Stammdaten

Register
Amtsgericht Mainz HRB 32429
Vorher
LSG-Sky Food GmbH
Eingetragen
6.7.1994
Branche
BeteiligungsgesellschaftenKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und NichtwohngebäudenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Wein, Sekt und Spirituosen
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Lagerung, die Produktion, die Weiterverarbeitung sowie der An- und Verkauf von Lebensmittteln an Fluggesellschaften, Betriebe und Wiederverkäufer. Die Gesellschaft kann auch gleiche oder ähnliche Unternehmen erwerben, sich an solchen beteiligen und alle Rechtsgeschäfte vornehmen, die mit dem von der Gesellschaft betriebenen Gewerbe in irgendeinem Zusammenhang stehen. Sie darf auch Zweigniederlassungen errichten. Ferner darf diese auch Grundstücke erwerben, veräußern und belasten.

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Tanja Curtis
seit 4.1.2024
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Gate Gourmet Switzerland Holding GmbHCHE
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
26.000 €
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Evertaste GmbH

Alzey

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019

der Evertaste GmbH

Grundlagen der Gesellschaft

Die Evertaste GmbH, Alzey ("die Gesellschaft" oder kurz "Evertaste"), ist Produzent von Tiefkühlmahlzeiten für das Catering von Fluggesellschaften, Kantinen, Tankstellen oder den Einzelhandel in Europa.

Alleinige Gesellschafterin der Evertaste GmbH ist die Lufthansa Service Holding AG mit Sitz in Neu-Isenburg.

Die Evertaste GmbH wurde im Geschäftsjahr 2019 nach den KPIs "Net Revenue" und "LH-EBIT" gesteuert. Die KPIs basieren auf dem für den Deutsche Lufthansa-Konzern bereitgestellten IFRS-Zahlenwerk. Das LH-EBIT ergibt sich im Wesentlichen aus dem Ergebnis vor Steuern nach der Korrektur von Zinsergebnis und Ergebniseffekten aus der Bewertung und Realisierung von Finanzschulden. Abweichend vom handelsrechtlichen Jahresabschluss handelt es sich bei den KPIs um Ergebnisse nach IFRS.

Der Betrieb wird auch mit Hilfe der Anzahl der produzierten Mahlzeiten als nichtfinanzieller Leistungsindikator gesteuert.

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich vor allem aufgrund anhaltender Handelskonflikte im Jahr 2019 auf 2,6 Prozent verringert (Vorjahr: 3,2 Prozent). Dieser Trend zeigte sich auch in Nordamerika, wo die Wachstumsrate auf 2,3 Prozent gefallen ist, dem schwächsten Wachstum seit 2016 (Vorjahr: 2,9 Prozent). Trotz Einbußen verzeichnete die Region Asien/Pazifik mit einem Plus von 4,3 Prozent (Vorjahr: 4,8 Prozent) weiterhin das stärkste Wachstum. Das Wirtschaftswachstum in China verlangsamte sich auf 6,2 Prozent (Vorjahr: 6,6 Prozent). In Europa lag das Wirtschaftswachstum bei 1,4 Prozent (Vorjahr: 2,1 Prozent). Die deutsche Wirtschaft wuchs um 0,5 Prozent (Vorjahr: 1,5 Prozent) und damit langsamer als die europäischen Nachbarländer.

Der Euro wertete im Jahresdurchschnitt gegenüber allen anderen Hauptwährungen ab. Der durchschnittliche Wechselkurs gegenüber dem Britischen Pfund ging dabei um 1 Prozent ab. 1

Die Eintrübung der gesamtwirtschaftlichen Lage wirkte sich auch spürbar auf die Nachfrage nach Flugreisen aus. So verlangsamte sich das Wachstum der weltweit verkauften Passagierkilometer gemäß Berechnungen der International Air Transport Association (IATA) und betrug im Jahr 2019 nur noch 4 Prozent (Vorjahr: 7 Prozent). Damit liegt das Wachstum im Jahr 2019 unter dem Niveau der durchschnittlichen Wachstumsrate der vergangenen fünf Jahre. 2

Regional zeigt sich erneut ein differenziertes Bild. Fluggesellschaften aus den Regionen Asien/Pazifik und Afrika wiesen dabei mit jeweils 5 Prozent das höchste Wachstum an verkauften Passagierkilometern aus. Der Absatz der deutschen Fluggesellschaften stieg gemäß den Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) um 1,3 Prozent.

Der europäische Markt für Flugreisen war im Jahr 2019 deutlich von dem gesamtwirtschaftlichen Abschwung, Überkapazitäten und einem harten Wettbewerb geprägt. Dies belastete die Preisentwicklung in Europa über das gesamte Jahr hinweg negativ. Operativ verliefen jedoch vor allem die Sommermonate, in denen es im Jahr 2018 zu vielen Flugausfällen und Verspätungen durch infrastrukturelle Engpässe in der gesamten Luftfahrtbranche gekommen war, in 2019 deutlich stabiler. 3

Steigende Passagiervolumina sowie die zunehmende Nachfrage nach Convenience Produkten prägen die von der LSG Group bedienten Marktsegmente Flugverkehr, Zugverkehr und Einzelhandel. Gerade auf Kurz- und Mittelstreckenflügen verdrängen Bordverkaufskonzepte zunehmend die traditionellen Full-Catering-Angebote. Nahrungsmittelhersteller sind stärker denn je gefordert, die hohen Ansprüche der Konsumenten nach Individualität, Vielfalt, Frische und Transparenz in der Lieferkette zu erfüllen und müssen ihre Produktkonzepte und Produktionsmethoden fortlaufend modernisieren.

Geschäftsverlauf und operative Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2019 müsste die Gesellschaft Umsatzrückgänge gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Dies ist vor allem auf zwei Kundenverluste zurückzuführen.

Des Weiteren war das gesamte Geschäftsjahr geprägt vom bevorstehenden Verkauf des Europageschäfts der LSG Group (inklusive der Evertaste) an die gategroup. Dies hatte aufgrund von Gewerkschafts- und Mitarbeiterreaktionen u.a. reduzierte Beladekonzepte der konzerninternen Caterer in der zweiten Jahreshälfte zur Folge.

Die Lufthansa Group und gategroup haben am 6./7. Dezember 2019 einen Kaufvertrag über das Europageschäft der LSG Group geschlossen. Der Vertrag umfasst neben den europäischen Catering Betrieben auch das Lounge-Geschäft sowie die europäischen Aktivitäten des Convenience Retail-Spezialisten Evertaste, das Equipment-Geschäft SPIRIANT sowie die Einzelhandelsgeschäfte der Marke "Ringeltaube".

Teil des Kaufvertrags ist ein langjähriger Vertrag für das Catering an den Drehkreuzen Frankfurt und München mit Lufthansa German Airlines. An den beiden Werken in Frankfurt und München, die dort den Bordservice für Flüge von Lufthansa German Airlines liefern, bleibt die Lufthansa Group mit einem Minderheitsanteil an einem neu zu gründenden Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. Damit werden ein nahtloser Übergang des Cateringgeschäftes und ein erfolgreicher Start der Zusammenarbeit sichergestellt. Die EU-Kommission hat am 3. April 2020 dem Verkauf unter Auflagen zugestimmt.

Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage

Mit Umsatzerlösen von TEUR 56.606 hat die Gesellschaft gegenüber dem Vorjahr einen weiteren Rückgang zu verzeichnen (Vorjahr: TEUR 60.698, Rückgang um -6,7%), der im Wesentlichen auf die Beendigung zweier Airline-Verträge zurückzuführen ist, die zusammen ein Volumen von EUR 3,6 Mio ausmachten.

Positiv ist für das abgelaufene Geschäftsjahr zu vermelden, dass im Verlauf des Geschäftsjahres 2019 in kleineren Geschäftssegmenten Zusatzgeschäft generiert werden konnte (für 2019 zusammen TEUR 307), dass in den kommenden Jahren ausgebaut werden soll.

Der weitere Rückgang des Umsatzes ist auf im Vorjahr bereits verlorene Geschäftsanteile zurückzuführen, die in 2018 nur mit einem Teilumfang, für 2019 jedoch vollumfänglich zu Buche schlugen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von TEUR 1.039 in 2018 auf TEUR 2.134 in 2019 an. Neben einer Innovationsförderung von der DLH (TEUR +230) waren die Auflösung von Rückstellungen (TEUR +774) der wesentliche Grund für diese deutliche Erhöhung.

Die Preise im Materialaufwand zeigten sich 2019 über alle Produktgruppen relativ stabil, so dass mit zusätzlichen Einsparungsprojekten die Materialaufwandsquote (korrigiert um die Bestandsveränderung) von 55,2% in 2018 auf 55,9% im Geschäftsjahr nur leicht angestiegen ist. Insgesamt betrug der Materialaufwand 2019 TEUR 30.461, der Vorjahreswert lag bei TEUR 33.820.

In 2019 beschäftigte Evertaste durchschnittlich 427 Mitarbeiter, das sind 14 weniger als im Vorjahr (441), -3,2%. Der Personalaufwand sank gegenüber dem Vorjahr von TEUR 15.609 auf TEUR 15.329 in 2019. Aufgrund von Tariferhöhungen stieg jedoch die Personalaufwandsquote von 25,7% auf 27,1%.

Die Abschreibungen lagen 2019 mit TEUR 1.734 auf Vorjahresniveau (2018: TEUR 1.729).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen 2019 mit TEUR 7.049 auf Vorjahresniveau (Vorjahr TEUR 7.084). Sie umfassen größtenteils Aufwendungen für Reparaturen und Wartungen in Höhe von TEUR 1.258 (Vorjahr: TEUR 1.208), Mietaufwendungen TEUR 843 (Vorjahr: TEUR 872), Aufwendungen für Textilpflege und Reinigung TEUR 1.387 (Vorjahr: TEUR 1.269) und Aufwendungen für konzerninterne Leistungen TEUR 1.025 (Vorjahr: TEUR 986).

Bedingt durch die oben genannten Effekte liegt das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2019 bei TEUR 3.407 (Vorjahr: TEUR 3.679). Das LH-EBIT beträgt im Berichtszeitraum TEUR 3.709 (Vorjahr: TEUR 4.784; Budget 2019: TEUR 5.931). Die Abweichung zum handelsrechtlichen Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit resultiert im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Bewertung der personenbezogenen Rückstellungen nach HGB und IFRS und der Nicht-Berücksichtigung von Aufwendungen für konzerninterne Serviceleistungen im LH-EBIT.

Insgesamt ergibt sich nach dem Finanzergebnis von TEUR -315 (Vorjahr TEUR -304), Steuern vom Einkommen und vom Ertrag von TEUR 938 (Vorjahr: TEUR 1.061) und unter Berücksichtigung sonstiger Steuern von TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 1) eine Gewinnabführung an die LSG Lufthansa Service Holding AG von TEUR 2.154 (Vorjahr: TEUR 2.313).

Im Geschäftsjahr 2019 hat die Gesellschaft Net Revenues in Höhe von TEUR 56.383 erwirtschaftet (Vorjahr: TEUR 60.596; Budget 2019: TEUR 62.600). Die Net Revenues entsprechen dabei den Umsatzerlösen der Gesellschaft nach IFRS. Die Entwicklung der Net Revenues ist dabei auf die beschriebenen Kundenverluste zurückzuführen. Das vorgenannte LH-EBIT liegt TEUR 2.222 unter Budget und TEUR 1.075 unter Vorjahr. Im Wesentlichen ist dies auf die niedrigeren Umsätze und einen Einmaleffekt nach IFRS zurückzuführen. Nach IFRS kam es zu einer Erhöhung der Mietaufwendungen, da ein bis Anfang 2019 betriebenes Finanzierungsleasing in ein konzerninternes Mietverhältnis umgewandelt wurde, was eine Erhöhung der Mietaufwendungen und damit eine Ergebnisbelastung von TEUR 502 zur Folge hatte.

Insgesamt produzierte die Gesellschaft im Berichtszeitraum 33.419.631 Mahlzeiten (Vorjahr: 37.411.025 sowie im Budget 2019: 37.469.371). Die Abweichung zum Vorjahr und Budget resultiert aus den beschriebenen Kundenverlusten.

Die Bilanzsumme der Evertaste war im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich rückläufig und reduzierte sich von TEUR 27.974 in 2018 auf TEUR 19.944 in 2019 (TEUR -8.030). Maßgeblich hierfür ist im Anlagevermögen die Tilgung eines Mieterdarlehens in Höhe von TEUR 3.931, das die Gesellschaft der BOMA Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG im Jahr 2014 gewährt hatte. Dieses Darlehen hatte die Gesellschaft durch die Aufnahmen eines betragsgleichen Darlehens von der LSG AG finanziert. Die Darlehensverbindlichkeit gegenüber der LSG AG wurde mit der Zahlung der BOMA Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG ebenfalls getilgt. Insgesamt reduzierte sich das Anlagevermögen von TEUR 11.020 im Vorjahr auf TEUR 6.508 in 2019 (TEUR -4.512), was zu einer Reduzierung der Anlageintensität führte (2019: 32,6 %, 2018: 39,4%). Das Umlaufvermögen verringerte sich zum 31.12.2019 von TEUR 16.954 auf TEUR 13.437 (TEUR -3.517). Im Wesentlichen gingen hier die Forderungen gegen verbundene Unternehmen zurück (von TEUR 7.886 in 2018 auf TEUR 5.286 in 2019), was mit TEUR 1.638 auf das Lufthansa-Finanzverrechnungskonto zurückzuführen ist.

