ENERTRAG Service GmbH
Dauerthal 3, 17291 Schenkenberg, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Johannes Dr. Böske seit 10.3.2026 | Geschäftsführer |
André Küster seit 30.12.2025 | Prokura |
Stefan Westphal seit 5.9.2022 | Prokura |
Jan-Christoph Neuhann seit 8.2.2021 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
ENERTRAG Service GmbHDauerthalJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2023 bis zum 31.03.2024Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis 31. März 2024der ENERTRAG Service GmbH, Dauerthal1. Wirtschaftsbericht • Geschäftstätigkeit Die ENERTRAG Service GmbH (im Folgenden auch: ES) bietet ihren Kunden herstellerunabhängigen Komplettservice für Windenergieanlagen (WEA) schwerpunktmäßig in Deutschland an. Die operative Steuerung der Gesellschaft erfolgt vom Standort Lübeck aus, an dem sich auch das Zentrallager und die Servicewarte befinden. Als dezentrale Serviceorganisation ist ES an aktuell 16 Servicestationen deutschlandweit mit insgesamt 106 Servicetechnikern (Stichtag 31. März 2024, Vorjahr: 93; inkl. Mitarbeiter Servicewarte) vertreten, die größte Servicestation befindet sich in Prenzlau. Innerhalb der ENERTRAG-Gruppe wird ES als Geschäftsbereich "Instandhaltung" geführt. Der Anteil der ENERTRAG zuzurechnenden betreuten Anlagen liegt nach wie vor bei ca. 50%. Im Bereich Großkomponenten ist ES auf Projektbasis in ganz Europa sowie in Japan tätig. Die 100%ige Tochtergesellschaft ENERTRAG Service France S.A.S. erbringt im Wesentlichen Subdienstleistungen für WEA-Hersteller. Die Geschäftstätigkeit der ENERTRAG Service GmbH umfasst (Umsatzanteile Berichts-/ Vorjahr):
Die Arbeiten werden im Rahmen von Vollwartungs- und Wartungsverträgen, Einzel- aufträgen (i.d.R. Entstörung und Reparatur) sowie Subwartungs-Kontingentverträgen mit verschiedenen Anlagenherstellern erbracht sowie erstmalig in einem Instandhaltungsvertrag direkt mit einer ENERTRAG-Betreibergesellschaft. Das Anlagenportfolio unter vertraglicher Betreuung umfasste zum Bilanzstichtag 760 WEAs mit einer Nennleistung von rd. 1.276 MW. Verteilung der betreuten Anlagen nach Herstellern in %:
In Deutschland standen Ende 2023 insgesamt etwa 28.700 Onshore-Windenergieanlagen. Im Kalenderjahr 2023 wurden 745 Onshore-Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 3.567 Megawatt (MW) errichtet. Der Bruttozubau 2023 lag somit deutlich über dem Zubau des Vorjahres (2.403 MW). Im Jahresverlauf 2023 wurden rund 430 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 550 MW zurückgebaut. Das mittlere Alter aller zurückgebauten Anlagen lag weiterhin bei etwa 21 Jahren. Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen stellten zusammen den größten Teil des Zubaus dar, wobei allein Schleswig-Holstein ein Drittel der neu installierten Leistung (1,2 GW) auf sich vereinte.1 Damit liegen regionale Schwerpunkt der Tätigkeiten von ES größtenteils in den Landesteilen der Bundesrepublik, die bei Errichtung und Betrieb von Windenergieanlagen das größte Engagement zeigen. 1 https://wind-energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/pressemitteilungen/2024/20240116_Status_des_Windenergieaus baus_an_Land_Jahr_2023.pdf - Ertragslage Nach dem deutlichen Umsatzanstieg in GJ 2022/23 (+37% ggü. VJ) wurde für 2023/24 mit +5% ein weiter Umsatzanstieg von 17,4 Mio. € auf 18,2 Mio. € gegenüber Vorjahr erzielt. In der Geschäftsart Großkomponenten musste mit -1,4 Mio. € (-33,8%) marktbedingt ein Umsatzeinbruch, insbesondere im 1. Quartal des GJ verkraftet werden. Bei den Subwartungsumfängen gingen die Zahlen um 0,1 Mio. € (-7,7%) zurück. Bei dem auslaufenden Geschäft für die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung (BNK) sank der Umsatz erwartungsgemäß fast auf Null (-0,2 Mio. € / -68%). In den übrigen Geschäftsarten wurden Umsatzsteigerungen realisiert. Die als Absolutwert größten Steigerungen erzielten die Bereiche Servicereparaturen mit +1,6 Mio. € (+28%) sowie Wartung (+0,5 Mio. € / +15%) und Vollwartung (+0,5 Mio. € / +31%). Erreicht wurde dies im Wesentlichen durch eine Beschleunigung des Auftragsdurchlaufes durch Prozessoptimierungen. In der Geschäftsart Vollwartung liegt dies ursächlich an dem neuen Instandhaltungsvertrag. Gegenüber der ursprünglichen Planung liegt der Umsatz um 7,0% (-1,3 Mio. €) niedriger. Ein entscheidender Grund dafür liegt in der unter Plan liegenden Erhöhung des Servicepersonals (9 Mitarbeiter weniger). Am deutlichsten unter Plan liegen Großkomponenten mit -25% und Subwartung (-38%). Das Jahresergebnis liegt mit +2,9 Mio. € um 1,6 Mio. € über dem Plan (+1,3 Mio. €) und um 7,9 Mio. € über Vorjahr. Ein wichtiger Grund für die Ergebnisverbesserung liegt in der erstmaligen positiven Ergebnisabführung der ENERTRAG Energiedienst GmbH. Das operative Ergebnis (Betriebsergebnis) liegt mit -2,4 Mio. € geringfügig über Plan (+2,8%). Die unter Plan liegenden Umsatzzahlen konnten im operativen Bereich durch Kosteneinsparungen kompensiert werden. Die Ausgleichszahlungen aufgrund nicht eingehaltener Verfügbarkeitsgarantien stiegen gegenüber Vorjahr um 56% auf 243 T€. Hier wirkten sich das zunehmende Alter der Anlagen, die schwierige Ersatzteilverfügbarkeit und die begrenzte Verfügbarkeit qualifizierten Personals (Fachkräftemangel) aus. Beim Blick auf die einzelnen Bereiche ergibt sich umsatzmäßig ein differenziertes Bild:
*) separate Angabe ab Geschäftsjahr 2021/22, vorher in Wartung enthalten **) Wartung seit 2021/22: hier wurden die Effekte aus Wartungsrückständen und deren Abarbeitung jeweils per 31.03. unter Erlösschmälerungen gebucht Die Materialaufwandsquote ohne bezogene Leistungen liegt mit 17% vom Umsatz unter dem Vorjahreswert (23%) und deutlich unter Plan (21%). Ursächlich für die Abweichungen ist der weit unter Plan liegende Umsatz für Großkomponentenprojekte, der naturgemäß einen hohen Materialaufwand bedingt. Die Materialeinsätze werden jeweils nach Geschäftsarten getrennt geplant, jeweils auf Basis von Erfahrungs- und Erwartungswerten. Die Rohertragsmarge liegt mit 67% auf Vorjahresniveau (VJ: 66%). Die Personalkosten liegen um 8,1% (-845 T€) unter Plan. Ursächlich hierfür sind die unter dem Plan liegende Anzahl von Neueinstellungen im Servicemitarbeiterbereich. Zum Geschäftsjahresende waren 98 Servicetechniker beschäftigt, dies sind 9 Stellen unter Plan.
