Munich Electrification Products GmbH
Selbe AdresseHerstellung von elektrischem Installationsmaterial
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Georg-Friedrich Graf seit 6.3.2020 | Geschäftsführer |
Uwe Dr. Wiedemann seit 26.1.2017 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 33.33% | |
| 33.33% |
| Name | Anteil |
|---|---|
PoolShark UG (haftungsbeschränkt) | 33.33% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
3 Gesellschafter
GmbH-Struktur
2 von 3 angezeigt
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Munich Electrification GmbHMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Inhaltsverzeichnis 1. Jahresabschluss und Lagebericht 2023 Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung Anhang Lagebericht 2. Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfer Bilanz zum 31. Dezember 2023AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023
ANHANG für das Geschäftsjahr 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023I. Allgemeine Angaben zur Gesellschaft Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften gem. §288 Abs. 2 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Die Gesellschaft ist unter der Firma Munich Electrification GmbH mit Sitz in München im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 216099 eingetragen. II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgeblich: Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurden zu Anschaffungskosten bilanziert und entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Es werden keine selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände aktiviert. Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Als Nutzungsdauern werden folgende Zeiträume angesetzt:
Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250 bis unter EUR 800 wurden die Anschaffungskosten, deren Höhe insgesamt von untergeordneter Bedeutung sind, gesammelt und im Geschäftsjahr voll abgeschrieben. Finanzanlagen wurden zu Anschaffungskosten oder zum Nennwert bzw. dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt, sofern von einer voraussichtlichen dauerhaften Wertminderung auszugehen ist. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bzw. den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die niedrigeren beizulegenden Werte werden im Wesentlichen nach den Verhältnissen am Beschaffungsmarkt, aber unter Berücksichtigung der Einsatzmöglichkeiten der Bestände, ermittelt. Abwertungen für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und verminderter Verwertbarkeit ergeben, sind in ausreichendem Umfang berücksichtigt. Fremdkapitalzinsen sowie Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert. Für ungängige und technisch veraltete Erzeugnisse werden ausreichende Bewertungsabschläge vorgenommen. Die Erzeugnisse sind verlustfrei bewertet. Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. Forderungen wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Aufgrund der geringen Ausfallraten bilden wir keine Pauschalwertberichtigung auf die nicht einzelwertberichtigten Forderungen. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt. Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zu deren Erfüllung notwendig sind. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Die davon-Vermerke Währungsumrechnung in der Gewinn- und Verlustrechnung umfassen sowohl unrealisierte als auch realisierte Währungskursdifferenzen. Abgrenzungsposten werden in analoger Anwendung der steuerrechtlichen Vorschriften lediglich gebildet, wenn die abzugrenzenden Beträge EUR 800 überschreiten. Ein grundlegender Wechsel von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr fand nicht statt. III. Angaben zur Bilanz 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt. Die Gesellschaft besitzt die folgenden 100 %-igen Tochterunternehmen (Eigenkapital und Jahresüberschuss beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2023):