Das Eigenkapital blieb aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages mit TEUR 26 2019 gegenüber dem Vorjahr unverändert. Auf der Passivseite entwickelten sich die Rückstellungen stark rückläufig und gingen von TEUR 4.291 in 2018 auf TEUR 2.280 in 2019 zurück. Dabei entfällt der Rückgang im Wesentlichen auf die Rückstellungen für Personalkosten (TEUR -740), für Kundenboni (TEUR -509) und ausstehende Rechnungen (TEUR -701). Ebenfalls reduzierten sich die Verbindlichkeiten von TEUR 23.658 in 2018 auf TEUR 17.639 im abgelaufenen Geschäftsjahr. Im Wesentlichen ist dies auf die Tilgung des Darlehens gegenüber der LSG AG (TEUR 3.931) zurückzuführen.

Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr 2019 TEUR 1.261 (Vorjahr: TEUR 1.542).

Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt bei Bedarf über die Konzernmuttergesellschaft Deutsche Lufthansa AG. Das Kontrahentenlimit der Gesellschaft beträgt TEUR 6.000 und wurde zum Stichtag 31.12.2019 bei einem positiven Saldo auf dem Finanzverrechnungskonto i. H. v. TEUR 3.575 nicht in Anspruch genommen.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Ertragslage der Gesellschaft im operativen Geschäft im Geschäftsjahr 2019 wurde insbesondere durch den intensiven Wettbewerbs- und Preisdruck geprägt, der auch im zweiten Jahr in Folge zu einer negativen Umsatz- und Geschäftsentwicklung geführt hat. Dennoch weist die Evertaste GmbH auch in 2019 wieder eine erfreulich hohe Umsatzrendite (Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) von 6,0% (im Vorjahr 6,1%) aus. Weiterhin war das Geschäftsjahr vom Verkauf des Europageschäfts der LSG Group geprägt.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt, da die Gesellschaft über ihre Konzernbeziehungen zur LSG Lufthansa Service Holding AG und aufgrund ihrer Einbindung in das Cashpooling der Deutsche Lufthansa AG mit einem zum 31.12.2019 ausgewiesenen Guthaben auf dem Finanzverrechnungskonto in Höhe von TEUR 3.575 über einen gesicherten Zugang zu liquiden Mitteln verfügt. Zum Zeitpunkt des Gesellschafterwechsels im Rahmen des Closings wird ein vorhandenes Guthaben auf dem Finanzverrechnungskonto an die Gesellschaft ausgezahlt.

Risikobericht

Risiken werden als mögliche zukünftige Entwicklungen oder Ereignisse verstanden, die zu einer negativen Plan-, Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Die bewusste Steuerung von Risiken ist ein integraler Faktor der Unternehmensführung. Das Management von Risiken ist in die bestehenden Geschäftsprozesse integriert.

Die Risikostrategie wird durch die risikopolitischen Grundsätze konkretisiert. Diese umfassen die Identifikation von Risiken, die Transparenz und Vergleichbarkeit von Risiken, die Eindeutigkeit von Risikoverantwortlichkeiten, die Bewertung von Risiken und deren proaktive Steuerung und Überwachung, die Umsetzung notwendiger Maßnahmen sowie die Abstimmung der risikorelevanten Informationen mit den Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozessen. Die risikopolitischen Grundsätze werden in der vom Vorstand der LSG Lufthansa Service Holding AG erlassenen Risikomanagement-Richtlinie geregelt, die darüber hinaus alle methodischen und organisatorischen Standards im Umgang mit Risiken verbindlich festlegt. Die Risiken sind nachfolgend im Hinblick auf Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung auf die Erreichung der Prognosen bzw. der angestrebten Ziele absteigend angeordnet.

Weltweit bestehen Risiken durch die Übertragung von Infektionserregern vom Tier zum Menschen, von Mensch zu Mensch sowie auf anderen Wegen (z. B. Schmierinfektionen). Durch epidemische, pandemische oder sonstige Ausbreitungsmuster wie Bioterrorismus drohen hohe Krankheitsraten in verschiedenen Ländern, Regionen oder Kontinenten. Dies kann kurz-, mittel und langfristig dazu führen, dass das Fluggastaufkommen im Luftverkehr aus Angst vor Ansteckung drastisch sinkt, was eine entsprechend negative Auswirkung auf das Airline Catering zur Folge hätte. Durch hohe Krankheitsraten der Mitarbeiter kann der operative Betrieb gefährdet sein. Ebenso können behördliche Restriktionen insbesondere im Zuge des Infektionsschutzes zur Unterbrechung von Infektionsketten zu operativen Einschränkungen führen. Die LSG Group prüft permanent Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des amerikanischen und europäischen Centers of Disease Control, des deutschen Robert-Koch-Instituts und weiterer Institutionen (z. B. Corona Task Force Hessen und Bayern), um epidemische oder pandemische Gefährdungen bestmöglich frühzeitig aufdecken zu können. Alle Mitarbeiter werden proaktiv informiert, erhalten persönliche Schutzausrüstung und in der gesamten LSG Group werden jährlich, in Zusammenarbeit mit dem betriebsmedizinischen Dienst, Influenzaimpfungen angeboten. Die LSG Group hat die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für den Umsatz und das EBIT in verschiedenen Szenarien berechnet. Die weitere Entwicklung der Krise und die Reaktion der Konsumenten darauf, insbesondere hinsichtlich ihrer Nachfrage nach Flugreisen, ist allerdings nicht final abschätzbar. Es besteht somit das Risiko, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise wesentlich schwerwiegender sind als prognostiziert.

Für die Gesellschaft ist es von größter Bedeutung, dass die Verarbeitung von Lebensmitteln und jedwede weitere hygienerelevante Dienstleistung mit höchster Qualität und unter Berücksichtigung sämtlicher Hygienestandards erfolgt. Um eine frühzeitige Erkennung potenzieller Qualitätsmängel sicherzustellen, kommen zertifizierte Qualitätsmanagement-Systeme (HACCP) zum Einsatz. Diese Systeme überwachen und steuern die Qualitätssicherung und stellen Produktstandards sicher. Die aktuelle Situation zwingt die Gesellschaft, sämtliche, schon in Normalzeiten sehr umfangreichen Hygienemaßnahmen deutlich und kostenintensiv zu steigern (bspw. Tragen von Atemschutzmasken für alle Produktionsmitarbeiter, Verdoppelung der Putz- und Desinfektionsarbeiten, Mitarbeiterunterweisungen). Durch kontinuierliche Investitionen in Produktionsstätten und -mittel sowie die Verwendung moderner Technologien betreibt die LSG Group weitere Optimierungsmaßnahmen, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Qualitätsprozessen fördern. Unterstützt wird der Modernisierungsprozess durch intensive Trainingsmaßnahmen, Lern- und Problemlösungsworkshops und Richtlinien. Darüber hinaus bestehen im Bereich der operativen Prozesse Produktivitätsrisiken, die sich unter anderem im Rahmen von Produktumstellungen, Konzeptwechseln und dem Buchungsverhalten ergeben.

Das Markt- und Wettbewerbsumfeld der LSG Group ist nach wie vor von einer Konsolidierung auf Kunden- und Wettbewerbsseite geprägt. Die daraus resultierenden Kostensenkungsmaßnahmen der Fluggesellschaften führen zu Kostensenkungen im Catering, die sich in anhaltendem Preisverfall und der Reduzierung der Servicelevel, z.B. durch Umstellung auf einfacher herzustellende Produkte, niederschlagen.