• Vermögenslage Die Vermögens- und Kapitalstruktur entwickelte sich wie folgt:
Die Eigenkapitalquote beträgt 16,5%. Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 409 T€ auf 1,4 Mio. €. Neben der Kapitaleinlage bei der ESFR (250 Tsd. €) stiegen die Werte für die geleisteten Anzahlungen des im Bau befindlichen neuen Lagergebäudes auf dem Grundstück der ENERTRAG SE (110 Tsd. €) sowie Neuanschaffungen von Fahrzeugen und Anlagen (101 Tsd. €). Die kurzfristigen Vermögenswerte sind unter anderem aufgrund der Forderung aus der Gewinnausschüttung EED sowie gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Kunden um 7,9 Mio. € auf 14,1 Mio. € gestiegen. Der Wert der Vorratsbestände stieg um 265 Tsd. € gegenüber dem Vorjahr. Finanzlage
Die Liquiditätsentwicklung im operativen Bereich verlief im Berichtsjahr im Rahmen des Sanierungsplans, einzelne Tranchen wurden später als geplant abgerufen. Die Finanzierung der Gesellschaft (i.W. für Sanierung, Betriebsmittel, Verlustausgleich, Realisierung des BV Speicher, Fortführung und Ausbau der ENERTRAG Service France) wird durch die ENERTRAG SE und die ENERTRAG Energiedienst GmbH i.W. über Darlehensverträge sowie Gewinnabführungen (EAV mit der EED) dargestellt und durch eine globale Finanzierungs- zusage der ENERTRAG SE über insgesamt 14,55 M€ vom 03.08.2023 abgesichert. Die bestehenden Darlehen mit Inanspruchnahmen stellen sich zum 31.03.2024 wie folgt dar:
Angaben in TEUR Zur Realisierung des Bauvorhabens SPEICHER (Servicestation, Lagerhalle, Büro-, Aus- bildungs- und Schulungsräume) wurde weiterhin ein langfristiger Darlehensvertrag über 6,25 M€ mit der ENERTRAG SE abgeschlossen. Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft ist durch vorgenannte Verträge und Zusagen für die nächsten Jahre gesichert. Einschätzung der Unternehmensfortführung Vorstand und Aufsichtsrat der ENERTRAG SE haben sich erneut ausdrücklich zur großen Bedeutung einer eigenen ENERTRAG-Serviceeinheit für einen Energieerzeuger bekannt. Dies wird durch die langfristigen Finanzierungszusagen als auch durch den Bau eines Logistikstützpunktes BV Speicher auf dem ENERTRAG Campus in Dauerthal bestärkt. Die Finanzierung der Gesellschaft im Rahmen der Mehrjahresplanung ist dabei durch langfristige Finanzierungszusagen der ENERTRAG SE (Muttergesellschaft) abgesichert. Trotz schwieriger Marktverhältnisse und des zunehmenden Fachkräftemangels konnte sich die Gesellschaft am Markt gut behaupten. Das operative Ergebnis des Servicegeschäftes konnte im Plan realisiert werden, obwohl das Umsatzziel aufgrund der zunehmenden Auswirkungen des Fachkräftemangels nicht erreicht wurde. Die Anzahl an Servicetechnikern blieb ebenfalls hinter Plan und Bedarf zurück, auch wenn die Gesamtzahl an Servicetechnikern leicht zunahm. Die operative Geschäftsentwicklung im Inland verlief im Sanierungsplan, der Umsatzrückgang im Bereich Großkomponententausch konnte durch die Steigerung bei Servicereparaturen überkompensiert werden. Neben den operativen Aktivitäten im Tagesgeschäft und der konsequenten Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen wurden im Berichtsjahr viel Zeit und Aufwand für die Einführung neuer Softwaresysteme zur Steuerung aller Serviceaktivitäten und zur Digitalisierung der mobilen Datenerfassungen und -bereitstellungen investiert. Insgesamt ist die Geschäftsführung zuversichtlich, an die positive operative Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres anknüpfen zu können. Die Weichen für eine Stärkung der personellen Ressourcen (angesiedelt in Zentralabteilungen der ENERTRAG SE) für Recruiting und Personalmarketing wurden gestellt. Nun gilt es, durch verstärkte Aktivitäten zusätzliche Servicetechniker zu finden. Es bestehen keine bestandsgefährdenden Risiken. Die Finanzierung der Gesellschaft ist gesichert. 2. Corporate Social Responsibility Im Geschäftsjahr 2023/24 konnte die ENERTRAG Service GmbH erneut die Konformität des integrierten Managementsystems zu Qualität, Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz gemäß den Normen DIN EN ISO 9001:2015 (Re-Zertifizierung), DIN EN ISO 14001:2015 (Überwachung) sowie DIN EN ISO 45001:2018 (Überwachung) durch ein externes Überwachungs- bzw. Re-Zertifizierungsaudit ohne Abweichungen nachweisen. Zur höheren Sichtbarkeit des gesamten Managements führte die Führungsebene weiterhin regelmäßig Sicherheitsbegehungen durch. Im Zeitraum zwischen dem 01.04.2023 bis einschließlich dem 31.03.2024 ereigneten sich 5 meldepflichtige Arbeitsunfälle. Alle Ereignisse ohne Meldepflicht gegenüber Behörden und Versicherungen, dazu gehören auch unsichere Situationen, Beinaheunfälle und Verbandbucheinträge, wurden dokumentiert, analysiert und mit entsprechenden Maßnahmen verknüpft. Die operativen Führungskräfte haben aufgrund des im Vergleich zu den Vorjahren negativen Trends zum Ablauf des Geschäftsjahres eine Sensibilisierungskampagne für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestartet. 