Im Geschäftsjahr wurde außerdem eine Einzahlung in die Kapitalrücklage des Joint Ventures Wieland & Munich Electrification GmbH (Markenname Qulectra), München, über TEUR 450 vorgenommen. Die Gesellschaft hält 50 % am Joint Venture. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen i. H. v. TEUR 3.114 (VJ TEUR 3.451) bestehen hauptsächlich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. 3. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen bestehen wie im Vorjahr im Wesentlichen aus Personalrückstellungen. 4. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen i. H. v. TEUR 2.947 (VJ TEUR 1.606) haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr und sind nicht gesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen i. H. v. TEUR 7.510 (VJ TEUR 2.557) bestehen im Wesentlichen aus Lieferungen und Leistungen und haben eine Laufzeit von unter einem Jahr. IV. Sonstige Angaben Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 123,92 (VJ 88,67). Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen i. S. v. § 285 Nr. 3a HGB, die nicht in der Bilanz enthalten sind und auch nicht nach § 251 HGB oder § 285 Nr. 3 HGB anzugeben sind, setzen sich wie folgt zusammen: Bei der Versicherungskammer Bayern besteht ein Rahmen für Mietkautionsbürgschaften i. H. v. insgesamt TEUR 150, von dem derzeit TEUR 147 genutzt werden. Außerdem bestehen TEUR 1.923 Verpflichtungen aus Mietverträgen. Diese sind
Als Geschäftsführer sind Herr Georg-Friedrich Graf, München, sowie Herr Dr. Uwe Wiedemann, München bestellt. Herr Graf ist berechtigt, die Gesellschaft einzeln zu vertreten. Im Übrigen macht die Gesellschaft von der Schutzklausel gem. § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres auf neue Rechnung vorzutragen. V. Nachtragsbericht Die Gesellschaft hat am 17. April 2024 ein sog. SAFE (Simple Agreement for Future Equity) über TUSD 1.200 abgeschlossen. Hierbei erhält ME Rechte auf künftiges Eigenkapital eines US-amerikanischen Unternehmens. Am 13. Mai 2024 wurde außerdem eine weitere 100 %-ige Tochtergesellschaft, die Munich Electrification Products GmbH, München, gegründet.
München, den 31. Mai 2024 Georg-Friedrich Graf, Geschäftsführer Dr. Uwe Wiedemann, Geschäftsführer Angaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 31. Juli 2024 festgestellt. Entwicklung des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2023
LAGEBERICHT Für das Geschäftsjahr 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023I. Grundlagen des Unternehmens 1. Geschäftsmodell des Unternehmens Die Munich Electrification GmbH (kurz: ME) mit Sitz in München ist ein Technologieunternehmen im Bereich Elektronik und Steuergeräte. Kern des Unternehmens ist die Entwicklung und Herstellung innovativer Steuergeräte für Batterien für mobile und stationäre Anwendungen (sogenannter Batteriemanagementsysteme / BMS). Als Systemanbieter bieten wir dabei sowohl die Hardware sowie die entsprechende embedded Software zur Batterieüberwachung und -steuerung und Sicherstellung der funktionalen Sicherheit. Als Automobilzulieferer im Elektronikbereich besteht unser Kundenportfolio sowohl aus Automobilherstellern (OEM) sowie Zulieferern aus dem Batterie- und Powertrain-Bereich. Wir bedienen mit unserem wachsenden Produktangebot dabei Anwendungen von großen Nutzfahrzeugen und Batteriespannungen bis 1000 V bis hin zu kleinen Zweirädern mit Batterien im Niedervoltbereich. Das Produktportfolio im Bereich BMS bietet darüber hinaus Lösungen für die Überwachung und Steuerung von großen stationären Energiespeichersystemen mit Systemspannungen bis 1500 V. Weitere Geschäftsbereiche sind die Entwicklung und Herstellung innovativer Schaltelemente, pyrotechnischen Trennelemente für Batterien und weiterer Automotive-Steuergeräte (beispielsweise Telematik- ECUs). Wir bieten darüber hinaus Softwarelösungen zur Analyse von Batterien und Flottendaten von Elektrofahrzeug-Batterien. Im Rahmen eines Joint-Ventures mit der Firma Wieland entwickelt und produziert ME zudem shunt-basierte Stromsensoren unter der Marke Qulectra für Anwendungen mit hohen funktionalen Sicherheitsanforderungen wie Elektrofahrzeugen. Für die Produktion unserer Hardware-Produkte arbeiten wir mit verschiedenen Partnern aus dem Bereich Electronic Manufacturing Services zusammen. Die relevanten Produktionsstätten befinden sich in Deutschland sowie Ungarn. Der Vertrieb der Produkte und Dienstleistungen erfolgt über sechs Tochterunternehmen, wovon fünf ihren Sitz in Deutschland haben und eines seinen Sitz in Österreich hat. 2. Forschung und Entwicklung Die Forschung und insbesondere Entwicklung im Hard- und Softwarebereich stellen das Herzstück unserer Tätigkeit dar. Zum 31. Dezember 2023 arbeiteten 98 festangestellte Mitarbeitende in diesen Bereichen. Es existieren sowohl Projekte mit Kunden, um unsere Produkte bedarfsgerecht anbieten zu können, als auch Projekte für Innovationen, um weitere Erlösströme für ME erschließen zu können. Als sichtbares Ergebnis konnten im Geschäftsjahr 5 Patente angemeldet werden. Es werden keine selbst geschaffenen Vermögensgegenstände aktiviert. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland stellte sich im Jahr 2023 als herausfordernd dar - so ging das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr preis- und kalenderbereinigt um 0,1 % zurück. Hiervon unbeeindruckt zeigt sich die Automobilindustrie (Hersteller und Zulieferer), aus der der Großteil unserer Kunden stammt. Laut der Beratungsgesellschaft EY wurde am Standort Deutschland 2023 ein Rekordjahr mit einem Gesamtumsatz von 558 Milliarden Euro erzielt. Hierbei wuchsen die Hersteller um 11 %, wohingegen die Zulieferer um 9 % zulegen konnten. Dieses Wachstum ist jedoch vor allem auf Preiseffekte zurückzuführen. Der Markt elektrisch angetriebener (electric vehicles, "EV", umfasst neben batterieelektrischen Fahrzeugen auch Plug-in Hybride sowie Hybridfahrzeuge) Personenkraftfahrzeuge vergrößerte sich laut einer Strategy& Studie gemessen an Stückzahlen um 31 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Bereich der mittelschweren Nutzfahrzeuge (3,5 - 16 Tonnen) betrug das Wachstum der neu zugelassenen elektrisch angetriebenen Fahrzeuge in der EU 229,4 %. Damit sind in der EU nun 5,2 % der Fahrzeuge in diesem Segment elektrifiziert. Im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge (über 16 Tonnen) stieg die Zahl neu zugelassener Einheiten um 239,6 % gegenüber dem Vorjahr an. Hier beträgt die Elektrifizierungsrate 1,0 %. In den US, dem 2023 zweiten großen Absatzmarkt für die ME-Gruppe neben Europa, wuchs das Segment der commercial vehicles mit alternativen Antrieben (hier sind allerdings durch Erdgas angetriebene Fahrzeuge enthalten) um 78 %. 2. Geschäftsverlauf Die Munich Electrification GmbH befindet sich weiterhin in einer Phase starken Wachstums, insofern ist das Geschäftsjahr trotz verschiedener Herausforderungen zufriedenstellend verlaufen. Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr um 46,2 % auf TEUR 31.691 gesteigert werden. Das Jahresergebnis nach Steuern ging jedoch um 58,1 % auf TEUR 307 zurück. Der Rückgang ist insbesondere auf eine Veränderung des Produktmix der gesamten ME Gruppe und einem daraus resultierenden Anstieg des Materialaufwands zurückzuführen. Vgl. hierzu die Erläuterungen im Abschnitt "Ertragslage". Im Geschäftsjahr beantragte einer der größten Endkunden der ME Gruppe eine Insolvenz nach Chapter 11 des United States Bankruptcy Code. Die direkten Auswirkungen sowie die bilanzielle Abbildung betreffen das Tochterunternehmen, bei welchem die Kundenbeziehung lag. Das Management der