Die Geschäftsprozesse werden in allen Bereichen durch IT unterstützt. Mit dem Einsatz von IT gehen auch Risiken für die Stabilität der Geschäftsprozesse sowie für die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität von Informationen und Daten einher. Ein etablierter IT-Risikomanagement-Prozess sorgt dafür, dass die IT-Risiken erkannt und bewertet sowie entsprechende Maßnahmen zur Risikoreduzierung eingeleitet werden. Die IT-Systeme werden regelmäßig hinsichtlich ihres Schutzbedarfes überprüft.

Nationale wie internationale Regularien, beispielsweise brandschutzrechtliche Regelungen, Hygienevorschriften, die Vergabe von Catering-Lizenzen an Flughäfen oder Vorschriften bezüglich der Arbeitssicherheit, tangieren das operative Geschäft der Gesellschaft und verpflichten diese gleichzeitig zur Einhaltung dieser Regelungen. Aus der Nichteinhaltung von derartigen Regelungen könnte durch Betriebsschließungen ein erheblicher Schaden für das Unternehmen entstehen. Aufgrund entsprechender Maßnahmen wird die Eintrittswahrscheinlichkeit eines solchen Falles jedoch auf ein Minimum reduziert.

Aufwendungen für Nahrungsmittel und Personal stellen einen wesentlichen Kostenfaktor für die LSG Group dar. Starke Veränderungen der Lebensmittelpreise sowie deutliche Erhöhungen der Arbeitsentgelte können somit das operative Ergebnis beeinflussen. Die LSG Group versucht, durch verschiedene Instrumente im Rahmen des Risikomanagements Preissteigerungen zu kompensieren. Neben zentralen Einkaufsorganisationen, welche Kostenvorteile generieren sollen, können vor allem geeignete Vertragsklauseln - soweit umsetzbar - in Verträgen mit Kunden inflationäre Preisentwicklungen entgegenwirken.

Die Lufthansa Group überprüft die Aviation Services, zu dem unter anderem die LSG Group beziehungsweise das Geschäftsfeld Catering zählt, kontinuierlich auf ihren Wertbeitrag und die fokussierte Weiterentwicklung. Dabei überprüft die Lufthansa Group regelmäßig die Attraktivität einzelner Marktsegmente, die gegenwärtige Wettbewerbsposition und künftigen Erlöspotenziale der Geschäftsfelder sowie die von diesen realisierten Synergien und insbesondere den Wertbeitrag für die Airlines. Hierbei kann auf Geschäftsfeldebene eine differenzierte Weiterentwicklung der Aviation Services Gesellschaften (z. B. der LSG Group) innerhalb oder außerhalb der Lufthansa Group beziehungsweise gemeinsam mit Partnern sinnvoll sein, um langfristiges Wachstum und nachhaltige Profitabilität sicherzustellen. In diesem Zusammenhang haben die Lufthansa Group und gategroup am 6./7. Dezember 2019 einen Kaufvertrag über das Europageschäft der LSG Group geschlossen. Im Rahmen des Verkaufsprozesses können Gerüchte und Mutmaßungen schnell zu einer Unruhe in der Belegschaft führen verbunden mit dem Risiko, dass wichtige Funktions- und Know-how-Träger planen, die LSG Group zu verlassen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Unsicherheit, welche mit dem Verkaufsprozess verbunden ist, negativ auf den gesundheitlichen Zustand von Mitarbeitern auswirken kann mit der Folge, dass es zu Beeinträchtigungen im Produktionsprozess kommen könnte. Die LSG Group begegnet diesem Risiko, indem sie offen, direkt und so konkret wie möglich über den Stand des Planungs- und Entscheidungsprozesses kommuniziert. Um die Stabilität der Gesellschaften des LSG EU-Perimeters zu gewährleisten, werden zwischen gategroup und Lufthansa bzw. LSG Group Transitional Services Agreements im IT- und Non-IT-Bereich abgeschlossen. Dadurch verringern sich die technischen Risiken durch das Closing erheblich.

Chancenbericht

Die Gesellschaft agiert in einem Umfeld, das aufgrund seiner globalen Vernetzung und hohen Dynamik permanent neue Erfolgspotenziale entstehen lässt, u. a. in Bezug auf Veränderungen der Kundenwünsche, Produkte, Marktstrukturen oder regulatorischen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus ergeben sich aufgrund der besonderen Innovationskraft und Wettbewerbsdifferenzierung sowie dem Qualitätsstreben der Mitarbeiter fortlaufend Potenziale für innerbetriebliche Verbesserungen in allen Bereichen. All diese internen wie externen, positiv werttreibenden Potenziale stellen Chancen dar. Als Chancen werden daher mögliche zukünftige Entwicklungen oder Ereignisse verstanden, die zu einer positiven Plan-, Prognose- bzw. Zielabweichung führen können und damit potenzielle Wettbewerbsvorteile generieren. Die Chancen sind nachfolgend im Hinblick auf Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung auf die Erreichung der Prognosen bzw. der angestrebten Ziele absteigend angeordnet.

Das Management ist darauf fokussiert, systematisch Chancen zu identifizieren. Im Rahmen von Szenario-Analysen sowie fundierten Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen werden die Chancen und die mit ihnen einhergehenden Risiken analysiert. Chancen, die im Rahmen einer Gesamtbetrachtung für die Entwicklung der Gesellschaft und damit für die Interessen ihrer Anteilseigner als vorteilhaft erachtet werden, werden mittels gezielter Maßnahmen verfolgt und umgesetzt. Die Steuerung erfolgt durch die etablierten Planungs- und Prognoseprozesse.

Durch den bevorstehenden Wechsel zum neuen Eigentümer gategroup erwartet die Geschäftsführung neue Chancen in Bezug auf Marktstellung und Positionierung der Gesellschaft.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf die Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage sowie Cashflows. Sollte sich die Weltwirtschaft nach der Corona-Krise deutlich dynamischer als erwartet entwickeln, wird dies die Geschäftsentwicklung positiv beeinflussen. Zukünftige Umsätze und Ergebnisse könnten in diesem Fall die aktuellen Erwartungen übertreffen.

Im Bereich Kundenbedürfnisse sind Entwicklungen hin zu neuen Ausgestaltungswünschen des Caterings zu beobachten. Konkret drückt sich dies beispielsweise in einer zunehmenden Nachfrage nach innovativen Lösungen, vereinfachten Konzepten an Bord, dem verstärkten Wunsch der Airlines aus dem mittleren Osten nach Halal Produkten sowie der Nachfrage der Full Service Carrier nach hochwertigeren Produkten aus.

Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation

Die Ausbreitung des Coronavirus und seine Auswirkungen auf den globalen Flugverkehr haben die Gesamtrisikosituation der Gesellschaft gegenüber dem Vorjahr verändert. Der erhebliche Rückgang des Flugverkehrs im Rahmen der Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass sich die Gesellschaft in einer angespannten Liquiditätssituation befindet. Die Evertaste wirkt dem mit der Reduzierung von Ausgaben auf das betriebsnotwendige Minimum entgegen. Unter anderem wird, soweit dies umsetzbar ist, das Instrument Kurzarbeit zur Flexibilisierung der Personalkosten eingesetzt.