3. Prognosebericht Wir sehen uns gemäß der Entwicklung der Leistungsindikatoren Umsatz, Betriebsergebnis und Jahresüberschuss gut gewappnet, um die begonnene positive wirtschaftliche Entwicklung fortzusetzen. Die organisatorischen Voraussetzungen sind im Wesentlichen geschaffen. Mit Einführung des neuen ERP-Systems zum 01.09.2024 (Business Central und Handyman, einer Spezialsoftware zur mobilen Datenerfassung im Feld) sowie einer neuen Zeiterfassungssoftware erhalten wir zusätzliche Möglichkeiten für Auswertung und Steuerung aller operativer Bereich. Weiterhin rechnen wir mit einer mehrmonatigen Phase, um noch weitere Anpassungs- und Optimierungsmaßnahmen in der neuen Systemlandschaft zu erkennen und umzusetzen. Aktuell sind für 2024/25 ein Umsatz von 21,6 M€ (+18,9% geg. VJ) sowie ein Betriebsergebnis von -1,6 M€ inkl. 0,5 M€ Fördermittel für das Bauvorhaben Speicher (gegenüber -2,4 M€ im Berichtsjahr) geplant. Dieses sehr ambitionierte Ziel halten wir mit unserer Führungsmannschaft für umsetzbar, sofern die bereits in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres 2023/24 ergriffenen bzw. eingeleiteten Maßnahmen zur deutlichen Verstärkung und Verbesserung von Rekrutierung und Personalmarketing konsequent umgesetzt werden. Zum Ende des Berichtsjahres lagen wir mit 98 Servicetechnikern um 9 offene Stellen unter Plan, zur Erreichung des Umsatzziels werden zusätzlich noch weitere 8 Techniker benötigt. Die für diese Entwicklung zusätzlich benötigten Wartungs- und Serviceverträge sowie Subwartungskontingente sind uns bereits angeboten worden, wir haben diese bereits zum Teil auch schon angeboten, bestätigt oder vertraglich abgesichert. Bei einem Ergebnisbeitrag von EED über 4,7 M€ rechnen wir mit einem positiven Gesamtergebnis (Jahresüberschuss) von 2,9 M€. Als flankierende, wichtige Zukunftsmaßnahme ist der Aufbau einer Qualifizierungsabteilung begonnen. Hier wollen wir sowohl Servicetechniker, Quereinsteiger als auch Auszubildende im Bereich Service und Technik gezielt weiterqualifizieren, um unsere Mannschaft an Servicetechnikern weiter auszubauen und fachlich zu verstärken. Die anvisierte Übernahme von Serviceaktivitäten in anderen Bereichen der Erneuerbaren Energien konnte aufgrund fehlender Ressourcen und der Fokussierung auf das Kerngeschäft noch nicht weiter forciert werden. 4. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Wie im Vorjahr sind die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Windindustrie geprägt von hoher Akzeptanz und Handlungszwang auf politischer Ebene, aber langsamen Genehmigungsverfahren für den Bau neuer Windenergieanlagen auf lokaler, regulatorischer Ebene. Dies führt v.a. herstellerseitig durch schrumpfendes bzw. stagnierendes Neuanlagengeschäft zu erhöhtem Umsatz- und Ergebnisdruck, welchem sämtliche Hersteller durch eine Fokussierung auf das Wartungs- und Instandhaltungsgeschäft Rechnung getragen haben. Der Kernmarkt Deutschland ist geprägt von wenig Wechselbereitschaft auf Kundenseite und stagnierendem Wachstum. Ein überwiegender Anteil der jüngeren Anlagengenerationen befindet sich in langfristigen (meist durch die finanzierenden Banken vorausgesetzten, mindestens 5-10jährigen) Vollwartungsverträgen mit den Herstellern, und ist somit als Marktpotential für weiteres Wachstum nicht kurzfristig verfügbar. Viele kleinere Wartungsspezialisten sind mit Kampfpreisen im Markt der älteren Anlagen und Weiterbetriebsanlagen unterwegs. Der Angriffskrieg auf die Ukraine und die damit einhergehende Steigerung des Strompreises hat einerseits zu einer erhöhten Wirtschaftlichkeit von Reparaturen und Großreparaturen älterer Anlagen, andererseits zu einem insgesamt einfacheren Marktumfeld zur Durchsetzung von Preissteigerungen geführt. Dies hat sich weitestgehend positiv auf die Geschäftstätigkeit von ENERTRAG Service ausgewirkt. 5. Personal- und Sozialbericht Im Berichtsjahr beschäftigte die Gesellschaft ES im Jahresdurchschnitt 151 Mitarbeitende und damit durchschnittlich 11 mehr als im Vorjahr. Die Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat verläuft anhaltend sehr vertrauensvoll, konstruktiv und harmonisch. Auch der Dialog über schwierige Themen verläuft unter gegenseitigem Respekt und einer beidseitigen Kompromissbereitschaft, sodass i.d.R. zügig für beide Seiten tragbare Lösungen erreicht werden. Es wurden folgende Betriebsvereinbarungen neu gefasst bzw. überarbeitet: - Vereinbarung über die Gehaltsanpassungen zum 01.04.2024 - BV Vergütungsstruktur und BV Stellensystematik - BV Servicewarte - Verlängerung der Befristung der Regelabrede zur Erprobung von mobiler Datenerfassung und deren Weiterverarbeitung im Service Der Fachkräftemangel hat sich im Berichtsjahr weiter verschärft. Es konnten nicht alle geplanten sowie auch neu geschaffene Servicetechnikerstellen besetzt werden. Zum Ende des Berichtsjahres waren rd. 20 Stellen für Servicetechniker vakant. Als Gegenmaßnahmen wurden Ende des Berichtsjahres in den Zentralabteilungen Personal und Marketing je eine Stelle für Recruiting sowie für Personalmarketing speziell für ENERTRAG Service geschaffen, um dieser wirtschaftlich belastenden Entwicklung entgegenzuwirken. Im Berichtsjahr wurde die Entscheidung getroffen, bei ENERTRAG Service einen eigenen Bereich Qualifizierung und Weiterbildung zu schaffen. Zum Ende des Berichtsjahres