ME Gruppe musste die Planung jedoch entsprechend anpassen, was sich insbesondere in einer Abweichung des Umsatzwachstums (vgl. Kapitel III) zeigt. Um den hohen Ansprüchen unserer Kunden zu genügen, ist ein funktionierendes Qualitäts- und Umweltmanagement von herausragender Bedeutung für uns. Daher sind wir sowohl nach ISO 9001 als auch nach ISO 14001 zertifiziert. Zur Sicherstellung einer hohen Produktqualität sind alle unsere Produktionspartner nach IATF 16949:2016 zertifiziert. Zusätzlich sind unsere Entwicklungsprozesse nach ISO 26262 zertifiziert. Seit Januar 2024 besteht zudem eine Zertifizierung unseres Arbeitsschutzmanagements nach ISO 45001. 3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 3.1. Ertragslage Das Geschäftsjahr wurde mit einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 307 abgeschlossen. Dieser ging gegenüber dem Vorjahr um 58,1 % zurück. Der Umsatz konnte im Berichtszeitraum um 46,2 % auf TEUR 31.691 (VJ TEUR 21.679) gesteigert werden. Die Umsatzerlöse der ME resultieren zu 98,6 % aus Umsatzerlösen mit verbundenen Unternehmen. Diese konnten zum einen ihre Volumina mit bestehenden Kunden steigern sowie auch Neukunden akquirieren. Die Quote des Materialeinsatzes einschließlich bezogener Leistungen beträgt 39,9 % und liegt damit über der Vorjahresquote von 36,7 %. Grund hierfür ist im Wesentlichen ein weiterer starker Anstieg des Anteils von Serienlieferungen an den Umsatzerlösen mit Endkunden. Die Personaleinsatzquote bewegte sich mit 38,8 % ungefähr auf dem Vorjahresniveau von 39,2 %. Hier zeigt sich wie im Vorjahr der weitere Aufbau von Mitarbeiter:innen, um das künftig geplante Wachstum abbilden zu können. Außerdem stiegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 16,1 % auf 17,0 % der Umsatzerlöse. Grund hierfür sind Ausgaben für interne Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die sich erst in den kommenden Jahren in den Umsatzerlösen widerspiegeln werden. Diese Faktoren - insbesondere der Anstieg des Materialeinsatzes - sind für den Rückgang des Jahresüberschusses trotz steigender Umsatzerlöse verantwortlich. 3.2. Vermögenslage Die Summe aller Aktiva der Munich Electrification GmbH betrug zum Bilanzstichtag TEUR 15.034 (VJ TEUR 8.014). Der Anteil des Anlagevermögens vom Gesamtvermögen belief sich auf etwa 27,6 % (VJ 24,6 %). Der Anstieg hier ist auf Investitionen in Software, die für unsere Produktentwicklung genutzt wird, sowie eine Erhöhung unserer Einlage in das Joint Venture zurückzuführen. Der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zu 90 % gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen, erhöhten sich leicht von TEUR 3.455 auf TEUR 3.503. Die Forderungen der Tochterunternehmen an die Endkunden werden aufgrund unseres sehr guten Forderungsmanagements zeitnah beglichen. Die liquiden Mittel stiegen daher auf TEUR 771 (VJ TEUR 256). 3.3. Finanzlage Das wesentliche Ziel der Finanzpolitik ist, die laufende Geschäftstätigkeit aus den liquiden Mitteln zu bestreiten. Daneben sollen die notwendigen Investitionen weiterhin weitestgehend aus eigenen Kräften bestritten werden. Das Anlagevermögen ist durch das Eigenkapital zu 7,7 % gedeckt. Betrachtet man diese Kennzahl jedoch gruppenweit, so zeigt sich eine Anlagendeckung von 144,1 %. Die Gesamtkapitalstruktur kann als gut bezeichnet werden. Die Liquidität ist ausreichend. Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat sich auf TEUR 5.441 (VJ TEUR 1.831) erhöht, was im Wesentlichen auf Anzahlungen von Kunden zurückzuführen ist, die die Tochterunternehmen an die Muttergesellschaft teils weitergereicht haben. Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit beträgt TEUR -3.336 (VJ TEUR -1.260) und betrifft im Wesentlichen Investitionen in das Sachanlagevermögen. Der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit beläuft sich auf TEUR -1.591 (VJ TEUR -2.208). 