Darüber hinaus wurde die Erhöhung des Kreditrahmens der Evertaste ab Juli 2020 von bislang EUR 6,0 Mio auf EUR 8,0 Mio in die Wege geleitet, wodurch die Liquidität des Unternehmens auch weiterhin gesichert werden soll.

Mit dem anstehenden Wechsel in die gategroup erwartet sich Evertaste als Gesellschaft, wie auch als europaübergreifendes Gesamtkonzept, eine bessere Platzierung am Markt und damit erhebliche Wachstumschancen.

Der Fortbestand der Gesellschaft ist davon abhängig, dass es nicht zu einem erneuten wirtschaftlichen Stillstand infolge der Corona-Pandemie über einen längeren Zeitraum kommt bzw. dass eine erfolgreiche Fortsetzung der Geschäftstätigkeit wieder eintritt, die Deutsche Lufthansa AG bei Closing in der Lage ist, einem etwaigen Anspruch der Gesellschaft auf Auszahlung ihres Liquiditäts-Guthabens im Rahmen des Cash-Pool-Systems nachzukommen und die Deutsche Lufthansa AG bzw. nach dem Gesellschafterwechsel die gategroup in der Lage ist, die Evertaste bei Bedarf mit ausreichend Liquidität zu versorgen oder die Evertaste eine andere Möglichkeit der Liquiditätsbeschaffung hat. Diese Krise stellt für die Gesellschaft ein bestandsgefährdendes Risiko dar und die Gesellschaft ist möglicherweise nicht in der Lage, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf ihre Vermögenswerte zu realisieren sowie ihre Schulden zu begleichen. Die Geschäftsführung geht aktuell jedoch davon aus, dass die Deutsche Lufthansa AG bei Closing in der Lage ist, den finanziellen Ausgleich des Cash-Pools zu leisten. Ferner geht die Geschäftsführung davon aus, dass die Deutsche Lufthansa AG bzw. nach Closing die gategroup der Gesellschaft bei Bedarf liquide Mittel zur Verfügung stellen kann. Durch diese Maßnahmen sind aus Sicht der Geschäftsführung die Liquiditätsreserven der Evertaste ausreichend, um die finanziellen Auswirkungen der Krise zu kompensieren.

Prognosebericht

Die International Air Transport Association (IATA) hat ihre ursprünglich aufgestellte Prognose eines Wachstums des Passagierverkehrs um 4 Prozent aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus im April 2020 revidiert. Sie geht nun davon aus, dass die Fluggesellschaften weltweit einen Umsatzverlust in Höhe von 314 Mrd. USD verzeichnen werden, was einem Rückgang von 48 Prozent entspricht.

Im oben genannten Szenario, welches eine extensive Ausbreitung des Coronaviruses unterstellt, rechnet die IATA mit einem Rückgang von 50 Prozent und 113 Mrd. USD für die Region Asien/Pazifik, mit 36 Prozent und 64 Mrd. USD für die Region Nordamerika sowie mit 55 Prozent und 89 Mrd. USD für den europäischen Markt. Eine Erholung auf das Flugvolumen vor Ausbreitung des Coronavirus wird erst für das Jahr 2023 erwartet.

In Abhängigkeit der Entwicklung des weltweiten Passagieraufkommens ändert sich die Nachfrage nach Bordverpflegung. Dabei ist die Cateringbranche wie die Airline Industrie von der aktuellen Unsicherheit aufgrund der Corona-Krise geprägt. Der immer stärkere Kundenfokus auf Nachhaltigkeit sowie Minimierung der physischen Kontakte bietet Chancen aus dem Angebot innovativer, nachhaltiger Produkte für den Bordservice. Digitale Vorauswahl- und Bestellmöglichkeiten sind daher weiterhin eine wesentliche Voraussetzung für weiteres Wachstum.

Die Luftfahrtindustrie ist stärker und unmittelbarer als andere Branchen von den Folgen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus betroffen. Das Coronavirus hat weltweit zu einer Vielzahl von Reisebeschränkungen bei Unternehmen, der Absage von Veranstaltungen und einer starken Verunsicherung bei Konsumenten geführt. Die Auswirkungen auf die Nachfrage nach Flugreisen und damit auf die Nachfrage nach Bordverpflegung sind erheblich, Prognosen sind aufgrund der dynamischen weltweiten Entwicklung und der fehlenden generellen Erfahrung mit Pandemien dieser Größenordnung weiterhin mit deutlichen Unsicherheiten verbunden. Die Net Revenues und die Anzahl der produzierten Mahlzeiten werden somit im Jahr 2020 voraussichtlich deutlich unter Vorjahr liegen.

Die Gesellschaft geht davon aus, dass die Folgen der Krise die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2020 damit stark beeinflussen wird. Die Dauer der Belastungen ist aktuell nicht abschätzbar, da sie maßgeblich von dem weiteren Verlauf der Krise und der Konsumentenreaktion auf die Verbreitung des Virus abhängt. Die Gesellschaft begegnet dieser Herausforderung, indem Kosten auf betriebsnotwendige Ausgaben beschränkt werden. Unter anderem wird hierbei das Instrument Kurzarbeit zur Flexibilisierung der Personalkosten eingesetzt. Die Auswirkungen der Virusausbreitung auf die Nachfrage wird die Ergebnisentwicklung der Gesellschaft trotzdem erheblich beeinflussen. Für das LH-EBIT wird deshalb mit einem deutlichen Rückgang gegenüber Vorjahr gerechnet, da Kosteneinsparungen die negativen Effekte nur teilweise kompensieren werden.

In Bezug auf die Veränderungen der Gesamtrisikosituation der Gesellschaft gegenüber dem Vorjahr aufgrund der Corona-Pandemie werden auf die weiteren Erläuterungen im Kapitel Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation verwiesen.

Das gute Niveau der Ertragslage des Geschäftsjahres 2019 sowie die kontinuierliche Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung von Erlösentwicklung und Kostenstruktur bilden aus Sicht des Managements dennoch eine solide Grundlage, um den Herausforderungen des aktuellen Geschäftsjahres begegnen zu können und nach Möglichkeit gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

 

Alzey, den 19. August 2020

Geschäftsführung

Lorenza Maggio

1 Quelle der in diesem Abschnitt verwendeten Wachstumsangaben: Bloomberg
2 Quelle der in diesem Absatz verwendeten Wachstumsangaben: IATA Air Passanger/Air Freight Market Analysis (12/2019).
3 Quelle der in diesem Absatz verwendeten Wachstumsangaben: Bericht zur Lage der Branche, Jahreszahlen 2019 vom Bundesverband der
Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