wurde ein erfahrener Qualifizierungsmanager neu eingestellt sowie einen erfahrenen Techniker aus den eigenen Reihen in diesen Bereich versetzt. Hierdurch werden folgende Ziele verfolgt: - Weiterqualifizierung der eigenen Techniker - Gezielte Qualifizierung von Quereinsteigern - Verstärkung unserer Ausbildungsaktivitäten - Erhöhung der Ausbildungskapazitäten sowie der Anzahl von Auszubildenden, insbesondere im handwerklich-technischen Bereich Weiterhin bilden wir inzwischen sechs Auszubildende zum Elektroniker für Betriebstechnik am Standort Prenzlau aus. Folgende Ausbildungsstellen sollen in 2024/25 besetzt werden: - Zwei weitere Auszubildende zum Elektroniker für Betriebstechnik in Prenzlau - Kauffrau für Büromanagement in Lübeck - Zwei Fachkräfte für Lagerwirtschaft in Prenzlau sowie in Lübeck 6. Chancenbericht Trotz einer alternden Bestandsflotte hat die ENERTRAG Service GmbH in den letzten Jahren gute Grundlagen für das weitere Wachstum und eine Sicherung des Bestandsgeschäfts geschaffen. Hier ist unter anderem neben der weiteren Stärkung des technischen Innendienstes ein sukzessiver Aufbau der Kompetenzen in den operativen Bereichen zu erwähnen, welche maßgeblich durch den erfolgreichen Einstieg in das Subwartungsgeschäft bzw. angelaufene Kooperationsvereinbarungen für die Subwartung der ENERTRAG- eigenen WEA im Herstellerauftrag direkt nach Erstinbetriebnahme sowie der nachfolgenden Übernahme der Vollwartung gefördert wird. Die Änderung der Servicestrategie seitens GE Wind Energy im Berichtszeitraum hat insbesondere für die 1.x, 2.x und 3.x GE Anlagen erhebliche Marktpotentiale eröffnet, welche u.a. durch das Abrufen der Kooperations- vereinbarung schrittweise gehoben werden kann. Der zunehmende Fachkräftemangel führt zu einem weiterhin schwierigen Marktumfeld, in dem insbesondere kleinere, regionale Marktbegleiter zunehmend Schwierigkeiten haben und eine weitere Konsolidierung bei den Marktteilnehmern zu erwarten ist, sodass das Potential zusätzlicher Kunden für ENERTRAG Service steigt. Die ausbleibende Serviceleistung seitens GE Wind Energy für viele deutsche Betreiber älterer GE Anlagen hat im Markt für viel Unruhe und eine erhöhte Wechselbereitschaft bei den Kunden gesorgt. 7. Risikobericht Strategische Risiken können sich aus einem möglichen Zielkonflikt zwischen der engeren Verbindung zu Anlagenherstellern durch Kooperationsvereinbarungen für ENERTRAG- eigene WEAs und einem weiteren Ausbau des Geschäfts mit Drittkunden ergeben. Die Hersteller sichern sich jeweils maximal gegen die nicht-genehmigte Weiternutzung des im Rahmen der Kooperationen erlangten Fachwissens ab. Hierauf wird im Rahmen der Vertragsverhandlungen seitens ENERTRAG Service ein besonderes Augenmerk gesetzt, um eine im Rahmen der Partnerschaft / Kooperation verträgliche Nutzung des erlangten Fachwissens im freien Markt sicherzustellen. In Abhängigkeit der weiteren Entwicklung erwarten wir hier geringe Risiken für den weiteren Geschäftsverlauf. Ein Risiko der fehlenden Fokussierung auf wachstums- und ergebnisrelevante Prioritäten kann durch die Vielzahl an angestoßenen Veränderungen auf Prozess-, System- und Organisationsebene entstehen, was durch die Geschäftsführung auf zweiter Führungs- und Mitarbeiterebene dezidiert thematisiert wird und nach Maßgabe die Veränderungsgeschwindigkeit regelmäßig mit der Umsetzungsgeschwindigkeit und Veränderungsbereitschaft in der Breite der Belegschaft abgeglichen wird. Eine weitere Stärkung der Führungsmannschaft - auch in den Unterstützungsfunktion - ist umgesetzt bzw. in die Wege geleitet. Dem hier spürbaren Risikopotenzial begegnen wird durch verschiedene aktive Maßnahmen, um die vorhandenen Chancen zu Ergebnisverbesserungen weiter zu nutzen. Risiken im operativen Geschäft können sich insbesondere aufgrund des inzwischen massiven Fachkräftemangels ergeben. Es gelingt derzeit nicht in ausreichendem Maße, geeignete Servicekräfte sowie ausreichend qualifizierte Quereinsteiger zu finden und einzustellen. Das Risikopotenzial ist hoch und kann nur in kleinen Schritten und durch ein Bündel von verschiedenen Maßnahmen reduziert werden. Weiterhin gibt es Haftungsrisiken. Die Gesellschaft ist bestrebt, diese Risiken zu minimieren, indem sie die Prozesse standardisiert und ständig Schulungen für Mitarbeiter durchführt. Hierzu wurde auch ein Qualitätsmanagementprogramm eingeführt, das zudem erfolgreich nach ISO:9001 zertifiziert wurde. Im Berichtsjahr konnte bereits eine merkliche Reduzierung von Gewährleistungs- und Haftungsfällen festgestellt werden. Außerdem unterhält die Gesellschaft Versicherungen, die entsprechende verbleibende Risiken abdecken. Risiken in der Ersatzteilbevorratung für die erfolgreiche Durchführung von Servicereparaturen können bei einer alternden Anlagenflotte zunehmen; durch den Aufbau von dezidiertem Fachwissen u.a. im technischen Innendienst bei ENERTRAG Service zur Sicherung verschiedener Beschaffungswege bzw. technischen Bewertung von Ersatzteilalternativen wurde dem bereits in den vergangenen Geschäftsjahren Rechnung getragen. Daraus resultieren für die Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung kurzfristig mittlere Chancen beziehungsweise spürbare Risiken mit einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit. Weitere Risiken aus dem internationalen Kontext sind negative Auswirkungen aus der anhaltenden Ukrainekrise, wie z.B. die Unterbrechung von Lieferketten, Preissteigerungen, Rohstoffknappheit mit einem derzeit spürbaren Risikopotenzial, Cyberrisiken durch nicht abgewehrte Cyberangriffe ordnen wir dagegen mit einem mittleren Risikopotenzial ein, dem in der Zentralen IT durch geeignete Maßnahmen begegnet wird. Risiken könnten sich ferner durch ausbleibende Erfolge bei der Neugewinnung von Kunden ergeben, was durch weiter abschmelzende Anlagen potenziert werden könnte. Die Gesellschaft hat zur Vermeidung dieses Risikos einen weiterhin hohen Fokus auf den Vertrieb gelegt und zudem einen dezidierten Kompetenzaufbau in Anlagen der 2MW+ Klasse verschiedener Hersteller eingeleitet. Mit der vorangetriebenen stärkeren Verzahnung des Vertriebs mit der Kundenbetreuung und mit dem Innenbereich sollen sich weitere Chancen und zugleich eine Verringerung des "Abschmelzungsrisikos" ergeben. Die Entwicklung im Berichtsjahr untermauert den Erfolg einiger getroffener Maßnahmen, insbesondere konnte eine unterplanmäßige Entwicklung im Bereich der Großkomponenten durch eine erfolgreiche Stärkung aller Regionen im Bereich der Servicereparaturen aufgefangen werden. Das neue ERP System und dazugehörige Service-Applikation wird eine noch engere Steuerung operativer Prioritäten ermöglichen. Hier erwarten wir geringe Risiken für den weiteren Geschäftsverlauf. Ein weiteres Risiko kann sich durch den Abschluss von Vollwartungsverträgen ergeben. Zum 01.04.2024 waren 44 Anlagen unter Vollwartungsvertrag mit einem Jahresumsatzvolumen von 2,5 Mio. €. Hier kann sich das Risiko ergeben, dass nicht geplante Großschäden zu einer nicht geplanten Belastung des Ergebnisses führen. ENERTRAG Service begegnet diesem Risiko durch eine ständig optimierte Überwachung mittels einer neugeschaffenen eigenen Abteilung. Dabei werden zweiwöchentlich Arbeitssitzungen abgehalten, bei denen die aktuelle Entwicklung beobachtet und beurteilt wird. Hierzu werden gezielt proaktive Sanierungsmaßnahmen getroffen, um Schäden zu minieren und gleichzeitig eine gleichmäßige Verteilung der Aufwendungen über die Vertragslaufzeit zu erreichen und das spürbare Risiko zu reduzieren. Damit ergibt sich zugleich die Chance, geringere als ursprünglich erwartete Aufwendungen tätigen zu müssen. Dazu werden auch gezielt Optimierungen von Teilen analysiert sowie der Einsatz von gebrauchten Komponenten untersucht, soweit im Einzelfall vertraglich zulässig. Bei den Tochtergesellschaften ENERTRAG Energiedienst und ENERTRAG Service France besteht das Risiko, dass die geplanten Umsätze bzw. Ergebnisse nicht erreicht werden bzw. dass ungeplante Liquiditätsbedarfe auftreten. Die ENERTRAG Service GmbH ist in das Risikomanagementsystem der ENERTRAG SE integriert, wo die Analysen sowie die Bewertungen erfolgen. Es bestehen keine bestandsgefährdenden Risiken. 8. Forschungsbericht ENERTRAG Service hat im Berichtszeitraum keine Forschungen oder Entwicklungen vorgenommen. Kontinuierlich arbeiten die Abteilungen Technischer Support und Einkauf von ES an Alternativlösungen für herstellerseitig abgekündigte Bauteile, die am Markt nicht mehr verfügbar sind, aber in der Bestandsflotte weiter benötigt werden. Hier wird die langjährige Partnerschaft mit verschiedenen Instandhaltern insbesondere im Großkomponentenbereich weiterhin gepflegt und situativ ausgebaut. 9. Umweltbericht Im Geschäftsjahr 2023/24 konnte die ENERTRAG Service GmbH erneut die Konformität des integrierten Managementsystems zu Qualität, Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz gemäß den Normen DIN EN ISO 9001 und 14001 sowie neu DIN EN ISO 45001 durch ein externes Überwachungs- bzw. Rezertifizierungsaudit ohne Abweichungen nachweisen. Kraftstoffverbrauch: Den größten Umweltfaktor bei ES stellt der Verbrauch fossiler Kraft- stoffe dar. Maßnahmen sind hier erforderlich und auch bereits umgesetzt. Nach der Geschäftsführung haben nun die Mehrzahl der Führungskräfte elektrische Dienstfahrzeuge. 10. Tochtergesellschaften ENERTRAG Service France SAS Der Umsatz lag im GJ mit 571 T€ praktisch auf Niveau des Vorjahres (573 T€). Das Ergebnis beläuft sich auf 72 T€ (VJ -124 T€). Der Restbetrag einer zum 31.03.2022 gebildeten Drohverlustrückstellung mit dem Restbetrag von rd. 180 T€ konnte komplett aufgelöst werden. Das um diesen Sondereffekt bereinigte operative Ergebnis (Jahresfehlbetrag) beläuft sich auf -108 T€ (VJ bereinigt -742 T€). Im Juli 2023 erfolgte eine weitere Kapitaleinlage von 250 TEUR bei der ENERTRAG Service France, die durch eine weitere Darlehensgewährung durch EED finanziert wurde. Die Finanzierung und somit der Bestand der französischen Gesellschaft sind im Rahmen der Finanzierungszusagen im Konzern mit abgedeckt. Im Zuge der moderaten Umsatzsteigerungen rechnen wir in 2024/25 mit einem leicht positiven Ergebnis (5 T€) und in den Folgejahren mit weiteren leichten Ergebnissteigerungen. Die Basis für die Geschäftstätigkeit in den