3.4. Finanzielle Leistungsindikatoren Bei den finanziellen Leistungsindikatoren liegt unser Fokus auf der Umsatzentwicklung, sowie die Veränderung des Bestands an liquiden Mitteln (Cash-Flow). Für deren Entwicklung verweisen wir auf die obigen Ausführungen. III. Prognosebericht Nach dem oben erwähnten Rückgang des BIPs im vergangenen Kalenderjahr rechnet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in seinem Frühjahrsgutachten für 2024 mit einem leichten Wachstum von 0,2 % sowie 0,9 % für 2025. Weitere gesamtwirtschaftliche Kennzahlen wie die Inflation und die Arbeitslosenquote sollen sich 2024 auf 2,4 % respektive 5,8 % stabilisieren. Global erwartet der Sachverständigenrat ein BIP Wachstum von 2,6 % für 2024 sowie 2,7 % für 2025, welches insbesondere auf die Entwicklung in den USA und in China zurückzuführen ist. Risiken für diese Entwicklung leiten sich vor allem aus der geopolitischen Unsicherheit ab, wie sie im weiterhin andauernden Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine sowie im eskalierenden Nahostkonflikt zu Tage treten. Insbesondere eine lokale Ausweitung des letzteren kann zu einer erheblichen Verteuerung von Energie führen und dadurch die Inflation wieder entfachen. Für die ME GmbH und ihre Tochterunternehmen sind insbesondere die folgenden (Teil) Märkte von Relevanz: elektrische Nutzfahrzeuge, elektrische Personenkraftwagen sowie batterieelektrische Stationärspeicher. Im bereits zitierten Frühjahrsgutachten arbeitet der Sachverständigenrat die immense Bedeutung der Dekarbonisierung des Güterverkehrs in Deutschland auf, da dieser derzeit zu 8 % für die Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Da eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene nur sehr begrenzt möglich ist, rückt die Dekarbonisierung des Straßenverkehrs in den Fokus, der wiederum 98 % der gesamten Treibhausgasemissionen im Güterverkehr ausmacht. Hierbei biete laut dem Gutachten eine Fokussierung auf den Einsatz von batterieelektrischen Nutzfahrzeugen den größten Hebel. Diese Empfehlung geht einher mit den Prognosen der Unternehmensberatungen BCG, die bis Ende des Jahrzehnts ein Wachstum im Bereich des Nutzfahrzeugmarktes von jährlich 2 % erwarten und McKinsey, die einen Anstieg des Anteils elektrischer Nutzfahrzeuge an diesem Markt auf über 35 % bis 2035 schätzen. Auch im Bereich von elektrischen Personenkraftwagen mit einer geschätzten Marktgröße von weltweit EUR 569,8 Mrd. im Jahr 2024 wird ein jährliches Wachstum bis 2028 von 9,9 % erwartet. Der Markt für batterieelektrische Energiespeicher wird gemessen an der Speicherkapazität laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey zwischen 2023 und 2030 jährlich um 25 % bis 26 % wachsen. Insgesamt sind diese Prognosen mit einer erheblichen Schätzunsicherheit verbunden - aufgrund der erwähnten geopolitischen Verwerfungen wie auch aufgrund des Einflusses von politischen Entscheidungen auf diese Situation. Diese Volatilität macht sich neben des bereits in Kapitel II.2 erwähnten Grundes auch in der Abweichung des tatsächlichen Umsatzwachstums auf Gruppenebene von 17 % von der Erwartung von 66 % im Vorjahr bemerkbar. Insgesamt leiten wir aus diesen Marktannahmen und der Erfahrungen der Vergangenheit auf Gruppeneben ein weiteres moderates Umsatzwachstum sowie einen moderaten Anstieg des Cashflows. IV. Chancen- und Risikobericht 1. Risikobericht Das nachstehende Schaubild stellt unser Risikoprofil in einer komprimierten Form dar. Ausgehend von einem einjährigen Prognosehorizont wurden eine Eintrittswahrscheinlichkeit und die mögliche finanzielle Auswirkung des jeweiligen Einzelrisikos bewertet und aggregiert bzw. kategorisiert. Eine Eintrittswahrscheinlichkeit unter 30 % wird als "niedrig" definiert, eine Wahrscheinlichkeit des Eintritts größer 60 % als "hoch".