Bilanz zum 31. Dezember 2019

Aktiva

31.12.2019
31.12.2018
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 99.951,28 149.187,97
99.951,28 149.187,97
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 772.346,32 1.078.245,04
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.356.880,60 4.929.828,65
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 567.436,55 610.366,91
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 711.043,96 296.107,09
6.407.707,43 6.914.547,69
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 25.000,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 3.931.340,06
0,00 3.956.340,06
6.507.658,71 11.020.075,72
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.089.674,38 1.533.432,09
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 4.815.078,55 4.841.720,96
5.904.752,93 6.375.153,05
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.233.000,25 2.663.720,31
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 5.285.665,09 7.885.592,29
3. Sonstige Vermögensgegenstände 10.130,40 28.514,79
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr € 7.071,38; Vorjahr € 19.278,68)
7.528.795,74 10.577.827,39
III. Kassenbestand 3.231,71 1.304,97
13.436.780,38 16.954.285,41
19.944.439,09 27.974.361,13

Passiva

31.12.2019
31.12.2018
A. Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 26.000,00 26.000,00
26.000,00 26.000,00
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 153.605,00 118.527,00
2. Sonstige Rückstellungen 2.126.260,84 4.172.180,11
2.279.865,84 4.290.707,11
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 250.367,49 314.031,16
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 17.269.326,75 22.921.722,99
3. Sonstige Verbindlichkeiten 118.879,01 421.899,87
(davon aus Steuern € 118.879,01; Vorjahr € 151.899,87)
17.638.573,25 23.657.654,02
19.944.439,09 27.974.361,13

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

2019
2018
1. Umsatzerlöse 56.606.476,46 60.697.772,62
2. Verminderung/ Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -760.283,51 185.462,66
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.133.956,68 1.038.795,63
(davon Erträge aus der Währungsumrechnung € 36.378,65; Vorjahr € 30.767,41)
57.980.149,63 61.922.030,91
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 27.937.919,03 31.366.741,96
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.522.691,03 2.453.755,06
30.460.610,06 33.820.497,02
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 12.799.310,31 13.020.652,65
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.529.904,17 2.588.374,83
(davon für Altersversorgung € 15.148,290; Vorjahr € 13.556,17)
15.329.214,48 15.609.027,48
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.734.021,45 1.729.373,07
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.048.838,22 7.084.108,12
(davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung € 24.829,91; Vorjahr € 46.518,52)
8.782.859,67 8.813.481,19
3.407.465,42 3.679.025,22
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8.262,33 54.218,06
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 322.803,06 358.192,39
(davon an verbundene Unternehmen € 299.094,06; Vorjahr € 340.928,39)
(davon Aufwendungen aus Aufzinsung € 23.709,00; Vorjahr € 17.264,00)
-314.540,73 -303.974,33
10. Ergebnis vor Steuern 3.092.924,69 3.375.050,89
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 937.681,47 1.061.396,86
(davon aus Steuerumlage € 937.681,47; Vorjahr € 1.061.369,86)
12. Ergebnis nach Steuern 2.155.243,22 2.313.654,03
13. Sonstige Steuern 996,00 583,00
14. Aufwendungen aus Gewinnabführung 2.154.247,22 2.313.071,03
15. Jahresergebnis 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

(1) Allgemeine Hinweise

Die Evertaste GmbH hat Ihren Sitz in Alzey und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Mainz (HRB 32429).

Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Die Gesellschaft ist gemäß § 267 HGB eine große Kapitalgesellschaft. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Alleinige Gesellschafterin der Evertaste GmbH ist die LSG Lufthansa Service Holding AG mit Sitz in Neu-Isenburg. Der Beherrschungsvertrag sowie der Gewinnabführungsvertrag wurden am 19.12.2019 mit Wirkung zum Ablauf des 31.12.2019 aufgehoben. Ebenso wurde die ertragsteuerliche Umlagevereinbarung zum 31.12.2019, 24:00 Uhr beendet.

(2) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgend dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear abgeschrieben. Dabei werden entgeltlich erworbene Lizenzen über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert fortgeschrieben. Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände nach der linearen Methode vorgenommen. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen. Die Nutzungsdauer wird bei Einbauten mit zehn bis 30 Jahren, bei technischen Anlagen und Maschinen mit drei bis 15 Jahren sowie bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung mit ein bis 20 Jahren angesetzt.

Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von EUR 250,00 (netto) werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe aufwandswirksam erfasst. Für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Netto-Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen EUR 250,00 und EUR 1.000,00 betragen, wird ein Sammelposten gebildet. Dieser wird über fünf Jahre linear abgeschrieben.

Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert bilanziert.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten abzüglich Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung angesetzt.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips am Bilanzstichtag. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. Die geleisteten Anzahlungen auf Vorräte werden zum Nennwert angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert beziehungsweise zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Den erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Bewertungsabschläge Rechnung getragen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Die flüssigen Mittel (Kassenbestand) sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen auf Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) unter Verwendung der Heubeck Richttafeln 2018 ermittelt. Neben angemessenen Fluktuations- und Karrieretrends werden dabei wie im Vorjahr ein Gehaltstrend von grundsätzlich 2,5 Prozent und ein unveränderter Rententrend von grundsätzlich1,0 Prozent bzw. in Einzelfällen von 1,5 Prozent berücksichtigt.

Die Abzinsung erfolgt mit dem von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Für die Bewertung zum 31. Dezember 2019 wird der entsprechende Zinssatz auf Basis der zum 30. November 2019 veröffentlichen Zinsinformationen auf den 31. Dezember 2019 prognostiziert. Er beträgt 2,71 Prozent (Vorjahr 3,21 Prozent). Der Effekt aus dieser Zinssatzänderung wird im Zinsergebnis erfasst.

Die Differenz zwischen den mit dem 10-Jahres- bzw. 7-Jahresdurchschnittszinssatz per 31. Dezember 2019 ermittelten Rückstellungsbeträgen wird aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages an die Obergesellschaft abgeführt. Der für die Ermittlung dieses Unterschiedsbetrages korrespondierende 7-Jahresdurchschnittszinssatz beträgt zum 31. Dezember 2019 1,97 Prozent (Vorjahr: 2,32 Prozent).

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken sowie ungewissen Verpflichtungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Betrags. Künftige Preis- und Kostensteigerungen bis zum Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenbriefkurs bei Entstehung der Forderung oder zum niedrigeren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisengeldkurs bei Entstehung der Verbindlichkeit oder zum höheren Stichtagskurswert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht. Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein latenter Steuersatz von 29,30 Prozent zugrunde (15,825 Prozent für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 13,475 Prozent für die Gewerbesteuer), der sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben wird. Der Steuersatz für die Gewerbesteuer ergibt sich aus dem durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz von 385 Prozent für latente Steuern.

Nach dem abgeschlossenen und mit Ablauf des 31.12.2019 beendeten Steuerumlagevertrag ist die Evertaste GmbH als Organgesellschaft verpflichtet, für die bei ihr entstehenden Steuern eine Steuerumlage an die Organträgerin zu leisten. Für die Ermittlung des Umlagebetrags werden die Steuern berechnet, die bei der Organgesellschaft entstehen würden, wenn die Gesellschaft nicht Organgesellschaft, sondern selbständiges Ertragsteuersubjekt wäre. Im Falle eines negativen steuerlichen Ergebnisses wird der Organgesellschaft eine negative Steuerumlage gutgeschrieben.

