in geringem Umfang in Anspruch. Hinsichtlich Umwelt und Qualität ist die RUDOLF GmbH nach ISO 9001 und ISO 14001 testiert. 2. Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die Gefahr durch die Ausbreitung neuer Corona Virus-Varianten hat sich im Jahr 2023 minimiert; die weltweite wirtschaftliche Aktivität wurde entsprechend nicht mehr negativ beeinflusst. Allerdings wurde die weltweite Konjunktur zum Jahresbeginn weiterhin durch die Nachwirkungen von Chinas Null-Covid-Politik negativ tangiert. Rohstoff- und Zwischenproduktpreise bleiben im Vergleich zu Vor-Covid Zeiten auf hohem Niveau und auch Lieferkettenprobleme bestanden weiterhin. Wesentlich bedrohlicher für das (geo-)politische und wirtschaftliche globale System entwickelte sich die russische Aggression in der Ukraine, die im Februar 2022 in einen Krieg mündete und auch das Jahr 2023 bestimmte. Die Sanktionen des westlichen Bündnisses mit NATO und EU gegen Russland wurden in 2023 erweitert. Die Preissteigerungen infolge der Verknappung des Angebots von Erdgas und Erdöl auf den westlichen Märkten wurden durch staatliche Eingriffe abgemildert, aber viele andere Rohstoffe, Halbfertig- und Fertigerzeugnisse wurden teurer. Die weltweiten Verbraucherpreise stiegen laut IfW Kiel Institut für Weltwirtschaft weltweit stark zum zweiten Mal nach 2022 um +8,0% (Vorjahr +9,4%) an. Dagegen befand sich China am Rande der Deflation mit +0,2%. Die Verbraucherpreise in der Europäischen Union stiegen um +6,3%, in den USA um +4,1%. Lateinamerika kämpft mit Inflationsraten von 21,4% und in der Türkei herrscht eine Hyperinflation. Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Jahr 2023 mit einer Steigerung des BIP von 3,0% (Vorjahr 3,2%) zwar insgesamt positiv, doch die einzelnen Regionen weisen sehr unterschiedliche Entwicklungen auf: Während die USA sich mit +2,5% gut entwickelte, stagnierte die Europäische Union mit +0,5%. China konnte aufgrund der Schwierigkeiten der Covid-Ära nicht an alte Wachstumsstärke anknüpfen und erreichte eine Steigerung von nur +5,2% (Quelle IfW). Infolge der sehr dynamischen Inflation hob die EZB ihren Leitzins von 2,5% im Dezember 2022 in mehreren Schritten auf 4,5% im Dezember 2023 an. Ähnliche Entwicklungen gab es in den USA (Leitzins im Dezember bei 5,25%-5,50%). Die Türkei versuchte ihre Hyperinflation mit einem Leitzins von 45,0% zu bekämpfen (Quelle Handelsblatt). Die Arbeitslosenquote in der EU blieb konstant niedrig bei 6,0%, in den USA herrscht mit 3,6% nahezu Vollbeschäftigung. In Deutschland ist das reale Bruttoinlandsprodukt 2023 laut lfW um -0,3% gesunken nach +1,8% Wachstum im Vorjahr. Wichtige Treiber für diese Entwicklung waren der schlechte Konsum und die schwache Exportwirtschaft begründet durch Chinas reduzierte Dynamik. Auch Investitionen entwickelten sich aufgrund hoher Finanzierungskosten schwach (Quelle lfW) Branchenspezifische Rahmenbedingungen Die Produktion in der deutschen chemischen Industrie (ohne Pharma) ist in 2023 um -21,6% deutlich zurück gegangen (Quelle Handelsblatt). Die schwache Konjunktur und die weiterhin teuren Energie- und Rohstoffpreise belasteten die heimischen Chemieunternehmen stark. Die Erzeugerpreise sind nach dem starken Anstieg von 21,9% im Vorjahr mit -1,0% auf diesem hohen Niveau geblieben. Der Umsatz in der Chemieindustrie ohne Pharma sank um -12,0% gegenüber Vorjahr (Quelle VCI), was im Wesentlich auf den Absatzrückgang zurückzuführen ist. Für die Branche war das Jahr 2023 ein erneut schlechtes Jahr. Über 50% der durch das VCI befragten Chemie-Unternehmen in Deutschland mussten Gewinneinbußen oder Verluste hinnehmen (Quelle VCI-Jahrespressekonferenz 2023). Geschäftsentwicklung Die RUDOLF GmbH hatte für das Jahr 2023 angesichts der allgemein erwarteten sehr schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einen starken Umsatzrückgang von -15% geplant. Das Ergebnis vor Steuern (ohne Berücksichtigung von Beteiligungserträgen) wurde deutlich negativ mit einem Verlust von EUR 5 Mio. erwartet. Das Unternehmen konnte sich der allgemeinen Konjunktur und den branchenspezifischen schlechten Determinanten der Chemieindustrie nicht entziehen. Infolge des gesunkenen Absatzes und teils reduzierten Marktpreisen fiel der Umsatzrückgang stärker als geplant aus und belief sich auf -22,1% verglichen zum Vorjahr. Die weiterhin hohen Beratungskosten im Zusammenhang mit der Einführung von SAP S4/HANA sowie die hohen allgemeinen Verwaltungskosten führten zu einem unter Plan liegendem Verlust vor Steuern und Beteiligungsergebnis von EUR -14,0 Mio. Ertragslage Mit einem Umsatz von rund EUR 103,3 Mio. konnte die RUDOLF GmbH im Jahr 2023 das Rekord-Umsatzniveau des Vorjahres (EUR 132,7 Mio.), wie die Chemiebranche im Allgemeinen, nicht halten. Es wurde ein Umsatzrückgang von 22,1% verzeichnet. Dabei verteilten sich die Umsätze wie folgt:
Der Rohertrag (Umsatzerlöse + Bestandsveränderung ./. Materialaufwand) betrug EUR 50,2 Mio. zu EUR 61,0 Mio. im Vorjahr. Die Relation Rohertrag im Verhältnis zum Umsatz stieg deutlich auf 48,6% (Vorjahr 43,8%). Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um EUR 2,1 Mio.. Im Vorjahr war insbesondere eine Ausgleichszahlung in Höhe von EUR 1,0 Mio. aus einem beendeten Rechtsstreit enthalten. Im Rahmen einer konzerninternen Umstrukturierung wechselten 69 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Wirkung zum 1. Juli 2023 in die neue Konzernobergesellschaft RUDOLF Holding SE & Co. KG. Daher reduzierte sich trotz Tarifsteigerungen und Inflationsausgleichskosten insgesamt der Personalaufwand im Berichtsjahr um rund 17,2% auf EUR 29,4 Mio. (Vorjahr: EUR 35,4 Mio.). Die Abschreibungen erhöhten sich durch die im Wesentlichen im Vorjahr getätigten Investitionen in Sachanlagen und Digitalisierung mit der ERP-Software SAP S/4 von EUR 5,2 Mio. auf EUR 6,7 Mio. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Jahr 2023 auf EUR 28,6 Mio. (Vorjahr EUR 24,0 Mio.). Der Anstieg beruht im Wesentlichen auf der Weiterbelastung der Management Dienstleistungen der RUDOLF Holding SE & Co. KG an die RUDOLF GmbH und korrespondiert somit zum Großteil mit dem Rückgang des Personalaufwands. Der Betriebsaufwand ist trotz rückläufiger Produktion aufgrund der gestiegenen Energiekosten nahezu auf Vorjahresniveau. Die RUDOLF GmbH hat im Berichtsjahr keine Dividendenausschüttung (Vorjahr EUR 14,0 Mio.) von der Tochtergesellschaft I B Industriechemie Beteiligungs GmbH, die nahezu alle Beteiligungen der Auslandsgesellschaften der RUDOLF Gruppe hält, vereinnahmt. Die Zinserträge und -aufwendungen haben infolge des angestiegenen Zinsniveaus jeweils stark zugenommen. Der Steuerertrag in Höhe von EUR 1,3 Mio. resultiert aus Vorjahressteuererstattungen durch die Nutzung eines steuerlichen Verlustrücktrags. Der Jahresfehlbetrag beläuft sich auf EUR -12,6 Mio. (Vorjahr Jahresüberschuss EUR +13,6 Mio.). Finanz- und Vermögenslage Die Bilanzsumme verringerte sich zum 31. Dezember 2023 von EUR 171,3 Mio. auf EUR 157,8 Mio. Das Anlagevermögen stieg um EUR 1,0 Mio. auf EUR 70,5 Mio. (Vorjahr EUR 69,5 Mio.). Im Wesentlichen verursachten die nachträglichen Anschaffungskosten zur Erweiterung der Betriebsbereitschaft für das ERP-Programm SAP S/4 HANA in den immateriellen Vermögensgegenständen den Anstieg. Das Umlaufvermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr (EUR 101,2 Mio.) auf EUR 87,1 Mio. reduziert. Die Vorratsbestände konnten nach Stabilisierung der globalen Lieferketten auf EUR 21,2 Mio. (Vorjahr EUR 27,4 Mio.) abgebaut werden. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich korrespondierend zum Umsatzrückgang von EUR 72,4 Mio. auf EUR 64,4 Mio. Auf der Passivseite der Bilanz verringerte sich aufgrund des Jahresfehlbetrags das Eigenkapital von EUR 82,1 Mio. zum 31. Dezember 2022 auf EUR 69,5 Mio. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens reduzierte sich entsprechend zum Bilanzstichtag von 47,9% in 2022 auf 44,0% in 2023, aber zeigt nach wie vor eine sehr solide Kapitaldecke. Die Verbindlichkeiten und Rückstellungen sanken leicht von EUR 89,2 Mio. auf EUR 88,4 Mio. Das Finanzmanagement der Gesellschaft ist auf seine solide und nachhaltige Unternehmensfinanzierung ausgerichtet, die der Gesellschaft eine sehr hohe Freiheit im operativen Geschäft ermöglicht. Die RUDOLF GmbH ist primär durch Eigenkapital und langfristige Bankdarlehen finanziert. Zusätzlich stehen weitere Betriebsmittel- und Aval-Kreditlinien in Höhe von EUR 45 Mio. mit Laufzeiten "bis auf Weiteres" zur Verfügung, die seitens verschiedener Banken gewährt werden und zum Bilanzstichtag mit ca. EUR 20 Mio. bereits teilweise genutzt sind. Investitionen Die Investitionstätigkeit des Unternehmens konzentrierte sich im Jahr 2023 insbesondere auf den Ausbau der Innovation und Digitalisierung der Gesellschaft. Die Investitionen in 2023 betrugen EUR 5,6 Mio. Mitarbeiter Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich FTE 311 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr FTE 342) beschäftigt. Im Rahmen der konzerninternen Umstrukturierung wechselten FTE 69 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Wirkung zum 1. Juli 2024 in die neue Konzernobergesellschaft RUDOLF Holding SE & Co. KG. Ein Schwerpunkt der Geschäftsführung lag in der Entwicklung und Weiterbildung unserer Belegschaft, um das zukünftige Wachstum zu ermöglichen. Dementsprechend möchte die Gesellschaft vor dem Hintergrund des allgemeinen Fachkräftemangels die Mitarbeiter möglichst lange an sich binden. Eine Maßnahme dafür sind Fortbildungen; die Kosten beliefen sich in 2023 auf TEUR 104 (Vorjahr TEUR 102). Die RUDOLF GmbH bietet ferner seinen Beschäftigten zahlreiche Sportmöglichkeiten im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) an. Die Gesellschaft bildet derzeit 17 (Vorjahr 14) Auszubildende und dual Studierende aus. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit aller Mitarbeiter beträgt 14,9 Jahre. 3. Bericht über Risiken und Chancen Risikomanagement Als international agierendes Unternehmen ist RUDOLF im Rahmen der Geschäftsaktivitäten einer Vielzahl von spezifischen Risiken ausgesetzt, die sich gegebenenfalls nachteilig auf die Geschäftsentwicklung sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der GmbH auswirken können. Unter einem Risiko wird die Gefahr verstanden, dass Ereignisse oder Handlungen die Gesellschaft oder eines der Geschäftsfelder daran hindern, seine Ziele zu erreichen. Gleichzeitig ist es für RUDOLF wichtig, mögliche Chancen des Unternehmens zu identifizieren, um diese im Zuge des unternehmerischen Handelns zu nutzen und so die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und auszubauen. Eine Chance bezeichnet die Möglichkeit, aufgrund von Ereignissen, Entwicklungen oder Handlungen die geplanten Ziele zu sichern oder zu übertreffen. Vor diesem Hintergrund ist ein professionelles und wirkungsvolles Risikomanagementsystem ein unverzichtbarer Bestandteil der Unternehmensführung und -steuerung der RUDOLF GmbH. Das Risikomanagement der Firma hat zum Ziel, Chancen und Risiken möglichst früh zu identifizieren, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen Chancen wahrzunehmen sowie geschäftliche Einbußen zu begrenzen. Damit soll eine Bestandsgefährdung der Gesellschaft verhindert und durch verbesserte unternehmerische Entscheidungen langfristig Werte geschaffen werden. Durch die Einbeziehung aller relevanten Managementebenen wird im Unternehmen das Risikobewusstsein geschärft. Zum internen Controlling-System gehört u. a., dass aktuelle und zuverlässige Daten und Informationen in einer sofort verwertbaren Form an alle relevanten Stellen, insbesondere an die Geschäftsführung, geliefert werden. Beispielsweise werden Finanzdaten inkl. Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsatzerlöse mit Deckungsbeiträgen pro Sparte, Produkt, Kunde, Land etc. täglich aktuell zur Information und zur Früherkennung von z. B. Planabweichungen zur Verfügung gestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnungen werden zeitnah monatlich mit allen Abgrenzungen erstellt. Im Folgenden werden die Risiken und Chancen näher beschrieben, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben können. Zusätzlich können Risiken und Chancen, die heute noch nicht bekannt sind oder als unwesentlich eingestuft werden, unsere Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage beeinflussen. Gesamtwirtschaftliche Risiken Volkswirtschaftliche Risiken und Chancen stellen Rahmenbedingungen für die in den nachfolgenden Kategorien genannten Risiken und Chancen dar und fließen als Prämissen in die Quantifizierung dieser Risiken und Chancen ein. Da der gesamtwirtschaftliche Rahmen maßgeblichen Einfluss auf die Absatzmärkte hat und deren Entwicklung zu den größten Risiken und Chancen der Gesellschaft zählt, verbinden sich mit der konjunkturellen Einschätzung entsprechende Risiken und Chancenpotenziale. Bei der RUDOLF-Gruppe sind wir aufgrund unserer Produktionskompetenz an einer Vielzahl von internationalen Standorten mit einer global ausgerichteten Beschaffungs- und Distributionskette, eines breiten, globalen Kundenportfolios und unseres exzellenten Mitarbeiter Know-hows, das wir lokal dem Kunden zur Verfügung stellen, bestmöglich auf die Begegnung gesamtwirtschaftlicher Risiken eingerichtet. Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen Im Grundsatz können die den finanzwirtschaftlichen Risiken und Chancen zugrunde liegenden operativen und finanziellen Risikovolumina in symmetrische und asymmetrische Risiko- und Chancen-Profile unterschieden werden. Bei den symmetrischen Risiko- und Chancen-Profilen sind Risiken und Chancen gleichermaßen gegeben, während bei den asymmetrischen (z. B. Kredit- und Liquiditätsexposures) überwiegend Risiken vorhanden sind. RUDOLF ist grundsätzlich Risiken und Chancen durch die Veränderungen von Marktpreisen, wie Wechselkursen und Zinssätzen, ausgesetzt. Marktpreisveränderungen können einen negativen oder positiven Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens haben. Wechselkursrisiken und -chancen Aus der globalen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten der Gesellschaft folgt, dass mit dem operativen Geschäft sowie den Finanztransaktionen Risiken und Chancen aus Wechselkursschwankungen verbunden sind. Diese resultieren insbesondere aus Schwankungen des US-Dollars und anderer wichtiger Währungen gegenüber dem EUR. Ein Wechselkursrisiko beziehungsweise eine Chance entsteht im operativen Geschäft vor allem dann, wenn Umsatzerlöse in einer anderen Währung anfallen als die zugehörigen Kosten (Transaktionsrisiko). RUDOLF begrenzt Kursschwankungen, indem das Geschäft im Wesentlichen nur in EUR und US$ betrieben wird. Entwicklung der Nachfrage Zu den größten Chancen und Risiken gehört die Entwicklung unserer Absatzmärkte. Auf der Grundlage der derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen plant RUDOLF die Absatzmenge zu halten. Über das Basisszenario hinaus betrachten wir auch Risikoszenarien. Dazu gehört nach wie vor die politische Entwicklung in der Türkei als auch die vermehrten kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit. Starke negative Auswirkungen auf die private und industrielle Nachfrage hätten zudem umfangreiche fiskalische Konsolidierungsbemühungen in Form von Steuererhöhungen und Einschnitten bei den Staatsausgaben. Beschaffungsmarktrisiken und -chancen Die Risiken auf der Beschaffungsseite ergeben