Die größten Risiken gehen von einer verschlechterten Marktlage durch eine weltweite Rezession sowie Produktionsengpässen aufgrund der schlechten Verfügbarkeit von Bauteilen aus. Insbesondere die geopolitischen Krisenherde, die bereits erwähnt wurden, sowie auch der wachsenden Handelskonflikt zwischen den USA und der Volksrepublik China sind nicht verlässlich einschätzbar und können teils gravierende Folgen auf Absatz- und v.a. Beschaffungsmärkte haben. Hierzu haben wir uns im Bereich Sourcing und Supply Chain Management personell verstärkt, um diese Risiken adressieren zu können. Einkaufsseitig können sich zudem weltmarktgetriebene Rohstoffpreiserhöhungen negativ auf den Geschäftsverlauf auswirken. Diesen Risiken versuchen wir durch mittel- und langfristige Rahmenvereinbarungen oder Preisgleitklauseln entgegenzuwirken. Produktionsseitig stellen Verzögerungen und Kapazitätsschwankungen durch fehlende Bauteile ein Produktionsrisiko dar. Wir versuchen durch Vorziehen von Bestellungen bzw. langfristige Verträge dieses Risiko zu minimieren. Außerdem bewerten wir kontinuierlich das Zahlungsverhalten und die Bonität unserer Kunden, um sich hieraus ergebende Risiken möglichst weit abzusichern. Ebenfalls besteht absatzseitig das Risiko, dass unsere Kunden aufgrund fehlender anderer Komponenten neben den von uns bereitgestellten Produkten keine Batterien, Batteriesysteme oder Fahrzeuge bauen können und dadurch ihren Bedarf reduzieren. Um diese Risiken steuern zu können, sind wir in ständigem Austausch mit unseren Kunden. Auf der Personalseite sind wir merklich vom Fachkräftemangel betroffen. Als wachsendes Unternehmen bauen wir auch weiterhin Personal auf, jedoch bleiben Stellen teilweise unbesetzt, da sich die Suche nach geeigneten Personen als schwierig gestaltet. 2. Chancenbericht Durch die weitere Transformation hin zur Elektromobilität sehen wir uns in einer guten Position, unser Geschäftsmodell weiter auszubauen und unsere Umsatzerlöse sowohl mit bestehenden als auch mit neuen Kunden zu steigern. Außerdem sehen wir hohe Chancen, durch unsere umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten insbesondere in den Bereichen elektromechanische Bauteile sowie Softwareprodukten neue Erlösströme zu erschließen. Weitere Chancen ergeben sich durch die Erschließung neuer regionaler Märkte. So sind wir derzeit in Asien noch kaum repräsentiert. Außerdem ergeben sich wie bereits im Prognosebericht angedeutet große Chancen außerhalb des Mobilitätssektors, etwa im Bereich stationäre Batteriespeicher, in welchem wir bereits Fuß fassen konnten. 3. Gesamtaussage Risiken der künftigen Entwicklung werden insbesondere im hohen Wettbewerbs- und Kostendruck, dem Beschaffungsmarkt, Produktionsrisiken, sowie Insolvenzen gesehen. In Anbetracht der Gesamtsituation gilt es, das Momentum des Wirtschaftswachstums zu nutzen und dem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen. Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar.
München, den 31. Mai 2024 Georg-Friedrich Graf, Geschäftsführer Dr. Uwe Wiedemann, Geschäftsführer Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Munich Electrification GmbH, München Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Munich Electrification GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Munich Electrification GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 6. Juni 2024 INTARIA
AG
Fabian Galler, Wirtschaftsprüfer Michael Steck, Wirtschaftsprüfer |
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