(3) Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Der Anlagenspiegel ist dem Anhang als Anlage beigefügt.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.452 (Vorjahr: TEUR 2.287). Sonstige Forderungen an die Deutsche Lufthansa AG in Höhe von TEUR 259 (Vorjahr: TEUR 385) resultieren aus der Umsatzsteuerorganschaft, Forderungen in Höhe von TEUR 3.575 (Vorjahr: TEUR 5.213) betreffen das Finanzverrechnungskonto der Deutsche Lufthansa AG. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind wie im Vorjahr keine Forderungen gegen die Gesellschafterin LSG Service Holding AG, Neu-Isenburg enthalten.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben in Höhe von TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 19) eine Restlaufzeit von über einem Jahr und betreffen Darlehen an Mitarbeiter. Die restlichen sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Für den Bilanzausweis der Pensionsrückstellungen beträgt der diskontierte Erfüllungsbetrag der Verpflichtung (Rückstellung vor Saldierung) zum 31. Dezember 2019 TEUR 154 (Vorjahr: TEUR 119). Zum 31. Dezember 2019 besteht wie im Vorjahr kein Deckungsvermögen.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 24 (Vorjahr: TEUR 17) werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Aus dem Vergleich der mit dem 10-Jahresdurchschnittszinssatz bzw. dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz ermittelten Erfüllungsbeträge ergibt sich zum 31. Dezember 2019 ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 33 (Vorjahr TEUR 34)

Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Rückstellung 31.12.2019
TEUR
31.12.2018
TEUR
Ausstehende Rechnungen 1.111 1.812
Urlaub und Überstunden 551 526
Boni 247 756
sonstige Personalkosten 129 869
Rechts- und Beratungskosten 85 90
Jahresabschlusskosten intern 3 3
Drohverlustrückstellung 0 116
Summe 2.126 4.172

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben eine Höhe von TEUR 250 (Vorjahr: TEUR 314) und haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 1.177 (Vorjahr: TEUR 2.616) aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. Gegenüber der LSG Lufthansa Service Holding AG wird eine Verbindlichkeit aus EAV in Höhe von TEUR 3.092 (Vorjahr TEUR 3.374) und eine Darlehensverbindlichkeit in Höhe von TEUR 13.000 (Vorjahr TEUR 16.931) ausgewiesen. Die Darlehensverbindlichkeit hat eine Restlaufzeit bis zum 30. Juni 2025. Die übrigen Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 119 (Vorjahr: TEUR 422) sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrachtung) ein Aktivüberhang der latenten Steuern. Die Gesellschaft macht von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch, so dass sich insgesamt kein Ausweis latenter Steuern in der Bilanz ergibt. Die ermittelten aktiven und passiven latenten Steuern resultieren aus folgenden temporären Differenzen:

abweichenden Wertansätzen der Pensionsrückstellungen sowie

abweichenden Abschreibungen (Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung).

(4) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse wurden entsprechend der Definition des § 277 Abs. 1 HGB erfasst und betragen im Geschäftsjahr TEUR 56.606 (Vorjahr: TEUR 60.698).

Die erzielten Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt auf:

Umsatz 2019 2018
TEUR % TEUR %
Menüs Konzern 39.851 70,4 37.444 61,7
Menüs Drittmarkt 15.427 27,3 22.332 36,8
Handelswaren 140 0,2 16 0,0
Sonstige Märkte 965 1,7 803 1,3
Konzernweiterbelastung Personal 223 0,4 103 0,2
56.606 100 60.698 100

Die gesamten Umsatzerlöse wurden in Deutschland erwirtschaftet.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 1.665, Vorjahr 891 TEUR).

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen für Pensionen in Höhe von TEUR 24 (Vorjahr: 17 TEUR). Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen beinhalten saldierte periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 5.

(5) Sonstige Angaben

Außerbilanzielle Geschäfte sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen und belaufen sich zum Stichtag auf TEUR 4.698. Darin sind sonstige finanzielle Verpflichtungen innerhalb der Lufthansa-Gruppe (gegenüber verbundenen Unternehmen) in Höhe von TEUR 4.331 enthalten. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich wie folgt:

Restlaufzeiten
Gesamt
TEUR
bis zu 1 Jahr
TEUR
1 bis 5 Jahre
TEUR
mehr als 5 Jahre
TEUR
- aus Mietverträgen und ähnlichen Verträgen 4.331 776 1.823 1.732
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 4.331 776 1.823 1.732
- aus Bestellobligo 349 349 0 0
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 0 0
- aus Leasingverträgen 18 12 6 0
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 0 0
Summe 4.698 1.137 1.829 1.732
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 4.331 776 1.823 1.732

Neben den dargelegten sonstigen finanziellen Verpflichtungen existieren keine außerbilanziellen Geschäfte, die für die Finanzlage der Gesellschaft von Bedeutung wären.

Der Vorteil dieser außerbilanziellen Geschäfte liegt in der Planungssicherheit bei gleichzeitiger Flexibilität durch die zeitliche Befristung bzw. Kündbarkeit derartiger Verträge. Ebenso ist der Abfluss liquider Mittel bzw. die Kapitalbindung insbesondere bei Immobilien wesentlich geringer. Die Risiken bei derartigen Verträgen liegen in der Mindestlaufzeit eventuell ungünstiger Verträge, wozu es derzeit keine Anzeichen gibt.

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 427 (Vorjahr: 441) Personen beschäftigt, davon 347 Personen in Vollzeit und 80 Personen in Teilzeit.

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung setzt sich wie folgt zusammen:

 

Lorenza Maggio, London/ Großbritannien

Lorenza Maggio ist einzelvertretungsberechtigt. Die Geschäftsführerin ist von den Beschränkungen des §181 BGB befreit.

Bezüge der Geschäftsführung

Die Gesellschaft nimmt die Befreiungsvorschriften des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch und verzichtet auf eine Angabe zu den Bezügen der Geschäftsführerin.

Gesamthonorar für den Abschlussprüfer

Das berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers für das abgeschlossene Geschäftsjahr beträgt TEUR 32 und entfällt vollständig auf Abschlussprüfungsleistungen.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Das Jahresergebnis des Geschäftsjahres 2019 in Höhe von EUR 2.154.247,22 wird aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrags an die Lufthansa-Service Holding AG, abgeführt. Eine entsprechende Verbindlichkeit gegenüber verbundenen Unternehmen bzw. Gesellschafter ist erfasst.

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag (Nachtragsbericht)

Die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus hat zu einer deutlichen Reduzierung der Nachfrage nach Flugreisen und damit der Nachfrage nach Bordverpflegung geführt. Die Gesellschaft geht davon aus, dass die Folgen der Krise die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2020 in allen Regionen beeinflussen wird. Die Dauer der Belastungen ist aktuell nicht abschätzbar, da sie maßgeblich von dem weiteren Verlauf der Krise und der Konsumentenreaktion auf die Verbreitung des Virus abhängt. Die Gesellschaft begegnet dieser Herausforderung, indem sie ihre Kosten auf betriebsnotwendige Ausgaben beschränkt. Unter anderem wird hierbei das Instrument der Kurzarbeit zur Flexibilisierung der Personalkosten eingesetzt.