sich insbesondere aus den Preisschwankungen bei Rohstoffen sowie deren Verfügbarkeit. Vor dem Hintergrund des intensiven Einflusses durch politische Entwicklungen in den Beschaffungsländern und den Aktivitäten institutioneller Kapitalanleger, die sich in verstärkter Nachfrage nach Rohmaterialinvestments ausdrückt und dadurch eine hohe Preisvolatilität an den Rohstoffmärkten begründet, bleibt die Entwicklung der Preise auf den Rohstoffmärkten ungewiss. Generell sind der Weitergabe der Rohstoff- und Materialverteuerungen über höhere Preise für die hergestellten Produkte aufgrund des ausgeprägten Konkurrenzdrucks auf den internationalen Märkten enge Grenzen gesetzt. Ein drastischer Anstieg der Rohstoffpreise wäre zumindest temporär mit einer beträchtlichen konjunkturellen Wachstumseinbuße verbunden. RUDOLF begegnet den Risiken auf der Beschaffungsseite weiterhin mit einem gezielten Material- und Lieferantenrisikomanagement. Im Rahmen des Materialmanagements wird unter anderem versucht, durch technologische Fortschritte die Abhängigkeiten von einzelnen Materialien zu reduzieren. Gegen die Volatilität bei Rohstoffpreisen sichert sich das Unternehmen durch den Abschluss von Laufzeitverträgen ab sowie durch die eine partielle Vornahme von strategischen Einkäufen, die kurzfristige Risiken für die Materialversorgung sowie Effekte aus den Preisschwankungen besser kalkulierbar machen sollen. Ausfallrisiken Trotz großer Sorgfalt bei der Auswahl von Neukunden können auch in Zukunft Forderungsausfälle grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Bei RUDOLF reduzieren wir Ausfallrisiken für den Forderungsbestand, indem wir die Bonität und das Zahlungsverhalten der Kunden ständig überwachen und entsprechende Kreditlimits festgelegen. Auf Grund der weltweiten Tätigkeit und der diversifizierten Kundenstruktur liegen keine größeren Konzentrationen von Kreditausfallrisiken vor. Zudem werden Risiken durch Kreditversicherungen begrenzt. Rechtsrisiken RUDOLF ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder Verfahren ausgesetzt, beispielsweise in Bezug auf Lieferungen, Produkthaftung, Produktmängel oder Qualitätsproblemen. Derzeit sind aus diesen Bereichen keine Verfahren anhängig, die erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage haben könnten. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass künftige Rechtsstreitigkeiten und Verfahren negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben könnten. Durch die EU Chemikalienpolitik REACH für die chemische Industrie gibt es bereits starke Beeinträchtigungen und Belastungen insbesondere für den Mittelstand. Speziell die 2. Phase von REACH zum Mai 2013 hatte bereits Einschränkungen im Produktportfolio zur Folge, die allerdings durch umgehende Neuentwicklungen ausgeglichen werden konnten. Das Unternehmen bearbeitet mit für diese Aufgabe besonders geschulten und abgestellten Mitarbeitern intensiv die neuen Gesetze und Verwaltungsvorschriften des europäischen und weltweiten Chemikalienrechts. Der Trend zu unterschiedlichen regionalen Chemikaliengesetzgebungen ist seit einigen Jahren zu verfolgen und wird uns auch in Zukunft vor immer neue und schwierige Herausforderungen stellen. Digitale Sicherheit Die RUDOLF GmbH ist den allgemeinen Risiken im Zusammenhang mit einem Cyberangriff auf ihre Systeme ausgesetzt. Das Unternehmen trifft fortwährende Maßnahmen, um die IT-Infrastruktur gegen Cybercrime abzusichern. Ein Angriff könnte sich negativ auf die zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Das Unternehmen geht mit einer Vielzahl von ergriffenen Maßnahmen gegen Cyberkriminalität vor und ist gegen das Risiko versichert. Liquiditätsrisiken und -chancen Die Banken haben ihre restriktive Kreditvergabepolitik weitgehend beibehalten oder sogar verstärkt, da die Refinanzierung der Europäischen Banken durch den