nächsten Jahren bilden Kontingentverträge für Subwartungen mit OEMs, aktuell mit Enercon France und Nordex France. Durch die Konzentration hierauf und durch Einstellung eines neuen technischen Teamleiters zum Ende des Vorjahres ist es gelungen, die Geschäftsentwicklung zu stabilisieren und die organisatorischen Abläufe neu zu ordnen. Für die Zukunft ist ein schrittweiser Ausbau unserer Geschäftsaktivitäten geplant, wie z.B. Übernahme von Servicearbeiten an PV-Anlagen und schrittweise Übernahme von Service- und Wartungsarbeiten zusätzlich zum Subwartungsgeschäft. Dies erfordert einen gezielten Kompetenzaufbau bei den Servicetechnikern. Die Personalanzahl von 7 Servicetechnikern plus Teamleiter soll künftig zunächst um je ein Serviceteam pro Jahr wachsen. ENERTRAG Energiedienst GmbH Die ENERTRAG Energiedienst GmbH erzielte im Geschäftsjahr ein Ergebnis in Höhe von T€ 5.518, das an die ENERTRAG Service GmbH aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages abgeführt wird. Neben gesunkenen Materialaufwendungen sind aufgelöste Drohverluste, aufgelöste PRAP und Wartungsrückstellungen für das Ergebnis maßgebend. Die Geschäftsführung der EED sieht die Gesellschaft aufgrund des guten Ergebnisses in einer stabilen wirtschaftlichen Lage. Für das Geschäftsjahr 2024/25 ist ein Jahres- Überschuss von 4.680 TEUR geplant. Die geplanten Inbetriebnahmen von ENERTRAG und die daraus resultierende Chance neu abzuschließender Instandhaltungsverträge lassen ein weiteres Wachstum erwarten. Dieser Lagebericht enthält Aussagen und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der ENERTRAG Service GmbH beziehen. Diese Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde liegenden Annahmen nicht eintreffen oder Risiken - wie sie beispielsweise im Risikobericht genannt werden - eintreten, können die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse von den derzeitigen Erwartungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, die hierin enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.
Dauerthal, den 09. August 2024 gez. Jan Neuhann, Geschäftsführer gez. Walter Sellner, Geschäftsführer BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangA. Allgemeine Angaben Die ENERTRAG Service GmbH (nachfolgend "ES" oder "Gesellschaft" genannt) hat ihren Sitz in Dauerthal und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Neuruppin (HRB 9165). Der vorliegende Jahresabschluss der Gesellschaft wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und unter Beachtung der ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt. In Bezug auf die Rechnungslegung der Gesellschaft für die Berichtsperiode waren die Vorschriften für die mittelgroße Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 2 HGB maßgebend. Die Gesellschaft macht bezüglich der Berichterstattung im Anhang von den Befreiungen der §§ 276, 288 HGB teilweise Gebrauch. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 (2) HGB aufgestellt. Der Jahresabschluss wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die im Rahmen der Sanierungsplanung erwarteten Verluste erwirtschaftet. Der Fortbestand der Gesellschaft ist von der erfolgreichen Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen sowie von finanziellen Zuflüssen des Tochterunternehmens ENERTRAG Energiedienst GmbH und von der finanziellen Unterstützung durch die Muttergesellschaft abhängig. Vor dem Hintergrund der weiteren Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen, wird die Gesellschaft auch für das folgende Geschäftsjahr weitere finanzielle Mittel benötigen. Der Vorstand und Aufsichtsrat der ENERTRAG SE (Muttergesellschaft), haben sich ausdrücklich zur großen Bedeutung einer eigenen ENERTRAG-Serviceeinheit für einen Energieerzeuger bekannt. Die Finanzierung der Gesellschaft ist dabei im Rahmen der Mehrjahresplanung durch langfristige Finanzierungszusagen der ENERTRAG SE abgesichert. ES hat mit der ENERTRAG Energiedienst GmbH (EED) einen Gewinnabführungsvertrag mit Wirkung ab dem Wirtschaftsjahr 2022/23 geschlossen. Die Dauer des Vertrages beträgt vorerst 5 Jahre. EED verpflichtet sich, ihren ganzen Gewinn an ES abzuführen. Die Vorschriften des § 301 AktG in seiner jeweils gültigen Fassung gelten entsprechend. EED kann mit Zustimmung von ES Beträge aus dem Jahresüberschuss in andere Gewinnrücklagen (§ 272 Abs. 3 HGB) einstellen, sofern dies handelsrechtlich zulässig und bei vernünftiger kaufmännischer Beurteilung wirtschaftlich begründet ist. Die Vorschriften des § 302 AktG in seiner jeweils gültigen Fassung für die Verlustübernahme gelten entsprechend. B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert. Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear vorgenommen. Die Nutzungsdauern für die wesentlichen Sachanlagen sind die folgenden: - Immaterielle Vermögensgegenstände zwischen 3 und 5 Jahre, - Einbauten in fremde Grundstücke zwischen 5 und 10 Jahre, - Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 2 und 15 Jahre. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten von mindestens EUR 150,00 bis maximal EUR 1.000,00 (ab 01.01.2018 von mindestens EUR 250,00 bis maximal EUR 1.000,00) wurden in Sammelposten zusammengefasst. Diese Sammelposten werden über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen auf niedrigere beizulegende Werte werden gegebenenfalls vorgenommen. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten nach § 253 ff. HGB bewertet. Bei voraussichtlicher dauernder Wertminderung wurde nach § 253 Abs. 3 HGB auf den niedrigen beizulegenden Wert abgeschrieben. Bei Wegfall der Gründe für Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Die Vorräte wurden nach § 253 Abs. 1 HGB zum Zeitpunkt des Zugangs zu Anschaffungskosten bewertet. Unterjährig erfolgte die Bewertung zu Durchschnittspreisen. Soweit erforderlich wurden Abschreibungen auf den niedrigeren Wert zum Abschlussstichtag vorgenommen. Im Rahmen der Bewertungsmethodik wurden Vorräte, soweit sie nicht einzeln bewertet wurden und die sich länger als 2 Jahre nicht umgeschlagen haben, wie folgt wertberichtigt:
Die geleisteten und erhaltenen Anzahlungen sind zum Nennwert angesetzt. Soweit die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen die aktivierten Vorräte nicht überschreiten, wurden sie in Ausübung des Wahlrechts gemäß § 268 Abs. 5 HGB offen von den Vorräten abgesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung aller zum Zeitpunkt der Jahresabschlusserstellung erkennbaren Risiken zum Nennwert bewertet. Auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden angemessene Wertberichtigungen vorgenommen. Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt. Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag enthalten, die einen Aufwand für bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Latente Steuern werden saldiert ausgewiesen, wenn zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungen temporäre Differenzen bestehen. Am 28. Dezember 2023 ist das Mindeststeuergesetz in Kraft getreten, dass für die ENERTRAG-Gruppe grundsätzlich zur Anwendung kommt. Dabei handelt es sich um eine Ertragssteuer i.S.d. § 274 HGB, die im Abschluss auszuweisen ist und für die grundsätzlich Steuerrückstellungen zu bilden sind. Währenddessen ist die Bildung von latenten Steuern, welche auf die globale Mindeststeuer zurückzuführen sind, bis auf weiteres ausgesetzt. Erster Veranlagungszeitraum der Mindeststeuer ist das Geschäftsjahr 2024/2025. Die ENERTRAG-Gruppe erzielt ihre Umsätze im Inland und Ausland und versteuert Einkommen und Ertrag nach den jeweils geltenden Steuergesetzen. Die erzielten Umsatzerlöse belaufen sich auf unter 750 Mio. € in allen bisher abgelaufenen Geschäftsjahren. Demnach erwartet die ENERTRAG-Gruppe keine Auswirkungen für das Geschäftsjahr 2024/2025. Das voll eingezahlte Stammkapital ist zum Nominalbetrag bewertet. Das Eigenkapital beinhaltet eine Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in Höhe von TEUR 22.017,6. Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Unter dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen ausgewiesen, die Erträge künftiger Perioden darstellen. C. Erläuterungen zur Bilanz Die Aufstellung und Entwicklung des Anlagevermögens ist dem beigefügten Bruttoanlagenspiegel zu entnehmen. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen enthalten außerplanmäßige Abschreibungen auf Beteiligungen sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Im Rahmen des jährlichen Werthaltigkeitstests werden die Finanzanlagen bewertet und Abschreibungen im Geschäftsjahr 2023/24 in Höhe von TEUR 0,0 (Vorjahr TEUR 0,0) vorgenommen, davon betreffen TEUR 0,0 verbundene Unternehmen. Der Anteilsbesitz nach § 285 HGB setzt sich wie folgt zusammen:
Die Vorräte (TEUR 3.649,6; Vorjahr TEUR 4.101,8) umfassen im Wesentlichen Warenbestände. Erhaltene Anzahlungen in Höhe von TEUR 826,4 (Vorjahr TEUR 108,9) wurden offen abgesetzt. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:
Die Erhöhung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus der Gewinnübernahme aus dem Ergebnisabführungsvertrag. Des Weiteren resultiert die Erhöhung der sonstigen Vermögensgegenstände aus der Forderung für Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag von TEUR 555,4. Die liquiden Mittel (TEUR 2.087,7; Vorjahr TEUR 1.107,0) bestehen aus Kassenbestand TEUR 1,2 und Bankguthaben in Höhe von TEUR 2.086,5, von denen TEUR 774,9 (Vorjahr TEUR 601,8) als Sicherheiten für künftige Reparaturen verfügungsbeschränkt und als Instandhaltungsreserve für mehrere Windfeldbetreiber verpfändet sind. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Wartungsleistungen, die im Geschäftsjahr entrichtet wurden, jedoch erst Aufwand im nächsten Geschäftsjahr darstellen. Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt in Form von Kapitalrücklagen durch die ENERTRAG SE bisher in Höhe von TEUR 22.017,6 (Vorjahr TEUR 21.860,8). Mit Beschluss vom 15. Dezember 2022 stimmt der Aufsichtsrat der ENERTRAG SE der Realisierung eines Neubaus als Lager mit Servicehub-Funktion durch die ENERTRAG Service zu. Im Geschäftsjahr 2023/2024 wurde ein Betrag von € 0,16 Mio. ausbezahlt. Die Mittel wurden als sonstige Zuzahlung in die Kapitalrücklage zur Verfügung gestellt. Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag 31. März 2024 einen Nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe TEUR 0,0 (Vorjahr TEUR 531,7) aus. Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen nicht. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus der Aufnahme weiterer Darlehen, davon entfallen TEUR 269,8 gegenüber der Gesellschafterin ENERTRAG SE, Dauerthal (Gemeinde Schenkenberg). Es bestehen keine Verbindlichkeiten, die gem. § 285 Abs. 1b durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind. Aktive und passive latente Steuern resultieren aus der Organgesellschaft (ENERTRAG Energiedienst GmbH). Diese werden saldiert ausgewiesen und haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr betragen TEUR 18.173,8 (Vorjahr TEUR 17.356,4). Im Wesentlichen ergeben sich die Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Service und Wartung von Windkraftanlagen und sonstigen technischen Anlagen. Umsätze werden erfasst, wenn sie realisiert sind bzw. grundsätzlich nach Lieferung der Waren oder Ausführung der Leistung. Sonstige betriebliche Erträge sind in Höhe von TEUR 208,5 (Vorjahr TEUR 386,0) angefallen und resultieren im Wesentlichen aus Sachbezügen, welche aus den Sachverhalten in Bezug auf Firmenwagen und Mitarbeiter-Bikeleasing stammen. Im Vergleich zum Vorjahr setzen sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen wie folgt zusammen:
Aufwendungen aus Verlustübernahmen/Erträge aus Gewinnabführungen Die ENERTRAG Service GmbH hat mit ihrer 100%-igen Tochtergesellschaft ENERTRAG Energiedienst GmbH einen Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen. Die Gewinne und Verluste der Organgesellschaften werden an die ENERTRAG Service GmbH abgeführt beziehungsweise von dieser übernommen. Im Geschäftsjahr ergibt sich aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages ein abgeführter Gewinn in Höhe von TEUR -5.518,3 (Vorjahr Verlust TEUR 881,4). ErgebnisverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 in Höhe von TEUR 2.931,0 auf neue Rechnung vorzutragen. E. Sonstige Angaben Vertretung und Vergütung der Geschäftsführung Geschäftsführer der ENERTRAG Service GmbH, Dauerthal waren im Geschäftsjahr: • Herr Walter Sellner, Geschäftsführer (Bereich Finanzen, Personal, Service-IT) , Negenharrie • Herr Jan-Christoph Neuhann, Geschäftsführer (Bereich Service, Digitalisierung, Vertrieb & Technik), Hamburg Die Gesellschaft wird gemeinschaftlich durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einen Prokuristen vertreten. Die Geschäftsführer sind von den Beschränkungen des § 181 BGB nicht befreit. Bezüglich der Angaben über die im Geschäftsjahr gewährten Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht. Konzernzugehörigkeit Die ENERTRAG Service GmbH ist eine unmittelbare 100%ige Tochtergesellschaft der ENERTRAG SE, Dauerthal (Gemeinde Schenkenberg) und somit ein mittelbares 100%iges Tochterunternehmen der UCKERWERK Energietechnik GmbH, Dauerthal (Gemeinde Schenkenberg). Die ENERTRAG SE ist wiederum ein 100%iges Tochterunternehmen der UCKERWERK Energietechnik GmbH und wird in den befreienden Konzernabschluss der UCKERWERK Energietechnik GmbH einbezogen, somit ist die Gesellschaft nach § 291 Abs. 2 HGB von der Verpflichtung der Erstellung eines eigenen Konzernabschlusses und Konzernlageberichts befreit. Die UCKERWERK Energietechnik GmbH stellt jeweils zum 31. März des Geschäftsjahres einen Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen auf, in den die ENERTRAG Service GmbH einbezogen wird. Die Offenlegung erfolgt im Unternehmensregister. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu marktunüblichen Bedingungen im Sinne des § 285 Nr. 21 HGB getätigt. Mitarbeiter Im Geschäftsjahr 2023/24 waren durchschnittlich 151 Mitarbeiter (Vorjahr 140), davon 144 in Vollzeit (Vorjahr 128), 6 Mitarbeiter in Teil- oder Elternzeit (Vorjahr 10) und 1 Mitarbeiter als Werkstudenten (Vorjahr 2) beschäftigt. Haftungsverhältnisse Nicht aus der Bilanz ersichtliche Haftungsverhältnisse gemäß § 251 und § 268 Abs. 7 HGB bestehen zum Bilanzstichtag nicht. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Nachtragsbericht Maßgebliche Veränderungen im Kunden- und Anlagenbestand sind nach Jahresabschluss nicht zu verzeichnen. Weitere wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag gemäß § 285 Nr. 33 HGB lagen nicht vor.
Dauerthal, den 9. August 2024 gez. Jan Neuhann gez. Walter Sellner Brutto-Anlagespiegel zum 31.03.2024 - HandelsrechtENERTRAG Service, Dauerthal
sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 24.09.2024 festgestellt. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die ENERTRAG Service GmbH, Dauerthal (Gemeinde Schenkenberg) Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der ENERTRAG Service GmbH, Dauerthal (Gemeinde Schenkenberg), - bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ENERTRAG Service GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. März 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, den 21. August 2024 PricewaterhouseCoopers
GmbH
gez. Stefanie Bartel, Wirtschaftsprüferin gez. ppa. Przemyslaw Artur Meller, Wirtschaftsprüfer |
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