Die EU-Kommission hat am 3. April 2020 dem Verkauf des Europageschäfts der LSG Group, zu dem die Gesellschaft zugehörig ist, an die gategroup unter Auflagen zugestimmt. Hiernach muss der Käufer an bestimmten Flughäfen Teile seines bestehenden Geschäftsbetriebs veräußern. Das Closing beziehungsweise der Tag des Vollzugs der Unternehmensübertragung wird nach Erfüllung der zuvor genannten Auflagen voraussichtlich in 2020 stattfinden.

Die Deutsche Lufthansa AG hat in den vergangenen Wochen umfassende Verhandlungen mit Vertretern der Bundesrepublik Deutschland über ein Stabilisierungspaket für die Lufthansa Group geführt. Das final vereinbarte Konzept sieht Stabilisierungsmaßnahmen sowie eine Kreditfazilität im Umfang von bis zu 9 Milliarden Euro vor. In der außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni 2020 haben 98 Prozent des anwesenden Kapitals für die Annahme der Beschlussvorlage zum Stabilisierungspaket gestimmt. Mit der bereits im Vorfeld der Hauptversammlung vorliegenden Genehmigung durch die Europäische Kommission kann das Stabilisierungspaket nunmehr umgesetzt werden.

Der Fortbestand der Gesellschaft ist davon abhängig, dass es nicht zu einem erneuten wirtschaftlichen Stillstand infolge der Corona-Pandemie über einen längeren Zeitraum kommt bzw. dass eine erfolgreiche Fortsetzung der Geschäftstätigkeit wieder eintritt, die Deutsche Lufthansa AG bei Closing in der Lage ist, einem Anspruch der Gesellschaft auf Auszahlung ihres Liquiditäts-Guthabens im Rahmen des Cash-Pool-Systems nachzukommen und die Deutsche Lufthansa AG bzw. nach dem Gesellschafterwechsel die gategroup in der Lage ist, die Evertaste GmbH bei Bedarf mit ausreichend Liquidität zu versorgen oder die Evertaste GmbH eine andere Möglichkeit der Liquiditätsbeschaffung hat. Diese Krise stellt für die Gesellschaft ein bestandsgefährdendes Risiko dar und die Gesellschaft ist möglicherweise nicht in der Lage, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf ihre Vermögenswerte zu realisieren sowie ihre Schulden zu begleichen. Die Geschäftsführung geht aktuell jedoch davon aus, dass die Deutsche Lufthansa AG bei Closing in der Lage ist, den finanziellen Ausgleich des Cash-Pools zu leisten. Ferner geht die Geschäftsführung davon aus, dass die Deutsche Lufthansa AG bzw. nach Closing die gategroup der Gesellschaft bei Bedarf liquide Mittel zur Verfügung stellen kann. Durch diese Maßnahmen sind aus Sicht der Geschäftsführung die Liquiditätsreserven der Evertaste GmbH ausreichend, um die finanziellen Auswirkungen der Krise zu kompensieren.

Angabe nach § 285 Nr. 14 HGB

Die Evertaste GmbH, Alzey, wird in den Konzernabschluss der LSG Lufthansa Service Holding AG mit Sitz in Neu-Isenburg, die den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, sowie in den Konzernabschluss der Deutschen Lufthansa AG, Köln (größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Der Konzernabschluss der Deutschen Lufthansa AG ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich und wird im deutschen Bundesanzeiger veröffentlicht.

 

Alzey, den 19. August 2020

Geschäftsführung

Lorenza Maggio

Entwicklung des Anlagevermögens 2019

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2019
Zugänge
Umbuchungen
Abgänge
31.12.2019
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 1.186.869,13 0,00 0,00 0,00 1.186.869,13
1.186.869,13 0,00 0,00 0,00 1.186.869,13
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.430.525,46 61.410,24 0,00 0,00 4.491.935,70
2. Technische Anlagen und Maschinen 19.976.333,05 426.955,42 148.043,29 5.377,95 20.545.953,81
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.858.560,48 126.598,68 0,00 53.579,87 1.931.579,29
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 296.107,09 646.380,16 -148.043,29 83.400,00 711.043,96
26.561.526,08 1.261.344,50 0,00 142.357,82 27.680.512,76
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 0,00 0,00 25.000,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3.931.340,06 0,00 0,00 3.931.340,06 0,00
3.956.340,06 0,00 0,00 3.956.340,06 0,00
31.704.735,27 1.261.344,50 0,00 4.098.697,88 28.867.381,89
Abschreibungen
01.01.2019
Zugänge
Abgänge
31.12.2019
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 1.037.681,16 49.236,69 0,00 1.086.917,85
1.037.681,16 49.236,69 0,00 1.086.917,85
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.352.280,42 367.308,96 0,00 3.719.589,38
2. Technische Anlagen und Maschinen 15.046.504,40 1.147.946,76 5.377,95 16.189.073,21
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.248.193,57 169.529,04 53.579,87 1.364.142,74
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
19.646.978,39 1.684.784,76 58.957,82 21.272.805,33
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
20.684.659,55 1.734.021,45 58.957,82 22.359.723,18
Restbuchwerte
31.12.2019
31.12.2018
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 99.951,28 149.187,97
99.951,28 149.187,97
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 772.346,32 1.078.245,04
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.356.880,60 4.929.828,65
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 567.436,55 610.366,91
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 711.043,96 296.107,09
6.407.707,43 6.914.547,69
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 25.000,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 3.931.340,06
0,00 3.956.340,06
6.507.658,71 11.020.075,72

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Evertaste GmbH, Alzey

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Evertaste GmbH, Alzey, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Evertaste GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "Ereignisse nach dem Abschlussstichtag (Nachtragsbericht)" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Fortbestand der Gesellschaft davon abhängig ist, dass es nicht zu einem erneuten wirtschaftlichen Stillstand infolge der Corona-Pandemie über einen längeren Zeitraum kommt bzw. dass eine erfolgreiche Fortsetzung der Geschäftstätigkeit wieder eintritt, die Deutsche Lufthansa AG bei Vollzug des Verkaufs der Gesellschaft in der Lage ist, einem Anspruch der Gesellschaft auf Auszahlung ihres Liquiditäts-Guthabens im Rahmen des Cash-Pool-Systems nachzukommen und der jeweils aktuelle Gesellschafter in der Lage ist, die Gesellschaft mit der erforderlichen Liquidität zu versorgen oder die Gesellschaft eine andere Möglichkeit der Liquiditätsbeschaffung hat. Wie in Abschnitt "Ereignisse nach dem Abschlussstichtag (Nachtragsbericht)" und Abschnitt "Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation" dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 28. August 2020

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christiane Lawrenz, Wirtschaftsprüferin

ppa. Dr. Sebastian Koch, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde am 1. September 2020 festgestellt.

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