Anstieg des Leitzinses der Europäischen Zentralbank verteuert wurde. Dies schlug sich vielfach in erhöhten Finanzierungskosten für die Kreditnehmer nieder. Diese Entwicklung kann den finanziellen Handlungsspielraum des Unternehmens und von Kunden der Gesellschaft einschränken. Die RUDOLF GmbH ist angesichts ihrer Bonität, die sich insbesondere im Konzern manifestiert, und durch effiziente Verhandlungen mit unseren Partnerbanken nicht von dieser restriktiven Kreditvergabepolitik betroffen. Durch langfristig aufgelegte Kredite und verbindlich zugesagte Betriebsmittelkreditlinien mit Laufzeiten bis auf Weiteres in gut ausreichender Form seitens unserer Hausbanken haben wir uneingeschränkten Zugang zu umfangreichen liquiden Mitteln. Für die RUDOLF GmbH und ihre Tochtergesellschaften ist eine hohe Liquidität gegeben. Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation des Unternehmens Die Gesamtrisikosituation des Unternehmens setzt sich aus den Einzelrisiken aller Risikokategorien der Geschäftsfelder und Zentralfunktionen zusammen. Dort sind Risiken, die allein oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, nicht erkennbar. Vor dem Hintergrund, dass weiterhin beträchtliche gesamtwirtschaftliche und branchenbedingte Risiken bestehen, können Rückschläge auf dem Weg zur nachhaltigen Realisierung unserer angestrebten Wachstums- und Renditeziele nicht völlig ausgeschlossen werden. Wir sind uns der Risiken bewusst und arbeiten fortlaufend gemeinsam und direkt an adäquaten Lösungen. 4. Prognosebericht Zum Jahresanfang herrscht in der Chemiebranche weiterhin Rezessionsstimmung. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate sind negativ. Damit dürften weiterhin Aufträge im Chemiegeschäft fehlen. Der VCI geht deshalb für das kommende Jahr nicht davon aus, dass die Chemieproduktion wieder ansteigt. Beim Branchenumsatz (ohne Pharma) wird ein Minus von 3% erwartet (VCI-Jahrespressekonferenz). Die sehr hohen Energiekosten sind dabei nur eine von vielen Herausforderungen. Ebenso erschweren die marode Infrastruktur, der Fachkräftemangel oder die überbordende Bürokratie und Regulierung die Entwicklung der Chemieindustrie. Grundlage für die Einschätzung der künftigen Entwicklung der RUDOLF GmbH ist die vom Management in mehreren Szenarien gründlich erarbeitete Unternehmensplanung. Der Plan prognostiziert für das Geschäftsjahr 2024 eine leicht positive Umsatzentwicklung. Das Ergebnis vor Steuern und Beteiligungsergebnis wird sich gegenüber dem Vorjahresergebnis stark verbessern, aber weiterhin deutlich negativ ausfallen. Dies wird u. a. auch getragen von Kosteneinsparmaßnahmen in den variablen und insbesondere den Fixkosten des Unternehmens. Gleichwohl verfügt die Gesellschaft über eine ansprechende solide Eigenkapitaldecke, die einen deutlichen Risikopuffer darstellt, um sich gegebenenfalls schwierigen Gegebenheiten entgegen stellen zu können. Die RUDOLF GmbH hat in 2023 bei ihren Hausbanken weitere neue Finanzmittel in Form von langfristigen Festdarlehen aufgenommen, die die geplanten Investitionen u.a. auch in Hinsicht auf die allgemein erwartete steigende Sollzinsentwicklung gut und ausreichend absichern. 5. Nachtragsbericht Bezüglich der Berichterstattung zu Vorgängen von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag verweisen wir auf die Ausführungen im Anhang.
Geretsried, 29. März 2024 Die Geschäftsführung der RUDOLF GmbH BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Rudolf GmbH, Geretsried Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Rudolf GmbH, Geretsried, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Rudolf GmbH, Geretsried, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, 19. April 2024 GKK
PARTNERS Audit GmbH
Alexander Streidl, Wirtschaftsprüfer Stefan Schmittner, Wirtschaftsprüfer |
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